Lernpaket Mel Ramos - Weltkulturerbe Völklinger Hütte

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Lernpaket Mel Ramos - Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
Generaldirektor Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig
Lernpaket für Lehrer und
Schüler
Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
66302 Völklingen / Saar
Redaktion: Peter Backes, Frank Krämer, Jeanette Wagner
Tel. 06898/9100-159, Fax 06898/9100-111
[email protected]
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Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
Generaldirektor Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig
Mel Ramos
50 Jahre PopArt
18. Juni 2011 bis 8. Januar, täglich ab 10Uhr
Lernpaket für Lehrer und Schüler
Inhalt
1.
Ausstellungsdaten und Service für Schulen
S.3
2.
Vorwort
S.5
3.
PopArt
S.7
4.
Mel Ramos
S.8
5.
Biographie: Mel Ramos
S.11
6.
Werkphasen
S.14
7.
Schlüsselwerke
S.30
8.
Zeitleiste
S.38
9.
Unterrichtsvorschläge
S.43
10.
Quellentexte
S.55
11.
Zitate
S.70
12.
PopArt-ABC
S.73
13.
Katalog zur Ausstellung
S.77
14.
Literatur
S.77
15.
Links
S.81
Impressum
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1. Ausstellungsdaten und Service für Schulen
Öffnungszeiten
bis 8. Januar 2011
Erzhalle, täglich von 10 bis 19 Uhr
Ermäßigt
10,00 €
Normal
12,00 €
Familien (2 Erwachsene mit Kindern
und Jugendlichen bis 16 Jahre)
25,00 €
Kinder und Jugendliche
3,00 €
Kinder und Jugendliche im Klassenverband 3,00 €
Gebuchte Führung
80,00 € (plus ermäßigten Eintritt)
(max. 30 Personen, Dauer der Führung ca. 1,5 Stunden).
Jahreskarten
Jahreskarten Kinder/ Schüler
Erwachsene
Familien
6,00 €
25,00 €
55,00 €
Sonderkonditionen für Schulen
Schulklassenführung im Bonuspaket zum Preis von 100 Euro inkl. Führung
(max. 30 Personen einschließlich Lehrkraft) in der Zeit von Montag bis Freitag
zwischen 10 und 14 Uhr.
Bucht eine Schule zum gleichen Termin drei Führungen zahlt sie nur 2!
Kontakt /Besucherservice
Telefon +49 (0)6898 - 9 100 100
+49 (0)6898 - 9 100 106
Fax
+49 (0)6898 – 9 100 111
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Service zur Ausstellung
Sonderpublikation zur Ausstellung,
Mel Ramos, 50 Jahre PopArt, 2011, Edition Völklinger Hütte, Ostfildern 2011,
280 Seiten, 150 Farbabbildungen, Sonderpreis 19,80 €
Lucky Lulu Blonde
1965
Öl auf Leinwand
122 x 102 cm
Louis K. Meisel Gallery, New York
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2. Vorwort
Mel Ramos, PopArt und die Völklinger Hütte
Sehr geehrte Frau Fachleiterin, sehr geehrter Herr Fachleiter, liebe Freunde
des Weltkulturerbes Völklinger Hütte,
die Pop-Kultur hat unsere Gesellschaft und unser Leben seit den
sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts vollständig verändert. Dank der
PopArt gibt es heute keine Trennung mehr zwischen Hochkultur und
Alltagskultur. Die Wirklichkeit des Alltagslebens ist im 21. Jahrhundert –
dank und wegen der PopArt - genauso kunstfähig wie industrielle
Massenproduktion mit ihrem seriellen Gepräge, wie weggeworfene und
übrig gelassene Dinge des Lebens oder die Stereotypen der Werbung,
wenn sie von Künstlerinnen und Künstlern in den
Transformationsprozess ihrer Kunst einbezogen werden. Ohne die tief
gehende Bewusstseinsveränderung und Perspektivverlagerung der
PopArt, die unseren Bewertungsmaßstab von Kultur vollständig neu
definiert hat, wäre die 1986 stillgesetzte Völklinger Eisenhütte nie in den
Rang eines UNESCO Weltkulturerbe gelangt. Als 1994 die Völklinger
Eisenhütte von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit
klassifiziert wurde, war das der erste Höhepunkt eines Prozesses, der
wesentlich von der PopArt ausgelöst wurde. Der ehemals industrielle
Produktionsort, mit seinen gigantischen Maschinen und Gebäuden, an
dem in aktiver Zeit über 17.000 Menschen am Tag arbeiteten, wird
Schritt für Schritt zu einem Kulturort umgewertet. Es gehört zum
Programm eines solchen Prozesses, bedeutende Positionen der PopArt
am Ort sichtbar zu machen.
Es ist uns deshalb eine große Freude, dass wir nach der Ausstellung
„Duane Hanson - Sculptures of the American Dream“ die Kunst Mel
Ramos mit ihren künstlerisch synthetisierten Bildern einer Warenwelt
und ihren Frauenbildern, welche die Verlockungen der Werbebotschaften
transportieren und symbolisieren, als weitere bedeutende internationale
Position der PopArt in der Völklinger Hütte zeigen können.
Herzlicher Dank gilt all denen, die dieses spannende Projekt ermöglicht
haben, Otto Letze für die Tournee, meinem Kollegen Manfred Baldauf in
der Geschäftsführung, unserer Gesellschaft und meinem
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Weltkulturerbeteam um Frank Krämer für die Einrichtung der Mel
Ramos- Ausstellung.
Meinrad Maria Grewenig
Generaldirektor und CEO
des Weltkulturerbe Völklinger Hütte - Europäisches Zentrum für Kunst
und Industriekultur
Campari: The Lost Painting of
1965 #19
2000
Öl auf Leinwand
182 x 125,5 cm
Privatsammlung
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3. PopArt
Mitte der 1950er Jahre entwickelte sich unabhängig in New York und
London das Phänomen PopArt. Künstler wie Peter Blake, Andy Warhol und
Roy Lichtenstein entdeckten die Welt der Unterhaltungsindustrie und der
Werbung als Quelle der Inspiration für ihre Kunst.
Sie isolierten, vergrößerten und verfremdeten die Motive der Massenmedien
in ihren Arbeiten. Andy Warhol erlangte mit der Darstellung einer
Suppendose der Firma Campell 1968 weltweite Berühmtheit.
Die PopArt entstand vor dem Hintergrund der damals vorherrschenden
abstrakten Kunstströmungen. Indem die Künstler ihre Werke mit der
Lebenswirklichkeit des Betrachters verbanden, verweigerten sie sich nicht
länger ihrer realen Umwelt. Der britische PopArt Künstler Richard Hamilton
forderte der PopArt ab „populär, vergänglich, verbrauchbar, billig,
massenproduziert, jung, witzig, sexy, spielerisch, verführerisch,
geschäftstüchtig“ zu sein.
Bildquelle: www.ludwigforum.de
Bildquelle: www.ac- amiens.fr
Andy Warhol
Campbell's Soup Can I
1968
Roy Lichtenstein
M-maybe
1965
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4. Mel Ramos
Der kalifornische Maler ist einer der bedeutendsten Repräsentanten
der PopArt-Bewegung. Wie auch Andy Warhol oder Roy
Lichtenstein übernimmt Mel Ramos Motive aus den Massenmedien
und der Werbung für seine Werke. Dabei setzt er unterschiedliche
Konsumgüter zusammen mit makellosen, selbstbewussten oft
nackten Frauen auf der Leinwand in Szene.
Mel Ramos, 2010
© Dieter Zeitler, Nürnberg
Die Vorbilder für diese weiblichen Akte entnimmt er den Pin-up-Magazinen der
1950er und 1960er Jahre sowie den heutigen Lifestylemagazinen und malt sie in
lasziver Haltung eng verschlungen mit Produkten überdimensionierten Cola- oder
Ketchupflaschen. Aufgrund eines Unfalls in der Kindheit, der der eine Schädigung
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des Sehnervs zur Folge hatte, bereitet es ihm Schwierigkeiten, von nah auf fern
umzustellen, und umgekehrt. Das ist der Hauptgrund, weshalb Mel Ramos
Fotografien oder Abbildungen als Vorlage verwendet. Noch heute sorgen seine
Motive, die bereits in den 1960er Jahren zu Ramos Markenzeichen wurden, in der
Öffentlichkeit für Aufruhr.
Zwar hat sich der in Kalifornien geborene Künstler durch seine Commercial Pin-ups
einen Namen in der Kunstwelt gemacht, jedoch ist ein Œuvre vielfältiger. Seine
künstlerischen Interessen gelten beinah der gesamten Kunstgeschichte.
Erste Bilder entstanden bereits in den 1950er Jahren, als in den amerikanischen
Kunsthochschulen Abstrakter Expressionismus unterrichtet wurde. Mel Ramos
versuchte damals seinen eigenen kreativen Weg zu finden und malte nicht im
abstrakten Stil, wie viele seiner Zeitgenossen, sondern figurativ. Anschließend griff
er Comic-Motive auf. Gemalte oder gezeichnete Comic-Helden wie Batman oder The
Flash waren die Bildmotive der folgenden Jahre. Von da aus war es kein weiter Weg
zu den Wonder Women Comic-Heldinnen, welche die Vorgängerinnen seiner Pin-upGirls werden sollten.
Später bediente er sich bedeutender Gemälde aus der Kunstgeschichte wie
u.a. Modiglianis Akte oder Mondrians Farbkompositionen in verschiedenen
Serien: A Salute to Art History, Unfinished Paintings, Drawing Lessons, The
Artist‟s Studio. Dem Zentralmotiv seiner Werke bleibt er nach wie vor treu:
dem weiblichen Akt, akribisch ausgeführt und frei von Macken oder
Unreinheiten. Er malt seine Modelle lebendig, gleichzeitig wirken sie jedoch
künstlich, was wiederum ein Verweis auf Medienwelt ist.
Die Ausstellung MEL RAMOS. 50 Jahre PopArt zelebriert den Künstler anlässlich
seines 75. Geburtstages. Sein zeichnerisches und malerisches Werk sowie auch
Exkurse in die Welt der Skulptur sind zum ersten Mal in dieser größten europäischen
Retrospektive versammelt. Zu sehen sind rund 90 Arbeiten, von seinen ersten
menschlichen Darstellungen, Comic-Helden und Heldinnen, seinen prominenten Pinup-Girls bis hin zu seinen aktuellsten Arbeiten, Skulpturen und Gemälde aus der
Serie Galatea. Der Künstler hat an der Konzeption der Ausstellung mitgewirkt.
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5. Mel Ramos – Biographie
1935
Geburt von Melvin John Ramos am 24. Juli 1935 als Sohn eines Rennfahrers
portugiesischer Abstammung in Sacramento, Kalifornien
1954-1956
Kunststudium am Sacramento Junior College und am San José State College
1955
Heirat der Künstlerin und kalifornischen Schönheitskönigin Lolita Alice (Leta)
Helmers
1957-1958
Studium und Abschluss am Sacramento State College bei Wayne Thiebaud
1958-1966
Lehrtätigkeiten an verschiedenen High Schools in Sacramento
Erstmals Teilnahme an PopArt-Ausstellungen im Oakland Museums of
California und im Contemporary Art Museum Houston
1964
Etablierung als Hauptvertreter der PopArt neben Andy Warhol und Roy
Lichtenstein durch eine Einzelausstellung in der Bianchini Gallery New York
1965
Teilnahme an der Gruppenausstellung „Pop Art, Nouveau Réalism, etc.“ im
Palais des Beaux-Arts, Brüssel
1965-1966
Lehrtätigkeit an der Sacramento State University
1966-67
Teilnahme an der Wanderausstellung „11 Pop Artists“ durch die USA
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1967
Aufnahme der Lehrtätigkeit an der California State Universtiy, Hayward
Einzelausstellung im San Francisco Museum of Art
1969
Erste Einzelausstellung in Deutschland im Gegenverkehr, Zentrum für aktuelle
Kunst, Aachen
1972
Einzelausstellung im Utah Museum of Fine Arts
1974
Teilnahme an einer PopArt-Ausstellung im Whitney-Museums of American Art
in New York
1975
Einzelausstellung im Museum Haus Lange, Krefeld
1977
Erste Retrospektive im Oakland Museum of California
1980-1997
Professor an der California State University, Hayward
1986
Auszeichnung mit dem Visual Artits Fellowship Grant durch die National
Endowment for the Arts
Reise nach Frankreich im Rahmen eines Austauschstipendiums
1991-1993
Teilnahme an der großen internationalen Wanderausstellung „Pop Art“ (Royal
Academy of Arts, London; Museum Ludwig, Köln; Museo Nacional Centro de
Arte Reina Sofia, Madrid; The Montreal Museum of Fine Arts)
Seit 1992
Zweitwohnsitz in Horta de San Juan, Spanien
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1999
Teilnahme an der druckgraphischen Gruppenausstellung „Pop Impressions“ im
Museum of Modern Art, New York
2007-2008
Teilnahme an der Ausstellung „Pop Art Portraits“ in der National Portrait
Gallery in London und in der Staatsgalerie in Stuttgart
Mel Ramos lebt und arbeitet in Oakland, Kalifornien, und Horta de San Juan,
Spanien.
Scott
1968
Öl auf Leinwand, Sechseck
30 x 30 cm
Sammlung Familie Leta und Mel
Ramos
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6. Werkphasen
1. Grafiken und Zeichnungen
Im Alter von fünfzehn oder sechzehn Jahren inspiriert ihn Salvador Dalis Werk „
Weiche Konstruktion mit gekochten Bohnen (Vorahnung des Bürgerkriegs)“ aus dem
Jahre 1936 selbst Künstler zu werden. So fertigt er in seiner Highschool-Zeit bereits
Plakate für seine Schule an. Auch im späteren Werk von Ramos tauchen
typografische Elemente wieder auf. Auf dem College adaptiert er zunächst den Stil
der „Bay Area Figurative School“, den sein Professor Wayne Thibaud, selbst ein
Vertreter dieser Stilrichtung, lehrte. Weiterhin sind in Mel Ramos„ Gemälden dieser
Zeit Einflüsse des Abstrakten Expressionismus zu erkennen, welcher seit den späten
1940er Jahren in Amerika en vogue war. Charakteristisch für diese erste Werkphase
waren einzelne Personen vor einem undefinierten Hintergrund als Motiv, der pastose
Farbauftrag, sowie pastellige Farbtöne.
Walking Girl
1960
Öl auf Leinwand
28 x 23 cm
Sammlung Familie Leta und Mel Ramos
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2. Comic-Helden
Mit dem Jahr 1961 kommt der Wendepunkt: die Motivik seiner Gemälde
wechselt von gewöhnlichen Menschen aus dem Alltag zu Comic-Helden. Er
stellt sowohl Frauen, als auch Männer dar. Bei den weiblichen Heldinnen
orientiert er sich daran, wie Frauen in den Medien dargestellt werden. Die
Farben werden greller, der Stil wird verfeinert. Trotz der neuen Bildthematik
sind gestalterische Einflüsse aus der Vergangenheit nicht zu leugnen. Wonder
Woman ist eine Art Prototyp für die folgenden Frauendarstellungen.
Wonder Woman #1
1962
Öl auf Leinwand
127 x 112 cm
Sammlung Rochelle Leininger
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3. Pin-ups
Mitte der 60er Jahre transformiert Ramos seine Comic-Heldinnen in Heldinnen der
Werbung. Die Darstellung des weiblichen Körpers erfolgt auf eine sehr realistische
Weise, auch die Bikinistreifen der California-Girls wurden mit aufgenommen. Im
Gegensatz zum pastosen Farbauftrag der frühen Werke, wirken die Bilder nun wie
retuschiert, vergleichbar mit Abbildungen aus Hochglanzmagazinen.
Ramos persifliert die Werbestrategien, in denen nach dem Motto „Sex sells“ mit
attraktiven Frauen so gut wie jedes Produkt beworben wird, egal ob es nun passt
oder nicht. Es geht ihm dabei nicht um die Kritik daran, sondern um eine Offenlegung
von vorherrschenden Zuständen. Vorlagen für seine Pin-up-Girls fand er im
„Playboy“ oder dem „Esquire“.
Lola Cola
Ohne Jahr
Lithographie auf Papier
82 x 67 cm
Privatsammlung
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4. Fashion Paintings
Ebenfalls Mitte der 60er begann Mel Ramos mit der Serie „Fashion Paintings“.
Inspiriert wurde er von Modedesignern wie Rudi Gernreich, Emanuel Ungaro
oder André Courrèges. Interessant ist hierbei die Tatsache, dass der Künstler
seine Modelle wie üblich auf die Leinwand malte, für Kleidung und Accessoires
aber mit einer Holzfaserplatte arbeitete. Typisch für die Fashion Paintings sind
die monochromen Farbquadrate im Hintergrund, sowie die modisch elegant
gekleideten Frauen im Vordergrund; sie scheinen, als seien sie einem
Modekatalog entnommen.
Lolita
1966
Öl auf Leinwand und Holzfaserplatte
152 x 102 cm
Sammlung Familie Leta und Mel Ramos
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5. Animal Paintings
Modelle mit Tieren zusammen zu malen war Ramos„ künstlerischer Schwerpunkt in
den Jahren von 1964-1971. Mel Ramos ist jedoch keineswegs der Erste, der sich mit
diesem Thema beschäftigte. Im Gegenteil, es besitzt eine lange Tradition innerhalb
der Kunstgeschichte, denken wir zum Beispiel an das oft behandelte Topos Leda mit
Zeus in Gestalt eines Schwanes. Um die Tiere so realistisch wie möglich zu malen,
verwendete er als Vorlage Fotographien aus der Zeitschrift „National Geographic“.
Da der Hintergrund eine monochrome Farbfläche darstellt, wird hier der
naturalistische Charakter des Bildmotivs relativiert.
Elephant Seal
1970
Öl auf Leinwand
165 x 203 cm
Sammlung Familie Leta und
Mel Ramos
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6. „You get more Salami with a Modigliani“
Aus den 70er Jahren stammend, sind die Werke dieser Phase an den
italienischen Maler und Bildhauer Amedeo Modigliani angelehnt. Vergleicht
man sein Werk mit dem von Mel Ramos, sind einige Parallelen in der
Bildthematik zu finden. Beide beschäftigten sich mit der Portrait- und
Aktmalerei, sowie der Darstellung von Landschaften, wenngleich letzteres nur
marginal als Thema aufgegriffen wurde.
You Get More Salami With
Modigliani#15
1976
Aquarell auf Papier
87,5 x 68 cm
Sammlung Familie Leta und
Mel Ramos
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7. „Salute to Art History“
Französische Maler des 18. und 19. Jahrhunderts dienten Mel Ramos als
Vorlage für diese Reihe. So transformiert er Gemälde von Jean-AugusteDominique Ingres und Edouard Manet in das Hier und Jetzt, oder bedient sich
der griechischen Mythologie, indem er den jeweiligen Topos in seinem eigenen
Stil behandelt. Das Zitieren bekannter Werke der Kunstgeschichte findet sich
in einigen seiner Werkphasen wieder.
Bonnards Bath
1979
Aquarell auf Papier
58 x 78,5 cm
Sammlung Kirk Wayland
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8. „I Still Get a Thrill When I See Bill”
Ramos zitierte nicht nur die Werke der alten Meister, auch Willem de Kooning
diente ihm als Quelle seiner Inspiration. Insbesondere dessen „Women-Serie“
aus den 1950er Jahren war für Mel Ramos gut 20 Jahre später von Bedeutung.
Wie schon in vorherigen Pin-up-Serien geschehen, setzte er den abstrahierten
Körpern berühmte Köpfe auf, so zum Beispiel den von Farrah Fawcett. Die USamerikanische Schauspielerin wurde unter anderem durch die Fernsehserie
„Drei Engel für Charly“ bekannt.
I Still Get a Thrill When I See Bill #12
1977
Öl auf Leinwand
182 x 127 cm
Privatsammlung
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9. Landschaften
Mit Beginn der 80er widmete sich Mel Ramos eines bis dato seinerseits noch
nicht behandelten Sujets, den Landschaftsdarstellungen. Als Motiv wählte er
häufig kalifornische Landschaften. Dabei erfolgt die malerische Umsetzung
nicht in der von uns erwarteten Art und Weise des Panoramas. Ramos gibt
stattdessen lediglich den Blick nach oben frei, der von zwei Gegenständen an
den Bildrändern flankiert wird. In diesem Fall sind es zwei Palmen, die er sah,
wenn er aus seinem Atelierfenster in Oakland blickte.
The Four Seasons: Autumn
1982
Öl auf Leinwand
107 x 254 cm
Sammlung Familie Leta und Mel Ramos
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10. „The Artist‟s Studio“
In dieser Phase, die ihre Wurzeln in den 80er Jahren hatte, ging es um die
Darstellung des künstlerischen Schaffensprozesses, deutlich gemacht, indem hier
Einblicke in das Atelier des Künstlers gegeben werden. Im Mittelpunkt stehen hier
Vorzeichnung und der immer wieder auftauchende Spiegel, welcher die Reflexion
der Modell sitzenden Frau zeigt. Der Akt spielt jedoch hier nicht mehr die Hauptrolle.
Vielmehr geht es in der Bildserie darum, wie ein Gemälde entsteht.
The Artist's Studio #1
1987
Öl auf Leinwand
157 x 207 cm
Privatsammlung
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11. „Unfinished Paintings“
In den 90er Jahren fertigte Mel Ramos unter anderem eine Serie scheinbar
unvollendeter Bilder. Der Eindruck wird dadurch erweckt, dass sie halb
gezeichnet und halb gemalt sind. Wie schon bei „The Artist‟s Studio“ gesehen,
steht hier der Entwicklungsprozess eines Werkes im Fokus. Die Zeichnungen
lassen sein Talent Proportionen exakt wiederzugeben erkennen.
Unfinished Painting Delacroix
1990
Öl auf Leinwand
55 x 85,5 cm
Courtesy LEVY, Hamburg
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12. „The Drawing Lessons“
Mel Ramos zeigt mit dieser Reihe von Bilder aus den 90er Jahren eine neue Facette
eines Œuvres. Dis bisher zumeist in einer gestellten Pose verharrenden Modelle sind
nun sich bewegenden Körpern gewichen, deren Haltung auf eine Art
Momentaufnahme hindeutet. Der gezielte Einsatz von Licht und Schatten hebt die
Plastizität hervor. Konträr zu den Pin-up-Girls tragen die hier abgebildeten Frauen
keine Bikini-Streifen mehr.
The Drawing Lesson: Ode to Ang #1
1990
Bleistift auf Papier
69 x 48cm
Courtesy LEVY, Hamburg
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13. „The Lost Paintings of 1965“
In dieser Werkphase greift Mel Ramos Themen aus vergangenen Schaffensphasen
auf. Anhand von Zeichnungen und Entwürfen, die er beispielsweise während der
60er Jahre begonnen hatte, produziert er, 30 Jahre später, neue Gemälde. Der Titel
„verlorene Gemälde“ ist jedoch etwas irreführend, handelt es sich doch im Grunde
genommen um eine Vollendung eines Bildzyklus, dessen Ideen Jahrzehnte
zurückliegen. Die Gemälde thematisieren vorrangig Pin-up-Mädchen mit Produkten
aus der Werbeindustrie.
Candy 2: The Lost Painting of
1965 #32
2003
Öl auf Leinwand
96 x 63,5 cm
Privatsammlung
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14. „The Transfiguration of Galatea“
Seit dem Jahr 2000 hat Mel Ramos das Thema antike Sagen für sich entdeckt.
Besonders faszinierte ihn der griechische Mythos von Galatea. Galatea war
eine der Nymphen des Mittelmeeres. Ihr Geliebter Acis wird von dem Zyklopen
Polyphem aus Eifersucht mit einem Fels erschlagen. Sie, Galatea, verwandelte
das Blut von Acis in einen Fluss. Mel Ramos verwendete jedoch eher die
antiken Vorlagen Galateas für seine Gemälde, als die Geschichte an sich.
The Transfiguration of Galatea #7
2003
Öl auf Leinwand
164 x 100 cm
Privatsammlung
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15. Skulpturen
Neben den Gemälden, wandte sich Mel Ramos im Laufe seines Lebens auch der
Bildhauerei zu. Wenn man so will, überträgt er seine Pinup-Darstellungen von
der Leinwand in die Dreidimensionalität.
Aus diesem Grund finden wir hier die bekannten Motive von Ramos wieder: Frauen, die mit
überdimensionalen Konsumgegenständen dargestellt werden.
Five Flavor Frieda
2010
Bemaltes Harz
50x96x22,5 cm
Galerie Ernst Hilger, Wien
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16. Hollywood-Ikonen
Die aktuelle Werkreihe ist berühmten Hollywoodschauspielerinnen gewidmet, die in
Form eines Aktes in Verbindung mit jeweils einem Buchstaben des Wortes
Hollywood treten. Die Gesichter verraten, um welche Schauspielerin es sich handelt.
Schon zu früheren Zeiten hat er gerne das Konterfei einer berühmten Persönlichkeit
in seinen Akten verwendet, im vorliegenden Fall handelt es sich um das Portrait von
Cameron Diaz, einer US-amerikanischen Schauspielerin.
Hollywood Suite #9 D
2009
Öl auf Leinwand
102x76cm
Galerie Ernst Hilger, Wien
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7. Schlüsselwerke
1. „Pete“
Wir sehen hier einen räumlich nicht definierten Hintergrund, welcher von der
Farbigkeit in Schlamm- bzw. Erdtönen gehalten ist. Die männliche Person auf dem
Gemälde steht seitlich im Profil zum Betrachter; seine Hände sind locker in die
Hosentaschen gesteckt. Durch die Drehung des Kopfes nach rechts, kommt es dem
Betrachter so vor, als schaue die Person auf einen unbestimmten Punkt aus dem
Bild heraus. Durch die Farbwahl im Bild und den Gestus des Mannes strahlt dieses
Gemälde eine melancholische Stimmung aus.
Pete
1961
Öl auf Leinwand
28 x 23 cm
Sammlung Familie Leta und
Mel Ramos
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2. „The Flash“
Dieses Gemälde zeigt einen Helden aus Mel Ramos„ Kindheit: The Flash. In
Deutschland ist diese Comicfigur aus dem amerikanischen Verlag D.C. Comics auch
bekannt als der Rote Blitz oder der Blitzmann. Er trägt seinen charakteristischen
Hut, ein rotes Oberteil auf dem ein Blitz zu sehen ist, sowie einen Gürtel, eine blaue
Hose und rote Stiefel, an denen sich ebenfalls Blitze als Applikation befinden. Trotz
des neuen Genres, bleibt er dem pastosen Farbauftrag treu, malt jedoch die
Konturen präziser. Insgesamt erscheinen die Figuren im Vergleich zu den früheren
Arbeiten plastischer und dynamischer. Dieser Eindruck wird vor allem durch die
Bewegtheit der Comichelden erzeugt.
The Flash #2
1962
Öl auf Leinwand
77 x 48 cm
Sammlung Skot Ramos
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3. „Della Monty“
„Della Monty“ ist ein typisches Beispiel für die sogenannten Commercial Pin-ups.
Das Model steht hier hinter einer überlebensgroßen Flasche Ketchup und stützt sich
lasziv-locker auf ihr ab, dabei ist ihr Körper zum größten Teil vom Gegenstand
verdeckt. Durch dessen Überdimensionierung finden sich Mensch und Produkt in
einer Art Konkurrenz wieder, in dem um die Aufmerksamkeit des Betrachters
gebuhlt wird. Sowohl der menschlicher Körper, als auch das Produkt sind sehr real
dargestellt. Dieser hohe Ikonizitätsgrad wird unter anderem durch die Lokalfarbe
und die Licht- und Schattenwirkung erreicht.
Della Monty
1971
Öl auf Leinwand
152 x 127 cm
Privatsammlung
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4. „David‟s Duo“
Mit der Serie „A Salute to History“ zeigt Mel Ramos seine Affinität zu den alten
Meistern der Kunstgeschichte, indem er berühmte Werke zitiert. Das Gemälde
„David‟s Duo“ zeigt ein Selbstportrait des Künstlers mit einer Frau auf einem
Kanapee in einem nahezu steril anmutenden Raum. Die Szene scheint den Moment
nach dem Geschlechtsakt darzustellen und verweist auf das Gemälde „Amor und
Psyche“ von Jacques-Louis David aus dem Jahre 1817. Ramos hat hier Personen,
Bühnenbild und Requisiten ausgetauscht. Er selbst schlüpft in die Rolle des
Liebesgottes Amor, auch Cupido genannt. Dass es sich hierbei um Amor handelt, ist
an seinen Attributen wie den Flügeln und dem Bogen zu erkennen. Der
Fensterausschnitt zeigt im Gegensatz zum Original eine kalifornische Landschaft bei
Sonnenuntergang. Ramos parodiert hier den Klassizismus.
David's Duo
1973
Öl auf Leinwand
178 x 244 cm
Sammlung Familie Leta und Mel Ramos
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5. „Karnak. Ode to Moe“
„Karnak. Ode to Moe“ malte Ramos als Hommage an den Maler US-amerikanischen
Morris Louis, ein Vertreter der Farbfeldmalerei an. Zu sehen ist die Tempelanlage
von Karnak, jedoch keineswegs in der Totalen. Dem Betrachter wird stattdessen
eine Blickrichtung gen Himmel vorgeben. Vom eigentlichen Bildthema sind lediglich
die Hälften von zwei Statuen zu sehen, welche die beiden Bildränder flankieren.
Somit entsteht in der Mitte eine große graue Farbfläche.
Karnak. Ode to Moe
1980
Bleistift auf Papier
56 x 76 cm
Sammlung Familie Leta und Mel Ramos
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6. „The Artist‟s Studio #1“
Zur gleichnamigen Werkserie hat Ramos hier ein Atelier gemalt. In der rechten
Bildhälfte sehen wir eine Kohlzeichnung auf einer Staffelei; diese kann als
Vorzeichnung zu Ingres „Grand Odalisque“ von 1814 angesehen werden kann. Im
Vordergrund sind Farbtuben und Pinsel zu entdecken, mit denen der Künstler im
Anschluss an die Vorzeichnung arbeitet. In der linken Bildhälfte ist ein gerahmter
Spiegel an die Ecke des Zimmers gelehnt, worin sich das Modell des Künstlers
spiegelt. So haben wir zwei Thematiken in einem Bild vereint: Die Darstellung des
Schaffensprozesses und den bereits bekannten Rückgriff auf die Kunstgeschichte.
The Artist's Studio #1
1986
Aquarell auf Papier
46 x 61 cm
Courtesy LEVY, Hamburg
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7. „Unfinished Painting #1“
„Unfinished Painting #1“ zeigt einen weiblichen Akt, dessen Oberkörper und
teilweise auch der Hintergrund koloriert sind. Ab etwa der Mitte des Bauches
verschwindet die Farbe und wir sehen die Vorzeichnung. Die Pose des Modells ist als
relativ locker zu bezeichnen. Der Kopf ist nach rechts gedreht, die Hände sind
jeweils seitlich in die Taille gestemmt und die Hüfte nach rechts eingeknickt, die
Füße sind leicht nach außen geöffnet. Aufgrund gezeichneten Teiles im Kontrast
zum colorierten Teil der Frau, wirkt letzterer viel plastischer und lebensechter.
Unfinished Painting #1
1991
Oil on Canvas
181,5 x 130 cm
Courtesy LEVY, Hamburg
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8. „Martini Miss“
Die Skulptur „Martini Miss“ besteht aus einer Blondine, die sich in einem Glas mit
Martini räkelt. Neben dem Glas liegt eine Olive am Spieß, die als klassische Zugabe
zu diesem Drink gereicht wird. Mel Ramos fertigte seine Skulpturen aus Kunstharz
und besprüht sie anschließend mit Airbrush. Die Pose der Figur erinnert an Auftritte
von Dita von Teese, eine US-amerikanische Burlesque-Tänzerin, die darüber hinaus
schauspielert und sich als Aktmodell betätigt. Ihre Performance in einem
Champagnerglas verhalf ihr zu weltweiter Bekanntheit.
Martini Miss
2008
Bemaltes Harz
50 x 36 x 72 cm
Galerie Patrice Trigano, Paris
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8. Zeitleiste historischer und politischer Entwicklungen
von den 1960er bis zu den 1990er Jahren
Die 1960er Jahre
1960
Bürgerrechtsbewegung
in den USA
1961
Bau der Berliner Mauer
1962
Kuba-Krise
1963
Ermordung John F.
Kennedys
1964
Vietnamkrieg
1965
Seit Mitte der 1950er Jahre kämpfen große Teile der
afroamerikanischen Bevölkerung und ihr Hauptvertreter
Martin Luther King friedlich um die Aufhebung der
Rassentrennung.
Vom 13. August 1961 bis zum 9. 1989 trennt die Mauer
West-Berlin vom Ostteil der Stadt.
Ist eine äußerst ernste Konfrontation zwischen den
Vereinigten Staaten und der Sowjetunion . Auslöser ist
die Stationierung US-amerikanischer, nuklearer
Mittelstreckenraketen in Italien und der Türkei im Jahre
1959, gefolgt von der Stationierung sowjetischer
Raketen auf Kuba im Jahre 1962. Niemals zuvor ist ein
Atomkrieg so wahrscheinlich wie zu diesem Zeitpunkt.
Am 22. November 1963 wird Präsident John F. Kennedy
in Dallas/ Texas mit mehreren Gewehrschüssen während
einer Fahrt im offenen Wagen durch die Innenstadt
ermordet.
Beginn der amerikanischen Beteiligung am zweiten
Indochinakrieg. Die brutalen Kampfeinsätze der
Amerikaner werden im Verlauf des Krieges von der
eigenen Bevölkerung stark verurteilt.
Mehr als 17.000 Menschen arbeiten in der Völklinger
Hütte. Es ist die höchste Beschäftigtenzahl in der
Geschichte der Völklinger Hütte.
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1966
Kulturrevolution in China
1967
Eine von Mao Zedong ausgelöste politische Kampagne,
um seine Macht gegenüber realen und vermeintlichen
Gegnern in der kommunistischen Partei zu behaupten
und die Volksrepublik China ganz nach seinen
persönlichen Vorstellungen umzugestalten. Während
ihrer dreijährigen Hochphase kam es zu Morden,
Misshandlungen, Zerstörungen und Restriktionen.
Jungfernflug der Boeing
737
Im Dezember 1969 erfolgte die Auslieferung der ersten
Boeing 737-100 an die Lufthansa. Die Boeing 737 ist
heute eines der meistgebauten Flugzeugtypen; etwa alle
sechs Sekunden startet eine Maschine.
Start des
Farbfernsehens in der
BRD
ARD und ZDF übertragen ab dem 25. August 1967 um
14.30 Uhr in Farbe. Als gemeinsame Testsendung wurde
der französische Film „Cartouche, der Bandit“ gezeigt.
1968
Zusammenschluss von Studenten in den USA und
Deutschland, die gegen die politischen und
gesellschaftlichen Verhältnisse (Vietnamkrieg, autoritäre
Erziehung) und für die Gleichstellung von Minderheiten
protestieren.
Höhepunkt der
Studentenbewegung
1969
erste Mondlandung mit
Apollo 11
Am 16. Juli 1969 starten Armstrong, Michael Collins und
Edwin Aldrin mit der Raumfähre Apollo 11 in Richtung
Mond. Vier Tage später betritt Armstrong als erster
Mensch den Mond.
Die 1970er Jahre
1972
Geiselnahme von
München bei den
Olympischen Spielen
Erstes Videospiel
Am 5.September nehmen palästinensische Terroristen
elf israelische Athleten als Geiseln. Bei einem
gescheiterten und unzulänglichen Befreiungsversuch
kommen alle Geiseln, ein deutscher Polizist und fünf
Terroristen ums Leben.
Das von Atari entwickelte Spiel „Pong“ gilt als Urvater
der Videospiele. Es ist ein virtuelles Tischtennisspiel.
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1973
Ölkrise
1974
Watergate-Affäre
Die erste und bisher folgenreichste Ölkrise beginnt im
Herbst 1973, als die Organisation der
erdölexportierenden Länder bewusst die Fördermengen
drosseln um den Preis für Erdöl zu erhöhen. Dieses
Ereignis geht auch unter dem Namen "Ölembargo" in die
Geschichte ein. Die angesprochene Drosselung der
Fördermengen ist Kalkül und politisches Druckmittel der
OPEC-Staaten, die mit der Politik einiger
erdölimportierender Staaten nicht einverstanden sind.
Gravierende „Missbräuche von Regierungsvollmachten,
während der Amtszeit des republikanischen USPräsidenten Richard Nixon zwischen 1969 und 1974.
Deren Offenlegung ab Juni 1972 führt
Verfassungskonflikt, der mit dem Rücktritt Nixons endet.
1975
Trotz der amerikanischen Interventionen steht Indochina
Ende des Vietnamkrieges ab diesem Zeitpunkt unter kommunistischer Kontrolle.
1977
Deutscher Herbst
Die Zeit und die politische Atmosphäre in
Westdeutschland im September und Oktober 1977, ist
geprägt durch Anschläge der linksextremistischen
Terrororganisation Rote Armee Fraktion. Die Entführung
und Ermordung Hanns Martin Schleyers, die Entführung
des Lufthansa-Flugzeugs "Landshut" und die
Selbstmorde der inhaftierten führenden Mitglieder der
ersten Generation der RAF stellen den Höhepunkt des
deutschen Terrorismus dar.
Die 1980er Jahre
1981
der erste PC kommt auf
den Markt
Der erste Personal Computer des Unternehmens IBM
kommt auf den Markt. Apple hatte bereits 1977 den
ersten industriell gefertigten Computer vorgestellt.
Aids wird als Pandemie eingestuft
1984
Stillsetzung der Völklinger Hütte: Der letzte Hochofen
wird abgestochen.
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1985
Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“ erscheint. Bis
heute wurde er in 46 Sprachen übersetzt und 2006
verfilmt.
1986
Bedienungsfehler und Mängel der Konstruktion des
Reaktors lösen einen so genannten Super-GAU aus, das
heißt einen Unfall, der die Möglichkeiten der
eingesetzten Sicherheitstechnik überfordert. Große
Mengen an radioaktiver Materie werden in die Luft
geschleudert und verteilten sich hauptsächlich über die
Region nordöstlich von Tschernobyl, sowie über viele
Regionen Europas.
Atomreaktor
Katastrophe in
Tschernobyl
1989
Fall der Berliner Mauer
Nach mehr als 28 Jahren Bestand werden in der Nacht
vom 9. auf den 10. November die Grenzen der DDR zur
Bundesrepublik geöffnet.
Die 1990er Jahre
1990
Wiedervereinigung
Deutschlands
Am 3. Oktober vollzieht sich die offizielle Deutsche
Einheit.
Das Internet wird für kommerzielle Zwecke nutzbar
gemacht.
1991
zweiter Golfkrieg:
1991-1995
Zerfall Jugoslawiens
1994
Der Irak überfällt Kuwait. Alliierte Kräfte unter der
Führung der USA befreien den Golfstaat.
Der durch Unabhängigkeitserklärungen der
Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Mazedonien und
Bosnien-Herzegowina und der damit verbundenen
Problematik der ethnischen Vielfalt in den neu
gebildeten Nationalstaaten aufbrechende Balkankonflikt
zieht eine Reihe von Bürgerkriegen nach sich.
Die UNESCO erklärt die Völklinger Hütte zum
Weltkulturerbe.
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Völkermord in Ruanda
Der Völkermord in Ruanda an den Tutsi und an
gemäßigten Hutu beginnt in der Nacht vom 6. April zum
7. April 1994 und kostet innerhalb von nur 100 Tagen
500.000 bis 1 Million Menschenleben. Anlass ist der
Konflikt zwischen der damaligen ruandischen Regierung
und der Rebellenbewegung Ruandische Patriotische
Front.
Nach dem Ende der Apartheid wird Nelson Mandela zum
ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt.
1996
Dolly, das erste geklonte Säugetier, wird geboren.
Der letzte von Frankreichs 210 Atombombentests wird
auf dem Moruroa-Atoll durchgeführt.
1997
Lady Diana stirbt
Am 31. August 1997 kommt Lady Di bei einem Autounfall
in Paris ums Leben. Die Unfallursache bleibt ist bis heute
ungeklärt.
Die Sonde Pathfinder landet am 4.Juli mit dem
Geländewagen Sojourner auf dem Mars.
1998
Japan bringt den „Game Boy“ auf den Markt.
„Karfreitagsabkommen“
Am 30. April wird das Friedensabkommen für Nordirland
geschlossen, das „Karfreitagsabkommen“ (Good Friday
Agreement).
1999
Die Anzahl der weltweit lebenden Menschen übersprang
nach Berechnungen der UN erstmals die 6-MilliardenMarke.
11. August 1999 – an diesem Tag findet in Europa eine
totale Sonnenfinsternis statt.
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9. Unterrichtsvorschläge
Fächerübergreifende Unterrichtsvorschläge für Deutsch,
Bildende Kunst und Politik (gymnasiale Oberstufe)
Unterrichtsvorschlag für das Fach Kunst (Oberstufe)
Im Unterricht
Thema: PopArt
Da Mel Ramos einer der bekanntesten PopArt-Künstler ist, ist es wichtig zu
klären, was man unter dieser Stilrichtung versteht. Dazu können weitere
Vertreter wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder Jasper Johns besprochen
werden. Begleitend zu dieser Unterrichtseinheit sind im Lernpaket
Informationen zu den genannten Künstlern aufgeführt, sowie eine kurze
Erläuterung zur PopArt und ein PopArt-ABC, in dem die wichtigsten Begriffe
zum Thema aufgeführt sind.
Die theoretische Behandlung der Kunstrichtung kann durch eine praktische
Arbeit ergänzt werden.
Vorschläge
Seriendrucke/Siebdruckverfahren
Werbegrafiken
In der Ausstellung
Anhand der Exponate ist es möglich, die Merkmale der PopArt noch einmal
nachzuvollziehen oder den Besuch als Vorbereitung für den theoretischen Teil
zu nutzen.
Thema: Akt in der Kunstgeschichte
Aktdarstellungen sind in der Kunstgeschichte ein oft gewähltes Sujet, welche
auch Mel Ramos„ künstlerischen Schwerpunkt bilden. Anhand von Werken aus
der Vergangenheit können Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu Ramos„
Gemälden erarbeitet werden.
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Mögliche Fragen:
1.
Wie hoch ist der Ikonizitätsgrad?
Licht/Schatten
Stofflichkeit
Proportionen
2. Wie hat sich die Rezeption solcher Darstellungen verändert? Als Beispiel
könnte man an dieser Stelle Edouard Manets „Olympia“ (1863) anfügen,
welches bei seiner ersten Präsentation einen Skandal auslöste.
Skandale
Akzeptanz
Begeisterung
Als Beispiele können unter anderem die Werke herangezogen werden, die im
Kapitel Werkvergleich zu finden sind.
In der Ausstellung
Die im Unterricht erarbeiten Ergebnisse können in schriftlicher Form mit in die
Ausstellung genommen werden und vergleichend zu Mel Ramos„ Arbeiten
vorgestellt werden.
Thema: Proportion
Mel Ramos„ Pin-up-Girls zeichnen sich durch eine nahezu hyperrealistische
Gestaltung aus. Dieser Eindruck wird unter anderem durch deren Proportionen
erweckt. Mit Hilfe von Fotos oder einer Gliederpuppe kann das korrekte
Wiedergeben von Körperrelationen geübt werden.
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Thema: Werkvergleich
Innerhalb der Kunstgeschichte ist häufig zu beobachten, dass sich Künstler
durch ihre Werke gegenseitig inspirieren. Auch Mel Ramos adaptierte im
Rahmen seiner Laufbahn Arbeiten von alten Meistern, aber auch von Malern
aus dem 20.Jahrhundert. Hier bietet es sich an, das Original und die Adaption
von Ramos einander gegenüber zu stellen.
Da ein Werkvergleich formalen Kriterien unterliegt, können diese zur
Vorbereitung besprochen werden.
Vorschläge für den Werkvergleich:
1.
Jean-Auguste-Dominique Ingres: La Grande Odalisque, 1814
Mel Ramos: Plenti-Grand Odalisque, 1973
http://www.artchive.com/artchive/I/ingres/ingres_gr
and_odalisque.jpg.html
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2.
Jacques- Louis David: Amor & Psyche, 1817
Mel Ramos: David‟s Duo, 1973
http://www.kzu.ch/fach/as/gallerie/myth/goetter/a
phrodite/aphr41.htm
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3.
Francis Picabia: Portrait d‟une jeune fille américaine dans l‟état de nudité, 1915
Mel Ramos: A.C. Annie, 1971
http://www.dadart.com/dadaism/dada/
011-dada-francis-picabia.html
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4.
Amedeo Modigliani: Nu assis (Sitzender Akt), 1917
Mel Ramos: You Get More Salami With Modigliani #7, 1977
http://www.moreeuw.com/histoireart/biographie-amedeomodigliani.htm#peintures-modigliani
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5.
Willem de Kooning: Woman I, 1950-1952
Mel Ramos:I Still Get a Thrill When I See Bill #1, 1977
http://www.moma.org/collection/object
.php?object_id=79810
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Thema: Werbung
Seine Commercial Pin-ups verhalfen ihm zum Durchbruch als Künstler. Dabei
setzt Ramos attraktive Frauen mit überdimensionierten Konsumgütern in
Szene, wodurch eine gewisse Ironisierung der Werbeindustrie erreicht wird. In
diesem Zusammenhang bietet es sich an, eine Plakatwerbung oder
Werbeanzeige in einer Zeitschrift zu analysieren.
Mögliche Fragen:
1. Um welches Produkt handelt es sich?
Kosmetik
Auto
Bekleidung
2. Welche Zielgruppe wird angesprochen?
Frauen
Männer
Erwachsene
Jugendliche Kinder
3. Wie ist das Plakat/die Anzeige gestaltet?
Motiv
Farbigkeit
Slogan
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Unterrichtsvorschlag für das Fach Politik (Oberstufe)
Thema: Die Rolle der Frau
Kritiker behaupten, Mel Ramos reduziere eine Frau auf ihr Äußeres, so dass sie
lediglich als Lustobjekt angesehen wird. Sie unterliegen einer stereotypen
Darstellung, die klar die physischen Reize in den Vordergrund stellt.
Als Diskussionsgrundlage kann folgendes Zitat verwendet werden:
[…] Meine Arbeit sollte Der menschliche Körper ist ein potentes und
fruchtbares Arbeitsfeld, aber es gibt nur wenige Möglichkeiten, ihn
unkonventionell darzustellen, und im Laufe der Kunstgeschichte ist ihm seine
Vertrautheit zum Fluch geworden. Was ich versucht habe, ist diese Kastration
rückgängig zu machen.
(aus: Rosenblum, Robert: Mel Ramos. PopArt Images, Köln 1997, S. 72)
In der Ausstellung
Bei diesem Thema ist es sinnvoll, sich die Werke vor Ort anzuschauen. Die
nachstehend aufgeführten Arbeiten dienen als Beispiele
Monterey Jackie, 1965
Miss Fruit Salad, 1990
Stella Strellson, 2007
Thema: Historische und gesellschaftliche Ereignisse von den 1960ern bis in die
1990er Jahre.
Hier kann die im Lernpaket enthaltene Zeitleiste den Ausgangspunkt bilden,
um Themen auszusuchen.
Mögliche Themen:
Bürgerrechtsbewegung in den USA
Ölkrise
Fall der Berliner Mauer
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Unterrichtsvorschlag für das Fach Deutsch (Oberstufe)
Thema: Antike Sagen und Mythen
Leda und Zeus– ein griechischer Mythos, mit dem sich Mel Ramos auf
verschiedene Art und Weise in seinen Gemälden beschäftigt hat. Im Rahmen
des Deutschunterrichtes kann die Sage besprochen werden.
Leda und Zeus
Diese Sage handelt von Leda, die laut griechischer Mythologie, die Tochter des
ätolischen Königs Thestios und Eurythemis war. Die Geschichte von Zeus und Leda
ist in zwei Versionen überliefert. Die erste besagt, dass sich Zeus nicht in Leda,
sondern in die Rachegöttin Nemesis verliebt habe. Um den Nachstellungen des
Liebhabers zu entkommen, verwandelte sie sich in vielerlei Tiere, zuletzt in eine
Gans. Sogleich war Zeus in Gestalt eines schönen Schwanes zur Stelle, verführte
und schwängerte sie.
Doch auch ihr Mann Tyndareos schlief in dieser Nacht mit ihr. Leda gebar alsdann
zwei Eier mit vier Kindern - von Zeus Helena und Polydeukes (lateinisch Pollux), von
Tyndareos Klytaimnestra und Kastor. Helena und Polydeukes waren dadurch
unsterblich, letztere dagegen sterblich. In einigen Versionen ist es nur Helena, die
aus einem Ei schlüpft, in anderen werden sie, Kastor und Polydeukes aus demselben
Ei geboren.
Eine andere Version besagt, dass das göttliche Ei von der Rachegöttin Nemesis Leda
untergeschoben wurde, da sie dem spartanischen Königsgeschlecht feindlich gesinnt
war. Somit wäre Leda nur die Milchmutter der Helena gewesen.
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Thema: Comics
Besonders in der Anfangszeit seiner künstlerischen Laufbahn beschäftigte sich
Ramos mit den Helden seiner Kindheit und brachte Comicfiguren wie
Superman, Wonder Woman oder The Flash auf Leinwand.
Die Gattung Comic kann im Unterricht besprochen werden. Darüber hinaus ist
es denkbar, einzelne Comichefte miteinander zu vergleichen, um Unterschiede
und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.
Um dieser Unterrichtseinheit einen aktuellen Bezug zu geben, ist es denkbar
die Frage zu stellen, wer die Helden unserer Zeit sind.
Superman
Phantom Lady
Wonder Woman
Green Lantern
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Captain Midnight
Batman
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10. Quellentexte
Mel Ramos. Lebenslauf/Werklauf
von Maria Espinosa und Otto Letze
„Und die Antwort lautete stets: nein“, sagt Mel Ramos zur der sich selbst wohl täglich
gestellten Frage, ob überhaupt irgendein anderes Sujet ihn so sehr faszinieren könnte wie
die Frauen. Frauen, Heldinnen, Modeköniginnen, Schauspielerinnen, Musen. Frauen, leicht
angezogen, nackt, Frauenköpfe, Frauenbüsten. Frauen verewigt der kalifornische Künstler
Mel Ramos in seinem Werk von seinen Anfängen bis heute. Und keine Wende ist in Sicht.
Melvin John Ramos wurde am 24. Juli 1935 als Sohn eines Rennfahrers portugiesischer
Abstammung in Sacramento, Kalifornien, geboren. Dort verbrachte er auch den größten Teil
seiner Jugend. Die Faszination für die Kunst spürt er bereits im Alter von elf Jahren:
„1946, ich war damals elf, durfte ich meinen Vater und seine Freunde auf die Jagd begleiten.
[…] Auf unserem Lagerplatz – er hieß ›Two Back Tuttle‟s Place‹ – vertrieb mir einer der
Jagdfreunde meines Vaters abends die Zeit damit, stilisierte Zeichnungen von Insekten für
mich anzufertigen, die er als ›Läuse‹ bezeichnete. Das war meine erste ernsthafte
Begegnung mit der Kunst. Ich erinnere mich noch, dass ich mächtig beeindruckt war, mit
welcher Leichtigkeit er diese Lebewesen aufs Papier warf, und dass ich Stunden damit
zubrachte, diese Geschöpfe zu kopieren.“
Die nächste künstlerische Erfahrung dürfte seine Begegnung mit Salvador Dalís Werk
„Weiche Konstruktion mit gekochten Bohnen (Vorahnung des Bürgerkriegs)“ von 1936
gewesen sein. Dieses Werk des großen Meisters des Surrealismus sah Ramos mit fünfzehn
oder sechszehn Jahren und war so fasziniert, dass er daraufhin beschloss, selbst Künstler zu
werden. Bereits in der Highschool begann er, erste eigene künstlerische Erfahrungen zu
sammeln. In dieser Zeit gestaltete er Plakate, beispielsweise für das Basketballteam seiner
Schule. Er entwarf ebenfalls Teile des Logos seiner Schule, der C. K. McClatchy High School.
Diese Tätigkeit als „Grafiker“ sollte ihn fortan begleiten: Schriften sind ein immer
wiederkehrendes Element in seinem Werk. Sein typografisches Wissen hatte er sich zum
großen Teil autodidaktisch angeeignet, er belegte später aber auch Kurse in grafischer
Gestaltung. 1954 begann er sein Studium der Kunst und Kunstgeschichte am Sacramento
Junior College. Anschließend studierte er am Sacramento State College bei dem Professor
und Künstler Wayne Thiebaud. Anders als die meisten seiner Kollegen vermittelte dieser
seinen Studenten nicht den Stil des Abstrakten Expressionismus. Vielmehr war er einer der
prominentesten Vertreter der „Bay Area Figurative School“. Thiebaud war für die
Konzeption und die Umsetzung der Gestaltung für die jährlich stattfindende Ausstellung in
der „California State Fair Exposition“ zuständig, und Ramos assistierte ihm zusammen mit
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anderen Studenten über mehrere Sommer hinweg bei den Vorbereitungen und dem Aufbau
der Schauen.
Die künstlerische Sprache Dalís sowie Thiebauds mit der Bay Area Figurative School, aber
auch der Abstrakte Expressionismus waren die wesentlichen Einflüsse in Ramos‟ früher
künstlerischer Entwicklung. […]
Ramos‟ erste Gemälde kristallisieren sich aus der Auseinandersetzung mit den Stilen beider
Schulen heraus. Die 1957 entstandenen Werke stellen einzelne Figuren mehr oder weniger
abstrakt vor einem räumlich nicht genauer definierbaren Hintergrund dar, mit dem die Figur
zu verschmelzen scheint. Aus diesen ersten Beiträgen zur Kunst nahm er die Figur und die
Pastosität der Farbe für seine weitere kreative Reise mit und löste sich allmählich von
bereits bestehenden Stilen und Techniken. Präzision und Klarheit sollten sich allmählich zu
seinen technischen Qualitäten entwickeln.
1955, kaum 20-jährig und noch mitten im Studium, hatte er seine Jugendliebe, die Künstlerin
Leta geheiratet. Diese sein Leben prägende Zielstrebigkeit bewirkte, dass er bereits 1957
erste Lehrtätigkeiten an der Elk Grove High School übernahm; 1958 schloss er sein Studium
ab. Von 1967 bis 1998 lehrte er an der California State University in Hayward und finanzierte
damit seine künstlerischen Aktivitäten. Von seinen ersten Werken bis heute bleibt die
Faszination für die menschliche, überwiegend die weibliche Figur ungebrochen. Ende der
1950er-Jahre malt er den menschlichen Körper bewusst im Stil des ebenfalls aus Oakland
stammenden Künstlers Nathan Oliveira, der ebenfalls der Bay Area Figurative School
angehörte. Später sind es gemalte weibliche Akte, ebenso bewusst im Stil des großen
Meisters des Abstrakten Expressionismus Willem de Kooning gehalten. Eigene Elemente
wurden freilich integriert und ließen schon damals Bestandteile dessen, was sein eigener Stil
werden sollte, erkennen: farbenprächtige, peinlichst genau wiedergegebene weibliche
Körper. Charakteristisch für diese früheren Werke waren die dick aufgetragenen Ölfarben
sowie der grobe Pinselstrich. Mel Ramos blieb wie viele der anderen kalifornischen Künstler
den traditionellen Maltechniken der Westküste eng verbunden.
1961 fand in seiner Bildmetaphorik eine Wende statt: „Ich beschloss, nicht die Menschen zu
malen, die ich kannte, sondern Menschen, mit denen ich groß geworden war und die ich
bewunderte.“ Die Sujets seiner Arbeiten aus den frühen 1960er-Jahren entnahm Ramos den
Bilderwelten von Comicheften. Er beschäftigte sich mit den Alltagsmythen dieser Zeit.
Bereits seine frühen Gemälde zelebrieren die Idole seiner Kindheit: Superman, Hawkman
oder Captain Midnight. Diese Auseinandersetzung mit dem Medium Comic war in der
Kunstwelt nicht neu. Seit dem ersten Erscheinen von Comics Ende des 19. Jahrhunderts gab
es zahlreiche Interaktionen mit der Welt der Kunst. Zu Ramos‟ Zeit befasste sich der PopArtMaler Roy Lichtenstein damit. Mel Ramos‟ erstes Motiv war Superman. So zog er seinen
Figuren ein blaues Kostüm an, ähnlich demjenigen, das Clark Kent in Superman verwandelt.
Die Motive aus den Comics verliehen seinem Werk Leichtigkeit und Heiterkeit, womit er sich
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auch von der Bay Area Figurative School und dem Abstrakten Expressionismus distanzierte
und neue bildnerische Dimensionen ansteuerte. Er verfeinerte allmählich seinen Stil, die
Figur wurde stets plastischer und genauer in der Ausführung. Porträts und
Ganzkörperhelden – mitten in einer Bewegung verewigt – ließen seine Bilder wie
Comicszenen in Öl aussehen.
Parallel zu dieser „Menschwerdung“ der Figur wurde Ramos‟ Farbpalette greller und reiner.
Die Cartoon-Serie von 1962 bis 1964 führte zu seinem Durchbruch als PopArt-Künstler und
beinhaltete bereits die ersten Motive, die ihn für den Rest seines künstlerischen Lebens bis
heute beschäftigen sollten: Frauen, damals noch in der Form von Heldinnen oder „Wonder
Women“, feminine amerikanische Wunderwaffen: „Wonder Woman, Phantom Lady, Camilla,
Sheena, Königin des Dschungels – ich wollte alle meine Lieblingshelden und Heldinnen aus
den Comicbüchern malen, die ich als Jugendlicher so geliebt hatte!“ . Seine Heldinnen
besaßen nicht nur übermenschliche Kräfte, sondern auch deutliche physische Reize. Ramos
schöpfte zusätzliche Inspiration aus der Pin-up-Fotografie und übertrug Gesichtszüge und
Körper verschiedener Modelle auf seine Heldinnen.
Phantom Lady
2007
Jacquard Wandteppich
173 x 132 cm
Sammlung Familie Leta und Mel Ramos
Wenn er zuvor seine einsamen Figuren mit einem blauen Superman-Anzug bekleidet hatte,
so entkleidete er nun die lasziven Wonder Women. Von Bedeutung in dieser Schaffensphase
waren Fotografien und Postkarten von Earl Moran und Zoë Mozert. Auch George Petty, der
von 1933 bis 1941 die Pin-ups für die Zeitschrift Esquire zeichnete, und Alberto Vargas, der
ihm 1941 bis 1946 folgte und auch den „Playboy“ belieferte, inspirierten Ramos. Ihr Verdienst
war es gewesen, die Pin-up-Zeichnung in die Massenmedien der USA integriert und ihnen
somit eine weithin anerkannte Geltung verschafft zu haben. […] Bereits in seinen Anfängen
bezog sich der aufmerksame Medienbeobachter Ramos auf die Fotografie und
Illustrationszeichnung, was sich in der Genauigkeit und Klarheit seines Œuvres
niederschlägt. Jedem Gemälde gehen etliche Skizzen und Zeichnungen voraus. Schon seine
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Inspirationsquellen sind von der erotischen Aufladung gekennzeichnet, welche Ramos‟ Arbeit
von den Comicheldinnen des Frühwerks bis heute ununterbrochen prägt. […]
Nach den Comicmotiven war seine Ehefrau Leta eines seiner ersten Modelle. Die
Comicheldinnen verwandelten sich in Warenheldinnen. Sie wurden freizügiger, erotischer und
frecher. Sie versuchten nicht mehr die Welt zu retten, sondern sie zu verkaufen. Ramos
wendete sich Mitte der 1960er-Jahre fast ausschließlich dieser Darstellungen weiblicher
Einzelfiguren zu. […] In dieser Zeit entstand auch die Serie „Wolf Calls“. Sie zeigt
lebensechte Porträts vor dem Hintergrund großer Buchstaben, welche die Bildunterschrift
bilden. […]Typografische Elemente hatte Ramos bereits bei seinen „Wonder Women“
eingesetzt. Nun fanden sie bei den ersten Pin-up-Girls in Zusammenhang mit Obst und
Gemüse erneut Verwendung.
Für die darauffolgende Serie, die sogenannten „Peek-A-Boo“, ließ sich Ramos von den
erotischen Bildern des Mutoskops inspirieren. Das Mutoskop ist ein Gerät zur Vorführung
bewegter Bilder – ähnlich einem Daumenkino. Ramos übersetzte diese technische Erfindung
in die Malerei, indem er das Bild als voyeuristischen Blick durch die dunkle Silhouette eines
Schlüssellochs konzipierte. Der Betrachter kann sich so unbeobachtet und in aller Ruhe an
einer nackten oder leicht bekleideten Frau sattsehen. Gerade im Begriff sich zu entkleiden
oder in einer sexy Stellung verharrend, blickt die junge Heldin ihrem unsichtbaren
Beobachter fröhlich und ohne Scham entgegen. Mit diesen Bildern werden die Farben greller
und die Figuren „fleischiger“, was für einen besonders starken Kontrast zum schwarzen
Rahmen des Schlüssellochs sorgt.
Eine weitere Serie aus den 1960er-Jahren zeigte sich durch die Welt der Mode inspiriert. Die
1938 in die USA ausgewanderte österreichische Modeikone Rudi Gernreich ist der
Impulsgeber. Seine provokativen und bahnbrechenden Designs freizügiger Frauenmode
machten aus ihm einen der einflussreichsten Modeschöpfer des 20. Jahrhunderts. Auch
Ramos war von ihm fasziniert. In vielen seiner Werke aus den Jahren 1965 und 1966 bezog er
sich auf Entwürfe des revolutionären Modemachers, so zum Beispiel auf den „Monokini“ oder
die Unisex-Mode, welche die amerikanische Gesellschaft in den 1960er-Jahren erschütterten.
[…] Weitere Modekreationen entnahm er den Kollektionen von Emanuel Ungaro oder André
Courrèges. […]
Der Künstler präsentiert nun die ausgezogenen Pin-up-Girls zusammen mit Alltagsprodukten
aus der amerikanischen Konsumgesellschaft der 1950er- und
1960er-Jahre wie Zahnpasta oder Erfrischungsgetränke mit den „erotischen“ Vorbildern der
Zeit, welche er den oben genannten Zeitschriften entnahm. Bereits in diesen frühen Arbeiten
Mitte der 1960er-Jahre wagte er es, die Körper der Frauen mit „berühmten Häuptern“ zu
bestücken, wie zum Beispiel den Köpfen von Elizabeth Taylor oder Ursula Andress.
Die Idee von verführerischen Frauenfiguren, die für Produkte, Themen oder Aktivitäten
werben, gibt es seit Jahrhunderten. Bereits 1491 wirbt ein Holzschnitt für die belgische
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Ausgabe des Buches „Histoire de la belle Melusine“ von Jean d‟Arras. Dieses illustrierte
Plakat zeigt Melusine, die halb nackte Hauptfigur des Buches, beim Baden. Der Sex-Appeal
der Frauen scheint sich auf das Produkt zu übertragen– so zumindest die Hoffnung der
Werber – und suggeriert, dass das Buch unterhaltsame und anregende Stunden garantiert.
An dieser Werbestrategie hat sich im Laufe der Geschichte nichts geändert.
Vantage
1971
Öl auf Leinwand
152 x 127 cm
Privatsammlung
Die erotisch aufgeladene Werbebotschaft birgt bis heute das Versprechen, dass der SexAppeal auf das Produkt und in der Folge auf den Käufer überspringt. Die
Überdimensionierung der beworbenen Markenprodukte verschafft Ramos‟ Bildern eine
ironische Komponente und irritiert unsere Sehgewohnheiten. Durch die verhältnismäßig
kleine weibliche Figur neben dem überdimensionalen Produkt wird die ursprüngliche
Werbebotschaft in die Dimension des Absurden verschoben. Seine Bilder sind nicht zwingend
als Kritik an der Konsumgesellschaft zu verstehen; vielmehr scheint er ihre werberischen
Mechanismen mit Gelassenheit und Humor zu begleiten.
1964 bis 1971 waren Mel Ramos Bilder von provozierenden Frauengestalten bevölkert, die
höchst erotisch mit Tieren interagieren: „The Animal Paintings“. Solche Darstellungen sind
bereits in der Antike zu finden, wie der Künstler sehr wohl weiß, denn er schöpft nicht nur für
diese Serie aus dem Fundus der Kunstgeschichte. Der wolllustige Satyr mit den Nymphen,
Leda mit Zeus in Gestalt eines Schwanes, aber auch King Kong mit einer zarten Blonden sind
immer wiederkehrende Verkörperungen jenes mythischen Topos, den Ramos in die
Bildsprache der modernen Gesellschaft übersetzt. […] Mit dem weiblichen Akt bedient sich
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Ramos eines der beliebtesten Motive nicht nur der Werbung, sondern auch der Kunst. Dies
gilt auch für die Künstler der PopArt-Bewegung. Doch Ramos‟ Darstellungen unterscheiden
sich wesentlich von denen anderer PopArt-Künstler: Weder instrumentalisierte er den
weiblichen Akt noch reduzierte er die Frau auf ihre Sexualität. Seine Frauen wirken
selbstbewusst und menschlich, im Einklang mit dem präsentierten Produkt oder Gegenstand
sowie mit sich selbst. Ihrem Blick kann man eine gewisse Ironie über die dargestellte
Situation ablesen. Dies gilt auch für seine Tierdarstellungen. Ob schmuckvoll zu
Markenwaren drapiert oder lustvoll auf Tieren reitend, bewahren Ramos‟ weibliche Figuren
stets eine graziös anmutende Körperhaltung, die an die Akte der klassischen Meister der
Kunstgeschichte erinnert. Gleichwohl wird er für seine Vorliebe für das Nackte nicht nur von
Feministinnen kritisiert. Seine makellosen Frauendarstellungen werden oft als ordinäre
Übersteigerungen und sexistische Idealisierungen denunziert. Seine erotisch aufgeladenen
Bilder provozieren den Geschmackskonsens des normalen Kunstkonsumenten noch heute,
obschon Ramos lediglich eines der ältesten Motive der Kunstgeschichte neu belebt: den
weiblichen Akt. Wie seine großen Vorbilder thematisiert er die Sinnlichkeit des Körpers, die
Anmutung und Haltung der Modelle übernimmt er häufig direkt von den Vorbildern. Aller
Widerrede zum Trotz bedient Ramos letztendlich in aller Großzügigkeit die geheimen
Wünsche unserer visuellen Konsumkultur.
Seit Ramos nach den ersten Werkserien seinen verfeinerten plastischen Malstil erreicht hat,
hat sich seine malerische Vorgehensweise kaum geändert. Der Arbeitsprozess ist, wie er
einmal sagte, von seinen „schlechten Augen“ bestimmt. Aufgrund eines Sehfehlers hat er
Schwierigkeiten mit der Fokussierung beim Wechsel zwischen Nah und Fern. Um solche
Fokussierungsprobleme zu umgehen, arbeitet er für gewöhnlich auf der Basis von
Fotografien, die er selbst anfertigt, in Lifestylemagazinen findet oder in jüngerer Zeit im
Computer zu den angedachten Szenen oder Motiven komponiert. Wenn er mit Modellen
arbeitet, fotografiert er diese in den von ihm vorgegebenen Posen. Seine Gemälde sind
durchdacht und genauestens inszeniert. Fotomaterial und mittlerweile auch
Computerentwürfe bilden schließlich die Basis für die darauffolgenden kreativen Schritte: Er
fertigt Entwürfe und Zeichnungen an, anhand derer die Gemälde entstehen. Ramos malt ganz
nah an der Leinwand. Er arbeitet sogar mit einem Vergrößerungsglas, um jeden Millimeter
der Oberfläche peinlichst genau zu bearbeiten. Die Anwendung der Fotografie als Vorlage für
das gemalte Werk stellt ihn in die Nähe der Fotorealisten, welche die Fotografie ebenfalls als
Basis ihres Schaffens betrachten. Allerdings sind Fotografien für Ramos nicht unantastbar
und unabdingbar. Er kombiniert oder verändert sie, um die von ihm angestrebte Inszenierung
zu erzielen. Sein Umgang mit Farbe, die er mit Emotionen auflädt und nicht selten extrem
intensiviert, distanziert ihn zusätzlich vom Fotorealismus.
Ab und zu, wenn es das Motiv erfordert, engagiert er professionelle Modelle oder Studenten,
wie zum Beispiel für die Serie zu Amedeo Modiglianis Gemälden, „You Get More Salami with
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Modigliani“ aus den 1970er-Jahren. Die Figur der Modelle kombiniert er mit bekannten
Gesichtern aus der Medienwelt, aber auch mit den Gesichtszügen seiner Ehefrau oder
anderer Vorlagen. […]“Was meine Kunst ausmacht, ist, dass Kunst aus Kunst entsteht. Das
ist das Wesentliche, und dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um anspruchsvolle Kunst,
primitive Kunst, populäre Kunst oder was auch immer handelt.“
Wie bereits erwähnt erinnern Ramos‟ weibliche Figuren in ihren graziös anmutenden
Haltungen an die Ikonografie der Aktmalerei der klassischen westlichen Kunst. 1972 begann
er mit seiner Serie „A Salute to Art History“. In diesem Bilderzyklus ehrt der Künstler alle
Vorbilder und Quellen seiner Inspiration, insbesondere die französischen Meister des 18. und
19. Jahrhunderts. Mel Ramos imitiert den Stil von Künstlern wie Jean-Auguste-Dominique
Ingres oder Édouard Manet nicht, er übersetzt die Gemälde dieser und anderer Meister in
seinen eigenen Stil und in seine eigene Zeit. Der Künstler selbst beschreibt diesen Vorgang
als „das Saubermachen der Porträts“: Die Bilder sind die gleichen, er habe ausschließlich die
kunsthistorische Patina entfernt. In der Tat erweisen sich die Gemälde beim genaueren
Betrachten als nicht identisch mit den Vorbildern, sie haben nicht nur ein »Update« erfahren.
Ramos tauscht auch Attribute aus oder fügt andere hinzu. Die Farben entsprechen der
Künstlichkeit der PopArt und Ramos‟ eigener Farbpalette. Obwohl die kalifornischen
Schönheiten in den Olymp der Mythen und göttlichen Wesen enthoben worden sind, zieren
Bikinistreifen ihre Haut, was ihnen eine „irdische Patina“ verleiht. […]Mel Ramos‟
Künstlervorbilder stammen nicht nur aus vergangenen Jahrhunderten. Ein konkretes
Beispiel stellt die Auseinandersetzung
mit seinem Beinahe-Zeitgenossen Willem de Kooning dar. Mitte der 1970er-Jahre befasste
sich Mel Ramos in seinem Zyklus „I Still Get a Thrill When I See Bill“mit de Koonings
„Women“-Serie aus den 1950er-Jahren.
I Still Get a Thrill When I See Bill
1977
Zeichnung und Fotografie auf Papier
98,5 x 75,5 cm
Sammlung Familie Leta und Mel Ramos
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Erneut stellte Ramos unter Beweis, wie unbekümmert er sich aus dem unerschöpflichen
Fundus der Kunstgeschichte großzügig bedienen und mit fantasievollen Verknüpfungen
unterschiedlichster Stilrichtungen einzigartige Kreationen auf die Leinwand bringen kann.
Ramos übernimmt die aggressive Kraft der spontanen Linienführung von de Kooning, ziert
die so entstandenen, geradezu monströsen Frauenbilder allerdings mit perfekt naturgetreu
gemalten Köpfen. Der Körper wirkt wie ein Kokon, ja fast wie eine Ritterrüstung, deren
Bestimmung die Verhüllung dieses zierlich wirkenden Frauenkopfes ist. Ein weiterer
Bildzyklus aus den 1970er-Jahren verbindet ihn mit einem anderen einmaligen Künstler. In
der Serie „You Get More Salami with Modigliani“ verfuhr Ramos mit Amedeo Modiglianis
Werken ähnlich wie mit denen de Koonings.
In den 1980er-Jahren begab sich Ramos auf für ihn noch unerforschte Terrains:
Selbstporträts und überraschenderweise Landschaften – überwiegend kalifornische – füllen
nun seine Leinwände. In der Serie „The Four Seasons“ erfolgt die geografische Situierung
ausschließlich anhand eines Hauptmerkmals der Region. […]
In den 1980er- und 1990er-Jahren wendete sich Ramos auf verschiedenen Wegen der
Zeichnung zu. In den 1980er-Jahren stellte er das Modell in den Mittelpunkt. Der Frauenakt
war nach wie vor Vorwand für die Bildkomposition. Doch der Betrachter von Ramos-Akten
dieser jüngeren Periode genießt nicht nur den Blick auf einen perfekt vollendeten Frauenakt;
ihm wird vielmehr auch der kreative Schaffensprozess des Werkes veranschaulicht.
In der Serie „The Artist‟s Studio“ (1980er-Jahre) übernimmt die Gattung Zeichnung eine
wesentliche Rolle. Weibliche Figuren posieren neben abstrakt stilisierten Zeichnungen ihrer
selbst. Mit dieser Serie würdigte Mel Ramos die Gattung Zeichnung, die oft nur als
Vorbereitungsmittel für Gemälde angesehen wird, und unterstreicht ihre Eigenwertigkeit.
[…]Nicht zufällig wählte Ramos die Meister Matisse und Picasso für die zeichnerischen Zitate
in den Gemälden, denn diese beiden Maler haben im 20. Jahrhundert intensiv den Topos des
Malers und seines Modells in ihrem Werk reflektiert.
Der Schaffensprozess wird nicht nur durch die Präsenz der Zeichnung im Gemälde
gewürdigt, sondern auch durch die Präsenz gemalter, nicht gezeichneter Arbeitsgeräte von
Malern wie zum Beispiel von Staffeleien, Pinseln und Farbtuben. Dadurch wird zudem die
Ahnung eines Arbeitsraumes geweckt: „The Artist‟s Studio“. Dies ist ebenfalls eine
Besonderheit der so benannten Serie, denn selten spielt die Räumlichkeit eine solch
bedeutende Rolle für den kalifornischen Künstler. Darüber hinaus wird nicht die gemalte
Figur dem Betrachter präsentiert, sondern ihr Spiegelbild. Diese Einrahmung der Figur durch
den Spiegel lässt sie wie ein vollendetes Bild erscheinen und verleiht dadurch dem Topos des
Bildes im Bild, der Vergegenwärtigung des Schaffensprozesses, eine weitere Dimension.
Darüber hinaus demonstriert der Künstler mittels der Spiegelung des Bildes im Bild und der
damit einhergehenden Multiplizität des Betrachtungswinkels sein herausragendes
technisches Vermögen.
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Heidi Heinz
2009
Bemaltes Harz
43 x 43 x 90 cm
Galerie Patrice Trigano, Paris
In seinem Zyklus „Unfinished Paintings“ aus den 1990er-Jahren thematisiert Ramos
abermals den Topos des Schaffensprozesses. Die in klassischen Posen dargestellten, halb
gemalten und halb gezeichneten weiblichen Figuren erwecken den Eindruck, das Bild sei
noch nicht fertig. […] Den endgültigen Schritt zur Würdigung der Gattung Zeichnung vollzog
Ramos dann in den 1990er-Jahren mit dem Bildzyklus „Drawing Lesson“. Hier wird die
Bildfläche fast ausschließlich von der Zeichnung und dem posierenden Modell in Beschlag
genommen. Thematisch steht die Auseinandersetzung mit dem Modell erneut im Mittelpunkt:
[…]Ebenfalls in den 1990er-Jahren entstand die Serie „The Lost Paintings of 1965“. Dabei
handelt es sich um Überarbeitungen von Themen und Stilen aus vergangenen Arbeitsphasen.
Es sind, anders als die Bezeichnung der Serie nahelegt, keine neuen Interpretationen bereits
existierender Werke, sondern nie verwirklichte Gemälde, die auf früheren Zeichnungen und
Entwürfen basieren. […]
In den letzten Jahren hat Ramos einige Exkurse in die Bildhauerei unternommen. Seine auf
Zigarren reitenden Amazonen erinnern an phallische Amulette der römischen Antike, so wie
sie unter anderem in Pompeji gefunden wurden. Allerdings scheinen sich Ramos‟ Heldinnen
in der Glattheit der Zweidimensionalität einer Leinwand wohler zu fühlen. Auch hier
beschäftigt er sich hinsichtlich des Sujets mit Vorbildern aus der antiken Plastik.
Seit dem Jahr 2000 stellt der Künstler mit der Serie „The Transfiguration of Galatea“ die
griechische Mythologie in den Mittelpunkt. […] Wie bereits erwähnt ist das Zurückgreifen auf
Themen und Motive früherer Jahre programmatisch für Ramos‟ Werk, wie die Serie „The
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Lost Paintings of 1965“ bezeugt. Darüber hinaus taucht ab Ende der 1970er-Jahre zum
Beispiel das Comicthema seiner Anfangsjahre wieder auf. In diesen letzten Jahren
beschäftigt sich Ramos immer wieder mit vergangenen Werken, versucht außerdem diese in
für ihn neue Medien wie die schon erwähnten Skulpturarbeiten oder Emailleplatten zu
übertragen. Seine aktuellste Serie – entstanden zwischen 2008 und 2009 – übernimmt nicht
nur die Gesichtszüge bekannter Hollywoodschauspielerinnen, sondern spricht zum ersten
Mal direkt eine seiner Inspirationsquellen explizit an: Hollywood, dessen neun
überdimensionale in den Berg gestellte Buchstaben – das weltweit bekannte Markenzeichen
für die Scheinwelt des Films – in Ramos‟ neuer Serie mit seinen weiblichen Ikonen präsentiert
werden.
Mit welchen Werken der unermüdliche Künstler uns in der Zukunft noch überraschen wird
vermögen wir nicht zu erahnen, humorvoll, ironisch und höchstwahrscheinlich mit weiblichen
Wesen bestückt werden sie in jedem Fall sein. Und keine Wende ist in Sicht.
Auszüge aus dem Katalog: Maria Espinosa/Otto Letze: Mel Ramos.
Lebenslauf/Werklauf, in: Otto Letze/Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig (Hg.):Mel
Ramos. 50 Jahre PopArt, Edition Völklinger Hütte, Ostfildern 2007
Stella Strellson
2007
Öl auf Leinwand
95 x 64,5 cm
Strellson AG,
Kreuzlingen
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Girls, Candies, and the Art- die Welt von Mel Ramos
von Klaus Honnef
Da er sein ästhetisches Repertoire zuweilen aus den Medien der populären Bildwelten bezog,
findet sich Mel Ramos in der einschlägigen Literatur meist unter dem Stichwort der PopArt
wieder. Gleichwohl zeugt sein stilistisches Konzept, gemessen an den Werken, die so
bedeutende Künstler wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein, James Rosenquist oder Tom
Wesselmann realisiert haben, von tendenziellen und auch prinzipiellen Unterschieden. Denn
anders als den genuinen PopArt-Künstlern („Hardcore Pop Artists“) kam es Ramos nie
darauf an, die Zeichen und Produkte der kommerziellen Massenmedien ins Feld der Kunst zu
spielen und sie ästhetisch aufzuwerten.
Während Warhol die Fotografien der Massenmedien durch ständige Wiederholungen in
moderne Bildikonen verwandelte, Lichtenstein die visuelle Sprache der populären
Comiczeichner aufblies und vereinfachte, Rosenquist Details aus Reklamebildern zu
gewaltigen Montagen verschmolz und Wesselmann das kosmetische Frauenbild der
Amerikaner zugleich ver- und enthüllte, indem er es auf Kontur und symptomatische
Signalreize reduzierte, verwendete Ramos ausgewählte Elemente der industriell fabrizierten
Idiome allein im Sinne traditioneller Verfahren der Kunst. Mit signifikanten Variationen der
erkorenen Vor-Bilder verlieh er seinen Gemälden und Papierarbeiten eine eigenständige,
kunstimmanente Gestalt.
Die Bilder, die er malt und zeichnet, orientieren sich an den überlieferten Kriterien der Kunst
stärker als an der ausgesprochenen und unausgesprochenen Absicht der PopArt, die Kluft
zwischen Kunst und Realität einzuebnen. Performative Künste wie Happening und Fluxus
haben dieser Tendenz den Boden bereitet. Als Warhol im Kielwasser Marcel Duchamps
handelsübliche Kartons für das Waschmittel Brillo vom Warenhaus in eine Kunstgalerie
verpflanzte, öffnete er den Horizont der Kunst für einfache Gebrauchsgegenstände, für die
Dinge der Alltagskultur. Im Gegensatz zu dem Franzosen Duchamp, den der Protest gegen
eine bürgerliche Kultur antrieb, die seiner Meinung nach in den Materialschlachten des
Ersten Weltkriegs untergegangen und nur als falscher Schein übrig geblieben war, liegt dem
Amerikaner Ramos jeder Gedanke an Provokation fern. Ihm gelang durch seine Aktion
vielmehr die Aufhebung eines eingewurzelten Widerspruchs der autonomen Kunst. Einerseits
gab er seiner Faszination der industriellen Alltagskultur Ausdruck, zugleich bekräftigte er die
unverminderte Definitionsmacht der durch Museen und Galerien institutionalisierten Kunst.
Denn im Warenhaus wären die Kartons nicht als sie selbst, als formale Gegenstände
wahrgenommen worden, sondern als Verpackungsmaterial; nur in den Räumen der Kunst war
der Perspektivwechsel möglich. Es ist überflüssig, festzustellen, dass Warhols
Waschmittelkartons täuschend echt nachgeahmt und aus Holz gefertigt waren.
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Chic
1965
Öl auf Leinwand
41 x 36 cm
Sammlung Familie Leta und Mel Ramos
So eng die nachgerade legendär gewordenen Gemälde von Ramos im kalifornischen
Windschatten der PopArt auch dem Design der Werbemaschinerie verwandt erscheinen, weil
sie adrette Pin-up-Girls mit geläufigen Nahrungs- und Genussmitteln verbinden – mit der
einschlägigen Reklame haben sie allenfalls die äußere Prägung gemein, außerdem die
gesellschaftlichen Bedingungen, innerhalb derer sich beide Bildformen entfalten. Was sie
deutlich trennt, ist die Ebene der Reflexion. Ein Vergleich liefert den Beweis. So haben sich in
den Bildern von Ramos die Proportionen erheblich verschoben: Eine Colaflasche hat die
Größe eines Pin-up-Girls; ein anderes hockt auf einem Hamburger. Die Produkte wirken
monströs. Die Pin-up-Girls werben nicht für sie, entwickeln allenfalls ein spielerischironisches Verhältnis zu ihnen, was der Werbung eher abträglich ist, sie nutzen sie als Mittel,
sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Außerdem gesellen sich zu den halb oder vollständig
nackten weiblichen Körpern anstelle der Konsumgüter alsbald Tiere wie Seelöwen oder
Vögel. Sie verleihen den Bildern einen Zug ins Mythische. Und schließlich werden die sterilen
Schönen mitunter durch Blenden und überdimensionale Schlüssellöcher beobachtet. Doch
die Girls wissen, dass sie beobachtet werden. Die Blenden und Schlüssellöcher dienen als
Rahmen und simulieren den indiskreten Blick nur.
Es dauerte einige Zeit, bis Mel Ramos Distanz zu den Motiven seiner Bilder gewonnen und die
ästhetische Fähigkeit erworben hatte, aus dem Vorgefundenen eine eigenständige Bildwelt
zu entwerfen, die über das Offensichtliche hinauswies. Noch anno »1962 und 1963 malte er
die Super-Helden und -Heldinnen der Comic-Books, ›Batman‹, ›Crime Buster‹ und ›Glory
Forbes-Vigilante‹, wobei es seine erklärte Absicht war, diese ohne Einschränkung zu
verherrlichen«, schrieb Nancy Marmer in einer frühen Analyse seines Werkes. Anders aber
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als der Bezug Lichtensteins oder gar Warhols zu den Comics war seiner persönlicher,
intensiver, weniger geschäftsmäßig. In der Manier seiner Malerei dokumentierte sich dies.
Ramos hatte sich für einen pastosen Malauftrag entschieden, gegen eine anonyme
Herstellungstechnik, wie sie Lichtensteins Malerei kennzeichnet. Und die Spuren seines
Pinselstrichs bekunden sichtbar ein subjektives Moment. Darin manifestiert sich alles andere
als der Wunsch, eine Maschine zu sein (Andy Warhol). Ramos‟ Art zu malen ist von der
künstlerischen Auffassung des New Yorker Pop weit entfernt. Sie ist eher der Haltung eines
Naturalisten verwandt, der die Gegenstände seiner Neigung getreulich abbildet, ohne seine
Sicht maltechnisch zu bagatellisieren. […]
Als sich der Künstler im Jahr 1963 von den Comics ab- und dem neuen Topos der Pin-up-Girls
zuwandte, trat der surrealistische Aspekt in den Hintergrund. Seither demonstriert Ramos in
unaufhörlich variierten Folgen die mehr oder minder standardisierten Modelle der
Vorzeigemädchen in unterschiedlichen Posen. Die zunächst von kommerziellen Zeichnern
entworfenen Bilder und später die fotografierten Modelle haben ihren Namen daher, dass sie
in einer frauenlosen Gesellschaft, der Welt männlicher Soldaten, auf die Türen der Spinde
gepinnt wurden. Die Abbildungen mit akzentuierten weiblichen Geschlechtsmerkmalen,
namentlich Busen und Po – bis in die 1980er-Jahre unter peinlichster Aussparung der
Schampartie –, beschwören Männerfantasien. Hollywoodstars wie Betty Grable, noch im
züchtigen Badekostüm, stellten die Vorbilder im Zweiten Weltkrieg; Schauspielerinnen wie
Marilyn Monroe begannen damit ihre Karrieren. Ramos holte seine Inspirationen zunächst
aus den Comics, die ebenfalls häufig von vollbusigen Frauenfiguren bevölkert wurden, und
den grellen Kinoplakaten, danach aus dem „Playboy“ und sonstigen Sexmagazinen. Nicht nur
in den USA leitete der „Playboy“ eine veränderte Haltung zum Thema Sex ein. Von einer
sexuellen Befreiung ist indes nicht mehr die Rede.
Obwohl Mel Ramos in den ersten seiner gemalten Pin-up-Bilder noch nicht auf den
dickflüssigen Farbauftrag verzichtete, muten seine Arbeiten kühler an als die gedruckten,
quasinaturalistischen Urbilder mit ihrem unverblümten Lustappell. Auch er inszenierte seine
Modelle spärlich bekleidet und alsbald völlig nackt in verlockenden Haltungen, kühlte ihre
Intensität jedoch ab, indem er sie meistens im Bildzentrum ansiedelte, streng vertikal und
mit der Konsequenz einer symmetrischen Bildstruktur: ein Prozess der distanzierenden
Ästhetisierung. Darüber hinaus schaffte er Abstand durch die Zwischenschaltung von
Kreisblenden und Schlüssellochumrissen. Dadurch ergibt sich eine Pendelbewegung
zwischen dem Objekt der Schaulust, dem Pin-up-Girl, und der Sehlust selber, die sich
sozusagen vergegenständlicht und als voyeuristischer Akt begegnet. Allmählich verdünnte
und glättete er zudem die Oberflächen der Bilder und fügte als zusätzliches
Verfremdungsmittel wohlfeile Konsumgüter wie Käsepäckchen, Zahnpastatuben und
Flaschen mit Tomatensauce hinzu. Nicht auf einem einladenden Bett, sondern auf der
silbernen Folie eines Schmelzkäses aus der Fabrik räkelt sich der herausfordernde
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Rückenakt in „Val Veeta“ (1965), mit einem vielsagenden Blick aus den Augenwinkeln auf die
Betrachter.
The Drawing Lesson #4
1989
Öl auf Leinwand
182 x 136 cm
Sammlung Familie Leta und Mel Ramos
Kein Zweifel, die Bilder des Künstlers sind ambivalent. […] Entscheidender jedoch ist, dass
Ramos offenbar keine wirklichen Modelle zum Gegenstand seiner Bilder macht, sondern
kommerzielle Zeichnungen oder Fotografien. Doch selbst wenn seine Modelle echt sein
sollten oder gar sind, wie die durchaus differenzierten Ausdrucksformen der Gesichter
signalisieren (könnten), ähneln seine Bilder viel stärker massenmedial verbreiteten
Wunschbildern als porträtähnlichen Darstellungen. […]
Verdanken sich die gezeichneten Bilder in den Magazinen der individuellen Hand eines
Zeichners, führen sich die fotografierten auf die Inszenierungskünste eines Fotografen
zurück. Ramos‟ Bilder positionieren sich irgendwo dazwischen, ohne fixierten Ort. Ihr
schillernder Charakter ist programmatisch.
Eine vergleichbare Aufgabe erfüllt die Kontur. Sie ist von unregelmäßiger Dichte. Manchmal
verdickt sie sich zu einem winzigen Schattenriss. Dementsprechend plastisch heben sich die
ausgeformten Körper der Pin-up-Modelle von den flachen, mitunter auch leicht wolkigen
Farbfonds ab. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn die Konturen verankern die Modelle
auch in der Fläche. Sie nehmen zwischen Volumen und Bildfläche eine vermittelnde Funktion
wahr und absorbieren die mögliche Ausdehnung in einen imaginären Raum. Spannung
entsteht an den Grenzen von Körpern und Fond: ein Flimmern, eine Reibung, die daran
erinnert, dass auch die körperlichen Volumina in der Malerei als illusionäre Gebilde
tatsächlich der Fläche angehören. […] In späteren Gemälden fällt die Kontur meist zugunsten
einer kräftigeren Binnenmodellierung der Körper weg. Vereinzelt blitzt sie noch als knappe
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Trennungslinie auf. Demgegenüber gliedert sich der vormals neutrale Bildgrund in eine Reihe
hintereinander gestaffelter Scheinräume aus Spiegeln, Rahmen, Brüstungen und Gemälden.
Die Modelle erscheinen nun wie vordem die Bilder des Künstlers, sie sind irgendwo
dazwischen; zwischen den einzelnen Bildelementen. So hat die Kontur ihre formale Aufgabe
als Verklammerungs- und Scheidungselement auch in diesen Bildern eingebüßt.
In einer seit 1968 geschaffenen Werkgruppe von Gemälden und Papierarbeiten mit
übermächtigen Tierfiguren changiert die Kontur noch ins weißlich Graue, bevor sie nach und
nach völlig verschwindet. Augenscheinlich schlägt Ramos mit dem Aufmarsch der Seelöwen,
Affen, Nashörner, Leoparden und Kängurus erneut die sur-realistische Seite seiner Kunst an.
Die Tiere haben für eine Weile die Konsumartikel ersetzt. […]
Einigen der wohl spektakulärsten Gemälden der Kunstgeschichte widmete Mel Ramos eine
Anzahl seiner beziehungsreichsten und deshalb provokantesten Bilder; es sind Gemälde, die
durch Reproduktionen bekannter geworden sind als vermöge individueller Anschauung – wie
zum Beispiel Jean-Auguste-Dominique Ingres‟ „Die große Odaliske“ (1814) oder Edouard
Manets „Olympia“ (1863). Zwar veränderte Ramos an der Grundstruktur der Kompositionen,
ihrem Schema, nichts Wesentliches. Dennoch weichen seine Variationen beträchtlich vom
Original ab. Sie betreffen die Farbe, die Malweise und zahlreiche figürliche Details. […]
Besitzen die Gemälde der Altmeister Glanz, obgleich nicht im selben Maße, stattete Ramos
seine Bilder mit Glamour aus. Glamour bedeutet in der Übersetzung zwar das Gleiche wie
Glanz, bezeichnet aber einen kulturellen Wandel in der Qualität der visuellen Anmutung von
der Moderne hin zur Spätmoderne in Richtung einer stärkeren Veräußerlichung. […]
Spätestens seit Ramos‟ beziehungsreichen Paraphrasen der Kunstgeschichte – neben den
erwähnten Künstlern wären noch Peter Paul Rubens e tutti quanti zu nennen – geschieht in
seiner Kunst das Gegenteil einer Nobilitierung des Trivialen: nämlich eine subversive
Trivialisierung der hohen, oder präziser: der hegemonialen Museumskunst, die ihrerseits
durch tausendfache Reproduktion in Büchern und Bildkarten trivialisiert worden ist. Mel
Ramos schlägt keine längst ausgefochtenen ästhetischen Schlachten. Er unterhöhlt
stattdessen die falschen, idealisierenden Vorstellungen der Kunst.
Nachbemerkung: Dieser Essay ist die überarbeitete Fassung eines ausführlichen Aufsatzes,
den der Autor im Katalog der ersten europäischen Solo-Schau des Künstlers außerhalb der
privaten Galeriensphäre verfasst hat. »Eine Analyse des malerischen Werks von Mel Ramos
von Klaus Honnef«, in: Mel Ramos, Ausst.-Kat. Gegenverkehr Aachen, Zentrum für aktuelle
Kunst, Aachen 1969.
Auszüge aus dem Katalogtext: Klaus Honnef: Girls, Candies, and the Art. Die Welt von
Mel Ramos, in: Otto Letze/ Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig (Hg.):Mel Ramos. 50
Jahre PopArt, Edition Völklinger Hütte, Ostfildern 2007
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11. Zitate
Als ich mit fünfzehn, sechzehn zum ersten Mal eine Reproduktion eines Gemäldes
von Salvador Dali sah, stand für mich fest, dass ich Künstler werden wollte.
Mel Ramos
Mein Schaffen ist zweifelsohne vom Surrealismus geprägt.
Mel Ramos
Einmal wollte jemand wissen, ob ich bei den Comichelden eine bestimmte
Arbeitsmethode hätte. Da ging mir durch den Kopf, dass Homer die Götter besungen
hat, aber erfunden hat er sie nicht, ebensowenig wie die Allegorien, in denen sie
beschrieben sind. Er spürte die Bedeutung dieser mythischen Figuren, gab seinem
Material eine sinnvolle Ordnung und bot es überzeugend dar. Ich denke mir, das ist
auch meine Methode.
Mel Ramos
Ich interessiere mich sehr für die Kunstgeschichte, und sie ist die wichtigste
Triebfeder meiner Arbeit.
Mel Ramos
Meine Themen haben mit Kunstklischees zu tun, den symbolhaften Verweisen,
denen man in der Kunstgeschichte immer wieder begegnet.
Mel Ramos
Wenn man nach Inspirationen für ein Bild sucht, dann gibt es keine bessere Quelle
als die Kunstgeschichte. Ich habe ein paar alte Bilder gereinigt. Die Bilder sind
geblieben, aber ich habe die kunsthistorische Patina entfernt.
Mel Ramos
Mir ist es wichtig, solche Dinge zu benutzen, die in der Gesellschaft bereits zu
Klischees geworden sind und die jeder sofort erkennt.
Mel Ramos
Mein Interesse gilt seit jeher der Malerei als Malerei. Eine Konstante meiner
Arbeiten ist, dass man die Tatsache, dass es sich um eine gemalte Oberfläche
handelt, niemals aus den Augen verlieren darf.
Mel Ramos
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An Cézannes Aquarellen bewundere ich die Ideen; aber an Winslow Homer
bewundere ich die technische Virtuosität. Die Beherrschung des Mediums hat
Vorrang vor der Idee. Als Marshall McLuhan verkündete, dass „das Medium die
Botschaft ist“, war ich als Maler ungeheuer erleichtert.
Mel Ramos
Mein Interesse galt dem Bodensatz, dem, was von der visuellen Explosion der
Reklame übrigblieb, der Art und Weise, wie dieser Bodensatz unser Denken
beeinflusste.
Mel Ramos
Meine Arbeiten sind eng mit der Werbegrafik verwandt, denn sie durchbrechen
intellektuelle Posen und machen eine direkte Aussage.
Mel Ramos
Das Fleisch ist geradezu übertrieben fleischlich gemalt. Die Farben sind wirklich
beißend, reines Kadmiumgelb, reines Kadmiumorange und so weiter. Und an den
Rändern arbeite ich viel mit Überstrahlung.
Mel Ramos
Ich schaue gern.
Mel Ramos
Alles wird Kunst sein, und nichts wird Kunst sein, weil alles, wie ich glaube, schön ist.
Andy Warhol
Warenhäuser werden zu Museen, Museen werden zu Warenhäusern.
Andy Warhol
[…] Du kannst Fernsehwerbung für Coca Cola sehen und du weißt, daß der Präsident
Coke trinkt, daß Liz Taylor Coke trinkt und, denk‟ nur – auch du kannst Coke trinken.
Coke ist Coke, und keine Summe Geld kann dir ein besseres Coke verschaffen als
das, das der Penner an der Ecke trinkt. Jedes Coke ist gut. Liz Taylor weiß es, der
Präsident weiß es und du weißt es.
Andy Warhol
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Ich möchte eine Maschine sein.
Andy Warhol
Pop Art ist gewiss eines der Dinge, von denen ich glaube, dass sie zu den frechsten
und erschreckendsten Charakteristika unserer Kultur gehören, Dinge, die wir
hassen, die aber doch einen starken Einfluss auf uns haben.
Roy Lichtenstein
Die Welt ist draußen, Pop Art schaut hinaus in die Welt.
Roy Lichtenstein
Kunst soll etwas anderes tun als im Museum auf dem Hintern zu sitzen.
Claes Oldenburg
Ich bin für die Kunst verlorener oder weggeworfener Dinge… Ich bin für Kunst, die
man raucht wie eine Zigarette… Ich bin für Kunst, die wie eine Fahne flattert.
Claes Oldenburg
In der Pop Art wird Kitsch erlöst und in einen neuen Zustand ästhetischer
Erhabenheit versetzt.
Umberto Eco
Untitled Study (Shark Attack)
1961
Bleistift auf Papier
24 x 18 cm
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12. PopArt-ABC
Abstrakter
Expressionismus
Bay Area Figurative
Movement
Als Abstrakten Expressionismus bezeichnet man eine aus
Nordamerika stammende Kunstrichtung, die sich in den
späten 1940 Jahren entwickelte. Innerhalb dieses Stils
gibt es zwei Strömungen. Zum einen gibt es die Variante
mit einer dynamischen Pinselführung zu arbeiten, zum
anderen die Farbfeldmalerei. Einer der Hauptvertreter ist
Jackson Pollock.
Auch bekannt als Bay Area Figurative School. Es war eine
Gruppe von Künstlern der San Francisco Bay Area, die
sich in den 1950er und 1960er Jahren gegen den
vorherrschenden Stil des Abstrakten Expressionismus
wandte und die Rückkehr zum Figurativen proklamierten.
Comic Strips
Sie waren die wichtigste Inspirationsquelle für die Werke
des Künstlers Roy Lichtensteins (siehe auch L). Er
vergrößerte die Vorlagen aus Comic-Heften und
übersetzte sie in seinen Arbeiten in eine Rasterstruktur
aus farbigen Punkten.
Dose
Dosen werden häufig in Zusammenhang mit der Kunst von
Andy Warhol gebracht, der 1968 Suppendosen der Firma
Campell als Kunstwerk inszenierte.
Environment
Dieser englische Begriff steht für eine Ausdrucksform der
Aktionskunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Es besteht aus einer Anordnung verschiedener
Gegenstände und Materialien im Raum. Der Betrachter
wird unmittelbar in das Kunstwerk miteinbezogen.
Fotorealismus
Gegen Ende der 1960er Jahre entstand diese
Kunstrichtung in den USA. Die Künstler bedienten sich
einer fotografischen Vorlage, die sie in naturalistischer
Weise reproduzierten.
Gegenstand
Der Gegenstand in der PopArt ist meist von trivialer
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Natur, dem Alltag, Comics oder der Werbung entnommen.
Happening
Als Happening bezeichnet man avantgardistische
provokative Kunstveranstaltungen ab Ende der 1950er
Jahre in Fortführung dadaistischer und surrealistischer
Inszenierungen. Das Publikum ist Teil der vom Künstler
erdachten Aktion.
Independant Group
1952 wurde die Gruppe um den Kunstkritiker Lawrence
Alloway in Großbritannien gegründet, die durch die
Einbeziehung von Alltagsgegenständen in ihre Kunstwerke
bahnbrechend war für die Durchsetzung der PopArt.
Jasper Johns (*1930)
Er ist zusammen mit Robert Rauschenberg (siehe auch R)
der Wegbereiter der PopArt in den Vereinigten Staaten.
Bekannt wurde Johns durch seine Serien von
amerikanischen Flaggen und Zielscheiben.
Konsum
Die Welt des Konsums lieferte den PopArt Künstlern ihre
Bildmotive. Gegenstände wie Colaflaschen, Suppendosen
und Hamburger wurden zur Kunst erhoben.
Roy Lichtenstein (19231997)
Neben Andy Warhol ist er einer der wichtigsten Vertreter
der PopArt. Lichtenstein greift für seine Arbeiten vor
allem auf Zeitungsannoncen und Comic Hefte (siehe auch
C) zurück. Er übertrug die Vorlagen in einer
Rasterstruktur auf große Formate. Kurze, oft
ironisierende Texte in Sprechblasen begleiten die
Darstellungen.
Medien
Sie bilden eine entscheidende Inspirationsquelle für alle
PopArt Künstler. Egal ob Zeitungsbericht, Werbeplakat
oder Comic Heft. Die Künstler übernahmen die Motive und
entwickelten sie in ihren Arbeiten weiter.
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Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
66302 Völklingen / Saar
Redaktion: Peter Backes, Frank Krämer, Jeanette Wagner
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Nouveau Réalisme
Der 1960 in Europa begründete Realismusbegriff basiert
auf den Ideen des Dadaismus. Künstler wie Yves Klein und
Jean Tinguely schufen Werke in die sie Gegenstände der
Alltagswelt einbrachten.
Original
Im 20. Jahrhundert stellen die Künstler die Idee des
originalen, einzigartigen Kunstwerkes und damit auch ihre
eigene Rolle als Kunstproduzent radikal in Frage. Marcel
Duchamp deklarierte industriell gefertigte
Gebrauchsgegenstände als Kunstwerk und stellte sie aus.
Auch Andy Warhol anonymisierte den Arbeitsprozess
seiner Kunstwerke, in dem er sie in seiner „Factory“
seriell von Mitarbeitern herstellen ließ.
Prominente
Andy Warhol (siehe auch W) bediente sich prominenter
Idole aus Politik, Film und Musik wie z.B. Marilyn Monroe,
Elvis Presley, Elizabeth Taylor und Mao Tse Tung als
Motive für seine Kunstwerke.
Robert Rauschenberg
(*1925)
Er schuf 1953 eine neue Bildgattung: die
Combinepaintings, in denen freistehende Objekte aus der
Alltagswelt mit der Malerei kombiniert wurden. Hierdurch
versachlichte Rauschenberg die ungegenständliche
Malerei und wurde damit zum Vorreiter für die PopArt.
Siebdruck
Druckverfahren bei dem die Druckfarbe durch ein
feinmaschiges Sieb aus Textil- oder Kunstfasern bzw. ein
Drahtgeflecht gedrückt wird. Typische Technik für die
Werke Andy Warhols (siehe auch W), die den plakativen
Charakter seiner Arbeiten steigerte und den Stellenwert
des Originals (siehe auch O) in Frage stellte.
Vietnamkrieg
Der Vietnamkrieg (auch Zweiter Indochinakrieg oder
Amerikanischer Krieg) bezeichnet die letzte, besonders
verlustreiche Etappe in einem dreißigjährigen bewaffneten
Konflikt, der 1946 mit dem Widerstand der
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vietnamesischen Kommunisten und anderer
Gruppierungen gegen die französische Kolonialmacht
begonnen hatte. 1950 erhielt Frankreich finanzielle und
materielle Hilfe von den Vereinigten Staaten, die auch
Truppen ins Land sendeten. Ab 1955 begann der
Guerillakrieg der Vietcong gegen die Amerikaner.
Aufgrund der aussichtslosen Lage den Krieg zu gewinnen
und den unmenschlichen Kampfmethoden der
amerikanischen Armee wurde die Kritik an der Beteiligung
der USA immer lauter. Viele amerikanische Künstler
verurteilten den Krieg.
Andy Warhol
(1928-1987)
Andy Warhol war der führende Vertreter der PopArt. Für
seine Werke vergrößerte er Details aus der Werbung und
anderen Medien, reproduzierte sie in Variationen und
reihte sie nebeneinander (siehe auch D). Seit 1962
entstanden die meisten seiner Werke in der „Factory“,
seiner Wohn- und Arbeitsstätte, durch eine Vielzahl von
Assistenten.
Chiquita Banana
2008
Bemaltes Harz
110 x 110 x 170 cm
Galerie Patrice Trigano, Paris
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13. Katalog zur Ausstellung
Otto Letze /Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig (Hg.)
Mel Ramos. 50 Jahre PopArt
Edition Völklinger Hütte, Ostfildern 2007
280 Seiten, 150 Farbabbildungen, Sonderpreis: 19,80€
14. Literatur
Literatur zu PopArt
Cécile Whiting
Pop L.A.: art and the city in the 1960s
Berkely 2006
Karl Ruhrberg/Manfred Schneckenburger/Christian Fricke/Klaus Honnef
Ingo F. Walther(Hg.)
Kunst des 20. Jahrhunderts, Band I und II
Köln 2005
Mark Francis
Pop
London 2005
Walter Grasskamp (Hg.)
Was ist Pop? Zehn Versuche
Frankfurt am Main 2004
Clare Oliver
1960-80: experiments an new direction: from Op and Pop Art to Super-Realism,
Minimalism and Conceptual Art
Milwaukee 2001
David McCarthy
Kunst basics pop art
Ostfildern 2001
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Tilman Osterwold
Pop Art
Köln 1999
Marco Livingstone (Hg.)
Pop Art
München 1992
Jürgen Jacob
Die Entwicklung der Pop Art in England.
Von ihren Anfängen bis 1957
Frankfurt am Main 1986
José Pierre
DuMont‟s kleines Lexikon der Pop Art
Köln 1978
Literatur zu Mel Ramos
Thomas Levy/Alexander Sairally (Hg.)
Mel und Leta Ramos im Atelier,
1967
©Archiv Mel Ramos
100+. Zeichnungen von Mel Ramos
Bielefeld/Leipzig/Berlin 2010
Galerie Ernst Hilger
Mel Ramos
Wien 2009
Marcel Strouk
Galerie Rive Gauche: Mel Ramos
Paris 2009
Thomas Levy
Mel Ramos
I Love Women
Bielefeld 2007
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National Portrait Gallery, London
Pop Art Portraits. 11.10.2007-20.01.2008
Katalog
London 2007
Donald Kuspit/Louis K. Meisel
Mel Ramos. Pop Art Fantasies. The Complete Paintings
New York 2004
Thomas Levy (Hg.)
Heroines, Goddesses, Beauty Queens
Bielefeld 2002
Walter Guadagnini
Mel Ramos
Modena 1999
Louis K. Meisel Gallery
Mel Ramos. The Heroines of 1962-64
New York 1991
Aaron Miller (Hg.)
Mel Ramos. The Artist‟s Studio. 1986-1989
Katalog
New York 1989
Elizabeth Claridge
The Girls of Mel Ramos
Chicago 1975
Gegenverkehr, Aachen. Zentrum für aktuelle Kunst
Mel Ramos. 23.10.-22.11.1969
Katalog 7/69
Aachen 1969
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Literatur zu weiteren PopArt Künstlern
Andy Warhol
Mark Francis(Hg.)
Andy Warhol: Photographs, films, videos, books, interviews
München 2004
Heiner Bastian (Hg.)
Andy Warhol : Retrospektive in der Neuen Nationalgalerie Berlin
Berlin 2001
Roy Lichtenstein
Avis Berman/Bob Adelman/Eckhard Schneider (Hg.)
Roy Lichtenstein : Klassik des Neuen, Kunsthaus Bregenz
Köln 2005
Wieland Schmied (Hg.)
Roy Lichtenstein
Kestner-Gesellschaft Hannover
Ausstellungskatalog
Hannover 1968
Jasper Johns
Stephanie Barron/Lynn Zelevansky
Jasper Johns to Jeff Koons :
four decades of art from the Broad collections
Los Angeles 2001
Georges Boudaille
Jasper Johns
Paris 1989
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Photo Ring
1962
21 x 24 cm
Louis K. Meisel Gallery, New York
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15. Links
Links zu Mel Ramos
Die offizielle Website von Mel Ramos
http://www.melramos.net/
Kurzbiographie
http://www.ramos-mel.de/
ausführliche Biographie
http://www.villastuck.de/ausstellungen/2010/ramos/bio.htm
Links zu Andy Warhol
Das Andy Warhol Museum Pittsburgh
http://www.warhol.org/
Burda Museum Baden Baden, Kurzbiographie
http://www.bad-bad.de/burda-museum/warhol.htm
Website zu Andy Warhols “Factory“
http://www.factorymade.org/
Links zu Jasper Johns
Jasper Johns im Museum of Modern Art New York
http://www.moma.org/exhibitions/1996/johns/
Biographie
http://www.kettererkunst.de/kunst/kd/bio/JasperJohns-1930.php
Links zu Roy Lichtenstein
Die Roy Lichtenstein Foundation
http://www.lichtensteinfoundation.org/
Biographie
http://www.roy-lichtenstein.de/
Links zur PopArt
http://de.wikipedia.org/wiki/Pop_Art
http://ddragon.interratec.de/kunst/kpopar00.php
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Centre Pompidou, Abriss zur Pop Art auf englisch
http://www.centrepompidou.fr/education/ressources/ENS-Object-EN/ENSobjet-EN.htm
Links zu PopArt Filmen
Internet Movie Data Base, dort können Filme von Andy Warhol runtergeladen
werden
http://german.imdb.com/name/nm0912238/
Peek-a-Boo II
2002
Lithographie auf Papier
80 x 58,5 cm
Artoma Collection Hamburg
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Impressum
Herausgegeben von
Meinrad Maria Grewenig
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Tel +49 (0) 6898 / 9 100 100
Fax +49 (0) 6898 / 9 100 111
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www.voelklinger-huette.org
Konzept und Redaktion
Frank Krämer
Recherche
Jeanette Wagner
Aufsätze
Otto Letze/Maria Espinosa: Mel Ramos. Lebenslauf/Werklauf
Klaus Honnef: Girls, Candies, and the Art- die Welt von Mel Ramos
Stand
Dezember Juni 2011
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