DHZ 2009 - Handwerkskammer Reutlingen

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DHZ 2009 - Handwerkskammer Reutlingen
REGIONAL
Baden-Württemberg
Die Rechtsexperten der Handwerkskammern diskutierten die Folgen des
neuen Gleichbehandlungsgesetzes. Seite 9
Deutsche Handwerks Zeitung
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 1/2 | 23.Januar 2009 | 61. Jahrgang
HANDWERK IN ZAHLEN
THEMEN
Neue Maler- und
Lackierermeister
Handwerkskammer ehrt ihre Sieger beim Nachwuchswettbewerb 2008
Nach einem Jahr Schulbankdrücken endlich den ersehnten Meistertitel erreicht . 8
Lebensmittel
Aktien, Versicherungen, Finanzdienstleistungen
7,1
„Glauben Sie auch in Zukunft
an sich selbst“
Größte IKK
Innungskrankenkassen Württemberg und
Hessen sowie Sachsen fusionieren . . . . 8
6,3
20,9
12,4
Computer
Software
Eintrittskarten f. Veranstaltungen 21,2
22,1
22,0
Elektronikartikel
Filme, Musik
30,3
Anteil der Nutzer in
Prozent: Stand 2007
29,3
Reisen, Unterkünfte, Bahn- oder Flugtickets
Bücher, Magazine, Zeitungen
33,1
Kleidung, Sportartikel
Gebrauchsgüter
30,7
Was baden-württemberische
Verbraucher übers Internet kaufen
7
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Fachkräfte gewinnen
und sichern
Günter Hecht
feiert 75. Geburtstag
Praxishandbuch
So sehen Sieger aus: Die besten Junghandwerkerinnen und -handwerker 2008.
Günter Hecht, Ehrenpräsident der Handwerkskammer Reutlingen, feierte am 21.
Dezember 2008 seinen 75. Geburtstag.
Hecht war von 1984 bis 1999 Präsident
der Handwerkskammer Reutlingen und engagierte sich in vielen Ehrenämtern, darunter im Vorstand des Schwäbischen Albvereins. Präsident Joachim Möhrle und Hauptgeschäftsführer Joachim Eisert schlossen
sich den vielen Gratulanten an und überbrachten dem Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland die Glückwünsche des
Handwerks (das Foto zeigt den Geehrten
bei der Verleihung im Dezember 1999). Ihr
Geschenk dürfte ganz nach dem Geschmack des heimatverbundenen Pfullingers gewesen sein: eine prachtvolle Versteinerung aus dem Fossilmuseum in Dotternhausen.
Foto: Handwerkskammer
Bebauungspläne
Stadt Balingen
Der Gemeinderat der Stadt Balingen hat am
25. November 2008 in öffentlicher Sitzung
beschlossen, den Bebauungsplan „Rote
Länder“, Balingen, öffentlich auszulegen.
Der Plan wird öffentlich bis zum 29. Januar
2009 bei der Stadtverwaltung Balingen,
Amt für Stadtplanung und Bauservice, Neue
Str. 31, 3. OG, 72336 Balingen, ausgelegt.
Stadt Albstadt
Der Gemeinderat der Stadt Albstadt hat am
11. Dezember 2008 in öffentlicher Sitzung
beschlossen, den Bebauungsplan „Gymnasiumstraße“, Albstadt-Ebingen, öffentlich
auszulegen.
Der Plan wird öffentlich bis zum 12. Februar 2009 im Technischen Rathaus Albstadt
in 72461 Albstadt-Tailfingen, Am Markt 2,
Stadtplanungsamt, ausgelegt.
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Mehr als 400 Teilnehmer, 82 Kammersieger, 23 Landessieger und fünf Bundessieger – die Bilanz der Auszubildenden aus dem Bezirk der Handwerkskammer
Reutlingen kann sich sehen lassen. Am 9. Dezember
2008 hatten sich die Besten der Besten und ihre
Ausbilder zu einer Feierstunde in Reutlingen eingefunden.
Kammerpräsident Joachim Möhrle zeigte sich mit
dem Abschneiden seines Bezirks beim Nachwuchswettbewerb des Deutschen Handwerks sehr zufrieden: „Sie können stolz auf das sein, was Sie geleistet
haben. Sie gehören im besten Sinne des Wortes zur
Elite des Handwerks.“
Zumal die jungen Handwerkerinnen und Handwerker
erst einmal eine Gesellenprüfung mit mindestens der
Note „gut“ vorweisen müssen, um daran teilnehmen
zu dürfen. 416 Frauen und Männer aus den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen
und Zollernalb haben diese Hürde genommen. „Wir
hatten wieder deutlich mehr Teilnehmer als in den
Vorjahren. Das spricht für das Talent und die Motivation unserer Nachwuchskräfte“, sagte Möhrle.
Hinter den Erfolgen stünden aber auch immer engagierte Ausbildungsbetriebe und Lehrer, betonte
Möhrle: „Sie führen erfolgreich und bringen die Potenziale, die in den jungen Frauen und Männern ste-
Erfolgreich auf Bundesebene: Kathrin Aha, Goldschmiedin, Dragan Rupcic, Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer, Christoph Hilleberg, Informationselektroniker, und die
Buchbinderin Valerie Weik.
Fotos: Bouß
cken, zur Entfaltung.“ Dies zeigten auch die hervorragenden Ergebnisse, die in diesem Jahr auf Landesund Bundesebene erzielt werden konnten.
Der Nachwuchswettbewerb des Deutschen Handwerks wird jedes Jahr veranstaltet und führt über die
Kammer- und Landesebene bis hin zur Bundesausscheidung. 416 Gesellinnen und Gesellen aus dem Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen hatten sich
qualifiziert. Auf Kammerebene wurden 39 erste Plätze,
23 zweite und 20 dritte Plätze ermittelt. 34 Frauen haben sich in die Siegerlisten eingetragen und sich in
vielen Berufen gegen eine zahlenmäßig überlegene
Konkurrenz ihrer männlichen Kollegen durchsetzen
können.
Die Erstplatzierten, 16 Frauen und 23 Männer, hatten
sich automatisch für den Landeswettbewerb qualifiziert, der in diesem Jahr von der Handwerkskammer
Reutlingen durchgeführt wurde. Die elf Landessieger
nahmen schließlich im November am Bundeswettbewerb in Wiesbaden teil. Sechs von ihnen dürfen sich
nun Bundessieger nennen.
Der Bühler Buchbinderin Valerie Weik aus der Werkstatt von Matthias Raum in Römerstein gelang etwas
Besonderes: Sie sicherte sich den ersten Platz auf
Bundesebene und wurde beim parallel ausgetragenen
Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form“ als zweite
Preisträgerin ausgezeichnet. Ihre Wettbewerbsarbeit
bestand aus einem Zettelkasten und einem Edelpapierband.
Möhrle ermunterte die Junggesellinnen und -gesellen,
Verantwortung zu übernehmen. Als Führungskraft
oder als Unternehmer. Seine Empfehlung an die
Nachwuchskräfte: „Glauben Sie auch in Zukunft an
sich selbst, an Ihr Engagement und Ihre Leistungsfähigkeit.“
Eigene Talente und Wünsche erkennen
Handwerkskammer Reutlingen startet Projekt zur Berufsorientierung
Was kommt eigentlich nach der Schule? Das ist eine
Frage, um die sich viele Jugendliche erst einmal drücken. Ist ja auch unangenehm, nicht zu wissen, was
man machen möchte und was man werden kann. Gegen „keine Ahnung“ hilft meist nur, sich mal in der
Praxis umzusehen. Genau das haben Hauptschüler
aus Krauchenwies einen Tag lang in der Bildungsakademie Tübingen getan.
Johannes Weigel hat heute die Schulbank mit der
Holzwerkstatt getauscht. Sägen und Schleifen statt
Mathe und Deutsch. Nein, er habe noch keine klaren
Vorstellungen, sagt der 14-jährige Schüler. Einen
Berufswunsch äußert er dennoch. Lackierer und
Karosseriebau. Warum? „Weil es das Einfachste wäre“,
meint Johannes, dessen Vater eine freie Werkstatt
betreibt.
Alica Steiger geht in die achte Klasse der Grund- und
Hauptschule Krauchenwies und will weitermachen.
Der Realschulabschluss ist fest eingeplant. Was dann
folgen soll, stehe „noch nicht genau“ fest. „Vielleicht
etwas mit Kindern“, meint die 13-Jährige. Eines weiß
sie ganz sicher: „Handwerk kommt nicht in Frage.“
Immerhin: Die Praxiswerkstatt findet sie gut. Sie sitzt
heute zusammen mit Mitschülern in der Abteilung
pneumatische Steuerung, baut ihren ersten Schaltplan und setzt ihn selbst um. Es sei wichtig, Erfahrungen zu sammeln, sagt Alica.
Schnell könne fehlende Orientierung zum ernsthaften
Volle Konzentration in der Holzwerkstatt: Johannes nimmt
Maß.
Foto: Steinort
Problem für Jugendliche werden – mit allen Folgen für
das Selbstwertgefühl und die Leistungen in der Schule, weiß Michael Krogull, der für die Handwerkskammer Reutlingen das Projekt „Bildung – Ausbildung –
Zukunft“ betreut. „Wir wollen den Schülerinnen und
Schülern der Klassenstufe 7 möglichst frühzeitig Er-
fahrungen vermitteln und so Entscheidungsgrundlagen schaffen“, beschreibt er den Ansatz. Die Betonung
liegt auf „frühzeitig“, also mit ausreichendem Vorlauf
vor der Entscheidung für das erste Praktikum, das im
Fall der Schüler aus Krauchenwies im Sommer ansteht. Erfolgserlebnisse, die sich in der Praxiswerkstatt
fast von allein einstellten, so Krogull, seien ausdrücklich erwünscht.
Eine wichtige Aufgabe besteht darin, Kontakte zu
Schulen und zu Betrieben herzustellen. Im Mittelpunkt der Initiative stehen die Grund- und Hauptschulen. Projektmanager Krogull tritt an Betriebe heran, fahndet nach Praktikumsplätzen oder bemüht
sich um Auszubildende, die der nächsten Generation
etwas über ihre Entscheidung erzählen können. Schulen und Lehrkräfte werden im Rahmen des Projektes
tatkräftig und mit Begleitmaterial unterstützt. Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf
sollen individuelle Lernbegleiter zur Seite gestellt bekommen. Pro Schuljahr stehen zwei Werkstatttage ab
Klasse 7 auf dem Programm.
Das Projekt „Bildung – Ausbildung – Zukunft“ läuft bis
zum 31. Dezember 2010. Es wird gefördert vom Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg
und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.
Ansprechpartner ist Michael Krogull, Projektmanager, Bildungsakademie
Sigmaringen, Tel. 07571/7477-14,
E-Mail: [email protected]
Das Wirtschaftsministerium BadenWürttemberg will kleine und mittlere
Unternehmen auf den demografischen
Wandel vorbereiten und mit praktikablen Lösungsansätzen unterstützen.
Unter dem Titel „Fachkräfte für den baden-württembergischen Mittelstand“
wurden nun Beispiele aus der betrieblichen Praxis, Informationen zu den
rechtlichen Rahmenbedingungen und
zu den Fördermöglichkeiten für ein Praxishandbuch zusammengetragen.
In den insgesamt elf Kapiteln wird auch
auf Personengruppen eingegangen, die
bislang zu wenig am Arbeitsmarkt teilnehmen und daher für die künftige Gewinnung von Beschäftigten von besonderer Bedeutung sind: Ältere, Frauen,
Menschen mit Migrationshintergrund
oder gering Qualifizierte.
Darüber hinaus werden Aus- und
Weiterbildungskonzepte ausführlich
behandelt. Die einzelnen Handlungsfelder werden jeweils durch Betriebsbeispiele illustriert.
Das kostenfreie Praxishandbuch kann beim
Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg angefordert werden. Bestellungen an Anja Hof, E-Mail:
[email protected] Download unter www.fachkraefte-bw.de
Ihre Ideen für
weniger Bürokratie
EU prämiert Vorschläge
„Wo würden Sie mit dem Bürokratieabbau anfangen?“ Das will die Europäische Kommission von Bürgern, Unternehmen und Verbänden wissen. Wer eine Antwort kennt, kann diese bis zum
31. Januar 2009 einsenden und den Europäischen Unternehmerpreis gewinnen.
Gesucht werden die besten Ideen zum
Bürokratieabbau. Die Vorschläge werden nach verschiedenen Kriterien beurteilt. Neben der Originalität und dem
Innovationsgrad kommt es auch darauf
an, wie gut und schnell sich die Ideen in
der Praxis realisieren lassen.
Auch die Übertragbarkeit auf andere
Bereiche oder Staaten soll berücksichtigt werden. Vom Wettbewerb ausgeschlossen bleiben Vorschläge, die sich
ausschließlich auf nationale, regionale
oder kommunale Vorschriften beziehen. Eine hochrangig besetzte Jury
wählt aus den Einsendungen die drei
besten Ideen aus.
Den Nominierten winken der Europäische Unternehmerpreis in der Kategorie „Bürokratieabbau“ und eine Reise
nach Prag. Dort findet am 13. Mai 2009
die feierliche Preisverleihung vor internationalem Publikum statt.
Die Europäische Kommission hat ambitionierte Ziele zum Bürokratieabbau
formuliert. Bis zum Jahr 2012 sollen die
Verwaltungslasten, die von EU-Recht
ausgehen, um 25 Prozent sinken.
Einsendungen sind über ein Onlineformular unter www.best-idea-award.de
möglich.
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Soziale
Verantwortung
Lea-Mittelstandspreis 2009
Viele Unternehmen in Baden-Württemberg sind vor Ort in Vereinen und Projekten engagiert und nehmen soziale
Verantwortung wahr. Die Caritas und
das Wirtschaftsministerium BadenWürttemberg wollen speziell das Engagement kleiner und mittlerer Unternehmen ins Licht der Öffentlichkeit rücken.
Für den Lea-Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in Baden-Württemberg werden beispielhafte Unternehmen gesucht, die Anstifter für andere
sein können. Lea steht für Leistung, Engagement und Anerkennung.
Bewerben können sich baden-württembergische Unternehmen mit maximal 500 Beschäftigten, die einen Wohlfahrtsverband, einen Verein, eine soziale Organisation oder Initiative unterstützen oder gemeinsam mit ihnen ein
Projekt realisieren oder Netzwerke
gründen. Die Gewinner erhalten neben
Urkunde, Trophäe und Signet viel Aufmerksamkeit im Rahmen eines feierlichen Festaktes und darüber hinaus.
Die Preisverleihung findet am 16. Juni
2009 in Stuttgart statt.
Weitere Informationen zum Wettbewerb und das
Online-Bewerbungsformular finden Sie unter
www.mittelstandspreis-bw.de. Bewerbungsschluss ist
der 7. März 2009
Steuerratgeber
2008/2009
Service
2008 brachte zahlreiche steuerrechtliche Änderungen. Die zum 1. Januar
2008 in Kraft getretene Reform des
Unternehmensteuerrechts zählt dazu,
aber auch das von der Bundesregierung
beschlossene Maßnahmenpaket zur
Stärkung von Investitionen und Wachstum und nicht zuletzt die Reform des
Erbschaftsteuerrechts.
Diese und alle weiteren Änderungen,
wie zum Beispiel die neue Eigenheimrente, behandeln die Steuerexperten
des Zentralverbandes des Deutschen
Handwerks in ihrem Steuerratgeber
2008/2009. Die Broschüre gibt einen
anschaulichen Überblick über die einzelnen Steuerarten und soll Betriebe
unterstützen, sich auch im neuen Jahr
2009 steueroptimal aufzustellen.
Die 54-seitige Broschüre kostet 8,50 Euro.
Bestellungen an die Marketing Handwerk GmbH,
Bestellservice, Ritterstraße 21, 52072 Aachen,
Fax 0241/89493-29
Heißer Schnitt mit
heißer Schere
25 Jahre Friseurstube Fichtner
Das „Ränkle“ im Balinger Ortsteil Endingen ist eine eher kleine Straße. Die
Friseurstube von Lore Fichtner, die in
der Hausnummer 2/1 zu Hause ist,
kommt aber ganz groß an bei den Kunden. Und das seit 25 Jahren. Vor einem
Vierteljahrhundert machte die Friseurmeisterin sich mit einem eigenen Geschäft selbstständig. Drei Personen sind
in Lore Fichtners Salon im Augenblick
angestellt, davon eine Auszubildende.
Insgesamt drei junge Damen haben bei
der Meisterin des haarigen Handwerks
in den 35 Jahren seit Unternehmensgründung ihr Metier gelernt. Man kennt
sich in Endingen, dem Ort mit seinen
knapp 2.400 Einwohnern. Und Lore
Fichtner kennt ihre Kunden. „Das Wichtigste ist mir zufriedene Kundschaft“,
sagt die Meisterin. Spezialität des Hauses ist übrigens der Schnitt mit der heißen Schere. Die gilt als recht teuer in der
Anschaffung und wird deshalb nicht in
allen Salons angeboten. Beim Schneiden mit diesem Spezialgerät werden die
Haarspitzen versiegelt und die Frisur
bleibt länger in Schnittform.
Ausg. 1/2 | 23.Januar 2009 | 61. Jahrgang
Neue Maler- und Lackierermeister
Elf Absolventen der Fachrichtungen Maler und Fahrzeuglackierer erhielten ihre Zeugnisse
Leitfaden für die Praxis
Tischlerarbeiten nach VOB ausführen
Der Bundesverband Holz und Kunststoff (BHKH) hat einen Fachkommentar
zu den Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen Tischlerarbeiten
(ATV DIN 18355) veröffentlicht.
Der Band ist als Ergänzung der Vergabeund Vertragsordnung für Bauleistungen
(VOB) angelegt und richtet sich an Ausschreibende wie ausführende Betriebe.
Im Mittelpunkt steht die praktische Hilfestellung in Fragen der Normung und
technischen Regeln. Technische Anforderungen an Bauteile, Stoffe und Abrechnungsmodalitäten werden ausführlich behandelt und schaffen Klar-
heit, was in Leistungsbeschreibungen
aufgeführt werden muss. Ebenso werden die jeweils anerkannten Regeln der
Technik erläutert.
Der Fachkommentar wurde verfasst
von Experten des BHKH. Eingeflossen
sind Erfahrungen aus Betriebsberatungen.
Der Fachkommentar inklusive Schlagwortregister umfasst 82 DIN-A5-Seiten
und kostet 29,50 Euro.
Bestellung über die Servicegesellschaft HKH Service
+ Produkt GmbH in Berlin, Tel. 030/2790700,
Fax 030/27907060, E-Mail: [email protected], Internet:
www.hkh.de
Ist Ihr Betrieb demografiefest?
Die neuen Maler- und Lackierermeister und Mitglieder der Prüfungskommission.
Ein Jahr lang drückten die jungen
Handwerker die Schulbank in der Reutlinger Kerschensteiner-Schule, nun
dürfen sie den Meistertitel tragen. Die
frisch gebackenen Jungmeister haben
kürzlich in der Handwerkskammer
Reutlingen ihre Zeugnisse erhalten.
Karl Wagner, Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses der Handwerkskammer Reutlingen, gratulierte den erfolgreichen Absolventen aus dem Maler- und Lackiererhandwerk: „Sie haben
Unternehmergeist bewiesen, Durchsetzungsvermögen und Leistungswillen
gezeigt und Ihr Leben vorübergehend
einem ehrgeizigen Ziel untergeordnet.“
Zugleich appellierte er an die neuen
Meister, ihrer Vorbildfunktion als Führungskraft oder im eigenen Unterneh-
men gerecht zu werden. Die neuen Maler- und Lackierermeister wurden in
den Handlungsfeldern Auftragsabwicklung, Betriebsführung und Betriebsorganisation sowie Technik und Gestaltung geprüft. Im praktischen Teil galt es,
ein Meisterprüfungsprojekt, das einem
Kundenauftrag entspricht, abzuwickeln.
Darüber hinaus wurden, wie in allen
anderen Meistervorbereitungskursen,
umfangreiche betriebswirtschaftliche,
kaufmännische und rechtliche Kenntnisse vermittelt und geprüft. Somit
dürfte die Meisterausbildung die einzige Ausbildung sein, die unmittelbar und
umfassend auf die Selbstständigkeit
vorbereitet. Aufgrund der weiteren berufs- und arbeitspädagogischen Prü-
Foto: Steinort
fung können auch Lehrlinge ausgebildet werden.
Die neuen Meister
Maler
Sven Kroll aus Bisingen-Wessingen;
Sascha Ziaja aus Engstingen-Kohlstetten;
Anja Coquet aus Kanzach;
Andre Klinger aus Pfullingen;
Gunter Kluge aus Pfullingen;
Uwe Dietrich aus Rangendingen;
Daniel Gnant aus Rangendingen;
Tim Schadt aus Walddorfhäslach.
Fahrzeuglackierer
Marcel Müller aus Mötzingen;
Thomas Knappe aus Reutlingen;
Kurt Kümmert aus Reutlingen.
Glückwunsch für die Jubilare
Handwerkskammer ehrt langjährige Mitarbeiterinnen
Im Rahmen der Personalversammlung
wurden langjährige Mitarbeiterinnen
geehrt. In diesem Jahr galt es, zwei Jubilarinnen zu beglückwünschen: Andrea
Leichsenring und Jutta Pertl sind seit
25 Jahren für die Handwerkskammer
Reutlingen tätig.
Am 1. März 1983 trat Andrea Leichsenring als Sachbearbeiterin in das Kurssekretariat der Gewerbeakademie Reutlingen ein. Kurz darauf folgte der Wechsel in die Abteilung Gewerbeförderung.
Dort war sie vor allem mit der Abrechnung der Neubauten Kammergebäude
und Bildungs- und Technologiezentrum in Tübingen befasst. 1992 übernahm sie die Leitung der Gewerbeakademie, der heutigen Bildungsakademie
Reutlingen.
Leichsenring sorgt nicht nur für ein attraktives Weiterbildungsangebot, sondern tut selbst regelmäßig etwas für die
eigene Qualifikation: 1988 bildete sie
sich zur Betriebswirtin (HWK) weiter,
zurzeit ist sie an der Steinbeis-Hochschule in Berlin eingeschrieben und
strebt den Abschluss Bachelor im Fach
Ökonomik an.
Jutta Pertl feierte in diesem Jahr ebenfalls ihr 25-jähriges Dienst- und Kammerjubiläum. Seit dem 1. September
1983 arbeitet die ausgebildete Verwal-
Demografiecheck zeigt, wie sich Altersstrukturen verändern
Der demografische Wandel verändert
alle Gesellschaftsbereiche – nicht zuletzt auch die Arbeitswelt. Wie sich der
Umbruch im Altersaufbau der Bevölkerung im Unternehmen auswirken wird,
zeigt die interaktive Anwendung „Der
Demograf“.
Der vom Bundesministerium für Arbeit
und Soziales entwickelte Service erlaubt
es, die heutige Altersstruktur in verschiedenen Beispielszenarien fortzu-
schreiben. Die Checkliste „Ist Ihr Betrieb demografiefest?“ ermöglicht in einem zweiten Schritt eine erste Bestandsaufnahme auf wichtigen Arbeitsfeldern, etwa der Personalführung, der
Arbeitsgestaltung oder dem Gesundheitsschutz.
Die Auswertung enthält erste Hinweise
zum Handlungsbedarf. Ein Glossar und
weiterführende Links ergänzen das Angebot.
www.demograf.de
Größte Innungskrankenkasse
IKK Baden-Württemberg und Hessen und IKK Sachsen fusionieren
Die IKK Sachsen und die IKK BadenWürttemberg und Hessen haben im Dezember 2008 ihre Fusion beschlossen.
Mit dem Zusammenschluss entsteht die
größte Innungskrankenkasse (IKK) in
Deutschland.
„Mit diesem Schritt legen wir den
Grundstein zum weiteren Ausbau unserer Marktposition und damit zur langfristigen Zukunftssicherung der Innungskrankenkassen in den Bundesländern“, so Matthias Triemer, Verwaltungsratsvorsitzender der IKK Sachsen.
„Zwei wirtschaftsstarke, erfolgreiche
Unternehmen werden sich zum Vorteil
ihrer Versicherten und Arbeitgeber gemeinsam den durch Gesundheitsfonds und Einheitsbeitrag geänderten
Rahmenbedingungen stellen.“ Dieser
Schritt sei logische Konsequenz einer
langjährigen, engen Kooperation der
beiden Innungskrankenkassen.
„Das neue Unternehmen“, so Manfred
Hoff, Verwaltungsratsvorsitzender der
IKK Baden-Württemberg und Hessen,
„verfügt über ein sehr solides finanzielles Fundament. Die Synergien durch die
neue IKK ermöglichen eine noch stärkere Serviceorientierung und den Ausbau der Produktpalette. Zusatzbeiträge
werden langfristig verhindert.“
Beide Innungskrankenkassen haben für
2009 ausgeglichene, solide Haushalte
aufgestellt. Erklärtes Ziel der Partner ist
die zügige Umsetzung der Fusion im
kommenden Jahr, um die fachlichen
Ressourcen schnell und effizient zu
bündeln. Einen fusionsbedingten Beschäftigungsabbau soll es nicht geben.
Beide Kassen bekennen sich zu Leistungsvielfalt und hohem Service mit
wohnortnaher Betreuung.
Die zukünftige IKK betreut über 1,5
Millionen Versicherte mit 2.400 Beschäftigten in mehr als 150 Geschäftsstellen in Baden-Württemberg, Hessen
und Sachsen. Das Haushaltsvolumen
der beiden Kassen beträgt im kommenden Jahr insgesamt rund 3 Milliarden
Euro.
Unter den Top Ten
Präsident Joachim Möhrle, Andrea Leichsenring, Jutta Pertl und Hauptgeschäftsführer
Joachim Eisert.
Foto: HWK
tungsfachkraft als Sachbearbeiterin in
der Ausbildungsabteilung der Handwerkskammer Reutlingen, bereitet Zwischen- und Gesellenprüfungen vor und
lädt zu den Prüfungen ein. Zugleich ist
sie die richtige Ansprechpartnerin,
wenn wichtige Nachweise einmal verloren gehen sollten. Dann erstellt sie so
genannte Zweitausfertigungen von Gesellenbriefen und Zeugnissen. Darüber
hinaus stellt Pertl Rentenbescheinigungen für Ausbildungszeiten aus und bearbeitet verschiedene Verwaltungsaufgaben, wie beispielsweise Anträge zur
Verkürzung der Lehrzeit oder zur Freistellung von Teilprüfungen.
Lackierte Stühle
Schlather Orthopädietechnik gewinnt Marketingpreis
Schlather Orthopädietechnik in Balingen darf sich zu den zehn besten
Fachgeschäften der Kategorie Rehafachhandel zählen.
Die beiden Geschäftsführer Renate
Egermann und Jochen Decker nahmen
in Hamburg die Branchenauszeichnung
Leonardo Award für herausragende
Leistungen in den Bereichen Sortimentsgestaltung, Warenpräsentation,
Servicefreundlichkeit und Personal entgegen.
Erstmalig wurden in diesem Jahr auch
Marketing- und PR-Aktionen ausge-
zeichnet. Den so genannten Innovationspreis 2008 sicherte sich ebenfalls
das Unternehmen mit einem Werbespot für den Spezialbereich „Orthopädietechnik für Kids“. Der Spot wurde in
den Kinos der Region gezeigt.
Schlather Orthopädietechnik beschäftigt 35 Mitarbeiter an den Standorten
Balingen, Hechingen und Horb. Der
großzügige Neubau im Balinger Gewerbegebiet Hauptwasen stellt dem Sanitätshaus und den Abteilungen Rehaund Orthopädietechnik 1700 m2 Verkaufsfläche zur Verfügung.
Bognar GmbH in Balingen feiert 25-jähriges Bestehen
Das Licht spiegelt sich in der Lehne des
Stuhles. Der Sitz fasst sich glatt und angenehm an – vielleicht kommt das Sitzmöbel ja aus der Lackiererei Bognar in
Balingen. Seit 25 Jahren ist das im Gewerbegebiet „Hinter Stocken“ ansässige
Familienunternehmen spezialisiert auf
Oberflächenbehandlungen. Gegründet
hat den Betrieb, der heute vier getrennte Spritzereien nebst einer Leistenspritzanlage umfasst, Johann Bognar
sen. Seit nunmehr 13 Jahren wird die
Firma mit insgesamt sieben Beschäftigten von den Kindern des Gründers ge-
führt. Am 1. Januar 1995 änderten sich
die Namen der Geschäftsführer. Diese
sind heuer im Jubiläumsjahr Hans Bognar, Helena Hübner und Gabriela
Schauer.
Das Hauptgeschäft macht heute das Lackieren von Stühlen für die Möbelindustrie aus. Aber auch die Oberflächenbehandlung von PUR-Hartschaum,
Metallen, von Kunststoffen oder Holz
aller Art ist in dem Balinger Familienbetrieb möglich. Lack drauf und fertig?
Das Team von Bognar setzt auf handwerkliches Geschick und Wissen. Dazu
gehört auch, dass jedes Teil noch einmal
von Hand nachgeschliffen wird, ehe es
das Werk verlässt. Und auch Omas uralter Bauernschrank wäre bei Bognars in
guten Händen: Die Fachleute laugen ab,
schleifen, polieren und lasieren auch
Einzelstücke und wertvolle Möbel. Das
passt übrigens auch zum Motto des
Unternehmens: „Immer flexibel bleiben!“ Flexibel genug auch für die modernen Anforderungen an das eigene
Metier: Die Nutzung von umweltfreundlichen Wasserlacken ist für das
Balinger Team selbstverständlich.
Jochen Decker, Renate Egermann und Patrick Straubinger freuen sich über die
Auszeichnung.
Foto: Schlather
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
über 100 Prozent
10,9
10,3
81 bis 100 Prozent
41,8
31,0
61 bis 80 Prozent
12,9
bis 60 Prozent
12,1
4/2007
35,2
4/2008
45,8
Auslastung der Betriebe
im Kammerbezirk
Von Neuprofilierung der Werkrealschule
bleibt im neuen Konzept wenig übrig.
Handwerkstag ist in Sorge.
Seite 13
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN 11
Ausg. 3 | 6.Februar 2009 | 61. Jahrgang
HANDWERK IN ZAHLEN
Baden-Württemberg
Wider die Unkultur der
grenzenlosen Unterhaltung
THEMEN
Konjunktur
Pessimismus ist fehl am Platz. Die meisten
Betriebe beurteilen ihre Lage positiv . . 12
Workshops
Praktisches Know-how zur elektronischen
Vergabe vermitteln . . . . . . . . . . . . . . . 12
SWR-Intendant Peter Boudgoust beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammern
Bebauungspläne
Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Stadt Bad Saulgau
Der Gemeinderat der Stadt Bad Saulgau hat
am 18. Dezember 2008 in öffentlicher Sitzung beschlossen, den Bebauungsplan
„Ziegeleschle“ in Bad Saulgau zu ändern.
Der Plan wird öffentlich bis zum 16. Februar 2009 im Rathaus ausgelegt.
Tarifrechtsexperten
online finden
Stadt Albstadt
Neue Datenbank
Arbeitsrecht und Tarifrecht gehören zusammen. Von Gewerk zu Gewerk können aber ganz unterschiedliche Regelungen gelten. Aus diesem Grund haben
die baden-württembergischen Handwerksorganisationen die ausführliche
arbeits- und tarifrechtliche Beratung
bei den Innungen und Fachverbänden
angesiedelt.
Der Baden-Württembergische Handwerkstag hat eine Datenbank aufgebaut, die kostenlos über das Internet genutzt werden kann. Der Service erlaubt
die selbstständige Recherche der jeweiligen Zuständigkeiten nach Gewerk und
Landkreis.
Die Beratungsangebote der Innungen
und Fachverbände richten sich an Mitglieder. Wer keiner Innung angehört
und auch keine Probemitgliedschaft
eingehen möchte, dem bleibt nur der
Weg zum Anwalt.
Der Handwerkstag plant aus diesem
Grund, ein Anwaltsnetzwerk aufzubauen. Dort, wo Innungen und Fachverbände keine eigenen Angebote machen,
wird bereits auf qualifizierte Rechtsanwälte verwiesen.
www.handwerk-bw.de/tarifrechtsberatung.html
Verbindliche
Zollauskünfte
Zuständigkeiten neu geregelt
Wenn Unternehmen Waren in die Europäische Union einführen wollen, fallen
unter anderem Zoll und Einfuhrumsatzsteuer an.
Bei der Ein- und Ausfuhr von Waren ist
die Einreihung (auch Tarifierung genannt) in den Zolltarif der Gemeinschaft (kombinierte Nomenklatur) erforderlich.
Zum 1. Januar 2009 wurden die Zuständigkeiten für die Erteilung von Zolltarifauskünften neu geregelt. Verbindliche
Auskünfte erteilt auf Antrag das Hauptzollamt Hannover.
Unverbindliche Zolltarifauskünfte für
Umsatzsteuerzwecke können bei den
Bildungs- und Wissenschaftszentren
der Bundesfinanzverwaltung beantragt
werden. Welche der sechs Dienststellen
für welche Warenkapitel zuständig
ist, darüber informiert der Zoll auf
seinen Internetseiten. Adressen, Warenkapitel und Antragsformulare unter
www.zoll.de/a0_aktuelles/azr_zolltarifauskunft/index.html.
Fragen zu Einfuhr- und Ausfuhrbestimmungen?
Wenden Sie sich an die Exportberatungsstelle
Handwerk International, Tel. 0711/1657-227, E-Mail:
[email protected]
Impressum
Der Gemeinderat der Stadt Albstadt hat am
11. Dezember 2008 in öffentlicher Sitzung
beschlossen, den Bebauungsplan „Gymnasiumstraße“, Albstadt-Ebingen, öffentlich
auszulegen.
Der Plan wird öffentlich bis zum 12. Februar 2009 im Technischen Rathaus Albstadt
in 72461 Albstadt-Tailfingen, Am Markt 2,
Stadtplanungsamt ausgelegt.
„Wir lassen uns
nicht entmutigen“
Möhrle zeigt sich zuversichtlich
Rund 500 Gäste waren der Einladung in die Friedrich-List-Halle gefolgt.
Nein, Rettungsschirme und Konjunkturpakete
braucht der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht. Die
Sender finanzieren sich über Gebühren und erzielten
im vergangenen Jahr sogar Überschüsse. Das sei auch
gut so, findet Peter Boudgoust, Intendant des Südwestrundfunks und ARD-Vorsitzender, mit Blick auf
den Ausbau des Medienangebots im Internet. Sein
Credo lautet: „Digitalisierung braucht Vielfalt.“
Wer darf was im Internet? Über diese Frage streiten
zurzeit Zeitungsverlage und öffentlich-rechtliche
Rundfunkanstalten. Die gebührenfinanzierten Sender
wollen selbstständig entscheiden, welche Sendungen
online empfangen werden können, den Privaten wären weniger Freiheiten lieber, um sich selbst mehr
Marktanteile zu sichern. Auch die Politik ist mit im
Spiel: Während ARD und ZDF auf nationaler Ebene
per Rundfunkänderungsstaatsvertrag den Auftrag erhalten haben, die Internetuser mit Informationen, Bildung und Unterhaltung zu versorgen, stellt die Europäische Kommission diesen Expansionsdrang in Frage und setzt auf die private Konkurrenz.
Natürlich fürchtet sich Peter Boudgoust nicht vor
mehr Wettbewerb, Verbote will er aber nicht akzeptieren. „Was nicht geht, ist, den Öffentlich-Rechtlichen
ihre Onlineangebote verbieten zu wollen“, stellte er
fest. Der SWR-Chef erinnerte daran, dass ARD & Co.
auch im vergleichsweise neuen Medium Internet
schon zu den alten Hasen unter den Programmmachern gehören. Deutschlands wichtigste Nachrichtensendung, die Tagesschau, sei bereits seit 13 Jahren
online. „Und jetzt wird geprüft, ob das auch wirklich
sein darf.“
„Journalismus ist keine Ware“
Vor den rund 500 Gästen aus Wirtschaft, Politik und
Verwaltung, die zum Neujahrsempfang der Handwerkskammer Reutlingen und der Industrie- und
Handelskammer in die Friedrich-List-Halle nach
Reutlingen gekommen waren, verteidigte Boudgoust
das öffentlich-rechtliche System als Garant für die
qualitätvolle Grundversorgung und ausgewogene Berichterstattung in der Informationsgesellschaft. Und
Fotos: Bouß
Wirtschaft trifft Medien: Valdo Lehari jr., Präsident des Europäischen Zeitungsverlegerverbandes, Eberhard Reiff, IHKPräsident, SWR-Intendant Peter Boudgoust und Joachim Möhrle, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen.
daran dürfe sich in den Zeiten der Digitalisierung, in
denen bisher strikt getrennte Medien zusammengeführt werden können, nichts ändern, sagte der 54-jährige Jurist.
Angesichts der anhaltenden Popularität neuer Unterhaltungsformate warnte Boudgoust, eine Entwicklung
anzutreiben, „wo sich immer mehr Menschen dafür
interessieren, wer gerade zum Depp des Tages gekürt
wird oder sich im australischen Dschungel zu einem
solchen macht“. Statt einer „Unkultur der totalen und
grenzenlosen Unterhaltung“ sei vielmehr erforderlich, über Themen und Positionen in einer komplexen
Welt differenziert zu informieren. Diese Vermittlung,
so Boudgoust, sei für private Medienanbieter kein vordringliches Geschäftsinteresse, bei den ÖffentlichRechtlichen handele es sich um den essentiellen Auftrag.
Vielfalt sei gefragt, meinte Boudgoust, wohl wissend,
dass in diesem Punkt kaum einer gegen ARD & Co. bestehen kann. Zu groß erscheint der Vorsprung der
Hörfunk- und Fernsehprogramme, zu umfassend das
Angebot von ARD & Co., das aus Regionalprogram-
men, Landessendern und Kooperationen wie 3sat,
Phoenix und Arte besteht. Und diese Vielfalt müsse
auch im Internet gewahrt bleiben. „Das Publikum, das
uns mit Gebühren finanziert, sucht uns im Netz“,
weiß der SWR-Intendant. Gegen den Vorwurf der
kommerziellen Konkurrenz, die öffentlich-rechtlichen Anstalten könnten beliebig an der Gebührenschraube drehen und so ihre Internetaktivitäten finanzieren, verwahrte sich Boudgoust. Wie in anderen
Unternehmen müsse das Geld an anderer Stelle eingespart oder erwirtschaftet werden.
„Guter Journalismus und die Information, die er bietet, ist keine Ware, die durch Verknappung an Wert gewinnt“, fasst der SWR-Chef zusammen. Eine Position,
der sich vielleicht auch die anwesenden Medienunternehmer, darunter Elisabeth Frate, Verlegerin des
Schwäbischen Tagblattes, und Valdo Lehari jr., Verleger des Reutlinger General-Anzeigers und zugleich
Präsident des Europäischen Zeitungsverlegerverbandes, anschließen können. Die nächste Runde in der
Auseinandersetzung um die Medienmärkte der Zukunft wird nicht lange auf sich warten lassen.
L-Bank fördert 830 Unternehmen aus
dem Handwerkskammerbezirk
Investitionen von mehr als 353,5 Mio. Euro angeregt
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Die L-Bank hat im Jahr 2008 insgesamt 830 Unternehmen aller Branchen aus dem Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen mit mehr als 227 Mio. Euro gefördert. Insgesamt wurden so Investitionen von mehr als
353,5 Mio. Euro angeregt. 1.050 neue Arbeitsplätze
werden dadurch geschaffen. Unter den geförderten
Unternehmen sind rund 330 Existenzgründer. Sie erhielten Darlehen von mehr als 43,5 Mio. Euro. An 504
etablierte mittelständische Unternehmen wurden
Fördermittel in Höhe von mehr als 183,5 Mio. Euro
ausgezahlt. Die Finanzierungsangebote der L-Bank
richten sich an Existenzgründer, Übernehmer und
etablierte Unternehmen. Gemeinsam mit den Wirtschaftskammern bietet die L-Bank in der Kammer
Finanzierungssprechtage an. Die Fachleute der Bank
beraten hier zu allen Fragen der Finanzierung.
Termine und Anmeldungen bei der Handwerkskammer Reutlingen,
Gerda Hagl unter Tel. 07121/2412-141
Kaum hat das Jahr begonnen, ist für so
manchen Experten ausgemacht, dass
2009 ein Jahr der Krisen sein wird. Joachim Möhrle ist skeptisch, was die Qualität solcher Prognosen angeht. Dabei
ließ der Präsident der Handwerkskammer Reutlingen beim Neujahrsempfang
der Wirtschaftskammern keinen Zweifel
daran, was er von den staatlichen Hilfen
hält, nach denen Banken und große
Unternehmen derzeit rufen. Er erinnerte an das Beispiel des Baukonzerns
Holzmann, der im Rahmen einer medialen Inszenierung zunächst durch die
Politik gerettet wurde und wenig später
Insolvenz anmelden musste. „Damals
gingen auch mehrere hundert mittelständische Bauunternehmen in Konkurs, ohne dass das zu Konsequenzen
bei den politisch Verantwortlichen geführt hätte,“ sagte Möhrle.
Er gehe davon aus, dass der Abschwung
für das Handwerk weitaus moderater
ausfallen werde als befürchtet, denn der
Großteil der Betriebe sei weitgehend
unabhängig von ausländischer Nachfrage. Vor allem aber, so Möhrle, besitze
das Handwerk mit seinen Unternehmen und Mitarbeitern eine wichtige Fähigkeit, um in Krisenzeiten zu bestehen:
„Wir können flexibel reagieren.“
Anerkennung gab es für die Konjunkturprogramme von Bund und Land, die
vor allem der Bauwirtschaft Aufträge
bringen werden. Das Handwerk profitiere von der verbesserten Förderung
der energetischen Modernisierung und
dem verdoppelten Steuerbonus. Dennoch seien weitere Initiativen notwendig. Möhrle sprach sich für den reduzierten Mehrwertsteuersatz auf arbeitsintensive Dienstleistungen oder ein befristetes Aussetzen der letzten Mehrwertsteuererhöhung aus. Zudem sei eine rasche Reform der Kfz-Steuer notwendig: „Wir brauchen ein abgasorientiertes System, das Sicherheit bei allen
Kaufentscheidungen gibt.“
IHK-Präsident Eberhard Reiff nannte
zwei Zielvorgaben für weitere Maßnahmen: „Erstens: Investitionen in Infrastruktur. Zweitens: Entlastung der Bürger.“ Mit dem Bau des Scheibengipfeltunnels und der Sanierung der Hochschulgebäude führte er zwei Projekte
an, die ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Allerdings bestehe in der Region Neckar-Alb erheblicher Nachholbedarf bei Verkehrsprojekten und beim
Hochschulbau. Aktuell soll das Land
aus dem Konjunkturpaket 136 Millionen Euro zusätzlich für Verkehrsprojekte erhalten.
Deutsche Handwerks Zeitung
12 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Deutscher
Arbeitsschutzpreis
Engagement wird prämiert
Das Bundesministerium für Arbeit und
Soziales (BMAS), der Länderausschuss
für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) und die Deutsche Gesetzliche
Unfallversicherung (DGUV) haben gemeinsam den Wettbewerb zum Deutschen Arbeitsschutzpreis 2009 ausgerufen. Die Wettbewerbspartner prämieren
Unternehmen, die sich durch innovative Produkte oder Prozesse in besonderer Weise für Gesundheit und Sicherheit
am Arbeitsplatz engagieren. Der Wettbewerb ist mit Preisgeldern in Höhe von
insgesamt 40.000 Euro dotiert.
Bis zum 28. Februar 2009 können sich
Unternehmen aller Größen, Branchen
und Rechtsformen sowie Einzelpersonen um den Arbeitsschutzpreis bewerben. Eine Jury, besetzt mit fachkundigen Juroren aus Wirtschaft, Politik und
Verbänden, bewertet die eingehenden
Beiträge anhand von Kriterien wie Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit, Innovation
und Übertragbarkeit in den betrieblichen Alltag. Die besten Konzepte und
Ideen werden auf dem europaweit
größten Fachkongress für Arbeitsschutz
und Arbeitsmedizin mit angeschlossener Fachmesse, der A+A 2009, im November 2009 in Düsseldorf prämiert.
Mehr Informationen zum Wettbewerb:
www.dguv.de/arbeitsschutzpreis
Irreführende
Information
In hohem Maße bedenklich
Die BKK, IKK, Knappschaft und der Verband der Ersatzkassen fordern, dass die
Leistungsverweigerung und irreführende Information an Patienten durch
Gastroenterologen, die sich mit der
Diagnostik, Therapie und Prävention
von Erkrankungen des Magen-DarmTrakts befassen, sofort beendet wird.
Das augenblickliche Verhalten der Gastroenterologen in Baden-Württemberg
sei in hohem Maße bedenklich und gefährde massiv die Versorgung der Versicherten, heißt es in einer Pressemitteilung der Krankenkassen.
So sei es nicht hinnehmbar, dass
niedergelassene Ärzte sowohl mit Flugblättern als auch mit lancierten Falschinformationen in den Medien die Behauptung aufstellen, die Honorierung
durch unsere Kassen sei nicht ausreichend und bestimmte Leistungen
könnten daher nur noch als Selbstzahlerleistung gegen Privatrechnung erbracht werden. Dies entspreche nicht
der Wahrheit und verunsichere lediglich
den Versicherten, heißt es weiter.
Die Gastroenterologen dürfen einem Patienten die Behandlung nicht verweigern. In ähnlich gelagerten Fällen hatten
bereits Sozialgerichte entschieden, dass
bei einer Sachleistungsverweigerung
durch Vertragsärzte ein Schadensersatzanspruch gegen die betreffende Kassenärztliche Vereinigung besteht.
Versicherte und Patienten dürften nicht
zum Spielball bestimmter Facharztgruppen und ihrer Verbände werden. Sollten
die betroffenen Ärzte Versicherte nicht
behandeln, würde nach erfolgter intensiver Prüfung ein Antrag auf Entzug der
Zulassung gestellt. Die KV Baden-Württemberg müsse gegenüber den betroffenen Gastroenterologen umgehend darauf hinwirken, dass dieses vertragswidrige Verhalten sofort eingestellt wird und
dieVersorgung derVersicherten vertragsgemäß erfolgt. Versicherte, die von Leistungsverweigerung direkt betroffen sind,
sollten sich umgehend mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen, so die
Empfehlung der Kassen.
Fragen oder
Probleme?
Nutzen Sie die
Dienstleistungen
Ihrer Handwerkskammer
Ausg. 3 | 6.Februar 2009 | 61. Jahrgang
Pessimismus ist fehl am Platz
Die meisten Betriebe beurteilen ihre Lage positiv, rechnen aber mit weniger Aufträgen
Die Handwerker im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen haben den
wirtschaftlichen Abschwung des vierten
Quartals 2008 vergleichsweise gut überstanden. Zwar sind deutlich weniger Betriebe als im Vorjahr mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Aber nach wie vor
überwiegen die positiven Einschätzungen. Anders sieht es bei den Erwartungen aus. Mehr als die Hälfte der Handwerker rechnet mit weniger Aufträgen.
Nach einer repräsentativen Umfrage in
den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und
Zollernalb konnte noch rund jeder fünfte Handwerksbetrieb (18 Prozent) steigende Auftragszahlen verbuchen. Im
Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch
bei 27,2 Prozent. Gleichzeitig ist die
Zahl der Betriebe, die weniger Aufträge
erhielten, von 26,3 auf 35,9 Prozent gestiegen.
Die Aussichten werden zunehmend
pessimistischer beurteilt. Nur noch
knapp jeder zehnte Betrieb (11,5 Prozent) erwartet ein Auftragsplus, mehr
als jeder zweite (52,1) geht von einem
Rückgang aus. Mit stabilen Verhältnissen rechnen 36,4 Prozent. Ganz anders
die Erwartungen vor einem Jahr. Damals ging die Mehrheit der Befragten
(51,7 Prozent) von einer stabilen Auftragslage aus, rund ein Fünftel (19,5
Prozent) rechnete mit mehr Aufträgen.
Der Konjunkturindikator der Handwerkskammer Reutlingen, der sowohl
die aktuelle Geschäftslage als auch die
Erwartungen der Betriebe ausweist,
sank im vierten Quartal 2008 auf +9,4
Punkte. Im vorigen Quartal lag dieser
Wert bei +16 Punkten, im Vorjahr noch
bei +21,7 Punkten.
„Der Abschwung ist leider auch im
Handwerk angekommen“, fasst Joachim Möhrle die aktuellen Umfrageergebnisse zusammen. Der Präsident der
Handwerkskammer Reutlingen sieht
allerdings keinen Anlass, in Pessimismus zu verfallen. Die überwiegende
Zahl der Handwerksbetriebe sei relativ
unabhängig von außenwirtschaftlichen
Einflüssen und werde vielmehr von der
lokalen und regionalen Nachfrage getragen. „Diese Nachfrage, sehen wir von
den unteren Einkommensbereichen
einmal ab, ist nach wie vor da“, betont
Möhrle. Weitere Impulse erhofft sich
das Handwerk von den Konjunkturprogrammen des Bundes. „Unsere Ausbauhandwerker werden vom erweiterten
Steuerbonus und den besseren Fördermöglichkeiten bei der energetischen
Modernisierung profitieren“, sagt
Möhrle. Allerdings seien weitere Maßnahmen notwendig. Dazu gehöre beispielsweise eine grundlegende Reform
der Kfz-Steuer. „Wir brauchen ein zukunftsfähiges abgasorientiertes System“, fordert Kammerpräsident Möhrle
mit Blick auf die schlechten Zahlen im
Neuwagengeschäft.
Große Branchenunterschiede
Verbesserungen, aber auch herbe Abstürze – Lage und Erwartungen fallen in
den verschiedenen Branchen vollkommen unterschiedlich aus. In drei Handwerksgruppen zeigt das Konjunkturbarometer nach oben. Das Bauhauptgewerbe meldet eine positive Geschäftslage und geht mit viel Optimismus in das
Jahr 2009. Der Konjunkturindikator, im
Vorjahresquartal noch deutlich im ne-
gativen Bereich (–20,7), liegt nun bei
+23,3. Etwas dahinter liegen die Nahrungsmittelhandwerker. Eine gute aktuelle Lage und leicht positive Erwartungen lassen den Indikator auf +15,2
steigen (Vorjahr: –1,8). Dritte Branche
im Bunde ist das Gesundheitshandwerk. Allerdings finden hier die Verbesserungen auf sehr niedrigen Niveau
statt. Der Konjunkturindikator dieser
von Gesundheitsreformen geschüttelten Branche bleibt mit –26,2 nach
wie vor klar im negativen Bereich (Vorjahr: –4,5).
Von der wirtschaftlichen Abkühlung
voll erwischt wurden die Handwerker,
die für den gewerblichen Bedarf produzieren. Die Maschinenbauer und Ausrüster hatten über lange Zeit den Spitzenplatz im Branchenvergleich eingenommen. Zuletzt wurde die Geschäftslage nur noch von wenigen Betrieben
positiv eingeschätzt (+4,2 nach +45,8 im
Vorjahr), die Erwartungen liegen bereits
im negativen Bereich (–8,9 nach +55,3
im Vorjahr). Damit rutscht der Konjunkturindikator für diese Branche auf –2,5
(Vorjahr: +50,5).
Was die nächsten Monate angeht, überwiegt im Kfz-Handwerk mittlerweile der
Pessimismus. Die Erwartungen der
Autohändler und Werkstätten sind negativ (–3,3; Vorjahr: +15,2), die aktuelle
Lage wird neutral bewertet (0,0; Vorjahr:
+15,2). Dies könnte sich durch die geplante Abwrackprämie, mit der die
Bundesregierung den Neuwagenabsatz
ankurbeln will, ändern. Das Interesse
der Verbraucher scheint jedenfalls vorhanden zu sein. Die Autohändler registrierten in den vergangenen Tagen eine
wachsende Zahl von Anfragen.
Praktisches Know-how vermitteln
Handwerkskammer startet Simulationsworkshops zur elektronischen Vergabe
Im Januar verbrachten 30 Straßenbauer
einen Nachmittag vor dem Laptop,
suchten im Internet nach Ausschreibungen und gaben fiktive Angebote ab.
Der Simulationsworkshop in der Handwerkskammer Reutlingen gab den
Handwerkern die Gelegenheit, sich unter fachkundiger Anleitung in die
elektronische Vergabe einzuarbeiten.
Adolf Jetter freute sich über die positive
Resonanz. Der Technologieexperte der
Handwerkskammer Reutlingen will
kleinen Unternehmen den Einstieg in
die elektronische Vergabe erleichtern.
„Wir vermitteln Know-how, das die
Betriebe in naher Zukunft brauchen“,
fasste er das Konzept zusammen.
Portal Vergabe24
Die Zeit drängt. Nach dem Willen der
Europäischen Union sollen bis 2010 öffentliche Aufträge nur noch auf elektronischem Weg vergeben werden. In Baden-Württemberg wurde im November
vergangenen Jahres das Portal Vergabe24 vorgestellt, über das künftig alle
Ausschreibungen des Landes – und
wohl auch vieler Kommunen – laufen
Schritt für Schritt: Workshopteilnehmer
machen sich mit dem Internetportal vertraut.
Foto: Steinort
werden. Wie es in der Praxis funktioniert, davon konnten sich die Teilnehmer ein Bild machen. Katja Kurtzemann
und Ivana Connert vom StaatsanzeigerVerlag stellten die Plattform Vergabe24,
den Leistungsumfang und einzelne Anwendungen vor.
Nach ihrer Präsentation waren die
Handwerker an der Reihe, ein Vergabeprojekt abzuwickeln. Die Straßenbauer
recherchierten in Zweiergruppen, wähl-
ten Ausschreibungen aus und arbeiteten sich bis zur Abgabe ihres Angebotes
vor. Natürlich wurden auch Fragen zur
elektronischen Signatur, ohne die keine
Angebote abgegeben werden können,
behandelt. Wenn Probleme auftauchten, standen die Expertinnen des
Staatsanzeiger-Verlags mit Rat und Tat
zur Seite.
Mit den Simulationsworkshops beginnt
eine zweite Veranstaltungsreihe der
Handwerkskammer Reutlingen und ihrer Partner zur elektronischen Vergabe.
An den im Herbst 2008 durchgeführten
Infoabenden „Basiswissen E-Vergabe“
hatten rund 500 Handwerker teilgenommen.
Die von der Handwerkskammer Reutlingen, Kreishandwerkerschaft und
Straßenbauinnung Reutlingen, dem
BMWi-Projekt Maremba und dem
Staatsanzeiger-Verlag durchgeführte
Veranstaltung war zugleich der Auftakt
für eine Reihe von Workshops im Kammerbezirk, die in den nächsten Wochen
stattfinden werden.
Information und Anmeldung bei Adolf Jetter, Abteilungsleiter Technologie, Telefon 07121/2412-142,
E-Mail: [email protected]
Personal systematisch entwickeln
Land startet Coachingprogramm für kleine Unternehmen
Mal fehlt es an der Zeit, mal am Problembewusstsein, mal sind die Verantwortlichen überfordert – kleine Unternehmen tun sich schwer mit systematischer Personalentwicklung. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg will dies ändern und hat ein Förderprogramm aufgelegt: Externe Berater sollen bei der Entwicklung passgenauer Konzepte helfen und die Umsetzung begleiten.
Das Programm formuliert zwei Förderschwerpunkte, die sich an unterschiedliche Gruppen von Unternehmen richten. Während in kleinen Unternehmen
mit bis zu 20 Beschäftigten vor allem
Grundlagenarbeit geleistet werden
soll, stehen in der Gruppe der mittleren Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten Konzepte und Instrumente
für An- und Ungelernte, über 50-Jährige
sowie Wiedereinsteigerinnen und
Wiedereinsteiger im Mittelpunkt. Zugleich soll ein Anstoß gegeben werden,
Beschäftigte mit Migrationshintergrund
in die Personalentwicklung einzubeziehen.
Im Rahmen eines Coachings sollen externe Fachleute zusammen mit den verantwortlichen Personen im Unterneh-
men eine tragfähige Konzeption zur
Personalentwicklung erarbeiten und
den Einführungs- und Umsetzungsprozess begleiten. Der Zuschuss beträgt 50
Prozent der Beratungskosten auf Tagewerkbasis, jedoch maximal 400 Euro
pro Tagewerk. Der maximale Zuschuss
liegt bei 8.000 Euro (20 Tagewerke à 400
Euro).
Das Programm wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert.
Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer Reutlingen ist Sylvia Weinhold, Telefon 07121/2412-133,
E-Mail: [email protected];
www.esf-bw.de
Neue Berufsgenossenschaft
Energie Textil Elektro
Kräfte bündeln – Fusion zum 1. April 2009
Die Berufsgenossenschaft der Gas-,
Fernwärme- und Wasserwirtschaft
(BGFW) und die Berufsgenossenschaft
Elektro Textil Feinmechanik (BG ETF)
fusionieren zum 1. April 2009. Das haben die Vertreterversammlungen beider
Berufsgenossenschaften auf ihren Sitzungen beschlossen.
Die neue Berufsgenossenschaft werde
den Namen „BG Energie Textil Elektro“
(BG ETE) tragen und für 150.000 Betriebe mit mehr als 2,7 Millionen Versicherten zuständig sein.
„Beide Berufsgenossenschaften überschnitten sich bei der Betreuung von
Versorgungsunternehmen. Durch den
Zusammenschluss werden die Kräfte
gebündelt, was vor allem der Unfallverhütung zugute kommt“, erklärte Axel
Apsel, Hauptgeschäftsführer der BGFW.
Die Betriebe sollen in Präventionsfragen auch künftig branchenbezogen
durch den Präventionsaußendienst be-
raten werden. Eine große, breit aufgestellte und zugleich ihren Wirtschaftszweigen verpflichtete Berufsgenossenschaft sei ein Garant für stabile Beiträge,
heißt es in einer Pressemitteilung.
„Es ist unser wichtigstes Anliegen, die
Reform der gesetzlichen Unfallversicherung aktiv, aus eigener Kraft zu gestalten. Auch mit diesem Zusammenschluss belegen wir, dass die Unfallversicherung gut für die Zukunft aufgestellt
ist“, unterstrich Olaf Petermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der BG
ETF, die Bedeutung der Fusion. Das
kürzlich in Kraft getretene Gesetz zur
Modernisierung der Unfallversicherung
(UVMG) sieht vor, die Zahl der gewerblichen Berufsgenossenschaften bis Ende 2009 auf neun Träger zu reduzieren.
Erst zu Beginn dieses Jahres war die BG
ETF aus der Fusion der BG Feinmechanik und Elektrotechnik und der Textilund Bekleidungs-BG entstanden.
Wenn junge Fachkräfte noch
zum Bund müssen
Zurückstellung vom Wehr- und Zivildienst frühzeitig beantragen
„So lange wie nötig, aber so kurz wie
möglich“, so lautet die Devise der
Bundeswehr zur allgemeinen Wehrpflicht. Allerdings können die neun Monate, die Grundwehrdienst und Zivildienst dauern, schon so manchen Betrieb vor echte Herausforderungen
stellen.
Wenn der Mitarbeiter eigentlich unverzichtbar ist, verzichtet der Bund unter
Umständen auf die Einberufung.
Demnach kann ein Wehrpflichtiger auf
Antrag zurückgestellt werden, wenn er
für die Erhaltung oder Fortführung
des elterlichen Betriebes oder des
Betriebes seines Arbeitgebers oder für
die ordnungsgemäße Aufgabenerfüllung seiner Dienstbehörde unentbehrlich ist.
Der Antrag muss von den Eltern oder
dem Arbeitgeber gestellt werden und
bedarf der Zustimmung des Wehrpflichtigen. Ist der Wehrpflichtige nicht angestellt, sondern bereits selbstständig tätig, stellt und begründet er den Antrag
in eigener Sache. Ob angestellt oder
selbstständig – alle Antragsteller profitieren sofort davon, dass die Einberufung bis zur Entscheidung über den Antrag ausgesetzt wird. Das Kreiswehrersatzamt prüft, ob eine besondere Härte
vorliegt.
Das Wehrrechtsänderungsgesetz 2008
brachte außerdem eine wichtige Neuerung: Die Zurückstellung wird nicht
mehr als behördeninternes Verfahren
behandelt, sondern mündet in einem
Verwaltungsakt, gegen den Widerspruch eingelegt oder der Rechtsweg
beschritten werden kann.
Allerdings bleibt es dabei: Zurückstellungen sind in der Regel befristet. Die
Einberufung ist aufgeschoben und
kann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Deshalb empfiehlt es sich, möglichst früh zu planen.
www.kreiswehrersatzamt.de
Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer Reutlingen ist Ursula Reichenecker, Telefon 07121/2412151, E-Mail: [email protected]
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Ausbildungsmarkt bleibt stabil
HANDWERK IN ZAHLEN
51,7
Nachhaltiges Wirtschaften
Der Umweltpreis
für Unternehmen
des Landes ging
an die Ummenhofer GmbH in
Ostrach . . . . . . 8
Möhrle lobt hohe Ausbildungsbereitschaft der Handwerksbetriebe
sinken
7
THEMEN
31,1
39,5
stabil
17,1
steigen
8,8
51,8
Umsatzerwartung für das
1. Quartal 2009
2008
Lehrgeld bezahlt, Krise erfolgreich
gemeistert. Bevor das Kind in den Brunnen
fällt, Beratungsdienste nutzen.
Seite 9
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 4 | 20.Februar 2009 | 61. Jahrgang
2009
Baden-Württemberg
Neue Meister
Maurer und Betonbauer legten Meisterprüfung bei der Kammer ab . . . . . . . . . 8
Angaben in Prozent; Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Neue Arbeitnehmer
sofort melden
Machen Sie mit
Regelung betrifft drei Gewerke
Immer mehr Jugendliche gehen online,
um einen Ausbildungsplatz zu suchen.
Nach einer Umfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstages vom
Herbst 2007 werden mittlerweile 25 Prozent der Lehrstellen im Handwerk über
die Lehrstellenbörsen der Kammern besetzt. Mit rund 30 Prozent nimmt die
Handwerkskammer Reutlingen den
Spitzenplatz ein.
Nutzen Sie die Lehrstellen- und Praktikumsbörse, um Schülerinnen und
Schüler zu erreichen. Helfen Sie mit,
diese Angebote aktuell zu halten. Sie
können freie Plätze jederzeit eintragen
und bereits besetzte Stellen löschen unter www.hwk-reutlingen.de/lehrstellenboerse.html.
Zum 1. Januar 2009 wurde die Pflicht
zur Sofortmeldung bei der Rentenversicherung wieder eingeführt. Betroffen
sind Arbeitgeber in Wirtschaftsbranchen, in denen ein erhöhtes Risiko für
illegale Beschäftigung besteht, wie etwa
das Baugewerbe oder das Gebäudereinigergewerbe.
Die Meldepflicht ist Teil eines Aktionsprogramms, mit dem die Bundesregierung die Schwarzarbeit wirksamer eindämmen will. Im Handwerk fallen das
Baugewerbe, das Gebäudereinigungsgewerbe und die Fleischwirtschaft unter diese Regelung. Bislang mussten Arbeitnehmer in diesen Branchen ihren
Sozialversicherungsausweis mitführen.
Die Sofortmeldung muss spätestens mit
Beschäftigungsbeginn erfolgen. Die
Meldung an die Rentenversicherung
muss Familien- und Vornamen des Beschäftigten enthalten, die Versicherungsnummer des Arbeitnehmers oder
alternativ Geburtsdatum und Anschrift,
die Betriebsnummer und den Tag der
Beschäftigungsaufnahme. Die Meldung
erfolgt auf elektronischem Weg über das
Standardprogramm.
Wer gegen die Pflicht zur Sofortmeldung vorsätzlich oder leichtfertig verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit,
die mit einer Geldbuße von bis zu
25.000 Euro belegt werden kann. Die
Sofortmeldung ersetzt nicht die reguläre Meldung des Arbeitnehmers. Diese
muss mit der ersten Entgeltabrechnung, aber spätestens sechs Wochen
nach Beschäftigungsbeginn bei der
Krankenkasse oder der Minijobzentrale
erfolgen.
Um den Ermittlern die Arbeit auf Baustellen und in Schlachthöfen zu erleichtern, müssen Arbeitnehmer der betroffenen Branchen statt des Sozialversicherungsausweises nun ihren Personalausweis, Pass oder Ausweisersatz mitführen.
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Beschäftigten darauf hinzuweisen. Die
schriftliche Bestätigung, dass dieser
Pflicht nachgekommen wurde, ist von
den Arbeitgebern aufzubewahren.
Weitere Infos finden Sie auf der Homepage der Deutschen Rentenversicherung, www.deutsche-rentenversicherung.de.
Ansprechpartner bei der HWK Reutlingen ist
Hermann Rempfer, Rechtsabteilung, Telefon 07121/
2412-231, E-Mail: [email protected]
Lehrstellen online anbieten
Vor allem in technisch anspruchsvollen Berufen fehlt es immer öfter an geeigneten Bewerbern.
Nach einem guten Start endete das Ausbildungsjahr
2008 im Handwerk mit einem leichten Minus. Die
Handwerkskammer Reutlingen meldet 2272 neu eingetragene Lehrverträge zum 31. Dezember 2008, das
sind 46 weniger als im Vorjahr.
Trotz dieses Rückgangs zeigte sich Kammerpräsident
Joachim Möhrle mit dem Jahresabschluss insgesamt
zufrieden. „Zwar konnten wir die Vorjahreszahlen
nicht erreichen, wir bewegen uns aber weiterhin auf
einem sehr hohen Niveau“, sagte Möhrle. Mit 2272
neuen Ausbildungsverträgen liege man immer noch
deutlich über dem Wert für das Jahr 2006. Damals
wurden 2203 neue Lehrverträge und ein Zuwachs von
5,2 Prozent gegenüber 2005 verzeichnet.
Möhrle geht davon aus, dass der wirtschaftliche Abschwung in den nächsten Monaten auch auf dem Aus-
Foto: Handwerkskammer
bildungsmarkt der Region seine Spuren hinterlassen
wird. Anlass zur Schwarzseherei gebe es im Handwerk
dennoch nicht.
Ausbilden sichert Zukunft
Vielmehr ist Möhrle davon überzeugt, dass sich an der
Ausbildungsbereitschaft der Betriebe auch 2009
nichts ändern wird: „Wer ausbildet, tut vor allem etwas für die eigene Zukunft.“
Sorge bereitet dem Kammerpräsidenten nach wie vor,
dass auch 2008 zahlreiche Ausbildungsplätze nicht
besetzt werden konnten. „Häufig fehlt es den Bewerbern an den notwendigen Voraussetzungen, um eine
qualifizierte Ausbildung zu beginnen“, fasst Möhrle
die Erfahrungen der Betriebe zusammen. Vor allem in
technisch anspruchsvollen Berufen werde es immer
schwieriger, geeignete Bewerber zu finden, so Möhrle.
Für Betriebe wie für Schulabgänger gilt: Das Ausbildungsjahr 2009 hat begonnen. Viele Handwerker haben ihre Ausbildungsplätze bereits in die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Reutlingen eingetragen.
Aktuell sind per Onlinesuche 352 Lehrstellen in 164
Betrieben zu finden, darunter auch Ausbildungsplätze, die erst im Jahr 2010 besetzt werden sollen.
Dieses Angebot wird in den nächsten Tagen weiter
zunehmen. Die Handwerkskammer Reutlingen hat
Ende Januar alle Ausbildungsbetriebe angeschrieben
und darum gebeten, freie Ausbildungsplätze zu melden.
Die Betriebe können ihr Angebot selbstständig und
kostenfrei in die Datenbank eintragen.
Unterstützung in schwierigen Zeiten
Betriebsberater helfen, wenn das Unternehmen in Schieflage geraten ist – und auch schon früher
Die Handwerkskammer Reutlingen will krisengeschüttelten Unternehmen schnell und unkompliziert
helfen. Das Angebot umfasst telefonische Kurzinformationen zu Förderprogrammen, aber auch die langfristige Beratung eines Betriebs. Die Beratungsdienste
der Kammer sind unter der gemeinsamen Nummer
07121/2412-131 erreichbar.
„Die Verunsicherung in den Betrieben ist groß“, beobachtet Sylvia Weinhold. Die Betriebsberaterin der
Handwerkskammer Reutlingen zählt zurzeit deutlich
mehr Anfragen von ratsuchenden Unternehmen als
noch vor wenigen Monaten.
Die Krise mache sich nun auch in der Region bemerkbar. An erster Stelle stünden Sorgen um die Finanzierungsspielräume und die Furcht vor kurzfristigen Auf-
tragseinbrüchen, so Weinhold. Allerdings habe die
Krise viele Facetten.
Im Beratungscenter der Handwerkskammer Reutlingen hat man sich darauf eingestellt. Das Angebot richtet sich vor allem an kleine und mittlere Betriebe, die
unter den Folgen der Finanzmarktkrise leiden und aktuell von Finanzierungsproblemen, Auftragsstornos,
Zahlungsausfällen, Kurzarbeit oder Insolvenz betroffen sind.
Weitere Beratungsschwerpunkte der Kammer sind
Schwachstellenanalyse, Finanzierungscheck oder eine ausführliche Krisenberatung. Unabhängig von der
aktuellen Konjunkturentwicklung gilt: Die Experten
der Handwerkskammer beraten kostenlos.
Es muss nicht immer gleich eine aufwendige und de-
taillierte Beratung sein. Mindestens ebenso wichtig
seien die Lotsendienste der Kammer, betont Weinhold. Sie und ihre Kollegen informieren über Förderprogramme und Hilfen des Bundes und des Landes
und nicht zuletzt auch über die Details des zweiten
Konjunkturpaketes der Bundesregierung. „Wir haben
ein Angebot geschnürt, das Betriebe unterstützt“,
fasst Weinhold zusammen. Selbstverständlich könne
dieses Angebot auch von Betrieben in Anspruch genommen werden, die aktuell keine Probleme haben.
„Wer sich rechtzeitig beraten lässt, beugt Krisen vor“,
ist sich Weinhold sicher.
Die Experten der Handwerkskammer Reutlingen sind telefonisch
erreichbar unter 07121/2412-131 oder per E-Mail: [email protected]
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
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Am 23. April 2009 ist Girls’Day –
Mädchen-Zukunftstag! Unternehmen,
Hochschulen, Forschungszentren und
weitere Einrichtungen öffnen an diesem Tag ihre Türen und ermöglichen
Schülerinnen ab Klasse 5 einen Einblick
in Technik, IT, Handwerk, Ingenieurund Naturwissenschaften und die dazugehörigen Berufe.
Interessierte Unternehmen finden unter www.girls-day.de alle Informationen
über die Initiative, praktische Hilfen zur
Vorbereitung und Kontakte in der Region. Wer sich aktiv beteiligen möchte,
kann dort seinen Beitrag online registrieren. Der Girls’Day ist Deutschlands
größte und vielfältigste Berufsorientierungsinitiative für Mädchen. Unterstützt wird die Aktion von Politik, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden. Der Aktionstag wird zum neunten
Mal durchgeführt.
Und die Jungens? Für die gibt es die Aktion „Neue Wege für Jungs“. Es geht darum, neue Perspektiven in Sachen Berufswahl und Lebensplanung aufzuzeigen, die jenseits der geschlechterstereotypen Muster liegen; also beispielsweise
im Dienstleistungssektor, in sozialen
und pflegerischen Berufen. Damit gibt
der Girls’Day 2009 auch männlichen Jugendlichen die Gelegenheit, solche Berufe einen Tag lang kennen zu lernen.
Unternehmen, die sich an Aktionen für
Jungen beteiligen wollen, finden alle Infos unter www.respekt-jungs.de.
www.girls-day.de, www.respekt-jungs.de
Handwerkskammer auf der Bildungsmesse Binea
Impressum
Girls’Day 2009
Am 6. und 7. Februar 2009 herrschte in der Reutlinger Friedrich-List-Halle dichtes Gedränge. Schüler und die Schulabgänger der kommenden Jahr, junge Erwachsene und
Eltern besuchten die Bildungsmesse Neckar-Alb (Binea), informierten sich über Berufsbilder und Ausbildungswege und nutzten die Gelegenheit, den persönlichen Kontakt zu Ausbildungsbetrieben, Weiterbildungseinrichtungen und Beratern herzustellen. Vorträge zu einzelnen Branchen und Workshops für Bewerber rundeten das vielfältige Programm ab. Nach Angaben der Veranstalter fand die dritte Auflage der Messe mehr als 8000 Besucher.
Mittendrin im Messetrubel der Stand der Handwerkskammer Reutlingen. Viele Jugendliche informierten sich bei den Ausbildungsberatern und Fachleuten der
Bildungsakademie aus erster Hand über die mehr als 100 Ausbildungsberufe des
Handwerks und die attraktiven Weiterbildungsmöglichkeiten. Was es mit moderner
Produktentwicklung und Digital Prototyping auf sich hat, zeigte die Bildungsakademie
Tübingen am Computer. Unser Bild zeigt Ausbildungsberaterin Sabine Pfingsttag, die
das Internetangebot der Kammer rund um das Thema Aus- und Weiterbildung vorstellt.
Foto: Steinort
Ansprechpartnerin bei der HWK Reutlingen ist Sabine
Pfingsttag, Ausbildungsabteilung, Tel. 07121/2412267, E-Mail: [email protected]
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Aber sicher
Deutscher Arbeitsschutzpreis
Arbeitschutz zählt. Der Wettbewerb
Deutscher Arbeitsschutzpreis 2009 will
innovative Ideen und Lösungen, die
sich im betrieblichen Alltag bewährt haben, auszeichnen und zugleich bekannt
machen. Gesucht werden Beispiele, die
zeigen, wie Arbeit sicher, gesund und
motiviertend gestaltet werden kann.
Die Beiträge werden nach ihrer Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit, dem Innovationsgrad, der Umsetzung und der
Übertragbarkeit bewertet. Teilnehmen
können Unternehmen aller Größen,
Branchen und Rechtsformen.
Der Wettbewerb ist eine Initiative des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), des Länderausschusses
für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Die
besten Beiträge werden mit Preisgeldern von insgesamt 40.000 Euro
prämiert. Die Preisverleihung findet am
3. November 2009 in Düsseldorf statt.
Bewerbungen werden bis zum 28. Februar 2009 entgegengenommen.
Alle Infos zum Wettbewerb unter www.dguv.de/arbeitsschutzpreis
Karl Schreyer, 1925–2009
Mit großer Betroffenheit hat die Handwerkskammer Reutlingen vom Tod von
Karl Schreyer erfahren. Schreyer hat mit
Weitblick und großem Engagement ein
wichtiges technologisches Fachgebiet
für das Handwerk und die Industriebetriebe der Region erschlossen. Der Ingenieur legte im April 1966 den Grundstein zum Aufbau des Lehrinstituts für
Elektronik an der Handwerkskammer
Reutlingen, das er in mehr als 20 Jahren
zu einer führenden Weiterbildungseinrichtung entwickelt hat. Die Teilnehmer
konnten am Lehrinstitut einen eignen Berufsabschluss erwerben, die Spezialisierung zum Elektromechaniker, Fachrichtung Elektronik. Das Handwerk und unzählige Lehrgangsteilnehmer haben ihn
als tatkräftigen Impulsgeber und fachkundigen Lehrer kennen und schätzen
gelernt. Als langjähriger Vorsitzender
der Prüfungskommission für die elektrotechnischen Berufe hat er sich bleibende Verdienste erworben.
Unfallursache
Mensch
Information und Prävention
Ausg. 4 | 20.Februar 2009 | 61. Jahrgang
Experten für nachhaltiges
Wirtschaften
Wissen schützen
Sicherheitstag 2009 auf der Neuen Messe Stuttgart
Im Mittelpunkt des Sicherheitstages
2009 am 26. März auf der Neuen Messe
Stuttgart stehen die Themen Wirtschaftskriminalität, Know-how-Schutz
und Krisenmanagement.
Welche Gefährdungen existieren und
wie mittelständische Unternehmen ihnen erfolgreich begegnen können, darüber informieren Praktiker in drei Fachvorträgen.
Veranstalter ist das Sicherheitsforum
Baden-Württemberg. Zu diesem Verbund haben sich 1999 Unternehmen,
Kammern, Verbände, Forschungseinrichtungen und Behörden des Landes
Ummenhofer GmbH aus Ostrach bei Landeswettbewerb erfolgreich
Der „Umweltpreis für Unternehmen“
des Landes ist eine begehrte Auszeichnung. 2008 wurde er bereits zum 13. Mal
vergeben. In der Kategorie Handwerk
erhielt die Ummenhofer GmbH aus
Ostrach eine Anerkennung.
Das im Jahr 2001 gegründete Unternehmen ist in verschiedenen Bereichen tätig: Heizung und Sanitär gehören dazu,
die Bauflaschnerei, eine Badmanufaktur und in wachsendem Umfang Energiekonzepte. Fünf Mitarbeiter werden
beschäftigt.
Nun hat das Unternehmen landesweit
als Vorzeigebetrieb in Sachen Umweltschutz überzeugt. Zum Beispiel im Bereich Gebäudeökologie. Um den Flächenverbrauch zu reduzieren, haben
die Gebrüder Ummenhofer eine alte
Scheune von Grund auf saniert und
nutzen sie nun als Betriebsgebäude.
Der Energiebedarf für die 660 Quadratmeter, die für Werkstätten und Ausstellungsflächen zur Verfügung stehen,
wird zu 100 Prozent aus regenerativen
Energien gedeckt. Für Heizung und
Warmwasser werden Pellets, Stückholz
und Solartechnik eingesetzt. Der Strom
wird aus Wind- und Wasserkraft erzeugt.
Ökologie ist ein Teil der Unternehmensphilosophie. So lehnt die Geschäftsführung Aufträge ab, die konventionelle Ölheizungen beinhalten. Ummenhofer ist
ausschließlich in einem Umkreis von
25 Kilometern tätig. Ebenso regional ist
das Gros der Lieferanten, deren Produk-
Vorzeitige Prüfung rechtzeitig
beantragen
Anträge für Sommertermine 2009 bis zum 1. März stellen
Ausgezeichnete Leistungen im Umweltschutz: Manfred und Bernhard Ummenhofer erhielten beim Festakt im Stuttgarter Neuen Schloss eine Urkunde von Umweltministerin
Tanja Gönner.
Foto: Ummenhofer
te vorrangig verbaut werden. Das
Unternehmen engagiert sich über das
Kerngeschäft hinaus und führt beispielsweise Tage der offenen Tür zu
Umweltthemen durch.
Am Wettbewerb „Umweltpreis für
Unternehmen 2008“ hatten 51 Unternehmen teilgenommen. Das Preisgeld
in Höhe von insgesamt 50.000 Euro verteilte sich auf vier Preisträger und einen
Sonderpreis. Laut Wettbewerbsstatuten
muss das Preisgeld wieder in den Umweltschutz fließen. Projektideen gibt es
bereits: Der Fuhrpark des Unternehmens soll in Kürze auf Pflanzenöl umgestellt werden.
„Vertrauen Sie auf die
eigene Stärke“
Übergabe der Zeugnisse an die neuen Maurer- und Betonbauermeister in der Handwerkskammer
Wenn es darauf ankommt, planen und
konstruieren sie auch Häuser, aber vor
allem sind sie gefragt, wenn es um solides Bauen geht. Zwölf Maurer und Betonbauer haben nun erfolgreich ihre
Meisterprüfung bei der Handwerkskammer Reutlingen abgelegt.
„Maurer und Betonbauer sind wichtige
Leute auf dem Bau“, sagte Norman
Gaisser mit einem Augenzwinkern,
„denn Architekten und Planer können
interessante Konstruktionen entwerfen,
bauen müssen es andere.“ Dass die jungen Handwerksmeister sich eine solide
Grundlage erarbeitet haben, um auch
hohen Anforderungen gerecht zu werden, daran ließen Bauingenieur Gaisser,
Vorsitzender der Meisterprüfungskommission, und die frischgebackenen
Meister keinen Zweifel. Gaisser empfahl
den Jungmeistern denn auch, selbstbewusst an die künftigen Aufgaben zu gehen: „Vertrauen Sie in die eigene
Stärke.“
Die Gesellen haben sich an der Ker-
schensteiner-Schule in Reutlingen auf
ihre Prüfung vorbereitet. Nach zwei Semestern mussten sie sich einer umfassenden Prüfung unterziehen. So wurden die fachtheoretischen Kenntnisse
in Baukonstruktion, Baustoffen und
Bauphysik, Auftragsabwicklung, Betriebsführung und Betriebsorganisation
geprüft. Ergänzend mussten eine Meisterprüfungsarbeit, ein darauf bezogenes Fachgespräch und eine Situationsaufgabe erfolgreich absolviert werden.
Darüber hinaus mussten die Prüflinge
nachweisen, dass sie die berufs- und arbeitspädagogischen sowie die kaufmännischen und rechtlichen Prüfungsbereiche beherrschen.
Die Baubranche bietet den Jungmeistern viele Entwicklungsmöglichkeiten,
sei es als Führungskraft oder als Chef im
eigenen Unternehmen. Wer noch eine
Weile die Schulbank drücken will, kann
dies auch im Hörsaal tun. Seit Sommer
2008 verfügen Handwerksmeister wie
Abiturienten über einen direkten Zu-
gang zu Hochschulen und können direkt im Anschluss an die Meisterprüfung ein einschlägiges Studium aufnehmen.
Die neuen Maurer- und Betonbauermeister
Kai Karrer aus 72074 Tübingen;
Benjamin Hinderer aus 72116 Mössingen;
Marc Baur aus 72184 Eutingen-Rohrdorf;
Tobias Schneider aus 72406 Bisingen;
Markus Buck aus 72584 Hülben;
Pietro Andrisani aus 72764 Reutlingen;
Sven Hoppe aus 72766 Reutlingen;
Boris Kuder aus 73268 Erkenbrechtsweiler;
Frank Rössel aus 72393 Burladingen;
Günter Seilnacht aus 78549 Spaichingen;
Andreas Schlick aus 88630 Pfullendorf;
Marco Graf aus 88630 Pfullendorf-Litzelbach.
Schutzausrüstung vergessen, Sicherheitsregeln außer Acht gelassen, Ladung falsch gesichert – das sind typische Ausgangssituationen für schwere
Unfälle, die alle eine gemeinsame Ursache haben: menschliches Fehlverhalten. Die Berufsgenossenschaft Elektro
Textil Feinmechanik (BG ETF) greift die
häufigsten Unfallursachen im Betrieb in
einem neuen Onlineangebot auf. Die
Lernmodule „Sicher und gesund am
Arbeitsplatz interAKTIV“ sind auf der
Homepage der BG verfügbar, bieten viel
Information und multimediale Übungen. Unter anderem werden die Gefahrbereiche Strom und Straßenverkehr
und wichtige Verhaltensregeln bis hin
zur Ersten Hilfe thematisiert. Im jeweils
15- bis 20-minütigen multimedialen
Übungsteil veranschaulichen Grafiken,
Bilder und Videoclips auch komplexe
Zusammenhänge. Wer will, kann zum
Abschluss sein Wissen prüfen. Jedes
Modul schließt mit einem Fragebogen
ab. Die BG ETF will ihr Angebot in den
kommenden Monaten ausbauen. Geplant sind 40 Module.
www.bgetf.de/praevention
zusammengeschlossen. Ziel ist es, besonders kleine und mittlere Unternehmen für Sicherheitsfragen zu sensibilisieren und so einen Beitrag zum Aufbau
einer betrieblichen Sicherheitskultur zu
leisten.
Der Sicherheitstag 2009 ist eingebettet
in die 15. Fachmesse für Elektrotechnik
und Elektronik „eltefa“, die vom 25. bis
27. März 2009 auf der Neuen Messe
Stuttgart stattfindet. Die Teilnahme ist
für Messebesucher kostenlos.
Anmeldungen an den Landesverband
der Baden-Württembergischen Industrie e.V. (LVI), Fax 0711/32732569.
Wer in der Ausbildung mit guten Leistungen überzeugt, kann Zeit sparen und
früher seinen Abschluss machen. Die
Handwerkskammer Reutlingen weist
darauf hin, dass Lehrlinge, die im Sommer 2009 vorzeitig ihre Gesellenprüfung ablegen wollen, bis zum 1. März einen Antrag stellen müssen.
Den Antrag auf eine vorgezogene Prüfung im Sommer 2009 können alle Auszubildenden stellen, die zwischen dem
1. Oktober 2009 und dem 31. März 2010
ihre Ausbildung beenden würden. Im
besten Fall verkürzt sich die Lehrzeit also um ein Dreivierteljahr.
Vorausgesetzt die Noten stimmen. Um
in den Genuss der Vergünstigung zu
kommen, muss der Notendurchschnitt
mindestens 2,4 betragen. Kopie des
letzten Berufsschulzeugnisses genügt.
Darüber hinaus müssen die vorge-
schriebenen Kurse in der überbetrieblichen Ausbildung besucht worden sein.
Der Ausbildungsbetrieb bestätigt zudem, dass bis zum vorzeitigen Prüfungstermin alle Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden konnten.
Und dann gilt es noch, die Mindestausbildungsdauer zu beachten. Denn die
darf nicht unterschritten werden. Die
Mindestdauer beträgt 18 Monate bei
dreijährigen Ausbildungen und 24 Monate bei dreieinhalbjährigen Ausbildungen. Diese Standards gewährleisten, dass die Verkürzung nicht zu Lasten
des Ausbildungsniveaus geht.
Das Antragsformular kann von der Internetseite der
Handwerkskammer Reutlingen geladen werden unter
www.hwk-reutlingen.de/formulare.html.
Ansprechpartnerin ist Jutta Pertl, Ausbildungsabteilung, Tel. 07121/2412-262, E-Mail: jutta.pertl
@hwk-reutlingen.de
Aus der Ablage in den Reißwolf
Wer Platz im Aktenschrank schafft, sollte wichtige Fristen beachten
Der Bund der Steuerzahler BadenWürttemberg weist darauf hin, dass ab
dem 1. Januar 2009 ein großer Teil der
aufbewahrten Geschäftsunterlagen
dem Reißwolf zugeführt werden kann.
Bücher, Aufzeichnungen, Inventare,
Jahresabschlüsse, Lageberichte, die Eröffnungsbilanz sowie die zu ihrem Verständnis erforderlichen Arbeitsanweisungen und sonstige Organisationsunterlagen müssen zehn Jahre aufbewahrt werden.
Damit können im Jahr 2009 die entsprechenden Unterlagen aus dem Jahr 1998
und früher vernichtet werden.
Empfangene Handels- und Geschäftsbriefe, Wiedergaben der abgesandten
Handels- und Geschäftsbriefe und
sonstige Unterlagen, soweit sie für die
Besteuerung von Bedeutung sind, müssen sechs Jahre aufbewahrt werden. Somit können im Jahr 2009 die entsprechenden Unterlagen aus dem Jahr 2002
und früher vernichtet werden.
Allerdings gilt: Unterlagen müssen auch
nach Ablauf der genannten Fristen aufbewahrt werden, wenn sie für eine begonnene Außenprüfung, für eine vorläufige Steuerfestsetzung, für anhängige steuerstraf- oder bußgeldrechtliche
Ermittlungen, für ein schwebendes
oder aufgrund einer Außenprüfung zu
erwartendes Rechtsbehelfsverfahren
oder zu Begründung von Anträgen an
das Finanzamt von Bedeutung sind.
www.steuerzahler-baden-wuerttemberg.de
Ab in den Turm
25 Jahre Haustechnik Luick
„Die drei von der Haustechnik“ – so
könnte man das Trio nennen, das die
Firma Luick in Waldorfhäslach führt.
Denn im 1984 von Gustav Luick gegründeten Sanitärbetrieb arbeiten mittlerweile die Söhne mit. Gustav Luick ist
von Haus aus Gas-Wasser-Installateurund Flaschnermeister. Vor 25 Jahren
wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit.
Nach dem Start am 1. Februar 1984
nahm das Unternehmensschiff an Fahrt
auf. So wurden in den 25 Jahren bislang
sieben junge Menschen bei Luick ausgebildet. Sanitär- und Heizungstechnik
sowie Blechfassaden sind für den Betrieb besonders wichtig. Die drei Inhaber setzen dabei stets auf Meisterarbeit
– egal, ob bei der Planung eines Bades,
das als Wellnessoase durchgehen kann,
oder beim Einbau einer modernen Hei-
zungsanlage. Und wenn’s mal nicht so
läuft oder eben zu viel läuft, wie der
tropfende Wasserhahn, dann steht das
Team als Not- und Kundendienst zur
Verfügung.
Seit 1998 ist Sohn Stephan Luick im Betrieb als Gesellschafter dabei. Und seit
2007 fungiert er als Sachverständiger.
Sohn Martin Luick ist seit 2003 im
Unternehmen tätig. Das Jahr 2002 stand
für den Betrieb aus Waldorfhäslach
ganz im Zeichen des Neubaus: Mit einem großen Ausstellungsturm, neuen
Lager- und Büroräumen schafften „die
Drei von der Haustechnik“ den Rahmen, um in die nächsten 25 Jahre der
Firmengeschichte zu starten.
Familie Luick ist mit Leib und Seele dem
Betrieb verschrieben. Für die Hobbys –
Urlaub und das Motorrad – bleibt da
wenig Zeit.
Wer heute nicht ausbildet, hat morgen keine Facharbeiter!
Zufriedene Jungmeister, zufriedene Prüfer – die frischgebackenen Maurer- und Betonbauermeister 2009.
Foto: Steinort
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
HANDWERK IN ZAHLEN
53,7
20,4
(16,2)
(15,7)
15,7
(14,9)
10,3
(53,2)
Planen Sie Investitionen im
ersten Quartal 2009?
gleich
weniger
Nur gemeinsam können wir das Handwerk
besser positionieren. Handwerkstag
informiert über Imagekampagne. Seite 13
2
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 5 | 6.März 2009 | 61. Jahrgang
mehr
Baden-Württemberg
Klimawandel und die Chancen
fürs Handwerk
Angaben in Prozent; in (): Vorjahresquartal;
Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Neue Erbschaftssteuer
Infos über Änderungen . . . . . . . . . . . . 12
Bebauungspläne
Stadt Alpirsbach
Bund baut Kurzarbeitergeld aus
Der Gemeinderat der Stadt Alpirsbach hat
am 13. Januar 2009 in öffentlicher Sitzung
beschlossen, den Bebauungsplan „Hauptstraße/Rötenbacher Straße – 1. Änderung“
in Alpirsbach öffentlich auszulegen.
Der Plan wird öffentlich bis zum 13. März
2009 beim Bürgermeisteramt Alpirsbach,
Bau- und Ordnungsamt, Marktplatz 2, Zimmer 107, ausgelegt.
Qualifizierung wird belohnt
Unternehmerfrau
des Jahres 2009
Wettbewerb
Rolf Schmidt, Gründer der Firma Suntech-Energiesysteme, Kreishandwerksmeister Harald Herrmann, Joachim Möhrle, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen, Eugen Schäufele,
Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Reutlingen, Jürgen Schipek, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Reutlingen, und Professor Hans Messerschmid von der Hochschule Esslingen beim Sparkassen-Forum in Reutlingen.
Foto: Bouß
Klimawandel ist ein weltweites Problem, die steigende
Nachfrage nach Energie und die daraus resultierenden Probleme ebenfalls – die Antworten müssen jedoch auf lokaler Ebene gesucht und umgesetzt werden. Und hier bieten sich Chancen für das Handwerk.
Auf einer Veranstaltung von Kreissparkasse Reutlingen, Handwerkskammer Reutlingen und Kreishandwerkerschaft Reutlingen ging es vor rund 150 interessierten Teilnehmern deshalb auch folgerichtig um
Trends und Strategien für die künftige Energieversorgung und die notwendigen Energieeinsparmöglichkeiten.
Begrenzte Vorräte
Denn die Zeit drängt: Der Vorrat an fossilen Brennstoffen ist begrenzt. Selbst die Vorräte an Uran reichen allenfalls noch 40 Jahre, führte Professor Hans Messerschmid, Leiter für Versorgungstechnik, Labor, Wasser
und Gastechnik an der Hochschule Esslingen und Vor-
sitzender des Meisterprüfungsausschusses der Installateure und Heizungsbauer bei der Handwerkskammer Reutlingen, in seinem Vortrag aus. Hinzu komme,
dass die begrenzten Vorräte an Gas und Öl zu großen
Teilen in politisch „sensiblen“ Gebieten zu finden
seien – eine Abhängigkeit, die fatale Auswirkungen
haben könnte. Lösungen gebe es zwar, aber politischstrategische Überlegungen ließen letztendlich auch
sie als nahezu unmöglich erscheinen: Sonnenkollektoren auf einer Fläche von 40 km2 in der Sahara könnten den gesamten Energiebedarf der Erde decken.
Ausgewogener Energiemix
Daher müsse der Strukturwandel durch einen ausgewogenen Energiemix angegangen werden. Schließlich
sei zu bedenken, dass jedes Mehr an Lebensstandard
unweigerlich zu höherem Energieverbrauch führe, so
Messerschmid weiter. Und nicht zuletzt mit Blick auf
die so genannten Schwellenländer wie Indien oder
China seien deshalb jetzt wegweisende politische Entscheidungen gefordert. Aber offensichtlich fehle es
der Politik an Entscheidungskraft, wie die aktuellen
Auseinandersetzungen um ein Umweltgesetzbuch
zeigten. Was heute bereits alles möglich ist, das zeigte
dann Rolf Schmidt, Gründer der Firma Suntech-Energiesysteme aus Tübingen. Das Referenzprojekt der
Firma im französischen Viertel ist das erste gewerblich
und als Wohngebäude genutzte Passivhaus in BadenWürttemberg. Schmidt setzt erfolgreich auf Solartechnik und Blockheizkraftwerke und möchte eigentlich
aufgrund der technischen Möglichkeiten nie mehr
Geld für Heizenergie ausgeben.
Einschneidende Veränderungen sind allerdings notwendig. Und deshalb konnte sich Messerschmid zuvor auch schon auf den deutschen Schriftsteller und
Professor für Experimentalphysik, Georg Christoph
Lichtenberg, berufen: „Ich weiß nicht, ob es besser
wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“
17 neue Zimmerermeister
Einjährige Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
„Mehr Betriebswirtschaft, weniger
Bank“. Seit Januar
verstärkt Dirk Walter das Beraterteam
der Kammer . . . 12
Höhere Wertgrenzen sollen Auftragsvergabe beschleunigen . . . . . . . . . . . . . . 12
keine
Bewerbungsbögen können per Fax unter 08247/
995-201, im Internet unter www.unternehmerfrau-desjahres.de und bei der Redaktion handwerk magazin,
Postfach 15 69, 82157 Gräfelfing, Telefon 089/
898261-0, Fax 089/8982 61-33 abgerufen werden
Neuer Berater
Vergaberegeln gelockert
„Es muss anders werden, wenn es besser werden soll“ – Strukturwandel durch ausgewogenen Energiemix
Ohne sie liefe in vielen Handwerksbetriebe nur wenig zusammen. Der vom
Wirtschaftstitel handwerk magazin ins
Leben gerufene Wettbewerb „Unternehmerfrau des Jahres“ soll die Leistungen
der Unternehmerfrauen würdigen. Die
Siegerin erhält eine Urlaubsreise im
Wert von 2.500 Euro.
Mit der Auszeichnung werden Frauen
geehrt, die selbst Handwerksmeisterinnen oder gesellschaftsrechtlich Leiterinen eines Handwerksunternehmens
oder mitarbeitende und mitentscheidende Ehefrauen in Teilzeit- oder Vollzeitanstellung sind. Sie haben nicht selten eine 70-Stunden-Woche oder mehr.
Ihr Alltag gleicht dem einer Managerin,
die Familie, Betrieb und soziales Engagement in einen 24-Stunden-Tag pressen muss. Gesucht werden selbstständige Unternehmerinnen, Handwerksmeisterinnen und mitarbeitende Ehefrauen. Sie können sich selbst bewerben, aber auch von ihrer Familie, der
Belegschaft oder einer Organisation
vorgeschlagen werden. Schirmherrin
des zum 21. Mal durchgeführten Wettbewerbs ist Bundesfrauenministerin
Ursula von der Leyen. Unterstützt wird
der Wettbewerb vom Bundesverband
der Unternehmerfrauen im Handwerk
(UFH). Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 31. März 2009.
THEMEN
17 junge Handwerksgesellen haben es geschafft. Sie
haben erfolgreich ihre Meisterprüfung im Zimmererhandwerk bei der Handwerkskammer Reutlingen abgelegt. Horst Kern, Diplom-Ingenieur und Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses, übergab die
Zeugnisse. Die Prüfungsvorbereitung an der staatlichen Meisterschule für das Zimmererhandwerk, die
bei der Kerschensteiner-Schule in Reutlingen angesiedelt ist, erstreckte sich über zwölf Monate. Nach über
1600 Stunden Unterricht in Theorie und Praxis standen in den vergangenen Wochen zahlreiche Prüfungen an.
Zu den Prüfungsaufgaben zählten der Entwurf für ein
Bauwerk mit Bauplan, Werkzeichnungen, statischen
Berechnungen, Baubeschreibung, Mengenberechnungen und einer Leistungsbeschreibung. Als Arbeitsproben mussten eine Holzkonstruktion gefertigt
sowie Schiftaufgaben erledigt werden.
Neben ihren praktischen Fähigkeiten mussten sie
auch ihre fachtheoretischen Kenntnisse in technischer Mathematik, Fachtechnologie, Baustoffkunde
und Kalkulation unter Beweis stellen. Darüber hinaus
mussten sie nachweisen, dass sie die berufs- und arbeitspädagogischen sowie die kaufmännischen, betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Prüfungsbereiche beherrschen.
Die frischgebackenen Zimmerermeister und die Mitglieder der Prüfungskommission.
Die neuen Zimmerermeister
Matthias Zegowitz aus 72108 Rottenburg-Wendelsheim
Nico Kläring aus 72119 Ammerbuch
Fabian Hägele aus 72127 Kusterdingen-Wankheim
Marc Michael Nagat aus 72144 Dußlingen
Jodok Braun aus 72181 Starzach-Bierlingen
Rajko Frerichs aus 72189 Vöhringen
Timo Müssigmann aus 72202 Nagold
Foto: Steinort
Jonas Seeg aus 72336 Balingen
Dominik Morgenroth aus 72351 Geislingen
Alexander Dietrich aus 72393 Burladingen
Jesco Welzel aus 72622 Nürtingen
Christoph Schäfer aus 72649 Wolfschlugen
Daniel Leibßle aus 72764 Reutlingen
Bertram Puls aus 72770 Reutlingen
Sören Ritter aus 72770 Reutlingen-Betzingen
Frederik Tiefenbach aus 72770 Reutlingen
Johannes Bayer aus 88529 Zwiefalten
„Einsatz für Arbeit“ – diesen Slogan
wählte die Bundesregierung für den aktuellen Ausbau des Instruments Kurzarbeit. Bessere Leistungen und niedrige
Hürden sollen dazu beitragen, dass in
der Krise möglichst viele Arbeitsplätze
erhalten bleiben. So wurde die maximale Bezugsdauer auf 18 Monate verlängert. Die Arbeitsagenturen übernehmen
die Hälfte der Beiträge zur Sozialversicherung, die auf Kurzarbeit entfallen.
Wenn die Kurzarbeit zur Weiterbildung
des Arbeitnehmers genutzt wird, werden die Sozialversicherungsbeiträge
komplett erstattet.
Um die Voraussetzung für Kurzarbeitergeld zu erfüllen, genügt ab sofort der
Nachweis eines Entgeltausfalls von
mehr als zehn Prozent für einen oder
mehrere Beschäftigte. Die Bedingung,
dass mindestens ein Drittel der Belegschaft vom Entgeltausfall betroffen sein
muss, wird ausgesetzt. Die Regelungen
sind Teil des Konjunkturpaketes II, gelten rückwirkend zum 1. Februar 2009
und sind bis Ende 2010 gültig.
Weitere ausführliche Informationen finden Sie unter
www.hwk-reutlingen.de/kurzarbeitergeld.html
Internet im
ländlichen Raum
Land startet Modellversuche
Die Landesregierung will in Modellversuchen untersuchen, wie Rundfunkfrequenzen für eine bessere Internetversorgung im ländlichen Raum genutzt
werden können. Die Landesmedienanstalt ruft jetzt interessierte Unternehmen auf, Vorschläge für Projekte zu formulieren.
Die Initiative soll Erkenntnisse über das
Potenzial der Funktechnik und mögliche Störungen für den Fernsehempfang
per DVB-T bringen. Darüber hinaus
geht es um die wirtschaftliche Seite des
Netzes, um tragfähige Geschäfts- und
Vermarktungsmodelle.
Der Präsident der Landesanstalt für
Kommunikation (LFK), Thomas Langheinrich, hatte kürzlich angekündigt,
ein entsprechendes Modellprojekt im
Auftrag und in Begleitung der badenwürttembergischen Landesregierung
zeitnah zu realisieren. „Wenn wir wertvolle Rundfunkfrequenzen zur Verfügung stellen, dann wollen wir eine eindeutige Priorisierung für das politische
Ziel ‚Breitbandversorgung für den ländlichen Raum‘ erreichen“, sagte Langheinrich. „Funkfrequenzen sind grundsätzlich bestens geeignet für die kurzund mittelfristige Erschließung von bislang unversorgten Gebieten im ländlichen Raum.“
Der Modellversuch wird vom Ministerium für den Ländlichen Raum und
dem Wirtschaftsministerium begleitet.
www.lfk.de
Deutsche Handwerks Zeitung
3 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Die neue
Erbschaftsteuer
Infos über Änderungen
Am 1. Januar 2009 ist das neue Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht in
Kraft getreten. Es bringt neben einheitlichen Bewertungsvorschriften für alle
Vermögensarten auch höhere persönlichen Freibeträge. Für Erbfälle, die
zwischen dem 1. Januar 2007 und dem
31. Dezember 2008 eingetreten sind,
wird ein Wahlrecht zwischen altem und
neuem Recht gewährt. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat ein
Faltblatt zusammengestellt, das über
die wichtigsten Neuerungen informiert.
Der kostenlose Flyer kann bei der
Handwerkskammer Reutlingen angefordert werden, Telefon 07121/2412-121
(vormittags), E-Mail: [email protected]
Land lockert
Vergaberegeln
Höhere Wertgrenzen
Das Land will die Vergabe öffentlicher
Aufträge vereinfachen und erhöht die
Wertgrenzen für einen befristeten Zeitraum. Eine Verwaltungsvorschrift soll
bessere Voraussetzungen schaffen, dass
die von Bund und Land beschlossenen
konjunkturellen Maßnahmen zügig
und wirkungsvoll umgesetzt werden
können.
Ab dem 1. März 2009 bis Ende 2010 können die Vergabestellen der Landesverwaltung Bauleistungen bis zu 100.000
Euro freihändig vergeben und bis zu einer Million Euro beschränkt ausschreiben. Bei Liefer- und Dienstleistungen
bis zu einem Auftragswert von 100.000
Euro können die Auftraggeber zwischen
beschränkter Ausschreibung und freihändiger Vergabe wählen. Das Land hat
den Kommunen empfohlen, diese Praxis zu übernehmen. Nach Mitteilung
der Europäischen Kommission sind
Vergabestellen bei Auftragsvolumina,
die oberhalb der EU-Schwellenwerte
(5.150.000 Euro für Bauleistungen,
206.000 Euro für Liefer- und Dienstleistungen) liegen, berechtigt, die Fristen
für Teilnahmeanträge und für die Einreichung von Angeboten so zu verkürzen, dass die Gesamtdauer von Ausschreibungen im nichtoffenen Verfahren auf 30 Tage verkürzt werden kann.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Reutlingen ist Hermann Rempfer, Rechtsabteilung, Tel.
07121/2412-231, E-Mail: [email protected]
Immer mehr sind
online
Internet im Vormarsch
7,5 Millionen Baden-Württemberger
nutzen das Internet. Fast 50 Prozent der
Personen ab 10 Jahren waren im ersten
Quartal 2008 täglich online. Das sind 4,6
Millionen Menschen und damit so viel
wie nie zuvor. Das Statistische Landesamt hat die Ergebnisse seiner neuesten
Erhebung zum Nutzerverhalten privater Haushalte vorgestellt.
Im Jahr 2008 waren in der Altersstufe
der 10- bis 24-Jährigen fast 98 Prozent
der Menschen schon einmal online. Dagegen hat nur knapp ein Drittel der
Menschen ab 65 Jahren (31 Prozent)
schon einmal das Netz genutzt.
Das Internet wird vor allem als Kommunikationsplattform verwendet. 88 Prozent der Nutzer senden und empfangen
E-Mails. 84 Prozent gehen online, um
sich über Waren und Dienstleistungen
zu informieren. Jeder zweite Internetnutzer nutzt Reisedienstleistungen und
bucht beispielsweise seine Fahrkarten
und Tickets online. 48 Prozent recherchieren über Gesundheitsthemen. Von
weiteren rund 40 Prozent wird das
Internet auch zu Lern- und Bildungszwecken verwendet. Jeder dritte Nutzer
sucht Bildungsangebote über das Internet, jeder fünfte nutzt das Internet, um
eine neue Arbeitsstelle zu suchen.
Die ausführlichen Ergebnisse
lesen Sie unter
www.statistik-bw.de
Ausg. 5 | 6.März 2009 | 61. Jahrgang
„Mehr Betriebswirtschaft,
weniger Bank“
Sanierung der Kammer
Probleme bei der dienstlichen Erreichbarkeit
Seit Januar verstärkt Dirk Walker das Betriebsberaterteam der Handwerkskammer
Alle reden von der Krise. Dirk Walker
auch, denn er ist einer der Ansprechpartner der Handwerkskammer Reutlingen für Unternehmen, die praktischen Rat und Unterstützung suchen.
Zum Beispiel bei Gründungsvorhaben,
wenn das Rating ansteht und auch in
Krisenfällen. Im Januar hat er seine
neue Stelle angetreten.
Der gelernte Bankkaufmann hat sein
Handwerk von der Pike auf gelernt.
Nach Abitur und Zivildienst begann er
im Herbst 1998 eine Ausbildung bei der
Kreissparkasse Reutlingen. Die weiteren
Stationen: Zweigstellenleiter, Assistent
in der Vermögensberatung, Geschäftskundenberater in der Hauptstelle und
schließlich rund zweieinhalb Jahre lang
Berater in der Wagniskapitalgesellschaft
mbH der Kreissparkasse Reutlingen.
Breites Aufgabenspektrum
Nach insgesamt zehn Jahren im Bankgeschäft mit dem Schwerpunkt Unternehmensfinanzierung folgt nun gewissermaßen der Seitenwechsel. „Der
Schritt ist gar nicht so groß“, sagt Walker
im Rückblick auf seine ersten Wochen
als Kammerberater, „allerdings hat sich
die Perspektive verändert.“
Denn Handwerksunternehmen hat der
30-Jährige in seiner beruflichen Lauf-
einer prägnanten Formel zusammen:
„Mehr Betriebswirtschaftslehre, weniger Bank.“ Eine spannende Aufgabe sei
das, fügt er hinzu.
Praktische und direkte Hilfe
Weiß, was Banken wünschen: Dirk Walker
berät Handwerksbetriebe nicht nur in Finanzierungsfragen.
Foto: Steinort
bahn schon vielfach betreut. Freilich
beschränkte sich diese Arbeit vor allem
auf Fragen der Finanzierung, das Erstellen eines Businessplans und die
Bewertung von Unternehmensdaten.
Als Betriebsberater der Kammer sei er
nun auch mit anderen Aspekten
eines Unternehmens befasst, etwa mit
den Themen Kostenrechnung, Unternehmensplanung oder Marketing.
Walker fasst das Anforderungsprofil in
Die solide fachliche Basis hat Walker
frühzeitig gelegt. 2001 absolvierte er
den Lehrgang zum Bankfachwirt der
Baden-Württembergischen Sparkassenakademie, im Frühjahr 2004 hat er
das Studium zum Bankbetriebswirt erfolgreich abgeschlossen. Doch ein Theoretiker wolle er nicht sein, sagt Walker.
Ihm gehe es um die praktische und direkte Hilfe für die Unternehmen.
Anlaufschwierigkeiten im neuen Job
dürfte es keine geben. Das zeigen auch
die positiven Rückmeldungen, die der
Beratungsprofi bereits erhalten hat.
Nach seinen Eindrücken sind es die Erfahrung und das banktechnische Knowhow, das die Unternehmen schätzen.
Denn die Fragestellungen seien dieselben. „Wenn ein Handwerker wissen will,
wie er sich finanzieren oder seine Finanzierung optimieren kann, ist der
Blick des Bankers hilfreich“, ist sich Walker sicher. Vor allem dann, wenn sich
der Betrieb im Vorfeld des Bankengesprächs bei der Handwerkskammer beraten lassen kann.
Zur Eröffnung gab es Schnitzel
für nur 99 Pfennig
Landmetzgerei Josef Walk feiert 25-jähriges Bestehen
Mageres Schnitzel oder Schweinebraten für nur 99 Pfennige: Das waren Eröffnungsangebote der Landmetzgerei
Walk in Sauldorf. 1983 eröffnete Metzgermeister Josef Walk gemeinsam mit
seiner Frau Roswitha seine eigene Metzgerei. Zur Eröffnung gab es für jeden
Kunden außerdem ein kleines „Versucherle“ – und offensichtlich kam diese
„Versuchung“ bei den Sauldorfern an!
Der Familienbetrieb mit zehn Mitarbeitern plus drei mitarbeitende Familienmitglieder ist nun schon seit zweieinhalb Jahrzehnten in der Sauldorfer
Hauptstraße zu Hause.
gungen kann es deshalb innerhalb des
kommenden halben Jahres immer wieder zu Problemen bei der dienstlichen
Erreichbarkeit einzelner Mitarbeiter
kommen. Wir bitten um Verständnis.
Statt teurer Wahltarife
Bundesregierung lässt alte Krankengeldregelung wieder zu
Künftig besitzen gesetzlich versicherte
Selbstständige wieder automatisch einen Krankengeldanspruch. Die Bundesregierung will dieser Versichertengruppe das „gesetzliche“ Krankengeld
zugänglich machen, das über den allgemeinen Beitragssatz versichert ist. Erst
zum Jahresbeginn war das Krankengeld
für Selbstständige aus dem Leistungskatalog gestrichen worden.
Die Folge: Alle Selbstständigen in
der gesetzlichen Krankenversicherung
mussten das Krankengeld zusätzlich
über Wahltarife absichern, und zwar zu
höheren Kosten. Je nach Versicherer
wurden die Beiträge auch für bestehende Versicherungsverhältnisse nach dem
Alter der Versicherten gestaffelt. Daraus
ergaben sich vor allem für ältere Versicherte unverhältnismäßig hohe Belastungen. Mehrere Mitgliedsbetriebe
der Handwerkskammer Reutlingen hatten die Streichung des Krankengelds
aus dem Leistungskatalog und die Tarifgestaltung ihrer Krankenkassen kriti-
siert. Die Rückkehr zur alten Regelung
ist ein Lobbyerfolg der Handwerksorganisationen, die sich für die Beibehaltung der bisherigen Regelung eingesetzt hatten. Nun soll die bis Ende des
Jahres 2008 bestehende Option wieder
eingeführt werden. Versicherte können
das Krankengeld ab der 7. Woche der
Arbeitsunfähigkeit zum allgemeinen
Beitragssatz von 15,5 Prozent absichern. Wer den reduzierten Beitragssatz
(14,9 Prozent) wählt, muss das Krankengeld per Wahltarif absichern. Darüber hinaus bieten die gesetzlichen Kassen weitere Wahlleistungen, wie zum
Beispiel Krankengeld zu einem früheren Zeitpunkt der Arbeitsunfähigkeit,
an. Der Zentralverband des Deutschen
Handwerks erwartet, dass die parlamentarische Beratung des Gesetzentwurfs noch vor der Sommerpause 2009
abgeschlossen sein wird. Die Änderung
des Krankengeldanspruchs wird voraussichtlich zum 1. August 2009 in Kraft
treten.
Das Ostracher Bauunternehmen Irmler besteht seit 100 Jahren
„Wir können alles – nur nicht hexen“,
sagt Josef Irmler. Er führt in der dritten
Generation das 1909 gegründete Bauunternehmen in Ostrach-Einhart.
Den Grundstein für das Unternehmen
legte im Januar 1909 der Maurermeister
Josef Irmler in Einhart. 1957 übernahm
Erwin Irmler das Unternehmen und
führte es bis 1997. Josef Anton Irmler
kaufte das Bauunternehmen zum Januar 1997. Graue Anzüge mit roten Ärmeln
– wenn die Truppe um den Maurermeister anrückt, dann sind sie schon von
weitem gut zu erkennen. Vier Mitarbeiter hat das Unternehmen im Jubiläumsjahr. Und manchmal „Patienten“, die
genauso alt – oder älter – als die Firma
sind. Steht die Sanierung eines Fachwerkhauses an, dann ist Irmler als Sa-
nierungsprofi gefragt. Die schmucke
Fachwerkfassade, zum Beispiel, bleibt
erhalten, bekommt einen gläsernen
modernen Vorbau.
Aber auch ganz neue Häuser gehören
zur Angebotspalette der Einharter Firma. „Gesunde Häuser bauen“ war Josef
Irmlers Vision. Die heute Wirklichkeit ist
– mit einem, wie er selbst sagt, „außergewöhnlichen Baukonzept“. Baubiologische Konzepte und naturbelassene
Baumaterialien stehen im Vordergrund.
Leisten kann der Familienbetrieb dabei
(außer eben Hexerei!) sehr viel: Lehmbau- und Maurerarbeiten ebenso wie
Putz-, Beton- und Estricharbeiten. Aber
auch Entwässerung, Trockenbau, Klinkerarbeiten und die Trockenlegung von
Gebäuden sind im Angebot.
Der Barbier von Albstadt
Gelungener Start: Die Eröffnungsangebote der Metzgerei aus dem Jahr 1983.
Foto: Walk
Der Beste seines Jahrgangs
25 Jahre Friseur Klingler in Bad Urach
Dass sein Handwerk viel mit Dienstleistung zu tun hat, liegt Karl-Heinz Klingler besonders am Herzen. „Leider müssen das viele noch lernen“, sagt er. Bei
Klingler wird „Dienstleistung“ großgeschrieben. Und das seit nunmehr 25
Jahren: 1984 machte sich der Friseur-
Wie auf diesem Bild sieht es inzwischen
an vielen Stellen im Gebäude der Handwerkskammer Reutlingen aus. Durch
die umfangreichen Umbauarbeiten und
die damit verbundenen Lärmbelästi-
Foto: Bouß
Nur das Hexen kann er nicht
Jährliche DLG-Auszeichnung
Eigene Schlachtung und Hausmacherwurst sind nur zwei der vielen Spezialitäten, die Josef Walk nach seinem ganz
eigenen „Geheimrezept“ zubereitet.
Und da wäre noch der „Walk’sche Schinkenspeck“. Der ist ausgezeichnet, buchstäblich. Nämlich Jahr für Jahr mit der
DLG-Auszeichnung. „Der feine Unterschied“ macht den Erfolg der Landmetzgerei aus, meint Josef Walk. Erfolgreich ist der Metzgermeister auch als
Ausbilder. Fünf junge Menschen haben
in den vergangenen 25 Jahren in Sauldorf gelernt. Seit dem ersten September
macht eine junge Dame bei Walk ihre
Ausbildung zur Fleischerei-Fachverkäuferin. Im Jubiläumsjahr stand eine große Veränderung in der Landmetzgerei
an. Zum Jahresende übergab Vater Walk
den Betrieb an seinen Sohn. Der 26-jährige Tobias Walk ist als Metzgermeister
und Betriebswirt bestens gerüstet für
die nächsten Jahrzehnte.
Baustelle, Baustelle ...
meister selbstständig. Momentan sind
zwei Mitarbeiter in seinem Salon beschäftigt. Klingler machte seine Meisterprüfung am 17. Januar 1984 – an seinem 23. Geburtstag. Das waren zwei
Gründe zu feiern. Zwei weitere kamen
noch hinzu: er war damals der jüngste
und gleichzeitig der beste Friseurmeister im ganzen Bezirk. Klingler, der 1961
geboren wurde, hat sich mit Leib und
Seele seinem Beruf verschrieben. Und
liebt sein Handwerk bis heute. Denn,
sagt er selbst: „Arbeit, die man frohen
Herzens tut, ermüdet nicht.“
25 Jahre Freddys Barber-Shop
Kamm, Schere und Föhn sind seine
Werkzeuge. Haare seine Leidenschaft:
Friedbert Haug betreibt seit 25 Jahren in
Albstadt-Tailfingen seinen eigenen Salon – Freddys Barber-Shop.
Pünktlich zum Jubeljahr erstrahlt der
Salon in neuem Glanz. Rot und Schwarz
setzen Akzente in der Einrichtung, viel
Holz schafft eine Atmosphäre. Vier Mitarbeiter kümmern sich um die Köpfe
der Kunden. 40 Auszubildende haben
beim Tailfinger Friseurmeister ihr haariges Handwerk gelernt. Für Friedbert
Haug bedeutet Haarpflege mehr als
„nur“ Waschen, Schneiden, Legen. Die
optimale Pflege der Kopfhaut sorgt für
schönes Haar, sagt er. Dazu kommen
kleine Annehmlichkeiten, seien es eine
Handmassage oder die Pflege der Augen. „Wir leben im Wellness-Zeitalter“,
sagt Haug. Seine Kunden kommen also
nicht einfach „nur zum Friseur“, sondern wollen sich zwischendurch verwöhnen lassen. Leitmotiv des Friseurmeisters und seines jungen Teams ist
ein Zitat von Heinz Rabenau: „Wer nicht
daran glaubt, besser werden zu können,
hört auf, gut zu sein.“
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Beschäftigungserwartungen für
das 1. Quartal 2009
Wir werden Personal einstellen.
3,8
10,3
Vorjahresquartal
keine Veränderungen
86,9
83,1
Bittere Pillen und Hoffnung
auf Nachbesserungen
Kammern und Bürgermeister nehmen das kommunale
Investitionsprogramm unter die Lupe
Wir werden Personal abbauen.
9,3
6,6
Heimische Aussteller auf der IHM:
Auch in schwierigen Zeiten leistungsbereit
und innovativ.
Seite 9
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 6 | 27. März 2009 | 61. Jahrgang
HANDWERK IN ZAHLEN
Baden-Württemberg
Angaben in Prozent der Befragten;
Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Forderungssicherungsgesetz
ZDH präsentiert Ratgeber
Bauhandwerker können schnell in eine
unangenehme Situation geraten, wenn
der Auftraggeber gelieferte Leistungen
nicht bezahlt. Finanzielle Probleme
sind die Folge, im Extremfall ist die Existenz des Unternehmens gefährdet. Das
Forderungssicherungsgesetz soll hier
Abhilfe bringen.
Die gesetzlichen Regelungen stehen im
Mittelpunkt eines neuen Rechtsratgebers des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Die Experten orientieren sich an einer Faustregel: Je später
gehandelt wird, umso schwieriger wird
es für das Handwerksunternehmen, die
Forderung zu realisieren.
Die Autoren empfehlen deshalb, möglichst vor Vertragsabschluss den Fall der
Fälle zu bedenken. Ihre Empfehlungen
können in einer Broschüre nachgelesen
werden.
Die Broschüre „Die neuen Regelungen des Forderungssicherungsgesetzes“ ist zum Einzelpreis von
8,50 Euro erhältlich bei der Marketing Handwerk
GmbH, Aachen, Fax 0241/89493-29, E-Mail: [email protected]
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Glasklarer Durchblick
Stratega Autoglas in Rottweil-Neukirch
feiert 25-jähriges Bestehen . . . . . . . . . . 8
Aufforderung zur Einreichnung von Wahlvorschlägen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Meister sucht
Professor 2009
ZDH-Faltblatt für Gründer
Das kostenlose Faltblatt kann bei der Handwerkskammer Reutlingen angefordert werden unter
Tel. 07121/2412-121 (vormittags) oder [email protected]
THEMEN
Handwerkskammerwahlen
Was bringt die
kleine GmbH?
Die Unternehmergesellschaft (UG) eröffnet Existenzgründern mit weniger
Kapitalbedarf eine Alternative zur normalen GmbH. So besteht beispielsweise
kein Mindestkapitalerfordernis. Eine
Gründung mit einem Stammkapital von
nur einem Euro ist prinzipiell möglich
und damit zu Konditionen, die in den
vergangenen Jahren viele Gründer zur
britischen Limited geführt haben. Die
UG bietet als Rechtsformvariante der
GmbH nun eine Möglichkeit, schnell
und kostengünstig auf der Grundlage
des deutschen Kapitalgesellschaftsrechts zu gründen. Wobei die UG tatsächlich als reine Gründungsform konzipiert ist. Sobald das Unternehmen
Überschüsse erwirtschaftet, müssen 25
Prozent des Gewinns für eine Rücklage
verwendet werden. Diese Vorgabe entfällt erst, wenn die Gesellschaft eine Kapitalerhöhung auf 25.000 Euro beschließt, die kleine UG also zur echten
GmbH herangewachsen ist.
Die Rechtsabteilung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks hat das
Faltblatt „Die Unternehmergesellschaft
(haftungsbeschränkt)“ erarbeitet. Darin
wird erläutert, was die neue Gesellschaftsform ausmacht und welche Vorund Nachteile mit ihr verbunden sind.
7
Bis zum 31. Mai bewerben
Handwerkskammer und IHK wollten wissen, wie das Konjunkturpaket II in der Region umgesetzt wird: Dr. Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK, Joachim Möhrle, Präsident der
Handwerkskammer Reutlingen, Stefan Gläser, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Baden-Württembergischen Städtetages, und Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der
Handwerkskammer Reutlingen (v.l.n.r.).
Foto: Bouß
„Wir wollen stärker aus der Krise herauskommen, als
wir hineingehen.“ Diese Zielvorgabe leitet das im Januar beschlossene kommunale Investitionsprogramm der Bundesregierung ein. Große Summen stehen bereit, möglichst schnell sollen die Gelder fließen.
Was das für die Kommunen in der Region bedeutet,
war Thema eines Treffens von Bürgermeistern und
den beiden Wirtschaftskammern.
Stefan Gläser, geschäftsführendes Vorstandsmitglied
des Baden-Württembergischen Städtetages, übernahm die Aufgabe, das Konjunkturpaket II aufzuschnüren und ausführlich zu erläutern. Insgesamt
1,237 Milliarden Euro sollen nach Baden-Württemberg fließen, 70 Prozent oder 866 Millionen Euro an
die Kommunen.
Diese Summe verteilt sich auf zwei Investitionsschwerpunkte, die der Bund vorgegeben hat: 65 Prozent sind für die Bildung vorgesehen, 35 Prozent für
die Infrastruktur, wobei im Bildungsbereich vor allem
die energetische Qualität der Gebäude verbessert werden soll.
Komplexes Regelwerk
Mehr Kopfzerbrechen dürfte Bürgermeistern, Kämmerern und Gemeinderäten das Kriterium „Zusätzlichkeit“ bereiten. Der Bund will nämlich nur zusätzli-
che Investitionen fördern. Bereits beschlossene Projekte, so dringlich oder sinnvoll diese auch sein mögen, bleiben außen vor. Außerdem beteiligt sich der
Bund nur mit bis zu 75 Prozent der Kosten, 25 Prozent
muss die Kommune aufbringen. Im Zweifelsfall im
Rahmen eines Nachtragshaushaltes und über Schulden. Schließlich schreibt das Zukunftsinvestitionsgesetz vor, dass die Summe der Investitionen der Jahre
2009 bis 2011 die der Jahre 2006 bis 2008 übersteigen
muss.
„Dieses Investitionsprogramm entspricht einem
Wechsel auf eine ungewisse Zukunft“, fasste Gläser die
Sicht der Kommunen zusammen, um sich der Finanzierung der Bundesmittel zuzuwenden. Auf Grund der
steuerlichen Beschlüsse des Bundes werden die baden-württembergischen Städte und Gemeinden in
den Jahren 2009 und 2010 950 Millionen Euro weniger
aus dem Steuertopf erhalten. Die Summe der Investitionshilfen beläuft sich hingegen auf 860 Millionen
Euro.
Viel Information, komplexe Regelungen, die so manche bittere Pille enthalten – Bürokratieabbau sehe anders aus, befand Kammerpräsident Möhrle. Heinrich
Götz, Bürgermeister von Haigerloch, empfahl, sich in
Gelassenheit zu üben: „Wir warten ab, was auf uns zukommt.“ Es gebe Gesetzesinitiativen, die vor ihrem
Inkrafttreten die ersten Änderungen erfahren haben.
Deshalb sei allen Unklarheiten zum Trotz Unaufgeregtheit angebracht. „Es kommt entscheidend auf die
Nachhaltigkeit der Projekte an“, sagte Mike Münzing.
Da die Programme durch Schulden finanziert würden,
müssten die Investitionsentscheidungen auf ihren
Nutzen hin genau geprüft werden. Als Beispiel nannte
der Münsinger Bürgermeister die energetische Sanierung von Schulgebäuden und Kindergärten.
Ideen sind gefragt
Tübingen hat abgewartet und sieht sich gut vorbereitet. Rund elf Millionen Euro für Investitionen seien im
noch nicht beschlossenen Haushalt eingestellt, berichtete Michael Lucke, Erster Bürgermeister der Universitätsstadt, allein neun Millionen für das Jahr 2009.
Ende März wolle man beschließen und so die Bundeshilfen nutzen, obwohl kein Euro zusätzlich investiert
werde.
Am Ende viele Fragen auf Seiten der Kommunalpolitiker und etwas Hoffnung auf die eine oder andere
Nachbesserung. Der Bund habe bereits zugesagt, das
Zusätzlichkeitskriterium „weichzuspülen“, berichtete
Gläser. Auch dürfe mit einer großzügigen Abrechnungspraxis gerechnet werden: „Die Ratio des ganzen
Manövers ist es, dass die Mittel so schnell wie möglich
in den Wirtschaftskreislauf gebracht werden.“
EU-Pläne zur Mehrwertsteuer nutzen
Verbrauchern und der Wirtschaft
Kammerpräsident Möhrle fordert, Option für reduzierte Mehrwertsteuer aufzugreifen
Die EU will ihren Mitgliedsstaaten ab dem Jahr 2011
erlauben, arbeitsintensive Dienstleistungen über reduzierte Mehrwertsteuersätze zu fördern. Joachim
Möhrle, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen,
begrüßte die Initiative und forderte die Bundesregierung auf, diese Chance zu nutzen: „Die reduzierte
Mehrwertsteuer ist ein denkbar einfacher Weg, die Betriebe vor Ort wirksam zu unterstützen.“
Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage hat
Möhrle kein Verständnis für die ablehnende Haltung
der Bundesregierung, allen voran von Bundesfinanzminister Steinbrück.
Zumal der Export teils dramatische Einbrüche verzeichnet und als Konjunkturlokomotive auf einige
Zeit ausfallen wird. „Wir müssen alles dafür tun, die
Binnennachfrage zu stärken“, sagte Kammerpräsident Möhrle. Die Mehrwertsteuer liefere hierfür den
geeigneten Ansatzpunkt, ist Möhrle überzeugt: „Jeder
Prozentpunkt weniger kann sofort an den Verbraucher
weitergegeben werden.“
Möhrle hofft indes, dass die Zahl der Befürworter auf
Bundesebene steigen wird. Steinbrücks Kabinettskollege, Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg,
hat bereits „Sympathie“ für niedrige Sätze geäußert.
Im Land ist die Unterstützung sicher. Der badenwürttembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister
hat sich wiederholt für ermäßigte Steuersätze ausgesprochen.
Mitgliedsstaaten können vom regulären
Steuersatz abweichen
Die EU-Finanzminister haben sich am 11. März 2009
auf ein nationales Optionsrecht zum ermäßigten
Mehrwertsteuersatz verständigt. Danach können die
Mitgliedsstaaten bei bestimmten arbeitsintensiven
Leistungen vom regulären Steuersatz abweichen und
so diesen Branchen einen Kostenvorteil verschaffen.
Zu den begünstigten Bereichen zählen die Renovierung und Instandsetzung von privaten Wohnungen,
Friseurdienste, haushaltsnahe Dienstleistungen und
häusliche Pflegedienstleistungen, kleinere Reparaturdienstleistungen, Dienstleistungen im Gaststättengewerbe und der Buchhandel. Nach den Plänen der EUKommission soll die Richtlinie zum 1. Januar 2011 in
Kraft treten.
Viele Handwerksbetriebe dürften von der Regelung
profitieren. Allerdings gibt es für Kammerpräsident
Möhrle noch einen weiteren Grund, die Mehrwertsteuersätze zu senken. „Wenn die Arbeit des Handwerksbetriebes billiger wird, verliert die Schwarzarbeit rasch an Attraktivität“, sagte Möhrle. Für die
Schattenwirtschaft würden schlechtere Zeiten anbrechen.
Der Wettbewerbsdruck für mittelständische Unternehmen steigt. Innovationen
müssen immer schneller in Produkte,
Verfahren und Organisationsformen
umgesetzt werden. Technologietransfer
ist der Schlüssel hierzu.
Mit dem Professor-Adalbert-SeifrizPreis werden gelungene Beispiele des
Technologietransfers zwischen Forschung und Handwerk ausgezeichnet.
Der bundesweite Wettbewerb, bekannt
unter dem Namen „Meister sucht Professor“, wird veranstaltet vom Wirtschaftsblatt handwerk magazin in Zusammenarbeit mit der Steinbeis-Stiftung und der Signal Iduna Gruppe Versicherungen und Finanzen. Unterstützer
sind der Verein Technologie-Transfer
Handwerk beim Baden-Württembergischen Handwerkstag und der Zentralverband des Deutschen Handwerks.
Der Wettbewerb ist mit insgesamt
25.000 Euro Preisgeld dotiert. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 31. Mai
2009.
Weitere Informationen und Download der Bewerbungsunterlagen unter www.seifriz-preis.de
Innovationspreis
des Landes 2009
Insgesamt 50.000 Euro Preisgeld
Noch bis zum 29. Mai 2009 können kleine und mittlere Unternehmen aus Industrie, Handwerk und technologischer
Dienstleistung ihre Bewerbungen zum
wichtigsten Innovationspreis des Landes einreichen.
Der Innovationspreis, besser bekannt
als Dr.-Rudolf-Eberle-Preis, feiert in
diesem Jahr ein wichtiges Jubiläum. Bereits zum 25. Mal wird der Wettbewerb,
der beispielhafte Leistungen in der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren
und technologischer Dienstleistungen
und in der Anwendung moderner Technologien würdigt, durchgeführt.
Den Siegern winken Preise in Höhe von
insgesamt 50.000 Euro und viel öffentliche Aufmerksamkeit. Die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH verleiht einen
mit 7.500 Euro dotierten Sonderpreis an
junge Unternehmen.
Der Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg richtet sich an im
Land ansässige Unternehmen mit maximal 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von nicht mehr als 100 Millionen Euro. Bewerbungsschluss für den
Wettbewerb 2009 ist der 29. Mai 2009.
Die Preisverleihung wird im November
2009 stattfinden.
Bewerbungen können eingereicht werden bei der
Handwerkskammer Reutlingen. Ansprechpartner ist
Adolf Jetter, Technologie und Innovation, Tel. 07121/
2412-142, E-Mail: [email protected]
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 6 | 27. März 2009 | 61. Jahrgang
Glasklarer Durchblick
fürs heiligs Blechle
AMTLICHE BEKANNTMACHUNG
Handwerkskammerwahlen 2009
Aufforderung zur Einreichung von Wahlvorschlägen für die Wahl der Mitglieder der
Vollversammlung der Handwerkskammer
Reutlingen.
Der Vorstand der Handwerkskammer Reutlingen hat gemäß § 1 der Wahlordnung für
die Wahlen der Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammern (Anlage C
zum Gesetz zur Ordnung des Handwerks –
Handwerksordnung, HwO) in der Fassung
der Bekanntmachung vom 24. September
1998 (BGBl. I S. 3074; 2006 I S. 2095), zuletzt geändert durch Artikel 8 des 4. Gesetzes zur Änderung verwaltungsverfahrensrechtlicher Vorschriften vom 11.12. 2008
(BGBl. I S. 2418) mit Beschluss vom
28. Oktober 2008 als Tag der Wahl Sonntag, den 5. Juli 2009, von 9.00 Uhr bis
18.00 Uhr bestimmt.
Die Mitglieder der Vollversammlung und ihre
Stellvertreter werden durch Listen in allgemeiner, freier und gleicher und geheimer
Wahl gewählt. Die Wahlen zur Vollversammlung werden im Briefwahlverfahren durchgeführt. Das Wahlverfahren regelt sich nach
der der HwO als Anlage C beigefügten Wahlordnung.
Nach § 7 der Wahlordnung fordere ich hiermit zur Einreichung von Wahlvorschlägen
für die Wahl der Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen auf.
Der Handwerkskammerbezirk Reutlingen
bildet gemäß § 3 der Wahlordnung einen
Wahlbezirk.
Nach § 5 Abs. 1 der Satzung der Handwerkskammer Reutlingen sind 39 Mitglieder der Vollversammlung zu wählen, und
zwar 26 selbständige Handwerker und Inhaber handwerksähnlicher Betriebe und 13
Gesellen und andere Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung, die in einem Betrieb eines selbständigen Handwerkers oder in einem handwerksähnlichen Betrieb beschäftigt sind. Für jedes Mitglied ist
die gleiche Anzahl erste und zweite Stellvertreter zu wählen, die der gleichen Gewerbegruppe wie das Mitglied angehören
müssen.
Die Wahlvorschläge gelten für den Wahlbezirk. Sie sind getrennt für die Wahl der Vertreter des selbständigen Handwerks und
des handwerksähnlichen Gewerbes und für
die Wahl der Vertreter der Gesellen und anderer Arbeitnehmer mit abgeschlossener
Berufsausbildung in Form von Listen einzureichen. Sie müssen die Namen von so vielen Bewerbern enthalten, als Mitglieder und
Stellvertreter im Wahlbezirk zu wählen sind.
Die Bewerber sind in den Wahlvorschlägen
mit Vor- und Zuname, Beruf, Wohnort und
Wohnung so deutlich zu bezeichnen, dass
über die Person kein Zweifel besteht. In
gleicher Weise sind für jedes einzelne Mitglied die Stellvertreter deutlich zu bezeichnen, so dass zweifelsfrei hervorgeht, wer
als Mitglied und wer als erster oder zweiter
Stellvertreter vorgeschlagen wird.
Die Bewerberverteilung des Handwerks und
handwerksähnlichen Gewerbes sowie der
Gesellen und anderer Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung muss den
Bestimmungen des § 5 Abs. 2 der Satzung
der Handwerkskammer Reutlingen wie folgt
entsprechen: (siehe Tabelle oben)
Gruppen, zu den in den Anlagen A und B
aufgeführten Gewerben (§ 93 Abs. 2 HwO i.V.m.
§ 4 Anlage C zur HwO):
Selbständige
Arbeitnehmervertreter
Bau- und Ausbaugewerbe
6
3
Elektro- und Metallgewerbe
11
5
Holzgewerbe und Glas-, Papier-, keramische und
sonstige Gewerbe
3
Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe und Gewerbe
für Gesundheits- und Körperpflege sowie
chemische Gewerbe und Reinigungsgewerbe
3
Nahrungsmittelgewerbe
3
Gesamt
!
26
Die Zuordnung der einzelnen Gewerbe zu
den Gewerbegruppen richtet sich nach den
Anlagen A und B der HwO i.d.F. der Bekanntmachung vom 24. September 1998
(BGBl. I S. 3074), zuletzt geändert durch
das Gesetz vom 24. Dezember 2003
(BGBl. I S. 2933).
Für die Benennung der Vertreter der Gesellen und anderer Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung ist eine Zusammenfassung der Gruppe aus den Gewerbegruppen 3, 4 und 5 möglich.
Nach § 8 Abs. 4 der Wahlordnung sollen auf
jedem Wahlvorschlag eine Vertrauensperson und ein Stellvertreter bezeichnet sein,
die bevollmächtigt sind, dem Wahlleiter
gegenüber Erklärungen abzugeben. Fehlt
diese Bezeichnung, so gilt der erste Unterzeichnete als Vertrauensperson, der zweite
als sein Stellvertreter.
Nach § 8 Abs. 5 der Wahlordnung muss jeder Wahlvorschlag von mindestens der
zweifachen Anzahl der jeweils für die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite in der Vollversammlung zu besetzenden Sitze an Wahlberechtigten, höchstens aber von 70 Wahlberechtigten, unterzeichnet sein. Die Unterzeichner der Wahlvorschläge müssen bei
der Unterschrift auch Beruf, Wohnort und
Wohnung angeben. Die Unterschriften müssen leserlich sein.
Die Wahlvorschläge müssen gemäß
§ 9 der Wahlordnung bis spätestens
Sonntag, 31. Mai 2009, bei dem unterzeichneten Wahlleiter, Friedrich Reisser, Rechtsanwalt und Notar, Geschäftsstelle 72762 Reutlingen, Hindenburgstraße 58, eingegangen sein.
Mit jedem Wahlvorschlag sind einzureichen:
1. Die Erklärung der Bewerber, dass sie
der Aufnahme ihrer Namen in den Wahlvorschlag zustimmen,
2. die Bescheinigung der Handwerkskammer, dass bei den Bewerbern die Wahlvoraussetzungen
a) aufseiten der Inhaber eines Betriebes eines Handwerks oder handwerksähnlichen
Gewerbes des § 97,
b) aufseiten der Gesellen und anderer Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsaufbildung des § 99 der Handwerksordnung
vorliegen, und
3. die Bescheinigung der Handwerkskammer, dass die Unterzeichner des Wahlvorschlages
a) bei den Inhabern eines Betriebs eines
Handwerks oder handwerksähnlichen Gewerbes in die Wählerliste (§ 12 Abs. 1 Wahlordnung) eingetragen sind,
5
13
b) bei den Gesellen und anderen Arbeitnehmern mit abgeschlossener Berufsausbildung die Voraussetzungen für die Wahlberechtigung (§ 98 HwO) erfüllen.
Die Bescheinigungen werden von der Handwerkskammer gebührenfrei ausgestellt
(§ 10 Abs. 2 Wahlordnung).
Wegen der Wahlberechtigung und der Wählbarkeit wird auf die Vorschriften der Handwerksordnung und die Wahlordnung hingewiesen. Die maßgebenden Bestimmungen
lauten wie folgt:
§ 96 Handwerksordnung
(Wahlberechtigung Arbeitgeber)
(1) Berechtigt zur Wahl der Vertreter des
Handwerks und des handwerksähnlichen
Gewerbes sind die in der Handwerksrolle
(§ 6) oder im Verzeichnis nach § 19 HwO
eingetragenen natürlichen und juristischen
Personen und Personengesellschaften sowie die in das Verzeichnis nach § 90 Abs. 4
Satz 2 HwO eingetragenen natürlichen Personen. Die nach § 90 Abs. 4 Satz 2 HwO
eingetragenen Personen sind zur Wahl der
Vertreter der Personen nach § 90 Abs. 3
und 4 HwO berechtigt, sofern die Satzung
dies nach § 93 bestimmt. Das Wahlrecht
kann nur von volljährigen Personen ausgeübt werden. Juristische Personen und Personengesellschaften haben jeweils nur eine
Stimme.
(2) Nicht wahlberechtigt sind Personen, die
infolge strafgerichtlicher Verurteilung das
Recht, in öffentlichen Angelegenheiten zu
wählen oder zu stimmen, nicht besitzen.
(3) An der Ausübung des Wahlrechts ist behindert,
1. wer wegen Geisteskrankheit oder Geistesschwäche in einem psychiatrischen
Krankenhaus untergebracht ist,
2. wer sich in Straf- oder Untersuchungshaft befindet,
3. wer infolge gerichtlicher oder polizeilicher Anordnung in Verwahrung gehalten
wird.
§ 97 Handwerksordnung
(Wählbarkeit Arbeitgeber)
(1) Wählbar als Vertreter der zulassungspflichtigen Handwerke sind
1. die wahlberechtigten natürlichen Personen, sofern sie
a) im Bezirk der Handwerkskammer seit
mindestens einem Jahr ohne Unterbrechung ein Handwerk selbständig betreiben,
b) die Befugnis zum Ausbilden von Lehrlingen besitzen,
c) am Wahltag volljährig sind;
2. die gesetzlichen Vertreter der wahlberechtigten juristischen Personen und die
vertretungsberechtigten Gesellschafter der
wahlberechtigten Personengesellschaften,
sofern
a) die von ihnen vertretene juristische Person oder Personengesellschaft im Bezirk
der Handwerkskammer seit mindestens einem Jahr ein Handwerk selbständig betreibt
und
b) sie im Bezirk der Handwerkskammer seit
mindestens einem Jahr ohne Unterbrechung gesetzliche Vertreter oder vertretungsberechtigte Gesellschafter einer in
der Handwerksrolle eingetragenen juristischen Person oder Personengesellschaft
und am Wahltag volljährig sind.
Nicht wählbar ist, wer infolge Richterspruchs die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter oder infolge strafgerichtlicher
Verurteilung die Fähigkeit, Rechte aus öffentlichen Wahlen zu erlangen, nicht besitzt.
(2) Bei der Berechnung der Fristen in Absatz 1 Nr. 1 Buchstabe a und Nr. 2 Buchstabe b sind die Tätigkeiten als selbständiger Handwerker in einem zulassungspflichtigen Handwerk und als gesetzlicher Vertreter oder vertretungsberechtigter Gesellschafter einer in der Handwerksrolle eingetragenen juristischen Person oder Personengesellschaft gegenseitig anzurechnen.
(3) Für die Wahl der Vertreter der zulassungsfreien Handwerke, der handwerksähnlichen Gewerbe und der Personen nach
§ 90 Abs. 3 und 4 gelten die Absätze 1 und
2 entsprechend.
§ 98 Handwerksordnung
(Wahlberechtigung
Arbeitnehmervertreter)
(1) Berechtigt zur Wahl der Vertreter der
Arbeitnehmer in der Handwerkskammer
sind die Gesellen und die weiteren Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung, sofern sie am Tag der Wahl volljährig
sind und in einem Betrieb eines Handwerks
oder eines handwerksähnlichen Gewerbes
beschäftigt sind. § 96 Abs. 2 und 3 findet
Anwendung.
(2) Kurzzeitig bestehende Arbeitslosigkeit
lässt das Wahlrecht unberührt, wenn diese
zum Zeitpunkt der Wahl nicht länger als drei
Monate besteht.
§ 99 Handwerksordnung
(Wählbarkeit Arbeitnehmervertreter)
Wählbar zum Vertreter der Arbeitnehmer in
der Vollversammlung sind die wahlberechtigten Arbeitnehmer im Sinne des § 90
Abs. 2, sofern sie
1. am Wahltag volljährig sind,
2. eine Gesellenprüfung oder eine andere
Abschlussprüfung abgelegt haben oder,
wenn sie in einem Betrieb handwerksähnlichen Gewerbes beschäftigt sind, nicht nur
vorübergehend mit Arbeiten betraut sind,
die gewöhnlich nur von einem Gesellen oder
einem Arbeitnehmer ausgeführt werden,
der einen Berufsabschluss hat.
Bildungsakademien setzen auf hohe Qualität und kompatible Abschlüsse
Kooperationsbörse in Brünn
Die Bildungsakademien der Handwerkskammer Reutlingen haben ihr Bildungsprogramm 2009 vorgelegt. Die
Broschüre stellt über 160 Kurse aus verschiedenen Themenbereichen vor. Das
Angebot reicht von technischen Fachlehrgängen und EDV-Kursen über betriebswirtschaftliche Angebote bis hin
zur Meistervorbereitung. Viele Lehrgänge führen zu anerkannten Bildungsabschlüssen.
Am 21. April organisiert Handwerk
International Baden-Württemberg auf
den Baumessen im tschechischen
Brünn eine Kooperationsbörse zum
Thema ökoeffizientes Bauen.
Die Veranstaltung eröffnet Bauunternehmen die Chance, internationale
Kontakte zu knüpfen sowie Zulieferer
und Partner aus ganz Europa kennen zu
lernen und neue Absatzmärkte zu erschließen.
Die Kooperationsbörse ist für Unternehmen interessant, die sich mit Energieeinspartechnologien, Baustoffen, alternativer Energiegewinnung und Anlagentechnik beschäftigen.
Im Jahr 2008 waren die Baumessen
Brünn mit rund 95.000 Besuchern aus
56 Ländern die fünftgrößte Messeveranstaltung des europäischen Bauwesens. Rund 1.500 Aussteller präsentierten sich und ihre Angebotspalette.
Die Teilnahme an der Kooperationsbörse ist kostenlos, Anmeldeschluss ist der
7. April 2009.
„Wir setzen auf hohe Qualität und kompatible Abschlüsse“, sagt Hermann Nagel, Leiter der Bildungsakademie Tübingen. Zum Beispiel mit den so genannten
Premiumprodukten. Gemeinsam mit
den anderen baden-württembergischen Bildungsakademien des Handwerks wurden im vergangenen Jahr
erstmals Veranstaltungen unter dieser
Marke angeboten. Das Konzept: Lehrinhalte, Dauer und Abschlüsse nach landesweit einheitlichen Standards. „Unsere Absolventen profitieren vom hohen
Qualitätsniveau“, fasst Nagel die Erfah-
Alle Kurse, Seminare und Lehrgänge können auch online gebucht werden.
Foto: HWK Reutlingen
rungen des letzten Jahres zusammen.
Der Lehrgang „Büroleiter/-in im Handwerk“ ist so ein Premiumprodukt. Der
sechsmonatige Teilzeitkurs vermittelt
organisatorisches Know-how und Ma-
Das Bildungsprogramm 2009 der Handwerkskammer Reutlingen kann kostenlos angefordert werden
bei der Bildungsakademie Reutlingen, Tel. 07121/
2412-320, E-Mail: [email protected], www.hwk-reutlingen.de/weiterbildung
San Remo. Ein Doppeldeckerbus bleibt
in den Felsvorsprüngen hängen. Walter
Baur klebt die obere Scheibe neu ein.
Zürich. Der Buggy-Club braucht
Sonderanfertigungen. Die neuen Scheiben kommen von Stratega-Autoglas.
Freudenstadt. Die Frontscheibe eines
Lastkraftwagens hat an einem Samstagabend einen Steinschlag abbekommen
und ging zu Bruch. Walter Baur sorgt
dafür, dass der Trucker umgehend wieder glasklaren Durchblick hat. Und
übernimmt den „lästigen Papierkram“
mit den Versicherungen.
Seit 1984 ist Baur Profi in Sachen Fahrzeugverglasung. In Weilen sitzt die Verwaltung, in Rottweil-Neukirch hat Walter Baur das 300 Quadratmeter große
Glaslager und den stationären Montagestützpunkt untergebracht. „Wir arbeiten überwiegend mobil vor Ort, direkt beim Kunden“, erklärt der Firmenchef. „Dafür haben wir speziell aus-
Foto: privat
gerüstete Scheiben- und Werkzeugtransporter.“ Spezialgebiet von Stratega
(ein von Walter Baur 1990 beim Patentamt München eingetragenes Warenzeichen für Fahrzeugscheiben aller Art)
ist die Scheibenklebetechnik von Pkws,
Lkws, Bussen, Baumaschinen und
Sonderfahrzeugen.
Seit 25 Jahren führt das Unternehmen
Steinschlagreparaturen bei Verbundglas
aus. Teilkaskoversicherte können diesen Service meist kostenlos nutzen.
Ebenso lange ist Stratega Autoglas auf
dem Gebiet der Versiegelung tätig. Baur
unterstreicht die Langlebigkeit dieser
Behandlung.
30.000 Kilometer oder sechs Monate
lang habe der Kunde bessere Sicht. „Wer
einmal die Vorteile einer fachgerechten
Versiegelung der Frontscheibe kennen
gelernt hat, kommt mit dem nächsten
Auto wieder“, ist sich Fachmann Baur
sicher.
Beste Noten für den
Fleischernachwuchs
Auszubildende bei Qualitätsprüfung erfolgreich
Reutlingen, den 22. Januar 2009
Ökologisch und
effizient bauen
Weiterbildung nach Maß
Walter Baur ist Spezialist in Sachen Autoglas.
Der Wahlleiter
Friedrich Reisser
Rechtsanwalt und Notar
Neues Bildungsprogramm ist da
nagementwissen, das im Handwerksbetrieb immer wichtiger wird. Auch die
Weiterbildung zum „Gebäudeenergieberater (HWK)“ gehört in diese Reihe.
Dieses Angebot richtet sich an Handwerksmeister, die ihre Kunden in Sachen Energieeinsparung und Gebäudemodernisierung beraten wollen. Neben
technischen Lehrgängen und EDV-Kursen sind auch die Studiengänge mit
Bachelor-Abschluss und die Meistervorbereitungskurse dem Premiumsegment zugeordnet.
Wer in diesen Wochen einsteigen möchte, kann bares Geld sparen. Denn das
Land Baden-Württemberg fördert auch
in diesem Jahr zahlreiche Fachkurse mit
Mitteln des Europäischen Sozialfonds.
Das bedeutet, dass eine hochwertige
Fortbildung deutlich günstiger angeboten wird. Der Preisnachlass kann 30
Prozent betragen, für Teilnehmer, die
älter als 50 Jahre sind, sogar 50 Prozent.
Stratega Autoglas in Rottweil-Neukirch feiert 25-jähriges Bestehen
Ansprechpartnerin ist Sylvia Weinhold, Exportberatung, Tel. 07121/2412-133,
E-Mail: [email protected]
Ausgezeichnete Leistungen: Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil, Metzgermeister Edgar Kuhn und der bayerische Landesinnungsmeister Georg Kleeblatt bei der
Preisverleihung.
Bild: Privat
Die Auszubildenden in der überbetrieblichen Ausbildung an der Bildungsakademie Tübingen der Handwerkskammer Reutlingen waren bei der diesjährigen Qualitätsprüfung des bayerischen
Fleischerhandwerks äußerst erfolgreich. Ausbildungsmeister Edgar Kuhn
und sein Team überzeugten die Jury mit
drei Produkten aus eigener Herstellung
und erreichten jeweils die Höchstpunktzahl.
Höchstpunktzahl erreicht
Zur 27. f-Qualitätsprüfung hatten die
württembergischen Teilnehmer drei
Wurstsorten vorgelegt: Schinkenfleisch
im eigenen Saft als Metzgerkonserve,
Fleischkäse, feingekuttert, und ein
schwäbisches Bauernvesper, ebenfalls
als Metzgerkonserve. Das Rezept für das
Bauernvesper hatte Edgar Kuhn beigesteuert.
Eine neutrale Jury beurteilte Aussehen,
Konsistenz, Geruch und Geschmack der
Produkte, ein Labor führte die lebensmittelchemische Analyse durch. Das
Urteil fiel einhellig aus. Alle drei Produkte wurden mit der Höchstpunktzahl
bewertet. Bayerns Wirtschaftsminister
Martin Zeil und der bayerische Landesinnungsmeister Georg Kleeblatt überreichten am 1. Februar 2009 in Augsburg die Urkunden.
Stefan Maier, Leiter der Bildungsakademie Tübingen, freut sich über das erfolgreiche Abschneiden: „Es belegt die
hohe Qualität der Ausbildung im Fleischerhandwerk, und zwar im Betrieb
und in der überbetrieblichen Ausbildung.“
Letztere sorgt für ein einheitliches Ausbildungsniveau im Handwerk, indem
sie Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die im hochspezialisierten Betrieb manchmal zu kurz kommen.
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Baden-Württemberg
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HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN 11
Ausg. 7 | 11. April 2009 | 61. Jahrgang
THEMEN
HANDWERK IN ZAHLEN
Auftragserwartungen für das
2. Quartal 2009
43,0
Eignungsprüfung
Um die Qualität der
betrieblichen Ausbildung sicher zu
stellen führt der
Bund die Ausbildungseignungsprüfung wieder ein . . . . . . . . . . . . . . . 12
48,1 46,4
29,6
2008
2009
22,3
steigen
10,6
stabil
Unabhängige Experten
sinken
Die 98 öffentlich bestellten Sachverständigen der Handwerkskammer Reutlingen 12
Angaben in Prozent; Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Bebauungspläne
Stadt Albstadt
Der Gemeinderat der Stadt Albstadt hat am
12. März 2009 in öffentlicher Sitzung beschlossen, den Bebauungsplan „Kantstraße“, Albstadt-Ebingen öffentlich auszulegen.
Der Plan wird öffentlich bis zum 24. April
2009 im Technischen Rathaus Albstadt in
72461 Albstadt-Tailfingen, Am Markt 2,
Stadtplanungsamt, ausgelegt.
Handwerkspower in
neuem Look
Nachwuchskampagne
Neues Design, aktuelle Inhalte und viele
nützliche Hinweise rund um das Thema
Ausbildung – das bietet die Website
www.handwerks-power.de. Die zentrale
Plattform der Informations- und Imagekampagne der acht Handwerkskammern im Land wurde komplett überarbeitet. Seit Ende Februar ist das überarbeitete Angebot online.
Die Website wurde nicht nur optisch
verändert. So stehen den Nutzern noch
mehr Tipps und Funktionen zur Verfügung als bisher. „Auf der Website finden
Auszubildende und Schüler, die sich für
Handwerksberufe interessieren, alle Infos rund um die Themen Aus- und
Weiterbildung“, erklärt Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen. „Sie bekommen zum Beispiel Tipps, wie man sich
bewirbt, und sie erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, während der Lehre
ins Ausland zu gehen, und welcher Beruf welche Karrierechancen bietet.“
Die Website ist als Portal aufgebaut und
kommt den unterschiedlichen Nutzerbedürfnissen entgegen: Vom raschen
Überblick bis hin zur detaillierten Information. Wer sich für regionale Besonderheiten oder gezielt für die Ausbildungslandschaft in seiner Gegend
interessiert, wird auf die Praktikumsund Lehrstellenbörse der jeweiligen
Handwerkskammer verlinkt. Darüber
hinaus erfahren Schüler und Lehrlinge,
wie sie neben der Ausbildung ein Studium absolvieren können. Im Azubi-TV
berichten Lehrlinge in Videoclips von
ihren Entscheidungen und Erfahrungen
in der Ausbildung.
„Zusätzlich stehen Schülern und Azubis
Musterlebensläufe, Checklisten für Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräche sowie Broschüren mit wertvollen Tipps zum Download zur Verfügung“, sagt Eisert. „Für diejenigen, die
noch nicht wissen, welchen Beruf sie
später ergreifen möchten, bietet die
Website außerdem Links zu unterschiedlichen Berufswahltests, die Unentschlossenen bei der Orientierung
helfen sollen.“
Homepage:
www.handwerks-power.de
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Krankenstand
Aus dem Meisterkurs
direkt in den Hörsaal: Ab sofort genügt
in vielen Fällen der
Meisterbrief, um ein
Studium aufnehmen
zu können.
Leichter Anstieg 2008 . . . . . . . . . . . . 12
Europa für
Unternehmer
Foto: Handwerkskammer
Neues Internetportal
Meister dürfen früher an die Uni
Land streicht mehrjährige Berufstätigkeit als Voraussetzung für den Hochschulzugang
Bislang mussten Handwerksmeister vier Jahre Berufserfahrung nachweisen, bevor sie ein Hochschulstudium aufnehmen konnten. Seit dem 1. März 2009
können Jungmeister direkt im Anschluss an die berufliche Fortbildung im Hörsaal Platz nehmen.
Möglich macht es eine Änderung der Berufstätigenhochschulzugangsverordnung des Landes. Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen, begrüßt diese Entwicklung: „Wir
brauchen mehr Durchlässigkeit zwischen beruflicher
und akademischer Bildung.“ Die Regelung erleichtere
die Karriere vom Gesellen über den Meister bis in die
Hochschule. Damit werde die berufliche Ausbildung
im Handwerk noch attraktiver, so Eisert.
Seit dem Wintersemester 2006/2007 können Meister
unabhängig von der Note ihrer Meisterprüfung an jeder Hochschule oder Dualen Hochschule, den bisherigen Berufsakademien, in Baden-Württemberg studieren – und zwar ein ihrer beruflichen Aus- und
Weiterbildung entsprechendes Fach.
Voraussetzung ist die Meisterprüfung oder eine nach
der Handwerksordnung beziehungsweise nach dem
Berufsbildungsgesetz gleichwertige berufliche Fortbildung im erlernten Beruf. Zusätzlich müssen die Bewerber eine studienfachliche Beratung der Hochschule absolvieren.
Wer etwas anderes studieren möchte, als er im Beruf
gelernt hat, muss sich einer Eingangsprüfung der
Hochschule unterziehen. So wird festgestellt, ob der
Interessent aufgrund seiner Persönlichkeit, seiner
Vorkenntnisse und seiner Motivation geeignet ist.
Welcher Studiengang mit welcher Meisterausbildung
gewählt werden kann, erfahren die studierwilligen
Meister direkt bei den Ausbildungsstätten. Im Bezirk
der Handwerkskammer Reutlingen mit den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen
und Zollernalb haben im vergangenen Jahr 285 Handwerkerinnen und Handwerker ihre Meisterprüfung
bestanden.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Reutlingen ist Karl Wagner,
Meisterprüfungsabteilung, Tel. 07121/2412-241, E-Mail: [email protected]
hwk-reutlingen.de
Was muss bei der Gründung einer
Niederlassung in Tschechien beachtet
werden? Welche Sozialvorschriften gelten in Dänemark? Wer im europäischen
Ausland als Unternehmer tätig werden
will kennt solche Fragen. Das von der
EU-Kommission initiierte Internetportal „Europa für Sie – Unternehmen“ soll
bei der Orientierung helfen. Es bietet
länderspezifische Erstinformationen zu
den Themen Unternehmensgründung,
Besteuerung, Sozialvorschriften oder zu
den Voraussetzungen für das Erbringen
von Dienstleistungen. Die Informationen sind jeweils in der Landessprache
verfügbar. Sie werden ergänzt durch
Links auf elektronische Behördendienste und weitere landesspezifische Portale. Die Homepage ist unter http://ec.europa.eu/youreurope/business/index_d
e.htm einsehbar.
Die Handwerkskammer Reutlingen ist
Partner im Netzwerk Enterprise Europe.
Der Verbund organisiert Messebeteiligungen und Kooperationsbörsen und
berät individuell zu Auslandsmärkten
und Fördermaßnahmen.
Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer
Reutlingen ist Sylvia Weinhold, Tel. 07121/2412-133,
E-Mail: [email protected],
www.enterprise-europe-bw.de
51 neue Kfz-Technikermeister
Moderne
Solartechnik
Erhöhte Anforderungen an die Qualifikation der neuen Meister
Bundesweite Aktionswoche
In diesem Jahr haben 51 junge Kraftfahrzeugtechniker
ihre Meisterprüfung erfolgreich abgeschlossen. In der
Handwerkskammer Reutlingen erhielten sie kürzlich
ihre Zeugnisse.
„Der Technologiewandel, die veränderten Kundenerwartungen und die immer komplexeren Reaktionen
des Marktes erhöhen die Anforderungen an die Qualifikation der Kfz-Technikermeister. Durch die Kombi-
nation von praktischem ,Können und Handeln‘ und
den theoretischen Grundlagen haben Sie bewiesen,
dass sie ein qualifizierter Kfz-Technikermeister sind“,
sagte Manfred Wildmann, der Vorsitzende der Prüfungskommission, anlässlich der Zeugnisausgabe.
Die Zustimmung der frischgebackenen Handwerksmeister war ihm dabei sicher. 51 Kfz-Techniker haben
in diesem Jahr erfolgreich den Meisterkurs an der Bil-
Die neuen Kfz-Technikermeister
Tobias Schmidt aus 06729 Tröglitz
Damian Hassa aus 70437 Stuttgart
Tobias Egenrieder aus 70569 Stuttgart
Massimo De Luca aus 71101 Schönaich
Florian Erbele aus 71101 Schönaich
Daniel Piepenbrink aus 71139 Ehningen
Stefan Teichmann aus 71229 Leonberg
Stefan Beer aus 71277 Rutesheim
Klaus Hönle aus 72072 Tübingen
Uli Kreß aus 72074 Tübingen
Thomas Baur aus 72108 Rottenburg
Bastian Ludwig Helber aus 72108 Rottenburg
Aleksej Achziger aus 72116 Mössingen
Toni Qualina aus 72116 Mössingen
Michael Deile aus 72124 Pliezhausen
Thomas Knecht aus 72124 Pliezhausen
Peter Heim aus 72127 Kusterdingen
Joachim Hipp aus 72138 Kirchentellinsfurt
Thomas Strohm aus 72147 Nehren
Wanja Heberle aus 72149 Neustetten
Alex Pfeifer aus 72172 Sulz
Martin Kossmann aus 72178 Waldachtal-Unterwaldach
Selcuk Cakmak aus 72336 Balingen
Hüznü Yagbasan aus 72379 Hechingen
Dennis Maier aus 72393 Burladingen
Jochen Trinks aus 72406 Bisingen
Johannes Roth aus 72461 Albstadt
Heiko Holp aus 72474 Winterlingen
Björn Neidhardt aus 72488 Sigmaringen
Bernhard Dank aus 72501 Gammertingen
Jürgen Ruda aus 72510 Stetten a.k.M.
Daniel Flöß aus 72513 Hettingen
Udo Christner aus 72584 Hülben
Benedikt Preuß aus 72622 Nürtingen
Maik Berger aus 72760 Reutlingen
Giovanni De Martis aus 72764 Reutlingen
Michael Büchner aus 72766 Reutlingen
Markus Meyer aus 72770 Reutlingen
Heinrich Harth aus 72793 Pfullingen
Marcel Hummel aus 72800 Eningen u.A.
Michael Klett aus 72800 Eningen u.A.
Matthias Lachenmann aus 72800 Eningen u.A.
Stefan Langmayr aus 72800 Eningen u.A.
Daniel Bosler aus 72813 St. Johann
Viktor Asberger aus 72818 Trochtelfingen
Steffen Fink aus 72818 Trochtelfingen
Daniel Steinmaier aus 72827 Wannweil
Marcel Brücker aus 72829 Engstingen
Steffen Ziegler aus 73110 Hattenhofen
Christian Boßler aus 73252 Lenningen
Andreas Beller aus 88499 Riedlingen
dungsakademie Tübingen oder der Gewerbeschule
Metzingen absolviert.
Zuverlässigkeit und Präsenz sollten zur Selbstverständlichkeit werden, denn gerade im Servicebereich
könne das zum Erfolgsfaktor werden, so Wildmann.
Die Meisterausbildung schaffe nach wie vor eine solide Basis, kontinuierliche und systematische Fortbildung sei aber für heutige Meister Pflicht, so Wildmann
weiter.
Und vor allem: „Wer seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt wahren will, muss sich unbedingt durch gezielte Weiterbildung fit halten.“ Und wer in der Zukunft
erfolgreich sein wolle, müsse sich mit neuen Technologien, neuen Marketing- und Vertriebsmethoden und
mit moderner betrieblicher Organisation befassen.
Die Vorbereitung zur Meisterprüfung zum Kfz-Techniker besteht aus vier Bausteinen und vermittelt das
technische Know-how wie auch betriebswirtschaftliche, rechtliche und pädagogische Grundlagen. Die
Kurse können in Vollzeit oder berufsbegleitend belegt
werden und dauern zwischen einem und zwei Jahren.
Die neuen Kfz-Technikermeister mit Mitgliedern der
Prüfungskommission.
Foto: HWK
Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V.
führt vom 9. bis 17. Mai 2009 eine
bundesweite Aktionswoche durch. Gesucht sind Ideen rund um die Nutzung
der Sonnenenergie und Handwerksbetriebe, die sich mit lokalen Aktionen beteiligen wollen. Auf dem Programm stehen Vorträge und Tage der offenen Tür
sowie Vorführungen und Beratertage.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte können unter www.woche-dersonne.de registrieren.
Die Aktionswoche bietet Gelegenheit,
die eigenen Leistungen und Produkte
unter einem gemeinsamen Markendach zu präsentieren. Jeder Teilnehmer
wird vom Veranstalter mit kostenlosem
Kampagnenmaterial ausgestattet. Die
Medien informieren herstellerneutral
über die Vorzüge der Solarenergie. Zusätzlich gibt es Unterstützung bei der
Veranstaltungsplanung und Tipps zum
Thema Werbung.
Die Veranstaltung wird durch die Zentralverbände der Deutschen Elektround Informationstechnischen Handwerke, Sanitär Heizung Klima und des
Dachdeckerhandwerks unterstützt.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel
hat die Schirmherrschaft übernommen.
Nach Angaben des Veranstalters wurden im Vorjahr rund 2.600 Veranstaltungen durchgeführt und über 300.000 Verbraucher erreicht.
Informationen auch im Internet unter
www.woche-der-sonne.de
Deutsche Handwerks Zeitung
12 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 7 | 11. April 2009 | 61. Jahrgang
Wegen ein paar Groschen
Eignungsprüfung wird Pflicht
Außerordentliche Kündigung einer Supermarktkassiererin ist hart, aber rechtens
Zum 1. August 2009 wird die Ausbildereignungsprüfung in überarbeiteter
Form wieder eingeführt. Das Eignungsprofil wird künftig in vier Handlungsfelder unterteilt, die den gesamten Prozess
der Ausbildung – von der ersten Planung über die praktische Durchführung
bis zur abschließenden Gesellenprüfung – abdecken. Die Prüfung selbst besteht aus einem schriftlichen Teil mit
fallbezogenen Fragestellungen und einem praktischen Teil mit Präsentation
und Fachgespräch. Mit der Rückkehr
zur obligatorischen Prüfung soll ein hohes Ausbildungsniveau in allen Wirtschaftszweigen sichergestellt werden.
Die Regelung zielt vor allem auf Ausbildungsbetriebe in Industrie, Handel und
Dienstleistungen ab. Im Handwerk sind
die Gewerke und Betriebe betroffen, in
denen der Meisterbrief nicht mehr
zwingend vorgesehen ist. Für Ausbilder
mit Meisterbrief ändert sich nichts. Sie
haben die erforderlichen berufs- und
Inmitten der närrischen Tage sorgte ein
Gerichtsurteil für Schlagzeilen, das keineswegs als Faschingsscherz missverstanden werden sollte: Die außerordentliche Kündigung einer Berliner
Supermarktkassiererin wegen der Einlösung von zwei vereinnahmten Pfandbons im Gesamtwert von 1,30 Euro wurde auch in zweiter Instanz vom Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg für
rechtens erklärt (LAG Berlin-Brandenburg, Az.: 7 Sa 2017/08).
Die seit über 30 Jahren als Kassiererin
beschäftigte Angestellte hatte zwei ihr
nicht gehörende Leergutbons im Wert
von 48 und 82 Cents unrechtmäßig aus
dem Kassenbüro genommen und selbst
eingelöst.
Ständige Rechtsprechung
Auch wenn Volkes Seele die außerordentliche Kündigung einer langjährigen
Arbeitskraft wegen eines materiellen
Schadens in Höhe von 1,30 Euro als ungerecht empfinden mag, entspricht die
Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung.
So erklärte beispielsweise das Bundesarbeitsgericht im sogenannten Bienenstich-Urteil (BAG, Az.: 2 AZR 3/83), dass
grundsätzlich auch der Verzehr eines
Stückes Bienenstich durch eine angestellte Büfettkraft eine „fristlose“,
außerordentliche Kündigung rechtfertigen kann.
Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf
hielt die außerordentliche Kündigung
eines Auszubildenden für gerechtfertigt, der aus einem Kundenfahrzeug 1
D-Mark entwendet hatte (LAG Düsseldorf, Az.: 11 Sa 561/73).
Allein Vertrauensverlust ist
entscheidend
Im Falle der Entwendung von Gegenständen oder anderweitigen Eigentumsstraftaten des Arbeitnehmers
gegenüber seinem Arbeitgeber ist also
nicht entscheidend, in welcher Höhe
auf der Arbeitgeberseite ein Schaden
entsteht. Es kommt vielmehr darauf an,
dass durch derartige Taten des Arbeit-
Bund will Qualität der betrieblichen Ausbildung sicherstellen
nehmers das Vertrauen des Arbeitgebers gebrochen wird und eine weitere
Zusammenarbeit daher nicht mehr zumutbar ist.
Arbeitnehmer sollten sich daher über
die möglichen Konsequenzen eines vermeintlich geringwertigen Diebstahls
oder einer geringwertigen Unterschlagung bewusst sein, denn der Arbeitgeber darf berechtigterweise davon ausgehen: „Mein Arbeitnehmer, der mir heute
ein paar Schrauben klaut, entwendet
morgen vielleicht die teure Bohrmaschine.“
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Reutlingen ist Richard Schweizer (Rechtsabteilung), der diesen Beitrag auch verfasst hat, Tel. 07121/2412-232,
E-Mail: [email protected]
DIE ÖFFENTLICH BESTELLTEN SACHVERSTÄNDIGEN DER HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
arbeitspädagogischen Kenntnisse im
Rahmen ihrer Meisterprüfung nachgewiesen.
Die Prüfungspflicht war vor rund sechs
Jahren ausgesetzt worden. Nach einer
Untersuchung des Bundesinstituts für
Berufsbildung führte dies zwar zu mehr
Ausbildungsplätzen, gleichzeitig aber
auch zu Qualitätseinbußen in der betrieblichen Ausbildung.
Die jüngste Novellierung der Ausbildereignungsverordnung soll die Mängel
beseitigen, gleichwohl Betriebe und
Ausbilder nicht übermäßig belasten. So
müssen bewährte Ausbilder, die in den
vergangenen Jahren ohne Prüfung tätig
werden durften, keine Nachprüfung absolvieren. Sie bleiben auch künftig von
der Verpflichtung, ein Prüfungszeugnis
vorzulegen, befreit.
Die Bildungsakademien der Handwerkskammer Reutlingen bieten mehrmals im Jahr Vorbereitungskurse
auf die Ausbilderprüfung an. Die aktuellen Termine
finden Sie online unter www.hwk-reutlingen.de/weiterbildung
Unabhängige Experten im Handwerk
Zurzeit sind 98 Fachleute als öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige im
Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen
tätig. Sie wurden für ihre gutachterliche Tätigkeit jeweils auf die Dauer von fünf Jahren
bestellt. Es sind besonders qualifizierte und
persönlich integere Handwerker, die ihre
Qualifikation und Eignung durch besondere
Sachkunde, Unabhängigkeit, Objektivität
und Vertrauenswürdigkeit nachgewiesen haben. Ihre Arbeit genießt hohe Glaubwürdigkeit.
Augenoptikerhandwerk
Dipl.-Ing. (FH) Frank Greiner aus 72574 Bad
Urach
Klaus Nerlich aus 88348 Bad Saulgau
Dachdeckerhandwerk
Gebhart Höritzer aus 72070 Tübingen
Gerhard Gail aus 72488 Sigmaringen
Willy Werner aus 72770 Reutlingen
Elektrotechnikerhandwerk
Eugen Kürner aus 72070 Tübingen
Manfred Konz aus 72250 Freudenstadt
Martin Gförer aus 72379 Hechingen
Reiner Renz aus 72793 Pfullingen
Hans-Peter Müller aus 72488 Sigmaringen
Estrichlegerhandwerk
Alexander Chini aus 72250 Freudenstadt
Feinwerkmechanikerhandwerk
Eugen Blender aus 88605 Sauldorf
Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk
Karl-Heinz Helle aus 72070 Tübingen
Erich Zanocco aus 72250 Freudenstadt
Gerhard Braun aus 72270 BaiersbronnMitteltal
Michael Weise aus 72336 Balingen-Ostdorf
Bernhard Reck aus 88348 Bad Saulgau
Friseurhandwerk (Zweithaar)
Peter Volk aus 72459 Albstadt-Laufen
Gebäudereinigerhandwerk
Martin Lutz aus 72581 Dettingen
Glaserhandwerk
Rolf Pfeffer aus 72181 Starzach-Bierlingen
Helmut Dietz aus 72285 Pfalzgrafenweiler
Martin Theodor Lacher aus 72406 Bisingen
Jürgen Sieber aus 72510 Stetten a.k.M.
Udo Bethke aus 72762 Reutlingen
Karl-Heinz Mollenkopf aus 72793 Pfullingen
Goldschmiedehandwerk
Wolfgang Groh aus 72764 Reutlingen
Holz- und Bautenschutzgewerbe
Frederik Beckenbach aus 72160 Horb
Informationstechnikerhandwerk
Bruno Bühler aus 72351 Geislingen
Wolfgang Neuscheler aus 72356 Dautmergen
Prof. Dr. Bernhard Stütz aus 72805 Lichtenstein
Installateur- und Heizungsbauerhandwerk
Rolf Krauß aus 72119 Ammerbuch-Reusten
Joachim Restle aus 72379 Hechingen
Franz Sickinger aus 72379 Hechingen
Wilhelm Schmid aus 72770 Reutlingen-Betzingen
Thomas Bahlo aus 72793 Pfullingen
Joachim von Rekowski aus 72818 Trochtelfingen
Kachelofen- und Luftheizungsbauerhandwerk
Karl-Friedrich Fauser aus 72070 Tübingen
Norbert Arnold aus 72534 Hayingen
Karosserie- und Fahrzeugbauerhandwerk
Dipl.-Ing. (BA) Wolfgang Mehl aus 72072 Tübingen
Josef Wally aus 72184 Eutingen-Göttelfingen
Hardy Mader aus 72766 Reutlingen
Klempnerhandwerk
Uwe Kaipf aus 72072 Tübingen
Rolf Krauß aus 72119 Ammerbuch-Reusten
Joachim Restle aus 72379 Hechingen
Kraftfahrzeugtechnikerhandwerk
Dipl.-Ing. (BA) Guido Mehl aus 72072 Tübingen
Andreas Deeg aus 72116 Mössingen
Thomas Wally aus 72184 Eutingen-Göttelfingen
Hans Leopold aus 72351 Geislingen
Werner Gieger aus 72362 Nusplingen
Siegmar Zacke aus 72458 Albstadt-Ebingen
Helmut Molnar aus 72574 Bad Urach
Maler- und Lackiererhandwerk
Manfred Reutter aus 72070 Tübingen
Klaus Poddig aus 72072 Tübingen
Klaus Post aus 72072 Tübingen-Weilheim
Siegfried Schmid aus 72250 Freudenstadt
Jürgen Wochele aus 72280 Dornstetten
Werner Reuter aus 72505 KrauchenwiesHausen a.A.
Joachim Brodbeck aus 72555 Metzingen
Gerhard Ochs aus 72762 Reutlingen
Hans Martin Eisenbeis aus 72770 Reutlingen
Maler- und Lackiererhandwerk (nur
Kraftfahrzeuglackierungen)
Bernhard Baur aus 72108 Rottenburg
Maler- und Lackiererhandwerk (Fachgebiet Schimmelpilzsanierung)
Anton Ruprecht aus 72505 Krauchenwies
Maurer- und Betonbauerhandwerk
Dipl.-Ing. Walter Germey aus 72072 Tübingen
Dipl.-Ing. (TU) Richard Flammer aus 72116
Mössingen
Fidelis Dreher aus 72514 Inzigkofen
Hermann Weigold aus 72293 Glatten
Rudi Failenschmid aus 72574 Bad Urach
Metallbauerhandwerk
Jochen Strasser aus 72072 Tübingen
Klaus Schieber aus 72458 Albstadt
Andreas Mader aus 72461 Albstadt
Orthopädietechnikerhandwerk
Klaus Fischer aus 72070 Tübingen
Hannelore Gießler aus 72458 Albstadt
Parkettlegerhandwerk
Thomas Knöpfler aus 72581 Dettingen/
Erms
Raumausstatterhandwerk
Herbert Ernst Gühring aus 72348 Rosenfeld
Rollladen- und Jalousiebauerhandwerk
Sieghard Bartel aus 72070 Tübingen
Schornsteinfegerhandwerk
Peter Fellmeth aus 72108 Rottenburg
Werner Bosch aus 72470 Winterlingen
Schuhmacherhandwerk
Christoph Pfau aus 72250 Freudenstadt
Straßenbauerhandwerk
Günther Kuch aus 72160 Horb
Alois Müller aus 72459 Albstadt
Stuckateurhandwerk
Ulrich Maier aus 72070 Tübingen
Dipl.-Ing. (FH) Horst Rausch aus 72348 Rosenfeld
Dipl.-Ing. (FH) Armin Haspel aus 72406 Bisingen
Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Fischer aus 72459
Albstadt
Erhard Fischer aus 72469 Meßstetten-Heinstetten
Johann Hahn aus 72510 Stetten a.k.M.
Karl-Alfred Niebling aus 72555 MetzingenNeuhausen
Harry Luik aus 72766 Reutlingen
Tischlerhandwerk
Robert Finkbeiner aus 72270 Baiersbronn
Ewald Finkbeiner aus 72270 BaiersbronnMitteltal
Manfred Stingel aus 72458 Albstadt-Ebingen
Anton Hößler aus 88634 Herdwangen
Tischlerhandwerk (nur antike Möbel
und Bauteile)
Ulrich Landenberger aus 72411 Bodelshausen
Uhrmacherhandwerk
Hermann Fritz aus 72469 Meßstetten
Zimmererhandwerk
Bruno Reutter aus 72116 Mössingen
Dieter Stahl aus 72280 Dornstetten
Gerhard Sick aus 72401 Haigerloch
Markus Maag aus 72458 Albstadt-Ebingen
Robert Ott aus 72501 Gammertingen
Ottmar Gmeiner aus 72505 Krauchenwies
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer
Reutlingen ist Rainer Neth, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, Tel. 07121/2412-210, E-Mail:
[email protected]
„Die Bandbreite an Themen ist enorm“
Richard Schweizer ist Rechtsberater und Ansprechpartner für Existenzgründer
In der eigenen Kanzlei beschäftigte er
sich vor allem mit Arbeitsrecht, Existenzgründungen und Strafrecht. „Wenn
aber mal eine Mietsache reinkam, wurde die auch erledigt“, sagt Richard
Schweizer im Rückblick, „das ist in einer
Allgemeinkanzlei in etwa wie beim Allgemeinmediziner.“ Sein neues Aufgabengebiet ist ähnlich breit angelegt. Seit
Mitte Januar ist Schweizer in der
Rechtsabteilung der Handwerkskammer Reutlingen tätig und betreut zusätzlich das Starter-Center.
Erfahrung als Selbständiger
Nach Studium und Referendariat in Tübingen hatte er 2005 zunächst den
Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.
Die Erfahrungen, die er als Gründer und
freiberuflich tätiger Rechtsanwalt erworben hat, kommen ihm heute im
Starter-Center zugute, ist Schweizer
überzeugt. Er könne sich eben recht gut
in die Situation seiner Kunden versetzen: „Ich habe schon selbst einen Busi-
nessplan aufgestellt, kenne die damit
verbundenen Schwierigkeiten und
mögliche Lösungswege“, erläutert der
32-jährige Jurist, der seine Gründung in
Form einer so genannten Ich-AG realisierte.
Der Lotse ist gefragt
In den vergangenen Wochen hat er bereits mehrere Gründungsvorhaben begleitet, darunter eine Optikerin und ein
Feinwerkmechaniker. Seine Aufgabe im
Starter-Center fasst er unter der Beschreibung „zentrale Anlaufstelle mit
Lotsenfunktion“ zusammen.
Ein erster Eindruck? Die Bandbreite an
Gewerken und Themenstellungen sei
enorm, sagt Schweizer. Dies gelte vor allem für seine Arbeit in der Rechtsabteilung, die ihn im Laufe eines Vormittages
vom Vergaberecht über das Gewerberecht zum Arbeitsrecht und durch viele
weitere verschiedene Rechtsgebiete
führen kann.
Ein wenig überrascht habe ihn, dass Ar-
beitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen den Rat der Kammerexperten
einholen, und zwar nahezu zu gleichen
Teilen. Viele Anfragen haben mit der aktuellen Wirtschaftslage zu tun. „Wir erhalten spürbar mehr Anfragen als bisher, bei denen es um die Themen Kurzarbeit oder Kündigung geht“, erläutert
Schweizer.
Foto: Handwerkskammer Reutlingen
Krankenstand leicht gestiegen
Psychische Erkrankungen weiter auf dem Vormarsch
Der Krankenstand im Handwerk ist
2008 wie schon im Vorjahr wieder leicht
angestiegen, nachdem die Fehlzeiten
zuvor jahrelang zurückgegangen waren.
Nach Angaben der Innungskrankenkasse (IKK) Baden-Württemberg und Hessen haben vor allem psychische Erkrankungen stark zugenommen. Ihr Anteil
liegt mittlerweile bei 6,6 Prozent aller
Krankheitstage im Handwerk. 1998 waren es noch 3,9 Prozent. Doppelt so viele Frauen wie Männer sind von diesen
Erkrankungen betroffen.
Der Krankenstand insgesamt ist auf 4,3
Prozent gestiegen (2007: 4,2 Prozent).
Im Durchschnitt war ein IKK-Versicherter im Jahr 2008 15,7 Tage krankgeschrieben, etwa einen halben Tag länger
als 2007. Insgesamt 59 Prozent der
Krankheitstage verteilen sich auf drei
Krankheitsgruppen. Die meisten Krankheitstage werden durch Erkrankungen
des Muskel- und Skelettapparats verursacht (27 Prozent). Es folgen Verletzungen und Vergiftungen (18 Prozent) und
an dritter Stelle die Krankheiten der
Atmungsorgane (14 Prozent).
Allerdings treten diese Krankheitsarten
in den verschiedenen Altersgruppen
unterschiedlich häufig auf: Erkrankungen von Skelett und Muskulatur nehmen mit steigendem Alter immer mehr
zu, während die Verletzungshäufigkeit
abnimmt.
„Vor dem Hintergrund, dass der Anteil
der über 40-jährigen bei den Beschäftigten im Handwerk immer größer wird,
muss man sich künftig noch mehr mit
der Vorbeugung von Rückenerkrankungen beschäftigen“, betont Hugo Schüle,
Vorstandsvorsitzender der IKK BadenWürttemberg und Hessen. Die IKK bietet deshalb Betrieben vielfältige Möglichkeiten, im betrieblichen Gesundheitsmanagement aktiv zu werden –
von Arbeitsplatzanalysen bis hin zu individuell angepassten Trainings zu Ausgleichssport, Stressbewältigung oder
Arbeitsplatzgestaltung.
Detaillierte Gesundheitsberichte für einzelne Gewerke oder Innungen können über die kostenlose Servicenummer 0800/4 551111 angefordert werden.
Nähere Informationen zum Thema gibt es im Internet
unter www.ikkbw-he.de
Startkapital durch Autoverkauf
25 Jahre Elektro-Schäfer in Rottenburg
Arbeit mit vielen Facetten
Und auch für Verbraucher ist die Handwerkskammer ein wichtiger Ansprechpartner, beispielsweise dann, wenn es
zum Streit über die Qualität der Arbeit
oder die Rechnung kommt. In Gewährleistungsfragen sei oftmals die Rolle des
Mediators gefragt, erzählt Schweizer
und fügt hinzu: „In den meisten Fällen
gelingt es, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln und eine akzeptable
Lösung zu finden.“
Berater, Lotse, Vermittler – ob der neue
Aufgabenbereich doch ein wenig an den
Allgemeinanwalt in der eigenen Kanzlei
Wer ausbilden will, muss künftig wieder eine Prüfung ablegen.
Richard Schweizer kennt sich mit Paragrafen und mit Businessplänen aus.
Foto: Steinort
erinnert? In jedem Fall handele es sich
um eine interessante Tätigkeit mit vielen Facetten, so Schweizer.
Josef Schäfer hatte seinen Meistertitel
im Elektrohandwerk, eine Idee und ein
altes Auto: Mit dem Erlös aus dem Verkauf seines alten Golfs mietete er die
alte Pfarrscheuer in Wendelsheim (Rottenburg) und stattete seinen Betrieb
aus.
Zwei Jahre lang „wurschtelte“ Schäfer
sich, im besten Sinne, zum Erfolg. Die
Aufträge wurden immer zahlreicher
und 1985 war Armin Biesinger der erste
Lehrling von bislang zwölf, die bei
Elektro-Schäfer lernten. Übrigens: Aus
dem Rottenburger Betrieb gingen ein
Landes- (Andreas Holzmüller) und ein
Bundessieger hervor.
Sieben Mitarbeiter hat der Betrieb heute. Zwei davon sind Familienmitglieder:
Ehefrau Sabine, die sich um das Büro
kümmert, und Sohn Florian, der beruflich in die Fußstapfen des Vaters tritt.
Lange Jahre war das Unternehmen
im 1793 erbauten Pfarrhaus (in dem
die Schäfers auch wohnen) untergebracht. 2003 stand der große Umzug in
die neu gebaute Halle in der Sperlingstraße an.
Josef Schäfer ist in der Region bekannt
als „Erdwärme-Pionier“: Sowohl das
alte Pfarrhaus als auch die neue Werkstatt werden mit dieser alternativen
Energie versorgt. Wärmepumpen und
Gebäudesystemtechnik zählen neben
dem kompletten Paket eines Elektrobetriebs zur Angebotspalette des Unternehmens.
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Baden-Württemberg
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HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 8 | 24. April 2009 | 61. Jahrgang
THEMEN
HANDWERK IN ZAHLEN
Umsatzerwartungen für
das 2. Quartal
(44,9)
42,6
Förderung
Das Land BadenWürttemberg unterstützt die überbetriebliche Ausbildung an der Bildungsakademie in
Tübingen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
(47,5)
35,3
22,0
(7,6)
steigen
stabil
7
Jubiläum
sinken
Fliesenfachgeschäft aus Freudenstadt
feiert 100. Geburtstag . . . . . . . . . . . . . 8
Angaben in Prozent; (!) im Vorjahresquartal;
Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Auszeichnung
VR-Innovationspreis für Druckerei . . . . . 8
Abzocke mit
Umweltthemen
Kluger und
humorvoller Prüfer
BMU warnt vor Berliner Institut
In den vergangenen Wochen haben
zahlreiche Handwerksbetriebe aus dem
gesamten Bundesgebiet Post von einem
„Deutschen Institut für Umwelt und
Gewerbe“ aus Berlin erhalten. Die Sendung besteht aus einem Anschreiben
mit dem Betreff „Information Beiträge
CO 2“ und einer Zahlungsaufforderung
über den Betrag von 130,90 Euro. Was
konkret bezahlt werden soll, geht weder
aus dem Schreiben noch aus dem Zahlschein hervor. Im Anschreiben werden
weitere Informationen und eine Umfrage angekündigt. Im Anschluss an eine
erfolgreiche Umsetzung von Energiesparmaßnahmen könnten die Unternehmen das institutseigene Zertifikat
„Umweltfreundliches Unternehmen
2009 (UFU)“ erhalten.
Das Bundesumweltministerium (BMU)
hat sich des Themas angenommen und
empfiehlt allen angeschriebenen Betrieben, Anschreiben und Zahlungsaufforderung des Instituts zu ignorieren.
Das Ministerium habe bereits rechtliche Schritte eingeleitet, um diese „üble
Abzocke“ zu beenden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks weist
darauf hin, dass es sich bei dem Institut
um eine privatwirtschaftliche GmbH
handelt und keinerlei Zahlungsverpflichtung seitens der angeschriebenen
Betriebe besteht.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Reutlingen ist Richard Schweizer, Rechtsabteilung, Tel.
07121/2412-232, E-Mail: [email protected]
Chancen im Osten
Wirtschaftstag Russland
Der von Handwerk International und
dem Baden-Württembergischen Handwerkstag veranstaltete Wirtschaftstag
Russland gibt einen Einblick in verschiedene Branchen. Experten informieren über die aktuelle Lage im Maschinenbau, bei den Kfz-Zulieferern, in
der Elektrotechnik, Medizintechnik,
Umwelttechnologie und Bauwirtschaft.
Ein weiterer Schwerpunkt sind Finanzierungs- und Absicherungsfragen im
Russlandgeschäft. Der Wirtschaftstag
dient der Vorbereitung einer Reise mit
Wirtschaftsminister Ernst Pfister, die
vom 12.-16. Oktober 2009 stattfinden
wird. Der Wirtschaftstag Russland findet am 7. Mai 2009 von 15.30 bis 18.30
Uhr im Forum der Handwerkskammer
Region Stuttgart, Heilbronner Straße 43,
70191 Stuttgart, statt. Anmeldeschluss
ist der 24. April 2009.
Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer
Reutlingen ist Sylvia Weinhold, Tel. 07121/2412-133,
E-Mail: [email protected]
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Rudolf Ayerle verabschiedet
Weniger Aufträge, Stornierungen, Forderungsausfälle – die Mehrheit der Handwerksbetriebe spürt die Wirtschaftskrise.
Foto: Handwerkskammer
Wirtschaftskrise erreicht
das Handwerk
Mehr als 2.000 Betriebe beteiligten sich an der Sonderumfrage der Handwerkskammer Reutlingen
„Die Wirtschaftskrise ist inzwischen auch beim Handwerk angekommen,“ meint Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen.
„Das Ergebnis einer Umfrage bei den rund 12.900
Handwerksbetrieben in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und
Zollernalb spricht eine deutliche Sprache.“
Insgesamt haben sich 2.007 Betriebe – das sind rund
16 Prozent aller Betriebe im Kammerbezirk – an der
Umfrage beteiligt; die Beteiligung nach Landkreisen
aufgeschlüsselt gibt im Übrigen nahezu auf den
Prozentpunkt genau die Betriebsstruktur im Kammerbezirk wieder.
Aufträge brechen weg
Auf die Frage „Spüren Sie bereits die Auswirkungen
der Wirtschaftskrise?“ antworteten 63 Prozent – das
sind 1.256 der Betriebe – mit „Ja“. Wahrgenommen
wird die Krise bei 1.074 Betrieben als Auftragseinbruch, in geringerem Maße wurden Auftragsstornos
(267) und Forderungsausfälle (270) gemeldet (Mehrfachnennungen waren möglich).
Am stärksten sind die größeren Handwerksbetriebe
mit 51 und mehr Mitarbeitern betroffen: 74 Prozent
spüren die Auswirkungen der Krise, während der Anteil bei den kleineren Betrieben (ein bis fünf Mitarbeiter) bei 61 Prozent liegt. Betriebe dieser Größenordnung machen jedoch 58 Prozent des Gesamtbestandes im Kammerbezirk aus.
Zulieferer stärker betroffen
Die Gewerke für den gewerblichen Bedarf, also beispielsweise die Feinwerkmechaniker, Elektromaschinenbauer, Metallbauer oder Informationstechniker,
spüren die Krise mit 78 Prozent am deutlichsten. Die
Zulieferbetriebe sind am stärksten von der Entwicklung der Exporte abhängig. Bei den Nahrungsmittelhandwerkern wird die Lage nicht ganz so dramatisch
eingeschätzt, auch wenn immerhin noch 49 Prozent
die Frage nach Auswirkungen der Krise bejahen.
Deutlicher unter dem Durchschnitt liegen auch die
Ausbauhandwerker mit 56 Prozent; hier dürften die
Maßnahmen der Konjunkturpakete I und II eine Rolle
spielen: Verbesserter Steuerbonus für Handwerker-
leistungen sowie die Förderung der energetischen Gebäudesanierung federn die Auswirkungen der Krise
ab. Die Finanzkrise wirkt sich auch auf die Kreditvergabe aus: Etwa ein Drittel aller Betriebe antwortet,
dass sowohl der Zugang zu kurzfristigen Krediten als
auch der Zugang zu Investitionskrediten in den vergangenen drei Monaten schwieriger geworden ist. Das
bezieht sich in etwa zu gleichen Teilen sowohl auf die
Einforderung von zusätzlichen Sicherheiten als auch
auf eine insgesamt kritischere bzw. ablehnendere Haltung der Kreditinstitute.
Der überwiegende Teil der Betriebe – nämlich 75 Prozent – erwartet, dass die Beschäftigtenzahl gehalten
werden kann. Ein kleinerer Teil (vier Prozent) geht sogar noch von einer Erhöhung aus, allerdings melden
21 Prozent der Unternehmen, dass sie die Beschäftigtenzahl verringern müssen. Die Zahlen zur Beschäftigtenentwicklung nach Landkreisen aufgeschlüsselt
ergeben ein einheitlicheres Bild; lediglich im Landkreis Freudenstadt gehen rund 24 Prozent von einem
Stellenabbau aus, während es im Landkreis Tübingen
nur 16,4 Prozent sind (Reutlingen: 21,6 Prozent, Sigmaringen: 21,3 Prozent, Zollernalb: 19,6 Prozent).
„Was bringt die EU dem Handwerk?“
Kammer lädt Politiker und Unternehmer zur Diskussion
„Kleine Unternehmen. Große Ideen.“ – unter diesem
Motto findet vom 6. bis 14. Mai 2009 die erste europäische KMU-Woche statt. Die EU-Kommission möchte
mit ihrer Initiative das Unternehmertum in Europa
stärken. Die Handwerkskammer Reutlingen beteiligt
sich an der Aktionswoche.
Am 6. Mai geht es bei der Diskussionsveranstaltung
„Vorfahrt für den Mittelstand! – Was bringt die EU dem
Handwerk?“ um die Chancen und Lasten kleiner und
mittlerer Unternehmen in der EU und die Erwartungen des Handwerks an Europa und seine Parlamentarier.
Drei ausgewiesene Europapolitiker und aktuelle Kandidaten für die Wahl zum Europäischen Parlament am
7. Juni 2009 haben zugesagt: Heide Rühle, MdEP (Die
Die erste europäische KMU-Woche soll Information und
Austausch zwischen EU-Institutionen und Unternehmen ermöglichen.
Foto: EU-Kommission
Grünen|Europäische Freie Allianz), Edith Grupp
(CDU), und Michael Theurer, MdL (FDP). Die Sicht
der Praktiker und Mittelständler bringen Armin Epp-
ler, Geschäftsführer der Eppler Fenster GmbH & Co.
KG in Meßstetten, und Gerhard Beuter, Mechanische
Werkstätte in Horb, ein. Beide Unternehmer haben
das Handwerk im vergangenen Jahr im ersten
Europäischen Parlament der Unternehmen in Brüssel
vertreten. Die Moderation übernimmt Gudrun Bergdolt, Redakteurin beim Wirtschaftsblatt handwerk
magazin.
Die kostenfreie Veranstaltung findet am 6. Mai 2009
um 18 Uhr im Bürgerhaus Zehntscheuer, Mußmehlstraße 10, 72770 Reutlingen (Betzingen), statt.
Anmeldung bis zum 4. Mai 2009 per Fax unter 07121/2412-412,
per E-Mail an: [email protected] Internet: www.hwkreutlingen.de/kmu-woche2009.html
Im Jahr 1988
suchte die Geschäftsleitung
der Handwerkskammer Reutlingen einen erfahrenen und kompetenten Prüfer
für den Teil IV der Meisterprüfung, die
Berufs- und Arbeitspädagogik. Sie fand
Rudolf Ayerle. Der langjährige stellvertretende Leiter der Ferdinand-vonSteinbeis-Schule in Reutlingen brachte
alles mit, worauf es bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe ankommt:
fachliche Kompetenz, pädagogische
Umsicht und nicht zuletzt auch die notwendigen persönlichen Eigenschaften.
Für Ayerle waren die Korrektheit und
Höflichkeit im Umgang mit anderen
selbstverständlich. Seine Prüfungen
waren von Fachwissen und von
menschlicher Wärme und Humor geprägt. Qualitäten, die von Prüflingen
und Prüfern gleichermaßen geschätzt
wurden und ihm viel Respekt einbrachten.
Ayerle betreute Generationen von Meisterschülern. In den vergangenen zwanzig Jahren dürften es annähernd 10.000
Prüflinge gewesen sein. Es gab nur wenige, die sich nicht von Ayerles fachlichem Urteil überzeugen ließen. Rudolf
Ayerle hat seine Prüfertätigkeit beendet.
Die Handwerkskammer Reutlingen bedankt sich bei einem engagierten und
verantwortungsbewussten Pädagogen.
Landeszuschuss zur
Sanierung
Bildungsakademie Tübingen
Die Bildungsakademie Tübingen der
Handwerkskammer Reutlingen erhält
einen Zuschuss zur energetischen Sanierung des Gebäudes und der notwendigen Reparatur des Daches. 75 Prozent
der veranschlagten Kosten von einer
Million Euro werden aus Mitteln des
Zukunftsinvestitionsprogramms des
Bundes und des Landesinfrastrukturprogramms gefördert.
Der Zuschuss ist Teil eines Konjunkturpaketes für die berufliche Bildung, das
zehn Millionen Euro umfasst. Damit
soll eine energetisch wirksame Sanierung in neun Bildungszentren finanziert werden. Wirtschaftsminister Ernst
Pfister will mit dem Paket eine „Doppelwirkung“ erzielen. Es handele sich um
rasch umsetzbare Investitionen, von
denen vor allem das Handwerk profitiere. Zugleich sollten die Qualität und Attraktivität der Bildungseinrichtungen
nachhaltig verbessert werden. Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der
Handwerkskammer Reutlingen, kann
dem nur zustimmen. „Die Förderung ist
gut für die Betriebe und gut für die Bildungsakademie Tübingen.“ Durch die
Sanierung sollten die Energiekosten des
in die Jahre gekommenen Gebäudes
deutlich reduziert werden, so Eisert.
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 8 | 24. April 2009 | 61. Jahrgang
Paravan erhält
Auszeichnung
Land fördert ÜBA-Lehrgänge
Ort im Land der Ideen 2009
Staatssekretär Drautz: „Betriebe sollen in der Ausbildung nicht nachlassen“
Die Firma Paravan aus Pfronstetten
zählt zu den innovativen Unternehmen
und hat bereits zahlreiche Preise erhalten. Anfang April ist ein weiterer hinzugekommen. Paravan wurde zum „Ausgewählten Ort 2009 der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft im
Land der Ideen“ ernannt. Die Initiative
„Land der Ideen“ unter Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler zeichnet damit das elektronisch-digitale Lenk- und Fahrsystem Space-Drive für behinderte Autofahrer aus. Bremsen, Gasgeben und Lenken erfolgen mit
Hilfe von Joystick, Minilenkrad und
Gas-Brems-Schieber.
Paravan bietet individuelle Lösungen
für mobilitätseingeschränkte Menschen und seit diesem Jahr auch einen
Mobilitätspark. Das Unternehmen hat
sein Leistungsspektrum um ein Fahrsicherheitszentrum mit Test- und Prüfparcours für gehandicapte Autofahrer
erweitert: Es erlaubt, Lenksystem und
Fahrzeug in verschiedenen Situationen
kennen zu lernen. Wie auf dem Verkehrsübungsplatz können behinderte
Autofahrer in Ruhe und unter Anleitung
von Fahrlehrern das Einparken, Kurvenfahrten sowie Brems- und Ausweichmanöver auf nasser Strecke trainieren. Ein ausführlicher Bericht folgt in
der nächsten Ausgabe.
Das Wirtschaftsministerium BadenWürttemberg unterstützt die überbetriebliche Ausbildung an der Bildungsakademie Tübingen der Handwerkswerkskammer Reutlingen. Für das Jahr
2009 wurde ein Zuschuss in Höhe von
rund 532.000 Euro bewilligt. Staatssekretär Richard Drautz übergab Anfang
April den Bewilligungsbescheid an
Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Eisert.
Richard Drautz freute sich über den Anlass seines Besuches in Reutlingen. Einmal, weil er Geld mitbringen könne, so
der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Zum anderen, weil die überbetriebliche Berufsausbildung den Betrieben und der Ausbildungsqualität direkt
zugutekomme.
„Es ist uns wichtig, dass gerade in der
derzeitigen wirtschaftlichen Situation
die Betriebe bei der Ausbildung nicht
nachlassen. Damit sichern sie sich ihre
Fachkräfte für die Zeit nach der Krise“,
sagte Drautz.
Guter Start in das
Ausbildungsjahr ’09
Mehr als 1.000 freie Lehrstellen
In den ersten drei Monaten wurden bei
der Handwerkskammer Reutlingen 394
neue Ausbildungsverträge gemeldet.
Trotz des leichten Rückgangs von 5,1
Prozent gegenüber dem Vorjahr geht
das Handwerk zuversichtlich in die
nächsten Monate. Schließlich entspricht das aktuelle Quartalsergebnis
exakt dem des hervorragenden Ausbildungsjahres 2007.
Rainer Neth ist mit den aktuellen Zahlen zufrieden: „Es ist ein gutes Zeichen,
dass die Ausbildungsbereitschaft der
Betriebe trotz schwacher Konjunktur
ungebrochen hoch ist.“ Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen verweist auf
die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer. Dort sind zurzeit knapp 600
freie Lehrstellen für das Ausbildungsjahr 2009 und bereits mehr als 450 Angebote für das Jahr 2010 eingetragen.
Ausbildungsexperte Neth rechnet damit, dass sich die Situation für Schulabgänger in den kommenden Monaten
günstig entwickeln wird. Der Grund
sind sinkende Bewerberzahlen. „Von
den Arbeitsagentur wissen wir, dass weniger Bewerber zur Verfügung stehen.“
Vor diesem Hintergrund könne das aktuelle Quartalergebnis sogar als gut bezeichnet werden, meint Neth.
Die Kehrseite der sinkenden Bewerberzahlen: Für so manchen Handwerksbetrieb dürfte es schwieriger werden, Ausbildungsplätze mit qualifizierten Schulabgängern zu besetzen. Deshalb werde
die Handwerkskammer Reutlingen die
Betriebe auch weiterhin mit Rat und Tat
unterstützen, betont Neth. So zum Beispiel bei der Bewerbersuche: „Unsere
Ausbildungsberater arbeiten daran,
Ausbildungsbetriebe und Jugendliche
zusammenzubringen.“
Erfolgreiche Bilanz
Die Bildungsakademie Tübingen wird
2009 insgesamt 458 überbetriebliche
Lehrgänge für rund 4.780 Auszubildende durchführen. Dort werden jene Ausbildungsinhalte vermittelt, die im Aus-
bildungsbetrieb aufgrund der Betriebsgröße oder der Spezialisierung des
Unternehmens zu kurz kommen. Die
Auszubildenden werden mit Arbeitstechniken und Werkstoffen vertraut gemacht und erhalten eine hochwertige
Ausbildung auf dem neuesten Stand der
Technik.
Drautz hatte sich im vergangenen Jahr
persönlich einen Eindruck von der Bildungsakademie Tübingen gemacht.
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums
hatte er ein Grußwort gehalten und
beim anschließenden Rundgang die
Lehrsäle und Werkstätten kennen gelernt. Drautz betonte, auch aus diesem
Grund gerne wieder in die Handwerkskammer Reutlingen gekommen zu sein.
Hauptgeschäftsführer Eisert versteht
die finanzielle Unterstützung als Anerkennung und zugleich als Ansporn für
die weitere Arbeit der Bildungsakademie und ihrer Lehrkräfte. „Die überbetriebliche Ausbildung hat sich als Baustein in der dualen Berufsausbildung
bewährt und sichert das hohe Ausbildungsniveau im Handwerk“, fasste
Eisert zusammen.
Zanocco Fliesenfachgeschäft in Freudenstadt feiert 100-jähriges Bestehen
und Naturwerksteinen über Abdichtungen bis hin zu Treppen und Estrichen.
Erich Zanocco hat das Unternehmen
auf mehrere Standbeine gestellt. 1985
wurde die Firma „Zanocco Grabmale“
gegründet. Eigentlich handelte es sich
um eine Wiederbelebung, denn bereits
Großvater Giovanni fertigte Grabeinfassungen und Grabsteine. Heute umfasst
die ständige Ausstellung in der Freudenstädter Ringstraße rund 250 Grabsteine aus allen Kontinenten, in vielen
Varianten und Bearbeitungsformen.
2000 folgte der dritte Betriebszweig, der
Bautrocknungsservice, ein Bereich, der
in Neu- und Umbauten immer wichtiger geworden ist. Mit dabei ein Rundumservice bei Wasserschäden. Zertifizierte Spezialisten beseitigen die Schä-
Jubilare und Gratulanten: Kammerpräsident Joachim Möhrle, Seniorchef Erich Zanocco,
Daniel Zanocco, der Erste Landesbeamte Klaus-Ulrich Röber und Julian Osswald, Oberbürgermeister von Freudenstadt.
Foto: Zanocco
den und koordinieren die Sanierungsarbeiten im Einvernehmen mit den Versicherungen. Dieser Bereich wurde von
den Söhnen Daniel und Alexander Zanocco gegründet. Seit 2007 führt Daniel
Zanocco, Steinmetz und Industriekaufmann, das Fliesen- und Grabmalgeschäft in der vierten Generation. In den
vergangenen 100 Jahren hat das Unternehmen 40 Lehrlinge erfolgreich ausgebildet. Eine weitere Erfolgsgeschichte:
Pünktlich zum Firmenfest feierten zwei
Mitarbeiter ihre Beschäftigungsjubiläen. Thomas Wizenmaier ist bereits seit
30 Jahren dabei.
D
Qualitäts-
probleme entstehen
dadurch, dass wir
Qualität nicht ernst
genug nehmen.
preis für hervorragende kreative handwerkliche Fertigkeiten“. Die beiden
letztgenannten Sonderpreise wurden
im vergangenen Jahr zum ersten Mal
vergeben. „Die Handwerksbetriebe zeigen bei ihren Einreichungen jedes Jahr
eine hohe Kompetenz und Freude am
Tüfteln und Erfinden“, so Eugen Schäufele, Vorsitzender des Stiftungsvorstands. Schäufele ist davon überzeugt,
dass der Wettbewerb auch 2009 wieder
große Resonanz finden wird, da die
Handwerkerstiftung den Betrieben eine
Plattform bietet, ihre Innovationskraft
Stefan Maier, Dirk Walker, Joachim Mieser und Sylvia Weinhold (v.l.n.r.) waren die Experten bei der Telefonaktion der Handwerkskammer.
Foto: Steinort
Mit Sicherheit kopiergeschützt
Druckerei Herrmann aus Sonnenbühl erhält VR-Innovationspreis
Die Herrmann Druck + Media GmbH
wurde beim VR-Innovationspreis
Mittelstand 2008 der Volks- und Raiffeisenbanken mit dem Sonderpreis für das
Handwerk ausgezeichnet. Geschäftsführer Helmut Herrmann erhielt den
Preis aus den Händen von Ministerpräsident Günther Oettinger.
Die Offsetdruckerei aus SonnenbühlGenkingen hat ein Verfahren zur Herstellung fälschungssicherer Papiere entwickelt: Was man dem auf Sicherheitspapier gedruckten Originaldokument
nicht ansieht, wird durch den Kopiervorgang unübersehbar. Alle Kopien
werden automatisch mit dem Hinweis
„COPY“ gekennzeichnet.
Die Kopierschutztechnologie bietet
Unternehmen und Behörden zahlreiche
Vorteile. So lassen sich die Sicherheitselemente in handelsübliche Büropapiere und damit kostengünstig integrieren.
Der Aufwand, der mit der Kennzeichnung von Originalen und Kopien verbunden war, entfällt.
Der mit 15.000 Euro dotierte Sonderpreis ist die zweite Auszeichnung, den
Helmut Herrmann und sein Team für
ihre Entwicklung erhalten. Bereits im
Herbst 2008 wurden das Unternehmen
und sein „Papier mit Sicherheitsaufdruck“ mit dem 1. Preis des Innovationswettbewerbs der Kreissparkasse
Reutlingen ausgezeichnet.
Kompetenz und Engagement
Franz Zanocco, Sohn des Firmengründers, war 1955 Gründungsmitglied der
Flieseninnung Reutlingen. Sohn Erich
gehörte 25 Jahre lang dem Freudenstädter Gemeinderat an. Als Seniorchef ist er
mittlerweile im (Un-)Ruhestand angekommen. Seit 1978 engagiert Erich Zanocco sich als öffentlich bestellter und
vereidigter Sachverständiger und gehört als Mitautor eines Kommentars zur
VOB zu den bundesweit anerkannten
Experten und Referenten im Fliesen-,
Platten- und Mosaiklegerhandwerk.
Mit der rundum gelungenen Übergabe
des Unternehmens an die vierte Generation sei ein Lebenstraum in Erfüllung
gegangen, sagt Erich Zanocco: „Was
kann man sich als mittelständischer
Handwerker Schöneres wünschen?“
Innovationspreis 2009
Mit Preisgeldern in Höhe von 13.500 Euro schreibt die Kreissparkasse Reutlingen für das Jahr 2009 den 22. Innovationspreis der „Stiftung zur Förderung
innovativer Leistungen im Handwerk“
aus. Der Hauptpreis ist mit 5.000 Euro
dotiert. Der zweite und dritte Preis ist
mit 2.500 Euro beziehungsweise mit
1.500 Euro ausgestattet. Zusätzlich gibt
es drei Sonderpreise mit jeweils 1.500
Euro. Diese sind der Sonderpreis „Junges Handwerk“, der „Sonderpreis für
kleine Handwerksbetriebe mit bis zu
zehn Beschäftigten“ und der „Sonder-
oder Förderprogrammen. „Nicht jeder,
der Hilfe braucht, kennt die vorhandenen Möglichkeiten“, weiß Sylvia Weinhold, Leiterin der Betriebsberatung der
Handwerkskammer Reutlingen.
Die Aktion sei deshalb auch eine gute
Gelegenheit gewesen, nochmals auf die
Beratungsangebote der Kammer hinzuweisen. Sie wurde unterstützt von Stefan Maier, Leiter der Bildungsakademie
Tübingen, und Betriebsberater Dirk
Walker. Joachim Mieser von der
Bundesagentur für Arbeit informierte
über das neue Kurzarbeitergeld.
Anerkennung und Ansporn: Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Eisert und Wirtschaftsstaatssekretär Richard Drautz setzen auf die überbetriebliche Ausbildung.
Foto: Bouß
Preisverleihung in der Stuttgarter Liederhalle: Ministerpräsident Günther Oettinger erläutert letzte Details, sehr zur Freude von Helmut Herrmann und Siegfried Reiff, Vorstand der
VR-Bank Alb.
Foto: HWK
Kleine Schritte + wenig
Bürokratie = Erfolg
Maschinenbauer Schrade feiert 25-jähriges Bestehen
Bewerbungen können jetzt eingereicht werden
ie meisten
Antworten zu Kurzarbeit, Weiterbildung und Förderungen
Die aktuellen Konjunkturumfragen belegen es: Die Krise ist im Handwerk angekommen. Weniger Aufträge, verschlechterte Finanzierungsbedingungen und gedämpfte Erwartungen für die
Zukunft bestimmen Lage und Stimmung in vielen Betrieben. Dass guter
Rat nicht teuer sein muss, bewiesen die
Handwerkskammer Reutlingen, das
„Schwäbische Tagblatt“ und die „Südwest-Presse“ am 7. April 2009 mit einer
gemeinsamen Telefonaktion. Zwei
Stunden lang beantworteten Experten
Fragen zu Kurzarbeit, Weiterbildung
Schwarzwälder Traditionsbetrieb
mit venezianischen Wurzeln
Die Firmengeschichte nimmt ihren Anfang in den venezianischen Alpen, und
zwar in Caltrano. Von dort machte sich
Giovanni Zanocco auf den Weg in den
Nordschwarzwald. Der Terrazzo-Fachmann gründete 1908 in Dornstetten ein
Geschäft für Terrazzo-, Mosaik- und Zementarbeiten. 1909 folgte der Umzug
nach Freudenstadt.
„Die Terrazzoböden, das Mosaik des
kleinen Mannes, spielen heute keine
große Rolle mehr“, sagt Erich Zanocco.
Der Enkel des Firmengründers hat den
Betrieb 1965 übernommen und mehr
als 40 Jahre geführt. „Mit der industriellen Fliesen- und Plattenherstellung kam
auch das Ende für die Terrazzoböden“,
erinnert er sich. Das aktuelle Leistungsspektrum reicht von Fliesen, Platten
Telefonhotline für
Handwerksbetriebe
einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Ausgezeichnet werden Innovationen, die sich positiv auf Umwelt, allgemeine Gesundheit, Arbeits- und Ausbildungsplatzsicherung auswirken. Dabei genügen nicht die Idee oder technologische Konzepte, auch die praktische
Umsetzung und der wirtschaftliche Erfolg der Innovation zählen.
Wettbewerbsbeiträge sind bis spätestens 31. August 2009 bei der Handwerkskammer Reutlingen einzureichen. Ansprechpartner ist Rainer Neth, stellv.
Hauptgeschäftsführer, Tel. 07121/2412-210, E-Mail:
[email protected]
„In kleinen Schritten zum Erfolg“ ging
es für Rudi Schrade seit der Gründung
seines Unternehmens im Jahre 1983 in
Sonnenbühl. Den Betrieb hat der Mechanikermeister seither kontinuierlich
weiterentwickelt. Noch ein Plus: Schrade setzt auf wenig Bürokratie – um die
Wünsche der Kunden schneller und
effektiver zu erfüllen.
13 Mitarbeiter hat der Betrieb im Jubiläumsjahr, davon einen Auszubildenden. In den 25 Jahren seit Firmengründung hat Rudi Schrade sechs junge
Menschen ausgebildet. Ob Dreh- oder
Frästeile, ob Lademagazine oder der
Bau von Sondermaschinen (zusammen
mit einem Konstruktionsbüro) – die
Palette des Betriebes ist vielseitig und
flexibel. Ganz „von null“ angefangen
hatte Rudi Schrade nicht. Er übernahm
1983 die Firma Wortmann in Lichtenstein. Ein Jahr später folgte der Umzug
in die Poststraße nach Sonnenbühl-Undingen. Ab 1985 firmierte der Betrieb
unter „Rudi Schrade Maschinenbau
Drehteile GbR“, seit 1998 ist das Unternehmen eine GmbH & Co. KG.
Mit der Übernahme der Lademagazinproduktion vergrößerte der Betrieb sich
erneut. 1998 zog das Team in die neu gebauten Hallen im Undinger Gewerbegebiet um. Stillstand ist nicht angesagt –
ständige Weiterbildung der Mitarbeiter
hat beim Chef einen hohen Stellenwert.
Und: 2003 gab es die Zertifizierung nach
DIN EN ISO 9001:2000.
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
HANDWERK IN ZAHLEN
Aktuelle Lage und Erwartungen
der Gewerke
–25,7
Mehr Mobilität
Ein Unternehmen
aus Pfronstetten
bietet elektronische Lenksysteme
für behinderte Menschen an . . . . . . 8
Am Girls’Day haben sich Mädchen in typischen Männerberufen und im Handwerk umgeschaut
6,9
–12,2
7,5
Konjunktur
–33,3
Gesundheit
Weniger Aufträge für das Handwerk . . . . 8
5
Quelle: Konjunkturbericht
1/2009 der Handwerkskammer Reutlingen
Wie nutzen KMU
das Internet?
Leistungen online
anbieten
Onlineumfrage
Zulieferkatalog Handwerk
Neues Design, neue Adresse und neue
Funktionalitäten – das bietet der rundum erneuerte digitale Zulieferkatalog
des Handwerks. Unter www.zulika.de
und www.zulieferkatalog.de können
sich Zulieferbetriebe im Handwerk mit
ihren Produkten, Leistungen und Stärken präsentieren. Der Onlineservice
bietet den Betrieben zahlreiche neue
Darstellungsmöglichkeiten und den
Nutzern mehr Optionen für die Firmensuche. Neben reinen Produktpräsentationen können nun auch Dienstleistungen, Konstruktions- und Planungsleistungen abgebildet werden.
Der elektronische Katalog basiert auf
dem [email protected], einem internationalen Standard zur Klassifizierung
und Beschreibung von Produkten und
Dienstleistungen.
Der überarbeitete Zulieferkatalog des
Handwerks soll neue Zielgruppen erschließen. So sollen neben den industriellen Abnehmern künftig verstärkt
die Dienstleistungswirtschaft und innovative Unternehmen aller Branchen angesprochen werden.
Die Datenbank wird vom Zentralverband des Deutschen Handwerks und
den Handwerkskammern innerhalb des
Beratungs- und Informationssystems
im Handwerk (BIS) betrieben. Die Angaben stammen von den Betrieben
selbst.
Ein
Datenbankeintrag
im
Zulieferkatalog ist kostenlos. Es ist eine
Onlineregistrierung erforderlich.
Registrierung online unter
www.bis-handwerk.de/index.asp?x=0&y=1
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
7
THEMEN
19,8
Dienstleistung
Lage
Erwartung
„Mädchen brauchen Vorbilder“
20,6
Bauhauptgewerbe
!
!
Auf der „Eunique“ in Karlsruhe stellen
Kunsthandwerker und Designer aus ganz
Europa ihre Werke aus.
Seite 9
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 9 | 8. Mai 2009 | 61. Jahrgang
Ausbau
Baden-Württemberg
Die Sache mit dem Knick: Ausbildungsmeister Bernd Conzelmann erklärt Magdalena und Ann-Kathrin den nächsten Bearbeitungsschritt.
Svenja Klein ist Feinwerkmechanikerin und als solche
eine Exotin. Denn sie hat sich für ein Handwerk und
einen klassischen Männerberuf entschieden. Anders
als die meisten Schulabgängerinnen, die technische
Berufe nach wie vor meiden. Damit sich daran etwas
ändert, wird der Girls’Day durchgeführt.
Der Mädchen-Zukunftstag hat Tradition in der Bildungsakademie Sigmaringen. Akademieleiter Alfred
Nosch und sein Team sind seit den Anfängen im Jahr
2001 dabei. In diesem Jahr haben sie 16 Mädchen der
Klassen 6 bis 10 aus Haupt-, Realschule und Gymnasium begrüßt und ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: eine Präsentation der verschiedenen Metallberufe im Handwerk, eine Fragerunde mit einer Feinwerkmechanikerin und natürlich
auch eigene Versuche in der Schweißwerkstatt.
Svenja Klein schlüpft in die Rolle der Expertin, informiert über ihren Ausbildungsweg und über den
Berufsalltag. Die Schülerinnen stellen ihre Fragen und
bekommen Infos aus erster Hand. Ein wichtiger
Baustein im Konzept der Bildungsakademie. „Wenn
wir Mädchen für technische Berufe im Handwerk
gewinnen wollen, brauchen wir Vorbilder“, weiß
Nosch. Das Feedback der Teilnehmerinnen gibt ihm
Recht. „Guter Einblick in den Beruf“, „interessant“
und „nützlich“ lauten die Urteile der Schülerinnen.
Praktische Erfolge
Mindestens genauso wichtig sind Erfolgserlebnisse.
Die erarbeiten sich die Mädchen in der Schweißwerkstatt. Unter Anleitung von Schweißlehrer Jürgen Weideler verbinden sie einzelne Metallelemente zu einem
Kerzenständer. Die Schülerinnen sind mit Einsatz und
Freude dabei. Jede wird am Nachmittag ihre erste
Schweißarbeit mit nach Hause nehmen können.
Auch Magdalena Essig und Ann-Kathrin Gross be-
schäftigen sich mit Metall. Die Schülerinnen der Neugreuth-Realschule in Metzingen verbringen ihren
Girls’Day in der Karosseriebauwerkstatt der Bildungsakademie Tübingen. Ein Bilderrahmen aus Stahl soll
entstehen.
„Es war das interessanteste Angebot“, sagt Magdalena
zu ihrer Wahl. Die Zwölfjährige hat im Unterricht
bereits mit Holz gearbeitet und freut sich vor allem
darüber, dass etwas Abwechslung in ihren Schüler innenalltag kommt: „Es ist halt mal was anders.“
Ann-Kathrin stimmt zu. Sie erläutert die einzelnen
Arbeitsschritte, in denen aus einem Stahlblech ein
leicht geschwungener Bilderrahmen wird: Anreißen,
schneiden, feilen, biegen. Einen Berufswunsch hat Sie
noch nicht. Allerdings gibt es bereits eine Tendenz,
was das Praktikum, das im kommenden Jahr ansteht,
betrifft: „Eher Handwerk als Büro“, meint die 13-Jährige. Walter Erbe, Mitgründer und Vorstand der Zimme-
Foto: Steinort
rei Syndikat AG in Reutlingen, würde diese Entscheidung begrüßen. Sein Unternehmen beteiligt sich seit
vier Jahren am Girls’Day, denn die Idee hält er nach
wie vor für überzeugend. Schließlich gehe es auch in
den klassischen, männlich geprägten Handwerksberufen vermehrt darum, mit Köpfchen an die Sache zu
gehen, sagt der Zimmerer: „Und da stehen Mädchen
den Jungen in nichts nach.“ Erbe spricht aus Erfahrung, denn sein Betrieb hat bereits eine junge Frau zur
Zimmererin ausgebildet. Was Erbe sich wünscht, ist
mehr Zeit: „In unserem Beruf ist ein Tag einfach zu wenig.“ Besser wäre eine Girls’Week, damit die Mädchen
lange genug dabei sind, um ein Resultat sehen zu können. Im Gegensatz zu anderen Gewerken könne man
in der Zimmerei am Ende des Tages eben keine Arbeit
mit nach Hause nehmen. Trotzdem möchte Erbe
weiterhin am Girls’Day teilnehmen: „Im nächsten Jahr
machen wir wieder mit.“
Gruppenbild
mit Kerzenständern: Die
Schülerinnen
präsentieren
ihre Arbeiten
vor der
Bildungsakademie
Sigmaringen.
Foto: Handwerkskammer
Viele Handwerksunternehmen sind bereits mit einer eigenen Homepage im
Internet vertreten. Doch wie sieht es mit
anderen netzbasierten Diensten aus,
beispielsweise mit Bezahlsystemen
oder der elektronischen Beschaffung?
Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr (NEG) widmet
seine diesjährige Umfrage ganz dem
Thema Internetpräsenz.
Die Erhebung will sowohl das aktuelle
Nutzerverhalten von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erfassen, als
auch künftige Vorhaben und Anwendungen abfragen. Zusätzlich werden
Zeitreihendaten zur Internetnutzung
und dem allgemeinen Informationsbedarf in kleinen und mittleren Unternehmen gewonnen.
Die Umfrage „Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk –
Ihre Erfahrungen und Wünsche 2009“
läuft bis zum 30. Juni 2009. Die Beantwortung nimmt circa zehn Minuten in
Anspruch. Alle Befragungsteilnehmer
erhalten auf Wunsch eine kostenlose
Sonderauswertung für ihre Region.
Weiter Informationen im Internet unter
www.umfragen.ifhkoeln.de/NEG2009
Ausbilder gesucht
Heribert-Späth-Preis
Die Stiftung für Begabtenförderung im
Handwerk des Zentralverbands des
Deutschen Handwerks zeichnet seit
1997 besondere Ausbildungsleistungen
von Handwerksbetrieben mit dem
Heribert-Späth-Preis aus. Der Preis
würdigt Inhaber, die sich in besonderer
Weise für die Ausbildung von jungen
Menschen aktiv engagieren. Im Zentrum stehen dabei innovative Ideen und
Konzepte, die ihren Nutzen in der Praxis
bewiesen haben. Der Preis ist mit 3.000
Euro dotiert. Bewerbungsschluss ist der
2. Oktober 2009.
Weitere Infos zur Bewerbung gibt es bei der Handwerkskammer Reutlingen. Ansprechpartner ist Rainer
Neth, stellv. Hauptgeschäftsführer, Tel. 07121/2412210, E-Mail: [email protected]
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 9 | 8. Mai 2009 | 61. Jahrgang
„Entscheidend ist die
individuelle Anpassung“
Mit moderner Technik und vielen Serviceleistungen verhilft Paravan behinderten Menschen zu Mobilität
derter, ist auf maßgeschneiderte Lösungen angewiesen. Roland Arnold erläutert, worauf es ankommt: „Entscheidend ist, dass das Fahrzeug individuell
angepasst ist.“
Crashtest bestanden
Sichere Kurvenfahrt: Behinderte Autofahrer
können sich in Pfronstetten mit Fahrzeug und
Lenksystem vertraut machen.
Foto: Steinort
Seit wenigen Wochen beherbergt die
Gemeinde Pfronstetten einen „ausgewählten Ort“. Die Auszeichnung, die
von der Standortinitiative „Deutschland
– Land der Ideen“ unter Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler vergeben wird, gilt der Paravan
GmbH und ihrem elektronischen Lenksystem Space Drive. Firmengründer Roland Arnold nutzte die Preisverleihung,
um aktuelle und künftige Projekte vorzustellen.
Pylone markieren Parklücken, kurvige
Streckenabschnitte oder einen Kreis. Es
sind mehrere Fahrzeuge unterwegs,
einzelne Etappen werden angesteuert
und verschiedene Fahrmanöver geübt.
Wie auf anderen Verkehrsübungsplätzen auch. Und dennoch ist die Anlage in
Pfronstetten-Aichelau einzigartig. Es
handelt sich um das erste Fahrsicherheitszentrum für behinderte
Autofahrer. Der Parcours erlaubt es
Fahrzeuglenkern mit Handicap, Lenksystem und Fahrzeug in verschiedenen
Situationen kennen zu lernen. In Ruhe
und unter Anleitung von erfahrenen
Fahrlehrern.
Die Anlage mit einer Fläche von 10.000
Quadratmetern wurde von Experten für
Fahrsicherheit, den hauseigenen Fahrlehrern und der Verkehrswacht BadenWürttemberg entwickelt. Rund 250.000
Euro hat das Unternehmen investiert.
Joystick statt Lenkrad
Aus Sicht von Thomas Fischer eine gute
Investition. Der Fahrlehrer betreut neben den eigenen Fahrschülern immer
häufiger Paravan-Kunden. Rund 40 Prozent mache deren Anteil inzwischen
aus. „Hier lernen die gehandicapten
Fahrer das umgerüstete Auto sicher zu
bewegen“, sagt Fischer.
Oder sie kommen nach Pfronstetten,
um ihren Führerschein zu machen. Wie
zum Beispiel Janis McDavis. Der 17-jährige verfügt weder über Beine noch über
Unterarme und Hände. Er steuert,
beschleunigt und bremst das Fahrzeug
allein mit den Schultern über einen
Joystick und durch Bewegungen seines
Körpers. Thomas Fischer betreut den
Fahrschüler. Auf die Frage, wie lange ein
Schwerbehinderter brauche, um die
begehrte Fahrerlaubnis in Händen zu
halten, gibt Fischer eine überraschende
Antwort: „Mit oder ohne Handicap
spielt keine Rolle.“ 20 Stunden seien
durchaus möglich, so Fischer.
Was so selbstverständlich erscheint, erfordert viel innovative Technik und eine
hochwertige handwerkliche Ausführung. Denn jeder Kunde, ob mit kleiner
Einschränkung oder als Schwerstbehin-
Dies gilt auch für eine neue ParavanEntwicklung, den Elektrorollstuhl. Der
kann optimal auf das jeweilige Krankheitsbild ausgelegt werden und bietet,
nachdem er alle Crashtests bestanden
hat, TÜV-geprüfte Sicherheit. Ein weiterer Vorzug ist, dass Rollstuhl und Fahrzeugumbau bestens aufeinander abgestimmt sind. Dadurch kann das Fahrzeug vom Rollstuhl aus bequem über eine Plug-in-Verbindung gesteuert werden. Das beschwerliche Umsteigen
kann vermieden werden. Als Kaufanreiz
hat Paravan die Abwrackprämie für
Rollstühle ins Leben gerufen. Wer sein
altes Gefährt gegen ein Modell aus
Pfronstetten austauscht, erhält 2.500
Euro Rabatt.
„Alles unter einem Dach“ – mit dieser
Unternehmensphilosophie ist Paravan
in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Die Firma betreibt ein Kompetenzzentrum in Heidelberg und Vertriebsbüros in Paderborn und Hamburg, kooperiert mit der Mietwagenfirma Avis und ist Partner zahlreicher
Autohersteller. Paravan rüstet pro Jahr
rund 500 Fahrzeuge aller Klassen und
Größen um, die an Kunden in aller Welt
geliefert werden.
Das nächste Projekt nimmt bereits Konturen an. Geschäftsführer Roland Arnold spricht von Vision. Paravan plant
eine Hotelanlage mit Schulungs- und
Trainingszentrum. 54 behindertengerechte Zimmer sollen es werden, jeweils
48 Quadratmeter groß. Ein weiterer Ort
in Pfronstetten. Für Kunden, Lizenzpartner, Hersteller und Kostenträger.
Im Handwerk brechen die Aufträge weg
Betriebe im Kammerbezirk Reutlingen gehen mit gedämpften Erwartungen in das Frühjahr
Die Handwerksbetriebe im Bezirk der
Handwerkskammer Reutlingen bekommen den wirtschaftlichen Abschwung
immer mehr zu spüren. Geringere Auftragseingänge, nicht ausgelastete Kapazitäten und ein schwieriges Marktumfeld machten den Unternehmen in den
ersten drei Monaten des Jahres zu
schaffen. Die Mehrheit der befragten
Handwerker beurteilt die aktuelle Geschäftslage inzwischen negativ. Bestätigt wird damit auch eine separat durchgeführte Umfrage bei allen Handwerksbetrieben im Kammerbezirk zur Wirtschaftskrise.
Nach einer repräsentativen Umfrage in
den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen und Tübingen und
Zollernalb verbuchte fast die Hälfte der
Betriebe einen Auftragsrückgang
gegenüber dem Vorjahreszeitraum (47,9
Prozent). Noch jeder zehnte Betrieb gab
an, mehr zu tun zu haben (10,6 Prozent). Zum Jahresbeginn 2008 waren es
mit mehr als 20 Prozent noch doppelt so
viele. Dies bleibt nicht ohne Folgen für
die Geschäftserwartungen des Handwerks. Immer mehr Betriebe blicken
pessimistisch in die Zukunft. Zwar rechnet ein knappes Drittel der Betriebe für
die Frühjahrsmonate mit einem
Auftragsplus (29,6 Prozent). Gleichzeitig
hat sich aber der Anteil derer, die mit
Auftragsrückgängen rechnen, innerhalb
von zwölf Monaten mehr als verdoppelt
(22,3 Prozent; 2008: 10,6 Prozent). Der
Konjunkturindikator der Handwerkskammer Reutlingen, der sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen
der Unternehmen ausweist, rutschte im
ersten Quartal 2009 mit –9,7 Punkten in
den Minusbereich. Im vorigen Quartal
Vor allem
Bau- und
Ausbaubetriebe
können
vom Konjunkturpaket
profitieren.
Foto: Handwerkskammer
lag dieser Wert bei +9,4 Punkten, im Vorjahr noch bei +24,8 Punkten.
„Immer mehr Betriebe werden vom aktuellen Abschwung erfasst“, sagt Joachim Möhrle. Der Präsident der Handwerkskammer Reutlingen zählt auf die
alljährliche Frühjahrsbelebung, geht
aber davon aus, dass sich die Erholung
in diesem Jahr auf einem deutlich
niedrigeren Niveau abspielen wird. „Die
blendenden Werte der Vorjahre können
wir zurzeit nicht erreichen“, fasst Möhrle zusammen.
Maschinenbauer betroffen
Besonders hart hat es die Unternehmen
erwischt, die für den gewerblichen Bedarf produzieren. Der Konjunkturindikator der Maschinenbauer und Ausrüs-
ter fiel auf –18,3 Punkte. Im Vorjahr war
diese Handwerksgruppe noch das konjunkturelle Zugpferd im Kammerbezirk.
Der Indikator lag damals mit +56,6
Punkten mehr als doppelt so hoch wie
im Kammerdurchschnitt.
Hoffen auf Konjunkturpaket
Kammerpräsident Möhrle sieht allerdings keinen Anlass, in Pessimismus zu
verfallen. Er setzt auf das Konjunkturpaket der Bundesregierung, von dem
ganz besonders auch das Ausbauhandwerk profitieren soll. Möhrle rechnet
fest damit, dass sich das kommunale Investitionsprogramm und die verbesserte Förderung der energetischen Sanierung im Laufe der nächsten Monate positiv auswirken werden. „Während un-
seren Metallbetrieben die Aufträge aus
der Industrie bereits wegbrechen, müssen die konjunkturellen Maßnahmen
erst noch greifen“, stellt Möhrle fest.
Was möglich ist, zeigt das Beispiel Abwrackprämie. Die hat sicherlich dazu
beigetragen, dass das Kfz-Gewerbe
recht zuversichtlich in die kommenden
Monate geht. Die Geschäftserwartungen der Autohäuser und Werkstätten
erreichen mit 23,3 Punkten den
höchsten Wert im Kammervergleich,
gefolgt von den Ausbauhandwerkern,
die 20,6 Punkte erzielen. Allerdings
lohnt sich auch hier der Blick auf das
Vorjahresquartal. Vor zwölf Monaten
lagen die Erwartungen der Maler,
Stuckateure und Heizungsbauer bei
44,4 Punkten, die des Kfz-Gewerbes bei
30,0 Punkten.
Welche Finanzierungsstrategie
ist die richtige?
Informationsveranstaltung für Handwerksbetriebe
Die Hausbank ist häufig der einzige und
damit wichtigste Finanzierungspartner
von Handwerksbetrieben. In der aktuellen Krise werden Regelungen für die
Kreditvergabe strenger und die Handlungsspielräume enger. Die Erfahrung
machen vor allem Betriebe, deren wirtschaftliche Lage sich in der Krise verschlechtert hat.
Die Veranstaltung „Finanzierungsstrategien für schwierige Zeiten“ am 14. Mai
2009 in der Bildungsakademie Tübingen zeigt Wege auf, wie Handwerksbetriebe ihre Finanzierungssituation verbessern können. Die Referenten informieren über öffentliche Förderprogramme sowie Landesbürgschaften
und Beteiligungskapital als Instrumen-
te der Mittelstandsfinanzierung. In einem weiteren Vortrag werden Strategien
für das erfolgreiche Verhandeln mit der
Bank vorgestellt. Als Experten konnten
Eberhard Wienhold von der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg und
der Unternehmensberater und ehemalige Bankvorstand Werner Walz gewonnen werden. Sie und das Beratungsteam
der Handwerkskammer Reutlingen beantworten Fragen rund um das Thema
Finanzierung. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten.
Infos und Anmeldung beim Beratungscenter der
Handwerkskammer Reutlingen, Tel. 07121/2141130, Fax 07121/2412-413, E-Mail: [email protected]
Ein ganz besonderer
Anzeigenauftrag
Branchenbucheinträge können schnell teuer werden
Mit (un)schöner Regelmäßigkeit geraten Handwerksbetriebe ins Visier zweifelhafter Geschäftemacher. So auch ein
Reutlinger Raumausstatter.
Der aktuelle Fall: Die Firma PublicMedia Ltd. mit Sitz in London meldet sich
telefonisch bei Betrieben, um für die
nochmalige Schaltung einer Anzeige in
einer sogenannten Bürgerinformationsbroschüre zu werben. Es folgt ein
einseitiges Fax, das eine gestaltete Anzeige mit Daten zum Handwerksbetrieb
enthält – und viel Kleingedrucktes. Das
nicht näher bezeichnete Druckwerk soll
zweimal jährlich in einer Gesamtauflage von mindestens 500 Exemplaren
für das PLZ-Gebiet 72xxx produziert
werden. Mehr erfahren die potenziellen
Auftraggeber nicht.
Die Kosten einer Insertion wären beträchtlich. Der Nettopreis für eine 85 !
130 mm große Farbanzeige beträgt
mehr als 600 Euro pro Ausgabe. Bei
einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren
und vier Ausgaben kostet die Unterschrift rund 2.500 Euro.
Richard Schweizer kennt viele solcher
Fälle. „Das Angebot an Branchenverzeichnissen wächst stetig und mit ihm
die Zahl der unseriösen Anbieter.“ Der
Rechtsberater der Handwerkskammer
Reutlingen empfiehlt Betrieben, entsprechende Angebote in jedem Fall
sorgfältig zu prüfen. Wenn wie im vorliegenden Fall weder das Produkt näher
bezeichnet werde, noch ein Ansprechpartner namentlich genannt ist, sei Vor-
sicht angebracht. Weil bei der Fülle von
Branchenbucheinträgen schnell mal
der Überblick verloren geht, sind Aktualisierungen und Folgeaufträge besonders beliebt. „Die Anbieter bauen
auf den Überrumpelungseffekt“, erläutert Schweizer. Der Wert solcher Inserate ist indes meist gering, denn viele solcher „Bürgerinformationsbroschüren“
sind bei Verbrauchern schlicht unbekannt. Im vorliegenden Fall wird lediglich eine Auflage von 500 Exemplaren
zugesichert. Neue Kunden dürften sich
so kaum finden lassen.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Reutlingen ist Richard Schweizer, Tel. 07121/2412-232,
E-Mail: [email protected]
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Baden-Württemberg
Handwerkstag erörterte mit dem Verband
Erziehung und Bildung Fragen rund um
die Lehrerausbildung.
Seite 9
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 10 | 22. Mai 2009 | 61. Jahrgang
THEMEN
HANDWERK IN ZAHLEN
Unterhaltsame
Feierstunde
Aktuelle Lage und Erwartungen
der Gewerke
Kraftfahrzeug
–12,1
gewerblicher
Bedarf
–31,3
23,3
–4,4
–3,4
Nahrungsmittel
10,3
Kammerbezirk gesamt
13,2
!
!
Lage
Erwartung
–9,7
Quelle: Konjunkturbericht
1/2009 der Handwerkskammer Reutlingen
7
Tag des Ehrenamts
Die Handwerkskammer Reutlingen
zeichnet Personen
für ihr ehrenamtliches Engagement
aus . . . . . . . . . . 8
Broschüre
Zahlen, Daten und Fakten über das regionale Handwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Handwerkskammer Reutlingen ehrte
ihre ehrenamtlichen Leistungsträger
Jubiläum
Brüdertrio führt Schreinerei in der dritten
Generation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Betriebsjubiläen in Kürze
Gut zu Fuß: Kosmetik Claudia Maier
Bebauungspläne
Schön von Kopf bis Fuß – Claudia Maier
macht es möglich. Seit 1984 ist die Kosmetikerin für das Wohl ihrer Kunden in
Reutlingen da. Den Startschuss für die
Selbstständigkeit legte die Fußpflegerin in
Kirchentellinsfurt. 1986 eröffnete sie das
Geschäft in der Storlachstraße in Reutlingen. Das Motto der Betriebe ist bis heute:
„Der Kunde ist König“.
Gemeinde Empfingen
Michael Weise ist Fliesenspezialist
Der Gemeinderat der Gemeinde Empfingen
hat am 21. April 2009 in öffentlicher Sitzung beschlossen, den Bebauungsplan „Alte Kaserne“ erneut öffentlich auszulegen.
Der Plan wird öffentlich bis zum 9. Juni
2009 im Rathaus der Gemeinde Empfingen
ausgelegt.
Aufwändige Mosaikfliesen? Terrakottaböden? Eine Duschschnecke? Michael Weise
aus Balingen ist seit 25 Jahren Inhaber seines eigenen Betriebes. Der Meister im
Fliesenlegerhandwerk plant Bäder mit
modernster CAD-Technik und koordiniert für
die Kunden sämtliche Gewerke. Seit 1995
ist Michael Weise Sachverständiger. Und:
Sein Wissen und Können hat er an zwei Auszubildende weitergegeben.
Der Gemeinderat der Gemeinde St. Johann
hat am 29. April 2009 in öffentlicher Sitzung beschlossen, den Bebauungsplan für
den Ortsteil Ohnastetten (10. Fortschreibung) zu ändern.
Der Plan wird öffentlich bis zum 18. Juni
2009 beim Bürgermeisteramt St. Johann,
Schulstraße 1, 72813 St. Johann-Würtingen, Zimmer 113, ausgelegt.
25 Jahre Hydraulik-Service & Agrartechnik Schwendele
Norbert Schwendele ist Schlosser. Und ein
Spezialist für alles rund um die Hydraulik
und Agrartechnik. 1983 gründete er seinen
eigenen Betrieb. Von der Hagstraße in Mössingen (Öschingen) aus bietet er sein Können an – ob Hydraulik-Schlauchkonfektionierung oder Reparatur von Hydraulikzylindern. Freilaufende Rinder? Nicht mit Norbert
Schwendele: Das Angebot umfasst neben
Paddock-Platten für Pferdeställe auch Weidezäune und Technik, die perfekt auf landwirtschaftliche Ställe abgestimmt ist.
Kipptorsystem zum Patent angemeldet
Von Haus aus ist Roland Braun Landmaschinenmechaniker. Der Meister in seinem Beruf ist heute, 25 Jahre nach Gründung des
eigenen Betriebes, Fachmann für Tore. Ob
Garage oder Industriebau – das achtköpfige Team um den Firmenchef sorgt dafür,
dass jedes Gebäude das Tor bekommt, das
am besten passt. Das hauseigene Kipptorsystem wurde jüngst zum Patent angemeldet. Die Firma in Meßkirch-Krumbach arbeitet für private Bauherren ebenso wie für Firmen und die öffentliche Hand.
Jetzt Kosten senken
Tipps und Anregungen
Es gibt immer Gründe, sich mit den
Kosten im Unternehmen zu beschäftigen. Nicht nur in Krisensituationen.
Auch bei guter Auftragslage lohnt es
sich, die Kostenrechnung genauer unter
die Lupe zu nehmen. In vielen Fällen
lassen sich schon ohne großen Aufwand
beachtliche Einsparungen erzielen.
Die Betriebsberater der Handwerkskammer Reutlingen haben einige Anregungen und Tipps in einer Liste zusammengestellt. Darunter große und
kleine Positionen. Die Vorschläge reichen vom Material- und Wareneinkauf
und die Finanzierungsstruktur über die
Energiekosten und den Fuhrpark bis in
den Bereich Werbung und Marketing.
Gemeinde St. Johann
Uwe Zellmer und Berhard Hurm vom Theater Lindenhof sorgten für humoristische Einlagen in der Friedrich-List-Halle in Reutlingen.
Gemeinde Loßburg
Vieles von dem, was im Alltag als selbstverständlich
wahrgenommen wird, wäre ohne das Engagement
von Ehrenamtlichen nicht denkbar. So auch im Handwerk. Die Handwerkskammer Reutlingen hatte deshalb am 9. Mai 2009 zum Tag des Ehrenamts in die
Friedrich-List-Halle nach Reutlingen eingeladen, um
die Frauen und Männer zu ehren, die sich in den vergangenen Jahren um das Handwerk und darüber hinaus verdient gemacht haben.
„Schiller, Klinsmann und mir“
„Wir haben das Datum mit Bedacht gewählt“, sagte
Joachim Möhrle, Präsident der Handwerkskammer
Reutlingen, mit Blick auf die von der ARD veranstaltete Themenwoche „Ist doch Ehrensache“, die
vom 10. bis 16. Mai 2009 Aufgaben, Aktionen, Projekte
und die Menschen, die daran arbeiten, mehr Aufmerksamkeit verschaffte. Hier wie dort gehe es um das
Gemeinwesen als solches, betonte Möhrle.
Die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements
werde in unserer Gesellschaft in Zukunft zunehmen,
so Möhrle. Dennoch habe das Ehrenamt ein Imageproblem: „Es gilt vielen als nicht zeitgemäß.“ Diejenigen, die im Stillen gesellschaftlich notwendige Arbeit
verrichteten, würden immer weniger wahrgenommen, fasste er zusammen.
Bei der Feierstunde war dies anders. Insgesamt 163
Persönlichkeiten wurden für ihre langjährige Arbeit
mit Urkunden, der Alfred-Geisel-Medaille, benannt
nach dem ersten Kammerpräsidenten der Nachkriegszeit, sowie silbernen und goldenen Ehrenzeichen geehrt. An der Ehrung nahmen unter anderem
die Calwer Bundestagsabgeordnete Renate Gradistanac und der Landtagsabgeordnete und Staatssekretär
im Sozialministeriums Dieter Hillebrand, teil.
Für die kurzweilige Unterhaltung sorgten Bernhard
Hurm und Uwe Zellmer vom Theater Lindenhof. Sie
spielten Szenen aus den Programmen „Kenner trinken
Württemberger“ und „Schiller, Klinsmann und mir“.
Mal gab es Einblicke in die Abgründe der schwäbischen Seele, mal ging es um die Sehnsucht der Schwaben nach dem Süden. Eine Mischung, die ganz nach
dem Geschmack der Gäste war. Das Publikum dankte
es den Schauspielern aus Melchingen mit vielen
Lachern und herzlichem Applaus.
Gerade im Handwerk spiele das Ehrenamt eine besondere Rolle, so Möhrle. Handwerk und Handwerker
seien stolz darauf, eine eigene Wirtschaftsgruppe darzustellen. Dies verdanke das Handwerk nicht zuletzt
auch unzähligen Meistern und Gesellen, die sich in
der Gesellen- und Meisterausbildung, in Prüfungsausschüssen, als Sachverständige und in vielen Gremien
auf lokaler und regionaler Ebene engagieren.
Kammerpräsident Möhrle machte deutlich, dass auch
eine Handwerkskammer auf das Engagement ihrer
Mitglieder angewiesen ist. „Wir können unsere Aufgaben nur erfüllen, weil sich immer wieder kompetente
Handwerker und Lehrer bereit erklären, eine Aufgabe
ehrenamtlich zu übernehmen“, betonte Möhrle. Ohne dieses freiwillige Engagement könnten viele der
vom Staat an die Kammer übertragenen Aufgaben,
zum Beispiel in der Berufsausbildung, weder im gewünschten Umfang noch in der gewohnten Qualität
erbracht werden.
Stabil und zuverlässig
Über 100 Sachverständige, rund 800 Mitglieder in den
Gesellenprüfungsausschüssen und rund 200 Mitglieder in den Meisterprüfungsausschüssen im Bezirk der
Handwerkskammer Reutlingen machten deutlich,
dass das Ehrenamt ein stabiler und zuverlässiger Träger der Selbstverwaltung der Wirtschaft sei.
Möhrles Fazit fiel eindeutig aus: „Wir können die Tätigkeiten, die im Ehrenamt ausgeführt werden, gar
nicht hoch genug veranschlagen. Unsere Gesellschaft
wäre ohne ehrenamtliches Engagement nicht nur gefühlsärmer und unpersönlicher. Ein funktionierendes
Gemeinwesen ist ohne solches Engagement eigentlich gar nicht denkbar.“
Technologieführerschaft und
Nähe zum Kunden
Umweltministerin Tanja Gönner referierte in Freudenstadt über das Entwicklungspotenzial erneuerbarer Energien
Kürzlich war Umweltministerin Tanja Gönner auf Einladung des CDU-Stadtverbandes Freudenstadt zu
Gast im Haus des Handwerks, wo sie über das Ent-
wicklungspotenzial der erneuerbaren Energien referierte. Dies sei ein Bereich, so Gönner, der nach wie
vor sehr gute Wachstumsraten vorweisen könne. Dar-
Die „Tipps zur Kosteneinsparung“ können kostenlos heruntergeladen werden unter: www.hwk-reutlingen.de/kostencheck.html
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Foto: Bouß
Präsident Joachim Möhrle (links) im Gespräch im Umweltministerin Tanja Gönner.
Foto: Bouß
über hinaus sei es für die wirtschaftliche Entwicklung
Deutschlands von großer Bedeutung, in den Bereichen, die sich unter dem Stichwort „nachhaltige Entwicklung“ zusammenfassen ließen, die Technologieführerschaft zu erhalten.
Neben den Industrieunternehmen in diesen Wirtschaftsfeldern sei gerade das Handwerk von großer
Bedeutung, da der regionale Handwerker vor Ort der
erste Ansprechpartner für den Verbraucher sei. Gerade mit den aktuell aufgelegten Konjunkturpaketen sei
es der Politik gelungen, eine Brücke zum Handwerk zu
schlagen. Neben den konjunkturellen Auswirkungen
würden die energetischen Sanierungen nicht nur zu
einer Senkung der Energiekosten führen, sondern zugleich die CO 2-Emissionen deutlich reduzieren. Darüber hinaus – und auch dieser Aspekt sei nicht zu
unterschätzen – erreiche man zudem einen Werterhalt, ja eine Werterhöhung von Gebäuden.
Im Anschluss an die Diskussionsrunde besichtigten
die Teilnehmer der Veranstaltung die Firma Schmid in
Freudenstadt, die sich von einer Eisengießerei zu einem der führenden Unternehmen im Bereich integrativer Prozesslösungen für die Bereiche Photovoltaik,
Leiterplatte und Flat-Panel-Display entwickelt hat.
Der Gemeinderat der Gemeinde Loßburg
hat am 28. April 2009 in öffentlicher Sitzung beschlossen, den Bebauungsplan
Wohnbaugebiet „Karrenweg“ in Loßburg zu
ändern.
Der Plan wird öffentlich bis zum 25. Juni
2009 im Rathaus Loßburg, Zimmer 17,
Hauptstraße 50, 72290 Loßburg, ausgelegt.
Kennen Sie Ihr
Limit?
Aktionswoche Alkohol
Jeder 20 Mitarbeiter in Betrieben und
Unternehmen ist alkoholkrank. 10 bis
30 Prozent aller Arbeitsunfälle geschehen unter Alkoholeinfluss, so die Schätzungen der Experten.
Information über die Gefahren und Prävention sind die Ziele der bundesweiten
Aktionswoche „Alkohol? Kenn dein
Limit“, die vom 13. bis 21. Juni 2009
stattfindet. Veranstalter der Aktionswoche sind die Deutsche Hauptstelle
für Suchtfragen (DHS) e.V. sowie die
Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung (BZgA) in Zusammenarbeit
mit dem Deutschen Olympischen
Sportbund (DOSB).
Unternehmen, die eine eigene Veranstaltung durchführen wollen, können
sich über die Internetseite der Aktionswoche anmelden. Es stehen zahlreiche
Infomaterialien zur Verfügung, unter
anderem ein Selbsttest, ein Plakat und
eine Zeitung, die kostenfrei im Betrieb
eingesetzt werden können. Die Materialien können ebenfalls online eingesehen und bestellt werden.
Eine Aktionswoche Alkohol wurde bereits 2007 durchgeführt, mit über 2.000
Aktionen an rund 700 Orten, darunter
auch in 88 Unternehmen.
Informationen unter
www.aktionswoche-alkohol.de
Z
ur Qualitätssicherung benötigt
man ein System der
ständigen Qualitätsverbesserung.
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 10 | 22. Mai 2009 | 61. Jahrgang
Tag des Ehrenamts 2009
Das regionale
Handwerk in Zahlen
Broschüre neu aufgelegt
Handwerkskammer Reutlingen zeichnet Personen für ihr ehrenamtliches Engagement aus
Goldenes Ehrenzeichen
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Robert Schneider aus 72116 Mössingen
Werner Nill aus 72147 Nehren
Günther Thumm aus 72160 Horb
Gerhard Merz aus 72336 Balingen
Paul Schlude aus 72469 Meßstetten
Julius Neher aus 88512 Mengen
Silbernes Ehrenzeichen
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Jochen Strasser aus 72072 Tübingen
Werner Koch aus 72458 Albstadt
Karl-Heinz Schäfer-Wiedler aus
72458 Albstadt
Erich Bächle aus 72461 Albstadt
Eduard Hahn aus 72517 Sigmaringendorf
Ernst Hein aus 72519 Veringenstadt
Wilhelm Gottlob Fetzer aus 72582
Grabenstetten
Harald Herrmann aus 72762 Reutlingen
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Alfred-Geisel-Medaille
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Michael Schanz aus 65760 Eschborn
Roland Müller aus 67433 Neustadt
Andreas Ank aus 68305 Mannheim
Gerhard Dieterle aus 72070 Tübingen
Eugen Kürner aus 72070 Tübingen
Ursula Raisch aus 72070 Tübingen
Ernst Schlecht aus 72076 Tübingen
Albert Bolz aus 72108 Rottenburg
Hermann Rempfer aus 72108 Rottenburg
Helmut Schäfer aus 72108 Rottenburg
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Thomas Schenk aus 72116 Mössingen
Christa Weber aus 72124 Pliezhausen
Wilhelm Handte aus 72131 Ofterdingen
Wilhelm Link aus 72147 Nehren
Bruno Raible aus 72160 Horb
Wolfgang Frey aus 72213 Altensteig
Clemens Barth aus 72250 Freudenstadt
Siegfried Dreger aus 72250 Freudenstadt
Ursula Fröhlich aus 72250 Freudenstadt
Manfred Konz aus 72250 Freudenstadt
Martin Frey aus 72270 Baiersbronn
Walter Hermes aus 72280 Dornstetten
Walter Caluser aus 72285 Pfalzgrafenweiler
Karl Pfau aus 72290 Loßburg
Heinrich Blind aus 72336 Balingen
Helmut Geiger aus 72336 Balingen
Siegfried Leopold aus 72336 Balingen
Christel Schneider aus 72351 Geislingen
Helmut Weinmann aus 72355 Schömberg
Dieter Wirth aus 72379 Hechingen
Martin Degrell aus 72401 Haigerloch
Josi Birkle-Kurz aus 72414 Rangendingen
Helmut Dietrich aus 72414 Rangendingen
Günter Kälbli aus 72459 Albstadt
Bernhard Maute aus 72459 Albstadt
Ernst Berger aus 72469 Meßstetten
Berthold Hagg aus 72474 Winterlingen
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Georg Deufel aus 72477 Schwenningen
Bodo Findeisen aus 72479 Straßberg
Walter Kröner aus 72479 Straßberg
Heribert Holderried aus 72488 Sigmaringen
Ulrich Uhl aus 72488 Sigmaringen
Andreas Hamma aus 72505 Krauchenwies
Werner Reuter aus 72505 Krauchenwies
Erich Wolf aus 72514 Inzigkofen
Josef Göggel aus 72519 Veringenstadt
Reinhard Schindler aus 72525 Münsingen
Otto Bärmann aus 72555 Metzingen
Jürgen Engelbrecht aus 72581 Dettingen
Jürgen Suetsch aus 72581 Dettingen
Bernd Rinker aus 72760 Reutlingen
Horst Künstle aus 72762 Reutlingen
Dieter Laible aus 72764 Reutlingen
Gisela Ruch aus 72764 Reutlingen
Detlef Schmidt aus 72766 Reutlingen
Dr. Norbert Tauber aus 72768 Reutlingen
Joachim Hilsenbeck aus 72770 Reutlingen
Willy Werner aus 72770 Reutlingen
Kurt Müller aus 72793 Pfullingen
Hans-Peter Henninger aus 72800
Eningen u. A.
Harald Krause aus 72810 Gomaringen
Heinrich Koch aus 72813 St. Johann
Wendelin Weiss aus 72827 Wannweil
Hans-Joachim Bechtle aus 75323
Wildbad
Hermann Geng aus 88348 Bad Saulgau
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Gerhard Sturm aus 88348 Bad Saulgau
Franz Traub aus 88348 Bad Saulgau
Klaus Demmelhuber aus 88605 Meßkirch
Manfred Wildmann aus 88605 Meßkirch
Erich Brenner aus 88299 Wuchzenhofen
Georg Fischer aus 88633 Heiligenberg
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Ehrenurkunde
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Heinz Rühl aus 65451 Kelsterbach
Peter Fellmeth aus 72108 Rottenburg
Josef Reitze aus 72108 Rottenburg
Peter Sauter aus 72108 Rottenburg
Andreas Deeg aus 72116 Mössingen
Arno Kühn aus 72116 Mössingen
Hans Maier aus 72116 Mössingen
Bruno Reutter aus 72116 Mössingen
Helmut Ruckaberle aus 72135 Dettenhausen
Peter Gramer aus 72160 Horb
Hans Kronenbitter aus 72160 Horb
Klaus-Jürgen Haas aus 72186 Empfingen
Inge Chittaro aus 72250 Freudenstadt
Karl-Heinz Drissler aus 72250 Freudenstadt
Ulrich Eberle aus 72250 Freudenstadt
Elke Mühl aus 72270 Baiersbronn
Susanne Borgmann aus 72280 Dornstetten
Karl-Heinz Walter aus 72290 Loßburg
Lothar Traub aus 72299 Wörnersberg
Hartmut List aus 72336 Balingen
Harald Rothfuß aus 72336 Balingen
Volker Sauter aus 72336 Balingen
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Die Geehrten aus dem Landkreis Tübingen.
Die geehrten Gebäudereiniger.
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Harald Heck aus 72351 Geislingen
Gerhard Seifried aus 72379 Hechingen
Ferdinand Saupp aus 72401 Haigerloch
Karl Geiselhart aus 72406 Bisingen
Günter Steinhilber aus 72411 Bodelshausen
Heinz Dietmann aus 72419 Neufra
Horst Stern aus 72419 Neufra
Martina Behrens-Reinke aus 72458
Albstadt
Manuela Früholz aus 72458 Albstadt
Reinhard Bärtle aus 72459 Albstadt
Horst Blutbacher aus 72461 Albstadt
Volker Boss aus 72461 Albstadt
Jürgen Keller aus 72461 Albstadt
Peter Grahlow aus 72469 Meßstetten
Daniela Lindner aus 72469 Meßstetten
Harald Kirchmaier aus 72475 Bitz
Heinz Lebherz aus 72475 Bitz
Karl Demmer aus 72488 Sigmaringen
Erwin Hoch aus 72488 Sigmaringen
Wilhelm Sigel aus 72488 Sigmaringen
Sabine Bingel aus 72501 Gammertingen
Edwin Stern aus 72501 Gammertingen
Manfred Frick aus 72505 Krauchenwies
Horst Mayer aus 72511 Bingen
Gerhard Steinhart aus 72513 Hettingen
Fidelis Dreher aus 72514 Vilsingen
Walter Hellstern aus 72514 Inzigkofen
Hans Bulander aus 72519 Veringenstadt
Ludwig Dobler aus 72519 Veringenstadt
Willi Kober aus 72531 Hohenstein
Doris Reusch aus 72555 Metzingen
Alfred Richard Weber aus 72555 Metzingen
Wilhelm Kullen aus 72584 Hülben
Gerhard Gantenbein aus 72587 Römerstein
Günther Harwalik aus 72762 Reutlingen
Rudolf Ayerle aus 72766 Reutlingen
Alfons Neumeyer aus 72768 Reutlingen
Gabriele Dohm aus 72770 Reutlingen
Heinz Haug aus 72793 Pfullingen
Gabriele Herter aus 72793 Pfullingen
Ulrich Kromer aus 72820 Sonnenbühl
Karl-Heinz Ranz aus 72820 Sonnenbühl
Klemens Schwab aus 78628 Rottweil
Manfred Keil aus 80638 München
Albert Pfau jun. aus 88255 Baienfurt
Albert Dehn aus 88348 Bad Saulgau
Sylvia Häberle aus 88348 Bad Saulgau
Wolfgang Ermler aus 88356 Ostrach
Peter Hügle aus 88512 Mengen
Hans-Peter Lasar aus 88512 Mengen
Greti Ziel aus 88512 Mengen
Uwe Katzer aus 89555 Steinheim
Jürgen Fecht aus 88605 Meßkirch
Kurt Martin aus 88605 Meßkirch
Egon Schwarz aus 88605 Meßkirch
Fritz Schmidberger aus 88630 Pfullendorf
Stichwort: Ehrungen
Ausgezeichnete Ehrenamtsträger aus dem Landkreis Freudenstadt.
Die Geehrten aus dem Landkreis Reutlingen.
Ausgezeichnete Ehrenamtsträger aus dem Landkreis Sigmaringen.
Ausgezeichnete Ehrenamtsträger aus dem Landkreis Zollernalb.
Fotos: Bouß
Die Handwerkskammer Reutlingen vergibt die Auszeichnungen auf der Grundlage ihrer Ehrenordnung. Der Vorstand
prüft, ob die geforderten Voraussetzungen vorliegen, und entscheidet über die
Vergabe.
Goldenes Ehrenzeichen
Es werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich durch herausragende Leistungen um das Handwerk verdient gemacht haben.
Silbernes Ehrenzeichen
Geehrt werden Persönlichkeiten, die
sich mehr als 20 Jahre in verantwortlicher Stellung maßgeblich für die Förderung des Handwerks eingesetzt haben.
Alfred-Geisel-Medaille
Mit der Alfred-Geisel-Medaille können
Persönlichkeiten ausgezeichnet werden,
die viele Jahre vorbildlich und in verantwortlicher Stellung ihre Pflicht erfüllt haben und die in der Öffentlichkeit maßgeblich das Handwerk gefördert haben.
Ehrenurkunde
Mit einer Urkunde werden Persönlichkeiten für ein mehr als 20-jähriges, besonders verdienstvolles Wirken in einem
Gesellenprüfungs- oder Meisterprüfungsausschuss ausgezeichnet.
Rund 13.000 Betriebe, 5.700 Auszubildende in den unterschiedlichsten
Berufen – wer sich schnell über die
regionale Handwerkswirtschaft und das
Beratungsangebot der Handwerkskammer Reutlingen informieren möchte,
findet in der Ausgabe 2008/2009 der
Broschüre „Zahlen, Daten, Fakten“ aktuelle und nützliche Infos.
Die Broschüre ist kompaktes Nachschlagewerk und Navigationshilfe in einem. Sie enthält die statistischen Daten
zur wirtschaftlichen Entwicklung der
Handwerkswirtschaft in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb.
Darüber hinaus stellt die Handwerkskammer Reutlingen sich und ihr umfassendes Dienstleistungsangebot vor. Die
Themen, zu denen die Experten der
Kammer informieren und beraten, reichen von A wie Abfallvermeidung bis Z
wie Zuliefererverzeichnisse. Eine Liste
mit Stichwörtern und Telefonnummern
hilft, die richtigen Ansprechpartner für
die geplante Unternehmensgründung
oder im Weiterbildungsbereich zu finden.
Telefonische Bestellung unter 07121/2412-121
(vormittags). Eine digitale Version kann heruntergeladen werden unter www.hwk-reutlingen.de/zahlendatenfakten.html
Wer heute nicht ausbildet,
hat morgen keine Facharbeiter!
Brudertrio führt
Familienbetrieb
50 Jahre Lacher GmbH
Aller guten Dinge sind drei, sagt der
Volksmund. Aller guten Geschäftsführer
sind drei, weiß die Firma Lacher: Der
1958 von Schreinermeister Rudolf Lacher gegründete Betrieb wird heute von
seinen drei Söhnen geleitet. Und die
dritte Generation steht schon in den
Startlöchern: als Azubi im Schreinerhandwerk.
Bis 1991 führte Rudolf Lacher die Geschicke des Mühringer Betriebes. Zunächst stand die übliche Schreinerarbeit im Vordergrund.
Als 1978 der gesamte Betrieb niederbrannte, erkannte Lacher dies als Chance. Mit vielen neuen Ideen startete er
den zweiten Anlauf. Seit 1987 hat
Lacher ein eigenes Sägewerk – und
somit die Produktion der Särge, die
heute das Firmenstandbein darstellt,
optimiert.
Das Holz bezieht die Firma zum großen
Teil aus dem Schwarzwald. Getrocknet
und verarbeitet wird direkt vor Ort. Mit
modernsten laser- und computergesteuerten Maschinen. Und bis heute in
viel Handarbeit.
Das Brudertrio steht seit 1991 gemeinsam als Geschäftsführer an der Spitze
des vom Vater gegründeten Betriebs.
Dabei hat jeder sein Spezialgebiet: Karl
Lacher managt das Sägewerk, Konrad
Lacher ist zuständig für den Außendienst und die Kundenbetreuung und
Rudolf Lacher ist der Logistiker des Betriebes.
Im Vordergrund des neun Mitarbeiter
starken Familienbetriebes steht die Zusammenarbeit aller Beteiligten und das
offene Miteinander.
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Baden-Württemberg
Die Landesinnung der Holzbildhauer
zeigt die Arbeiten der Teilnehmer des
Europäischen Gestaltungspreises
Seite 7
H AN DWERKSKAM M ER RE U TLIN GE N
Ausg. 11 | 5. Juni 2009 | 61. Jahrgang
THEMEN
HANDWERK IN ZAHLEN
Ausbildung im Kammerbezirk
Verabschiedung
Lehrlinge
Kreishandwerksmeister Herbert
Gühring erhielt das
goldene Ehrenzeichen der Handwerkskammer . . 6
5.593
5.698
davon weiblich
! 2007
! 2008
1.343
1.399
5
davon männlich
Auftakt
4.250
4
250
4.299
Handwerkskammer startet Veranstaltungsreihe „Das Handwerk mlädt ein...“ . . . . . 6
neu abgeschlossene Verträge
2.318
Fernweh
2.272
Ausbildungsverträge
Go.for.europe fördert Auslandspraktika von
Azubis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2.380
2.510
Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Sanierungsarbeiten
in der Kammer
Jubiläum bei
Maler Helle
Eingeschränkte Erreichbarkeit
Tübinger Betrieb wird 50 Jahre
D er Weg vo n T ü bi ngen n ach D u bai ist
so weit n icht: Eberh ard H elle, sei n es
Zeichens Malermeister, erin nert sich an
Kontaktbörsen und Messen – unter andere m m it de m bade n -w ürtte m bergische n Wirtsch aftsm i n ister i n Sa u diArabien.
F ür de n perfekte n A nstrich, Beto n i n standsetzu ngen oder Korrosionsschutz
sorgt Helle mit seinem vier Mitarbeiter
u m fasse n de n Tea m allerdi ngs da n n
doch eher in Tübingen. Den Betrieb gibt
es seit 1958.
Gegrü ndet hat die Malerwerkstatt Wern er H elle, der Vater des jetzige n In habers. Eberh ard H elle fü hrt das U n terneh men seit 1992 – und die dritte Generation steht bereits in den Startlöchern.
Sechs junge Menschen haben bei Helles
in den verga ngenen 50 Jahren geler nt,
mit Pinseln, Farben u nd Lacken u m zugehen. Und dabei sicher auch das Motto
m itbeko m m e n, u n ter das die M aler dy n astie ihre tägliche Arbeit stellt:
„Solide, ehrlich und pünktlich“.
Landjugend sucht
Tüftler
Landwirtschaftspreis 2009
Bereits z u m 13. M al schreibe n die berufsstä n dischen La n djugen dverbä n de
den Landwirtschaftspreis für unternehmerische In novation aus. Mit dem Preis
werde n T üftler u n d Erfi n der i m lä n dliche n Ra u m u n d dere n In n ovatio n e n
einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.
Bewerben kön nen sich landwirtschaftliche Betriebe u n d U nterneh men, die in
beispielhafter Weise m it der Lan dwirtschaft zusam menarbeiten. Betriebe der
Gastronomie, des Handwerks und Handels sind ebenso aufgefordert wie Initiativen, Gemeinden und Einzelpersonen,
die ei n i n n ovatives Projekt i m Bereich
Landwirtschaft u mgesetzt haben.
D er In n ovatio nspreis ist m it ei n e m
Preisgeld von insgesamt 5.000 Euro dotiert, das von der ZG Raiffeisen eG u n d
der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Baden-Württem berg gestiftet
ist. Bewerb u ngsschluss ist der 30. Ju ni
2009, die Preisverleih u ng fi n det E n de
Oktober statt.
Die Bewerbungsunterlagen können bei Peter Heffner vom Bund der Landjugend Württemberg-Hohenzollern, Tel. 07524 / 97798-81, angefordert werden.
Internet: www.lui-bw.de
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Te le fon 07121 / 2412-0,
Te le fax 07121 / 2412-400
Ver antwort lich: Hauptgeschäfts führer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Rund 60 Handwerkerinnen und Handwerker informierten sich über Förderprogramme.
Foto: Bouß
Von der Vermeidung des
K-Wortes
So sieht es zurzeit in einzelnen Büros in
der Handwerkskam mer Reutlingen aus.
Bitte haben Sie Verstän d nis dafür, dass
auf Gru n d der Sanieru ngsm aß nah men
die Mitarbeiterin nen und Mitarbeiter in
u n terschiedliche n Abteilu nge n a m
Reutli nger Sitz der Ka m m er i n de n
nächsten Wochen nur eingeschränkt erreichbar sind. F ür diejenigen, die direkt
z ur H a n d werkska m m er ko m m e n
m öchte n: Auch die Alteb urgstraße ist
bis D eze m ber 2009 ei n e ei n zige Ba ustelle; deshalb m üssen auf dem Weg in
die H i n de n b urgstraße ei n ige klei n ere
U m wege in Kauf genom men werden.
Handwerkskam mer informierte über Finanzierungsstrategien in schwierigen Zeiten
„Jetzt sollen die also über mein Schicksal entscheiden,
die die Krise verursacht haben?“ D er U n m ut einiger
H an dwerker ü ber m illiardenschwere Rettu ngsschirm e für Ba n ke n u n d Groß betriebe w urde i n der Bild u ngsakade m ie der H a n d werkska m m er Reutli ngen
deutlich geäußert. D abei sollte das K-Wort eigentlich
gar n icht falle n: Aber a uch we n n die Vera nstaltu ng
freu n dlich mit „ Finanzieru ngsstrategien in schwierigen Zeiten“ u mschrieben war – die Krise ist auch i m
Handwerk angekom men.
D e n Sta n d der D i nge m achte z u n ächst Sylvia
Wein hold, Geschäftsbereichsleiterin Unterneh mens beratu ng bei der H a n d werkska m m er Reutli nge n,
deutlich: Sie i nfor m ierte z u m Ei nstieg ü ber die
repräsentative U mfrage der Kam mer, wonach bereits
63 Prozent aller Betriebe die Auswirku ngen der Krise
versp üre n. M it 74 Proze n t si n d die größere n H a n dwerksbetriebe (51 und mehr Mitarbeiter) am stärksten
betroffen, u n d es sin d insbeson dere die Gewerke für
den gewerblichen Bedarf, die die Krise mit 78 Prozent
am deutlichsten spüren.
Strengere Vorgaben
D ie strengeren Vorgaben der Banken treffen jetzt vor
allen Dingen auch solche Betriebe, die in den vergangenen Jahren exzellente Ergebnisse vorweisen kon nten und die zu den Topkunden der Banken gehörten –
aber das Rati ng hat sich i n zwischen i nsgesa m t verschlechtert, so dass a uch sie jetzt m it de n gleiche n
Sch wierigkeite n z u kä m pfe n habe n wie dieje n ige n,
die schlecht gewirtschaftet haben.
Aber es gehe nicht daru m, so Wein hold, den Kopf in
de n Sa n d z u stecken. Viel m ehr m üsse n ach M itteln
u nd Wegen gesucht werden, u m aus der Krise möglicher weise sogar gestärkt hervorz ugehe n. Welche
M öglichkeiten es hier gibt, das erläuterte Dirk Walker,
U n ter n eh m e nsberater bei der H a n d werkska m m er
Reutlingen. Er gab einen u mfassenden Ü berblick über
die aktuellen öffentlichen Förderprogram me.
Wichtigste Botsch aft: D as Beratu ngsa ngebot für
Unterneh mer wurde deutlich ausgebaut, und über die
F örderprogra m m e ist es jetzt m öglich, m it „teuren “
Experten – die aus finanziellen Grü nden in der Regel
vo n klei n ere n Betriebe n n icht i n A nspruch ge n o m men werden kön nen – gemeinsa m Strategien für die
Z u k u nft z u e n twickeln. D iese Experte n si n d n ebe n
den Beratern der Handwerkskam mer auch notwendig
– de n n pri n zi p iell gilt bei alle n F örder m aß n a h m e n
das Hausbankprinzip, und es em pfiehlt sich, gut vorbereitet zur Bank zu gehen. Als Experte kon nte Eberh ard Wie n old ü ber das breit gefächerte Leistu ngsspektru m der Bürgschaftsbank Baden-W ürtte m berg
informieren. Der Unterneh mensberater und ehemalige Bankvorstand Werner Walz schließlich kon nte den
Handwerkerin nen und Handwerkern mit seinem Insiderwissen zahlreiche praktische Tipps geben.
Eng verflochten
D abei seien H a n dwerk u n d Ko m m u nen traditio nell
eng m iteinan der verflochten. „ D as H an dwerk ist die
kom m u nalste aller Wirtschaftsformen: Unterneh mer
Kleinen Betrieben eine Chance geben
So m üssten bei den aus Steuergeldern finanzierten öffentlichen Aufträgen auch kleine und mittlere Betriebe die C ha nce habe n, z u m Z ug z u ko m m e n. Eisert:
„ Deshalb gebührt der Einzellosausschreibung der eindeutige Vorz ug vor G eneralu nter neh m ervergaben.“
D arü ber hi n a us sollte n die Ko m m u n e n u n d Kreise
jetzt die erhöhten Grenzwerte für die freihändige Vergabe und die beschränkte Ausschreibung im Interesse
des regionalen Handwerks aktiv nutzen.
Schließlich sollte n bei de n Vergabee n tscheid u nge n
Eisert fordert Nachbesserungen
neben den klassischen Kriterien der Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit auch Ausbildungsleistu ng, Meisterqualifikation u nd das Ein halten von
Richtlinien wie zu m Beispiel gegen Schwarzarbeit eine Rolle spielen. Diese Themen m üssten insbesondere bei der U msetz u ng des Ko nju n kturpaketes II beachtet werden – und vor allen Dingen m üsse das Paket
rasch und effizient u mgesetzt werden.
Weitere Themen der Wahlprüfsteine beziehen sich auf
die Auflösu ng des Sanieru ngsstaus in Kin dergärten,
Schulen und anderen Infrastruktureinrichtungen, auf
die Stärkung der Kindergärten und der vorschulischen
Erzieh u ng, auf die flächen decken de Einfü hru ng von
Ganztagesschulen u nd die U mgestaltu ng der Hauptschulen zu Werkrealschulen.
„ Da das Handwerk auch in Zukunft Ausbildungsplätze
im dualen System bereitstellen wird, m üssen die beruflichen Schulen parallel dazu technisch auf hohem
Niveau ausgestattet sein und über eine ausreichende
Za hl h och q u alifizierter Lehrkräfte verfüge n “, so
Eisert. U n d n icht z uletzt d ürfte n die Betriebe n icht
durch bürokratische Auflagen überfordert werden.
Die vollständigen Wahlprüfsteine finden Sie auf der Internetseite der
Handwerkskammer Reutlingen: www.hwk-reutlingen.de
Weitere Informationen gibt es im Internet unter
www.hwk-reutlingen.de /kurzarbeitergeld.html
„ Das Handwerk ist die kom m unalste aller Wirtschaftsformen“
aus de m lokalen U m feld erbringen m it ihren M itarbeitern aus eben diesem U mfeld Leistungen für diese
Regio n. N icht o h n e Gr u n d si n d H a n d werksm eister
mit ihrer Rollenvielfalt als Unterneh mer, Steuerzahler,
Kunde, Bürger und Familienvater mit die wichtigsten
Träger u nserer ko m m u n ale n Selbstver waltu ng. Sie
vertreten dabei aber auch ihre eigenen Interessen, die
beiden Seiten dienen“, so Eisert weiter.
Nicht zuletzt deshalb habe das H an dwerk in BadenWürttem berg jetzt Wahlprüfsteine erarbeitet, die auf
eine zukunftsorientierte Kom m unalpolitik abzielten.
Kurzarbeitergeld
plus vorgestellt
Nach der Neuregelu ng des Kurzarbeitergelds soll dieses künftig bis zu 24 Monate lang gezahlt werden. Bereits nach
sechs Mo n aten kö n nen U nter neh m en
von Sozialversicheru ngsbeiträgen vollständig befreit werden. Dr. Joachim Eisert, H a u ptgesch äftsfü hrer der H a n dwerkska m mer Reutlingen, hält dies für
einen Konstruktionsfehler: „Kleine Betriebe benötigen die Entlastung ab dem
erste n Tag der Kurzarbeit.“ Nach Ei n sch ätz u ng Eiserts h at sich das Instr ument Kurzarbeit bewährt. D en Ausbau
zu m neuen „Kurzarbeitergeld plus“ hält
er deshalb für richtig. Allerdings seien
die geplanten Regelungen vor allem auf
größere Unterneh men ausgerichtet, die
Kurzarbeit ü ber ei n e n lä ngere n Zeitrau m nutzen, kritisiert Eisert.
U m kleine und mittelständische Unterneh men wirksam zu unterstützen, hatte
der Ze n tralverba n d des D eutsche n
Handwerks vorgeschlagen, Betriebe mit
bis z u 50 Beschäftigten ab de m ersten
Tag von den Sozialversicherungsbeiträge n z u befreie n. „ Es ist wichtig, dass
Han dwerksbetriebe kostengü nstig u n d
ei nfach das Kurzarbeitergeld n utze n
kön nen“, sagt Eisert. Deshalb m üsse die
geplante Entlastung sofort einsetzen.
Wahlprüfsteine des Handwerks
H a n d werksbetriebe si n d vo n zahlreichen E ntscheidungen der kom m unalen Ebene direkt betroffen. F ür
das Handwerk ist deshalb die Zusam mensetzung der
Kom m unalparlamente außerordentlich wichtig.
Allei n das H a n d werk i n de n La n dkreise n Freu de n stadt, Reutli nge n, Sigm ari nge n, T ü bi nge n u n d
Zoller n alb besch äftigt r u n d 80.000 M itarbeiter i n
13.000 Betrieben. Es erwirtschaftet einen U msatz von
ü ber 6 M illiarden Euro u n d bildet ru n d 5.700 ju nge
Menschen aus.
„ Die kleinen und mittleren Betriebe, in denen verantwortu ngsvoll gewirtsch aftet wird, die n ach h altige
Wertsch ö pfu ng m it verstä n dliche n Prod u kte n u n d
Dienstleistungen erzielen, bilden das Fundament unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Und zwar gerade in
den Städten u nd Gemeinden Baden-Württem bergs“,
m eint D r. Joachi m Eisert, H au ptgeschäftsfü hrer der
Handwerkskam mer Reutlingen.
In einigen Räumen im Gebäude der Handwerkskammer Reutlingen werden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.
Foto: HWK
6
Deutsche Handwerks Zeitung
H AN DWERKSKAM M ER RE U TLIN GE N
Junghandwerker
zeigen ihr Können
Leistungswettbewerb 2009
Auch in diesem Jahr wird der Leistungswettbewerb der deutschen Handwerksjugend durchgeführt. Den erfolgreichen
Teilneh mern winken neben Preisen und
Auszeichnungen vor allem beste Karriereaussichten. D en n d urch die Teilnahm e beweise n die ju nge n Nach w uchshandwerker, dass sie engagiert und leistu ngsorie n tiert si n d – ei n dickes Plus
bei der Bewerbu ng. D ie Erstplatzierten
a uf La n des- u n d Bu n desebe n e h abe n
die Chance, über die Stiftung für Begabtenförderung des Zentralverbandes des
D eutsche n H a n d werks gefördert z u
werden.
Teiln eh m e n ka n n, wer die G eselle n oder Abschlussprüfu ng i m Wi n ter
2008/2009 oder im Som mer 2009 abgelegt hat, die Prüfung mindestens mit der
Note 2,4 ge m eistert hat u n d zu m Zeitp u n kt der Prüfu ng das 25. Lebe nsja hr
noch nicht vollendet hat. In Ausnah mefälle n gilt als Altersgre n ze die Volle n dung des 28. Lebensjahres.
D er Wettbewerb wird a uf drei Ebe n e n
durchgeführt. Los geht es im Septem ber
2009 mit dem Kam merwettbewerb. F ür
die Sieger geht es weiter auf Landesebene bis hin zu m Bundeswettbewerb.
Parallel zu m Leistu ngswettbewerb findet ei n e weitere Ausscheid u ng statt.
Bei m Wettbewerb „ D ie G ute For m –
H an dwerker gestalten” dreht sich alles
u m das anspruchsvolle Bearbeiten von
Materialien und Formen und die ästhetische Q u alität der Arbeite n der Ju ngha n dwerker. D ie Teiln ah m ebedingu ngen entsprechen denen des Leistu ngswettbewerbs.
Der Wettbewerb richtet sich an folgende
H a n d werksber ufe: G oldsch m ied, Silbersch m ied, Stein bildhauer /Stein metze, H olz bild h a uer, Tischler, Metall bauer, Kürsch ner, Glas- u nd Porzellanm aler / Ku nstglaser, Glasveredler, Glasgraveure, Glaser, Maler, Keramiker, Weber, Vergolder, M aßsch neider, D rechsler, Graveure, Modisten, Augenoptiker,
Siebdrucker, Flexografen, Buch bin der,
Metallbildner, Konditoren und Fachverkäufer / -in nen im Nahrungsmittelhandwerk – Konditorei.
Herbert Gühring feierlich
verabschiedet
50 Jahre Holzbau Herter
F ür manche sind alte H äuser ein Fall für
die Abrissbir n e. F ür a n dere si n d sie
wahre Schatzkästchen, die es zu restaurieren u n d erhalten gilt. Wie für El m ar
H erter u n d sei n Tea m: Seit 50 Ja hre n
si n d die Zi m m erer i n H ayi nge n a n sässig.
G egrü n det w urde das U n ter n eh m e n,
das in den vergangenen 50 Jahren Ausbild u ngsplatz für 22 ju nge Me nsche n
war, von Albert Herter. Ih n ken nt m an
als O ber meister, erst i m Kreis M ü nsingen, später bei der In nung Reutlingen –,
als Sachverständigen und als Vorstandsm itglied des Zi m m ererverba n des Baden-W ürtte m berg. Bis 1999 leitete der
F ir m e ngrü n der die G eschicke des
Unterneh mens.
Seitdem steht Elmar Herter an der Spitze des H an dwerksbetriebes. U n d fü hrt
das M otto des Fa m ilie n betriebes fort:
„Tradition und In novation im Holzbau“.
Acht M itarbeiter hat der H ayi nger Betrieb heute. U n d ei n e n C hef, der die
Zeichen der Zeit erkan nt hat. So bildete
El m ar H erter sich weiter – z u m Betriebswirt des Handwerks, zu m Energiefach m a n n u n d z u m Resta urator des
Zim mererhandwerks.
M it Erfolg: Neben neuen D achstü hlen
oder Gau ben m acht ei nen großen Teil
der Aufträge die Sanieru ng von Altbaute n a us. Bei m Naturtheater i m hei m ische n H ayi nge n ware n die Zi m m erer
u m Elmar Herter ebenso im Einsatz wie
bei verschiede n e n B ürgerh ä user n i n
Ehestetten oder M ünzdorf.
Prominente Projekte waren die Restaurier u ng der Schlossscheu n e E hre nfels
und der katholischen Kirche Hayingen.
Im Ausland lernen
Go.for.europe fördert Auslandspraktika von Azubis
August Wannen macher als neuer Kreishandwerksmeister gewählt
Er sei halt ein richtiger Schwabe, meinte
Herbert Gühring bei seiner Verabschied u ng in der Stadthalle Museu m in Hechingen: eckig u n d kantig, u n d in ih m
w ürde i m m er n och ei n La usb u b
schlu m mern.
Und an die Anwesenden im Saal gerichtet sagte er: „Ich m ag euch alle.“ D eshalb wolle er auch seine Rede nicht für
ei n e n Rückblick n utze n, so n der n als
Dankeschön an alle, die ihn über 15 Jahre hi n weg als Kreish a n d werksm eister
im Zollern albkreis begleitet hätten.
Mit Ecken und Kanten
Joachi m M ö hrle, Präside n t der H a n dwerkska m m er Reutli nge n, hielt die
Laudatio auf den zuvor neu zu m Ehrenkreish a n d werksm eister G ewä hlte n.
Trotz der Belastu ng i m eigenen U nterneh men habe sich G ühring in den verschiede nste n Institutio n e n e ngagiert
und sei dabei trotz der F ülle seiner Ämter stets volksn a h gebliebe n – aber
schließlich bra uche m a n „ Me nsche n
m it Ecken u n d Kanten, Menschen, die
sagen, was sie denken, und die auch danach handeln“.
F ür sei n e za hlreiche n E hre n ä m ter –
nicht n ur im Zollernalbkreis – sei G ühring bereits oft geehrt worden. Auch von
der Handwerkskam mer Reutlingen habe er bereits die Alfred-Geisel- Medaille
u n d das silber n e E hre n zeiche n erh alten, so M öhrle. Er freue sich n u n, ih m
a uf ei nsti m m ige n Beschluss des Vorstan des das goldene E hren zeichen der
H a n d werkska m m er ü berreiche n z u
kön nen.
Auch La n drat G ü n ther- M arti n Pa uli
h ob G ü hri ngs „ beh arrliche n Ei nsatz “
n icht n ur für das H a n d werk, so n der n
a uch i n der Ko m m u n alp olitik hervor.
Und er verwies auch darauf, wie schlagkräftig das H a n d werk sich beso n ders
auch in Krisensituationen gezeigt habe,
z u m Beisp iel bei m Ei nsatz n ach de m
verheere n de n H och wasser vo m Ju n i
2008.
Anschließen d stellte sich August Wann e n m acher als n euer, a m Nach m ittag
vo n der Vollversa m m lu ng der Kreishandwerkerschaft Zollernalb gewählter
Kreishandwerksmeister vor und verwies
auf seine langjährigen ehrena mtlichen
T ätigkeite n für das H a n d werk. Bereits
1976 sei er in den Vorstan d der Schreiner-In n u ng geko m m en, seit 16 Jahren
sei er O bermeister und seit 1991 im Vorstand der Kreishandwerkerschaft. Stellvertretender Kreishandwerksmeister ist
er ebe nfalls seit m ehrere n Jahre n u n d
seit n eu n Ja hre n Vizepräside n t der
Handwerkskam mer Reutlingen.
Ih n erwarte keine einfache Aufgabe als
Kreish a n d werksm eister, fü hrte Wa n nen m acher aus, viel zu viele Probleme
gelte es i m H a n d werk z u bewältige n.
Allerdi ngs sei das H a n d werk n ach wie
vor ei n er der wichtigste n Wirtsch aftszweige in Deutschland – und besonders
a uch i n der Regio n. D iese Erke n n t n is
m üsse allerdi ngs auch wieder bei de n
Me nsche n – aber a uch bei de n H a n dwerkern selbst – ankom men.
D esh alb stecke er
selbst sehr große Erwartungen in die gepla n te I m ageka m p agn e des H a n dwerks, die ih m bei
den ersten Präsentatio n e n n och ei n m al
selbst deutlich gem acht h abe, dass
m a n stolz dara uf
sei n m üsse, ei n
Handwerker zu sein:
D en n das Han dwerk
sei die Wirtsch aftsmacht von nebenan.
Präsident
Joachim
Möhrle (rechts) zeichnete Herbert Gühring
mit dem goldenen
Ehrenzeichen der
Handwerkskammer
Reutlingen für seine
Verdienste aus.
Anmeldeschluss für die beiden Wettbewerbe ist der
31. August 2009. Nähere Informationen und Anmeldeformulare gibt es bei Karl-Heinz Goller, Leiter der Ausbildungsabteilung der Handwerkskammer Reutlingen,
Tel. 07121 / 2412-261
Aus Alt mach
Schmuckstück
Ausg. 11 | 5. Juni 2009 | 61. Jahrgang
Ein Praktiku m haben die meisten Lehrlinge, aber ein Auslandspraktiku m? Der
Idee, ei n e n Teil sei n er Ausbild u ng i m
Ausland zu absolvieren, gehört eindeutig die Zukunft, den n wer es wagt, zeigt
damit, dass er engagiert, lernbereit, mobil u n d flexibel ist. D as ist gut für die
Karriere u n d bri ngt Juge n dliche a uch
persönlich ein Stück weiter.
D as Projekt Go.for.europe gibt die notwendigen Starthilfen. Es richtet sich an
Auszubildende, die einige Wochen lang
im europäischen Ausland lernen möchten. Zwei Voraussetzu ngen m üssen erfüllt werden: Das Praktiku m m uss mindeste ns drei Woche n da uer n, u n d
selbstverstä n dlich m uss der Ausbildungsbetrieb zugestim mt haben.
Mehrere Servicestellen i m La n d i nform iere n u n d berate n ü ber alle rechtliche n u n d versicher u ngstech n ische n
Fragen u n d helfen bei der Suche n ach
ei n e m p asse n de n Betrieb u n d ei n er
Partnerorganisation, die das Praktiku m
betreut. D arü ber hi n a us werde n die
Teiln eh m er ü ber ei n Sti pe n die n progra m m gefördert. Go.for.europe u nterstützt bei der Antragstellu ng. Eine Ser vicestelle wurde beim Baden-Württembergischen Handwerkstag eingerichtet.
Rainer Neth, stellvertretender Hauptgesch äftsfü hrer der H a n d werkska m m er
Reutlingen, begrüßt die Initiative: „Wer
sprachliche, interkulturelle u nd soziale
Kom petenzen erwirbt, verbessert seine
Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“
G o.for.euro pe ist ei n G e m ei nsch aftsprojekt vo n Ka m m er n u n d Verbä n den
i n Bade n -W ürtte m berg. D as Projekt
Programm:
! Stärken fördern und zeigen – wie
Sie den Markt aktiv bearbeiten
! Senioren, LOHAS, One-to-One-Marketing – wie Sie die neuen Marketingtrends für sich nutzen
! Von Zusatzbedarf bis Empfehlungsmarketing – welche Wege
Sie heute wirksam zu Aufträgen
und Kunden führen
! Kundenkenntnis, Stimmung und
Konsequenz – wie Sie effektiv zum
Verkaufserfolg kommen
Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir bitten um
Anmeldung über das Beratungscenter der
Handwerkskammer Reutlingen, Tel.
0 7 1 2 1 / 2 4 1 2-1 3 0, Fax 0 7 1 2 1 / 2 4 1 24 1 3,
E-Mail:
[email protected]
hwkreutlingen.de.
Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 12. Juni
2009. Vorlagen für Anmeldung und Lebenslauf
gibt es auf der Projekthomepage www.goforeurope.de
Ü ber die Auswirk u nge n der Ko n ju n kturpakete der Bu ndesregieru ng auf das
Handwerk wollte sich die C D U -Bundestagsabgeord n ete A n n ette Wid m a n n M a u z i nfor m iere n. Präside n t Joachi m
M ö hrle gi ng i n de m G espräch davo n
aus, dass die Wirtschaftskrise das Handwerk nicht so stark treffen werde wie andere Bereiche der Wirtsch aft. Ausgenom men seien lediglich das Kfz- Handwerk und die Zuliefererbetriebe.
sondern mit ihr sei auch ein Anstieg der
B ürokratie verb u n de n – i nsbeso n dere
in den Handwerksbereichen, die Löhne
a uf Stu n de n basis abrech n ete n. Widman n- Mauz war der Meinung, dass sich
diese E ntscheid u ng wohl kau m werde
rückgängig machen lassen, da dies u nweigerlich ei n e A n heb u ng der Sozialversicheru ngsbeiträge zur Folge haben
m üsste. Ihr Motto: Keine Versprech u nge n vor der Bu n destagswa hl, die sich
nicht einlösen lassen.
Ein weiteres T hema war die neue – u nbürokratischere – Regelung des Kurzarbeitergeldes. Problematisch, so die Vertreter des H a n d werks, sei die ko m plizierte For m der Zertifizieru ng der einzelnen Weiterbildungsmaßnah men. Die
Ein zelzertifizieru ng sei Voraussetzu ng,
dass Kurzarbeiter i n solche n Kurse n
qualifiziert werden kön nten mit der Folge, dass ihre Arbeitgeber währen ddessen die Sozialversicherungsbeiträge voll
erstattet bekämen. Aber nicht nur, dass
die Zertifizieru ng einer jeden Maßnahme über 1.000 Euro kosten würde – bis
der Prozess durchlaufen sei, vergingen
zwischen vier und sechs Wochen. Insgesa mt sollte beachtet werden, die Regelu ng n och m ittelsta n dsfreu n dlicher
auszugestalten.
Auch z ur H albier u ng des Mehr wertsteuersatzes für perso n ali n te nsive
D ie nstleistu nge n wollte Wid m a n n M a u z kei n e Versprech u nge n m ache n.
D as T he m a sei letzte n dlich doch z u
ko m plex, als dass es sich für ei n e ei n fache Lösung eigne.
Know-how für Praktiker
Ei ne si m ple, aber wichtige Regel laute
desh alb: D ie Ku n de n a nsprache m uss
sich an den Kundengruppen und deren
Wü nschen orientieren. Mindestens genauso wichtig: Das Unterneh men m uss
sei n e Stärke n wirk u ngsvoll präse n tieren.
Insgesa m t vier T he m e n blöcke stehe n
auf dem Program m. Es geht u m die Instr u m e n te Bezieh u ngs- u n d E m pfehlungsmarketing wie u m Stärken-Schwächen-Analyse, u m effektive Verkaufsgespräche u n d u m zielgru p penadäquate
Ansprache. D ie Teilneh mer erwarte ein
interessantes Angebot mit vielen Anregu nge n, wirk u ngsvoll gege n Krise n sti m m u nge n u n d Auftragsei n brüche
anzugehen, ist sich Eigel sicher.
Gesprächsrunde in der Handwerkskammer Reutlingen: Rüdiger Strobel, Geschäftsführer
der Kreishandwerkerschaft Tübingen, Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen, Joachim Möhrle, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen
und Landeshandwerkspräsident, August Wannenmacher, Vizepräsident der Handwerkskammer Reutlingen, Jürgen Gress, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Zollernalb,
und Gebhart Höritzer, Kreishandwerksmeister (Tübingen) (v.l.n.r.).
Foto: Bouß
Auftakt der Veranstaltungsreihe „ Handwerk lädt ein ...“
Start frei für eine neue Veranstaltungsreihe der Handwerkskammer Reutlingen. Unter dem Titel „Handwerk lädt ein ...“ sollen
Themen aufgegriffen werden, die für
Handwerksunternehmen im Alltag wichtig
sind. Von betriebswirtschaftlichen Fragestellungen bis hin zum Umweltrecht, von
der Personalführung bis zum Marketing.
Im Mittelpunkt stehen immer der Betrieb
und Lösungen für die Praxis. Die Teilnahme ist kostenfrei.
„Schluss mit der Krisenstimmung! Wege
zu mehr Aufträgen in schwierigen Zeiten“
23. Juni 2009, 16.00–19.00 Uhr, mit anschließendem Imbiss
Handwerkskammer Reutlingen
Referentin: Dipl.-Oec. Andrea Eigel, Kaleidoskop Marketing Service GmbH, Bietigheim-Bissingen
Für 1 6 Auszubildende aus dem Handwerk bietet sich im Jahr 2009 die Chance, ein vierwöchiges Auslandspraktikum
in England oder Spanien zu absolvieren.
Reiseziele sind Torquay und Malaga.
Das Praktikum wird als Bestandteil der
Ausbildung anerkannt und von einem
Sprachkurs begleitet. Alle Teilnehmer erhalten mit dem Europass-Mobilität ein
Dokument, das die erworbenen fachlichen, sprachlichen und interkulturellen
Kompetenzen bestätigt.
Die Kosten für den Auslandsaufenthalt
sind überschaubar. Eine geringe Eigenbeteiligung (England 400 Euro, Spanien
300 Euro) deckt alle Fixkosten ab, lediglich für die Verpflegung muss selbst gesorgt werden. Die Teilnahme an einem
zweitägigen Vorbereitungsseminar ist
Pflicht.
Die aktuellen Termine sind:
! Torquay (England), 23. August
bis 19. September 2009 (zehn
Plätze) und
! Malaga (Spanien), 30. August bis
27. September 2009 (sechs
Plätze).
Parallel zu den Konju nkturpaketen, so
M öhrle, sei es sin nvoll, die rigiden Vorschriften vo n Basel II z u m odifizieren.
Ein weiterer wichtiger Schritt kön ne die
A n heb u ng der Gre n ze für die Ist-Versteuerung sein. Im Augenblick liege diese in Westdeutschland bei 250.000 Euro,
i n Ostdeutschla n d bei 500.000 E uro.
D iese Regelu ng laufe jedoch E n de des
Ja hres a us, u n d die Ist-Versteuer u ng
werde wieder ei n heitlich a uf 250.000
E uro z urückgefü hrt. We n n m a n die
Gre n ze für die Ist-Versteuer u ng jetzt
bundeseinheitlich auf 500.000 Euro anhebe, sei dies eine M aß nah m e, die für
viele H a n d werksbetriebe sofort wirksam werde. Der Staat habe lediglich einen Zinsverlust zu tragen.
Kontrovers diskutiert wurde die Forderu ng des H a n d werks, die vorgezogene
F älligkeit der Sozialversicher u ngsbeiträge zurückzuneh men. Mit der aktuellen Regelung werde nicht nur die Liquidität der H a n d werksbetriebe belastet,
Neue Aufträge statt
Krisenstimmung
„Handwerk lädt ein ...“
Jetzt bewerben!
Keine Versprechungen, die sich nicht einlösen lassen
Ist-Versteuerung anpassen
Trends u nd praktische Ansätze vor, wie
H an dwerksbetriebe neue Ku n den u n d
Aufträge erschließen kön nen.
Zwar fi n det die Vera nstaltu ng u n ter
dem Titel „Schluss m it der Krisensti m m u ng! Wege z u m ehr Aufträge n i n
schwierigen Zeiten“ statt, aber die Krise, findet Eigel, liefere nur einen Anlass
für die i n te nsivere Besch äftigu ng m it
M arketingthe m en. „Ich m öchte H an dwerker gru n dsätzlich dazu er m u ntern,
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer
Reutlingen ist Rainer Neth, stellv. Hauptgeschäftsführer, Tel. 07121 / 2412-210, E-Mail: [email protected], www.goforeurope.de
Annette Widmann-Mauz zu
Besuch bei der Kammer
Foto: Bouß
Vo n der Zielgr u p pe 50 plus h abe n Sie
gehört, aber ken nen Sie LO H AS? Dieser
Begriff steht für Lifestyle of Health an d
Sustai n ability u n d bezeich n et ei n e n
neuen Konsu mententyp, der als gleicher m aßen qualitätsbew usst wie finan zkräftig gilt. „ D as m acht diese Gr u p pe
a uch für das H a n d werk i n teressa n t“,
sagt die M arketi ngexperti n A n drea
Eigel. A m 23. Ju ni 2009 stellt sie in der
Handwerkskam mer Reutlingen aktuelle
wird unterstützt durch das Wirtschaftsm i n isteriu m Bade n -W ürtte m berg a us
Mitteln des Europäischen Sozialfonds.
ihren M arkt aktiv anzugehen.“ D ie Gesch äftsfü hreri n ei n er M arketi ng- u n d
Beratu ngsfir m a weiß a us ihrer Praxis,
wo die Sch wachstelle n a usz u m ache n
sind. „Viele Handwerker sind ausgewiese n e Experte n i n tech n ische n Frage n,
sin d aber sehr u nsicher i m Ku n dengespräch“, sagt Eigel. H äufig mit der Konseq ue n z, dass i m Verka uf vorsch n ell
a ufgegebe n wird, we n n die fachliche
Ko m peten z allein nicht z u m erfolgreichen Abschluss führt.
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
HANDWERK IN ZAHLEN
81 bis
100
7,0
4,6
27,6
22,6
33,6
32,6
! 1/2008
32,4
40,3
Betriebsauslastung in Handwerksunternehmenen ! 1/2009
61 bis
80
Der Handwerkstag lehnt das Konzept zur
neuen Werkrealschule ab. Die geplante
Notenhürde verstärke die Selektion. Seite 7
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 12 | 19. Juni 2009 | 61. Jahrgang
bis 60
Baden-Württemberg
über
100
Angaben in Prozent der befragten Unternehmen
Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
EINLADUNG
Vollversammlung
Die Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen tritt zu ihrer Sitzung am Mittwoch, dem 22. Juli 2009, um 15.30 Uhr, in
der Bildungsakademie Tübingen, Raichbergstraße 87, 72072 Tübingen, zusammen.
Wir laden alle interessierten Handwerker zu
dieser Versammlung ein. Die Sitzung ist öffentlich.
Joachim Möhrle
Dr. Joachim Eisert
Präsident
Hauptgeschäftsführer
THEMEN
Schwarzarbeit
erfolgreich
bekämpft
Elektronische Vergabe
Handwerkskammer Reutlingen setzt
erfolgreiche Schulungsreihe fort . . . . . . 6
Amtliche Bekanntmachung
Über 80 Prozent der
Bußgelder entfallen auf
Bau- und Ausbaubetriebe
Die neue Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen . . . . . . . . . . . . . . . 6
Bildungsangebot
Aktuelle Seminare und Fortbildungen der
Bildungsakademien . . . . . . . . . . . . . . . 6
Energietag 2009
Landesweiter Aktionstag
Umwelt- und
Gesundheitspreis
Beispielhafte Projekte gesucht
Die Versicherungsgruppe Signal Iduna
und die Handwerkskammer Hamburg
haben den mit 15.000 Euro dotierten
Umwelt- und Gesundheitspreis ausgeschrieben.
Der Wettbewerb zeichnet neue Ideen
und beispielhafte Projekte in den Bereichen Energienutzung, Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz aus. Mitmachen kann jeder, der interessante
Lösungen entwickelt hat, wie etwa
Energie eingespart und der Umweltoder Gesundheitsschutz verbessert
werden kann oder wie regenerative
Energieformen optimal genutzt werden
können. Es werden keine hochkomplexen Hightechinnovationen erwartet,
sondern Lösungen, die in der täglichen
Praxis helfen. Die Wettbewerbsbeiträge
sollten Vorbildcharakter für andere
Unternehmen und Verwaltungen haben.
Die Ausschreibungsunterlagen können
beim Zentrum für Energie-, Wasserund Umwelttechnik der Handwerkskammer Hamburg angefordert werden.
Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 9. August 2009.
Ansprechpartner ist Dieter Fuhrmann, Tel.
040/35905-810, E-Mail: [email protected],
www.elbcampus.de/de/aktuelles/veranstaltungen/2009/signal-iduna-umwelt-gesundheitspreis.php
Wer heute nicht ausbildet,
hat morgen keine Facharbeiter!
Kontrollen vor Ort sollen Schwarzarbeit wirkungsvoll eindämmen.
Im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen wurden
im vergangenen Jahr 38 Bußgeldbescheide wegen der
unerlaubten Betätigung im Handwerk in einer Gesamthöhe von 126.255 Euro erlassen.
Am häufigsten traten Schwarzarbeit und Verstöße gegen die Handwerksordnung im Bau- und Ausbaugewerbe auf. Mehr als 80 Prozent der Bußgelder, nämlich 105.155 Euro, entfielen auf diese Bereiche. In elf
Fällen hat sich der vermeintliche Kostenvorteil, den
sich die Auftraggeber erhofften, ins Gegenteil verkehrt. Sie wurden mit Bußgeldern von insgesamt
35.400 Euro belegt. Zum Vergleich: 2007 wurden 53
Bescheide mit einer Bußgeldsumme in Höhe von
123.810 Euro erteilt.
Karl Wagner von der Handwerkskammer Reutlingen
weiß, dass nur ein kleiner Teil der Fälle bekannt wird.
„Die Dunkelziffer dürfte erheblich sein“, sagt Wagner,
der als Leiter der Abteilung Handwerksrolle auch mit
schwarzen Schafen zu tun hat. Sein Team arbeitet eng
mit der Polizei, dem Hauptzollamt und den Ordnungsämtern zusammen, um die Schattenwirtschaft
möglichst wirkungsvoll einzudämmen.
Drastische Strafen
Wer ein zulassungspflichtiges Handwerk selbstständig
ausübt, ohne in der Handwerksrolle eingetragen zu
sein und die vom Gesetzgeber geforderte berufliche
Qualifikation nachgewiesen hat, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Dies gilt auch für die Auftraggeber
von Schwarzarbeit.
Der Gesetzgeber sieht drastische Strafen vor. Es dro-
Foto: Handwerkskammer
hen Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Im Extremfall droht
eine Betriebsschließung mit Sofortvollzug.
Findige Dienstleister
Der Strafenkatalog tut der Findigkeit einzelner Dienstleister, die sich im Handwerk tummeln wollen, keinen
Abbruch. „Häufig werden uns in der Folge unserer Ermittlungen Betriebsleiter präsentiert“, berichtet Karl
Wagner.
Die Handwerkskammer Reutlingen prüft in diesen
Fällen genau, ob die notwendigen Qualifikationen
und Beschäftigungsnachweise vorliegen, damit der
Betrieb in die Handwerksrolle aufgenommen werden
kann. „Leider ist das nicht immer so, und wir müssen
ablehnen“, sagt Wagner.
Wirksame Entlastung des Mittelstands
Bund hebt Höchstgrenze für Ist-Versteuerung rückwirkend auf 500.000 Euro an
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
5
Die Bundesregierung hebt rückwirkend zum 1. Januar
2009 die Höchstgrenze zur Ist-Versteuerung auf
500.000 Euro Umsatz an. Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen, begrüßt diesen Schritt: „Die Liquidität der kleinen und
mittleren Betriebe in der Region wird nachhaltig gestärkt.“
Ab einer bestimmten Umsatzhöhe müssen Unternehmen die fällige Umsatzsteuer sofort an das Finanzamt
überweisen, und zwar unabhängig davon, ob der Auftraggeber bezahlt hat. Die Grenze lag für Unternehmen im Westen seither bei 250.000 Euro, im Osten lag
sie beim doppelten Betrag. Nun wird diese Umsatzgrenze rückwirkend auf bundeseinheitlich 500.000
Euro angehoben. Obwohl es dabei bleibt, dass viele
mittelständische Unternehmen die Umsatzsteuer vorfinanzieren müssen, zeigt sich Eisert mit der Neuregelung zufrieden: „Die Maßnahme setzt am richtigen
Punkt an und verbessert unmittelbar und direkt die
Finanzsituation in Kleinbetrieben. Nach unseren
überschlägigen Berechnungen werden rund zwei
Drittel unserer Betriebe von den neuen Höchstgrenzen profitieren.“
Und dies sei angesichts der aktuellen Geschäftslage
auch dringend notwendig, so Eisert weiter. Der Kammerchef nennt neben den aktuellen Auftragsrückgängen und Umsatzeinbrüchen als weitere Belastungsfaktoren die Zahlungsmoral mancher Kunden und
verschärfte Bedingungen für die Aufnahme von Krediten bei der Hausbank.
Die Ist-Versteuerung steht bei den Handwerksorganisationen schon länger auf der Tagesordnung. Der Baden-Württembergische Handwerkstag hatte jüngst eine bundesweit einheitliche Umsatzgrenze von einer
Million Euro gefordert, um kleine und mittlere Betriebe weitgehend zu entlasten. Die bisherige Praxis hatte
im Handwerk Unverständnis ausgelöst. „Wer sich in
einer schwierigen Marktsituation behaupten muss,
kann nicht auch noch kostenlose Kredite für den Staat
bereitstellen“, fasst Eisert zusammen.
Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.hwk-reutlingen.de/umsatzsteuer.html
Unter dem Motto „Zukunft erleben“ findet am 19. und 20. September 2009 der
dritte Energietag Baden-Württemberg
statt. Beim landesweiten Aktionstag informieren und werben Gemeinden, Organisationen, Handwerker und viele
andere für Ideen und Produkte für Energiesparer und für den Einsatz erneuerbarer Energien.
Die Veranstalter bieten bewusst kein abschließendes Programm an, sondern
bauen auf lokale Aktionen und Initiativen vor Ort. Wer teilnehmen möchte,
wird mit umfangreichen Informationen
und verschiedenen Aktionsmaterialien
bei der Planung und Organisation des
lokalen Beitrags zum Energietag BadenWürttemberg unterstützt.
Zusätzlich werden im Vorfeld Workshops angeboten, bei denen interessierte Mitmacher praktische Tipps und
Leitfäden zur Umsetzung erhalten.
Darüber hinaus bieten die Workshops
Gelegenheit, sich mit anderen, teilweise
erfahrenen Mitmachern aus den Vorjahren auszutauschen. Die aktuellen
Workshoptermine sind auf der Homepage zum Aktionstag unter www.energietag-bw.de abrufbar.
Unter derselben Adresse gibt es weitere
Informationen für Aussteller und
selbstverständlich auch die Möglichkeit
zur Anmeldung. Alle Aktionen und Aussteller werden auf einer Aktionslandkarte eingetragen und über die Internetseite auffindbar sein. Der Energietag
Baden-Württemberg ist eine landesweite Energiekampagne unter Federführung der baden-württembergischen
Ministerien für Umwelt und Wirtschaft.
Weitere Informationen zum Aktionstag sowie zum
Thema Energiesparen und erneuerbare Energien erhalten Sie unter www.energietag-bw.de. Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer Reutlingen ist Brigitte
Rilling, Abteilung Umwelt und Energie, Tel. 07121/
2412-143, E-Mail: [email protected]
Deutsche Handwerks Zeitung
6 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 12 | 19. Juni 2009 | 61. Jahrgang
BEKANNTMACHUNG DES WAHLERGEBNISSES DURCH DEN WAHLLEITER
Die neue Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen
In der Deutschen Handwerks Zeitung Nr. 6 vom 27. März 2009 habe ich zur Einreichung
von Wahlvorschlägen für die Wahl der Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen aufgefordert. Innerhalb der festgesetzten Frist bis zum 31. Mai 2009 ging
bei mir je ein Wahlvorschlag ein, getrennt für die Wahl der Vertreter des selbstständigen
Handwerks sowie für die Wahl der Vertreter der Gesellen und anderer Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung.
Der Wahlausschuss hat in seiner öffentlichen Sitzung am Freitag, 5. Juni 2009, die vorgenannten Wahlvorschläge geprüft und gem. § 11 Abs. 2 Anlage C zur HwO (Wahlordnung)
zugelassen. Da somit für den Wahlbezirk nur je ein Wahlvorschlag für die selbstständigen
Handwerker sowie für die Gesellen und andere Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung zugelassen worden ist, gelten die in diesen Wahlvorschlägen bezeichneten Bewerber daher nach § 20 der Wahlordnung als gewählt, ohne dass es einer Wahlhandlung
bedarf. Die auf Sonntag, 5. Juli 2009 anberaumte Wahl erübrigt sich. Sie wird abgesetzt.
Die vom Wahlausschuss zugelassenen Wahlvorschläge veröffentliche ich nachfolgend
gem. § 11 der Wahlordnung. Gleichzeitig stelle ich gem. § 18 der Wahlordnung das Gesamtergebnis der Wahl fest:
Vertreter des selbstständigen Handwerks
Ordentliches Mitglied
1. Stellvertreter
2. Stellvertreter
Joachim Möhrle
Dipl.- Betriebswirt (FH)
Heisenbergstr. 1
72250 Freudenstadt
Friedrich Barth
Kfz-Mechanikermeister
Hörschweiler Str. 15
72296 Schopfloch
Manfred Konz
Elektroinstallateurmeister
Alfredstraße 18
72250 Freudenstadt
Gerhard Beuter
Mechanikermeister
Industriestr. 47
72160 Horb
Heinz Müller
Dipl.- Ing.
Gottlieb-Daimler-Str. 15
72250 Freudenstadt
Raimund Pfeffer
Dipl.- Ing. (FH)
Siemensstr. 8
72184 Eutingen
Reinhold Gärtner
Schreinermeister
Theodor-Heuss-Str. 18
72285 Pfalzgrafenweiler
Robert Züfle
Schreinermeister
Tonbachstr. 116
72270 Baiersbronn
Gunther Nübel
Schreinermeister
Herzogstr. 68
72285 Pfalzgrafenweiler
Claus-Dieter Wetzel
Konditormeister
Marktplatz 65
72250 Freudenstadt
Roland Plaz
Bäckermeister
Marktstr. 16
72184 Eutingen
Uwe Wiedmaier
Fleischermeister
Neuneckerstr. 5
72293 Glatten
Kay Jentz
Dipl.-Ing. (FH) GF
Hechinger Str. 22
72770 Reutlingen
Gerd Renz
Zimmerermeister
Uhlandstr. 20
72793 Pfullingen
Jürgen Krohmer
Zimmerermeister
Am Berg 12
72525 Münsingen
Harald Herrmann
Fliesenlegermeister
Wilhelm-Grimm-Weg 2
72762 Reutlingen
Thomas Kimmerle
Stuckateurmeister
Johannesstr. 40
72124 Pliezhausen
Jörg-Heinz Müller
Maurermeister
In Laisen 30
72766 Reutlingen
Peter Ring
Fuger
Mörikestr. 7
72805 Lichtenstein
Steffen Mohl
Fliesenlegermeister
Grabenstr. 35
72800 Eningen
Ingo Vöhringer
Fliesenlegermeister
August-Lämmle-Weg 6
72531 Hohenstein
Rüdiger Hofmann
Elektroinstallateurmeister
Lembergstr. 40
72766 Reutlingen
Andreas Leibfarth
Elektroinstallateurmeister
Am Heiligen Brunnen 22
72581 Dettingen
Wolfgang Pastoors
Radio- und
Fernsehtechnikermeister
Daimlerstr. 11
72793 Pfullingen
Bernd Heusel
Kfz-Betriebswirt
Rommelsbacher Str. 69
72760 Reutlingen
Günther Tröster
Mechanikermeister
Brühlstr. 23
72805 LichtensteinHolzelfingen
Karl Ulrich Thumm
Karosserie- und
Fahrzeugbauermeister
Keltenstr. 9
72766 Reutlingen
Joachim Stenzel
Dipl.-Ing.(FH)
Versorgungstechnik
Emil-Adolff-Str. 1
72760 Reutlingen
Friedrich Stoll
Bauingenieur (grad.)
Im Gässle 6
72770 Reutlingen
Josef Leippert
Metallbauermeister
Meidelstetter Str. 9
72829 Engstingen
Dieter Laible
Friseurmeister
Wilhemstr. 96
72764 Reutlingen
Roberto Laraia
Friseurmeister
Karlstr. 1
72764 Reutlingen
Bernd Christner
Friseurmeister
Reutlinger Str. 40
72829 Engstingen
Wilhelm Fetzer
Fleischermeister
Im Hof 3
72582 Grabenstetten
Edmund Sautter
Bäckermeister
Im Hörnle 76
72800 Eningen u.A.
August Dannegger
Zimmerermeister
Fürstin-Margarete-Str. 2
72488 Sigmaringen
Dietmar Redlich
Maurermeister
Am Stelzenbach 7
72514 Inzigkofen
Ordentliches Mitglied
1. Stellvertreter
2. Stellvertreter
Ordentliches Mitglied
1. Stellvertreter
2. Stellvertreter
Hermann Pfaff
Schmiedemeister
Unterdorfstr. 20
Ernst Hein
Elektromeister
Inneringer Str. 12
Alfred Schulz
Gas- und
Wasserinstallateurmeister
72488 Sigmaringen
72519 Veringenstadt
Paradiesstr. 32/1
88348 Bad Saulgau
Harald Walker
Elektromeister
Daimlerstr. 41/1
72074 Tübingen
Matthias Hornung
Kraftfahrzeugtechniker
Vogelbeerstr. 31
72813 St. Johann
Stefan Langmayr
Kraftfahrzeugmechaniker
Wengenstraße 40
72800 Eningen
Petra Hepper
Friseurin
Schellingstr. 25
72760 Reutlingen
Michael Wälder
Schreiner
Honauerstr. 2/1
72829 Engstingen
Karin Goller
Fleischereifachverkäuferin
Oberstetterstr. 2
72531 Hohenstein
Hermann Dreher
Flaschner, Installateur
Hintere Str. 3
72514 Inzigkofen
Alexander Linder
Metallbauer
Blochinger Str. 38
72516 Scheer
Reiner Höhn
Elektroinstallateur
Marienstr. 32
72531 Hohenstein
Armin Sieger
Schreinermeister
Panoramaweg 15
88605 Meßkirch
Manfred Lohr
Schreiner
Hintere Bergstr. 10/2
88630 Pfullendorf
Kai Grunert
Tischler
Oberdorf 12
72519 Veringendorf
Klaus Nagel
Zimmerer
Goethestr. 30
72127 Kusterdingen
Frank Bertsch
Maler und Lackierer
Ludwigstraße 31
72805 Lichtenstein
Boris Sorgius
Zimmerermeister
Linsenbergstr. 26
72074 Tübingen
Wolfgang Wendt
Kfz-Mechaniker
Weilerweg 36
72411 Bodelshausen
Andreas Möck
Kfz-Mechaniker
Steinlachmühle 1
72116 Mössingen
Thomas Klemenz
Radio- und Fernsehtechniker
Alte Steige 2
72813 St. Johann
Dorle Vatter
Fleischereifachverkäuferin
Drosselweg 8
72813 St. Johann
Elke Hecht
Fleischereifachverkäuferin
Brühlstr. 49
72805 Lichtenstein
Benjamin Rieker
Schreiner
Pfalzgrafenring 5
72119 Ammerbuch
Horst Reichert
Betonbauer
Zillhauserstr. 2
72336 Balingen
Andreas Schur
Maler und Lackierer
Kreuzäckerstr. 12
72805 Lichtenstein
Matthias Hübner
Maler und Lackierer
Brühlstr. 55
72770 ReutlingenOhmenhausen
Erich Gauggel
Industriemechaniker
Frommener Str. 24
72336 Balingen
Mario Döll
Mechaniker
Schützenstr 21
72488 Sigmaringen
Lothar Böhm
Mechaniker
Heubergstr. 28
72461 Albstadt
Simon Weinmann
Schreiner
Zinkenstr. 9
72336 Balingen
Rainer Wiest
Schreiner
Brühlweg 9/1
72401 Haigerloch
Elisabeth Schnitzler
Friseurin
Birkenstr. 3
72813 St. Johann
Erich Will
Kfz-Mechanikermeister
Lauchertstr. 14
72511 Bingen
Siegmund Bauknecht
Kfz-Mechanikermeister
Hauptstr. 4
88356 Ostrach
Edgar Hirz
Kfz-Elektrikermeister
Gorheimer Str. 25
72488 Sigmaringen
Amadeus Haas
Friseurmeister
Kugelbergstr. 4
88367 Hohentengen
Klaus Matt
Raumausstatter- und
Schreinermeister
St. Martinsplatz 5
88630 Pfullendorf
Bernd Single
Zahntechnikermeister
Fürst-Wilhelm-Str. 8
72488 Sigmaringen
Manfred Reutter
Maler- und Lackierermeister
Herrenberger Str. 60
72070 Tübingen
Ulrich Burkhardt
Maurermeister
Boschstr. 8
72108 Rottenburg-Hailfingen
Stefan Müller
Dipl.-Bau-Ing. (FH)
Aeulestr. 8/1
72074 Tübingen
Jochen Strasser
Schlossermeister
Dusslinger Weg 8
72072 Tübingen
Georg Hofer
Elektromeister/
FS-Techn. Meister
Pfalzgrafenring 17
72119 Ammerbuch
Siegfried Buck
Schlossermeister
Reutlinger Straße 67
72147 Nehren
Gebhart Höritzer
Dachdecker- und
Klempnermeister
Zwehrenbühlstr. 6
72070 Tübingen
Berthold Lamparth
Werkzeugmachermeister
Dobelstr. 10
72411 Bodelshausen
Wolfgang Veit
Schlossermeister
Robert-Bosch-Str. 21
72810 Gomaringen
Wolfgang Motzer
Glasermeister
Talstraße 33
72135 Dettenhausen
Bernhard Schnitzler
Glasermeister
Kapellenweg 16
72070 Tübingen
Holger Schmid
Glasermeister
Beim Kupferhammer 5/1
72070 Tübingen
Ernst Berger
Maurermeister
Blumersbergstr. 26
72469 Meßstetten
Mark Geiger
Maler- und Lackierermeister
Lauterbachstr. 1
72459 Albstadt
Karl-Josef Rupp
Maurermeister
Kirchgasse 15
72393 Burladingen-Ringingen
Paul-Gerhard Alber
Mechanikermeister
JohannesConzelmann-Str. 49
72461 Albstadt-Tailfingen
Achim Thiel
Gas-Wasserinstallateurmeister
Rohrackerstr. 35
72336 Balingen-Weilstetten
Rolf-Dieter Schrempp
Mechanikermeister
Unter Hornau 19
72459 Albstadt-Pfeffingen
Gerhard Merz
Kfz-Mechanikermeister
Untere Dorfstr. 42
72336 Balingen-Weilstetten
Günter Kälbli
Karosserie- und
Fahrzeugbauermeister
Ebingertalstr. 48/1
72459 Albstadt-Lautlingen
Wolf-Dieter Dengler
Kfz-Mechanikermeister
Bahnhofstr. 12–14
72379 Hechingen
August Wannenmacher
Schreinermeister
Im Hitzenried 8
72414 Rangendingen
Reinhard Konzelmann
Schreinermeister
Langenäckerstr. 8
72336 Balingen-Dürrwangen
Lothar Weinmann
Schreinermeister
Plettenbergstr. 8
72336 Balingen-Roßwangen
Harald Rothfuß
Friseurmeister
Wilhelm-Kraut-Str. 9
72336 Balingen
Albert Straubinger
Schuhmachermeister
Reinestr. 12
72393 BurladingenSamendingen
Giuseppe Capone
Friseurmeister
Marktstr. 5
72458 Albstadt
Günter Weiler
Fleischermeister
Maierhof 2
72379 Hechingen
Alfred Schweizer
Bäckermeister
Bachstr. 5
72406 Bisingen-Steinhofen
Stephan Alt
Fleischermeister
Lange Str. 12
72461 Albstadt
Reutlingen, 19. Juni 2009
Der Wahlleiter
Friedrich Reisser, Rechtsanwalt und Notar
Q
ualitätsniveaus
müssen nicht nur
erreicht, sondern auch
aufrechterhalten und
verbessert werden.
Vertreter der Gesellen und anderer Arbeitnehmer mit abgeschlossener
Berufsausbildung
Ordentliches Mitglied
1. Stellvertreter
2. Stellvertreter
Manfred Haug
Feinwerktechniker
Lange Str. 56
72285 Pfalzgrafenweiler
Jörg Schwarz
Fernmeldeanlagenelektroniker
Brühlstr. 24
72805 Lichtenstein
Rainer Geiselhart
Kommunikationselektroniker
Fontanestr. 4
72829 Engstingen
Heinz Sommer
Konditormeister
Wilhelmstr. 100
72764 Reutlingen
Renate Hauschild
Fachverkäuferin
Jahnstr. 5
72805 Lichtenstein
Rosemarie Rudorf
Friseurmeisterin
Müllersbergstr. 5
72829 Engstingen
Birgit Vollmer
Fleischereifachverkäuferin
Charlottenstr. 9
72805 Lichtenstein
Wolfgang Lieb
Dipl.-Ingenieur
Robert-Bosch-Str. 1
72501 Gammertingen
Traugott Feder
Maler und Lackierer
Theodor-Fischer-Str. 9
72760 Reutlingen
Günther Beck
Maler und Lackierer
Sophienweg 5/1
72760 Reutlingen
Carlos Pinheiro
Maler und Lackierer
Glemserweg 4
72813 Würtingen
Fit für die elektronische Vergabe
Zusatztermine
Bislang haben mehr als 500 Teilnehmer
unsere Einführungen in das Thema
Elektronische Vergabe besucht. Aufgrund
der großen Nachfrage wird die Handwerkskammer Reutlingen in Zusammenarbeit mit den Kreishandwerkerschaften in
den nächsten Monaten weitere Termine
anbieten. Den Anfang macht die Kreishandwerkerschaft Sigmaringen. Am 22.
Juni 2009, 19 Uhr, können sich Handwerksbetriebe darüber informieren, was
die Umstellung auf digitale Vergabeportale bringen wird und wie sich kleine und
mittlere Betriebe darauf vorbereiten sollten. Referent ist Welf Schröter vom Forum
Soziale Technikgestaltung. Weitere Termine sind in Vorbereitung. Alle aktuellen Daten sind auch im Internet abrufbar unter
www.hwk-reutlingen.de/ evergabe.html.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anmeldung: Beratungscenter der Handwerkskammer Reutlingen, Tel. 07121/2412-130,
E-Mail: [email protected]
REGIONAL
Baden-Württemberg
Gut aufgestellt und konkurrenzfähig. Drei
Handwerksunternehmer erhalten die
Wirtschaftsmedaille des Landes.
Seite 7
Deutsche Handwerks Zeitung
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 13-14 | 10. Juli 2009 | 61. Jahrgang
HANDWERK IN ZAHLEN
Schulabgänger aus allgemeinbildenden Schulen 2008
ohne Hauptschulabschluss
6.879
mit Hauptschulabschluss
37.525
mit mittlerem Abschluss
48.562
mit Fachhochschulreife
306
Abgänger insgesamt
Kommunikation ist gut,
Vertrauen ist besser
THEMEN
Handwerksbetriebe können vom Wertewandel profitieren, wenn sie sich auf die neuen Konsumenten einstellen
Für Unternehmen in Schieflage . . . . . . . 8
Rot verlangt Exklusivität, Grün sucht Sicherheit und
Behagen, Blau will in erster Linie mit Zahlen, Daten
und Fakten versorgt werden. Nein, es geht nicht um
esoterische Farbspiele, sondern um handfestes Marketing. Verkaufsprofis nutzen solche Typologien, um
sich besser auf Konsumenten und Verkaufssituationen einzustellen. Dass dieses Know-how auch für
Handwerksbetriebe wichtig sein kann, zeigte die Marketingexpertin Andrea Eigel zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Handwerk lädt ein ...“.
Es ist eine Binsenweisheit: Wenn es gut läuft im Unternehmen, leidet über kurz oder lang die Fähigkeit zur
Selbstkritik. Deshalb haben schwierige Zeiten durchaus auch ihre guten Seiten, meinte Andrea Eigel: „Die
aktuelle Lage gibt uns Gelegenheit, die bisherige Arbeit und gewohnte Vorgehensweisen auf den Prüfstand zu stellen.“ Denn unabhängig von der aktuellen
Lage, in der sich zahlreiche Branchen und Unternehmen befinden, werde es für Handwerksbetriebe immer wichtiger, sich intensiver mit Marketingfragen zu
beschäftigen, so Eigel.
Neue Auflagen für
Betriebe
Berufswelt
Freitags steht der
Praxiszug auf
dem Stundenplan
der Horber
Hauptschüler . 6
Zusätzliche Beratung
31.061
mit Hochschulreife
124.333
5
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Ausbildungsstart
2009
Anmeldung zur Berufsschule
Die Handwerkskammer Reutlingen und
die Berufsschulen bitten die Ausbildungsbetriebe, neue Lehrlinge möglichst schnell bei der Berufsschule anzumelden. Bitte denken Sie daran: Je
früher die Anmeldungen vorliegen, desto einfacher fällt die Planung für das
neue Schuljahr.
Ansprechpartner ist Karl-Heinz Goller,
Ausbildungsabteilung, Tel. 07121/2412-261,
E-Mail: [email protected]
Unternehmerreise
Baumesse SAIE in Bologna
Handwerk International Baden-Württemberg organisiert vom 28. bis 30. Oktober 2009 eine Unternehmerreise zur
internationalen Baufachmesse SAIE in
Bologna. Im Mittelpunkt stehen die
Teilnahme an einer Kooperationsbörse
und Gespräche mit Multiplikatoren.
Unternehmen der Branchen Bau, Ausbau, Innenausbau und Umwelttechnik
erhalten so die Chance, den sich rasch
entwickelnden Markt für energieeffizientes Bauen in Italien zu erschließen.
Italien entdeckt das Thema Energiesparen.
Der Bundesstaat und einzelne Regionen
haben Förderprogramme aufgelegt, die
Anreize für Sanierungen, energieeffizientes Bauen und den Einsatz erneuerbarer Energien schaffen. In diesem Umfeld hat sich die SAIE zur Leitmesse für
den Bausektor entwickelt. Die Veranstalter verzeichneten im vergangenen
Jahr 1.800 Aussteller aus 29 Ländern
und rund 180.000 Besucher.
Die Gesamtkosten betragen 1.250 Euro.
Die Kooperationsgespräche werden im
Vorfeld der Reise auf der Grundlage des
individuellen Firmenprofils vereinbart.
Anmeldeschluss ist der 13. Juli 2009.
Ansprechpartnerin ist Sylvia Weinhold,
Exportberatung, Tel. 07121/2412-133,
E-Mail: [email protected]
Jubiläen in Kürze
50 Jahre Mechaniker Max Mast
Seit einem halben Jahrhundert ist Max Mast
selbstständig: In Alpirsbach betreibt er seit
50 Jahren eine eigene Werkstatt. Zu den
Kunden zählen Privatpersonen ebenso wie
Firmen.
25 Jahre Schlosserei Kurt Müller
Mit fünf Mitarbeitern geht der Schlosserund Kfz-Mechanikermeister Kurt Müller ins
Jubiläumsjahr: 1984 gründete er seinen eigenen Betrieb. In der Werkstatt in SauldorfBietingen werden Schweißkonstruktionen
im Auftrag verschiedener Firmen ange fertigt.
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Fluorierte Treibhausgase
Keine Selbstläufer: Andrea
Eigel will Handwerksunternehmen dazu ermuntern, ihre Märkte
aktiv anzugehen.
Individuelle Ansprache
Rund 70 Handwerker und Führungskräfte hatten sich
im Klosterhof in Kusterdingen eingefunden. Unter
dem Titel „Schwierige Zeiten? Wege zu neuen Privatkunden in der Krise“ gab die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin Andrea Eigel einen informativen Überblick über sich verändernde Märkte und veränderte
Einstellungen und Werte der Konsumenten.
Geiz war gestern, könnte man meinen. Zumindest
künden Trendforscher vom Entstehen neuer Käuferschichten, und zwar solche, die bei ihren Entscheidungen vor allem auf qualitative Kriterien achten –
und bereit sind, höhere Preise zu bezahlen. Das renommierte Zukunftsinstitut in Kelkheim beobachtet
ein „wachsendes Bedürfnis nach regionalen Produkten“, erzeugt von Menschen, „denen ich traue und in
die Augen gucken kann.“ Eigels Einschätzung fällt
deshalb zuversichtlich aus: Handwerker können zu
den Gewinnern zählen, je passgenauer sie Kunden ansprechen und den Nutzen eines Produkts oder einer
Dienstleistung vermitteln.
Profil zeigen
Die Leitbegriffe des Abends waren denn auch Individualisierung, Beziehungsmarketing und Kommunikation. Denn Privatkunden von heute, berichten die
Trendforscher einhellig, sind nicht nur anspruchsvoller als die Generation vor ihnen, sondern auch informierter und weitaus flexibler, was die Auswahl ihrer
Dienstleister angeht. Eine weitere Herausforderung:
Vormals stabile und homogene Zielgruppen zerfallen
immer mehr. Stattdessen bilden sich neue Konsumententypen heraus, die sich einzelnen Gruppen entziehen.
Die Folgen für Handwerksunternehmen sind gravierend. Andrea Eigel erwartet, dass der Zeitaufwand, der
von Chefs und Fachberatern für die Auftragsgewinnung und die Kundenbetreuung eingesetzt werden
muss, künftig ansteigen wird. Denn auf Masse wird es
in Zukunft immer weniger ankommen. Ihre Empfehlung lautete deshalb: „Anbieter müssen ein Profil ha-
Lars Humm.
Juliane Mezger.
ben, glaubwürdig sein und bleiben und viel mehr als
bisher aktiv auf die Kunden zugehen.“
Stammkunden können dabei eine wichtige Hilfe sein,
wie das Beispiel eines auf Küchen spezialisierten
Schreinerbetriebs zeigt. Dieser veranstaltet regelmäßig und sehr erfolgreich Kochabende mit 16 Personen.
Eingeladen werden jeweils acht Kunden, die ihrerseits
acht Teilnehmer mitbringen. Nach der gleichen
Methode arbeiten Infoabende oder kulturelle Veranstaltungen. Von Empfehlungsmarketing sprechen die
Experten.
Bis dorthin kann es ein langer Weg sein. Vermutlich
lassen sich kleine, aber mitunter folgenschwere Nachlässigkeiten schneller abstellen. Die Beispiele aus dem
Handwerkeralltag, die Eigel zur Illustration anführte,
jedenfalls waren ganz nach dem Geschmack der Teilnehmer. Und wer verstanden hat, dass rotdominierte
Kunden in jedem Fall über den Preis verhandeln wollen, während gründominierte Kunden meist mehr an
Garantien liegt, hat schon etwas Wichtiges für das
nächste Kundengespräch gelernt.
nichts mit der Veranstaltung zu tun hat, sondern mit
der Marktentwicklung der vergangenen Wochen.
Humm ist bei der Baufirma Steidle in Sigmaringen für
den Vertrieb, Schwerpunkt Fertiggaragen, zuständig.
Nach einem schwachen Jahresanfang laufe es inzwischen wieder besser. Er beschäftige sich schon länger
mit Marketingfragen – und setzt auf bewährte Vorgehensweisen: „Wiederholung ist wichtig.“
Gerhard Baur aus Rottenburg stimmt zu. Baur hat sich
mit seinem Elektrotechnikerbetrieb im Teilort Ergenzingen auf Reparaturen von Elektrogeräten spezialisiert. Er ist sich sicher: „Werbung muss sich anpassen.“ Den Weg nach Kusterdingen hat er aus zwei
Gründen auf sich genommen. Zum einen gehe es um
Auffrischung, zum anderen darum, neue Ideen zu
sammeln. Mit einem Punkt wird er sich in Zukunft
noch ausführlicher beschäftigen: „Beziehungsmanagement wird wichtiger“, glaubt Baur.
„Wer ein Haus gebaut hat, baut selten ein zweites.“
Juliane Mezger bringt die branchenspezifischen Probleme einer Baufirma auf den Punkt. Die aktuelle Lage sei für sie der Grund, wieder verstärkt an der Marketingstrategie zu arbeiten. Vor einigen Jahren habe
man schon einmal eine externe Beratung genutzt.
Mezger kümmert sich im Mössinger Familienbetrieb
um den Vertrieb. Das größte Entwicklungspotenzial
sieht sie im Empfehlungsmarketing. „Die Idee, an der
Beziehung zum Kunden anzusetzen, ist für uns besonders interessant“, sagt Mezger.
Neue Ideen sammeln
Wertewandel, Beziehungsmarketing, neue Konsumentengruppen – Andrea Eigels Präsentation war
prall gefüllt mit Informationen und Anregungen für
die praktische Arbeit. Wie gehen die Teilnehmer an
das Thema Marketing heran? Was nehmen sie aus der
Veranstaltung mit? Wir haben nachgefragt.
Lars Humm ist zufrieden. Was zunächst überhaupt
Fotos: Steinort
Die Präsentation kann unter
www.hwk-reutlingen.de/beratung abgerufen werden
Auftraggeber setzen auf Präqualifzierung
Neues Online-Spezial bietet praktische Infos für Unternehmen
Das Vergaberecht verlangt bei öffentlichen Aufträgen
eine Reihe von Nachweisen, mit denen Unternehmen
ihre Eignung (Fachkunde, Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit) belegen.
So will es § 8 der Vergabe- und Vertragsordnung für
Bauleistungen, Teil A (VOB/A).
In den vergangenen Jahren wurde unter dem Begriff
Präqualifikation ein neuer Verfahrensstandard eingeführt. Der entscheidende Unterschied zur bisherigen
Praxis: Die Eignungsprüfung wird vom Ausschreibungsverfahren abgekoppelt und im Vorfeld von einer
unabhängigen Stelle auftragsunabhängig vorgenommen. Das Verfahren endet mit der Aufnahme in die
Liste des Vereins für Präqualifikation.
Präqualifikation bringt zahlreiche Neuerungen mit
sich. Die Prüfung muss beantragt werden und ist mit
Online-Spezial
Die Handwerkskammer Reutlingen hat alle wichtigen Informationen zur Präqualifizierung unter www.hwk-reutlingen.de/praequalifikation.html in einem Online-Spezial
zusammengefasst. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, die sich in knapper Form einen Überblick verschaffen wollen.
Inhalt
Was ist Präqualifikation?
Welchen Nutzen hat Präqualifikation?
Die rechtlichen Grundlagen.
Die Präqualifikationsstellen (PQ-Stellen).
Der Verein für Präqualifikation.
Welche Kriterien gelten für die Präqualifizierung?
Die Kosten.
Kosten für die Unternehmen verbunden. Gleichzeitig
mindert das Verfahren den bürokratischen Aufwand,
bringt Zeitgewinne und verringert das Risiko, aufgrund fehlender Nachweise bei der Auftragsvergabe
nicht berücksichtigt zu werden.
Und ein letztes Argument: Immer mehr öffentliche
und private Auftraggeber nutzen Präqualifikation als
Auswahlkriterium, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Seit Oktober 2008 berücksichtigen die Vergabestellen des Bundes bei freihändigen oder beschränkten Ausschreibungen nur Unternehmen, die ihre Eignung nach dem neuen Verfahren nachgewiesen haben.
Ansprechpartner ist Hermann Rempfer,
Tel. 07121/2412-231,
E-Mail: [email protected]
Seit dem 4. Juli 2009 gelten verschärfte
Regeln für den Umgang mit klimaschädlichen fluorierten Treibhausgasen: Unternehmen müssen sich zertifizieren lassen, Mitarbeiter benötigen einen Sachkundenachweis. Betroffen
sind vor allem Betriebe, die sich mit Klima- und Heizungstechnik sowie dem
Brandschutz beschäftigen.
Die Handwerkskammer Reutlingen hat
diese Betriebe in den vergangenen Tagen angeschrieben. Wir empfehlen – soweit noch nicht geschehen – eine Übergangsbescheinigung als vorläufigen
Nachweis bei uns zu beantragen. Dies
gilt insbesondere auch dann, wenn
Sachkundelehrgänge für die Qualifizierung der Mitarbeiter erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Rechtliche
Grundlage ist die Chemikalien-Klimaschutzverordnung
(ChemKlimaschutzV), die am 1. August 2008 in Kraft
getreten ist. Diese Regelung ergänzt die
EU-Verordnung (EG) Nr. 842/2006 über
bestimmte fluorierte Treibhausgase, die
sogenannte F-Gase-Verordnung.
Ob eine Nachweispflicht vorliegt, ist im
Einzelfall nicht immer einfach zu bestimmen. Außerdem gibt es Ausnahmeregelungen. Jeder Betrieb sollte daher
genau prüfen, ob er überhaupt unter
den Anwendungsbereich der Chemikalien-Klimaschutzverordnung fällt.
Ansprechpartnerin ist Brigitte Rilling,
Abteilung Energie und Umwelt, Tel. 07121/2412-143,
E-Mail: [email protected]
Kurz und bündig
Die Handwerkskammer Reutlingen stellt
vorläufige Sachkundebescheinigungen
für Mitarbeiter der betroffenen Betriebe
aus. Das Antragsformular und weitere
wichtige Informationen zur ChemikalienKlimaschutzverordnung, den Zertifizierungsstellen und zu den Übergangsfristen für einzelne Branchen finden Sie im
Internet unter
www.hwk-reutlingen.de/f-gase.html.
Unternehmerfrauen
vergeben Bestnoten
Mitgliederbefragung
Die Unternehmerfrauen sehen sich gut
für die Zukunft aufgestellt. Über die
Hälfte der Mitglieder sind zwischen 30
bis 50 Jahre alt und übernehmen täglich
Verantwortung in den eigenen Betrieben.
Über 70 Prozent engagieren sich seit
mehr als fünf Jahren bei den Unternehmerfrauen. Einen hohen Stellenwert
messen die Befragten der Weiterbildung
bei. Sie schätzen und fordern Angebote,
die direkt umsetzbare Ergebnisse für die
eigenen Betriebe bieten. Der Wirtschaftsverband liegt mit seiner Arbeit
und seinen Angeboten offenbar richtig.
Die Unternehmerfrauen stellen ihm mit
der Gesamtnote 1,47 ein überzeugendes Zeugnis aus. „Das Ergebnis ist nicht
nur eine Anerkennung der bisherigen
Arbeit, sondern auch eine Verpflichtung
für die Zukunft“, so die Landesvorsitzende Ruth Baumann. Der ufh-Landesverband wurde vor 25 Jahren gegründet.
Das Jubiläum wird im September 2009
im Europapark in Rust gefeiert.
Deutsche Handwerks Zeitung
6 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 13-14 | 10. Juli 2009 | 61. Jahrgang
Freitags steht der Praxiszug auf Wie ein Kfz-Betrieb
dem Stundenplan
zum Rechtsdienstleister wurde
Horber Hauptschüler arbeiten sich an die Berufswelt und ihre Ausbildungsplätze heran
Wer keine Abmahnung riskieren möchte, sollte seine Werbeaussagen prüfen
Laut Koalitionsvereinbarung vom Mai
2006 sollte der Praxiszug ab dem kommenden Schuljahr flächendeckend eingeführt werden. Dazu wird es nun nicht
mehr kommen. Der Praxiszug an
Hauptschulen ist ein Auslaufmodell.
Dabei erhält diese Form der schulischen Berufsorientierung durchaus gute Noten, wie ein Beispiel aus Horb
zeigt.
Albrecht Dietz unterrichtet das Fach
Technik und ist verantwortlicher Lehrer
für die Berufswegeplanung an der
Hauptschule mit Werkrealschule Horb.
Er ist Organisator und Netzwerker, der
Kontakte zu den Firmen vor Ort aufbaut
und pflegt. Er weiß um die Chancen seiner Schüler und kennt die Bedürfnisse
der Unternehmen. Dietz sagt: „Wir
müssen uns an dem orientieren, was
Unternehmen benötigen.“
Berufswegeplanung an Hauptschulen
beginnt in der 5. Klasse und ist einstündiges Unterrichtsfach in der 7. Klasse. In
Klasse 9 sind zwei Tage für ein Sozialpraktikum vorgesehen. Auf Antrag können weitere zehn Tage für Praktika gewährt werden. Im Herbst 2008 wurde an
der Horber Schule der Praxiszug für
Achtklässler, die nicht am Zusatzunterricht des Werkrealschulzuges teilnehmen, eingerichtet. Wer die Wahl hat,
weil die Noten stimmen, will weitermachen. „Das große Ziel ist die mittlere
Reife“, sagt Lehrer Dietz.
Eine Kfz-Werkstatt aus dem Handwerkskammerbezirk Reutlingen warb
auf ihrer Homepage damit, im Schadensfall den „kompletten Ablauf mit Ihrer oder der gegnerischen Versicherung“ abzuwickeln. Diese Formulierung
griff ein Düsseldorfer Anwalt auf und
mahnte den Inhaber des Betriebs ab.
Denn, so die Argumentation des Anwalts, zur Versicherungsabwicklung gehöre in jedem Einzelfall die rechtliche
Sachprüfung. Diese stehe aber unter
dem Erlaubnisvorbehalt des Rechtsdienstleistungsgesetzes. Mit anderen
Worten: Der Anwalt stufte die Werkstatt
als einen direkten Mitbewerber ein, der
jedoch nicht über die erforderliche Zulassung als Dienstleister in Rechtsangelegenheiten verfügt und somit auf seiner Homepage wettbewerbswidrig
wirbt. Der Abmahnung lag eine Kostenrechnung in Höhe von rund 350 Euro
bei und eine Unterlassungserklärung, in
der sich die Werkstatt verpflichten sollte, nicht länger solche Dienste anzubieten und damit zu werben.
Bessere Entscheidungen
Der Praxiszug stellt in diesem Schuljahr
eine zusätzliche Verknüpfung zwischen
Schule und Unternehmen her, unterscheidet sich aber von „normalen“
Praktika. „An unserer Schule besteht der
Praxiszug zu je einem Drittel aus Unterricht, dem Betriebspraktikum und einzelnen Projekten“, erklärt Schulleiter
Eugen Gamerdinger. Der Freitag ist für
diese Arbeiten reserviert. Auf dem Programm stehen neben sechs Praktikumstagen, Bewerbungstrainings, Übungen
zum Vorstellungsgespräch aber auch
ganz alltägliche Fragen der Lebensorganisation.
Das Lernziel steht fest. „Die Schülerinnen und Schüler sollen sich besser zurechtfinden und in Betriebsabläufe einfinden“, sagt Gamerdinger.
Susanne Kolenko unterstützt die Jugendlichen dabei. Die gelernte Erzieherin und Fachwirtin Sozialwesen ist als
Jugendbegleiterin an der Horber Ganztagsschule tätig. Ihr Urteil über den Praxiszug fällt positiv aus: „Die Mädchen
und Jungen können sich selbst besser
einschätzen, und sie wissen eher, was
Berufswegeplanung praktisch: Lydia Pfeffer, Albrecht Dietz, Marie-Luise Eisenkrätzer,
Eugen Gamerdinger, Bünyamin Bozaci und Susanne Kolenko.
Foto: Steinort
sie wollen und was ihnen nicht gefällt.“
Im optimalen Fall trage der Praxiszug so
zu besseren Entscheidungen bei, fasst
Kolenko zusammen.
Praktische Erfahrungen
Bünyamin Bozaci hat die Berufe Koch,
Fensterbauer und Kfz-Mechaniker unter die Lupe genommen. Der 14-Jährige
favorisiert die Arbeit in der Kfz-Werkstatt. Er hat Reifen gewechselt und einzelne Fahrzeugfunktionen überprüft.
„Das hat Spaß gemacht“, sagt Bünyamin. Eine Ausbildung wäre möglich. Im
Betrieb eines Verwandten.
Seine Mitschülerin Lydia Pfeffer hat in
diesem Schuljahr einige Mittagspausen
am Telefon verbracht. Mit dem Branchenbuch und viel Eigeninitiative hat
sich die 14-Jährige mittlerweile vier
Praktika erarbeitet, zwei davon im Rahmen des Praxiszugs. Zwar durfte sie bei
den Kfz-Mechatronikern gleich mit anpacken und „viel machen“, aber dennoch liegt zurzeit mit der Friseurin ein
klassischer Frauenberuf vorn. Lydia hat
noch etwas anderes herausgefunden:
„Nur mit männlichen Kollegen ist
nervig.“
Dem stimmt Marie-Luise Eisenkrätzer
zu, die sich im Einzelhandel, auf der
Baustelle und in der Lehrwerkstatt bei
Bosch-Rexroth umgesehen hat. „Die Arbeit als Malerin und Lackiererin auf der
Baustelle war interessant“, urteilt die
15-Jährige. Daheim hat sie bereits das
Zimmer der Schwester renoviert, inklusive tapezieren, schleifen und lackieren.
Der Praktikumsbetrieb war ebenfalls
angetan. Marie-Luise möchte sich um
einen Ausbildungsplatz bewerben.
Ohne Praktikum geht längst nichts
mehr. Das gilt für die Jugendlichen, aber
auch für immer mehr Betriebe. Matthias Saur, Juniorchef der Bäckerei und
Konditorei Saur in Horb, will Ausbildungsplätze in der Backstube besetzen.
„Wir sind grundsätzlich interessiert und
bieten Praktika an“, betont Saur, „obwohl nicht viel hängen bleibt.“ Auch am
Praxiszug habe man sich beteiligt. Sein
Problem beschreibt er so: Fünf Praktikanten habe man in diesem Jahr bereits
gehabt, ein Bewerber sei nicht darunter
gewesen.
Saur kämpft mit dem Negativimage, das
seinem Beruf anhaftet. Auch Hauptschüler bevorzugen kaufmännische Berufe, selbst dann, wenn die schulischen
Leistungen maximal durchschnittlich
sind. „Solche Erwartungen sind realitätsfremd“, findet Saur. Es komme doch
vor allem auf den Spaß an der Arbeit
und das Interesse an. Das Verdienstargument will er nicht gelten lassen: „Wer
zu den Besten gehört, verdient auch
besser.“ Aktuell bildet der Betrieb fünf
Lehrlinge in der Backstube aus. Saur
würde gerne mehr Ausbildungsplätze
anbieten, „wenn Interesse und Zuverlässigkeit stimmen“.
In der aktuellen Debatte um die Zukunft
der Hauptschule spielt der Praxiszug
keine Rolle mehr. Schulleiter Gamerdinger sagt: „Je mehr Berufswegeplanung,
desto höher die Chancen auf einen Ausbildungsplatz.“ Der Pädagoge will das
unter der Überschrift Praxiszug entwickelte Angebot seiner Schule deswegen
beibehalten und möglichst auf alle
Schüler ausweiten. Gamerdinger setzt
auf die praktische Erfahrung. Die sei
wichtiger als sämtliche Infokampagnen
zur Berufswahl, und zwar unabhängig
von der Schulform.
Eindeutige Rechtsprechung
Richard Schweizer kennt viele solcher
Fälle und weiß, dass diese Abmahnungspraxis von Laien nur schwer
Auf die Details achten: Werbeaussagen
auf der Homepage sind immer wieder Anlass für Abmahnungen.
Foto: HWK
nachvollzogen werden kann. Schließlich kann leicht überprüft werden, was
eine Kfz-Werkstatt im konkreten Fall
tut. Doch darum gehe es nicht, erläutert
der Rechtsberater der Handwerkskammer Reutlingen: „Es kommt nicht darauf an, ob die Tätigkeit tatsächlich ausgeführt wird, sondern allein auf den
Eindruck, der bei potenziellen Kunden
entstehen könnte.“
Die Rechtsprechung jedenfalls ist eindeutig. Das Landgericht Erfurt wertete
den von einem Autohaus verwendeten
Terminus „komplette Unfallabwicklung“ als Wettbewerbsverstoß (AZ: 2 HK
O 128/07). Denn der angesprochene
Verkehrskreis, so das Gericht in seiner
Begründung, erwarte nicht nur kaufmännische Hilfstätigkeiten, sondern
auch rechtliche Unterstützung – und
die dürfe das Unternehmen nicht erbringen.
Vor diesem Hintergrund rät Schweizer
zur Vorsicht. Im Zweifel sollten KfzWerkstätten auf werbliche Aussagen wie
„umfassender Unfallservice“ oder
„komplette Abwicklung im Schadensfall“ besser verzichten und nur die Leistungen aufführen, die durch den Betrieb erbracht werden dürfen.
Dem Werkstattinhaber blieb nichts anderes übrig, als die Abmahnung zu akzeptieren. Die beanstandete Formulierung auf der Homepage wurde inzwischen durch eine rechtssichere Variante
ersetzt.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer
Reutlingen ist Richard Schweizer, Rechtsberatung,
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Ein positiver Eindruck zahlt
sich immer aus
Unternehmerfrauen trainieren schwierige Verkaufsgespräche
Kundengespräche am Telefon professionell und zum Auftrag führen – zu diesem Thema hatten die Reutlinger und
Tübinger Unternehmerfrauen im
Handwerk am 13. Mai 2009 eingeladen.
Rose-Martina Bosler, Referentin und erfahrene Vertriebstrainerin aus Stuttgart,
demonstrierte, wie die Chancen auf einen Auftrag erhöht und auch schwierige
Gesprächssituationen gemeistert werden können.
28 Teilnehmerinnen hatten sich zum
Fitnesskurs in Sachen Telefonkommunikation in die Reutlinger Kreissparkasse eingefunden. Der Schwerpunkt lag
auf Live-Telefonaten mit Kunden, die
bereits ein Angebot angefordert haben.
An diesen Beispielen zeigte Bosler, worauf es bei der Angebotsverfolgung ankommt, wie man mit Einwänden und
Widerständen der möglichen Auftraggeber professionell umgeht und mit
welcher Strategie sich ein Preis verteidigen lässt. Das Urteil der Teilnehmerin-
Konzentrierte Zuhörerinnen beim Telefon- und Gesprächstraining.
nen fiel durchweg positiv aus. Auch
wenn nicht jedes Telefonat direkt zum
Auftragsabschluss führte, nahmen alle
Gespräche einen guten Verlauf. Damit
sei ein wesentliches Ziel erreicht, betonte Verkaufstrainerin Bosler. Denn eine
Firma, an die man sich gerne erinnert,
wird bei der nächsten Auftragsvergabe
eher bedacht.
Weitere Informationen zu den Unternehmerfrauen
im Handwerk gibt es bei Dagmar Künschner,
Tel. 07122/9811 oder online unter www.ufh-bw.de
Kompetenz und Qualität
in dritter Generation
Seit sechs Generationen
Feinuhrmacher und Juwelier Weiblen feiert 75-jähriges Jubiläum
Jubiläum: 100 Jahre Flaschnerei Züfle Baiersbronn
Seit 1934 ist der Feinuhrmacher und Juwelier ein fester Bestandteil des Geschäftslebens in der Reutlinger Innenstadt. Was Großvater Karl Weiblen vor
75 Jahren begann, wird seit 2002 vom
Enkel des Firmengründers, dem Uhrmachermeister und Betriebswirt Guido
Weiblen, bereits in dritter Generation
erfolgreich geführt.
1934 eröffnete Karl Weiblen sein Geschäft in der oberen Wilhelmstraße,
schon damals die zentrale Einkaufsstraße der Stadt. 1951 erfolgte der
Umzug in die untere Wilhelmstraße in
den Laden, den die meisten Reutlinger
noch kennen. Anfang der 80er Jahre
übernahm Sohn Kurt, ebenfalls Uhr machermeister und Juwelier, die Firma.
Mit Guido Weiblen kam schließlich der
Umzug in das große, helle Ladengeschäft in der Kanzleistraße 14, dem heutigen Firmensitz.
Eines der Erfolgsrezepte war die ständige Bereitschaft zur Weiterentwicklung.
Gemäß der Firmenphilosophie „Wir ha-
Geschäftsführer Guido Weiblen will seinen
Kunden das Besondere bieten. Foto: Weiblen
ben nicht alles für jeden, aber für jeden
etwas Besonderes“ sind Guido Weiblen
und sein Team ständig bemüht, ihren
Kunden ein hochwertiges Angebot an
Uhren und Schmuck zu präsentieren.
Um diesem Anspruch gerecht zu
werden, halten sich die Mitarbeiter des
Weiblen-Teams konstant mit Weiterbildungen auf dem Stand der Dinge.
Auch hier ist Weiterentwicklung Programm.
In den vergangenen Jahren wurden immer wieder erfolgreich neue Wege beschritten. Bei verschiedenen Events gab
es die Möglichkeit, auch einmal hinter
die Kulissen großer Namen und in die
Werkstatt zu schauen und etwas über
Geschichte und Technik zu erfahren. So
beispielsweise bei den „Glashütter Wochen“, die ganz im Zeichen der Marken
aus der deutschen Uhrenstadt in Sachsen standen.
Weitere Veranstaltungen sollen folgen.
Im Jubiläumsjahr wird eine Jubiläumsaktion durchgeführt. In wechselndem
Rhythmus werden ausgewählte Marken
und Produkte zu Jubiläumspreisen angeboten. Im Frühjahr sind es die Hochzeitsringe der Pforzheimer Manufaktur
Breuning, die im Rahmen der Aktion
„Trau dich“ vorgestellt werden.
Man schreibt das Jahr 1909. Karlsruhe
wird deutscher Fußballmeister. Kaiser
Wilhelm steht an der Spitze des Staates
und Ernst Züfle lässt seinen Handwerksbetrieb in der Handwerksrolle
eintragen.
Was als offizielles Gründungsdatum des
Baiersbronner Traditionsbetriebes gilt,
ist eigentlich die Fortsetzung einer zuvor schon lange Jahre bestehenden Firmengeschichte. Denn der Vater des offiziellen Gründers, Ernst Gottlob Züfle,
machte sich bereits vor 1900 selbstständig. Aus der Flaschnerei wurde im Lauf
der Jahre ein Handwerksbetrieb, der
komplette Dienstleistungen anbietet:
Flaschnerei, Sanitär und Heizung. Seit
1996 firmiert das Unternehmen als
Peter Züfle GmbH; Peter Züfle jun. wird
gemeinsam mit seinem Vater Geschäftsführer.
1998, zum offiziellen 90-Jährigen also,
bezieht der Familienbetrieb das neue
Gebäude im Baiersbronner Gewerbegebiet. 1.200 Quadratmeter stehen seit-
Familie Züfle aus Baiersbronn.
dem für Werkstatt, Lager, Büro und Sozialräume zur Verfügung. Seit vergangenem Jahr ist Peter Züfle jun. alleiniger
Geschäftsführer. Zum 100. Geburtstag
hat die Flaschnerei 14 Mitarbeiter. Zwei
junge Menschen lernen derzeit bei
Züfle.
Trotz oder gerade wegen der langen Tradition blickt Peter Züfle in die Zukunft.
Mit dem Ausbau der Bereiche Sanitär,
Gas und Heizung hat er den Weg seines
Foto: ufh
Foto: privat
Vaters weiterverfolgt. Grundlage dazu
waren auch die Meisterprüfungen als
Gas- und Wasserinstallateur, im Klempnerhandwerk und als Zentralheizungsund Lüftungsbauer.
Moderne Bäder und alternative Energien stehen heute ebenso im Fokus wie
das klassische Flaschnerhandwerk. Und
für den „Fall der Fälle“ steht den Kunden 365 Tage im Jahr ein Kundendienst
zur Verfügung.
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 13-14 | 10. Juli 2009 | 61. Jahrgang
Zusätzliche Beratungsangebote Lobbyerfolg bei der
Novellierung der EnEV
Service für Unternehmen in der Schieflage
Zwei zusätzliche Beratungsangebote für
Unternehmen sind jetzt zum bislang
schon traditionell starken Service- und
Dienstleistungsangebot der Handwerkskammer im Beratungsbereich neu
hinzukommen: Die Handwerkskammer
Reutlingen ist seit Mai 2009 für die Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) „Runder Tisch“ und TurnAroundaeratung erster Ansprechpartner für Unternehmen in der Schieflage.
Bei der Turnaround-Beratung können
kleine und mittlere Unternehmen in
wirtschaftlichen Schwierigkeiten – jedoch mit positiver Fortführungsprognose – über die KfW Zuschüsse für Beratungen durch externe Unternehmensberater beantragen. Die Höhe des Zuschusses liegt bei 50 Prozent des maximal förderfähigen Tageshonorars von
800 Euro pro Tagewerk (ein Tagewerk
umfasst acht Stunden). Der Zuschuss ist
auf maximal 4.000 Euro begrenzt. Anträge müssen vor Abschluss des Beratervertrags und vor Beginn der Beratung gestellt werden. Mit dem Programm „Runder Tisch“ ist ein Instru-
ment zur Schwachstellenanalyse für
kleine und mittlere Unternehmen in der
Krise aufgelegt worden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) stellt in Zusammenarbeit
mit der KfW einen Sonderfonds für die
Jahre 2009 und 2010 zur Verfügung. In
einer ersten kostenlosen Beratung für
den Betrieb ermittelt der Betreuer des
„Runden Tisches“ die vorhandenen
Schwachstellen und erstellt einen Maßnahmenplan zu deren Beseitigung. Im
Anschluss an den „Runden Tisch“ kann
dann eine Turnaround-Beratung angeschlossen werden.
Den Handwerksorganisationen ist es im
Vorfeld der Verabschiedung der Energieeinsparverordnung noch gelungen, eine unangemessene Verschärfung zu
vermeiden. Dort war zunächst vorgesehen, die Haftung dergestalt auf die ausführenden Unternehmen im Rahmen
der energetischen Gebäudesanierung
auszuweiten, dass sie für die Energieeffizienz des gesamten Gebäudes einstehen sollten, auch wenn sie nur ein Gewerk ausgeführt haben.
am 18. März 2009 verabschiedet. Sie
wird im Herbst in Kraft treten. Damit
wird ein weiterer wesentlicher Schritt
zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele getan. Im Wesentlichen sieht die Novelle folgende Änderungen vor:
" Die energetischen Anforderungen an
Neubauten und an wesentliche Änderungen im Gebäudebestand werden um 30 Prozent erhöht.
" Nachtstromspeicherheizungen werden ab dem Jahr 2020 stufenweise außer Betrieb genommen.
" Der Vollzug der Energieeinsparverordnung wird mit Hilfe privater
Unternehmererklärungen, durch
Sichtprüfungen und die Einführung
von Ordnungswidrigkeiten gestärkt.
" Es werden Anreize für den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien gegeben.
Erfolgreiche Intervention
Weitere Informationen und Antragstellung über das
Beratungscenter: Sylvia Weinhold, Tel. 07121/ 2412131, Fax 07121/2412-413
Bau- und Ausbaubetriebe überdurchschnittlich vertreten
Haftungsregeln werden nicht unangemessen verschärft
Ansprechpartner
Die Handwerkskammer Reutlingen ist
Regionalpartner der KfW und Ansprechpartner für interessierte Handwerksunternehmen aus den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Tübingen, Sigmaringen und Zollernalb.
Schwarzarbeit bekämpft
Nach unserer Intervention werden die
am Bau ausführenden Betriebe auch in
der Zukunft nur in ihrem jeweiligen
Wirkungskreis für die Einhaltung der
Vorschriften verantwortlich sein, ähnlich wie schon bei den bestehenden
Haftungsregeln in den Bauordnungen
der Länder.
Die Novelle der Energieeinsparverordnung wurde von der Bundesregierung
Ansprechpartnerin bei der HWK Reutlingen ist Brigitte Rilling, Technologie und Umwelt, Tel. 07121/2412143, E-Mail: [email protected]
Im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen wurden im vergangenen Jahr 38
Bußgeldbescheide wegen unerlaubter
Betätigung im Handwerk in einer Gesamthöhe von 126.255 Euro erlassen.
Am häufigsten traten Schwarzarbeit
und Verstöße gegen die Handwerksordnung im Bau- und Ausbaugewerbe auf.
Mehr als 80 Prozent der Bußgelder,
nämlich 105.155 Euro, entfielen auf diese Bereiche.
In elf Fällen hat sich der vermeintliche
Kostenvorteil, den sich die Auftraggeber
erhofften, ins Gegenteil verkehrt. Sie
wurden mit Bußgeldern von insgesamt
35.400 Euro belegt. Zum Vergleich: 2007
wurden 53 Bescheide mit einer Bußgeldsumme in Höhe von 123.810 Euro
erteilt. Karl Wagner von der Handwerkskammer Reutlingen weiß, dass nur ein
kleiner Teil der Fälle bekannt wird. „Die
Dunkelziffer dürfte erheblich sein“, sagt
Wagner, der als Leiter der Abteilung
Handwerksrolle auch mit schwarzen
Schafen zu tun hat. Sein Team arbeitet
eng mit der Polizei, dem Hauptzollamt
und den Ordnungsämtern zusammen,
um die Schattenwirtschaft möglichst
wirkungsvoll einzudämmen.
Wer ein zulassungspflichtiges Handwerk selbstständig ausübt, ohne in der
Handwerksrolle eingetragen zu sein
und die vom Gesetzgeber geforderte berufliche Qualifikation nachgewiesen
hat, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
Dies gilt auch für die Auftraggeber von
Schwarzarbeit. Der Gesetzgeber sieht
drastische Strafen vor. Es drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Im Extremfall
droht eine Betriebsschließung mit Sofortvollzug. Der Strafenkatalog tut der
Findigkeit einzelner Dienstleister, die
sich im Handwerk tummeln wollen, keinen Abbruch. „Häufig werden uns in
der Folge unserer Ermittlungen Betriebsleiter präsentiert“, berichtet Karl
Wagner. Die Handwerkskammer Reutlingen prüft in diesen Fällen genau, ob
die notwendigen Qualifikationen und
Beschäftigungsnachweise vorliegen,
damit der Betrieb in die Handwerksrolle
aufgenommen werden kann. „Leider ist
das nicht immer so und wir müssen ablehnen“, sagt Wagner.
Verlagssonderveröffentlichung
Forderungsmanagement im Mittelstand
Regenerative Energien
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Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Seite 12.
In der Krise verschlechtert sich auch das Zahlungsverhalten der Kunden
Forderungsausfälle nehmen zu
Das Zahlungsverhalten der Kunden im
Handwerk hat sich im Vergleich zum
Vorjahr etwas verschlechtert. Das ist das
Ergebnis
des
Frühjahrsgutachtens
2009, das die Creditreform Wirtschaftsforschung im März veröffentlichte.
Zu diesem Zeitpunkt bewerteten 40,4
Prozent der Befragten das Zahlungsverhalten ihrer Kunden mit gut oder sehr
gut. Im Vorjahr waren es 41,8 Prozent,
also 1,4 Prozentpunkte mehr. Über die
Hälfte der Unternehmen (53,4 Prozent)
beurteilt das Zahlungsverhalten der Auftraggeber mit befriedigend und ausreichend (2008: 52,5 Prozent). Über ein
mangelhaftes Zahlungsverhalten klagen
sechs Prozent.
Im Osten Deutschlands gibt es etwas
weniger Klagen über unpünktlich bezahlte Rechnungen als in Westdeutschland. So bescheinigen in den neuen
Bundesländern 44 Prozent der Befragten ihren Kunden ein gutes Zahlungsverhalten, im Westen sind dies nur 39 Prozent. Ein schlechtes Zahlungsverhalten
sagen 7,4 Prozent der Handwerker im
Osten ihren Kunden nach, in den alten
Ländern sind es 5,4 Prozent.
Bei einem Vergleich des Zahlungsverhaltens in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen zeigt sich folgendes
Bild: In allen Bereichen dominiert mit
durchschnittlich 85 Prozent der Anteil
der Betriebe, deren private Kunden ihre
Rechnungen pünktlich innerhalb von
30 Tagen bezahlen. Bei 11,8 Prozent der
befragten Handwerker zahlen Kunden
ihre Rechnungen innerhalb von drei
Monaten.
Das Zahlungsverhalten der Kunden im
öffentlichen Bereich schneidet im Vergleich dazu etwas schlechter ab. Im
Durchschnitt geben 68 Prozent der Befragten an, dass ihre Kunden im öffentlichen Bereich ihre Rechnungen fristgerecht innerhalb eines Monats begleichen. Aber bei immerhin jedem Dritten
zahlen die Auftraggeber erst innerhalb
von drei Monaten. Insbesondere im
Metall- (42,6 Prozent) und Bauhandwerk
(31,4 Prozent) lassen sich viele Kunden
beim Begleichen ihrer Rechnungen im
Durchschnitt drei Monate Zeit.
Analog zur Entwicklung der Beurteilung
des Zahlungsverhaltens haben sich die
durchschnittlichen Forderungsverluste
im Handwerk leicht erhöht. Der Anteil der
Betriebe, die Forderungsverluste bis ein
Prozent vom Umsatz verzeichnen, hat
sich von 44,1 Prozent im Vorjahr auf derzeit 46 Prozent um knapp zwei Prozentpunkte leicht erhöht. Allerdings verzeichneten insgesamt nur 15,6 Prozent der
Betriebe Forderungsverluste in Höhe
von über einem Prozent des Jahresumsatzes. Im Vorjahr waren es noch
18 Prozent. Im Bereich Forderungsverluste bis 0,1 Prozent ist der Anteil von
25,2 auf 26,1 Prozent gestiegen.
Bei der Betrachtung der unterschiedlichen Wirtschaftsbereiche ergibt sich
kein homogenes Bild: Während im Vergleich zum Vorjahr mehr Betriebe aus
den personenbezogenen Dienstleistungen (12,1 Prozent; 2008: 4,4 Prozent)
sowie dem Nahrungsmittel- (18 Prozent;
2008: 11,2 Prozent) und Kfz-Handwerk
(18 Prozent; 2008: 10,2 Prozent) Forderungsausfälle über ein Prozent vom Umsatz hinnehmen mussten, haben sich
diese Ausfallverluste in den Bereichen
Bau- (22,4 Prozent; 2008: 27,6 Prozent),
Ausbau- (16,1 Prozent; 2008: 19,8 Prozent) und Metallhandwerk (12,6 Prozent;
2008: 13,6 Prozent) verringert. Allerdings verzeichneten diese Betriebe einen Anstieg der Forderungsverluste bis
ein Prozent vom Umsatz. Dementsprechend haben 46,5 Prozent der Metallhandwerker Forderungsverluste in Höhe
von einem Prozent im Verhältnis zum
Umsatz. 7,5 Prozentpunkte mehr als im
Vorjahr. Im Ausbauhandwerk gab dies
jeder Zweite an (49,1 Prozent; 2008:
43,6 Prozent).
dhz
Unabhängiges Prüfsiegel
Stiftung Warentest bescheinigt technischen Fortschritt
PV-Module im Test
Holzpellets-Heizungen legen bei der
Effizienz weiter zu
Ein unabhängiges Prüfsiegel für
Photovoltaik-Module hat die Solarpraxis AG entwickelt. Denn die Vielfalt an PV-Modulen ist angesichts
von mehr als 200 Herstellern unüberschaubar groß geworden – und
wächst weiter.
Auf internationale IEC-Normen allein
kann der Kunde sich nicht verlassen,
da die Anbieter laut Solarpraxis dieses Zertifikat leicht mit Vorzeigeprodukten erwerben können. Ob jedoch
in der Fertigung großer Stückzahlen
später Probleme auftreten, verrate
ein solches Zertifikat nicht. Die Ergebnisse des neuen Modultests hingegen würden Handwerkern und Verbrauchern eine klare Orientierungshilfe geben. Durchgeführt werden die
Tests durch den TÜV Rheinland.
Neutralität garantiert ein unabhängiger Beirat, der offen ist für Vertreter
aller Hersteller und Prüfinstitute.
Die Ergebnisse der Testreihen werden ab August in den Fachmagazinen der Solarpraxis AG veröffentlicht. Mehr Informationen gibt es im
Internet
unter
der
Adresse:
www.pvtest.de.
dhz
Die Stiftung Warentest hat nach einem wiederholten Qualitätstest von
Holzpellets-Heizkesseln den Herstellern Fortschritte bei der technischen
Entwicklung bescheinigt. Führende
Produkte würden mit ihrer Effizienz,
ausgewiesen als Jahresnutzungsgrad, an moderne konventionelle
Heizkessel heranreichen. Allerdings
sei Augenmaß bei der Verschärfung
von Emissionsgrenzwerten erforderlich.
Die Prüfer attestierten acht der zehn
getesteten Öfen gute bis befriedigende Gesamturteile mit Noten zwischen 2,1 und 2,9. Diese Ergebnisse
verdeutlichen die hohe Qualität und
technische Reife, die die PelletsKessel in ihrer recht jungen Entwicklung bereits erreicht haben, betont
die Fachagentur für nachwachsende
Rohstoffe (FNR). Allerdings wurden
zwei sehr solide Kessel aufgrund
vergleichsweise hoher Staub- bzw.
CO-Emissionen – die jedoch sehr
deutlich unter den derzeit geltenden
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liegen – mit ausreichend bewertet.
Außerdem wurde bei dem Test die
Qualität des Heizmaterials untersucht. Alle zehn geprüften Holzpellets-Marken wurden von der Stiftung
Warentest mit der Note gut bewertet.
Die Qualitätsunterschiede bewegten
sich in engen Grenzen, was sich in
Noten zwischen 1,7 und 2,2 niederschlug. Am besten schnitten die Marken ab, die über ein zertifiziertes
Transport- und Lagerlogistiksystem
verfügen. Damit könne der Kauf von
Holzpellets mit DINplus-Zertifikat uneingeschränkt empfohlen werden.
Beim Kauf von Pellets unbekannter
Zusammensetzung und Herkunft
bleibe hingegen Vorsicht geboten.
Gefördert wurde der Test durch die
FNR mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft
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REGIONAL
Baden-Württemberg
Leistungsträger im Blickpunkt. Handwerkstag zeichnet Persönlichkeiten des badenwürttembergischen Handwerks aus Seite 9
Deutsche Handwerks Zeitung
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 15-16 | 7. August 2009 | 61. Jahrgang
HANDWERK IN ZAHLEN
Auftragserwartungen
für das 3. Quartal 2009
61,6
(52,2)
21,8
(22,7)
16,5
(25,1)
steigen
stabil
Handwerk will sein Image
aufpolieren
7
THEMEN
Kurt Wochner †
Väterlicher Chef und
politscher Geist. Der
ehemalige Vizepräsident der Handwerkkammer Reutlingen
ist tot . . . . . . . . . 8
Sommervollversammlung gibt grünes Licht
für Teilnahme an bundesweiter Kampagne
Öffentlicher Wettbewerb
sinken
Energetische Dachmodernisierung . . . . 8
Angaben in Prozent der Befragten, in (): Vorjahresquartal; Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Ehrungen
Engagement, dass Vertrauen schafft . . . 8
Bebauungspläne
Liquidität sichern
Gemeinde St. Johann
Der Gemeinderat der Gemeinde St. Johann
hat am 17. Juni 2009 in öffentlicher Sitzung
beschlossen, den Bebauungsplan „Gewerbegebiet Ried“ und „Gewerbegebiet Ried II“
in St. Johann-Würtingen zu ändern.
Der Plan wird öffentlich bis zum 20. August
2009 beim Bürgermeisteramt St. Johann,
Schulstraße 1, Würtingen, 72813 St. Johann, Zimmer 113, ausgelegt.
Merkblatt zur Istversteuerung
Stadt Albstadt
Der Gemeinderat der Stadt Albstadt hat am
24. April 2009 in öffentlicher Sitzung beschlossen, den Bebauungsplan „Kientenstraße – Gebäude 40-48“, Albstadt-Ebingen
öffentlich auszulegen.
Der Plan wird öffentlich bis zum 28. August
2009 im Technischen Rathaus Albstadt in
72461 Albstadt-Tailfingen, Am Markt 2,
Stadtplanungsamt, ausgelegt.
Investitionen und
Arbeitsplätze
Halbjahresbilanz der L-Bank
382 Unternehmen aller Branchen aus
der Region der HWK Reutlingen förderte die L-Bank im 1. Halbjahr 2009 mit
mehr als 88 Millionen Euro. Insgesamt
wurden so Investitionen in Höhe von
118 Millionen Euro angeregt. Mehr als
150 neue Arbeitsplätze werden dadurch
geschaffen.
Unter den geförderten Unternehmen
sind rund 100 Existenzgründer. Sie erhielten Darlehen von mehr als 16 Millionen Euro. An 278 etablierte mittelständische Unternehmen wurden Fördermittel in Höhe von 72 Millionen Euro
ausgezahlt.
Die Finanzierungsangebote der L-Bank
richten sich an Existenzgründer, Übernehmer und etablierte Unternehmen.
Gemeinsam mit den Wirtschaftskammern bietet die L-Bank in den Räumen
der Kammer Finanzierungssprechtage
an. Die Fachleute der Bank beraten hier
zu allen Fragen der Finanzierung.
Termine und Anmeldungen bei Gerda Hagl unter
Tel. 07121/2412-141
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Die Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen tagte dieses Mal
in der Bildungsakademie Tübingen.
Foto: Bouß
Eine auf fünf Jahre angelegte bundesweite Kampagne
soll helfen, das Image des Handwerks zu verbessern.
Die Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen hat dem Projekt im Rahmen ihrer Sommersitzung in der Bildungsakademie Tübingen nun grünes
Licht gegeben.
„Wir wollen erreichen, dass das Handwerk als wichtige Wirtschaftskraft wieder stärker in der Öffentlichkeit
wahrgenommen wird“, fasste Kammerpräsident Joachim Möhrle zusammen. Dieses Ziel soll über ein zeitgemäßes, positives Erscheinungsbild und eine langfristig gesteigerte Medienpräsenz erreicht werden.
Der Startschuss für die von der Agentur Scholz &
Friends konzipierten Kampagne soll im Januar 2010
erfolgen. Die Agentur hatte bereits die erfolgreiche Baden-Württemberg-Kampagne „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ auf den Weg gebracht.
Präsident Möhrle will in den kommenden Monaten
noch weitere Mitstreiter in den Handwerksorganisationen des Kammerbezirks gewinnen. Für den Oktober ist eine Obermeistertagung geplant, auf der das
Konzept nochmals ausführlich vorgestellt werden soll.
Was die konjunkturelle Situation des Handwerks angeht, gibt sich Möhrle verhalten optimistisch: „Wir
profitieren in dieser schwierigen Wirtschaftslage von
unserer Binnenmarktorientierung und von den Pri-
vatkunden.“ Anlass für diese Zuversicht geben nicht
zuletzt auch die Konjunkturprogramme von Bund
und Land, die nach Möhrles Ansicht ihre Wirkung in
den nächsten Wochen zeigen werden. Einen weiteren
positiven Effekt erwartet er von der besseren steuerlichen Absetzbarkeit von Beiträgen zur Kranken- und
Pflegeversicherung ab 2010: „Das wird zu mehr privaten Aufträgen führen.“
Höhere Liquidität
Ein zusätzliches Liquiditätsvolumen von etwa 26
Millionen Euro für die Handwerksbetriebe im Kammerbezirk erwartet sich Möhrle von einem Lobbyerfolg der Handwerksorganisationen: Die Bundesregierung hat im Mai die Höchstgrenzen der Istversteuerung rückwirkend zum 1. Januar 2009 auf 500.000 Euro Umsatz erhöht. Bislang lag die Grenze im Westen
bei 250.000 Euro, ab der Unternehmen die fällige Umsatzsteuer sofort an das Finanzamt überweisen – und
zwar unabhängig davon, ob der Auftraggeber bezahlt
hat. Möhrle zeigte sich mit der Neuregelung, die etwa
zwei Drittel der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk
betrifft, im Wesentlichen zufrieden „Diese Maßnahme
setzt am richtigen Punkt an und verbessert unmittelbar und direkt die Finanzsituation der Betriebe.“
Weniger freundliche Worte fand der Kammerpräsident für die Schulpolitik des Landes. Die geplante
Ausgestaltung der Werkrealschule bleibe nicht nur
hinter den langjährigen Forderungen des Handwerks,
sondern auch hinter der im vergangenen Jahr mit dem
Kultusministerium gefundenen Kompromisslinie zurück. Für besonders problematisch hält Möhrle die
Zugangsbeschränkungen für Klasse 10 der Werkrealschule: „Das ist eine Selektionsstufe, die wirklich
niemand braucht.“ Die Landesregierung heble damit
die stets propagierte Gleichwertigkeit und Gleichstellung von Werkrealschule und Realschule selbst wieder
aus.
Zum Schluss wandte sich Möhrle einem anderen
wichtigen Kammerthema zu. Zum Jahreswechsel will
die Europäische Union den nächsten Schritt in Sachen Bürokratieabbau machen. Auch die Handwerkskammer Reutlingen wird künftig als „einheitlicher Ansprechpartner“ Servicestelle und Lotse für Gründer
und Unternehmen sein. Intern wird bereits seit etwa
zwei Jahren an der praktischen Umsetzung gearbeitet,
zum Beispiel an der Digitalisierung von Geschäftsabläufen. Umso ärgerlicher findet es Kammerpräsident
Möhrle, dass die endgültige Entscheidung noch aussteht: „Wir hoffen, dass der Landtag nun rasch das
notwendige Gesetz beschließt.“
Handwerkskammer fordert
Rechtsänderung bei Schwarzarbeit
Bußgelder sollen künftig in die Kassen der Kommunen und Kreise fließen
Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen, forderte auf der diesjährigen Sommervollversammlung in der Bildungsakademie Tübingen die Landesregierung auf, über eine
Rechtsänderung bei den Bußgeldverfahren bei
Schwarzarbeit nachzudenken.
Im Kammerbezirk wurden im Jahr 2008 lediglich 38
Bußgeldbescheide wegen unerlaubter Betätigung im
Handwerk mit einer Gesamthöhe von gut 126.000 Euro erlassen. Das sei nicht einmal langjähriger Durchschnitt und zeige im Grunde den Handlungsbedarf
der Behörden an.
„Die bisherige Verfahrensweise führt dazu, dass die
Kommunen kein Interesse daran haben, hohe Bußgelder zu verhängen“, führte Eisert aus. Legt nämlich ein
Beschuldigter Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid ein, fließt der Betrag in die Landeskasse, während er ansonsten von der Bußgeldstelle vereinnahmt
wird. Die Kommunen oder Kreise verhängen daher in
der Regel nur vergleichsweise geringe Bußgelder, da in
diesen Fällen die Schwarzarbeiter in der Regel auf einen Widerspruch verzichten. „Die Bußgelder müssten
also auch dann in die kommunalen Kassen fließen,
wenn Einspruch eingelegt wird“, meint Eisert.
Immerhin habe das Wirtschaftsministerium mittlerweile einen Vorschlag der Handwerkskammer Reutlingen angenommen und die zuständigen Behörden,
vor allem die großen Kreisstädte, angeschrieben. Eisert: „Wir hoffen jetzt auf eine stärkere Sensibilisie-
rung und auch darauf, dass demnächst die Regionalkonferenzen stattfinden, in denen auf Kammerebene
eine intensive Diskussion mit Kreisen und Städten in
Gang kommen soll.“
Steigender Beratungsbedarf
Dass die Zeiten in manchen Handwerksbereichen
schwierig sind, zeigt ein Blick in die Beratungsstatistik
der Kammer. Die weist einen sprunghaften Anstieg
nach Beratungen im Zusammenhang mit der Krise
auf, während die Zahl der Gründungsberatungen
deutlich zurückgegangen ist, und zwar um rund
40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Gefordert ist vor allem die betriebswirtschaftliche
Beratung und vermehrt auch der Rat unserer Rechtsexperten“, erläuterte Eisert. Danach haben die Kammerjuristen in den vergangenen Monaten krisenbedingt wesentlich mehr Anfragen zu den Themen Kurzarbeit, Kündigung und Insolvenz erhalten. Dieser Beratungsservice der Handwerkskammer stehe den Mitgliedsbetrieben im Übrigen kostenlos zur Verfügung,
so Eisert.
Dies gelte auch für die Informationsveranstaltungen,
die in verschiedener Form ebenfalls die Wirtschaftskrise zum Thema hatten. Eine Expertenrunde, die sich
mit Finanzierungsstrategien für kleine und mittlere
Unternehmen beschäftigte, fand besonders großes
Interesse.
Eisert will das Angebot in den nächsten Monaten ausbauen: „Wir wollen unseren Betrieben aktuelle und
praktisch verwertbare Informationen liefern.“ Die
Premiere der neuen Veranstaltungsreihe „Handwerk
lädt ein ...“ verlief jedenfalls erfolgreich. Rund 70
Handwerker und Führungskräfte hatten sich im Juni
im Klosterhof zu Kusterdingen eingefunden, um sich
über Marketingtrends und zeitgemäße Kundenansprache zu informieren.
Erfreut ist Eisert über den positiven Jahresabschluss
2008. Erreicht wurde die bei der Planaufstellung im
Jahr 2007 nicht erwartete Entwicklung zu einem wesentlichen Teil durch Einsparungen bei den Personalund Raumkosten sowie Mehreinnahmen beim Beitrag, u.a. auch bedingt durch die im Veranlagungszeitraum noch sehr gute wirtschaftliche Entwicklung.
„Das gute Ergebnis gibt uns ein finanzielles Polster,
um die vielfältigen Aufgaben der kommenden Jahre
bewältigen zu können“, meint Eisert. Beitragsrückgänge aufgrund der Wirtschaftskrise, sinkende Einnahmen bei der überbetrieblichen Ausbildung durch
rückläufige Lehrlingszahlen oder zusätzlich notwendig gewordene Investitionen für Sanierungsarbeiten
müssten schließlich geschultert werden. Auch könne
die Handwerkskammer Reutlingen jetzt darauf verzichten, eine Sonderumlage für die Finanzierung der
auf fünf Jahre angelegten Imagekampagne des Handwerks zu erheben, wie es zahlreiche andere Kammern
in Deutschland tun müssten.
Die Bundesregierung hat zum 1. Juli
2009 die Höchstgrenze zur Istversteuerung auf bundeseinheitlich 500.000 Euro Umsatz angehoben. Die höhere Umsatzgrenze verbessert die Liquidität
kleiner und mittlerer Unternehmen
schnell und unmittelbar, denn Istversteuerer müssen die Umsatzsteuer erst
dann an das Finanzamt abführen, wenn
der Kunde tatsächlich gezahlt hat und
nicht bereits für den Monat der Rechnungslegung. Die Vorfinanzierung der
Umsatzsteuer auf Kosten der Unternehmensliquidität kann so vermieden werden. Der Zentralverband des Deutschen
Handwerks (ZDH) rechnet damit, dass
rund zwei Drittel aller Handwerksbetriebe von der Neuregelung profitieren
werden. Allerdings muss der Wechsel in
die günstigere Besteuerungsart beim Finanzamt beantragt werden.
Der ZDH hat ein Merkblatt zur Istversteuerung mit Berechnungsbeispielen
herausgegeben. Es gibt einen knappen
Überblick über die neue Regelung und
enthält Tipps, was beim Wechsel zwischen den beiden Besteuerungsarten zu
beachten ist. Zusätzlich werden die
Vorteile von Abschlagszahlungen, die
ebenfalls nach dem Istversteuerungsprinzip behandelt werden, skizziert.
Der Flyer kann bei der Handwerkskammer Reutlingen
kostenlos angefordert werden unter Tel. 07121/
2412-122 (vormittags), [email protected]
Arbeiten und lernen
in Europa
Land fördert Auslandspraktika
Im Rahmen des Programms Eurodysée
sind in diesem Herbst noch Plätze frei
für junge Fachkräfte aus Baden-Württemberg im Alter von 20 bis 30 Jahren,
die für mehrere Monate ein Praktikum
in einem Betrieb in einer europäischen
Region absolvieren möchten. Die Praktika beginnen im Oktober 2009.
Am Programm beteiligen sich rund
30•Regionen, überwiegend aus Spanien
und Frankreich. Eine Partnerorganisation in der Zielregion sorgt dabei für
Unterkunft, einen Sprachkurs und die
Vermittlung der Praktikanten in einen
passenden Betrieb. Ein Rahmenprogramm bietet Einblicke in Kultur und
Lebensart der Gastregion. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg bezuschusst den Auslandsaufenthalt und übernimmt die Kosten für einen Sprachkurs. Die Förderhöhe ist abhängig vom jeweiligen Zielland und der
Dauer des Auslandsaufenthaltes (je
nach Region vier bis sechs Monate).
Bewerbungen für ein Auslandspraktikum sind ab sofort und bis spätestens
September 2009 bei der mit der Vermittlung beauftragten F+U GmbH in Heidelberg möglich.
Ansprechpartner ist Karl-Heinz Wieland,
Projektkoordinator, Tel. 06221/912013,
E-Mail: [email protected]
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 15-16 | 7. August 2009 | 61. Jahrgang
Väterlicher Chef und politischer Geist
Zum Tode von Kurt Wochner
Der ehemalige Vizepräsident der Handwerkskammer Reutlingen und Kreishandwerksmeister, CDU-Kommunalpolitiker und Unternehmer Kurt Wochner, ist tot. Er starb am 7. Juli 2009 in
Balingen im Alter von 79 Jahren. Der
Zollernalbkreis, die Stadt Balingen und
sein Heimatort Dotternhausen verlieren mit Kurt Wochner eine ihrer bedeutendsten Persönlichkeiten.
Über fünf Jahrzehnte lenkte er die Geschichte seines elterlichen Unternehmens – war damit Arbeitgeber für teils
über 700 Mitarbeiter. Und genoss dabei
höchstes Ansehen und Wertschätzung.
Sein erfolgreicher Kurs als Firmenchef
ließ ihn niemals die Bodenhaftung verlieren. Der gelernte Maurermeister
schätzte vielmehr die regelmäßige persönliche Begegnung im eigenen Haus –
wie auch auf der Straße. Er liebte den
täglichen Gang durch den eigenen Betrieb – in ebenso väterlicher wie kameradschaftlicher Art trug er maßgeblich
zum guten Betriebsklima seiner Betonwerke in Dormettingen und Dottern-
Kurt Wochner.
Foto: HWK
hausen. In gleichem Maße liebte er das
Gespräch auf dem Wochenmarkt. Stets
interessierte ihn die „Stimme des Volkes“, die Sorgen des Mannes, der Frau
auf der Straße. Kurt Wochner war ein
kommunikativer Mensch, den eine Liebe zu Mitmenschen, ein großzügiger
Vertrauensvorschuss an sein Gegenüber und sein konstruktiv-positiver
Blick in die Zukunft auszeichneten. Er
war der geborene Kommunalpolitiker –
gleichfalls respektiert in eigenen Reihen
und denen der Opposition.
Ja, Kurt Wochner war eine wichtige Säule in der heimischen Kommunalpolitik.
Er bestimmte über fünf Jahrzehnte hinweg das Geschehen im Landkreis mit,
20 Jahre lang maßgeblich auch in seiner
Wahlheimat Balingen. Sein Rat war gefragt, sein Wort überzeugend. Kurt
Wochner war über all diese Jahre hinweg der Spiritus Rector der heimischen
CDU. Nicht zuletzt seiner intensiven
Kontakte wegen zu vielen damaligen
CDU-Größen von Spaichingen bis
Stuttgart.
Aber auch berufsständisch wollte man
auf den Ratgeber Kurt Wochner nur ungern verzichten: In unzähligen, oft recht
arbeits- und zeitintensiven Ehrenämtern brachte sich der Unternehmer mit
all seinem Wissen, seinen Kontakten
und aller Kompetenz ein. Ob als Vizepräsident der Handwerkskammer Reutlingen, ob als Kreishandwerksmeister,
als Verwaltungsrat der Sparkasse, der
Arbeitsverwaltung im Kreis oder auch
im Land. Dabei zeichnete ihn stets eine
durchaus nicht selbstverständliche,
umso überzeugendere soziale Argumentation aus. Sein soziales Engagement, so schilderte er selbst vor wenigen Jahren anlässlich der Verleihung der
Bürgermedaille, resultiere aus „einschneidenden Erlebnissen“ – für ihn
„das Leben der KZ-Häftlinge, die für das
Unternehmen Wüste gegen Ende des
Zweiten Weltkriegs unter erbärmlichen
Bedingungen hierzulande schuften
mussten“. Dieses Engagement resultierte aber auch aus seinem tiefen Glauben heraus. Wochner war bekennender
und praktizierender Christ, seiner Heilig-Geist-Kirche engstens verbunden.
Er war ein Mann korrekter Prinzipien.
Ein Geschäftsmann, auf den man sich
verlassen konnte. Er war Vorbild – mit
praktizierter Sechstagewoche im Betrieb und in der Familie, für die sein
Sonntag reserviert war. Nicht selten war
er „Helfer in der Not“, im Kleinen wie im
Großen.
Karl-Otto Müller, „Zollern-Alb Kurier“
Engagement, das Vertrauen schafft
Handwerkskammer Reutlingen zeichnet Ehrenamtsträger aus
Sechs ehrenamtliche Leistungsträger
wurden bei der Vollversammlung der
Handwerkskammer Reutlingen für ihre
langjährige Arbeit mit dem silbernen
oder goldenen Handwerkzeichen ausgezeichnet. Für Kammerpräsident Joachim Möhrle legen die ehrenamtlich arbeitenden Frauen und Männer im
Handwerk einen Grundstein für unser
Gemeinwesen: „Das freiwillige Engagement schafft eine Atmosphäre der Solidarität, der Zugehörigkeit und des
gegenseitigen Vertrauens.“
Mit dem silbernen Handwerkszeichen
würdigt die Kammer Persönlichkeiten,
die sich mehr als 20 Jahre in verantwortlicher Stellung maßgeblich für die Förderung des Handwerks eingesetzt haben. Das goldene Handwerkszeichen
schließlich wird für herausragende Leistungen um das Handwerk vergeben. Be-
reits im Mai hatte die Kammer zum „Tag
des Ehrenamtes“ in die Reutlinger Friedrich-List-Halle geladen und rund 170
Personen gewürdigt. Insgesamt sind
zurzeit mehr als 1000 Frauen und Män-
Hauptgeschäftsführer
Dr. Joachim Eisert, Peter
Schramm, August
Wannenmacher,
Wilhelm Gottlob
Fetzer, Präsident
Joachim Möhrle,
Julius Neher,
Traugott Feder,
Werner Koch und
Eduard Hahn
(v.l.n.r.).
wiesen, betonte Möhrle. Umso wichtiger sei es, immer wieder in der Öffentlichkeit auf ihre Bedeutung hinzuweisen. „Ehrenamtliche Arbeit ist Ausdruck
von Verantwortungsbereitschaft der
Bürgerinnen und Bürger und von Solidarität mit der Gemeinschaft.“
Foto: Bouß
– Wilhelm Gottlob Fetzer aus Grabenstetten;
– Eduard Hahn aus Sigmaringen;
– Werner Koch aus Albstadt;
– Karl-Heinz Schäfer-Wiedler aus Albstadt;
– Peter Schramm aus Reutlingen.
ner in Gesellenprüfungsausschüssen,
Meisterprüfungsausschüssen oder als
Sachverständige im Kammerbezirk tätig. Die Handwerkskammer sei auch in
Zukunft auf ehrenamtliche Arbeit ange-
Goldenes Handwerkszeichen
– Julius Neher aus Mengen.
Silbernes Handwerkszeichen
Konjunktur im Handwerk läuft besser
Handwerksbetriebe gehen mit verhaltenem Optimismus in die nächsten Monate
Die Handwerkskonjunktur im Bezirk
der Handwerkskammer Reutlingen hat
sich in den vergangenen Monaten stabilisiert. Nach einem drastischen Einbruch zum Jahresbeginn sind nun erste
Anzeichen einer Erholung zu erkennen.
Der Index zur Geschäftslage erreicht
mit 8,4 Punkten wieder den positiven
Bereich. Allerdings fallen die Erwartungen verhaltener aus als noch im Vorjahr.
Nach einer repräsentativen Umfrage in
den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und
Zollernalb blicken 36 Prozent der Betriebe auf eine ordentliche Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal zurück.
Drei von zehn Betriebe konnten mehr
Aufträge (30,2 Prozent) verbuchen. Dagegen musste jedes vierte Handwerksunternehmen einen Auftragsrückgang
hinnehmen (26,5 Prozent). Innerhalb
eines Jahres hat sich dieser Anteil um
5,4 Prozentpunkte erhöht. Die Erwartungen für die kommenden Monate
sind trotzdem verhalten optimistisch.
Der Index der Geschäftsaussichten erreicht +17,9 Punkte, bleibt aber hinter
dem Stand des Vorjahres zurück. Infolgedessen fällt der Konjunkturindex der
Handwerkskammer Reutlingen, der aus
den Beurteilungen der Geschäftslage
und der Erwartungen gebildet wird, mit
+13,1 Punkten deutlich besser aus als
im ersten Quartal 2009 (+1,4). Im Sommer 2008 lag dieser Wert noch bei
+22,8•Punkten.
Die Umsatzlage der Handwerksunternehmen hat sich entspannt. Jeder dritte
Betrieb erzielte höhere Umsätze (31,3
Prozent). Vor einem Jahr waren es mit
33,8 Prozent nur unwesentlich mehr.
Was die Einschätzungen für das kommende Quartal angeht, teilen sich die
Handwerker zurzeit in zwei Lager: Jedes
fünfte Unternehmen rechnet mit steigenden Umsätzen, beinahe ebenso viele erwarten Rückgänge.
Stabile Beschäftigungslage
Die Beschäftigungssituation erweist
sich als erfreulich stabil. Im zweiten
Quartal 2009 mussten sich 9,4 Prozent
der Betriebe von Mitarbeitern trennen.
Gleichzeitig beschäftigte jeder zehnte
Handwerksbetrieb mehr Arbeitskräfte
als im Quartal zuvor. Diese ausgeglichene Entwicklung dürfte sich fortsetzen.
Während 8,1 Prozent der Betriebe in
den kommenden Wochen Mitarbeiter
einstellen wollen, gaben 7,9 Prozent an,
Stellen streichen zu müssen.
Nach Einschätzung von Kammerpräsident Joachim Möhrle sind dies erste Anzeichen für eine Konjunkturerholung.
„Wir profitieren in dieser schwierigen
Wirtschaftslage von unserer Binnenmarktorientierung und von den Privatkunden“, stellt Möhrle fest: „Die Konjunkturprogramme von Bund und Land
werden in den nächsten Wochen ihre
Wirkung zeigen. Das Bürgerentlastungsgesetz mit der besseren steuerlichen Absetzbarkeit von Beiträgen zur
Kranken- und Pflegeversicherung führt
ab 2010 zu höheren Nettoeinkommen.
Dies wird zu mehr privaten Aufträgen
führen“, ist Möhrle sich sicher.
Die Erwartungen der Baubranche sind
hoch. Das Bauhauptgewerbe rechnet
aufgrund der Konjunkturpakete und
ausgebauten Förderprogramme im Bereich der energetischen Modernisierung mit deutlich besseren Geschäften.
So steigt das Konjunkturbarometer dieser Handwerksgruppe auf +28,3 Punkte
und damit auf den Spitzenwert im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen.
Weniger neue Ausbildungsverträge
Halbjahresbilanz weist Rückgang um 15 Prozent aus
In den ersten sechs Monaten des Jahres
wurden bei der Handwerkskammer
Reutlingen deutlich weniger neue Ausbildungsverträge gemeldet. Die Halbjahresbilanz weist 977 neue Lehrverträge aus. Ein Jahr zuvor waren zu diesem
Zeitpunkt bereits 1.149 Neuverträge
unterzeichnet. Karl-Heinz Goller, Leiter
der Ausbildungsabteilung der Hand-
werkskammer Reutlingen, führt den
deutlichen Rückgang von 15 Prozent
vor allem auf die Wirtschaftslage zurück.
Angesichts unklarer Aussichten verhielten sich viele Betriebe vorsichtiger, was
ihre Personalplanung betrifftund zögern noch mit Neueinstellungen.
„Mancher Betrieb, der im Normalfall re-
gelmäßig ausbildet, wartet zurzeit erst
einmal ab“, beobachtet Goller. Hinzu
kommen langfristig wirksame Faktoren,
die sich unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung bemerkbar machen.
Nach Angaben der Landesarbeitsagentur ist die Zahl der Bewerber um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.
Ausbildungsexperte Goller rechnet in-
des in den nächsten Wochen mit einer
leichten Verbesserung. Denn im Unterschied zu Industrie und Handel kommen im Handwerk viele Ausbildungsverhältnisse traditionell zu einem späteren Zeitpunkt zustande. „Erfahrungsgemäß tut sich kurz vor dem Start des
Ausbildungsjahres noch einiges“, sagt
Goller.
Von der Kutsche zum flotten
Flitzer
50 Jahre Autoservice Oßwald
Als Carl Friedrich Benz 1885 das erste
Benzinauto baute, waren die Vorgänger
von Thomas Oßwald bereits seit fünf
Jahren im Geschäft: Im Mai 1890 eröffnete Johann Bloching in Bad Saulgau
seinen Betrieb als Huf- und Wagenschmied. Markus Bloching stieg 1920 in
den Betrieb ein – und erkannte die Zeichen der Zeit: 1928 eröffnete der Hufschmied eine Tankstelle. Die PS unter
den Motorhauben verdrängten die tierischen Pferdestärken und Kutschen immer mehr. 1959 eröffnete Josef Oßwald,
seines Zeichens Meister im Kfz-Handwerk, auf dem Gelände der ehemaligen
Hufschmiede seine Autowerkstatt. Seit
1973 ist der Betrieb Vertragswerkstatt
von Daimler Benz. Und: Die Söhne Markus und Thomas Oßwald haben
offenbar selbst Benzin im Blut und
übernahmen 1985 gemeinsam den väterlichen Betrieb. Seit 1993 firmieren sie
als GmbH. Im selben Jahr läuft der
Pachtvertrag für die seit 1976 vermietete
ARAL-Tankstelle aus und die Brüder leiten selbst die Geschäfte. Das nächste
wichtige Datum in der Firmengeschichte ist der 1. November 1991. In der Herbertinger Straße wird die „Oßwald GbR
– Kfz-Instandsetzung“ eröffnet. Neben
der Werkstatt bietet das Gelände auch
Platz für den Autohandel und das komplette Serviceangebot eines modernen
Autohauses. Mit erneutem Zuwachs vor
vier Jahren, als der Smart-Service neu
dazu kam. Sieben Auszubildende sind
derzeit im Betrieb. Insgesamt arbeiten
56 Menschen bei Oßwald.
IKK-Tarif ist erste Wahl
Zeitschrift Öko-Test bewertet 466 Wahltarife der Krankenkassen
Die Zeitschrift Öko-Test hat Wahltarife
der Krankenkassen miteinander verglichen und bewertet. Die Ergebnisse
wurden nun im Ratgeber Gesundheit
2009“ veröffentlicht. Die Innungskrankenkasse Baden-Württemberg und
Hessen (IKK) landet mit ihrem Tarif
„Chance Plus 600“ auf dem ersten Platz.
IKK-Vorstand Heinz Nitsche freut sich
über diesen Erfolg: Zwar gibt es seit
Januar 2009 den Einheitsbeitrag für alle
Kassen, aber bei den Zusatzleistungen
kann man erhebliche Unterschiede
feststellen. Uns ist wichtig, sinnvolle
und hochwertige Zusatzangebote im
Programm zu haben – und das ist uns
beispielsweise mit dem Wahltarif ge-
lungen.“ Die IKK bietet ihren Versicherten schon seit dem Jahr 2007 individuelle Tarife zur Beitragsrückerstattung und
Tarife mit Selbstbehalt an. Versicherte
können damit bis zu 600 Euro im Jahr
sparen.
Die Krankenkasse erlebt derzeit einen
Mitgliederzuwachs. In den ersten vier
Monaten des Jahres wurden 6.500 Neukunden gewonnen. Sorgen um einen
möglichen Zusatzbeitrag seien unbegründet, so Nitsche: „In den vergangenen Jahren haben wir vorausschauend
gewirtschaftet und stehen deshalb
finanziell auf einer soliden Grundlage.
Es besteht keinerlei Veranlassung, an
einen Zusatzbeitrag zu denken.“
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Mal chic, mal pfiffig,
aber immer individuell
HANDWERK IN ZAHLEN
(37,6)
33,3
(32,5)
81 bis
100 %
über
100 %
Neue Meisterinnen und ein Meister im Damenschneider- und Herrenschneiderhandwerk
Die 50-Minuten-Show in Metzingen, die die Modedesignerin
Barbara Spannagel zusammen mit Tanzlehrerin Ivonne Wiedmann und den 60 Schülern der Bekleidungsabteilung der Gewerbeschule Metzingen auf die Bühne brachte, war diesmal
vom Zauber Afrikas inspiriert.
Foto: HWK
„Zukunft Alter“
Preis ausgeschrieben
Die Otto und Edith Mühlschlegel Stiftung in der Robert Bosch Stiftung
schreibt zum vierten Mal ihren Preis
„Zukunft Alter“ aus.
Im Mittelpunkt dieser Ausschreibung
steht die „Kreativität in neuen Medien“.
Unter diesem Motto würdigt der OttoMühlschlegel-Preis 2010 Leistungen,
die das kreative Talent älterer Menschen
im Umgang mit neuen Medien zur Geltung bringen und die verdeutlichen,
dass die Lebenserfahrung die Kreativität gefördert hat. Der Preis zeichnet
die kreative Gestaltung neuer Medien
und/oder den kreativen Umgang mit
diesen neuen Medien aus. Unter neuen
Medien werden digitale Bild-, Ton- und
Textverarbeitung, Internet, Webradio,
interaktive Medien und Multimedia verstanden.
Bewerben können sich Einzelpersonen
ab dem 60. Lebensjahr sowie Gruppen.
Bei Gruppen muss die kreative Leistung
mindestens einer Person ab dem 60. Lebensjahr erkennbar sein.
Die dritte
Generation
75 Jahre Schreinerei Kern
Jubiläum in der Schützenstraße in
Walddorfhäslach: Die Schreinerei Kern
wird heuer 75 Jahre alt.
Gegründet hat den Betrieb im Jahre
1934 Wilhelm Kern, seines Zeichens
Schreinermeister. Ab 1971 führte Ernst
Kern die Geschäfte, und seit 1998 ist
Wolfgang Kern der Chef im Generationenbetrieb.
Derzeit hat das Unternehmen zwei Mitarbeiter. In den vergangenen 75 Jahren
haben etwa 20 junge Menschen das
Schreinerhandwerk bei den Kerns erlernt.
„Möbel & Innenausbau“ lautet die
Unterzeile bei der Firmenbezeichnung.
Privatleute gehören ebenso zu den Kunden wie Firmen. Spezialgebiet des Betriebes sind Zulieferteile für den Ladenbau. Gefertigt wie alles aus dem Traditionshaus mit modernster Technik – die
CNC-Bearbeitung ist bei der Schreinerei Kern längst Alltagsgeschäft.
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Bewilligungsbescheide
Mitgliederversammlung KH Sigmaringen in
Bad Saulgau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Sterne des
Handwerks
Beste Fahrzeugbeschriftungen
In Metzingen ist sie mittlerweile ein gesellschaftliches
Ereignis, bei dem man nicht fehlen darf: die alljährliche Abschlussfeier mit Modenschau der gewerblichen Schule. Auch in diesem Jahr war die Stadthalle
bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Zeugnisse und
Meisterbriefe verteilt wurden.
Obwohl der Meisterbrief in ihrem Handwerk nicht
mehr gefordert wird, um sich selbstständig zu machen, hatten sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Damen- und Herrenschneiderinnen für dieses
Qualitätssiegel entschieden. Sie konnten ihren Meisterbrief nach der einjährigen Vollzeitausbildung entgegennehmen.
Sie hatten sich zuvor einer umfangreichen Meisterprüfung unterzogen. In der theoretischen Prüfung
mussten in den drei Handlungsfeldern Gestaltung
und Herstellungstechnik, Auftragsabwicklung sowie
Betriebsführung und Betriebsorganisation Aufgaben
gelöst werden. In der praktischen Prüfung wurde in einem Meisterprüfungsprojekt ein Kundenauftrag ge-
plant, durchgeführt und dokumentiert. Das Projekt
wurde in einem Fachgespräch erläutert, und außerdem mussten Verbesserungsvorschläge unterbreitet
werden. In der „Situationsaufgabe“ war an einem Tag
ein Kleidungsstück nach Vorgaben herzustellen. Dazu
musste der Schnitt gezeichnet, das Teil gefertigt und
die Qualität überprüft werden.
Darüber hinaus mussten die Prüflinge nachweisen,
dass sie die berufs- und arbeitspädagogischen sowie
die betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Prüfungsbereiche beherrschen.
Der Meisterjahrgang 2009 im Damen- und Herrenschneider-Handwerk umfasst insgesamt 19 erfolgreiche Absolventen, 18 Frauen und einen Mann.
Die erfolgreichen Absolventen
Sarah Rager aus 70176 Stuttgart
Anne Katharina Ruttkowski
aus 70825 Korntal-Münchingen
Alexandra Michel aus 71546 Aspach
Kathrin Vollmer aus 71636 Ludwigsburg
Olga Melcher aus 72525 Münsingen
Franka Kleffe aus 72555 Metzingen
Julia Leibold aus 72555 Metzingen
Heidi Lieb aus 72574 Bad Urach
Loraine Himmelsbach
aus 72581 Dettingen/Erms
Judith Kreser aus 72654 Neckartenzlingen
Miriam Kromer aus 72664 Kohlberg
Marc Becke aus 72762 Reutlingen
Barbara Roth aus 74336 Brackenheim
Nadeshda Nikulschin
aus 78056 Villingen-Schwenningen
Livia Lodeserto aus 78325 Bodmann
Nadja Guske aus 78462 Konstanz
Clarissa Nübel aus 88048 Friedrichshafen
Nelli Wulfert aus 88348 Bad Saulgau
Sarah Frick aus 88447 Warthausen-Birkenhard
„Ihre kompletten Unterlagen senden
Sie bitte an …“
Mössinger Hauptschüler lernen, wie man sich online bewirbt
Immer häufiger erwarten Firmen von ihren Bewerbern, dass diese ihre Unterlagen online einreichen.
Doch wie schreibt und übermittelt man die perfekte
Onlinebewerbung? Antworten auf diese Frage erarbeiteten sich die Schüler der Mössinger Bästenhardtschule. Sie bereiteten sich mit einem zehnwöchigen
Kurs intensiv auf die anstehenden Aufgaben vor, stellten klassische und elektronische Bewerbungsmappen
zusammen und lernten, was bei Onlinebewerbungen
zu beachten ist.
Unterricht im Klassenverbund und bei Bedarf eine intensive Lernbegleitung. Das von der Bildungsakademie Sigmaringen betreute Projekt läuft bis Ende 2010
und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds
und des Sozialministeriums Baden-Württemberg gefördert.
Ansprechpartner ist Michael Krogull, Bildungsakademie Sigmaringen, Tel. 07571/7477-14, michael.
[email protected]
Betriebe gesucht
Orientierungshilfen
Impressum
THEMEN
Attraktiver Arbeitgeber
Angaben in Prozent der Befragten; in (): Vorjahresquartal;
Quelle: DHZ
Nähere Informationen zu der Ausschreibung ist auf
der Homepage der Robert Bosch Stiftung GmbH zu
finden (www.bosch-stiftung.de/zukunftalter). Einsendungen richten Sie bitte auf dem Postweg an die Otto
und Edith Mühlschlegel Stiftung in der Robert Bosch
Stiftung, Heidehofstraße 31 70184 Stuttgart. Einsendeschluss ist der 15.10.2009 (Poststempel)
9
Staatssekretär Richard Drautz übergibt Bewilligungsbescheide. Modernisierung der
Bildungsakademie Tübingen . . . . . . . . 10
(9,3)
5,8
22,5
(20,6)
38,4
Betriebsauslastung im
Kammerbezirk
61 bis
80 %
Mit Gaspool sparen clevere Handwerker
künftig bares Geld. Energieeinkaufsgemeinschaft senkt Kosten deutlich. Seite 11
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 17 | 4. September 2009 | 61. Jahrgang
bis
60 %
Baden-Württemberg
Auch die Lernmethoden waren zeitgemäß. Die
Schüler nutzten die Blended-Learning-Methode, zu
deutsch integriertes Lernen. Diese Lernform kombiniert den traditionellen Unterricht und eigenständiges Lernen am Computer. „Wer sich in den
neuen Verfahren und Techniken nicht auskennt, steht
vor Barrieren“, erläutert Projektmanager Michael
Krogull. Den Teilnehmern jedenfalls hat es gefallen.
„Das Lernen im Internet mit Chat und E-Mail war
super“, befand ein Schüler.
Das Angebot ist Teil des Projektes „Bildung – Ausbildung – Zukunft“ (BAZ) der Handwerkskammer Reut-
Schwarz auf weiß: Die Schüler erhielten zum Abschluss
ihre Teilnahmebestätigungen.
Foto: privat
lingen. BAZ bietet in verschiedenen Bausteinen
Orientierungs- und Entscheidungshilfen für Schüler
ab der Klassenstufe 7: Werkstatttage in Partnerfirmen,
Das Projekt „Bildung – Ausbildung – Zukunft“ (BAZ)
unterstützt Jugendliche beim Übergang von der Schule
in die Arbeitswelt. Dazu braucht es ein Netzwerk aus
engagierten Schulen und Betrieben, die Schülern einen
Einblick in Berufsbilder und in die Praxis ermöglichen.
Im optimalen Fall gelingt es, langfristig angelegte
Kooperationen zwischen den regionalen Partnern zu
schaffen, die über das Projektende im Dezember 2010
hinaus aktiv bleiben. Gesucht werden also Betriebe, die
sich rund um das Thema Berufswahlorientierung
engagieren und dabei auch neue Wege gehen wollen.
Michael Krogull, Projektmanager, Telefon 07571/
7477-14, freut sich über Ihren Anruf.
Am 1. September fiel der Startschuss
zum neuen Wettbewerb „Sterne des
Handwerks“: Bis zum 30. November
sucht die Aktion Modernes Handwerk
e.V. (AMH) gemeinsam mit Experten
aus Marketing und Design die besten
und kreativsten Beschriftungen von
Handwerkerfahrzeugen. Alle Handwerksbetriebe, die ein gestaltetes
Firmenfahrzeug haben, können sich
mit entsprechenden Fotos oder Neuentwürfen auf der Website www.sternedes-handwerks.de um den Preis bewerben.
An den Siegerbetrieb vergibt die AMH
einen Mercedes-Benz Vito inklusive
Fahrzeugbeklebung und einjährigem
Versicherungsschutz als Hauptpreis. An
den beteiligten Designer geht zudem
ein Geldpreis in Höhe von 2.500 Euro.
Der Hauptpreis der „Sterne des Handwerks“ wird im Rahmen der Inter nationalen Handwerksmesse in München
(3. bis 9. März 2010) verliehen.
www.sterne-des-handwerks.de
Infopaket zum
Berufsstart
Medien für Schulabgänger
Welcher Beruf ist der richtige für mich?
Was muss ich bei der Jobsuche beachten? Wie bewerbe ich mich erfolgreich?
Damit der Start ins Berufsleben gelingt,
hat die Innungskrankenkasse (IKK) Baden-Württemberg und Hessen alle
wichtigen Infos für Berufsstarter und
Auszubildende zusammengestellt.
Die 40-seitige Broschüre „Berufsstart
perfekt“ fasst nicht nur Tipps von der
Berufsorientierung über die Bewerbung
bis hin zum Vorstellungsgespräch zusammen, sondern beinhaltet auch Tests
und konkrete Beispiele.
Interaktiver Test
Noch mehr Möglichkeiten bietet die
interaktive CD-ROM „Job Now“, zum
Beispiel einen Test über die eigenen
Stärken mit Auswertung und Berufsvorschlag und kurze Videoclips zum Thema Vorstellungsgespräch. Die Filme zeigen ganz anschaulich, wie man es besser nicht machen sollte beziehungsweise wie man einen guten Eindruck
hinterlässt.
Natürlich gibt es auch Informationen
über die Krankenversicherung und das
IKK-Berufsstarter-Bonusprogramm, bei
dem Auszubildende bares Geld erhalten, wenn sie etwas für ihre Gesundheit
tun, und alle Antragsformulare. Eine
pfiffige Idee: Bewerbungen kosten Zeit
und Geld.
Damit die Kopien von Zeugnissen,
Praktikumsbescheinigungen und Lebenslauf das Budget nicht zu sehr belasten, spendiert die IKK den Berufsstartern einen Kopiergutschein – zum kostenlosen Kopieren in allen Geschäftsstellen.
Das Berufsstarter-Paket ist in allen IKK-Kundencentern oder über die kostenlose Servicenummer
0800/4551111 erhältlich
Deutsche Handwerks Zeitung
10 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Wer fördert was?
Infos zur Innovationsförderung
Handwerksunternehmen entwickeln
neue Produkte, verbessern Verfahren
und bringen neue Dienstleistungen auf
den Markt. Bund und Land unterstützen sie mit Know-how und Fördergeldern.
Die Förderlandschaft ist vielfältig. Die
Palette reicht von Zuschüssen zu externen Beratungen über finanzielle Hilfen
in der Entwicklungsphase bis hin zu
zinsgünstigen Krediten, die in der Umsetzungsphase und während der Markteinführung erforderlich sind. Aus den
einzelnen Bausteinen ergibt sich eine
Förderkette, die Unternehmen über alle
Etappen ihres Innovationsprojektes zur
Verfügung steht.
Ein Merkblatt der Handwerkskammer
Reutlingen informiert über die aktuellen Programme und Konditionen.
Staatssekretär Richard Drautz
übergibt Bewilligungsbescheide
Wirtschaftsministerium fördert Modernisierung der Bildungsakademie Tübingen
www.hwk-reutlingen.de/
innovationsfoerderung.html
Unternehmenswert
ermitteln
Faltblatt zum AWH-Standard
Die Handwerksorganisationen haben
einen Standard zur Ermittlung des
Unternehmenswertes erarbeitet. Das so
genannte AWH-Verfahren basiert auf
einer von Wirtschaftsprüfern entwickelten Methode, berücksichtigt aber zugleich die für Klein- und Mittelbetriebe
typischen Besonderheiten. Mit Hilfe des
bundesweit standardisierten Verfahrens
soll die Basis für realistische Bewertungen von Handwerksunternehmen geschaffen werden, die als Grundlage beispielsweise bei Verkaufsverhandlungen,
Beteiligungen oder im Erbschaftsfall
herangezogen werden können. Die Ermittlung des Unternehmenswertes erfolgt für Mitgliedsbetriebe durch die
Handwerkskammern und Fachverbände.
Der Zentralverband des Deutschen
Handwerks hat ein Faltblatt herausgegeben, das einen Überblick über das
Bewertungsverfahren gibt. Es kann kostenlos angefordert werden unter Tel.
07121/2412-122 (vormittags), [email protected]
hwk-reutlingen.de.
www.wertermittlung-handwerk.de
Überzeugend
wirken
Persönlichkeitsentwicklung
23 Unternehmerfrauen im Handwerk
haben sich kürzlich einen Tag Auszeit
genommen, um sich mit Fragen der
Persönlichkeitsentwicklung auseinanderzusetzen. Als Referentin hatten sie
die Beraterin Inge Köhler engagiert.
Körpersprache, Gestik, Mimik, Stimme,
der Gang und das Äußere sind die
Grundlagen für selbstsicheres Auftreten. Im Übungsteil konnte jede Teilnehmerin erfahren, wie die Körperhaltung
auf das Gegenüber wirkt und wie sie die
eigene Stimmung beeinflusst.
Im zweiten Teil ging es um typische
Denk- und Verhaltensmuster. Sätze wie
„das kannst du doch nicht machen“
oder „was sollen die anderen denken“
hindern uns häufig daran, klar und
deutlich Wünsche zu äußern oder Grenzen aufzuzeigen. Ein „Ja“ geht schnell
über die Lippen, obwohl man „Nein“ sagen wollte. Die Konsequenz: Man fühlt
sich ausgenutzt. Über einen längeren
Zeitraum führt ein solches Verhalten zu
Stress und erhöht das gesundheitliche
Risiko erheblich.
Informieren Sie sich unter www.ufh-bw.de/reutlingent oder wenden Sie sich an Dagmar Künschner.
E-Mail: [email protected]
Handwerk und moderne
Technologien – gemeinsam in
eine erfolgreiche Zukunft.
Ausg. 17 | 4. September 2009 | 61. Jahrgang
Staatssekretär Richard Drautz (Mitte) überreichte Präsident Joachim Möhrle (rechts)
und Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Eisert (links) die Bewilligungsbescheide für die
Bildungsakademie Tübingen.
Foto: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
Um die Ausstattung sowie das Dach der
Bildungsakademie Tübingen zu modernisieren und zu sanieren, hat das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg der Handwerkskammer Reutlingen einen Zuschuss in Höhe von insgesamt 922.680 Euro bewilligt. Richard
Drautz, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, überreichte in Stuttgart
dem Präsidenten der Handwerkskammer Reutlingen, Joachim Möhrle, und
dem Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim
Eisert die Bewilligungsbescheide.
Die Bildungsakademie Tübingen wurde
1983 in Betrieb genommen. Das Flachdach ist seit längerer Zeit undicht und
das vorhandene Isoliermaterial zum
großen Teil nass. Dadurch ist die Wärmedämmung stark reduziert. Damit
sich die Energiebilanz des Gebäudes
verbessert, ist eine neue Dachabdichtung mit einer höheren Wärmedämmung erforderlich. Zudem werden eine
neue Stahltreppe gebaut, die Oberlich-
ter neu verglast und eine neue Blitzschutzanlage eingebaut. Für die Sanierung des Daches wurden 750.000 Euro
aus Mitteln des Zukunftsinvestitionsprogramms des Bundes zur Verfügung
gestellt, wobei 562.500 Euro Bundesund 187.500 Euro Landesmittel sind.
Die Gesamtkosten betragen rund eine
Million Euro. Dieser Betrag wird zu 75
Prozent aus Mitteln des Zukunftsinvestitionsprogramms übernommen; die
Handwerkskammer selbst muss 25 Prozent Eigenmittel aufbringen.
Zukunftsoffensive
Die Modernisierung der Ausstattung
wird mit 172.680 Euro aus Mitteln der
Zukunftsoffensive III des Landes gefördert. Die Gesamtkosten betragen hier
rund 600.000 Euro, neben dem Wirtschaftsministerium, das rund 30 Prozent trägt, beteiligen sich der Bund mit
45 Prozent und die Kammer selbst mit
rund 25 Prozent. Damit sollen in verschiedenen Werkstätten die Ausstattung
an die technische Entwicklung angepasst und veraltete Geräte und Maschinen ersetzt werden; unter anderem in
den Werkstätten für Steuerungstechnik,
Pneumatik und Hydraulik und für Kraftfahrzeug-Mechatronik.
„Das Wirtschaftsministerium hat großes Interesse daran, dass in den Weiterbildungsräumen der überbetrieblichen
Berufsbildungsstätten optimale Schulungsbedingungen herrschen und die
Substanz ständig den aktuellen energetischen Anforderungen angepasst
wird“, erklärte der Staatssekretär. Die
Schaffung und Erhaltung moderner
Aus- und Weiterbildungsplätze in den
Bildungszentren sei eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe. Dazu gehörten technisch moderne Geräte in den
Werkstätten ebenso wie auch Gebäude
mit geringem Energieverbrauch und einem angenehmen Raumklima.
Kontinuierliche Förderung
„Das Land fördert deshalb die Umstrukturierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten kontinuierlich. Aus
Mitteln des Zukunftsinvestitionsprogramms des Bundes können den Wirtschaftsorganisationen 2009 und 2010
zusätzlich zehn Millionen Euro für Modernisierungen bewilligt werden“, erklärte Richard Drautz.
In der Bildungsakademie Tübingen mit
ihren 258 Plätzen in 21 Werkstätten findet die überbetriebliche Ausbildung für
die Metallberufe, die Elektroberufe und
die Berufe der Holz- und Farbtechnik
statt. Sie verfügt über moderne Maschinenparks und Einrichtungen. Zudem ist
die Bildungsakademie Veranstaltungsort für zahlreiche Weiterbildungsmaßnahmen. Sie besitzt auch ein Internat,
in dem die Lehrlinge aus entfernten
Wohnorten untergebracht werden.
Handwerk als attraktiven
Arbeitgeber positionieren
Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Sigmaringen in Bad Saulgau
Geschäftsführer Heinz Hammermeister
von der Handwerkskammer Reutlingen
empfahl mit Blick auf die Konjunkturdaten des Handwerks eine genaue Analyse dieser Zahlen. „Das Handwerk ist
ein vielseitiger Wirtschaftszweig mit
ganz unterschiedlichen Branchen“, sagte Hammermeister, die Lage dürfe nicht
oberflächlich und pauschal beurteilt
werden.
Nachwuchssorgen
Gäste und Gastgeber in Bad Saulgau: Schulleiter Egbert Härtl, Gewerbliche Schule Bad
Saulgau, Kreishandwerksmeister August Dannegger, Doris Schröter, Bürgermeisterin der
Stadt Bad Saulgau, Klaus Peter, Gewerbliche Schule Sigmaringen, Heinz Hammermeister,
Handwerkskammer Reutlingen, Hermann Pfaff, stellvertretender Kreishandwerksmeister.
Foto: Griener
Lage und Aussichten, Konjunkturpakete und kommunale Investitionen, aber
auch die Nachwuchssorgen im Handwerk – die diesjährige Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft
Sigmaringen in Bad Saulgau beschäftigte sich mit tagesaktuellen und langfristigen Themen.
„Die Stimmung unter den Handwerkern ist gedämpft“, fasste Kreishandwerksmeister August Dannegger die aktuelle Lage zusammen. Die alljährliche
Frühjahrsbelebung sei in diesem Jahr
eher ein laues Lüftchen denn ein wirklicher Auftragsschub. Positiv bewertete
Dannegger die Abwrackprämie. Diese
entlaste spürbar die Autohäuser und
das Kfz-Gewerbe in der Region.
Einen ähnlichen Zuwachs an Aufträgen
erhoffen sich die Bau- und Ausbauhandwerker nun vom Konjunkturpaket
II. Doris Schröter, Bürgermeisterin von
Bad Saulgau, griff dieses Thema in ihrem Grußwort auf. Schröter bezifferte
den Sanierungsbedarf an den Schulgebäuden der Kommune auf 15 bis 20
Millionen Euro. Bei diesen Investitionen müsse die Gemeinde jeweils 25
Prozent der Kosten selbst tragen, so
Schröter: „Ein erheblicher Kraftakt.“
Sorgen macht sich Dannegger um den
Nachwuchs. Der Kreishandwerksmeister sieht das Handwerk von einer doppelten Bildungsfalle bedroht, denn es
fehle an Bewerbern und an Qualität.
„Bereits heute finden Metzger keine Bewerber mehr“, sagte Dannegger. Er forderte deshalb vermehrte Anstrengungen im Bereich der Nachwuchswerbung: „Wir müssen uns als attraktive Arbeitgebermarke positionieren.“
Dass der Bewerbermangel auch etwas
mit der Erreichbarkeit der Betriebe und
Berufsschulen zu tun haben kann, darauf verwies Egbert Härtl. Der Schulleiter
des Gewerblichen Schulzentrums Bad
Saulgau kritisierte die lückenhafte Versorgung der Region mit Bussen und die
schlechte Anbindung seiner Schule an
den öffentlichen Nahverkehr.
Das Problem: Nicht von allen Orten des
Kreisgebiets gibt es akzeptable Verbindungen zum Schulbeginn nach Bad
Saulgau.
„Im Extremfall kann das dazu führen,
dass Jugendliche einen Ausbildungsplatz deshalb nicht annehmen“, sagte
Härtl.
Zwölf Schulen mit BerufswahlSiegel ausgezeichnet
Initiative würdigt erfolgreiche Projekte von Schulen und Wirtschaft
Zwölf Schulen aus dem Kammerbezirk
wurden für ihre hervorragenden Leistungen bei der Berufswahlorientierung
mit dem BoriS – Berufswahl-Siegel Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die
Projekte der Preisträger zeichneten sich
allesamt durch einen funktionierenden
Die Preisträger
Hohenbergschule Albstadt, Hauptschule
mit Werkrealschule, Albstadt-Ebingen
Gerhard-Hauptmann-Schule, Grund- und
Hauptschule mit Werkrealschule, Reutlingen
Rudolf-Leski-Schule, Schule für Erziehungshilfe, Tübingen
Freie Waldorfschule auf der Alb, Gesamtschule, Engstingen
Werdenbergschule, Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, Trochtelfingen
Matthäus-Beger-Schule, Grund- und Hauptschule, Reutlingen
Freibühlschule, Grund-, Haupt- und Realschule, Großengstingen
Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Frommern, Balingen-Frommern
Walter-Erbe-Realschule, Tübingen
Steinäcker-Schule, Grund- und Hauptschule
mit Werkrealschule, Bodelshausen
Realschule Haigerloch
Bodelschwinghschule, Förderschule, Reutlingen
Austausch zwischen Schule und Wirtschaft aus, hob die Landesstiftung Baden-Württemberg hervor. Das Spektrum der Aktivitäten reiche von Schülerfirmen über Berufsinfotag bis hin zu
Lernpartnerschaften.
Die Initiative Berufswahl-Siegel wurde
2004 ins Leben gerufen. Sie soll Jugendlichen den Übergang von der Schule in
Ausbildung, Beruf oder Studium erleichtern. Weitere Ziele sind der Aufbau
eines landesweiten Netzwerks aus
Schulen, Unternehmen und Multiplikatoren sowie die Entwicklung einheitlicher Qualitätsstandards. Der Wettbewerb wird jährlich durchgeführt. Teilnehmen können alle weiterführenden
Schulen, die Berufs- und Studienorientierung für Schüler anbieten und an einer Zertifizierung ihrer Arbeit interessiert sind.
Das Projekt wird von der Landesstiftung
Baden-Württemberg betreut, der Industrie- und Handelskammertag und
der Baden-Württembergische Handwerkstag engagieren sich als Netzwerkpartner. Die Handwerkskammer Reutlingen beteiligt sich als Regionalpartner.
Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer Reutlingen ist Margit Buck, Tel. 07121/2412-269, E-Mail:
[email protected] Weitere Infos unter
www.berufswahl-siegel.de
Neue KraftfahrzeugServicetechniker
Bereit für die anspruchsvollen Aufgaben in einer Kfz-Werkstatt
Bereit für den
Meistertitel:
Ein Großteil der
neuen Kraftfahrzeug-Sericetechniker strebt
den Meistertitel
an.
Foto: HWK
Acht Teilnehmer des Kraftfahrzeug-Servicetechniker-Lehrganges an der Bildungsakademie Tübingen haben im
Mai 2009 die Prüfung zum/zur „geprüften Kraftfahrzeug-Servicetechniker/-in“ erfolgreich bestanden.
Im Rahmen einer kleinen Feier überreichte der Prüfungsausschussvorsitzende Stefan Maier die Zeugnisse und
beglückwünschte die Teilnehmer zu
diesem Erfolg. In 320 Unterrichtsstunden hatten sie sich für die anspruchsvollen Aufgaben in einer Kraftfahrzeugwerkstatt in den Bereichen Diagnose,
Instandhaltung und Kundenservice
qualifiziert. Mit Bestehen der Fortbildungsprüfung haben die Probanden
gleichzeitig die Befreiung von Teil I der
Meisterprüfung im Kraftfahrzeugtechnikerhandwerk erreicht. Die meisten
der Teilnehmer streben übrigens auch
den Meistertitel an. Die Weiterbildung
richtet sich an ausgebildete Kraftfahrzeugmechaniker, Kraftfahrzeugelektriker und -mechatroniker sowie an Automobilmechaniker, die auf der Karriereleiter aufsteigen möchten. Auskünfte
hierzu erhalten Interessierte bei der Bildungsakademie Tübingen unter Tel.
07071/9707-80, Informationen zum
nächsten Termin und den Inhalten sind
auch im Internet unter www.bildungsakademie-tue.de zu finden.
Die neuen KraftfahrzeugServicetechniker
Serdal Karabas aus Seebronn; Marc Harant aus Gomaringen; Burim Kqiku aus
Walddorfhäslach; Philipp Lehmann aus
Freudenstadt; Bernd Weber aus Eningen; Andreas Bölecke aus Renningen;
Florian Schlienz aus Lichtenstein; Frank
Becker aus Reutlingen.
Neue Ausbildungsberufe
Ausbildungsgänge zum Modellbauer werden zusammengefasst
Zum 1. August 2009 treten zwei neue
Verordnungen über die Berufausbildungen zum/zur „technischen Modellbauer/technische Modellbauerin“ und
zum/zur „Keramiker/Keramikerin“ in
Kraft.
Im Modellbau soll es künftig nur noch
einen Ausbildungsberuf geben. Dazu
wurden der handwerkliche Beruf „Modellbauer“ und der Industrieberuf „Modellbaumechaniker“ zum neuen Beruf
„technischer Modellbauer/technische
Modellbauerin“ zusammengeführt.
Die Ausbildung ist in drei Fachrichtungen, Gießerei, Karosserie und Produktion und Anschauung, möglich. Letztere entspricht nach Angaben des Deutschen Handwerkskammertags dem Be-
darf des Handwerks. Die unterschiedliche Ausgestaltung der Ausbildung soll
sich auch in der Gewichtung der Prüfungsteile niederschlagen. Die Ausbildungsdauer beträgt wie bisher dreieinhalb Jahre. Ebenfalls neu ist der Ausbildungsberuf „Keramiker/Keramikerin“.
Neben gemeinsamen Ausbildungsinhalten sind sechs Wahlqualifikationen
vorgesehen, von denen in der Ausbildung zwei gewählt werden müssen.
Diese Wahlqualifikationen sollen bereits in der Zwischenprüfung berücksichtigt werden.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung
erarbeitet in Zusammenarbeit mit den
Fachverbänden Umsetzungshilfen zu
den neu geordneten Berufen.
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Planen Sie Investitionen in den
kommenden Monaten?
51,3
(47,2)
21,8 (22,9)
10,4
16,4 (14,5)
(15,4)
mehr
gleich weniger
keine
Angaben in Prozent der Befragten; in (): Vorjahresquartal; Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Start in das
Ausbildungsjahr
1.808 neue Ausbildungsverträge
Am 1. September begann das Ausbildungsjahr 2009/2010. Die Handwerkskammer Reutlingen verzeichnete bis zu
diesem Stichtag 1.808 neu abgeschlossene Lehrverträge. „Wir freuen uns, dass
wieder so viele Handwerksbetriebe jungen Menschen die Chance auf eine fundierte Ausbildung bieten“, sagte Rainer
Neth, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen. Im vergangenen Jahr waren zu diesem Zeitpunkt allerdings 163 Lehrverträge mehr unterzeichnet. Dies entspricht einem Rückgang von 8,3 Prozent.
Neth ist dennoch zuversichtlich, dass
sich die Ausbildungszahlen bis zum
Jahresende an die Zahlen vom letzten
Jahr anpassen. Aller Erfahrung nach sei
auch für dieses Jahr mit zahlreichen
Nachzüglern zu rechnen, so Neth: „Einige Betriebe warten zum Beispiel noch
darauf, dass ihre Anträge im Rahmen
des Ausbildungsbonusprogramms genehmigt werden.“ Unternehmen, die
einen zusätzlichen Ausbildungsplatz
mit einem förderungsbedürftigen Jugendlichen besetzen, werden durch den
Ausbildungsbonus mit bis zu 6.000 Euro
unterstützt.
Handwerkskammer fragt,
Politiker antworten
Im vergangenen Krisenjahr erwies sich die Binnenwirtschaft als vergleichsweise robust. Das Handwerk
hat daran einen entscheidenden Anteil. Dabei sind die
Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Handwerksunternehmen keineswegs optimal. Dies gilt für
die Steuerpolitik wie die Kreditmärkte. Die Handwerkskammer Reutlingen hat fünf Kandidaten zur
Bundestagswahl, die in Wahlkreisen des Kammerbezirks antreten, zu diesen aktuellen Themen befragt.
Wirtschaftskrise
Banken und Großunternehmen werden mit Milliarden
gerettet. Welche Schutzmechanismen sollten für kleinere und mittlere Unternehmen geschaffen werden?
Annette Widmann-Mauz: Die Bankenrettung war
zwingend, um den Wirtschaftskreislauf zu erhalten.
Jetzt gilt es, jedem zu helfen – ob groß oder klein – der
durch die Krise unverschuldet in Gefahr geraten ist.
Konjunkturpaket, Kurzarbeit und Ausweitung der IstBesteuerung wirken bereits. Folgen müssen Globalkredite der KfW für Unternehmen und Warensicherungsgeschäfte und die Überprüfung der Lohnsummenregelung bei der Erbschaftsteuer.
Zum zehnten Mal prämieren die Volksund Raiffeisenbanken Ideen, innovative
Produkte und den Markterfolg mittelständischer Unternehmen aus dem
Land mit dem VR-Innovationspreis
Mittelstand. Teilnehmen können
mittelständische Unternehmen mit Sitz
in Baden-Württemberg, die maximal
100 Millionen Euro Umsatz machen
und höchstens 500 Mitarbeiter beschäftigen. Das Preisgeld beträgt insgesamt
50.000 Euro.
Die Jury bewertet neben der kreativen
Leistung der Wettbewerbsbeiträge auch
den bereits realisierten unternehmerischen Erfolg. Den mit 15.000 Euro dotierten Sonderpreis Handwerk gewann
im vergangenen Jahr die Herrmann
Druck+Media GmbH aus Sonnenbühl
für die Entwicklung eines fälschungssicheren Sicherheitspapiers.
Die Bewerbungsunterlagen gibt es bei
den baden-württembergischen Volksbanken und Raiffeisenbanken und
online unter www.innovativer-mittelstand.de. Die Ausschreibung läuft bis
zum 30. Oktober 2009.
Sebastian Weigle: Den besten Schutz bieten funktionierende Banken und somit eine angemessene Kreditvergabe. Sparkassen, Volksbanken und Landesbanken stellen für die SPD das Rückgrat der Finanzierung dar. Die
Landesbanken müssen sich wieder auf ihr Kerngeschäft
konzentrieren. Die SPD steht dafür ein, dass dieser
Bankensektor Zukunft hat und nicht durch EU-Recht
eingeschränkt wird. Unternehmen, die im Kern gesund
sind, müssen durch Bürgschaften und Zwischenfinanzierungen des Bundes und der Länder gestützt werden.
Winfried Hermann: Wir zielen mit grüner Wirtschaftspolitik bewusst auf die vielen kleinen und mittleren Betriebe und deren Rahmenbedingungen. Dabei setzen wir vor allem auf eine Strategie der ökologischen Modernisierung. Unsere Instrumente sind eine
konsequente Wettbewerbspolitik, ein innovatives
Ordnungsrecht, die Abschaffung klima- und umweltschädlicher Subventionen, öffentliche Investitionen
sowie Marktanreizprogramme.
Pascal Kober: Es wird auch für kleine und mittlere
Unternehmen zum Glück viel getan. Es gibt auf Landesebene ein funktionierendes System von Bürgschaften, das die FDP unterstützt: Bürgschaften über
die Bürgschaftsbank, die Landeskreditbank und – bei
Summen über fünf Millionen Euro – über das Land
selbst. Insgesamt sind im Jahr 2008 im Land in 1.800
Fällen Bürgschaften mit einem Volumen von 326
Millionen Euro ausgereicht worden.
Heike Hänsel: Die Steuerpolitik der Großen Koalition
hat die Interessen der Handwerksbetriebe zugunsten
großer Unternehmen vernachlässigt. Um Handwerksbetriebe besserzustellen, plädiert die Linke dafür, den
Steuertarif linear-progressiv zu gestalten und so den
„Mittelstandsbauch“ abzuschaffen. Kleinere und
mittlere Betriebe sowie deren Beschäftigte würden so
entlastet. Der Antrag der Linken im Bundestag hierzu
wurde abgelehnt.
Fahrzeugspende
wegen der enormen Herausforderungen durch die
Finanz- und Wirtschaftskrise.
Pascal Kober: Tatsächlich können Lohnerhöhungen
wegen des progressiven Tarifverlaufs zu einem höheren Steuersatz und damit faktisch zu weniger Einkommen führen. Das ist ungerecht und gehört abgeschafft! Deshalb will die FDP im Rahmen des Existenzminimumsberichts, der alle zwei Jahre die Höhe des
steuerlichen Grundfreibetrags und des Kinderfreibetrags überprüft, auch den Steuertarif überprüfen und
anpassen.
Heike Hänsel: Die Linke kritisiert seit langem die ungerechte Verteilung der Steuerlast. Wir wollen die kalte
Progression überwinden und haben dazu bereits in
der aktuellen Legislaturperiode eine Steuerreform gefordert, bei der sichergestellt ist, dass die Inflation im
Einkommensteuerrecht berücksichtigt wird. Unser
Konzept sieht außerdem vor, den Steuertarif linearprogressiv zu gestalten und dadurch den sogenannten
„Mittelstandsbauch“ abzuschaffen.
Reduzierte Umsatzsteuer
Sebastian Weigle.
Das 1,3-Fache des Durchschnittseinkommens reicht
heute aus, um in den Spitzensteuertarif zu kommen.
Wie kann der weitere Anstieg der kalten Progression
verhindert werden?
Annette Widmann-Mauz: Das Bürgerentlastungsgesetz führt ab 1. Januar 2010 zu Entlastungen von rund
13 Milliarden Euro. Damit insbesondere die Leistungsträger nicht weiter durch die kalte Progression
belastet werden, wollen wir den Eingangssteuersatz
schrittweise absenken und den „Mittelstandsbauch“
weiter abbauen. Wir wollen einen Tarifverlauf schaffen, der Leistungsanreize setzt.
Sebastian Weigle: Der Anstieg der kalten Progression
kann nur durch ein langsames Anheben der Unterund Obergrenzen der Einkommensgrenzen beim
Spitzensteuersatz verhindert werden. Dabei wissen jedoch alle, dass reale Entlastungen momentan ausgeschlossen sind, um einen handlungsfähigen und starken Staat garantieren zu können. Deshalb muss auch
ein Anheben des Spitzensteuersatzes diskutiert werden, der dann entsprechend später greift.
Winfried Hermann: Wir wollen eine gerechte Einkommensteuerreform. Dafür wollen wir den Grundfreibetrag auf 8.500 Euro anheben und regelmäßig
überprüfen, um die Wirkung der kalten Progression zu
dämpfen. Auch eine regelmäßige Anpassung des
Tarifs an die Inflation wäre schön, aber wir müssen die
öffentlichen Finanzen im Blick haben – vor allem
In der aktuellen Krise sorgt der Binnenmarkt für
Stabilität. Würde durch einen reduzierten Umsatzsteuersatz für arbeitsintensive Dienstleistungen der
Binnenmarkt nicht noch mehr gestützt?
Annette Widmann-Mauz: Wir haben bereits einen
Flickenteppich von Ausnahmeregelungen zur Mehrwertsteuer. Wir brauchen eine Generalüberprüfung
der Vorschriften zur Mehrwertsteuerbelastung. Nicht
zeitgemäße und nachvollziehbare Belastungen müssen korrigiert und die europäische Wettbewerbssituation besser berücksichtigt werden. Ich denke da an
arbeitsintensive Dienstleistungen in Handwerk,
Gastronomie und den Sozialbereich.
Sebastian Weigle: Im Gegensatz zu Ministerpräsident
Oettinger bin ich strikt gegen eine Anhebung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes. Allerdings kann ich
mir vorstellen, dass einige Produkte heraus- und arbeitsintensive Dienstleistungen hineingenommen
werden. Eine schnelle Realisierung halte ich jedoch
mit Blick auf die Haushaltslage für ausgeschlossen.
Vielmehr muss über eine Absetzbarkeit arbeitsintensiver Dienstleistungen auch für Privathaushalte diskutiert werden.
Winfried Hermann: Auch wir wollen arbeitsintensive
Dienstleistungen entlasten. Eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes ist für uns aber nicht die beste Lösung. Wir wollen deshalb die Sozialversicherungsbeiträge für Monatslöhne bis 2.000 Euro senken. Geringverdienern bringt dies mehr Netto, die Unternehmen
müssen weniger Sozialversicherungsbeiträge abführen und es können so mehr Arbeitsplätze entstehen.
Pascal Kober: Zunächst einmal muss jetzt dringend
bei der Umsatzsteuer von der Soll- auf die Ist-Versteuerung umgestellt werden. Statt durch eine Ausweitung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes will
die FDP die Unternehmen durch eine Senkung der
direkten Steuern deutlich entlasten.
Heike Hänsel: Die Linke will den ermäßigten Umsatzsteuersatz von sieben Prozent ausweiten auf Produkte
und Dienstleistungen für Kinder, apothekenpflichtige
Arzneimittel, arbeitsintensive Dienstleistungen des
Handwerks sowie das Gastgewerbe. Außerdem wollen
wir für kleine Unternehmen festlegen, dass die Umsatzsteuer nicht nach der Rechnungsstellung, sondern erst nach dem Zahlungseingang abzuführen ist.
Pascal Kober.
Winfried Hermann, MdB.
Heike Hänsel, MdB.
Steuern
Annette Widmann-Mauz, MdB.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Reutlingen ist Adolf Jetter, Tel. 07121/2412-142, E-Mail:
[email protected]
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
7
THEMEN
Fünf Kandidaten zur Bundestagswahl am 27. September 2009 skizzieren ihre Positionen
Ideenwettbewerb
VR-Innovationspreis Mittelstand
Meinungsaustausch ist wichtig.
Imagekampagne und Bildungspolitik im
Fokus der Vizepräsidententagung.
Seite 9
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 18 | 18. September 2009 | 61. Jahrgang
HANDWERK IN ZAHLEN
Baden-Württemberg
Fotos: Ronny Buck, Parteien
Ein Topmodell von Daimler für die Ausbildungswerkstatt der Bildungsakademie
Tübingen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Kandidaten auf einen Blick
Wahlkreis 280 Calw
Hans-Joachim Fuchtel, MdB, CDU; Saskia
Esken, SPD; Dr. Charlotte Michel-Biegel,
Bündnis 90/Die Grünen; Reinhard Freitag,
FDP; Franz Groll, Die Linke
Wahlkreis 289 Reutlingen
Ernst-Reinhard Beck, MdB, CDU; Sebastian
Weigle, SPD; Beate Müller-Gemmeke, Bündnis 90/Die Grünen; Pascal Kober, FDP;
Stefan Straub, Die Linke
Wahlkreis 290 Tübingen
Annette Widmann-Mauz, MdB, CDU; Dr. Martin Rosemann, SPD; Winfried Hermann,
MdB, Bündnis 90/Die Grünen; Klaus
Bucher, FDP; Heike Hänsel, MdB, Die Linke
Wahlkreis 295 Zollernalb-Sigmaringen
Thomas Bareiß, MdB, CDU; Angela Godawa, SPD; Susanne Kiekbusch, Bündnis
90/Die Grünen; Wolfgang Dobler, FDP;
Antje Claaßen, Die Linke.
Binnenwirtschaft stärken
Wahlprüfsteine des Handwerks
Der Baden-Württembergische Handwerkstag hat Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl
am 27. September erarbeitet, die Politiker
wie Wähler anhand konkreter Forderungen
über die Anliegen des Handwerks informieren. Im Mittelpunkt steht die Stärkung der
Binnenwirtschaft. Denn die regionale Wirtschaft, deren zentrale Kraft das Handwerk
ist, sorgt für die ökonomische und gesellschaftliche Stabilität. Die Forderungen und
Positionen sind vier Themenfeldern zugeordnet: Beschäftigung stärken, arbeitsintensive Produktion entlasten, Krisenpotenziale einschränken, Nachhaltigkeit stärken.
Die Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2009 finden Sie unter www.hwk-reutlingen.de/bundestagswahl2009.html
So geht
Energieeffizienz
Tag der Energiespar-Rekorde
Gelungene Beispiele sind das beste Argument, wenn es darum geht, den Energieverbrauch im Haus zu senken. Deshalb hat die Deutsche Energie-Agentur
GmbH (dena) den „Tag der EnergiesparRekorde“ ins Leben gerufen. Am 10.
Oktober 2009 können wieder vorbildlich sanierte oder gebaute Effizienzhäuser besichtigt werden. Die Idee: Eigentümer stellen ihre Häuser bei kurzen
Führungen vor, Besucher informieren
sich über technische und bauliche Fragen. Mitmachen können Bauherren
und Eigentümer sowie Architekten, Planer und Handwerker. Dabei ist nicht
entscheidend, ob der Bau oder die Sanierung bereits abgeschlossen sind.
Auch laufende Projekte dürfen präsentiert werden. Bei Wohnhäusern gilt für
Neubauten der Mindeststandard Effizienzhaus 55, für sanierte Gebäude Effizienzhaus 70. Auch Eigentümer besonders energieeffizienter öffentlicher
Gebäude, wie zum Beispiel Schulen
oder Kindergärten, können sich beteiligen. Anmeldungen unter www.energiespar-rekorde.de sind bis Mitte September möglich. Im vergangenen Jahr
wurden mehr als 4.000 interessierte Besucher gezählt, die sich bundesweit
über die Vorzüge energieeffizienten
Bauens informiert haben.
Weitere Informationen und Anmeldung unter
www.energiespar-rekorde.de
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 18 | 18. September 2009 | 61. Jahrgang
Ein Topmodell für
die Ausbildungswerkstatt
Frau will vor allem
unabhängig sein
Daimler unterstützt Bildungsakademie Tübingen mit Fahrzeugspende
Fachhochschule des Mittelstandes befragte Gründerinnen im Handwerk
Die Daimler AG in Stuttgart hat der Bildungsakademie Tübingen der Handwerkskammer Reutlingen ein Fahrzeug
gespendet. Der Wagen der Modellreihe
B-Klasse kommt in der Ausbildungswerkstatt zum Einsatz. Dank der Spende können Auszubildende und Lehrgangsteilnehmer sich auch künftig mit
allen Facetten moderner Fahrzeugtechnik vertraut machen.
Georg Braun bildet Fachkräfte aus. Für
den Kraftfahrzeugtechnikermeister an
der Bildungsakademie ist es wichtig,
immer auf dem neuesten Stand der
Technik unterrichten zu können. Deshalb hat Braun vor rund einem Jahr angeregt, beim Stuttgarter Autobauer anzuklopfen und um ein Übungsobjekt zu
bitten. Im Juni war es schließlich soweit.
Der Hersteller stellte einen MercedesBenz, Typ B 200 Turbo, das aktuelle Topmodell dieser Reihe, zur Verfügung.
Braun freut sich über das jüngste Mitglied im Fuhrpark der Bildungsakademie, wobei der Begriff Fuhrpark für die
Werkstattfahrzeuge eigentlich fehl am
Platze sei. „Unsere Fahrten beschränken sich auf die Strecke zwischen Parkplatz und Werkstatt“, sagt Braun. Das
Interesse gelte der Technik und vor allen
Dingen den inneren Werten des Fahrzeugs. „Die Spende ermöglicht uns, dass
wir auf dem aktuellen Standard des Motorenmanagements, der Komfortelektronik und Steuerungstechnik unter-
Sie ist im Durchschnitt 37 Jahre alt,
gründet in der Hälfte aller Fälle in typischen Frauenberufen und nennt neben
der Kreditbewilligung als größte Herausforderung, Familie und Beruf unter
einen Hut zu bringen. Die Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) in Bielefeld hat im vergangenen Jahr bundesweit Gründerinnen und Nachfolgerinnen im Handwerk zu ihren Motiven, Erwartungen und ihrem Beratungsbedarf
befragt.
76 Prozent der Gründerinnen nennen
die Unabhängigkeit als Grund, weshalb
sie den Schritt in die Selbstständigkeit
wagen. Auf Platz zwei steht die berufliche Herausforderung (58 Prozent), gefolgt vom Wunsch nach Selbstverwirklichung (54 Prozent). Nahezu jede zweite
Gründerin (45 Prozent) nennt flexiblere
Arbeitszeiten, 42 Prozent der Befragten
die bessere Vereinbarkeit von Familie
und Beruf.
richten können.“ Einsatzmöglichkeiten
gebe es genug, so Braun, beispielsweise
in der überbetrieblichen Lehrlingsausbildung, in der Weiterbildung zum KfzServicetechniker oder im Rahmen der
Schulungen zur Abgasuntersuchung.
Kontakte werden gepflegt
„Solche Sachspenden sind für unsere
Arbeit wichtig“, betont Akademieleiter
Stefan Maier, „denn wir möchten in allen Werkstätten eine hochwertige technische Ausstattung anbieten.“ Deshalb
bemühe sich die Bildungsakademie um
gute Kontakte zu Industrieunternehmen aus der Region und darüber hin-
aus. Und dies durchaus mit Erfolg. „Wir
stoßen mit unseren Wünschen bei vielen Firmen auf offene Ohren“, stellt
Maier zufrieden fest.
Die Bildungsakademie Tübingen ist die
zentrale Bildungsstätte für berufliche
Bildung im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen. Hier durchlaufen Auszubildende im Rahmen der dualen Berufsausbildung je nach Ausbildungsberuf mehrere Praxiskurse. Darüber hinaus werden Fortbildungen und Meistervorbereitungskurse angeboten. Im vergangenen Jahr zählte die Bildungsakademie rund 5.000 Kurs- und Schulungsteilnehmer.
www.daimler.de
www.bildungsakademie-tuebingen.de
Thema Familie und Beruf
Messen, prüfen, verstehen: Angehende Kfz-Mechatroniker und das neue Werkstattfahrzeug der Bildungsakademie Tübingen.
Foto: Bouß
Mehr als ein Imageverlust
Immer weniger Gründer haben den Meisterbrief
Das Volkswirtschaftliche Institut für
Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen hat im vergangenen
Jahr eine Untersuchung über den Stellenwert des Meisterbriefs durchgeführt.
Danach werden Handwerksbetriebe in
Zukunft immer seltener auch Meisterbetriebe sein. Nur noch gut jeder vierte
Existenzgründer im Handwerk habe einen großen Befähigungsnachweis erworben. Allerdings habe als Folge der
Handwerksnovelle der Anteil der Gründungen in nichtzulassungspflichtigen
Handwerken stark zugenommen. Rund
60 Prozent der Gründer fehlten fachspe-
zifische Qualifikationsnachweise. Die
Forscher erwarten schwerwiegende
Konsequenzen für den gesamten Wirtschaftszweig. Das Handwerk laufe Gefahr, mit seiner traditionellen Qualifikationsbasis auch einen Teil seiner Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Der Verzicht auf die
Meisterqualifikation führe außerdem zu
einem Imageverlust in der Bevölkerung.
Dem Gründungsboom der letzten Jahre,
zu dem vor allem die hohe Zahl an
Kleinstgründungen in den B1- und B2Gewerken beigetragen hat, können die
Wissenschaftler nur wenig abgewinnen.
Sie erwarten eine hohe Zahl wirtschaftlich instabiler Betriebe und in der Folge
ein deutliches Anwachsen des „Selbstständigen-Proletariats“ im Handwerk.
Um diesen negativen Trend zu stoppen,
so die Göttinger Forscher, sei auf allen
Ebenen ein verstärkter argumentativer
Einsatz für den Meisterbrief, eine stärkere Förderung der Meisterqualifikation und viel Überzeugungsarbeit unter
den Nachwuchskräften notwendig.
Das Forschungsinstitut hatte die mehr als 85.000
Existenzgründungen im Handwerk des Jahres 2007
untersucht. Die komplette Untersuchung kann online
abgerufen werden unter www.ifh.wiwi.unigoettingen.de
Neue Elektrotechnikermeister
48 Gesellen und Facharbeiter haben ihre Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen
Meisterprüfungen im Handwerk sind
längst keine klassischen Wissensabfragen mehr. Denn mindestens genauso
wichtig ist es, das Gelernte in der Praxis
anwenden zu können. 48 Handwerksgesellen und Facharbeitern ist dies eindrucksvoll gelungen. Sie haben ihre
Weiterbildung zum Elektrotechnikermeister erfolgreich abgeschlossen.
Im so genannten Meisterprüfungsprojekt mit Fachgespräch und einer Situationsaufgabe ging es darum, typische
Kundenaufträge möglichst praxisnah
abzuwickeln.
Die angehenden Handwerksmeister
wurden umfassend gefordert. Sie kalkulierten den Auftrag, erstellten ein Angebot, planten und führten die Arbeiten
durch.
Diese Form der Prüfung wurde im Sommer 2002 eingeführt. Nach der aktuellen Prüfungsordnung muss ein Projekt
in den Schwerpunkten Energie- und
Anlagentechnik, Kommunikations- und
Sicherheitstechnik oder Systemelektronik durchgeführt werden.
Die neuen Meister im
Elektrotechnikerhandwerk
Hüseyin Firat aus 70794 Filderstadt
Patrick Knoth aus 70794 Filderstadt
Markus Gorhan aus 71088 Holzgerlingen
Thimo Raisch aus 71111 Waldenbuch
Armin Karrer aus 72070 Tübingen
Kai Haverkamp aus 72074 Tübingen
Matthias Clauss aus 72108 Rottenburg
Andreas Holzmüller aus 72108 Rottenburg
Thomas Schäfer aus 72108 Rottenburg
Stefan Schmid aus 72131 Ofterdingen
Alexander Christenheit aus 72141 Walddorfhäslach
Andreas Walker aus 72141 Walddorfhäslach
Markus Zürn aus 72147 Nehren
Ihsan Bahadir aus 72149 Neustetten
Benjamin Haar aus 72149 Neustetten
Andreas Leitenberger aus 72160 HorbMühlen
Marc Link aus 72186 Empfingen
Stefan Flaig aus 72275 Alpirsbach
Jens Vivaldi aus 72336 Balingen-Engstlatt
Ralf Löffler aus 72379 Hechingen
Alexander Maier aus 72379 Hechingen
Rene Herrmann aus 72406 Bisingen
Tobias Endlichhofer aus 72458 Albstadt-Ebingen
Sven Kloss aus 72501 Gammertingen
Dirk Ziegler aus 72531 Hohenstein
Marc Pflaumer aus 72532 Gomadingen
Michael Antoniadis aus 72555 Metzingen
Michael Dirr aus 72581 Dettingen
Markus Scheu aus 72654 Neckartenzlingen
Markus Schanz aus 72768 ReutlingenDegerschlacht
Enrico Hoffmann aus 72810 Gomaringen
Florian Rist aus 72813 St. Johann
Andreas Frank aus 72818 Trochtelfingen
Wolfgang Rukwid aus 72818 Trochtelfingen
Oliver Haas aus 72827 Wannweil
Christoph Rehmann aus 72829 Engstingen
Stefan Klay aus 73730 Esslingen
Michael Kaisner aus 78567 Fridingen
Frank Andrisevic aus 88348 Bad Saulgau
Dominik Krezdorn aus 88356 Ostrach
Peter Bauer aus 88422 Bad Buchau
Wolfgang Rehm aus 88422 Oggelshausen
Josef Wiker aus 88499 Emeringen
Richard Dreher aus 88605 Meßkirch
Walter Baur aus 88639 Wald
Johannes Restle aus 88639 Wald-Hippetsweiler
Alexander Mittnacht aus 89081 UlmMähringen
Dominik Blessing aus 89134 Blaustein
Die Handwerkskammer Reutlingen bietet die Vorbereitungskurse an zwei Standorten an. Ansprechpartnerin bei der Bildungsakademie Tübingen ist Severine
Rein, Tel. 07071 9707-82.
Monika Tuerk informiert über das Kursangebot der Bildungsakademie Sigmaringen, Tel. 07571 7477-13. Alle Kurse und Lehrgänge finden Sie auch unter
www.hwk-reutlingen.de/ weiterbildung.html
Knapp zwei von drei Gründerinnen
(61 Prozent) haben Kinder, fast die Hälfte der Mütter (44 Prozent) hat Kinder
unter zwölf Jahren. Nach den Unterschieden zu ihren männlichen Mitbewerbern befragt, erwarten zwei Drittel
der Frauen (68 Prozent), dass die Balance zwischen beruflichen und familiären
Anforderungen für sie schwerer zu finden sein wird. 57 Prozent glauben, es
schwerer als Männer zu haben, wenn es
um Kredite für das Unternehmen geht.
Ganz anders schätzen Frauen ihre
Chancen bei der Kundschaft ein. 33 Prozent sehen sich in Sachen Kundengewinnung gegenüber den Männern im
Vorteil, 27 Prozent glauben, von Kunden
eher anerkannt zu werden. Nicht ganz
so zuversichtlich sind Frauen, was die
Akzeptanz bei Lieferanten und Mitarbeitern angeht.
Jede fünfte Gründerin startet als Nachfolgerin, 60 Prozent dieser Gruppe
kaufen ein bestehendes Unternehmen.
Jede dritte Gründerin ist weniger als
20 Stunden pro Woche tätig. 40 Prozent
kommen auf eine durchschnittliche Arbeitszeit von mehr als 40 Stunden.
Wenn Frauen ein Handwerksunternehmen gründen, dann meistens allein.
Nur in sieben Prozent der Fälle handelte
es sich um Teamgründungen. Die Verteilung der Gründungen auf einzelne
Gewerke fällt wie erwartet aus. Es dominieren die frauentypischen Berufe. Die
Hälfte der Frauen gründet als Kosmetikerin oder Friseurin.
Frauen schätzen Beratung
Frauen schätzen Beratung, und zwar in
allen Phasen einer Gründung. 85 Prozent halten die Beratung in der Orientierungsphase für wichtig. 76 Prozent
wünschen sich eine Nachbetreuung.
Fast jede zweite Neu-Unternehmerin
(48 Prozent) nutzte die Beratungsangebote der Handwerkskammern. Für jede
Dritte (33 Prozent) waren die Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaften die erste Anlaufstellen. Nur
sieben Prozent nutzen die spezifischen
Beratungsangebote für Frauen. Jede
Fünfte verzichtete völlig auf professionelle Unterstützung.
Umfangreiche Untersuchung
Die bislang größte Untersuchung zur Situation von Gründerinnen und Nachfolgerinnen im Handwerk erfolgte in
zwei Schritten. An eine schriftliche Befragung von Gründerinnen und Nachfolgerinnen schlossen sich Telefoninterviews von Beraterinnen und Beratern
der Handwerkskammern an. Die von
Juni bis Oktober 2008 durchgeführte
Studie wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und
den Europäischen Sozialfonds gefördert. Zahlreiche Partner, darunter der
Zentralverband des Deutschen Handwerks und die bundesweite gründerinnenagentur bga, unterstützten das Projekt. Die Handwerkskammer Reutlingen
beteiligte sich ebenfalls aktiv an der
Untersuchung. Die Betriebsberater begleiteten die Vorstudie, die Entwicklung
des Fragebogens und die eigentliche Erhebung.
Weitere Infos zur Studie unter www.gruenderinnenim-handwerk.de
Hier wird Ihnen der
Marsch geblasen
25 Jahre Musiktreffpunkt Ekle in Dettenhausen
Musik ist Trumpf – für Roland Ekle seit
25 Jahren. Der Musiker betreibt seit
1984 den Musiktreffpunkt in Dettenhausen. Ob neues Instrument oder kaputte Trompete – Ekle und das zwölfköpfige Team blasen buchstäblich allen
Problemen den Marsch.
Ob Oboe oder Klarinette, ob Tuba oder
Posaune – im Ladengeschäft findet sich
alles, was das Musikerherz höherschlagen lässt. Für die kompetente Beratung
sorgt das Verkaufsteam: Roland Ekle,
Daniel Walker und Frank Dieter.
Modern ausgerüstet ist die Blechblasinstrumente-Werkstatt. Meister Miroslav
Lunak sorgt hier dafür, dass die Töne getroffen werden. Berthold Schult ist als
Meister in der Werkstatt für Holzblasinstrumente für Funktion und „Treffsicherheit“ der Instrumente zuständig.
Ob Vakuumprüfgerät oder Ausbeulmaschine – Ekle arbeitet mit der
modernsten Technik, um selbst schwer
beschädigte Instrumente wieder auf
Vordermann zu bringen. Auch Sonderanfertigungen und Umbauten lassen
die Musikerherzen einen Takt schneller
schlagen.
Roland Ekle, Ute Ekle, Berthold Schult, Miro Lunak, Christian Dunger (v.l.n.r.).
Neben einem Webshop für neue und
gebrauchte Instrumente sowie Zubehör
bietet der Fachbetrieb auch regelmäßig
Workshops an.
„Ein Hit an einem Tag“ lautet das Motto
Foto: privat
der Schulung, für die Dieter Kraus nach
Dettenhausen reist. Er spielte bei zahlreichen symphonischen Orchestern –
und kommt dank Roland Ekles guten
Kontakten ins Schwabenland.
Land baut Datenhighway aus
Kammer unterstützt „Breitbandinitiative Ländlicher Raum“
Unternehmen im ländlichen Raum haben zurzeit immer noch durch ungünstige Kosten-Leistungs-Verhältnisse bei
ihren Internetzugängen eindeutige
Wettbewerbsnachteile. Um diese Nachteile auszugleichen, stellt das Land Baden-Württemberg jetzt rund 52 Millionen Euro für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur zur Verfügung.
Anträge können jedoch nur Gemeinden
stellen. Daher ermutigt die Handwerkskammer Reutlingen ihre Handwerksbetriebe, aktiv auf die Gemeinden zuzugehen, um einen Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur voranzutreiben. Die
Gemeinden wiederum sollten sich mit
der Antragsstellung beeilen, um die
Fördermittel, die nur bis 2010 zur Verfügung stehen, zu erhalten. Die Anträge
können beim Regierungspräsidium angefordert werden.
Standortattraktivität
erhöhen
Schließlich können Gemeinden so ihre
Standortattraktivität erhöhen, und
Unternehmen können ihre Wettbewerbsnachteile ausgleichen. Denn ein
Großteil auch der Handwerksunternehmen präsentiert sich inzwischen im
Internet und auch Internetdienstleistungen überhaupt nehmen stetig zu. Insofern wird eine optimale Kommunika-
tionsinfrastruktur auch für das Handwerk immer wichtiger.
Bislang besteht zwischen Städten und
ländlichem Raum ein enormer Unterschied, was die Versorgung mit breitbandiger Übertragungstechnik angeht.
Defizite bei der Informationsbeschaffung und Informationsverteilung sind
die Folge. Hinzu kommt, dass verschiedene Internetservices wie Multimediaservice oder kostengünstiges Telefonieren mittels Voice over IP nicht nutzbar
sind.
Weitere Informationen sind erhältlich bei Adolf
Jetter, Technologietransfer-Berater der Handwerkskammer Reutlingen, unter Tel. 07121/2412-142
oder per E-Mail: [email protected]
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Entwicklung der Beschäftigtenzahl
II/2008
mehr
weniger
10,8
4,9
III/2008
mehr
weniger
10,0
6,3
IV/2008
mehr
weniger
7,9
12,2
I/2009
mehr
weniger
4,2
13,3
II/2009
mehr
weniger
10,1
9,4
Wer fit am Computer ist, spart Zeit und
Geld. „Femme digital“ ersetzt Notlösungen
durch IT-Kompetenz.
Seite 11
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 19 | 9. Oktober 2009 | 61. Jahrgang
HANDWERK IN ZAHLEN
Baden-Württemberg
Bootsbau made in Ammerbuch
Hilfe in der Krise
KfW übernimmt Honorare für Beratung
und Moderation . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Bester Lieferant
Rometsch GmbH veredelt Metalle . . . . 10
Einladung
Lehrgänge für Bauhandwerker
Baumarkt Schweiz
Unternehmerreise
Die hohe Kaufkraft seiner Einwohner
und eine stabile wirtschaftliche Entwicklung auf hohem Niveau machen
die Schweiz zu einem attraktiven Markt
für deutsche Bau- und Ausbaubetriebe.
Gleichzeitig gilt der eidgenössische
Baumarkt als anspruchsvoll. Eine sorgfältige Vorbereitung ist daher für neue
Marktteilnehmer Pflicht. Eine Unternehmerreise nach Bern vom 25. bis
27. November 2009 gibt die Möglichkeit,
sich vor Ort über die eidgenössische
Bauwirtschaft zu informieren und auf
der „Schweizer Hausbau- und Energiemesse 2009“ Kontakte zu potenziellen
Geschäftspartnern zu knüpfen.
Die Reise wird organisiert von der
Handwerkskammer Frankfurt (Oder)
und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks zusammen mit der
Handelskammer Deutschland-Schweiz.
Dank der Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium müssen die
Teilnehmer nur ihre Reise- und Übernachtungskosten tragen. Anmeldeschluss ist der 23. Oktober 2009.
Weitere Informationen unter www.handelskammerd-ch.ch oder bei Aleksandra Ziomko, Handwerkskammer Frankfurt (Oder), Tel. 0335/5619-131,
E-Mail: aleksandra.ziomko(at)handwerkskammer-ff.de
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Computer & Co.
„Femme digitale“ vermittelt
IT-Kompetenz für Frauen . . . . . . . . . . . 10
Schimmelpilzschäden sanieren
Weitere Informationen
unter www.schimmelpilz.tv
THEMEN
„Plan und Tat“: Am Rande des Schönbuchs konstruieren zwei Gründer Boote aller Art
Angaben in Prozent;
Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Der Bundesverband Schimmelpilzsanierung e. V. hat sein aktuelles Weiterbildungsprogramm vorgelegt. Der fünftägige Lehrgang „Fachkraft für Schimmelpilzsanierung“ vermittelt die bauphysikalischen und mikrobiologischen
Kenntnisse und behandelt Messmethoden und Sanierungstechniken. Die Inhalte orientieren sich an Leitfäden des
Umweltbundesamtes und des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg. Der darauf aufbauende dreitägige
Lehrgang „Koordinator Schimmelpilzsanierung“ legt den Schwerpunkt auf
die Planungs- und Leitungsaufgaben
bei Sanierungsprojekten. Lehrgangsteilnehmer erhalten zum Abschluss ein
Zertifikat des Bundesverbandes. Der
Lehrgang zur „Fachkraft für Schimmelpilzsanierung“ wird bundesweit durchgeführt, so auch in Karlsruhe. Kursbeginn ist der 5. November 2009. Die Teilnahmegebühr für Mitglieder beträgt
1.400 Euro, für Nichtmitglieder 1.800
Euro (jeweils zzgl. Mehrwertsteuer).
9
Klares Profil: Andreas Ruopp und Marcus Klemm wollen künftig mehr Eigenbauten realisieren.
Ammerbuch ist eine gute Adresse für den Bootsbau.
Dass dies so ist, liegt weniger an den geografischen
Gegebenheiten am Rande des Schönbuchs, sondern
an Marcus Klemm und Andreas Ruopp. Die beiden
passionierten Wassersportler warten, reparieren und
konstruieren seit dem Frühjahr 2008 Boote und alles,
was dazugehört.
Viel wichtiger als die direkte Lage an einem großen
Binnengewässer sei der direkte Draht zu den Bootsbesitzern, sagt Andreas Ruopp. Und davon gebe es in der
Region recht viele. Ruopp und sein Partner Klemm
bieten einen Komplettservice für Boote aller Art. Dazu
zählen das Ein- und Auslagern, das Warten von Motoren und natürlich das Ausbessern von Rissen im
Bootsrumpf bis hin zu umfangreicheren Reparaturen.
Langjährige Erfahrung
Die beiden Gründer bringen nicht nur Begeisterung
für den Wassersport mit, sondern verfügen über lang-
jährige handwerkliche Erfahrung. Marcus Klemm hat
in England Schlosser gelernt, als Projektleiter in einer
Firma gearbeitet, die Aluboote herstellt, und hat sowohl im Metallbau als auch im Boots- und Schiffsbau
einen Meistertitel vorzuweisen. Andreas Ruopp hat
Werkzeugmacher gelernt, sich zum CAD-Konstrukteur qualifiziert und seinen Maschinenbaumechanikermeister gemacht.
„Unsere Kompetenz in der Metallbearbeitung ist ein
klarer Wettbewerbsvorteil“, glaubt Marcus Klemm,
„wir produzieren und reparieren sämtliche Metallteile, von denen es selbst in Holzyachten einige an Bord
gibt.“
Ruopp und Klemm haben ihrem Unternehmen „Plan
& Tat“ ein klares Profil gegeben. Von der Konstruktion
einzelner Bauteile, wie zum Beispiel Masten, bis hin
zum Einbau in das Boot sind alle Servicebereiche unter einem Dach vereint. Die Kunden kommen längst
nicht mehr aus der Region, sondern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Darunter Werften
Foto: Walker
und andere Bootsbauer. Neben den beiden Geschäftsführern arbeitet ein Geselle im Betrieb. Im Herbst soll
ein Auszubildender hinzukommen. Auf dem Gründerportal newcome.de wurden Ruopp und Klemm als
Gründer des Monats Juli 2009 präsentiert.
Fit für die E-Vergabe
Grüne Antriebstechnik
Aktuelle Kurse
Die Ziele der Ammerbucher stehen fest. In den nächsten Jahren soll der Bereich Konstruktion ausgebaut
werden. Die solide Basis ist mit der langjährigen CADErfahrung gelegt. „Wir wollen selbst Boote entwickeln“, sagt Marcus Klemm, seit 25 Jahren begeisterter
Segler, „individuell, ganz nach den Wünschen unserer
Kunden.“ Und ein Fernziel gibt es auch. Klemm und
Ruopp möchten die eigenen Entwürfe mit regenerativen Antrieben aufs Wasser bringen: „Wir haben viel
Erfahrung mit der Solartechnik und wollen sie in
maßgeschneiderten Sportbooten und Yachten einsetzen.“
www.planundtatbootsbau.de
Die Handwerkskammer Reutlingen
führt ihre Schulungsreihe zur elektronischen Vergabe fort. Auf dem Programm
stehen zwei Lernangebote: Der Blended-Learning-Kurs „Orientierungswissen elektronische Vergabe“ stellt die
technischen Neuerungen vor und behandelt deren Auswirkungen auf Vergabeverfahren sowie die Folgen für
Handwerksbetriebe. Der Kurs kombiniert Präsenztermine mit dem Selbstlernen am Bildschirm. Die Onlinelernphase wird betreut durch Tutoren.
In den „Simulationsworkshops“ lernen
die Teilnehmer das Portal Vergabe 24
kennen, und zwar am eigenen Computerarbeitsplatz. Es werden sämtliche
Stationen, von der Auswahl passender
Ausschreibungen bis hin zur Abgabe
eines Angebots, durchgespielt. Am
Ende des dreistündigen Kurses haben
alle Teilnehmer einen kompletten
Durchgang selbstständig durchgeführt.
Die Kurse finden an den Bildungsakademien in Reutlingen, Sigmaringen und
Tübingen statt. Die Teilnahmegebühr
für den Kurs „Orientierungswissen“ beträgt 175 Euro. für den „Simulationsworkshop“ 95 Euro.
Wie lange werden wir arbeiten?
Auftaktveranstaltung der Regionalen Demografie-Initiative Handwerk
Bei der Auftaktveranstaltung „Ein langes Arbeitsleben
– Chance oder Belastung?“ am 29. Oktober in der IKKGeschäftsstelle Reutlingen dreht sich alles um ältere
Arbeitnehmer und um die Frage, wie Unternehmen
sich auf den demografischen Wandel einstellen können.
Wie lange werden wir arbeiten? Bis 65, bis 67 oder darüber hinaus? Fest steht, dass künftig mehr Menschen
länger im Erwerbsleben bleiben werden. Auch im
Handwerk. Die Ursache ist der demografische Wandel.
Angesichts konstant niedriger Geburtenzahlen wird
sich der Stellenwert älterer Fachkräfte im Unternehmen in den nächsten Jahren deutlich verändern. Die
Diagnose ist nicht neu. Doch die wenigsten Unternehmen haben sich bislang darauf vorbereitet.
Umdenken erforderlich
Auf dem Programm der Auftaktveranstaltung, die in
Kooperation mit der IKK Reutlingen durchgeführt
wird, stehen Vorträge und Erfahrungsberichte, die
sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Thema Demografie beschäftigen. Dr. Claudia Hübner, Demografiebeauftragte des Landes Baden-Württemberg,
skizziert die aktuellen Umbrüche und Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Längere Lebensarbeitszeiten
erfordern ein Umdenken im Unternehmen. Die Beraterin Anita Hilpert zeigt, wie Arbeitskarrieren für ältere Mitarbeiter im Handwerk gestaltet werden können.
Frank Klingler, Impulswerkstatt der IKK Reutlingen,
informiert darüber, was Unternehmen für die Ge-
sundheit und Fitness ihrer Mitarbeiter tun können.
Die Unternehmer Jürgen Zeeb und Dr. Carl-Heiner
Schmid berichten, mit welchen Ideen und Maßnahmen sie dem demografischen Wandel begegnen.
Hoher Praxisbezug
Die Handwerkskammer Reutlingen verfolgt mit der
Regionalen Demografie-Initiative Handwerk zwei Ziele: In einem ersten Schritt sollen kleine und mittlere
Betriebe auf die Problematik aufmerksam gemacht
werden. In der zweiten Projektphase geht es vorrangig
um Werkzeuge und Methoden, die auf die spezifischen Bedarfe von Handwerksbetrieben abgestimmt
sind und beim Erarbeiten betrieblicher Lösungsansätze eingesetzt werden können. Das Projekt ist auf drei
Jahre angelegt. Die Regionale Demografie-Initiative
Handwerk wird unterstützt durch das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).
www.hwk-reutlingen.de/evergabe.html
Ansprechpartnerin ist Dr. Heike Spaderna-Klein,
Geschäftsbereich Unternehmensberatung, Tel. 07121/2412-132,
E-Mail: [email protected];
www.hwk-reutlingen.de/demografie-und-handwerk.html
Im Überblick
Die Veranstaltung „Ein langes Arbeitsleben – Chance oder
Belastung?“ findet am 29. Oktober 2009, 13.30 bis
19.30 Uhr, in den Räumen der IKK Reutlingen, Lindachstraße 37, 72764 Reutlingen, statt.
Begrüßung
Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen
Impulsvortrag
Dr. Claudia Hübner, Staatsrätin im Staatsministerium Baden-Württemberg
Chancen und Herausforderungen der demografischen Entwicklung
Dr. Heike Spaderna-Klein, Projektleiterin, Handwerkskammer Reutlingen
Alter/n(s)gerechte Arbeitskarrieren
Anita Hilpert, Demografieberaterin, Augsburg
Die diesjährige Mitgliederversammlung des
Versorgungswerks der im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen zusammengeschlossenen Innungen – Versorgungswerk
Reutlingen – findet am Mittwoch, dem
11. November 2009 um 18 Uhr im Raum
1.21 der Handwerkskammer Reutlingen,
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen statt.
Die Tagesordnung
1. Geschäftsbericht 2008
2. Rechnungsabschluss 2008
3. Prüfbericht 2008
4. Mitgliedsbeiträge von Arbeitnehmern
5. Verschiedenes
Die Mitglieder des Versorgungswerks sowie
alle interessierten Handwerker sind entsprechend § 7 Abs. 1 der Satzung des Versorgungswerks Reutlingen mit dieser Bekanntmachung ordnungsgemäß eingeladen.
Joachim Möhrle
Dr. Joachim Eisert
1. Vorsitzender
geschäftsführender
Vorsitzender
Zukunftsmarkt 60 plus
Andrea Eigel, Marketingexpertin, Bietigheim-Bissingen
Gesundheitstipps am Arbeitsplatz
Frank Klingler, IKK Reutlingen
Praxisberichte
Jürgen Zeeb, Geschäftsführer Metzgerei Zeeb, und
Dr. Carl-Heiner Schmid, Gesellschafter des Hauses
Heinrich Schmid
Ausklang
bei Getränken und Fingerfood
Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten
beim Beratungscenter der Handwerkskammer Reutlingen, Tel. 07121/2412-130, Fax 07121/2412-413,
E-Mail: [email protected]
Termine
Blended-Learning-Kurse
Bildungsakademie Tübingen
Präsenztermine: 10. und 31. Oktober
2009, 9:00 bis 12:30 Uhr
Onlinelernphase: 11. bis 30. Oktober 2009
Bildungsakademie Sigmaringen
Präsenztermine: 23. Oktober und 7. November 2009, 9:00 bis 12:30 Uhr
Online-Lernphase: 24. Oktober bis 6. November 2009
Simulationsworkshops
23. Oktober 2009, Sigmaringen
30. Oktober 2009, Tübingen
6. November 2009, Albstadt
9. November 2009, Reutlingen
jeweils 14.00 bis 17.00 Uhr
Info und Anmeldung
Bildungsakademie Reutlingen, Tel. 07121/
2412-321; Bildungsakademie Sigmaringen, Tel. 07571/7477-11; Bildungsakademie Tübingen, Tel. 07071/9707-81
Deutsche Handwerks Zeitung
10 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Kindergeld online
beantragen
Neuer Service
Die Familienkasse der Bundesagentur
für Arbeit bietet mit „Kindergeld online“
einen neuen Service. Ab sofort können
Eltern ihren Antrag auf Kindergeld auf
den Internetseiten der Bundesagentur
aufrufen, am Bildschirm bearbeiten
und online übermitteln.
Mit dem neuen Service sind fehlerhafte
Eingaben nahezu ausgeschlossen. Ein
Dialogverfahren unterstützt bei allen
Fragen und Eingaben. Die Nutzer werden auf fehlende oder nichtplausible
Angaben sofort hingewiesen. Der nachträgliche Bearbeitungsaufwand verringert sich, Anträge können schneller bearbeitet werden.
Allerdings hat die Papierform noch
nicht ganz ausgedient. Denn zurzeit ist
es nicht möglich, eine digitale Signatur
zu hinterlegen. Die über den Onlineservice übermittelten Anträge müssen
deshalb nochmals ausgedruckt, unterschrieben und wie bisher an die Familienkassen übersandt werden. Ende
nächsten Jahres aber soll der papierlose
Antrag Wirklichkeit werden.
https://formular.arbeitsagentur.de
50 Jahre
Fensterbau König
Jubiläum in Neuhausen
Hitze, Kälte, Regen und Lärm bleiben
draußen. Wohliges Raumklima, Licht
und Ruhe gibt es drinnen: Längst vorbei sind die Zeiten der Butzenscheiben. Bei der Firma König in Neuhausen
bei Metzingen stehen moderne Fenster
ebenso im Programm wie Schreinerarbeiten.
Alfred König, seines Zeichens Schreinermeister, machte sich 1959 mit der
eigenen Werkstatt selbstständig. Nun
ist die dritte Generation im Familienbetrieb: Thomas König ist seit 1989 Geschäftsführer. Tischler Robert König
trat 2005 in den Betrieb ein.
Die Schreinerei ist trotz Spezialisierung
auf den Fensterbau Kernkompetenz
des Neuhausener Betriebs geblieben.
In der Werkstatt in der Ermsstraße werden Türen ebenso gefertigt wie einzelne Möbelstücke.
Individuell sind auch die Fensterlösungen, die das Team anbietet. Ob modernes Glasdach, historisch nachempfundene Fenster oder komplette Glasfassaden (wie in einem Metzinger
Einkaufszentrum) – die Königs nehmen jede Herausforderung an. Das
wohl bekannteste Objekt mit Fenstern
aus dem Hause König ist ein Hundertwasser-Haus. Organische Formen und
bunte Farben kennzeichnen die Gebäude des berühmten Architekten.
Ob steil, ob flach –
von Barth das Dach
100 Jahre Dachdeckerei Barth
Gut bedacht ist halb gewohnt – und das
seit 100 Jahren: Im Jahre 1909 machte
August Barth sich in Freudenstadt als
Dachdeckermeister selbstständig. Heute wird der Betrieb von Clemens und
Peter Barth geführt und hat das Firmenmotto: „Ob steil, ob flach – von Barth
das Dach.“
Zu den Kunden gehören neben Privathaushalten zum Beispiel die Deutsche
Post Immobilien GmbH oder die Kreissparkasse Freudenstadt, für die der
Dachdeckermeister mit seinem zehnköpfigen Team der Horber Filiale buchstäblich aufs Dach gestiegen ist.
25 Auszubildende haben in dem Traditionsbetrieb ihr Handwerk gelernt. 1946
übernahm Walter Barth den Betrieb.
Seit 1988 stehen Clemens und Peter
Barth an der Spitze des Familienunternehmens. Jüngster Grund zum Feiern
für den Dachdeckerbetrieb: Bei der
Hauptversammlung der Kreishandwerkerschaft in Bad Rippoldsau-Schapbach wurde Clemens Barth für 25 Jahre
ehrenamtliche Mitarbeit mit einer Urkunde und einem Geschenk geehrt.
Ausg. 19 | 9. Oktober 2009 | 61. Jahrgang
„Runder Tisch“ unterstützt
Unternehmen in der Krise
Computer & Co. besser nutzen
„Femme digitale“ vermittelt IT-Kompetenz für Frauen
KfW übernimmt Honorare für Beratung und Moderation
Wenn ein Betrieb in eine ernste wirtschaftliche Schieflage gerät, muss darüber gesprochen werden. Je früher, desto
besser. Das Programm „Runder Tisch“
der KfW-Bankengruppe unterstützt
kleine und mittlere Unternehmen dabei, frühzeitig einen Weg aus der Krise
zu finden. Die Handwerkskammer
Reutlingen begleitet den gesamten Beratungsprozess.
Spielräume schaffen
„Der ,Runde Tisch‘ ergänzt unser Beratungsangebot um einen wichtigen Baustein“, sagt Sylvia Weinhold, Leiterin
des Geschäftsbereichs Beratung der
Handwerkskammer Reutlingen. In der
Regel beschränke sich die Förderung
externer Berater auf eine Schwachstellenanalyse im Unternehmen und das
Erarbeiten von Lösungsvorschlägen.
Dies reiche in schweren Krisen nicht
aus, erläutert Weinhold, denn dann
komme es auch entscheidend auf Fi-
nanzierungspartner und Gläubiger an.
„Man muss alle Beteiligten mit ins Boot
bekommen.“ Das Programm „Runder
Tisch“ schafft hierzu die Grundlage.
Unternehmen können einen Berater,
den so genannten Projektbetreuer, mit
einem Unternehmenscheck beauftragen. Falls erforderlich, übernimmt der
Projektbetreuer im Anschluss daran die
Rolle eines Moderators des „Runden Tisches“. Der hat das Ziel, das weitere Vorgehen mit allen Beteiligten abzustimmen und so dem Unternehmen Handlungsspielräume zu verschaffen. Sämtliche Beratungshonorare werden von
der KfW getragen. Das Unternehmen
muss nur die anfallenden Fahrt- und
Reisekosten sowie die eventuell anfallende Mehrwertsteuer selbst tragen.
Aufwand zahlt sich aus
Gefördert werden kleine und mittelständische Unternehmen, die sich in einer Krise befinden, obwohl sie gute
Marktchancen haben. Ausgeschlossen
sind Unternehmen, die einen Insolvenzantrag gestellt haben oder kurz davor stehen.
Die Handwerkskammer begleitet den
Beratungsprozess von Anfang an. Der
betriebswirtschaftliche Beratungsservice ist die erste Anlaufstelle für Betriebe. Die Kammerexperten führen ein
Vorgespräch zur ersten Standortbestimmung, helfen bei der Antragstellung
und bei der Auswahl des Projektbetreuers. Auch bei der Entscheidung, ob eine
Zusammenkunft aller Beteiligten empfehlenswert sei, ist die Kammer beteiligt. Diese intensive Begleitung zahle
sich aus, ist sich Weinhold sicher.
„Unserer Erfahrung nach erhöht diese
Beratungsform die Chance, dass ein
Unternehmen den Weg aus der Krise
meistert.“
Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer Reutlingen ist Sylvia Weinhold, Geschäftsbereich Beratung,
Tel. 07121/2412-133, E-Mail: [email protected]; www.hwk-reutlingen.de/beratung
Als bester Lieferant ausgezeichnet
Rometsch GmbH aus Riederich veredelt Metalle für verschiedene Branchen
Die Firma Rometsch Metallschleiferei
GmbH ist ein gefragter Spezialist im
Veredeln von Metallen. Ihre Produkte
kommen in verschiedenen Produkten
zum Einsatz, in der Automobilindustrie
ebenso wie in der Küche oder in der
modernen Medizintechnik. Nun wurde
das Riedericher Unternehmen mit dem
„Supplier Award 2008“ der BlancoGruppe ausgezeichnet.
980 Lieferanten zählt die Blanco-Gruppe, Europas Nummer zwei auf dem
Markt für Küchentechnik, elf von ihnen
dürfen sich mit der erstmals vergebenen Auszeichnung „Bester Lieferant“ schmücken. Rolf Waldi, Geschäftsführer des Bereichs Catering +
med. Systeme, ging bei der Preisverleihung auf die Bewertungskriterien
ein. Ganz oben stünden Qualität,
Termintreue, Kulanz und Flexibilität.
Aber auch weiche Faktoren wie eine
offene, partnerschaftliche Zusammenarbeit und der persönliche Umgang
seien von großer Bedeutung.
Die Auszeichnung fällt in ein Jubiläumsjahr. Friedrich Rometsch gründete das Unternehmen im Jahr 1959. In
den vergangenen 50 Jahren hat sich aus
dem kleinen Handwerksbetrieb ein
mittelständisches Unternehmen entwickelt, das als „verlängerte Werkbank“ in
vielen Branchen zu Hause ist.
Foto: Handwerkskammer
Büro und Verwaltung – und damit Computer und Internet – sind in Kleinbetrieben meist Frauensache. Allerdings fehlt
es Chefinnen und Unternehmerfrauen
häufig an der Zeit, sich regelmäßig über
neue Entwicklungen zu informieren –
und für das Unternehmen zu nutzen.
An diesem Punkt setzt die Veranstaltungsreihe „Femme digitale – IT-Kompetenz für Frauen im Handwerk“ an.
Die Reihe greift aktuelle IT-Themen auf
und informiert darüber, wie Computer
& Co. im Handwerksbetrieb besser genutzt werden können. An den vier Informationsabenden in der Handwerkskammer Reutlingen geht es um die
elektronische Steuerprüfung, um den
eigenen Internetauftritt als Marketinginstrument für kleine Betriebe, die Auftragsvergabe über Internetportale sowie
Methoden und Werkzeuge für ein effizientes Büro- und Auftragsmanagement.
Die Veranstaltungen richten sich an
Unternehmerinnen, Unternehmerfrauen und die weiblichen Führungskräfte
in Kleinunternehmen. Die Teilnahme
ist kostenfrei. Die Reihe wird veranstaltet vom Baden-Württembergischen
Handwerkstag in Kooperation mit dem
Electronic Commerce Center StuttgartHeilbronn, den Unternehmerfrauen im
Handwerk (ufh), Arbeitskreis Reutlin-
gen/Tübingen, und der Handwerkskammer Reutlingen.
Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer Reutlingen ist Andrea Leichsenring, Tel. 07121/2412-321,
E-Mail: [email protected]
Termine
21. Oktober 2009
Elektronische Steuerprüfung
Referent: Dieter Rühle, Steuerberater,
Reutlingen
4. November 2009
Onlinemarketing
Referenten: Karin Müller, Jens Nusser,
Baden-Württembergischer Handwerkstag
25. November 2009
E-Vergabe und elektronische Signatur
Referentinnen: Karin Müller, BWHT; Susanne Birke-Arnold, etz Stuttgart; Katja Kurtzemann, Staatsanzeiger-Verlag
9. Dezember 2009
Das ideale Büro
Referenten: Luis Rückert, Software-Trainer;
Dr. med. Yvonne Höflinger, Pfullingen
Ort: Bildungsakademie der Handwerkskammer Reutlingen, Hindenburgstraße 58,
72762 Reutlingen.
Zeit: Jeweils von 17.30 Uhr bis 20.30 Uhr
inklusive Pause mit Imbiss.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung
wird gebeten.
Weitere Infos und das Anmeldeformular unter
www.hwk-reutlingen.de/femme-digitale.html
40 Mitarbeiter bauen auf
und für die Zukunft
75 Jahre Sieber-Bau in Dettingen
Gefragte Qualität: Die Mitarbeiter präsentieren sich und ihre jüngste Auszeichnung.
Foto: Rometsch
Rometsch bearbeitet Metallteile und
-komponenten, die in Küchen, Cateringausstattungen, aber auch in der
Möbel- und Automobilindustrie verbaut werden.
Edeltraud Stiefel und Beate RometschSchmidt sehen das Unternehmen auf
dem richtigen Weg. Die beiden Geschäftsführerinnen der Rometsch
GmbH führen die erfolgreiche Entwicklung auf eine entwickeltes Qualitätsbewusstsein, funktionierende Teamarbeit
und ein hohes Maß an Flexibilität
zurück.
Das Ziel steht fest: „Wir verstehen den
Award auch als Ansporn, um im kommenden Jahr wieder ausgezeichnet zu
werden“, so Beate Rometsch-Schmidt.
Blick ins elektronische Postfach
soll Ausnahme bleiben
Bund fasst die Regeln für den Umgang mit Arbeitnehmerdaten im Betrieb konkreter
Viele Jahre wurde das Thema Datenschutz in der Öffentlichkeit und in so
manchem Betrieb eher stiefmütterlich
behandelt. Zwar hatte der Bundesdatenschutzbeauftragte dies immer wieder kritisiert, und der Landesdatenschutzbeauftragte Niedersachsens befürchtete angesichts einer ungehemmt
fortschreitenden Digitalisierung sogar
den völlig ungeschützten „gläsernen Arbeitnehmer“. Doch meist blieb es dabei: die Mahnungen und Warnungen
verhallten, der Datenschutz fristete sein
Schattendasein.
Dies hat sich gründlich geändert. Die
zuletzt bekannt gewordenen Datenschutzskandale in Konzernen haben die
Öffentlichkeit gehörig aufgeschreckt.
Die Einsicht, dass klare Regeln erforderlich sind, mündete nun in einer Festschreibung des Arbeitnehmerdatenschutzes im Bundesdatenschutzgesetz.
Am 1. September 2009 ist der neue § 32
Fit am Computer: Viele Routinearbeiten können effizienter erledigt werden.
BDSG als Grundsatzparagraf in Kraft
getreten.
§ 32 BDSG schränkt nunmehr insbesondere die Überwachungsmöglichkeiten seitens des Arbeitgebers bezüglich
der Internetnutzung seiner Arbeitnehmer ein. Zwar darf der Arbeitgeber nach
wie vor Daten seiner Beschäftigten erheben, verarbeiten und nutzen, sofern
dies für die Durchführung oder Beendigung des Arbeitsverhältnisses notwendig ist. Jedoch dürfen darüber hinaus
nur dann Daten erhoben, also beispielsweise E-Mails der Arbeitnehmer
kontrolliert werden, wenn starke Verdachtsmomente einer Straftat des Arbeitnehmers vorliegen.
Zwar droht dem Arbeitgeber bei einem
möglichen Verstoß gegen § 32 BDSG
nach der aktuellen Gesetzeslage kein
Bußgeld, jedoch ist zu erwarten, dass
die Arbeitsgerichte Beweise, die unter
Zuwiderhandlung gegen die Vorschrift
erlangt wurden, nicht zulassen. Dies
kann dann eine Niederlage im arbeitsgerichtlichen Verfahren, z.B. im Falle eines Kündigungsschutzverfahrens, nach
sich ziehen.
Richard Schweizer, Rechtsexperte der
Handwerkskammer Reutlingen, rät Arbeitgebern deshalb, vor einer möglichen Kontrolle von E-Mail- oder Internetverhalten ihrer Arbeitnehmer sehr
sorgfältig darauf zu achten, den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu wahren.
„Der Blick in das elektronische Postfach
des Arbeitnehmers setzt immer gute
Gründe voraus“, fasst der Jurist zusammen. Dies sei beispielsweise dann der
Fall, wenn der Verdacht einer erheblichen Straftat vorliege, der dann seitens
des Arbeitgebers auch genauestens dokumentiert sein müsse.
rs
Ansprechpartner ist Richard Schweizer, Rechtsabteilung, Tel. 07121/2412-232,
E-Mail: [email protected]
Von Rottweil bis Böblingen, von Haigerloch bis Freudenstadt leben und arbeiten Menschen in Häusern, die von
Heinz, Ottmar und Wilfried Sieber und
ihrem Team gebaut wurden. Seit 75 Jahren steht der Name Sieber in Dettingen
für Maurerhandwerk.
1934 wagte der Maurermeister Eugen
Sieber den Sprung in die Selbstständigkeit. Für den Maurer aus Leidenschaft
gehörten Leben und Arbeiten offensichtlich ganz nah zusammen. 1955
wurden das Wohnhaus und der Bauhof
auf demselben Gelände in Dettingen erstellt.
1972 bezog das Unternehmen seinen
jetzigen Standort in der Augartenstraße
(Bauhof und Hallen). Acht Jahre später
wurde aus dem Maurerbetrieb eine
GmbH. Im selben Jahr wurden Heinz
Sieber, Ottmar Sieber und Wilfried
Sieber Geschäftsführer des Familienbetriebs.
Etwa 40 Mitarbeiter hat das Unternehmen im Jubiläumsjahr. Ob große Privatvilla, Mehrfamilienhaus oder Gewerbebetrieb, ob Umbau, Neubau oder Abriss
– die Angebotspalette reicht weit. Vier
Auszubildende lernen derzeit ihren Beruf im Dettinger Baubetrieb.
Prominente Objekte aus dem Hause
Sieber waren zum Beispiel die Altenwohnanlage in Dornstätten oder Industrieanlagen der Firmen Lauffer in Horb,
Moog in Böblingen und Formtec in
Dornstetten. Die Horber Gymnasiasten
drücken die Schulbank im von Sieber
erstellten Schulhaus.
Farbe, Form und Emotion in
der dritten Generation
50 Jahre Malerbetrieb Schweikle in Pfalzgrafenweiler
Die Herren der Familie Schweikle aus
Pfalzgrafenweiler kommen quasi mit
dem Pinsel und der Gipserkelle in der
Hand zur Welt: Bereits in der dritten Generation wird der 1959 von Karl-Heinz
Schweikle gegründete Betrieb geführt.
Seit 1995 führen die Söhne des Gründers – Mathias und Timon Schweikle –
das Unternehmen.
Und schon der Großvater war Malermeister. In den Wintermonaten malte
Jakob Schweikle, wenn der Betrieb in
Dornstetten keine Arbeit hatte, Ölbilder. Auch die Liebe zur Kunst scheint
tief verwurzelt: Heute bietet das Unternehmen Künstlern die Möglichkeit, in
idealer Umgebung Skulpturen aus Gips
und Stuck zu schaffen.
Mathias Schweikle lernte sein Hand-
werk im väterlichen Betrieb. Timon verbrachte die Lehrzeit beim damaligen
Obermeister Karl Schweikert in Freudenstadt.
Die Brüder setzen auf drei Standbeine.
Das Gipser- und Stuckateurgeschäft
wird von Mathias Schweikle geführt, Timon Schweikle zeichnet für die Malerarbeiten verantwortlich. Der Gerüstbau wird von beiden Brüdern gemeinsam betrieben.
Seit der Übergabe des Betriebs an seine
Söhne setzt Firmengründer Karl-Heinz
Schweikle auf ein ganz anderes Pferd,
buchstäblich: Gemeinsam mit Sohn
Katmiel Schweikle findet man ihn auf
dem Schlosswaldhof in Pfalzgrafenweiler. Dort werden Islandpferde gezüchtet.
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Entwicklung der Auftragslage
26,5
24,9
30,2
26,5
10,6
47,9
35,9
! gesunken
18,0
21,8
31,2
! gestiegen
Ein Kessel Buntes beim „Schlachtfest 2009“.
Parlamentarischer Abend mit lockerem
Meinungsaustausch.
Seite 9
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 20 | 23. Oktober 2009 | 61. Jahrgang
HANDWERK IN ZAHLEN
Baden-Württemberg
Im Handwerk kehrt die
Zuversicht zurück
THEMEN
Lehrstellenmarkt
Die Krise fällt
aus. 2.143
neue Ausbildungsverträge im Kammerbezirk . . 8
Präsident Joachim Möhrle:
„Unsere Betriebe sind vergleichsweise
gut durch die Krise gekommen“
3/2008 4/2008 1/2009 2/2009 3/2009
Demografischer Wandel
Angaben in Prozent der befragten Betriebe
Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
„Es kommt ganz entscheidend auf
die Chefs an“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Einladung zur
Vollversammlung
Kündigungsschutz
von A bis Z
Die Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen tritt zu ihrer Sitzung am
Montag, dem 30. November 2009, um
15 Uhr, im Tagungssaal „Schafstall“ des
Hotels Achalm, Reutlingen, zusammen.
Wir laden alle interessierten Handwerker zu
dieser Versammlung ein. Die Sitzung ist öffentlich.
Joachim Möhrle
Dr. Joachim Eisert
Präsident
Hauptgeschäftsführer
Praxishilfe
Bebauungspläne
Gemeinde Baiersbronn
Der Gemeinderat der Gemeinde Baiersbronn hat am 22. September 2009 in öffentlicher Sitzung beschlossen, den Bebauungsplan „Bahnhofstraße–Murgtalstraße“ in
Baiersbronn-Klosterreichenbach öffentlich
auszulegen.
Der Plan wird öffentlich bis zum 13. November 2009 beim Bauamt der Gemeinde
Baiersbronn ausgelegt.
Stabil durch die Krise: Vor allem das Bauhaupt- und das Ausbaugewerbe beurteilen ihre aktuelle Lage positiv.
Foto: Handwerkskammer
Stadt Pfullendorf
Der Gemeinderat der Stadt Pfullendorf hat
am 24. September 2009 in öffentlicher
Sitzung beschlossen, den Bebauungsplan
„Industriegebiet Mengener Straße“, Stadt
Pfullendorf, öffentlich auszulegen.
Der Plan wird öffentlich bis zum 9. November 2009 beim Fachbereich II, Baurecht/
Umwelt der Stadt Pfullendorf, Hauptstraße
30 (Klosterpassage), Zimmer Herr Waldschütz, ausgelegt.
Mitmachen
Ehrensache
Jobben für einen guten Zweck
Am 4. Dezember jobben Jugendliche in
ganz Baden-Württemberg für einen guten Zweck. Unter dem Motto „Mitmachen Ehrensache“ arbeiten sie einen
Tag in Büros, Lagern und Werkstätten.
Der Lohn kommt ausgewählten sozialen Projekten zugute. Der landesweite
Aktionstag soll das ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen fördern
und gleichzeitig Einblicke in Arbeitsfelder und Berufe geben. Von dieser Kombination können auch Betriebe profitieren. Denn vielleicht kann über den
Aktionstag gleich noch ein engagierter
Praktikant oder der künftige Lehrling
gefunden werden.
Im Vorjahr machten 7.845 Jugendliche
und 4.803 Arbeitgeber mit. Der Erlös
betrug 176.256 Euro.
Unternehmen, die Jobs zur Verfügung
stellen wollen, können ihre Angebote
auf der Homepage zum Aktionstag eintragen.
Weitere Informationen gibt es beim Regionalbüro
des jeweiligen Landkreises.
www.mitmachen-ehrensache.de
Die Geschäfte im Handwerk laufen wieder besser.
Nach einem schwachen Jahresauftakt und einer leichten Erholung im Frühjahr hat sich die Handwerkskonjunktur im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen
im dritten Quartal weiter stabilisiert. Die Handwerker
beurteilen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch
die Aussichten besser als noch vor Jahresfrist.
Nach einer repräsentativen Umfrage in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen
und Zollernalb bewerten mehr als ein Drittel der Betriebe ihre Geschäftslage mit mindestens der Note
„gut“. Jedes vierte Unternehmen konnte in den vergangenen drei Monaten mehr Aufträge verbuchen.
Allerdings mussten fast genauso viele Handwerker
Einbußen hinnehmen. Im Vorjahr musste ein knappes
Drittel der Betriebe mit weniger Aufträgen auskommen.
Ein ähnliches Bild ergibt sich hinsichtlich der Erwartungen. Während ein Viertel der Handwerker mit
mehr Aufträgen rechnet, geht eine etwa gleich große
Gruppe von weniger Aufträgen aus. Der Vergleich mit
dem Vorjahr zeigt, dass sich die Lage deutlich entspannt hat. Damals erwartete ein Drittel der Betriebe
Auftragseinbrüche.
Höhere Umsatzerwartungen
Der Anteil der Betriebe, die ihren Umsatz steigern
konnten, ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.
Rund 30 Prozent erzielten höhere Einnahmen, jeder
Fünfte musste Einbußen verkraften, unwesentlich
mehr als im Vorjahr. Was die Aussichten angeht, kehrt
verhaltene Zuversicht zurück. Jeder dritte Betrieb
rechnet mit steigenden Einnahmen. Die Umsatzerwartungen der Betriebe sind gegenüber dem Vorquartal deutlich angestiegen.
„Unsere Betriebe sind bislang vergleichsweise gut
durch die Krise gekommen, und das soll auch so blei-
ben“, fasst Kammerpräsident Joachim Möhrle zusammen. Deshalb sei es jetzt wichtig, so Möhrle mit Blick
auf die neue Bundesregierung, die kleinen und mittleren Unternehmen schnell und gezielt zu stärken. Ganz
oben auf der Prioritätenliste stünden ein klares Nein
zu höheren Steuern und Abgaben sowie die Forderung
nach Korrekturen beim Einkommensteuertarif zum
Abbau der „kalten Progression“. Möhrle: „Die Konjunkturpakete sind für das Handwerk wichtig, aber wir
brauchen dringend strukturelle Entlastungen.“
Denn längst nicht alle Gewerke befinden sich bereits
wieder auf Erholungskurs. Vor allem die Betriebe, die
als Zulieferer für den gewerblichen Bedarf produzieren, und das Kraftfahrzeughandwerk bleiben deutlich
unter dem Kammerdurchschnitt. Der Konjunktur indikator für die Maschinenbauer und Ausrüster verbleibt als einziger von sieben Handwerksgruppen
leicht im negativen Bereich, die Erwartungen dort
sind allenfalls neutral.
Berufliche Perspektiven für die Zeit danach
Bundeswehr und Handwerk kooperieren bei der Vermittlung von Fachkräften
Pro Jahr beenden rund 15.000 Soldaten auf Zeit ihren
Dienst bei der Bundeswehr, in der Regel gut ausgebildete Fachkräfte oder Akademiker. Gleichzeitig klagen
Handwerksunternehmen immer häufiger über den
Mangel an qualifizierten Bewerbern. Die Bundeswehr
und die Handwerkskammer Reutlingen arbeiten daran, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen.
Die Bundeswehr bietet ihren Soldaten auf Zeit viele
Möglichkeiten, sich für einen Beruf zu qualifizieren.
Das Angebot reicht von der Ausbildung in gewerblichtechnischen Berufen bis zum Studium.
Hinzu kommt ein umfangreiches Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten, damit die Soldaten auch während der Dienstzeit beruflich am Ball bleiben können.
„Wir wollen den ausscheidenden Soldaten berufliche
Perspektiven eröffnen und zugleich dieses Fachkräftepotenzial für Handwerksbetriebe erschließen“,
erläutert Rainer Neth, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen.
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Unternehmen können sich an den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD), der Teams an 95 Standorten unterhält, wenden.
Die Berater helfen bei der Mitarbeitersuche, erstellen
ein Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle, gleichen dies mit den Bewerberprofilen ab und sprechen
geeignete Kandidaten direkt an. „Der Aufwand für das
Unternehmen ist relativ gering“, betont Neth. Darüber hinaus bietet der BFD eine Onlinestellenbörse,
vermittelt Praktika und kümmert sich um die Weiterbildung der ausscheidenden Soldaten, wenn Qualifikationen fehlen.
Das Kündigungsschutzrecht ist eine
schwierige Materie. Allein bei der Frage
des Anwendungsbereichs herrscht oftmals Unsicherheit. Hinzu kommt, dass
einzelne Personengruppen unabhängig
von der Betriebsgröße einen besonderen Kündigungsschutz genießen.
Der Unternehmerverband des Handwerks hat diese Fragen aufgegriffen und
eine Praxishilfe erarbeitet. Das Merkblatt „Geltungsbereich des Kündigungsschutzes – Kündigung in Kleinbetrieben“ gibt einen Überblick über die
rechtlichen Bestimmungen und zeigt
auf, unter welchen Voraussetzungen Arbeitgeber von den Beschränkungen des
Kündigungsschutzgesetzes befreit sind.
Einzelne Fälle und Fragestellungen
werden anhand anschaulicher Beispiele
erläutert.
www.hwk-reutlingen.de/formulare.html
Förderhilfen
schneller finden
Betrieblicher Umweltschutz
„Förderhilfen Betrieblicher Umweltschutz“ ist der Titel einer Broschüre, die
das Wirtschaftsministerium BadenWürttemberg in einer überarbeiteten
Fassung herausgegeben hat. Sie erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen, das richtige Förderprogramm für
ihre Vorhaben zu finden.
In der Broschüre werden die Förderprogramme des Landes, des Bundes und
der Europäischen Union im Bereich des
betrieblichen Umweltschutzes aufgeführt. Interessierte Unternehmen finden darin alle wichtigen Informationen
zur Programmausrichtung, zu den Förderungsarten, zur Höhe der Förderung
und den Darlehenskonditionen sowie
zum Antragsverfahren und den Ansprechpartnern.
www.umweltschutz-bw.de
Dritte Generation
ist am Ruder
75 Jahre Schreinerei Kern
Beratung und Service
Impressum
7
Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr hilft bei der Suche qualifizierter Mitarbeiter.
Die Handwerkskammer arbeitet schon seit Jahren erfolgreich mit Bundeswehrstandorten der Wehrbereichsverwaltung Süd zusammen.
Im Frühjahr 2009 wurde ein weiteres Projekt ins Leben
gerufen: Bundeswehr, Wirtschaftskammern und
Agenturen für Arbeit wollen ein Beratungszentrum
Foto: imago
Bundeswehr – Wirtschaft für den Raum Ulm/Sigmaringen einrichten.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer
Reutlingen ist Alfred Nosch, Bildungsakademie Sigmaringen,
Tel. 07571/7477-11,
E-Mail: [email protected]
Jubiläum in der Schützenstraße in
Walddorfhäslach: Die Schreinerei Kern
wird heuer 75 Jahre alt. Gegründet hat
den Betrieb im Jahre 1934 Wilhelm
Kern, seines Zeichens Schreinermeister.
Ab 1971 führte Ernst Kern die Geschäfte
und seit 1998 ist Wolfgang Kern der Chef
im Generationenbetrieb. Derzeit hat
das Unternehmen zwei Mitarbeiter. In
den vergangenen 75 Jahren haben etwa
20 junge Menschen das Schreinerhandwerk bei den Kerns erlernt.
„Möbel & Innenausbau“ lautet die
Unterzeile bei der Firmenbezeichnung.
Privatleute gehören ebenso zu den Kunden wie Firmen. Spezialgebiet des Betriebes sind Zulieferteile für den Ladenbau. Gefertigt wie alles aus dem Traditionshaus mit modernster Technik – die
CNC-Bearbeitung ist bei der Schreinerei Kern längst Alltagsgeschäft.
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Veranstaltungshinweis
„Ein langes Arbeitsleben – Chance oder Belastung“, so der Titel der Auftaktveranstaltung der Regionalen Demografie-Initiative
Handwerk, die am 29. Oktober 2009,
13.30 bis 19.30 Uhr, in den Räumen der
IKK Reutlingen stattfindet. Die Teilnahme ist
kostenfrei.
Anmeldung beim Beratungscenter der Handwerkskammer Reutlingen, Tel. 07121/2412-130,
Fax 07121/2412-413, E-Mail: [email protected]
www.hwk-reutlingen.de/demografie-und-handwerk.html
Fit für Managementaufgaben
„Büroleiter/-in im Handwerk“
Schriftverkehr, Buchhaltung, Personalangelegenheiten, erster Ansprechpartner für Kunden und Geschäftspartner –
das Büro ist die zentrale Schaltstelle im
Betrieb. Dennoch wird gerade dort häufig noch nach dem Prinzip Learning by
Doing gearbeitet.
An diesem Punkt setzt die Bildungsakademie Reutlingen mit dem Lehrgang
„Büroleiter/-in im Handwerk“ an. Das
Angebot richtet sich an Unternehmerfrauen sowie an- und ungelernte Bürokräfte. Teil I vermittelt das Grundwissen
aus den Bereichen Betriebswirtschaft,
Büroorganisation, Rechnungswesen sowie Recht und Steuern. Teil II vertieft
diese Kenntnisse anhand von praxisorientierten Beispielen. Im Anschluss
an den Lehrgang kann die Fortbildungsprüfung zum/zur „Büroleiter/-in
(HWK)“ abgelegt werden.
Büropraxis I: 14. Oktober 2009 bis
10.• März 2010 (späterer Einstieg ist
möglich).
Büropraxis II: 24. März 2010 bis
29.•September 2010.
Die Kosten betragen 820 Euro pro Lehrgangsteil inklusive Lernmittel. Je nach
persönlichen Voraussetzungen kann die
Teilnahmegebühr um bis zu 50 Prozent
reduziert werden. Der Lehrgang wird
unterstützt vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg aus Mitteln
des Europäischen Sozialfonds.
Information und Anmeldung bei der Bildungsakademie Reutlingen, Tel. 07121/2412-323,
E-Mail: bildungsa[email protected]
www.hwk-reutlingen.de/weiterbildung
Altes erstrahlt in
neuem Glanz
50 Jahre Marksteiner
Wer die Schlosskirche in Obermarchtal
besucht, der kann sich ein eindrucksvolles Bild von der Arbeit der
Restaurierungswerkstatt Marksteiner
aus Reutlingen machen: Restaurierung
und Konservierung der Haupt- und
Nebenaltäre waren eine der ersten
prominenten Arbeiten des Familienbetriebes.
1959 machte der Restaurator und Tischler Franz Marksteiner sich selbstständig. Seit dem steht der Name Marksteiner für die Kunst und das Handwerk, alte Schätze in neuem Glanz erstrahlen zu
lassen. Ob antike Objekte oder originale
Bilderrahmen – in die Jahre gekommene Prachtstücke werden fachgerecht
und mit viel Sorgfalt wieder hergestellt.
Frank Marksteiner, der den Betrieb seit
1985 führt, legt viel Wert auf stil- und
materialgerechtes Arbeiten. Den väterlichen Betrieb führte von 1973 bis 1985
kommissarisch Frieda Marksteiner.
Zu den täglichen Werkstücken zählen
neben Möbeln und Bilderrahmen auch
Skulpturen und Kunstobjekte, die es zu
erhalten gilt. Seit dem Jahre 2002 sind
die Arbeiten aus dem Atelier in der
Reutlinger Echazstraße bei verschiedenen Kunstausstellungen zu sehen.
Ausg. 20 | 23. Oktober 2009 | 61. Jahrgang
„Es kommt entscheidend
auf die Chefs an“
Heike Spaderna-Klein bereitet Betriebe auf den demografischen Wandel vor
Fachkräfte werden in Zukunft immer
häufiger ältere Beschäftigte sein. Auch
im Handwerk. Aus diesem Grund wurde
im Februar die Regionale DemografieInitiative Handwerk gestartet. Das Projekt behandelt die Folgen eines veränderten Altersaufbaus in Unternehmen.
Für Heike Spaderna-Klein bedeutet
dies, auf vielen Feldern Neuland zu betreten. „Genau darin liegt der Reiz“, sagt
die Projektleiterin über ihre Aufgabe bei
der Handwerkskammer Reutlingen.
Interesse wecken
Die Demografie-Initiative soll in praktischen Hilfen für kleine und mittlere Betriebe münden, beispielsweise in Beratungsangeboten der Kammer und im
Aufbau eines Expertenpools. Bis dahin
ist viel Grundlagenarbeit notwendig.
Spaderna-Klein hat in den vergangenen
Monaten vor allem Kontakte geknüpft.
In der Region, im Land und darüber
hinaus. Ihre Ansprechpartner kommen
aus der Wissenschaft, aus Politik und
Verwaltung, der Wirtschaft und dem
Gesundheitsbereich. Diese Vielfalt sagt
ihr zu: „Es ist interessant, ein Netzwerk
aufzubauen, in dem Theoretiker und
Praktiker zusammengebracht werden.“
Spaderna-Klein hat Bankkauffrau ge-
Tragfähige Netzwerke: Heike SpadernaKlein bringt Theoretiker und Praktiker zusammen.
Foto: Bouß
lernt im hessischen Königstein. Danach
studierte sie Betriebswirtschaftslehre
an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Die
Ausbildung an einer renommierten
Ingenieurschmiede brachte es mit sich,
dass für die angehende Ökonomin auch
Vorlesungen und Übungen in den
Fächern Maschinenbau, technisches
Zeichnen und Fabrikplanung auf dem
Lehrplan standen. Ein zusätzlicher Auf-
wand zwar, meint Spaderna-Klein im
Rückblick, aber auch ein probates
Gegenmittel gegen eine betriebswirtschaftliche „Schmalspurigkeit“. Ihre
Promotion legte sie im Jahr 2000 im Bereich Finanzwissenschaft ab.
Die beruflichen Etappen absolvierte
Spaderna-Klein beim Kosmetikhersteller Marbert AG in Düsseldorf, zunächst
als Assistentin des Finanzvorstandes,
dann in der Abteilung Investor Relations, wo sie sich um die Kommunikation mit Aktionären, Analysten und Finanzmedien kümmerte. 2004 folgten
der Umzug nach Reutlingen und eine
Familienphase.
Auch beim neuen Projekt spielt die
Kommunikation eine wichtige Rolle.
Denn die wenigsten Handwerksbetriebe haben sich bereits mit dem demografischen Wandel und seinen Auswirkungen beschäftigt. Das soll sich in
den kommenden Monaten ändern. Es
sei entscheidend, so Spaderna-Klein,
Unternehmer und Führungskräfte für
die Problematik zu interessieren. Dazu
soll auch eine Neuentwicklung der
Handwerkskammer beitragen. Das Tool
auf Excel-Basis kann zur Analyse der
Altersstruktur in Unternehmen mit
mehr als zehn Beschäftigten eingesetzt
werden.
IKK stellt neues Kursprogramm vor
Das neue Kursprogramm der IKK Baden-Württemberg und Hessen ist erschienen. Im Angebot sind Kurse in den
Bereichen Bewegung, Ernährung, Entspannung. Darüber hinaus werden unter der Rubrik „Sonstige Angebote“ zum
Beispiel Nichtraucherkurse oder Kurse
zur Selbstuntersuchung der Brust angeboten.
Pünktlich zum Kursstart präsentiert die
IKK einen neuen Onlineservice. Per
Mausklick können sich Interessierte
schnell einen Überblick über das Angebot machen, den passenden Kurs vor
Ort finden und sich auch online anmelden. Weitere Informationen zu Kursen
und Vorsorgeangeboten gibt es auch in
jedem IKK-Kundencenter unter der
kostenlosen Telefonnummer 0800/
4551111.
Im vergangenen Jahr besuchten mehr
als 25.000 Teilnehmer die Kurse der IKK
und ihrer Kooperationspartner. Besonders hoch im Kurs standen Rückenkurse, gefolgt von Aquapower und
Nordic Walking. Die IKK Baden-Württemberg und Hessen wurde für ihr Kursangebot, ihre Initiativen in Schulen und
Betrieben von der Zeitschrift „Focus
Money“ mit dem Label „Beste Gesundheitsförderung“ ausgezeichnet.
www.ikkbw-he.de
Auf dem Lehrstellenmarkt fällt
die Krise aus
2.143 neue Ausbildungsverträge im Kammerbezirk
Überzeugende Leistungen
75 junge Gesellen und Facharbeiter haben sich zum Feinwerkmechanikermeister weitergebildet
Zukunftssicherung: Auch in der Krise investieren die Betriebe in Ausbildung.
In den vergangenen zwölf Monaten haben 75 junge Gesellen und Facharbeiter
die Meisterprüfung im Feinwerkmechanikerhandwerk erfolgreich abgelegt.
Der Weg zum Meisterbrief führt über
insgesamt vier Teilprüfungen. Während
bei den fachtheoretischen und praktischen Prüfungsteilen die fachlichen Anforderungen der Feinmechanik im
Mittelpunkt stehen, müssen die Gesellen und Facharbeiter in zwei weiteren
Prüfungen die Kenntnisse nachweisen,
die sie als Unternehmer, Führungskräfte und Ausbilder benötigen. Die Jungmeister führten ein komplettes Projekt
durch. Sie erstellten einen schriftlichen
Projektentwurf, eine Vorkalkulation und
ein Angebot. Der Projektentwurf, der
Fertigungsablauf und technischen Zusammenhänge wurden in einem Fachgespräch von den Prüfern hinterfragt.
Daran schloss sich die praktische Umsetzung in der Werkstatt an. Innerhalb
von 14 Stunden musste eine Bohrvorrichtung angefertigt werden. Die Arbeiten wurden auf CNC-Maschinen ausgeführt. Die erforderliche Programmierung war ebenfalls Teil der Prüfungsaufgabe. Die zur Führung eines Betriebs erforderlichen betriebswirtschaftlichen,
kaufmännischen und rechtlichen
Kenntnisse wurden im Teil III geprüft,
die berufs- und arbeitspädagogischen
Kenntnisse im Prüfungsteil IV.
Die neuen
Feinwerkmechanikermeister
Alexander Stenzel aus 72116 Mössingen
Steffen Bayha aus 72124 Pliezhausen
Thorsten Müller aus 72138 Kirchentellinsfurt
Matthias Hofelich aus 72145 Hirrlingen
Philipp Rössler aus 72145 Hirrlingen
Florian Czempik aus 72160 Horb
Tim-Benjamin Huß aus 72160 HorbDettingen
Patrick Schlotter aus 72178 Waldachtal
Manfred Heinzelmann aus 72250 Freudenstadt
Andreas Kah aus 72250 Freudenstadt
Stefan Kilian aus 72250 Freudenstadt
Peter Braun aus 72270 Baiersbronn
Michael Stark aus 72280 Dornstetten
Patrick Nafz aus 72290 Loßburg
Bianca Seidemann aus 72293 Glatten
Andreas Nagel aus 72296 Schopfloch
Philipp Bosch aus 72351 Geislingen
Holger Kleiner aus 72362 Nusplingen
Timo Kleindienst aus 72411 Bodelshausen
Markus Oesterle aus 72415 Grosselfingen
Marcus Eisele aus 72419 Neufra
Daniel Wahl aus 72419 Neufra
Fazli Altinsoy aus 72469 Meßstetten
Alexander Braun aus 72488 Sigmaringen
Angelo Gawlik aus 72488 Sigmaringen
Oliver Schramm aus 72488 Sigmaringen
Witali Wegel aus 72488 Sigmaringen
Walerij Schleining aus 72505 Krauchenwies
Oliver Seethaler aus 72505 Krauchenwies
Adam Pajonk aus 72514 Inzigkofen
Klaus-Peter Maier aus 72516 ScheerHeudorf
Thomas Grotzke aus 72525 Münsingen
Stefan Treß aus 72532 Gomadingen
Bernd Kogler aus 72555 Metzingen
Christian Müller aus 72555 MetzingenGlems
Sebastian Wiech aus 72555 Metzingen
Jürgen Griesinger aus 72574 Bad Urach
Thomas Palme aus 72581 Dettingen
Jochen Scheu aus 72581 Dettingen
Marinko Vuckovic aus 72581 Dettingen
Heiko Mehl aus 72584 Hülben
Markus Kittelberger aus 72631 Aichtal
Michael Klettlinger aus 72654 Neckartenzlingen
Christian Jaißle aus 72666 Neckartailfingen
Nadeem Javaid aus 72766 Reutlingen
Fernando da Silva Campos aus 72793
Pfullingen
Jochen Schmich aus 72793 Pfullingen
Daniel Tzschabran aus 72800 Eningen
Jens Grieb aus 72810 Gomaringen
Thomas Saller aus 72810 Gomaringen
Andreas Rühle aus 72818 Trochtelfingen
Florian Rühle aus 72818 Trochtelfingen
Andreas Glock aus 73037 Göppingen
Patrick Gölz aus 73230 Kirchheim unter
Teck
Alexander Höger aus 73230 Kirchheim
unter Teck
Tarik Gülay aus 73252 Lenningen
Stefan Cabiddu aus 73277 Owen-Teck
Ludwig Reinhard Bareiß aus 73635 Rudersberg-Steinenberg
Johannes Wenz aus 74420 Oberrot
Matthias Seyfried aus 75323 Bad Wildbad
Holger Wössner aus 78647 Trossingen
Martin Krug aus 78662 Bösingen-Herrenzimmern
Viktor Richter aus 88326 Aulendorf
Martin Horb aus 88367 Hohentengen
Stefan Kessler aus 88367 HohentengenEnzkofen
Michael Remensperger aus 88367
Hohentengen
Christian Braun aus 88499 Neufra
Jakob Götz aus 88512 Mengen-Ennetach
Daniel Stuwe aus 88518 Herbertingen
Patrick Keller aus 88630 Pfullendorf
Christoph Erath aus 88639 Wald
Heiko Dolpp aus 89584 EhingenKirchen
Lothar Scheffold aus 89584 Ehingen
Bernd Schuster aus 89584 Ehingen
Peter Keller aus 89616 Rottenacker
Krankenstand steigt
IKK verzeichnet mehr Krankmeldungen, aber kürzere Fehlzeiten
Handwerk und moderne
Technologien – gemeinsam in
eine erfolgreiche Zukunft.
Aktiv sein, gesund bleiben
Der Krankenstand im baden-württembergischen und hessischen Handwerk ist im
ersten Halbjahr 2009 angestiegen.
Nach einer Auswertung der Innungskrankenkasse (IKK) Baden-Württemberg und
Hessen betrug der Krankenstand von Januar bis Juni 4,5 Prozent. Im Jahr 2008
hatte er noch bei 4,3 Prozent gelegen.
Die Zahl der Arbeitsunfälle im Handwerk ist
gesunken, von 8,0 Prozent (2008) auf 7,1
Prozent im ersten Halbjahr 2009. Während
die Arbeit von Jahr zu Jahr weniger unfallträchtig wird, scheinen die psychischen
Belastungen für den Einzelnen zuzunehmen.
Das zeigt sich an der weiteren Zunahme
von psychischen Erkrankungen von 6,6
Prozent im Jahr 2008 auf 6,8 Prozent im
ersten Halbjahr 2009.
Zwar steigt der Krankenstand insgesamt
an, doch die einzelnen Ausfallzeiten werden immer kürzer: Im ersten Halbjahr
2009 dauerte ein Krankheitsausfall durchschnittlich 11,2 Tage.
Vor fünf Jahren waren es noch 12,2 Tage.
Gleichzeitig wächst die Zahl der Krankmeldungen. Das heißt, die Beschäftigten
im Handwerk waren weniger lang, aber dafür häufiger krank als in den vergangenen
Jahren.
Foto: Handwerkskammer
In der Krise machen die Handwerksbetriebe keine Abstriche bei der Ausbildung. In den ersten neun Monaten des
Jahres wurden bei der Handwerkskammer Reutlingen 2.143 neue Ausbildungsverträge gemeldet. „Angesichts
unklarer Wirtschaftsaussichten und
sinkender Bewerberzahlen ist das ein
sehr erfreuliches Ergebnis“, sagt Rainer
Neth, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen.
Allerdings konnten die Vorjahreszahlen
nicht ganz erreicht werden. Zum Stichtag 30. September 2008 lagen 2.234
Neuverträge vor. Die Ausbildungsstatistik 2009 weist demnach zurzeit ein
leichtes Minus von 4,1 Prozent aus. Ein
Ergebnis, das Neth rundum positiv bewertet: „Die Betriebe investieren auch
in schwierigen Zeiten in die Ausbildung
von Fachkräften. Das ist ein gutes
Signal.“ Dies umso mehr, als zur
Halbjahresbilanz noch ein Rückgang
von rund 15 Prozent ausgewiesen werden musste. Neth führt diesen schleppenden Start in das Ausbildungsjahr in
erster Linie auf den konjunkturellen
Einbruch vom Jahresanfang zurück:
„Viele Betriebe haben zunächst abgewartet und ihre Lehrstellen später als
gewöhnlich besetzt.“ Zum anderen mache sich der Rückgang an Bewerbern
deutlich bemerkbar. Nach Angaben der
Landesarbeitsagentur waren im Juli
2009 7,3 Prozent weniger Bewerber als
im Vorjahr registriert. Auch aus diesem
Grund sei es für die Betriebe schwieriger geworden, so Neth, Ausbildungsplätze gut und zügig zu besetzen.
Azubis aus Insolvenzbetrieben
übernehmen
Land verbessert Förderbedingungen für Betriebe
Wie geht es mit der Ausbildung weiter,
wenn der Betrieb insolvent ist? Damit es
für möglichst viele Lehrlinge weitergeht, fördert das Land Betriebe, die die
Jugendlichen übernehmen. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat nun seine Förderbedingungen
geändert: So kann das Programm „Azubi transfer – Ausbildung fortsetzen“ mit
anderen Förderprogrammen, wie zum
Beispiel dem Ausbildungsbonus der
Bundesagentur für Arbeit, kombiniert
werden.
Das Wirtschaftsministerium fördert die
Übernahme eines Auszubildenden aus
einem Insolvenzbetrieb weiterhin mit
einmalig 1.200 Euro. Zusätzlich kann
nun der Ausbildungsbonus genutzt
werden. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Höhe der Ausbildungsvergütung und der restlichen Ausbildungsdauer. Zum Beispiel kann die
Übernahme eines Friseurlehrlings, der
noch zwei Jahre Ausbildung zu absolvieren hat, mit einem Bonus von rund
2.700 Euro, ein Mechatronikerlehrling
mit zwei Jahren Restausbildungszeit sogar mit 3.500 Euro gefördert werden.
Das Wirtschaftsministerium empfiehlt
Antragstellern, zuerst den Ausbildungsbonus bei der örtlichen Arbeitsagentur
und anschließend die Prämie „Azubi
transfer“ beim Wirtschaftsministerium
zu beantragen.
Der Antrag bei der Arbeitsagentur ist
vor Beginn der Ausbildung zu stellen.
Die Förderung durch das Land muss
innerhalb der ersten drei Monate beantragt werden. Antragsformulare gibt bei
der Arbeitsagentur oder online unter
www.fortbildung-bw.de, Rubrik „Infos
zur Weiterbildung im Beruf“, „Förderung“, „Azubi transfer“.
Weitere Informationen bei Karl-Heinz Goller,
Ausbildungsabteilung, Tel. 07121/2412-261,
E-Mail: [email protected]
Im Wirrwarr von Verordnungen und Richtlinien findet sich
nur der informierte Handwerksunternehmer zurecht.
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Umsatzerwartungen für das
4. Quartal
! 2009
! 2008
Jeder vierte Meister ist weiblich. Chancen
so gut wie nie zuvor: Frauen im Handwerk
auf dem Vormarsch.
Seite 10
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 21 | 6. November 2009 | 61. Jahrgang
HANDWERK IN ZAHLEN
Baden-Württemberg
Die ganze Vielfalt des Handwerks
7
THEMEN
Bundesverdienstkreuz
Kammerspitze besucht vier Handwerksbetriebe im Landkreis Tübingen
31,3 30,7
42,4 41,6
26,3 27,7
steigen
stabil
sinken
Angaben in Prozent der Befragten
Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Präsident Joachim Möhrle und Hauptgeschäftsführer
Dr. Joachim Eisert haben kürzlich vier Betriebe im
Landkreis Tübingen besucht. Sie wurden begleitet von
Rüdiger Strobel, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Tübingen.
Bebauungspläne
Zu viel Bürokratie
Gemeinde Loßburg
Bei der Schreinerei Dittus in Ammerbuch ist die Wirtschaftskrise bislang kein Thema. Das Unternehmen
hat sich bundesweit als gute Adresse für den Ladenund Objektbau etabliert und realisiert anspruchsvolle
Ausstellungsprojekte für große Namen wie MercedesBenz oder den Uhrenhersteller IWC. Für die Optikerkette pro optik richten Hans-Martin Dittus und sein
Team sämtliche Filialen in Deutschland ein. „Wir bieten die individuelle Planung und den Ausbau komplett aus einer Hand“, erläutert der 54-jährige Schreinermeister. Öffentliche Aufträge spielen dagegen
kaum eine Rolle. Das liege weniger am Sparwillen der
Kommunen als am bürokratischen Aufwand, der mit
der Teilnahme an einer Ausschreibung verbunden sei.
Und der sei mittlerweile eindeutig zu hoch, findet Dittus: „Viele Handwerker machen nicht mehr mit, weil
Der Gemeinderat der Gemeinde Loßburg
hat am 13. Oktober 2009 in öffentlicher Sitzung beschlossen, die 2. Änderung des Flächennutzungsplanes Loßburg (Anpassungsverfahren) öffentlich auszulegen.
Der Plan wird öffentlich bis zum 26. November 2009 auf dem Rathaus Loßburg,
Zimmer 17, Hauptstraße 50, 72290 Loßburg, ausgelegt.
Eingliederungsmanagement
Vizepräsident Traugott Feder für seine
außerordendlichen beruflichen und ehrenamtlichen Leistungen ausgezeichnet . . . 8
Handwerk kürt Nachwuchs
Die Kammersieger 2009 . . . . . . . . . . . 8
Umsatzsteuer bei
Bauleistungen
ZDH-Faltblatt
Hier arbeitet ein Kraftwerk: Thomas Hartmann nutzt die Sonne als Lieferant für Heizenergie.
UDH-Merkblatt
Arbeitgeber sind verpflichtet, ein betriebliches Eingliederungsmanagement
mit länger oder wiederholt erkrankten
Beschäftigten durchzuführen. Die Vorgaben des Sozialgesetzbuches erschöpfen sich nicht darin, mit dem zurückgekehrten Mitarbeiter ein Gespräch zu
führen. Vielmehr ist das Eingliederungsmanagement als Präventionsinstrument angelegt. Ziel ist es, die Arbeitsunfähigkeit möglichst zu überwinden, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und das Beschäftigungsverhältnis zu erhalten. Wie und unter welchen
Voraussetzungen die betriebliche Umsetzung erfolgen soll, beschreibt der Gesetzgeber nur vage.
Der Unternehmerverband Deutsches
Handwerk (UDH) hat ein Merkblatt
zum betrieblichen Eingliederungsmanagement zusammengestellt. Es informiert über die rechtlichen Aspekte und
enthält zahlreiche Hinweise für die betriebliche Praxis einschließlich Checklisten und Musterbriefe.
www.hwk-reutlingen.de/downloads.html
Spezialgebiet
Tapeten
25 Jahre Maler Schneider
„Solange ich fit bin, mache ich weiter“,
sagt Walter Schneider. Vor 25 Jahren
machte der Malermeister sich selbstständig. Seit 1984 betreibt er den Malerbetrieb in Dürrwangen bei Balingen.
Sohn Sascha steht zwar in den Startlöchern, aber Vater Walter Schneider will
Geschäftsführer bleiben, solange es
geht. Und das unter dem Firmenmotto
„Sauberkeit und Zuverlässigkeit“. Spezialität des Dürrwanger Unternehmens
mit derzeit fünf Mitarbeitern: Das Team
um den Malermeister klebt seinen Kunden eine… hochwertige Tapete. Wie das
geht, lernen zur Zeit zwei Auszubildende. Seit Schneider sich 1984 mit dem
Meisterbrief in der Tasche selbstständig
machte, haben sechs junge Menschen
bei ihm das Malerhandwerk gelernt.
Schneiders Wunsch für die Zukunft des
Unternehmens: „Immer genügend Aufträge und gute Auftragsbücher.“
tionshalle ist ein 150 Quadratmeter großer Fassadenkollektor integriert.
Die Wärme wird in einem 20.000 Liter fassenden Solarspeicher gespeichert. Den restlichen Bedarf an
Heizenergie decken ein Stückholz-Vergaserkessel und
ein Pelletofen. Eine höchst effiziente Kombination,
die konventionellen Techniken weit überlegen sei,
sagt Hartmann: „Der Wirkungsgrad unserer Kollektoren liegt bei 80 Prozent.“
Der „halbe Theologe und ganze Agraringenieur“ Hartmann hat das Unternehmen 1995 gegründet. Heute
sind rund 30 Mitarbeiter beschäftigt. „Rund um die regenerativen Energien sind in den vergangenen Jahren
viele Arbeitsplätze entstanden“, betont Hartmann. Er
wünscht sich den weiteren Ausbau der Solartechnik
und eine verlässliche Förderung: „Sollte die Einspeisevergütung stark fallen, kostet das Arbeitsplätze.“
Mobile Altare für Altenheime: Hans-Martin Dittus erläutert ein Projekt, das mit der Diakonie entsteht.
die Ausschreibungsunterlagen einen nicht mehr vertretbaren Umfang angenommen haben.“
Das vor 100 Jahren gegründete Unternehmen ist seit
2005 in Ammerbuch ansässig. Die Suche nach einem
geeigneten Standort gestaltete sich unerwartet
schwierig und zeitaufwendig. Dittus, der sich seit langem in der Kommunalpolitik engagiert und Mitglied
im Tübinger Gemeinderat ist, hätte sich mehr Unterstützung durch die kommunale Wirtschaftsförderung
gewünscht. Seit dem Umzug ist die Schreinerei stark
gewachsen. Die Mitarbeiterzahl hat sich auf zwölf verdoppelt. Zurzeit werden vier Nachwuchskräfte ausgebildet. „Schreiner, nicht Tischler“, betont Prüfer Dittus, der sich mit der bundeseinheitlichen Berufsbezeichnung noch immer nicht anfreunden kann.
dukte kommen in Schiffen, Kranen, Walzen, Baumaschinen und Windkrafträdern zum Einsatz. Bereits
seit 17 Jahren liefert Ott Technik für regenerative Energien, seit kurzem auch für Solarkraftwerke. Spezialgebiet ist die Herstellung von hochwertigen Schraubgetrieben. Das patentierte Präzisionsschneckengetriebe
ist eine eigene Entwicklung. Erwin Haag ist davon
überzeugt, dass die Kombination aus breit angelegter
Produktpalette, Qualität und Flexibilität einen deutlichen Wettbewerbsvorteil bringt: „Wir können Dinge,
die unsere Konkurrenten nicht können.“
Einzig und allein an Bestellungen fehlt es zurzeit.
Haag und Ott hoffen deshalb, dass die neue Bundesregierung die Rahmenbedingungen für Investitionen in
Windkraftenergie nicht verschlechtert.
Kurzarbeit bis 2010
Sonnenenergie schafft Arbeit
Im Dezember 2008 arbeitete die Firma Zahnradfertigung Ott in Bodelshausen im Drei-Schicht-Betrieb.
Dann kam die Krise. Zuerst wurden Aufträge in die Zukunft verschoben, wenig später ganz storniert, neue
Bestellungen gingen nur noch spärlich ein. Seit April
2009 arbeitet das Unternehmen kurz. Die Regelung
soll noch bis April 2010 in Anspruch genommen werden. Die Meldungen, wonach die Talfahrt der metallverarbeitenden Industrie und ihrer Zulieferer bereits
gestoppt sei, können die Geschäftsführer Erwin Haag
und Norbert Ott nicht bestätigen: „Was täglich in der
Presse steht, deckt sich nicht mit unserer Wirklichkeit.“
Das wichtigste Tätigkeitsfeld des Unternehmens ist
die Lohnverzahnung für Getriebehersteller. Ott-Pro-
Auch die Hartmann Energietechnik in RottenburgOberndorf setzt auf erneuerbare Energien, und zwar
auf die Sonne. Der Betrieb stellt Kollektoren her, die
Heizenergie für Gebäude liefern, und vertreibt Holzheizungstechnik. Nicht in Serienfertigung, sondern
ausschließlich auftragsbezogen. Eine Wachstumsbranche mit sonnigen Aussichten auf die Zukunft.
„Mittelfristig wird es keine Dachziegel mehr geben“,
prognostiziert Geschäftsführer Thomas Hartmann,
„sie werden durch Kollektoren ersetzt.“
Wie die Energiegewinnung zum organischen Bestandteil eines Gebäudes wird, zeigt das vor drei Jahren errichtete Sonnenzentrum, zu dem eine Produktionshalle, eine Wohnung und ein Gastronomiebereich mit
Tagungsräumen gehören. In die Südseite der Produk-
Waschtische für den Airbus
Uwe Schüschke hat Schreiner gelernt, seinen Meister
gemacht und sich 1986 selbstständig gemacht. Sein in
Kirchentellinsfurt ansässiges Unternehmen stellt
Waschtische und Sanitäreinrichtungen her. Wie in jeder Schreinerei wird in der Produktionshalle gesägt,
gebohrt und geschliffen. Jedoch werden keine Hölzer
verarbeitet, sondern der Mineralwerkstoff Varicor.
Zwei Drittel der Produktion werden in Flugzeugen
verbaut. Wichtigster Abnehmer ist der Flugzeughersteller Airbus. Schüschke ist alleiniger Lieferant. Die
technischen Anforderungen an das Produkt sind
hoch: Brandeigenschaften, Entflammbarkeit, Raucheigenschaften und Giftigkeit des Materials werden
laufend geprüft und durch externe Institute zertifiziert. Hinzu kommen die jeweiligen Ausstattungsmerkmale und Designvorgaben der Fluggesellschaften, was Farben und Anmutung angeht. Auch hier
überzeugt der Werkstoff. „Unsere tägliche Herausforderung besteht darin, industrielle Prozesse und die
Flexibilität des Handwerks zusammenzubringen“, erläutert Geschäftsführer Schüschke.
40 Mitarbeiter sind in Planung, Konstruktion und Herstellung beschäftigt, darunter Designer, Schreiner und
Holztechniker. Seit zwei Jahren wird in zwei Schichten
produziert. „Wir sind ein eingespieltes Team“, sagt
Schüschke, der angesichts veränderter Anforderungen ein neues Berufsbild begrüßen würde: „Es sollte
die Bereiche CAD-Konstruktion und Programmierung
von CNC-Maschinen umfassen.“ Denn auch bei
Zulieferern werde es künftig immer mehr auf Entwicklungsleistungen ankommen, so Schüschke, unabhängig vom Material.
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Flexibel durch die Krise: Geschäftsführer Norbert Haag, Rüdiger Strobel, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Tübingen, Geschäftsführer Norbert Ott, Präsident Joachim
Möhrle und Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Eisert in der Produktionshalle der Firma Ott.
Alle Formen und Farben: Bei einem Rundgang stellt Uwe Schüschke einzelne
Fertigungsschritte vor.
Fotos: Bouß
Der Zentralverband des Deutschen
Handwerks hat den Flyer „Umsatzsteuer bei Bauleistungen“ aktualisiert. Das
sechsseitige Faltblatt informiert über
die im Jahr 2004 eingeführte Steuerschuldumkehr, erläutert die wichtigsten
Fachbegriffe und zeigt anhand verschiedener Beispielrechnungen, was
Auftraggeber und Bauleistende beachten müssen.
Muster und Bestellformular finden Sie bei den
Kurzmitteilungen unter www.hwk-reutlingen.de
Ideale Plattform,
gute Konditionen
Baumesse IBF 2010 in Brünn
Das Auslandsmesseprogramm des Bundes macht’s möglich: Bau- und Ausbaubetriebe können zu Sonderkonditionen
an der Internationalen Baumesse IBF in
Brünn/Tschechien, 13. bis 17. April
2010, teilnehmen. Der Gemeinschaftsstand unter der Dachmarke „made in
Germany“ bietet eine ideale Plattform
für Handwerksbetriebe, um sich einem
internationalen Publikum zu präsentieren. Zum Leistungspaket gehören ein
hochwertiges Standdesign und die
komplette Organisation und Betreuung
durch die Landesmesse Stuttgart
GmbH. Anmeldeschluss ist der 15. Januar 2010.
Weitere Informationen bei Wilfried Pompe, Landesmesse Stuttgart GmbH, Tel. 0711/18560-2554,
E-Mail: [email protected]
www.bvv.cz/baumessenbrunn
Historische
Gebäude sanieren
Symposium
Die energetische Sanierung denkmalgeschützter Gebäude erweist sich oftmals
als Gratwanderung. Im Mittelpunkt
steht die Frage, wie in einem historischen Gebäude Energie gespart und erneuerbare Energien genutzt werden
können, ohne dabei die Bausubstanz
oder das Erscheinungsbild erheblich zu
beeinträchtigen.
Das Symposium „Zukunftsfähige Sanierung historischer Alltagsgebäude“ am
13. November 2009, 14 Uhr, Sparkassen
Carré Tübingen, will Anregungen geben, wie Denkmalschutz und Energieeffizienz zusammengebracht und historische Gebäude zu vertretbaren Kosten
langfristig nutzbar gemacht werden
können. Veranstalter ist das Umweltzentrum Tübingen in Zusammenarbeit
mit der Agentur für Klimaschutz des
Kreises Tübingen. Die Handwerkskammer Reutlingen engagiert sich als Netzwerkpartner.
Weitere Informationen beim Umweltzentrum
Tübingen, Tel. 07071/51011,
www.umweltzentrum-tuebingen.de
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 21 | 6. November 2009 | 61. Jahrgang
Das Handwerk kürt seine
besten Nachwuchskräfte
Bundesverdienstkreuz für
Vizepräsident Traugott Feder
Der Erfolg der Junghandwerker ist immer auch ein Verdienst der Ausbilder
Maßgeblicher Anteil am sozialen Frieden im Handwerk der Region
Die besten Auszubildenden des Jahrgangs 2009 stehen fest. Am Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks
haben in diesem Jahr 394 Gesellinnen
und Gesellen aus den Landkreisen
Freudenstadt, Reutlingen, Tübingen,
Sigmaringen und Zollernalb teilgenommen.
Zuvor mussten die jungen Handwerkerinnen und Handwerker sich über ihre
Prüfungsnote qualifizieren. Denn am
Wettbewerb kann nur teilnehmen, wer
die Gesellenprüfung mit der Note „gut“
oder besser abgeschlossen hat. Insgesamt 394 Auszubildenden ist dies in diesem Jahr gelungen. Im Vorjahr qualifizierten sich 416 Lehrlinge, 2007 waren
es 378. Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer
Reutlingen, wertet die hohen Teilnehmerzahlen der letzten Jahre vor
allem als Beleg für die engagierte Ausbildungsarbeit, die in den Betrieben
erbracht wird: „Der Erfolg der Junghandwerker ist immer auch ein Verdienst der Ausbilder, die den Nachwuchs betreuen.“
Beim Leistungswettbewerb stellten sich
die jungen Frauen und Männer nochmals einer kritischen Bewertung. Nun
stehen die Sieger im Kammerbezirk
Reutlingen fest: 39 erste Plätze, 30 zweite und 24 dritte Plätze. Rund ein Drittel
der 93 Sieger sind Frauen. Viele von ihnen konnten sich in den traditionellen
Handwerksberufen gegen die zahlenmäßig überlegene männliche Konkurrenz durchsetzen.
Wie in den Vorjahren stellt der Landkreis Reutlingen die meisten Kammersiegerinnen und -sieger. 26 Frauen und
Männer schafften es diesmal unter die
ersten Drei. Es folgt der Landkreis Tübingen mit 23 ausgezeichneten Teilnehmern. Aus dem Zollernalbkreis kommen 17, aus dem Landkreis Sigmaringen 17 und aus dem Kreis Freudenstadt
zehn Siegerinnen und Sieger.
Die Erstplatzierten der Kammerausscheidung, 14 Frauen und 25 Männer,
können sich nun auf dem Landeswettbewerb mit den Besten der anderen
Kammerbezirke messen. Ausrichter ist
die Handwerkskammer Ulm. Die
Bundessieger werden am 4. Dezember
2009 im Rahmen einer Festveranstaltung in Halle/Saale bekannt gegeben.
1. Kammersieger
Maßschneiderin Sarah Obser aus Überlingen bei Heimschule Kloster Wald
aus Wald; Holzbildhauerin Alessa
Brossmer aus Frickingen bei Heimschule Kloster Wald aus Wald; Straßenbauer Markus Wölk aus Hülben bei Jür-
So reichte eine der Siegerinnen ihre Dokumentationsmappe zum Gesellenstück –
ein Autositz – ein.
Foto: Bouß
gen Spingler Straßenbau aus Bad
Urach; Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik Tobias Schneider
aus Dußlingen bei Niklaus Baugeräte
GmbH aus Gomaringen; Friseurin
Elena Schneider aus Pfullendorf bei
Petra Böll Friseurbetrieb aus Ostrach;
Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker Benjamin Conzelmann aus Albstadt bei Karosseriewerk Wiedler
GmbH aus Albstadt; Konditor Stephan
Früholz aus Albstadt bei Wolfram Früholz Konditorei aus Albstadt; Buchbinderin Laura Fisch aus Gomaringen bei
Matthias Raum Buchbindermeister
aus Römerstein; Sattlerin Jana Puckschamel aus Reutlingen bei Eissmann
Automotive Deutschland GmbH aus
Bad Urach; Feinwerkmechaniker
Christoph Schäfer aus Eningen bei
Sauter Feinmechanik GmbH aus Metzingen; Automobilkaufmann Daniel
Korell aus Tübingen bei Autohaus
Heim GmbH aus Tübingen; Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk,
Fleischer Carina Schott aus Albstadt bei
Heinrich GmbH & Co. KG Fleischwarenfachgeschäft aus Burladingen;
Bürokauffrau Daniela Horn aus Albstadt bei Autohaus Revo GmbH Ebingen aus Albstadt; Zimmerer Patrick
Beuter aus Starzach bei Gert Ade Zimmererbetrieb aus Rottenburg; Stuckateur Denis Denneler aus Mössingen bei
Ewald Dettling GmbH Stuckateurbetrieb aus Ammerbuch; Fotografin Julia
Brender aus Meßkirch bei Brigitte Müller Fotografenmeisterin aus Hohentengen; Schreiner/Tischler Theodor
Schanbacher aus Pfullingen bei Johannes Wurster Drechsler- und Schreinermeisterbetrieb aus Pfullingen; Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungsund Klimatechnik Fabian Welte aus
Geislingen bei Karl Welte GmbH & Co.
KG Installateur- und Heizungsbauund Klempnerbetrieb aus Geislingen;
Orthopädieschuhmacher Andreas Hotz
aus Balingen bei Bernd S. Hotz GmbH
Orthopädieschuhmacher- und Schuhmacherbetrieb aus Albstadt; Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk,
Bäckerei Michaela Schmid aus Geislingen bei Backhaus Mahl GmbH & Co. KG
aus Stetten a.k.M.; Fleischer Manuel
Meier aus Schopfloch bei Axel Kaupp
Metzgerei aus Horb; Raumausstatterin
Anja Burger aus Lauterach bei HansPeter Weckermann RaumausstatterMeisterbetrieb aus Zwiefalten; Kosmetikerin Miriam Seeger aus Alpirsbach
bei Peter Heintz Friseursalon aus
Alpirsbach; Fahrzeuglackierer Deniz
Colak aus Eutingen bei Rainer Hertkorn Karosserie- und Fahrzeugbau aus
Empfingen; Metallbauer Matthias Gresser aus Meßstetten bei Andreas Gempper Metall- u. Stahlbau aus Meßstetten;
Elektroniker Manuel Wirth aus
Freudenstadt bei Elektro Ofzky Dieter
Ofzky Elektromeister aus Freudenstadt; Malerin und Lackiererin Jana
Bayer aus Ludwigshafen bei HansPeter Bleher Maler- und Lackierbetrieb aus Münsingen; Bäcker Benjamin
Mayer aus Metzingen bei Bäckerei/
Konditorei Gulde GmbH aus Ofterdingen; Schilder- und Lichtreklamehersteller Florian Günther aus Baiersbronn
bei Merklin-Werbung GmbH & Co. KG
Meisterbetrieb aus Baiersbronn; Systemelektroniker Benjamin Schmidt aus
Metzingen bei Max-Planck-Institut für
biologische Kybernetik – Ausbildungsstätten aus Tübingen; Bestattungsfachkraft Anna Jozwik aus Tübingen bei Bestattungsdienst Tübingen Rilling &
Partner GmbH aus Tübingen; Maurer
Benjamin Lamparth aus Burladingen
bei Josef Lieb GmbH Bauunternehmung aus Gammertingen; Dachdecker
Dawid Fijak aus Reutlingen bei Willy
Werner Dachdeckermeister GmbH &
Co. KG Betzingen aus Reutlingen; Gerber Sebastian Lackner aus Metzingen
bei Lederinstitut Gerberschule aus
Reutlingen; Kraftfahrzeugmechatroniker Heiko Lutz aus Pfullendorf bei Karl
Fritz Kfz-Technik aus Pfullendorf; Orthopädiemechanikerin und Bandagistin Damaris Magdalena Ringwald aus
Albstadt bei Sanitätshaus – Technische
Orthopädie Gießler GmbH aus Albstadt; Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer Jan Dominik Pretzl aus Sonnenbühl bei Wolfgang Pretzl GmbH
Isolierungen aus Sonnenbühl; Glaser
Maximilian Wehrle aus Waldkirch bei
Fenster-Striegel GmbH aus Bad Saulgau; Beton- und Stahlbetonbauer
Waldemar Schilling aus Reutlingen bei
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Maurer- und Betonbaubetrieb aus
Metzingen.
2. Kammersieger
Maßschneiderin Katharina Rothkopf
aus Ertingen bei Heimschule Kloster
Wald aus Wald; Holzbildhauerin Elisabeth Fugmann aus Stockach bei Heimschule Kloster Wald aus Wald; Metallbauer Timo Puschinski aus Ofterdingen bei Thomas Schelling Metallbau
aus Nehren; Bäcker Philipp Wirsum aus
Pliezhausen bei Wilhelm Birgel Bäckerei und Konditorei GmbH aus Walddorfhäslach; Friseurin Sina Hammann
aus Seewald bei Alexander Wälde
Friseursalon aus Freudenstadt; Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker
Michael Riekert aus Albstadt bei Karosseriewerk Wiedler GmbH aus Albstadt;
Schreiner/Tischler Jan Philipp Schübel
aus Haiterbach bei Ziefle Koch GmbH
Hotelmöbelfabrik aus Waldachtal;
Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Fleischer Chantal Möck aus
Bodelshausen bei Thomas Rieker
Metzgerei aus Bodelshausen; Stuckateur Stefan Haupt aus Ammerbuch bei
Göhring GmbH Stuckateurbetrieb aus
Tübingen; Kraftfahrzeugmechatroniker
Benjamin Stierle aus Grömbach bei
Autohaus Kübler Hans-Peter Kübler
e.K. aus Pfalzgrafenweiler; Bürokauffrau Angela Daisy Del Grande aus Albstadt bei HSZ Hausgeräte-ServiceZollernalb GmbH aus Albstadt; Konditorin Aurele Uter aus Reutlingen bei
Bundespräsident Horst Köhler hat Traugott Feder, dem Vizepräsidenten der
Handwerkskammer Reutlingen, für seine außerordentlichen beruflichen und
ehrenamtlichen Leistungen das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
verliehen.
Die Auszeichnung wurde in Pfullingen
im Rahmen der Feierlichkeiten zum 75jährigen Jubiläum der Firma Anton Geiselhart – wo Feder seit 1974 Betriebsratsmitglied ist – durch Staatssekretär
Dieter Hillebrand, MdL, überreicht. Unter den über 300 geladenen Gästen waren von Seiten der Handwerkskammer
Reutlingen unter anderem Präsident Joachim Möhrle, Hauptgeschäftsführer
Dr. Joachim Eisert, Vorstandsmitglieder
der Handwerkskammer Reutlingen sowie Freunde, Weggefährten und Kollegen von Traugott Feder.
Seit 2004 engagiert sich Traugott Feder
als Vizepräsident der Handwerkskammer Reutlingen; Mitglied der Vollversammlung und des Vorstandes ist er seit
1989. Zuvor war er bereits stellvertretendes Mitglied im Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer Reutlingen.
Wichtige Funktion der
Arbeitnehmervertretung
„Gerade der Arbeitnehmervertretung in
der Vollversammlung der Handwerkskammer kommt eine wichtige Funktion
zu“, führte Präsident Joachim Möhrle
aus. Aufgrund der relativ geringen Betriebsratsquote im Handwerk könnten
durch die Arbeitnehmervertreter in der
Vollversammlung rechtzeitig Probleme
erkannt und gelöst werden. Hier habe
insbesondere Traugott Feder durch die
notwendige Mischung aus Diplomatie
und Nachdruck seit Jahren einen maßgeblichen Anteil daran, dass der soziale
Friede im Handwerk der Region erhalten geblieben ist, so Möhrle weiter.
Seit 1969 gehört Feder der IG BauenAgrar-Umwelt Reutlingen an (vor 1996:
IG Bau-Steine-Erden), wo er 1973 den
Vorsitz der Ortsfachgruppe der Maler
Heinz Sommer Konditorei aus Reutlingen; Feinwerkmechaniker Tobias
Köhnlein aus Bodelshausen bei MaxPlanck-Institut für biologische Kypernetik – Ausbildungsstätten aus Tübingen; Elektroniker Jörg Steinhilber aus
Bodelshausen bei STEBO Steinhilber
GmbH & Co. KG aus Bodelshausen;
Glaser Daniel Dieth aus Sonnenbühl
bei Fensterbau Dieth GmbH Undingen
aus Sonnenbühl; Fotografin Sarah Maria Wohlschieß aus Rottenburg bei Rainer Lebherz Fotografen-Meisterbetrieb aus Ofterdingen; Fachverkäuferin
im Lebensmittelhandwerk, Bäckerei
Laura Mössner aus Ofterdingen bei Bäckerei/Konditorei Padeffke GmbH aus
Mössingen;Maurer Sebastian Gröner
aus Sigmaringen bei Rebau Dietmar
Redlich Maurer- und Betonbaubetrieb
aus Inzigkofen; Anlagenmechaniker für
Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
Lennart Raetz aus Rottenburg bei Rauscher GmbH Installateur- und Heizungsbau- und Klempnerbetrieb aus
Rottenburg; Fleischer Christian Netzer
aus Schömberg bei Metzgerei Franz
Netzer aus Schömberg; Fahrzeuglackierer Patrick Lohner aus Hohenstein bei
Rainer Lohner Maler- und Lackierund Karosseriebaubetrieb aus Münsingen; Automobilkaufmann Tobias
Mezger aus Ammerbuch bei Hans-Jörg
Mezger Kfz-Technikerbetrieb aus Burladingen; Zimmerer Mathias Höger aus
Rangendingen bei Frank Kuhn Zimmererbetrieb aus Rangendingen; Raumausstatterin Marina Kuch aus Pfalzgrafenweiler bei Hubert Baur Raumausstatter-Meisterbetrieb aus Rottenburg;
Sattler Daniel Krusche aus Dettingen
bei Eissmann Automotive Deutschland GmbH aus Bad Urach; Bestattungsfachkraft Svenja Neuchel aus Kusterdingen bei Horstmar Flunkert Bestattungen aus Reutlingen; Orthopä-
Staatssekretär Dieter Hillebrand, MdL (links), überreicht Vizepräsident Traugott Feder das
Bundesverdienstkreuz.
Foto: Bouß
und Lackierer übernahm. Nachdem er
zunächst Vorsitzender der Landesfachgruppe war, übernahm er schließlich
1984 den Vorsitz der Bundesfachgruppe
des Maler- und Lackiererhandwerks,
ein Amt, das er bis heute innehat. Die
Bundesfachgruppe ist zuständig für die
Tarifverhandlungen mit der Arbeitgeberseite. Traugott Feder gilt als ausgewiesener Fachmann für Tarifpolitik. Er
habe, so Präsident Möhrle, immer in
ganz besonderer Weise sowohl die
Interessen der Mitarbeiter in den Betrieben im Blick gehabt, sei aber auch
stets auf einen Ausgleich mit der Arbeitgeberseite bedacht gewesen.
Seine Kompetenz, seine langjährigen
beruflichen Erfahrungen als Handwerker, aber auch sein reicher gewerkschaftlicher Erfahrungsschatz würden,
so Möhrle weiter, von vielen Fachleuten
und Gremien geschätzt. Nicht zuletzt
deshalb war und ist Traugott Feder in
zahlreichen weiteren Institutionen wie
zum Beispiel der gemeinnützigen Urlaubskasse und Zusatzversorgungskasse für das Maler- und Lackiererhandwerk, der württembergischen Bau-Berufsgenossenschaft sowie der Vertreterversammlung der Innungskrankenkasse (IKK) Baden-Württemberg und Hessen seit Jahrzehnten vertreten.
dieschuhmacher Patrick Beck aus Hülben bei EBERLE GmbH Orthopädieschuhmacherbetrieb aus Dettingen;
Malerin und Lackiererin Anja Rittmann
aus Alpirsbach bei Rainer Benz Malerund Stuckateurbetrieb aus Alpirsbach;
Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik Lucas Frey aus Königseggwald bei Harald Kugler Gabelstaplerservice- und Vermietung GmbH aus
Ostrach; Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer Kazim Yilmaz aus Metzingen bei Armbruster Isolierungen
GmbH & Co. KG aus Pliezhausen.
kauffrau Sabrina Sting aus Balingen bei
Henne GmbH Kälte-, Klimaanlagenbau aus Haigerloch; Fahrzeuglackierer
Fabio Marazzotta aus Reutlingen bei
Autolackiererei Mader GmbH aus
Reutlingen; Zimmerer Steffen Walter
aus Geislingen bei Karl-Heinz Seybold
Zimmererbetrieb aus Balingen; Stuckateur Jan Michael Haas aus Mössingen
bei Willi Haas GmbH Stuckateurbetrieb aus Mössingen; Elektroniker
Dominic Dollinger aus Rottenburg bei
Josef Schäfer Elektronikerbetrieb aus
Rottenburg; Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Bäckerei Yvonne
Kille aus Krauchenwies bei Helmut
Schnitzer Bäckerei und Konditorei aus
Sigmaringen; Zimmerer Steffen Vopper
aus Trochtelfingen bei Holzbau Betz
GmbH Zimmerer- und Dachdeckerbetrieb aus Trochtelfingen; Maurer Marcel
Koch aus Ostrach bei Friedrich Andelfinger Maurer- und Betonbaubetrieb
aus Mengen; Automobilkaufmann
Adrian Rösch aus Illmensee bei Autohaus Gitschier e.K. Denkingen aus
Pfullendorf; Feinwerkmechaniker Alexander Wießner aus Kusterdingen bei
Universitätsklinikum Tübingen Geschäftsbereich A aus Tübingen; Kraftfahrzeugmechatroniker Oliver Güttinger aus Albstadt bei Autohaus Willbold
GmbH Kfz-Techniker- und Karosseriebaubetrieb aus Albstadt; Konditorin
Nicole Wittner aus Gammertingen bei
Thomas Hanner Konditorei aus Trochtelfingen; Malerin und Lackiererin
Jennifer Mirjam Banzhaf aus Riederich
bei Uwe Hauser Maler- und Lackierbetrieb aus Dettingen; Maler und
Lackierer Luca De Vico aus Wannweil
bei Malerwerkstätten Heinrich Schmid
GmbH & Co. KG aus Reutlingen;
Kraftfahrzeugmechatroniker Christian
Wetzel aus Hohentengen bei Autohaus
Uhl GmbH aus Bad Saulgau.
3. Kammersieger
Maßschneiderin Isabelle Bisson aus
Lottstetten bei Heimschule Kloster
Wald aus Wald; Metallbauer Simon
Märkle aus Tübingen bei Frank Theurer Metallbaubetrieb aus Tübingen;
Bäcker Florian David aus Bodelshausen
bei Berthold Leins Bäckerei aus Hirrlingen; Feinwerkmechaniker Lucas
Holzapfel aus Neustetten bei Eberhard-Karls-Universität Zentrale Verwaltung Ausbildungsstätten aus Tübingen; Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Fleischer Jasmin Jäger
aus Rosenfeld bei EDEKA Südwest Filial-Vertriebs-GmbH Frischfleischabt.
Zollern-Alb aus Balingen; Friseurin
Jessica Best aus Kirchentellinsfurt bei
Mirjana Krajnc Friseurstudio Pfrondorf aus Tübingen; Elektroniker Denis
Brandstetter aus Bempflingen bei Eggs
Elektroanlagen GmbH aus Pliezhausen; Schreiner/Tischler Manuel Lange
aus Dornstetten bei Martin Reisbeck
Schreiner-Parkettleger- u. Zimmererbetrieb aus Dornstetten; Karosserieund Fahrzeugbaumechaniker Mattias
Förster aus Pfullingen bei Hermann
Menton GmbH & Co. KG BMW u. MINI
Vertragshändler aus Reutlingen; Büro-
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
2007
285
46
239
2008
285
37
248
2009
Bestandene Meisterprüfungen
315
51
264
insgesamt
Frauen
Imbiss beim Bäcker und beim Metzger
warmgehalten. Erfolg fürs Handwerk. Unter
40 Gästeplätze keine Sonderbauten. Seite 10
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 22 | 20. November 2009 | 61. Jahrgang
HANDWERK IN ZAHLEN
Baden-Württemberg
Wenn Filmstars schwäbisch
sprechen
7
THEMEN
Bester Jungmeister 2009
Markus Gorhan erhält Signal-Iduna-Preis . 8
Leistungswettbewerb
Dominik Kuhn, ein gefragter Fachmann für „virale Marketingkampagnen“,
war Gast auf der Meisterfeier 2009
Neun 1. Landessieger . . . . . . . . . . . . . 8
Kommunale
Gebühren von A–Z
Männer
Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Steuerzahlerbund informiert
Tradition trifft
Moderne
50 Jahre Schreiner Gaus
1869 wurde der Handwerkerjahrtag in
Haigerloch gegründet. Die Veranstaltung beginnt traditionell mit einem
Gottesdienst. Seit einigen Jahren sorgen
Jungmeister aus den verschiedenen
Stadtteilen für den festlichen Rahmen –
unter der Leitung von Karl-Heinz Gaus.
Dem Schreinermeister gelingt nicht nur
damit der Spagat zwischen gestern und
heute. Seit 50 Jahren agiert die Schreinerei „ANGA“ in Haigerloch. Den
Grundstein des Familienunternehmens
legte Anton Gaus im Jahr 1959. Seit 1994
führt sein Sohn Karl-Heinz Gaus den
Betrieb, ihm zur Seite steht Schreinergeselle Alexander Eger. 14 Azubis hatte
der Betrieb in den vergangenen 50 Jahren, davon allein sechs in den vergangenen zehn Jahren. Gaus setzt also auf den
Nachwuchs und damit auf die Zukunft.
Doch der Tradition seines Handwerks
bleibt er verbunden und bietet das
komplette Sortiment an – vom Boden
bis zur Decke, von der Treppe bis zum
Einbauschrank. Gefeiert wurde das 50.
in großem Kreis. Verwandte, Freunde
und Bekannte waren ebenso dabei wie
ehemalige Azubis und Vertreter des
Handwerks. Ein Geschenk machte Familie Gaus sich selbst: Pünktlich zum
Jubiläum präsentiert sich die Schreinerei nun auch im Internet.
In Stein gehauen
50 Jahre Maier Grabmale
Frank Maier schafft aus ewigem Stein
Skulpturen für die Ewigkeit: Als Steinbildhauer hat sein Vater sich vor 50 Jahren in Winterlingen selbstständig gemacht. Grabsteine und Skulpturen machen heute den Großteil des Tagwerks
aus. Firmengründer Karl Maier führte
den Betrieb bis 1997. Frank Maier steht
heute an der Spitze des Betriebes mit
seinen zwei Mitarbeitern. Der Chef ist
Steinmetz- und Steinbildhauermeister
sowie staatlich geprüfter Gestalter.
Jeder Mensch trauert anders. Deswegen
legt der Steinbildhauer großen Wert auf
Beratung. Und individuelle Arbeit: „Jedem das Seine – aber nicht jedem das
Gleiche.“
Im Angebot des Winterlingener Betriebes sind neben Grabmalen aus Granit
oder Marmor und anderen Natursteinen auch Laternen oder Weihwasserbecken. Und auch wenn Grabmale den
Großteil des Angebots ausmachen –
Frank Maier stellt gerne auch Treppen,
Beläge oder Fensterbänke aus Naturstein her. Ob neu geschaffene oder zu
restaurierende Grabmale: der Winterlingener Betrieb kümmert sich auch um
die Reparatur und Reinigung von Grabmalen.
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Die Psyche der Kunden: Dominik Kuhn (rechts) verrät im Gespräch mit Jörg Assenheimer, wie heute erfolgreich über das Internet geworben wird.
Von diesem Heimwerker könnten auch gestandene
Meister noch etwas lernen. Der junge Mann jongliert
nämlich mehrere Hammer so meisterlich, dass er einen Nagel, der in luftiger Höhe aus einem Deckenbalken herausragt, problemlos einschlagen kann. Diese
Idee steht im Mittelpunkt eines Films, mit dem eine
Baumarktkette um Kunden wirbt. Nicht ganz realistisch das Ganze, aber schön schräg, witzig und sympathisch umgesetzt. So gut, dass der Hammerspot auf
der Videoplattform YouTube schon über 700.000-mal
abgerufen wurde. Dominik Kuhn weiß, warum. Auf
der diesjährigen Meisterfeier gab der Autor, Regisseur
und Werbeexperte eine kurzweilige und unterhaltsame Einführung in die Welt des „viralen Marketing“.
Emotion-Sells
Dabei streben die Verkaufsstrategen eigentlich nur auf
das ab, was für jeden Handwerksbetrieb schon seit jeher die wirksamste Form der Kundengewinnung ist:
Persönliche Empfehlungen im Freundes- und Bekanntenkreis, die bewährte Mund-zu-Mund-Propaganda also. Den Unterschied macht das Medium, das
die Werber nutzen. Während bei klassischen Kampagnen viel Geld ausgegeben wird, um ein Massenpublikum zu erreichen, setzen die „Viral“-Werber darauf,
dass begeisterte Internetnutzer aus eigenem Antrieb
für die massenhafte und rasante Verbreitung der Werbebotschaften sorgen. „Wir wollen eine Person mit
dem Werbevirus infizieren, der sich dann über das
Netz verbreitet“, fasst Kuhn zusammen.
„Todesstern Stuttgart“
Den Schlüssel dazu findet Kuhn in der menschlichen
Psychologie, genauer gesagt im limbischen System.
Denn König Kunde lässt sich – allen Beteuerungen
zum Trotz – bei seinen Kaufentscheidungen nur selten
allein von Fakten und rationalen Überlegungen leiten.
Mehr Erfolg, so Kuhn, verspreche die Ansprache über
seine Gefühlswelt. Besonders anfällig zeigten sich die
Kunden dann, wenn es in den Filmen lustig, ekelig,
peinlich oder geheimnisvoll zugehe. „Wer etwas Emotionales erlebt, will das mit Freunden teilen“, erläutert
Kuhn. Wie das in der Praxis funktioniert, hat der gebürtige Reutlinger in den vergangenen Jahren überaus
erfolgreich bewiesen. Allerdings entstand sein bekanntester Beitrag, die Internetglosse „Virales Marketing im Todesstern Stuttgart“, aus Spaß für seine Kollegen aus der Werbebranche. Mittlerweile wurde der auf
schwäbisch synchronisierte Ausschnitt aus dem Kultfilm „Krieg der Sterne“ auf Webseiten wie YouTube
mehr als fünf Millionen Mal aufgerufen. Darin setzt
sich die Kultfigur Darth Vader im breitesten Schwäbisch dafür ein, neue Wege im Marketing zu beschreiten. Für den Südwestrundfunk produziert Kuhn die
Reihe „Die Welt auf schwäbisch“, in der er die Debatten im Deutschen Bundestag kurzerhand zur kuriosen
Foto: Bouß
Vereinssitzung umwandelt, die sich mit der Getränkeauswahl für das „negschde Feschtle“ oder mit den anstehenden Vorstandswahlen beschäftigt.
Kann jedes Unternehmen „viral“ werben, will Moderator Jörg Assenheimer wissen. Kuhns Empfehlung
fällt kurz aus. Auch der Handwerksbetrieb könne diese Werbeform für sich nutzen. „Wichtig ist nur, dass
Witze richtig witzig sind, wenn der Zuschauer schockiert werden soll, dann richtig“, sagt der Werbeprofi.
Doch auch für die „viralen“ Werber könnte die Zukunft schwieriger werden, räumt Kuhn ein. „Der
Boom der letzten Jahre ebbt ab.“ Deshalb komme es
immer mehr darauf an, die Werbebotschaften an den
strategisch wichtigen Stellen im Internet zu platzieren. Seeding nennen das die Fachleute. „Ziel ist es, den
Nutzer möglichst dort abzuholen, wo er es cool findet“, sagt Kuhn, der an mehreren Hochschulen als
Lehrbeauftragter tätig ist. Denn auch dem kommunikationsfreudigsten Webnutzer könnte es irgendwann
einmal zu viel werden. „Zu viel Werbung vergräzt die
umworbenen Nutzer“, weiß Kuhn.
Wo sich Chancen eröffnen, lauern auch Gefahren.
Nicht anders verhält es sich mit dem Internet. Werbung sei längst keine Einbahnstraße mehr, betont
Kuhn. „Egal welche Qualität ein Produkt hat, die Internetnutzer sorgen dafür, dass sich Kaufempfehlungen,
positive Bewertungen und auch Verrisse mit derselben Geschwindigkeit verbreiten wie zuvor die Werbebotschaften.“ Wie ein Virus eben.
Deutlich mehr Meisterprüfungen
Präsident Möhrle: „Meisterbrief hat nichts von seiner Attraktivität verloren“
315 junge Frauen und Männer – und damit 18 Prozent
mehr als im Vorjahr – standen am 6. November 2009
im Mittelpunkt der Meisterfeier der Handwerkskammer Reutlingen in der Friedrich-List-Halle in Reutlingen. Kammerpräsident Joachim Möhrle beglückwünschte die frischgebackenen Jungmeisterinnen
und Jungmeister vor mehr als 900 geladenen Gästen
aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Der Meisterjahrgang 2009 sei aus mehreren Gründen
bemerkenswert, hob Möhrle hervor. Nach einigen
Jahren rückläufiger Absolventenzahlen im Kammerbezirk sei die Zahl bestandener Meisterprüfungen erfreulicherweise gestiegen. „Solche Steigerungsraten
wünsche ich mir auch für die kommenden Jahre, damit wir die sich bereits abzeichnende Meisterlücke
doch abfedern können.“
Ein deutlicher Zuwachs sei gerade auch in jenen Berufen zu verzeichnen, so Möhrle, in denen die novellierte Handwerksordnung gar keine Meisterprüfung mehr
fordere, beispielsweise bei den Raumausstattern, den
Damen- und Herrenschneidern oder den Gebäudereinigern. „Die Teilnehmerzahlen in den Vorbereitungskursen steigen, die Klassen sind wieder voll.“
Gleichzeitig sei der Anteil der Frauen in diesem Jahr
stark gestiegen. Möhrle: „51 Meisterinnen sind es in
diesem Jahr, so viel wie nie zuvor.“
Dies zeige, dass der vielfach als überholt bezeichnete
Meisterbrief trotz aller Anfeindungen nichts von seiner Attraktivität eingebüßt habe. Ganz gleich, ob eine
Tätigkeit als Führungskraft oder als selbstständiger
Unternehmer angestrebt werde. Allerdings sei der
Ob Trinkwasser, Abfall oder die Ausfertigung eines Personalausweises – jeder
Bürger entrichtet für die Leistungen seiner Gemeinde Gebühren. Doch nach
welchen Grundsätzen oder wie sie genau berechnet werden, wissen nur wenige. Diese Lücke schließt der Bund der
Steuerzahler mit seinem neuen Ratgeber. Die Broschüre führt in das kommunale Gebührenwesen ein und behandelt einzelne Gebühren, wie sie in jeder
Kommune erhoben werden. Außerdem
enthält der Ratgeber zahlreiche Tipps
und Anregungen, wie die Kostenlast gemindert werden kann. Auch Möglichkeiten, sich gegen Gebührenbescheide
zu wehren, werden erläutert: vom
Widerspruch bis zur Klage vor dem Verwaltungsgericht.
Die kostenlose Broschüre „Ihr Gebührenratgeber“ kann beim Bund der
Steuerzahler Baden-Württemberg unter
Tel. 08000/767778 angefordert werden.
Der Anruf ist kostenfrei.
www.steuerzahler-bw.de
Dienstleister des
Jahres 2010
Wettbewerb
Das Wirtschaftsministerium BadenWürttemberg zeichnet herausragende
und beispielgebende Unternehmen im
Dienstleistungsbereich aus. Den Siegern in den Kategorien Innovation,
Kundenfreundlichkeit oder Kooperationen winken Preisgelder von je 10.000
Euro. Weitere sechs Finalteilnehmer erhalten einen Anerkennungspreis von je
1.500 Euro. Die Preisgelder werden von
der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg GmbH und der SRH Holding in
Heidelberg gesponsert. Wirtschaftsminister Ernst Pfister verleiht die Preise im
Rahmen eines „Dienstleistungsforums“
am 6. Juli 2010 im Haus der Wirtschaft in
Stuttgart. Der Wettbewerb ist Teil der
Dienstleistungsoffensive des Landes.
Ziel ist es, die erheblichen Wachstumsund
Beschäftigungschancen
der
Dienstleistungen für die Wirtschaftsleistung in Baden-Württemberg hervorzuheben.
Die Ausschreibungsunterlagen und ein
elektronisches Bewerbungsformular finden Sie
unter www.dienstleistungsoffensive.de
Neue Kurse für
künftige Meister
Teil III und IV
In Feierlaune: Diese sieben Jungmeister haben es geschafft.
Meisterbrief kein Selbstzweck, betonte Möhrle. „Mit
dem Meisterbrief weisen Sie Kompetenz nach. Aber
diese Kompetenz müssen Sie jetzt jeden Tag aufs Neue
Ihren Kunden gegenüber unter Beweis stellen.“
Die neue Bundesregierung jedenfalls scheint sich des
Wertes des Meisterbriefs bewusst zu sein. „Das Handwerk sichert einen hohen Qualitätsstandard, eine gute
Ausbildungsleistung und nachhaltig erfolgreiche
Unternehmensgründungen. Der Meisterbrief ist dabei ein Ausweis hoher Qualität“, zitierte Kammerprä-
Foto: Bouß
sident Möhrle aus dem druckfrischen Koalitionsvertrag. Außerordentlich froh sei man über dieses Bekenntnis zum Meisterbrief, sagte Möhrle. „Der Meisterbrief ist keine Zugangssperre in die Berufswelt,
sondern ein anerkannter und bewährter Leistungsnachweis.“ Möhrle dankte auch all denen herzlich, die
die Meisterprüflinge auf ihrem Weg begleitet haben:
die Betriebe, die Lehrer an den Meisterschulen, die
ehrenamtlichen Prüfer, die Kolleginnen und Kollegen
und nicht zuletzt die Angehörigen und Freunde.
Aufgrund der großen Nachfrage bietet
die Bildungsakademie Reutlingen einen
zusätzlichen Meistervorbereitungskurs
(Teil III und IV) an. Der Teilzeitkurs beginnt am 23. Januar 2010 und bereitet in
rund neun Monaten auf die Prüfungen
in den wirtschaftlich-rechtlichen sowie
den berufs- und arbeitspädagogischen
Bereichen vor. Der Unterricht findet
jeweils dienstags und donnerstags von
18 bis 21.15 Uhr sowie samstags von
8 bis 15.15 Uhr statt. Eine Alternative
bieten die Vollzeitkurse, die mehrmals
jährlich durchgeführt werden. Der
nächste startet am 26. Januar 2010.
Information und Anmeldung bei der Bildungsakademie Reutlingen, Tel. 07121/2412-320,
E-Mail [email protected]
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Die Repräsentanten
Ausg. 22 | 20. November 2009 | 61. Jahrgang
Die Preisträger
Stellvertretend für alle Berufe, für die Meisterprüfungsausschüsse im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen ernannt sind und die
Prüfungen im Jahr 2009 abgenommen hatten, wurden 14 Repräsentanten dieser Berufe die Meisterbriefe ausgehändigt. Maurer- und
Betonbauer-Handwerk: Andreas Schlick aus Pfullendorf; Zimmerer-Handwerk: Frederik Tiefenbach aus Reutlingen; Straßenbauer-Handwerk: Christopher Linke aus Neuhausen auf den Fildern; Maler- und Lackierer-Handwerk: Anja Coquet aus Kanzach; Metallbauer-Handwerk:
Bernd Weißmann aus Albstadt; Feinwerkmechaniker-Handwerk: Marcus Eisele aus Neufra; Martin Kossmann aus WaldachtalUnterwaldach; Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk: Peter Walz aus Lichtenstein; Elektrotechniker-Handwerk: Michael Dirr aus
Dettingen; Tischler-Handwerk: Mathias Schnell aus Schwenningen; Damen- und Herrenschneider-Handwerk: Franka Kleffe aus Berlin;
Raumausstatter-Handwerk: Gregor Stopper aus Burladingen; Friseur-Handwerk: Rosa Wälde aus Freudenstadt; Gebäudereiniger-Handwerk: David Schäme aus Stuttgart.
Foto: Bouß
„Die richtige Entscheidung“
18 Meisterinnen und Meister haben ihre Prüfungen mit der Note 2,0 und besser absolviert. Maurer- und Betonbauer-Handwerk: Kai Karrer aus Tübingen; Zimmerer-Handwerk: Nico Kläring aus Ammerbuch; Feinwerkmechaniker-Handwerk: Stefan Kessler aus HohentengenEnzkofen, Heiko Mehl aus Hülben, Markus Oesterle aus Grosselfingen, Oliver Seethaler aus Krauchenwies; Elektrotechniker-Handwerk:
Walter Baur aus Wald, Markus Gorhan aus Holzgerlingen, Marc Pflaumer aus Gomadingen, Florian Rist aus St. Johann; Tischler-Handwerk:
Günther Landgraf aus Wildberg; Damen- und Herrenschneider-Handwerk: Judith Kreser aus Neckartenzlingen; Sarah Rager aus Stuttgart,
Barbara Roth aus Brackenheim; Kathrin Vollmer aus Ludwigsburg; Friseur-Handwerk: Sonja Maryline Doursenot aus Albstadt, Verena Zils
aus Engstingen; Gebäudereiniger-Handwerk: Joachim Schupp aus Freiburg.
Foto: Bouß
Landessieger beim
Leistungswettbewerb
Grundstein für weitere Karrieremöglichkeiten im Handwerk gelegt
Rede des Jungmeisters Markus Gorhan
Seine Kollegen im Meisterkurs hatten es
kommen sehen. Als die Handwerkskammer tatsächlich bei Markus Gorhan
anfragte, ob er nicht die Jungmeisterrede auf der diesjährigen Meisterfeier
halten wolle, benötigte der Elektrotechniker und beste Jungmeister seines
Jahrgangs aber erst einmal eine kurze
Verschnaufpause. Zugesagt hat er trotzdem.
So unterschiedlich die Motive jedes Einzelnen, den Meistertitel zu erwerben,
auch gewesen sein mögen, so eindeutig
seien nun die Erwartungen an die
erfolgreichen Absolventen: „Mit dem
höheren Ansehen bei Lehrlingen, Gesellen, Kunden sowie im privaten und
gesellschaftlichen Umfeld geht eine
größere Verantwortung einher“, betonte
Gorhan. Das erforderliche Rüstzeug habe die Meisterschule vermittelt. Nun
komme es darauf an, dies in der Praxis
umzusetzen.
Sein Rückblick auf die Meisterschulzeit
fiel positiv aus: „Ich finde es toll, was für
eine Gemeinschaft entstanden ist. Gemeinsames Lernen, gegenseitiges
Unterstützen und der kontinuierliche
Austausch wurden großgeschrieben.“
Dieser Zusammenhalt habe den Meisterschülern über so manche Hürde hinweggeholfen. Zum Beispiel über die Tücken der Software, die nicht selten den
Computer zum Absturz brachte und zu
unerwünschten Verzögerungen führte,
oder beim Bau und Transport des Meisterstücks. Der enge fachliche Austausch, der im vergangenen Jahr entstanden sei, habe über das Ende der
Prüfung hinaus angehalten, stellte Gorhan zufrieden fest.
Während der Zeit in der Meisterschule
hat sich die wirtschaftliche Situation in
vielen Branchen und Unternehmen verschlechtert. Wie schätzen die Jungmeister ihre berufliche Zukunft ein? Für
manch einen der Absolventen werde
sich der Meistertitel vermutlich nicht
umgehend in den geplanten beruflichen Aufstieg umwandeln lassen, sagte Gorhan: „Die schwierige Lage, in der
sich einige Branchen befinden, erschwert einigen den Wiedereinstieg in
die Arbeitswelt oder den Start in die
Selbstständigkeit.“
Trotz der aktuellen Unsicherheiten sei
die Investition in die eigene Qualifikation richtig gewesen, zeigte sich der
Jungmeister überzeugt. „Was auch
kommt, denke ich, dass die Entscheidung richtig war. Das Plus an Wissen
und Können wird sich zum Vorteil für
uns entwickeln.“
Bester Jungmeister 2009 mit
Notendurchschnitt von 1,4
Markus Gorhan erhält Preis der Signal Iduna
Bereits zum fünften Mal zeichnete die
Signal Iduna den besten Meister des
Jahrgangs aus. Karl-Heinz Unseld, Direktor der Reutlinger Filiale, überreichte
den mit 2.500 Euro dotierten Preis an
Markus Gorhan aus Holzgerlingen. Der
Meister im Elektrotechniker-Handwerk
hatte seine Prüfung mit einem Notendurchschnitt von 1,4 abgeschlossen.
Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, sagte Unseld, habe das Handwerk
goldenen Boden. Denn wer ein Handwerk gelernt habe und fachgerecht ausübe, der habe eine gesicherte Zukunft
vor sich. „Als Meister Ihres Faches stehen Sie für eine beispielhafte Qualitätskultur, die das deutsche Handwerk über
die Grenzen hinweg auszeichnet.“
Auch in diesem Jahr sei es eine überaus
knappe Entscheidung gewesen, betonte
Präsident Joachim Möhrle. Angesichts
einer starken Konkurrenz habe letztlich
das Zielfoto den Ausschlag gegeben. Für
Bestmeister Gorhan hielt die Spannung
sogar noch etwas länger an. Er erfuhr
erst in der Friedrich-List-Halle von der
Auszeichnung.
Insgesamt 18 Absolventen, sechs Meisterinnen und zwölf Meister, hatten mit
einer Durchschnittsnote von 2,0 und
besser abgeschnitten. Sie alle wurden
im Rahmen der Meisterfeier in der
Friedrich-List-Halle in Reutlingen geehrt. Die Signal Iduna Gruppe ist
Große Bühne für den besten Jungmeister: Karl-Heinz Unseld, Regionaldirektor der Signal
Iduna, übergibt den Scheck an Markus Gorhan. Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Eisert
und Präsident Joachim Möhrle assistieren.
Foto: Bouß
Deutschlands größter berufsständischer Versicherer und Partner des Versorgungswerks der Handwerkskammer
Reutlingen. Die Leistungspalette des
Konzerns reicht von Versicherungen
über die Altersvorsorge bis hin zu Finanzdienstleistungen. Seit 2001 verleiht
die Signal Iduna alle zwei Jahre den
Preis für den besten Jungmeister im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen.
Aida Mosic, Handwerkskammer Ulm, Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen, die 1. Landessieger
Matthias Gresser, Anna Jozwik, Daniela Horn, Elena Schneider, Alessa Brossmer, der Präsident der Handwerkskammer Reutlingen
Joachim Möhrle, Patrick Beuter und der Präsident der Handwerkskammer Ulm, Anton Gindele (v.l.).
Foto: HWK Ulm
Neun junge Handwerkerinnen und
Handwerker aus dem Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen haben es geschafft: Sie sind in Ulm beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks
auf Landesebene als 1. Landessieger
ausgezeichnet worden und haben sich
damit für den Bundeswettbewerb qualifiziert, der in diesem Jahr im Kammerbezirk Handwerkskammer Halle (Saale)
ausgetragen wird. Insgesamt waren 21
Nachwuchskräfte aus dem Bezirk der
Handwerkskammer Reutlingen erfolgreich: Neben den neun 1. Landessiegern
haben es sechs zum 2. und sechs zum 3.
Landessieger gebracht.
Der Wettbewerb steht unter dem Motto
„Profis leisten was“, und geleistet haben
die erfolgreichen Junghandwerker bereits jetzt eine Menge: Um überhaupt
teilnehmen zu können, brauchten sie
eine Gesellenprüfung mit der Note 2,4
und besser – und übrigens ein eher zartes Alter: Die Altersgrenze liegt in der
Regel bei 25 Jahren. Wer diese Kriterien
erfüllt, kann beim Kammerwettbewerb
starten. Die 1. Kammersieger wiederum
qualifizieren sich für den Landeswettbewerb. Um die Landesbesten in 87
Handwerksberufen zu ermitteln, haben
die Prüfungsausschüsse in den vergangenen Wochen unzählige Arbeitsproben
bewertet und Gesellenstücke verglichen. 362 junge Handwerkerinnen
und Handwerker aus Baden-Württemberg hatten am Wettbewerb teilgenommen, aus dem Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen waren zehn Frauen
und elf Männer angetreten. Ihre Siegerurkunden bekamen die Landessieger in
Ulm von Joachim Möhrle überreicht,
Präsident der Handwerkskammer Reutlingen und des Baden-Württembergischen Handwerkstages. Der Weltschiedsrichter Dr. Markus Merk, von
Beruf Zahnarzt, gab in seiner praxisnahen Festrede Denkanstöße für alle, die
Entscheidungen zu treffen haben: „Ob
im Fußballstadion oder in der Wirt-
schaft. Die beste Entscheidung ist eine
sichere Entscheidung.“ Der Sieg der
jungen Handwerkerinnen und Handwerkern ist jedoch nicht nur eine tolle
Leistung, sondern eröffnet über die Stiftung für Begabtenförderung zusätzliche
Unterstützungsmöglichkeiten bei ihrer
weiteren Karriere im Handwerk. Eine
Feierstunde zu Ehren aller Kammer-,
Landes- und Bundessieger veranstaltet
die Handwerkskammer Reutlingen am
10. Dezember 2009 in Rottenburg.
1. Landessieger
– Holzbildhauerin Alessa Brossmer
aus Frickingen bei Heimschule Kloster
Wald aus Wald.
– Sattlerin Jana Puckschamel aus
Reutlingen bei Eissmann Automotive
Deutschland GmbH aus Bad Urach.
– Automobilkaufmann Daniel Korell
aus Tübingen bei Autohaus Heim
GmbH aus Tübingen.
– Bürokauffrau Daniela Horn aus Albstadt bei Autohaus Revo GmbH Ebingen aus Albstadt.
– Zimmerer Patrick Beuter aus Starzach bei Gert Ade Zimmererbetrieb aus
Rottenburg.
– Kosmetikerin Miriam Seeger aus Alpirsbach bei Dirk Kestel Kosmetikstudio aus Baiersbronn.
– Friseurin Elena Schneider aus Pfullendorf bei Petra Böll Friseurbetrieb
aus Ostrach.
– Metallbauer Matthias Gresser aus
Meßstetten bei Andreas Gempper
Metall- u. Stahlbau aus Meßstetten.
– Bestattungsfachkraft Anna Jozwik
aus Tübingen bei Bestattungsdienst
Tübingen Rilling & Partner GmbH aus
Tübingen.
2. Landessieger
– Konditor Stephan Früholz aus Albstadt bei Wolfram Früholz Konditorei
aus Albstadt.
– Buchbinderin Laura Fisch aus Gomaringen bei Matthias Raum Buchbindermeister aus Römerstein.
– Orthopädieschuhmacher Andreas
Hotz aus Balingen bei Bernd S. Hotz
GmbH Orthopädieschuhmacher- und
Schuhmacherbetrieb aus Albstadt.
– Malerin und Lackiererin Jana Bayer
aus Ludwigshafen bei Hans-Peter Bleher Maler- und Lackierbetrieb aus
Münsingen.
– Systemelektroniker
Benjamin
Schmidt aus Metzingen bei MaxPlanck-Institut
für
biologische
Kybernetik – Ausbildungsstätten aus
Tübingen.
– Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer Jan Dominik Pretzl aus Sonnenbühl bei Wolfgang Pretzl GmbH Isolierungen aus Sonnenbühl.
3. Landessieger
– Maßschneiderin Sarah Obser aus
Überlingen bei Heimschule Kloster
Wald aus Wald.
– Straßenbauer Markus Wölk aus Hülben bei Jürgen Spingler Straßenbau
aus Bad Urach.
– Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker Benjamin Conzelmann aus Albstadt bei Karosseriewerk Wiedler
GmbH aus Albstadt.
– Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Fabian Welte
aus Geislingen bei Karl Welte GmbH &
Co. KG Installateur- und Heizungsbauund Klempnerbetrieb aus Geislingen.
– Raumausstatterin Anja Burger aus
Lauterach bei Hans-Peter Weckermann
Raumausstatter-Meisterbetrieb aus
Zwiefalten.
– Schilder- und Lichtreklamehersteller
Florian Günther aus Baiersbronn bei
Merklin-Werbung GmbH & Co. KG
Meisterbetrieb aus Baiersbronn.
Wer heu te nicht aus bil det,
hat morgen kei ne Fach arbei ter!
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Das Beste aus zwei Welten
HANDWERK IN ZAHLEN
39,3
31,0
11,2
7,8
20,1
Vorjahresquartal
18,5
32,8
39,3
Betriebsauslastung im
3. Quartal 2009
61–80 %
Reinste Diaspora: Handwerker im
Parlament haben Seltenheitswert. Es fehlt
an Mittelstandspolitikern.
Seite 10
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 23 | 4. Dezember 2009 | 61. Jahrgang
bis 60 %
Baden-Württemberg
81–100 % über 100 %
Angaben in Prozent der Befragten;
Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Bebauungspläne
Gemeinde Eutingen
Der Gemeinderat der Gemeinde Eutingen
hat am 20. Oktober 2009 in öffentlicher Sitzung beschlossen, den Bebauungsplan
„Stauffenbergstraße – 2. Änderung“ in Eutingen im Gäu öffentlich auszulegen.
Der Plan wird öffentlich bis zum 30. Dezember 2009 beim Bürgermeisteramt Eutingen im Gäu, Marktstraße 17, 72184 Eutingen im Gäu, ausgelegt.
Amtliche Richtsätze
2008
Steuerzahlerbund informiert
Wenn Umsatz und Gewinn in der
Steuererklärung erheblich von branchenüblichen Werten abweichen und
keine geeigneten Unterlagen vorgelegt
werden können, darf das Finanzamt
schätzen. Als Grundlage dienen amtliche Richtsätze. Der Bund der Steuerzahler erläutert das Verfahren und die
Richtsätze für das Steuerjahr 2008.
Der Steuerzahlerbund weist darauf hin,
dass die Richtsätze nur ein Hilfsmittel
für die Finanzverwaltung darstellen,
Umsatz und Gewinn zu verproben. Ohnehin seien die Werte keinesfalls immer
zutreffend. Im Grunde handele es sich
um einen groben Betriebsvergleich
innerhalb der jeweiligen Branche.
Die Broschüre behandelt die Voraussetzungen, unter denen das Finanzamt
diese Methode anwenden darf. Gewerbetreibende können anhand von Richtsätzen und Gewerbeklassen schnell
überprüfen, ob ihr Betriebsergebnis abweicht. Dies ist nicht nur für eine betriebswirtschaftliche Auswertung von
Interesse, sondern hilft auch bei der
Vorbereitung auf eine anstehende Betriebsprüfung weiter.
Grundsätzlich gilt: Nicht jede Abweichung rechtfertigt eine Schätzung. Nur
wenn beträchtliche Zweifel auch durch
zusätzliche Prüfungen nicht ausgeräumt werden können, darf das Finanzamt zu diesem Hilfsmittel greifen.
Die Broschüre kann über die kostenlose Bestellhotline Tel. 08000/767778 des Bundes der Steuerzahler Baden-Württemberg angefordert werden
Hohe Auszeichnung
Firma Paravan erhält „1. Preis der
Deutschen Außenwirtschaft“ für
bahnbrechende
Innovationen . . . 8
Dass handwerkliche Qualität und moderne Fertigungstechniken einander nicht ausschließen, davon
konnten sich kürzlich Kammerpräsident Joachim
Möhrle und Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Eisert
bei Betriebsbesuchen im Landkreis Reutlingen überzeugen.
Sie wurden begleitet von Kreisobermeister Harald
Herrmann und Ewald Heinzelmann, Geschäftsführer
der Kreishandwerkerschaft Reutlingen.
ELENA
Elektronischer Entgeldnachweis . . . . . . 8
Merkblatt zur
Maschinenrichtlinie
Erfolg auf dem grünen Sektor
Alle zehn Tage ein Haus
Die Gebr. Friedrichson GmbH in Eningen profitiert
ebenfalls von „grünen Themen“, Das Unternehmen
hat sich auf das schlüsselfertige Bauen von Holzhäusern spezialisiert. Steigende Energiepreise, staatlich
festgelegte Verbrauchsstandards und das wachsende
Umweltbewusstsein einer gut situierten Kundschaft
haben in den vergangenen Jahren für eine stetig wachsende Nachfrage gesorgt. Daniel Friedrichson, seit
1999 gemeinsam mit Bruder Hans-Peter für die Geschäfte verantwortlich, setzt deshalb auf moderne
Technik: „Egal, welche Geometrie ein Gebäude hat,
wir können es maschinell vorfertigen.“
Der hohe Automatisierungsgrad zahle sich mehrfach
aus. Vorteile sieht Friedrichson nicht nur in größeren
Mengen, sondern auch in der besseren Qualität der
Konstruktion. „Bei dieser Form des Holzbaus hat die
klassische Verbindungstechnik durch Zapfen ausgedient“, erklärt der Zimmerermeister und Betriebswirt
des Handwerks. Balken und Platten werden auf zwei
Fertigungslinien millimetergenau zugeschnitten und
Neue EU-Sicherheitsstandards
Exportschlager aus Reutlingen: Sieghard Schwille erklärt Präsident Joachim Möhrle und Hauptgeschäftsführer Joachim
Eisert, was ein gutes Gartenmesser ausmacht.
lität des Nachwuchses ist wichtig, weil die Produktionsabläufe komplex sind“, sagt Friedrichson.
www.gf-haus.de
Rationell und handwerklich
Daniel Friedrichson und sein Team planen und bauen
Holzhäuser für anspruchsvolle Kunden.
für den Zusammenbau vorbereitet. Die Kapazitäten
seien darauf ausgerichtet, alle zehn Tage ein Haus zu
produzieren.
Dennoch ist mit dem Einzug der seriellen Produktionstechnik das Handwerk keineswegs aus dem
Unternehmen verschwunden. Im Gegenteil.: „Wir
brauchen im Holzbau vor allem Fachleute, denn unsere Kunst ist Handwerkskunst.“ Allerdings habe sich
das Anforderungsprofil der Schreiner und Zimmerer
verändert. Auch das der Auszubildenden. „Die Qua-
Auch Rudi Hipp ist es erfolgreich gelungen, leistungsfähige Produktion mit handwerklichen Qualitätsansprüchen zu verbinden. Die Hipp-Fenster GmbH in
Trochtelfingen produziert auf 11.000 m2 Fenster und
Türen nach Maß. Nachdem das Kunststofffenster
früher rund 90 Prozent der Produktion abdeckte,
verlangen inzwischen wieder mehr Kunden nach dem
pflegeintensiveren Holzfenster. Zusammen mit HolzAluminium-Fenstern liegt dessen Anteil heute bei
20 Prozent.
45 Mitarbeiter produzieren pro Tag 220 Einheiten in
verschiedenen Ausführungen. 20 Mitarbeiter sind in
Planung, Vertrieb und Verwaltung beschäftigt. Zurzeit
werden zwei Lehrlinge ausgebildet. Der Großteil der
Fenster und Türen wird direkt an Montagebetriebe
ausgeliefert. Der Zuschnitt der Kunststoffprofile erfolgt auf CNC-gesteuerten Anlagen, die einzelnen
Rahmenteile werden stumpf verschweißt. Das Ergebnis ist ein enormer Produktivitätsgewinn. „Wir produzieren heute 100 Fenster in verschiedenen Größen in
derselben Zeit wie früher 100 Fenster der gleichen
Größe“, erklärt der Firmengründer und heutige Seniorchef. Sohn Andreas, Glasermeister wie sein Vater,
ist bereits in die Geschäftsführung eingetreten.
Die Produktionsplanung und -steuerung erfolgen
über den Computer. Die Zeiten, in denen der Meister
selbst nochmal Hand anlegte, um kleine Fehler zu
korrigieren, gehören damit endgültig der Vergangenheit an. Hipp ist dennoch davon überzeugt, dass rationalisierte Fertigung und Handwerk gut zusammenpassen. „Wir arbeiten nach wie vor handwerklich.“
www.hipp-fenster.de
Rationell und handwerklich: Joachim Möhrle, Joachim
Eisert, Ewald Heinzelmann und Rudi Hipp beim Rundgang
durch die Produktionshallen.
Personalien
Als Sachverständige gelöscht
Als öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige der Handwerkskammer Reutlingen sind nicht mehr tätig:
Bernhard Reck aus 88348 Bad Saulgau
im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk;
Joachim Restle aus 72379 Hechingen im
Installateur- und Heizungsbauerhandwerk
und im Klempnerhandwerk.
Wer heute nicht ausbildet,
hat morgen keine Facharbeiter!
Impressum
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
THEMEN
Kammerspitze besucht Betriebe im
Landkreis Reutlingen
Sieghard Schwille bereitet sich auf ein Jubiläum vor.
Vor 125 Jahren wurde die TINA-Messerfabrik in die
Handwerksrolle eingetragen und ist heute der letzte
verbliebene Hersteller für Veredelungsmesser in Europa. TINA-Messer werden in mehr als 30 Ländern im
Obst- und Weinbau eingesetzt. Auf rund 90 Prozent
des weltweiten Profibedarfs schätzt Geschäftsführer
Schwille den Marktanteil: „Wir bedienen den grünen
Sektor, und der wird immer wichtiger.“
Das Reutlinger Unternehmen hat das Krisenjahr
2008/2009 bislang ohne Blessuren überstanden. Sowohl der heimische als auch der europäische Markt
haben sich als stabil erwiesen. Nur aus Nordamerika
sind weniger Bestellungen eingegangen. „Wir sind in
einem Spezialsegment tätig“, erläutert Diplom-Kaufmann Schwille, „Lieferanten und Kunden kennen sich
persönlich.“ Rund 200.000 Messer werden pro Jahr in
Reutlingen geschmiedet. Hauptsächlich Veredelungsmesser, aber auch Messer für Schuhmacher, Sattler
und Buchbinder. Die Modelle sind jeweils in Ausführungen für Links- und Rechtshänder, für Frauen und
Männer erhältlich.
Sämtliche Fertigungsschritte sind im eigenen Haus
angesiedelt. Die Rohlinge werden aus Stahlplatten gestanzt, in freier Form geschmiedet und mehrfach geschliffen. „Diese handwerkliche Bearbeitungstechnik
beherrscht in dieser Form keiner mehr in Deutschland“, weiß Schwille. Vom Etikett „industrielle Produktion“ will er deshalb trotz beachtlicher Stückzahlen
nichts wissen. Die Messerfabrik sei vielmehr manufakturmäßig organisiert.
www.tina-messerfabrik.de
7
Technik, die begeistert: Ewald Heinzelmann, Karl Duffner, Joachim Möhrle, Joachim Eisert und Harald Herrmann im
Ausstellungsraum der Duffner Landtechnik.
Fotos: Bouß
Traktor im Netz
Die Duffner Landtechnik GmbH &. Co. KG vertreibt
und wartet schweres Gerät: Traktoren, Pflüge, Mähdrescher, Obstsortieranlagen und andere Spezialmaschinen. Das 1934 gegründete Unternehmen mit
Stammsitz in Hohentengen betreibt Filialen in Oberteuringen und Münsingen. 52 Mitarbeiter und acht
Auszubildende zählt das Familienunternehmen in
dritter Generation. Sohn Karl-Josef leitet die Münsinger Filiale. „2009 war kein Krisenjahr für uns“, sagt Seniorchef Duffner, „aber es war schwieriger als in den
Vorjahren, weil die Milchbetriebe deutlich weniger
bestellt haben.“ Den Umsatzeinbruch, den das Familienunternehmen in diesem Bereich zu verkraften hat,
beziffert Duffner auf rund 50 Prozent.
Der Markt für Landmaschinen entwickle sich zurzeit
ähnlich wie der Kfz-Markt. „Die Verdienstsituation im
Handel mit neuen Maschinen ist schwierig, im Werkstattgeschäft gut, im Ersatzteilhandel ebenfalls gut“,
fasst Duffner zusammen. Die Kundschaft lege vor allem auf guten Service Wert. Duffner bietet einen 24Stunden-Notfalldienst. Liegengebliebene Traktoren
werden direkt beim Kunden abgeholt. Bei Bedarf kann
der Werkstattaufenthalt mit Ersatzfahrzeugen überbrückt und so ein kostspieliger Stillstand zur Erntezeit
vermieden werden.
Die Kosten für einen großen Traktor liegen schnell im
sechsstelligen Bereich. Viele Landwirte entscheiden
sich deshalb für gebrauchte Maschinen und werden
auf Duffners Firmenwebsite fündig. „Rund 90 Prozent
der Verkäufe kommen über das Internet zustande“,
schätzt Duffner.
www.duffner-lt.de
Die Richtlinie 2006/42/EG formuliert
einheitliche Mindeststandards für in
der Europäischen Union vertriebene
Maschinen und Anlagen und schafft somit eine rechtssichere Grundlage für
Hersteller. Sie tritt am 29. Dezember
2009 in Kraft und löst die geltende
Richtlinie 98/37/EG ab. Eine Übergangsfrist ist nicht vorgesehen.
Zu den wichtigsten Neuerungen zählen
erweiterte Dokumentationspflichten.
In einigen Fällen wurden lediglich neue
Begriffe eingeführt. So werden aus „Teilmaschinen“ künftig „Unvollständige
Maschinen“, die dazugehörige „Herstellererklärung“ muss nun als „Einbauerklärung“ abgegeben werden.
Was Unternehmen in Dokumentationen und technischen Unterlagen berücksichtigen müssen, darüber informiert ein Merkblatt, das kostenfrei unter www.hwk-reutlingen.de/maschinenrichtlinie.html heruntergeladen
werden kann.
Ansprechpartner ist Adolf Jetter, Innovation und
Technik, Tel. 07121/2412-142, E-Mail: adolf.jetter
@hwk-reutlingen.de
Maßgefertigte
Logistiksysteme
25 Jahre Schreinerei Nowottnick
Etwas Eigenes schaffen, die eigenen
Ideen umsetzen – mit diesem Traum
machte Dieter Nowottnick sich 1984
selbstständig. Seit 25 Jahren betreibt der
Schreinermeister in Riederich sein eigenes Unternehmen. Und hat damit sein
Hobby zum Beruf gemacht.
„Ich habe Glück, dass meine Familie
voll dahintersteht und immer mitzieht“,
sagt Nowottnick, der zur Zeit zwei Auszubildende hat. 20 junge Menschen haben bei ihm seit Firmengründung das
Handwerk gelernt.
Dieter Nowottnick ist einer, der stets
neue Wege sucht. So setzt er seit einigen
Jahren neben dem klassischen Schreinerhandwerk (maßgefertigte Möbel,
Türen, Einbauschränke) auf Logistik für
die Industrie.
Damit in den Werken alles just in time
verfügbar ist, braucht es ausgeklügelte
Systeme. Per Computer werden die einzelnen Bauteile so verwaltet, dass sie an
den richtigen Förderbändern landen.
Und damit die Arbeiter den schnellstmöglichen Zugriff haben, entwickelt
Dieter Nowottnick Wägen oder Boxen,
in denen die Werkstücke in passender
Anzahl griffbereit am Montageplatz ankommen.
Die Krise spürt der Unternehmer auch.
Die Industriekunden haben Kurzarbeit,
und auch jene Kunden, die Unikatmöbel wollen, halten sich derzeit zurück.
Doch der Schreinermeister ist Optimist
– schließlich lebt er täglich seinen
Traum. Eigenes Schaffen. Ideen verwirklichen. Kreativ sein.
Kreativ war zum Beispiel auch der Tag
der offenen Tür vor exakt zehn Jahren.
Damals stellte der arrivierte Maler Thomas Teschemacher bei Nowottnick aus.
Denn schließlich ist es mit der Kunst
wie mit dem Schreinerhandwerk: Der
Meister schafft Stücke, die jeden Wohnraum in eine Oase verwandeln können.
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 23 | 4. Dezember 2009 | 61. Jahrgang
Firma Paravan erhält
„1. Preis der Deutschen Außenwirtschaft“
Prestigeträchtige Auszeichnung geht an Handwerksbetrieb aus der Region
Die Firma Paravan aus Pfronstetten-Aichelau erhielt am Abend des 24. November 2009 im festlichen Ambiente
des historischen Rathauses zu Bremen
den „1. Preis der Deutschen Außenwirtschaft“. „Damit wird erst zum zweiten
Mal überhaupt ein Handwerksbetrieb
mit diesem äußerst renommierten und
prestigeträchtigen Preis ausgezeichnet“, erläutert Alfred Bouß von der
Handwerkskammer Reutlingen, der die
Firma Paravan nach Bremen begleitet
hatte.
Grund für die Preisvergabe waren die
bahnbrechenden Innovationen der Firma Paravan, die behinderte Menschen
rund um den Globus mobiler machen.
Die Geschäftsidee sei, Menschen trotz
Behinderung eine neue Lebensqualität
zu geben. Das Unternehmen belege
weltweit eine Spitzenposition bei hochtechnischen Fahrzeugumbauten sowie
behindertengerechten Alltagshilfen.
Keimzelle der Firma war eine 1989 gegründete Kfz-Werkstatt; Kern des heutigen Unternehmens ist der Mobilitätspark auf der Schwäbischen Alb, der erstmalig alles aus einer Hand und an einem Ort für die Mobilität behinderter
Menschen bietet.
Der „Preis der Deutschen Außenwirtschaft“ prämiert herausragendes
außenwirtschaftliches Engagement von
in Deutschland ansässigen Unternehmen. Die Auszeichnung ist einzigartig
auf Grund der Trägerorganisationen,
die für die gesamte deutsche Wirtschaft
stehen, sowie der bundesweiten Ausrichtung, der hohen medialen Beachtung und der Anbindung des Preises an
den „Deutschen Außenwirtschaftstag“.
Der „Deutsche Außenwirtschaftstag” ist
„Besonders erfreulich ist, dass sich wieder viele kleinere Handwerksbetriebe
am Wettbewerb beteiligt und auch junge Handwerker ihre Innovationskraft
eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben“, führte Eugen Schäufele, Vorsitzender des Vorstands der Kreissparkasse Reutlingen, mit Blick auf die diesjährigen Wettbewerbsbeiträge aus.
Die Fachjury habe die eingereichten
Beiträge anhand der Kriterien „Innovationsgrad“, „Umsetzung und wirtschaft-
Am 1. Januar 2010 wird der elektronische Entgeltnachweis (ELENA) bundesweit eingeführt. Worauf sich Arbeitgeber einstellen müssen, darüber informiert die Handwerkskammer Reutlingen am 8. Dezember 2009.
Das Verfahren wird die Arbeit in den
Lohn- und Personalbüros nachhaltig
verändern. Denn der elektronische
Nachweis ersetzt die bisherigen Bescheinigungen über Arbeitseinkommen
in Papierform.
Stattdessen wird künftig zusammen mit
den monatlichen Entgeltabrechnungen
eine Meldung an die zentrale Speicherstelle der Rentenversicherung in Würzburg gesendet.
Ein Folge von ELENA: Lohnsachbearbeiter benötigen deutlich mehr Informationen als bisher. Neben Daten wie
der Sozialversicherungsnummer, Vorund Familienname, Geburtsdatum und
Anschrift und dem erfassten Einkommen des Beschäftigten sind per ELENA
auch Daten zu übermitteln, die über die
reine Lohnabrechnung hinausgehen.
Diese neuen Anforderungen und die
technische Umsetzung stehen im
Mittelpunkt der Informationsveranstal-
tung am 8. Dezember 2009 in Reutlingen. Klaus Schütz von der DATEV erläutert, wie das Verfahren funktioniert und
was auf die Arbeitgeber im nächsten
Jahr zukommt. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Auf einen Blick
In der Reihe „Handwerk lädt ein ...“ informiert die Handwerkskammer Reutlingen über den elektronischen Entgeltnachweis.
„ELENA – Was ändert sich bei den
Lohnbescheinigungen ab dem
1. Januar 2010?“
8. Dezember 2009 um 19 Uhr in der
Handwerkskammer Reutlingen, Hindenburgstraße 58, 72762 Reutlingen.
Referent: Klaus Schütz, DATEV
Im Anschluss laden wir Sie zu einem Imbiss ein.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir bitten
um verbindliche Anmeldung bis zum
4. Dezember 2009 unter Tel. 07121/
2412-120, E-Mail: [email protected]
Hinweis: Aus Platzgründen können nur
die ersten 140 Anmeldungen berücksichtigt werden!
Handwerkskammer startet Blended-Learning-Kurse zur E-Vergabe
Deutscher Außenwirtschaftspreis für die Firma Paravan aus Pfronstetten: Roland und Martina Arnold nahmen die Glückwünsche von
Manfred Rycken, Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, entgegen.
Foto: Bouß
die bedeutendste nationale Außenwirtschafts-Fachtagung.
Zu den Trägerorganisationen des Preises gehören der Bundesverband des
Deutschen Exporthandels (BDEx), der
Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen
e.V. (BGA), der Deutsche Industrie- und
Handelskammertag (DIHK), der Zen-
tralverband des Deutschen Handwerks
(ZDH) und die Handelskammer Bremen. Schirmherr ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
(BMWi).
Stiftung der Kreissparkasse Reutlingen: Überdurchschnittliche Resonanz
Innovationskraft
Informationsveranstaltung zum elektronischen Entgeltnachweis
Flexibler lernen im Netz
Preisträger des
22. Innovationswettbewerbs geehrt
Eine überdurchschnittliche Resonanz
auf ihre diesjährige Ausschreibung
konnte die „Stiftung der Kreissparkasse
Reutlingen zur Förderung innovativer
Leistungen im Handwerk“ verzeichnen
– und auch die Abschlussveranstaltung
in der Kassenhalle der Kreissparkasse
Reutlingen war so gut wie noch nie besucht.
Festredner war in diesem Jahr Otto
Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Mit
Stolz verwies er darauf, dass gerade das
Handwerk der stabilisierende Faktor in
der aktuellen Wirtschaftskrise sei. Damit nicht nur das in der Öffentlichkeit
mehr anerkannt werde, werde das
Handwerk im Jahr 2010 eine groß angelegte bundesweite Imagekampagne mit
TV- und Kino-Spots sowie mit Anzeigenschaltungen und jugendgerechten
Internetauftritten starten.
Dass das Handwerk aber auch so schon
eine Macht darstelle, das sei alleine
schon daran zu ersehen, dass der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP in
vielen Bereichen die Handschrift des
Handwerks trage.
Und Joachim Möhrle, Präsident der
Handwerkskammer Reutlingen, meinte, dass die Ergebnisse des diesjährigen
Innovationspreises zeigten, wie wichtig
das Handwerk in der Region sei.
Was bringt ELENA?
Ob in Vollzeit oder als Teilzeitkurs –
Weiterbildung findet im Regelfall zu
festen Zeiten statt. Der Einsatz von Online-Modulen schafft hier Freiräume.
Dies ist einer der Gründe, warum die
Handwerkskammer Reutlingen im Rahmen ihrer Schulungen zur elektronischen Vergabe erstmals auch BlendedLearning-Kurse anbietet. 13 Handwerker haben sich für den ersten Kurs dieser Art entschieden.
Der zweiwöchige Kurs besteht aus drei
Bausteinen und kombiniert verschiedene Lernformen: den klassischen Unterricht im Lehrsaal, das internetgestützte
Arbeiten und das gewohnte Lernen mit
gedruckten Texten.
Der hohe Anteil an Online-Lernphasen
bietet den Vorteil, dass die Teilnehmer
nur an zwei Terminen für jeweils rund
drei Stunden in Reutlingen präsent sein
müssen.
Entwickelt wurde das Konzept von Irene
Scherer und Welf Schröter vom Forum
Soziale Technikgestaltung/Projekt MAREMBA. Der Zugewinn an individueller
Flexibilität sei nicht der einzige Vorzug
der Blended-Learning-Methode, betont
Schröter: „Ein willkommener Effekt ist,
dass Teilnehmer gefordert sind, sich in
virtuellen Räumen zu bewegen und sich
darin zurechtzufinden.“ Dieses Orientierungswissen sei für kleine Betriebe
genauso wichtig wie das fachliche
Know-how zur E-Vergabe und zu
elektronischen Signaturen.
Die Teilnehmer lernen vor allem selbstständig am Rechner. Dies heißt jedoch
nicht, dass sie auf sich allein gestellt
bleiben. Tutoren stehen als Ansprechpartner zur Verfügung, zum Austausch
mit anderen Teilnehmern sind Chat und
Forum eingerichtet.
Weitere Schulungen sind in Vorbereitung.
Das aktuelle Kursprogramm
finden Sie unter
www.hwk-reutlingen.de/evergabe.html
Das BlendedLearningKonzept
verknüpft verschiedene
Methoden und
Medien.
Foto: Steinort
Wenn der Schuh drückt
75 Jahre Schuh-Koch in Albstadt
Sie waren erfolgreich: Die Preisträger des 22. Innovationspreises der „Stiftung der Kreissparkasse Reutlingen zur Förderung innovativer Leistungen im Handwerk“.
Foto: Bouß
licher Erfolg am Markt“ sowie „unternehmerische Leistung“ beurteilte. Auch
die Kreativität sowie die Qualität der
handwerklichen Leistung hätten bei der
Preisvergabe eine Rolle gespielt. Als
Entscheidungsgrundlage für die Preisvergabe wurden die bei den Hochschulen aus Reutlingen, Esslingen, Aalen,
Hannover und Rosenheim sowie bei
verschiedenen Sachverständigen eingeholten Expertengutachten herangezogen.
Die Preisträger
Mit dem 1. Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, wurde die Firma Endox Feinwerktechnik GmbH aus Bad Urach ausgezeichnet. Die Firma entwickelte einen Dispenser, der die Handhabung
von medizinischen Führungsdrähten in
der flexiblen Endoskopie enorm vereinfacht.
Der 2. Preis in Höhe von 2.500 Euro
wurde der Firma Zawischka Apparatebau ZVA GmbH aus Reutlingen für eine
Buchfalz-Beleimungsanlage für kartonierte Bücher aller Größen zugesprochen.
Den 3. Preis in Höhe von 1.500 Euro erhielt die Firma DaMo Feinmechanik,
Metallbau aus Dettingen/Erms, die ein
flexibles Schraubkappenwerkzeug entwickelte.
Der „Sonderpreis für kleine Handwerksbetriebe mit bis zu zehn Beschäftigten“, dotiert mit 1.500 Euro, ging an
die Firma Hörakustik Kimmerle aus
Reutlingen. Der Betrieb hat mit dem selektiven, individuellen Gehörschutz
„SELEC 2010“ am Wettbewerb teilgenommen.
Mit dem „Sonderpreis für hervorragende kreative handwerkliche Fertigkeiten“ in Höhe von 1.500 Euro wurde
die Firma Roland Georg Epple aus
Hülben ausgezeichnet.
Das von Herrn Epple entwickelte Hobelbanksystem zeichnet sich durch vielseitige und verbesserte Spannelemente
aus und weist eine qualitativ sehr hochwertige und ästhetisch ansprechende
Ausführung auf.
Der Sonderpreis „Junges Handwerk“,
der ebenfalls mit 1.500 Euro ausgeschrieben war, wurde vier Auszubildenden der Eissmann Automotive
Deutschland GmbH aus Bad Urach zugesprochen. Die jungen Mitarbeiter haben für ihren Betrieb eine vollautomatische Montagevorrichtung für Wählhebel von Automatikgetrieben geplant
und angefertigt.
Eines der letzten Rätsel der Menschheit
ist, warum Frauen so viele Schuhe besitzen müssen.
Statistiker wissen immerhin, dass ein
Paar um die 80 Euro kosten darf. Was
aber, wenn der Traumschuh zwar schick
ist, aber den Fuß quält? Werner Koch
weiß Abhilfe: Seit 75 Jahren ist das
Unternehmen Profi für gutes Schuhwerk.
Gute Schuhe, gesundes Gehen: Schuh-Koch in Albstadt besteht seit 75 Jahren.
Foto: privat
REGIONAL
Deutsche Handwerks Zeitung
Planen Sie Investitionen in den
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weniger
19,4 (17,9)
13,1 (12,1)
keine
52,6 (53,6)
Kreative Ideen für kundiges Publikum. Hair
and Style Management: Fachmesse erfindet
sich jedes Jahr neu.
Seite 10
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 24 | 18. Dezember 2009 | 61. Jahrgang
HANDWERK IN ZAHLEN
Baden-Württemberg
Joachim Möhrle als Präsident
wiedergewählt
Amtsinhaber
bestätigt
Wahl der Gremien
Vollversammlung
Wahl der Vizepräsidenten
Der neue Vorstand mit Hauptgeschäftsführer: Bernd Heusel, Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Eisert, Harald Herrmann, Hermann Dreher, Hermann Pfaff, Präsident Joachim Möhrle,
Vizepräsident August Wannenmacher, Manfred Haug, Vizepräsident Traugott Feder (von links nach rechts, nicht auf dem Bild Gebhart Höritzer).
Fotos: Bouß
Joachim Möhrle wird die Handwerkskammer Reutlingen für weitere fünf Jahre führen. Die Vollversammlung hat den 62-jährigen Freudenstädter auf ihrer
konstituierenden Sitzung am 30. November bei zwei
Enthaltungen in seinem Amt bestätigt. Möhrle bekleidet das ranghöchste Amt im Handwerk der Region seit
1999 und ist nun bis ins Jahr 2014 an die Spitze der
Kammer gewählt.
Das Handwerk habe die Wirtschaftskrise bislang vergleichsweise unbeschadet überstanden, stellte Möhrle in seinem Rückblick fest: „Wir sind – zumindest in
einigen Bereichen – mit einem blauen Auge davongekommen.“ Dies gelte dank der Konjunkturprogramme
von Bund und Land und der Förderung für energetische Sanierungen für das Bauhauptgewerbe und den
Bau- und Ausbaubereich. Allerdings verzeichneten
die Zulieferer wie ihre exportorientierten Kunden in
der Industrie in den vergangenen zwölf Monaten zum
Teil drastische Auftragsrückgänge. Möhrle rechnet
aber damit, dass die Talfahrt der gewerblichen Wirtschaft im kommenden Jahr sich nicht fortsetzen wird.
An die Adresse der Politik richtete Möhrle die Forde-
Joachim Möhrle
Joachim Möhrle ist seit 1973 geschäftsführender Gesellschafter der Autohaus Möhrle GmbH in Freudenstadt. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zum Bankkaufmann studierte er Betriebswirtschaftslehre an der
Fachhochschule Pforzheim und schloss sein Studium
1972 mit der Prüfung zum Diplom-Betriebswirt (FH) ab.
Möhrle war und ist in zahlreichen Ehrenämtern aktiv.
Von 1980 bis 2004 gehörte er dem Gemeinderat in
Freudenstadt an. 1987 wurde er zum Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Freudenstadt gewählt. Möhrle bekleidete dieses Amt bis 1999. Seit
1989 ist er Mitglied der Vollversammlung und des Vorstandes der Handwerkskammer Reutlingen.
Möhrle engagiert sich in zahlreichen Aufsichtsräten und
Beiräten, so zum Beispiel als Regionalbeiratsvorsitzender der Innungskrankenkasse Freudenstadt (IKK), im
Beirat der Wagniskapital GmbH der Kreissparkasse
Reutlingen, im Aufsichtsrat von Baden-Württemberg
International (bwi) und im Rundfunkrat des Südwestrundfunks.
Seit Dezember 2004 gehört er dem Präsidium des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) und
dem Vorstand des Deutschen Handwerkskammertages
(DHKT) an. Im Juli 2005 wurde Möhrle zum baden-württembergischen Landeshandwerkspräsidenten gewählt.
Erneuter Vertrauensbeweis: Präsident Joachim Möhrle nimmt die Glückwünsche seines Vorgängers, Ehrenpräsident
Günther Hecht, entgegen.
rung nach verbesserten Rahmenbedingungen für
Unternehmen. Vorrangige Arbeitsfelder seien neben
dem Abbau der Steuerprogression und Nachbesserungen bei der Erbschaftsteuer vor allen Dingen die
Unternehmensfinanzierung. Insbesondere die zurückhaltende Vergabe von Krediten zur Betriebsmittelfinanzierung gebe Anlass zur Sorge: „Wenn die Liquidität nicht gesichert ist, dann bringt das auch
grundsätzlich gesunde Unternehmen in Gefahr“,
mahnte Möhrle. Darüber hinaus müsse der binnenwirtschaftliche Sektor durch gezielte Maßnahmen gestärkt werden.
Möhrle erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung nach einem reduzierten Mehrwertsteuersatz
auf handwerkliche Leistungen.
Staatlichen Hilfen für einzelne Unternehmen, wie im
Fall des Automobilherstellers Opel, erteilte Möhrle eine deutliche Absage. „Ich bin der Meinung, dass der
Staat seine Aufgabe als Regelsetzer und Schiedsrichter
entschiedener wahrnehmen muss, statt als Akteur ins
Wirtschaftsgeschehen einzugreifen.“
Start der Imagekampagne
Trotz seines guten Rufs in weiten Teilen der Bevölkerung: Wenn es um die Zukunft geht, hat das Handwerk
ein Imageproblem. So die Umfrageergebnisse des
Meinungsforschungsinstituts Forsa. Damit sich daran
etwas ändert, startet das deutsche Handwerk ab Januar 2010 eine bundesweite Kampagne. Besonders jungen Menschen wolle man ein zeitgemäßes Bild vom
Handwerk vermitteln, aber auch ein neues „Wir-Gefühl“ über alle Branchen hinweg schaffen, erläuterte
Möhrle. Die 50 Millionen Euro teure Kampagne wurde
entwickelt von der Berliner Agentur Scholz & Friends,
die bereits die Baden-Württemberg-Kampagne „Wir
können alles. Außer Hochdeutsch.“ konzipiert hatte.
Der Starttermin ist der 16. Januar 2010.
Hindenburgstr. 58, 72762 Reutlingen,
Telefon 07121/2412-0,
Telefax 07121/2412-400
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Dr. iur. Joachim Eisert
Redaktion:
Alfred Bouß, Udo Steinort
Ein weitere wichtige Aufgabe der Wintervollversammlung war die Wahl der
Vizepräsidenten der Handwerkskammer Reutlingen: August Wannenmacher
(Rangendingen) für die Arbeitgeberseite und Traugott Feder (Reutlingen) als
Arbeitnehmervertreter wurden in ihren
Ämtern für weitere
fünf Jahre bestätigt.
August Wannenmacher ist seit 1. Januar
1985 zusammen mit
seinem Bruder Helmut geschäftsführender Gesellschafter der
August Wannenmacher.
ASW Wannenmacher
GmbH Rangendingen. Der Schreinermeister ( Jahrgang
1954) ist seit 1991 im Vorstand der Kreishandwerkerschaft Zollernalb, seit 1993
Obermeister der Schreinerinnung und
seit 2009 Kreishandwerksmeister im
Zollernalbkreis. Darüber hinaus ist er
seit 2000 Vorstandsmitglied des Landesinnungsverbandes sowie ordentliches
Mitglied im Bezirksrat der AOK Balingen. Mitglied der Vollversammlung sowie des Vorstandes der Handwerkskammer Reutlingen ist Wannenmacher seit
1999. Das Amt des Vizepräsidenten hat
er 2004 übernommen.
Der 1952 geborene
Traugott Feder ist
seit 1967 bei der Anton Geiselhart GmbH
& Co. KG, Maler- und
Lackier-, Stuckateurund Gerüstbaubetrieb, Reutlingen, beschäftigt und dort seit
Traugott Feder. über 30 Jahren BeFotos: Bouß triebsratsvorsitzender. Feder ist Vorsitzender der regionalen Mitgliederversammlung der IKK, Bundesfachgruppenvorsitzender für das deutsche Maler- und Lackiererhandwerk bei der IG
Bauen-Agrar-Umwelt sowie Vorsitzender der Vertreterversammlung der württembergischen Bauberufsgenossenschaft. Mitglied der Vollversammlung
und des Vorstandes der Handwerkskammer Reutlingen ist er seit 1989. 2004
wurde er erstmals zum Vizepräsidenten
gewählt.
IKK plant keine
Zusatzbeiträge
Fusion zur IKK classic
Neue Vollversammlung nimmt Arbeit auf
Parlament des Handwerks ist das oberste Organ der Selbstverwaltung
Impressum
Generationswechsel
Das Parlament des Handwerks hat ein
neues Gesicht. Zahlreiche Ehrenamtsträger
sind ausgeschieden. . . . . . . . . . . . . . . 8
Quelle: Handwerkskammer Reutlingen
Bitte
beachten Sie auch
die Sonderseiten
I bis IV
THEMEN
Möhrle erteilt staatlichen Hilfen für einzelne
Unternehmen eine Absage
Angaben in Prozent der Befragten;
in (): Vorjahresquartal
Der Vorstand der Handwerkskammer
Reutlingen besteht aus neun Mitgliedern, sechs Vertretern der Arbeitgeberseite und drei Arbeitnehmervertretern.
Arbeitgeber: Präsident Joachim Möhrle
(Freudenstadt), Vizepräsident August
Wannenmacher (Rangendingen), Harald Herrmann (Reutlingen), Bernd
Heusel (Reutlingen), Gebhart Höritzer
(Tübingen) und Hermann Pfaff (Sigmaringen).
Arbeitnehmer: Vizepräsident Traugott
Feder (Reutlingen), Hermann Dreher
(Inzigkofen) und Manfred Haug (Pfalzgrafenweiler).
Der Rechnungsprüfungsausschuss hat
die Jahresrechnung zu prüfen und der
Vollversammlung zu berichten.
Arbeitgeber: Kay Jentz (Reutlingen),
Wolfgang Motzer (Dettenhausen)
Arbeitnehmer: Harald Walker (Tübingen).
Der Berufsbildungsausschuss der
Handwerkskammer Reutlingen ist in
„allen wichtigen Angelegenheiten der
beruflichen Bildung zu unterrichten
und zu hören“. Nach § 24 der Satzung
der Handwerkskammer Reutlingen gehören diesem Gremium sechs selbstständige Handwerker, sechs Arbeitnehmervertreter sowie sechs Lehrer an
berufsbildenden Schulen an.
Arbeitgeber: Paul-Gerhard Alber (Albstadt), Hans-Martin Dittus (Tübingen),
Albert Heinzelmann (Mengen), Kay
Jentz (Reutlingen), Dieter Laible (Reutlingen), Carl-Friedrich Wöhrle (Freudenstadt).
Stellvertreter Arbeitgeber: Ernst Berger
(Meßstetten), Willi Braun (Kusterdingen-Jettenburg), Mark Gutmann (Reutlingen), Ernst Hein (Veringenstadt),
Axel Kaupp (Horb), Sabine Schmauder
(Dettingen).
Arbeitnehmer: Günther Beck (Reutlingen), Hermann Dreher (Inzighofen),
Manfred Haug (Pfalzgrafenweiler), Marcel Preuss (Reutlingen), Wolfgang
Wendt (Bodelshausen), Rolf Zabka
(Reutlingen).
Stellvertreter Arbeitnehmer: Michael
Bidmon (Reutlingen), Traugott Feder
(Reutlingen), Andreas Schur (Lichtenstein), Armin Sieger (Meßkirch), Harald
Walker (Tübingen).
Die Berufung der Lehrervertreter in dieses Amt, die als beratende Mitglieder
teilnehmen, ist bereits durch die zuständigen Behörden erfolgt.
7
Am 30. November 2009 trat erstmals die neu gewählte
Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen
im Reutlinger „Schafstall“ zusammen. Die Vollversammlung ist das oberste Selbstverwaltungsorgan des
Handwerks in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Tübingen, Sigmaringen und Zollernalb. Sie hat 39
Mitglieder. Zwei Drittel stellen die Arbeitgeberseite,
ein Drittel die Arbeitnehmer. Die Vollversammlung ist
für fünf Jahre gewählt.
Mehr als ein Drittel der Sitze wurden neu besetzt. Von
den 15 neuen Mitgliedern kommen neun aus der Arbeitgeberschaft, die Arbeitnehmerseite stellt sechs
neue Mitglieder.
Der Versammlung gehören 36 Männer und drei
Frauen an. Die Wahl zur Vollversammlung hatte bereits im Frühjahr 2009 stattgefunden. Die Ergebnisse
wurden am 19. Juni durch den Wahlleiter bekanntgegeben. Die Vollversammlung entscheidet über das
Budget der Handwerkskammer und die Höhe des Mitgliedsbeitrags. Im Bereich berufliche Bildung und im
Prüfungswesen verfügt das Gremium über die Rechtssetzungskompetenz.
Aus dem Kreis der Vollversammlung werden weitere
Organe der Kammer gewählt: der Präsident, die beiden Vizepräsidenten, je einer aus Arbeitgeber- und Arbeitsnehmerschaft, der Vorstand sowie der Berufsbildungsausschuss, der sich aus je sechs Vertretern der
selbstständigen Handwerker, der Arbeitnehmer und
der Lehrer an berufsbildenden Schulen zusammensetzt.
Versicherte der Innungskrankenkasse
(IKK) Baden-Württemberg und Hessen
müssen im Jahr 2010 keine Zusatzbeiträge befürchten. Darüber informiert
die Kasse, die am 1. Januar 2010 mit den
Innungskrankenkassen in Sachsen,
Thüringen und Hamburg zur IKK
classic fusioniert. Durch den Zusammenschluss entsteht eine neue
Krankenkasse mit insgesamt 1,8 Millionen Mitgliedern. Für die meisten Versicherten sichere der Zusammenschluss
nicht nur den Erhalt bewährter Zusatzleistungen, sondern bedeute sogar eine
Erweiterung der Extraangebote bei
stabilem Beitrag, teilt die IKK mit.
Deutsche Handwerks Zeitung
8 HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 24 | 18. Dezember 2009 | 61. Jahrgang
Generationswechsel im Parlament
des Handwerks
Frohe Weihnachten und
ein gutes neues Jahr
Foto: ZDH
Öffnungszeiten zum Jahreswechsel
Die Handwerkskammer Reutlingen ist
ab dem 24. Dezember 2009 bis zum
5. Januar 2010 geschlossen. An den
übrigen Werktagen innerhalb der
Weihnachtsferien gelten die gewohnten
Öffnungszeiten. Wir wünschen Ihnen,
Ihren Familien und Mitarbeitern eine
frohe und besinnliche Weihnachtszeit
und ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2010.
Heizung & Sanitär Müller 25 Jahre
Qualität in dritter Generation
Hoher Besuch in Horb: Anlässlich der
Verabschiedung von Oberbürgermeister Michael Theurer besuchte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger mehrere Horber Mittelständler, darunter die Graf
Furnier GmbH & Co. KG.
An Themen mangelte es nicht. Die
Unternehmer nutzten die Gelegenheit,
sich mit dem Stuttgarter Regierungschef über alte und neue drängende Fragen auszutauschen. Die Bandbreite
reichte vom Kündigungsschutz und das
Renteneintrittsalter über die Konjunkturprogramme von Bund und Land bis
hin zu den bereits spürbaren Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die
Kreditvergabepraxis der Banken.
Oettingers Besuch begann mit der Besichtigung der Firma Graf Furnier. Das
1949 als Bau- und Möbelschreinerei gegründete Unternehmen hat sich auf die
Herstellung von Furnieren spezialisiert:
Bauleisten, Türfalzkanten, Türbekleidungen und Möbelprofile. Das Portfolio
umfasst mehr als 50 Varianten, die als
Rollenware oder als Blattware in verschiedenen Qualitäten gefertigt werden. Die Firma beliefert Kunden aus
ganz Europa. Hauptabnehmer sind
Unternehmen der Bau-, Möbel- und
Türenindustrie.
Für die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte ist gesorgt. Christian Graf ist
kürzlich als Leiter Technik und Produktentwicklung in die Geschäftsleitung des
Familienunternehmens eingetreten.
Gemeinsam mit Seniorchef Josef Graf
jun., Seniorchefin Gabriele Graf und
Schwester Steffi Graf, die für Verkauf
und Marketing verantwortlich zeichnet,
soll der Übergang in die dritte Generation erfolgreich gestaltet werden.
www.graffurnier.de
Zahlreiche Ehrenamtsträger gehören der neuen Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen nicht mehr an. Das für fünf Jahre
gewählte Gremium zählt 15 neue Mitglieder, neun Arbeitgeber und sechs Arbeitnehmer. „Das Parlament des Handwerks hat ein neues Gesicht. Der Generationswechsel ist offenkundig“, sagte Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Eisert anlässlich der Verabschiedung der ausscheidenden Mitglieder. Aus der Vollversammlung sind ausgeschieden (in alphabetischer Reihenfolge): Ralf Bohnet (Freudenstadt), Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Freudenstadt; Marlies Flunkert (Reutlingen); Nicole Grespan (Balingen); Herbert Gühring
(Rosenfeld), Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses, Ehrenkreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Zollernalb, Ehrenobermeister der Raumausstatter-Innung Zollernalb, Sachverständiger; Jost Herion (Balingen-Engstlatt), Ehrenobermeister der Elektro-Innung Zollernalb; Jochen Jeutter (Pfalzgrafenweiler); Thomas Koch (Balingen); Horst Künstle (Reutlingen), ehemaliger Obermeister der Innung Sanitär-Heizung-Klima Reutlingen; Peter Mader (Albstadt), Präsident des Bundesverbandes Metall, Obermeister der Innung Metall
Zollernalb; Wilhelm Neudörffer (Bad Saulgau), Mitglied des Vorstandes; Ulrich Saur (Tübingen), Obermeister der Innung Sanitär und Heizung Tübingen; Robert Schneider (Mössingen), Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses; Max Steinhart (Reutlingen); Sabine Strobel
(Rangendingen); Jürgen Walz (Sonnenbühl).
Foto: Bouß
„Lernform gut, Betreuung gut“
Im November fand an der Bildungsakademie Reutlingen der erste BlendedLearning-Kurs zur elektronischen
Vergabe statt. Vier Kapitel, 17 Lektionen, 28 Übungen, rund 15 Stunden
Lernzeit verteilt auf zwei Wochen. Das
Besondere daran: die Teilnehmer arbeiteten die meiste Zeit online. Wann sie
wollten, wo sie wollten. Wie sie mit dem
Lernen im virtuellen Raum zurechtgekommen sind, wollten wir von den Teilnehmern wissen.
Albert Lambur kalkuliert Angebote bei der
Firma Heizungsbau
Ulmer in Wannweil. Er
ist zugleich der Experte für öffentliche Ausschreibungen im Betrieb. „Ich bin automaAlbert Lambur tisch mit dem Portal
hat schnell und
Vergabe 24 konfronumfassend
tiert“, sagt der IndusFeedback
triefachwirt über seine
erhalten.
Motivation zur Teilnahme. Seine Wertung
fällt knapp aus: „Lernform gut, Betreuung gut.“ Dass Fragen an das Dozententeam nicht im Lehrsaal, sondern nur
per E-Mail gestellt werden konnten, habe sich nicht negativ bemerkbar gemacht, betont Lambur: „Ich habe immer schnell und umfassend Feedback
erhalten.“
Seine Kollegin Bettina Kuder, bei Ulmer
in der Abteilung „Büro von A–Z“ tätig,
stimmt zu. Obgleich sie schon etwas
Zeit gebraucht habe,
um sich auf die ungewohnte Arbeitsweise
einzustellen. Im Verlauf des Kurses hat die
Angestellte den Zugewinn an zeitlicher Flexibilität schätzen geBettina Kuder lernt. Kuder hat das
schätzt flexible
Lernpensum innerLernzeiten.
halb ihres normalen
Arbeitstages erledigt.
Weitgehend problemlos, wie sie im
Rückblick feststellt: „Der Aufwand war
bewältigbar.“ Nach dem Grundkurs war
dies bereits der zweite Kurs zur E-Vergabe, den sie bei der Kammer besucht hat.
Ehrgeiz geweckt
„Schlicht phänomenal.“ So beurteilt Ulrike Günthner die ständige Betreuung während der Onlinelernzeiten. Die Unternehmerfrau, die den kaufmännischen Bereich
Ulrike Günthder Firma Fliesen
ner lobt KonGünthner in Dornstetzept und Durch- ten betreut, war über
führung.
eine Infoveranstaltung
in Freudenstadt auf
das Thema und die Schulungsangebote
der Kammer aufmerksam geworden.
Mit dem Aufbau und der Lernmethode
zeigt sie sich rundherum zufrieden. Für
den Kursleiter gibt es gar ein dickes Lob:
„Er versteht es, die Teilnehmer zu motivieren.“ Höchst erfolgreich, wie Günth-
ner an sich selbst feststellen konnte:
„Wir hatten zu Kursbeginn einen Wissenstest durchgeführt. Damit war mein
Ehrgeiz geweckt.“
Lernmodell mit Zukunft
„Elfmal die Note ‚Eins‘, einmal die
‚Zwei‘.“ Angesichts solcher Rückmeldungen spricht auch Welf Schröter vom
Forum Soziale Technikgestaltung/Projekt
MAREMBA von einer
rundum gelungenen
Premiere. Schröter hat
den Kurs gemeinsam
mit Irene Scherer entwickelt, die Inhalte
Welf Schröter methodisch aufbereientwickelt motet, auf einer Plattform
derne Lernfortechnisch umgesetzt –
men. Fotos: Steinort und schließlich als Tutor betreut. Einen
Unterschied zwischen Onlinelernen
und dem normalen Schulungsalltag
kann er minutengenau benennen: „Wir
haben E-Mails zu allen Tages- und
Nachtzeiten erhalten. Die erste um 6.25
Uhr, die letzte um 23.56 Uhr.“ Als „besonderen Erfolg“ wertet Schröter, dass
alle Teilnehmer, elf von ihnen haben
erstmals einen Blended-Learning-Kurs
besucht, bis zum Ende dabei geblieben
sind. Wiederholung nicht ausgeschlossen. Denn alle Teilnehmer könnten sich
vorstellen, so Schröter, sich auch künftig für diese Lernform zu entscheiden.
Die Schulungsreihe wird fortgesetzt. Die aktuellen
Termine finden Sie unter www.hwk-reutlingen.de/
evergabe.html
Umsatzsteuer-Id-Nr. online prüfen
Vereinfachtes Verfahren kommt jetzt zur Anwendung
Das Handwerk braucht die besten Lehrlinge, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Mit der
Imagekampagne des deutschen Handwerks sollen auch in Zeiten geburtenschwacher Jahrgänge genügend junge Leute für eine Ausbildung im Handwerk gewonnen werden.
Foto: Archiv
In Horb wird gefeiert: Willi Müller hat
vor 25 Jahren seinen Betrieb gegründet.
Der Meister im Heizungs- und Lüftungsbau startete 1984 in die Selbstständigkeit.
Dass Wärme heute mehr ist als ein Bollerofen, ist klar. Das Team um Willi Müller (sieben Personen beschäftigt der Betrieb) sorgt dafür, dass mit moderner
Technik alles rund um Heizung und Sanitär im Haushalt funktioniert.
„Wir schaffen Behaglichkeit“ ist denn
auch das Motto der Firma, die im vergangenen Vierteljahrhundert zehn Auszubildende hatte.
Seit dem Jahr 2000 führt Nachfolger Axel
Müller die Horber Firma. Besonders
wichtig ist ihm dabei, für jeden Kunden
das optimale Heizsystem zu finden. Wie
das geht, lernt derzeit übrigens ein
Azubi.
Blended Learning kommt bei Kursteilnehmern der Bildungsakademie Reutlingen blendend an
Mehr Flexibilität
Überzeugende Qualität: Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger, Christian Graf
und Günther Oettinger (v.l.n.r.) nehmen ein Rollenfurnier unter die Lupe.
Foto: privat
Zum elften Mal in Folge wird die Handwerkskammer Reutlingen den Kammerbeitrag nicht erhöhen. Das sagte Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Eisert auf der
Wintervollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen am 30. November
2009 in Reutlingen.
Trotz erheblicher Aufwendungen für die im
laufenden Jahr durchgeführte, grundlegende Sanierung des Kammergebäudes könne
der Beitrag auch 2010 stabil gehalten werden, betonte Kammerchef Eisert. Die notwendigen Investitionen seien vollständig
aus Eigenmitteln finanziert worden. Es
seien keine Kredite notwendig gewesen.
Die Vollversammlung entschied auch über
den Wirtschaftsplan 2010. Erträgen in Höhe von 12,2 Millionen Euro stehen Aufwendungen von 12,3 Millionen Euro gegenüber.
Die Kammer plant im kommenden Jahr Investitionen in Höhe von rund 480.000 Euro.
Heiße Sache
Ihre Handwerkskammer Reutlingen
Ministerpräsident Oettinger besuchte Firma Graf Furnier in Horb
Kammerbeitrag bleibt stabil
Die EU-Kommission hat das Nachweisverfahren für die Überprüfung von Umsatzsteuer-Identifikationsnummern
(USt-Id-Nr.) vereinfacht. Die Kennungen können über die Onlinedatenbank
MIAS abgerufen werden.
Das ausgedruckte Prüfergebnis dient
als Nachweis für die Gültigkeit einer
Identifikationsnummer. Unternehmen,
die innerhalb der Europäischen Union
mehrwertsteuerfreie Lieferungen erbringen, sind dazu verpflichtet, die UstId-Nr. ihrer Kunden zu überprüfen.
Fällt die Prüfung negativ aus, muss die
Umsatzsteuer auf der Rechnung ausgewiesen werden – ansonsten verbleibt
die Mehrwertsteuerschuld beim Lieferanten.
Der Zentralverband des Deutschen
Handwerks weist darauf hin, dass eine
positive Bescheinigung das Unternehmen nicht davon entbinde, die üblichen
kaufmännischen Überprüfungen vorzunehmen.
Ist die vom EU-Kunden angegebene
Nummer hingegen nicht korrekt, muss
die Umsatzsteuer für die Lieferung ausgewiesen werden.
http://ec.europa.eu/taxation_customs/taxation/
vat/traders/vat_number/index_de.htm
Bei der Wurst ist
nicht alles „wurscht“
75 Jahre Metzgerei Schneider
Bei Marcus und Jochen Schneider in
Pliezhausen geht’s um die Wurst: Die
Brüder haben im Jahr 2002 den Metzgereibetrieb von ihrem Vater Dieter
Schneider übernommen. Damit ist der
Betrieb nun in der dritten Generation
im Besitz der Schneiders: 1934 gründete
Metzgermeister Hermann Schneider
die Pliezhausener Schlachterei.
75 Jahre nach Gründung hat das Unternehmen etwa 200 Mitarbeiter und Filialen unter anderem in Reutlingen, Metzingen, Tübingen und Stuttgart. So weit
der „Arbeitskreis“ auch reicht – die beiden Chefs legen größten Wert auf regionale Produkte. Die Tiere kommen von
Höfen auf der Alb, aus Oberschwaben
und Hohenlohe. Geschlachtet wird an
zwei nahe gelegenen Standorten.
„Philosophie der Premiumqualität“
nennen die Metzgermeister das. Anders
gesagt: Kurze Wege garantieren frische
Produkte und ausgewählte Bauernhöfe
beste Qualität. Am Stammsitz in Pliezhausen arbeiten etwa 40 Mitarbeiter.
Zehn junge Menschen lernen derzeit in
dem Fachbetrieb und folgen damit etwa
50 Kollegen nach, die seit der Unternehmensgründung ihr Handwerk bei
Schneiders gelernt haben.
Ein bisschen sind die Auszubildenden
die „Sorgenkinder“ der Metzgermeister.
Gute Lehrlinge zu finden, sagen sie, sei
ein Problem. Nicht alle kommen mit der
Technik, die in den Betrieben heute eingesetzt wird, klar. Trotzdem wollen sie
die Anforderungen in der Ausbildung
nicht herunterschrauben, im Gegenteil:
Auch im Metzgerhandwerk steigen die
Anforderungen stetig.
Übrigens zählen auch Kantinen zu den
Kunden. Im Angebot haben die Metzgermeister rund 120 Sorten Wurst und
30 Sorten Schinken. Hergestellt mit
modernster Technik. Doch selbst wenn
sich der „Geschmack“ der Kunden geändert hat, geblieben ist eines: Frisch
muss es sein. Das war schon bei Hermann Schneider so.
Wer heute nicht ausbildet,
hat morgen keine Facharbeiter!
Deutsche Handwerks Zeitung
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 24 | 18. Dezember 2009 | 61. Jahrgang
I
·
AMTLICHE BEKANNTMACHUNG
Richtlinien zur Abkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit bzw. zur
Teilzeitberufsausbildung (§ 8 BBiG/§ 27b HwO) sowie zur vorzeitigen Zulassung
zur Abschluss-/Gesellenprüfung (§ 45 Abs. 1 BBiG/§ 37 Abs. 1 HwO)
Die Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen beschließt am 22. Juli 2009
als zuständige Stelle nach Anhörung des
Berufsbildungsausschusses am 23. April
2009 aufgrund der §§ 41, 91 Abs. 1 Nr. 4,
106 Abs. 1 Nr. 10 Handwerksordnung
(HwO) i.V.m. § 27b HwO, § 8 BBiG, § 37
Abs. 1 HwO, § 45 Abs. 1 BBiG unter Aufhebung der bisherigen Richtlinien der Handwerkskammer Reutlingen zur Anrechnung
auf die Ausbildungszeit, Kürzung der Ausbildungszeit und vorzeitigen Zulassung zur
Abschluss-/Gesellenprüfung folgende Neufassung.
Inhalt
A. Grundsätze
B. Abkürzung der Ausbildungszeit und Teilzeitausbildung gem. § 8 Abs. 1 BBiG/§ 27b
Abs. 1 HwO
C. Vorzeitige Zulassung zur Abschluss-/Gesellenprüfung gem. § 45 Abs. 1 BBiG/§ 37
Abs. 1 HwO
D. Mindestdauer der Ausbildung
E. Verlängerung der Ausbildungszeit
gem. § 8 Abs. 2 BBiG/§ 27b Abs. 2 HwO
A. Grundsätze
(1) Die nachstehenden Richtlinien sollen die
Auslegung der gesetzlichen Vorschriften
über die Abkürzung der Ausbildungszeit
gem. § 8 Abs. 1 S. 1 und 2 Berufsbildungsgesetz (BBiG)/§ 27b Abs. 1 S. 1 und 2
Handwerksordnung (HwO) konkretisieren.
Die Abkürzung beinhaltet auch die Teilzeitberufsausbildung, die insbesondere Alleinerziehenden und jungen Eltern durch die
Verkürzung der täglichen und wöchentlichen Ausbildungszeit die Möglichkeit gibt,
Berufsausbildung und Familie zu vereinbaren. Darüber hinaus werden Richtlinien über
die vorzeitige Zulassung zur Abschluss-/Gesellenprüfung gem. § 45 Abs. 1 BBiG i.V.m.
§ 21 Abs. 2 BBiG/§ 37 Abs. 1 HwO i.V.m.
§ 21 Abs. 2 BBiG und über die Verlängerung der Ausbildungszeit gem. § 8 Abs. 2
BBiG/§ 27b Abs. 2 HwO formuliert.
(2) Die Richtlinien enthalten Maßstäbe für
die Entscheidungen der zuständigen
Stellen.
(3) Im Einzelfall können besondere Gesichtspunkte eine abweichende Beurteilung
erfordern.
B. Abkürzung der Ausbildungszeit und
Teilzeitausbildung gem. § 8 Abs. 1
BBiG/§ 27b Abs. 1 HwO
B.1 Grundsatz und allgemeine Voraussetzungen der Antragstellung
(1) Auf gemeinsamen Antrag des Ausbildenden (Betrieb) und des Auszubildenden1 hat
die Handwerkskammer Reutlingen die Aus-
bildungszeit gem. § 8 Abs. 1 BBiG/§ 27b
Abs. 1 HwO zu kürzen, wenn zu erwarten
ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird.
(2) Die Kürzung der Ausbildungszeit soll
möglichst bei Vertragsschluss, spätestens
jedoch so rechtzeitig beantragt werden,
dass noch mindestens ein Jahr Ausbildungszeit verbleibt.
(3) Der Antrag muss gemeinsam von beiden
Vertragsparteien (Ausbildender und Auszubildender) schriftlich bei der zuständigen
Stelle gestellt werden. Bei Minderjährigen
ist die entsprechende Zustimmung der gesetzlichen Vertreter erforderlich.
(4) Die Antragsteller müssen glaubhaft machen, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht werden kann, z.B.
durch Vorlage von (Berufs-)Schul- und Prüfungszeugnissen, Leistungsbeurteilungen,
Berufsausbildungsverträgen und betrieblichen Ausbildungsplänen.
B.2 Abkürzungsgründe bei Vertragsabschluss gem. § 8 Abs. 1 S. 1
BBiG/§ 27b Abs. 1 S. 1 HwO
(1) Nachfolgende Gründe können zu einer
Verkürzung in dem angegebenen Zeitrahmen führen:
– Fachoberschulreife/mittlerer Schulabschluss oder gleichwertiger
bis zu
Abschluss
6 Monate
– Nachweis der Fachhochbis zu
schulreife oder allgemeine
12 Monate
Hochschulreife oder abgeschlossene Berufsausbildung
(2) Im Einzelfall kann die Ausbildungszeit
auch wegen eines Lebensalters von mehr
als 21 Jahren um bis zu 12 Monate verkürzt
werden.
(3) Darüber hinaus kann bei Nachweis einer
einschlägigen beruflichen Grundbildung
oder einschlägigen Berufstätigkeit oder Arbeitserfahrung im Berufsfeld diese angemessen berücksichtigt werden.
(4) Bei Fortsetzung der Berufsausbildung in
demselben Beruf kann die zurückgelegte
Ausbildungszeit ganz oder teilweise für eine
Kürzung berücksichtigt werden.
(5) Soweit festgestellt wird, dass nach Abschluss des ersten Ausbildungsjahres bei
einem Berufswechsel die Grundausbildung
des Erstberufes im Wesentlichen identisch
ist mit der Grundausbildung des neuen
Ausbildungsberufes, so kann diese in vollem Umfang (12 Monate) berücksichtigt
werden.
1
Zur besseren Lesbarkeit wird generell auf weibliche Bezeichnungen verzichtet; mit männlichen Wortformen sind
männliche und weibliche Personen in gleicher Weise
gemeint.
B.3 Abkürzung während der Berufsausbildung gem. § 8 Abs. 1 S. 1
BBiG/§ 27b Abs. 1 S. 1 HwO
(1) Die Kürzung der Ausbildungszeit während der laufenden Berufsausbildung ist
möglich, wenn Verkürzungsgründe nach
B.1 vorliegen, das Ausbildungsziel in der
verkürzten Zeit erreicht werden kann und
die Ausbildungsinhalte vermittelt werden
können.
(2) Wird der Antrag erst im Laufe der letzten
12 Monate der Ausbildungszeit gestellt, so
soll dieser vorrangig als Antrag auf vorzeitige Zulassung zur Abschluss-/Gesellenprüfung behandelt werden (siehe C. Vorzeitige
Zulassung zur Abschluss-/Gesellenprüfung).
B.4 Zusammentreffen mehrerer
Verkürzungsgründe
Mehrere Verkürzungsgründe können nebeneinander berücksichtigt werden. Eine vorzeitige Zulassung zur Prüfung (siehe unter
C.) ist auch bei verkürzter Ausbildungsdauer gem. § 45 Abs. 1 BBiG/§ 37 Abs. 1 HwO
möglich, wenn dadurch die unter D. vorgegebene Mindestausbildungsdauer nicht
unterschritten wird.
B.5 Abkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit gem. § 8
Abs. 1 S. 2 BBiG/§ 27b Abs. 1 S. 2
HwO (Teilzeitberufsausbildung)
(1) Bei berechtigtem Interesse ist auf gemeinsamen Antrag des Auszubildenden und
Ausbildenden die Ausbildungszeit auch in
Form einer täglichen oder wöchentlichen
Reduzierung der Arbeitszeit zu kürzen (§ 8
Abs. 1 S. 2 BBiG/§ 27b Abs. 1 S. 2 HwO).
Bei Minderjährigen ist die entsprechende
Zustimmung der gesetzlichen Vertreter erforderlich. Ein berechtigtes Interesse ist
z.B. dann gegeben, wenn der Auszubildende ein eigenes Kind oder einen pflegebedürftigen Angehörigen zu betreuen hat oder
vergleichbar schwerwiegende Gründe vorliegen.
(2) Das berechtigte Interesse ist durch Vorlage geeigneter Belege nachzuweisen.
(3) Da das Berufsbildungsgesetz für die Abkürzung der Ausbildungszeit keine anteilige
Untergrenze festlegt, ist jeweils im Einzelfall
zu prüfen, ob die Auszubildenden auch bei
einer täglichen oder wöchentlichen Reduzierung der betrieblichen Ausbildungszeiten
noch wirklichkeitsnah mit den wesentlichen
Betriebsabläufen vertraut gemacht werden
können und in dem für die Ausbildung erforderlichen Maß in die betriebliche Praxis eingebunden werden können. Als Richtschnur
soll eine wöchentliche Mindestausbildungszeit von 25 Stunden nicht unterschritten
werden.
(4) Die Teilzeitberufsausbildung führt grundsätzlich nicht zu einer Verlängerung der kalendarischen Gesamtausbildungsdauer.
(5) Im Einzelfall kann eine verkürzte tägliche
oder wöchentliche Arbeitszeit aber mit
einer Verlängerung der kalendarischen
Ausbildungsdauer verbunden werden (§ 8
Abs. 2 BBiG/§ 27b Abs. 2 HwO; siehe unter
E.), wenn die Verlängerung erforderlich ist,
um das Ausbildungsziel zu erreichen.
(6) Die Entscheidung über die Verlängerung
kann bei noch unsicherer Prognose oder
bei veränderten Rahmenbedingungen auch
später getroffen werden.
C. Vorzeitige Zulassung zur Abschluss-/Gesellenprüfung gem. § 45
Abs. 1 BBiG/§ 37 Abs. 1 HwO
C.1 Grundsatz und allgemeine Voraussetzungen der Antragstellung
(1) Der Auszubildende kann nach Anhörung
des Ausbildenden (Betrieb) und der Berufsschule vor Ablauf seiner Ausbildungszeit zur
Abschluss-/Gesellenprüfung
zugelassen
werden, wenn seine Leistungen dies rechtfertigen (§ 45 Abs. 1 BBiG/§ 37 Abs. 1
HwO).
(2) Der Antrag ist schriftlich bei der Handwerkskammer Reutlingen zu stellen, im Falle der vorzeitigen Zulassung zur Gesellenprüfung bei der Geschäftsstelle des Prüfungsausschusses.
(3) Dem Antrag sind die nach der geltenden
Prüfungsordnung erforderlichen Anmeldeunterlagen beizufügen.
C.2 Zulassungsvoraussetzungen
(1) Eine vorzeitige Zulassung ist gerechtfertigt, wenn der Auszubildende sowohl in der
Praxis (Betrieb) als auch in der Berufsschule (Durchschnittsnote aller prüfungsrelevanten Fächer oder Lernfelder) überdurchschnittliche Leistungen nachweist.
(2) Überdurchschnittliche Leistungen liegen
in der Regel vor, wenn das letzte Zeugnis
der Berufsschule in den prüfungsrelevanten
Fächern oder Lernfeldern einen Notendurchschnitt besser als 2,49 enthält und
die praktischen Ausbildungsleistungen als
überdurchschnittlich bzw. besser als 2,49
bewertet werden.
(3) Neben dem Zeugnis der Berufsschule
sind für den Nachweis das Leistungszeugnis oder eine entsprechende Bescheinigung
des ausbildenden Betriebs und die Vorlage
der Zwischenprüfungsbescheinigung erforderlich. Der ordnungsgemäß geführte Ausbildungsnachweis ist vorzulegen oder das
ordnungsgemäße Führen des Ausbildungs-
nachweises vom Betrieb und vom Auszubildenden schriftlich zu bestätigen.
C.3 Zulassungsentscheidung
(1) Bei Abschlussprüfungen trifft die Handwerkskammer Reutlingen die Zulassungsentscheidung. Hält sie die Zulassungsvoraussetzungen für nicht gegeben, entscheidet der Prüfungsausschuss (§ 46
Abs.1 BBiG).
(2) Bei Gesellenprüfungen trifft der Vorsitzende des Prüfungsausschusses die Zulassungsentscheidung. Hält er die Zulassungsvoraussetzungen für nicht gegeben, entscheidet der gesamte Prüfungsausschuss
(§ 37a Abs. 1 HwO).
(3) Die vorgezogene Prüfung soll nicht mehr
als 6 Monate vor dem ursprünglichen Prüfungstermin stattfinden. Darüber hinausgehende Anträge sollen von den zuständigen
Stellen als Antrag auf Abkürzung der Ausbildungszeit nach §§ 8 Abs. 1 BBiG/27b
Abs. 1 HwO behandelt werden (siehe unter B.).
D. Mindestdauer der Ausbildung
Die Ausbildungsvertragsdauer soll in der
Regel folgende Mindestzeiten, insbesondere beim Zusammentreffen mehrerer Verkürzungsgründe bzw. bei vorzeitiger Zulassung, nicht unterschreiten:
Regelausbildungszeit Mindestzeit der
Ausbildung
3 ½ Jahre
24 Monate
3 Jahre
18 Monate
2 Jahre
12 Monate
E. Verlängerung der Ausbildungszeit
gem. § 8 Abs. 2 BBiG/§ 27b
Abs. 2 HwO
E.1 Grundsatz
(1) In Ausnahmefällen kann die Handwerkskammer Reutlingen auf Antrag des Auszubildenden die Ausbildungszeit verlängern,
wenn die Verlängerung erforderlich ist, um
das Ausbildungsziel zu erreichen (§ 8
Abs. 2 BBiG/§ 27b Abs. 2 HwO). § 21
Abs. 3 BBiG bleibt unberührt.
(2) Inhaltlich verknüpfte Anträge auf Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit und auf Verlängerung der kalendarischen Gesamtausbildungsdauer sollen im Sinne förderlicher Bedingungen für
die Vereinbarkeit von Berufsausbildung und
Familie entschieden werden.
E.2 Allgemeine Voraussetzungen der
Antragstellung
(1) Der Antrag ist vom Auszubildenden
schriftlich bei der Handwerkskammer Reut-
lingen zu stellen. Bei Minderjährigen ist die
entsprechende Zustimmung der gesetzlichen Vertreter erforderlich.
(2) Der Antrag soll rechtzeitig vor Ablauf
des Berufsausbildungsverhältnisses gestellt werden.
(3) Vor der Entscheidung über den Antrag
ist der Ausbildende (Betrieb) zu hören (§ 8
Abs. 2 BBiG/§ 27b Abs. 2 HwO). Die Berufsschule kann gehört werden.
(4) Der Auszubildende muss glaubhaft machen, dass die Verlängerung erforderlich
ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen.
Eine Verlängerung nach § 8 Abs. 2 BBiG/
§ 27b Abs. 2 HwO soll nur ausnahmsweise
bei Vorliegen besonderer Gründe gewährt
werden.
E.3 Verlängerungsgründe
(1) Nachfolgende Gründe können eine Verlängerung erforderlich machen:
! erkennbare schwere Mängel in der Ausbildung,
! Nichterreichen des Leistungszieles der
Berufsschulklasse,
! längere vom Auszubildenden nicht zu
vertretende Ausfallzeiten (z.B. infolge
Krankheit),
! körperliche, geistige und seelische Behinderung des Auszubildenden, die dazu führen, dass das Ausbildungsziel
nicht in der vereinbarten Ausbildungszeit erreicht werden kann,
! Betreuung des eigenen Kindes oder
von pflegebedürftigen Angehörigen,
! verkürzte tägliche oder wöchentliche
Ausbildungszeit (§ 8 Abs. 1 S. 2
BBiG/§ 27b Abs. 1 S. 2 HwO).
(2) Bei Festlegung der Verlängerungszeit
sind die Prüfungstermine zu berücksichtigen.
F. Inkrafttreten
Die vorstehenden Richtlinien treten am Tage
Ihrer Veröffentlichung in Kraft. Gleichzeitig
treten die bisherigen Richtlinien der Handwerkskammer Reutlingen zur Anrechnung
auf die Ausbildungszeit, Kürzung der Ausbildungszeit und vorzeitigen Zulassung zur
Abschluss-/Gesellenprüfung außer Kraft.
Diese Regelung wurde gem. § 106 Abs. 2
der Handwerksordnung mit Bescheid des
Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg vom 4. Dezember 2009 mit Aktenzeichen 3-4233.62/26 genehmigt.
Diese Regelung wurde in Reutlingen am
8. Dezember 2009 ausgefertigt.
Diese Regelung wird hiermit satzungsgemäß veröffentlicht.
gez.
gez.
Joachim Möhrle Dr. Joachim Eisert
Präsident
Hauptgeschäftsführer
Amtliche Bekanntmachung der Handwerkskammer Reutlingen über das
Gesamtergebnis der Wahlen zur Vollversammlung 2009
Die Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen hat in ihrer Sitzung vom 30. November 2009 die Gültigkeit der Wahl ihrer Mitglieder von Amts wegen gemäß § 100 Abs. 1
des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks (Handwerksordnung) in der derzeit aktuellen
Fassung geprüft und die Gültigkeit der Wahl festgestellt.
Das Ergebnis der Wahl wird hiermit gem. § 100 Abs. 2 HwO öffentlich bekannt gemacht.
7. Peter Ring
Fuger
Mörikestr. 7
72805 Lichtenstein
Steffen Mohl
Fliesenlegermeister
Grabenstr. 35
72800 Eningen
Ingo Vöhringer
Fliesenlegermeister
August-Lämmle-Weg 6
72531 Hohenstein
14. Hermann Pfaff
Schmiedemeister
Unterdorfstr. 20
72488 Sigmaringen
Ernst Hein
Elektromeister
Inneringer Str. 12
72519 Veringenstadt
Alfred Schulz
Gas- und
Wasserinstallateurmeister
Paradiesstr. 32/1
88348 Bad Saulgau
Andreas Leibfarth
Elektroinstallateurmeister
Am Heiligen Brunnen 22
72581 Dettingen
Wolfgang Pastoors
Radio- und
Fernsehtechnikermeister
Daimlerstr. 11
72793 Pfullingen
15. Erich Will
Kfz-Mechanikermeister
Lauchertstr. 14
72511 Bingen
Siegmund Bauknecht
Kfz-Mechanikermeister
Hauptstr. 4
88356 Ostrach
Edgar Hirz
Kfz-Elektrikermeister
Gorheimer Str. 25
72488 Sigmaringen
Günther Tröster
Mechanikermeister
Brühlstr. 23
72805 LichtensteinHolzelfingen
Karl Ulrich Thumm
Karosserie- und
Fahrzeugbauermeister
Keltenstr. 9
72766 Reutlingen
16. Amadeus Haas
Friseurmeister
Kugelbergstr. 4
88367 Hohentengen
Klaus Matt
Raumausstatter- und
Schreinermeister
St. Martinsplatz 5
88630 Pfullendorf
Bernd Single
Zahntechnikermeister
Fürst-Wilhelm-Str. 8
72488 Sigmaringen
10. Joachim Stenzel
Dipl.-Ing. (FH)
Versorgungstechnik
Emil-Adolff-Str. 1
72760 Reutlingen
Friedrich Stoll
Bauingenieur (grad.)
Im Gässle 6
72770 Reutlingen
Josef Leippert
Metallbauermeister
Meidelstetter Str. 9
72829 Engstingen
17. Manfred Reutter
Maler- und Lackierermeister
Herrenberger Str. 60
72070 Tübingen
Ulrich Burkhardt
Maurermeister
Boschstr. 8
72108 RottenburgHailfingen
Stefan Müller
Dipl.-Bau-Ing. (FH)
Aeulestr. 8/1
72074 Tübingen
11. Dieter Laible
Friseurmeister
Wilhemstr. 96
72764 Reutlingen
Roberto Laraia
Friseurmeister
Karlstr. 1
72764 Reutlingen
Bernd Christner
Friseurmeister
Reutlinger Str. 40
72829 Engstingen
18. Jochen Strasser
Schlossermeister
Dusslinger Weg 8
72072 Tübingen
Georg Hofer
Elektromeister/
FS-Techn. Meister
Pfalzgrafenring 17
72119 Ammerbuch
Siegfried Buck
Schlossermeister
Reutlinger Str. 67
72147 Nehren
12. Wilhelm Fetzer
Fleischermeister
Im Hof 3
72582 Grabenstetten
Edmund Sautter
Bäckermeister
Im Hörnle 76
72800 Eningen u.A.
Heinz Sommer
Konditormeister
Wilhelmstr. 100
72764 Reutlingen
19. Gebhart Höritzer
Dachdecker- und
Klempnermeister
Zwehrenbühlstr. 6
72070 Tübingen
Berthold Lamparth
Werkzeugmachermeister
Dobelstr. 10
72411 Bodelshausen
Wolfgang Veit
Schlossermeister
Robert-Bosch-Str. 21
72810 Gomaringen
13. August Dannegger
Zimmerermeister
Fürstin-Margarete-Str. 2
72488 Sigmaringen
Dietmar Redlich
Maurermeister
Am Stelzenbach 7
72514 Inzigkofen
Wolfgang Lieb
Dipl.-Ingenieur
Robert-Bosch-Str. 1
72501 Gammertingen
20. Wolfgang Motzer
Glasermeister
Talstr. 33
72135 Dettenhausen
Bernhard Schnitzler
Glasermeister
Kapellenweg 16
72070 Tübingen
Holger Schmid
Glasermeister
Beim Kupferhammer 5/1
72070 Tübingen
Ordentliches Mitglied
1. Stellvertreter
2. Stellvertreter
8. Rüdiger Hofmann
Elektroinstallateurmeister
Lembergstr. 40
72766 Reutlingen
1. Joachim Möhrle
Dipl.-Betriebswirt (FH)
Heisenbergstr. 1
72250 Freudenstadt
Friedrich Barth
Kfz-Mechanikermeister
Hörschweiler Str. 15
72296 Schopfloch
Manfred Konz
Elektroinstallateurmeister
Alfredstr. 18
72250 Freudenstadt
9. Bernd Heusel
Kfz-Betriebswirt
Rommelsbacher Str. 69
72760 Reutlingen
2. Gerhard Beuter
Mechanikermeister
Industriestr. 47
72160 Horb
Heinz Müller
Dipl.-Ing.
Gottlieb-Daimler-Str. 15
72250 Freudenstadt
Raimund Pfeffer
Dipl.-Ing. (FH)
Siemensstr. 8
72184 Eutingen
3. Reinhold Gärtner
Schreinermeister
Theodor-Heuss-Str. 18
72285 Pfalzgrafenweiler
Robert Züfle
Schreinermeister
Tonbachstr. 116
72270 Baiersbronn
Gunther Nübel
Schreinermeister
Herzogstr. 68
72285 Pfalzgrafenweiler
4. Claus-Dieter Wetzel
Konditormeister
Marktplatz 65
72250 Freudenstadt
Roland Plaz
Bäckermeister
Marktstr. 16
72184 Eutingen
Uwe Wiedmaier
Fleischermeister
Neuneckerstr. 5
72293 Glatten
5. Kay Jentz
Dipl.-Ing. (FH) GF
Hechinger Str. 22
72770 Reutlingen
Gerd Renz
Zimmerermeister
Uhlandstr. 20
72793 Pfullingen
Jürgen Krohmer
Zimmerermeister
Am Berg 12
72525 Münsingen
6. Harald Herrmann
Fliesenlegermeister
Wilhelm-Grimm-Weg 2
72762 Reutlingen
Thomas Kimmerle
Stuckateurmeister
Johannesstr. 40
72124 Pliezhausen
Jörg-Heinz Müller
Maurermeister
In Laisen 30
72766 Reutlingen
Als Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen sind gewählt:
Vertreter des selbstständigen Handwerks
Fortsetzung auf Seite II
II
Deutsche Handwerks Zeitung
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN
Ausg. 24 | 18. Dezember 2009 | 61. Jahrgang
·
Amtliche Bekanntmachung der Handwerkskammer
Reutlingen über das Gesamtergebnis der Wahlen zur
Vollversammlung 2009 (Fortsetzung von Seite I)
6. Hermann Dreher
Flaschner, Installateur
Hintere Str. 3
72514 Inzigkofen
Alexander Linder
Metallbauer
Blochinger Str. 38
72516 Scheer
Reiner Höhn
Elektroinstallateur
Marienstr. 32
72531 Hohenstein
Rolf-Dieter Schrempp
Mechanikermeister
Unter Hornau 19
72459 AlbstadtPfeffingen
7. Armin Sieger
Schreinermeister
Panoramaweg 15
88605 Meßkirch
Manfred Lohr
Schreiner
Hintere Bergstr. 10/2
88630 Pfullendorf
Kai Grunert
Tischler
Oberdorf 12
72519 Veringendorf
8. Klaus Nagel
Zimmerer
Goethestr. 30
72127 Kusterdingen
Frank Bertsch
Maler und Lackierer
Ludwigstr. 31
72805 Lichtenstein
Boris Sorgius
Zimmerermeister
Linsenbergstr. 26
72074 Tübingen
Günter Kälbli
Karosserie- und
Fahrzeugbauermeister
Ebingertalstr. 48/1
72459 Albstadt-Lautlingen
Wolf-Dieter Dengler
Kfz-Mechanikermeister
Bahnhofstr. 12-14
72379 Hechingen
9. Wolfgang Wendt
Kfz-Mechaniker
Weilerweg 36
72411 Bodelshausen
Andreas Möck
Kfz-Mechaniker
Steinlachmühle 1
72116 Mössingen
Thomas Klemenz
Radio- und
Fernsehtechniker
Alte Steige 2
72813 St. Johann
24. August Wannenmacher
Schreinermeister
Im Hitzenried 8
72414 Rangendingen
Reinhard Konzelmann
Schreinermeister
Langenäckerstr. 8
72336 Balingen-Dürrwangen
Lothar Weinmann
Schreinermeister
Plettenbergstr. 8
72336 BalingenRoßwangen
10. Dorle Vatter
Fleischereifachverkäuferin
Drosselweg 8
72813 St. Johann
Elke Hecht
Fleischereifachverkäuferin
Brühlstr. 49
72805 Lichtenstein
Benjamin Rieker
Schreiner
Pfalzgrafenring 5
72119 Ammerbuch
25. Harald Rothfuß
Friseurmeister
Wilhelm-Kraut-Str. 9
72336 Balingen
Albert Straubinger
Schuhmachermeister
Rainenstr. 12
72393 BurladingenSamendingen
Giuseppe Capone
Friseurmeister
Marktstr. 5
72458 Albstadt
11. Horst Reichert
Betonbauer
Zillhauserstr. 2
72336 Balingen
Andreas Schur
Maler und Lackierer
Kreuzäckerstr. 12
72805 Lichtenstein
Matthias Hübner
Maler und Lackierer
Brühlstr. 55
72770 ReutlingenOhmenhausen
26. Günter Weiler
Fleischermeister
Maierhof 2
72379 Hechingen
Alfred Schweizer
Bäckermeister
Bachstr. 5
72406 Bisingen-Steinhofen
Stephan Alt
Fleischermeister
Lange Str. 12
72461 Albstadt
12. Erich Gauggel
Industriemechaniker
Frommener Str. 24
72336 Balingen
Mario Döll
Mechaniker
Schützenstr. 21
72488 Sigmaringen
Lothar Böhm
Mechaniker
Heubergstr. 28
72461 Albstadt
13. Simon Weinmann
Schreiner
Zinkenstr. 9
72336 Balingen
Rainer Wiest
Schreiner
Brühlweg 9/1
72401 Haigerloch
Elisabeth Schnitzler
Friseurin
Birkenstr. 3
72813 St. Johann
Ordentliches Mitglied
1. Stellvertreter
2. Stellvertreter
21. Ernst Berger
Maurermeister
Blumersbergstr. 26
72469 Meßstetten
Mark Geiger
Maler- und
Lackierermeister
Lauterbachstr. 1
72459 Albstadt
Karl-Josef Rupp
Maurermeister
Kirchgasse 15
72393 BurladingenRingingen
22. Paul-Gerhard Alber
Mechanikermeister
Johannes-ConzelmannStr. 49
72461 Albstadt-Tailfingen
Achim Thiel
Gas-Wasserinstallateurmeister
Rohrackerstr. 35
72336 Balingen-Weilstetten
23. Gerhard Merz
Kfz-Mechanikermeister
Untere Dorfstr. 42
72336 Balingen-Weilstetten
Vertreter der Gesellen und anderer Arbeitnehmer
mit abgeschlossener Berufsausbildung
Ordentliches Mitglied
1. Stellvertreter
2. Stellvertreter
1. Manfred Haug
Feinwerktechniker
Lange Str. 56
72285 Pfalzgrafenweiler
Jörg Schwarz
Fernmeldeanlagenelektroniker
Brühlstr. 24
72805 Lichtenstein
Rainer Geiselhart
Kommunikationselektroniker
Fontanestr. 4
72829 Engstingen
2. Renate Hauschild
Fachverkäuferin
Jahnstr. 5
72805 Lichtenstein
Rosemarie Rudorf
Friseurmeisterin
Müllersbergstr. 5
72829 Engstingen
Birgit Vollmer
Fleischereifachverkäuferin
Charlottenstr. 9
72805 Lichtenstein
3. Traugott Feder
Maler und Lackierer
Theodor-Fischer-Str. 9
72760 Reutlingen
Günther Beck
Maler und Lackierer
Sophienweg 5/1
72760 Reutlingen
Carlos Pinheiro
Maler und Lackierer
Glemserweg 4
72813 Würtingen
4. Harald Walker
Elektromeister
Daimlerstr. 41/1
72074 Tübingen
Matthias Hornung
Kraftfahrzeugtechniker
Vogelbeerstr. 31
72813 St. Johann
Stefan Langmayr
Kraftfahrzeugmechaniker
Wengenstr. 40
72800 Eningen
5. Petra Hepper
Friseurin
Schellingstr. 25
72760 Reutlingen
Michael Wälder
Schreiner
Honauerstr. 2/1
72829 Engstingen
Karin Goller
Fleischereifachverkäuferin
Oberstetterstr. 2
72531 Hohenstein
Rechtsbehelfe:
Nach § 101 des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks (Handwerksordnung) in der derzeit
aktuellen Fassung kann jeder Wahlberechtigte gegen die Rechtsgültigkeit der Wahl innerhalb von einem Monat nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses Einspruch erheben; der
Einspruch eines Inhabers eines Betriebs eines Handwerks oder handwerksähnlichen Gewerbes kann sich nur gegen die Wahl der Vertreter der Handwerke und handwerksähnlichen Gewerbe, der Einspruch eines Gesellen oder anderen Arbeitnehmers mit einer
abgeschlossenen Berufsausbildung nur gegen die Wahl der Vertreter der Arbeitnehmer
richten.
Der Einspruch gegen die Wahl eines Gewählten kann nur auf eine Verletzung der Vorschriften der §§ 96 bis 99 der Handwerksordnung gestützt werden.
Richtet sich der Einspruch gegen die Wahl insgesamt, so ist er binnen eines Monats nach
der Bekanntgabe des Wahlergebnisses bei der Handwerkskammer einzulegen. Er kann nur
darauf gestützt werden, dass
1) gegen das Gesetz oder gegen die aufgrund des Gesetzes erlassenen Wahlvorschriften
verstoßen worden ist und
2) der Verstoß geeignet war, das Ergebnis der Wahl zu beeinflussen.
Reutlingen, den 30. November 2009
gez.
gez.
Joachim Möhrle
Dr. Joachim Eisert
Präsident
Hauptgeschäftsführer
AMTLICHE BEKANNTMACHUNG
Änderung der Satzung der Handwerkskammer Reutlingen
Die Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen hat am 22. Juli 2009 gem.
§§ 105 Abs. 1 Satz 2, 106 Abs. 1 Nr. 14 der Handwerksordnung in der derzeit aktuellen
Fassung folgende Änderung der Satzung der Handwerkskammer Reutlingen beschlossen:
§ 15 Abs. 5 lautet:
Die Mitglieder des Vorstandes verwalten ihr Amt als Ehrenamt. Dem Präsidenten, den Vizepräsidenten sowie den weiteren Vorstandsmitgliedern kann für den für ihre Tätigkeit verbundenen Aufwand eine angemessene Entschädigung gewährt werden.
§ 4 Abs. 3 lautet:
Die Mitglieder der Vollversammlung, des Rechnungsprüfungsausschusses und weiterer
Ausschüsse verwalten ihr Amt als Ehrenamt unentgeltlich. Sie haben Anspruch auf Ersatz
ihrer Auslagen und Entschädigung für Zeitversäumnis nach den von der Vollversammlung
zu beschließenden Sätzen. Die Zahlung eines pauschalierten Ersatzes und die Erstattung
von Fahrtkosten, Tages- und Übernachtungsgeldern ist zulässig. Auf Antrag hat die Handwerkskammer dem Arbeitgeber die anteiligen Lohn- und Lohnnebenkosten, die ihm durch
die Freistellung der in seinem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmervertreter von ihrer beruflichen Tätigkeit entstehen, zu erstatten.
§ 15 Abs. 2 lautet:
Wird ein Innungsobermeister oder Kreishandwerksmeister zum Präsidenten gewählt, muss
er bei Annahme der Wahl sein Amt als Innungsobermeister oder Kreishandwerksmeister unverzüglich niederlegen. Bewerber für das Amt des Präsidenten und des Vizepräsidenten
sowie der weiteren Mitglieder des Vorstands dürfen am Wahltag das 65. Lebensjahr nicht
überschritten haben.
Dieser Beschluss tritt für die §§ 15 Abs. 5 und 4 Abs. 3 am Tag nach seiner Bekanntmachung in Kraft.
Die Änderung des § 15 Abs. 2 tritt zum 1. Januar 2010 in Kraft.
Dieser Beschluss wurde gem. § 106 Abs. 2 der Handwerksordnung mit Bescheid des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg vom 4. Dezember 2009 (Az.: 3-4233.62/27)
genehmigt.
Dieser Beschluss wurde am 8. Dezember 2009 ausgefertigt.
Dieser Beschluss wird hiermit satzungsgemäß veröffentlicht.
gez.
Joachim Möhrle
Präsident
gez.
Dr. Joachim Eisert
Hauptgeschäftsführer
Änderung der Gebührenordnung
§1
§ 7 der Gebührenordnung lautet:
Stundung, Niederschlagung und Erlass
(1) Die Gebühr kann gestundet, teilweise oder ganz erlassen werden, wenn die Zahlung
nach Lage des Einzelfalles eine unbillige Härte bedeuten würde.
(2) Die Gebühr kann niedergeschlagen werden, wenn ihre Beitreibung keinen Erfolg verspricht oder wenn Aufwand und Kosten der Beitreibung nicht in einem angemessenen
Verhältnis zur Gebührenschuld stehen.
Festsetzung des Beitrags und der
überbetrieblichen Umlage mit Berufszuschlag für das Wirtschaftsjahr 2010
Die Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen hat am 30. November 2009
aufgrund von § 106 Abs. 1 Nr. 5 und § 113 der Handwerksordnung (HwO) in der derzeit
gültigen Fassung sowie auf Grund von § 8 Abs. 1 Nr. 5 der Satzung der Handwerkskammer Reutlingen in der derzeit gültigen Fassung nachfolgenden Beschluss zur Festsetzung
des Beitrags und der überbetrieblichen Umlage mit Berufszuschlag gefasst:
Beitragsfestsetzung für das Jahr 2010
Auf der Grundlage des Gewerbeertrags 2007, ersatzweise Gewinn aus Gewerbebetrieb
2007, werden erhoben:
a) Von den Inhabern eines Betriebs eines Handwerks und eines handwerksähnlichen Gewerbes, die nach § 6 des Grundsatzbeschlusses zur überbetrieblichen Ausbildung in der
derzeit gültigen Fassung von der Verpflichtung zur Kostentragung der überbetrieblichen
Ausbildung ausgenommen sind, der allgemeine Kammerbeitrag, der sich aus Grundbeitrag
und Zusatzbeitrag zusammensetzt. Für juristische Personen und GmbH & Co KG wird ein
Zuschlag zum Grundbeitrag erhoben. Von Personen, die nach § 90 Abs. 3 und 4 HwO Mitglied der Handwerkskammer sind, nach Maßgabe des § 113 Abs. 2 Satz 4 HwO, der allgemeine Kammerbeitrag, der sich aus Grundbeitrag und Zusatzbeitrag zusammensetzt.
b) Von den Inhabern eines Betriebs eines Handwerks, die nach § 6 des Grundsatzbeschlusses zur überbetrieblichen Ausbildung in der derzeit gültigen Fassung zur Kostentragung der überbetrieblichen Ausbildung einschließlich Internatsunterbringung und des Fahrgeldersatzes verpflichtet sind, der allgemeine Kammerbeitrag, der sich aus Grundbeitrag
und Zusatzbeitrag zusammensetzt, zuzüglich dem Zuschlag für juristische Personen und
GmbH & Co KG sowie die allgemeine ÜBA-Umlage, bestehend aus Grundbetrag und Zusatzbetrag und dem Berufszuschlag.
1. Allgemeiner Kammerbeitrag
a) Grundbeitrag: einheitlich 150 Euro.
b) Zusatzbeitrag: 1 Prozent aus Gewerbeertrag/Gewinn aus Gewerbebetrieb;
Freibetrag: 15.000 Euro vom Gewerbeertrag/Gewinn aus Gewerbebetrieb für Einzelunternehmen, Personengesellschaften und juristische Personen.
Der Höchstbetrag des Zusatzbeitrages, auch bei gleichzeitiger Beitragspflicht zur Industrie- und Handelskammer, beträgt 1.300 Euro.
Der Zusatzbeitrag errechnet sich aus dem Gewerbeertrag, der sich nach Abrundung und
vor Abzug des Freibetrages nach § 11 Abs. 1 Gewerbesteuergesetz ergibt, wenn für das
Bemessungsjahr ein einheitlicher Gewerbesteuermessbetrag festgesetzt worden ist, andernfalls aus dem Gewinn aus Gewerbebetrieb, der auf der Grundlage des § 15 des Einkommensteuergesetzes und § 8 des Körperschaftsteuergesetzes ermittelt worden ist.
c) Zuschlag zum Grundbeitrag für juristische Personen und GmbH & Co KG:
1 Prozent des Gewerbeertrages/Gewinnes aus Gewerbebetrieb,
mindestens jedoch 185 Euro und höchstens 305 Euro.
Stichtag für die Beitragserhebung ist der 1. Januar 2010.
2. Allgemeine Umlage für die überbetriebliche Ausbildung
a) Grundbetrag: einheitlich 65 Euro.
b) Zusatzbetrag: 0,50 Prozent aus Gewerbeertrag/Gewinn aus Gewerbebetrieb;
Freibetrag: 15.000 Euro vom Gewerbeertrag/Gewinn aus Gewerbebetrieb für Einzelunternehmen, Personengesellschaften und juristische Personen.
Der Höchstbetrag des Zusatzbetrages beträgt 650 Euro.
Der Zusatzbetrag errechnet sich aus den für den allgemeinen Kammerbeitrag maßgebenden Bemessungsgrundlagen.
Stichtag für die Erhebung der ÜBA-Umlage ist der 1. Januar 2010.
3. Berufszuschlag
Gewerbe der Anlage A HwO
(Gewerbe, die als zulassungspflichtige Handwerke betrieben werden können)
2. Ofen- und Luftheizungsbauer
70,00 Euro
früher: Kachelofen- und Luftheizungsbauer
10. Maler und Lackierer
140,00 Euro
13. Metallbauer
180,00 Euro
14. Chirurgiemechaniker
120,00 Euro
15. Karosserie- und Fahrzeugbauer
150,00 Euro
16. Feinwerkmechaniker
120,00 Euro
früher: Maschinenbaumechaniker,
Werkzeugmacher, Dreher, Feinmechaniker
17. Zweiradmechaniker
120,00 Euro
18. Kälteanlagenbauer
150,00 Euro
19. Informationstechniker
120,00 Euro
früher: Büroinformationselektroniker, Radio- und
Fernsehtechniker
20. Kraftfahrzeugtechniker
160,00 Euro
früher Kfz-Mechaniker, Kfz-Elektriker
21. Landmaschinenmechaniker
120,00 Euro
23. Klempner
190,00 Euro
24. Installateur und Heizungsbauer
190,00 Euro
früher: Gas- und Wasserinstallateur,
Zentralheizungs- und Lüftungsbauer
25. Elektrotechniker
150,00 Euro
früher: Elektroinstallateur, Elektromechaniker,
Fernmeldeanlagenelektroniker
26. Elektromaschinenbauer
150,00 Euro
27. Tischler
130,00 Euro
30. Bäcker
65,00 Euro
31. Konditoren
5,00 Euro
32. Fleischer
5,00 Euro
37. Zahntechniker
50,00 Euro
38. Friseure
60,00 Euro
39. Glaser
65,00 Euro
Gewerbe der Anlage B Abschnitt 1 HwO
AMTLICHE BEKANNTMACHUNG
Die Vollversammlung der Handwerkskammer hat am 22. Juli 2009 aufgrund von § 106
Abs. 1 Nr. 5 der Handwerksordnung ( HwO) in der derzeit gültigen Fassung sowie aufgrund
von § 8 Abs. 1 Nr. 5 und Nr. 15 der Satzung der Handwerkskammer Reutlingen vom
26. Februar 1996, zuletzt geändert am 20. November 2008, nachfolgenden Beschluss
zur Änderung der Gebührenordnung der Handwerkskammer Reutlingen vom 17. Juli 2000,
zuletzt geändert am 29. November 2006, beschlossen:
AMTLICHE BEKANNTMACHUNG
§2
Die Anlage zu § 4 Abs. 1 der Gebührenordnung lautet bei Ziffer 3.1.4 bis 3.1.6:
3.1.4 Gesellenprüfung
190,00 Euro
3.1.5 Abschlussprüfung
190,00 Euro
3.1.6 Umschulungsprüfung
190,00 Euro
§3
Die Änderung tritt zum 01.01.2010 in Kraft.
Dieser Beschluss wurde gem. § 106 Abs. 2 der Handwerksordnung mit Bescheid des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg vom 4. Dezember 2009, Az.: 3-4233.62/25 genehmigt. Der Beschluss wurde am 8. Dezember 2009 ausgefertigt und wird hiermit nach
§ 106 Abs. 2. Satz 2 der Handwerksordnung öffentlich bekannt gemacht.
Handwerkskammer Reutlingen
gez.
gez.
Joachim Möhrle
Dr. Joachim Eisert
Präsident
Hauptgeschäftsführer
(Gewerbe, die als zulassungsfreie Handwerke betrieben werden können)
15. Drechsler (Elfenbeinschnitzer) und Holzspielzeugmacher 80,00 Euro
26. Sattler und Feintäschner
10,00 Euro
27. Raumausstatter
10,00 Euro
33. Gebäudereiniger
50,00 Euro
38. Fotografen
65,00 Euro
39. Buchbinder
65,00 Euro
53. Schilder- und Lichtreklamehersteller
115,00 Euro
Stichtag für die Erhebung des Berufszuschlages ist der 1. Januar 2010.
Dieser Beschluss tritt zum 1. Januar 2010 in Kraft. Er wurde gem. § 106 Abs. 2 der Handwerksordnung mit Bescheid des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg vom 4. Dezember 2009 Az.: 3-4233.64/54 genehmigt. Der Beschluss wurde am 8. Dezember 2009
ausgefertigt und wird hiermit nach § 106 Abs. 2 Satz 2 der Handwerksordnung öffentlich
bekannt gemacht.
Handwerkskammer Reutlingen
gez.
Joachim Möhrle
Präsident
gez.
Dr. Joachim Eisert
Hauptgeschäftsführer
Deutsche Handwerks Zeitung
HANDWERKSKAMMER REUTLINGEN III
Ausg. 24 | 18. Dezember 2009 | 61. Jahrgang
·
Handwerkskammer gut vorbereitet
AMTLICHE BEKANNTMACHUNG
Änderung der Satzung der
Handwerkskammer Reutlingen
Lotse durch den Behördendschungel
Die Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen hat am 20. November
2008 gem. §§ 105 Abs. 1 Satz 2, 106 Abs. 1 Nr. 14 der Handwerksordnung folgende Änderung der Satzung der Handwerkskammer Reutlingen, zuletzt geändert am 18. Juli 2007, genehmigt mit Bescheid des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg vom 22. November 2007, veröffentlicht in der Deutschen
Handwerks Zeitung, Ausgabe Handwerkskammer Reutlingen vom 21. Dezember
2007, beschlossen:
§ 5 Abs. 2 und Abs. 3 „Mitgliederzahl/Aufteilung nach Gruppen“ werden wie
folgt gefasst:
(2) Die Mitglieder der Vollversammlung müssen den kammerzugehörigen Betrieben entsprechend den nachfolgenden Gruppen wie folgt angehören:
Gruppen, zu den in den
Anlagen A und B aufgeführten
Gewerben (§ 93 Abs. 2 HwO i.V.m.
§ 4 Anlage C zur HwO):
Selbstständige
Arbeitnehmervertreter
1 Bau- und Ausbaugewerbe
6
3
2 Elektro- und Metallgewerbe
11
5
3 Holzgewerbe und Glas-, Papier-,
keramische und sonstige Gewerbe
3
4 Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe
und Gewerbe für Gesundheits- und
Körperpflege sowie der chemischen und
Reinigungsgewerbe
3
5 Nahrungsmittelgewerbe
3
Gesamt
26
!
5
13
(3) Für die Benennung der Vertreter der Arbeitnehmer ist eine Zusammenfassung der Gruppen aus den Gewerbegruppen 3, 4 und 5 möglich.
§ 39 „Bekanntmachung“ wird wie folgt gefasst:
(1) Die Bekanntmachungen der Handwerkskammer und Änderung dieser Satzung sind im
Mitteilungsblatt Deutsche Handwerks Zeitung, Ausgabe Reutlingen, zu veröffentlichen. Einer Veröffentlichung in der Deutschen Handwerks Zeitung wird die Aufnahme der Bekanntmachungen der Handwerkskammer auf der Homepage (Startseite) im Internetauftritt –
www.hwk-reutlingen.de – unter der Rubrik „Amtliche Bekanntmachungen“ gleichgestellt.
Neben dem Einstellen der Bekanntmachungen und der Satzungsänderungen auf der
Homepage ist in der Deutschen Handwerks Zeitung, Ausgabe Handwerkskammer
Reutlingen, die Bezeichnung des Beschlusses, die Fundstelle auf der Homepage und das
Datum des Inkrafttretens zu veröffentlichen.
(2) Rechtsvorschriften der Handwerkskammer treten, soweit in ihnen nicht ausdrücklich
etwas anderes bestimmt ist, am Tage ihrer Veröffentlichung gem. Abs. 1 in Kraft.
§ 40 „Inkrafttreten“ wird gestrichen
Dieser Beschluss tritt am Tage seiner Verkündung in der Deutschen Handwerks Zeitung,
Ausgabe Handwerkskammer Reutlingen, in Kraft.
Dieser Beschluss wurde gem. § 106 Abs. 2 der Handwerksordnung mit Bescheid des
Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg vom 16. März 2009 (Az.: 3-4233.62/24)
genehmigt.
Die Handwerkskammer Reutlingen ist
gut auf den einheitlichen Ansprechpartner (EA) vorbereitet, der ab 28. Dezember 2009 Existenzgründer und andere
Dienstleister durch den Behördendschungel lotsen soll.
Der Landtag von Baden-Württemberg
hatte sich am 5. November 2009 in
erster Lesung mit dem Thema befasst
und damit die Endrunde in der von der
Europäischen Union (EU) vorgegebenen Dienstleistungsrichtlinie eingeläutet.
Der einheitliche Ansprechpartner soll
Unternehmern den zeit- und nerven-
raubenden Gang durch die Amtsstuben
abnehmen, auf Wunsch wird das künftig auch digital über das Portal www.service-bw.de möglich sein.
Verpflichtend ist dieser Service aus einer Hand bei den Handwerkskammern
sowie den Industrie- und Handelskammern angesiedelt, während Stadtund Landkreise den einheitlichen Ansprechpartner lediglich freiwillig anbieten können. „Bei den Kammern ist
diese Dienstleistung auch am besten
aufgehoben“, meint Justiziar Richard
Schweizer, der bei der Handwerkskammer Reutlingen das „Starter Center“
betreut, das bereits seit Jahren eine in
Grundzügen vergleichbare Dienstleistung anbietet.
Die Kammern würden schließlich jetzt
schon
Existenzgründer,
Betriebsinhaber und Betriebsübernehmer betriebsnah, kompetent und neutral beraten. „Deshalb sind wir bestens gerüstet
und betreten mit dem einheitlichen
Ansprechpartner kein Neuland“, so
Schweizer weiter.
Der einheitliche Ansprechpartner soll
als leistungsfähiger Koordinator und
Verfahrenslotse dafür sorgen, dass Verwaltungsverfahren schneller und kos-
tensparender abgewickelt werden. Bürokratische Hürden fallen und damit
kann auch beispielsweise der portugiesische Existenzgründer, der in BadenWürttemberg tätig werden will, über die
Grenzen hinweg Kontakt zur richtigen
Anlaufstelle aufnehmen.
Umgekehrt wird dies natürlich auch für
deutsche Unternehmer die Arbeit im
Ausland vereinfachen. „Der funktionierende einheitliche Ansprechpartner bei
den Kammern kann für Baden-Württemberg zum spürbaren Standortvorteil
werden“, unterstreichen die Präsidenten der Kammerorganisationen.
Der wichtigste Kunde der Zukunft
hat graues Haar
Demografischer Wandel öffnet neue Marktchancen für das Handwerk
Die Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Der veränderte Altersaufbau unserer Gesellschaft verstärkt die Nachwuchssorgen und den Fachkräftemangel in den Betrieben. Zugleich erwarten
Experten eine steigende Nachfrage
nach Leistungen und Produkten, wie sie
vor allem vom Handwerk erbracht werden können. Für Staatsrätin Dr. Claudia
Hübner, Demografiebeauftragte der
Landesregierung, steht fest: „Alter ist für
das Handwerk eine Chance, die genutzt
werden muss.“
Hübner warb anlässlich der Auftaktveranstaltung der regionalen Demografieinitiative Handwerk in Reutlingen dafür,
die strukturellen Herausforderungen
anzunehmen. Der demografische Wandel berühre das Handwerk stärker als
andere Bereiche. Angesichts der körperlichen Belastungen in vielen Berufen sei
eine Neugestaltung der Arbeit notwendig, betonte Hübner. „Der 67-jährige
Dachdecker muss nicht mehr die Dachpfannen tragen – es gibt sicher auch andere Einsatzgebiete im Betrieb für ihn.“
Die klassische Abgrenzung von Arbeitsleben und Ruhestand, so Hübner, sei
überholt. Stattdessen müssten flexible
und individuell gestaltbare Übergänge
geschaffen werden: „Warum eigentlich
nicht einige Jahre mit Tempo 30, statt im
freien Fall aus dem Beruf in das Nichtstun.“
Davon profitierten Beschäftigte und Betriebe, denn Know-how, Lebenserfahrung und soziale Kompetenz könnten
so länger im Unternehmen gehalten
werden. So genannte Tandemmodelle
sicherten den notwendigen Wissenstransfer zwischen älteren Fachkräften
und ihren Nachfolgern. Außerdem müssten künftig der Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie die Weiterbildung eine größere Rolle spielen.
Gutes Handwerk zahlt sich aus
Allerdings eröffne die alternde Gesellschaft auch zahlreiche Chancen. Denn
ältere Kunden seien die wichtigste Käufergruppe der Zukunft. Laut aktueller
Studien verfügten allein die über 60Jährigen über eine Kaufkraft von mehr
als 300 Milliarden Euro. Ältere hätten in
aller Regel ein relativ hohes Einkommen, außerdem legten sie Wert auf Qua-
lität und individuelle Beratung. „Das ist
eine Chance, die der demografische
Wandel dem Handwerk auf dem Silbertablett serviert“, betonte Hübner.
Gute Chancen hätten durchdachte und
an die jeweiligen Bedürfnisse der älteren Verbraucher angepasste Produkte
und Leistungen. Zum Beispiel barrierefreie Bäder oder Türöffner, die über Bewegungsmelder gesteuert werden. „Barrierefreiheit und Seniorenfreundlichkeit entscheiden letztlich darüber, wie
lange man in den eigenen vier Wänden
leben kann“, zeigte sich Hübner sicher.
Gutes Handwerk zahle sich da aus. Für
Kunden und Anbieter.
Die Vorträge der Auftaktveranstaltung und weitere
Informationen zur regionalen Demografieinitiative
finden Sie unter www.hwk-reutlingen.de/demografie
Dieser Beschluss wurde in Reutlingen am 19. März 2009 ausgefertigt.
Dieser Beschluss wird hiermit satzungsgemäß veröffentlicht.
gez.
Joachim Möhrle
Präsident
gez.
Dr. Joachim Eisert
Hautgeschäftsführer
Handwerk hält Lehrstellenangebot stabil
2198 neue Lehrverträge im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen
AMTLICHE BEKANNTMACHUNG
Änderung der Entschädigung der
ehrenamtlichen Prüfer in
Prüfungsausschüssen der
Handwerkskammer Reutlingen
Die Vollversammlung der Handwerkskammer Reutlingen hat am 22. Juli 2009 aufgrund von
§§ 34 Abs. 7, 42c Abs. 1, 42i Abs. 3 und 48 Abs. 6 der Handwerksordnung sowie § 40
Abs. 4 und § 56 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz in der jeweils derzeit gültigen Fassung die
Entschädigung der Prüfer in Zwischen-, Gesellen-, Abschluss-, Umschulungs-, Fortbildungsund Meisterprüfungsausschüssen wie folgt beschlossen:
Die Handwerkskammer Reutlingen setzt mit Wirkung vom 1. Januar 2010 die Entschädigung für ehrenamtliche Prüfer in Zwischen-, Gesellen-, Abschluss-, Umschulungs-, Fortbildungs- und Meisterprüfungsausschüssen auf 15 Euro pro Stunde fest.
Dieser Beschluss tritt am Tage seiner Bekanntmachung in Kraft.
Dieser Beschluss wurde gem. § 106 Abs. 2 der Handwerksordnung mit Bescheid des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg vom 4. Dezember 2009 (Az.: 3-4233.62/28) genehmigt.
Dieser Beschluss wurde am 8. Dezember 2009 ausgefertigt.
Dieser Beschluss wird hiermit satzungsgemäß veröffentlicht.
gez.
Joachim Möhrle
Präsident
gez.
Dr. Joachim Eisert
Hauptgeschäftsführer
Der Ausbildungsmarkt ist im Krisenjahr
2009 von größeren Einbrüchen verschont geblieben. In den ersten zehn
Monaten des Jahres wurden bei der
Handwerkskammer Reutlingen 2198
neue Lehrverträge gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang von 3,8 Prozent
gegenüber dem Vorjahr. Rainer Neth,
stellvertretender Hauptgeschäftsführer
der Handwerkskammer Reutlingen,
wertet dieses Ergebnis dennoch als
überaus positives Signal: „Die Betriebe
machen auch in schwierigen Zeiten keine Abstriche bei der Ausbildung.“
Mit 742 neuen Lehrverträgen steuern
die Elektro- und Metallbetriebe nach
wie vor rund ein Drittel aller Ausbildungsplätze im Kammerbezirk bei. Ihnen folgt die Berufsgruppe Bau und
Ausbau, auf die 460 Ausbildungsverträge entfallen. Die Differenz im gewerblichen Bereich beträgt –5,8 Prozent zum
Vorjahr, während im kaufmännischen
Bereich die Zahl der Ausbildungsverträge um 1,4 Prozent gestiegen ist. Deutliche Zuwächse verzeichnen die Bekleidungsbetriebe (16,7 Prozent) und die
sonstigen Gewerbe, wie zum Beispiel
Speiseeishersteller, Bestatter und Kosmetiker (37,9 Prozent).
Einen Rückgang verzeichnet die Handwerkskammer bei den Ausbildungsplätzen, die im Rahmen des Ausbildungspaktes neu eingeworben wurden. 277
neue Lehrstellen waren es in diesem
Jahr (2008: 314). Allerdings kamen in
diesem Jahr 250 Handwerksbetriebe
neu hinzu, die erstmals oder nach längerer Pause wieder eine Lehrstelle anbieten. Deutliche Zuwächse weist die
Kammerstatistik beim Angebot an Einstiegsqualifizierungen (EQJ) für Schulabgänger aus. 60 Plätze wurden bislang
eingeworben, die Zahl der abgeschlossenen EQJ-Verträge stieg um ein Drittel
auf 46.
Nach Neths Einschätzung lässt sich der
Rückgang der Lehrstellen im gewerblichen Bereich nicht allein mit der konjunkturellen Lage einiger Branchen begründen. Während vor allem die
Elektro- und Maschinenbauer und Ausrüster, die als Zulieferer für die Industrie
arbeiteten, sich noch mitten in der Krise
befänden, profitierten die Bau- und
Ausbauhandwerker zurzeit von den
Konjunkturmaßnahmen und Förderprogrammen für energetische Sanierungen.
Dass diese Betriebe trotz guter Auftragslage weniger ausbilden, führt Ausbildungsexperte Neth auf zwei Ursachen
zurück. Die Qualifikation der Bewerber
ist eine davon. „Wenn grundlegende
Kenntnisse in Deutsch oder Mathematik fehlen, verzichten manche Betriebe
mittlerweile lieber darauf, einen Lehrling auszubilden.“ Zugleich mache sich
der demografische Wandel nun auch
auf dem Lehrstellenmarkt bemerkbar:
„Wir haben spürbar weniger Schulabgänger und damit weniger Bewerber als
früher“, betont Neth.
Die Folge ist, dass es für die Betriebe
immer schwieriger wird, die bereitgestellten Ausbildungsplätze mit geeigneten Jugendlichen zu besetzen. Die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer
weist für das laufende Jahr noch 90 Angebote in 69 Betrieben aus – vom
Augenoptiker über den Informationselektroniker bis hin zum Zimmerer.
„Wer noch in diesem Herbst eine Lehre
beginnen möchte, hat im Gegensatz zu
früheren Jahren vergleichsweise gute
Chancen, einen Ausbildungsplatz zu
finden“, sagt Neth. Dies gilt umso mehr
für die Schulabgänger des nächsten
Jahres. Für den Ausbildungsstart 2010
sind bereits mehr als 500 Angebote
gemeldet.
www.hwk-reutlingen.de/ausbildung
Der gekaufte Meister
Wenn der erforderliche Meistertitel fehlt, setzt mancher Unternehmer auf illegale Praktiken
Präzision ist Trumpf: Qualität gehört von Anfang an zum Ausbildungsziel. Das sollte für
alle Gewerke gelten.
Foto: Archiv
Bei den hohen Transfersummen im europäischen Fußball beschleicht einen
mitunter das ungute Gefühl, dass so
versucht wird, den Meistertitel quasi
„einzukaufen“. Ob dies im Fußball
funktioniert, sei dahingestellt. Im
Handwerksrecht ist es jedenfalls nicht
möglich.
Dies zeigt unter anderem eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (Az. 5
AZR 355/08): Ein Stuckateurmeister aus
Köln hatte seinen Meistertitel an eine
GmbH „verkauft“, da der Geschäftsführer der GmbH über keinen entsprechenden Befähigungsnachweis verfügte
und daher nicht im Stuckateurhandwerk tätig sein durfte.
Der Stuckateurmeister ließ sich also
bei der GmbH anstellen und sollte
hier für im Gegenzug bei einer vertraglich vereinbarten 39-Stunden-Woche
mit einem Bruttomonatslohn in Höhe
von 2.500 Euro entlohnt werden. Tatsächlich war zwischen den Parteien
allerdings von Anfang an klar, dass keine 39 Stunden gearbeitet werden sollten
und der „Arbeitsvertrag“ lediglich zur
Vorlage bei der Handwerkskammer
diente.
Also eine Win-win-Situation für Arbeitnehmer und GmbH mit dem Inhalt
Geld gegen Meisterbrief? Mitnichten,
entschied jetzt das Bundesarbeitsgericht. Der Meister in einem zulassungspflichtigen Handwerk muss dafür sorgen, dass die handwerklichen Arbeiten
„meisterhaft“ ausgeführt werden, dass
er über den Handwerksbetrieb in seiner
fachlichen Ausgestaltung und seinen
technischen Ablauf bestimmen und insoweit auch die Verantwortung tragen
muss.
In dem oben genannten Fall sollte der
Meister jedoch überhaupt nicht im entsprechenden Maße im Betrieb mitarbeiten. Es lag lediglich ein so genannter
Konzessionsträgervertrag vor. Der geschlossene Vertrag ist daher null und
nichtig. Er verstößt nämlich gegen die
Vorschrift, dass in einem Betrieb, der
ein zulassungspflichtiges Handwerk betreibt, grundsätzlich ein Meister tatsächlich mitarbeiten muss. Ist jedoch
von Anfang an beabsichtigt, dass der
Meister ohne reale Arbeitsleistung nur
als „Strohmann“ dient, um die Eintragung in die Handwerksrolle zu ermöglichen, so liegt ein so genanntes nichtiges Umgehungsgeschäft vor. Die Folge:
Der Stuckateurmeister bekam seinen
vertraglich vereinbarten Lohn nicht zugesprochen, denn aus nichtigen Verträgen kann niemand etwas erfolgreich
einfordern.
Von derartigen Geschäftspraktiken
kann daher nur abgeraten werden,
denn Meistertitel können nicht wirksam „gekauft“ werden. Und selbst im
Fußball funktioniert das wohl nicht:
Sonst käme der deutsche Meister
schließlich ständig aus dem gleichen
Verein.