Operation Schutzlinie – Fragen und Antworten

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Operation Schutzlinie – Fragen und Antworten
Operation Schutzlinie – Fragen und Antworten
Wie fing alles an?
Zwischen dem 12. Juni und 7. Juli schossen Hamas und andere Terrororganisationen im
Gazastreifen 300 Raketen auf israelische Zivilisten. Obwohl Israel große Zurückhaltung
übte und die Beendigung der Raketenangriffe forderte, feuerte die Hamas weiterhin
wahllos auf israelische Gemeinden und Städte. Kein Land der Welt würde diesen
Zustand akzeptieren und Israel ist da keine Ausnahme.
Nach drei Wochen der Zurückhaltung und unablässigem Raketenbeschuss, hatte Israel
keine Wahl, als zu reagieren, um die Sicherheit seiner Zivilbevölkerung
wiederherzustellen.
Hat Israel das Recht, auf die Angriffe der Hamas zu reagieren?
Israels Operation war ein Akt der Selbstverteidigung gegen die feindseligen Angriffe, die
von der Hamas initiiert und vorangetrieben wurden. Dieses Recht auf Selbstverteidigung
wurde im Übrigen von zahlreichen führenden Politikern, darunter US-Präsident Barack
Obama, der britische Premierminister David Cameron und UN-Generalsekretär Ban Kimoon, wiederholt bekräftigt.
Was ist Israels Ziel?
Das Hauptziel der Operation „Schutzlinie“ war und ist die endgültige Wiederherstellung
der Stabilität und Sicherheit für die Bürger Israels. Israel kann keine Situation akzeptieren,
in der Millionen seiner Bürger den Launen radikaler islamistischer Terrororganisationen
ausgesetzt sind und unter unmittelbarer Bedrohung stehen – mit einer Vorwarnzeit von
nur 15 Sekunden, um Schutz vor einschlagenden Geschossen zu finden.
Wie will Israel dieses Ziel erreichen?
Die einzige Möglichkeit, die Sicherheit für die Bürger Israels wiederherzustellen, liegt in
der Verfolgung der Hamas-Aggressoren, die sich tief im Gazastreifen verschanzen. Die
Operation „Schutzlinie“ hat zum Ziel, die Raketenvorräte der Hamas signifikant zu
verringern und die terroristische Infrastruktur, die gegen Israel eingesetzt wird, zu
zerstören. Israel sucht keine kurzfristige Übereinkunft, sondern eine langfristige Lösung
zum Schutz seiner Bürger.
Darum griff Israel im Rahmen der Operation gezielt mobile und versteckte
Raketenabschussstätten, Einrichtungen der Hamas-Führung, Angriffs- und
Schmuggeltunnel, Terrorzentren, Trainingsstätten, Kommunikationszentren,
Luftabwehrsysteme und andere Stätten an, die zu Terrorangriffen auf Israel genutzt
wurden.
Außenministerium des Staates Israel, 13.08.14
Was sind die langfristigen Ziele der Hamas?
Hamas ist hinsichtlich ihrer absoluten Ablehnung jeglicher Präsenz von Nicht-Muslimen
im Nahen Osten vergleichbar mit anderen radikalen dschihadistischen Bewegungen wie
al-Kaida, ISIS und Boko Haram. Daher überrascht es nicht, dass die Hamas enge
operative Beziehungen mit dschihadistischen Terroristen auf der Sinai-Halbinsel
unterhält, unter anderem, um Waffen zu schmuggeln. Ebenso wenig überrascht es, dass
sie Waffen und Unterstützung aus dem Iran erhält.
Der Ideologie der Hamas zufolge, hat Israel kein Existenzrecht. Das erklärte Ziel der
Hamas ist die Zerstörung des jüdischen Staats. Daran lässt die Charta der Organisation
keinen Zweifel. In ihr heißt es: „Die Hamas strebt danach, dass die Fahne Allahs über
jedem Zentimeter Palästinas weht“ (damit ist ganz Israel, das Westjordanland und der
Gazastreifen gemeint). Die Organisation propagiert außerdem eine antisemitische
Ideologie, die den Dschihad und die Ermordung von Juden verherrlicht.
Warum schießt die Hamas auf israelische Städte?
Die Taktik der Hamas, Raketen auf israelische Gemeinden zu schießen, endete nicht, als
Israel im Jahr 2005 den Gazastreifen vollständig räumte, sondern der Beschuss nahm
sogar zu.
Da die Hamas für die Vernichtung Israels kämpft, betrachtet sie jeden israelischen Mann,
jede Frau und jedes Kind als legitimes Ziel ihrer Terrorangriffe durch Raketen,
Selbstmordanschläge, Ermordungen und Entführungen.
Hamas-Führer haben wiederholt verkündet, dass „alle Israelis legitime Ziele
sind“ (Hamas-Sprecher Sami Abu-Zuhri, 8. Juli 2014).
In den vergangenen Jahren hat die Terrororganisation intensiv ihren Raketenbestand
aufgestockt, so dass die Zahl der Raketen, die auf israelische Städte gerichtet sind, bei
ungefähr 12.000 liegt.
Durch den Beschuss dichtbesiedelter Gegenden in Israel, haben die Hamas-Terroristen
den Tod möglichst vieler Zivilisten zum Ziel. Der wahllose Raketenbeschuss der Hamas
entspricht ihrer Ideologie, die Zivilisten als militärische Ziele betrachtet.
Warum wurden im Gazastreifen im Zivilisten getroffen?
Die zivilen Opfer im Gazastreifen sind eine direkte Folge der Taktik der Hamas, die
palästinensische Zivilbevölkerung als Schutzschilde ihrer Terroraktivitäten zu
missbrauchen. Die Hamas begeht auf zweierlei Weise Kriegsverbrechen, indem sie
absichtlich auf israelische Zivilisten zielt und gleichzeitig ihre Waffen, Anführer, Kämpfer
und Infrastruktur inmitten von unbeteiligten Zivilisten, in Schulen, Moscheen und
UNRWA-Schulen positioniert. Alle diese Fälle wurden gut dokumentiert. Die Hamas trägt
die volle Verantwortung für die zivilen Opfer im Gazastreifen.
Darüber hinaus investiert die Hamas all ihre Ressourcen in die Anschaffung und
Produktion von Waffen und Raketen für Angriffe gegen Israel, anstatt sich um das
Wohlergehen der Bevölkerung des Gazastreifens zu kümmern.
In einer Zurschaustellung der eklatanten Gleichgültigkeit gegenüber der Sicherheit seiner
eigenen Zivilbevölkerung, hat der Hamas-Innenminister im Gazastreifen die Bewohner
Operation Schutzlinie – Fragen und Antworten
Außenministerium des Staates Israel, 13.08.14
aufgefordert, Israels Warnungen vor bevorstehenden Angriffen zu ignorieren. Die Hamas
fordert die Bewohner auf, aktiv Schutzschilde zu bilden und setzt sie damit vorsätzlich
großer Gefahr aus.
Hinzu kommt, dass sämtliche Daten zu zivilen Opfern für gewöhnlich vom
Gesundheitsministerium im Gazastreifen zur Verfügung gestellt werden, das von der
Hamas kontrolliert wird. Darum sollten diese Angaben nur unter Vorbehalt rezipiert
werden. Unabhängige Experten, darunter eine Statistikexperte der BBC, haben auf den
ungewöhnlich hohen Anteil junger Männer im kampffähigen Alter unter den Opfern
hingewiesen und vermutet, dass es sich bei diesen tatsächlich um Terroristen gehandelt
habe.
Welche Maßnahmen ergreift Israel, um zivile Opfer im Gazastreifen zu vermeiden?
Israel hat alles in seiner Macht stehende unternommen, damit unbeteiligte Zivilisten
möglichst nicht zu Schaden kommen. So gab es strenge Vorgaben zur Auswahl
möglicher Angriffsziele. Anwohner wurden über bevorstehende Angriffe per Telefon,
SMS und Flugblätter, sowie durch Warnschüsse gewarnt.
Israel tat dies, auch wenn es signifikante taktische Nachteile nach sich zog wie den
Verzicht auf einen Angriff auf terroristische Verstecke oder Waffenlager, die sich
gefährlich nahe an Zivilisten befinden.
In dieser Art von asymmetrischem Konflikt, bei dem sich ein demokratischer Staat wie
Israel und eine mörderische Terrororganisation wie die Hamas gegenüberstehen, die
sich hinter der Zivilbevölkerung versteckt, ergeben sich viele operationelle Dilemmata.
Darum war Israel besonders vorsichtig, um innerhalb der Grenzen internationaler
Gesetze zu handeln und den demokratischen Werten zu entsprechen, an die es sich
gebunden hat.
Warum gibt es verhältnismäßig wenige Opfer auf israelischer Seite?
64 Soldaten wurden seit dem Beginn der Militäroperation am 8. Juli bei ihrem Kampf zum
Schutz der israelischen Bürger getötet. Zudem wurden drei Zivilisten durch Raketen und
Mörsergranaten getötet.
Wegen der zunehmenden Gefahr durch Raketenbeschuss hat Israel umfassend in die
Entwicklung eines doppelten Abwehrsystems für seine Bürger investiert. So erklärt sich
die verhältnismäßig geringe Zahl von Opfern – trotz der 3500 auf Israel abgefeuerten
Raketen.
1. Israel entwickelte das Raketenabwehrsystem „Eisenkuppel“ (Iron Dome), das sich
während des derzeitigen Konflikts als herausragender Schutz der israelischen
Bevölkerung erwiesen hat und die Leben Hunderter israelischer Zivilisten gerettet hat.
2. Israel hat ein ausgedehntes Netz an Schutzräumen errichtet und ein Frühwarnsystem
entwickelt, das es seinen Bürger ermöglicht, schnell Schutz zu finden, wenn Terroristen
ihre Raketen abschießen.
Gäbe es den effektiven Schutz durch das Raketenabwehrsystem und die Schutzräume
nicht, wäre die Zahl israelischer Opfer in diesem Konflikt sehr hoch.
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Außenministerium des Staates Israel, 13.08.14
Gibt es eine Blockade des Gazastreifens?
Nein, es gibt keine israelische „Blockade“ des Gazastreifens. Vier Jahre lang wurde die
Einfuhr aller Güter in den Gazastreifen, mit Ausnahme von Waffen und Geräten, die von
Terroristen verwendet werden könnten, genehmigt. Nicht nur Lebensmittel, Medizin,
Benzin und Hilfsgüter wurden durch die Übergänge von Israel in den Gazastreifen
gebracht, sondern auch Konsumgüter aller Art.
Darüber hinaus teilt der Gazastreifen auch eine Grenze mit Ägypten. Ägypten, nicht
Israel, kontrolliert den Grenzübergang Rafah im südlichen Gazastreifen.
Was hat Israel getan, um der Zivilbevölkerung im Gazastreifen zu helfen?
Israel hat enorme Anstrengungen unternommen, um die Einfuhr von Hilfsgütern auch
während der Kampfhandlungen aufrecht zu erhalten. Ermöglicht wurde so die Einfuhr
von etwa 2000 LKW-Ladungen mit circa 40.000 Tonnen Lebensmittel, Medikamenten
und weiteren lebensnotwendigen Gütern während der wochenlangen Kämpfe.
Israel hielt die Übergänge zum Gazastreifen sogar dann offen, als diese direkt von
terroristischen Organisationen beschossen wurden, zuletzt mit mehreren Hundert
Raketen auf den Übergang Kerem Shalom, den wichtigsten Übergang für Güterverkehr.
Israel hat darüber hinaus immer wieder humanitäre Feuerpausen während der Kämpfe
eingeräumt, um der Zivilbevölkerung im Gazastreifen die Möglichkeit zu geben, sich zu
versorgen und in sichere Gegenden umzuziehen. Obwohl diese Feuerpausen zum Wohl
der Bewohner des Gazastreifens erklärt wurden, hat die Hamas jede einzelne davon
gebrochen.
Warum war es so schwer, eine Waffenruhe zu erreichen?
Das Haupthindernis für die Beendigung der Gewalt ist der Unwillen der Hamas, dies zu
tun. Die Erfahrung der Hamas ist bislang, dass sie von der internationalen Gemeinschaft
für ihre Verstöße gegen moralische Prinzipien und internationales Recht nicht zur
Rechenschaft gezogen wird.
Die Hamas hat einen unrealistischen Forderungskatalog vorgelegt und nutzt diesen als
Vorwand, um ihre Angriffe auf Israel fortzusetzen. Die Zivilbevölkerung auf beiden Seiten
ist die Leidtragende der Kompromisslosigkeit der Hamas.
Immer wieder wies die Hamas Angebote für eine Waffenruhe zurück. Wann immer Israel
eine humanitäre Feuerpause zum Wohle der Zivilbevölkerung erklärte, verletzte die
Hamas diese und fuhr mit Raketenbeschuss und Versuchen, israelische Soldaten zu
entführen, fort.
Während aller Anläufe, die Situation zu deeskalieren, wiederholten die Führer der Hamas
und ihre Sprecher ihre Drohungen, weiterhin israelische Städte anzugreifen. Der
fehlende gute Wille der Hamas wurde deutlich, als kurz vor Eintritt einer 72-stündigen
Waffenruhe an 10. August eine Langstreckenrakete auf Tel Aviv geschossen wurde
(womit sich die Hamas rühmte).
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Außenministerium des Staates Israel, 13.08.14
Warum ist es wichtig, den Gazastreifen zu demilitarisieren?
Obwohl die Hamas schon seit Jahren ihre Raketen auf israelische Zivilisten feuerte, hat
die jüngste Konfrontation das volle Ausmaß der Terror-Infrastruktur im Gazastreifen
offengelegt. Die Hamas hat ein riesiges Waffenarsenal erworben und produziert,
bestehend aus Raketen unterschiedlicher Reichweiten, sowie Panzerabwehrgeschossen,
großen Mengen Sprengstoffs, Terrortunneln zu Angriffszwecken und zahllosen leichteren
Waffen.
Um zu verhindern, dass die Terrororganisationen sich mit noch tödlicheren Waffen
ausstatten, was unvermeidlich zu erneuten Kämpfen führen würde, muss der
Gazastreifen demilitarisiert werden.
Dieses Ansinnen wird sowohl von den USA als auch der Europäischen Union unterstützt.
In ihrer Entscheidung vom 22. Juli erklärten die Außenminister der EU, dass „alle
Terrorgruppen im Gazastreifen entwaffnet werden müssen“.
Warum ist es wichtig, den Güterverkehr in den Gazastreifen zu kontrollieren?
Die riesige Terror-Infrastruktur, die im Gazastreifen in den letzten Jahren entwickelt
wurde, war nur dadurch möglich, dass Subventionen und Rohmaterial missbraucht
wurden, die für zivile Zwecke bestimmt waren. Dadurch wurde die Notwendigkeit einer
Kontrolle des Einsatzes von Ressourcen überdeutlich, damit diese nicht für militärische
Zwecke genutzt werden.
Das Ausmaß der Terror-Infrastruktur bestätigte die Einschätzungen israelischer
Geheimdienste und rechtfertigt zugleich Israels Forderung, die Kontrolle insbesondere
der sogenannten „dual-use-goods“ (also sowohl zivil als auch militärisch einsetzbarer
Güter) wie Zement und anderen Baumaterialien zu erhöhen, da diese für den Bau
beispielsweise der Terrortunnel verwendet wurden.
Darum bedarf es paradoxerweise verschärfter Kontrollen, um den Fluss des
Güterverkehrs in den Gazastreifen zu erhöhen. Es müssen bessere Mechanismen
eingerichtet werden, um sicherzustellen, dass sich die Terrororganisationen nicht so
leicht wiederbewaffnen, und dass das gelieferte Baumaterial nicht in die Konstruktion von
Angriffstunneln und Raketenlagern investiert wird.
Sind die derzeitigen Ereignisse Teil des Kreislaufs der Gewalt?
Man könnte versucht sein, die gegenwärtige Auseinandersetzung als neueste Runde in
einem imaginären „Kreislauf der Gewalt“ zu sehen. Diese Beschreibung verfehlt einen
entscheidenden Punkt:
Israel hat den Gazastreifen im Jahr 2005 komplett geräumt und erhebt auf das Gebiet
keinen Anspruch, abgesehen von dem Wunsch, dass er sich zu einem friedvollen und
blühenden Nachbarn entwickeln möge. Wenn die Hamas und andere Terrororganisation
ihren Waffen niederlegten, hätte Israel keinen Anlass zu reagieren.
Anstelle der Entwicklung des Gazastreifens hat die Hamas gewaltsam die Kontrolle über
das Gebiet an sich gerissen, es in eine Terrorbasis verwandelt und eine Terrordiktatur
installiert, deren Ziel die Zerstörung Israels ist.
(Außenministerium des Staates Israel, 13.08.14)
Operation Schutzlinie – Fragen und Antworten
Außenministerium des Staates Israel, 13.08.14