barfuß zum Schulsport

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barfuß zum Schulsport
Auszug aus dem Forumsbeitrag zum Thema "Barfuß zum Schulsport"
Vgl: http://www.barfusspark.info/aktionen/b_sport/b_sport.htm
Zahlreiche Sportler wissen und sind überzeugt davon, dass nackte Füße beste
Voraussetzungen und Bedingungen für die Ausübung vieler Sportarten in Schule und Verein
bilden, in der Halle ebenso wie im Freien!
Wir gründen diese Überzeugung auf folgende drei Sachverhalte:
1) Sich barfuß zu bewegen schafft Wohlbefinden;
2) Barfüße sind in vielen Sportarten einfach überlegen - und Schuhe sind objektiv
hinderlich, weil sie Gefühl und Bewegungsfreiheit der Füße behindern;
3) Barfußsport erbringt positive Folgewirkungen für den ganzen Körper.
Wo ist "das Problem"?
Während es vor Jahren noch in weiten Teilen der Bundesrepublik und ihrer Nachbarländer
üblich und weitgehend selbstverständlich war, dass eine ganze Reihe von Sportarten
grundsätzlich oder zumindest häufig barfuß ausgeübt und in vielen Schulen große Teile des
Schulsports auf nackten Füßen absolviert wurden, gibt es offensichtlich inzwischen aufgrund
verschiedenster Ursachen eine Entwicklung dahin, dass die Barfußsportlerin und der
Barfußsportler jeglichen Alters zur Seltenheit werden könnten.
Zu den Ursachen hierfür mögen die aggressiven Werbestrategien der um ihre Marktanteile
besorgten Sportschuh - Hersteller ebenso gehören wie Bedenken überbesorgter Eltern und
die kurzfristige Denkweise der jedes erdenkliche Risiko ausschließen wollenden
Gemeindeunfallversicherungsträger und Sportstättenbetreiber.
Mancherorts scheint auch eine schwer erklärliche diffuse Barfußfeindlichkeit zu herrschen.
Im Vereinssport ist zumindest die Ausübung bestimmter Disziplinen - Jazztanz, Turnen /
Gymnastik, alle asiatischen Kampfsportarten, Beachvolleyball - oft noch barfuß üblich, doch
selbst hier finden "Schläppchen" und Spezialschuhe immer wieder Anhänger (= Träger).
Worum geht es dabei ?
Die Füße des Menschen sind entwicklungsgeschichtlich betrachtet die Fortbildung
weitgehend gleichartiger Greifwerkzeuge wie die Hände (vgl. die mit dem Menschen
entwicklungsgeschichtlich verwandten Affen). Aufgrund des Erwerbs des aufrechten Ganges
durch den Menschen haben Hände und Füße unterschiedliche Funktionen bekommen und
sich
in
ihrer
Form
auf
diese
Funktionen
optimal
eingestellt.
So hat zum Beispiel die Fähigkeit zum Greifen bei den Füßen an Bedeutung verloren, ist aber
nach wie vor existent. Sie wird nicht mehr vorrangig zum Klettern benötigt, ist aber zur
Sicherung der Standfestigkeit unerlässlich. Auch das Ertasten im Sinne eines Erfühlens des
Untergrunds hat seine Bedeutung behalten, während das Abrollen, Abdrücken und
Abspringen als wesentliche Funktionen hinzugekommen sind.
1) Sich barfuß zu bewegen schafft Wohlbefinden
Nur wenige Menschen laufen heute noch bewusst und häufig barfuß. Seit jedoch die
Fußreflexzonenmassage an Popularität gewonnen hat, ist vielen wieder stärker bekannt,
dass von den Fußsohlen zahlreiche Nervenbahnen zu nahezu allen Körperorganen abgehen.
Diese geben auch bei jedem Schritt auf bloßen Sohlen vielfache Sinneseindrücke an das
Zentralnervensystem weiter, die eine optimale Steuerung des Zusammenspiels aller am Fuß
befindlichen Muskeln ermöglichen sollen. Barfußläufer(innen) erleben auf jedem
Untergrund intensiv ihre "Erdung"; die Intensität der durch die Fußsohlen übermittelten
Sinneseindrücke erschließt geradezu eine eigene Dimension von Empfindungen (dazu
gehören viele positiv - "beglückende", aber gelegentlich auch schmerzhafte). Außerdem wird
ein Gefühl der Entspannung erzeugt.
"Ich finde es sehr erfrischend und angenehm ... Und das Gefühl in den Füßen nach so einer
Sportdoppelstunde ist super, man merkt es noch ein paar Stunden später." (Melli, 16 J.)
In der Summe alldessen entsteht also Wohlbefinden. Etwas Fußpflege nach der
barfußsportlichen Betätigung (Waschen, Eincremen) vermag dieses noch zu steigern.
Der Effekt ist zwar nach Laufen oder Gehen auf (wechselnden) Naturböden intensiver
ausgeprägt als auf den Parkett- oder Kunststoffböden von Turnhallen - aber auch dort ist er
deutlich spürbar !
2) Barfüße sind in vielen Sportarten beschuhten überlegen
Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass sich barfuß bewegende Menschen in der Harmonie
ihrer Bewegungsabläufe Schuhträger übertreffen müssen !
Daher gelingen verschiedenste Bewegungsabläufe flüssiger, eleganter, harmonischer und
bewegungsangemessener - ohne "Klotz am Bein" ! Bei verschiedensten Bewegungsabläufen
übernehmen die Füße auch (für den Sportler oft unbewusst) eine "führende" Rolle,
unbeschuht sind sie dazu viel sensibler in der Lage. Auch die Fähigkeit zum (Er-)Tasten und
Greifen bringt im Zusammenhang vieler Sportarten erhebliche Vorteile.
In Schuhen aller Art - auch solchen mit dünnsten Sohlen ("Schläppchen") - liegen diese
Fähigkeiten weitgehend lahm und verkümmern. Schuhe mit festen Sohlen bewirken darüber
hinaus, dass die Muskulatur der Füße nicht ausreichend stimuliert wird - ihre
Leistungsfähigkeit bleibt hinter ihren Möglichkeiten weit zurück !
Dabei gibt es nur ganz wenige Sportarten, bei denen die Leistungsfähigkeit Füße so gut wie
keine Rolle spielt !
3) Barfußsport erbringt positive Folgen für den ganzen Körper
Die Leistungsfähigkeit der Füße ergibt sich, wie schon dargestellt, aus ihrer (angeborenen)
Konstruktion und dem antrainierten Zustand ihrer Muskeln. Bei den sogenannten
"Naturvölkern" sind die bei uns weit verbreiteten Fußschäden unbekannt, weil sie vom
Zeitpunkt des Laufenlernens an bei jedem Bewegen barfuß ihre Fußmuskeln ganz
selbstverständlich trainieren und deren Leistungsfähigkeit steigern bzw. erhalten.
In den Industrieländern bewegen sich die Menschen vom Laufenlernen an in aller Regel
ohnehin zu wenig - und das dann auch noch mit in Schuhen eingesperrten Füßen. Logische
Folge ist ein unzureichender Trainingseffekt für die Fußmuskulatur.
Zu schwache Muskeln und Bänder - nicht selten gepaart mit zu hohem Körpergewicht führen zu Fehlstellungen der Füße und Fußgelenke, die sich in Folge des aufrechten Ganges
zwangsläufig auf Knie, Hüften und Lendenwirbelsäule übertragen. Probleme mit diesen
Gelenken haben deshalb sehr häufig ihre Ursache in ungenügend trainierten Fußmuskeln.
Barfußlaufen - nicht nur - beim Sport hilft beim Vermeiden dieser schmerzhaften, viel zu oft
an Behinderungen heranreichenden Haltungsschäden.
Was wiegen dagegen z. B. die schon von Pfarrer Kneipp widerlegten Bedenken, man könne
sich barfuß erkälten etc. (siehe unten)? Barfußsport leistet - ohne irgendwelchen Aufwand
oder Kosten - einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Fußmuskulatur - und damit des
gesamten Bewegungsapparates !
Aufgrund der klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa bietet der Hallensport außerdem in
Wintermonaten eine der wenigen Möglichkeiten, die Füße aus dem fußschweißtreibenden
"Gefängnis" der Schuhe auf Zeit zu befreien und ihnen Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.
"Ich glaube einfach, dass es sehr angenehm und erfrischend sein kann, wenn man an einem
langen Schultag mal zwei Stunden lang barfüßig laufen kann, in der Turnhalle ist ja richtig
viel Platz und man kann sich schön frei bewegen. Es ist sicher ein superangenehmes Gefühl,
im Winter steckt man ja den restlichen Tag über in festen Schuhen, da sind zwei Stunden
Auszeit einfach klasse" (Julia, 16 J.) [….]
Spricht auch etwas dagegen ?
Bei aller Begeisterung für den Sport auf bloßen Sohlen wissen wir freilich auch, dass es
Argumente gibt, die für das Schuhetragen beim Sport sprechen können
Aus unserer Sicht lassen sich darunter mehr und weniger ernst zu nehmende unterscheiden.
Zu den schlechteren Argumenten z. B. gehört die Mär von der Ansteckungsgefahr mit
Fußpilz, da dieser ohnehin nur im feuchtwarmen Klima von Schuhen gedeihen kann.
Regelmäßiges Barfußlaufen trocknet ihn aus und raubt ihm jede Chance !
In diesem Kontext wird neuerdings auch gerne die Ansteckungsgefahr mit Warzen
hochgespielt - die verursachenden Viren können eine kräftige Hornhaut allerdings kaum
durchdringen. Die Warzen können zwar etwas hartnäckiger sein, sind aber auch erfolgreich
zu bekämpfen.
Schmutzige Böden schließlich hinterlassen zwar tatsächlich ihre Spuren an nackten Füßen,
aber sich hinterher zu waschen und einzucremen sollte ohnehin selbstverständlich sein (s. o.
Wohlbefinden) - und ist auch für die Schweißfüße der Schuhträger dringendst zu empfehlen.
Der Schmutz wird übrigens zu großem Teil mit den Sportschuhen in die Sportstätte getragen!
Eine andere häufig benutzte Argumentation beinhaltet die Furcht vor Erkältung, die durch
Unterkühlung begünstigt wird und ohnehin nur im Winter in Frage kommen könnte. Ein ganz
einfaches Mittel hiergegen ist ausreichend Bewegung während des Sporttreibens - sie
fördert
die
Durchblutung
und
erwärmt
den
Körper
(einschl.
Füße).
Dafür müssen freilich Übungsleiter und Lehrer dann sorgen!
Regelmäßiges Barfußlaufen übers Jahr auch im Freien stärkt außerdem ganz immens das
Immunsystem und die Wärmeproduktion des Körpers und hilft schon dadurch bei der
Erkältungsabwehr - wie Pfarrer Kneipp schon lehrte!
Auch die Gefahr, bei der Ausübung von bestimmten Sportspielen mit engem Körperkontakt
vom beschuhten Mitspieler / Gegner verletzt zu werden, ist unfraglich vorhanden - z. B. bei
Fuß, Hand- oder Basketball. Wenn die anderen nicht davon zu überzeugen sind, auch barfuß
anzutreten, bleibt wohl für diese Phase (sie bildet vermutlich nur einen Teil der gesamten
Übungseinheit) sicherheitshalber nur das Tragen von Schuhen über.
Da schon bei Kindern und Jugendlichen erhebliche Schwächen und Vorschädigungen der
Füße beobachtet werden müssen, ist auf dem harten Boden von Turnhallen eine behutsame
Eingewöhnungsphase in den Barfußsport sinnvoll.
Tatsächlich ist nachgewiesen und leicht einsichtig, dass bei abrupter Landung auf hartem
Boden nach Sprungbewegungen die Füße ein Vielfaches des Körpergewichtes abfangen
müssen - für durch schwache Muskulatur geschädigte Füße Gift.
Gut gedämpfte Schuhe könnten da tatsächlich hilfreich sein. Auch hier sind im Kern
Übungsleiter und Sportlehrer gefragt, Bedingungen zu schaffen, die Barfüße solchen
Belastungen nicht aussetzen: z. B. indem bei den Sprüngen im Turnen nicht nur dämpfende
Matten zur Landung bereit liegen (das ist wohl ohnehin selbstverständlich), sondern auch
das Weiterlaufen nach der Landung statt des Stands erlaubt ist, da so die Abfangbelastungen
für die Gelenke sehr stark reduziert werden.
Aufbauende Übungen zur Stärkung der Fußmuskulatur würden dieses noch sinnvoll
ergänzen.
Bliebe am Ende dieses Teils noch die Frage an alle die, die immer noch skeptisch sind :
wie bitte soll sich am häufig schon vorhandenen traurigen Zustand der Fußmuskulatur je
etwas ändern, wenn damit nicht wenigstens im Sport systematisch, engagiert und barfuß
damit begonnen wird ?