Simulation einjähriger Klimazeitreihen in Süddeutschland mit dem

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Simulation einjähriger Klimazeitreihen in Süddeutschland mit dem
Simulation einjähriger
Klimazeitreihen in Süddeutschland
mit dem regionalen Klimamodell CLM
Diplomarbeit
Vorgelegt von
Michael Haller
Oktober 2005
Institut für Meteorologie und Klimaforschung
Universität Karlsruhe (TH) / Forschungszentrum Karlsruhe
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung........................................................................................................................... 5
2. Klimamodell und verwendete Daten................................................................................... 7
2.1
Das regionale Klimamodell CLM ............................................................................ 7
2.2
Beobachtungsdaten und Klimagrößen.................................................................... 8
2.3
Auswertemethoden .............................................................................................. 17
3. CLM-Simulation für den August 2001 .............................................................................. 19
3.1
Auswertung der Daten.......................................................................................... 19
3.1.1 Orographievergleich ............................................................................................ 19
3.1.2 2m-Temperatur .................................................................................................... 21
3.1.3 Weitere Modellvariablen ...................................................................................... 24
3.1.4 Analyse einer einzelnen Wettersituation .............................................................. 28
3.1.5 Zusammenfassung .............................................................................................. 29
4. Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung ........................................... 31
4.1
Vergleich von alter mit neuer Modellversion ......................................................... 31
4.2
Analyse der Ergebnisse der kontinuierlichen Simulation für 2001........................ 33
4.2.1 2m-Temperatur .................................................................................................... 36
4.2.2 2m-Taupunktstemperatur Td................................................................................ 41
4.2.3 10m-Windgeschwindigkeit ................................................................................... 44
4.2.4 Gesamtniederschlag............................................................................................ 49
4.2.5 Konvektiver Niederschlag .................................................................................... 52
4.2.6 Latenter Wärmestrom und Verdunstung .............................................................. 53
5. Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung................................................. 55
5.1
Das SOM-Verfahren............................................................................................. 55
5.2
Anwendung des SOM-Verfahrens auf das Jahr 2001........................................... 56
5.2.1 Vergleich des SOM-Verfahrens mit der Klassifizierung nach Hess und Brezowsky .
................................... 57
5.2.2 2m-Temperatur .................................................................................................... 61
5.2.3 2m-Taupunktstemperatur..................................................................................... 64
5.2.4 10m-Windgeschwindigkeit ................................................................................... 67
5.2.5 Gesamtniederschlag und Verdunstung ................................................................ 70
5.3
Sensitivtätstest zum Einfluss einzelner SOM-Klassen auf den Jahresniederschlag
2001..................................................................................................................... 76
6. CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung .............................................................................. 81
6.1
Vorbemerkungen.................................................................................................. 81
6.2
Analyse der Ergebnisse für 2,8km-Modelllauf....................................................... 82
6.2.1 Darstellung der Orographie.................................................................................. 82
6.2.2 2m-Temperatur .................................................................................................... 84
6.2.3 2m-Taupunktstemperatur Td................................................................................ 89
6.2.4 10m-Windgeschwindigkeit ................................................................................... 93
6.2.5 Gesamtniederschlag und Verdunstung ................................................................ 97
7. Zusammenfassung und Ausblick ................................................................................... 105
8. Anhang .......................................................................................................................... 108
8.1
Ergebnisse des dynamischen Downscalings ...................................................... 108
2m-Temperatur........................................................................................................... 108
Taupunktstemperatur.................................................................................................. 109
Windgeschwindigkeit .................................................................................................. 110
Niederschlag............................................................................................................... 111
8.2
Ergebnisse des statistisch-dynamischen Downscalings .................................... 112
Gesamtniederschlag an der Station Karlsruhe:........................................................... 112
8.3
DWD – Klimakarten............................................................................................ 114
9. Literatur ......................................................................................................................... 116
Kapitel 1 Einleitung
1. Einleitung
Globale Klimamodelle haben derzeit noch eine räumliche Auflösung von etwa 100 - 200 km
und sind deshalb nicht für die Darstellung regionaler klimatischer Besonderheiten geeignet.
So sind zum Beispiel die Alpen in globalen Modellen nur ein flacher Gebirgszug mit einer
Höhe von etwa 1500 m, so dass deren vielfältiger Einfluss auf das Klima nicht dargestellt
werden kann. Daher hat man schon in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts das
Konzept der regionalen Klimasimulation entwickelt, ähnlich der Verwendung der regionalen
Modelle für die operationelle Wettervorhersage (Schär, 2000).
Seit einiger Zeit werden neue regionale Klimamodelle entwickelt und benutzt. Deren Vorteil
ist, damit Klimaszenarien auf regionaler Skala erstellen zu können und Wechselwirkungen
mit der Erdoberfläche, dem Ozean und dem Wasserkreislauf sehr viel genauer untersuchen
zu können. Dabei kann man aber die Auflösung des Modells nicht beliebig weiter erhöhen,
da man weiterhin sehr schnell an die Leistungsgrenzen der Großrechner kommt. Zudem
arbeiten die Modelle mit Parametrisierungen, weil viele Prozesse nicht explizit berechnet
werden können. Im Bereich der Auflösung von unter 10 km wird die Verwendung üblicher
Parametrisierungen unsicher. Deshalb stellt sich die Frage, was explizit berechnet und was
parametrisiert werden soll (Leung, 2002).
Üblicherweise betrachten regionale Klimamodelle ein Rechengebiet, das eine Seitenlänge
von ca. 1000 km hat und bei höherer Auflösung noch kleiner gewählt werden muss. Die
Auflösung wurde in den vergangenen Jahren zunehmend erhöht, so dass man nun mit einer
Auflösung von 10 - 50 km rechnet. Aber in Gebieten mit starker orographischer Gliederung
wie im Alpenraum oder auch in den deutschen Mittelgebirgen sind selbst solche Fortschritte
in der Verfeinerung der Auflösung noch nicht ausreichend, um auch kleinskalige
Klimaphänomene wie Berg- und Talwindsysteme, orographisch induzierte Konvektion und
regionale Wasserkreislaufsysteme ausreichend darzustellen.
Bei der dynamischen Downscaling-Methode wird ein regionales Modell mit hoher räumlicher
Auflösung in ein globales Modell mit gröberer Auflösung „genestet“ und kontinuierlich an den
Rändern durch das globale Modell angetrieben (Fuentes, 1999). Benutzt werden dazu
entweder Prognosen globaler Klimamodelle wie z.B. dem ECHAM des MPI Hamburg oder
Reanalysedaten von globalen Modellen, wie z.B. ERA-40, NCEP-Daten oder GMEAnalysen. Häufig werden die Informationen nur in der Richtung hin zur kleineren Auflösung
weitergegeben, was man Einwege-„Nesting“ nennt. In den letzten Jahren wurden auch
Simulationen mit Mehrfach-Nesting (mehrere regionale Rechengitter), mit Zweiweg-Nesting
(Informationsfluss in beide Richtungen) und mit gekoppelten regionalen Modellen
(Atmosphäre und Landoberfläche mit Ozean) durchgeführt (Schär, 2000).
Für Simulationen von Klimaszenarien werden in der Regel lange Simulationszeiten benötigt.
Je nachdem, welche Art von Klimaschwankung man betrachten will, ist ein
Simulationszeitraum von einer bis zu mehreren Dekaden erforderlich. Noch vor wenigen
Jahrzehnten waren die damals verfügbaren Großrechner nicht in der Lage, solche
Datenmengen zu prozessieren. Daher hat man das statistisch-dynamische Downscaling als
weitere Methode zur Simulation langer Klimaszenarien entwickelt.
Bei dieser Methode werden nur einige ausgesuchte, repräsentative Wetterlagen simuliert
und die daraus erhaltenen Ergebnisse statistisch überlagert. Damit wird einerseits
Rechenzeit gespart, andererseits gehen Informationen verloren. Vor- und Nachteile müssen
also abgewogen werden.
5
Kapitel 1 Einleitung
Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, kontinuierliche regionale Klimasimulationen mit hoher
Auflösung für ein ganzes Jahr durchzuführen und auszuwerten, um damit das Klima eines
Zeitraums von einem Jahr zu analysieren und klimarelevante kleinräumige Orographie- und
Landnutzungseffekte sowie Extremereignisse erfassen zu können.
Diese Simulationen sollen mit der Klimaversion CLM des Lokalmodells des Deutschen
Wetterdienstes (DWD) für ein Gebiet gerechnet werden, das Südwestdeutschland umfasst.
Hierbei wird eine Gitterauflösung von 7 km verwendet. Zusätzlich soll auch die feinere
Auflösung von 2,8 km für kleinere Zeiträume und einen Ausschnitt des entsprechenden
Gebiets benutzt werden, um kleinskalige Phänomene besser betrachten und die Sensitivität
bezüglich der Auflösung untersuchen zu können. Bei dieser Auflösung wird die
Konvektionsparametrisierung nach Tiedtke (1989) nicht verwendet. Als Antriebsdaten
werden GME-Analysen benutzt.
Die Modellergebnisse werden mit Stationsbeobachtungen im Simulationsgebiet verglichen.
Sie repräsentieren dabei ein sehr kleines Gebiet mit seinen möglicherweise besonderen
klimatischen Eigenschaften, so dass zum einen untersucht werden kann, inwieweit das
Modell dies nachsimulieren kann. Zum anderen können flächenhafte Vergleiche mit
Vergleichsdaten wie zum Beispiel denen des Klimastatusberichts (Müller-Westermeier et al.,
2002) und des Klimakartenarchivs des DWD (DWD, 2005) durchgeführt werden.
In den Kap. 2.1 und 2.2 werden zunächst das CLM und seine Eigenschaften sowie die
Beobachtungsdaten näher diskutiert. Danach werden in Kap. 3 Ergebnisse einer kürzeren
Simulation für den August 2001 vorgestellt, bevor im nächsten Kapitel die Auswertung des
kontinuierlichen Modelllaufs für das Jahr 2001 erläutert wird. In Kap. 5 werden die
Ergebnisse der statistisch-dynamischen Methode analysiert, in Kap. 6 die eines Laufs mit
höherer Auflösung. Kap. 7 stellt die Ergebnisse zusammenfassend dar.
6
Kapitel 2 Klimamodell und verwendete Daten
2. Klimamodell und verwendete Daten
2.1 Das regionale Klimamodell CLM
Das CLM ist die Klimaversion des Lokalmodells (LM) des Deutschen Wetterdiensts (DWD).
Es unterscheidet sich nur in der Art des Prä- und Postprozessings, sowie in den spezifischen
Einstellungen, die nötig sind, um das Modell über längere Zeiträume betreiben zu können.
Ein Restart-Modus wurde eingefügt, mit dem man das Modell von einem späteren Zeitpunkt
aus erneut starten kann (Kücken et al., 2002)
Eine erste Version des CLM entstand im Jahr 2001 aus der LM-Version 2.19. Beteiligt an der
Entwicklung sind u.a. die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU), der
DWD, das Forschungszentrum Karlsruhe (FZK), das Potsdam Institut für
Klimafolgenforschung (PIK), das GKSS Forschungszentrum Geesthacht und die Universität
Bonn.
Seitdem gibt es weiterentwickelte Versionen des CLM, bei denen unter anderem
aufgetretene Fehler korrigiert worden sind. Die Versionen basieren weiterhin alle auf der LMVersion 2.19. Die Entwicklung weiterer CLM-Versionen läuft parallel zur Weiterentwicklung
des LM. So wird ab 2006 eine neue LM-Version 4.1 eingeführt, die alle für den Klimamodus
wichtigen Änderungen enthält und damit auch als CLM-Version 4.1 genutzt werden soll. In
regelmäßigen Abständen sollen dann die von den beteiligten Instituten durchgeführten
Änderungen im CLM Quellcode vom DWD in das LM übernommen werden. Dadurch wird die
Funktion des LM als Wettervorhersagemodell nicht beeinflusst.
Die für diese Arbeit verwendete Version des CLM benutzt die gleichen dynamischen und
physikalischen Komponenten wie das operationelle LM. Die Gl.en werden mit einem splitexpliziten Leapfrog-Verfahren mit drei Zeitebenen gelöst (Doms u. Schättler, 2005). Es wird
ein Strahlungsschema nach Ritter und Geleyn (1992) verwendet, sowie die
Konvektionsparametrisierung nach einem Massenflussverfahren von Tiedtke (1989). Die
Turbulenzparametrisierung basiert auf einer prognostischen Schließung der Ordnung 2,5
nach Mellor und Yamada (1982).
Die Modellparameter werden im CLM wie im operationell verwendeten LM gesetzt. Der
Zeitschritt zum Beispiel beträgt 40 s für Rechnungen mit 7km Auflösung. Das Modell rechnet
mit 35 Atmosphärenschichten und enthält ein Mehrschichten-Bodenmodell mit 10 Schichten.
Darin ist die Simulation von Schneebedeckung sowie von Gefrier- und Schmelzprozessen im
Boden enthalten. Die unterste Atmosphärenschicht hat eine Dicke von ca. 70 m.
Mehr zu den Eigenschaften des LM/CLM findet man in den Dokumentationen und
Nutzeranleitungen (User Guides), die vom DWD bzw. vom Consortium for Small-Scale
Modelling, COSMO herausgegeben werden (DWD 2001).
Zum Antrieb des CLM werden GME-Analysedaten verwendet. Dazu werden beim Modellstart
Informationen zur Initialisierung an das CLM weitergegeben und für das ganze
Simulationsgebiet aus den Datensets der externen Parametern des LM/CLM oder aus den
GME-Daten vorgegeben. Dazu gehören Parameter wie die Geländehöhe, der
Pflanzenbedeckungsgrad und der Bodentyp sowie Felder der einzelnen Klimagrößen wie
des Geopotentials, des Windes, der Temperatur und der Feuchte. Anschließend werden alle
sechs Stunden an den Rändern des Simulationsgebietes GME-Daten dem CLM
weitergegeben. Darin enthalten sind unter anderem die Temperatur, der Wind, die Feuchte
und der Druck.
7
Kapitel 2 Klimamodell und verwendete Daten
Für die vorliegende Diplomarbeit wurden im Wesentlichen zwei Modellversionen des CLM für
mehrere Modellläufe verwendet. Zunächst wurde mit der Modellversion CLM 2.0_2.19 ein
Modelllauf über zwei Monate gerechnet. Dabei sollte das Modell zunächst überprüft und
erste Vergleiche mit Stationsbeobachtungen durchgeführt werden, die in Kap. 3 dargestellt
sind. Ab April 2005 stand eine neue Modellversion des CLM zur Verfügung, die einige
Änderungen in der Modellphysik enthält, insbesondere in der Turbulenzparametrisierung und
der Berechnung der 2m-Temperatur. Ergebnisse des Vergleichs der beiden Modellversionen
werden in Kap. 4.1 diskutiert.
Da die Entwicklung des CLM weitergeführt wird, sind einige Arbeiten am Modell geplant oder
schon in der Durchführung. So wird daran gearbeitet, das Boden-Vegetationsmodell VEG3D
in das CLM einzufügen, um den Boden und dessen Wechselwirkungen mit der Atmosphäre
besser simulieren zu können. Parallel zu dieser Arbeit werden am Institut für Meteorologie
und Klimaforschung (IMK) weitere Module in das CLM eingebaut, die aber hier noch nicht
berücksichtigt wurden. Durch den modularen Aufbau des Modells ist eine Ankopplung
möglich. So soll das See-Modell FLake, das von D. Mironov (2005) entwickelt wurde,
eingefügt werden. Zur Optimierung der Ausgabe der Modelldaten soll NetCDF als StandardDateiformat eingeführt werden.
2.2 Beobachtungsdaten und Klimagrößen
Für die Bewertung der Modellergebnisse ist es erforderlich, vom gleichen Zeitraum
Messdaten im Simulationsgebiet zur Verfügung zu haben, d.h. hier werden Daten aus
Südwestdeutschland für den Zeitraum 2001 benötigt.
Dazu wurden Daten von Messstationen der Hessischen Landesanstalt für Umwelt und
Geographie (HLUG, 2005) sowie von der Landesanstalt für Umweltschutz (LfU, 2005) und
Daten von einigen ausgewählten Klimastationen des DWD (DWD, 2005) benutzt. Insgesamt
stehen Daten von 24 Stationen zur Verfügung. Bei den Klimadaten des DWD werden die
Tageswerte der Stationen benutzt, während die Daten der HLUG und der LfU halbstündig
aus dem Internet verfügbar sind.
Bei den drei Stationen Erpfingen/Alb, Kehl und Weil am Rhein gab es im Jahr 2001 größere
Datenlücken durch Ausfälle. Daher wurden an diesen Stationen teilweise keine
Tagesmittelwerte gebildet. Auf die Darstellung des Monatsmittels wurde daher für manche
Monate ebenfalls verzichtet. In Tab. 1 sind alle Stationen zusammenfassend mit ihren
Koordinaten und gemessenen Größen dargestellt.
8
Kapitel 2 Klimamodell und verwendete Daten
Station
Gießen
Hanau
Kl.Feldberg
Limburg
Michelstadt
Spessart
Viernheim
Wasserkuppe
Wiesbaden
Aalen
Erpfingen/Alb
Freiburg-Mitte
Freudenstadt
Heilbronn
Kehl-Süd
Tuttlingen
Ulm
Weil am Rhein
Frankfurt/M.
Karlsruhe
Kempten
Konstanz
Stuttgart
Würzburg
Freiburg
Michelstadt
Gießen
Kl. Feldberg
Ulm
Freudenstadt
xKoord
8,67°
8,92°
8,43°
8,05°
9,0°
9,4°
8,57°
9,93°
8,23°
10,1°
9,21°
7,83°
8,41°
9,23°
7,83°
8,81°
9,98°
7,63°
8,58°
8,35°
10,33°
9,18°
9,22°
9,95°
7,85°
9,1°
8,7°
8,45°
9,95°
8,41°
yKoord
50,58°
50,13°
50,22°
50,38°
49,67°
50,15°
49,53°
50,48°
50,05°
48,85°
48,34°
48.0°
48,47°
49,16°
48,56°
47,98°
48,39°
47,58°
50,03°
49,03°
47,72°
47,67°
48,68°
49,77°
48,0°
49,72°
50,59°
50,22°
48,38°
48,45°
Höhe ü.
NN [m]
150
110
825
106
205
488
99
950
130
420
799
240
750
152
137
643
480
275
112
112
705
443
371
268
269
453
186
805
571
797
Betreiber
T2m
HLUG
HLUG
HLUG
HLUG
HLUG
HLUG
HLUG
HLUG
HLUG
LfU
LfU
LfU
LfU
LfU
LfU
LfU
LfU
LfU
DWD
DWD
DWD
DWD
DWD
DWD
DWD
DWD
DWD
DWD
DWD
DWD
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
Td2m
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
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x
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x
x
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v
x
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x
x
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x
x
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x
x
rF
Nd
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
Tab. 1: Übersicht aller verwendeten Stationen (HLUG, 2005; DWD, 2005; LfU, 2005)
Die insgesamt 24 Stationen kann man grob in vier Klassen einteilen. Dokumentiert wird
diese Einteilung durch Klimadiagramme von ausgewählten Stationen. Alle darin enthaltenen
Daten beziehen sich auf die Klimaperiode 1961-1990 (Mühr 2005).
• Stationen im Oberrheingraben: Das Oberrheintal zeichnet sich durch ein besonderes
Klima aus. Es gehört zu den wärmsten Gebieten in ganz Deutschland und verzeichnet
auch teilweise die deutschlandweit höchsten Sonnenstunden im Jahr. Auch gibt es ein
besonderes Strömungsfeld im Oberrheingraben, das durch die Kanalisierung des
Rheintals, flankiert von Vogesen und Pfälzer Bergland und Schwarzwald
hervorgerufen wird. Im Mittel schwenken Westwinde im Rheintal auf Südwest um und
Ostwinde auf Nordost. In dieser Region liegen die folgenden Stationen: Weil am
Rhein, Freiburg, Kehl, Karlsruhe, Viernheim und - eingeschränkt - Frankfurt/Main,
9
Kapitel 2 Klimamodell und verwendete Daten
Hanau und Wiesbaden. Aus dem Klimadiagramm von Karlsruhe entnimmt man, dass
bei einer Höhenlage zwischen 100 und 150 m die Jahresmitteltemperaturen etwa 10 °
C betragen, wobei es kein Monatsmittel unter 0 ° C gibt. Die Niederschläge bewegen
sich in einem Bereich von 600 - 800 mm und haben ein Maximum im Sommer.
Abb. 1: Klimadiagramm für Karlsruhe (Mühr 2005)
•
Mittelgebirgslagen: Diese Stationen liegen meist in Tälern der Mittelgebirge oder auf
Ebenen der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft und unterliegen oft den
entsprechenden kleinklimatischen Besonderheiten wie Kanalisierung, BergTalwindsysteme und Abschattung. Im Allgemeinen liegen sie jedoch höher als die
Rheintalstationen. Dazu zählen die Stationen Michelstadt, Limburg, Giessen, Spessart,
Würzburg, Ulm, Tuttlingen, Stuttgart und Heilbronn. Die Station Stuttgart-Echterdingen
verzeichnet auch einen Monat mit einem Mittel unter 0° C. Die Niederschläge reichen
von etwa 600 bis 800 und zeigen ebenfalls ein Sommermaximum.
Abb. 2: Klimadiagramm für Stuttgart (Mühr 2005)
10
Kapitel 2 Klimamodell und verwendete Daten
•
Bergstationen: Die Lage von Stationen auf Mittelgebirgskämmen bedeutet oft, dass
das Klima sehr spezifische Ausprägungen aufweist. Schon durch die
Höhenunterschiede ergeben sich markante Unterschiede in Temperatur, Feuchte,
Niederschlagsmengen und den Windverhältnissen. Unter den 24 Stationen lassen sich
vier Stationen darin einordnen: die Wasserkuppe als höchste Erhebung der Rhön mit
950 m, der kleine Feldberg im Taunus mit 825 m, Erpfingen auf der Schwäbischen Alb
mit 799 m und Freudenstadt im Schwarzwald mit 750 m. Bei allen Stationen findet man
Monate mit einem Temperaturmittel unter 0° C. Die W asserkuppe verzeichnet sogar
ein Januarmittel von -2,6 ° C. Die Jahresmittel liegen nur bei 5 – 7 ° C, während die
Jahresniederschläge deutlich höher sind als bei allen anderen Stationen und teilweise
1000 mm pro Jahr übertreffen. An der Station Freudenstadt erreichen sie sogar fast
1700 mm pro Jahr mit ganzjährig hohen Niederschlägen und einem leichten Anstieg
im Winter.
Abb. 3: Klimadiagramm für die Wasserkuppe (Mühr 2005)
•
Voralpengebiet: Die Stationen Kempten und Konstanz nehmen eine Sonderstellung
ein. Kempten wird klimatisch hauptsächlich durch die nahen Alpen geprägt und liegt
ähnlich hoch wie Freudenstadt und verzeichnet ebenfalls hohe monatliche
Niederschlagssummen und eine Jahressumme von über 1000 mm. Die Station
Konstanz am Bodensee wird dagegen vor allem durch das spezielle Bodenseeklima
geprägt (Kottmeier, 2005), liegt aber auch schon bereits im Einflussbereich der Alpen,
was sich insbesondere bei starken Föhnlagen auswirkt. Obwohl sie höher liegt als alle
Rheintalstationen, beträgt das Jahresmittel der Temperatur über 9° C und die
Niederschlagsmengen sind höher als bei den Stationen am Oberrhein.
11
Kapitel 2 Klimamodell und verwendete Daten
Abb. 4: Klimadiagramme ausgewählter Stationen (Mühr 2005)
In den folgenden Kapiteln können nicht die Ergebnisse aller Stationen dargestellt werden.
Daher werden insbesondere die Daten von den drei Stationen Michelstadt, Wiesbaden und
Wasserkuppe genauer untersucht. Sie wurden aus den 24 zur Verfügung stehenden
Messstationen ausgewählt, weil sie jeweils eine der oben eingeführten vier Gebietsklassen
repräsentieren.
Das im Rheintal gelegene Wiesbaden repräsentiert die Lage in einem Flusstal mit hohen
Temperaturen im Jahresmittel, Michelstadt liegt dagegen in einem engen, nord-süd
ausgerichteten Tal an einem Nebenfluss des Mains, umrandet von den Höhenzügen des
Odenwalds. Die Bergstation Wasserkuppe als höchste Erhebung der Rhön hat ganzjährig
tiefere Temperaturen und gleichzeitig hohe Niederschlagssummen.
12
Kapitel 2 Klimamodell und verwendete Daten
Station
Gießen
Hanau
Kl.Feldberg
Limburg
Michelstadt
Spessart
Viernheim
Wasserkuppe
Wiesbaden
Aalen
Erpfingen/Alb
Freiburg-Mitte
Freudenstadt
Heilbronn
Kehl-Süd
Tuttlingen
Ulm
Weil am Rhein
Frankfurt/M.
Karlsruhe
Kempten
Konstanz
Stuttgart
Würzburg
T2m [° C]
1961-90
T2m [° C]
1971-00
9.4
5.9
9.3
5.1
9.8
10.8
6.6
9.8
6.6
7.9
9.8
9.7
10.3
6.9
9.2
8.6
11.1
6.9
8.1
10.1
10.7
9.4
9.4
T2m [° C]
2001
10.0
11.3
7.2
9.6
10.1
8.2
11.4
4.5
11.0
8.9
Nd [mm]
1961-90
11.2
7.2
11.0
956
1680
758
741
907
751
786
675
770
1272
847
719
8.5
9.5
10.8
11.3
7.7
10.1
9.8
9.8
Nd [mm]
1971-00
641
Nd [mm]
2001
703
986
1055
682
915
953
726
1059
634
931
930
1682
1177
2128
744
846
611
771
753
873
1418
896
814
613
855
577
Tab. 2: Übersicht der gemessenen Jahreswerte der 2m-Temperatur (T2m) und des
Jahresniederschlags (Nd) aller Stationen, Quellen: Mühr 2005; DWD 2005
In Tab. 2 sind für alle verfügbaren Stationen das klimatische Jahresmittel der 2m-Temperatur
(T2m) für den Zeitraum 1961-1990 bzw. 1971-2000 sowie die Jahressumme des
Niederschlags (Nd) aus den gleichen Zeiträumen aufgeführt. Zusätzlich sind die verfügbaren
Jahreswerte der Stationen für das Jahr 2001 aufgelistet. Eindeutig erkennbar die
gestiegenen Temperaturmittel von der Klimaperiode 1961-1990 zur nächsten Klimaperiode
1971-2000. Das Temperaturmittel des Jahres 2001 liegt bei fast allen Stationen höher als
der 30-Jahre-Mittelwert beider Klimaperioden. Es sind im Jahr 2001 auch durchweg höhere
Niederschläge an allen Stationen zu erkennen, so dass man zunächst aus Sicht der
Gesamtheit aller verfügbaren Stationen von einem überdurchschnittlich warmen und
feuchten Jahr 2001 sprechen kann.
Aus dem Klimastatusbericht für das Jahr 2001 (Westermeier, 2002) geht hervor, dass
insgesamt das Jahr 2001 wärmer als der Referenzzeitraum 1961-1990 ist, wobei die
Abweichungen allerdings nicht mehr als 0,5 – 1,0 K betragen. Der Jahresniederschlag ist im
deutschlandweiten Mittel deutlich höher als im Referenzzeitraum, so dass das Jahr 2001 als
sechsfeuchtestes Jahr seit 1901 gezählt werden kann.
13
Kapitel 2 Klimamodell und verwendete Daten
Ausgehend von den verfügbaren Datensätzen des Jahres 2001 werden im Laufe dieser
Diplomarbeit verschiedene Klimagrößen behandelt und diskutiert und hier vorgestellt
werden.
2m-Temperatur
Eine der wichtigsten und am häufigsten gemessene meteorologischen und klimatischen
Größen ist die 2m-Temperatur. Sie ist eine Standardgröße bei der Beobachtung des Klimas
mit Messstationen. Es gibt viele Messdaten, die gut zum Vergleich von Modellergebnissen
mit Messwerten geeignet sind. Die 2m-Temperatur hat großen Einfluss auf die
Lebensbedingungen des Menschen und auf die Umwelt. So wirkt sie sich unmittelbar auf das
Empfinden und die Gesundheit des Menschen, als auch der Tier- und Pflanzenwelt aus.
Sie wird im CLM und auch im Lokalmodell nicht explizit berechnet, sondern aus den
Temperaturen in den Atmosphärenschichten und der Bodentemperatur interpoliert. So
ergeben sich Fehlerquellen, da man zur Interpolation der Temperatur auf 2m Höhe
Annahmen zum Temperaturgradienten in der Grenzschicht machen muss.
Im Modell ist die Atmosphäre in 35 Schichten eingeteilt, wobei die Abstände in den
Schichten nach oben hin zunehmen. Durch die höhere Auflösung der atmosphärischen
Grenzschicht bis etwa 2000 m können dort die Prozesse wie zum Beispiel die Zunahme der
Temperatur oder der Windgeschwindigkeit besser dargestellt werden. Die unterste
Atmosphärenschicht ist im CLM 70 m mächtig über ebener Orographie.
2m-Taupunktstemperatur
Die Taupunktstemperatur bzw. der Taupunkt Td ist ein Feuchtemaß. Am Taupunkt entspricht
der Wasserdampfgehalt der Luft gleich dem Maximalwert, was bedeutet, dass die Luft
gesättigt ist. Dabei ist der herrschende Dampfdruck gleich dem Sättigungsdampfdruck, der
eine Funktion der Temperatur ist. Diese Temperatur ist dann die Taupunktstemperatur Td.
Die relative Feuchte rF ist der Quotient aus aktuellem Dampfdruck e und
Sättigungsdampfdruck esat (in hPa):
rF =
e
esat (T )
(1)
Der Sättigungsdampfdruck esat berechnet sich über die empirische Magnusformel
 17.1 ⋅ T 
esat (T ) = e0 ⋅ exp 

 235 + T 
(2)
Hierbei hat e0 den Wert 6,1078 hPa und die Temperatur wird in ° C eingesetzt. Aus der
gemessenen relativen Feuchte und dem Sättigungsdampfdruck gewinnt man den Wert für
den aktuellen Dampfdruck e. Löst man die Magnus-Formel nach der Temperatur auf und
setzt den errechneten Dampfdruck e ein, so erhält man aus der entstandenen Gl. die
Taupunktstemperatur Td in ° C
14
Kapitel 2 Klimamodell und verwendete Daten
Td =
235 ⋅ ln(e sat − e)
17.1 − ln(esat − e)
(3)
Spezifische Feuchte
Die spezifische Feuchte q gibt die Menge Wasserdampf pro Kilogramm feuchter Luft an. Sie
wird in den Stationsbeobachtungen nicht angegeben, kann aber leicht aus dem Dampfdruck
und dem Bodendruck hergeleitet werden:
q = 0,622 ⋅
e
p
(4)
Wenn der Bodendruck in den Messdaten nicht enthalten ist, kann eine andere Gl. benutzt
werden. Die allgemeine Definition der spezifischen Luftfeuchte besteht aus dem Quotient der
Dichte des Wasserdampfs und der Dichte der feuchten Luft, also
q=
ρW
ρW + ρ L
(5)
ρW bezeichnet die Dichte des Wasserdampfs, ρL ist die Dichte der trockenen Luft und wird
mit ρ L = 1,293 kg m 3 unter Normalbedingungen angegeben. Die Dichte des Wasserdampfs,
auch absolute Feuchte genannt, lässt sich aus der idealen GasGl. für Wasserdampf
p=m
RW T
V
(6)
herleiten, wenn p durch den Dampfdruck e ersetzt wird und der Bruch m/V durch ρW
substituiert wird:
ρW =
e
RW T
(7)
Durch die Bestimmung der absoluten Feuchte kann man in Verbindung mit der relativen
Feuchte und der Temperatur die spezifische Feuchte berechnen, ohne den aktuellen Druck
zu benötigen.
Da die Luftfeuchte schon mit der Taupunktstemperatur behandelt wurde, sollen auf
Darstellungen der spezifischen Feuchte verzichtet werden.
Windgeschwindigkeit
Im Modell wird jeweils die u-Komponente und die v-Komponente des Windes in 10 m Höhe
ausgegeben, außerdem die Vertikalgeschwindigkeit w, die in dieser Arbeit jedoch nicht
betrachtet wird. In den Messdaten wird die Windgeschwindigkeit als Betrag und die
Windrichtung in Grad angegeben. Die Messung des Windes erfolgte bei den HLUGStationen in 3,5 m Höhe. Durch den Höhenunterschied ergeben sich unter Umständen
merkliche Differenzen im Betrag der Windgeschwindigkeit, da im Bereich der Grenzschicht in
der Regel eine starke Höhenabhängigkeit der Windgeschwindigkeit auftritt. Daher war es
nötig, die Messergebnisse mit Hilfe des logarithmischen Windgesetzes bei neutraler
Schichtung
15
Kapitel 2 Klimamodell und verwendete Daten
u( z) =
u∗  z 
ln  
k  z0 
(8)
umzurechnen. Die Windgeschwindigkeit u (z ) in der Höhe z ist abhängig von der
Schubspannungsgeschwindigkeit u*, der von-Karman-Konstante k = 0,4 und der
Rauhigkeitslänge z0. Je nach Art und Größe der Hindernisse in der Anströmung variiert z0.
Daher wurde für die beiden Stadtstationen in Michelstadt und Wiesbaden ein z0 von 0,6 m
gewählt, für die Bergstation Wasserkuppe dagegen z0 = 0,03 m, da die Wasserkuppe kaum
Baumbestand und auch keine größere Bebauung auf dem Gipfel hat. Trotz der Differenz von
nur 6,5 m erhält man für die Messdaten einen Korrekturfaktor von ungefähr 1,65. Doch auch
mit dieser Korrektur macht man einen Fehler. Das logarithmische Windgesetz in Gl. 8 nimmt
eine neutrale Schichtung in der Grenzschicht an. Dies ist jedoch nicht immer gegeben. Bei
nicht-neutraler Schichtung müsste die Stabilitätsfunktion als Zusatzterm berücksichtigt
werden, die sich aus der Monin-Obukhov-Theorie ergibt. Aufgrund fehlender Eingabedaten
kann die Stabilitätsfunktion nicht bestimmt werden kann.
Latenter und fühlbarer Wärmestrom
Die Energiebilanz einer Oberfläche lautet:
QS − Q B − Q H − Q E = 0
(9)
mit den Termen der Strahlungsbilanz QS, des Bodenwärmestroms QB, des latenten
Wärmestroms QE und des fühlbaren Wärmestroms QH. Die Energiebilanz ist hier so
definiert, dass von der Fläche ausgehende Wärmeströme negativ sind. Die Strahlungsbilanz
QS besteht ihrerseits aus mehreren Größen:
Q S = S + H − R K + Al − Rl + G
(10)
mit den Variablen
•
•
•
S: direkte Sonnenstrahlung
H: diffuse Himmelsstrahlung
Rk: kurzwellige Reflexstrahlung
•
•
•
Al: langwellige Ausstrahlung
Rl: langwellige Reflexstrahlung
G: atmosphärische Gegenstrahlung
Für den latenten und fühlbaren Wärmestrom sind keine Vergleiche mit Messdaten möglich,
da es nur wenige Messungen überhaupt dazu gibt und selten über lange Zeiträume.
Trotzdem gibt es Erfahrungswerte zu den genannten Größen durch Feldexperimente,
sodass man einen qualitativen Vergleich mit den Modelldaten durchführen kann. Über
bewachsenem Gelände ergibt sich der latente Wärmefluss aus Evaporation an der
Oberfläche und Transpiration der Pflanzen. Am Tag erreicht der latente Wärmestrom
typischerweise Werte bis etwa 400 W/m², während der fühlbare Wärmestrom kleiner ist oder
auch negativ werden kann (Arya, 1988). Der Quotient aus fühlbarem und latenten
Wärmestrom wird als Bowen-Verhältnis B = QH QE definiert. Bei Werten von B > 1 ist der
16
Kapitel 2 Klimamodell und verwendete Daten
fühlbare Wärmestrom größer als der latente Wärmestrom, was typisch für eher aride Gebiete
ist. Das Bowen-Verhältnis kann in Wüstengebieten Werte bis zu 10 annehmen. Umgekehrt
bedeutet ein Bowen-Verhältnis B < 1, dass der latente Wärmestrom überwiegt.
Üblicherweise bewegt sich der Wert über Wald- und Grasflächen um 0,4 – 0,8. Negativ wird
das Bowen-Verhältnis dann, wenn einer der beiden Terme negativ ist, z. B. in der Nacht,
wenn der fühlbare Wärmestrom nach unten gerichtet ist (Oke, 1978).
2.3 Auswertemethoden
An dieser Stelle sollen einige statistische Formeln zur Auswertung der Modell- und
Beobachtungsdaten eingeführt werden. Zur Auswertung der Ergebnisse sollen die
Modelldaten mit den Beobachtungen an Messstationen verglichen werden. Da die
Modelldaten nur auf einem diskreten Gitter zur Verfügung stehen, müssen sie zunächst auf
die Koordinaten der Messstationen interpoliert werden.
Dazu bietet sich das bilineare Interpolationsschema an. Es verwendet die umliegenden
vier Gitterpunkte und gewichtet sie entsprechend ihres Abstandes zu den
Stationskoordinaten. Der Interpolationswert p ( x, y ) errechnet sich aus den Stützwerten f i , j
an den Gitterpunkten ( xi , y i ) :
p( x) = f i , j ⋅ X ii +1 ⋅ Y j j +1 + f i +1, j ⋅ X ii+1 ⋅ Y j j +1 +
f i , j +1 ⋅ X ii +1 ⋅ Y j j+1 + f i +1, j +1 ⋅ X ii+1 ⋅ Y j j+1
(11)
Die Gewichtung wird nach folgender Formel berechnet:
X ik =
x − xk
xi − x k
(12)
bzw. in der zweiten Raumrichtung
Y jl =
y − yl
y j − yl
(13)
Damit wird gewährleistet, dass der Punkt, der den geringsten Abstand hat, am meisten in
das Ergebnis eingeht und der entfernteste am wenigsten. Auch wenn es andere und auch
genauere Interpolationsschemata gibt, so wurde das bilineare Verfahren in dieser Arbeit
verwendet, da es einfach zu programmieren ist, trotzdem gute Ergebnisse liefert und überall
stetig ist.
17
Kapitel 2 Klimamodell und verwendete Daten
Die Ausgabedaten des Modells werden für jede Stunde in eine neue Datei geschrieben. Mit
Statistikprogrammen werden aus den stündlichen Daten Tagesmittel, Minima und Maxima
und daraus wiederum Monatsmittel berechnet. Zur Berechnung der Tagesmittel und der
Monatsmittel werden alle n Werte des entsprechenden Zeitraums mit der Formel
x=
1 n
∑ xi
n i =1
(14)
auf einen Wert gemittelt.
Die Daten stehen für Temperatur, relative Feuchte, die u- und v-Komponente des Windes
und die spezifische Feuchte in allen 35 Schichten zur Verfügung. Weitere Variable sind
darüber hinaus an der Erdoberfläche angegeben und sind aus den Daten auf den
Modellebenen abgeleitet oder extra berechnet worden, so zum Beispiel die 2m-Temperatur.
Für jede meteorologisch interessante Größe können daraus sofort Tagesgänge erstellt
werden.
18
Kapitel 3 CLM-Simulation für den August 2001
3. CLM-Simulation für den August 2001
Für den ersten CLM-Modelllauf wurde ein verkürzter Simulationszeitraum von Mitte Juli bis
Mitte September 2001 gewählt, um anhand erster Ergebnisse den eigentlichen Jahreslauf
vorzubereiten und das Modell zu überprüfen und eventuelle Fehlerquellen zu erkennen.
Dabei wurden die Modelldaten für den Monat August mit den Messungen an den einzelnen
Stationen verglichen. Das Simulationsgebiet umfasst ganz Baden-Württemberg sowie Teile
von Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Teile des Elsass, der Schweiz und Österreichs.
Bei einer Gitterauflösung von 7 km besteht das Simulationsgebiet aus 35 x 54 Gitterpunkten,
also insgesamt 1890 Gitterpunkten. Das Modell gibt die Daten stündlich aus, während die
verwendeten GME-Antriebsdaten sechsstündig eingelesen werden.
3.1 Auswertung der Daten
3.1.1 Orographievergleich
Bei der Untersuchung des regionalen Klimas ist ein hochaufgelöstes Gitternetz nötig, um
regionale Klimavariationen darstellen zu können. So wird auch die Orographie mit der
gewählten Auflösung abgebildet, in diesem Fall mit 7km Abstand zwischen zwei
Gitterpunkten. Dies reicht oftmals nicht aus, um stark orographisch gegliedertes Gelände
zufriedenstellend zu simulieren. Daher sollen hier die Höhen eines hochaufgelösten
Höhenmodells mit der Modellorographie des CLM bei vorgegebener Modellauflösung von 7
km verglichen werden.
Abb. 5 links: Simulationsgebiet mit 7km-Auflösung, rechts: Topographie von
Südwestdeutschland mit Daten des NOAA NGDC Globe Project in 1km Auflösung (NOAA,
2005)
19
Kapitel 3 CLM-Simulation für den August 2001
Dazu wurden Orographiedaten des NOAA NGDC GLOBE Projekts mit 1 km-Auflösung
(NOAA, 2005) als Referenzdaten mit den Modellwerten verglichen. Es ist zu erwarten, dass
durch die feinere Auflösung der Referenzdaten die Orographiestrukturen des
Simulationsgebiets genauer dargestellt werden. Beim Vergleich der beiden Auflösungen
stellt man fest, dass die Strukturen der Höhenlinien insgesamt gut wiedergegeben werden
(Abb. 5), allerdings ist die Orographie der rechten Grafik wesentlich detaillierter. In Abb. 6
sind die Differenzen der unterschiedlichen Auflösungen dargestellt. Es lässt sich sehr gut
erkennen, dass insbesondere der Anstieg an den Westhängen des Schwarzwaldes und des
Odenwaldes, sowie insgesamt die Gipfelhöhen der Mittelgebirge von der CLM-Orographie
teils deutlich unterschätzt werden. Dafür werden Teile des Oberrheingrabens wie
insbesondere die Osthänge des Pfälzer Waldes und das Rheintal flussabwärts von
Wiesbaden überschätzt. Ansonsten sind in großen Teilen des Voralpengebiets, des
Oberrheingrabens und weiterer Gebiete gute Übereinstimmung der Daten zu verzeichnen,
was durch die weißen Flächen angezeigt wird.
Abb. 6: Differenz der Modellorographie des CLM7km – NOAA-Daten; Rote Flächen = CLMOrographie zu hoch, blaue Flächen = CLM-Orographie zu tief
Die geglättete Darstellung der Orographie hat auch Auswirkungen auf den Vergleich
zwischen Modell- und Messergebnissen an den Stationen. In Abb. 5 sind in der linken Grafik
alle verwendeten Messstationen eingetragen. Durch die exponierte Berglage wird die
Wasserkuppe etwa 300 m zu tief dargestellt, was Auswirkungen auf die Ergebnisse haben
muss. Auch sieht man, dass Wiesbaden in einem Bereich des Rheintals liegt, in dem das
CLM die Orographie überschätzt, d.h. die Messstation liegt zu hoch. Etwas weniger deutlich
wird das an der Station Michelstadt. Aufgrund des relativ engen Tals, in dem Michelstadt
liegt, wird die Stationshöhe ebenfalls leicht überschätzt.
20
Kapitel 3 CLM-Simulation für den August 2001
Ausgewertet wurde aus dem zweimonatigen Lauf nur der 1. bis 30. August 2001. Dazu
werden verschiedene klimatologische Größen genauer untersucht und dargestellt und mit
Daten der HLUG und des DWD verglichen.
3.1.2 2m-Temperatur
Es zeigt sich, dass bei allen drei Stationen das Modell zu hohe Temperaturen berechnet
(Abb. 7). Besonders stark sind die Abweichungen an der Station Wasserkuppe. Dort ist die
Unterschätzung der Topographie sehr groß, so dass die Temperatur höher angenommen
wird, als sie es in den Beobachtungen ist. Das alleine ist aber nicht der Grund für die hohen
Temperaturdifferenzen an der Station Wasserkuppe. Unabhängig von der Orographie sind
die Ergebnisse bei allen drei Stationen systematisch etwa 2 K zu hoch. Im Fall der
Wasserkuppe scheint es, dass sich beide Effekte zu einer hohen Differenz von Modell- und
Messwert aufaddieren. Bei den beiden anderen Stationen kompensiert sich die
Überschätzung der Temperatur durch das Modell und die Unterschätzung der Temperatur
durch die höhere Modellorographie. Daher ist dort eine relativ gute Übereinstimmung zu
verzeichnen.
Die ebenfalls in Abb. 7 in Grün eingezeichneten Werte der GME-Daten weichen an den
Stationen Michelstadt und Wiesbaden systematisch mit teilweise bis zu 5 K deutlich von den
Messwerten nach unten ab, geben aber den Verlauf der Tagesmittel im August wieder.
Allerdings stammen die GME-Daten aus der untersten Modell-Atmosphärenschicht, d.h. aus
einer Höhe von etwa 35 m und haben daher die Tendenz, zu niedrige Werte anzugeben,
insbesondere bei überadiabatischer Schichtung in den untersten Luftschichtungen bei
starker Heizung der Erdoberfläche. Doch ist dieser Effekt nicht alleine verantwortlich für die
hohen Abweichungen.
An der Station Wasserkuppe passen die GME-Ergebnisse dagegen gut zu den Messwerten
und liegen nur mit etwa 1,0 K zu niedrig. Hier kompensiert die unterschätzende Orographie
des GME teilweise den vermutlich ebenfalls wie bei den anderen Stationen enthaltenen
Fehler.
21
Kapitel 3 CLM-Simulation für den August 2001
35
30
25
Temperatur in °C
Temperatur in °C
30
20
15
10
5
0
25
20
15
10
5
0
1 3
5 7
9 11 13 15 17 19 21 2
2
2
2 31
1 3
Tage im August
CLM
M essung
5
7
9 11 13 15 17 19 21 23 25 27 29 31
Tage im August
CLM
GM E
M essung
GM E
B
A
30
Temperatur in °C
25
20
15
10
5
0
1
3
5
7
9
11 13 15 17 19 21 23 25 27 29 31
Tage im August
CLM
M essung
GM E
C
Abb. 7: Vergleich der Tagesmittel der 2m-Temperatur für August 2001, A) Michelstadt, B)
Wiesbaden, C) Wasserkuppe
In Abb. 8 und Abb. 9 sind die Monatsmittel der 2m-Temperatur dargestellt. In Abb. 8 ist
zunächst die Monatsmitteltemperatur in 2 m Höhe für den August 2001 von allen 15 HLUGund DWD-Stationen aufgelistet. Bei allen Stationen wird erkennbar, dass das simulierte
Monatsmittel, wie auch schon für Abb. 7 an einzelnen Stationen gezeigt, im Durchschnitt
systematisch etwa 2 K zu hoch ist. Besonders an den Bergstationen sind die Differenzen
zwischen Modell und Messung größer. Die Ursache für diese großen Differenzen beim
Monatsmittel an den Bergstationen dürfte wie schon in der vorhergehenden Betrachtung im
Modell bei der fehlerhaften Annahme der geometrischen Höhe der Station liegen. Bei allen
anderen Stationen ist möglicherweise ein Modellfehler der Grund für die systematische
Überschätzung des Monatsmittels der 2m-Temperatur. Bei den Stationen Frankfurt,
Konstanz und Karlsruhe liegen die Differenzen über den durchschnittlichen 2 K. Doch diese
drei Stationen liegen jeweils in Gebieten, in denen die CLM-Orographie gute Ergebnisse
liefert. Möglicherweise spielt dabei die Aufheizung der Stadt eine Rolle, was das Modell nicht
berücksichtigt. Die Ergebnisse der GME-Daten liegen wie schon in Abb. 7 deutlich zu niedrig
und haben im Durchschnitt eine Differenz zu den gemessenen Monatsmitteln von etwa 3 K.
Nur an den Bergstationen Kleiner Feldberg und Wasserkuppe findet sich eine gute
Übereinstimmung der Werte.
22
Kapitel 3 CLM-Simulation für den August 2001
Temperatur in °C
25
20
15
10
5
Messung
CLM 7km
Wiesbaden
Wasserkuppe
Viernheim
Spessart
Michelstadt
Limburg
Kl. Feldberg
Hanau
Giessen
Würzburg
Frankfurt
Stuttgart
Karlsruhe
Konstanz
Kempten
0
GME
Abb. 8: Monatsmittel der 2m-Temperatur für den August 2001
In der Abb. 9 sind in der linken Grafik die Monatsmittel für den August 2001 im ganzen
Simulationsgebiet dargestellt. Zum Vergleich zeigt die rechte Grafik einen Ausschnitt einer
Karte aus dem Klimakartenarchiv des DWD im Internet (DWD, 2005). Die gesamte Karte
findet sich im Anhang. Die Daten stammen von etwa 500 Klimastationen aus dem
gesamtdeutschen Messnetz des DWD und wurden zu Flächenmitteln interpoliert. Wie schon
für die einzelnen Stationen findet man auch hier für das ganze Gebiet zu hohe Temperaturen
im CLM. Man kann auch hier wieder eine ungefähre Abweichung von +2 K des CLM
gegenüber den Messungen erkennen. Die räumlichen Unterschiede werden dagegen
realistisch wiedergegeben, was auch daran liegen kann, dass die 2m-Temperatur stark
höhenabhängig ist.
Abb. 9: Monatsmittel der 2m-Temperatur für August 2001, links die Simulation mit dem CLM,
rechts ein Ausschnitt der DWD-Klimakarte für August 2001 (DWD, 2005)
23
Kapitel 3 CLM-Simulation für den August 2001
3.1.3 Weitere Modellvariablen
In Kap. 2.2 wurden bereits die relevanten Klimagrößen kurz vorgestellt. Außer der 2mTemperatur sind noch weitere meteorologische Größen für Klimabetrachtungen interessant.
Dazu gehören der Feuchtegehalt der Luft, der Wind, der Niederschlag und die turbulenten
Wärmeflüsse.
Nachfolgend sollen nun die Ergebnisse der 2m-Taupunktstemperatur Td, der 10mr
Windgeschwindigkeit v , des latenten Wärmestroms QE und des fühlbaren Wärmestroms
QH dargestellt werden.
2m-Taupunktstemperatur Td
20
20
Taupunktstemperatur in
°C
Taupunktstemperatur in
°C
Das Modell gibt die Taupunktstemperatur auf 2m Höhe interpoliert aus, so dass diese Daten
direkt verwendet werden können. Daher wurden sämtliche Messergebnisse der relativen
Feuchte in die Taupunktstemperatur umgerechnet (siehe Gl. 3 in Kap. 2.2) und mit den
Modelldaten verglichen.
15
10
5
0
1
4
7
10
13
16
19
22
25
28
10
5
0
1 3
Tage im August
Td2m M o dell
15
5
7
9 11 13 15 17 19 21 23 25 27 29
Tage im August
Td2m M o dell
Td2m M essung
Td2m M essung
B
A
Taupunktstemperatur in °C
20
15
10
5
0
1
3
5
7
9 11 13 15 17 19 21 23 25 27 29
Tage im August
Td2m M odell
Td2m M essung
C
Abb. 10: Vergleich der Tagesmittel der Taupunktstemperatur (Td2m) für August 2001, A)
Michelstadt, B) Wiesbaden, C) Wasserkuppe
24
Kapitel 3 CLM-Simulation für den August 2001
An der Station Wiesbaden passen Modellausgabe und Messergebnisse außer im Zeitraum
des 16. bis 19. August, an denen das Modell zu hohe Taupunkte simuliert, sehr gut
zusammen. Am 5. August sind die CLM-Werte dagegen deutlich zu tief. Nicht ganz so gut
stimmen die Ergebnisse bei Michelstadt überein. Prinzipiell sind die CLM-Daten deutlich zu
niedrig und auch der Verlauf der Taupunktstemperatur wird nicht immer richtig
wiedergegeben.
Etwas besser sieht das Schaubild für die Station Wasserkuppe aus. Hier sind die
Modellwerte systematisch zu hoch, geben aber den Verlauf der Reihe gut wieder. Die
Stationshöhe wird vom Modell für Michelstadt zwar überschätzt, aber im Gegensatz zur
Wasserkuppe ist die Abweichung von Modell zu Messung nicht systematisch, es muss also
auch noch andere Gründe geben. Dadurch, dass sich die Messstation direkt in bebautem
Gebiet, in der Innenstadt von Michelstadt, aber auch in der Nähe eines kleinen Flusses
befindet, können mehrere Faktoren die Messergebnisse beeinflussen. Zum einen ist
denkbar, dass mit einem lokalen Windsystem innerhalb eines Tals, aber auch innerhalb der
Stadt lokale Feuchteunterschiede herrschen, die vom Modell nicht simuliert werden können.
Windgeschwindigkeit
In allen drei Fällen liegen die CLM-Ergebnisse weit von den Messdaten entfernt (Abb. 11).
Am ehesten wird der Verlauf der Tagesmittel im August für die Station Michelstadt
dargestellt, doch liegen die Modellergebnisse an fast allen Tagen deutlich zu hoch, was sich
auch im Monatsmittel niederschlägt. Während sich für das CLM ein Monatsmittel der
Windgeschwindigkeit von 2,6 m/s ergibt, errechnet man für die Messungen ein Monatsmittel
von nur 1,7 m/s.
Für die Station Wiesbaden lässt sich kaum eine Korrelation zwischen Modell und Messungen
erkennen, die Monatsmittel betragen für das CLM 2,4 m/s, für die Messungen 2,6 m/s. Hier
haben sich also positive und negative Differenzen fast zu Null kompensiert. An der Station
Wasserkuppe liegt das Monatsmittel für das CLM bei 2,6 m/s, für die Messungen bei 7,1 m/s,
das ist ein mehr als 2,5-facher Wert. Das spiegelt sich auch in der unteren Grafik von Abb.
11 wieder, in der so gut wie keine Korrelation zwischen den Ergebnissen zu finden ist und
auch die täglichen Differenzen sehr groß sind. Ursachen für die doch insgesamt sehr
deutlichen Differenzen zwischen Modell und Messungen liegen sicherlich an Fehlern bei der
Orographie, es müssen aber auch weitere Faktoren eine Rolle spielen. Gerade bei der
Windmessung ist es entscheidend, wo der Windmesser aufgestellt ist, welchen Einfluss die
Umgebung hat, d.h. ob der Wert für z 0 richtig gewählt ist und welche lokalen
Strömungsmuster vorhanden sind, die im Modell aufgrund der Auflösung nicht erfasst
werden können.
25
Windgeschwindigkeit in
m/s
Windgeschwindigkeit in
m/s
Kapitel 3 CLM-Simulation für den August 2001
5
4.5
4
3.5
3
2.5
2
1.5
1
0.5
0
1
4
7
10
13
16
19
22 25
28
5
4
3
2
1
0
1
4
7
10
13
16
19
22
25
28
Tage
Tage
Windgeschwindigkeit in
m/s
M o dell
M o dell
M essung
M essung
12
10
8
6
4
2
0
1
4
7
10
13
16
19
22
25
28
Tage
M o dell
M essung
Abb. 11: Vergleich der Tagesmittel der Windgeschwindigkeit für August 2001, A) Michelstadt,
B) Wiesbaden, C) Wasserkuppe
So können die insgesamt sehr niedrigen Windgeschwindigkeiten an der Station Michelstadt
damit begründet werden, dass durch den Standort in der Innenstadt möglicherweise eine
Abschattung durch Gebäude verantwortlich ist für die systematisch niedrigen Ergebnisse.
Zusätzlich behindert die Tallage insgesamt die synoptische Anströmung und führt damit auch
zu niedrigeren Messwerten an der Station. Auch die Station Wiesbaden liegt im Stadtgebiet
und erfährt dadurch ebenfalls eine Abschattung von der ungestörten Anströmung. Dennoch
können die teils gegenläufigen Strukturen in den Ergebnissen auch so nicht vollständig
erklärt werden.
Latenter und fühlbarer Wärmestrom
Der Verlauf des latenten Wärmestroms im August 2001 (Abb. 12 links) zeigt an allen drei
Stationen ein untypisches Bild: An fast allen Tagen bewegen sich die Werte im Bereich von
50 bis maximal 100W/m2, nur an wenigen Tagen werden Spitzenwerte bis zu knapp
700 W/m2 erreicht. In den Abbildungen des fühlbaren Wärmestroms (Abb. 12 rechts) sieht
man ein eher einheitliches Bild der Maxima im Bereich von 200 – 400 W/m². Dies sind
Werte, die für den fühlbaren Wärmestrom vor allem im Sommer durchaus üblich sind.
Normalerweise ist der latente Wärmestrom in den mittleren Breiten tagsüber größer als der
fühlbare Wärmestrom, wobei die Vegetation einen entscheidenden Einfluss vor allem auf die
Größe des latenten Wärmestroms hat (Kraus, 2000). Vergleicht man an jeder der drei
26
Kapitel 3 CLM-Simulation für den August 2001
fühlbarer Wärmestrom in
W/m²
latenter Wärmestrom in
W/m²
Stationen die beiden Wärmeströme, so ist der maximale fühlbare Wärmestrom meistens
größer als der maximale latente Wärmestrom. Dabei ist nach Oke (1978) normalerweise das
Bowen-Verhältnis nicht größer als eins (siehe auch Kap. 2.2). Möglicherweise ist also die
Berechnung des latenten Wärmestroms im Modell mit Fehlern behaftet.
450
400
350
300
250
200
150
100
50
0
-50
500
400
300
200
100
0
-100
1 3
1
4
7
10
13
16
19
22
25
5
7 9 11 13 15 17 19 21 23 25 27 29
28
Tage
Tage
M aximum
M aximum
M inimum
fühlbarer Wärmestrom in
W/m²
latenter Wärmestrom in
W/m²
700
600
500
400
300
200
100
0
-100
1
4
7
10
13
16
M inimum
19
22
25
500
400
300
200
100
0
-100
1 3
28
5
7
9
Minimum
Mittelw ert
M aximum
fühlbarer Wärmestrom in
W/m²
latenter Wärmestrom in
W/m²
500
400
300
200
100
0
-100
1 3 5 7
9 11 13 15 17 19 21 23 25 27 29
M inimum
M inimum
M ittelwert
500
400
300
200
100
0
-100
1 3
5
7
9
11 13 15 17 19 21 23 25 27 29
Tage
Tage
M aximum
11 13 15 17 19 21 23 25 27 29
Tage
Tage
Maximum
M ittelwert
M ittelwert
M ittelwert
M aximum
M inimum
M ittelwert
Abb. 12: Latenter Wärmestrom (links) und fühlbarer Wärmestrom (rechts) für August 2001,
oben: Michelstadt, Mitte: Wiesbaden, unten: Wasserkuppe
Die Minima vor allem des fühlbaren Wärmestroms liegen fast immer unter Null, was
bedeutet, dass der Wärmestrom nach unten gerichtet ist. Dies ist durchaus üblich, da vor
allem in der Nacht die Erdoberfläche durch langwellige Ausstrahlung stärker abkühlt als die
Luftschichten darüber. Auch der latente Wärmestrom kann in der Nacht negativ werden, was
zu Taubildung führen kann (Arya, 1988).
27
Kapitel 3 CLM-Simulation für den August 2001
3.1.4 Analyse einer einzelnen Wettersituation
Ausgehend von den Darstellungen der Tagesmittel der Temperatur wurde die Periode
vom 19. bis 21. August genauer untersucht und die Stundenmittel in Diagramme
eingezeichnet. Es hatte sich bei der Station Wiesbaden gezeigt, dass am 20. August die
Temperaturdifferenz zwischen Modell und Messung deutlich größer ist als an den
umliegenden Tagen. Mit der Darstellung der Tagesgänge über 72 Stunden konnte der
Zeitraum genauer untersucht werden.
Ein Trog mit einem steuernden Tief lag in diesem Zeitraum südwestlich von Island. Um
diesen Trog wurden an allen drei Tagen mehrere kleine Randtröge herumgeführt (Abb. 13).
Am 20. August 00 UTC befand sich Mitteleuropa vorderseitig eines solchen Randtrogs. Damit
verbunden waren mit der Höhe zunehmende Warmluftadvektion und Advektion positiver
Vorticity, was im Allgemeinen zu Hebung und damit auch zu Niederschlägen führen kann.
Tatsächlich fielen zunächst in der Nacht vom 19. auf den 20. August teils ergiebige
Niederschläge bis zu 20 mm in 12 Stunden im Südwesten Deutschlands. Im Laufe des 20.
Augusts breiteten sich die Niederschläge nach Osten hin aus, nur im Norden gab es kaum
Niederschläge. Passend zum Auftreten des Niederschlags wanderte auch der Randtrog über
Mitteleuropa hinweg, so dass auf der Rückseite des Trogs die 10° C - Isotherme auf dem
850 hPa - Druckniveau bis in den Südwesten Deutschlands vordrang und damit auch
abgeschwächt am Boden kältere Luft nachfloss. Lagen am 19. August die
Höchsttemperaturen in Deutschland noch bei 25 – 30 ° C, so wurden am Tag darauf nur
noch maximal 25 ° C entlang des Rheins, im Osten Deutsch lands auch höhere
Temperaturen gemessen (Wehry, 2002).
Abb. 13: 500hPa-Geopotentials und des Bodendrucks vom 19.-21.August aus GFS-Analysen
(Wetterzentrale, 2005)
28
Kapitel 3 CLM-Simulation für den August 2001
30
Temperatur in °C
Temperatur in °C
28
26
24
22
20
18
16
14
0
5
10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70
0
Stunden
M odell
32
30
28
26
24
22
20
18
16
14
12
10
8
5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70
Stunden
M o dell
M essung
M essung
B
A
Temperatur in °C
26
24
22
20
18
16
14
12
10
8
0
5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70
Stunden
M odell
M essung
C
Abb. 14: Tagesgänge der 2m-Temperatur 19. – 21. August 2001, A) Michelstadt, B) Wiesbaden,
C) Wasserkuppe
In den Tagesgängen erkennt man bei den Messungen teilweise starke
Temperaturrückgänge um bis zu 5 K. Dieser markante Temperaturrückgang wird vom CLM
nur bei Michelstadt gut wiedergegeben. Auffallend bei der Station Wiesbaden ist, dass das
Modell fast keinen Temperaturabfall simuliert, was dazu führt, dass der Tagesmittelwert
erheblich vom gemessenen Wert abweicht (Abb. 14). Für die Station Wasserkuppe wird zwar
ein Temperaturrückgang simuliert, aber da das Modell dort prinzipiell zu warm ist, bleiben die
Abweichungen trotzdem hoch.
3.1.5 Zusammenfassung
Aufgrund der Diskussion einiger meteorologischer Größen wie der Temperatur, der Feuchte,
des Windes, der Wärmeflüsse und den jeweiligen Vergleichen mit Messdaten aus dem
Monat August 2001 kann insgesamt festgestellt werden, dass die Ergebnisse nicht
zufriedenstellend sind. Die simulierten 2m-Temperaturen des CLM sind systematisch zu
hoch, eine gute Qualität der Messdaten vorausgesetzt. Die Amplitude der Temperatur wird
im August aber gut dargestellt. Die weiteren Variablen wie die Feuchte und vor allem die
Windgeschwindigkeit werden sowohl quantitativ als auch im Verlauf des Augusts nicht gut
wiedergegeben und die Schaubilder der Wärmeströme, insbesondere des latenten
Wärmestroms legen den Schluss nahe, dass Fehler im Modell vor allem bei der Berechnung
der 2m-Temperatur und des latenten Wärmestroms verantwortlich für die ungenügenden
Ergebnisse sind.
29
Kapitel 3 CLM-Simulation für den August 2001
30
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
4. Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001
mit 7km Auflösung
Es hatte sich in den Vorarbeiten in Kap. 3 gezeigt, dass an den Rändern des
Simulationsgebiet die Randeffekte bei verschiedenen Variablen wie z.B. der spezifischen
Feuchte über die drei Randpunkte, die für die Initialisierung und den Antrieb verwendet
werden, hinaus deutlich erkennbar werden. Daher wurde für den nachfolgenden Hauptlauf
das Gebiet vergrößert. Es hat nun 45 x 65 Gitterpunkte, insgesamt also 2925 Gitterpunkte.
Vorher umfasste das Gebiet nur 1890 Gitterpunkte. In der neuen Modellversion waren einige
Korrekturen gemacht worden, insbesondere bei der Modellphysik (siehe Kap. 2.1).
Das Ziel des neuen Laufes war, den Jahresverlauf der einzelnen Klimagrößen vollständig zu
erfassen. Gleichzeitig sollte ein insgesamt eher durchschnittliches Jahr simuliert werden. Es
sollten zum Beispiel keine außergewöhnlichen Hitzperioden oder besonders starke
Hochwasserereignisse auftreten. Daher wurde als Zeitraum der Simulation das Jahr 2001
ausgewählt. Das Jahr 2001 war zwar ebenfalls wärmer als der Referenzzeitraum 1961-1990,
aber die Abweichungen waren nicht so extrem wie zum Beispiel im Jahr zuvor oder wie im
Jahr 2003. Allerdings lagen die Jahressummen des Niederschlags in ganz Deutschland über
dem langjährigen Mittel, vor allem im nördlichen Niedersachsen und in Teilen
Süddeutschlands sogar deutlich darüber. Besonders treten dabei der September und der
März hervor, die im Gebietsmittel über 175 % des Niederschlags aus dem Bezugszeitraum
1961-1990 erreichen (Müller-Westermeier et al., 2002).
4.1 Vergleich von alter mit neuer Modellversion
Es wurden zunächst Vergleichsrechnungen mit den gleichen Einstellungen wie schon bei der
Simulation von zwei Monaten (Kap. 3) durchgeführt, d.h. das Simulationsgebiet blieb gleich
und auch der Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte September wurde beibehalten, um die
Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
30
Temperatur in °C
28
26
24
22
20
18
16
14
12
10
1
3
5
7
9
11 13 15 17 19 21 23 25 27 29 31
Monatstage
Modell alt
Modell neu
Messung
Abb. 15: 2m-Temperatur Michelstadt August 2001
31
Temperatur in °C
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
30
28
26
24
22
20
18
16
14
12
10
1
3
5
7
9
11 13 15 17 19 21 23 25 27 29 31
Monatstage
Modell alt
Modell neu
Messung
Temperatur in °C
Abb. 16: 2m-Temperatur Wiesbaden August 2001
26
24
22
20
18
16
14
12
10
8
6
4
2
0
1
3
5
7
9
11 13 15 17 19 21 23 25 27 29 31
Monatstage
Modell alt
Modell neu
Messung
Abb. 17: 2m-Temperatur Wasserkuppe August 2001
Der systematische Fehler von 2 K ist in den Werten der neuen Modellversion nicht mehr zu
sehen. Insbesondere bei der Station Wiesbaden fällt auf, dass nun die 2m-Temperatur im
Modell zu tief sind und der Unterschied zwischen den Werten der alten und neuen Version
sehr groß wird. Hier findet sich wieder der Fehler, der aus der vom Modell überschätzten
Orographie resultiert. Als der systematische Fehler noch enthalten war, glich dieser den
Orographiefehler aus, so dass insgesamt die Differenzen zwischen den Modellwerten und
den Messergebnissen nicht groß waren. Mit der neuen Version gibt es also kein
Kompensieren dieser unterschiedlichen Fehler mehr.
Ein Vergleich der Modellergebnisse mit den Messungen im Streudiagramm zeigt besonders
für die Station Michelstadt eine gute Übereinstimmung (Abb. 18). Nur für die Wasserkuppe
differieren die Temperaturen recht deutlich.
32
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
Streudiagramm Modell-Messung 2mTemperatur
simulierte
Temperatur in °C
30
25
20
15
10
5
5
10
15
20
25
30
gem essene Tem peratur in °C
Wiesbaden
Wasserkuppe
Michelstadt
Abb. 18: Streudiagramm Modell-Messung 2m-Temperatur August 2001
Dank der Änderungen in der Turbulenzparametrisierung und in der Berechnung der 2mTemperatur stellt die neue Version im Vergleich zur alten Version und deren
Modellergebnissen eine deutliche Verbesserung dar. Für den Vergleich von Modell und
Messungen wurde deshalb die Periode von einem Jahr mit der neuen Modellversion
gerechnet.
4.2 Analyse der Ergebnisse der kontinuierlichen
Simulation für 2001
Da bisher nur ein Monat des Jahres 2001 betrachtet wurde, ist nun von Bedeutung, welche
Unterschiede es von Monat zu Monat zwischen Modell und Messungen gibt und für welche
Klimagrößen. Auch werden die Jahresmittel bzw. Jahressummen der einzelnen Größen
betrachtet und ausgewertet.
Mit der neuen Modellversion wurde eine Simulation des ganzen Jahres 2001 inklusive des
Dezembers 2000 und Januars 2002 gerechnet. Für den Antrieb des Modells wurden GMEAnalysen aus dem entsprechenden Zeitraum benutzt und alle 6 Simulationsstunden in das
CLM eingelesen. Insgesamt erstreckte sich der Simulationszeitraum über 14 Monate, bzw.
insgesamt 10246 Stunden. Mit einem Zeitschritt von 40 s ergeben sich dadurch also 922140
Zeitschritte. Für diesen Modelllauf benötigte der Parallelrechner SP4 des
Forschungszentrums Karlsruhe mit vier Prozessoren 51 Stunden, also etwas mehr als zwei
Tage. Gemittelt arbeitete der Rechner in einer Rechenstunde ungefähr 201
Simulationsstunden, also etwa 8,4 Tage ab. Diese Werte hängen sehr stark von der Anzahl
der Gitterpunkte ab. Bestand das Simulationsgebiet bei den Testrechnungen (siehe Kap. 3)
aus 1890 Gitterpunkten, so waren es beim neuen Modelllauf 2925 Punkte. Allerdings hat
sich der Rechenaufwand verdoppelt. In Tab. 3 sind nochmals einige Parameter der beiden
Modellläufe aufgelistet.
33
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
Parameter
Anzahl Gitterpunkte
Simulationszeitraum
Anzahl der Prozessoren
Modell-Zeitschritt
Rechenzeit
Anzahl
Simulationsstunden pro
Rechenstunde
CLM-Lauf für
August 2001
1890
1464 h
2
40 s
12 h
CLMJahreslauf
2925
10247 h
4
40 s
51 h
122
201
Tab. 3: Unterschiede der beiden CLM-Läufe
Abb. 19: Darstellung der Orographie des vergrößerten Simulationsgebiets mit Gitterauflösung
7km (links) bzw. 1km (rechts, NOAA, 2005)
In der Abb. 19 ist in der linken Grafik das nun vergrößerte Simulationsgebiet dargestellt.
Enthalten sind auch die Randpunkte, auf denen die Felder initialisiert werden. Später sind
die Ränder des Simulationsgebietes im Allgemeinen abgeschnitten, da dort die Randeffekte
zu groß sind, um interpretierbare Werte zuzulassen. In der Regel wurden dabei jeweils 0,3°,
also etwa 5 Gitterpunkte des Simulationsgebietes bei der Auswertung nicht berücksichtigt.
Auf dem Bild erkennt man, dass das Gebiet in allen Richtungen vergrößert ist und jetzt den
ganzen Oberrheingraben enthält, ebenso einen Teil des Schweizer Juras, einen größeren
Teil der Alpen und Bayerns. Im Norden reicht das Gebiet bis an den Thüringer Wald und die
Mittelgebirgslandschaft Hessens und Nordrhein-Westfalens.
Auch für das neue Simulationsgebiet wurden Orographiedaten des NOAA GLOBE Projektes
mit 1km Auflösung beschafft und bearbeitet. Vergleicht man die Daten mit der CLMOrographie (Abb. 6), treten erwartungsgemäß auch hier wiederum Differenzen an den
Westhängen des Schwarzwaldes auf, größere Höhenunterschiede treten aber vor allem in
34
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
den Gebieten der Allgäuer Alpen auf, die mit der Erweiterung des Simulationsgebietes
hinzugekommen sind. Insbesondere der große Höhenunterschied von Alpentälern und
Bergkämmen wird vom Modell nicht gut genug wiedergegeben.
Für diesen Modelllauf wurde die Auswertung auf andere Klimagrößen ausgeweitet. Eine
große Bedeutung kommt bei der Klimabetrachtung dem Niederschlag und der Verdunstung
zu. Daher wurde diesmal der Gesamtniederschlag bei den Ausgabegrößen des Modells
hinzugenommen. Zum Vergleich der Modelldaten des Niederschlags dienen Messwerte von
14 Stationen aus dem DWD-Messnetz der automatischen MIRIAM-Stationen (DWD, 2005).
Diese Daten haben eine zeitliche Auflösung von 10 Minuten und wurden in Tagessummen
umgerechnet.
Bei den Vorarbeiten wurden schon Modelldaten des latenten Wärmestroms gezeigt, ohne
dass es möglich war, diese mit Messergebnissen zu vergleichen, da diese Größe nur selten
kontinuierlich gemessen wird, sondern meistens nur im Rahmen von Forschungsprojekten.
Der latente Wärmestrom WL wird vom Modell in W/m² für jeden Rechenschritt in sekündlicher
Auflösung ausgegeben. Mit der Formel
V = WL ⋅
3600 s ⋅ 24 s d
⋅ 1000
L
(15)
und der Kondensationswärme des Wasserdampfes L = 2.5*106 J/kg kann man die
Verdunstung V in kg/m² berechnen, was zahlenmäßig der Angabe in mm pro Tag entspricht.
Dieses Ergebnis kann man dann wiederum mit dem gefallenen Tagesniederschlag
vergleichen.
In der nächsten Abbildung ist links die vorherrschende Bodenart dargestellt, rechts der
Pflanzenbedeckungsgrad des Erdbodens. Beides sind konstante Felder, so dass die
jahreszeitliche Variation zumindest beim Pflanzenbedeckungsgrad im Modell nicht
berücksichtigt wurde. Beide Felder werden bei der Initialisierung der Rechnungen vom
Modell angelegt. Der Pflanzenbedeckungsgrad ist in Prozent des Gitterelementes
angegeben.
Abb. 20: links: Bodenarten, rechts: Pflanzenbedeckungsgrad
35
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
4.2.1 2m-Temperatur
Hier kann nun der Überblick über das ganze Jahr 2001 gegeben werden. Als erstes ist in
Abb. 21 das Jahresmittel aller Gitterpunkte dargestellt. Das Jahresmittel wurde aus dem
Mittelwert der Monatsmittel berechnet.
Abb. 21: Jahresmittel der 2m-Temperatur 2001 des CLM
Erwartungsgemäß spiegeln die Temperaturen im Wesentlichen die Topographie des
Simulationsgebietes wieder. Erkennbar wird auch der südliche Schwarzwald als kälteste
Region der Mittelgebirge mit einem Jahresmittel zwischen 5 und 6 ° C, während die höchsten
Jahresmittel in der Gegend um Colmar im südlichen Elsass sowie in der Kölner Bucht und
um Zürich auftreten. Dort findet man Werte über 12 ° C, während das übrige Oberrheintal ein
Jahresmittel von 10 bis 12 ° C verzeichnet. Gut wieder gegeben wird auch das klimatisch
begünstigte Bodenseegebiet sowie der im Simulationsgebiet enthaltene Teil Lothringens. Für
die Mittelgebirge werden im Allgemeinen Jahresmittel zwischen 6 und 9 ° C errechnet und
nur im Alpenraum treten Jahrestemperaturen unter 5 ° C auf.
Anhand der drei Stationen Michelstadt im Odenwald, Wiesbaden und Wasserkuppe werden
die Modellergebnisse mit den Messungen verglichen.
36
Temperatur in °C
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
22
20
18
16
14
12
10
8
6
4
2
0
-2
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Monate
Modell
Messung
Temperatur in °C
Abb. 22: Monatsmittel der 2m-Temperatur Michelstadt 2001
22
20
18
16
14
12
10
8
6
4
2
0
-2
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Monate
Modell
Messung
Temperatur in °C
Abb. 23: Monatsmittel der 2m-Temperatur Wiesbaden 2001
20
18
16
14
12
10
8
6
4
2
0
-2
-4
-6
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Monate
Modell
Messung
Abb. 24: Monatsmittel der 2m-Temperatur Wasserkuppe 2001
Bei den Stationen Michelstadt und Wiesbaden sind vor allem die Wintermonate Dezember,
Januar und Februar durch höhere Differenzen von Modell und Messungen der 2mTemperatur gekennzeichnet. In den Sommermonaten gibt es dagegen insgesamt gute
Übereinstimmung. Das CLM simuliert für die Wasserkuppe im Sommer deutlich zu hohe
37
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
Temperaturen mit über 5 K Differenz im Juni und September. Die Wintermonate werden
ebenfalls zu warm nachsimuliert, doch sind hier die Differenzen wesentlich kleiner bis
maximal 2 K im Dezember.
Für Michelstadt und Wiesbaden nähert sich die Ausgleichsgerade mit höheren Temperaturen
an die Winkelhalbierende, die die Idealkurve darstellt, an. Bei der Station Wasserkuppe ist
dies gegenteilig: Bei tiefen Temperaturen liegt die Ausgleichsgerade näher an der
Winkelhalbierenden als bei den Sommermonaten mit hohen Temperaturen (Abb. 25).
20
20
15
15
Modell: Temperatur in °C
Modell: Temperatur in °C
In Abb. 26 sind diesmal nur für die Station Michelstadt alle Tagesmittel der 2m-Temperatur
des ganzen Jahres 2001 in Streudiagrammen dargestellt worden. Aufgeteilt wurden die
Daten jeweils nach Monaten, wobei immer drei Monate nach meteorologischen Jahreszeiten
in einem Schaubild untergebracht wurden. Schaubild A zeigt die Wintermonate Dezember,
Januar und Februar; Schaubild B die Frühlingsmonate März, April, Mai; Schaubild C die
Sommermonate Juni, Juli, August und Schaubild D die Herbstmonate September, Oktober
und November.
10
5
0
10
5
0
-5
0
5
10
15
20
-5
-5
0
5
10
15
20
-5
Messungen: Temperatur in °C
Messungen: Temperatur in °C
A
B
20
Modell: Temperatur in °C
15
10
5
0
-5
0
5
10
15
20
-5
Messungen: Temperatur in °C
C
Abb. 25: Streudiagramme der Monatsmittel der 2m-Temperatur für 2001, A: Michelstadt, B:
Wiesbaden, C: Wasserkuppe
Jede Farbe in den jeweiligen Grafiken veranschaulicht einen Monat. Sowohl bei den
Monaten DJF als auch bei JJA sind alle Punkte entlang der Winkelhalbierenden verstreut,
bei den Monaten MAM und SON dagegen können Bereiche der Winkelhalbierenden
Monaten zugeordnet werden. So ist zum Beispiel der Mai durchgängig wärmer als der März
und April, genauso wie die Novembertage alle kälter sind als die September- und
Oktobertage.
38
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
Vergleichsdiagram m T2m Modell vs. Messung
MAM 2001
Vergleichsdiagram m T2m Modell vs. Messung
DJF 2001
25
Modell: Temperatur in °C
Modell: Temperatur in °C
15
10
5
0
-15
-10
-5
-5
0
5
10
15
-10
20
15
10
5
0
0
-15
5
Februar
März
Dezember
20
25
April
Mai
B
A
Vergleichsdiagram m T2m Modell vs. Messung
JJA 2001
Vergleichsdiagram m T2m Modell vs. Messung
SON 2001
25
Modell: Temperatur in °C
Modell: Temperatur in °C
30
25
20
15
10
5
5
10
15
20
25
30
Juni
Juli
20
15
10
5
0
-5
-5
5
15
25
Messung: Tem peratur in °C
Messung: Tem peratur in °C
C
15
Messung: Tem peratur in °C
Messung: Tem peratur in °C
Januar
10
September
August
Oktober
November
D
Abb. 26: Vergleichsdiagramme der 2m-Temperatur für die Station Michelstadt nach
Jahreszeiten geordnet für das Jahr 2001
Insgesamt stehen die Daten von 24 Messstationen zur Verfügung, für die die Jahresmittel
mit denen des Modells verglichen wurden (Abb. 27, Tab. 4). Untersucht wird nun, inwieweit
diese Zuordnung zu den in Kap. 2.2 eingeführten Klassen passt. Die Stationen mit der
tiefsten Jahrestemperatur unter 8 ° C sind teilweise Be rgstationen wie zum Beispiel die
Wasserkuppe und die Station Kempten im Voralpengebiet, teilweise Mittelgebirgsstationen,
zum Beispiel Tuttlingen. Im Temperaturbereich von 8 – 10 ° C findet man weitere
Mittelgebirgsstationen (z.B. Spessart, Ulm) und die Bergstation Kleiner Feldberg. Bei
Temperaturen über 10 ° C liegen alle Stationen des R heintals außer Freiburg. Die Station
Hanau verzeichnet das höchste Jahresmittel mit 11,3 ° C. Zumindest ungefähr findet man
also in den Jahresmitteln der 2m-Temperatur die Einteilung in verschiedene Klassen wieder.
Zusätzlich wurde auch der Korrelationskoeffizient der Reihen des Monatsmittels jeweils für
den Modelllauf und für die Messungen berechnet. Für alle Stationen liegt der
Korrelationskoeffizient sehr nahe bei eins. Man muss dabei aber beachten, dass der
Korrelationskoeffizient nur zusammen mit den Differenzen zwischen Modell- und
Messwerten zur Bewertung herangezogen werden kann. Die absoluten Differenzen betragen
durchschnittlich bis zu 1,0 K, teilweise aber um einiges höher mit 2,0 – 3,0 K, wie zum
Beispiel bei der Station Aalen, Freiburg, Kleiner Feldberg und bei der Wasserkuppe.
39
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
10
8
6
4
CLM
Hanau
Karlsruhe
Weil a. Rhein
Viernheim
Heilbronn
Limburg
Konstanz
Frankfurt
Würzburg
Stuttgart
Wiesbaden
Giessen
Michelstadt
Spessart
Kl. Feldberg
Freiburg
Ulm
Tuttlingen
Wasserkuppe
Freudenstadt
Aalen
2
0
Kempten
Temperatur in °C
12
Messung
Abb. 27 Jahresmittel der 2m-Temperatur 2001, geordnet nach dem simulierten Wert
Stationen
Kempten
Aalen
Freudenstadt
Tuttlingen
Wasserkuppe
Ulm
Freiburg
Spessart
Kl. Feldberg
Michelstadt
Giessen
Stuttgart
Wiesbaden
Würzburg
Frankfurt
Konstanz
Limburg
Heilbronn
Viernheim
Weil am Rhein
Karlsruhe
Hanau
Mittelwert:
CLM T2m [° C]
6.8
6.8
7.3
7.6
7.7
8.2
8.6
8.7
9.3
9.4
9.5
9.6
10.0
10.0
10.1
10.1
10.4
10.4
10.4
10.7
10.9
11.3
9.3
Messungen T2m [° C]
7.7
8.9
7.2
8.5
4.5
9.4
11.2
8.2
7.2
10.1
10.0
9.8
11.0
9.8
10.8
10.1
9.6
11.0
11.4
9.3
11.3
11.2
9.5
Diff CL M-Mess [K] Korr.koeff.
-1.0
0.9975
-2.1
0.9931
0.1
0.9932
-0.9
0.9991
3.2
0.9885
-1.2
0.9915
-2.6
0.9913
0.5
0.9969
2.1
0.9869
-0.8
0.9992
-0.5
0.9976
-0.2
0.9987
-1.0
0.9986
0.2
0.9986
-0.7
0.9976
0.0
0.9982
0.8
0.9989
-0.6
0.9950
-1.0
0.9980
1.4
0.9981
-0.4
0.9989
0.1
0.9968
abs. mittl. Diff.:
1.0
0.9960
Tab. 4: Übersicht der Vergleiche von Modellergebnissen mit Messungen für die 2mTemperatur, geordnet nach dem simulierten Wert
40
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
4.2.2 2m-Taupunktstemperatur Td
In den nächsten Abbildungen ist das Jahresmittel der Taupunktstemperatur für das gesamte
Simulationsgebiet dargestellt. Von der Struktur der Temperatur her ähnelt die Grafik der
Abbildung der 2m-Temperatur. Die höchsten Werte mit 8 – 9 ° C findet man im südlichen
Oberrheingraben zwischen Freiburg und Weil am Rhein, am Bodensee und in der Kölner
Bucht. Die niedrigsten Temperaturen findet man am südöstlichen Rand in den Alpen mit bis
zu -6 ° C in den Gipfellagen. In den Mittelgebirgen reichen die Temperaturen nur bis 3 ° C
herunter, so z.B. im südlichen Schwarzwald, in den Südvogesen und im Thüringer Wald. Auf
der Schwäbischen Alb, im Hunsrück und in der Rhön liegt die Taupunktstemperatur im
Jahresmittel bei 4 – 5 ° C, im Taunus sogar noch darüber . Im Voralpengebiet liegt das
Jahresmittel bei 4 – 6 ° C.
Taupunktstemperatur in °C
Abb. 28: Jahresmittel der Taupunktstemperatur 2001
16
14
12
10
8
6
4
2
0
-2
-4
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Modell
Messung
Abb. 29: Monatsmittel der Taupunktstemperatur Michelstadt 2001
41
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
Taupunktstemperatur in °C
14
12
10
8
6
4
2
0
-2
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Modell
Messung
Taupunktstemperatur in °C
Abb. 30: Monatsmittel der Taupunktstemperatur Wiesbaden 2001
14
12
10
8
6
4
2
0
-2
-4
-6
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Modell
Messung
Abb. 31: Monatsmittel der Taupunktstemperatur Wasserkuppe 2001
Bei den drei ausgewählten Stationen fallen auch hier wie schon bei der 2m-Temperatur die
deutlich zu hohen Taupunktstemperaturen des Modells für den Standort Wasserkuppe auf
(Abb. 31, Abb. 32 C). Im Mittel liegt die Differenz der Monatswerte bei 2,8 K, an den
Stationen Michelstadt und Wiesbaden ergibt sich nur eine mittlere Differenz von 0,1 K bzw.
0,8 K (Tab. 5). An diesen Stationen treten insbesondere in den Frühlingsmonaten März, April
und Mai größere Differenzen bis zu etwa 2,0 K auf, ansonsten betragen die Differenzen nur
etwa 1,0 K, wobei die Luftfeuchtigkeit bei Wiesbaden systematisch überschätzt wird (Abb.
30, Abb. 32 B). An der Station Michelstadt gibt es dagegen keine systematische
Abweichung. Die mittlere Differenz liegt bei nur 0,08 K. Errechnet man aber die absolute
mittlere Differenz, kommt man auf den Wert 0,73 K.
42
16
16
14
14
12
12
Modell: Temperatur in °C
Modell: Temperatur in °C
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
10
8
6
4
2
0
-4
-2
-2
0
2
4
6
8
10
12
14
10
8
6
4
2
-4
16
0
-2 -2 0
2
4
6
8
10
12
14
16
-4
-4
Messungen: Temperatur in °C
Messungen: Temperatur in °C
B
A
14
Modell: Temperatur in °C
12
10
8
6
4
2
-6
-4
0
-2 -2 0
2
4
6
8
10
12
14
-4
-6
Messungen: Temperatur in °C
C
CLM 7km
Freiburg
Heilbronn
Weil am Rhein
Karlsruhe
Viernheim
Konstanz
Hanau
Giessen
Stuttgart
Würzburg
Limburg
Wiesbaden
Michelstadt
Aalen
Ulm
Spessart
Kl. Feldberg
Freudenstadt
Wasserkuppe
Kempten
9
8
7
6
5
4
3
2
1
0
Tuttlingen
Taupunktstemperatur in °C
Abb. 32: Streudiagramme der Monatsmittel der Taupunktstemperatur 2001,
A: Michelstadt, B: Wiesbaden, C: Wasserkuppe
Messungen
Abb. 33: Jahresmittel der Taupunktstemperatur 2001 des 7km-Modelllaufs und der Messungen
43
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
Station
Td2m Modell [° C] Td2m Messung [° C]
Tuttlingen
4.4
3.2
Kempten
4.6
4.5
Wasserkuppe
4.7
1.9
Freudenstadt
4.9
3.0
Kl. Feldberg
5.3
4.0
Spessart
5.7
4.5
Ulm
5.8
4.3
Aalen
5.9
3.1
Michelstadt
6.0
5.9
Wiesbaden
6.2
5.3
Limburg
6.4
5.3
Würzburg
6.5
6.0
Stuttgart
6.6
6.2
Giessen
6.6
5.7
Hanau
6.9
6.2
Konstanz
7.0
6.5
Viernheim
7.1
6.3
Karlsruhe
7.2
7.7
Weil am Rhein
7.2
4.1
Heilbronn
7.3
5.2
Freiburg
7.4
5.6
Mittelwert:
6.2
5.0
Diff Mod-Mess [K]
1.2
0.1
2.8
2.0
1.4
1.2
1.5
2.8
0.1
0.8
1.1
0.5
0.4
0.9
0.8
0.5
0.8
-0.5
3.1
2.1
1.9
Korrelationskoeff.
0.9967
0.9988
0.9969
0.9970
0.9886
0.9976
0.9908
0.9942
0.9902
0.9844
0.9962
0.9970
0.9960
0.9954
0.9953
0.9967
0.9871
0.9937
0.9914
0.9854
0.9974
1.2
0.9937
Tab. 5: Übersicht der Vergleiche von Modellergebnissen mit Messungen für die
Taupunktstemperatur (Td2m) 2001
Das berechnete Jahresmittel der Taupunktstemperatur des Jahres 2001 liegt für alle
Stationen im Simulationsgebiet mit Ausnahme von Karlsruhe über den gemessenen Werten.
Die mittlere Differenz von allen Stationen liegt bei 1,2 K, d.h. das Modell ist systematisch zu
feucht. An einigen Stationen beträgt die Differenz sogar 2,0 – 3,0 K. Im Mittel liegt der
Korrelationskoeffizient sehr nahe bei eins. Insgesamt sind die Ergebnisse für die 2mTaupunktstemperatur also zufriedenstellend.
4.2.3 10m-Windgeschwindigkeit
Der Betrag der Windgeschwindigkeit wurde bereits im letzten Kapitel diskutiert. Es zeigte
sich, dass die Windgeschwindigkeit für den August vom Modell nicht gut wiedergegeben wird
und vor allem für die Höhenlagen keinen nennenswerten Anstieg der Geschwindigkeit
simulierte.
In Abb. 34 wird die mittlere Windgeschwindigkeit des Jahres 2001 für alle Gitterpunkte
gezeigt. Es lässt sich eine Struktur mit höheren Geschwindigkeit ab 3,6 m/s in den
Höhenlagen der Mittelgebirgen und niedrigere Geschwindigkeit um 3,0 m/s in den Tallagen
erkennen. Trotzdem ist die Verteilung der Werte im Gebiet südlich der Station Würzburg
nicht nachvollziehbar, in dem ein Geschwindigkeitsmaximum um 4,0 m/s auftritt. Die
höchsten Geschwindigkeiten mit über 4,0 m/s findet man in der Rhön und im Schwarzwald
sowie in Teilen der Schwäbischen Alb nordöstlich der Station Erpfingen/Alb. Im Gegensatz
zu den oben gezeigten Ergebnissen der 2m-Temperatur und der Taupunktstemperatur treten
bei der Windgeschwindigkeit in den Randbereichen des Simulationsgebietes deutliche
44
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
Randeffekte auf. Im Bereich dieses Randgebietes liegen auch die Alpen. Dort herrschen laut
Modell auch in den Hochlagen nur Geschwindigkeiten um 2,0 m/s, die völlig unrealistisch
sind.
In Abb. 35 bis Abb. 38 sind die Monatsmittel der Windgeschwindigkeit aufgeführt. Bei dieser
Auswertung werden auch die Windgeschwindigkeiten an der Station Spessart-Lettgenbrunn
diskutiert. Diese Station wird entsprechend zur Einteilung der Stationen in Kap. 2.2 zu den
Mittelgebirgsstationen gezählt. In jeder einzelnen Abbildung ist das Verhältnis Modell zu
Messungen anders. Bei Michelstadt (Abb. 35) findet man relativ niedrige Messwerte und im
Verhältnis dazu zu hohe Modellwerte, während für Spessart-Lettgenbrunn (Abb. 38) und
besonders bei der Wasserkuppe (Abb. 37) die Messwerte deutlich höher sind als die Werte,
die das CLM berechnet hat. In Abb. 36 ist die Station Wiesbaden dargestellt. Dort kann man
insgesamt eine gute Übereinstimmung von CLM und Beobachtungen feststellen. Es wird
also deutlich, dass für Gebiete wie bei Wiesbaden das Modell gute Ergebnisse liefert, aber
vor allem in den höheren Lagen und in Tallagen wie bei Michelstadt die Ergebnisse nicht
ausreichend gut sind.
Abb. 34: Jahresmittel der Windgeschwindigkeit 2001
45
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
Windgeschwindigkeit in m/s
4
3
2
1
0
Jan Feb Mar Apr
Mai Jun
Jul
Aug Sep Okt Nov Dez
Monate
Modell
Messung
Windgeschwindigkeit in m/s
Abb. 35: Monatsmittel des 10-Windes für Michelstadt 2001
4
3
2
1
0
Jan Feb Mar Apr
Mai Jun
Jul
Aug Sep Okt Nov Dez
Monate
Modell
Messung
Windgeschwindigkeit in m/s
Abb. 36: Monatsmittel des 10-Windes für Wiesbaden 2001
10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
0
Jan Feb Mar Apr
Mai Jun Jul
Aug Sep Okt Nov Dez
Monate
Modell
Messung
Abb. 37: Monatsmittel des 10-Windes für Wasserkuppe 2001
46
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
Windgeschwindigkeit in m/s
6
5
4
3
2
1
0
Jan Feb Mar Apr
Mai Jun
Jul
Aug Sep Okt Nov Dez
Monate
Modell
Messung
Abb. 38: Monatsmittel des 10-Windes für Spessart-Lettgenbrunn 2001
4
Modell: Windgeschw. in m/s
Modell: Windgeschw. in m/s
4
3
2
1
3
2
1
0
0
0
1
2
3
0
4
Messungen: Windgeschw. in m/s
2
3
4
B
A
6
9
Modell: Windgeschw. in m/s
Modell: Windgeschw. in m/s
10
8
7
6
5
4
3
2
1
5
4
3
2
1
0
0
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
0
10
1
2
3
4
5
6
Messungen: Windgeschw. in m/s
Messungen: Windgeschw. in m/s
C
1
Messungen: Windgeschw. in m/s
D
Abb. 39: Streudiagramme der Monatsmittel 2001 der Windgeschwindigkeit für A) Michelstadt,
B) Wiesbaden, C) Wasserkuppe, D) Spessart-Lettgenbrunn
Die Grafiken in Abb. 39 zeigen die Streuung der Punkte aus den Modell- und Messdaten und
bilden eine Ergänzung zu den bereits gezeigten Diagrammen der vier ausgewählten
Stationen. Sowohl für die Wasserkuppe, als auch für die Station Spessart-Lettgenbrunn
liegen die Punkte weit unterhalb der Winkelhalbierenden, im Fall der Wasserkuppe befinden
47
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
sich die Punkte sogar auf einer fast waagrechten Achse. Eher zufällig stimmt ein Modellwert
dort mit dem entsprechenden Messwert überein: das Monatsmittel des Dezembers mit 5,6
bzw. 5,3 m/s. Entsprechend liest man in Tab. 6 ab, dass keine Korrelation zwischen den
Messdaten der Station Wasserkuppe und den entsprechenden simulierten Werten des
Modells herrscht, da der Wert bei -0,0459 liegt. Im Mittel liegen die Werte bei etwa 0,7. Auch
dieser Wert zeigt, dass die Ergebnisse für die Windgeschwindigkeit insgesamt nicht so gut
sind wie bei der 2m-Temperatur und der Taupunktstemperatur, bei denen der mittlere
Korrelationskoeffizient noch bei 0,99 lag. Auch die absolute mittlere Differenz liegt mit 1,62
m/s relativ hoch, so dass insgesamt der Vergleich dieser Reihen eher unbefriedigend
ausfällt.
CLM
Stationen
r
r
v [m/s] Messung v [m/s]: Diff Mod-Mss [m/s]
Aalen
Erpfingen/Alb
Freiburg
Freudenstadt
Gießen
Hanau
Heilbronn
Kehl
Kl Feldberg
Limburg
Michelstadt
Spessart
Tuttlingen
Ulm
Viernheim
Wasserkuppe
Weil a. R.
Wiesbaden
3.70
3.91
2,82
3.69
3.08
2.92
3.10
3.40
3.98
2,80
3.62
3.65
3.28
3.19
2,88
4.35
2.24
2.98
1.66
3.75
2.05
2.19
2.13
2.39
1.54
1.63
8.61
3.55
2.20
6.56
1.52
1.14
2.77
10.11
1.93
2,86
Mittelwerte
3.31
3.25
Tab.
6:
Übersicht
der
Vergleiche
r
Windgeschwindigkeit v 2001
von
2.04
0.16
0.77
1.50
0.95
0.53
1.56
1.77
-4.63
-0.75
1.42
-2.91
1.76
2.05
0.11
-5.76
0.32
0.12
abs. mittl. Differenz:
1.62
Modellergebnissen
mit
Korrelationskoeff.
0.6036
0.9921
0.9565
0.9448
0.5603
0.8375
0.8875
0.9096
0.6327
0.8331
0.6072
0.9350
0.8737
0.7562
0.4021
-0.0459
0.3872
0.6488
0.7068
Messungen
für
die
Tab. 6 zeigt abschließend die Jahresmittel an allen Stationen. Hier sieht man auf einen Blick
nochmals, dass für Talstationen wie zum Beispiel Ulm die Windgeschwindigkeiten deutlich
überschätzt werden, an Bergstationen wie zum Beispiel am Kleinen Feldberg dagegen
unterschätzt. Erpfingen/Alb ist eine der wenigen Stationen, an denen die beiden Werte gut
zueinander passen. Insgesamt sind die beiden Mittelwerte aller Stationen des CLM und der
Messungen mit 3,31 bzw. 3,25 m/s nahe beieinander. Das liegt aber daran, dass in den
Tallagen der Wind überschätzt wird, in den Mittelgebirgen dagegen unterschätzt wird. Nur im
Gebietsmittel heben sich diese Differenzen gegenseitig fast auf. Mögliche Ursachen für die
teils relativ großen Differenzen zwischen Modell und Messungen können einerseits nicht
optimale Voraussetzungen an den Messstationen wie Abschattungen an Gebäuden oder an
Bäumen sein. Andererseits kann eine ungenaue Einschätzung der Landnutzung an den
jeweiligen Gitterpunkten und einer damit verbundenen nicht korrekten Rauhigkeitslänge z0 zu
fehlerhaften Werten führen. Denkbar sind auch Fehlerquellen durch die Interpolation der
Werte auf Stationskoordinaten.
48
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
4.2.4 Gesamtniederschlag
Mit dem Gesamtniederschlag wird eine weitere Größe in der Auswertung der CLMModelldaten diskutiert. Er ist eine wichtige Klimagröße, da er zusammen mit der
Verdunstung die Wasserbilanz bestimmt. Damit sagt der Niederschlag viel über den
Wasserhaushalt bzw. die Wasserversorgung eines Gebietes aus und ist daher auch für
Klimaprognosen von Interesse.
Abb. 40: Jahresniederschlag 2001
In der Grafik des Jahresniederschlags des Jahres 2001 (Abb. 40) sind die drei Gebiete in der
Region bei Freiburg, im Nordschwarzwald und am südöstlichen Rand des Bodensees, also
am Rand der Alpen, sehr auffällig. In diesen Gebieten treten Jahresniederschläge von
teilweise über 4000 mm auf. Solche Dimensionen findet man normalerweise in
subtropischen oder tropischen Gegenden, aber nicht in Mitteleuropa. Bei McGregor (1997)
wird ebenfalls dieser Effekt angesprochen, der in orographisch stark gegliedertem Gelände
und vor allem bei höherer Auflösung auftritt und auch nicht nur auf regionale Klimamodelle
beschränkt ist.
Aus dem Klimastatusbericht des DWD für das Jahr 2001 entnimmt man, dass die höchsten
Niederschlagsmengen im Jahr 2001 in Deutschland bei etwa 2500 mm lagen (MüllerWestermeier, 2002). Ansonsten findet man die zu erwartenden Strukturen der
Niederschlagssummen. So treten an den Westhängen der Mittelgebirge durchweg höhere
Niederschlagssummen auf als im Lee der Gebirge. Am westlichen Rand des Gebietes, also
im Bereich des Elsass und der Pfalz sind die Niederschlagssummen aber zu klein. In diesem
Fall verstärken sich zwei Effekte gegenseitig: Einerseits tritt in diesem Bereich der Leeeffekt
mit weniger Niederschlag durch die Pfälzer Berge und die Vogesen auf, andererseits wirkt
sich hier offensichtlich der Randeffekt durch das GME aus.
49
160
350
140
300
Niederschlag in mm
Niederschlag in mm
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
120
100
80
60
40
250
200
150
100
50
20
0
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
1
12
2
3
4
5
Modell
6
7
8
9
10
11
12
Monate
Monate
Modell
Messung
Messung
B
160
450
140
400
Niederschlag in mm
Niederschlag in mm
A
120
100
80
60
40
20
350
300
250
200
150
100
50
0
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
1
12
Modell
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
Monate
Monate
Modell
Messung
C
Messung
D
100
Niederschlag in mm
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
Monate
Modell
Messung
E
Abb. 41: Gesamtniederschlag 2001 an der Station A) Karlsruhe B) Kempten C) Michelstadt D)
Freiburg E) Würzburg für das Jahr 2001
Für die Untersuchung der Ergebnisse an einzelnen Stationen werden hier nun in Abb. 41
insgesamt 5 Stationen untersucht. Da in den bisher genutzten Daten der HLUG und der LfU
kein Niederschlag angegeben war, sondern nur in den ebenfalls genutzten Daten der sechs
ausgewählten Klimastationen des DWD, mussten zusätzlich neue Daten beschafft werden.
Die hier nun verwendeten Daten stammen aus der Fachdatenbank MIRAKEL des DWD und
50
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
sind Messdaten des automatischen MIRIAM-Messnetzes. Die Daten sind in Intervallen von
10 Minuten abgespeichert und wurden zur Auswertung jeweils auf Tageswerte aufsummiert.
Station
Höhe ü. NN [m] CLM 7km [mm]
Frankfurt
112
379.6
Freiburg
269
2457.9
Freudenstadt
797
603.5
Gießen
186
444.9
Karlsruhe
112
553.0
Kempten
705
1648.1
Kl. Feldberg
805
535.8
Konstanz
443
695.7
Michelstadt
453
681.2
Stuttgart
371
971.2
Ulm
571
702.1
Würzburg
268
605.7
Mittelwert:
856.6
Messung [mm]
753.4
1177.0
2127.8
703.1
873.1
1418.0
1055.1
895.7
953.6
814.1
846.0
613.4
1019.2
Diff. CLM-Messung [mm]
-373.8
1280.9
-1524.3
-258.2
-320.1
230.1
-519.3
-200.0
-272.4
157.1
-143.9
-7.7
abs. mittl. Diff.:
440.6
Tab. 7: Vergleich der Jahresniederschläge 2001 von Messungen und Modelllauf
Für die Station Freiburg (Abb. 41 D) wird bei einigen Monaten deutlich zu viel Niederschlag
simuliert. Die viel zu hohen Niederschlagssummen wurden bereits für Abb. 40 diskutiert.
Allerdings findet man für die Wintermonate und den Juli gute Übereinstimmungen von Modell
und Messungen. Insgesamt zeigt aber Tab. 7, dass der Jahresniederschlag für Freiburg vom
CLM viel zu hoch ist. Der simulierte Niederschlag für 2001 erreicht mit fast 2500 mm mehr
als 200 % des beobachteten Jahresniederschlags. Dagegen findet man bei der Station
Karlsruhe (Abb. 41 A) überwiegend Monate, bei denen der Monatsniederschlag im Modell zu
gering ist. So ist auch der Jahresniederschlag in Tab. 7 um ein Drittel kleiner als der
beobachtete Jahresniederschlag. An der Station Michelstadt (Abb. 41 C) beträgt der
simulierte Jahresniederschlag nur etwa 70 % des beobachteten Niederschlags.
An den übrigen zwei Stationen Kempten (Abb. 41 B) und Würzburg (Abb. 41 E) passen die
Jahresniederschläge recht gut zusammen. Die sommerlichen Niederschläge werden an der
Station Kempten deutlich überschätzt. Gleichzeitig werden die Niederschläge im Winter
leicht unterschätzt, so dass insgesamt der simulierte Jahresniederschlag leicht überschätzt
wird. An der Station Würzburg wechseln sich vom Modell zu nass simulierte Monate mit
anderen Monaten, in denen der Niederschlag unterschätzt wird, ab. Dadurch kompensieren
sich die Differenzen fast zu Null.
Die absolute mittlere Differenz aller Stationen beträgt etwa 440 mm, was mehr als 40 % des
mittleren gemessenen Niederschlags sind. Tendenziell wird zu wenig Niederschlag simuliert.
Großen Anteil an diesem hohen Wert haben allerdings vor allem die Stationen Freiburg und
Freudenstadt. Insgesamt sind die gezeigten Ergebnisse nicht zufriedenstellend.
51
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
4.2.5 Konvektiver Niederschlag
Konvektiver Niederschlag wird charakterisiert durch eine hohe sowohl räumliche, als auch
zeitliche Variabilität mit teils großen Niederschlagssummen. Meistens treten konvektive
Niederschläge nur im Sommerhalbjahr auf, es kommt aber auch im Winter vor, dass in relativ
kurzer Zeit eine große Menge Schnee fällt. Konvektive Niederschläge sind eng verbunden
mit statischer Instabilität der Atmosphäre und damit einhergehenden starken
Vertikalbewegungen. Konvektive Niederschläge können in kleineren Flusseinzugsgebieten
Hochwasser auslösen. Das CLM bietet die Möglichkeit, den konvektiven Niederschlag
gesondert ausgeben zu lassen. Auf diese Weise kann der konvektive Niederschlag in Bezug
zum Gesamtniederschlag gesetzt werden. Die Messwerte enthalten leider nicht diese
Zusatzinformation, weshalb im Folgenden auf Vergleiche mit Messungen verzichtet werden
muss.
In Abb. 42 A erkennt man teilweise die Strukturen wieder, die auch in der Abbildung des
Gesamtniederschlags vorhanden sind. Maximale Niederschlagssummen findet man in der
Region Freiburg, im Nordschwarzwald und am Bodensee.
Hohe Werte des konvektiven Anteils am Gesamtniederschlag findet man außer an den
Rändern auch im südlichen Oberrheingraben und am Bodensee mit teilweise über 70 %,
geringe Werte bis unter 30 % dagegen im Allgemeinen am östlichen Rand der Mittelgebirge
(Abb. 42 B).
A
B
Abb. 42: links: Konvektiver Niederschlag 2001, rechts: Anteil des konvektiven Niederschlags
am Gesamtniederschlag 2001
52
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
4.2.6 Latenter Wärmestrom und Verdunstung
Der latente Wärmestrom bzw. der Wasserdampftransport ist ein wichtiger Teil des Wasserund Energiekreislaufs. Mit seiner Hilfe werden große Mengen Energie transportiert, die
maßgeblich die Entwicklung von Konvektionszellen, Tiefdruckgebieten und sogar Hurrikans
beeinflussen.
Die Verdunstung wird definiert als die Menge Wasser, die von einer Fläche an die
Atmosphäre abgegeben wird, hat also die Einheit kg/m². Sie kann aber zum besseren
Vergleich mit dem Niederschlag ebenfalls in Millimeter angegeben werden, so wie es für den
Niederschlag üblich ist. Niederschlag und Verdunstung bilden ein wichtiges Glied in der
Kette des hydrologischen Zyklus, wie oben bereits angesprochen. Über den Ozeanen ist im
globalen Mittel die Verdunstung größer als der fallende Niederschlag, da ungefähr 10 % auf
das Festland advehiert werden. Über dem Festland ist die Niederschlagssumme global
gesehen größer als die Verdunstung, wobei der Abfluss zu den Ozeanen den Kreislauf
schließt (Kraus, 2000). Da warme Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann als kalte Luft
und warme Flächen mehr verdunsten als kalte, ist die Verdunstung im Sommer in der Regel
höher als im Winter.
Für den besseren Vergleich mit dem Niederschlag wurden die Ausgabewerte des CLM für
den latenten Wärmestrom nach Gl. 15 in Jahressummen der Verdunstung umgerechnet.
Abb. 43 Jahressumme der Verdunstung 2001
Interessant ist, dass wiederum die Gebiete mit hohen Niederschlägen auch eine hohe
Verdunstung aufweisen. Das waren in Abb. 40 die Region um Freiburg sowie ein Teil der
Allgäuer Alpen. Gut zu erkennen ist nun in Abb. 43 auch hohe Verdunstung über dem
Bodenseegebiet. Über der großen Wasserfläche kann das ganze Jahr über viel Wasser
verdunsten. Diesen Effekt erkennt man auch im Vergleich von Verdunstung und
Niederschlag an der Station Konstanz, die am Bodensee liegt und auch stark vom See
beeinflusst wird. Da es für den latenten Wärmestrom wie schon oben genannt kaum
53
Kapitel 4 Kontinuierliche CLM-Simulation für 2001 mit 7km Auflösung
kontinuierliche Messwerte gibt, kann dem latenten Wärmestrom als hydrologische Größe nur
der gemessene Niederschlag gegenübergestellt werden (Tab. 8).
Sowohl die Station Freiburg als auch die Station Kempten weisen deutlich höhere
Niederschlagssummen als Verdunstungssummen auf. Die Verdunstungswerte sind höher als
bei fast allen anderen Stationen. Eine ebenfalls sehr hohe Verdunstung weist die Station
Konstanz auf. Im Durchschnitt liegt die Verdunstung bei etwa 480 mm, während zum
Vergleich der Niederschlag im Mittel etwa 860 mm beträgt.
Mit der klimatischen Wasserbilanz bezeichnet man die Differenz zwischen Niederschlag und
Verdunstung. Es zeigt sich, dass die aus der Simulation errechnete Wasserbilanz an allen
Stationen positiv ist und mit Ausnahme der Stationen Freiburg, Stuttgart, Kempten und
Konstanz etwa zwischen 100 und 200 mm beträgt. Fast ausgeglichen ist die Bilanz bei
Konstanz. Vor allem aufgrund der hohen Verdunstung beträgt die klimatische Wasserbilanz
nur 10 mm.
Station
Niederschlag [mm]
Frankfurt
379.6
Freiburg
2457.9
Freudenstadt
603.5
Gießen
444.9
Karlsruhe
553.0
Kempten
1648.1
Kl. Feldberg
535.8
Konstanz
695.7
Michelstadt
681.2
Stuttgart
971.2
Ulm
702.1
Würzburg
605.7
Mittelwerte:
856.6
Verdunstung [mm] Wasserbilanz [mm]
332.4
47.3
703.3
1754.6
478.5
125.0
349.1
95.8
402.7
150.2
563.3
1084.9
336.7
199.2
685.6
10.1
519.9
161.3
499.0
472.2
483.8
218.3
412.5
193.2
480.6
376.0
Tab. 8: Summen der Verdunstung, des Niederschlags und die Wasserbilanz 2001
Die Ergebnisse des CLM-Laufes mit 7km-Auflösung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Besonders für die 2m-Temperatur und die 2m-Taupunktstemperatur liefert das Modell mit
7km-Auflösung gute Ergebnisse, eine gute Qualität der Messungen vorausgesetzt. Die
absoluten mittleren Differenzen betragen bei der 2m-Temperatur etwa 1,0 K (Tab. 4), bei der
2m-Taupunktstemperatur 1,2 K (Tab. 5). Bei beiden Größen sind die Reihen von Modell und
Messung sehr gut miteinander korreliert. Die Verteilung der Isothermen in den Grafiken des
Simulationsgebiets zeigen zu erwartende Ergebnisse mit hohen Werten im Flachland und
den Tälern und niedrigen Werten im Bergland, wobei insbesondere die 2m-Temperatur stark
höhenabhängig ist. Die Verteilung der Isothermen wurde anhand der 2m-Temperatur für den
August 2001 schon in Kap. 3.1.2 diskutiert.
Die Resultate der Windgeschwindigkeit sind weniger zufriedenstellend, da die mittleren
Differenzen an den Stationen relativ hoch sind und die Reihen weniger deutlich miteinander
korreliert sind. Auch sind keine klaren Strukturen in den Isotachen mit höheren
Windgeschwindigkeiten im Bergland erkennbar. Entsprechend liegen die Stationswerte der
Simulation im Bergland zu niedrig, in den Tallagen zu hoch.
Auch die Ergebnisse der Niederschlagssimulation zeigen teils große Abweichungen zu den
Messungen der automatischen MIRIAM-Stationen. Da der Niederschlag eine Größe mit
hoher Variabilität ist, besteht grundsätzlich die Unsicherheit, inwieweit punktuelle
Stationsmessungen repräsentativ für ein Gebiet sind, das bei der in diesem Fall gewählten
Auflösung 7 x 7 km groß ist.
54
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
5. Statistisch-dynamische Simulationen mit
7km-Auflösung
Bei den bisher beschriebenen Simulationen handelt es sich um dynamische Simulationen,
die also bei kontinuierlicher Benutzung von Daten eines globalen Modells für ein regionales
Gebiet Ergebnisse liefern. In diesem Fall wurden dazu sechsstündige Antriebsdaten des
GME benutzt. Der Vorteil besteht darin, dass durch die Kopplung mit dem Globalmodell das
regionale Modell immer wieder Antrieb über den Rand erhält. Allerdings sind solche
Simulationen recht zeitintensiv, was bereits im vorherigen Kapitel gezeigt werden konnte.
Daher hat man schon länger nach Alternativen für die dynamische Methode gesucht. Eine
Möglichkeit, die im Folgenden diskutiert werden soll, ist die statistisch-dynamische Methode.
Dabei wird der zu bearbeitende Zeitraum nach repräsentativen Wetterlagen und deren
Häufigkeitsverteilung untersucht. Die interessierenden meteorologischen Daten dieser
Wetterlagen werden per Modell ermittelt und statistisch überlagert, sodass sich insgesamt
mit den dynamischen Daten vergleichbare Werte ergeben.
Das statistisch-dynamische Verfahren hat gegenüber anderen statistischen Methoden wie
zum Beispiel dem statistisch-empirischen Downscaling den Vorteil, dass keine
Beobachtungsdaten von Klimazeitreihen benötigt werden und man nicht die Annahme treffen
muss, dass typische statistische Eigenschaften dieses beobachteten Klimas auch weiterhin
gelten (Fuentes, 1999).
Der entscheidende Vorteil des statistisch-dynamischen Downscalings besteht darin, dass
viel Rechenzeit gespart werden kann. In Egger (1999) wurde mit einer statistischdynamischen Simulation für den Zeitraum 2071 - 2100 eine Rechenzeit-Ersparnis von 96 %
gegenüber der dynamischen Methode erzielt. Benutzt wurde dabei ein mehrfach genestetes
Regionalmodell mit Randdaten des globalen Klimamodells ECHAM3.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, repräsentative Wetterlagen zu bestimmen und auszuwerten.
Zum einen gibt es Verfahren, bei denen subjektiv nach meteorologischen Gesichtspunkten
Wetterlagen voneinander abgegrenzt werden. Als Beispiel kann man hier den „Katalog der
Großwetterlagen Europas“ nach Hess und Brezowsky nennen (Gerstengarbe et al., 1999).
Zum anderen werden auch Verfahren verwendet, die rein auf der Basis von Strukturanalysen
und Mustererkennung arbeiten.
Dazu gehört auch das Verfahren „Selbstorganisierende Abbildungen (Self-Organizing Maps,
SOM)“, das für diese Diplomarbeit verwendet wurde und nun vorgestellt werden soll
(Kohonen et al., 1995).
5.1 Das SOM-Verfahren
Die generelle Arbeitsweise von Mustererkennungsverfahren, zu denen auch das SOMVerfahren gehört, besteht darin, eine gegebene Datenmenge objektiv so in einzelne
Gruppen („Cluster“) einzuteilen, dass die Differenzen innerhalb einer Gruppe minimal,
außerhalb dagegen maximal werden (Sasse, 2004). Das SOM-Verfahren benutzt dazu eine
Menge an Datenvektoren und ordnet sie einer vorher bestimmten Anzahl an Mustervektoren
zu. Die Mustervektoren selber werden vom Programm so gewählt, das sie den
größtmöglichen Unterschied zueinander haben. Dazu müssen in einem iterativen Verfahren
die Mustervektoren so angepasst werden, dass sie die vorhandene Datenmenge optimal
repräsentieren.
55
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
Gestartet wird der Algorithmus damit, dass zunächst die Menge der Mustervektoren zufällig
im Wertebereich der Datenvektoren verteilt wird. Der Algorithmus bearbeitet pro Durchlauf
einen Datenvektor, sodass man dafür sorgen muss, dass genügend Iterationsschritte
durchlaufen werden, damit jeder Datenvektor mindestens einmal behandelt wird. Zur
Einteilung synoptischer Klassen bietet sich die Nutzung von Geopotentialfeldern, wie zum
Beispiel der 500hPa-Fläche, an. Zusätzliche synoptische Informationen erhält man, wenn
man Daten des 500hPa-Potentials mit Bodendruckdaten koppelt.
Hierfür können die Felder auch normiert werden. Dazu wird der Mittelwert des Feldes x und
die Standardabweichung σ gebildet. Mit der Formel
x′ =
x−x
σ
(16)
wird der Ausgangswert x in einen normierten Wert x ′ umgerechnet.
Es wurden bereits anhand von Sensitivitätsstudien für das Gebiet des östlichen Mittelmeers
Parametereinstellungen variiert, um möglichst gute Ergebnisse zu erzielen. Es ergab sich,
dass mit 20 Klassen und mit 100000 Iterationsschritten befriedigende Ergebnisse erzielt
werden können (Sasse, 2004). Auf weitere Parametereinstellungen soll hier nicht weiter
eingegangen werden.
5.2 Anwendung des SOM-Verfahrens auf das Jahr
2001
Für die Klassifizierung von typischen Wetterlagen im Jahr 2001 wurde zunächst ein Gebiet
für die synoptischen Analysen ausgesucht. Das Gebiet erstreckt sich von 30 ° N bis 70 ° N
und von 20 ° W bis 30 ° O. Für die Rechnungen wurden NCEP-Reanalysedaten des Jahres
2001 benutzt. Eingestellt wurden die Parameter auf 20 Wetterlagenklassen und 100000
Iterationsschritte.
Das SOM-Verfahren wurde außerdem für vier verschiedene Kombinationen aus
Geopotential und Bodendruck gestartet:
•
•
•
•
Geopotential 500hPa und Bodendruck, jeweils normiert (GpSpn)
Geopotential 500hPa und Bodendruck, nicht normiert (GpSp)
Geopotential 500hPa, normiert (Gpn)
Geopotential 500hPa, nicht normiert (Gp)
Die Ergebnisse der Rechnungen sind in Tab. 9 dargestellt. Für jede Klasse wurde ein
repräsentatives Datum ausgegeben und die Häufigkeit, mit der die entsprechende
Wetterlage im Jahr 2001 aufgetreten ist. Außerdem wurde für jede Klasse eine Grafik der
typischen Struktur des Geopotentials an dem repräsentativen Tag erstellt. Diese sind
geordnet in Abb. 44 aufgeführt.
56
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
Klasse
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
GpSpn
Tag
Häufigkeit
12.12.
4.93%
17.02
4.66%
18.11.
3.56%
01.06.
6.58%
16.04.
5.75%
22.06.
7.67%
27.07.
4.11%
06.11.
4.11%
08.04.
4.93%
26.02.
2.74%
17.01.
3.84%
24.07.
7.12%
07.06.
5.21%
13.03.
3.56%
18.03.
4.93%
06.10.
4.66%
14.10.
6.58%
11.03.
5.48%
03.01.
4.93%
24.03.
4.66%
GpSp
Tag
28.10.
01.04.
05.04.
04.01.
01.03.
30.05.
05.10.
23.04.
19.03.
27.12.
09.08.
21.10.
17.01.
20.04.
06.11.
30.06.
21.09.
10.12.
14.02.
31.01.
Häufigkeit
4.11%
3.56%
4.38%
5.21%
2.19%
9.86%
5.75%
3.29%
5.75%
4.93%
6.03%
4.93%
3.56%
2.74%
2.47%
10.68%
6.58%
4.93%
4.66%
4.38%
Gpn
Gp
Tag
Häufigkeit Tag
Häufigkeit
09.08.
4.11%
01.03.
2.19%
12.07.
4.66%
04.01.
5.21%
03.01.
6.85%
05.04.
4.38%
21.08.
6.03%
01.04.
3.56%
03.08.
5.75%
28.10.
4.11%
05.03.
2.74%
25.12.
4.93%
07.04.
3.56%
19.03.
5.75%
09.04.
7.4%
22.01.
3.29%
27.07.
4.66%
05.10.
5.75%
23.10.
4.93%
03.09.
9.86%
20.03.
6.03%
5.11.
2.47%
02.09.
3.56%
20.04.
2.74%
06.11.
7.4%
03.05.
3.56%
16.02.
4.38%
21.10.
4.93%
18.01.
4.93%
09.08.
6.03%
26.12.
5.21%
31.01.
4.11%
03.06.
4.38%
14.02.
4.93%
31.01.
6.03%
10.12.
4.93%
12.01.
2.74%
21.09.
6.58%
10.12.
4.66%
30.06. 10.68%
Tab. 9: Übersicht der SOM-Varianten mit repräsentativem Tag und rel. Häufigkeit für alle 20
SOM-Klassen
5.2.1 Vergleich des SOM-Verfahrens mit der Klassifizierung nach
Hess und Brezowsky
Das SOM-Verfahren behandelt die zu bearbeitenden Felder ohne meteorologisches
Hintergrundwissen und sucht nach sich ähnelnden Mustern in den Isolinien. Daher muss
man sich die Frage stellen, in welchem Maße sich dadurch Fehler in der Berechnung von
Jahresmitteln und Jahressummen ergeben können, bzw. ob die Gesamtheit aller
aufgetretenen Wetterlagen mit dem SOM-Verfahren auch erfasst wird. Der
Wetterlagenkatalog nach Hess und Brezowsky beinhaltet eine Klassifizierung von
Wetterlagen nach meteorologischen Gesichtspunkten und beschreibt jede Klasse nach ihren
typischen Druckgebilden und resultierenden Strömungen in Mitteleuropa (Gerstengarbe et
al., 1999). Jeder Tag seit 1881 bis zum Jahr 1998 wurde auf Zugehörigkeit zu einer Klasse
und daraus die Häufigkeiten der einzelnen Klassen in jedem Jahr berechnet. Leider können
beide Klassifizierungsergebnisse nicht direkt miteinander verglichen werden, da der Katalog
aus dem Jahr 1999 stammt. Im Folgenden wird daher jedes einzelne Geopotentialfeld (Abb.
44) mit der Berliner Wetterkarte des entsprechenden Tages (Wehry, 2005) verglichen und
anhand des Wetterlagenkatalogs von Hess und Brezowsky (Gerstengarbe et al., 1999) in
Wetterlagenklassen eingeteilt.
57
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
Abb. 44: Darstellung der normierten 500hPa-Geopotentialfelder der SOM-Klassen 1-20 für die
SOM-Variante GpSpn. Eingetragen sind die Nummern der SOM-Klassen, das repräsentative
Datum und die relative Häufigkeit, mit der die Klasse im Jahr 2001 vertreten war.
• Klasse 1, 12.12.2001:
Bestimmend ist ein markantes Hoch über Schottland und der nördlichen Nordsee mit einer
Achse bis zum Nordkap und als Gegensatz ein markantes Tief über Weißrussland und einer
einhergehenden kräftigen Nordostströmung über Mitteleuropa. Auch findet man in beiden
Karten einen Trog über der Adria und zusätzlich in der Berliner Wetterkarte ein Tief über
Spanien und Madeira.
Einordnen lässt sich diese Situation als Hoch Britische Inseln (HB)
58
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
• Klasse 2, 17.02.2001:
Auch hier findet man in beiden Karten einen breiten Hochdruckrücken über dem Ostatlantik
bis zu den Britischen Inseln mit kleineren Rücken über der Nordsee, Südfrankreich und dem
Balkan, sowie einem Trog über Deutschland, dessen Achsenlage allerdings unterschiedlich
ist. Trotzdem kann man von großen Ähnlichkeiten in den Abbildungen sprechen.
In der Klassifizierung nach Hess und Brezowsky stellt diese Klasse eine zyklonale
Nordwestlage dar (NWZ).
• Klasse 3, 18.11.2001:
In beiden Grafiken findet man ein markantes Höhentief über Spanien mit einem Randtrog
über Frankreich und eine Hochdruckbrücke von den Britischen Inseln bis zu einem Hoch
über Libyen und einem damit verbundenen Rücken über Italien und der Adria. Über
Skandinavien und Osteuropa herrscht dagegen eine starke Nordwestströmung. Insgesamt
findet man hier eine große Übereinstimmung der beiden Grafiken.
Eingeordnet wird diese Wetterlage als antizyklonale Nordwestlage (NWA).
• Klasse 4, 01.06.2001:
Bei diesem Tag zeigt sich in beiden Grafiken eine Westlage, wie sie in Mitteleuropa häufig
vorkommt. Allerdings ist der Trog, wie er in der SOM-Darstellung zu finden ist, in der Berliner
Wetterkarte nicht erkennbar, dafür aber kurzwellige, meistens schnellwandernde Tröge über
Mitteleuropa sowie der Trog über dem östlichen Skandinavien. Der Verlauf der Isolinien ist in
beiden Karten aber insgesamt sehr ähnlich.
In der Klassifizierung von Hess und Brezowsky wird dieses Szenario Westlage (WZ)
genannt.
• Klasse 5, 16.04.2001:
Das Bild von Wetterlagenklasse 5 ähnelt sehr stark dem Bild von Klasse 4, die oben
beschrieben ist. Daher ist auch Klasse 5 eine typische Westlage (WZ). Die Karten des SOMVerfahrens und der Berliner Wetterkarte differieren, zum Beispiel bei der Lage des
markanten Trogs über Nordeuropa. Durch die unterschiedliche Lage der Drucksysteme
unterscheiden sich die Strömungen in Mitteleuropa, wobei in der Berliner Wetterkarte ein
stärkerer meridionaler Transport und eine eher antizyklonale Strömung über Spanien
herrscht.
• Klasse 6, 22.06.2001:
Bestimmt wird diese Wetterlage durch einen markanten Rücken über Westeuropa bis Island
mit einem Hochdruckgebiet über Marokko und einem Höhentief über Dänemark mit einer
südöstlichen Achse über Osteuropa bis Bulgarien und Griechenland. Sie wird bei Hess und
Brezowsky als antizyklonale Nordlage (NA) bezeichnet.
• Klasse 7, 27.07.2001:
Charakterisiert wird diese Wetterlage durch einen langen Hochdruckrücken, ausgehend von
einem Hoch über Algerien bis zur Ostsee und einem Trog über Polen mit einer Achse bis
Libyen. Beide Grafiken haben sehr ähnliche Strukturen. Bei Hess-Brezowsky wird diese
Wetterlage als Hoch Mitteleuropa (HM) benannt.
• Klasse 8, 06.11.2001:
Dominiert wird die SOM-Grafik von einem ausgeprägten Hoch über Algerien mit einer Achse
bis zum Ärmelkanal. Dies wird auch von der Berliner Wetterkarte wiedergegeben, aber dort
findet man zusätzlich Tröge zum Beispiel über Südfrankreich, bei Schottland und ein
Hochdruckgebiet westlich von Irland. Insgesamt also ist hier die SOM-Grafik wesentlich
allgemeiner. Die Wetterlagenbezeichnung lautet bei Hess und Brezowsky zyklonale
Südwestlage (SWZ).
• Klasse 9, 08.04.2001:
Die Grafiken beherrscht ein ausgeprägter, aber schmaler Trog über Mitteleuropa und reicht
bis Nordafrika. In der Berliner Wetterkarte findet man kleinere Randtröge über Südfrankreich.
Nach Süden schließen sich ein Hoch bei Madeira und ein Rücken über Griechenland an.
Hess und Brezowsky bezeichnen diese Wetterlage als Trog Mitteleuropa (TRM).
• Klasse 10, 26.02.2001:
Auch bei dieser Wetterlage handelt es sich um eine Westlage (WZ), die allerdings in der
Berliner Wetterkarte nicht so deutlich ist. In beiden Grafiken dominiert das steuernde Tief
59
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
über Skandinavien. Ansonsten differieren die beiden Karten. In der Berliner Karte sind
weitere Tröge über Südeuropa und bei Irland zu erkennen, während in der SOM-Grafik kaum
weitere Muster sichtbar sind.
• Klasse 11, 17.01.2001:
In beiden Grafiken findet man ein markantes Hoch über Skandinavien und der Ostsee, aber
nur in der Berliner Wetterkarte ist noch ein Trog über Mitteleuropa mit einem Tief über
Süddeutschland zu erkennen. Dagegen ist in der SOM-Grafik die Strömung über
Mitteleuropa eher antizyklonal, und nur über dem östlichen Mittelmeer zyklonal. Aufgrund der
Lage des Hochs wird die Wetterlage bei Hess-Brezowsky als Hoch NordmeerFennoskandien, antizyklonal (HNFA).
• Klasse 12, 24.07.2001:
Zwischen einem Hoch über Algerien und einem markanten Trog über Osteuropa ist die
Strömung über Mitteleuropa antizyklonal in beiden Grafiken. Damit lässt sich die Wetterlage
als Nordostlage, antizyklonal (NEA) klassifizieren.
• Klasse 13, 07.06.2001:
Dieses Szenario wiederum ist eine klassische Westlage (WZ) mit einem steuernden Tief
zwischen Island und Norwegen und einer starken Westströmung über Europa. In der Berliner
Wetterkarte findet sich ein zudem ein Randtrog über der Adria.
• Klasse 14, 13.03.2001:
Dominierend wirkt sich ein Tief über der Nordsee aus, dessen Achse bis Spanien reicht,
verbunden mit einem Rücken über Osteuropa. In Mitteleuropa überwiegt eine südwestliche
Strömung. Bei Hess und Brezowsky wird diese Wetterlage als Trog Westeuropa (TRW)
bezeichnet.
• Klasse 15, 18.03.2001:
Es finden sich in beiden Grafiken zwei Tiefdruckzentren: Eines liegt über dem Atlantik mit
einem Trog bis Irland, das andere über Südskandinavien, bzw. über Finnland und Russland.
Über Mitteleuropa dominiert daher eine leicht südwestliche Strömung, in der Berliner
Wetterkarte zudem mit einigen kurzwelligen Trögen. Insgesamt wird die Wetterlage daher als
Südwestlage, zyklonal (SWZ) eingeordnet.
• Klasse 16, 06.10.2001:
Eingeteilt werden beide Grafiken in einen Trog westlich von Irland mit einer Trogachse bis
weit nach Süden und einen breiten, sehr langen Rücken weiter östlich, der von einem Hoch
über Nordafrika aus über Mitteleuropa, die Nordsee und bis Island reicht. Im östlichen
Mittelmeerraum ist die Strömung wieder eher zyklonal. Da über Mitteleuropa die Strömung
insgesamt antizyklonal ist, wird die Wetterlage als Südwestlage, antizyklonal (SWA)
eingestuft.
• Klasse 17, 14.10.2001:
Über Mitteleuropa herrscht ein markanter Rücken, ausgehend von einem Hoch über
Marokko. Gleichzeitig findt sich jeweils ein Trog sowohl westlich von Portugal, als auch im
östlichen Mittelmeer. Nordeuropa liegt unter einer eher westlichen Strömung. Insgesamt
lässt sich die Wetterlage als Hochdruckbrücke Mitteleuropa (BM) bezeichnen.
• Klasse 18, 11.03.2001:
Diese Wetterlage wird von einer zonalen Strömung über Europa dominiert, das steuernde
Tief liegt nordwestlich von Irland. Die Lage eines Troges über Südeuropa wird dagegen von
beiden Karten unterschiedlich positioniert, so dass es nicht leicht ist, diese Wetterlage
einzuordnen. Aufgrund der Berliner Wetterkarte kann man es am ehesten als winkelförmige
Westlage (WW) identifizieren.
• Klasse 19, 03.01.2001:
Prägend für diese Wetterlage ist ein markantes Höhentief nordwestlich von Schottland mit
einer Trogachse bis Nordafrika. Daher wird sie als Tief Britische Inseln (TB) eingeordnet.
Über Mitteleuropa herrscht eine leicht südwestliche Strömung, verstärkt durch einen Rücken,
der von Nordafrika bis Südosteuropa reicht.
60
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
• Klasse 20, 24.03.2001:
Zwischen einem Hoch über Libyen, einem Trog über dem östlichen Nordatlantik und einem
Tief über Nordfinnland ist die Strömung antizyklonal gekrümmt und kommt aus südwestlicher
Richtung. Daher wird sie als Südwestlage, antizyklonal (SWA) klassifiziert.
Als Zusammenfassung lässt sich folgendes festhalten:
Grundsätzlich muss man sagen, dass ein direkter Vergleich schwierig ist. Zum einen ist die
Klassifikation nach Hess und Brezowsky eine visuelle, manuelle und daher subjektive
Klassifizierung, deren Ergebnis von Person zu Person sehr unterschiedlich sein kann. Zum
anderen sind die SOM-Grafiken wesentlich allgemeiner als die Wetterlagen nach Hess und
Brezowsky, so dass es nicht immer einfach ist, eine typische Wetterlage zuzuordnen. Dass
die Berliner Wetterkarte für einen einzelnen Tag deutlich detaillierter ist als die
entsprechende SOM-Grafik, ist nachvollziehbar, weil die Berliner Wetterkarte nur einen Tag
repräsentiert, während die SOM-Grafik eine Anzahl von Tagen vertritt und für diese Menge
gleichermaßen gelten soll. Daher sind in diesen Karten auch nur die wesentlichen
Drucksysteme zu finden, nicht jedoch zum Beispiel kurzwellige Strömungsmuster.
Anhand der hier gemachten Vergleiche stellt man auch fest, dass ein Viertel der 20
Wetterlagen rein zonale Strömungen sind, davon vier zyklonale Westlagen. Es zeigt sich
also, dass mehrere SOM-Klassen die gleiche Wetterlage nach Hess und Brezowsky
darstellen. Diese insgesamt fünf Wetterlagen machen zusammen ein Viertel des ganzen
Jahres aus. Die sogenannten gemischten Lagen, zu denen zum Beispiel die Südwest- oder
Nordwestlage und die Wetterlage „Hochdruckbrücke Mitteleuropa“ gehören, werden in der
SOM-Klassifizierung mit 8 Klassen vertreten, von denen die Südwestlage insgesamt viermal
vorkommt, zweimal zyklonal, zweimal antizyklonal. In der SOM-Klassifizierung kommen
außer der Wetterlage „Tief Mitteleuropa“ alle gemischten Wetterlagen vor, sodass 8 SOMKlassen 37 % des Jahres ausmachen. Anders sieht es bei den meridionalen Wetterlagen
aus. Bei Hess und Brezowsky gibt es insgesamt 18 meridionale Wetterlagen, von denen
einige nur selten vorkommen und daher nicht vom SOM-Algorithmus in die Klassifikation mit
20 Klassen aufgenommen wurden, sondern nur 7 Klassen, die insgesamt 37 % des Jahres
repräsentieren.
Aus den Ergebnissen der kontinuierlichen Simulation wurden die Tagesmittel bzw.
Tagessummen der betreffenden Tage in ein Programm eingelesen und mit der relativen
Häufigkeit der jeweiligen Klasse multipliziert und mit den Ergebnissen der anderen Klassen
aufsummiert.
5.2.2 2m-Temperatur
Die Ergebnisse dieser Auswertungen sind zunächst für die 2m-Temperatur in Abb. 45 und
Abb. 46 dargestellt.
Je nach Konstellation von Geopotential und Bodendruck ergeben sich für die 2m-Temperatur
teilweise erkennbare Unterschiede, nur die Temperaturverteilung am Rand der Alpen in der
südöstlichen Ecke des Simulationsgebiets wird von allen Grafiken fast gleich beschrieben.
61
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
Abb. 45: 2m-Temperatur Jahresmittel 2001 links: Geopotential 500hPa und Bodendruck
normiert (GpSpn), rechts: Geopotential 500hPa und Bodendruck (GpSp)
Abb. 46: 2m-Temperatur Jahresmittel 2001 links: Geopotential 500hPa normiert (Gpn), rechts:
Geopotential 500hPa (Gp)
62
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
Station
CLM 7km
Aalen
6.8
Erpfingen/Alb
7.4
Frankfurt
10.1
Freiburg
8.6
Freudenstadt
7.3
Giessen
9.5
Hanau
11.3
Heilbronn
10.4
Karlsruhe
10.9
Kehl
14.1
Kempten
6.8
kl. Feldberg
9.3
Konstanz
10.1
Limburg
10.4
Michelstadt
9.4
Spessart
8.7
Stuttgart
9.6
Tuttlingen
7.6
Ulm
8.2
Viernheim
10.4
Wasserkuppe
7.7
Weil am Rhein
10.7
Wiesbaden
10.0
Würzburg
10.0
Mittelwerte:
9.2
Messungen
8.9
10.8
11.2
7.2
10.0
11.2
11.0
11.3
7.7
7.2
10.1
9.6
10.1
8.2
9.8
8.5
9.4
11.4
4.5
9.3
11.0
9.8
9.5
SOM GpSpn SOM GpSp SOM Gpn SOM Gp
8.8
7.5
6.7
7.9
7.7
6.3
5.5
6.6
10.8
9.6
9.2
10.3
10.4
9.2
8.3
9.3
7.7
6.3
5.6
6.7
10.2
9.0
8.6
9.6
10.3
9.1
8.8
9.8
10.6
9.1
8.4
9.6
11.9
10.7
9.9
11.1
11.8
10.6
9.6
10.7
8.3
7.4
6.8
7.7
7.8
6.9
6.4
7.6
10.4
9.2
8.5
9.3
10.4
9.2
8.9
10.2
9.2
7.9
7.3
8.7
8.3
7.0
6.6
7.7
9.9
8.3
7.7
8.7
7.7
6.4
5.6
6.6
9.1
7.7
6.7
8.0
10.8
9.7
9.1
10.2
7.2
6.0
5.5
6.7
10.6
9.7
8.9
9.7
10.2
9.3
8.8
10.1
10.0
8.7
8.0
9.2
9.5
8.3
7.7
8.8
Tab. 10: Jahresmittel der 2m-Temperatur in ° C der Messungen, des Modelllaufs mit 7km
Auflösung und den SOM-Varianten für das Jahr 2001
Anhand der Mittelwerte in Tab. 10 stellt man fest, dass einzig die SOM-Variante GpSpn
wärmere Temperaturen simuliert als der kontinuierliche CLM-Lauf mit 7km-Auflösung und mit
ihrem Stationsmittel den gemittelten Werten der gemessenen Temperaturen sehr nahe
kommt. Die anderen SOM-Varianten simulieren dagegen teils deutlich tiefere Temperaturen
als der 7km-Lauf. Bei SOM Gpn beträgt das Stationsmittel lediglich 7,7 ° C, der
kontinuierliche Lauf simuliert ein Stationsmittel von 9,2 ° C. Auch an der Station
Wasserkuppe simuliert das SOM Gpn relativ zum 7km-Lauf ein deutlich tieferes Jahresmittel,
schneidet aber mit 5,5 ° C im Vergleich zum Messwert von 4,5 ° C am besten von allen
SOM-Varianten ab, wobei sich dies wohl nur um einen Zufall handelt.
In Abb. 47 sind in einem Streudiagramm die Ergebnisse des CLM-Laufs mit 7km-Auflösung
und der vier SOM-Varianten dargestellt. Der Vergleich untereinander zeigt, dass die
Ergebnisse der SOM-Kombination GpSpn am besten zu denen des kontinuierlichen
Modelllaufs passen. Die Punkte streuen um die Winkelhalbierende. Im Mittel beträgt die
Differenz zwischen dem kontinuierlichen Lauf und SOM GpSpn etwa -0,3 K, d.h. die SOMVariante ist tendenziell leicht zu warm. Eher leicht zu niedrige Temperaturen errechnet die
SOM-Variante Gp, dort beträgt die mittlere Differenz der Stationen +0,4 K. Die SOM-Variante
Gpn simuliert bei fast allen Stationen deutlich zu tiefe Temperaturen mit durchschnittlich 1,5
K Differenz, ebenso wie die SOM-Variante GpSp mit 0,9 K Differenz. Insgesamt empfiehlt
sich also für die Berechnung der Temperatur die SOM-Variante GpSpn mit leichten Vorteilen
als beste Lösung beim statistisch-dynamischen Downscaling.
63
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
SOM-Ergebnisse: Temperatur in °C
16
14
12
10
8
6
4
4
6
8
10
12
14
16
CLM-Ergebnisse: Tem peratur in °C
SOM gpspn
SOM gpsp
SOM gpn
SOM gp
Abb. 47: SOM-Ergebnisse der Jahresmittel der 2m-Temperatur für alle vier SOM-Varianten an
21 Messstationen für das Jahr 2001
Neben der 2m-Temperatur wurden aus den SOM-Rechnungen auch weitere Klimagrößen
ausgewertet. Auf den nächsten Seiten werden nacheinander die Ergebnisse für die
Taupunktstemperatur, die Windgeschwindigkeit, den Gesamtniederschlag und die
Verdunstung diskutiert.
5.2.3 2m-Taupunktstemperatur
Abb. 48 und Abb. 49 zeigen für alle vier SOM-Varianten das Jahresmittel der
Taupunktstemperatur. Abb. 50 ist ein Streudiagramm, in dem alle vier SOM-Varianten mit
den Messungen verglichen werden. Zusätzlich sind in Tab. 11 die einzelnen Werte
aufgelistet.
Es fällt auf, dass mit unnormiertem Geopotential (Abb. 49 rechts) die
Taupunktstemperaturen im Durchschnitt höher sind als bei allen anderen Grafiken. Etwas
geringer sind die Werte mit normiertem Geopotential Gpn (Abb. 49 links). Einen deutlichen
Unterschied findet man hingegen in den Grafiken, in denen der Bodendruck hinzugefügt
wurde (Abb. 48). Dort sind die Taupunktstemperaturen teilweise um 2,0 K geringer. Bei allen
Grafiken findet man die gleichen markanten Gebiete mit hohen Taupunktstemperaturen im
südlichen Oberrheintal und im Bodenseegebiet, sowie in der Kölner Bucht und die niedrigen
Werte in den Alpen und in den Hochlagen der Mittelgebirgen.
Im Streudiagramm sind die einzelnen Punkte, die jeweils eine Station und jeweils eine der
vier SOM-Varianten kennzeichnen, eingezeichnet. Die Trendlinien der einzelnen SOMVarianten haben fast die gleichen Steigungen wie die Winkelhalbierende, d.h. es liegt eine
deutlich positive Korrelation vor. Allerdings berechnet das SOM-Verfahren bei Gpn und
GpSp deutlich zu niedrige Temperaturen relativ zum 7km-Lauf. Die SOM-Varianten GpSpn
und Gp liegen sehr nahe an den Berechnungen des 7km-Laufs mit absoluten Differenzen
64
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
zwischen 0,4 - 0,6 K, während der Wert in den beiden anderen Fällen bis zu 1,8 K beträgt.
Wie schon bei der 2m-Temperatur erweisen sich also die Varianten GpSpn und Gp als beste
Alternative zu einem kontinuierlichen Lauf.
Abb. 48: Taupunktstemperatur Jahresmittel 2001, links: Geopotential 500hPa und Bodendruck
normiert, rechts: Geopotential 500hPa und Bodendruck nicht normiert,
C
D
Abb. 49: Taupunktstemperatur Jahresmittel 2001, links: Geopotential 500hPa normiert, rechts:
Geopotential 500hPa nicht normier
65
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
Stationen
Aalen
Erpfingen
Freiburg
Freudenstadt
Giessen
Hanau
Heilbronn
Karlsruhe
Kehl
Kempten
kl. Feldberg
Konstanz
Limburg
Michelstadt
Spessart
Stuttgart
Tuttlingen
Ulm
Viernheim
Wasserkuppe
Weil am Rhein
Wiesbaden
Würzburg
CLM7km
5.9
4.7
7.4
4.9
6.6
6.9
7.3
7.2
7.2
4.6
5.3
7.0
6.4
6.0
5.7
6.6
4.4
5.8
7.1
4.7
7.2
6.2
6.5
Mittelwert:
6.2
Messungen SOM GpSpn SOM GpSp SOM Gpn SOM gp
3.1
6.0
4.5
4.1
5.4
4.4
4.9
3.5
3.0
4.2
5.6
7.8
6.6
6.0
7.1
3.0
4.9
3.7
3.3
4.5
5.7
6.8
5.6
4.8
7.0
6.2
6.9
5.7
5.0
7.0
5.2
7.0
5.8
5.3
6.9
7.7
7.3
5.9
5.6
7.0
7.8
7.3
6.1
5.6
6.9
4.5
4.7
3.8
3.7
4.5
4.0
5.5
4.2
3.7
5.7
6.5
6.8
6.0
5.5
6.6
5.3
6.2
5.3
4.7
7.0
5.9
6.0
4.5
4.0
5.6
4.5
6.0
4.5
4.0
5.8
6.2
6.6
5.2
4.6
6.0
3.2
4.4
3.3
2.6
3.9
4.3
5.8
4.3
4.1
5.3
6.3
7.1
5.8
5.2
7.0
1.9
5.0
3.6
3.0
4.9
4.1
7.7
6.5
6.3
7.0
5.3
6.3
5.0
4.5
6.3
6.0
6.6
5.2
4.8
6.5
5.1
6.3
5.0
4.5
6.0
Tab. 11: Jahresmittel Taupunktstemperatur 2001 in ° C der Messungen, des Modelllaufs mit
7km Auflösung und den SOM-Varianten
Wenn man die SOM-Ergebnisse mit den Messungen vergleicht, stellt man fest, dass die
absoluten mittleren Differenzen bei allen Varianten sich zwischen 1,0 – 1,5 K bewegen. Nur
bei Beachtung der unterschiedlichen Vorzeichen zeigt sich, dass GpSp mit einer Differenz
von nur 0,1 K deutlich näher am Mittel der Messwerte liegt als die anderen SOM-Varianten.
Das zeigt, dass sich beim Mittelwert von 5,0 ° C in Tab. 11 positive und negative Differenzen
zumindest teilweise aufgehoben haben. Das gleiche ist der Fall bei SOM Gpn, bei dem die
absolute mittlere Differenz bei 1,2 K liegt, die Mittelwerte in Tab. 11 aber nur um 0,6 K
differieren. Bei SOM GpSpn liegt die absolute mittlere Differenz bei 1,5 K und auch die
Mittelwerte der Stationen differieren um 1,2 K. Hier heben sich positive und negative
Differenzen also nicht auf.
66
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
SOM-Ergebnisse:
Taupunktstemperatur in °C
8
7
6
5
4
3
2
2
3
4
5
6
7
8
CLM-Ergebnisse: Taupunktstem peratur in °C
SOM gpspn
SOM gpsp
SOM gpn
SOM gp
Abb. 50: Streudiagramm der SOM-Ergebnisse und des 7km-Laufs des CLM für die
Taupunkstemperatur 2001. Jeder Punkt kennzeichnet das Jahresmittel einer Station.
5.2.4 10m-Windgeschwindigkeit
Es war schon an den kontinuierlichen Simulationen zu sehen gewesen, dass die 10mWindgeschwindigkeit vor allem im Bergland deutlich unterschätzt wurde. Die Ergebnisse der
statistisch-dynamischen Methode zeigen, dass es keine größeren Abweichungen zwischen
den einzelnen SOM-Varianten gibt (Abb. 51). Bei allen Grafiken finden sich die höchsten
Windgeschwindigkeiten im Bereich der Mittelgebirge, dennoch werden auch hier keine
höheren Geschwindigkeiten als 4,6 m/s im Jahresmittel erreicht. Sehr deutlich werden in
allen Grafiken die Randeffekte, zum Beispiel anhand der Alpen, in denen Geschwindigkeiten
bis maximal 2,0 m/s herrschen. Besonders ausgeprägt ist ein Windmaximum in Grafik A und
D in einem Gebiet zwischen Würzburg und Aalen mit Maxima um 4,0 m/s und in Grafik C ein
Gebiet südlich von Karlsruhe mit bis zu 4,4 m/s.
Vergleicht man die SOM-Ergebnisse mit den Werten des Modelllaufs mit 7km-Auflösung, so
ergibt sich eine deutliche positive Korrelation mit einem Korrelationskoeffizienten nahe bei
eins. Dieses Ergebnis lässt sich auch aus dem Streudiagramm herauslesen (Abb. 52). Alle
Punkte liegen im Bereich der Winkelhalbierenden mit Ausnahme einiger Punkte des SOM
GpSp.
Beim Vergleich der SOM-Ergebnisse mit den Messungen stellt man fest, dass sich bei
niedrigen Windgeschwindigkeiten gute Übereinstimmungen ergeben, bei drei Stationen
(Spessart- Lettgenbrunn, Kleiner Feldberg, Wasserkuppe) die Geschwindigkeiten jedoch mit
über 4,0 m/s Differenz stark unterschätzt werden. Es gibt keine großen Unterschiede
zwischen den einzelnen SOM-Varianten, was die sehr einheitlichen mittleren absoluten
Differenzen belegen. Die maximalen Differenzen treten an der Station Wasserkuppe mit
etwa 6,0 m/s bei allen Varianten auf. Es ergibt sich für die SOM-Varianten ein mittlerer
Korrelationskoeffizient der Stationen von SOM und den Messungen von 0,525 bis 0,65. Der
mittlere Korrelationskoeffizient der Stationen für den CLM7km-Lauf und die Messungen
beträgt 0,63.
67
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
B
A
C
D
Abb. 51: Windgeschwindigkeit Jahresmittel 2001 A) Geopotential 500hPa und Bodendruck
normiert, B) Geopotential 500hPa und Bodendruck, C) Geopotential 500hPa normiert, D)
Geopotential 500hPa
68
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
SOM-Ergebnisse: Temperatur in °C
5
4
3
2
2
3
4
5
CLM-Ergebnisse: Tem peratur in °C
SOM gpspn
SOM gpsp
SOM gpn
SOM gp
Abb. 52: Streudiagramm der SOM-Ergebnisse und des 7km-Laufs des CLM für die
Windgeschwindigkeit 2001
Stationen
Modell 7km Messungen SOM GpSpn SOM GpSp SOM Gpn SOM gp
Aalen
3.7
1.7
3.7
3.5
3.6
3.9
Erpfingen/Alb
3.9
3.8
3.8
3.9
3.8
4.1
Freiburg
2,8
2.0
2.7
2.7
2,8
2.9
Freudenstadt
3.7
2.2
3.8
3.7
3.9
3.9
Gießen
3.1
2.1
3.3
2.9
3.1
3.3
Hanau
2.9
2.4
3.1
2,8
3.0
3.2
Heilbronn
3.1
1.5
3.1
2.9
3.2
3.3
Kehl
3.4
1.6
3.3
3.3
3.6
3.5
Kl Feldberg
4.0
8.6
4.1
3.5
3.8
3.9
Limburg
2,8
3.5
2.9
2.4
2.7
2,8
Michelstadt
3.6
2.2
3.9
3.6
3.7
4.0
Spessart
3.7
6.6
3.8
3.5
3.6
3.9
Tuttlingen
3.3
1.5
3.2
3.3
3.2
3.4
Ulm
3.2
1.1
3.2
3.0
2.9
3.2
Viernheim
2.9
2,8
3.0
2.7
2.9
3.0
Wasserkuppe
4.3
10.1
4.4
4.3
4.2
4.6
Weil a. R.
2.2
1.9
2.1
2.1
2.1
2.2
Wiesbaden
3.0
2.9
3.1
2.6
2.9
3.0
Mittelwerte:
3.31
3.25
3.37
3.14
3.29
3.46
Tab. 12: Jahresmittel der Windgeschwindigkeit 2001 in m/s der Messungen, des Modelllaufs
mit 7km Auflösung und den SOM-Varianten
69
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
In den Tallagen simuliert das CLM mit 7km-Auflösung im Mittel Jahreswerte von etwa 3,0
m/s, während die Messwerte häufig nur etwa 2,0 m/s betragen (Tab. 12). Die SOM-Varianten
simulieren teilweise sogar noch höhere Windgeschwindigkeiten, insbesondere SOM Gp.
Dadurch hat SOM Gp bei den Talstationen die größten Differenzen zu den Messwerten,
erzielt bei den Jahresmitteln der Bergstationen aber nicht viel bessere Ergebnisse im
Verhältnis zu den anderen SOM-Varianten.
Für die Windgeschwindigkeit fällt eine differenzierte Bewertung der einzelnen SOMVarianten schwerer, da es keine signifikanten Unterschiede gibt. Alle vier Varianten
errechnen insgesamt ähnliche Stationswerte wie der 7km-Lauf, obwohl bei den SOMRechnungen viele Informationen nicht berücksichtigt werden. Daher ist das statistischdynamische Verfahren durchaus eine Alternative zum dynamischen Downscaling. Da aber
dessen Rechenergebnisse im Vergleich zu den Messungen unbefriedigend sind, schneiden
auch die SOM-Varianten bei einem Vergleich mit Messwerten nicht zufriedenstellend ab.
5.2.5 Gesamtniederschlag und Verdunstung
In den nächsten Abbildungen werden zuerst die Ergebnisse für den Gesamtniederschlag
dargestellt. Die SOM-Variante Gp simuliert im Flächenmittel den meisten Niederschlag (Abb.
53 D), während man bei SOM GpSp und Gpn im Mittel den geringsten Niederschlag findet.
Die Strukturen der Linien gleichen Niederschlags (Isohyeten) sind in allen Grafiken der SOMVarianten teilweise ähnlich.
Auffallend ist allerdings, dass nur die SOM-Varianten GpSpn und Gp erhöhte Niederschläge
an der Schwäbischen Alb simulieren (Abb. 53 A und D). Diese Strukturen fehlen bei den
anderen Grafiken fast ganz. Bei SOM GpSpn findet man im südlichen Oberrheingraben ein
eher unrealistisches, markantes Niederschlagsmaximum, das bei den anderen Grafiken nicht
zu sehen ist (Abb. 53 A).
70
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
A
B
C
D
Abb. 53: Gesamtniederschlag Jahressumme 2001 A) Geopotential 500hPa und Bodendruck
normiert, B) Geopotential 500hPa und Bodendruck, C) Geopotential 500hPa normiert, D)
Geopotential 500hPa
71
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
2500
2000
1500
1000
500
Messungen
SOM gpspn
SOM gpsp
SOM gpn
SOM gp
Würzburg
Ulm
StuttgartEcht.
Michelstadt
Konstanz
Kl. Feldberg
Kempten
Karlsruhe
Gießen
Freudenstadt
Freiburg
0
Frankfurt
Niederschlag in mm
3000
Modell 7km
Abb. 54: Jahressumme des Gesamtniederschlags 2001 in mm
Station
Modell 7km
Frankfurt
379.6
Freiburg
2457.9
Freudenstadt
603.5
Gießen
444.9
Karlsruhe
553.0
Kempten
1648.1
Kl. Feldberg
535.8
Konstanz
695.7
Michelstadt
681.2
Stuttgart-Echt.
971.2
Ulm
702.1
Würzburg
605.7
Mittelwerte:
856.6
Messungen
753.4
1177.0
2127.8
703.1
873.1
1418.0
1055.1
895.7
953.6
814.1
846.0
613.4
1019.2
SOM GpSpn SOM GpSp SOM Gpn SOM gp
124.8
268.4
31.6
494.2
1842.5
1598.0
1479.8
1923.5
1005.3
180.6
111.8
193.6
411.0
394.9
224.3
1050.2
361.3
197.6
288.1
266.3
405.7
868.4
2807.1
863.2
217.8
259.8
92.4
689.3
354.7
774.6
843.4
828.1
485.1
498.7
249.5
773.5
868.5
456.8
448.6
727.4
495.5
250.1
662.4
554.5
201.9
314.1
293.1
481.9
564.5
505.2
627.7
737.1
Tab. 13: Jahressummen des Gesamtniederschlags 2001 in mm für den 7km-Modelllauf, die
Messungen und die SOM-Varianten
Durch die Vergleiche der Jahresniederschlagssummen für die einzelnen Stationen wird
deutlich, dass die Niederschlagssummen von dem hier verwendeten SOM-Verfahren
allgemein unterschätzt werden (Abb. 54 bzw. Tab. 13). Das bedeutet, dass die vom CLM
simulierte Tagesniederschlagsmenge an dem vom SOM-Algorithmus ausgewählten Datum
nicht ausreicht, um repräsentativ für die jeweilige SOM-Klasse und deren typische
Niederschlagsmenge zu sein. So ergeben sich letztlich nur Bruchteile des vom
kontinuierlichen Lauf simulierten Jahresniederschlags.
Am besten schneidet die SOM-Variante Gp ab, hier werden etwa im Mittel fast 100 % des
vom CLM7km simulierten Niederschlags erreicht. Allerdings errechnet sich dieser Wert auch
aus weit gestreuten Einzelwerten. So werden teilweise nur 30 - 50 % erreicht, während an
einigen Stationen deutlich mehr Niederschlag mit bis zu 240 % errechnet wird. Bei den
anderen Varianten sind es im Stationsmittel 60 - 68 %.
Teilweise gibt es an einzelnen Stationen erhebliche Unterschiede zwischen den
Jahressummen der SOM-Varianten. So simuliert das SOM GpSpn für Freudenstadt eine
Jahressumme von über 1000 mm, während die anderen Varianten weniger als 200 mm
72
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
simulieren. An der Station Kempten beträgt die Jahressumme fast 3000 mm bei normiertem
Geopotential, die anderen SOM-Varianten simulieren wesentlich weniger Niederschlag bis
maximal 870 mm. Außer der SOM-Variante GpSpn schneiden die SOM-Ergebnisse an der
Station Konstanz gut ab und erreichen etwas mehr als 100 % des vom CLM7km simulierten
Jahresniederschlags. Beim Vergleich der SOM-Ergebnisse mit den Messungen zeigt sich,
dass das SOM-Verfahren insgesamt nur Bruchteile des gemessenen Niederschlags
errechnet, wobei auch bei diesem Vergleich die starke Streuung der SOM-Varianten an
einzelnen Stationen sowie bei den Stationen untereinander zu erkennen ist.
Es empfiehlt sich also keine SOM-Variante besonders für eine Verwendung bei der
Simulation von Niederschlag, da gerade bei dieser Größe fehlende Informationen sich
negativ auf die Güte der Ergebnisse auswirken und zudem zu einer großen Streuung der
Werte relativ zum dynamischen Downscaling und zu den Messungen führen.
Zuletzt werden die Resultate der SOM-Rechnungen für die Verdunstung dargestellt. In Abb.
55 und Abb. 56 wird die Verdunstung abhängig von der Kombination von Geopotential und
Bodendruck gezeigt.
In allen Grafiken findet man eine ähnliche Struktur wie in den Ergebnissen des
kontinuierlichen Modelllaufs mit 7km Auflösung. Deutlich hebt sich die Fläche des
Bodensees in allen Grafiken ab mit Werten um etwa 1000 mm. Hohe Werte ab etwa 700 mm
findet man außerdem an den Westhängen des Schwarzwaldes und am Fuß der Allgäuer
Alpen. Der Vergleich mit den Ergebnissen des kontinuierlichen Laufs zeigen, dass die SOMErgebnisse in den meisten Fällen sogar höher liegen (Abb. 57 bzw. Tab. 14).
Abb. 55: Verdunstung Jahressumme 2001, links: Geopotential 500hPa und Bodendruck
normiert, rechts: Geopotential 500hPa und Bodendruck
73
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
C
D
Abb. 56: Verdunstung Jahressumme 2001, links: Geopotential 500hPa normiert, rechts:
Geopotential 500hPa
Modell 7km
SOM gpspn
SOM gpsp
SOM gpn
SOM gp
Abb. 57: Simulierte Jahressummen der Verdunstung 2001
74
Würzburg
Ulm
Stuttgart
Michelstadt
Konstanz
kl. Feldberg
Kempten
Karlsruhe
Giessen
Freudenstadt
Freiburg
900
800
700
600
500
400
300
200
100
0
Frankfurt
Verdunstungssumme in mm
Die Stationswerte aus den SOM-Berechnungen bewegen sich im Bereich der Ergebnisse
des kontinuierlichen Modelllaufs (Abb. 57). Maximale Werte werden an den Stationen
Freiburg und Konstanz erreicht. Bei Konstanz wird also von den SOM-Rechnungen der
Einfluss des Bodensees wiedergegeben, was auch schon für den 7km-Lauf in Kap. 4.2.6
gezeigt wurde. Außer der SOM-Variante Gpn sind die mittleren Jahressummen der Stationen
sogar leicht höher. Besonders hohe Verdunstung wird von Gp simuliert (Tab. 14). Dies ist ein
großer Unterschied zu den vorangegangenen Untersuchungen zum Gesamtniederschlag
(siehe Abb. 54 bzw. Tab. 13).
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
Stationen
Modell 7km
Frankfurt
332.4
Freiburg
703.3
Freudenstadt
478.5
Giessen
349.1
Karlsruhe
402.7
Kempten
563.3
kl. Feldberg
336.7
Konstanz
685.6
Michelstadt
519.9
Stuttgart
499.0
Ulm
483.8
Würzburg
412.5
Mittel:
480.6
SOM GpSpn SOM GpSp SOM Gpn
294.0
394.2
253.5
690.9
742.9
694.3
544.8
513.6
363.4
350.3
352.7
251.1
384.3
446.0
405.5
655.2
528.0
540.5
289.5
336.2
272.6
757.4
798.5
759.2
576.3
630.3
498.6
517.0
492.5
420.0
453.0
463.1
414.1
371.0
392.3
440.4
490.3
507.5
442.8
SOM gp
416.9
764.9
524.1
385.3
462.7
561.2
385.9
793.1
656.4
527.5
530.3
461.9
539.2
Tab. 14: Simulierte Jahressummen der Verdunstung 2001 in mm
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass man mit Hilfe der statistisch-dynamischen
Methode viel Rechenzeit sparen kann, da nur jeweils für die vom SOM-Verfahren
errechneten Tage eines Jahres eine Simulation durchgeführt werden muss. Dass dadurch
Fehler in die Ergebnisse gelangen, ist durchaus nachvollziehbar. Es besteht eine
Unsicherheit darin, in welchem Maß tatsächlich ein einziger Tag mit seinen
meteorologischen Eigenschaften repräsentativ für einen gewissen, vom SOM-Algorithmus
berechneten Teil eines Jahres ist, wobei das SOM-Verfahren zwar objektiv arbeitet, aber
ohne meteorologische Aspekte in die Berechnung einzubeziehen.
Auch ist es denkbar, dass einzelne sehr selten vorkommende, aber klimatisch bedeutsame
Wetterlagen vom SOM-Algorithmus nicht erfasst werden, da ja eine Beschränkung auf eine
bestimmte Zahl von Wetterlagenklassen vorgesehen und auch sinnvoll ist. Es können
dadurch beispielsweise extreme Niederschlagsereignisse nicht erfasst werden (Fuentes,
1999). Dies scheint auch bei den hier gemachten SOM-Rechnungen der Fall gewesen zu
sein, da besonders für den Gesamtniederschlag 2001 zu geringe Werte berechnet wurden
(Tab. 13). Vielleicht könnte durch die Variierung der Anzahl der SOM-Klassen eine
Verbesserung erzielt werden. Ebenso wäre es denkbar, eine Klassifizierung von Wetterlagen
mit Hilfe von Feldern anderer Größen wie z.B. der Temperatur zu erstellen. Auch damit
wären Kopplungen mehrerer Felder möglich.
Ansonsten gab es besonders für die 2m-Temperatur und die Taupunktstemperatur
beachtliche Ergebnisse. So schnitt die SOM-Variante mit Geopotential und Bodendruck,
jeweils normiert (GpSpn), bei der 2m-Temperatur besonders gut ab (Tab. 10), genauso wie
die Variante mit unnormierten Feldern (Gp) bei der Taupunktstemperatur (Tab. 11).
Für die Windgeschwindigkeit ergaben sich ähnliche Schwächen wie schon bei dem
kontinuierlichen Lauf des CLM. Geringe Geschwindigkeiten werden noch recht gut
dargestellt, aber an Bergstationen sind die simulierten Werte viel zu niedrig (Tab. 12). Diese
Fehler stammen jedoch mit Sicherheit aus den Ergebnissen der kontinuierlichen Simulation.
Daher kann sich hier keine der SOM-Varianten besonders als Alternative zum dynamischen
Downscaling empfehlen.
Bei der Verdunstung kann man davon ausgehen, dass die Werte qualitativ recht gut sind,
auch wenn es keine Messdaten dazu gibt. Sie sind im Vergleich zu den Werten der
kontinuierlichen Simulation tendenziell sogar leicht höher und zeigen in den Flächengrafiken
sinnvolle Strukturen mit hohen Werten über Wasserflächen und Berghängen und niedrigen in
Tallagen (Abb. 55 bzw. Abb. 56).
75
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
5.3 Sensitivtätstest zum Einfluss einzelner SOMKlassen auf den Jahresniederschlag 2001
Beim statistisch-dynamischen Downscaling wurden aus einer Anzahl von mehreren
typischen Wetterlagenklassen die Werte an den entsprechend ausgewählten Tagen des
Jahres 2001 mit ihrer jeweiligen Häufigkeit multipliziert und zu Jahreswerten statistisch
aufsummiert. In diesem Kapitel werden die Einflüsse einzelner SOM-Klassen auf das
Endergebnis untersucht.
Beschränkt wird diese Betrachtung auf den Gesamtniederschlag und den konvektiven
Niederschlag. Von Interesse ist dabei, welche SOM-Klassen Niederschlag bringen und wie
groß deren Einfluss ist. Untersucht wird auch der Anteil an konvektiven Niederschlägen in
den einzelnen SOM-Klassen und beim Gesamtergebnis.
Beispielhaft werden im Folgenden die Daten von vier Stationen mit Hilfe von Abbildungen
untersucht. Weitere Abbildungen befinden sich im Anhang.
60
Niederschlag in mm
Niederschlag in mm
6
5
4
3
2
1
0
50
40
30
20
10
0
1
3
5
7
9
11
13
15
17
19
1
3
5
7
SOM-Klassen
Gesamtniederschlag
11
13
15
17
19
SOM-Klassen
konvektiver Niederschlag
Gesamtniederschlag
ko nvektiver Niederschlag
4
Niederschlag in mm
7
Niederschlag in mm
9
6
5
4
3
2
1
3
2
1
0
0
1
3
5
7
9
11
13
15
17
19
SOM-Klassen
Gesamtniederschlag
konvektiver Niederschlag
1
3
5
7
9
11
13
15
17
19
SOM-Klassen
Gesamtniederschlag
ko nvektiver Niederschlag
Abb. 58: Niederschlagsverteilung in den einzelnen SOM-Klassen für GpSpn 2001. In
Dunkelblau ist der Tagesniederschlag und in Rot der konvektive Tagesniederschlag
dargestellt. Links oben: Karlsruhe, Rechts oben: Freudenstadt, Links unten: Michelstadt,
Rechts unten: Würzburg
In Abb. 58 werden die Tagessummen des Gesamtniederschlags und des konvektiven
Niederschlags für den jeweils repräsentativen Tag jeder einzelnen SOM-Klasse gezeigt. In
den vier Grafiken finden sich im Wesentlichen zwei unterschiedliche Muster.
76
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
In der Grafik für Freudenstadt sticht die Klasse 20 extrem hervor. An diesem Tag werden
vom 7km-Lauf über 50 mm Niederschlag simuliert. Mit einer relativen Häufigkeit von 4,66 %
ergeben sich daraus etwa 907 mm und somit 90 % des ganzen Jahresniederschlags. Alle
anderen SOM-Klassen außer der Klasse 1, 2 und 9 haben keinen Tagesniederschlag zu
verzeichnen. Also bestimmt hier eine einzige SOM-Klasse über fast den ganzen
Jahresniederschlag.
An den anderen drei Stationen ist das Bild homogener. Allerdings sind auch bei Karlsruhe im
wesentlichen nur 6 Klassen für den Jahresniederschlag verantwortlich, die restlichen 14
Klassen verzeichnen nur geringen oder gar keinen Niederschlag. Noch homogener sind die
Niederschläge bei Michelstadt und Würzburg verteilt, hier verzeichnen mehr als die Hälfte
der Klassen auch Niederschläge, allerdings nie mehr als 6 mm pro Tag.
Niederschlag in mm
Niederschlag in mm
6
5
4
3
2
1
0
1
3
5
7
9
11
13
15
17
55
50
45
40
35
30
25
20
15
10
5
0
1
19
3
5
7
S O M - Kla s s e n
Nd 1Tag vo rher
Nd
Nd 1Tag vo rher
Nd 1Tag danach
Niederschlag in mm
Niederschlag in mm
12
10
8
6
4
2
0
1
3
5
7
9
11
13
15
17
SOM-Klassen
Nd 1Tag vo rher
Nd
9
11
13
15
17
19
SOM-Klassen
Nd 1Tag danach
19
Nd
Nd 1Tag danach
9
8
7
6
5
4
3
2
1
0
1
3
5
7
9
11
13
15
17
19
SOM-Klassen
Nd 1Tag vo rher
Nd
Nd 1Tag danach
Abb. 59: Niederschlagsverteilung in der SOM-Klasse GpSpn für 2001, A) Karlsruhe, B)
Freudenstadt, C) Michelstadt, D) Würzburg
In Abb. 59 soll anhand des Niederschlags untersucht werden, welchen Einfluss es hat, wenn
statt des einen jeweils repräsentativen Tags einer SOM-Klasse, wie in den
vorangegangenen Kapiteln diskutiert, nun auch der vorhergehende und der nachfolgende
Tag miteinbezogen werden. Dadurch wird eine SOM-Klasse von nunmehr 3 hintereinander
folgenden Tagen repräsentiert. Dies ist durchaus sinnvoll, da für gewöhnlich eine Wetterlage
länger als einen Tag anhält. In Egger (1999) wurden ebenfalls für eine statistischdynamische Simulation Episoden mit einem 3-Tages-Zeitraum für Süddeutschland
verwendet.
Gerstengarbe et al. (1999) zeigen, dass für gewöhnlich die Mehrzahl der Großwetterlagen
eine Andauer von etwa 3 – 5 Tagen haben. Es gibt aber auch einzelne Typen von
Wetterlagen, die eine signifikant längere Andauer haben können.
77
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
Vergleicht man alle vier Stationen miteinander, so findet man einige SOM-Klassen, in denen
bei keiner Station im 3-Tages-Zeitraum Niederschläge zu finden sind bzw. der Niederschlag
nur sehr gering ist. Da jede SOM-Klasse eine typische Struktur des Geopotentials aufweist
und die Klassen nach Hess und Brezowsky in Wetterlagen unterteilt wurden, werden nun die
niederschlagsfreien Klassen mit der Klassifizierung nach Hess und Brezowsky in Verbindung
gebracht.
In der Regel kann man bei zyklonaler Strömung und daraus resultierender Hebung
Niederschläge erwarten. Umgekehrt herrscht bei antizyklonaler Strömung eher
großräumiges Absinken der Luft, so dass Niederschläge selten auftreten.
Insgesamt sind es nur 3 von 20 Klassen, die keinen Niederschlag an allen Stationen
verzeichnen. Dazu gehören die SOM-Klassen 6, 7 und 17. Diese drei Klassen wurden in
Kap. 5.2 als antizyklonale Wetterlagen eingestuft. Wie in Abb. 44 zu sehen ist, zeigen vor
allem 7 und 17 eine ausgeprägte antizyklonale Strömung. In Klasse 6 hat die Wetterlage
über Mitteleuropa zwar eher zyklonalen Charakter, Niederschlag hat sie an dem
repräsentativen Tag aber nur in Norddeutschland gebracht, während der Süden
Deutschlands sich im Einflussbereichs eines Hochdruckkeils über Westeuropa befand
(Wehry, 2002).
Für jede der vier Stationen wurde auch die durchschnittliche Niederschlagsmenge der 20
SOM-Klassen ermittelt. Im Gegensatz zu der vorigen Betrachtung sollen nun besonders
niederschlagsreiche SOM-Klassen an den Stationen gesucht werden.
Als Definition für eine niederschlagsreiche SOM-Klasse wurde die Überschreitung des
zweifachen Mittelwerts aller Klassen im repräsentativen 3-Tages-Zeitraum an einer Station
gewählt. Daraus ergab sich ein Schwellenwert für Karlsruhe von 5 mm, für Würzburg von 7
mm und für Freudenstadt und Michelstadt von 10 mm. Davon fanden sich für Freudenstadt 3
Klassen, für Karlsruhe und Michelstadt 4 und für Würzburg 5 Klassen, bei denen dieser Wert
überschritten wurde. Man stellt dabei fest, dass man nur die SOM-Klasse 20 bei allen
Stationen findet. Insgesamt waren die Klassen 4, 5, 9, 13, 14, 15, 19 und 20 an den
Stationen vertreten. Alle diese SOM-Klassen haben die gleiche Eigenschaft, dass sie eine
typische zyklonale Struktur haben. Darunter sind auch drei der vier identifizierten reinen
Westlagen in der obigen Auflistung zu finden.
Zusammenfassend lässt sich also ein Zusammenhang zwischen den SOM-Klassen ohne
Niederschlag und antizyklonalen Wetterlagen feststellen. Ebenso deutlich zeigt sich, dass
bei niederschlagsreichen Klassen das Grundmuster der Wetterlage immer zyklonal ist.
In den Grafiken der Abb. 60 werden alle Jahressummen des Gesamtniederschlags von 12
Stationen dargestellt. Insgesamt erkennt man in allen Grafiken eine deutliche
Unterschätzung des Jahresniederschlags mit Ausnahme weniger Stationen. Einheitlich sind
ebenfalls leicht bessere Resultate der Methode mit einem 3-Tages-Zeitraum. Von allen vier
Varianten schneidet das SOM-Verfahren mit normiertem Geopotential (Gp) am besten ab.
78
2500
2500
2000
2000
SOM: Nd in mm
SOM: Nd in mm
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
1500
1000
500
0
1500
1000
500
0
0
500
1000
1500
2000
2500
0
500
CLM 7km : Nd in m m
1500
2000
2500
CLM 7km : Nd in m m
SOM gpspn 3 Tage
SOM gpsp 1Tag
2500
2500
2000
2000
SOM: Nd in mm
SOM: Nd in mm
SOM gpspn 1Tag
1000
1500
1000
500
0
SOM gpsp 3 Tage
1500
1000
500
0
0
500
1000
1500
2000
2500
0
500
CLM 7km : Nd in m m
SOM gpn 1Tag
1000
1500
2000
2500
CLM 7km : Nd in m m
SOM gpn 3 Tage
SOM gp 1Tag
SOM gp 3 Tage
Abb. 60: Vergleich des kontinuierlichen CLM 7km-Lauf mit SOM-Daten. Auf der x-Achse sind
die Daten des CLM7km aufgetragen, auf der y-Achse zum einen die Ergebnisse des SOMVerfahrens mit einem Tag und zum anderen die Ergebnisse des SOM-Verfahrens mit einem 3Tages-Zeitraum. Jede Grafik zeigt eine andere SOM-Variante GpSpn, GpSp, Gpn und Gp.
Freiburg
Michelstadt
Gießen
Frankfurt
Kl. Feldberg
Würzburg
Karlsruhe
Ulm
Stuttgart
Freudenstadt
Konstanz
Kempten
1177.0
953.6
703.1
753.4
1055.1
613.4
873.1
846.0
814.1
2127.8
895.7
1418.0
2457.9
681.2
444.9
379.6
535.9
605.7
553.0
702.1
971.2
603.5
695.7
1648.1
SOM1Tag
GpSpn
1842.5
485.1
411.0
124.8
217.8
201.9
361.3
495.5
868.5
1005.3
354.7
405.7
Mittelwert:
1031.3
851.3
575.5
Station
Messungen CLM 7km
SOM3Tage
GpSpn
2176.9
610.5
523.3
320.2
235.9
430.4
292.2
584.3
806.7
649.0
622.4
1455.9
728.2
Tab. 15: Vergleich der Ergebnisse des Jahresniederschlags 2001 in mm von Messungen,
Modelllauf mit 7km-Auflösung und SOM-Verfahren mit GpSpn
79
Kapitel 5 Statistisch-dynamische Simulationen mit 7km-Auflösung
In Tab. 15 sind für die SOM-Variante mit normiertem Geopotential und Bodendruck (GpSpn)
die einzelnen Werte explizit angegeben. Als Referenz sind die Beobachtungen an den
einzelnen Stationen und die Werte der kontinuierlichen Simulation mit 7km-Auflösung
dargestellt. Vergleicht man nun die Ergebnisse des SOM-Verfahrens miteinander, so stellt
man fest, dass bei der Mehrzahl der Stationen die Rechnung mit einem 3-Tages-Zeitraum
eine Erhöhung der Niederschlagswerte ergibt. In den meisten Fällen bedeutet das eine
Verbesserung der Ergebnisse.
Bei der Station Freiburg liegt der Wert bei SOM3Tage zwar höher als bei SOM1Tag, doch
das bedeutet in diesem Fall eine Verschlechterung, da insgesamt das Modell einen deutlich
zu hohen Jahresniederschlag simuliert. An den Stationen Karlsruhe, Stuttgart und
Freudenstadt tritt dagegen mit der Einbeziehung der umgebenden Tage eine
Verschlechterung auf, besonders bei Freudenstadt. Unter Berücksichtigung von Abb. 59 wird
deutlich, dass der extrem hohe Niederschlag in Klasse 20 dazu führt, dass durch diesen
einen Tag das Ergebnis sehr stark beeinflusst wird, wobei der Einfluss bei SOM1Tag noch
stärker ist. Dadurch ist das Ergebnis mit den beiden SOM-Verfahren besser als es mit dem
CLM7km errechnet wird, was sonst außerdem nur mit dem SOM3Tage an der Station
Gießen erreicht wird.
Im Allgemeinen ergibt die Einbeziehung des vorherigen und des nachfolgenden Tages bei
dem Referenztag einer SOM-Klasse eine Verbesserung der Resultate. Dies zeigt sich
sowohl bei allen Schaubildern in Abb. 60 für alle vier SOM-Varianten, wie auch bei den
Einzelwerten in Tab. 15 für die SOM-Klasse GpSpn. Dabei können je nach Station einzelne
Klassen einen entscheidenden Einfluss auf das Gesamtergebnis nehmen, wie im Extremfall
bei Freudenstadt. Trotzdem werden auch mit diesen Methoden die Referenzwerte der
kontinuierlichen Simulation nicht erreicht.
80
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
6. CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
6.1 Vorbemerkungen
Nach der Darstellung der Simulationsergebnisse mit 7km-Auflösung für das ganze Jahr 2001
sollte nun zum Vergleich eine Rechnung mit einer feineren Auflösung durchgeführt werden.
Es hatte sich gezeigt, dass infolge der groben Auflösung von 7 km die Orographie nicht
differenziert genug wiedergegeben werden kann und sich dadurch Fehler in den
Ergebnissen von Temperatur, Feuchte, Windgeschwindigkeit und den anderen Klimagrößen
ergeben können. Auch können kleinräumige Phänomene wie lokale Windsysteme oder
Konvektionszellen durch das bisher genutzte Gitter nicht ausreichend erfasst werden.
Mit einer Auflösung von 2,8 km bewegt man sich im Grenzbereich zwischen Mesoscale und
Mikroscale und damit in dem meteorologischen Bereich, in dem auch kleinere konvektive
Zellen aufgelöst werden können. Ein großer Unterschied in den Parametereinstellungen des
CLM liegt deshalb darin, dass diesmal die Konvektionsparametrisierung nicht benutzt wird
und das Modell diese Prozesse direkt simulieren soll. Mit einer höheren Auflösung ergeben
sich wesentlich mehr Gitterpunkte auf einem Gebiet. Um die Rechenzeit nicht stark zu
verlängern, wurde das Gebiet verkleinert und der Zeitraum wurde von einem Jahr auf 6
Monate verkürzt. In Tab. 16 sind alle Änderungen der Parameter aufgelistet.
Parameter
Gebietsgröße
Auflösung
Zeitraum
Zeitschritt
Anzahl Prozessoren
Rechendauer
Simulationsstunden
pro Rechenstunde
Turb.parametr.
Konv.parametr.
CLM 7km
45 x 65 = 2925 Gitterpunkte
47.0° N – 51.0° N
7.0° O – 11.0° O
0.0625°
01.12.2000 – 31.01.2002
14 Monate = 10242 h
40 s
4
51 h
201 h
CLM 2,8km
110 x 120 = 10890 Gitterpunkte
47.0° N – 50.0° N
6.5° O – 10.5° O
0.025°
01.04.2001 – 31.09.2001
6 Monate = 3696 h
15 s
4
253 h
15 h
an
an
an
aus
Tab. 16: Vergleich von Parametern der Modellläufe mit dem CLM
81
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
6.2 Analyse der Ergebnisse für 2,8km-Modelllauf
6.2.1 Darstellung der Orographie
Insgesamt umfasst das neue Gebiet jetzt 13200 Gitterpunkte. In Abb. 61 sind zur
Unterscheidung beide Gebiete farbig abgegrenzt dargestellt. Man erkennt, dass auch die
Grenzen etwas verschoben wurden. Der südliche Rand wurde bei 47 ° N belassen, aber da
das ganze Oberrheintal integriert sein sollte, wurde der westliche Rand nun bei 6,5 ° O
festgelegt und gleichzeitig der östliche Rand weiter westlich verschoben bis 10,5 ° O. Im
Norden wurde die Grenze des Gebiets auf 50 ° N in de r Nähe von Frankfurt festgelegt.
Abb. 61: Darstellung der Simulationsgebiete; blau: Gebiet des 7km-Laufs, rot: Gebiet des
2,8km-Laufs
82
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
Abb. 62: Darstellung der Orographie, links CLM-Ausgabewerte mit 2,8km Auflösung, rechts
Daten der NOAA mit 1km Auflösung (NOAA, 2005)
Abb. 63: links: Differenz der Orographie von CLM 2,8km – NOAA-Daten 1.0km Auflösung
(NOAA, 2005); rechts: Differenz der Orographie von CLM7km – CLM2,8km
In Abb. 63 werden auf der linken Seite die beiden genannten Quellen miteinander verglichen,
indem die Differenz von beiden Datenquellen gebildet wurde. In der rechten Grafik sind die
Differenzen der zwei verschiedenen Modellauflösungen gezeigt. Es zeigt sich in beiden
Grafiken, dass vor allem im Bereich der Vogesen und bei Teilen des Schwarzwaldes und
des Pfälzer Waldes deutliche Unterschiede auftreten. Besonders stark sind die Unterschiede
in den Alpen. Ursache dafür sind in allen Fällen die relativ großen Höhengradienten, die im
Bereich der Mittelgebirge und in den Alpen auftreten und vom Modell mit gröberer Auflösung
nicht wiedergegeben werden können.
Wie schon in Kap. 4.2 werden in den nächsten beiden Grafiken in Abb. 64 die Bodentypen
und der Pflanzenbedeckungsgrad dargestellt, diesmal aber bei einer Auflösung von 2,8km.
Auch hier handelt es sich um die konstanten Felder beider Größen. Aufgrund der höheren
Auflösung werden die Strukturen sowohl bei den Bodentypen als auch bei der
Pflanzenbedeckung feiner dargestellt. Zum Beispiel wird der Bodensee in beiden Grafiken
deutlich detaillierter dargestellt. Außerdem werden auch einige Schweizer Seen klarer
aufgelöst. Auch die Struktur des Pflanzenbedeckungsgrades wird differenzierter
83
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
nachgebildet mit hoher Pflanzenbedeckung im Schwarzwald, den Vogesen und in den Alpen
und niedriger Bedeckung in den Niederungen. Mittlere Werte bis 70 % finden sich vor allem
im Alpenvorland, in der Schwarzwald-Baar-Region und in der Hohenlohe, sowie in der
Schweiz.
Abb. 64: links: Bodenarten, rechts: Pflanzenbedeckungsgrad in Prozent
Da nur ein Zeitraum von 6 Monaten simuliert wurde, war es nicht möglich Jahresmittelwerte
der einzelnen Klimagrößen zu berechnen. Daher sollen für die Grafiken des ganzen
Simulationsgebiets zwei Monate des Zeitraums herausgegriffen werden und diese diskutiert
werden. Ausgewählt wurden der April und der Juli, d.h. jeweils ein Frühlingsmonat und ein
Sommermonat. In den Diagrammen der ausgewählten Stationen können in diesem Kapitel
neben den bisherigen Vergleichen zwischen Modelllauf und Messungen auch die beiden
verschiedenen Modellläufe mit 7km- und mit 2,8km-Auflösung miteinander verglichen
werden.
Zunächst werden auf den nächsten Seiten die Ergebnisse für die 2m-Temperatur dargestellt
und diskutiert.
6.2.2 2m-Temperatur
Im April hat das Rheintal fast einheitlich eine Mitteltemperatur zwischen 8 und 10° (Abb. 66
rechts). Diese Temperaturen findet man im Juli nur in den Hochlagen der Allgäuer Alpen,
während im Rheintal Temperaturen um 21 - 23° C herr schen. Der Bodensee tritt im Juli
kühlend in Erscheinung. Während im weiteren Umland die Mitteltemperaturen zwischen 18
und 21° liegen, sind es am Bodensee direkt nur 17 - 18 ° C (Abb. 67 rechts). Im April ist der
Effekt umgekehrt, dort wirkt der See wärmend auf die Umgebung. Direkt am See liegen die
Temperaturen über 8,0° C, im weiteren Umland dagege n unter 8,0° C.
Vergleicht man nun die beiden Modellläufe, so findet man in Abb. 65 Differenzen im
Schwarzwaldgebiet hauptsächlich am Westrand, wobei die Differenzen im Juli größer sind.
Positive Differenzen bedeuten, dass der 7km-Lauf höhere Temperaturen simuliert. Deutliche
Unterschiede treten auch im Alpenraum auf mit positiven Differenzen in den Hochlagen und
negativen Differenzen in den Tälern. Der schon angesprochene Bodenseeeffekt wird vom
84
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
7km-Lauf nicht so deutlich wiedergegeben, da hier vor allem im Juli positive Differenzen von
über 1,0 K auftreten. Im April ist der Unterschied dagegen fast nicht zu erkennen. Im Juli sind
insgesamt vor allem in Württemberg verbreitet größere Differenzen zu finden mit teilweise
bis zu 2,0 K, während im April beide Modelläufe im selben Gebiet nur wenig differierende
Temperaturen simulieren.
Abb. 65: Differenzen der 2m-Temperatur CLM 7km – CLM 2,8km. Rot bedeutet CLM 7km
wärmer, blau: CLM 2,8km wärmer. Links: April 2001, rechts: Juli 2001
Abb. 66: Monatsmittel für die 2m-Temperatur April 2001, links: Interpolierte DWDStationsbeobachtungen (DWD, 2005), rechts: Modellergebnisse des CLM 2,8km
85
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
Abb. 67: Monatsmittel für die 2m-Temperatur Juli 2001, links: Interpolierte DWDStationsbeobachtungen (DWD, 2005), rechts: Modellergebnisse des CLM 2,8km
Beim Vergleich der Monatsmittel der 2m-Temperatur im Simulationsgebiet im April 2001
zeigt sich, dass die Modelltemperaturen des CLM mit 2,8km-Auflösung im Mittel zu kalt sind
(Abb. 66). Im Rheintal findet man in der linken Grafik Temperaturen über 10 ° C, während die
CLM-Werte im selben Gebiet die 10 ° C nicht überschreit en. Ansonsten bewegen sich die
Temperaturen des CLM in Abb. 66 rechts zwischen 4 und 8 ° C, im Bergland auch teilweise
bis an die 0 ° C. Dagegen liegen die Temperaturen in der interpolierten Karte der DWDStationen nur im Bergland unter 8 ° C, im Hochschwarzw ald auch unter 4 ° C. Insgesamt
findet man beim April-Vergleich also eine Unterschätzung der Temperaturen durch das CLM.
Im Juli liegen die Temperaturen beim CLM allgemein etwas höher als aus den Messungen
hervorgeht. Großflächig beträgt die Differenz aber nicht mehr als etwa 2 K. Nur im mittleren
Oberrheintal ist die Differenz größer.
86
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
25
Temperatur in °C
Temperatur in °C
20
15
10
5
20
15
10
0
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
5
0
Sep
Apr
Mai
Monate
CLM 7km
Jul
Aug
Sep
Monate
Messung
CLM 2.8km
A
CLM 7km
Messung
CLM 2.8km
25
25
20
20
Temperatur in °C
Temperatur in °C
B
15
10
5
15
10
5
0
0
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Apr
Sep
Mai
Monate
CLM 7km
C
Jun
Messung
Jun
Jul
Aug
Sep
Monate
CLM 7km
CLM 2.8km
Messung
CLM 2.8km
D
Abb. 68: Monatsmittel der 2m-Temperatur für April bis September 2001 für A) Freudenstadt, B)
Karlsruhe, C) Michelstadt, D) Würzburg
Die Ergebnisse des 2,8km-Laufs für die Monatsmittel der 2m-Temperatur zeigen an den
beiden Stationen Michelstadt und Würzburg mit 0,7 bzw. 2,0 K im Mittel größere Differenzen
als das CLM mit 7km-Auflösung und liegen in beiden Fällen zu hoch (Abb. 68 C und D). An
der Station Karlsruhe ergibt sich dagegen ein uneinheitliches Bild. Der April wird mit seiner
Mitteltemperatur vom CLM 2,8km deutlich besser wiedergegeben als vom 7km-Lauf.
Allerdings ist die Differenz des September-Werts zum Messwert beim CLM 2,8km größer als
beim 7km-Lauf. Für die Sommermonate liegen beide Modellvarianten um etwa 1,0 – 1,5 K zu
hoch, wobei der 2,8km-Lauf etwas besser abschneidet (Abb. 68 B). An der Station
Freudenstadt simuliert der 2,8km-Lauf vor allem im Sommer eher zu tiefe Temperaturen bis
zu etwa 1,0 K, während der 7km-Lauf eher um bis zu 1,0 K zu hoch liegt (Abb. 68 A).
In Abb. 69 und Abb. 70 erkennt man, dass die Punkte meistens sehr nah an der
Winkelhalbierenden liegen. Nur an der Station Würzburg zeigt sich eine größere Steigung
der Trendlinie für den 2,8km-Lauf, so dass bei höheren Temperaturen die Abweichungen
größer werden.
87
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
2m-Temperatur 2m-Temperatur 2m-Temperatur
Differenz
Differenz
Messungen
CLM 2,8km
CLM 7km
Messung-CLM2,8 Messung-CLM7
Aalen
13.9
15.3
12.1
-1.4
1.8
Freiburg
15.8
16.8
13.3
-1.0
2.6
Freudenstadt
11.7
11.1
12.3
0.5
-0.6
Heilbronn
16.1
17.4
15.5
-1.2
0.6
Michelstadt
15.3
16.0
14.9
-0.7
0.4
Tuttlingen
13.7
13.2
13.3
0.5
0.4
Ulm
15.1
14.2
14.9
0.9
0.3
Viernheim
16.9
18.1
16.4
-1.2
0.5
Karlsruhe
16.5
17.1
16.6
-0.7
-0.1
Kempten
12.9
15.7
12.0
-2.8
0.9
Konstanz
15.3
15.7
16.3
-0.4
-1.0
Stuttgart
14.9
13.9
15.3
1.0
-0.4
Würzburg
15.2
17.2
15.8
-2.0
-0.6
mittl. abs. Differenz:
Mittel:
14.9
15.5
14.5
1.1
0.8
Station
Tab. 17: Übersicht der 6-monatigen Mittelwerte der 2m-Temperatur von April bis September
2001 in ° Celsius
Insgesamt stellt man fest, dass das CLM mit 7km-Auflösung leicht zu kalt ist, während es mit
2,8km-Auflösung eher zu warm ist. Die erhoffte Verbesserung mit höherer Auflösung tritt
nicht ein, sondern sogar im Mittel eine leichte Verschlechterung. Dies kann man am Mittel
der Stationswerte und an der mittleren absoluten Differenz ablesen. Diese liegt für den
2,8km-Lauf bei 1,1 K, für den 7km-Lauf nur bei 0,8 K.
T2m Monatsm ittel Datenreihenvergleich
Karlsruhe
25
20
Modell: Temperatur in
°C
Modell: Temperatur in
°C
T2m Monatsm ittel Datenreihenvergleich
Freudenstadt
15
10
5
0
0
5
10
15
Beobachtung: Tem peratur in °C
CLM 7km
20
20
15
10
5
0
0
5
10
CLM 2.8km
CLM 7km
Abb. 69: Streudiagramme der 2m-Temperatur April bis September 2001
88
15
20
Beobachtung: Tem peratur in °C
CLM 2.8km
25
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
T2m Monatsm ittel Datenreihenvergleich
Würzburg
T2m Monatsm ittel Datenreihenvergleich
Michelstadt
Modell: Temperatur in
°C
Modell: Temperatur in °C
25
20
15
10
5
0
-5
-5
0
5
10
15
20
25
Beobachtung: Tem peratur in °C
CLM 7km
CLM 2.8km
25
20
15
10
5
0
0
5
10
15
20
25
Beobachtung: Tem peratur in °C
CLM 7km
CLM 2.8km
Abb. 70: Streudiagramme der 2m-Temperatur April bis September 2001
6.2.3 2m-Taupunktstemperatur Td
Während im April die höchsten Taupunktstemperaturen bei 7° C liegen, sind sie im Juli – von
Randeffekten abgesehen – um einiges höher bei 15° C. I n der April-Grafik erkennt man die
höchsten Taupunkte im Rheintal bei Karlsruhe und Kehl, sowie am Bodensee, was
wiederum auf den Bodensee als Wasserfläche und damit als Wasserdampfquelle
zurückzuführen ist (Abb. 71 links). Die niedrigsten Taupunkte findet man erwartungsgemäß
in den Alpen und in den Mittelgebirgen wie zum Beispiel auch im Schweizer Jura. Im
Sommermonat Juli findet man die höchsten Werte am Rhein um die Station Weil am Rhein
und bei Freiburg, im Neckartal bei Stuttgart, sowie im Alpenrheintal (Abb. 71 rechts).
Auffallend ist, dass nicht direkt am Bodensee hohe Werte auftreten, sondern etwas weiter
nördlich. Der Einfluss der antreibenden Randwerte zeigt sich im Sommer wesentlicher
stärker als im Frühjahr und verursacht zu hohe Werte vor allem im Bereich des südlichen
Elsass. Dort sind auch die höchsten Differenzen zwischen den beiden Modellauflösungen zu
verzeichnen (Abb. 72). Im April gibt es fast keine nennenswerten Unterschiede zwischen
CLM 7km und CLM 2,8km. Im Juli sind fast nur positive Differenzen zu sehen, d.h. das CLM
7km simuliert um etwa 3,0 K höhere Taupunkte.
89
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
Abb. 71: Taupunktstemperatur, linke Grafik: April 2001, rechte Grafik: Juli 2001
Abb. 72: Differenzen Taupunktstemperatur CLM 7km – CLM 2,8km links: April 2001, rechts: Juli
2001
An der Station Freudenstadt (Abb. 73 A) liegen die gemessenen Taupunktstemperaturen
unter den Ergebnissen der beiden Modellvarianten. Jedoch liefert der 2,8km-Lauf mit
Abweichungen bis maximal 2,0 K bessere Ergebnisse als der 7km-Lauf. Bei der Station
Karlsruhe ist es umgekehrt (Abb. 73 B): Beide Simulationen berechnen zu hohe
Taupunktstemperaturen und im Streudiagramm liegen die Punkte über der
Winkelhalbierenden (Abb. 74 B). Der 7km-Lauf simuliert zwar die besseren Werte, hat aber
trotzdem teilweise 2,0 K Differenz zu den Messwerten.
An den Stationen Michelstadt und Würzburg sind die Abweichungen der beiden
Modellvarianten von den Messwerten insgesamt geringer mit maximal 1,0 – 1,5 K (Abb. 73 C
und D). Nur der April-Wert wird bei beiden Stationen vor allem vom CLM 2,8km mit etwa 2,0
K deutlich zu hoch simuliert, wie auch im Streudiagramm gut zu erkennen ist (Abb. 74 C und
D).
90
Taupunktstemperatur in °C
Taupunktstemperatur in °C
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
14
12
10
8
6
4
2
0
A pr
M ai
Jun
CLM 7km
Jul
M essung
A ug
Sep
16
14
12
10
8
6
4
2
0
Apr
CLM 2.8km
Mai
CLM 7km
A
Jun
Jul
Messung
Aug
Sep
CLM 2.8km
Taupunktstemperatur in °C
Taupunktstemperatur in °C
B
16
14
12
10
8
6
4
2
0
Apr
Mai
Jun
CLM 7km
Jul
M essung
Aug
Sep
16
14
12
10
8
6
4
2
0
Apr
Mai
CLM 7km
CLM 2.8km
Jun
Jul
Messung
Aug
Sep
CLM 2.8km
D
C
Abb. 73: Monatsmittel der Taupunktstemperatur für April bis September 2001, A) Freudenstadt,
B) Karlsruhe, C) Michelstadt, D) Würzburg
Station
Messung
CLM 7km
Aalen
Freiburg
Freudenstadt
Heilbronn
Michelstadt
Tuttlingen
Ulm
Viernheim
Karlsruhe
Kempten
Konstanz
Stuttgart
Würzburg
6.9
9.4
6.6
9.0
9.6
6.9
8.0
9.8
11.4
8.8
10.6
9.8
9.8
10.0
11.7
8.8
11.3
9.7
8.4
10.2
10.7
10.6
9.4
10.7
10.7
10.6
Mittelwerte
9.0
10.2
Differenz CLM7kmMessung
3.1
2.4
2.2
2.3
0.2
1.5
2.2
0.9
-0.8
0.6
0.1
0.9
0.8
abs. mittl. Differenz:
1.4
CLM
2,8km
9.6
10.5
8.2
11.3
9.4
8.5
9.1
7.3
10.0
9.3
10.5
9.3
10.3
9.5
Differenz CLM2,8kmMessungen
2.7
1.1
1.6
2.3
-0.2
1.6
1.0
-2.5
-1.4
0.5
-0.1
-0.5
0.5
abs. mittl. Differenz:
1.2
Tab. 18: Übersicht der 6-monatigen Mittelwerte der Taupunktstemperatur von April bis
September 2001 in ° Celsius
91
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
16
14
Modell: Taupunkt in °C
Modell: Taupunkt in °C
Wie bei den Ergebnissen des 7km-Laufs, so werden auch beim 2,8km-Modelllauf im Mittel
die Taupunktstemperaturen überschätzt (Tab. 18). Nur an den Stationen Viernheim und
Karlsruhe ist die Differenz negativ. Allerdings kann man insgesamt eine leichte
Verbesserung durch die höhere Auflösung feststellen. Der Mittelwert aus allen Stationen liegt
mit 9,5° C näher an den im Mittel gemessenen 9,0° C. Auch die absolute mittlere Differenz
ist etwas geringer. Dennoch findet man auch bei der 2,8km-Auflösung an einzelnen
Stationen größere Differenzen wie zum Beispiel an der Station Viernheim, wo die
Taupunktstemperatur mit einer Differenz von –2,5 K deutlich unterschätzt wird und an der
Station Aalen, bei der die Differenz +2,7 K beträgt.
12
10
8
6
4
2
0
14
12
10
8
6
4
2
0
0
2
4
6
8
10
12
0
M e s s unge n: T a upunk t in °C
CLM 7km
2
4
6
8
10
12
14
16
14
16
Messungen: Taupunkt in °C
CLM 2.8km
CLM 7km
CLM 2.8km
A
B
16
16
Modell: Taupunkt in °C
Modell: Taupunkt in °C
14
12
10
8
6
4
2
0
-4
-2 -2 0
2
4
6
8
10
12
14
16
12
10
8
6
4
2
0
0
-4
CLM 7km
2
4
6
8
10
12
M e s s unge n: T a upunk t in °C
M e s s unge n: T a upunk t in °C
C
14
CLM 2.8km
CLM 7km
CLM 2.8km
D
Abb. 74: Streudiagramme der Taupunktstemperatur für April bis September 2001, A)
Freudenstadt, B) Karlsruhe, C) Michelstadt, D) Würzburg
92
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
6.2.4 10m-Windgeschwindigkeit
Durch die Änderung der Grenzen des Simulationsgebiets sind in den Grafiken nun die
Vogesen ganz enthalten. Da zumindest der südliche Teil der Vogesen ähnlich hoch ist wie
der Schwarzwald, werden die Vogesen besonders bei der Betrachtung der
Windgeschwindigkeiten interessant. So zeigen sich auch dort im April die höchsten
Windgeschwindigkeiten des ganzen Simulationsgebiets mit über 4,6 m/s im Monatsmittel.
Deutlich geringere Geschwindigkeiten werden für den Schwarzwald, wie auch für die
anderen Mittelgebirge simuliert.
Wie schon für die Temperatur und die Feuchte wirkt sich auch bei der Windgeschwindigkeit
der Bodensee besonders aus. Deutlich erhöhte Geschwindigkeiten im Vergleich zum
Umland werden auf dem Gebiet des Sees simuliert mit bis zu 4,0 m/s. Im Juli ist dieser Effekt
aber nicht zu erkennen. Die Werte sind in diesem Monat am Bodensee sogar das Minimum
der ganzen Abbildung. Nicht vollständig erklärbar ist, warum für ein großes Gebiet relativ
hohe Geschwindigkeiten simuliert werden, ohne einen erkennbaren Bezug zur Orographie.
Möglicherweise wirken sich die Randwerte des GME stark aus.
Abb. 75: Simulierte Windgeschwindigkeit, linke Grafik: April 2001, rechte Grafik: Juli 2001
Es werden im Folgenden die Differenzen zwischen dem Modelllauf mit 7km und mit 2,8km
für die Monate April und Juli gezeigt (Abb. 76). Es zeigt sich, dass vor allem in den Gebieten
im Rheingraben und in einzelnen kleinräumigen Gebieten im Schwarzwald und auf der
Schwäbischen Alb das CLM 7km höhere Windgeschwindigkeiten simuliert als das CLM
2,8km. Im Bereich des nördlichen Rheintals und im Odenwald sowie in Oberschwaben und
am Bodensee simuliert das CLM 2,8km höhere Windgeschwindigkeiten. Doch bewegen sich
die Differenzen nur in einen Bereich von –1,5 bis +1,0 m/s. In der Grafik für den Juli 2001
sind ähnliche Strukturen zu erkennen wie in der linken Grafik für den April 2001. Diesmal
sind jedoch größere Gebiete mit positiven Differenzen, also mit höheren Werten von Seiten
der 7km-Auflösung zu erkennen. Sie erstrecken sich im Rheintal weiter nach Norden bis zum
Odenwald. Größere Differenzen bis zu 1,0 m/s findet man vor allem in Tälern des
Schwarzwaldes. Aber auch am Bodensee findet man positive Differenzen, im Gegensatz
zum April-Schaubild.
93
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
Abb. 76: Differenzen Windgeschwindigkeit CLM 7km – CLM 2,8km links: April 2001, rechts: Juli
2001
Die monatlichen mittleren Windgeschwindigkeiten werden bei beiden Modellläufen an allen
Stationen systematisch überschätzt (Abb. 77, Abb. 78). Das CLM 2,8km liegt an den
Stationen Freudenstadt und Tuttlingen um durchschnittlich etwa 0,3 m/s näher an den
gemessenen Werten als das CLM 7km, wobei an der Station Tuttlingen die höchsten
Differenzen bis maximal 2,0 m/s auftreten. Für Michelstadt ergeben sich bei den
Ergebnissen beider Modellvarianten Differenzen von 0,5 bis 1,3 m/s, während an der Station
Freiburg das CLM 7km für die Sommermonate geringere Differenzen simuliert, für April, Mai
und September aber weniger gute Ergebnisse liefert. Verdeutlicht wird das auch an Abb. 79.
In den Schaubildern für Freudenstadt und Tuttlingen liegen die Werte für das CLM 2,8km
grundsätzlich näher an der Winkelhalbierenden. Anders sieht es in den Schaubildern für
Freiburg und Michelstadt aus. Dort erkennt man eine Punktwolke bestehend aus beiden
Reihen, mit einigem Abstand zur Winkelhalbierenden.
2
1
0
A pr
M ai
CLM 7km
Jun
Jul
M essung
A ug
Sep
CLM 2.8km
Windgeschwindigkeit in m/s
Windgeschwindigkeit in m/s
3
5
4
3
2
1
0
Apr
M ai
CLM 7km
Jun
Jul
M essung
A ug
Sep
CLM 2.8km
Abb. 77: Monatsmittel des 10m-Windes April bis September für links: Freiburg, rechts:
Freudenstadt
94
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
Windgeschwindigkeit in m/s
Windgeschwindigkeit in m/s
4
3
2
1
4
3
2
1
0
0
A pr
M ai
Jun
CLM 7km
Jul
M essung
A ug
Apr
Sep
M ai
Jun
CLM 7km
CLM 2.8km
Jul
M essung
A ug
Sep
CLM 2.8km
3
Modell: Windgeschw . in
m /s
Modell: Windgeschw. in m/s
Abb. 78: Monatsmittel des 10m-Windes April bis September für links: Michelstadt, rechts:
Tuttlingen
2
5
4
3
2
1
0
0
1
1
2
3
1
2
3
4
Messungen: Windgeschw . in m /s
Messungen: Windgeschw . in m /s
CLM 7km
CLM 2.8km
4
CLM 2.8km
4
Modell: Windgeschw. in
m/s
Modell: Windgeschw. in m/s
CLM 7km
3
2
1
0
0
1
2
3
Messungen: Windgeschw . in m /s
CLM 7km
CLM 2.8km
4
3
2
1
0
0
1
2
3
4
Messungen: Windgeschw . in m /s
CLM 7km
CLM 2.8km
Abb. 79: Streudiagramm des 10m-Windes für A) Freiburg, B) Freudenstadt, C) Michelstadt, D)
Tuttlingen
95
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
Windgeschwindigkeit in m/s
4
4
3
3
2
2
1
1
CLM 7km
Messung
Viernheim
Ulm
Tuttlingen
Michelstadt
Kehl
Heilbronn
Freudenstadt
Freiburg
Aalen
0
CLM 2.8km
Abb. 80: Sechsmonatiges Mittel der Windgeschwindigkeit 2001 April bis September
Station
Messung
CLM 7km
CLM 2,8km
Aalen
Freiburg
Freudenstadt
Heilbronn
Kehl
Michelstadt
Tuttlingen
Ulm
Viernheim
1.60
1.92
1.99
1.55
1.48
2.20
1.49
1.09
2.77
3.46
2.62
3.40
3.06
3.30
3.43
3.14
3.09
2.84
3.36
2.58
3.05
2.98
2.77
3.07
2.70
3.34
2.86
Mittelwerte
1.79
3.15
2.97
Differenz
Differenz
CLM7km-Messung CLM2,8km-Messungen
1.86
1.76
0.70
0.67
1.41
1.06
1.51
1.43
1.82
1.30
1.23
0.87
1.64
1.20
2.00
2.24
0.07
0.09
1.36
1.18
Tab. 19: Übersicht der 6-monatigen Mittelwerte der Windgeschwindigkeit von April bis
September 2001 in m/s
Die mittleren Windgeschwindigkeiten von April bis September 2001 werden von beiden
Modellvarianten fast durchgängig deutlich überschätzt (Abb. 80, Tab. 19). Nur Viernheim
wird recht genau nachsimuliert. Aus der Tabelle geht hervor, dass die höhere Auflösung
zwar leicht bessere Ergebnisse an den Stationen liefert, aber dennoch der Fehler insgesamt
viel zu hoch ist. Im Mittel beträgt die Differenz beim CLM 7km 1,36 m/s, während das CLM
2,8km mit 1,18 m/s etwas besser ist. Dieser Unterschied ist allerdings so geringfügig, dass
man nicht von einer wirklichen Verbesserung der Ergebnisse mit einer Erhöhung der
Auflösung sprechen kann.
96
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
6.2.5 Gesamtniederschlag und Verdunstung
Im April sind besonders der Westrand des Schwarzwaldes, der Schwäbischen Alb und der
Allgäuer Alpen hervorgehoben (Abb. 81 rechts). Dort werden teilweise Summen von über
300 mm im April simuliert. Im Juli werden maximal etwa 100 mm im Juli erreicht, in den
Alpen auch teilweise etwas mehr (Abb. 82 rechts). Ansonsten bewegen sich die Summen in
den Tallagen und den Ebenen zwischen 20 und 100 mm im April und 20 bis 50 mm im Juli.
Im Juli findet man im Bereich des Odenwaldes und Kraichgaus leicht höhere
Niederschlagssummen bis etwa 70 mm.
Abb. 81: Niederschlagssummen im April 2001, links: Interpolierte Karte aus Stationsmeldungen
(DWD, 2005), rechts: Ergebnisse des 2,8km-CLM-Laufs
Abb. 82: Niederschlagssummen im Juli 2001, links: Interpolierte Karte aus
Stationsmeldungen (DWD, 2005), rechts: Ergebnisse des 2,8km-CLM-Laufs
97
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
In Abb. 81 links ist zum Vergleich ein Ausschnitt der Klimakarte aus dem Klimakartenarchiv
des DWD (DWD, 2005) für den April dargestellt. Man erkennt bei einem Vergleich beider
Karten in Abb. 81 zumindest ähnliche Strukturen in den Isolinien der Niederschlagssummen.
Allerdings fehlen die Gebiete in der Pfalz mit höheren Niederschlägen aus der linken Grafik
bei den Modellergebnissen. Insgesamt wird im Nordwesten des Modellgebiets deutlich zu
wenig Niederschlag simuliert.
Der Vergleich für den Juli 2001 zeigt, dass insgesamt zu wenig Niederschlag vom CLM
simuliert wird. Auch im Schwarzwald werden im Modell nicht die Mengen erreicht, die aus
den interpolierten Messdaten hervorgehen. Am deutlichsten erkennt man den zu geringen
Niederschlag
im
Nordwesten.
Dort
wurden
in
Rheinland-Pfalz
teilweise
Niederschlagsmengen von bis zu 150 mm gemessen, während das CLM hier maximal 50
mm berechnet.
Für die Darstellung von Abb. 83 wurden Niederschlagsmengen beider Modellläufe
voneinander subtrahiert. Positive Differenzen bedeuten wiederum höhere Summen des CLM
7km. In der Grafik für den April erkennt man diese im südlichen Oberrheingraben um
Freiburg, dort werden Werte erreicht von bis zu 200 mm. Auch gibt es leicht positive
Differenzen weiter nördlich am Schwarzwald- und Odenwaldrand, sowie vom Kraichgau in
einem Bogen bis Würzburg und südwestlich des Bodensees mit Werten um 40 bis 80 mm.
Abb. 83: Differenzen Gesamtniederschlag CLM 7km – CLM 2,8km links: April 2001, rechts: Juli
2001
Für den Juli zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Differenzen am Schwarzwaldrand sind noch
höher und betreffen auch den nördlichen Schwarzwald. An den östlichen Hängen des
Schwarzwaldes findet man eher negative Differenzen, also höhere vom CLM 2,8km
simulierte Niederschläge. Verbreitet sind weiter positive Differenzen in fast ganz
Württemberg und den angrenzenden Gebieten in Bayern.
In Abb. 84 A erkennt man eine deutliche Unterschätzung des Monatsniederschlags von Mai,
Juli und September an der Station Freudenstadt durch das CLM mit beiden Auflösungen.
Auch in Abb. 85 stellt man fest, dass die entsprechenden Punkte der drei Monate weit
unterhalb der Winkelhalbierenden. Für die Station Karlsruhe simulieren beide Modellläufe
einen relativ ausgeglichenen Gang der Monatsniederschläge bis maximal etwa 70 mm pro
98
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
300
100
250
80
Niederschlag in mm
Niederschlag in mm
Monat (Abb. 84 B). Tatsächlich schwanken die Messwerte von Monat zu Monat erheblich.
Die regenreichsten Monate sind der April, Juni und September mit jeweils über 80 mm. Dort
sind mit Ausnahme des CLM 2,8km für Juni die simulierten Werte deutlich zu niedrig. Für die
trockeneren Monate Mai, Juli und August sind die Ergebnisse beider Modellläufe nah
beieinander, haben aber mindestens eine Differenz zu den Messwerten von 10 mm im Fall
des Julis.
200
150
100
50
0
40
20
0
Apr
Mai
Jun
CLM 7km
Jul
Messung
Aug
Sep
Apr
Mai
CLM 7km
CLM 2.8km
Jun
Jul
Messung
Aug
Sep
CLM 2.8km
100
160
140
Niederschlag in mm
Niederschlag in mm
60
120
100
80
60
40
20
0
80
60
40
20
0
Apr
Mai
CLM 7km
Jun
Jul
Messung
Aug
Sep
CLM 2.8km
Apr
Mai
CLM 7km
Jun
Jul
Messung
Aug
Sep
CLM 2.8km
Abb. 84: Monatssummen des Gesamtniederschlags von April bis September 2001 für A)
Freudenstadt, B) Karlsruhe, C) Michelstadt, D) Würzburg
An der Station Michelstadt sind ebenfalls die Monate April, Juni und September die
niederschlagsreichsten Monate, doch werden diese hohen Summen von den Modellläufen
recht gut wiedergegeben mit den besseren Werten des CLM 7km C. Allerdings wird das
gemessene Maximum im September bei 120 mm von beiden CLM-Auflösungen nicht erfasst.
Insgesamt schneidet das CLM 7km an dieser Station besser ab, wie man auch in Abb. 86
ablesen kann. Für Würzburg simulieren beide CLM-Auflösungen relativ gute
Monatssummen, wobei im Mittel das CLM 2,8km leicht besser ist (Abb. 84 D). Trotzdem wird
der Verlauf der Monatssummen von Monat zu Monat nicht immer richtig wiedergegeben. So
simuliert das CLM 7km zwar richtig weniger Niederschlag im August als im September aber
das CLM 2,8km berechnet eine höhere Summe für August als für September.
99
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
100
250
Modell: Nd in mm
Modell: Nd in mm
300
200
150
100
50
0
80
60
40
20
0
0
50
100
150
200
250
300
0
Messung: Nd in m m
CLM 7km
20
40
60
80
100
Messung: Nd in m m
CLM 2.8km
CLM 7km
CLM 2.8km
B
A
100
Modell: Nd in mm
Modell: Nd in mm
150
100
50
80
60
40
20
0
0
0
50
100
0
150
40
60
80
100
Messung: Nd in m m
Messung: Nd in m m
CLM 7km
20
CLM 2.8km
CLM 7km
C
CLM 2.8km
D
Abb. 85: Streudiagramm des Gesamtniederschlags von April bis September für A)
Freudenstadt, B) Karlsruhe, C) Michelstadt, D) Würzburg
264.4
466.8
555.7
293.2
231.6
263.0
431.9
426.9
Abs. Diff CLM7Messung
112.9
127.1
132.1
76.7
759.7
18.3
24.6
509.8
Abs. Diff CLM2,8 Messung
111.1
41.8
166.0
26.4
376.1
103.6
30.0
464.7
366.7
220.2
165.0
Station
Messung
CLM 7km
CLM 2,8km
Karlsruhe
Konstanz
Stuttgart-Echt.
Würzburg
Freiburg
Michelstadt
Ulm
Freudenstadt
375.5
508.6
389.7
266.8
607.7
366.6
401.9
891.6
262.6
381.5
521.8
343.5
1367.4
384.9
426.5
381.8
Mittel:
476.1
508.8
Tab. 20: Übersicht der sechsmonatigen Mittelwerte des Gesamtniederschlags von April bis
September 2001 in mm
100
CLM 7km
Messung
Freudenstadt
Ulm
Michelstadt
Freiburg
Würzburg
StuttgartEcht.
Konstanz
1400
1200
1000
800
600
400
200
0
Karlsruhe
Niederschlagssumme in mm
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
CLM 2.8km
Abb. 86: Sechsmonatiger Niederschlag April bis September 2001
Einen Überblick über alle verfügbaren Stationen und die jeweiligen Ergebnisse liefert Abb. 86
und Tab. 20. Man kann zwar nicht von einer deutlichen Verbesserung mit höherer Auflösung
sprechen, aber immerhin liegen der Werte von CLM 2,8km etwas näher an den
Messergebnissen. An den Stationen Konstanz, Würzburg und Ulm passen die Ergebnisse
gut zueinander. Auffällig sind jedoch die zwei markanten Fehleinschätzungen für Freiburg
mit viel zu hohen Niederschlägen beim CLM 7km und den von beiden zu niedrigen
Niederschlagssummen für Freudenstadt. Immerhin sind die Differenzen bei der höheren
Auflösung zu den Messwerten an beiden Stationen etwas geringer.
Abschließend zu den Betrachtungen der Klimagrößen aus dem Modelllauf mit höherer
Auflösung werden die Ergebnisse des latenten Wärmestroms diskutiert. Abb. 87 zeigt
zunächst die Verdunstungssumme im April und im Juli. Grundsätzlich sind die Summen im
April deutlich kleiner und bewegen sich im Durchschnitt um 30 - 60 mm. Wiederum zeigt das
Modell den Bodensee als lokalklimatische Besonderheit und simuliert dort
Verdunstungssummen über 80 mm. Der See sorgt mit seiner Wasseroberfläche für ein
reichhaltiges Wasserangebot und damit für hohe Verdunstung auch im Frühling. Unerklärlich
ist dann die Tatsache, dass dort für den Sommermonat Juli nur Werte um 20 - 30 mm
simuliert werden, während im Umland die Summen auf über 70 mm anwachsen und in den
Allgäuer Alpen auf über 120 mm klettern. Diese Umkehrung des Verhältnisses See –
Umland ist nicht nachvollziehbar. Ansonsten findet man hohe Werte über 70 mm im
gesamten Schwarzwald, im Odenwald und den Nordvogesen. Niedrigere Werte unter 50 mm
treten im Rheintal und in Lothringen und im Saarland. Nicht zu erklären sind vereinzelte
Stellen im Rheingraben und im Elsass mit Summen unter 10 mm bis in den negativen
Bereich. Ein Vergleich mit der entsprechenden Grafik in Abb. 88 zeigt, dass das CLM 7km
dort höhere Werte simuliert, da die Differenz positiv ist. Insgesamt liefert das CLM 7km für
den ganzen Schwarzwaldrand und das östliche Rheintal höhere Werte, so dass die Differenz
teilweise bei 70 mm liegt. Auch große Gebiete Württembergs und die angrenzenden Gebiete
Bayerns sind hellrot eingefärbt, was ebenfalls positive Werte kennzeichnet.
101
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
Abb. 87: Monatliche Verdunstungssumme links: April 2001, rechts: Juli 2001
Abb. 88: Differenzen der Verdunstungssumme CLM 7km – CLM 2,8km links: April 2001, rechts:
Juli 2001
Abb. 89 vergleicht an den vier ausgewählten Stationen die Ausgabewerte der beiden CLMLäufe. An der Station Freudenstadt errechnet das CLM 2,8km fast immer höhere
Verdunstungssummen mit besonders hohen Werten über 100 mm im Mai und Juli, während
es an der Station Michelstadt sehr niedrige Werte kleiner als 40 mm simuliert und das CLM
7km deutlich höhere Summen errechnet, teilweise bis 80 mm. Auch an der Station Würzburg
sind die Verdunstungssummen im Mittel beim CLM 7km höher, doch sind die Differenzen
zwischen CLM 7km und CLM 2,8km nicht so groß wie an der Station Michelstadt. Für
Karlsruhe werden von beiden Modellvarianten Werte zwischen 40 – 60 mm errechnet, wobei
sich hier wie auch bei Freudenstadt vor allem im CLM 2,8km die Monate Mai und Juli mit
Werten über 60 mm von den anderen Monaten abheben.
102
140
120
100
80
60
40
20
0
Verdunstung in mm
Verdunstung in mm
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
4
5
6
7
8
80
70
60
50
40
30
20
10
0
4
9
5
Verdunstung in mm
Verdunstung in mm
CLM 7km
CLM 2.8km
100
80
60
40
20
0
4
5
6
7
8
Monate
CLM 7km
7
8
9
Monate
Monate
CLM 7km
6
CLM 2.8km
9
CLM 2.8km
70
60
50
40
30
20
10
0
4
5
6
7
8
9
Monate
CLM 7km
CLM 2.8km
Abb. 89: Verdunstungssummen für April bis September 2001 an den Stationen A)
Freudenstadt, B) Karlsruhe, C) Michelstadt, D) Würzburg
Aus den Werten von Niederschlag und Verdunstung lässt sich eine weitere Klimagröße
ableiten. Mit der klimatischen Wasserbilanz bezeichnet man die Differenz der beiden
Ausgangsgrößen. Von den sechs zur Verfügung stehenden Monaten wurden der Juli und der
September herausgesucht und aus den CLM-Ergebnissen die Wasserbilanz an
verschiedenen Stationen berechnet. Zum Vergleich dienen Klimakarten für Deutschland
(DWD, 2005), siehe Anhang.
simulierte
gemessene
Niederschlag Verdunstung
Wasserbilanz Wasserbilanz
[mm]
[mm]
[mm]
[mm]
Freiburg
40.2
40.5
-0.3
-49 - 0
Freudenstadt
82.7
111.1
-28.4
1 - 50
Karlsruhe
42.2
60.5
-18.2
-99 - -50
Konstanz
20.0
55.0
-35.0
-49 - 0
Michelstadt
61.5
25.1
36.4
-99 - -50
Stuttgart
32.0
72.9
-40.9
-99 - -50
Ulm
23.0
49.8
-26.8
-49 - 0
Würzburg
26.6
37.4
-10.8
-99 - -50
Station
Tab. 21: Vergleich der Wasserbilanz für den Juli 2001 des CLM 2,8km mit Referenzdaten (DWD,
2005)
103
Kapitel 6 CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung
simulierte
gemessene
Niederschlag Verdunstung
Wasserbilanz Wasserbilanz
[mm]
[mm]
[mm]
[mm]
Freiburg
98.2
46.1
52.2
51 - 100
Freudenstadt
85.7
40.5
45.2
201 - 250
Karlsruhe
43.2
18.0
25.2
51 - 100
Konstanz
73.0
37.2
35.8
51 - 100
Michelstadt
39.6
22.1
17.5
51 - 100
Stuttgart
101.4
45.2
56.2
1 - 50
Ulm
75.4
44.8
30.6
51 - 100
Würzburg
43.4
29.0
14.4
1 - 50
Station
Tab. 22: Vergleich der Wasserbilanz für den September 2001 des CLM mit Referenzdaten (DWD,
2005)
Anhand der zwei Tabellen für den Juli bzw. September 2001 zeigt sich, dass die
Wasserbilanz im Juli im Allgemeinen negativ ist, während sie im September positiv ist. Dabei
stimmen Modell und Messungen tendenziell überein. Abweichungen stellt man an einzelnen
Stationen fest, so zum Beispiel an der Station Michelstadt und Freudenstadt. Im Juli simuliert
das CLM für Michelstadt eine positive Wasserbilanz. Aus den interpolierten Karten des DWD
geht aber eine deutlich negative Wasserbilanz hervor. Der Wert der Wasserbilanz für
Freudenstadt ist nur schwer aus der interpolierten Karte herauszulesen, man kann aber
dennoch davon ausgehen, dass der simulierte Wert für September zu tief ist. Im Juli finden
sich einige kleinere Gebiete in Süddeutschland, in denen die Wasserbilanz positiv ist,
darunter auch der Schwarzwald. Doch das CLM simuliert auch für Freudenstadt eine
negative Wasserbilanz, während sich der gemessene Wert zwischen 1 – 50 mm bewegt.
Die Auswirkungen der Erhöhung der Modellauflösung von 7 auf 2,8 km lässt sich wie folgt
zusammenfassen:
Es zeigt sich, dass die Orographie vom CLM besser dargestellt wird, als es mit der 7kmAuflösung möglich war, auch wenn in manchen Gebieten wie im Alpenraum noch teilweise
größere Höhenunterschiede auftreten.
Diese Verbesserung konnte sich nicht unmittelbar in den Modelldaten niederschlagen. Wie
bei der 2m-Temperatur, die beim 7km-Lauf auch schon gut simuliert wurde, kann man kaum
von wirklich besseren Ergebnissen sprechen. Zwar liefert das Modell tendenziell bessere
Niederschlagswerte mit 2,8km-Auflösung und ohne Konvektionsparametrisierung, liegt aber
an einigen untersuchten Stationen immer noch weit von den Messergebnissen entfernt. Ein
Vergleich mit Klimakarten (DWD, 2005) zeigt allerdings, dass im Falle einzelner Monate die
Niederschlagsstrukturen ungefähr wiedergegeben werden.
Insgesamt kann das Problem also nicht mit einer höheren Auflösung behoben werden,
sondern möglicherweise mit einer insgesamt verbesserten Simulation des Niederschlags im
Modell. Dazu ist man auf neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Wolkenphysik und
Konvektionsauslösung angewiesen, die in den Modellen dann umgesetzt werden können.
104
Kapitel 7 Zusammenfassung und Ausblick
7. Zusammenfassung und Ausblick
Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurden Simulationen mit dem Klimamodell CLM für
verschiedene Auflösungen und Zeiträume durchgeführt und die Ergebnisse mit
Beobachtungsdaten verglichen, sodass die Sensitivität bezüglich der Auflösung, der
Orographie und den Parametereinstellungen untersucht werden konnte.
Die zentralen Punkte der Arbeit waren ein Lauf mit 7km-Auflösung und ein weiterer
Modelllauf mit feinerer Auflösung von 2,8km.
Mit einer Auflösung von 7km kann man gut größere Zeiträume simulieren, da die Rechenzeit
bei Verwendung mehrerer Prozessoren recht klein bleibt. So ist es durchaus denkbar, mit
dieser Auflösung eine Simulation über mehrere Jahre und sogar mehrere Dekaden
durchzuführen. Die Qualität der Ergebnisse solcher Simulationen ist sehr abhängig von der
Klimagröße, die man dabei untersucht. Besonders für die 2m-Temperatur und für die 2mTaupunktstemperatur gewinnt man teilweise gute Ergebnisse, wenn man sie mit
Stationsmessungen vergleicht. Auch bei der räumlichen Verteilung der Isolinien von
Temperatur und Taupunkt findet man deutliche Übereinstimmungen. Allerdings kommt bei
der Temperatur die Abhängigkeit von der Orographie zum Tragen. In stark orographisch
gegliedertem Gelände machen sich die Schwächen der 7km-Auflösung bemerkbar, indem
größere Differenzen von Modell und Messungen auftreten.
Fehlerquellen liegen in der Interpolation der Modellwerte auf Stationskoordinaten, die nur
eine Näherung darstellt, da die lokalen Gegebenheiten nicht erfasst werden. Fehler ergeben
sich auch daraus, dass Parameter wie der
Blattflächenindex und der
Pflanzenbedeckungsgrad für die Simulationen konstant waren, obwohl die Vorgabe einer
jahreszeitlichen Schwankung der Werte bessere Resultate bewirken würde. Einfluss haben
diese Parameter insbesondere auf die Energiebilanz und die Luftfeuchte sowie die
Temperatur.
Weniger gut sind die Modellergebnisse der Windgeschwindigkeit und des Niederschlags
bzw. der Verdunstung. Diese Probleme sind aus dem Lokalmodell bekannt, da auch hier
bislang oftmals Prognose und Realität deutlich differieren. Die Gründe für die häufige
Überschätzung des orographischen Niederschlags sind noch nicht genau bekannt und die
Problemlösungen dazu gehen in mehrere Richtungen (McGregor, 1997).
Bei der CLM-Simulation mit 2,8km-Auflösung wurde untersucht, wie sich die Werte der
einzelnen Klimagrößen verhalten und welche Auswirkungen die höhere Auflösung und das
Abschalten der Konvektionsparametrisierung haben. Mit feinerer Auflösung sollten gerade
kleinräumige Unterschiede in den Feldern der Klimagrößen besser dargestellt werden.
Leider konnte mit der 2,8km-Auflösung kein ganzes Jahr simuliert werden, da die Rechenzeit
mit einem feineren Gitter erheblich ansteigt. So dauerte die Simulation des halben Jahres
schon über 10 Tage. Daher konnten keine Vergleiche mit Jahresmitteln gemacht werden.
Stattdessen wurden die Monatsmittel von April bis September mit besonderem Gewicht auf
dem April und dem Juli ausgewertet.
Es zeigte sich, dass mit höherer Auflösung die Orographie besser dargestellt wird, wenn
man die benutzten NOAA-Daten mit 1km-Auflösung zu Grunde legt. Die erhoffte
Verbesserung der Simulationsdaten insgesamt bleibt allerdings eher aus. Es ergibt sich ein
uneinheitliches Bild, da die Differenzen zwischen den unterschiedlichen Auflösungen und
zwischen Modell und Messungen je nach Klimagröße von Monat zu Monat sehr
unterschiedlich sind. Insgesamt kann man also sagen, dass sich der deutlich erhöhte
Rechenaufwand eher nicht gelohnt hat.
Durch die abgeschaltete Konvektionsparametrisierung wurde der Niederschlag vom Modell
direkt berechnet, so dass es von besonderem Interesse war, wie sich dies auf die
Ergebnisse auswirkt. Doch auch hier sind wie bei den anderen Größen wie z.B. bei der
Temperatur keine systematischen Veränderungen eingetreten. So sind die Werte zwar nicht
105
Kapitel 7 Zusammenfassung und Ausblick
schlechter geworden im Verhältnis zu den Beobachtungen, es konnte aber auch keine
entscheidende Verbesserung erzielt werden.
Mit dem SOM-Verfahren, das bereits von Sasse (2004) für die östliche Mittelmeerregion
getestet wurde, sollte ein statistisch-dynamisches Downscaling betrieben werden und den
Ergebnissen des rein dynamischen Downscalings gegenübergestellt werden. Der Vorteil des
statistisch-dynamischen Downscalings ist der Zeitgewinn. Es muss keine kontinuierliche
Simulation über längere Zeiträume gestartet werden, sondern nur für jeweils einen kurzen
Zeitausschnitt für jede SOM-Klasse. Allerdings verliert man damit einige Informationen,
insbesondere über Wetterlagen, die zwar selten auftreten, aber unter Umständen Einwirkung
auf das Jahresklima haben können.
Das SOM-Verfahren wurde für vier unterschiedliche Einstellungen der Geopotentialfelder
betrieben. Es zeigt sich, dass auch damit teils gute Resultate erzielt werden können,
insbesondere für die 2m-Temperatur. Am besten schneidet dabei das SOM mit normierten
Feldern des 500hPa-Geopotentials und Bodendrucks ab.
Doch auch mit SOM zeigen sich die Schwächen bei der Simulation des Niederschlags, der
von allen SOM-Varianten im Jahresmittel unterschätzt wurde, sowohl in Bezug auf die
kontinuierliche Simulation als auch meistens auf die Beobachtungen. Eine Verbesserung
ergab sich durch die Ausweitung des charakteristischen Zeitraums von jeder SOM-Klasse
auf 3 Tage. Dadurch konnten mehr Tage mit Niederschlag erfasst werden. Es zeigte sich,
dass bei einigen SOM-Klassen am vom SOM-Algorithmus ausgerechneten Referenztag
weniger Niederschlag simuliert worden war als am Tag vorher bzw. danach. In der Regel hält
eine typische Wetterlage mehr als einen Tag an, so dass diese Methode auch sinnvoll ist.
Seit der Entwicklung des CLM wurden wiederholt Testrechnungen gemacht und die
Ergebnisse mit anderen Regionalmodellen und Stationsdaten verglichen. So wurde am PIK
das CLM mit einer Auflösung von 1/6° und einem Zeitra um von 10 Jahren für das erweiterte
BALTEX-Gebiet verwendet. Dabei ergaben sich für das 10-Jahres-Mittel der Temperatur
über Mitteleuropa zu niedrige CLM-Werte. Verglichen wurde mit ERA-40-Daten und
Beobachtungen. Vor allem die Monate Mai und September waren im CLM deutlich zu kalt.
Auch bei den Ergebnissen in dieser Diplomarbeit findet man im Stationsmittel zu niedrige
2m-Temperaturen beim 7km-Lauf, während der 2,8km-Lauf zu hohe Temperaturen simuliert.
Am BTU wurden ebenfalls Daten des CLM für das BALTEX-Gebiet ausgewertet und
Vergleiche mit anderen Modellen wie dem REMO und dem MM5 gezogen. Es finden sich
ähnliche Abweichungen bei den anderen Modelle für die 2m-Temperatur. Für den
Niederschlag finden sich beim CLM über Wasser höhere Werte als das REMO-Modell, über
Land eher weniger, wobei das CLM vor allem im Winterhalbjahr über Land mehr
Niederschlag generiert als die Referenzdaten.
Da die Entwicklung des CLM auch weiterhin fortgesetzt wird, ergeben sich in nächster Zeit
weitere Ansatzpunkte für zukünftige Studien am Modell. Da der Einbau des
Bodenvegetationsmodells Veg3D in das Modell fast abgeschlossen ist, wird von großem
Interesse sein, welche Auswirkungen sich für weitere Simulationen daraus ergeben. Darüber
hinaus gibt es auch andere Untersuchungsmöglichkeiten am Modell: Eine Sensitivitätsstudie
zum Antrieb des Modells mit ERA40-Daten oder NCEP-Daten anstatt von GME-Analysen
wäre möglich, ebenso die Verwendung eines anderen Nesting-Verfahrens, wie sie in der
Einleitung angesprochen wurden. Denkbar wäre zum Beispiel ein Mehrfachnesting mit
mehreren Auflösungsstufen des CLM. Auch könnte näher untersucht werden, welchen
Einfluss die bereits genannten Parameter Pflanzenbedeckungsgrad und Blattflächenindex
haben und welche Unterschiede sich zu den in dieser Arbeit gezeigten Daten ergeben, wenn
die Parameter jahreszeitlich variieren. Zu den bereits erfolgten Simulationen kann man
weitere Auswertungen machen und Daten anderer Größen wie der Strahlung oder der
Temperatur und des Wassergehaltes des Bodens bzw. der Wasserhaushalt, die ebenfalls
ausgegeben wurden, untersuchen.
106
Kapitel 7 Zusammenfassung und Ausblick
Geplant sind weitere Projektstudien mit dem CLM an den beteiligten Instituten und
Universitäten. So sollen Experimente mit hochaufgelösten Simulationen über relativ kurze
Zeiträume bis zu einigen Jahren und Langzeitsimulationen mit gröberer Auflösung gemacht
werden. Dazu werden verschiedene Simulationsgebiete benutzt, z.T. im Rahmen größerer
Projekte.
Am PIK sind Langzeitsimulationen unter anderem im Mittelmeergebiet im Rahmen des
GLOWA-Jordan-River-Projektes geplant. Weitere Verwendung soll das Modell auch an der
Freien Universität Berlin finden im Rahmen eines Sonderforschungsbereichs für die
Himalaya-Region. Es soll die Monsundynamik und spezielle Wechselwirkungen in
Wüstenregionen von Atmosphäre und Wasserkreislauf untersucht werden. Das GKSS
Geesthacht beteiligt sich mit dem CLM am ENSEMBLES-Projekt, bei dem mehrere regionale
Klimamodelle
für
verschiedene
Gebiete
getestet
und
verglichen
werden.
Hauptuntersuchungsziel ist ebenfalls der Energie- und Wasserkreislauf.
107
Kapitel 8 Anhang
8. Anhang
8.1 Ergebnisse des dynamischen Downscalings
2m-Temperatur
Modell: Temperatur in °C
25
20
15
10
5
0
-5
0
5
10
15
20
25
-5
Messungen: Temperatur in °C
Stuttgart-Echt.
Würzburg
Konstanz
Kempten
Karlsruhe
Michelstadt
Freudenstadt
Freiburg
Abbildung 90: Monatsmittel der 2m-Temperatur von Januar bis Dezember 2001 des 7km-Laufs
25
Modell: Temperatur in °C
20
15
10
5
0
-5
0
5
10
15
20
25
-5
Messungen: Temperatur in °C
Stuttgart-Echt.
Würzburg
Konstanz
Kempten
Karlsruhe
Michelstadt
Freudenstadt
Freiburg
Abbildung 91: Monatsmittel der 2m-Temperatur von April bis Juli 2001 des 2,8km-Laufs
108
Kapitel 8 Anhang
Taupunktstemperatur
Modell: Taupunktstem peratur in °C
20
15
10
5
0
-10
-5
0
5
10
15
20
-5
-10
Messungen: Taupunktstemperatur in °C
Michelstadt
Freiburg
Freudenstadt
Karlsruhe
Kempten
Konstanz
Stuttgart
Würzburg
Abbildung 92: Monatsmittel der Taupunktstemperatur von Januar bis Dezember 2001 des 7kmLaufs
Modell: Taupunktstemperatur in °C
16
14
12
10
8
6
4
2
0
0
2
4
6
8
10
12
14
16
Messung: Taupunktstem peratur in °C
Freiburg
Freudenstadt
Michelstadt
Karlsruhe
Kempten
Konstanz
Stuttgart
Würzburg
Abbildung 93: Monatsmittel der Taupunktstemperatur von April bis Juli 2001 des 2,8km-Laufs
109
Kapitel 8 Anhang
Windgeschwindigkeit
6
Modell: Windgeschwindigkeit in m/s
5
Freiburg
4
Freudenstadt
Michelstadt
Tuttlingen
3
Ulm
Viernheim
Weil am Rhein
2
Aalen
1
0
0
1
2
3
4
Messung: Windgeschw indigkeit in m /s
Abbildung 94: Monatsmittel der Windgeschwindigkeit von Januar bis Dezember 2001 des 7kmLaufs
Modell: Windgeschwindigkeit in m/s
4
Freiburg
3
Freudenstadt
Michelstadt
Tuttlingen
2
Ulm
Viernheim
Weil am Rhein
1
Aalen
0
0
1
2
3
4
Messung: Windgeschw indigkeit in m /s
Abbildung 95: Monatsmittel der Windgeschwindigkeit von April bis Juli 2001 des 2,8km-Laufs
110
Kapitel 8 Anhang
Niederschlag
Modell: Niederschlag in mm
450
400
Karlsruhe
350
Kempten
300
Konstanz
250
Stuttgart
200
Würzburg
Freiburg
150
Michelstadt
100
Freudenstadt
50
0
0
50
100 150 200 250 300 350 400 450
Messung: Niederschlag in mm
Abbildung 96: Monatssummen des Gesamtniederschlags von Januar bis Dezember 2001 des
7km-Laufs
Modell: Niederschlag in mm
300
250
Karlsruhe
Konstanz
200
Stuttgart
Würzburg
150
Freiburg
Michelstadt
100
Freudenstadt
Ulm
50
0
0
50
100
150
200
250
300
Messung: Niederschlag in mm
Abbildung 97: Monatssummen des Gesamtniederschlags von April bis Juli 2001 des 2,8kmLaufs
111
Kapitel 8 Anhang
8.2 Ergebnisse des statistisch-dynamischen
Downscalings
5
12
10
8
6
4
2
0
4
3
2
1
0
1 2
3 4 5 6
relative Häufigkeit
in %
Niederschlag in
mm
Gesamtniederschlag an der Station Karlsruhe:
7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SOM-Klassen
Gesamtniederschlag
konvektiver Niederschlag
relative Häufigkeit
Niederschlag in mm
Abbildung 98: Niederschlagsverteilung der SOM-Klassen für GpSp an der Station Karlsruhe
2001
8
6
4
2
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SOM-Klassen
Nd 1 Tag vorher
Nd
Nd 1 Tag danach
6
5
4
12
10
8
3
2
1
0
6
4
2
0
relative Häufigkeit
in %
Niederschlag in
mm
Abbildung 99: Niederschlagsverteilung im 3-Tages-Zeitraum der SOM-Klassen für GpSp an der
Station Karlsruhe 2001
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SOM-Klassen
Gesamtniederschlag
konvektiver Niederschlag
relative Häufigkeit
Abbildung 100: Niederschlagsverteilung der SOM-Klassen für Gpn an der Station Karlsruhe
2001
112
Niederschlag in mm
Kapitel 8 Anhang
20
15
10
5
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SOM-Klassen
Nd 1 Tag vorher
Nd
Nd 1 Tag danach
Niederschlag in
mm
5
12
10
8
6
4
2
0
4
3
2
1
0
relative Häufigkeit
in %
Abbildung 101: Niederschlagsverteilung im 3-Tages-Zeitraum der SOM-Klassen für Gpn an der
Station Karlsruhe 2001
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SOM-Klassen
Gesamtniederschlag
konvektiver Niederschlag
relative Häufigkeit
Niederschlag in mm
Abbildung 102: Niederschlagsverteilung der SOM-Klassen für Gp an der Station Karlsruhe 2001
8
6
4
2
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SOM-Klassen
Nd 1 Tag vorher
Nd
Nd 1 Tag danach
Abbildung 103: Niederschlagsverteilung im 3-Tages-Zeitraum der SOM-Klassen für Gp an der
Station Karlsruhe 2001
113
Kapitel 8 Anhang
8.3 DWD – Klimakarten
Abbildung 104: DWD – Klimakarte 2m-Temperatur links: April 2001, rechts: Juli 2001 (DWD;
2005)
Abbildung 105: DWD – Klimakarte 2m-Temperatur August 2001 (DWD, 2005)
114
Kapitel 8 Anhang
Abbildung 106: DWD – Klimakarte Niederschlagshöhe in mm; links: April 2001, rechts: Juli
2001 (DWD, 2005)
Abbildung 107: DWD- Klimakarte klimatische Wasserbilanz in mm; links: Juli 2001, rechts:
September 2001 (DWD, 2005)
115
Kapitel 9 Literatur
9. Literatur
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117
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Klimadiagramm für Karlsruhe (Mühr 2005) .............................................................. 10
Abb. 2: Klimadiagramm für Stuttgart (Mühr 2005) ................................................................ 10
Abb. 3: Klimadiagramm für die Wasserkuppe (Mühr 2005) .................................................. 11
Abb. 4: Klimadiagramme ausgewählter Stationen (Mühr 2005)............................................ 12
Abb. 5 links: Simulationsgebiet mit 7km-Auflösung, rechts: Topographie von
Südwestdeutschland mit Daten des NOAA NGDC Globe Project in 1km Auflösung
(NOAA, 2005) .............................................................................................................. 19
Abb. 6: Differenz der Modellorographie des CLM7km – NOAA-Daten; Rote Flächen = CLMOrographie zu hoch, blaue Flächen = CLM-Orographie zu tief..................................... 20
Abb. 7: Vergleich der Tagesmittel der 2m-Temperatur für August 2001, A) Michelstadt, B)
Wiesbaden, C) Wasserkuppe....................................................................................... 22
Abb. 8: Monatsmittel der 2m-Temperatur für den August 2001 ............................................ 23
Abb. 9: Monatsmittel der 2m-Temperatur für August 2001, links die Simulation mit dem CLM,
rechts ein Ausschnitt der DWD-Klimakarte für August 2001 (DWD, 2005) ................... 23
Abb. 10: Vergleich der Tagesmittel der Taupunktstemperatur (Td2m) für August 2001, A)
Michelstadt, B) Wiesbaden, C) Wasserkuppe .............................................................. 24
Abb. 11: Vergleich der Tagesmittel der Windgeschwindigkeit für August 2001, A) Michelstadt,
B) Wiesbaden, C) Wasserkuppe .................................................................................. 26
Abb. 12: Latenter Wärmestrom (links) und fühlbarer Wärmestrom (rechts) für August 2001,
oben: Michelstadt, Mitte: Wiesbaden, unten: Wasserkuppe ......................................... 27
Abb. 13: 500hPa-Geopotentials und des Bodendrucks vom 19.-21.August aus GFSAnalysen (Wetterzentrale, 2005) .................................................................................. 28
Abb. 14: Tagesgänge der 2m-Temperatur 19. – 21. August 2001, A) Michelstadt, B)
Wiesbaden, C) Wasserkuppe....................................................................................... 29
Abb. 15: 2m-Temperatur Michelstadt August 2001 .............................................................. 31
Abb. 16: 2m-Temperatur Wiesbaden August 2001 .............................................................. 32
Abb. 17: 2m-Temperatur Wasserkuppe August 2001 .......................................................... 32
Abb. 18: Streudiagramm Modell-Messung 2m-Temperatur August 2001 ............................. 33
Abb. 19: Darstellung der Orographie des vergrößerten Simulationsgebiets mit
Gitterauflösung 7km (links) bzw. 1km (rechts, NOAA, 2005) ........................................ 34
Abb. 20: links: Bodenarten, rechts: Pflanzenbedeckungsgrad.............................................. 35
Abb. 21: Jahresmittel der 2m-Temperatur 2001 des CLM.................................................... 36
Abb. 22: Monatsmittel der 2m-Temperatur Michelstadt 2001 ............................................... 37
Abb. 23: Monatsmittel der 2m-Temperatur Wiesbaden 2001 ............................................... 37
Abb. 24: Monatsmittel der 2m-Temperatur Wasserkuppe 2001 ........................................... 37
Abb. 25: Streudiagramme der Monatsmittel der 2m-Temperatur für 2001, A: Michelstadt, B:
Wiesbaden, C: Wasserkuppe....................................................................................... 38
Abb. 26: Vergleichsdiagramme der 2m-Temperatur für die Station Michelstadt nach
Jahreszeiten geordnet für das Jahr 2001 ..................................................................... 39
Abb. 27 Jahresmittel der 2m-Temperatur 2001, geordnet nach dem simulierten Wert ......... 40
Abb. 28: Jahresmittel der Taupunktstemperatur 2001.......................................................... 41
Abb. 29: Monatsmittel der Taupunktstemperatur Michelstadt 2001...................................... 41
Abb. 30: Monatsmittel der Taupunktstemperatur Wiesbaden 2001 ...................................... 42
Abb. 31: Monatsmittel der Taupunktstemperatur Wasserkuppe 2001 .................................. 42
Abb. 32: Streudiagramme der Monatsmittel der Taupunktstemperatur 2001,
A:
Michelstadt, B: Wiesbaden, C: Wasserkuppe
.................. 43
Abb. 33: Jahresmittel der Taupunktstemperatur 2001 des 7km-Modelllaufs und der
Messungen .................................................................................................................. 43
Abb. 34: Jahresmittel der Windgeschwindigkeit 2001 .......................................................... 45
Abb. 35: Monatsmittel des 10-Windes für Michelstadt 2001................................................. 46
Abb. 36: Monatsmittel des 10-Windes für Wiesbaden 2001 ................................................. 46
Abb. 37: Monatsmittel des 10-Windes für Wasserkuppe 2001 ............................................. 46
Abb. 38: Monatsmittel des 10-Windes für Spessart-Lettgenbrunn 2001............................... 47
Abb. 39: Streudiagramme der Monatsmittel 2001 der Windgeschwindigkeit für A)
Michelstadt, B) Wiesbaden, C) Wasserkuppe, D) Spessart-Lettgenbrunn.................... 47
Abb. 40: Jahresniederschlag 2001....................................................................................... 49
Abb. 41: Gesamtniederschlag 2001 an der Station A) Karlsruhe B) Kempten C) Michelstadt
D) Freiburg E) Würzburg für das Jahr 2001 ................................................................. 50
Abb. 42: links: Konvektiver Niederschlag 2001, rechts: Anteil des konvektiven Niederschlags
am Gesamtniederschlag 2001 ..................................................................................... 52
Abb. 43 Jahressumme der Verdunstung 2001 ..................................................................... 53
Abb. 44: Darstellung der normierten 500hPa-Geopotentialfelder der SOM-Klassen 1-20 für
die SOM-Variante GpSpn. Eingetragen sind die Nummern der SOM-Klassen, das
repräsentative Datum und die relative Häufigkeit, mit der die Klasse im Jahr 2001
vertreten war................................................................................................................ 58
Abb. 45: 2m-Temperatur Jahresmittel 2001 links: Geopotential 500hPa und Bodendruck
normiert (GpSpn), rechts: Geopotential 500hPa und Bodendruck (GpSp) ................... 62
Abb. 46: 2m-Temperatur Jahresmittel 2001 links: Geopotential 500hPa normiert (Gpn),
rechts: Geopotential 500hPa (Gp)................................................................................ 62
Abb. 47: SOM-Ergebnisse der Jahresmittel der 2m-Temperatur für alle vier SOM-Varianten
an 21 Messstationen für das Jahr 2001 ....................................................................... 64
Abb. 48: Taupunktstemperatur Jahresmittel 2001, links: Geopotential 500hPa und
Bodendruck normiert, rechts: Geopotential 500hPa und Bodendruck nicht normiert, ... 65
Abb. 49: Taupunktstemperatur Jahresmittel 2001, links: Geopotential 500hPa normiert,
rechts: Geopotential 500hPa nicht normier .................................................................. 65
Abb. 50: Streudiagramm der SOM-Ergebnisse und des 7km-Laufs des CLM für die
Taupunkstemperatur 2001. Jeder Punkt kennzeichnet das Jahresmittel einer Station. 67
Abb. 51: Windgeschwindigkeit Jahresmittel 2001 A) Geopotential 500hPa und Bodendruck
normiert, B) Geopotential 500hPa und Bodendruck, C) Geopotential 500hPa normiert,
D) Geopotential 500hPa............................................................................................... 68
Abb. 52: Streudiagramm der SOM-Ergebnisse und des 7km-Laufs des CLM für die
Windgeschwindigkeit 2001........................................................................................... 69
Abb. 53: Gesamtniederschlag Jahressumme 2001 A) Geopotential 500hPa und Bodendruck
normiert, B) Geopotential 500hPa und Bodendruck, C) Geopotential 500hPa normiert,
D) Geopotential 500hPa............................................................................................... 71
Abb. 54: Jahressumme des Gesamtniederschlags 2001 in mm........................................... 72
Abb. 55: Verdunstung Jahressumme 2001, links: Geopotential 500hPa und Bodendruck
normiert, rechts: Geopotential 500hPa und Bodendruck .............................................. 73
Abb. 56: Verdunstung Jahressumme 2001, links: Geopotential 500hPa normiert, rechts:
Geopotential 500hPa ................................................................................................... 74
Abb. 57: Simulierte Jahressummen der Verdunstung 2001 ................................................. 74
Abb. 58: Niederschlagsverteilung in den einzelnen SOM-Klassen für GpSpn 2001. In
Dunkelblau ist der Tagesniederschlag und in Rot der konvektive Tagesniederschlag
dargestellt. Links oben: Karlsruhe, Rechts oben: Freudenstadt, Links unten: Michelstadt,
Rechts unten: Würzburg .............................................................................................. 76
Abb. 59: Niederschlagsverteilung in der SOM-Klasse GpSpn für 2001, A) Karlsruhe, B)
Freudenstadt, C) Michelstadt, D) Würzburg ................................................................. 77
Abb. 60: Vergleich des kontinuierlichen CLM 7km-Lauf mit SOM-Daten. Auf der x-Achse sind
die Daten des CLM7km aufgetragen, auf der y-Achse zum einen die Ergebnisse des
SOM-Verfahrens mit einem Tag und zum anderen die Ergebnisse des SOM-Verfahrens
mit einem 3-Tages-Zeitraum. Jede Grafik zeigt eine andere SOM-Variante GpSpn,
GpSp, Gpn und Gp. ..................................................................................................... 79
Abb. 61: Darstellung der Simulationsgebiete; blau: Gebiet des 7km-Laufs, rot: Gebiet des
2,8km-Laufs ................................................................................................................. 82
Abb. 62: Darstellung der Orographie, links CLM-Ausgabewerte mit 2,8km Auflösung, rechts
Daten der NOAA mit 1km Auflösung (NOAA, 2005) ..................................................... 83
Abb. 63: links: Differenz der Orographie von CLM 2,8km – NOAA-Daten 1.0km Auflösung
(NOAA, 2005); rechts: Differenz der Orographie von CLM7km – CLM2,8km ............... 83
Abb. 64: links: Bodenarten, rechts: Pflanzenbedeckungsgrad in Prozent............................. 84
Abb. 65: Differenzen der 2m-Temperatur CLM 7km – CLM 2,8km. Rot bedeutet CLM 7km
wärmer, blau: CLM 2,8km wärmer. Links: April 2001, rechts: Juli 2001........................ 85
Abb. 66: Monatsmittel für die 2m-Temperatur April 2001, links: Interpolierte DWDStationsbeobachtungen (DWD, 2005), rechts: Modellergebnisse des CLM 2,8km ....... 85
Abb. 67: Monatsmittel für die 2m-Temperatur Juli 2001, links: Interpolierte DWDStationsbeobachtungen (DWD, 2005), rechts: Modellergebnisse des CLM 2,8km ....... 86
Abb. 68: Monatsmittel der 2m-Temperatur für April bis September 2001 für A) Freudenstadt,
B) Karlsruhe, C) Michelstadt, D) Würzburg .................................................................. 87
Abb. 69: Streudiagramme der 2m-Temperatur April bis September 2001 ............................ 88
Abb. 70: Streudiagramme der 2m-Temperatur April bis September 2001 ............................ 89
Abb. 71: Taupunktstemperatur, linke Grafik: April 2001, rechte Grafik: Juli 2001 ................. 90
Abb. 72: Differenzen Taupunktstemperatur CLM 7km – CLM 2,8km links: April 2001, rechts:
Juli 2001 ...................................................................................................................... 90
Abb. 73: Monatsmittel der Taupunktstemperatur für April bis September 2001, A)
Freudenstadt, B) Karlsruhe, C) Michelstadt, D) Würzburg............................................ 91
Abb. 74: Streudiagramme der Taupunktstemperatur für April bis September 2001, A)
Freudenstadt, B) Karlsruhe, C) Michelstadt, D) Würzburg............................................ 92
Abb. 75: Simulierte Windgeschwindigkeit, linke Grafik: April 2001, rechte Grafik: Juli 2001. 93
Abb. 76: Differenzen Windgeschwindigkeit CLM 7km – CLM 2,8km links: April 2001, rechts:
Juli 2001 ...................................................................................................................... 94
Abb. 77: Monatsmittel des 10m-Windes April bis September für links: Freiburg, rechts:
Freudenstadt................................................................................................................ 94
Abb. 78: Monatsmittel des 10m-Windes April bis September für links: Michelstadt, rechts:
Tuttlingen ..................................................................................................................... 95
Abb. 79: Streudiagramm des 10m-Windes für A) Freiburg, B) Freudenstadt, C) Michelstadt,
D) Tuttlingen ................................................................................................................ 95
Abb. 80: Sechsmonatiges Mittel der Windgeschwindigkeit 2001 April bis September .......... 96
Abb. 81: Niederschlagssummen im April 2001, links: Interpolierte Karte aus
Stationsmeldungen (DWD, 2005), rechts: Ergebnisse des 2,8km-CLM-Laufs .............. 97
Abb. 82: Niederschlagssummen im Juli 2001, links: Interpolierte Karte aus
Stationsmeldungen (DWD, 2005), rechts: Ergebnisse des 2,8km-CLM-Laufs .............. 97
Abb. 83: Differenzen Gesamtniederschlag CLM 7km – CLM 2,8km links: April 2001, rechts:
Juli 2001 ...................................................................................................................... 98
Abb. 84: Monatssummen des Gesamtniederschlags von April bis September 2001 für A)
Freudenstadt, B) Karlsruhe, C) Michelstadt, D) Würzburg............................................ 99
Abb. 85: Streudiagramm des Gesamtniederschlags von April bis September für A)
Freudenstadt, B) Karlsruhe, C) Michelstadt, D) Würzburg.......................................... 100
Abb. 86: Sechsmonatiger Niederschlag April bis September 2001 .................................... 101
Abb. 87: Monatliche Verdunstungssumme links: April 2001, rechts: Juli 2001 ................... 102
Abb. 88: Differenzen der Verdunstungssumme CLM 7km – CLM 2,8km links: April 2001,
rechts: Juli 2001......................................................................................................... 102
Abb. 89: Verdunstungssummen für April bis September 2001 an den Stationen A)
Freudenstadt, B) Karlsruhe, C) Michelstadt, D) Würzburg.......................................... 103
Abbildung 90: Monatsmittel der 2m-Temperatur von Januar bis Dezember 2001 des 7kmLaufs.......................................................................................................................... 108
Abbildung 91: Monatsmittel der 2m-Temperatur von April bis Juli 2001 des 2,8km-Laufs .. 108
Abbildung 92: Monatsmittel der Taupunktstemperatur von Januar bis Dezember 2001 des
7km-Laufs .................................................................................................................. 109
Abbildung 93: Monatsmittel der Taupunktstemperatur von April bis Juli 2001 des 2,8kmLaufs.......................................................................................................................... 109
Abbildung 94: Monatsmittel der Windgeschwindigkeit von Januar bis Dezember 2001 des
7km-Laufs .................................................................................................................. 110
Abbildung 95: Monatsmittel der Windgeschwindigkeit von April bis Juli 2001 des 2,8km-Laufs
.................................................................................................................................. 110
Abbildung 96: Monatssummen des Gesamtniederschlags von Januar bis Dezember 2001
des 7km-Laufs ........................................................................................................... 111
Abbildung 97: Monatssummen des Gesamtniederschlags von April bis Juli 2001 des 2,8kmLaufs.......................................................................................................................... 111
Abbildung 98: Niederschlagsverteilung der SOM-Klassen für GpSp an der Station Karlsruhe
2001........................................................................................................................... 112
Abbildung 99: Niederschlagsverteilung im 3-Tages-Zeitraum der SOM-Klassen für GpSp an
der Station Karlsruhe 2001 ........................................................................................ 112
Abbildung 100: Niederschlagsverteilung der SOM-Klassen für Gpn an der Station Karlsruhe
2001........................................................................................................................... 112
Abbildung 101: Niederschlagsverteilung im 3-Tages-Zeitraum der SOM-Klassen für Gpn an
der Station Karlsruhe 2001 ........................................................................................ 113
Abbildung 102: Niederschlagsverteilung der SOM-Klassen für Gp an der Station Karlsruhe
2001........................................................................................................................... 113
Abbildung 103: Niederschlagsverteilung im 3-Tages-Zeitraum der SOM-Klassen für Gp an
der Station Karlsruhe 2001 ........................................................................................ 113
Abbildung 104: DWD – Klimakarte 2m-Temperatur links: April 2001, rechts: Juli 2001 (DWD;
2005) ......................................................................................................................... 114
Abbildung 105: DWD – Klimakarte 2m-Temperatur August 2001....................................... 114
Abbildung 106: DWD – Klimakarte Niederschlagshöhe in mm; links: April 2001, rechts: Juli
2001 (DWD; 2005) ..................................................................................................... 115
Abbildung 107: DWD- Klimakarte klimatische Wasserbilanz in mm; links: Juli 2001, rechts:
September 2001 (DWD, 2005)................................................................................... 115
Danksagung
Zunächst möchte ich mich bei Herrn Prof. Christoph Kottmeier dafür bedanken, dass er mir
ermöglicht hat, meine Diplomarbeit zu diesem Thema zu schreiben.
Ich möchte Herrn Dr. Gerd Schädler für die umfassende Betreuung und Hilfestellung bei
dieser Diplomarbeit danken, ebenso Dipl.-Met. Catherine Meißner für ihre Hilfe und Beratung
vor allem bei Fragen zum Modell und beim Korrekturlesen.
Vielen Dank möchte ich Frau Prof. Sarah Jones für die Übernahme des Koreferats sagen.
Danken möchte ich an dieser Stelle auch Dr. Michael Kunz für die Bereitstellung von
Messdaten.
Danke sagen möchte ich der CLM-Entwicklergruppe, insbesondere Herrn Dr. Rockel vom
GKSS Geesthacht und Herrn Dr. Böhm und Herrn Kücken vom Potsdam Institut für
Klimafolgenforschung, für die Bereitstellung der neuen Version des CLM.
Mein Dank geht auch an meine Kommilitonen Cand.Met. Kai Jellinghaus und Cand.Met.
Sabine Wohnsiedler, sowie an alle Mitglieder des Instituts, die mich im Laufe des Jahres
immer unterstützt haben.
Bedanken möchte ich mich bei meinen Eltern und meiner Schwester sowie bei meiner
Freundin, die mich im Laufe meines ganzen Studiums bedingungslos unterstützt haben.
Zum Schluss möchte ich all jenen danken, die in irgendeiner Weise zum Gelingen meines
Studiums und meiner Diplomarbeit beigetragen haben.
Erklärung
Hiermit versichere ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig verfasst und nur die
angegebenen Hilfsmittel verwendet habe. Außerdem erkläre ich mich einverstanden, dass
diese Arbeit in die Bibliothek aufgenommen wird und vervielfältigt werden darf.
Karlsruhe, im Oktober 2005
Michael Haller