Amazon-AV - Naturheilzentrum

Transcription

Amazon-AV - Naturheilzentrum
Gesundheit des
Regenwaldes
Amazon-AV
Therapeuten -Information
®
Die im vorliegenden Dokument enthaltenen Aussagen sind von
der Bundesbehörde zur Überwachung von Nahrungs- und Arzneimitteln nicht ausgewertet. Die in diesem Dossier der PflanzenDatenbank enthaltenen Informationen sind lediglich für Zwecke
der Bildung, der Unterhaltung und der Information bestimmt.
Diese Informationen sind nicht für die Verwendung bei Diagnose, Verschreibung oder der Ersetzung einer ordnungsgemäßen
medizinischen Versorgung gedacht.
Die im vorliegenden Dokument beschriebenen Pflanzen sind
nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu behandeln, zu heilen, zu diagnostizieren, zu lindern oder zu verhindern. Bitte beachten Sie
bezüglich der Verwendung dieses Dossiers der Pflanzen-Datenbank und der Website Raintree Nutrition www.rain-tree.com.
Inhaltsverzeichnis
Seite
Amazon-AV
Einnahmeempfehlung.............................................................................................................. 4
Bittermelone (Momordica charantia)....................................................................................... 4
Inhaltsstoffe.......................................................................................................................4 - 49
Clavillia (Mirabilis jalapa)...................................................................................................... 10
Jergon Sacha (Dracontium loretense)..................................................................................... 18
Mullaca (Physalis angulata).................................................................................................... 13
Carqueja (Baccharis genistelloides) (Kreuzstrauch)................................................................ 21
Amargo (Quassia amara)........................................................................................................ 26
Chancapiedra (Phyllanthus niruri, amarus)............................................................................ 30
Mutamba (Guazuma ulmifolia).............................................................................................. 41
Anamu (Petiveria alliacea)...................................................................................................... 45
Seite Gesundheit des Regenwaldes
Amazon-AV
Amazon AV ist eine Kombination aus 9 Pflanzen, bei denen unabhängig voneinander auf der ganzen
Welt wirksame pharmakologische Prozesse nachgewiesen wurden.
Weitere Informationen zu den einzelnen Inhaltsstoffen in Amazon A-V erhalten Sie auf den folgenden
Seiten. Jede der Regenwaldpflanzen in dieser fachgerechten Zusammensetzung wurde nachhaltig im Regenwald von Amazonien geerntet. Dieses Produkt enthält weder Bindemittel, Füllmittel noch Hilfsstoffe
und besteht zu 100% aus fein gemahlenen natürlichen Pflanzen. Dieses Produkt ist durch die Raintree’s
Unconditional Guarantee (uneingeschränkte Garantie der Raintree-Corp.) abgesichert.
Inhaltsstoffe: Eine firmeneigene Mischung aus Bittermelone, Clavillia, Mullaca, Jergon Sacha, Carqueja,
Amargo, Chancapiedra, Mutamba und Anamu.
Empfohlene Anwendung: Nehmen Sie dreimal täglich 3 bis 4 Kapseln.
Gegenanzeigen: Nicht einnehmen bei Schwangerschaft oder in der Stillzeit.
Wechselwirkungen des Arzneimittels: nicht bekannt.
Andere ärztliche Beobachtungen: Einige Inhaltsstoffe dieser Zusammensetzung haben bedeutende
in-vitro antimikrobielle Eigenschaften gezeigt. Die Ergänzung der Ernährung mit Probiotika und Verdauungsenzymen (Serrazimes; beWell energy+; Vitality MicroFlor) wird angeraten, falls dieses Produkt
länger als 15 Tage eingenommen wird.
Bittermelone (Momordica charantia)
Familie: Cucurbitaceae
Momordica
Gattung: Pflanzenart: Charantia
Synonyme: Momordica chinensis, M. elegans, M.
indica, M. operculata, M. sinensis, Sicyos fauriei
Bekannte Namen: Bittermelone, Papailla, melao de
sao caetano, Bittergurke, Balsamapfel, Balsambirne,
karela, k‘u kua kurela, kor-kuey, ku gua, pava-aki,
salsamino, sorci, sorossi, sorossie, sorossies, pare, peria
laut, peria
Verwendeter Teil: die gesamte Pflanze, Frucht,
Samen.
Hauptwirkungen
Tötet Bakterien ab
Tötet Viren ab
Zerstört Krebszellen
Zerstört Leukämiezellen
Beugt Tumoren vor
Behandelt Diabetes
Senkt den Blutzucker
Senkt den Blutdruck
Senkt die Körpertemperatur
Optimiert das Cholesterin
Andere Wirkungen
Reduziert Entzündungen
Bekämpft freie Radikale
Stärkt die Libido
Ist blutreinigend
Entgiftet
Treibt Würmer aus
Bringt Hormone ins Gleichgewicht
Stärkt die Immunität
Sanft abführend
Fördert den Milchfluss
Seite Anwendung der Kräutermedizin
bei den Stämmen
In Amazonien pflanzen Ortsansässige und einheimische Stämme Bittermelone in ihren Gärten als Nahrung und Medizin an. Sie geben die Frucht und/oder
die Blätter zu Bohnen und Suppe, um einen bitteren
oder sauren Geschmack zu erhalten; indem man sie
mit etwas Salz vorkocht, wird der bittere Geschmack
weggenommen. In medizinischer Hinsicht hat die
Pflanze bei den Einheimischen von Amazonien eine
lange Verwendungsgeschichte. Ein aus den Blättern
zubereiteter Tee wird bei Diabetes, zum Austreiben
von Darmgasen, zur Förderung der Menstruation und
als antivirales Mittel bei Masern, Hepatitis und bei
fiebrigen Leiden angewandt. Äußerlich wird sie bei
Wunden, Blessuren und Infektionen und innerlich und
äußerlich bei Würmern und Parasiten angewandt.
In der brasilianischen Kräuterheilkunde wird die Bittermelone bei Tumoren, Blessuren, Rheuma, Malaria,
Scheidenausfluss, Entzündung, Menstruationsbeschwerden, Diabetes, Koliken, Fieber und Würmen
angewandt. Sie wird ebenfalls eingesetzt, um eine
Abtreibung einzuleiten und als Aphrodisiakum. Sie
wird in einem Heilmittel für die Haut zur äußeren
Anwendung zubereitet, um Vaginitis, Hämorrhoiden,
Krätze, juckenden Hautausschlag, Ekzeme, Leprose
und andere Hautprobleme zu behandeln.
In Mexiko wird die gesamte Pflanze bei Diabetes und
Dysenterie verwendet; die Wurzel ist ein anerkanntes
Aphrodisiakum. In der Kräuterheilkunde von Peru
werden die Blätter oder die oberirdischen Teile der
Pflanze verwendet, um Masern, Malaria und alle Arten
von Entzündungen zu behandeln. In Nicaragua werden
die Blätter allgemein bei Magenschmerzen, Diabetes,
Fieber, Erkältungen, Husten, Kopfschmerzen, Malaria,
Hauterkrankungen, Menstruationsstörungen, Schmerzen, Bluthochdruck, Infektionen und zur Unterstützung bei der Entbindung verwendet.
Pflanzenchemikalien
Bittermelone enthält ein Spektrum an biologisch
wirksamen, pflanzlichen Chemikalien einschließlich
Triterpene, Proteine und Steroide.
Bei einer Chemikalie wurde klinisch die Fähigkeit
zur Hemmung von Enzym Guanylyl-Cyclase nachgewiesen, von der man annimmt, dass sie mit der
Ursache von Psoriasis verbunden und ebenfalls für das
Wachstum von Leukämie- und Krebszellen notwendig
ist. Außerdem hat ein in der Bittermelone gefundenes
Protein, Momordin, klinisch eine Wirkung gegen
Krebs bei Morbus Hodgkin bei Tieren aufgezeigt.
Andere Proteine in der Pflanze, Alpha- und BetaMomorcharin und Cucurbitacin B, wurden auf eine
mögliche Wirksamkeit gegen Krebs getestet. Ein
chemisches Analogon dieser Bittermelonenproteine
wurde entwickelt, patentiert und „MAP-30“ genannt;
seine Entwickler haben berichtet, dass es in der Lage
war, das Wachstum von Prostatatumoren zu hemmen.
Es wurde ebenfalls berichtet, dass zwei dieser Proteine
– Alpha- und Beta-Momorcharin – HIV-Viren in
Reagenzglasstudien hemmten. In einer Studie zeigten
Zellen, die mit Alpha- und Beta-Momorcharin behandelt wurden, einen fast vollständigen Rückgang
des Virusantigens, während die gesunden Zellen weitestgehend unbeeinträchtigt blieben.
Der Erfinder von MAP-30 hat ein weiteres Patent
angemeldet, in dem es heißt, dass es „bei der Behandlung von Tumoren und HIV-Infektionen nützlich…“
war. Eine weitere klinische Studie zeigte, dass die
Antiviruswirkung von MAP-30 sich in-vitro auch auf
das Herpesvirus bezog.
In zahlreichen Studien wurden mindestens bei drei unterschiedlichen Gruppen von Bestandteilen, die in allen
Teilen der Bittermelone gefunden wurden, klinisch
hypoglykämische (blutzuckersenkende) Eigenschaften
oder andere Wirkungen von potentiellem Nutzen bei
Diabetes mellitus nachgewiesen. Diese Chemikalen,
die den Blutzucker senken, umfassen eine Mischung
aus steroidalen Saponinen, die als Charantin, insulinähnliche Peptide und Alkaloide bekannt sind. Der
hypoglykämische Effekt äußert sich eher in der Frucht
der Bittermelone, wo diese Chemikalen in größerer
Menge gefunden werden.
Alkaloide, Charantin, Charine, Cryptoxanthin, Cucurbitine, Cucurbitacine, Cucurbitane, Cycloartenols,
Diosgenin, Elaeostearic-Säure, Erythrodiol, Galacturonic-Säure, Gentacide, Goyaglykoside, Goyasaponine,
Guanylate Cyclase-Hemmer, Gypsogenein, Hydroxytryptamine, Karounidiole, Lanosterol, Lauric-Säure,
Linoleic-Säure, Linoloenic-Säure, Momorcharasides,
Momorcharins, Momordenol, Momordicilin, Momordicine, Momordicinine, Momordicoside, Momordin,
Multiflorenol, Myristic-Säure, Nerolidol, Oleanolic-Säure, Oleic-Säure,Oxalic-Säure, Pentadecane,
Peptide, Petroselenic-Säure, Polypetide, Proteine,
Ribosome-inaktivierende Proteine, Rosmarin-Säure,
Rubixanthin, Spinasterol, Steroidal Gykoside, Stigmasta-diols, Stigmasterol, Taraxerol, Trehalose, TrypsinBlocker, Uracil, Vacine, V-insulin, Verbascoside, Vicine,
Zeatin, Zeatinriboside, Zeaxanthin, Zeinoxanthin
werden alle in der Bittermelone gefunden.
Seite Biologische Wirksamkeit und
klinische Forschung
Bis heute haben fast 100 In-vivo-Studien die blutzuckersenkende Wirkung dieser bitteren Frucht
aufgezeigt. Die Frucht hat ebenfalls die Fähigkeit
zur Verstärkung der Aufnahme von Glukose durch
die Zellen, die Förderung der Insulinabgabe und die
Potenzierung der Wirkung von Insulin gezeigt. In
weiteren In-vivo-Studien haben sowohl die Frucht als
auch die Samen der Bittermelone eine Reduzierung
des Gesamtcholesterins aufgezeigt. In einer Studie
wurden erhöhte Cholesterin- und Triglyceridwerte
bei diabetischen Ratten nach einer Behandlung von
10 Wochen auf den Normwert zurückgebracht.
In mehreren In-vivo-Studien wurde die Antitumorwirkung der gesamten Pflanze der Bittermelone nachgewiesen. In einer Studie hemmte ein Wasserextrakt
das Wachstum eines Prostatakarzinoms bei Ratten; aus
einer weiteren Studie wurde berichtet, dass ein Heißwasserextrakt der gesamten Pflanze die Entwicklung
von Brustdrüsentumoren bei Mäusen hemmte. In
zahlreichen In-vivo-Studien wurde ebenfalls die Wirksamkeit der Bittermelone gegen Krebs und Leukämie
bei zahlreichen Zelllinien, einschließlich Leberkrebs,
Leukämie beim Menschen, Melanom und solides
Sarkom nachgewiesen.
Bei der Bittermelone, wie auch bei mehreren ihrer
isolierten pflanzlichen Chemikalien, wurde in-vitro
eine antivirale Wirksamkeit gegen zahlreiche Viren,
einschließlich Epstein-Barr, Herpes und HIV-Viren
dokumentiert. Bei einer In-vivo-Studie steigerte ein
Blattextrakt die Resistenz gegenüber Virusinfektionen,
hatte eine immunstimulierende Wirkung bei Menschen und Tieren und erhöhte die Interferonproduktion und die natürliche Killerzellaktivität.
Zusätzlich zu diesen Eigenschaften haben die Blattextrakte der Bittermelone ein breites Spektrum an antimikrobieller Aktivität gezeigt. Verschiedene Extrakte
der Blätter haben in-vitro antibakterielle Aktivitäten
gegen E. coli, Staphylokokken, Pseudomonas, Salmonellen, Streptobacillus und Streptokokken gezeigt; es
wurde nachgewiesen, dass ein Extrakt der gesamten
Pflanze antiprotozoale Wirkung gegen Entamoeba
histolytica besitzt. Bei der Frucht und dem Fruchtsaft
wurde die gleiche Art antibakterieller Eigenschaften
nachgewiesen und in einer weiteren Studie wies ein
Fruchtextrakt eine Wirkung gegen die Magengeschwür
verursachende Helicobacter pulori Bakterien auf.
In vielen In-vivo klinischen Studien wurde die relativ
geringe Toxizität aller Teile der Bittermelonenenpflanze bei oraler Einnahme nachgewiesen. Jedoch wurde
Toxizität und sogar das Ableben bei Labortieren gemeldet, wenn die Extrakte intravenös injiziert wurden.
Andere Studien haben nachgewiesen, dass Extrakte der
Frucht und des Blattes (oral eingenommen) während
der Schwangerschaft ungefährlich waren. Die Samen
haben jedoch die Fähigkeit gezeigt, Schwangerschaftsabbrüche bei Ratten und Mäusen einzuleiten und bei
der Wurzel wurde nachgewiesen, dass sie bei Tieren
uterusstimulierend ist. Die Frucht und das Blatt der
Bittermelone haben in-vivo eine empfängnisverhütende Wirkung bei weiblichen Tieren gezeigt und bei
männlichen Tieren die Spermaproduktion negativ
beeinflusst.
Hauptanwendungen:
Bei Krebs
Bei Virusinfektionen (HIV, Herpes,
Epstein Barr, Hepatitis, Grippe und
Masern)
Bei bakteriellen Infektionen (Staphylo-
kokken, Streptokokken und Salmonellen)
Als ein bitteres verdauungsförderndes
Mittel (bei Verdauungsstörung und träger
Verdauung)
Bei Diabetes
Eigenschaften/durch Untersuchungen
nachgewiesene Wirkung:
antibakteriell, Krebs entgegenwirkend, empfängnisverhütend, Leukämie entgegenwirkend, antiprotozoal,
Tumoren entgegenwirkend, antiviral, hypoglykämisch,
immunstimulierend
Andere Eigenschaften/durch traditionelle
Anwendung nachgewiesene Wirkung:
antimykotisch, entzündungshemmend, gegen Malaria, antiparasitär, antiseptisch, bitter, Mittel gegen
Blähungen (treibt Gase hinaus), verdauungsanregend,
fiebersenkend (senkt Fieber), hypotensiv (senkt den
Blutdruck), milchtreibend (fördert den Milchfluss),
menstruationsanregend, abführend, Wurmmittel
(treibt Würmer aus), Wundheilmittel
Vorsicht: Kann den Blutzuckerspiegel senken.
Gegenanzeigen: Bittermelone ist traditionell als
abtreibendes Mittel verwendet worden und ist es wurde eine schwache uterusstimlulierende Wirksamkeit
nachgewiesen, deshalb ist es während der Schwangerschaft kontraindiziert.
Seite Es wurde nachgewiesen, dass diese Pflanze die Fruchtbarkeit sowohl bei Männern als auch bei Frauen
vermindert und sollte deshalb nicht von denjenigen
angewandt werden, die sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen oder eine Schwangerschaft
anstreben.
Die wirksamen Chemikalien in der Bittermelone können über die Muttermilch übertragen werden; deshalb
ist sie bei Frauen in der Stillzeit kontraindiziert.
Alle Teile der Bittermelone (insbesondere die Frucht
und die Samen) haben in zahlreichen In-vivo-Studien
nachgewiesen, dass sie den Blutzuckerspiegel senken.
Als solches ist sie bei Personen mit Hypoglykämie
kontraindiziert. Diabetiker sollten ihren Arzt zu Rate
ziehen, bevor sie diese Pflanze anwenden, diese mit
Vorsicht verwenden und ihren Blutzuckerspiegel
regelmäßig überwachen, da die Dosierung der Insulinmedikation eventuell angepasst werden muss.
Obwohl alle Teile der Pflanze eine wirksame antibakterielle Wirkung gezeigt haben, hat keiner eine
Wirkung gegen Pilze oder Hefepilze gezeigt. Eine
langfristige Verwendung dieser Pflanze kann im Absterben der freundlichen Bakterien resultieren, was
zu einem opportunistischen übermäßigen Wachstum
von Hefepilzen (Candida) führen kann. Ein Absetzen
der Anwendung der Pflanze (alle 21-30 Tage für eine
Woche) kann gerechtfertigt und das Hinzufügen von
Probiotika zur Ernährung kann hilfreich sein, wenn
diese Pflanze länger als 30 Tage eingenommen wird.
Zheng, Y. T., et al. “Alpha-momorcharin inhibits HIV-1 replication
in acutely but not chronically infected T-lymphocytes.” Zhongguo
Yao Li Xue Bao. 1999; 20(3): 239-43.
Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Bittermelone
Takemoto, D. J., et al. “Purification and characterization of a cytostatic factor from the bitter melon Momordica charantia.” Prep.
Biochem. 1982; 12(4): 355-75.
Zur Verfügung stehende Unterlagen und Untersuchungen von Dritten Parteien bezüglich Bittermelone
können unter PubMed gefunden werden. Eine teilweise Auflistung der veröffentlichten Untersuchungen
bezüglich Bittermelone ist nachstehend dargelegt:
Antimikrobielle Wirkung
(Virus, Bakterien, Pilze):
Vashishta, A., et al. „In vitro refolded napin-like protein of Momordica charantia expressed in Escherichia coli displays properties of
native napin.“ Biochim. Biophys. Acta. 2006; 1764(5): 847-55.
Das, P., et al. „Screening of antihelminthic effects of Indian plant
extracts: a preliminary report.“ J. Altern. Complement. Med. 2006
Apr; 12(3): 299-301.
Schmourlo, G., et al. “Screening of antifungal agents using ethanol
precipitation and bioautography of medicinal and food plants.” J.
Ethnopharmacol. 2005 Jan; 96(3): 563
Jiratchariyakul, W., et al. „HIV inhibitor from Thai bitter gourd.“
Planta Med. 2001 Jun; 67(4): 350-3.
Frame, A. D., et al. “Plants from Puerto Rico with anti-Mycobacterium tuberculosis properties.” P. R. Health Sci. J. 1998; 17(3):
243–52.
Khan, M. R., et al. “Momordica charantia and Allium sativum:
Broad spectrum antibacterial activity.” Korean J. Pharmacog. 1998;
29(3): 155–58.
Bourinbaiar, A. S., et al. “The activity of plant-derived antiretroviral
proteins MAP30 and GAP31 against Herpes simplex virus in
vitro.” Biochem. Biophys. Res. Commun. 1996; 219(3): 923–29.
Omoregbe, R. E., et al. “Antimicrobial activity of some medicinal
plants’ extracts on Escherichia coli, Salmonella paratyphi and Shigella dysenteriae.” Afr. J. Med. Med. Sci. 1996; 25(4): 373–75.
Lee-Huang, S., et al. “Inhibition of the integrase of human
immunodeficiency virus (HIV) type 1 by anti-HIV plant proteins MAP30 and GAP31.” Proc. Natl. Acad. Sci. 1995; 92(19):
8818–22.
Dong, T. X., et al. “Ribosome inactivating protein-like activity in
seeds of diverse Cucurbitaceae plants.” Indian J. Exp. Biol. 1993;
25(3): 415–19.
Zhang, Q. C. “Preliminary report on the use of Momordica charantia extract by HIV patients.” J. Naturopath. Med. 1992; 3: 65–9.
Hussain, H. S. N., et al. “Plants in Kano ethomedicine: Screening
for antimicrobial activity and alkaloids.” Int. J. Pharmacog. 1991;
29(1): 51–6.
Huang, T. M., et al. “Studies on antiviral activity of the extract of
Momordica charantia and its active principle.” Virologica. 1990;
5(4): 367–73.
Lee-Huang, S. “MAP 30: A new inhibitor of HIV-1 infection and
replication.” FEBS Lett. 1990; 272(1–2): 12–18.
Takemoto, D. J. “Purification and characterization of a cytostatic
factor with anti-viral activity from the bitter melon.” Prep. Biochem.
1983; 13(4): 371–93.
Wirkung gegen Krebs & zytotoxische Wirkung:
Hwang, Y., et al. „Momordin I, an inhibitor of AP-1, suppressed
osteoclastogenesis through inhibition of NF-kappaB and AP-1 and
also reduced osteoclast activity and survival.“ Biochem. Biophys.
Res. Commun. 2005 Nov; 337(3): 815-23.
Yasui, Y., et al. “Bitter gourd seed fatty acid rich in 9c,11t,13tconjugated linolenic acid induces apoptosis and up-regulates the
GADD45, p53 and PPARgamma in human colon cancer Caco-2
cells.” Prostaglandins Leukot. Essent. Fatty Acids. 2005 Aug;
73(2): 113-9.
Ike, K., et al. “Induction of interferon-gamma (IFN-gamma) and
T helper 1 (Th1) immune response by bitter gourd extract.” J. Vet.
Med. Sci. 2005; 67(5): 521-4.
Nagasawa, H., et al. “Effects of bitter melon (Momordica charantia) or ginger rhizome (Zingiber offifinale Rosc.) on spontaneous
mammary tumorigenesis in SHN mice.” Am. J. Clin. Med. 2002;
30(2–3): 195–205.
Kim, J. H., et al. “Induction of apoptosis by momordin I in promyelocytic leukemia (HL-60) cells.” Anticancer Res. 2002 May-Jun;
22(3): 1885-9.
Seite Tazzari, P. L., et al. “An Epstein-Barr virus-infected lymphoblastoid
cell line (D430B) that grows in SCID-mice with the morphologic features of a CD30+ anaplastic large cell lymphoma, and is
sensitive to anti-CD30 immunotoxins.” Haematologica. 1999;
84(11): 988-95.
Lee, D. K., et al. “Momordins inhibit both AP-1 function and cell
proliferation.” Anticancer Res. 1998 Jan-Feb; 18(1A): 119-24.
Terenzi, A., et al. “Anti-CD30 (BER=H2) immunotoxins containing the type-1 ribosome-inactivating proteins momordin and
PAP-S (pokeweed antiviral protein from seeds) display powerful
antitumor activity against CD30+ tumor cells in vitro and in SCID
mice.” Br. J. Haematol. 1996; 92(4): 872–79.
Bolognesi, A., et al. “Induction of apoptosis by ribosome-inactivating proteins and related immunotoxins.” Int. J. Cancer. 1996
Nov; 68(3): 349-55.
Battelli, M. G., et al. “Toxicity of ribosome-inactivating proteinscontaining immunotoxins to a human bladder carcinoma cell line.”
Int. J. Cancer. 1996 Feb; 65(4): 485-90.
Lee-Huang, S., et al. “Anti-HIV and anti-tumor activities of recombinant MAP30 from bitter melon.” Gene. 1995; 161(2):151–56.
Cunnick, J. E., et al. “Induction of tumor cytotoxic immune cells
using a protein from the bitter melon (Momordica charantia).”
Cell Immunol. 1990 Apr; 126(2): 278-89.
Zhu, Z. J., et al. “Studies on the active constituents of Momordica
charantia l.” Yao. Hsueh. Hsueh. Pao. 1990; 25(12): 898–903.
Stirpe, F., et al. “Selective cytotoxic activity of immunotoxins
composed of a monoclonal anti-Thy 1.1 antibody and the ribosome-inactivating proteins bryodin and momordin.” Br. J. Cancer.
1988 Nov; 58(5): 558-61.
Takemoto, D. J., et al. “Purification and characterization of a cytostatic factor with anti-viral activity from the bitter melon. Part
2.” Prep Biochem. 1983; 13(5): 397-421.
Takemoto, D. J., et al. “The cytotoxic and cytostatic effects of the
bitter melon (Momordica charantia) on human lymphocytes.”
Toxicon. 1982; 20: 593–99.
Takemoto, D. J., et al. “Guanylate cyclase activity in human leukemic and normal lymphocytes. Enzyme inhibition and cytotoxicity
of plant extracts.” Enzyme. 1982; 27(3): 179–88.
Takemoto, D. J., et al. “Partial purification and characterization of
a guanylate cyclase inhibitor with cytotoxic properties from the
bitter melon (Momordica charantia).” Biochem. Biophys. Res.
Commun. 1980; 94(1): 332–39.
Claflin, A. J., et al. “Inhibition of growth and guanylate cyclase activity of an undifferentiated prostate adenocarcinoma by an extract
of the balsam pear (Momordica charantia abbreviata).” Proc. Natl.
Acad. Sci. 1978; 75(2): 989–93.
Vesely, D. L., et al. “Isolation of a guanylate cyclase inhibitor from
the balsam pear (Momordica charantia abbreviata).” Biochem.
Biophys. Res. Commun. 1977; 77(4): 1294–99.
Antidiabetische & hypoglykämische Wirkung:
Omar, S., et al. „Hypoglycemic effect of the seeds of Momordica
charantia.“ Fitoterapia. 2007; 78(1): 46-7.
Ojewole, J., et al. „Hypoglycaemic and hypotensive effects of Momordica charantia Linn (Cucurbitaceae) whole-plant aqueous extract in rats.“ Cardiovasc. J. S. Afr. 2006 Sep-Oct; 17(5): 227-32.
Mahomoodally, M., et al. „Effect of exogenous ATP on Momordica
charantia Linn. (Cucurbitaceae) induced inhibition of d-glucose,
l-tyrosine and fluid transport across rat everted intestinal sacs in
vitro.“ J. Ethnopharmacol. 2006 Sep 26;
Lans, C. „Ethnomedicines used in Trinidad and Tobago for urinary
problems and diabetes mellitus.“ J. Ethnobiol. Ethnomedicine.
2006 Oct 13; 2:45.
Chuang, C., et al. „Fractionation and identification of 9c, 11t,
13t-conjugated linolenic acid as an activator of PPARalpha in
bitter gourd (Momordica charantia L.).“ J. Biomed. Sci. 2006
Nov; 13(6): 763-72.
Krawinkel, M., et al. „Bitter gourd (Momordica charantia): A
dietary approach to hyperglycemia.“ Nutr. Rev. 2006; 64(7 Pt 1):
331-7.
Harinantenaina, L., et al. „Momordica charantia constituents and
antidiabetic screening of the isolated major compounds.“ Chem.
Pharm. Bull. 2006; 54(7): 1017-21.
Abd El Sattar, E., et al. „Some toxicological studies of Momordica
charantia L. on albino rats in normal and alloxan diabetic rats.“ J.
Ethnopharmacol. 2006 Nov; 108(2): 236-42.
Yibchok-Anun. S., et al. „Slow acting protein extract from fruit pulp
of Momordica charantia with insulin secretagogue and insulinomimetic activities.“ Biol. Pharm. Bull. 2006 Jun;29(6):1126-31.
Jung, M., et al. „Antidiabetic agents from medicinal plants.“ Curr.
Med. Chem. 2006; 13(10): 1203-18.
Kumar, G., et al. „Effect of bitter gourd and spent turmeric on
constituents of glycosaminoglycans in different tissues in streptozotocin induced diabetic rats.“ Mol. Cell. Biochem. 2006 Jun;
286(1-2) :53-8.
Reyes, B., et al. „Anti-diabetic potentials of Momordica charantia
and Andrographis paniculata and their effects on estrous cyclicity
of alloxan-induced diabetic rats.“ J. Ethnopharmacol. 2006 Apr;
105(1-2): 196-200.
Khan, B., et al. „Hypogylcemic activity of aqueous extract of some
indigenous plants.“ Pak. J. Pharm. Sci. 2005; 18(1): 62-4.
Zheng, Z.X., et al. “The hypoglycemic effects of crude polysaccharides extract from Momordica charantia in mice.” Wei Sheng Yan
Jiu. 2005 May; 34(3): 361-3.
Reyes, B. A., et al. “Anti-diabetic potentials of Momordica charantia
and Andrographis paniculata and their effects on estrous cyclicity of
alloxan-induced diabetic rats.” J. Ethnopharmacol. 2005 Nov 16;
Sathishsekar, D., et al. “Beneficial effects of Momordica charantia
seeds in the treatment of STZ-induced diabetes in experimental
rats.” Biol. Pharm. Bull. 2005; 28(6): 978-83.
Shetty, A. K., et al. “Effect of bitter gourd (Momordica charantia)
on glycaemic status in streptozotocin induced diabetic rats.” Plant
Foods Hum. Nutr. 2005 Sep; 60(3): 109-12.
Kumar Shetty, A., et al. “Bitter gourd (Momordica charantia)
modulates activities of intestinal and renal disaccharidases in
streptozotocin-induced diabetic rats.” Mol. Nutr. Food Res. 2005;
49(8): 791-6.
Chaturvedi, P., et al. “Effect of Momordica charantia on lipid
profile and oral glucose tolerance in diabetic rats.” Phytother. Res.
2004; 18(11): 954-6.
Vikrant, V., et al. “Treatment with extracts of Momordica charantia
and Eugenia jambolana prevents hyperglycemia and hyperinsulinemia in fructose fed rats.” J. Ethnopharmacol. 2001; 76(2):
139–43.
Miura, T., et al. “Hypoglycemic activity of the fruit of the Momordica charantia in type 2 diabetic mice.” J. Nutr. Sci. Vitaminol.
2001; 47(5): 340–44.
Raza, H., et al. “Modulation of xenobiotic metabolism and oxi-
Seite dative stress in chronic streptozotocin-induced diabetic rats fed
with Momordica charantia fruit extract.” J. Biochem. Mol. Toxicol.
2000; 14(3): 131–39.
Ahmad, N., et al. “Effect of Momordica charantia (Karolla) extracts
on fasting and postprandial serum glucose levels in NIDDM patients.” Bangladesh Med. Res. Counc. Bull. 1999; 25(1): 11–13.
Ahmed, I., et al. “Effects of Momordica charantia fruit juice on
islet morphology in the pancreas of the streptozotocin-diabetic
rat.” Diabetes Res. Clin. Pract. 1998; 40(3): 145–51.
Sarkar, S., et al. “Demonstration of the hypoglycemic action of
Momordica charantia in a validated animal model of diabetes.”
Pharmacol. Res. 1996; 33(1): 1–4.
Ali, L., et al. “Studies on hypoglycemic effects of fruit pulp, seed
and whole plant of Momordica charantia on normal and diabetic
model rats.” Planta Med. 1993; 59(5): 408–12.
Akhtar, M. S. “Trial of Momordica charantia Linn (Karela) powder in patients with maturity-onset diabetes.” J. Pak. Med. Assoc.
1982; 32(4): 106–7.
Cholesterinsenkende & antioxidantive Wirkung:
Nerurkar, P., et al. „Lipid lowering effects of Momordica charantia
(Bitter Melon) in HIV-1-protease inhibitor-treated human hepatoma cells, HepG2.“ Br. J. Pharmacol. 2006 Aug; 148(8): 1156-64.
Chan, L. L., et al. “Reduced adiposity in bitter melon (Momordica
charantia)-fed rats is associated with increased lipid oxidative enzyme activities and uncoupling protein expression.” J. Nutr. 2005;
135(11): 2517-23.
Chen, Q., et al. “Reduced adiposity in bitter melon (Momordica
charantia) fed rats is associated with lower tissue triglyceride and
higher plasma catecholamines.” Br. J. Nutr. 2005; 93(5): 747-54.
Hsieh, C. L., et al. “Inhibitory effect of some selected nutraceutic
herbs on LDL glycation induced by glucose and glyoxal.” J. Ethnopharmacol. 2005 Dec; 102(3): 357-63.
Chaturvedi, P. “Role of Momordica charantia in maintaining the
normal levels of lipids and glucose in diabetic rats fed a high-fat and
low-carbohydrate diet.” Br. J. Biomed. Sci. 2005; 62(3): 124-6.
Sathishsekar, D., et al. “Antioxidant properties of Momordica
charantia (bitter gourd) seeds on streptozotocin induced diabetic
rats.” Asia Pac. J. Clin. Nutr. 2005; 14(2): 153-8.
Ansari, N. M., et al. “Antioxidant activity of five vegetables traditionally consumed by South-Asian migrants in Bradford, Yorkshire,
UK.” Phytother. Res. 2005; 19(10): 907-11.
Senanayake, G.V. et al. “The effects of bitter melon (Momordica
charantia) extracts on serum and liver lipid parameters in hamsters
fed cholesterol-free and cholesterol-enriched diets.” J. Nutr. Sci.
Vitaminol. 2004 Aug; 50(4): 253-7.
Ahmed, I., et al. “Hypotriglyceridemic and hypocholesterolemic
effects of anti-diabetic Momordica charantia (Karela) fruit extract
in streptozotocin-induced diabetic rats.” Diabetes Res. Clin. Pract.
2001; 51(3):155–61.
Jayasooriya, A. P., et al. “Effects of Momordica charantia powder on
serum glucose levels and various lipid parameters in rats fed with
cholesterol-free and cholesterol-enriched diets.” J. Ethnopharmacol. 2000; 72 (1–2): 331.
Wirkung gegen Geschwüre:
Dengiz, G. O., et al. “Effects of Momordica charantia L. (Cucurbitaceae) on indomethacin-induced ulcer model in rats.” Turk. J.
Gastroenterol. 2005 Jun; 16(2): 85-88.
Yesilada, E., et al. “Screening of Turkish anti-ulcerogenic folk remedies for anti-Helicobacter pylori activity.” J. Ethnopharmacol.
1999; 66(3): 289–93.
Empfängnisverhütende Wirkung:
Girini, M. M., et al. “Effect of graded doses of Momordica charantia
seed extract on rat sperm: scanning electron microscope study.” J.
Basic Clin. Physiol. Pharmacol. 2005; 16(1): 53-66.
Bhakuni, D. S., et al. “Screening of Indian plants for biological activity: Part XIII.” Indian J. Exp. Biol. 1988; 26(11): 883RY–904
Koentjoro-Soehadi, T., et al. “Perspectives of male contraception
with regards to Indonesian traditional drugs.” Proc. Second National Congress of Indonesian Society of Andrology. 1982; Aug.
2–6: 12.
Dixit, V. P., et al. “Effects of Momordica charantia fruit extract on
the testicular function of dog.” Planta Med. 1978; 34: 280–86.
Prakash, A. O., et al. “Screening of Indian plants for antifertility
activity.” Indian J. Exp. Biol. 1976; 14: 623–626.
Stepka, W., et al. “Antifertility investigation on Momordica.”
Lloydia. 1974; 37(4): 645c
Jamwal, K. S., et al. “Preliminary screening of some reputed abortifacient indigenous plants.” Indian J. Pharmacy 1962; 24: 218–20.
Seite 10
Clavillia (Mirabilis jalapa)
Familie: Nyctaginaceae
Gattung: Mirabilis
Pflanzenart: Jalapa
Synonyme: Mirabilis lindheimeri, M. dichotoma,
M. odorata
Bekannte Namen: Clavillia, four-o’clocks, jalap, maravilla, bonina, boa-noite, bonita, a’bbass, beauty of the
night, belle de nuit, bella di notte, buenas tardes, bunga
pukul empat, dondiego de noche, false jalap, flower of
a’bbas, gecesefase, geje safa, gulabbas, gulbank, gulbas,
isabelitta, morning rose, marvel of Peru, nodja, noche
buena, numera, pathrachi, sanji phuli, segerat, slavelilla,
tiare moe, tzu mo li, ubat jerawat, zi mo li
Verwendeter Teil: Blätter, Wurzel, Blumen
Anwendung der Kräutermedizin
bei den Stämmen
Die Einheimischen von Amazonien erfreuen sich an
der Schönheit der Clavillia Blumen genauso wie die
Stadtbewohner und pflanzen sie oft in ihren Gärten.
Sie setzen die Pflanze auch medizinisch ein.
Die uransässigen Peruaner verwenden einen Wurzelsud als harntreibendes Mittel; die Shipibo-Conibo
Indios geben die Blumen ins Bad, um Erkältungen
und Schnupfen zu behandeln.
In Brasilien inhalieren die Kayapo Indios die getrockneten Blumen als Schnupftabak gegen Kopfschmerzen
und verwenden einen Wurzelsud, um Wunden auszuwaschen und Hautbeschwerden wie z.B. Leprose, zu
behandeln.
Die Assurani Indios in Brasilien zerdrücken die Samen,
um sie als ein Pfeffergewürz bei Nahrungsmitteln zu
verwenden und reiben die knollige Wurzel in kaltes
Wasser und trinken es gegen Darmparasiten.
Die Leute des Orissa Stammes, Indien, mahlen die
Wurzeln der Pflanze zu einer Paste mit schwarzem
Pfeffer und nehmen sie oral gegen Konjunktivitis ein.
Sie wenden ebenfalls den Saft der Blätter bei Pilzinfektionen der Haut an.
Diese Praktiken der Einheimischen treiben die Präsenz
der Clavillia bei Kräuterheilkundeverfahren auf der
ganzen Welt an. In Peru wird die Pflanze und/oder
Wurzelknolle als harntreibendes Mittel, Abführmittel
und Darmreiniger verwendet. Der Saft der Blumen
wird für das Abräumen von Herpeswunden und bei
Ohrenschmerzen verwendet.
In der brasilianischen Kräuterheilkunde wird eine
Paste aus dem Blatt und der Blume hergestellt und bei
Erkrankungen der Haut, wie z.B. Juckreiz, Ekzeme,
Herpes, Hautflecken und Hautinfektionen angewandt.
Der Saft der Wurzel wird bei Ohrenschmerzen ins
Ohr getreufelt.
Die Brasilianer verwenden die Wurzel auch, um Würmer, Darmparasiten, Leukorrhö, Ödeme, Diarrhöe,
Dysenterie, Bauchkolik, Syphilis und Lebererkrankungen zu behandeln. In Mexiko wird die gesamte
Pflanze ausgekocht und bei Dysenterie, Scheidenausfluss, infizierten Wunden und Bienen- sowie Skorpionstichen angewandt.
In den Vereinigten Staaten wird die Pflanze bei Mumps,
Knochenfrakturen und als eine Uterusstimulanz für
eine Beschleunigung der Entbindung benutzt.
Pflanzenchemikalien
Eine chemische Analyse der Clavillia zeigt, dass sie
reich an vielen wirksamen Verbindungen ist; dazu
gehören Triterpene, Proteine, Flavonoide, Alkaloide
und Steroide.
Von besonderem Interesse für Forscher ist eine Gruppe
der aminosäurebasierten Proteine, genannt mirabilis
antiviral proteins (MAPs). Diese Chemikalien haben
besondere antivirale und antimykotische Wirkungen
gezeigt. Sie werden in den Samen, Wurzeln und den
jungen Sprossen produziert und helfen der Pflanze,
sich gegen verschiedene Pflanzenviren und aus dem
Boden stammende Pilze zu schützen.
1994 wurde einem japanischen Tabakunternehmen ein
US Patent auf die MAPs bei Clavillia zuerkannt, da sie
bei dem Schutz wirtschaftlich wichtiger Ernten (wie
z.B. Tabak, Mais und Kartoffeln) einer großen Anzahl
von Pflanzenviren (wie z.B. Tabakmosaikvirus, Blattfleckenvirus und Wurzelfäulnisvirus) wirksam war.
Forscher in Hong Kong haben einen weiteren MAP
in den Wurzeln der Clavillia mit der gleichen antiviralen Wirkung isoliert und ebenfalls festgestellt: „ Es
wurde nachgewiesen, dass der MAP eine abtreibende
[Abtreibung verursachende] Wirkung bei trächtigen
Mäusen, eine hemmende Wirkung auf zellfreie Proteinsynthesen und eine antiproliferate Wirkung auf
Tumorzellen besitzt.“
Die in Clavillia gefundenen MAPs haben gezeigt, dass
sie zellulare Prozesse in Viruszellen hemmen.
Die höchste Konzentration von MAPs wird in den
Samen der Pflanze gefunden, gefolgt von den Wurzeln
Seite 11
und dann den Blättern. Die Samen sind jedoch eine
bedeutende Quelle anderer Peptidchemikalien mit
Wirkungen, die den neurotoxischen Peptiden ähnlich
sind, die in Spinnengift gefunden werden.
Diese Peptide sind in der gleichen Klassifizierung (und
agieren ähnlich) wie ein anderes, aus Pflanzen abgeleitetes toxisches Peptid, Rizin (das jetzt als biologische
Waffe eingesetzt wird). Im Vergleich zu Rizin jedoch
sind die Peptide der Clavillia nur ungefähr 1/30stel mal
so giftig. Aufgrund dieser Giftigkeit werden die Samen
im Allgemeinen jedoch nicht in den Kräuterheilkundeverfahren angewandt (trotz der Unterlagen der
Forscher bezüglich der bedeutenden antimikrobiellen
Wirkung, die ihr zugeschrieben werden).
Die Hauptchemikalien der Clavillia umfassen: Alanin,
Alpha-Amyrin, Arabinose, Beta-Amyrin, Betalaminsäure, Betanin, Brassicasterol, Beta-sitosterol, 2-carbosyarabinitol, Capesterol, Daucosterol, D-Glucan,
Dopamine, Hexacosan-1-ol, Indicaxanthin, Isobetanin,
6-Methoxyboeravinon C, Methylabronisoflavone,
Mirabilis antiviral proteins, Mirabilispeptide, Miraxanthine, n-Dotriacontane, n-Hentriacontane, n-Heptacosane, n-Hexacosane, n-Nonacosane, n-Octacosane,
n-Pentacosane, n-Pentatriacontane, n-Tetracosane,
n-Tetratriacontane, n-Triacontane, n-Tricosane, n-Tritriacontane, Oleanolic-Säure, Stigmasterol, Weinsäure, Trigonellin, Tryptophan, Ursolsäure und Vulgaxanthin I.
Biologische Wirksamkeit und
klinische Forschung
Die Pflanze und die Wurzel haben zusätzlich zu den
antiviralen Wirkungen der MAPs weitere biologische
Wirksamkeit gezeigt. Im Jahr 2001 haben Forscher
neue phenolhaltige Zusammensetzungen in Clavillia
gefunden, die in-vitro eine Wirkung gegen die Hefepilze Candida albicans aufgewiesen haben. Ein Heißwasserextrakt der Blume, der Blätter und der Wurzel
der Clavillia hat eine antimykotische Wirksamkeit
bei einer weiteren In-vitro-Studie gezeigt. Andere
Untersuchungen bezüglich der Blätter und der Zweige
der Clavillia haben keine antimikrobiellen Wirkung
bestätigt, deshalb werden diese Eigenschaften wahrscheinlich nur der Wurzel der Pflanze zugeschrieben.
Bei frühen Untersuchungen hat die Wurzel der Pflanze
(in Wasser- und Äthanolextrakten) ebenfalls eine
geringe uterusstimulierende Wirkung bei Ratten und
eine krampflösende Wirkung bei Meerschweinchen
gezeigt.
Gegenwärtige praktische
Anwendungen
Clavillia, die liebliche, süß-riechende Zierde hat ihren
Platz auch in den Verfahren der Kräuterheilkunde
auf der ganzen Welt verdient; ihr Spektrum an biologischen Wirksamkeiten unterstützt auch weiterhin
ihre weltweite Verwendung bei Viren, Pilzen und
Hefepilzen. Da die meisten Untersuchungen, die die
Wirksamkeit dieser Pflanze umgeben, in den letzten
zehn Jahren vorgenommen wurden, werden wahrscheinlich weitere Ergebnisse in Bezug auf die Kraft
und Vielseitigkeit noch weitere ihrer einheimischen
Verwendungen erklären und neue Anwendungsmöglichkeiten für sie ans Licht bringen. Heutzutage wird
Clavillia im Allgemeinen als ein antivirales Kräutermittel gegen Herpes, Hepatitis, Grippe und andere
Viren der oberen Atemwege sowie bei Candida und
Hefepilzinfektionen eingesetzt.
Hauptanwendungen:
Als ein Breitbandantibiotikum für
bakterielle, Pilz- und Virusinfektionen
Bei Candida und Hefepilzinfektionen
Als ein darmreinigendes und abführendes Mittel
Bei Hautproblemen (Ekzemen, Dermatitis,
Akne, Hautausschlägen, Leberflecken,
Hautpilz, Flechtengrind)
Bei Scheidenausfluss, Infektionen und
sexuell übertragbaren Krankheiten
Eigenschaften/durch Untersuchungen
nachgewiesene Wirkung:
abtreibend, antibakteriell, wirkt gegen Candida, gegen
Pilze, antiviral, krampflösend, uterusstimulierend
Andere Eigenschaften /durch traditionelle
Anwendung nachgewiesene Wirkung:
antidysenterisch, antiparasitär, windtreibend (treibt
Gase aus), Entgiftungsmittel, verdauungsanregend,
harntreibend, abführend (starkes Abführmittel),
Tonikum (mildert und stärkt die gesamten Körperfunktionen und gleicht diese aus), Wurmmittel (treibt
Würmer aus), Wundheilmittel
Vorsicht: Nicht während der Schwangerschaft anwenden.
Seite 12
Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Clavillia
Alle verfügbaren Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Clavillia können unter PubMed gefunden
werden. Eine teilweise Auflistung der veröffentlichten
Untersuchungen bezüglich Clavillia ist nachstehend
dargelegt:
Antimikrobielle Wirkung
(Virus, Bakterien, Pilze und Hefepilze):
Bolognesi, A. et al. “Ribosome-inactivating and adenine polynucleotide glycosylase activities in Mirabilis jalapa L. tissues.” J. Biol.
Chem. 2002; 277(16) 13709–16.
Yang, S. W., et al. “Three new phenolic compounds from a manipulated plant cell culture, Mirabilis jalapa.” J. Nat. Prod. 2001;
64(3): 313–17.
Vivanco, J. M., et al. “Characterization of two novel type 1 ribosome-inactivating proteins from the storage roots of the Andean crop
Mirabilis expansa.” Plant Physiol. 1999; 119(4): 1447–56.
Dimayuga, R. E., et al. ”Antimicrobial activity of medicinal plants
from Baja California Sur (Mexico).” Pharmaceutical Biol. 1998;
36(1): 33–43.
De Bolle, M. F., et al. “Antimicrobial peptides from Mirabilis jalapa
and Amarantus caudatus: expression, processing, localization and
biological activity in transgenic tobacco.” Plant Mol. Biol. 1996;
31(5): 993–1008.
Kataoka, J., et al. “Adenine depurination and inactivation of plant
ribosomes by an antiviral protein of Mirabilis jalapa (MAP).” Plant
Mol. Biol. 1992; 20(6): 111–19.
Wong, R. N., et al. “Characterization of Mirabilis antiviral protein—a ribosome inactivating protein from Mirabilis jalapa L.”
Biochem. Int. 1992; 28(4): 585–93.
Cammue, B. P., et al. “Isolation and characterization of a novel class
of plant antimicrobial peptides from Mirabilis jalapa L. seeds.” J.
Biol. Chem. 1992; 267(4): 2228–33.
Caceres, A., et al. “Plants used in Guatemala for the treatment of
dermatophytic infections. Screening for antimycotic activity of 44
plant extracts.” J. Ethnophamacol. 1991; 31(3): 263–76.
Kusamba, C., et al. “Antibacterial activity of Mirabilis jalapa seed
powder.” J. Ethnopharmacol. 1991; 35(2): 197–99.
Caceres, A., et al. “Screening of antimicrobial activity of plants
popularly used in Guatemala for the treatment of dermatomucosal
diseases.” J. Ethnopharmacol. 1987; 20(3): 223–37.
Krampflösende Wirkung:
Dhar, M. L., et al. “Screening of Indian plants for biological activity:
Part I.” Indian J. Exp. Biol. 1968; 6: 232–47.
Seite 13
Mullaca (Physalis angulata)
Familie: Solanaceae
Physalis
Gattung: Pfanzenart: Angulata
Synonyme: Physalis capsicifolia, Physalis lancei-
folia, Physalis ramosissima
Bekannte Namen: Mullaca, camapu, bolsa mullaca,
cape gooseberry, Wildtomate, Winterkirsche, juáde-capote, capulí cimarrón, battre-autour, k‘u chih,
‚urmoa batoto bita, cecendet, dumadu harachan, hog
weed, nvovo, polopa, saca-buche, thongtheng, tino-tino,
topatop, wapotok
Verwendete Teile : Ganze Pflanze, Blätter, Wurzeln
Hauptwirkungen
Tötet Mykobakterien ab
Tötet Bakterien ab
Zerstört Krebszellen
Zerstört Leukämiezellen
Tötet Viren ab
Tötet Keine ab
Stärkt die Immunität
Verdünnt das Blut
Andere Wirkungen
Lindert Schmerzen
Reduziert Entzündungen
Reduziert Krämpfe
Beugt Geschwüren vor
Steigert die Harnausscheidung
Reduziert Fieber
Vertreibt die Schwerfälligkeit
Anwendung der Kräutermedizin
bei den Stämmen
Mullaca hat in den tropischen Ländern, in denen sie
wächst, seit langem ihren Platz in der Naturmedizin.
Ihre Verwendung von den Regenwald-Indios in Amazonien ist gut dokumentiert und viele Regenwaldbewohner, sowohl Menschen als auch Tiere, lassen sich
ihre essbaren süß-sauren Früchte schmecken. Die
einheimischen Stämme in Amazonien verwenden
einen Blattaufguss als harntreibendes Mittel. Manche
kolumbianischen Stämme glauben, dass die Früchte
und die Blätter narkotische Eigenschaften besitzen
und kochen sie als ein entzündungshemmendes und
desinfizierendes Mittel bei Hautkrankheiten aus;
andere verwenden einen Blatttee bei Asthma. Einheimische im peruanischen Amazonien verwenden den
Blattsaft innerlich und äußerlich bei Würmern und
die Blätter und/oder Wurzeln bei Ohrenschmerzen,
Leberproblemen, Malaria, Hepatitis und Rheuma.
Eingeborene Stämme im brasilianischen Amazonien
nutzen den Saft der Pflanze bei Ohrenschmerzen und
die Wurzeln bei Gelbsucht. Mullaca wird auch von den
Einheimischen bei Frauenleiden verwendet. Auf den
Salomoninseln wird die Frucht der Mullaca ausgekocht
und innerlich eingenommen, um die Fruchtbarkeit
zu fördern. In Westindien und auf Jamaika macht
man einen Tee aus der gesamten Pflanze und/oder
den Blättern, um Fehlbegurten vorzubeugen. In Peru
werden die Blätter aufgegossen und angewandt, um
Wochenbettinfektionen zu behandeln.
Mullaca wird bei den heutigen Kräuterheilkundeverfahren sowohl in Peru als auch in Brasilien eingesetzt.
In der peruanischen Kräuterheilkunde wird die Pflanze
mullaca oder bolsa mullaca genannt. Zur Behandlung
von Diabetes werden die Wurzeln von drei MullacaPflanzen in Scheiben geschnitten und in einem Viertel Liter Rum sieben Tage lang aufgeweicht. Honig
wird hinzugefügt und 60 Tage lang wird ein halbes
Glas dieser Medizin zweimal täglich eingenommen.
Außerdem wird ein Aufguss der Blätter als ein gutes
harntreibendes Mittel empfohlen und ein Wurzelaufguss wird für die Behandlung von Hepatits verwendet.
Bei Asthma und Malaria beträgt die Dosis 1 Tasse Tee,
der aus den oberirdischen Teilen der Pflanze zubereitet
wird. In der brasilianischen Kräuterheilkunde wird die
Pflanze bei chronischem Rheuma, bei Hautkrankheiten
und Dermatitis, als ein Sedativum und Diuretikum, bei
Fieber und Erbrechen und für viele Arten von Nieren-,
Leber- und Gallenproblemen eingesetzt.
Pflanzenchemikalien
Phytochemikalische Studien bezüglich Mullaca
haben ergeben, dass sie viele Arten von biologisch
wirksamen, natürlich vorkommenden Chemikalien
enthält, einschließlich Flavonoiden, Alkaloiden und
viele unterschiedliche Arten von Pflanzensteroiden,
von denen manche noch niemals zuvor in der Wis-
Seite 14
senschaft aufgetreten sind. Mullaca war Gegenstand
einer kürzlichen (noch laufenden) klinischen Studie
auf der Grundlage vorhergehender Studien, die gezeigt
haben, dass sie eine wirksame Immunstimulans, für
viele Arten von Krebs- und Leukämiezellen toxisch
ist und dass sie antimorkobielle Eigenschaften besitzt.
Die neuen Steroide, die in Mullaca gefunden wurden,
haben die größte Aufmerksamkeit erhalten und viele
der dokumentierten Anti-Krebs-, Anti-Tumor- und
Anti-Leukämiewirkungen werden diesen Steroiden
zugeschrieben.
Die Hauptpflanzenchemikalien, die bislang in Mullaca
isoliert wurden, umfassen: Ayanin, Chlorogenicsäure,
Choline, Ixocarpanolide, Myricetin, Phygrine, Physagulin A bis G, Physalin A bis K, Physangulide, Sitosterol, Vamonolide, Withaminimin, Withangulatin
A, Withanolide D, Withanolide T und Withaphysanolide.
Verschiedene Extrakte der Mullaca, sowie diese extrahierten Pflanzensteroide, die Physaline genannt
werden, haben in-vitro und in-vivo (Mäuse) eine Wirkung gegen zahlreiche Arten von menschlichen und
tierischen Krebszellen gezeigt, dazu gehören Lungen-,
Darm-, Nasopharynx-, Leber-, Gebärmutterhals-,
Melanom- und Glioma- (Gehirn) Krebszellen. Diese
Krebsforschung wurde in den frühen 80iger Jahren
von Forschern in Thailand und den USA begonnen
und bei an der Universtität von Taiwan im Jahr 1992
durchgeführten Untersuchungen überprüft (wo eine
signifikante Wirkung gegen fünf Krebszellenlinien
beim Menschen und drei Krebzellenlinien bei Tieren
nachgewiesen wurde).
Zusätzlich zu der Wirkung der Mullaca gegen
Krebs und gegen Leukämie haben verschiedene
Forschungsteams die antibakterielle und antivirale
Wirksamkeit der Mullaca bestätigt. In jüngster Zeit,
in 2002 und 2000, wurde nachgewiesen, dass Mullaca
in-vitro gegen verschiedene Erregerstämme von Mykobakterien und Mykoplasmen wirksam ist (beide sind
sehr hartnäckige Arten von Bakterien, die weitgehend
für Standardantibiotika nicht anfällig sind).
Zusätzlich zu diesen Wirkungen hat Mullaca wirksame
antibakterielle Eigenschaften in- vitro gegen zahlreiche Arten von grampositiven und gramnegativen
Bakterien aufgezeigt, diese umfassen: Pseudomonas,
Staphylokokken und Streptokokken.
Weitere Forschungsgruppen in Japan haben sich auf
die antivirale Wirkung der Mullaca konzentriert
und vorhergehende Studien zeigen, dass sie in-vitro
gegen den Polio Virus I, den Herpes simplex Virus I,
den Masernvirus und HIV-I wirksam ist und reverse
transkriptasehemmende Wirkung aufweist.
Es wurde ebenfalls berichtet, dass Mullaca Krämpfe
bei Meerschweinchen reduziert, den Blutdruck bei
Katzen senkt und isotonische Muskeln bei Kröten
kontrahiert.
Im Reagenzglas hat sich gezeigt, dass Mullaca eine
gerinnungshemmende Wirkung hat. Westliche Wissenschaftler haben die einheimische Verwendung bei
Diabetes ein wenig bestätigt, als sie über eine geringe
hypoklykämische Wirkung bei Mäusen berichteten,
die mit einem Wasserauszug aus der Wurzel gefüttert
wurden. Es wäre bestimmt interessant zu wissen, wie
die Ergebnisse ausgefallen wären, wenn sie die Gewohnheiten der Eingeborenen befolgt und anstattdessen einen Alkoholauszug eingesetzt hätten.
Dann im Jahr 2001 isolierten Forscher an der Universität von Houston noch eine weitere neue Chemikalie
in Mullaca, die eine bemerkenswerte Toxizität gegen
Nasopharynx-Krebszellen, Lungenkrebszellen (adenocarcinoma) sowie gegen Leukämie bei Mäusen
aufzeigte. Die selben taiwanesischen Forscher hatten
bereits 1992 eine separate Studie zu den weiteren AntiLeukämie-Phytochemikalien veröffentlicht, in der sie
darüber berichteten, dass zwei Physalin-Chemikalien
das Wachstum von fünf Arten der akuten Leukämie,
einschließlich Lymphoid (T & B), Promyeloctic, Myelois und Monocytic hemmten.
Weitere Untersuchungen in China und Russland
haben unabhängig voneinander signifikante immunomodulatorische Wirkungen gegen Blastogenese
(ein bei Leukämie ausgelöster Prozess) nachgewiesen,
während andere Immunfunktionen verstärkt wurden,
die für die Anti-Leukämiewirkung bei Mäusen verantwortlich sein könnten, die von Forschern beobachtet
wurden. Bei Tumorzellen vermutet die Forschung, dass
verschiedene der steroidalen Chemikalien in Mucalla
auf einer Enzymebene agieren, um den normalen
Zellenzyklus bei Krebszellen anzuhalten, sowie einen
DNA-Schaden in den Krebszellen zu verursachen
(wodurch es diesen unmöglich gemacht wird, sich zu
kopieren).
Biologische Wirksamkeit und
klinische Forschung
Seite 15
Gegenwärtige praktische
Anwendungen
Interessanterweise haben viele der klinischen Untersuchungen die lokalen und einheimischen Anwendungen der Pflanze ignoriert; somit bleiben viele ihrer
wirksamen Anwendungen in der Kräuterheilkunde
unerklärt. Ihre geprüften antibakteriellen Eigenschaften könnten ihre Verwendung als Antiseptikum
und Desinfizierungsmittel bei Hautkrankheiten und
ihre Anwendung bei Gonorrhöe bestätigen. Ihre antiviralen Eigenschaften könnten sehr wohl ihre lange
Anwendungsgeschichte bei Hepatitis erklären, obwohl
die Wissenschaftler sie nicht speziell auf Hepatitis
getestet haben. Möglicherweise könnten die krampflösenden und muskelkontrahierenden Eigenschaften, die
bei Mullaca nachgewiesen wurden, ihre weitgehende
Anwendung bei Asthma und Frauenleiden ebenfalls
erklären. Dennoch bleibt ihre umfassende Verwendung
im gesamten Regenwald bei Malaria und Fieber von
der Wissenschaft nicht erklärt.
Kräuterheilkundler in sowohl Süd- als auch Nordamerika vertrauen heutzutage auf Mullaca bei verschiedenen bakteriellen und Virusinfektionen sowie
als Ergänzungstherapie bei Krebs und Leukämie.
Obwohl hier in den Vereinigten Staaten nicht weithin
verfügbar, kann sie als ein Bestandteil in verschiedenen
Kräuterrezepturen und in Schüttlieferungen gefunden
werden. Die bis heute durchgeführten Tierstudien
zeigen keine Toxizität bei jeglichen der verwendeten
Dosierungen an, somit handelt es sich um ein sicheres
natürliches Mittel.
Hauptanwendungen:
Bei bakteriellen Infektionen jeglicher Art
Bei Krebs und Leukämie
Bei Mykoplasma- und Mykobakterieninfektionen
Bei Hautkrankheiten (Dermatitis,
Psoriasis, Hautinfektionen, Rosaceae,
Scleroderma, etc.)
Bei Virusinfektionen jeglicher Art
Eigenschaften/durch Untersuchungen
nachgewiesene Wirkung:
antibakteriell, Krebs entgegenwirkend, gerinnungshemmend (Blutverdünner), Leukämie entgegenwirkend, antimykobakteriell, krampflösend, gegen Tumo-
re, antiviral, hypoglykämisch, blutdrucksenkend (senkt
den Blutdruck), Immunomodulator (reguliert einige
überaktive Immunzellen), Immunostimulans
Andere Eigenschaften /durch traditionelle Anwendung nachgewiesene Wirkung:
schmerzlinderd (Schmerzmittel), entzündungshemmend, antiasthmatisch, blutstillend (vermindert
Blutungen), antiseptisch, Blutreiniger, Desinfektionsmittel, harntreibend, schleimlösend, fiebersenkend
(vermindert Fieber), hepatotonisch (harmonisiert,
stärkt die Leber und gleicht diese aus), Sedativum,
Wurmmittel (treibt Würmer aus).
Vorsicht: Kann das Blut verdünnen und den Blutdruck senken
Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Mullaca
Verfügbare Dokumentationen Dritter Parteien und
Untersuchungen bezüglich Mullaca können unter PubMed gefunden werden. Eine teilweise Auflistung der
Untersuchungen Dritter Parteien bezüglich Mullaca
ist nachstehend dargelegt:
Antimikrobielle Wirkung (antiviral, antibakteriell,
antimykoplasmatisch, antimykobakteriell):
Silva, M. T., et al. “Studies on antimicrobial activity, in vitro, of
Physalis angulata L. (Solanaceae) fraction and physalin B bringing
out the importance of assay determination.” Mem. Inst. Oswaldo
Cruz. 2005 Nov; 100(7): 779-82.
Hwang, J. K., et al. “Anticariogenic activity of some tropical medicinal plants against Streptococcus mutans.” Fitoterapia. 2004
Sep; 75(6): 596-8.
Pietro, R. C., et al. “In vitro antimycobacterial activities of Physalis
angulata L.” Phytomedicine 2000; 7(4): 335–38.
Januario, A. H., et al. “Antimycobacterial physalins from Physalis
angulata L. (Solanaceae).” Phytother. Res. 2002; 16(5): 445-48.
Hussain, H., et al. “Plants in Kano ethnomedicine; screening
for antimicrobial activity and alkaloids.” Int. J. Pharmacol. 1991;
29(1): 51–56.
Otake, T., et al. “Screening of Indonesian plant extracts for antiHuman Immunodeficiency Virus-Type 1 (HIV-1) Activity.”
Phytother. Res. 1995; 9(1): 6–10.
Kurokawa, M., et al. “Antiviral traditional medicines against Herpes
simplex virus (HSV-1), polio virus, and measles virus in vitro and
their therapeutic efficacies for HSV-1 infection in mice.“ Antiviral
Res. 1993; 22(2/3): 175–88.
Kusumoto, I. T., et al. “Screening of some Indonesian medicinal
plants for inhibitory effects on HIV-1 protease.” Shoyakugaku
Zasshi 1992; 46(2): 190-93.
Ogunlana, E. O., et al. “Investigations into the antibacterial activities of local plants.” Planta Med. 1975; 27: 354.
Seite 16
Zellschädigende Wirkung, Wirkung gegen
Krebs & gegen Leukämie:
Ausseil, F., et al. „High-throughput bioluminescence screening
of ubiquitin-proteasome pathway inhibitors from chemical and
natural sources.“ J. Biomol. Screen. 2006 Dec 14;
Kuo, P. C., et al. „Physanolide A, a novel skeleton steroid, and other
cytotoxic principles from Physalis angulata.“ Org. Lett. 2006 Jul;
8(14): 2953-6.
Ichikawa, H., et al. „Withanolides potentiate apoptosis, inhibit
invasion, and abolish osteoclastogenesis through suppression of
nuclear factor-kappaB (NF-kappaB) activation and NF-kappaB-regulated gene expression.“ Mol. Cancer Ther. 2006; 5(6):
1434-45.
Magalhaes, H. I., et al. „In-vitro and in-vivo antitumour activity of
physalins B and D from Physalis angulata.“ J. Pharm. Pharmacol.
2006; 58(2): 235-41.
Jacobo-Herrera, N. J., et al. „Physalins from Witheringia solanacea
as modulators of the NF-kappaB cascade.“ J. Nat. Prod. 2006;
69(3): 328-31.
Magalhaes, H. I., et al. „In-vitro and in-vivo antitumour activity of
physalins B and D from Physalis angulata.“ J. Pharm. Pharmacol.
2006 Feb; 58(2): 235-41.
Hsieh, W. T., et al. “Physalis angulata induced G2/M phase arrest
in human breast cancer cells.” Food Chem Toxicol. 2006; 44(7):
974-83.
Lee, C. C., et al. „Cytotoxicity of plants from Malaysia and Thailand
used traditionally to treat cancer.“ J. Ethnopharmacol. 2005 Sep;
100(3): 237-43.
Wu, S. J., et al. “Antihepatoma activity of Physalis angulata and P.
peruviana extracts and their effects on apoptosis in human Hep
G2 cells.” Life Sci. 2004 Mar; 74(16): 2061-73.
Leyon, P. V., et al. „Effect of Withania somnifera on B16F-10
melanoma induced metastasis in mice.“ Phytother. Res. 2004;
18(2): 118-22.
Kawai, M., et al. “Cytotoxic activity of physalins and related compounds against HeLa cells.” Pharmazie 2002; 57(5): 348–50.
Ismail, N., et al. “A novel cytotoxic flavonoid glycoside from Physalis
angulata.” Fitoterapia. 2001 Aug. 72(6):676–79.
Lee, Y. C., et al. “Integrity of intermediate filaments is associated
with the development of acquired thermotolerance in 9L rat brain
tumor cells.” J. Cell. Biochem. 1995; 57(1): 150–62.
Perng, M. D., et al. “Induction of aggregation and augmentation
of protein kinase-mediated phosphorylation of purified vimentin
intermediate filaments by withangulatin A.” Mol. Pharmacol.
1994; 46(4): 612–17.
Chiang, H., et al. “Antitumor agent, physalin F from Physalis
angulata L.” Anticancer Res. 1992; 12(3): 837–43.
Chiang, H., et al. “Inhibitory effects of physalin B and physalin F
on various human leukemia cells in vitro.” Anticancer Res. 1992;
12(4): 1155–62.
Kusumoto, I., et al. “Inhibitory effect of Indonesian plant extracts
on reverse transcriptase of an RNA tumour virus (I).” Phytother.
Res. 1992; 6(5): 241–44.
Lee, W. C., et al. “Induction of heat-shock response and alterations
of protein phosphorylation by a novel topoisomerase II inhibitor,
withangulatin A, in 9L rat brain tumor cells.” Cell Physiol. 1991;
149(1): 66-67.
Chen, C. M., et al. “Withangulatin A, a new withanolide from
Physalis angulata.” Heterocycles. 1990; 31(7):1371–75.
Basey, K., et al. “Phygrine, an alkaloid from Physalis species.”
Phytochemistry. 1992; 31(12): 4173–76.
Juang, J. K., et al. “A new compound, withangulatin A, promotes
type II DNA topoisomerasemediated DNA damage.” Biochem.
Biophys. Res. Commun. 1989; 159(3): 1128–34.
Anon. “Biological assay of antitumor agents from natural products.”
Abstr.: Seminar on the Development of Drugs from Medicinal
Plants Organized by the Department of Medical Science Department at Thai Farmer Bank, Bangkok, Thailand 1982; 129.
Antoun, M. D., et al. “Potential antitumor agents. XVII. physalin B
and 25,26-epidihydrophysalin C from Witheringia coccoloboides.”
J. Nat. Prod. 1981; 44(5): 579–85.
Immunomodulatorische Wirkung:
Soares, M. B., et al. “Physalins B, F and G, seco-steroids purified
from Physalis angulata L., inhibit lymphocyte function and allogeneic transplant rejection.” Int. Immunopharmacol. 2006; 6(3):
408-14.
Garcia, E. S., et all. “Trypanosoma rangeli: effects of physalin B on
the immune reactions of the infected larvae of Rhodnius prolixus.”
Exp. Parasitol. 2006; 112(1): 37-43.
Soares, M. B., et al. “Inhibition of macrophage activation and lipopolysaccaride-induced death by seco-steroids purified from Physalis
angulata L.” Eur. J. Pharmacol. 2003; 459(1): 107-12.
Lin, Y. S., et al. “Immunomodulatory activity of various fractions
derived from Physalis angulata L. extract.” Amer. J. Chinese Med.
1992; 20(3/4): 233–43.
Shingu, K., et al. “Three new withanolides, physagulins E, F and
G from Physalis angulata L.“ Chem. Pharm. Bull. 1992; 40(9):
2448–51.
Sakhibov, A. D., et al. “Immunosuppressive properties of vitasteroids.” Dokl. Akad. Nauk. Uzb. SSR. 1990; 1:43–45.
Schmerzstillende, krampflösende, & entzündungshemmende
Wirkung:
Bastos, G. N., et al. “Antinociceptive effect of the aqueous extract
obtained from roots of Physalis angulata L. on mice.” J. Ethnopharmacol. 2006 Jan; 103(2): 241-5.
Vieira, A.T., et al. “Mechanisms of the anti-inflammatory effects
of the natural secosteroids physalins in a model of intestinal
ischaemia and reperfusion injury.” Br. J. Pharmacol. 2005 Sep;
146(2): 244-51.
Choi, E. M., et al. “Investigations of anti-inflammatory and antinociceptive activities of Piper cubeba, Physalis angulata and Rosa
hybrida.” J. Ethnopharmacol. 2003 Nov; 89(1): 171-5.
Cox, P. A. “Pharmacological activity of the Samoan ethnopharmacopoeia.” Econ. Bot. 1989; 43(4): 487–97.
Nervenschützende & nervenerneuernde Wirkung:
Tohda, C., et al. „Search for natural products related to regeneration
of the neuronal network.“ Neurosignals. 2005; 14(1-2): 34-45.
Kuboyama, T., et al. „Neuritic regeneration and synaptic reconstruction induced by withanolide A.“ Br. J. Pharmacol. 2005 Apr;
144(7): 961-71.
Wirkung gegen Cholesterin & Antioxidans-Wirkung:
Choi, E.M., et al. “Effect of some medicinal plants on plasma
antioxidant system and lipid levels in rats.” Phytother. Res. 2005;
19(5): 382-6.
Blutgerinnungswirkung:
Kone-Bamba, D., et al. “Hemostatic activity of 216 plants used in traditional medicine
in the Ivory Coast.” Plant Med. Phytother. 1987; 21(2): 122–30.
Seite 17
Wirkung gegen Parasiten & gegen Malaria:
Abe, F., et al. „Trypanocidal constituents in plants 6. 1) Minor
withanolides from the aerial parts of Physalis angulata.“ Chem.
Pharm. Bull. 2006; 54(8): 1226-8.
Choudhary, M. I., et al. „Antileishmanial physalins from Physalis
minima.“ Chem. Biodivers. 2005 Sep; 2(9):1164-73.
Choudhary, M. I., et al. „Biotransformation of physalin H and
leishmanicidal activity of its transformed products.“ Chem. Pharm.
Bull. 2006; 54(7): 927-30.
Garcia, E. S., et al. „Trypanosoma rangeli: effects of physalin B on
the immune reactions of the infected larvae of Rhodnius prolixus.“
Exp. Parasitol. 2006; 112(1): 37-43.
Nagafuji, S., et al. “Trypanocidal constituents in plants 4. Withanolides from the aerial parts of Physalis angulata.” Biol. Pharm.
Bull. 2004; 27(2): 193-7.
Ankrah, N. A., et al. “Evaluation of efficacy and safety of a herbal
medicine used for the treatment of malaria.” Phytother Res. 2003;
17(6): 697-701.
dos Santos, J. A., et al. “Molluscicidal activity of Physalis angulata
L. extracts and fractions on Biomphalaria tenagophila (d‘Orbigny,
1835) under laboratory conditions.” Mem. Inst. Oswaldo Cruz.
2003 Apr; 98(3): 425-8.
Seite 18
Jergon Sacha (Dracontium loretense)
Familie: Araceae
Dracontium
Gattung: Pfanzenart: longipes, loretense, croatii,
peruviuanum, asperum
Synonyme: Dracontium spruceanum, D. carderi,
D.costaricense, D. ornatum, Cyrtosperma spruceanum,
Echidnium spruceanum
Bekannte Namen: Jergón sacha, fer-de-lance, sacha
jergon, hierba del jergon, erva-jararaca, jararaca, jararaca-taia, milho-de-cobra, taja-de-cobra
Verwendeter Teil: Wurzelknolle / Wurzelstock
Hauptwirkungen
Tötet Viren ab
Neutralisiert Schlangengift
Reduziert Entzündung
Andere Wirkung
Lindert den Husten
Treibt Würmer aus
Anwendung der Kräutermedizin
bei den Stämmen
Ethnobotanisch wird jergón sacha als eine „signature
plant“ (Signaturpflanze) betrachtet: die Verwendungen
der Pflanze durch die Einheimischen sind direkt mit
ihrem Aussehen verbunden. In diesem besonderen Fall
gleicht der einem Baumstamm ähnelnde Stengel mit
seiner gesprenkelten Farbe genau einer Giftschlange,
die in der Gegend lebt, in der die Pflanze wächst. In
Peru und Ecuador heißen sowohl die Schlange als
auch die Pflanze jergón sacha und/oder fer-de-lance.
In Brasilien wird die Schlange jararaca (Lanzenotter),
die Pflanze erva-jararaca ( Jararaca-Kraut) genannt.
Diese bekannten Namen beziehen sich auf die hoch
giftige Schlangengattung der Bothrops, von denen
verschiedene Spezies in Amazonien ansässig sind (einschließlich der gemeinen Bothrops jajaraca, aufgrund
derer die Pflanze ihren Namen hat).
Hiesige Dorfbewohner sowie die indianischen Stämme
im gesamten Regenwald von Amazonien wenden die
große Wurzelknolle oder den Wurzelstock der jergón
sacha Pflanze als Gegengift bei einem Biss dieser
Schlangen an. In einem solchen Fall wird die Wurzelknolle schnell kleingeschnitten, in kaltes Wasser eingetaucht und getrunken. Eine weitere Wurzelknolle wird
fein geschnitten und in ein großes Bananenblatt gelegt,
das sodann um die Bissstelle gewickelt wird. Dieser
Umschlag wird alle ein bis zwei Stunden gewechselt
und alle 3-4 Stunden wird etwas von der Wurzelknolle
gegessen. Man sagt diesem Rezept eine ziemlich hohe
Wirksamkeit nach, wenn es unverzüglich (bis zu einer
Stunde) nach dem Schlangenbiss angewandt wird. In
abgelegenen Gegenden von Amazonien, wo es keine
Möglichkeit gibt, Schlangenserum zu konservieren, das
eine Kühlung erfordert (ungeachtet der unerschwinglichen Kosten), wurde diese generationenalte Rezeptur
aus der Notwendigkeit heraus entwickelt. Indiostämme in Guyana setzen es ebenfalls als ein Gegengift
bei Wunden von Stachelrochen, Spinnenbissen, bei
Wunden von Giftpfeilen und Pfeilen ein (bei denen
das Gift mit Namen Kurare aus giftigen Pflanzen- und
Tierteilen, das Schlangen- und/oder Froschgift enthält,
hergestellt wird). Andere Indiokulturen glauben, dass
ein Beschlagen der Beine und Füße mit den Blättern
und/oder Stengeln der jergón sacha Schlangen davon
abhält, sie zu beißen.
Jergón sacha hat ihren Weg aus dem Dschungel
heraus und in die Kräuterheilkundeverfahren von
Südamerika aus anderen Gründen gefunden. Außer
bei Schlangenbissen wird der pulverisierte knollige
Wurzelstock in der brasilianischen Kräuterheilkunde innerlich bei Asthma, Menstruationsstörungen,
Chlorosis und Keuchhusten eingenommen. Das
Wurzelpulver wird äußerlich bei Krätze angewandt
und der Saft des frischen Wurzelstocks wird äußerlich angewandt, um Wunden zu behandeln, die von
Schmeißfliegen verursacht wurden (und direkt auf
die Stelle des Schlangenbisses gebracht). Die gesamte
Pflanze wird auch ausgekocht und bei Gicht ins Bad
getan. Jergón sacha ist auch in aktuellen peruanischen
Kräuterheilkundeverfahren gut bekannt; man findet
Tabletten, Kapseln und Tinkturen des Wurzelstocks
in vielen Naturapotheken und -läden. Dort wird es als
ein natürliches Mittel für HIV/AIDS, Krebstumore,
Magen-Darm-Probleme, Leistenbrüche (als Sud äußerlich angewandt), Händezittern, Herzklopfen und
zur Verstärkung der Immunfunktion verkauft.
Die Anwendung von jergón sacha bei AIDS und HIV
in Peru wurde durch verschiedene Zeitungsartikel
angeheizt, die in peruanischen Zeitungen und Zeitschriften ab Anfang der neunziger Jahre veröffentlicht
wurden. Gegenstand der Artikel war ein peruanischer
Arzt, Dr. Roberto Inchuastegui Gonzales, der Vorsit-
Seite 19
zender des „Committee of AIDS and Transmissible
Diseases“ im peruanischen „Institute of Social Security“ in Iquitos, Peru, war. Die Medien berichteten, dass
der Arzt bei Versuchen mit AIDS Patienten, die von
1989 bis 1993 durchgeführt wurden, zwei Pflanzenextrakte mit bemerkenswerten Ergebnissen verabreicht
hatte. Eines war ein Wurzelstockextrakt aus jergón
sacha (D.peruviuanum) als ein antivirales Mittel und
das andere ein Extrakt aus zwei Katzenkrallen (Uncaria tomentosa und U. guianensis, die ebenfalls in
diesem Buch gezeigt werden) als Immunostimulans.
Dr. Inchuastegui berichtete, dass eine Mehrheit der
behandelten HIV-Patienten negativ auf den HIV Virus getestet wurde und in ein normales Leben zurückkehrten, nachdem sie diese beiden Pflanzenextrakte
im Durchschnitt sechs Monate lang eingenommen
hatten. Er hat bislang noch keine klinischen Studien
veröffentlicht. Seine Arbeit in Iquitos mit AIDSPatienten ist in den letzten zehn Jahren immer mal
wieder in Zeitungs- und Medienberichten aufgetaucht,
die weiterhin die Verwendung von jergón sacha bei
HIV und anderen Viren zum Inhalt haben. Dies hat
den Markt in Peru für den Verkauf von jergón sacha
angeheizt und Ende der neunziger Jahre wurde seine
Arbeit in Osteuropa verbreitet.
Seitdem wurden tausende von Kilos des jergón
sacha Wurzelstocks jährlich nach Polen, Russland
und andere Länder exportiert. Diese Art von groß
angelegten Verkäufen machte es notwendig, dass
Anbaumethoden für die Pflanze entwickelt wurden.
Da der gesamte Wurzelstock geerntet wird (wodurch
die Pflanze zerstört wird), ist dies für die Wildernte
im Regenwald nicht nachhaltig. In den letzten fünf
Jahren haben zwei peruanische Universitäten profunde
Kultivierungsmethoden für das Wiederanpflanzen von
jergón sacha im Regenwald bei dessen Ernte entwickelt. Neue Schauplätze – alte Kokainplantagen und
vorher gerodetes Land – wurden für den neuen Markt
als eine für den Verkauf bestimmte Anbaufrucht für
hiesige Bauern in biologischen Anbauprogrammen
entwickelt.
Pflanzenchemikalien
Ein erstes phytochemisches Screening zeigt, dass der
Wurzelstock Alkaloide, Flavonoide, Phenole, Saponine, Sterole, Triterpene und Stärke enthält; dennoch
wurde keiner dieser Bestandteile je quantifiziert oder
identifiziert.
Biologische Wirksamkeit und
klinische Forschung
Trotz des großen und wachsenden Marktes für jergón
sacha wurde keine klinische Studie über ihre Wirkung
veröffentlicht. Wenn jergón sachas langjährige Anwendung als ein wirksames Mittel gegen Schlangenbisse
klinisch bestätigt würde, könnte dies auch ihre jüngere
Anwendung als antivirales Mittel bei HIV erklären.
Die jüngste Kategorie von Arzneimitteln, die für HIV
entwickelt wurde, wird Proteasehemmer genannt.
Proteasehemmer funktionieren durch Blockierung
eines wirksamen Komponenten bei HIV – seine
Proteaseenzyme. Wenn das Proteaseenzym blockiert
wird, stellt HIV Kopien seines Virus her, die defekt
sind und kann keine neuen Zellen mehr infizieren. In
gegenwärtigen (Mainstream) HIV Therapien werden
Proteasehemmermedikamente normalerweise mit anderen antiviralen Arzneimitteln (die den Virus direkt
abtöten) kombiniert, nachdem die Proteasehemmer das
Kopieren verhindert haben. Proteasen sind allgegenwärtig in jeder Zelle eines jeden lebenden Organismus
präsent: sie sind Enzyme, die Proteine verdauen.
Es ist wohl bekannt, dass Proteasen auch Hauptbestandteile im Schlangengift sind. Typischerweise ist
die Stelle des Schlangenbisses ein nekrotisches Gebiet
– die Haut häutet sich aufgrund der Wirkung von
Proteasen in dem Schlangengift, die zuerst den Bereich blutunterlaufen und geschwollen machen, bevor
die Haut und das Gewebe verdaut werden. Je stärker
die Protease in dem Schlangengift ist und auch ihre
Menge beziehen sich in direkter Art und Weise darauf,
wie viel Haut- und Gewebeschaden an der Stelle des
Schlangenbisses erfolgen. Aus diesem Grund sind viele
Kräuterrezepte, die als Mittel bei Schlangenbissen
bestätigt wurden (insbesondere diejenigen, die an der
Stelle des Bisses eingesetzt werden) auch als natürliche
Proteasehemmer aufgezeigt worden. In der Tat sind
viele Forscher pharmazeutischer Unternehmen, die
neue Chemikalien und Arzneimittel in Amazonien
suchen, sehr an diesen Pflanzen interessiert, die die
Indios genau deshalb als Schlangenbissmittel einsetzen.
Es kann sein, dass Dr. Inchuastegio bei seiner Arbeit
mit HIV-Patienten und jergón sacha über einen dieser
natürlichen Proteasehemmer gestolpert ist. Eine klinische Studie ist jedoch immer noch erforderlich, um
die Mechanismen der Wirksamkeit von jergón sacha
gegen Viren und gegen Schlangenbisse und insbesondere, wenn sie ein und dasselbe sind, zu überprüfen.
Seite 20
Gegenwärtige praktische
Anwendungen
Jergón sacha ist eines der ungewöhnlicheren und
interessanten Regenwaldmittel, die heutzutage von
Amazonien kommen. Ihr „Signaturpflanzen“-Status
als ein Schlangenbissmittel ist in Südamerika wohl
bekannt und hoch angesehen. Ohne ordnungsgemäße
Forschung zur Bestätigung ihrer ethnomedizinischen
Anwendungen jedoch wird es eine Zeitlang dauern, bis
sie eine populäre Kräutermedizin in Nordamerika wird.
Hoffentlich werden die steigenden Verkäufe von jergón
sacha in Peru und Osteuropa jemanden dazu bringen,
der Aufforderung zur Erbringung der in höchstem
Maße benötigten Untersuchungen nachzukommen
– insbesondere da es bei der Behandlung eines solch
tötlichen Virus wie HIV von Nutzen ist.
Hauptanwendungen:
Bei Schlangenbissen
Bei viralen Infektionen (HIV, Hepatitis,
Keuchhusten, Grippe, Parvovirus u. andere)
Bei Problemen der oberen Atemwege
(Husten, Bronchitis, Asthma, etc)
Bei Spinnen-, Bienen-, Skorpion- und
anderen giftigen Insektenstichen
Als ein äußerliches Wundheilmittel
Eigenschaften/durch Untersuchungen
nachgewiesene Wirkung: keine
zu halten. Von den Wurzeln wird berichtet, dass sie
essbar sind (DAT).“
Phil Steinberg, A First Hand Look at Traditional Plant
Medicines, Townsend Letter for Doctors & Patients
Mai ‘98
„Ein weiteres Kraut, das kürzlich an Popularität gewonnen hat, ist Sacha jergon. Ein indianischer Freund
von Alan, der mit der Anwendung vertraut war, hat für
unsere Kameras posiert und Uña de gato in der einen
Hand und Sacha jergon in der anderen gehalten. Sacha
jergon ist eine weitere starke Pflanze, die traditionell
mit anderen Kräutern angewandt wurde, um Krebs zu
behandeln. Es gibt auch einige Einzelnachweise, dass
eine Komination aus Uña de gato und Sacha jergon bei
der Behandlung von AIDS verwendet werden kann.
Ein Arzt in Iquitos, Dr. Roberto Inchaustegui, hat
über einige vorherige Erfolge bei dem Reversieren verschiedener viraler und bakterieller Infektionen, die mit
völlig ausgebildetem AIDS bei einigen seiner Patienten
verbunden waren, unter gemeinsamer Anwendung der
beiden Kräuter berichtet.“
Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Jergon Sacha
Alle verfügbaren Untersuchungen Dritter Parteien bezüglich jergón sacha können unter PubMed gefunden
werden. Eine teilweise Auflistung der veröffentlichten
Untersuchungen bezüglich jergón sacha ist nachstehend dargelegt:
Antivenin-Wirkung:
Andere Eigenschaften /durch traditionelle
Anwendung nachgewiesene Wirkung:
Nunez, V., et al. “Neutralization of the edema-forming, defibrinating and coagulant effects of Bothrops asper venom by extracts
of plants used by healers in Colombia.” Braz. J. Med. Biol. Res.
2004; 37(7): 969-77.
Vorsicht: keine
Antimikrobielle Wirkung:
entzündungshemmend, gegen Krebs, Antivenin, antiviral, Hustenstiller, harntreibend, Immunstimulans,
larvizid
Angegebene Referenzen
zu Jergon Sacha
10. „Dracontium loretense Krause. Araceae. „Hierba
del jergon“, „Jergón sacha“, „Fer-de-lance“. Von der
Wurzelknolle wird vielleicht aufgrund der schlangenähnlichen Marmorierung des Blattstengels angenommen, dass sie bei Schlangenbissen hilft. Manche Leute
peitschen ihre Füße und Beine mit den Zweigen, um
Schlangen abzuwehren. Die Wurzelknollen werden
angewandt, um die Hände zu kontrollieren und ruhig
Otero, R., et al. Snakebites and ethnobotany in the Northwest
region of Colombia: Part II: neutralization of lethal and enzymatic
effects of Bothrops atrox venom.” J. Ethnopharmacol. 2000 Aug;
71(3): 505-11.
Kloucek, P., “Antibacterial screening of some Peruvian medicinal
plants used in Calleria District.” J. Ethnopharmacol. 2005 Jun;
99(2): 309-12.
Seite 21
Carqueja (Baccharis genistelloides)
(Kreuzstrauch)
Familie:
Asteraceae
Baccharis
Gattung: Pfanzenart: genistelloides
Synonyme: Baccharis trimera, B. triptera , B. venosa,
Conyza genistelloides, Molina venosa
Bekannte Namen: Carqueja, bacanta, bacárida,
cacaia-amarga, cacalia amara, cacália-amarga, cacália-amargosa, cacliadoce, carqueja amara, carquejaamargosa, carqueja-do-mato, carquejilla, carquejinha,
chinchimani, chirca melosa, condamina, cuchi-cuchi,
quimsa-kuchu, quinsu-cucho, quina-de-condamiana,
tiririca-de-balaio, tres-espigas, vassoura
Verwendete Teile: Gesamte Pflanze, Oberirdische
Teile
Hauptwirkungen
Schützt die Leber
Entgiftet die Leber
Unterstützt die Verdauung
Reduziert die Säure
Zur Behandlung von Geschwüren
Lindert Schmerzen
Treibt Würmer aus
Leicht abführend
Reduziert Entzündungen
Senkt den Blutzucker
Reinigt das Blut
Reguliert den Magentrakt
Andere Wirkungen
Leitet Schwangerschaftsabbrüche ein
Tötet Viren ab
Steigert die Harnausscheidung
Senkt das Fieber
Fördert die Schweißbildung
Anwendung der Kräutermedizin
bei den Stämmen
Die Einheimischen des Regenwaldes haben dieses
Kraut seit Jahrhunderten angewandt, um allgemeine
Beschwerden zu behandeln. Über seine Verwendung
in der Kräuterheilkunde wurde in Brasilien 1931 zum
erstenmal von Pio Correa berichtet, der über einen
Aufguss von Carqueja schrieb, der bei Sterilität bei
Frauen und bei Impotenz bei Männern angewandt
wurde. Correa beschrieb Carqueja als Kraut mit therapeutischen Eigenschaften eines Elixiers, Magenbitters,
Fieber- und Magenmittels mit angegebenen Anwendungen bei Verdauungsstörungen, Gastroenteritis,
Lebererkrankungen und Diarrhöe. Seit dieser Zeit
wurde Carqueja in der brasilianischen Medizin lange
verwendet, um Lebererkrankungen zu behandeln, um
Magen- und Darmfunktionen zu stärken und um ein
Lösen der Verstopfungen von Leber und Gallenblase
zu unterstützen. Fast jedes Buch, das in Brasilien
über Kräuterheilkunde veröffentlicht wird, umfasst
Carqueja, da es sich als sehr wirksam bei Leber- und
Verdauungsstörungen sowie als gutes blutreinigendes
und fiebersenkendes Mittel erwiesen hat. Des Weiteren wird Carqueja in der heutigen brasilianischen
Kräuterheilkunde gern zur Behandlung von: Malaria,
Diabetes, Magengeschwüren, Halsschmerzen und
Mandelentzündung, Angina, Anämia, Diarrhöe,
Verdauungsstörung, Wassersucht, Blasenentzündung,
Nierenproblemen, Eingeweidewürmern, Lepra und
schlechter Durchblutung angewandt.
In der heutigen peruanischen Kräuterheilkunde wird
Carqueja bei Leberbeschwerden, Gallensteinen,
Diabetes, Allergien, Gicht, Darmwinden und Blähungen sowie bei Geschlechtskrankheiten angewandt.
Kräuterkenner und Heilpraktiker in den Vereinigten
Staaten erfahren gerade von den vielen wirksamen
Anwendungen der Carqueja. Sie dokumentieren, dass
sie dabei hilft, die Verdauung, die Dickdarmklappe, den
Magen und die Leberfunktionen zu stärken; sie stärkt
und reinigt das Blut, treibt Eingeweidewürmer aus; sie
hilft bei schwacher Verdauung, bei Leberstörungen,
Anämie oder Blutverlust; und beseitigt Verstopfungen
in der Gallenblase und Leber.
Pflanzenchemikalien
Carqueja ist eine reiche Quelle an Flavonoiden. Bestimmte Flavonoide, wie zum Beispiel Silymarin in
der Milchdistel, haben leberschützende Eigenschaften
gezeigt und werden in Kräuterheilkundeverfahren bei
vielen Leberleiden angewandt. Carqueja ist eigentlich
Seite 22
wie die südamerikanische Art der Milchdistel. Sie
enthält bis zu 20% Flavonoide, einschließlich Quercetin, Luteolin, Nepetin, Apigenin und Hispidulin. Die
Flavonoide werden als die Hauptaktivbestandteile der
Carqueja angesehen. Verschiedene neuartige Pflanzenchemikalien, die Clerodane Diterpenoide genannt
werden, wurden in der Carqueja identifiziert und im
Jahr 1994 haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass
diese Chemikalien eine maximale Wirkung gegen
Würmer besitzen. Das könnte möglicherweise die lange Anwendungsgeschichte der Carqueja als ein Mittel
zum Austreiben von Eingeweidewürmern erklären.
Carqueja enthält viele Chemikalien: 3,5-Dicaffeoylquinicsäure, Alpha-Phellandrene, Alpha-Terpinene,
Alpha-Ylangene, Beta-Caryophyllene, Beta-Phellandrene, Beta-Pinene, Calacorene, Camphene, Carquejol, Cirsimaritin, Clerodane Diterpenoide, Elemol,
Eriodictyol, ätherische Öle, Eudesmol, Eugenol,
Eupatorin, Eupatrin, Farnesene, Farnesol, Flavonoide,
Genkwanin, Germacrene D, Glycosides, Hispidium,
Hispidulin, Ledol, Limonene, Linalool, Luteolin,
Muurolene, Myrcene, Neptin, Nerolidol, Palustrol,
Pentadecanol, Quercetin, Harze, Sabinene, Saponine,
Spatholenol, Spathulenol, Squalene, Terpinolene, Viridiflorene und Viridiflorol.
Biologische Wirksamkeit und
klinische Forschung
Die leberschützenden Eigenschaften der Carqueja
wurden in einer Klinischen Studie bestätigt, als eine
Flavonoidfraktion in rohem Zustand der Carqueja
sowie ein aus einem Blatt/Stengelextrakt in rohem
Zustand dosisabhängig die Überlebensrate bei Mäusen
auf 100% steigerte, denen eine tödliche Dosis Phalloidin – ein Lebergift – verabreicht worden war (im
Vergleich zu einer nur 24%igen Überlebensrate in der
Kontrollgruppe). Während diese Wissenschaftler angaben, dass das einzelne Flavonoid Hispidulin die höchste leberschützende Wirkung der getesteten Flavonoide
aufwies (es steigerte das Überleben auf 80%), sorgten
der Rohextrakt und die gesamte Flavonoidfraktion
für eine stärkere Leberentgiftung und einen größeren
Schutzeffekt als das einzelne Flavonoid. Dies führte
sie zu den Überlegungen, dass andere Bestandteile im
Rohextrakt, neben den Flavonoiden, leberschützende
Wirkung hatten und/oder es Interaktionen zwischen
den Flavonoiden und anderen Pflanzenchemikalien
gab, die die Wirkung der Flavonoide potenzierten.
Weitere traditionelle Anwendungen der Carqueja
wurden untersucht und durch die Forschung bestätigt.
Ihre säurebindenden, Geschwüren entgegenwirkenden
und hypotensiven Eigenschaften wurden 1992 in zwei
brasilianschen Tierstudien nachgewiesen. Über ihre,
Geschwüren entgegenwirkenden und schmerzlindernden Eigenschaften wurde 1991 in einer klinischen
Studie berichtet, in der dargelegt wurde, dass Carqueja
das Magensekret reduzierte und eine schmerzlindernde
Wirkung bei Ratten mit H. pylori Geschwüren hatte.
Diese Studie schlussfolgerte, dass Carqueja „MagenDarm-Störungen lindern könnte, indem die Säureabsonderung und die Magen-Darm-Hyperaktivität
vermindert werden“. Eine spätere Studie im Jahr 2000
bestätigte ihre Wirkung gegen Geschwüre, als ein
Wasserauszug der Carqueja, der Ratten verabreicht
wurde, diese gegen durch Alkohol hervorgerufenen
Geschwüre schützte. Andere Forscher dokumentierten die schmerzlindernde Wirkung der Carqueja.
Die gleiche Forschungsgruppe in Spanien berichtete
ebenfalls über eine starke entzündungshemmende
Wirkung – eine 70 - 90%ige Hemmung – als Mäuse
mit dem Carquejaextrakt behandelt wurden, bevor sie
mit verschiedenen, eine Entzündung hervorrufende
Chemikalien behandelt wurden.
Carqueja ist auch schon lange in Südamerika als ein
natürliches Mittel bei Diabetes angewandt worden
und verschiedene Studien bestätigen ihre blutzuckersenkende Wirkung bei Mäusen, Ratten und Menschen (sowohl bei normalen als auch bei diabetischen
Probanden).
Und letztlich ist die traditionelle Anwendung von
Carqueja bei Erkältungen, Schnupfen und Magenviren ebenfalls durch Forschung überprüft worden. In
einer im Jahr 1999 veröffentlichten klinischen Studie
berichteten Forscher in Spanien, dass ein Wasserauszug
der Carqueja in-vitro antivirale Wirkung gegen Herpes
simplex I und Vesicular Stomatitis Viren bei geringen
Dosierungen zeigte. Forscher in Texas hatten bereits
1996 berichtet, dass ein Wasserauszug der Carqueja invitro für eine Hemmung der HIV Virus-Replikation
in T-Zellen sorgte. In nachfolgenden Untersuchungen
haben sie diese anti-HIV Wirkung einer einzelnen
Chemikalie zugeschrieben, die sie in dem Wasserauszug der Carqueja – 3,5-Dicaffeoylquinicsäure – fanden
und berichteten, dass diese Pflanzenchemikalie ein
möglicher Inhibitor von HIV bei so geringen Dosierungen wie nur 1 mcg/ml ist.
Seite 23
Gegenwärtige praktische
Anwendungen
Carqueja ist eine der weithin bekannten und angewandten Heilpflanzen in Brasilien und anderen
Teilen Südamerikas. Sie ist in Brasilien als natürliches
pflanzliches Lebermittel genauso populär wie die
Milchdistel in den Vereinigten Staaten und in Europa. Viele ihrer traditionellen Anwendungen wurden
durch Untersuchungen bestätigt und sie erscheint in
den offiziellen Pharmakopöen verschiedener südamerikanischer Länder als ein besonderes Leber- und
Verdauungsmittel. Carqueja wird als ungefährlich und
nicht toxisch betrachtet. Toxizitätsstudien bei Ratten
haben keine toxsche Wirkung gezeigt, als verschiedene
Blatt-/Stengelextrakte von bis zu 2g/kg Körpergewicht
verabreicht wurden.
Kräuterkenner und Heilpraktiker in den Vereinigten
Staaten erfahren gerade von den vielen wirksamen
Anwendungen der Carqueja. Sie dokumentieren, dass
sie dabei hilft, die Verdauung, die Dickdarmklappe,
den Magen und Leberfunktionen zu stärken; sie stärkt,
reinigt und entgiftet das Blut, treibt Eingeweidewürmer aus; sie hilft bei schwacher Verdauung, bei Leberstörungen, Anämie oder Blutverlust; und beseitigt
Verstopfungen in der Gallenblase und Leber.
Hauptanwendungen:
Bei Verdauungsstörungen (Geschwüre, Gastroenteritis,
Sodbrennen und Störungen der Dickdarmklappe) und
bei träger Verdauung, zum Regeln, Ausgleichen und
Stärken der Leberfunktion (auch zur Eliminierung
von Leberegeln, zur Steigerung der Lebergalle und zur
Entfernung von Giftstoffen aus der Leber)
Bei Störungen der Gallenblase (Steine, Schmerzen,
Mangel an Galle, träge Tätigkeit, Giftansammlung)
Als ein Entgiftungsmittel (Blut, Leber, Gallenblase,
Bauchspeicheldrüse)
Bei Virusinfektionen (Magenviren, HIV, Herpes
simplex)
Eigenschaften/durch Untersuchungen
nachgewiesene Wirkung:
abtreibend, schmerzlindernd (Schmerzmittel), säurebindend, entzündungshemmend, gegen Geschwüre,
entgiftet die Leber (Leberentgiftungsmittel), antiviral,
verdauungsanregend, gastrotonisch (reguliert das Magensystem, gleicht es aus und stärkt es), hepatoprotektiv
(schützt die Leber), hepatotonisch (reguliert die Leber,
gleicht sie aus und stärkt sie), hypoglykämisch, hypotensiv (senkt den Blutdruck), Insektenschutzmittel,
Uterusstimulans
Andere Eigenschaften /durch traditionelle Anwendung nachgewiesene Wirkung:
antidiabetisch, abführend (mildes Abführmittel), bitteres verdauungsförderndes Mittel, blutreinigendes
Mittel, Mittel gegen Blähungen (treibt Gase aus),
diaphoretisch (fördert die Schweißbildung), harntreibend, Fiebermittel (senkt das Fieber), Elixier (reguliert,
gleicht aus, stärkt), Wurmmittel (treibt Würmer aus)
Vorsicht: Hat hypotensive (blutdrucksenkende) und
hypoglykämische Wirkung. Sollte nicht während der
Schwangerschaft angewandt werden.
Gegenanzeigen:
Carqueja sollte nicht während der Schwangerschaft
angewandt werden, da sie eine uterusstimulierende und
abtreibende Wirkung bei Ratten gezeigt hat.
Aufgrund ihrer nachgewiesenen hypotensiven Wirkung ist die Anwendung dieser Pflanze bei Personen
mit niedrigem Blutdruck kontraindiziert. Personen mit
irgendwelchen Herzleiden oder Personen, die Herzmedikamente einnehmen, sollten ihren Arzt zu Rate
ziehen, bevor sie diese Pflanze anwenden.
Es wurde nachgewiesen, dass Carqueja in Studien
sowohl am Menschen als auch am Tier den Blutzuckerspiegel gesenkt hat. Als solches ist sie bei Personen
mit Hypoglykämien kontraindiziert und Personen mit
Diabetes sollten ihren Arzt zu Rate ziehen, bevor sie
diese Pflanze anwenden. Sie sollten sie mit Vorsicht
anwenden und ihren Blutzuckerspiegel entsprechend
überwachen.
Wechselwirkungen mit anderen
Arzneimitteln:
Carqueja kann die Wirkung von blutdrucksenkenden
Mitteln, sowie von Insulin und Arzneimitteln gegen
Diabetes potenzieren.
Carqueja kann die Eliminierung von einigen, in der
Leber umgewandelten Arzneimitteln beschleunigen
und daher die pharmakologische Wirkung und/oder
Nebenwirkungen von Arzneimitteln, die in der Leber
umgewandelt werden, reduzieren.
Seite 24
Angegebene Referenzen
zu Carqueja
1. „Carqueja unterstützt die Aufrechthaltung der Gesundheitsfunktionen der Dickdarmklappe. Sie wird bei
träger Verdauung und Magenschmerzen angewandt.
Die Forschung hat ebenfalls herausgefunden, dass sie
Wurmmitteleigenschaften (gegen Würmer) hat. Carqueja wird bei Leberfunktionsstörungen angewandt
und beseitigt wirksam Leberverstopfungen. Carqueja
wirkt gut in Fällen von Anämie und Blutverlust und ist
für ihre blutkräftigenden Eigenschaften bekannt.“
2. „Carqueja kann angewandt werden, um die Magenund Darmfunktion zu stärken. Sie hilft bei der Beseitigung von Verstopfungen der Leber und Gallenblase.
Sie unterstützt die Stärkung der Verdauung und der
Dickdarmklappe und sie stärkt das Blut. Sie kann
ebenfalls das Nervensystem unterstützen und anregen,
sowie das Magen-Yin steigern.“
3. „WIRKUNGEN: Verbessert die Verdauung, kräftigt
das Blut, regt Leber und Gallenblase an, unterstützt die
Dickdarmklappenfunktionen. TRADITIONELLE
ANWENDUNG: Carqueja wird als ein Elixier für
den Magen, Darm und die Dickdarmklappe angewandt. Wirksam bei der Behandlung von Magen- und
Darmfunktionsstörungen. Bildet Blut, um Anämien
zu vermeiden. Beseitigt Verstopfungen von Leber
und Gallenblase. Hält die Gesundheitsfunktionen
der Dickdarmklappe aufrecht. Fördert die Korrektur von Verdauungsstörungen. Carqueja erleichtert
die Verdauung. HINWEISE BEZÜGLICH DER
MERIDIANE: Erhöht Magen Yin, Klärt Leber /
Gallenblasenmeridiane. EVA POINTS: Magen, Darm,
Leber, Milz.“
Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Carqueja
Alle verfügbaren Untersuchungen Dritter Parteie bezüglich Carqueja können unter PubMed
gefunden werden. Eine teilweise Auflistung der
veröffentlichten Untersuchungen bezüglich Carqueja ist nachstehend dargelegt:
Säurebindende Wirkung & Wirkung gegen Geschwüre:
Gonzales, E., et al. “Gastric cytoprotection of Bolivian medicinal
plants.” J. Ethnopharmacol. 2000; 70(3): 329–33.
Gamberini, M. T., et al. “Açoes antiúlcera e antiácida do extracto
aquoso e das fraçoes da Baccharis trimera.” Anais XII Simposio
de Plantas Medicinais do Brasil. UFP: Curitiba, Paraná, 15–17
September 1992.
Sousa, B., et al., “Avaliaçao da atividade antiulcera do extrato bruto
e fraçoes de Baccharis trimera.” Anais XII Simposio de Plantas
Medicinais do Brasil. UFP: Curitiba, Paraná, 15–17 September
1992.
Gamberini, M. T., et al. “Inhibition of gastric secretion by a water
extract from Baccharis triptera. Mart.” Mem. Inst. Oswaldo Cruz.
1991; 86(Suppl. 2): 137-9.
Leberschützende & entgiftende Wirkung:
Soicke, H., et al. “Characterisation of flavonoids from Baccharis
trimera and their antihepatotoxic properties.” Planta Med. 1987;
53(1): 37–9.
Entzündungshemmende, muskelentspannende, & schmerzlindernde Wirkung:
Abad, M. J., et al. “Anti-inflammatory activity of four Bolivian
Baccharis species (Compositae).” J. Ethnopharmacol. 2006 Feb;
103(3): 338-44.
Coelho, M. G., et al. “Anti-arthritic effect and subacute toxicological
evaluation of Baccharis genistelloides aqueous extract.” Toxicol.
Lett. 2004 1; 154(1-2): 69-80.
Hnatyszyn, O., et al. “Argentinian plant extracts with relaxant effect
on the smooth muscle of the corpus cavernosum of guinea pig.”
Phytomedicine. 2003 Nov; 10(8): 669-74.
Torres, L. M., et al. “Diterpene from Baccharis trimera with a
relaxant effect on rat vascular smooth muscle.” Phytochemistry.
2000 Nov; 55(6): 617-9.
Gene, R. M., et al. “Anti-inflammatory and analgesic activity of
Baccharis trimera: Identification of its active constituents.” Planta.
Med. 1996; 62(3): 232–5.
Gene, R. M., et al. “Anti-inflammatory effect of aqueous extracts
of three species of the genus Baccharis.” Planta Med. 1992 Dec;
58(6): 565-6.
Antimikrobielle Wirkung:
Betoni, J., et al. „Synergism between plant extract and antimicrobial
drugs used on Staphylococcus aureus diseases.“ Mem. Inst. Oswaldo
Cruz. 2006 Jun; 101(4): 387-90.
Sanchez Palomino, S., et al. “Screening of South American plants
against human immunodeficiency virus: preliminary fractionation
of aqueous extract from Baccharis trinervis.” Biol. Pharm. Bull.
2002; 25(9): 1147-50.
Abad, M. J., et al. “Antiviral activity of Bolivian plant extracts.”
Gen. Pharmacol. 1999; 32(4): 499–503.
Abad, M. J., et al. “Antiviral activity of some South American
medicinal plants.” Phytother. Res. 1999 Mar; 13(2): 142-6.
Robinson, W. E., et al. “Inhibitors of HIV-1 replication that inhibit
HIV Integrase.” Proc. Natl. Acad. Sci. 1996; 93(13): 6326–31.
Abdel-Malek, S., et al. “Drug leads from the Kallawaya herbalists of
Bolivia. 1. Background, rationale, protocol and anti-HIV activity.”
J. Ethnopharmacol. 1996; 50(3): 157–66.
Hypoglykämische & antidiabetische Wirkung:
Dickel, M., et al. „Plants popularly used for loosing weight purposes in Porto Alegre, South Brazil. J. Ethnopharmacol. 2007 Jan;
109(1): 60-71.
Seite 25
Oliveira, A. C., et al. “Effect of the extracts and fractions of Baccharis trimera and Syzygium cumini on glycaemia of diabetic and nondiabetic mice.” J. Ethnopharmacol. 2005 Dec; 102(3): 465-9.
Hossen, S., et al. “Evaluacion in vivo de la actividad hipoglucemiante de plantas medicinales de los valles altos y bajos de
Cochabamba.” Ed. Universidad Mayor De San Simón Instituto
de Investigaciones Bioquímico-Farmacéuticas-Programa 2001;
Cochabamba, Bolivia.
Alonso, P. E., et al. “Uso racional de las plantas medicinales.” Ed.
Fin De Siglo Facultad de Química 1992; Montevideo, Uruguay.
Xavier, A. A., et al. “Effect of an extract of Baccharis genistelloides
on the glucose level of the blood.” C. R. Seances Soc. Biol. Fil.
1967; 16(4): 972–4.
Antioxidative Wirkung:
Simoes-Pires, C. A., et al. “Isolation and on-line identification of
antioxidant compounds from three Baccharis species by HPLCUV-MS/MS with post-column derivatisation.” Phytochem. Anal.
2005 Sep-Oct; 16(5): 307-14.
Melo, S. F., et al. “Effect of the Cymbopogon citratus, Maytenus
ilicifolia and Baccharis genistelloides extracts against the stannous
chloride oxidative damage in Escherichia coli.” Mutat. Res. 2001
Sep; 496(1-2): 33-8.
Sharp, H., et al. “6-Oxygenated flavones from Baccharis trinervis
(Asteraceae).” Biochem. Syst. Ecol. 2001; 29(1): 105-107.
de las Heras, B., et al. “Antiinflammatory and antioxidant activity of
plants used in traditional medicine in Ecuador.” J. Ethnopharmacol.
1998 Jun; 61(2): 161-6.
Antivenin-Wirkung:
Januario, A. H., et al. “Neo-clerodane diterpenoid, a new metalloprotease snake venom inhibitor from Baccharis trimera (Asteraceae): anti-proteolytic and anti-hemorrhagic properties.” Chem.
Biol. Interact. 2004 Dec 7; 150(3): 243-51.
Seite 26
Amargo (Quassia amara)
Familie: Simaroubaceae
Gattung: Quassia
Pfanzenart: Amara
Synonyme: Quassia alatifolia, Q. officinalis, Q. amargo,
Simaroube officinale
Bekannte Namen: amargo, bitter ash, Bitterholz, bitterwood, bois amer, bois de quassia, crucete, quassia,
cuassia, fliegenholz, guabo, hombre grande, jamaica
bark, kashshing, maraubá, marupá, palo muneco, pau
amarelo, quassia amarga, quassiawood, ruda, simaruba,
simarubabaum, quassiaholz, quassia de cayenne, quassie, quina, simaba, Suriname wood
Verwendete Teile: Holz, Blätter
Hauptwirkungen
Tötet Parasiten ab
Tötet Läuse
Treibt Würmer aus
Tötet Insekten
Tötet Larven
Behandelt Malaria
Beugt Geschwüren vor
Stimuliert die Verdauung
Steigert die Galle
Reduziert das Fieber
Andere Wirkungen
Reduziert Entzündungen
Tötet Krebszellen ab
Tötet Leukämiezellen ab
Beugt Tumoren vor
Tötet Viren ab
Trocknet Sekrete aus
Reinigt das Blut
Leicht abführend
Beruhigt
Steigert den Speichelfluss
Anwendung der Kräutermedizin
bei den Stämmen
Im Regenwald von Amazonien wird Amargo oft in
der gleichen Art und Weise angewandt wie die Chinin Baumrinde: bei Malaria und Fieber und als ein
bitteres Verdauungsmittel. Sie wächst auf niedrigeren
Hochebenen (wo Chinin nicht wächst) und enthält
viele der gleichen Antimalaria-Phytochemikalien
(Pflanzenchemikalien) wie Chinin. Außerdem wird sie
als Insektenmittel und Tonikum, sowie bei Hepatitis
angewandt. Brasilianische Indios verwenden die Blätter
in einem Bad bei Masern, sowie in einem Mundwasser
nach der Zahnextraktion. Indios in Surinam verwenden die Baumrinde bei Fieber und Parasiten. In ganz
Südamerika ist Amargo ein Rezept der Stämme bei
Schwächezustand, Verdauungsproblemen, Fieber, Leberproblemen, Parasiten, Malaria, Schlangenbiss und
Rückenkrämpfen.
In den gegenwärtigen brasilianischen Kräuterheilkundeverfahren wird Amargo als Tonikum, verdauungsanregendes Mittel, blutreinigendes Mittel, Insektenmittel
und leichtes Abführmittel betrachtet. Es wird emfpohlen bei Diarrhöe, Eingeweidewürmern, Dysenterie,
Dyspepsie, überschüssigem Schleim, zur Austreibung
von Würmern, Darmwinden, Magenschmerzen, Anämie und Leber- sowie Magen-Darmstörungen. In
Peru wird Amargo als ein bitteres Verdauungsmittel
eingesetzt, um Magen- und andere Verdauungssekrete
anzuregen, sowie bei Fieber, Tuberkulose, Nierensteinen und Gallensteinen. In Mexiko wird das Holz bei
Leber- und Gallenblasenkrankheiten und bei Eingeweideparasiten verwendet. In Nicaragua wird Amargo
angewandt, um Würmer und Eingeweideparasiten
auszutreiben, sowie bei Malaria und Anämie. In ganz
Südamerika werden die bitteren Grundbestandteile
von Amargo verwendet, um den Appetit und die Sekretion von Verdauungssäften anzuregen, sowie um
Würmer und Eingeweideparasiten auszutreiben.
In der Naturheilkunde in den Vereinigten Staaten
und in Europa wird Amargo als ein bitteres Tonikum
für den Magen, die Gallenblase und andere Verdauungsprobleme (indem der Gallenfluss, die Verdauungssäfte und der Speichefluss gesteigert werden),
als ein Abführmittel, ein amöbentötendes Mittel und
Insektenmittel und als Mittel zum Austreiben von
Eingeweidewürmern eingesetzt. In Europa wird es
häufig als ein Bestandteil in verschiedenen Kräuterheilmitteln gefunden, die die Gallenblase, die Leber
Seite 27
und andere Verdauungsfunktionen fördern. In Großbritannien wird ein Wasserauszug des Holzes äußerlich
gegen Krätze, Flöhe, Läuse und andere Hautparasiten
angewandt. Der US-amerikanische Kräuterkenner
David Hoffman empfiehlt es als ein ausgezeichnetes
Rezept bei dyspeptischen Leiden, um die Produktion
von Speichel und der Verdauungssäfte anzuregen und
den Appetit zu steigern (sowie bei Läusebefall und
Fadenwürmern). Er stellt ebenfalls fest: „Es kann sicher
in allen Fällen von Appetitlosigkeit angewandt werden,
wie z.B. Magersucht und träger Verdauung.“
Pflanzenchemikalien
Die Amargo Baumrinde enthält viele wirksame Bestandteile einschließlich bitterer Grundbestandteile,
von denen berichtet wird, dass sie 50 Mal so bitter
sind wie Chinin. Während Amargo viele der gleichen
Arten von Chemikalien gegen Malaria enthält wie die
Chinin Baumrinde, so enthält es noch eine weitere
Chemikalie mit dem Name Quassin. Die große Menge
an Quassin in der Baumrinde und im Holz verleiht
Amargo eine Einstufung der Bitterkeit von 40.000.
Die Baumrinde enthält ebenfalls die Phytochemikalien
Quassimarin und Simalikalakton D. Quassimarin hat
in verschiedenen Studien Eigenschaften gegen Leukämie und gegen Tumore demonstriert und es wurde
nachgewiesen, dass Simalikalakton D eine Wirksamkeit gegen Malaria, Viren, Tumore und Krebs hat.
Andere Quassinoide haben in-vivo und in-vitro eine
antiamöbische Wirkung bewiesen.
Zu den Hauptchemikalien, die in Amargo identifiziert
wurden, gehören: Beta-Carboline, Beta-Sitostenone,
Beta-Sitosterol, Dehydroquassin, Gallensäure, Gentisinsäure, Hydroxyquassin, Isoparain, Isoparaines,
Isoquassin, Apfelsäure, Methylcanthin, Methoxycanthin, Methoxycantin, Nigakilakton A, Neo-Quassin,
Nor-Neoquassin, Parain, Paraines, Quassialaktol,
Quassimarin, Quassin, Quassinol, Quassol und Simalikalakton D.
Biologische Wirksamkeit und
klinische Forschung
Verschiedene frühere klinische Studien, die in Bezug
auf Amargo durchgeführt wurden, haben dessen traditionelle Anwendung als ein natürliches Insektenmittel
bestätigt und nachgewiesen, dass es ein wirksames Behandlungsmittel bei Kopfläusebefall beim Menschen
ist. Eine dieser Studien berichtete über eine 99%ige
Wirksamkeit bei 454 Patienten, die nur zwei oberflächliche Behandlungen mit einem Behandlungsabstand
von einer Woche erhielten. Bei einer doppelblinden
Placebostudie im Jahr 1991 mit 148 Kindern mit
Kopfläusen wurde bei denjenigen, die mit der Amargo Baumrinde behandelt wurden, von weniger neuen
Fällen berichtet, womit eine Präventivwirksamkeit
gegen Läuse nachgewiesen wurde. Außerdem wurde
berichtet, dass ein Amargo Wasserextrakt sehr gut
gegen Blattläuse im Garten eingesetzt werden kann
und Forscher in Indien haben eine larvizide Wirkung
gegen bestimmte Arten von Insekten, einschließlich
Moskitos entdeckt. Da Amargo schon seit langer
Zeit in Südamerika gegen Malaria eingesetzt wird,
haben Forscher diese biologische Wirksamkeit ebenfalls untersucht. Eine Studie ergab in-vivo eine starke
Wirksamkeit gegen Malaria bei Mäusen.
Es wurde berichtet, dass Amargo eine antivirale Wirksamkeit besitzt, als Wissenschaftlicher in der Texas
Christian University im Jahr 1996 nachwiesen, dass
ein Wasserauszug in-vitro wirksam gegen mit HIV
infizierte Zellen war. Eine In-vivo-Studie aus dem Jahr
1978 berichtete, dass Amargo-Holz- und/oder Saftextrakte (sowie die isolierte Chemikalie Quassimarin) das
Wachstum von Leukämie bei Mäusen hemmte. Erst
jüngst, in 2002, wurde belegt, dass ein Extrakt aus dem
Amargo-Holz eine Wirkung gegen Geschwüre bei
Mäusen hat und die Bildung von Magengeschwüren
(die durch Stress und verschiedene chemische Mittel
herbeigeführt wurden) verhinderte. Vor dieser Studie
wurde ein US-amerikanisches Patent bezüglich der
quassinoiden Phytochemikalien in Amargo erteilt, indem befunden wurde, dass diese „bedeutende Wirkung
gegen Geschwüre und geringe Toxizität“ aufweisen. In
einer weiteren In-vivo-Studie wurde berichtet, dass
Amargo schmerzlindernde, muskelentspannende und
sedative Wirkung bei Ratten und Mäusen hatte.
Gegenwärtige praktische
Anwendungen
In Südamerika verlässt man sich immer noch sehr
stark auf Amargo als ein natürliches Mittel bei Parasiten jeglicher Art. Hier in Nordamerika wird es
bei den Kräuterheilkundeverfahren bei Parasiten und
Kopfläusen langsam populär, aber es wird hauptsächlich als ein bitteres Verdauungsmittel und Mittel bei
Verdauungsstörungen angewandt. Das Amargo-Holz
steht auf der GRAS Liste der FDA (im Allgemeinen
als ungefährlich betrachtet). Das Holz und dessen
Seite 28
hauptsächliche bittere Chemikalie, Quassin, sind
ebenfalls als Nahrungsmittelzusätze genehmigt – und
werden in Getränken und Backwaren wegen ihrem
bitteren Geschmack eingesetzt. Toxizitätsstudien, die
bei Ratten und Mäusen durchgeführt wurden, haben
keine Toxizität bei oralen Dosierungen von bis zu 5 g
pro kg Körpergewicht berichtet.
Hauptanwendungen:
Bei Läusen und Hautparasiten
Bei Eingeweideparasiten und Amöbeninfektionen
Bei Malaria
Bei Verdauungsproblemen (Geschwüren, Dyspepsie,
Darmwinden und Blähungen, träger Verdauung, Appetitlosigkeit)
Als ein Leber- / Gallenblasenmittel, zur Steigerung der
Galle und zur Eliminierung von Giften und Steinen
Eigenschaften/durch Untersuchungen
nachgewiesene Wirkung:
amöbizid, schmerzlindernd (Schmerzmittel), gegen
Krebs, gegen Leukämie, gegen Malaria, gegen Parasiten, gegen Tumore, gegen Geschwüre, antiviral,
bitter, magenschützend, insektizid, gegen Larven,
muskelentspannend, Entlausungsmittel (tötet Läuse),
Sedativum
Andere Eigenschaften/durch Untersuchungen
nachgewiesene Wirkung:
antibakteriell, wirksam gegen Nierensteine (beugt Nierensteinen vor), krampflösend, Antivenin, windtreibend
(treibt Winde aus), Fiebermittel (reduziert Fieber), regt
Leber- und Gallenblasengalle an, verdauungsanregend, schützt die Leber (Leberschutz), hepatotonisch
(reguliert die Leberfunktionen, gleicht diese aus und
stärkt sie), hypoglykämisch, fördert den Speichelfluss
(steigert den Speichelfluss), tonisch (reguliert, gleicht
aus, stärkt), Wurmmittel (treibt Würmer aus)
Gegenanzeigen:
Amargo sollte nicht während der Schwangerschaft
angewandt werden.
Es wurde nachgewiesen, dass Amargo eine empfängnisverhütende Wirkung in Studien mit männlichen
Ratten hatte. Männer, die sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen oder diejenigen, die sich Kinder
wünschen, sollten möglicherweise die Anwendung von
Amargo meiden.
Große Mengen von Amargo können die Magenschleimhaut irritieren und zu Übelkeit und Erbrechen
führen. Übersteigen Sie nicht die empfohlene Dosis.
Wechselwirkungen mit anderen
Arzneimitteln:
Wurden nicht berichtet. Dennoch kann Amargo
männliche Fruchtbarkeitsmittel beeinträchtigen.
Angegebene Referenzen
zu Armago
10. Quassia amara L. Simaroubaceae. „Amargo“, „Cuasia“, „Bitterwood“. Insektenmittel, Tonikum, bei Fieber
und Hepatitis (RAR). Die Brasilianer verwenden bei
Masern den Tee aus den Blättern in einem Bad (BDS),
ein Rezept, das ein wenig besser klingt als ein Tee aus
der Asche von getrocknetem, weißem Hundekot. Die
Brasilianer nehmen den Tee aus den Blättern auch als
Mundwasser nach einer Zahnextraktion. Die „Maroons“ von Surinam verwenden die Baumrinde bei
Fieber und Parasiten (MJP). Wirksames Mittel gegen
Blattläuse (MJP).
24. „WIRKUNG: das bittere Arzneimittel (Quassinoid) regt die Sekretion der Magensäfte an, steigert den
Appetit und unterstützt die Verdauung. Es kann auch
eine choleretische Wirkung haben.
Homöopathische Anwendungen: Quassia amara wird
bei Gallenblasenbeschwerden, als ein bitteres Tonikum,
Abführmittel und als Wurmmittel (bei Spul- und
Fadenwürmern) angewandt.
Dosierung: Quassia Holz wird in homöopathischen Potenzierungen und in handelsüblichen pharmazeutischen
Zubereitungen angewandt. Tagesdosis: 500 mg.
Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Armago
Alle verfügbaren Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Amargo können unter PubMed gefunden
werden. Eine teilweise Auflistung der Untersuchungen
Dritter Parteien bezüglich Amargo ist nachstehend
dargelegt:
Wirkung gegen Malaria:
Bertani, S., et al. „Quassia amara L. (Simaroubaceae) leaf tea: Effect
of the growing stage and desiccation status on the antimalarial
activity of a traditional preparation.“ J. Ethnopharmacol. 2006
Nov 6;
Seite 29
Bertani, S., et al. „Simalikalactone D is responsible for the antimalarial properties of an amazonian traditional remedy made with
Quassia amara L. (Simaroubaceae).“ J. Ethnopharmacol. 2006 Nov
3;108(1):155-7.
Vigneron, M., et al. “Antimalarial remedies in French Guiana: a
knowledge attitudes and practices study.” J Ethnopharmacol. 2005
Apr; 98(3): 351-60.
Bertani, S., et al. “Evaluation of French Guiana traditional antimalarial remedies.” J. Ethnopharmacol. 2005 Apr; 98(1-2): 45-54.
Ajaiyeoba, E. O., et al. “In vivo antimalarial activities of Quassia
amara and Quassia undulata plant extracts in mice.” J. Ethnopharmacol. 1999; 67(3): 321–25.
O’Neill, M. J., et al. “Plants as sources of antimalarial drugs: in vitro
antimalarial activities of some quassinoids.” Antimicrob. Agents
Chemother. 1986; 30(1): 101–4.
Trager, W., et al. “Antimalarial activity of quassinoids against chloroquine-resistant Plasmodium falciparum in vitro.” Am. J. Trop.
Med. Hyg. 1981; 30(3): 531–37.
Antiamöbische & antiparasitäre Wirkung:
Ninci, M. E. “Prophylaxis and treatment of pediculosis [lice] with
Quassia amarga.” Rev. Fac. Cien. Med. Univ. Nac. Cordoba 1991;
49(2): 27–31.
Wright, C. W., et al. “Use of microdilution to assess in vitro antiamoebic activities of Brucea javanica fruits, Simarouba amara stem,
and a number of quassinoids.” Antimicrob. Agents Chemother.
1988; 32(11): 1725-9
Jensen, O. “Pediculosis capitis treated with Quassia tincture.” Acta.
Derm. Venereol. 1978; 58(6): 557–59.
Jensen, O. “Treatment of head lice with Quassia tincture.” Ugeskr.
Laeger. 1979; 141(4): 225–26.
Wirkung gegen Insekten & Larven:
Evans, D. A., et al. “Larvicidal efficacy of Quassin against Culex
quinquefasciatus.” Indian J. Med. Res. 1991 Sep; 93: 324-7.
Evans, D. A., et al. “Extracts of Indian plants as mosquito larvicides.” Indian J. Med. Res. 1988; 88(1): 38–41.
Park, M. H., et al. “Acute insecticidal activity of quassin and its
congeners against the American cockroach.” Chem. Pharm. Bull.
1987; 35(7): 3082-5.
Roark, R. C. “Some promising insecticidal plants.” Econ. Bot.
1947; 1: 437–45.
Empfängnisverhütende Wirkung:
Parveen, S., et al. “A comprehensive evaluation of the reproductive
toxicity of Quassia amara in male rats.” Reprod. Toxicol. 2003;
17(1): 45–50.
Raji, Y., et al. “Antifertility activity of Quassia amara in male rats
- in vivo study.” Life Sci. 1997; 61(11): 1067-74.
Njar, V. C., et al. “Antifertility activity of Quassia amara: quassin
inhibits the steroidogenesis in rat Leydig cells in vitro.” Planta
Med. 1995 Apr; 61(2): 180-2.
Antimikrobielle Wirkung:
Xu, Z., et al. “Anti-HIV agents 45(1) and antitumor agents 205. (2)
Two new sesquiterpenes, leitneridanins A and B, andthe cytotoxic
and anti-HIV principles from Leitneria floridana.” J. Nat. Prod.
2000; 63(12): 1712–15.
Abdel-Malek, S., et al. “Drug leads from the Kallawaya herbalists of
Bolivia. 1. Background, rationale, protocol and anti-HIV activity.”
J. Ethnopharmacol. 1996; 50: 157–66.
Ajaiyeoba, E.O., et al. “Antibacterial and antifungal activities of
Quassia undulata and Quassia amara extracts in vitro.” Afr. J. Med.
Med. Sci. 2003 Dec; 32(4): 353-6.
Apers, S., et al. “Antiviral activity of simalikalactone D, a quassinoid
from Quassia africana.” Planta Med. 2002; 25(9): 1151–55.
Morre, D. J., et al. “Effect of the quassinoids glaucarubolone and
simalikalactone D on growth of cells permanently infected with
feline and human immunodeficiency viruses and on viral infections.” Life Sci. 1998; 62(3): 213-9.
Zytotoxische Wirkung:
Kupchan, S. M. “Quassimarin, a new antileukemic quassinoid from
Quassia amara.” J. Org. Chem. 1976; 41(21): 3481–82.
Gastrische Wirkung & Wirkung gegen Geschwüre:
Sugimoto, N., et al. “Analysis of constituents in Jamaica quassia
extract, a natural bittering agent.” Shokuhin Eiseigaku Zasshi.
2003 Dec; 44(6): 328-31.
Toma, W., et al. “Antiulcerogenic activity of four extracts obtained
from the bark wood of Quassia amara L. (Simaroubaceae).” Planta
Med. 2002; 68(1): 20–24.
Garcia Gonzalez, M., et al. “Pharmacologic activity of the aqueous
wood extract from Quassia amara (Simarubaceae) on albino rats
and mice.” Rev. Biol. Trop. 1997; 44–45: 47–50.
Tada, H., et al. “Novel anti-ulcer agents and quassinoids.” U.S.
patent no. 4,731,459. 1988.
Entzündungshemmende & schmerzlindernde Wirkung:
Toma, W., et al. “Evaluation of the analgesic and antiedematogenic
activities of Quassia amara bark extract.” J. Ethnopharmacol. 2003;
85(1): 19–23.
Seite 30
Chancapiedra
(Phyllanthus niruri, amarus)
Familie: Euphorbiaceae
Gattung: Phyllanthus
Pfanzenart: niruri, amarus
Synonyme: Phyllanthus carolinianus, P, sellowianus,
P. fraternus, P. kirganella, P. lathyroides, P. lonphali,
Nymphanthus niruri
PFLANZLICHE EIGENSCHAFTEN UND
WIRKUNG
Hauptwirkungen
Treibt Steine aus
Unterstützt die Nieren
Steigert die Harnausscheidung
Lindert Schmerzen
Schützt die Leber
Entgiftet die Leber
Reduziert Krämpfe
Reduziert Entzündungen
Tötet Viren ab
Löst Verstopfungen
Unterstützt die Verdauung
Senkt den Blutzucker
Senkt den Blutdruck
Vermindert das Cholesterin
Andere Wirkungen
Tötet Bakterien ab
Behandelt Malaria
Beugt Mutation vor
Reduziert das Fieber
Leicht abführend
Treibt Würmer aus
Anwendung der Kräutermedizin
bei den Stämmen
Der spanische Name der Pflanze “Chancapiedra”
bedeutet „Steinbrecher“ oder „zerschmettert Steine“.
Sie wurde so benannt, weil Generationen der in Amazonien lebenden Eingeborenen sie wirksam bei der
Eliminierung von Gallensteinen und Nierensteinen
angewandt haben. In Brasilien ist die Pflanze als quebra-pedra oder arranca-pedras bekannt (was ebenfalls
mit „bricht Steine“ übersetzt werden kann). Außer bei
Nierensteinen wird die Pflanze in Amazonien bei zahlreichen anderen Leiden der Einheimischen eingesetzt,
einschließlich Koliken, Diabetes, Malaria, Dysenterie,
Fieber, Schnupfen, Tumore, Gelbsucht, Vaginitis, Gonorrhöe und Dyspepsie. Auf der Grundlage der lange
Zeit dokumentierten Anwendungsgeschichte in der
Region wird die Pflanze im Allgemeinen eingesetzt,
um Schmerzen zu lindern, Eingeweidewürmer auszutreiben, die Verdauung anzuregen und zu fördern, um
Würmer auszutreiben und als mildes Abführmittel.
Chancapiedra hat eine lange Geschichte in Kräuterheilkundeverfahren in allen tropischen Ländern, in denen
sie wächst. Meistens wird sie bei ähnlichen Leiden auf
der ganzen Welt eingesetzt. Ihre Hauptanwendungen
beziehen sich auf viele Arten von Gallen- und Blasenleiden, einschließlich Nieren- und Gallenblasensteinen; bei Hepatitis, Erkältungen, Schnupfen, Tuberkulose und anderen Virusinfektionen; Leberkrankheiten
und Störungen einschließlich Anämie, Gelbsucht und
Leberkrebs; und bei bakteriellen Infektionen wie z. B.
Blasenentzündung, Prostataentzündung, Geschlechtskrankheiten und Harnwegsinfektionen. Sie wird auch
weithin bei Diabetes und hohem Blutdruck sowie
aufgrund ihrer harntreibenden, schmerzlindernden,
verdauungsfördernden, krampflösenden, fiebersenkenden und zellschützenden Eigenschaften in vielen
anderen Ländern eingesetzt.
Pflanzenchemikalien
Seit der Mitte der 60iger Jahre ist Chancapiedra Gegenstand vieler phytochemikalischer Untersuchungen,
um die wirksamen Bestandteile und deren pharmakologische Wirkungen zu bestimmen. Sie ist eine
reiche Quelle an Pflanzenchemikalien, einschließlich
vieler, die nur alleine in der Gattung der Phyllanthus
gefunden wurden. Viele der „wirksamen“ Bestandteile werden den biologisch wirksamen Lignanen,
Glykosiden, Flavonoiden, Alkaloiden, Ellagitanninen
und Phenylpropanoiden zugeschrieben, die im Blatt,
Seite 31
im Stengel und in der Wurzel der Pflanze gefunden
wurden. Allgemeine Lipide, Sterine und Flavonole
kommen ebenfalls in der Pflanze vor.
Die Hauptpflanzenchemikalien in Chancapiedra
umfassen Alkaloide, Astragalin, Brevifolin, Carboxylicsäuren, Corilagin, Cymene, Ellagsäure, Ellagitannine,
Gallocatechine, Geraniin, Hypophyllanthin, Lignane,
Lintetraline, Lupeole, Methylsalicylat, Niranthin,
Nirtetralin, Niruretin, Nirurin, Nirurine, Niruriside,
Norsecurinines, Phyllanthin, Phyllanthine, Phyllanthenol, Phyllochrysine, Phyltetralin, Repandusinsäure,
Quercetin, Quercetol, Quercitrin, Rutin, Saponine,
Triacontanal und Tricontanol.
Biologische Wirksamkeit und
klinische Forschung
Es ist kein Wunder, dass Chancapiedra für so viele
Zwecke in den Kräuterheilkundeverfahren verwendet wird: In klinischen Studien über die Jahre hin
hat die Pflanze leberschützende, gegen Nierensteine
wirkende (treibt Nierensteine aus), schmerzlindernde,
hypotensive, krampflösende, antivirale, antibakterielle,
harntreibende, antimutagene und hypoglykämische
Eigenschaften bewiesen. Aufgrund der Verwechslung
von P. niruri, P. amarus und P. sellowianus über die Jahre
hin (und der Neuklassifizierung der Gattung) wird die
hier besprochene Recherche das umspannen, was über
alle drei dieser sehr ähnlichen Arten berichtet wurde.
Der erste bemerkenswerte Bereich der Studie hat die
langjährige traditionelle Anwendung von Chancapiedra bei Nierensteinen bestätigt. Im Jahr 1990 hat die
Paulista School of Medicine in São Paulo, Brasilien,
Studien bei Menschen und Ratten mit Nierensteinen
durchgeführt. Ihnen wurde für 1-3 Monate ein einfacher Tee aus Chancapiedra verabreicht und es wurde
berichtet, dass der Tee die Eliminierung der Steine
gefördert hat. Es wurde ebenfalls über eine signifikante
Steigerung der Harnproduktion sowie der Natriumund Kreatininausscheidung berichtet. Danach hat die
medizinische Fakultät neue Ärzte über die Möglichkeit
der Behandlung von Nierensteinen mit diesem natürlichen Mittel ausgebildet und heute findet man es in
vielen Apotheken in ganz Brasilien.
In einer in-vitro klinischen Studie im Jahr 1999 wies
ein Chancapiedra-Extrakt die Möglichkeit auf, die
Bildung von Kalziumoxalatkristallen (die Bausteine
der meisten Nierensteine) zu blockieren, wodurch
angezeigt ist, dass er ein nützliches Vorbeugungsmittel
für Menschen mit einer Vorgeschichte von Nierens-
teinen sein könnte. In einer In-vivo-Studie im Jahr
2002 platzierten Forscher Kalziumoxalatkristalle in
die Harnblase von Ratten und behandelten sie 42 Tage
lang mit einem Wasserextrakt aus Chancapiedra. Die
Ergebnisse zeigten an, dass Chancapiedra das Wachstum und die Anzahl der gebildeten Steine mehr als in
der Kontrollgruppe unterdrückten. Mehrere der Tiere
schieden sogar die Steine aus, die sich gebildet hatten.
Jünst (in 2003) bestätigten Wissenschaftler wiederum
in-vitro, dass Chancapiedra dabei helfen könnte, die
Bildung von Nierensteinen zu verhindern „… dass sie
in den Anfangsstadien der Steinbildung eingreifen und
eine alternative Form der Behandlung und/oder Prävention von Harnblasensteinen darstellen könnte“.
Zuvor (Mitte der 80iger Jahre) wurde über die
krampflösende Wirkung von Chancapiedra berichtet.
Dies führte Forscher zu der Vermutung, dass „eine
problemlose Muskelentspannung innerhalb der Harnoder Gallenwege wahrscheinlich die Ausscheidung
von Nieren- oder Blasensteinen erleichtert“. Forscher
hatten bereits über die krampflösenden Eigenschaften
und problemlosen Muskelentspannungseigenschaften
der Chancapiedra (einschließlich einer Gebärmutterentspannungswirkung) in früheren Studien berichtet.
1990 berichtete Nicole Maxwell, dass Dr. Wolfram
Wiemann (aus Nürnberg, Deutschland) mehr als 100
Nierensteinpatienten mit aus Peru erhaltener Chancapiedra behandelte und herausfand, dass es innerhalb
von ein bis zwei Wochen zu 94% erfolgreich in der
Eliminierung von Steinen war.
Chancapiedra wird in der Kräuterheilkunde ebenfalls
bei Gallensteinen angewandt, obwohl keine Untersuchungen durchgeführt wurden, die insbesondere
diese Anwendung bestätigten. Eine Studie ergab, dass
Chancapiedra eine Wirkung auf Gallenblasenprozesse hat. In einer Studie aus dem Jahr 2002 haben
Indio-Forscher berichtet, dass Chancapiedra die
Gallensäurensekretion in der Gallenblase steigert und
in bedeutendem Maße den Blutcholesterinspiegel bei
Ratten senkt. Die nützlichen Einflüsse der Senkung
der Cholesterin- und Triglyceridspiegel wurden auch
von einer weiteren In-vivo-Studie (bei Ratten) im Jahr
1985 bestätigt.
Die traditionelle Verwendung der Pflanze bei hohem Blutdruck wurde ebenfalls durch die Forschung
untersucht. Die hypotensiven Wirkungen wurden
zum erstenmal im Jahr 1952 in einer Studie mit
Hunden gemeldet (bei der auch eine harntreibende
Wirkung festgestellt wurde). Die hypotensiven Wirkungen wurden einer besonderen Phytochemikalie in
Chancapiedra zugeschrieben, die in einer Studie von
Seite 32
1988 Geraniin genannt wurde. Im Jahr 1995 gaben
Indio-Forscher menschlichen Probanden mit hohem
Blutdruck Chancapiedra Blattpulver in Kapseln und
berichteten über eine signifikante Senkung des systolischen Blutdrucks, eine signifikante Steigerung der
Urinmenge und der Natriumausscheidung. Über die
harntreibende Wirkung von Chancapiedra beim Menschen wurde bereits 1929 berichtet und in Indien wird
eine Tablette der Chancapiedra (genannt Punarnava)
als harntreibendes Mittel verkauft.
In der oben genannten Studie von 1995 haben Forscher ebenfalls berichtet, dass die Blutzuckerspiegel
bei menschlichen Probanden signifikant gesenkt
wurden. Bei zwei weiteren Studien mit Kaninchen
und Ratten wurde die hypoglykämische Wirkung von
Chancapiedra bei diabetischen Tieren nachgewiesen.
Bei einer weiteren Studie wurde sogar nachgewiesen,
dass Chancapiedra Eigenschaften zur Hemmung der
Aldosereduktase (ARI) hat. Aldosereduktasen sind
Substanzen, die auf Nervenenden einwirken, die einer
hohen Blutzuckerkonzentration ausgesetzt sind und
zu diabetischer Neurapathie und Makulardegeneration führen können. Substanzen, die diese Substanzen
hemmen können, können einigen der auftretenden
chemischen Ungleichgewichte vorbeugen und somit
die Nerven schützen. Dieser ARI Effekt von Chancapiedra wurde teilweise einer Pflanzenchemikalie
zugeschrieben, die Ellagsäure genannt wird. Dieser gut
erforschten Pflanzenchemikalie wurden viele andere
nutzbringende Wirkungen in zahlreichen klinischen
Studien (bis heute mehr als 300) nachgewiesen.
Ein anderer Bereich der Forschung hat sich auf die
schmerzlindernden Wirkungen von Chancapiedra
konzentriert und wurde an einer brasilianischen
Universität durchgeführt. Bis jetzt wurden sechs Studien über ihre Befunde veröffentlicht. Die ersten drei
Studien berichteten über starke und dosisabhängige
schmerzlindernde Wirkungen bei Mäusen, denen Extrakte aus Chancapiedra gegen sechs unterschiedliche
laborinduzierte Schmerzmodelle gegeben wurden. Im
Jahr 1996 wurde die hypotensive Pflanzenchemikalie
Geraniin der Chancapiedra isoliert und getestet und es
wurde berichtet, dass es siebenmal so schmerzlindernd
war wie Aspirin oder Acetaminophen. Die beiden
letzten Studien (veröffentlicht im Jahr 2000) wiesen
weiterhin die schmerzlindernden Eigenschaften von
Chancapiedra gegenüber normalen Schmerzmodellen
bei Mäusen und neu-getesteten nervenbezogenen
Schmerzmodellen nach. Wiederum bezog man diesen Effekt auf die Pflanzenchemikalie Geraniin und
berichtete über dessen Fähigkeit, verschiedene Neuro-
transmitterprozesse zu hemmen, die Schmerzsignale
im Gehirn übermitteln und empfangen. Ungleich
Aspirin (das die Schleimhaut des Magens angreifen
und Geschwüre verursachen kann) wurde von Geraniin
berichtet, dass es anstattdessen Eigenschaften besitzt,
die Geschwüren entgegenwirken und den Magentrakt
schützen. Diese schmerzlindernde Wirkung ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass so viele Personen, die
Chancapiedra wegen ihren Nierensteinen (eine sehr
schmerzvolle Angelegenheit) eingenommen haben,
über eine solche rasche Linderung berichteten, die
lange bevor Chancapiedra in der Tat einen Stein zerbrechen und austreiben konnte eintrat.
Die leberschützende Wirksamkeit von Chancapiedra
ist ein weiteres Thema, das bei klinischen Untersuchungen bei Tieren und Menschen aufgestellt wurde.
Diese Wirkungen wurden (zumindest) zwei neuen
Pflanzenchemikalien in Chancapiedra zugeschrieben,
die Phyllanthin und Hypophyllanthin genannt werden.
Die Forscher, die über cholesterinsenkende Wirkungen
berichteten, berichteten ebendalls, dass Chancapiedra
Ratten vor Leberschäden schützte, die durch Alkohol
hervorgerufen werden, und eine „Fettleber“ normalisierte. In einer In-vitro-Studie und in vier In-vivo-Studien (mit Ratten und Mäusen) wurde nachgewiesen,
dass Extrakte aus Chancapiedra wirkungsvoll gegen
Leberschäden aus verschiedenen chemischen Lebergiften schützen. Bei zwei menschlichen Studien wurde
über die leberschützenden und entgiftenden Wirkungen der Chancapiedra bei Kindern mit Hepatitis
und Gelbsucht berichtet. Indio-Forscher berichteten,
dass Chancapiedra ein wirkungsvolles Einzelmittel
bei der Behandlung von Gelbsucht bei Kindern war
und britische Forscher berichteten, dass Kinder, die
mit einem Chancapiedra-Extrakt bei akuter Hepatitis
behandelt wurden, eine innerhalb von fünf Tagen in
den Normalbereich rückgeführte Leberfunktion aufwiesen. Forscher in China berichteten ebenfalls über
die leberschützenden Wirkungen, als Chancapiedra
Erwachsenen mit chronischer Hepatitis verabreicht
wurde.
In einer Studie im Jahr 2000 wurde sogar nachgewiesen, dass Chancapiedra die Lebensdauer von Mäusen
mit Leberkrebs von dreiunddreißig Wochen (Kontrollgruppe ohne Behandlung) auf zweiundfünfzig Wochen
erhöhte. Eine andere Forschungsgruppe versuchte,
Leberkrebs bei Mäusen hervorzurufen, die im Vorfeld
mit einem Wasserauszug aus Chancapiedra behandelt
worden waren. Ihre Ergebnisse zeigten, dass der Extrakt
aus Chancapiedra dosisabhängig das Vorkommen von
Tumoren, Stufen der carcinogen-metabolisierenden
Seite 33
Enzyme, Stufen der Leberkrebsmarker und Leberschädigungsmarker minderte. Beide Studien zeigen
an, dass die Pflanze vielmehr eine bessere Fähigkeit
zur Vorbeugung und Verlangsamung des Wachstums
von Tumoren als eine direkte toxische Wirkung oder
Fähigkeit zur Abtötung von Krebszellen hat.
Es kann sehr wohl sein, dass die nachgewiesene Fähigkeit von Chancapiedra, Zellen von einer Mutation
abzuhalten, ein wichtiger Faktor bei dieser dargelegten
Wirksamkeit gegen Krebs spielt. In verschiedenen
Tierstudien (sowie in Zellkulturen) haben Extrakte
aus Chancapiedra bei Vorhandensein von chemischen
Substanzen, die dafür bekannt sind, Zellmutationen
und Unterbrechungen im DNA-Strang zu bewirken
(die dazu führen können, Krebszellen zu schaffen),
Zellen (einschließlich von Leberzellen) von einer Mutation abgehalten oder sie daran gehindert. Wiederum
wurde bei einer dieser Studien angegeben, dass Chancapiedra verschiedene Enzymprozesse hemmte, die der
Krebszellenreproduktion und deren Wachstum eigen
sind, anstatt direkt eine toxische Wirkung des Abtötens
von Krebszellen aufzuweisen (es wurden Sarkom-, Karzinom- und Lymphomzellen erforscht). Diese Zellschutzeigenschaft wurde in anderen Untersuchungen
nachgewiesen, die anzeigten, dass Chancapiedra gegen
chemisch herbeigeführte Knochenmarkschäden bei
Mäusen sowie gegen durch Strahlung hervorgerufene
Schäden bei Mäusen schützte.
Der letzte Bereich der veröffentlichten Forschung (der
der umfassendste und verwirrendste ist) betrifft die
antiviralen Eigenschaften von Chancapiedra. Sowohl
Studien am Menschen als auch an Tieren ergaben, dass
Chancapiedra die Leber sogar während einer Heptatitisinfektion schützen kann. Es wurde berichtet, dass
Chancapiedra auch eine direkte antivirale Wirksamkeit
gegen Hepatitis B Virus hatte, die in Studien am Menschen, an Tieren und im Reagenzglas durchgeführt
wurden. Mehr als 20 klinische Studien wurden bis
heute in Bezug auf diese Wirkung veröffentlicht und
die Ergebnisse waren uneinheitlich und verwirrend (es
sei denn, sie waren sorgsam evaluiert).
Hepatitis ist weltweit von Interesse genug, um zu
verdienen, dass die ganz verschiedenen Studien noch
einmal durchgegangen werden. Die Hepatitis B
Infektion (HBV) ist weltweit die führende Ursache
für Leberkrebs – der zu 100% als tödlich angesehen
wird. Träger von HBV können Jahrzehnte nach der
ursprünglichen Infektion 200 Mal eher Leberkrebs
entwickeln. Viele Menschen, die an HBV erkranken,
werden zu chronischen (und oftmals asymptomatischen) Trägern der Krankheit, während sie immer
noch andere anstecken können. HBV ist angeblich
100 Mal infektiöser als HIV und, wie HIV auch,
wird sie durch Bluttransfusionen, Nadeln, sexuellen
Kontakt und in utero (von der Mutter auf das Kind
im Mutterleib) übertragen. Die Statistiken zu HBV
sind erschütternd: einer von jeweils 250 Amerikanern
sind HBV Träger! Das Center for Disease Control
(CDC) schätzt, dass 200.000 neue US-amerikanische
Fälle von HBV Infektion pro Jahr zu den gegenwärtig
auf eine Million geschätzten Trägern in den USA hinzukommen (und weltweit geschätzte 300 Millionen).
Das CDC berichtet ebenfalls, dass (in den USA) 3.000
– 4.000 jährliche Todesfälle wegen Zirrhose und 1.000
Todesfälle wegen Leberkrebs mit HBV verbunden
sind. Als also Dr. Baruch Blumberg 1988 berichtete,
dass Chancapiedra den chronischen Trägerstatus von
Hepatitis B aus der Welt schaffen könne, war das eine
große Sache. Dr. Blumberg bekam 1963 den Nobelpreis in erste Linie für die Entdeckung des HBV
Antigens. Dies führte zu der Entdeckung, dass HBV
die Primärursache von Leberkrebs war und leitete die
Entwicklung von HBV Impfstoffen ein.
Das größte Teil der frühen Forschung von Blumberg
wurde in Indien in Zusammenarbeit mit einer indischen Forschungsgruppe durchgeführt. Ihre ersten
Studien am Menschen ergaben, dass ein Wasserextrakt
aus Phyllanthus amarus das HBV Oberflächenantigen
von 22 von 37 chronischen HBV Patienten in nur 30
Tagen ausräumte (und sie wurden 9 Montate lang
negativ getestet – dies war der Zeitpunkt, an dem der
Bericht veröffentlicht wurde). Die gleiche Gruppe
hatte verschiedene frühere In-vitro-Studien sowie
Tierstudien (Waldmurmeltier) veröffentlicht.
(Waldmurmeltiere reagieren auf chronische HBV
Infektion weitestgehend in gleicher Weise wie Menschen, deshalb werden sie für solche Untersuchungen
ausgewählt). Alle zeigten ähnliche und effektive antiHBV Wirkungen. Zu dieser Zeit war Blumberg bei
Fox Chase Cancer Center in Philadelhia angestellt;
er, Fox Chase und die indischen Forscher beantragten
1985 und 1988 zwei Patente bezüglich der Fähigkeit
der Pflanze, HBV zu behandeln und bezüglich ihrer
antiviralen Eigenschaften (und nannten nun die Pflanze P. niruri). Das erste Patent war HBV spezifisch;
das zweite erklärte, dass die antiviralen Eigenschaften
der Pflanze teilweise durch eine starke Hemmung
der Umkehrtranskriptase (Chemikalien, die für das
Wachstum vieler Arten von Viren notwendig sind)
erreicht werden, wodurch es möglich wurde, derartige
Retroviren wie HIV, sowie Sarkom und Leukämieviren
zu behandeln.
Seite 34
Ebenfalls während dieser Zeit entwickelte die Gruppe
ein neues und “besseres” Extraktionsverfahren. Dieses
Verfahren umfasste mehrere komplizierte Extraktionen, bei denen die Pflanze zuerst in kaltem Wasser
eingeweicht wurde, dann wurde die sich ergebende
Flüssigkeit in Hexan extrahiert, dann in Benzol, dann
in Methanol und dann wieder in Wasser. Ihre Unterlagen gaben jedoch preis, dass sie nicht genau wussten,
welche wirksamen Chemikalien in dem endgültigen
Extrakt waren, die die antiviralen Wirkungen lieferten!
Obgleich es gewiss ein kompliziertes und patentierbares Verfahren war, stand vieles der zu einem späteren
Zeitpunkt veröffentlichten Forschung der Gruppe
bis in die 90iger Jahre, in der dieser neue, patentierte
„Wasserextrakt“ verwendet wurde, im Konflikt mit
ihren früheren Studien und war in den In-vivo-Untersuchungen zu HBV nicht so wirksam. Dies verusachte
viel Verwirrung, ob Chancapiedra (P. niruri oder P.
amarus) eine wirksame Behandlung war oder nicht.
Um zu der Verwirrung noch beizutragen, bereitete eine
neuseeländische Forschungsgruppe im Jahr 1994 einen
chemikalisch abgewandelten Extrakt (von P. amarus),
der auf den chemikalischen Inhalt von Geraniin (die
Chemikale, der schmerzlindernde und hypotensive
Eigenschaften nachgewiesen wurden) standardisiert
wurde. Sie begannen eine doppelblinde HBV Studie
am Menschen, brachen sie später aufgrund mangelnder
Reaktion ab und veröffentlichten eine andere Studie
mit negativem Ergebnis.
In der Zwischenzeit veröffentlichte eine separate Forschungsgruppe in China (wo HBV weit verbreitet ist),
die mit einem unmittelbaren Wasserextrakt und/oder
Kräuterpulver arbeitete, zwei positive Studien, die 1994
und 1995 gute Ergebnisse bei menschlichen HBV
Patienten ergab. Ihre zweite Studie deutete an, dass
unterschiedliche Ergebnisse durch die Verwendung
unterschiedlicher Phyllanthus Pflanzenarten erzielt
wurden (und dass sogar eine andere Art – P. urinaria die
besten anti-HBV Ergebnisse brachte). Die Chinesen
haben eine jüngere Studie (2001) veröffentlicht, in der
30 chronische HBV Patienten, die 3 Monate lang einen
Chancapiedra-Extrakt einnahmen, mit 25 Patienten
verglichen wurden, die Interferon einnahmen (dem
führenden konventionellen Arzneimittel, das bei HBV
angewandt wird). Beide Behandlungen zeigten eine
gleiche Wirksamkeit von 83%, aber die ChancapiedraGruppe rangierte bedeutend höher bei der Normalisierung der Leberenzyme und der Wiederherstellung
der Leberfunktion als die mit Interferon behandelte
Gruppe. Sie veröffentlichten sogar eine weitere Studie
im Jahr 2004, die die anti-HBV Wirkung vorwie-
gend vier Chemikalien in Chancapiedra zuschrieben:
Niranthin, Nirtetralin, Hinokinin und Geraniin.
Letztendlich überarbeitete die Cochrane Hepato-Biliary Research Group in Kopenhagen alle veröffentlichten HBV-Forschungen (22 randomisierte Studien) und
veröffentlichte eine unabhängige kritische Betrachtung
der Ergebnisse. Diese erklärte, dass die Behandlung
mit „Phyllanthus herb“ (sie erkannten die Verwirrung
unter den verschiedenen angewandten Arten) „eine
positive Wirkung auf die Eliminierung des HbsAG
Serums“ (HBV Oberflächenantigen) im Vergleich
zu Interferon hatte und besser war als eine nicht
spezifische Behandlung oder andere Phytopharmaka
für HBV und eine Leberenzymnormalisierung“. Sie
gaben ebenfalls an, dass große Studien aufgrund dieser
nachgewiesenen positiven Wirkung sowie dem Mangel
an Standardisierung der Forschungsmethoden und der
verwendeten Pflanzenarten in den verschiedenen bis
heute veröffentlichten Studien berechtigt seien.
Eine japanische Forschungsgruppe, die sich speziell mit HIV befasste, berichtete im Jahr 1992, dass
ein einfacher Wasserextrakt aus P. niruri die HIV-1
Umkehrtranskriptase hemmte. (Verschiedene konventionelle Arzneimittel, die heutzutage gegen HIV
angewandt werden, werden als „Umkehrtranskriptasehemmer“ klassifiziert.) Sie schrieben diese Wirkung
einer Pflanzenchemikalie in Chancapiedra zu, die
Repandusinsäure A genannt wird. Als sie diese Chemikalie einzeln testeten, zeigte sie eine signifikante
Toxizität für HIV-1 bei sehr kleinen Dosierungen (eine
90% In-vitro-Hemmung bei Verwendung von nur 2,5
mcg). Bristol-Myers Squibb Pharmaceutical Research
Institute isolierte sogar eine weitere Chemikalie in
Chancapiedra mit anti-HIV Wirkung – ein neuer
Bestandteil, den sie Nirurisid nannten und in einer
Studie im Jahr 1996 beschrieben. Eine deutsche Forschungsgesellschaft veröffentlichte im Jahr 2003 ihre
erste Studie über Chancapiedra und deren Anwendung
in der HIV Therapie (und gab eine 70 - 75% Hemmung des Virus an). Zusätzlich zu diesen antiviralen
Eigenschaften wurde ebenfalls nachgewiesen, dass
die Pflanze weitere antimikrobielle Wirkungen hat.
Bei Chancapiedra wurden „in-vitro“ antibakterielle
Wirkungen gegen Staphylokokken, Mikrokokken und
Pasteurella-Bakterien sowie „in-vivo“ und „in-vitro“
Malaria entgegenwirkende Eigenschaften nachgewiesen, was andere traditionelle Anwendungen bestätigt.
Seite 35
Gegenwärtige praktische
Anwendungen
Chancapiedra ist ein perfektes Beispiel für eine sehr
nützliche medizinische Pflanze, die sehr viel mehr
Forschung verdient – aber eine, die mit den typischen
Problemen der Arbeit mit einer komplizierten, chemikalienreichen Pflanze belastet ist. Sofern nicht eine
große (und kapitalkräftige) pharmazeutische oder
Forschungsgesellschaft eine einzelne patentierbare
Chemikalie isolieren kann (oder mit einem patentierbaren Extraktionsverfahren herauskommen kann,
das tatsächlich so gut funktioniert wie ein einfacher
Wasserextrakt), die die hohen Kosten der Forschung
rechtfertigt, wird Chancapiedra wahrscheinlich in der
Kategorie „nicht erwiesenes Kräutermittel“ bleiben. Es
gibt einfach nicht genug gemeinnützige Gelder oder
staatliche Zuschüsse, die zur Verfügung stehen, um
die Forschung bezüglich natürlicher Pflanzenextrakte
zu finanzieren, die nicht patentiert werden können.
Da viele biologische Wirkungen und Wohltaten der
Chancapiedra vielen verschiedenen Chemikalien zugeschrieben werden (deren synergistische Interaktionen
unklar sind) und die meisten vollkommen wasserlöslich
zu sein scheinen (es sind keine komplizierten und
patentierbaren Herstellungsverfahren notwendig),
werden gewinnorientierte Forschungsgelder wahrscheinlich anderswo ausgegeben. Dies ist sogar ein
weiteres perfektes Beispiel dafür, dass Mutter Natur
ein unendlich besserer Chemiker ist; natürliche Kräuter
funktionieren auch weiterhin besser als jegliche vom
Menschen chemisch modifizierten (und patentierbaren) Extrakte.
Aber was ist das für ein natürliches Mittel! Mit
seinen Anwendungen bei Nierensteinen und Gallensteinen, für den Schutz von Zellen und Leber, bei
Bluthochdruck und hohem Cholesterinspiegel und
seine schmerzlindernden und antiviralen Wirkungen
gewinnt es als ein wirksames natürliches Heilmittel
in vielen Kontinenten an Popularität. Es ist außerdem
wichtig, anzumerken, dass in allen Forschungen, die
über die letzten 20 Jahre hin veröffentlicht wurden,
keine Zeichen von Toxizität oder Nebenwirkungen
bei irgendwelchen der Studien am Menschen oder an
Tieren berichtet wurden – nicht einmal bei akuter oder
chronischer Anwendung.
Chancapiedra
Pflanzenzusammenfassung
Hauptzubereitungsmethode: Tee
Hauptwirkungen (in Reihenfolge):
Wirkt Nierensteinen entgegen (beugt Nierensteinen
vor und eliminiert sie), hepatoprotektiv (schützt die
Leber), harntreibend, antihepatotoxisch (entgiftet die
Leber), antiviral
Hauptanwendungen:
Bei Nierensteinen und Gallensteinen (aktive Steine
und als Vorbeugungsmittel)
Zur Regulierung, Ausgleichung, Stärkung, Entgiftung
und zum Schutz der Leber (und zum Ausgleich der
Leberenzyme)
Bei Viren, einschließlich Hepatitis A, B, und C, Herpes
und HIV
Zur Regulierung, Ausgleichung, Stärkung, Entgiftung
und zum Schutz der Nieren und zur Reduzierung der
Harnsäure und Steigerung der Harnausscheidung
Bei Bluthochdruck und hohem Cholesterinspiegel
Eigenschaften/durch Untersuchungen
nachgewiesene Wirkung:
schmerzlindernd (Schmerzmittel),wirkt Geschwüren
entgegen , antibakteriell, antihepatotoxisch (entgiftet die Leber), wirkt Nierensteinen entgegen (beugt
Nierensteinen vor und eliminiert sie), wirkt Malaria
entgegen, antimutagen (schützt die Zellen), krampflösend, antiviral, empfängnisverhütend, harntreibend,
gastrototonisch (regilierend, ausgleichend, stärkend
für das Magensystem), hepatoprotektiv (schützt die
Leber), hepatotonisch (regulierend, ausgleichend,
stärkend für die Leber), hypocholesterinämisch (senkt
das Cholesterin), hypoglykämisch, hypotensiv (senkt
den Blutdruck), gebärmutterentspannend
Andere Eigenschaften/durch Untersuchungen
nachgewiesene Wirkung:
entzündungshemmend, blutreinigend, karminativ,
entgiftend, schweißtreibend (fördert die Schweißbildung), Fiebermittel (reduziert das Fieber), abführend,
menstruationsstimulierend, Tonikum (reguliert alle
Körpersysteme, gleicht sie aus und stärkt sie), Wurmmittel (treibt Würmer aus)
Vorsicht: Kann die Wirkung von Medikamenten für
Diabetes, hohen Blutdruck und Diuretika steigern.
Seite 36
Nicht während der Schwangerschaft
anwenden.
eingesetzt werden könnte und man sollte sich nicht
als solches darauf verlassen.
Chancapiedra wurden hypoklykämische Wirkungen
bei Tieren und Menschen nachgewiesen. Sie ist bei
Personen mit Hypoglykämien kontraindiziert. Diabetiker sollten ihren Arzt zu Rate ziehen, bevor sie
die Pflanze einnehmen, da die Insulinmedikation eine
Überwachung und Anpassung erfordern könnte.
Chancapiedra wurden in Studien harntreibende Wirkungen bei Menschen und Tieren nachgewiesen. Die
dauernde und akute Anwendung dieser Pflanze kann
bei verschiedenen anderen medizinischen Leiden
kontraindiziert sein, bei denen harntreibende Mittel
nicht angeraten sind. Die dauernde langfristige Anwendung eines jeglichen harntreibenden Mittels kann
ein Ungleichgewicht des Elektrolyt- und Mineralstoffhaushaltes verursachen, dennoch haben Studien mit
Chancepiedra am Menschen (von bis zu drei Monaten
chronischer Anwendung) keinerlei Nebenwirkungen
gezeigt. Ziehen Sie Ihren Arzt bezüglich möglicher
Nebenwirkungen der langfristigen Anwendung von
Diuretika zu Rate, wenn Sie sich für die dauernde
Anwendung dieser Pflanze für einen Zeitraum von
mehr als drei Monaten entschieden haben.
Gegenanzeigen:
Wechselwirkungen mit anderen
Arzenimitteln:
Traditionelles Rezept: Als traditionelles Rezept
wird ein Standard-Kräutertee oder eine schwache
Abkochung zubereitet. Je nachdem, was behandelt
werden soll, werden 1-3 Tassen pro Tag getrunken.
Dosierungen zur Vorbeugung und Bewahrung der
Gesundheit vor Nierensteinen werden von Ärzten mit
1-3 Tassen pro Woche angegeben, während 3-4 Tassen
täglich angewandt werden, um existierende Steine zu
eliminieren. Einige Apotheken in Brasilien und Südamerika verkaufen konzentrierte Flüssigextrakte oder
Wasser-/Glyzerinextrakte. Je nach Konzentrierung der
Extrakte werden 2-3 mal täglich 2-6 ml eingenommen.
Da die meisten wirksamen Chemikalien wasserlöslich
sind (und bei der Verdauung aufgespalten werden) können, falls gewünscht, 2-3 g in Tabletten oder Kapseln
zweimal täglich substituiert werden. Alkoholtinkturen
sind nicht traditionell bei Chancapiedra angewandt
worden (da man annimmt, dass die fragileren, wasserlöslichen Pflanzenchemikalien und Sterole in Alkohol
geschädigt werden). Für weitere Informationen, siehe
die Anleitungen für die Zubereitung von Tees, Abkochungen und Extrakten.
Chancapiedra wurden hypotensive Wirkungen bei
Tieren und Menschen nachgewiesen. Personen mit
einem Herzleiden und/oder Personen, die verschreibungspflichtige Herzmedikamente einnehmen, sollten
ihren Arzt zu Rate ziehen, bevor sie diese Pflanze zu
sich nehmen. Sie könnte für einige Personen mit Herzleiden kontraindiziert sein, da die Herzmedikation eine
Überwachung und Anpassung erfordern könnte.
Chancapiedra wurde in der Kräuterheilkunde als
abortiv (bei hohen Dosierungen) sowie als menstruationsfördernd angesehen. Obgleich nicht speziell bei
Menschen oder Tieren erforscht, haben Tierstudien
gezeigt, dass sie eine gebärmutterentspannende Wirkung besitzt. Sie sollte deshalb während der Schwangerschaft als kontraindiziert angesehen werden.
In einer Studie mit Mäusen wurden durch Chancapiedra bei Weibchen empfängnisverhütende Wirkungen nachgewiesen (die Wirkung wurde 45 Tage
nach Absetzen der Dosierung umgekehrt). Obgleich
diese Wirkung nicht bei Menschen nachgewiesen
wurde, ist die Anwendung der Pflanze wahrscheinlich
bei Frauen kontraindiziert, die eine Schwangerschaft
anstreben oder Fertilitätsmittel einnehmen. Diese
Wirkung ist jedoch nicht in ausreichendem Maße
bekräftigt worden, dass sie als empfängnisverhütend
Kann Insulin und antidiabetische Mittel verstärken.
Diese Pflanze enthält eine natürlich vorkommende
Phytochemikalie mit Namen Geraniin. Dieser Chemikalie wurden negative chronotropische, negative
inotropische, hypotensive und Angiotensin-konvertierende Enzyminhibitor-Wirkungen in Tierstudien
mit Fröschen, Mäusen und Ratten nachgewiesen. Als
solches kann diese Pflanze antihypertensive Mittel,
Betablocker und andere Herzmedikationen (einschließlich chronotropischer und inotropischer Mittel)
potenzieren.
Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Chancapiedra
Wirkung auf Nierensteine & Harnsäure:
Murugaiyah V, et al. „Antihyperuricemic lignans from the leaves of
Phyllanthus niruri.“ Planta Med. 2006 Nov; 72(14): 1262-7.
Micali, S., et al. „Can Phyllanthus niruri affect the efficacy of extracorporeal shock wave lithotripsy for renal stones? A randomized,
prospective, long-term study.“ J. Urol. 2006 Sep; 176(3): 1020-2.
Barros, M. E., et al. „Effect of extract of Phyllanthus niruri on crystal
deposition in experimental urolithiasis.“ Urol. Res. 2006 Aug 1;
Seite 37
Nishiura, J. L., et al. “Phyllanthus niruri normalizes elevated urinary
calcium levels in calcium stone forming (CSF) patients.” Urol. Res.
2004 Oct; 32(5): 362-6.
Barros, M. E., et al. “Effects of an aqueous extract from Phyllanthus
niruri on calcium oxalate crystallization in vitro.” Urol. Res. 2003;
30(6): 374-9.
Freitas, A. M., et al. “The effect of Phyllanthus niruri on urinary
inhibitors of calcium oxalate crystallization and other factors
associated with renal stone formation.” B. J. U. Int. 2002; 89(9):
829–34.
Campos, A. H., et al. “Phyllanthus niruri inhibits calcium oxalate
endocytosis by renal tubular cells: its role in urolithiasis.” Nephron.
1999; 81(4): 393–97.
Krampflösende, schmerzlindernde, & entzündungshemmende
Wirkungen:
Kassuya, C. A., et al. „Antiinflammatory and antiallodynic actions
of the lignan niranthin isolated from Phyllanthus amarus. Evidence
for interaction with platelet activating factor receptor.“ Eur. J.
Pharmacol. 2006 Sep; 546(1-3): 182-8.
Iizuka, T., et al. “Vasorelaxant Effects of Methyl Brevifolincarboxylate from the Leaves of Phyllanthus niruri.” Biol. Pharm. Bull.
2006; 29(1): 177-9.
Kassuya, C.A., et al. “Anti-inflammatory properties of extracts,
fractions and lignans isolated from Phyllanthus amarus.” Planta
Med. 2005; 71(8): 721-6.
Kiemer, A. K., et al. “Phyllanthus amarus has anti-inflammatory
potential by inhibition of iNOS, COX-2, and cytokines via the
NF-kappaB pathway.” J. Hepatol. 2003; 38(3): 289-97.
Santos, A. R., et al. “Antinociceptive properties of extracts of new
species of plants of the genus Phyllanthus (Euphorbiaceae).” J.
Ethnopharmacol. 2000; 72(1/2): 229–38.
Miguel, O. G., et al. “Chemical and preliminary analgesic evaluation
of geraniin and furosin isolated from Phyllanthus sellowianus.”
Planta Med. 1996; 62(2): 146–49.
Santos, A. R., et al. “Analysis of the mechanisms underlying the
antinociceptive effect of the extracts of plants from the genus
Phyllanthus.” Gen. Pharmacol. 1995; 26(7): 1499–1506.
Santos, A. R., et al. “Further studies on the antinociceptive action
of the hydroalcohlic extracts from plants of the genus Phyllanthus.”
J. Pharm. Pharmacol. 1995; 47(1): 66–71.
Santos, A. R., et al. “Analgesic effects of callus culture extracts from
selected species of Phyllanthus in mice.” J. Pharm. Pharmacol.
1994; 46(9): 755–59.
Antivirale Wirkung:
Huang, R. L., et al. “Screening of 25 compounds isolated from
Phyllanthus species for anti-human hepatitis B virus in vitro.”
Phytother. Res. 2003; 17(5): 449-53.
Liu, J., et al. “Genus Phyllanthus for chronic Hepatitis B virus
infection: A systematic review.” Viral Hepat. 2001; 8(5): 358–66.
Xin-Hua, W., et al. “A comparative study of Phyllanthus amarus
compound and interferon in the treatment of chronic viral Hepatitis B.” Southeast Asian J. Trop. Med. Public Health 2001; 32(1):
140–42.
Wang, M. X., et al. “Herbs of the genus Phyllanthus in the treatment of chronic Hepatitis B: Observation with three preparations
from different geographic sites.” J. Lab. Clin. Med. 1995; 126(4):
350–52.
Wang, M. X., et al. “Observations of the efficacy of Phyllanthus
spp. in treating patients with chronic Hepatitis B.” 1994; 19(12):
750–52.
Thyagarajan, S. P., et al. “Effect of Phyllanthus amarus on chronic
carriers of Hepatitis B virus.” Lancet 1988; 2(8614): 764–66.
Venkateswaran, P. S., et al. “Effects of an extract from Phyllanthus
niruri on Hepatitis B and wood chuck hepatitis viruses: in vitro and
in vivo studies.” Proc. Nat. Acad. Sci. 1987; 84(1): 274–78.
Bhumyamalaki, et al. “Phyllanthus niruri and jaundice in children.”
J. Natl. Integ. Med. Ass. 1983; 25(8): 269–72.
Thyagarajan, S. P., et al. “In vitro inactivation of HBsAG by Eclipta
alba (Hassk.) and Phyllanthus niruri (Linn.).” Indian J. Med. Res.
1982; 76s: 124–30.
Notka, F., et al. “Concerted inhibitory activities of Phyllanthus
amarus on HIV replication in vitro and ex vivo.” Antiviral Res.
2004 Nov; 64(2): 93-102.
Notka, F., et al. “Inhibition of wild-type human immunodeficiency
virus and reverse transcriptase inhibitor-resistant variants by Phyllanthus amarus.” Antiviral Res. 2003 Apr; 58(2): 175-186.
Qian-Cutrone, J. “Niruriside, a new HIV REV/RRE binding inhibitor from Phyllanthus niruri.” J. Nat. Prod. 1996; 59(2): 196–99.
Ogata, T., et al. “HIV-1 reverse transcriptase inhibitor from
Phyllanthus niruri.” AIDS Res. Hum. Retroviruses 1992; 8(11):
1937–44.
Leberschützende & entgiftende Wirkung:
Bhattacharjee, R., et al. „Protein isolate from the herb, Phyllanthus
niruri L. (Euphorbiaceae), plays hepatoprotective role against
carbon tetrachloride induced liver damage via its antioxidant
properties.“ Food Chem. Toxicol. 2006 Nov 11;
Chatterjee, M., et al. „Hepatoprotective effect of aqueous extract of
Phyllanthus niruri on nimesulide-induced oxidative stress in vivo.“
Indian J. Biochem. Biophys. 2006 Oct; 43(5): 299-305.
Bhattacharjee, R., et al. „The protein fraction of Phyllanthus niruri
plays a protective role against acetaminophen induced hepatic
disorder via its antioxidant properties.“ Phytother. Res. 2006;
20(7): 595-601.
Lee, C. Y., et al. „Hepatoprotective effect of Phyllanthus in Taiwan
on acute liver damage induced by carbon tetrachloride.“ Am. J.
Chin. Med. 2006; 34(3): 471-82.
Chatterjee, M., et al. „Herbal (Phyllanthus niruri) protein isolate
protects liver from nimesulide induced oxidative stress.“ Pathophysiology. 2006 May; 13(2): 95-102.
Khatoon, S., et al. “Comparative pharmacognostic studies of three
Phyllanthus species.” 2006 Mar; 104(1-2): 79-86.
Levy, C., et al. “Use of herbal supplements for chronic liver disease.”
Clin. Gastroenterol Hepatol. 2004; 2(11): 947-56.
Rajeshkumar, N. V., et al. “Phyllanthus amarus extract administration increases the life span of rats with hepatocellular carcinoma.”
J. Ethnopharmacol. 2000 Nov; 73(1–2): 215–19.
Padma, P., et al. „Protective effect of Phyllanthus fraternus against
carbon tetrachloride-induced mitochondrial dysfunction.“ Life
Sci. 1999; 64(25): 2411-17.
Jeena, K. J., et al. “Effect of Emblica officinalis, Phyllanthus amarus
and Picrorrhiza kurroa on n-nitrosodiethylamine induced hepatocarcinogenesis.” Cancer Lett. 1999; 136(1): 11–16.
Thabrew, M. R., et al. “Phytogenic agents in the therapy of liver
disease.” Phytother. Res. 1996; 10(6): 461–67.
Seite 38
Prakash, A., et al. “Comparative hepatoprotective activity of three
Phyllanthus species, P. urinaria, P. niruri and P.simplex, on carbon
tetrachloride induced liver injury in the rat.” Phytother. Res. 1995;
9(8): 594–96.
Dhir, H., et al. “Protection afforded by aqueous extracts of Phyllanthus species against cytotoxicity induced by lead and aluminium
salts.” Phytother. Res. 1990; 4(5): 172–76
Sreenivasa, R. Y. “Experimental production of liver damage and
its protection with Phyllanthus niruri and Capparis spinosa (both
ingredients of LIV52) in white albino rats.” Probe 1985; 24(2):
117–19.
Syamasundar, K. V., et al. „Antihepatotoxic principles of Phyllanthus niruri herbs.“ J. Ethnopharmacol. 1985; 14(1): 41-4.
Wirkung gegen Krebs & zellschützende Wirkung:
Leite, D. F., et al. „The cytotoxic effect and the multidrug resistance
reversing action of lignans from Phyllanthus amarus.“ Planta Med.
2006 Dec; 72(15): 1353-8.
Raphael, K. R., et al. „Inhibition of N-Methyl N‘-nitro-N-nitrosoguanidine (MNNG) induced gastric carcinogenesis by Phyllanthus
amarus extract.“ Asian Pac. J. Cancer Prev. 2006 Apr-Jun; 7(2):
299-302.
Hari Kumar, K. B., et al . „Inhibition of drug metabolizing enzymes
(cytochrome P450) in vitro as well as in vivo by Phyllanthus amarus
Schum & Thonn.“ Biol. Pharm. Bull. 2006; 29(7): 1310-3.
Mellinger, C. G., et al. “Chemical and biological properties of
an arabinogalactan from Phyllanthus niruri.” J. Nat. Prod. 2005;
68(10): 1479-83.
Kumar, K. B., et al. “Chemoprotective activity of an extract of
Phyllanthus amarus against cyclophosphamide induced toxicity
in mice.” Phytomedicine. 2005; 12(6-7): 494-500.
Raphael, K. R., et al. “Inhibition of experimental gastric lesion and
inflammation by Phyllanthus amarus extract.” J. Ethnopharmacol.
2003; 87(2-3): 193-7.
Rajeshkumar, N. V. „Antitumour and anticarcinogenic activity
of Phyllanthus amarus extract.“ J. Ethnopharmacol. 2002; 81(1):
17-22.
Sripanidkulchai, B., et al. “Antimutagenic and anticarcinogenic effects of Phyllanthus amarus.” Phytomedicine 2002; 9(1): 26–32.
Devi, P. U. “Radioprotective effect of Phyllanthus niruri on mouse
chromosomes.” Curr. Sci. 2000; 78(10): 1245–47.
Souza, C. R., et al. “Compounds extracted from Phyllanthus
and Jatropha elliptica inhibit the binding of [3H]glutamate and
[3H]GMP-PNP in rat cerebral cortex membrane.” Neurochem.
Res. 2000; 25(2): 211–15.
Wirkung gegen Diabetes & Cholesterin:
Adeneye, A. A., et al. „Hypoglycemic and hypocholesterolemic
activities of the aqueous leaf and seed extract of Phyllanthus amarus
in mice.“ Fitoterapia. 2006 Dec; 77(7-8): 511-4.
Ali, H., et al. „alpha-Amylase inhibitory activity of some Malaysian
plants used to treat diabetes; with particular reference to Phyllanthus amarus.“ J. Ethnopharmacol. 2006 Oct; 107(3): 449-55.
Raphael, K. R., et al. “Hypoglycemic effect of methanol extract of
Phyllanthus amarus Schum & Thonn on alloxan induced diabetes
mellitus in rats and its relation with antioxidant potential.” Indian
J. Exp. Biol. 2002; 40(8): 905-9.
Khanna, A. K., et al. „Lipid lowering activity of Phyllanthus niruri
in hyperlipemic rats.“ J. Ethnopharmacol. 2002; 82(1): 19-22.
Srividya, N., et al. “Diuretic, hypotensive and hypoglycaemic
effect of Phyllanthus amarus.” Indian J. Exp. Biol. 1995; 33(11):
861–64.
Shimizu, M., et al. “Studies on aldose reductase inhibitors from
natural products. II. Active components of a Paraguayan crude drug,
‘paraparai mi,’ Phyllanthus niruri.” Chem. Pharm. Bull. (Tokyo)
1989; 37(9): 2531–32.
Umarani, D., et al. “Ethanol induced metabolic alterations and
the effect of Phyllanthus niruri in their reversal.” Ancient Sci. Life
1985; 4(3): 174–80.
Ramakrishnan, P. N., et al. “Oral hypoglycaemic effect of Phyllanthus niruri (Linn.) leaves.” Indian J. Pharm. Sci. 1982; 44(1):
10–12.
Wirkung gegen Parasiten und Malaria;
wundheilende & andere antimikrobielle
Wirkungen:
Mazumder, A., et al. „Antimicrobial potentiality of Phyllanthus
amarus against drug resistant pathogens.“ Nat. Prod. Res. 2006;
20(4):323-6.
Devi, V., et al. „Effect of Phyllanthus niruri on wound healing in
rats.“ Indian J. Physiol Pharmacol. 2005 Oct-Dec; 49(4): 48790.
Kolodziej, H., et al. „Tannins and related compounds induce nitric
oxide synthase and cytokines gene expressions in Leishmania
major-infected macrophage-like RAW 264.7 cells.“ Bioorg. Med.
Chem. 2005 Dec; 13(23): 6470-6.
Subeki, S., et al. „Anti-babesial and anti-plasmodial compounds
from Phyllanthus niruri.“ J. Nat. Prod. 2005; 68(4): 537-9.
Kloucek, P., et al. “Antibacterial screening of some Peruvian medicinal plants used in Calleria District.” J. Ethnopharmacol. 2005
Jun; 99(2): 309-12.
Cimanga, R. K., et al. “In vitro antiplasmodial activity of callus
culture extracts and fractions from fresh apical stems of Phyllanthus
niruri L. (Euphorbiaceae): part 2.” J. Ethnopharmacol. 2004 Dec;
95(2-3): 399-404.
Agrawal, A., et al. “Evaluation of inhibitory effect of the plant
Phyllanthus amarus against dermatophytic fungi Microsporum
gypseum.” Biomed. Environ. Sci. 2004 Sep; 17(3): 359-65.
Tona, L., et al. “In vitro antiplasmodial activity of extracts and fractions from seven medicinal plants used in the Democratic Republic
of Congo.” J. Ethnopharmacol. 2004 Jul; 93(1): 27-32.
Mesia, L. T. K., et al. “In-vitro antimalarial activity of Cassia
occidentalis, Morinda morindoides and Phyllanthus niruri.” Ann.
Trop. Med. Parasitol. 2001; 95(1): 47–57.
Tona, L., et al. “Antimalarial activity of 20 crude extracts from nine
African medicinal plants used in Kinshasa, Congo.” J. Ethnopharmacol. 1999; 68(1/3): 193–203.
Farouk, A., et al. “Antimicrobial activity of certain Sudanese plants
used in folkloric medicine. Screening for antibacterial activity (I).”
Fitoterapia 1983; 54(1): 3–7.
Seite 39
Angegebene Referenzen
1. „Chancapiedra“ ist in der Vergangenheit angewandt
worden, um durch die Förderung der Eliminierung von
Schleim und Steinen (Nierensteinen) Verstopfungen
im ganzen System zu beseitigen. Man glaubt, dass
sie die Leber- und Gallenblasenfunktion stärkt und
kräftigt, indem die Produktion der Galle angeregt
wird. Sie ist hilfreich bei Hepatitis und anderen Lebererkrankungen. Sie agiert als harntreibendes Mittel,
hilft bei Beschwerden der Harnwege, regt die Eliminierung von Harnsäure an und wird angewandt, um
Harntraktinfektionen zu behandeln. Sie hat sich bei der
Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes, Bronchitis
und Fieber als hilfreich erwiesen.“
2. „Quebra-pedra kräftigt die Leber und Gallenblase
und hilft, Verstopfungen im System zu beseitigen.
Sie hilft bei Viren der Fortpflanzungsorgane und bei
Hepatitis. Sie ist ein anregendes Mittel für das Immunsystem. Sie hilft, Schleim und Steine aus den Nieren,
der Gallenblase und dem Harntrakt zu eliminieren.
Sie hilft auch dabei, die Gallenproduktion zu steigern,
besänftigt die Leber und löst Verkalkungen auf.“
3. „WIRKUNG: Beseitigt Schleim, regt die Leber
und Gallenblase an, bekämpft Virusinfektionen des
Fortpflanzungssystems, löst Verkalkungen auf. TRADITIONELLE ANWENDUNG: Kräftigt die Leber
und Gallenblase. Beseitigt Verstopfungen im ganzen
System. Wird angewandt, um Virusinfektionen zu
bekämpfen, die die Fortpflanzungsorgane befallen.
Forscher nehmen an, dass sie bei Störungen der Leber,
wie zum Beispiel Hepatitis B und Störungen des Immunsystems wirksam ist. Hilft, Schleim und Nieren-,
Gallenblasen- und Harnwegssteine zu beseitigen. Regt
die Sekretion von Galle an und belebt die Leberfunktion. HINWEISE BEZÜGLICH DER MERIDIANE: Vertreibt feuchte Wärme, belebt das Leber Qi,
harmonisiert den „Middle Burner“, steigert die Galle.
EVA POINTS: Leber, Gallenblase, Nieren “
10. „“Phyllanthus niruri L. Euphorbiaceae. „Chancapiedra“, „Sacha foster“, „Stonebreaker“. Wie andere
Arten recht wirksam bei der Eliminierung von Nieren- und Gallensteinen (NIC). Als schmerzstillend,
appetitanregend, windtreibend, verdauungsfördernd,
harntreibend, menstruationsbeschleunigend, abführend, magenstärkend, kräftigend und Wurmmittel
angesehen, wird anderweitig bei Blennorrhagia,
Kolik, Diabetes, Wassersucht, Dysenterie, Dyspepsie,
Fieber, Schnupfen, Gonorrhöe, Juckreiz, Gelbsucht,
Nierenbeschwerden, Malaria, Mastdarmentzündung,
Magenschmerzen, Tenesmus, Tumoren und Vaginitis
(DAW) angewandt. Bei der Pflanze wurden antihepatotoxische, krampflösende, antivirale, bakterizidale,
harntreibende, fiebersenkende und hypoglykämische
Wirksamkeit nachgewiesen (TRA).“
12. „Chancapiedra(P niruri) ist weitgehend als harntreibend angesehen und wird in der Behandlung von
Harntraktinfektionen sowie bei Fieber angewandt. In
Brasilien ist ein Tee, der aus der ganzen Pflanze hergestellt wird, ein Volksheilmitteln bei schmerzhaften
Nieren. Auf den Bahamas ist sie unter dem Namen
„hurricane weed“ oder „gale-wind grass“ bekannt.
Die Einheimischen kochen diese bitter schmeckende
Pflanze, um einen Tee zuzubereiten, um Appetitlosigkeit, Verstopfung, Typhusfieber und, unter der Voraussetzung, dass der Patient keine Magenverstimmung hat,
Schnupfen und Erkältungen zu behandeln.
Chancapiedrahat die weltweite Aufmerksamkeit der
Medizin erregt, nachdem sie die Reproduktion des
Hepatitis B Virus signifikant gehemmt hat – einem
langsam agierenden Pathogen, das mit Leberkrebs
verbunden ist und zurzeit von ungefähr 300 bis 500
Millionen Menschen weltweit getragen wird.
Kann die Kräuterheilkunde helfen? Das war die Frage,
die von einer Gruppe im Fox Chase Cancer Center in
Philadelphia gestellt wurde, wo eine große Nachforschung in der weltweiten Pflanzenliteratur bezüglich
der Pflanzen gestartet wurde, die gegen Gelbsucht
(akute Hepatitis) und andere Lebererkrankungen
angewandt werden. Chancapiedra stellte sich als eine
der Vielversprechendsten für eine Nachuntersuchung
heraus. Man hofft, dass Chancapiedra eine reichlich
zur Verfügung stehende ungiftige Alternative nicht nur
für die Behandlung der Krankheit darstellt, sondern
idealerweise auch dafür angewandt werden kann, um
Träger seronegativ für das Virus zu machen, damit sie
die Krankheit nicht auf andere übertragen können.
In Kombination mit Impfstoffen könnten Chancapiedra – oder vielleicht andere kombinierte Kräuter
– einen signifikanten Beitrag zur Ausrottung der
Virushepatitis leisten.
In Peru ist der gebräuchlichste Name für P niruri
Chancapiedra, was bedeutet „Steinbrecher“. Dort hat
mehr als ein Arzt das zartblättrige Kraut verschrieben,
um Nieren- und Gallensteine zu behandeln, Probleme,
aufgrund derer die Pflanze ihren üblichen Namen
erhalten hat und für die das Mittel als unfehlbar betrachtet wird. Dieses Kraut ist nun in den Vereinigten
Staaten als quebra pedra oder chanca pedra („Stein-
Seite 40
brecher“), dem eher bekannten Namen in Brasilien,
erhältlich.“
17. „Eine der Personen, die mich besuchten, war ein
Dr. Wolfram Wiemann, der nach Iquitos gekommen
war, um medizinisches Material für seinen Bestand in
Nürnberg, Deutschland, zu kaufen. Der Hauptgrund
seiner Reise bestand darin, seinen Bestand an Chancapiedra (Phyllanthus niruri) aufzufüllen, die er als das
wichtigste Heilmittel bei Gallen- und Nierensteinen
ansah. Die Pflanze verliert nichts von ihrer Wirksamkeit, wenn sie getrocknet wird, so dass sie überall hin
versandt werden kann. Dr. Wiemann führte sorgfältig
Buch über seine Verkäufe und er erzählte mir, dass
er mehr als hundert Krankengeschichten bezüglich
dieser Pflanze habe. In vierundneunzig Prozent der
Fälle hat Chancapiedra die Steine innerhalb von ein
oder zwei Wochen vollständig eliminiert; die anderen
sechs Prozent bezogen sich auf Personen, die nicht
das geforderte Versprechen einhielten, Ergebnisse
mitzuteilen oder die er nicht mehr ausfindig machen
konnte, nachdem sie ihn nicht mehr aufgesucht hatten.
Gemäß seinen Aufzeichnungen war das Kraut nicht
nur unfehlbar erfolgreich bei der Heilung, sondern
war auch der einzige Nachweis irgendeiner Nebenwirkung, ein gelegentliches Auftreten von Krämpfen bei
der Ausstoßung der Steine. Dr. Wiemann nahm an,
dass die Heilung von Dauer sei. Seine Beschreibung
der Wirkung von Chancapiedra deckte sich mit den
Darstellungen aus erster Hand, die ich von Käufern
erhielt, die die Pflanze angewandt hatten, und auch mit
der Information, die mir mein eigener Arzt in Iquitos,
Dr. Gil Villacorta, vor langer Zeit gegeben hat. Er erzählte mir, dass er das Mittel seit Jahren verschrieben
und noch nie erfahren habe, dass es gescheitert wäre
oder irgendwelche unangenehmen Nebenwirkungen
verusacht hätte.“
19. „quebra pedra, nicht kultiviertes Kraut aus Gärten
an Eingängen MED09: Medizinische Anwendungen:
behandelt Nierensteine. Ein Tee der Staude ita-mira
‚Nierensteinbaum ‘ wird aus den Blättern der Phyllanthus urinaria (der kein Baum ist, sondern ein kleines
Kraut) hergestellt, um Nierensteine (ITA) und Niereninfektionen im Allgemeinen zu behandeln. Diese
Art und mehrere ihrer Artgenossen werden von der
Landbevölkerung in Brasilien und Amazonien weitgehend für die gleichen Zwecke angewandt. Jüngste Forschungen behaupten, dass die krampflösende Wirkung
bestimmter (noch nicht identifizierter) Substanzen
in Phyllanthus für eine wirkliche Abhilfe schaffende
Wirkung in Bezug auf Nierensteine verantwortlich sein
kann; diese Arten scheinen auch gegen Virushepatitis
wirksam zu sein (Sousa, et al. 1991:377-378).“
Seite 41
Mutamba (Guazuma ulmifolia)
Familie: Sterculiaceae
Guazuma
Gattung: Pfanzenart: ulmifolia
Synonyme: Bubroma guazuma, Diuroglossum rufescens, Theobroma guazuma, Guazuma coriacea, G.
inuira, G. polybotra G. tomentosa, G. utilis
Bekannte Namen: Mutamba, mutambo, embira, embiru, West Indian elm, guazima, guacima, guacimo,
guasima de caballo, aquiche, ajya, guasima, cimarrona,
guazuma, bolaina, atadijo, ibixuma, cambá-acã, bay
cedar, bois d‘homme, bois d‘orme, bois de hetre, orme
d‘Amerique
Verwendete Teile : Rinde, Blätter, Wurzel
Hauptwirkungen
Tötet Bakterien ab
Tötet Pilze ab
Tötet Viren ab
Tötet Krebszellen ab
Reinigt das Blut
Unterdrückt den Husten
Bekämpft freie Radikale
Senkt den Blutdruck
Entspannt die Muskeln
Stoppt die Blutung
Heilt Wunden
Andere Wirkungen
Reduziert Entzündungen
Beugt Geschwüren vor
Unterstützt das Herz
Regt die Verdauung an
Schützt die Leber
Senkt das Fieber
Fördert die Schweißsekretion
Anwendung der Kräutermedizin
bei den Stämmen
Mutamba wird in Mexiko, wo es eine sehr lange
Anwendungsgeschichte bei den Einheimischen hat,
guasima oder guacima genannt. Die Mixe Indios in
den Tiefebenen von Mexiko wenden eine Abkochung
der getrockneten Baumrinde und der Früchte an, um
Durchfall, Blutungen und Schmerzen in der Gebärmutter zu behandeln. Die Huastec Mayas aus dem
Nordosten Mexikos setzen die in Wasser gekochte
frische Rinde bei der Geburtshilfe, bei MagenDarmschmerzen, Asthma, Diarrhöe und Dysenterie,
Wunden und Fieber ein. Die Maya-Heiler in Guatemala kochen die Baumrinde zu einem Absud, um
Magenentzündung und allgemeine Magenschmerzen
zu behandeln. Mutamba war eine magische Pflanze
bei den alten Mayas, die sie auch gegen „magische
Krankheiten“ und böse Zaubersprüche anwandten.
In Amazonien haben die Einheimischen Mutamba
seit langem bei Asthma, Bronchitis, Diarrhöe, Nierenproblemen und Syphilis angewandt. Sie wenden einen
Rindenabsud äußerlich bei Kahlköpfigkeit, Lepra,
Dermatosen und anderen Hautleiden an.
Mutamba hat ihren Platz in Kräuterheilkundeverfahren in vielen tropischen Ländern; hauptsächlich
werden die Baumrinde und die Blätter angewandt: In
den belizischen Kräuterheilverfahren wird eine kleine
Hand voll klein geschnittener Rinde 10 Minuten lang
in 3 Tassen Wasser gekocht und bei Dysenterie und
Diarrhöe, bei Prostataproblemen und als Gebärmutterstimulans bei der Geburtshilfe getrunken. Eine etwas
stärkere Abkochung wird äußerlich bei Hautschäden,
Infektionen und Ausschlägen angewandt. In brasilianischen Kräuterheilverfahren wird ein Rindenabsud
angewandt, um die Schweißabsonderung zu fördern,
das Blut zu reinigen und zu entgiften und um den Husten zu unterdrücken. Dort wird er bei Fieber, Husten,
Bronchitis, Asthma, Lungenentzündung, Syphilis und
Leberproblemen angewandt. Ein Rindenabsud wird
ebenfalls zubereitet und äußerlich angewandt, um den
Haarwuchs zu fördern, um Parasiten auf der Kopfhaut
zu bekämpfen und um verschiedene Hautleiden zu
behandeln. In Peru werden die getrocknete Rinde und/
oder die getrockneten Blätter ebenfalls zu einem Tee
verarbeitet (Standardtee) und bei Nierenkrankheiten,
Lebererkrankungen und Dysenterie angewandt. Dort
wird die Rinde ebenfalls äußerlich bei Haarausfall
angewandt. In Guatemala werden die getrockneten
Blätter des Baumes zu einem Tee gebraut und bei
Fieber, Nierenkrankheiten und Hauterkrankungen
Seite 42
sowie äußerlich bei Wunden, Blessuren, Blutergüssen,
Dermatitis, Hautausschlägen und -irritationen sowie
bei Wundrosen angewandt.
Pflanzenchemikalien
Die Rinde der Mutamba ist eine reiche Quelle an Tanninen und antioxidanten Chemikalien, die Proanthocyanidine genannt werden. Insbesondere eines, das
Procaynidin B-2, unterstützt die Bestätigung der langjährigen Anwendung von Mutamba in verschiedenen
Ländern bei Haarausfall und Kahlköpfigkeit. 1999
haben Forscher in Japan berichtet, dass Procyanidin B2 ein ungefährliches äußerliches Haarwuchsmittel sei.
Ab 2000 bis 2002 haben sie drei In-vitro- und In-vivoStudien (bei kahlköpfigen Männern) durchgeführt und
gezeigt, dass Procaynidin B-2 das Haarzellenwachstum
fördert und die gesamte Anzahl der Haare auf einer
festgelegten Kopfhautfläche erhöhte. Forscher haben
ermittelt, dass die Mutambarinde eine reiche Quelle
dieser natürlichen chemikalischen Bestandteile ist.
Andere unabhängige Forschungen zeigen an, dass
Procyanidin B-2 ebenfalls Wirkung gegen Tumore und
gegen Krebs (sogar gegen Melanome) hat, den Blutduck senkt und die Nieren schüzt. Die Rinde enthält
auch eine Chemikalie, die Kaurenoinsäure heißt, der
in vielen Studien über die Jahre hin antibakterielle und
antimykotische Eigenschaften nachgewiesen wurden.
Die Blätter der Mutamba enthalten Koffein, jedoch
wurde keines in der Rinde des Baumes gefunden.
Zu den Hauptpflanzenchemikalien der Mutamba gehören: Caryophyllene, Catechine, Farnesol, Friedelin,
Kaurenoinsäure, Precocene I, Procyanidin B-2, Procyanidin B-5, Procyanidin C-1 und Sitosterol.
Biologische Wirksamkeit und
klinische Forschung
Die lange Geschichte der wirksamen Anwendungen
von Mutamba in der Kräuterheilkunde haben Forscher (ab 1968) dazu bewogen, ihre Eigenschaften
und Wirksamkeit im Labor zu untersuchen. Seitdem
war sie Gegenstand zahlreicher Studien. In der ersten
veröffentlichten Studie, bei der verschiedene Tiere
(Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen, Katzen und
Insekten) verwendet wurden, wurde berichtet, dass
sie die Herzfrequenz und den Blutdruck senkt, die
glatte Muskulatur entspannt und die Gebärmutter
stimuliert. Zwei Jahre später bestätigte ein weiterer
Forscher die gebärmutterstimulierenden Wirkungen
bei Ratten, wodurch die historischen Anwendungen
als Gebärmutterstimulans und Geburtshilfe bestätigt
wurden. In acht unterschiedlichen Studien ab 1987 bis
2003 haben verschiedene Blatt- und Rindenextrakte
in-vitro eine klinisch bemerkenswerte antibakterielle
Wirksamkeit gegen mehrere krankheitserregende
Pathogene, einschließlich Bacillus, Staphylokokken,
Streptokokken, E. coli und Gonokokken gezeigt. Eine
der jüngsten Studien aus dem Jahr 2003 haben auch
ihre antioxidativen Wirkungen bestätigt. In einer Invitro-Studie aus dem Jahr 1995 wurden bei Mutamba
auch eine antivirale Wirksamkeit gegen Herpes simplex Typ 1 nachgewiesen.
Diese Studien könnten sicherlich erklären, warum Mutamba in den Naturheilkundeverfahren bei
vielen Arten von Magendarmproblemen, solchen
Geschlechtskrankheiten wie z.B. Gonorrhöe und
Syphilis und Leiden der oberen Atemwege (Lungenentzündung und Bronchitis) so wirkungsvoll angewandt wurde. Nachfolgende Forschungen, die sich
insbesondere auf Chemikalien konzentrierten, die in
Mutamba gefunden wurden, wiesen deren Fähigkeit
nach, in einem Enzymprozess einzugreifen, durch
den Bakterien und Pathogene reproduziert werden.
Wissenschaftlicher haben gezeigt, dass diese Chemikalien mit einem Choleragift interagieren, wodurch
ihrer Toxizität und der daraus resultierenden Diarrhöe
vorgebeugt wird.
Traditionell wurde in Mexiko eine Abkochung
der Mutambablätter bei Diabetes angewandt. Erst
kürzlich (im Jahr 1998) haben Forscher in Mexiko
diese einheimische Anwendung bestätigt, indem sie
eine Studie veröffentlicht haben, die zeigte, dass ein
Blattextrakt in bedeutendem Maße Hyperglykämien
bei Kaninchen senkte. Von besonderem Interesse hat
eine brasilianische Forschungsgruppe (im Jahr 1990)
nachgewiesen, dass ein Rohextrakt der Mutambarinde
in-vitro toxisch für Krebszellen war und eine Inhibitionsrate von 97,3% zeigte. In einer weiteren jüngeren
Studie (im Jahr 2002) haben belgische Forscher sogar
über den möglichen Mechanismus berichtet, durch
den die Mutambarinde Bluthochdruck senkt – sie
hemmt ein Enzym mit der Bezeichnung Angiotensin
II. Angiotensinhemmer stellen eine neuere Kategorie
von Herzmitteln dar (neuer als ACE-Hemmer), die
nun zur Blutdrucksenkung verschrieben werden.
Gegenwärtige praktische
Anwendungen
Die Forschung weist weiterhin die einzigartigen
Eigenschaften und Wirkungen dieser Pflanze nach,
während ihre traditionellen Anwendungen bestätigt
Seite 43
werden. Mutamba ist ein beliebtes natürliches Mittel
bei den Heilpraktikern von Zentral- und Südamerika
und bei den Einheimischen von Amazonien. Oftmals
wird sie bei Atemwegsinfektionen als erstes Mittel
angewandt, da es den Husten stillen und das Fieber
senken kann sowie für antivirale und antibakterielle
Wirkung sorgt. Es wird interessant sein, zu sehen,
ob irgendjemand in Nord- oder Südamerika die Forschung in Bezug auf Haarausfall weiter verfolgt und
Mutamba als ein natürliches Produkt bei Kahlköpfigkeit und der Vorbeugung von Haarausfall nutzt. Es gibt
gewiss einen aufnahmebereiten (und sehr profitablen)
Markt für Produkte wie diese . . . , insbesondere wenn
sie wirkungsvoll sind!
Hauptanwendungen:
Als ein äußerliches Haarmittel bei Haarausfall und
Kahlköpfigkeit
Als eine Verdauungshilfe bei Magenschmerzen, Diarrhöe, Dysenterie und Magenentzündungen
Als ein äußerliches Hautmittel bei Wunden, Ausschlägen, Hautparasiten, Dermatitis, Pilzinfektionen
und Lepra
Bei Virus- und bakteriellen Infektionen (einschließlich
Syphilis, Gonorrhöe, Viren der oberen Atemwege und
Niereninfektionen)
Als ein adstringierendes Mittel zur Blutstillung
Eigenschaften/durch Untersuchungen
nachgewiesene Wirkung:
ACE-Hemmer (senkt normalerweise den Blutdruck),
antibakteriell, wirkt Krebs entgegen, antimykotisch,
antioxidativ, krampflösend, wirkt Tumoren entgegen,
antiviral, herzberuhigend, herzstärkend (reguliert das
Herz, gleicht es aus und stärkt es), hypoglykämisch,
hypotensiv (senkt den Blutdruck), muskelentspannend,
Gebärmutterstimulans
Andere Eigenschaften /durch traditionelle
Anwendung nachgewiesene Wirkung:
entzündungshemmend, blutstillend (reduziert die
Blutung), hustenstillend, wirkt Geschwüren entgegen,
adstringierend, blutreinigend, Hustenunterdrücker,
abschwellendes Mittel, schweißtreibend (fördert die
Schweißbildung), verdauungsanregend, Linderungsmittel, Fiebermittel (reduziert das Fieber), hepatoprotektiv (schützt die Leber), hepatotonisch (reguliert die
Leber, gleicht sie aus und stärkt sie), Wundheilmittel
Vorsicht: Mit Vorsicht und unter Aufsicht eines
Arztes anwenden, wenn Sie ein Herzleiden haben.
Gegenanzeigen:
Der Mutambarinde wurde in verschiedenen Tierstudien eine gebärmutterstimulierende Wirkung nachgewiesen; sie sollte nicht während einer Schwangerschaft
genommen werden.
Der Mutambarinde wurde in verschiedenen Tierstudien eine blutdrucksenkende Wirkung nachgewiesen.
In-vitro-Studien zeigten an, dass sie das Angiotensin
II hemmen kann. Personen mit einer Anamnese von
Herzproblemen, diejenigen, die Herzmittel einnehmen
oder diejenigen mit einem niedrigen Blutdruck sollten
diese Pflanze nicht ohne Aufsicht und Rat eines qualifizierten Heilpraktikers anwenden.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln: Keine
veröffentlicht; dennoch kann die Mutambarinde die
Wirkung bestimmter Mittel gegen Bluthochdruck
potenzieren.
Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Mutamba
Alle verfügbaren Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Mutamba können unter PubMed gefunden
werden. Eine teilweise Auflistung der Untersuchungen
Dritter Parteien bezüglich Mutamba ist nachstehend
dargelegt:
Antimikrobielle Wirkung:
Felipe, A. M., et al. „Antiviral effect of Guazuma ulmifolia and
Stryphnodendron adstringens on Poliovirus and Bovine Herpesvirus.“ Biol. Pharm. Bull. 2006; 29(6): 1092-5.
Camporese, A., et al. “Screening of anti-bacterial activity of medicinal plants from Belize (Central America).” J. Ethnopharmacol.
2003 Jul; 87(1): 103-7.
Navarro, M. C., et al. “Antibacterial, antiprotozoal and antioxidant
activity of five plants used in Izabal for infectious diseases.” Phytother. Res. 2003; 17(4): 325-9.
Caceres, A., et al. “Anti-gonorrhoeal activity of plants used in
Guatemala for the treatment of sexually transmitted diseases.” J.
Ethnopharmacol. 1995; 48(2): 85–88.
Hattori, M., et al. “Inhibitory effects of various Ayurvedic and
Panamania medicinal plants on the infection of Herpes simplex
virus-1 in vitro and in vivo.” Phytother. Res. 1995; 9(4): 270–76.
Caceres, A., et al. “Plants used in Guatemala for the treatment of
gastrointestinal disorders. 3. Confirmation of activity against enterobacteria of 16 plants.” J. Ethnopharmacol. 1993; 38(1): 31–38.
Caceres, A., et al. “Plants used in Guatemala for the treatment of
respiratory diseases. 2: Evaluation of activity of 16 plants against
Seite 44
gram-positive bacteria.” J. Ethnopharmacol. 1993; 39(1): 77–82.
COX-2 hemmende Wirkung:
Caceres, A., et al. “Plants used in Guatemala for the treatment of
gastrointestinal disorders. 1. Screening of 84 plants against enterobacteria.” J. Ethnopharmacol. 1990; 30(1): 55–73.
Antioxidative Wirkung:
Heinrich, M., et al. “Parasitological and microbiological evaluation
of Mixe Indian medicinal plants.” (Mexico) J. Ethnopharmacol.
1992; 36(1): 81–85.
Caceres, A., et al. “Screening of antimicrobial activity of plants
popularly used in Guatemala for the treatment of dermatomucosal
diseases.” J. Ethnopharmacol. 1987; 20(3): 223–37.
Wirkung gegen Krebs:
Seigler, D. S. “Cyanogenic glycosides and menisdaurin from Guazuma ulmifolia, Ostrya virgininana, Tiquilia plicata and Tiquilia
canescens.” Phytochemistry. 2005 Jul; 66(13): 1567-80.
Ito, H., et al. “Antitumor activity of compounds isolated from
leaves of Eriobotrya japonica.” J. Agric. Food Chem. 2002; 50(8):
2400–3.
Kashiwada, Y., et al. “Antitumor agents, 129. Tannins and related
compounds as selective cytotoxic agents.” J. Nat. Prod. 1992; 55(8):
1033–43.
Nascimento, S. C., et al. “Antimicrobial and cytotoxic activities
in plants from Pernambuco, Brazil.” Fitoterapia. 1990; 61(4):
353–55.
Wirkung auf den Haarwuchs:
Kamimura, A., et al. „Procyanidin oligomers counteract TGFbeta1- and TGF-beta2-induced apoptosis in hair epithelial cells:
an insight into their mechanisms.“ Skin Pharmacol. Physiol. 2006;
19(5): 259-65.
Kamimura, A., et al. “Procyanidin B-2, extracted from apples,
promotes hair growth: A laboratory study.” Br. J. Dermatol. 2002;
146(1): 41–51.
Takahashi, T., et al. “The first clinical trial of topical application
of procyanidin B-2 to investigate its potential as a hair growing
agent.” Phytother. Res. 2001; 15(4): 331–36.
Takahashi, T., et al. “Several selective protein kinase C inhibitors
including procyanidins promote hair growth.” Skin Pharmacol.
Appl. Skin Physiol. 2000 May-Aug; 13(3-4): 133-42.
Takahashi, T., et al. “Toxicological studies on procyanidin B-2 for
external application as a hair growing agent.” Food Chem. Toxicol.
1999; 37(5): 545–52.
Takahashi, T., et al. “Procyanidin oligomers selectively and intensively promote proliferation of mouse hair epithelial cells in vitro
and activate hair follicle growth in vivo.” J. Invest. Dermatol. 1999;
112(3): 310-6.
Wirkung gegen Geschwüre:
Heinrich, M. “Ethnobotany and natural products: the search for
new molecules, new treatments of old diseases or a better understanding of indigenous cultures?” Curr. Top. Med. Chem. 2003;
3(2): 141-54.
Hor, M., et al. “Proanthocyanidin polymers with antisecretory
activity and proanthocyanidin oligomers from Guazuma ulmifolia
bark.” Phytochemistry. 1996; 42(1): 109–19.
Hor, M., et al. “Inhibition of intestinal chloride secretion by
proanthocyanidins from Guazuma ulmifolia.” Planta Med. 1995;
61(3): 208–12.
Zhang, W. Y.,et al. „Procyanidin dimer B2 [epicatechin-(4beta8)-epicatechin] suppresses the expression of cyclooxygenase-2
in endotoxin-treated monocytic cells.“ Biochem. Biophys. Res.
Commun. 2006 Jun; 345(1): 508-15.
Sakano, K., et al. „Procyanidin B2 has anti- and pro-oxidant effects
on metal-mediated DNA damage.“ Free Radic. Biol. Med. 2005
Oct; 39(8): 1041-9.
Saito, A., et al. „Systematic synthesis of galloyl-substituted procyanidin B1 and B2, and their ability of DPPH radical scavenging
activity and inhibitory activity of DNA polymerases.“ Bioorg. Med.
Chem. 2005 Apr; 13(8): 2759-71.
Hypotensive Wirkung:
Caballero-George, C., et al. “In vitro inhibition of [3H]-angiotensin
II binding on the human AT1 receptor by proanthocyanidins from
Guazuma ulmifolia bark.” Planta Med. 2002; 68(12): 1066-71.
Wirkung gegen Diabetes & Cholesterin:
Chen, D. M., et al. „Inhibitory effects of procyanidin B(2) dimer
on lipid-laden macrophage formation.“ J. Cardiovasc. Pharmacol.
2006 Aug; 48(2): 54-70.
Alarcon-Aguilara, F. J., et al. “Study of the anti-hyperglycemic
effect of plants used as antidiabetics.” J. Ethnopharmacol. 1998;
61(2): 101–10.
Gebärmutterstimulierende Wirkung:
Barros, G. S. G., et al. “Pharmacological screening of some Brazilian
plants.” J. Pharm. Pharmacol. 1970; 22: 116.
Seite 45
Anamu (Petiveria alliacea)
Familie: Phytolaccaceae
Gattung: Petiveria
Pfanzenart: alliacea
Synonyme: Mapa graveolens, P. corrientina, P. foetida,
P. graveolens, P. hexandria, P. paraguayensis
Bekannte Namen: Anamu, apacin, apacina, apazote
de zorro, aposin, ave, aveterinaryte, calauchin, chasser
vermine, congo root, douvant-douvant, emeruaiuma,
garlic weed, guinea henweed, guine, guinea, guinea hen
leaf, gully root, herbe aux poules, hierba de las gallinitas,
huevo de gato, kojo root, kuan, kudjuruk, lemtewei,
lemuru, mal pouri, mapurit, mapurite, mucura-caa,
mucura, mucuracáa, ocano, payche, pipi, tipi, verbena
hedionda, verveine puante, zorrillo
Verwendeter Teil: das ganze Kraut
Hauptwirkungen
Reduziert Schmerzen
Tötet Bakterien ab
Tötet Krebszellen ab
Tötet Pilze ab
Reduziert Entzündungen
Tötet Leukämiezellen ab
Reduziert freie Radikale
Beugt Tumoren vor
Tötet Viren ab
Tötet Candida ab
Steigert die Harnausscheidung
Stärkt die Immunität
Andere Wirkungen
Reduziert Krämpfe
Reduziert Angst
Senkt das Fieber
Senkt den Blutzucker
Tötet Insekten ab
Fördert die Menstruation
Beruhigt
Steigert die Schweißabsonderung
Treibt Würmer aus
Anwendung der Kräutermedizin
bei den Stämmen
Im Regenwald von Amazonien wird Anamu von den
Indios und ortsansässigen Kräuterheilern, die Curanderos genannt werden, als Teil eines Kräuterbades
gegen Hexerei angewandt. Die Ka’apor Indios nennen
es mukur-ka’a (was Opossumkraut bedeutet) und wenden es sowohl in der Medizin als auch in der Magie
an. Die Caribs in Guatemala zerdrücken die Wurzel
und inhalieren sie bei Sinusitis und die Ese’Ejas Indios
im peruanischen Teil von Amazonien bereiten bei Erkältungen und Schnupfen einen Tee aus den Blättern
zu. Die Garifuna Einheimischen in Nicaragua setzen
bei Erkältungen, Husten und Schmerzen, sowie bei
magischen Ritualien ebenfalls einen Blatttee oder einen
Absud ein. Die Wurzel soll angeblich stärker sein als
die Blätter. Sie wird als Schmerzmittel betrachtet und
im Regenwald oftmals in Rezepturen zur äußerlichen
Anwendung für die Haut genutzt. Andere einheimische Indiogruppen verarbeiten die Blätter zu einer
Paste und wenden diese äußerlich bei Kopfschmerzen,
rheumatischen Schmerzen und anderen Arten von
Schmerzen an. Dieses gleiche Dschungelrezept wird
auch als Insektenmittel angewandt.
Anamu hat eine lange Geschichte in der Kräuterheilkunde in allen tropischen Ländern, in denen sie
wächst. In der brasilianischen Kräuterheilkunde wird
sie als krampflösendes, harntreibendes, menstruationsförderndes, stimulierendes und schweißförderndes
Mittel angesehen. Die dortigen Kräuterkenner und
Naturheilpraktiker wenden Anamu bei Ödemen,
Arthritis, Malaria, Rheumatismus und bei einem
schwachen Gedächtnis sowie als ein topisches
Schmerzmittel und entzündungshemmendes Mittel
bei Hautschäden an. In ganz Zentralamerika wenden
Frauen Anamu zur Linderung von Wehen und zur
Begünstigung einer leichten Geburt sowie zur Einleitung von Abtreibungen an. In der Kräuterheilkunde
von Guatemala wird die Pflanze apacín genannt und
eine Blattabkochung wird innerlich bei Verdauungsbeschwerden und träger Verdauung, Blähungen und
Fieber eingenommen. Ein Blätterabsud wird ebenfalls
äußerlich als Schmerzmittel bei Muskelschmerzen
und bei Hautkrankheiten angewandt. Anamu wird
normalerweise von Stadtbewohnern in Süd- und Zentralamerika als ein natürliches Mittel zur Behandlung
von Erkältungen, Husten, Grippe, Atemwegs- und
Lungeninfektionen sowie bei Krebs und zur Unterstützung des Immunsystems angewandt. In Kuba kochen
Kräuterkenner die ganze Pflanze und wenden sie zur
Seite 46
Behandlung von Krebs und Diabetes sowie als entzündungshemmendes und abtreibendes Mittel an.
Pflanzenchemikalien
Viele biologisch wirksame Bestandteile wurden in
Anamu entdeckt, dazu gehören Flavonoide, Triterpene,
Steroide und Schwelfelverbindungen. Anamu enthält
eine besondere Schwefelverbindung, die Dibenzyltrisulfid genannt wird. In einem Pflanzenscreeningprogramm an der Universität von Illinois in Chicago, das
über1400 Pflanzenextrakte als neue Therapien bei der
Vorbeugung und Behandlung von Krebs evaluierte,
war Anamu eine der 34 Pflanzen, bei denen wirksame
Eigenschaften gegen Krebs identifiziert wurden. Die
Forscher berichteten, dass Dibenzyltrisulfid eine der
beiden wirksamen Verbindungen in Anamu mit einer
Wirkung gegen Krebs war. Anamu enthält auch die
Pflanzenchemikalien Astilbin, Benzaldehyd und Kumarin, bei denen allen dreien auch Eigenschaften gegen
Tumore und/oder Krebs nachgewiesen wurden.
Zu den Hauptchemikalien, die in Anamu gefunden
wurden, gehören Allantoin, Astilbin, Barbinervic
Säure, Benzylhydroxyterisulfide, Kumarin, Daucosterol, Dibenzylsulfid, Engeltin, Friedelinol, Ilexgenin
A, Leridal, Leridol, Lignozerinsäure, Linolsäure, Myricitrin, Nonadecanoic Säure, Ölsäure, Palmitinsäure,
Petiveral, Pinitol, Prolin, Sitosterol, Stearinsäure und
Trithiolaniacin.
Biologische Wirksamkeit und
klinische Forschung
Die über Anamu (und die vorstehend beschriebenen
Pflanzenchemikalien) veröffentlichte Forschung legt
dar, dass sie eine breite Spanne an therapeutischen
Eigenschaften, einschließlich der Wirksamkeit gegen
Leukämie, Tumore und Krebs sowie mehrere Arten
von Krebszellen, besitzt. In einer In-vitro-Studie von
italienischen Forschern im Jahr 1990 verzögerten
Wasserextrakte und Äthanolextrakte von Anamu das
Wachstum von Leukämiezellen und verschiedener
anderer Erregerstämme krebsartiger Tumorzellen.
Drei Jahre später haben die Forscher noch eine weitere Studie durchgeführt, die ergab, dass die gleichen
Extrakte eine zytotoxische Wirkung hatten und in
der Tat einige dieser Krebszellen abtöteten anstatt nur
deren Wachstum zu verzögern. Diese Studie zeigte an,
dass Wasserextrakte aus der gesamten Pflanze Anamu
toxisch für Leukämie- und Lympfknotenkrebszellen
waren, jedoch das Wachstum von Brustkrebszellen
nur hemmten. Eine Studie aus jüngerer Zeit, die 2002
veröffentlicht wurde, wies einen In-vitro-Effekt gegen
eine Leberkrebszellenlinie nach; eine weitere In-vitro-Studie aus dem Jahr 2001 berichtete, dass Anamu
das Wachstum von Hirnkrebszellen verzögerte. Eine
deutsche Studie, in der die Wirkung von Anamu gegen
Hirnkrebs nachgewiesen wurde, bezog ihre Wirkung
auf die in der Pflanze gefundenen Schwefelverbindungen.
Zusätzlich zu ihren nachgewiesenen Eigenschaften,
die Krebs entgegenwirken, wurde ebenfalls sowohl in
In-vivo- als auch In-vitro-Studien herausgefunden,
dass sie ein immunstimulierendes Mittel ist. In einer
Studie aus dem Jahr 1993 mit Mäusen regte ein Wasserextrakt die Immunzellenreproduktion (Lyphozyten
und Interleukin II) an. Im gleichen Jahr wurde in einer
weiteren Studie mit Mäusen nachgewiesen, dass ein
Anamuextrakt die natürliche Killerzellenaktivität um
100% steigerte und die Produktion von noch mehr
Arten von Immunzellen (Interferon, Interleukin II
und Interleukin 4) angeregt wurde. Zusätzliche Forschungen von 1997 bis 2001 bekräftigten weiter die
immunstimulierenden Wirkungen von Anamu bei
Mensch und Tier.
Die traditionelle Anwendung von Anamu als ein Mittel für Arthritis und Rheuma wurde durch klinische
Forschung validiert, die ihre schmerzlindernden und
entzündungshemmenden Eigenschaften bestätigte.
Eine Forschungsgruppe in Schweden berichtete, dass
Anamu Cyclooxygenase-1 (COX-1) hemmende Wirkung hat. COX-1 Hemmer sind eine neue (und sehr
profitable) Kategorie von Arthritismitteln, die heute
von pharmazeutischen Firmen verkauft werden. Eine
weitere Forschungsgruppe in Brasilien wies unter
Verwendung verschiedener Modelle signifikante entzündungshemmende Wirkungen bei Ratten nach und
Forscher bemerkten 2002 eine signifikante schmerzstillende Wirkung bei Ratten. Die schmerzlindernden
und entzündungshemmenden Wirkungen wurden
sogar überprüft, als ein Äthanolextrakt äußerlich bei
Ratten angewandt wurde, womit wiederum die traditionelle Anwendung bestätigt wurde.
Viele klinische Berichte und Studien dokumentieren,
dass Anamu breit gefächerte antimikrobielle Eigenschaften gegen zahlreiche Bakterienstämme, Viren,
Pilze und Hefe zeigt. In einer Studie aus dem Jahr
2002 hemmten Anamuextrakte die Reproduktion
des bovinen Diarrhöevirus; dies ist ein Testmodell für
Hepatitus C Viren. Ein kubanisches Forschungsteam
dokumentierte in-vitro die antimikrobiellen Eigenschaften von Anamu gegen zahlreiche Pathogene,
Seite 47
einschließlich Escherichia coli, Staphylokokken,
Pseudomonas und Shigella und, was von Interesse ist,
ihre rohen Wasserextrakte waren wirkungsvoller als
jegliche der Alkoholextrakte. Eine deutsche Gruppe
dokumentierte eine gute Wirksamkeit gegen verschiedene Bakterien, Mycobacterium tuberculosis,
verschiedene Erregerstämme von Pilzen und Candida.
Die antimykotischen Eigenschaften von Anamu wurden von einer Forschungsgruppe im Jahr 1991 nachgewiesen und dann noch einmal von einer separaten
Forschungsgruppe im Jahr 2001. Ihre antimikrobielle
Wirkung wurde weiterhin in separaten Studien im Jahr
1998 von Forschern aus Guatemala und Österreich
nachgewiesen, die ihre Wirksamkeit bei In-vitro- und
In-vivo-Studien gegen verschiedene Erregerstämme
von Einzellern, Bakterien und Pilzen bestätigten.
Obgleich Anamu noch nicht weithin angewandt
wurde, um bei Diabetes eingesetzt zu werden, wurde
klinisch nachgewiesen, dass sie eine hypoglykämische
Wirkung besitzt. Forscher haben 1990 in-vivo die
hypoglykämische Wirkung von Anamu demonstriert,
indem sie zeigten, dass Anamu die Blutzuckerspiegel
bei Mäusen eine Stunde nach Verabreichung um mehr
als 60% senkte. Diese Befunde reflektieren die Kräuterheilkundepraktiken in Kuba, wo Anamu seit vielen
Jahren als ein Kräutermittel bei Diabetes angewandt
wird.
Gegenwärtige praktische
Anwendungen
Mit den vielen dokumentierten Eigenschaften und
Wirkungen dieser tropischen Pflanze ist es kein
Wunder, dass Anamu eine solch lange Anwendungsgeschichte in der Kräuterheilkunde genießt. Fortgeführte
Forschung bezüglich der Attribute dieser Pflanze
quantifizieren und qualifizieren den Reichtum der
einheimischen Kräutertraditionen. Heute wird Anamu
in Südafrika aufgrund ihrer immunstimulierenden
und krebsentgegenwirkenden Eigenschaften als ein
unterstütztendes Mittel bei Krebs- und Leukämiepatienten angewandt. Diese Anwendung ist hier in den
Vereinigen Staaten erfolgreich und Anamu ist nun in
Kapseln und Tabletten unter verschiedenen Namen
erhältlich. Sie wird ebenfalls in verschiedenen Rezepturen aufgrund ihrer antimikrobiellen Wirkung gegen
Bakterien, Viren, Hefe und Pilze sowie in anderen
Rezepturen zur Unterstützung der Immunfunktion
eingesetzt.
In der ersten veröffentlichten Studie über Toxizität im
Jahr 1992 haben Forscher festgestellt, dass Anamuex-
trakt in hohen Dosierungen in-vitro die Zellteilung
verzögerte. Als sie den Extrakt bei Mäusen testeten,
stellten sie fest, dass er eine Änderung der Knochenmarkzellen verursachte; jedoch wendeten sie 100 bis
400 mal soviel wie bei der traditionellen Dosierung an,
die Menschen gegeben wird. In zwei unabhängigen
Studien, die später von anderen Forschern veröffentlicht wurden, verursachten orale Dosen von Blatt- und
Wurzelextrakten bei bis zu 5 Gramm pro Kilogramm
Körpergewicht keine Toxizität bei Ratten und Mäusen.
Methanolextrakte der Pflanze verursachten jedoch Gebärmutterkontraktionen in einer frühen Studie; solche
Kontraktionen können zum Schwangerschaftsabbruch
führen – eine der gut dokumentierten Anwendungen
von Anamu in der traditionellen Kräuterheilkunde.
Gegenanzeigen:
Methanolextrakte von Anamu verursachen Gebärmutterkontraktionen, die zum Schwangerschaftsabbruch
führen können. Als solches ist Anamu bei Schwangeren
kontraindiziert.
Anamu enthält eine niedrige Konzentration an Kumarin, das eine blutverdünnende Wirkung hat. Personen
mit Blutproblemen wie z.B. Bluterkrankheit und
Personen mit blutverdünnenden Medikationen sollten
diese Pflanze nicht ohne Überwachung und Beratung
eines qualifizierten Heilpraktikers anwenden.
Bei dieser Pflanze wurden hypoglykämische Wirkungen bei Mäusen aufgezeigt. Personen mit Hypoglykämie und Diabetes sollten diese Pflanze nicht
anwenden, es sei denn sie befinden sich in Betreuung
eines Heilpraktikers, um ihren Blutzuckerspiegel zu
überwachen.
Wechselwirkungenen mit anderen
Arzneimitteln: Keine veröffentlicht. Es ist jedoch
aufgrund des natürlichen Kumaringehalts von Anamu denkbar, dass sie die Wirkungen von Coumadin
(Warfarin®) potenzieren kann.
Seite 48
Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Anamu
Alle verfügbaren Untersuchungen Dritter Parteien
bezüglich Anamu können unter PubMed gefunden
werden. Eine teilweise Auflistung der veröffentlichten Untersuchungen zu Anamu ist nachstehend
dargelegt:
Zytotoxische Wirkung & Wirkung gegen Krebs:
An, H., et al. „Synthesis and anti-tumor evaluation of new trisulfide derivatives.“ Bioorg. Med. Chem. Lett. 2006 Sep; 16(18):
4826-9.
Williams, L. A., et al. „In vitro anti-proliferation/cytotoxic activity
of sixty natural products on the human SH-SY5Y neuroblastoma
cells with specific reference to dibenzyl trisulphide.“ West Indian
Med. J. 2004 Sep; 53(4): 208-19.
Ruffa, M. J., et al. “Cytotoxic effect of Argentine medicinal plant
extracts on human hepatocellular carcinoma cell line.” J. Ethnopharmacol. 2002; 79(3): 335-39.
Mata-Greenwood, E., et al. “Discovery of novel inducers of cellular
differentiation using HL-60 promyelocytic cells.” Anticancer Res.
2001; 21(3B): 1763-70.
Rosner, H., et al. “Disassembly of microtubules and inhibition of
neurite outgrowth, neuroblastoma cell proliferation, and MAP kinase tyrosine dephosphorylation by dibenzyl trisulphide.” Biochem.
Biophys. Acta 2001; 1540(2): 166-77.
Jovicevic, L., et al. “In vitro antiproliferative activity of Petiveria
alliacea L. on several tumor cell lines.” Pharmacol. Res. 1993;
27(1): 105-06.
Rossi, V., et al. “Antiproliferative effects of Petiveria alliacea on several tumor cell lines.” Pharmacol. Res. Suppl. 1990; 22(2): 434.
Yan, R., et al. “Astilbin selectively facilitates the apoptosis of interleukin-2-dependent phytohemaglutinin-activated Jurkat cells.”
Pharmacol. Res. 2001; 44(2): 135-39.
Weber, U. S., et al. “Antitumor activities of coumarin, 7-hydroxycoumarin and its glucuronide in several human tumor cell lines”.
Res. Commun. Mol. Pathol. Pharmacol. 1998; 99(2): 193-206.
Bassi, A. M., et al. “Comparative evaluation of cytotoxicity and
metabolism of four aldehydes in two hepatoma cell lines.” Drug
Chem. Toxicol. 1997 Aug; 20(3): 173-87.
Immunostimulante Wirkung:
Queiroz, M. L., et al. “Cytokine profile and natural killer cell activity in Listeria monocytogenes infected mice treated orally with
Petiveria alliacea extract. Immunopharmacol. Immunotoxicol. 2000
Aug; 22(3): 501-18.
Quadros, M. R., et al. “Petiveria alliacea L. extract protects mice
against Listeria monocytogenes infection—effects on bone marrow
progenitor cells.” Immunopharmacol. Immunotoxicol. 1999 Feb;
21(1): 109-24.
Williams, L., et al. “Immunomodulatory activities of Petiveria
alliaceae L.” Phytother. Res. 1997; 11(3): 251253.
Rossi, V., “Effects of Petiveria alliacea L. on cell immunity.” Pharmacol. Res. 1993; 27(1): 111-12.
Marini, S., “Effects of Petiveria alliacea L. on cytokine production and
natural killer cell activity.” Pharmacol. Res. 1993; 27(1): 107-08.
Entzündungshemmende & schmerzlindernde Wirkung:
Gomes, P. B., et al. “Study of antinociceptive effect of isolated
fractions from Petiveria alliacea L. (tipi) in mice.” Biol. Pharm.
Bull. 2005; 28(1): 42-6.
Lopes-Martins, R. A., et al. “The anti-inflammatory and analgesic
effects of a crude extract of Petiveria alliacea L. (Phytolaccaceae).”
Phytomedicine. 2002; 9(3): 245-48.
Dunstan, C. A., et al. “Evaluation of some Samoan and Peruvian
medicinal plants by prostaglandin biosynthesis and rat ear oedema
assays.” J. Ethnopharmacol. 1997 Jun; 57(1): 35-56.
Germano, D., et al. “Pharmacological assay of Petiveria alliaceae.
Oral anti-inflammatory activity and gastrotoxicity of a hydro alcoholic root extract.” Fitoterapia. 1993; 64(5): 459-467.
Germano, D. H., et al. “Topical anti-inflammatory activity and
toxicity of Petiveria alliaceae.” Fitoterapia. 1993; 64(5): 459-67.
de Lima, T. C., et al. “Evaluation of antinociceptive effect of Petiveria alliacea (Guine) in animals.” Mem. Inst. Oswaldo Cruz.
1991; 86 Suppl 2: 153-58.
Di Stasi, L. C., et al. “Screening in mice of some medicinal plants
used for analgesic purposes in the state of Saõ Paulo.” J. Ethnopharmacol. 1988; 24(2/3): 205–11.
Antimikrobielle & antiparasitäre Wirkung:
Kim, S., et al. “Antibacterial and antifungal activity of sulfur-containing compounds from Petiveria alliacea L.” J. Ethnopharmacol.
2006 Mar; 104(1-2): 188-92.
Kubec, R., et al. “The lachrymatory principle of Petiveria alliacea.”
Phytochemistry. 2003 May; 63(1): 37-40.
Ruffa, M. J., et al. “Antiviral activity of Petiveria alliacea against the
bovine diarrhea virus. Chemotherapy 2002; 48(3): 144-47.
Benevides, P. J., et al. “Antifungal polysulphides from Petiveria
alliacea L.” Phytochemistry. 2001; 57(5): 743-7.
Caceres, A., et al. “Plants used in Guatemala for the treatment of
protozoal infections. I. Screening of activity to bacteria, fungi and
American trypanosomes of 13 native plants.” J. Ethnopharmacol.
1998 Oct; 62(3): 195-202.
Berger, I., et al. “Plants used in Guatemala for the treatment of
protozoal infections: II. Activity of extracts and fractions of five
Guatemalan plants against Trypanosoma cruzi.” J. Ethnopharmacol.
1998 Sep; 62(2): 107-15.
Hoyos, L., et al. “Evaluation of the genotoxic effects of a folk
medicine, Petiveria alliaceae (Anamu).” Mutat. Res. 1992; 280(1):
29-34.
Caceres, A., et al. “Plants used in Guatemala for the treatment of
dermatophytic infections. I. Screening for antimycotic activity of
44 plant extracts.” J. Ethnopharmacol. 1991; 31(3): 263-76.
Misas, C.A.J., et al. “The biological assessment of Cuban plants.
III.” Rev. Cub. Med. Trop. 1979; 31(1): 21–27.
Von Szczepanski, C., et al. “Isolation, structure elucidation and
synthesis of an antimicrobial substance from Petiveria alliacea.”
Arzneim-Forsch 1972; 22: 1975–.
Feng, P., et al. “Further pharmacological screening of some West
Indian medicinal plants.” J. Pharm. Pharmacol. 1964; 16: 115.
Hypoglykämische Wirkung:
Lans, C. A. „Ethnomedicines used in Trinidad and Tobago for
urinary problems and diabetes mellitus.“ J. Ethnobiol. Ethnome-
Seite 49
dicine. 2006 Oct 13; 2: 45.
Lores, R. I., et al. “Petiveria alliaceae L. (anamu). Study of the
hypoglycemic effect.” Med. Interne. 1990; 28(4): 347–52.
Angegebene Referenzen zu Anamu
10. „Petiveria alliacea L. Phytolaccaceae. „Chanviro“,
„Micura“, „Mocosa“, „Mucura“, „Sacha ajo“. Angeblich
abtreibend, krampflösend, antirheumatisch, fiebersenkend, harntreibend, menstruationsbeschleunigend,
schweißtreibend; meist angewandt in magischen Ritualen, den “limpias” („Reinigung”). Die Curanderos
baden die Patienten in der Flüssigkeit, die von dem
Aufguss übrig bleibt, um sie von dem „Salz“ (Pech) zu
reinigen; andere Personen baden in der ersten Stunden des neuen Jahres darin. Die Kolumbianer kauen
die Pflanze, um ihre Zähne damit zu überziehen und
sie gegen Löcher zu schützen (GAB). Ebenfalls in
rituellen Amuletten angewandt.
Präklinische Tests zeigen depressive Wirkungen auf das
Zentralnervensystem (CNS) mit antikonvulsiven Wirkungen (RVM). Die „Kreolen“ wenden sie an, um böse
Geister los zu werden; die Wurzeln sind krampflösend
und antipyretisch; der Blattabsud ist schweißtreibend
und hustenstillend. Die „Palikur“ wenden sie an, um
ihre Kinder vor Pech zu schützen sowie in Bädern bei
dem Vitaminmangel, der „coqueluche“ genannt wird
(GMJ).
Die „Tikuna“ baden fiebernde Personen in dem
Blattaufguss und waschen Kopfschmerzen mit der
Abkochung. Bei Bronchitis und Lungenentzündung
wird ein Tropfen Kerosin und Zitronensaft zu einem
Teelöffel voll aufgeweichter Blätter hinzugefügt (SAR).
Rutter erwähnt Beriberi, Krämpfe, Nerven, Lähmung,
Rheuma, Krätze, Skorpionstich, Spinnenbisse, Zahnschmerzen, Geschlechtskrankheiten und Visionen
und nennt das Kraut abtreibend, schmerzlindernd,
empfängnisverhütend, harntreibend, menstruationsbeschleunigend, Wurmmittel und Insektenmittel
(RAR).
Unabhängig von einander haben zwei verschiedene
Quellen, eine aus Venezuela und eine aus Kolumbien,
Geschichten über das „Heilen“ von Bauchspeicheldrüsenkrebs mit Petiveria ( JAD) berichtet. Tramil
befürwortet alles außer der Inhalation des Aromas bei
Migräne und Sinusitis und verwendet es als Mundwasser bei Zahnschmerzen (TRA).“
21. „Der Stamm der Tikuna badet fiebernde Patienten
in Wasser, in dem junge Blätter über Nacht einweichen
dürfen. Sie behandeln Kopfschmerzen ebenfalls durch
das Waschen des Kopfes mit einer Auskochung der
jungen Blätter. Ein paar eingeweichte Blätter werden
auf einen Teelöffel gegeben, auf den ein Tropfen Zitronensaft und ein Tropfen Kerosin gegeben werden;
diese Zubereitung wird genommen, um Lungenentzündung und Bronchitis zu behandeln. Ein Tropfen
des Saftes aus den Blättern wird in ein schmerzendes
Ohr gegeben.“
„Benzylhydroxyethyltrisulfid (Von Szczepanski, 1972),
ein Trithiolan (Adesogan, 1974) und Kumarine (Rocha,
1969) wurden aus P. alliacea isoliert.“
®
proV Nutraceutical B.V.
Voorbancken 10d
NL-3645 GV Vinkeveen
Tel.: 0031 297 532 114
Fax: 0031 297 532 129
e-mail: [email protected]
http://www.prov-international.com
© 2007 Copyright
Vervielfältigungen bedürfen der
schriftlichen Zustimmung von proV