Internationale Vergleichsstudie zur Struktur und

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Internationale Vergleichsstudie zur Struktur und
Internationale Vergleichsstudie
zur Struktur und Organisation der
Popularmusikförderung
Im Auftrag von
Initiative Musik gGmbH
Vorgelegt von Pop100
Robert Adamik
Manfred Tari
Dortmund, Juli 2008
POP100
Herner Straße 2
44139 Dortmund
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Executive Summary
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sieht sich die Musikindustrie mit einer tief
greifenden Transformation ihrer Wertschöpfungskette konfrontiert. Während
Bereiche wie das Segment des Live-Entertainment und des Publishing von
der
aktuellen
Entwicklung
Phonoindustrie
durch
profitieren,
die
Folgen
sinken
der
die
Einnahmen
Evolution
der
der
neuen
Informationstechnologien.
In diesem Zusammenhang kommt der Förderung populärer Musik, neben
seiner kulturpolitischen Komponente, vor allem in ökonomischer Hinsicht
eminente Bedeutung zu. Während kleine „Pop-Nationen“ von jeher den
Export ihrer Musikproduktion penetrieren mussten, ist es in der aktuellen
Marktsituationen auch für etablierte Musik-Nationen angezeigt, verstärkt
Förderinstrumente zu Gunsten der Musikindustrie als Teil der „Creative
Industries“ auf den Weg zu bringen.
Die
vorliegende
Studie
zur
Struktur
und
Organisation
der
Popularmusikförderung untersucht staatliche und private Musik-Initiativen in
Dänemark, Finnland, Norwegen, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Ungarn, Belgien, Spanien, Kanada und
Australien.
Im Mittelpunkt stehen dabei neben den konkreten Förderprojekten und den
nationalen
Rahmenbedingungen
der
Musikproduktion
die
jeweiligen
Musikfördeansätze sowie deren Richtlinien und Ziele. Darüber hinaus werden
die Organisationsstruktur, erzielte Ergebnisse sowie die entsprechenden
Finanzierungsquellen untersucht.
Als ein Ergebnis dieser Studie lässt sich festhalten, dass sich erfolgreiche
Musikförderung durch eine enge Verzahnung aller beteiligten Gruppierungen
Initiative Musik
2
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
- von der Wirtschafts- und Kulturpolitik über Verbände und private Initiativen
bis zu Musikunternehmen und Künstlern – auszeichnet.
Hier nehmen insbesondere der Aspekt der Exportförderung und der Aspekt
der Einbindung staatlicher Wirtschaftsförderinstrumente einen prominenten
Platz ein. Das Beispiel ehemals kleiner Pop-Nationen wie Schweden, Finnland
oder Kanada belegt, dass strategische und nachhaltige Musikförderung auf
diese Weise auch auf dem internationalen Markt Früchte trägt.
Diejenigen
Förderansätze, die
eine
perspektivische Wirkung für
die
Musikwirtschaft haben, setzen erfolgreich den Grundsatz „Culture follows
Economy“ um: (kommerziell und qualitativ) erfolgreiche Musikprodukte
entfalten auch die größte kulturelle Strahlkraft; dies gilt insbesondere für das
Ausland. Das beste aktuelle Beispiel ist Tokio Hotel, die in Frankreich und
anderen Ländern das Interesse an der deutschen Sprache auf ein bisher
ungekanntes Niveau heben.
Das letzte Kapitel der vorliegenden internationalen Studie wirft einen Blick
nach Deutschland und beleuchtet das Förderprogramm der neu gestarteten
Initiative Musik. Zielsetzung der Initiative ist die Nachwuchsförderung, die
Verbreitung deutscher Musik im Ausland sowie die Integration von Personen
mit Migrationshintergrund. Hier zeigt sich, dass das Portfolio der Initiative
und ihre Angebote für Künstler und Musikunternehmen vom Ansatz her im
internationalen Vergleich Erfolg versprechend aufgestellt ist.
Initiative Musik
3
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Inhaltsverzeichnis (kurz)
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Einleitung.......................................................................................... 9
1.1
Ausgangslage ............................................................................. 9
1.2
Musikförderung..........................................................................17
1.3
Studie Popularmusikförderung ....................................................20
Musikförderung in Europa .................................................................23
2.1
Dänemark .................................................................................23
2.2
Finnland ....................................................................................32
2.3
Frankreich .................................................................................42
2.4
Großbritannien...........................................................................57
2.5
Niederlande ...............................................................................71
2.6
Norwegen..................................................................................86
2.7
Österreich .................................................................................90
2.8
Schweiz...................................................................................105
Musikförderung in Übersee..............................................................123
3.1
Australien ................................................................................123
3.2
Kanada....................................................................................129
Musikexportförderung in Europa ......................................................139
4.1
Belgien....................................................................................139
4.2
Schweden................................................................................143
4.3
Spanien...................................................................................147
4.4
Ungarn....................................................................................151
Exkurs: Creative Industries..............................................................157
Strategie und Synergie: Erfolgsrezepte der Musikförderung...............160
6.1
Arbeitsteilung ..........................................................................160
6.2
Wirtschaftsförderung................................................................161
6.3
Strukturförderung ....................................................................163
6.4
Projektförderung......................................................................164
Resümee internationale Musikförderung...........................................165
7.1
Perspektiven der Musikförderung ..............................................168
7.2
Handlungsempfehlungen ..........................................................171
Initiative Musik ...............................................................................173
Anhang ..........................................................................................177
9.1
Die Autoren .............................................................................177
9.2
Literaturverzeichnis ..................................................................178
9.3
Verzeichnis internationale Musikförderinstitutionen.....................179
9.4
Fragebögen .............................................................................185
Initiative Musik
4
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Inhaltsverzeichnis (lang)
1
Einleitung.......................................................................................... 9
1.1
Ausgangslage ............................................................................. 9
1.2
Musikförderung..........................................................................17
1.3
Studie Popularmusikförderung ....................................................20
2 Musikförderung in Europa .................................................................23
2.1
Dänemark .................................................................................23
2.1.1
Landes- und Musikmarktdaten .............................................23
2.1.2
Umfeld der Musikproduktion ................................................24
2.1.3
ROSA - The Danish Rock Council ..........................................25
2.1.4
SPOT-Festival......................................................................28
2.1.5
Music Export Denmark (MXD) ..............................................29
2.1.6
Dänischer Musikrat ..............................................................30
2.1.7
Danish Musicians' Union ......................................................31
2.2
Finnland ....................................................................................32
2.2.1
Landes- und Musikmarktdaten .............................................32
2.2.2
Umfeld der Musikproduktion ................................................33
2.2.3
Finnish Music Information Centre (FIMIC).............................34
2.2.4
Performing Music Promotion Center (ESEK)...........................36
2.2.5
Foundation for the Promotion Of Finnish Music (LUSES) ........37
2.2.6
Music Export Finland (Musex)...............................................38
2.2.7
Finnish Music Council...........................................................41
2.3
Frankreich .................................................................................42
2.3.1
Landes- und Musikmarktdaten .............................................42
2.3.2
Umfeld der Musikproduktion ................................................42
2.3.3
FCM und Fonds de Soutiens .................................................44
2.3.4
SCPP und SPPF ...................................................................45
2.3.5
IFCIC..................................................................................46
2.3.6
Das französische Steuerfördermodell ....................................47
2.3.7
Bureau Export - French Music Export Offices (FMEO).............49
2.3.8
Francophonie Diffusion ........................................................53
2.3.9
CULTURESFRANCE ..............................................................55
2.3.10 ADAMI................................................................................56
2.4
Großbritannien...........................................................................57
2.4.1
Landes- und Musikmarktdaten .............................................57
2.4.2
Umfeld der Musikproduktion ................................................58
2.4.3
UK Music Office...................................................................61
2.4.4
UK Trade & Investment .......................................................63
2.4.5
National Music Council .........................................................64
2.4.6
BMR, BPI und PRS Foundation .............................................65
2.4.7
Association of Independent Music (AIM) ...............................67
2.4.8
The British Council ..............................................................68
2.5
Niederlande ...............................................................................71
2.5.1
Landes- und Musikmarktdaten .............................................71
2.5.2
Der niederländische Musikmarkt...........................................72
Initiative Musik
5
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.5.3
Staatliche Musikförderung und Nederlands Podium Plan ........72
2.5.4
Buma Cultuur......................................................................74
2.5.5
MusicXport.nl ......................................................................77
2.5.6
ETEP ..................................................................................79
2.5.7
Muziek Centrum Nederland / Nationaal Pop Instituut .............81
2.5.8
Rockacademie.....................................................................84
2.6
Norwegen..................................................................................86
2.6.1
Landes- und Musikmarktdaten .............................................86
2.6.2
Umfeld der Musikproduktion ................................................86
2.6.3
by:Larm..............................................................................87
2.6.4
Music Export Norway A/S.....................................................88
2.6.5
Music Information Centre Norway ........................................89
2.7
Österreich .................................................................................90
2.7.1
Landes- und Musikmarktdaten .............................................90
2.7.2
Umfeld der Musikproduktion ................................................91
2.7.3
Music Information Center Austria (mica) ...............................93
2.7.4
Austrian Music Export (AME) ................................................95
2.7.5
AMAN – Austrian Music Ambassador Network........................98
2.7.6
Österreichischer Musikfonds...............................................102
2.7.7
Austro Mechana - SKE .......................................................104
2.8
Schweiz...................................................................................105
2.8.1
Landes- und Musikmarktdaten ...........................................105
2.8.2
Umfeld der Musikproduktion ..............................................105
2.8.3
Pro Helvetia ......................................................................107
2.8.4
Schweizer Musikrat............................................................110
2.8.5
Swiss Music Export (SME) ..................................................111
2.8.6
MIGROS Kulturproduzent ...................................................114
2.8.7
SUISA FOUNDATION .........................................................116
2.8.8
ACTION SWISS MUSIC ......................................................118
2.8.9
Verband Schweizer Musikschaffender (VSM) .......................120
3 Musikförderung in Übersee..............................................................123
3.1
Australien ................................................................................123
3.1.1
Landes- und Musikmarktdaten ...........................................123
3.1.2
Umfeld der Musikproduktion ..............................................123
3.1.3
Australian Music Office und Austrade..................................124
3.1.4
AIR – Australian Independent Record Labels Association .....126
3.1.5
Australian Music Online und AMRAP....................................127
3.2
Kanada....................................................................................129
3.2.1
Landes- und Musikmarktdaten ...........................................129
3.2.2
Umfeld der Musikproduktion ..............................................129
3.2.3
FACTOR............................................................................131
3.2.4
Canada Music Fund ...........................................................135
3.2.5
MUSICACTION ..................................................................137
3.2.6
Canadian Independent Record Production Association (CIRPA)
138
4 Musikexportförderung in Europa ......................................................139
4.1
Belgien....................................................................................139
4.1.1
Landes- und Musikmarktdaten ...........................................139
4.1.2
Umfeld der Musikproduktion ..............................................140
Initiative Musik
6
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
5
6
7
8
9
4.1.3
Flanders Music Centre (FMC)..............................................140
4.1.4
Wallonie-Bruxelles Musiques (W.B.M.) ................................141
4.2
Schweden................................................................................143
4.2.1
Landes- und Musikmarktdaten ...........................................143
4.2.2
Umfeld der Musikproduktion ..............................................144
4.2.3
Export Music Sweden (ExMS) .............................................145
4.3
Spanien...................................................................................147
4.3.1
Landes- und Musikmarktdaten ...........................................147
4.3.2
Umfeld der Musikproduktion ..............................................148
4.3.3
Spanish Institute for Foreign Trade (ICEX)..........................148
4.3.4
Sounds From Spain ...........................................................149
4.3.5
Catalan! Arts, Institut Ramon Llull und Basque Music...........150
4.4
Ungarn....................................................................................151
4.4.1
Landes- und Musikmarktdaten ...........................................151
4.4.2
Umfeld der Musikproduktion ..............................................152
4.4.3
Hungarian Music Council....................................................153
4.4.4
Music Export Hungary (MXH) .............................................154
Exkurs: Creative Industries..............................................................157
Strategie und Synergie: Erfolgsrezepte der Musikförderung...............160
6.1
Arbeitsteilung ..........................................................................160
6.2
Wirtschaftsförderung................................................................161
6.3
Strukturförderung ....................................................................163
6.4
Projektförderung......................................................................164
Resümee internationale Musikförderung...........................................165
7.1
Perspektiven der Musikförderung ..............................................168
7.2
Handlungsempfehlungen ..........................................................171
Initiative Musik ...............................................................................173
Anhang ..........................................................................................177
9.1
Die Autoren .............................................................................177
9.2
Literaturverzeichnis ..................................................................178
9.3
Verzeichnis internationale Musikförderinstitutionen.....................179
9.3.1
Branchenvereinigungen .....................................................181
9.3.2
Musikinformationszentren ..................................................181
9.3.3
Stiftungen.........................................................................182
9.3.4
Export Initiativen...............................................................182
9.3.5
Urheberechtsgesellschaften ...............................................183
9.3.6
Staatliche Institutionen ......................................................183
9.3.7
Musik-Initiativen................................................................183
9.3.8
Internationale Institutionen................................................184
9.3.9
European Music Platform Member ......................................184
9.4
Fragebögen .............................................................................185
9.4.1
ROSA - The Danish Rock Council ........................................186
9.4.2
Danish Arts Agency ...........................................................188
9.4.3
The Finnish Performing Music Promotion Centre (ESEK).......192
9.4.4
French Music Export Office.................................................194
9.4.5
Francophonie Diffusion ......................................................197
9.4.6
UK Trade and Investment ..................................................199
9.4.7
British Music Rights ...........................................................202
9.4.8
PRS Foundation.................................................................204
Initiative Musik
7
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
9.4.9
9.4.10
9.4.11
9.4.12
9.4.13
9.4.14
9.4.15
9.4.16
9.4.17
9.4.18
9.4.19
9.4.20
9.4.21
musicXport.nl ....................................................................206
Music Center The Netherlands............................................208
Music Export Norway As ....................................................210
mica – music austria..........................................................212
Österreichischer Musikfonds...............................................215
Pro Helvetia ......................................................................216
action swiss music.............................................................218
Verband- Schweizer- Musikschaffender...............................222
Wallonie-Bruxelles Musiques (WBM) ...................................225
Sounds From Spain / ICEX .................................................229
MUSIC EXPORT HUNGARY (MXH).......................................233
Australasian Performing Right Association Ltd. (APRA).........238
Australian Music Office / Austrade ......................................241
Initiative Musik
8
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
1 Einleitung
„Mit der massenhaften Verbreitung der technologischen Möglichkeiten, einen
kulturellen Datensatz beliebig oft zu vervielfältigen und über das Internet zu
verbreiten, beginnt sich zu rächen, dass Popmusik im öffentlichen
Bewusstsein nie ein über die Sphäre des Marktförmigen hinausweisender
ideeller Wert zuerkannt worden ist, für den es sich zu Bezahlen lohnt.“
(Christoph Gurk)1
1.1 Ausgangslage
Technische Revolutionen haben in der Geschichte der Musikindustrie immer
wieder zur Transformation ihrer Geschäftsgrundlage geführt: von der
Erfindung des Grammophons und der Schallplatte durch Emil Berliner Ende
des 19. Jahrhunderts, über die Einführung der Vinyl-Schallplatte 1948 und
den seit den 1970ern populären Kassettenrecordern bis zu CDs, DVDs und
heutigen MP3-Playern.
Jede technische Umwälzung stellt die Industrie vor neue Herausforderungen.
Dabei
sind
die
verschiedenen
Bereiche
der
Musikindustrie
in
unterschiedlichem Maße von technischen Innovationen und gesellschaftlichen
Entwicklungen betroffen. Während zurzeit die Tonträgerbranche unter
sinkenden Verkaufszahlen leidet, florieren die Rechteverwertung und der
Veranstaltungssektor.
Bislang hat es die Musikindustrie immer wieder verstanden, sich auf neue
Formate und Abspielgeräte einzustellen und diese in ihr Geschäftsmodel zu
integrieren.
So
konnte
der
sich
abzeichnende
Absatzrückgang
des
Christoph Gurk in „Die Popkultur spaltet sich auf“, Reihe Digitale Evolution, Spex 05/08,
Berlin
1
Initiative Musik
9
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Schallplattenmarktes zu Beginn der 1980er mit der Einführung der Compact
Disc im Jahre 1982 mehr als aufgefangen werden.
Das der klassischen Schallplatte überlegene digitale CD-Format, zumal billiger
in der Herstellung als das analoge Vinyl, bescherte der Musikbranche,
insbesondere der Phonoindustrie, eine lange Prosperitätsphase, die bis Ende
der 1990er Jahre anhielt. Vor allem der Verkauf von Backkatalogen gebar
aus
heutiger
Sicht
astronomische
Gewinnspannen:
Alben,
die
die
Musikkonsumenten bereits als Vinyl erworben hatten, wurden noch einmal
als glänzender Silberling hinzugekauft. Die Kunden bezahlten somit zweimal
für das gleiche ideelle Produkt.
Seit dem Peak im Jahre 1999, als der weltweite Umsatz mit Tonträgern bei
über 40 Milliarden US-Dollar lag (s. Abb. 1), folgte nach einer kurzen
Stagnation auf hohem Niveau der Einbruch: 2006 lag der weltweite Umsatz
bei nur noch etwas über 31 Milliarden US-Dollar. Innerhalb von sieben
Jahren ist der Absatz der Musikindustrie also um fast 25% geschrumpft.
Noch deutlicher die Situation auf dem deutschen Tonträgermarkt (Abb. 2):
Hier sanken die Umsätze von 2,7 Milliarden im Jahre 1998 auf 1,6 Milliarden
Euro im Jahre 2007, was einem Minus von rund 40% entspricht.
Initiative Musik
10
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Abb. 1: Weltweiter Umsatz mit Tonträgern 1997 – 2006
(Endverbraucherpreise inkl. Mehrwertsteuer / Basis: Preise in US-Dollar zu fixem
Wechselkurs von $1,00 zu €0,80) Quelle: IFPI2
Abb. 2: Gesamtumsatz des Tonträgermarktes in der Bundesrepublik
Deutschland 1998 – 2007
(Endverbraucherpreise inkl. MwSt. / ab 2002 inkl. Musikvideos, ab 2004 inkl. Downloads, ab
2006 inkl. Mobile Musik) Quelle: Bundesverband Musikindustrie3
Erstes Anzeichen des negativen Umschwunges war das Aufkommen von
massenverfügbaren CD-Brennern, mit denen sich originalgetreue Kopien, die
Branche spricht deswegen mitunter auch von „Klonen“, anfertigen ließen.
2
3
Unter www.musikindustrie.de
ebd.
Initiative Musik
11
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Eine weitere wichtige technische Innovation ist in diesem Zusammenhang die
Erfindung des MP3-Formates zur Datenreduktion. Entwickelt wurde es bereits
seit 1982 von Karlheinz Brandenburg am Fraunhofer-Institut für Integrierte
Schaltungen (IIS) in Erlangen.
Die rasante Entwicklung digitaler Informationsmedien und die Möglichkeiten,
die
Breitband-Internet-Zugänge
in
Kombination
mit
reduzierten
Datenformaten wie MP3 bieten, stellen die Herausforderung des jungen 21.
Jahrhunderts für die Tonträgerindustrie dar.
Neben strukturellen Fehleinschätzungen der Musikindustrie, die lange am
Erfolgsmodel der 90er festgehalten hat, ist die momentane Krise der
Tonträgerbranche vor allem mit einem Schlagwort verknüpft: Napster.
1998 vom Studenten Shawn Fanning zum Tausch von MP3-Musikdateien
programmiert, steht Napster stellvertretend für den Boom von illegalen Peerto-Peer (P2P) Filesharing Plattformen, die auch mit groß angelegten
Strafaktionen und Kampagnen der Musikindustrie bislang nicht in den Griff zu
bekommen sind. In einigen Ländern liegt das so genannte „Piraterie-Level“
bei über 50%, was bedeutet, das auf eine gekaufte CD ein illegal gebranntes
oder aus dem Internet geladenes Album kommt.
Wie die IFPI, die internationale Vereinigung der Musikbranche, ermittelte,
werden jährlich weltweit rund 20 Milliarden Songs über P2P-Netzwerke
heruntergeladen,4 ohne dass die Urheber - die Künstler, Rechteinhaber und
Plattenfirmen – in irgendeiner Art und Weise finanziell daran beteiligt sind.
Auch wenn aus Napster inzwischen ein legaler Download-Shop geworden ist,
die Folgen der „Napsterisierung“ der Musikindustrie sind ein nicht zu
hintergehendes Faktum. Der ehemalige EMI-Vizepräsident Ted Cohen
4
IFPI: „Recording Industry in Numbers 200/: The Definitive Source of global music market
informationen“, London 2007, S. 18
Initiative Musik
12
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
brachte diese conditio sine qua non auf der Midem 2008 überspitzt und
provokativ auf den Punkt: „Die Musikindustrie 1.0 ist vorbei, man kann
sagen, sie ist tot. Und jedes Unternehmen, das glaubt, es kann Business as
usual machen, macht sich lächerlich."5
Als Hoffnungsträger der Musikindustrie wird der Markt der (legalen) digitalen
Downloads, sowohl Rechner- als auch Mobile-basiert, angesehen. Trotz
starker Wachstumsraten kann dieses Segment bislang jedoch noch nicht die
Umsatzrückgänge aus dem physischen Tonträgergeschäft kompensieren.
Gegenwärtig machen Einnahmen aus diesem Geschäftszweig in Europa
deutlich unter 10% des gesamten Erlöses aus. In den USA werden dagegen
schon über eine Milliarde US-Dollar jährlich mit Digital Music6 umgesetzt, was
einem Anteil an Gesamtumsatz von rund 17% entspricht.7
Das herumgeisternde Schlagwort von der „Krise der Musikindustrie“ trifft
jedoch nur in Teilen zu. Im Gegensatz zu allen Musikwirtschaftszweigen,
deren Geschäftsmodel direkt oder indirekt vom CD-Verkauf abhängt,
prosperiert die Live Entertainment-Branche: große Festivals wie Rock am
Ring in Deutschland oder Europas ältestes Festival Glastonbury sind
inzwischen standardmäßig weit im Vorfeld ausverkauft und Mega-Stars wie
Madonna oder The Police geben ausverkaufte Welt-Tourneen, bei denen die
Besucher auch horrende Ticketpreise nicht scheuen.
Die Wertschöpfungskreislauf der Musikbranche hat sich umgekehrt: Wurden
in den 90ern noch Tourneen von Künstlern pflichtschuldig absolviert, um die
neue CD, das neue Album zu bewerben, fühlt sich die Branche aktuell wieder
in die Anfangszeit des Rock´n´Roll zurückversetzt: Neue Alben bilden die
Grundlage von Live-Auftritten, aus denen Künstlern einen Großteil ihrer
Quelle: www.heise.de/newsticker/Midem-Die-Musikindustrie-ist-tot-lang-lebe-dieMusikindustrie--/meldung/102497
6
Downloads, Online und Mobile Music, Musik-Abonnements
7
IFPI: „Recording Industry in Numbers 200/: The Definitive Source of global music market
informationen“, London 2007, S. 21
5
Initiative Musik
13
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Einnahmen generieren und somit sinkende Erlöse aus dem Tonträgerumsatz
auffangen.
Den bislang radikalsten Schluss aus dieser Situation zog der US-Superstar
Prince, der sein Album "Planet Earth" im Juli 2007 als Gratisbeilage an die
Leser der britischen Zeitung „The Mail on Sunday“ verteilt. Im Gegenzug
konnte der Sänger 21 ausverkaufte Konzerte in der Londoner O2-Arena für
sich verbuchen.
Diese neue Wertschöpfungskette weckt Begehrlichkeiten in der gebeutelten
Tonträgerbranche,
die
am
Tournee-
und
Merchandising-Geschäft
mitverdienen will, was wiederum die Gewinnmargen der Künstler schmälert,
die bislang relativ eigenverantwortlich mit ihrem Management für diesen Teil
ihrer Berufsausübung zuständig waren.
Das entsprechende Zauberwort auf der diesjährigen Midem lautete „360
Grad-Deal“: Ein Unternehmen ist für die komplette Künstlervermarktung
zuständig: Von der CD-Produktion und Vermarktung, über den T-ShirtVerkauf bis zu den Live-Auftritten. Paradigmatisch für die Musikbranche ist,
dass
das
Unternehmen,
das
diese
Geschäftsmodel
am
öffentlichkeitswirksamsten umsetzt, keine Plattenfirma, sondern Live Nation
ist. Der weltgrößte Konzert-Tickethändler hat einen ebensolchen AllInclusive-Vertrag zuerst mit Madonna abgeschlossen. Entwickelt wurde
dieser Ansatz allerdings von Sanctuary Records, einem unabhängigen
Musikunternehmen, das im Sommer 2007 von Universal Music aufgekauft
wurde.
Der Boom der Veranstaltungsbranche ist ein Sinnbild für den gegenwärtigen
Zustand des ubiquitären Kulturgutes Musik: Physische Tonträger sind ohne
Klangverlust reproduzierbar und Musik ist durch das Internet jederzeit
verfügbar; auf der Strecke bleibt dabei das „Echtheitserlebnis“ oder auch die
Initiative Musik
14
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
„Aura“ des Kunstwerkes, im Sinne Walter Benjamins.8 Genau dieses Erlebnis
des originären Musikgenusses im Kreise von Gleichgesinnten bieten aber
Live-Darbietungen.
Während Musik insgesamt durch die neuen Medien so präsent ist wie nie
zuvor und das Interesse an Musik durch die unmittelbare Verfügbarkeit
gestiegen ist, ist die paradoxe Situation eingetreten, dass trotz hoher
Wertschätzung die Bereitschaft gesunken ist, dafür auch zu bezahlen. Bei
Live-Musik wird dagegen die Arbeit des Künstlers und die Unwiederholbarkeit
des Momentes geschätzt und finanziell honoriert.
Inzwischen beziffert sich der Marktwert eines Künstlers nicht mehr über
Chartsplatzierungen, sondern über die Höhe seiner Konzert-Ticket-Preise.
Steigende Gagenforderungen von Megastars bis hinunter zu Künstlern des
Mittel- und Unterbaus des Konzertgeschäftes haben allerdings auch
steigende Ticketpreise zur Folge.
Auch wenn die Konsumenten noch bereit sind, diese Preisspirale mit zu
tragen, um in den Genuss des „Echtheitsrausches“ zu kommen, ihr Budget
bleibt beschränkt. Bei Eintrittspreisen zwischen 77 und 194 Euro für ein
Madonna-Konzert in Berlin9 schrumpft die Zahl der Konzerte, die der
Musikfan darüber hinaus noch besuchen kann. Das Nachsehen haben
Künstler, die in kleinen bis mittleren Venues auftreten.
Insgesamt müssen Künstler häufiger und länger auf Tour gehen, um ihren
Lebensunterhalt zu bestreiten. Es steht die Frage im Raum, wie oft das
Publikum sich eine Band oder einen Sänger oder eine Sängerin anschauen
will und kann, wenn diese quasi halbjährlich in unmittelbarer Nähe Station
machen.
8
vgl. Walter Benjamin: „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“,
30. Auflage 2006
Quelle: www.eventim.de; als Beispiel ließe sich hier auch jeder andere internationale TopStar anführen
9
Initiative Musik
15
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Die heraufziehende Überhitzung des Marktes, der Verdruss der Konsumenten
über hohe Eintrittspreise, die steigende Anzahl der Parteien, die mitverdienen
wollen, und mitunter exorbitante Gagenvorstellungen von Seiten der Künstler
respektive ihres Managements lassen befürchten, dass hier die nächste
Branche in eine Krise trudeln könnte.
Insgesamt wird heute soviel Musik gehört, wie niemals zuvor, wovon das
Publishing-Segment profitiert. Von 1995 bis 2005 hat sich die Nutzung von
Tonträgern wie CD und MP3 von 14 auf 45 Minuten pro Tag verdreifacht.10
Zur Allgegenwart von Musik tragen außerdem klassische und digitale
Radiosender bei. Internet-Plattformen wie MySpace, Youtube oder Last.fm
sind für Musikfans tägliche Anlaufpunkte. Auch in Werbung, TV und Film
kann auf den Einsatz von Musikstücken nicht verzichtet werden. Neben MP3Playern hat sich das Handy als mobiles Musikcenter etabliert. Hier ist neben
dem Speichern und dem Download kompletter Songs vor allem die Nutzung
von Klingeltönen zu nennen.
Führt
die
digitale
Phonoindustrie,
so
Revolution
boomt
insgesamt
zurzeit
zu
Umsatzeinbussen
entsprechend
das
Verlags-
der
und
Rechtewesen, das mit geringen Produktionskosten Songs und Alben für alle
Verwendungszwecke lizenziert.
Während traditionell das Tonträgerschaft die Haupteinnahmequelle für
Künstler
und
Musikunternehmen
war,
bietet
dieses
Segment
neue
Absatzchancen.
Games wie „Guitar Hero“, „FIFA Worldcup“ oder Autorennen ziehen einen
Großteil ihres Reizes aus der sie begleitenden Musik. So wurde die Mötley
Crüe Single "Saints of Los Angeles" in den USA innerhalb einer Woche 48.000
10
s.: Jahrbuch der Phonographischen Wirtschaft 2007, Berlin, S. 6
Initiative Musik
16
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Mal für das Game „Rock Band“ verkauft. Auf iTunes waren es in der gleichen
Zeit nur 14.000 Downloads.
Mit Lizenzen für Games, Werbung und TV verdienen einige Bands inzwischen
mehr als an CDs und Konzerten: Die US-Alternative-Band OK Go hat so
insgesamt über 200 Lizenzen verteilt und Wilco, ebenfalls aus den USA,
haben gleich sechs Songs ihres letzten Albums an VW zu Promotionzwecken
verkauft.11
In der aktuellen Situation steht die Frage im Raum, ob das Modell des
klassischen Labels ausgedient hat. Befeuert wird diese These von Künstlern
wie Gnarls Barkley, Nine Inch Nails oder Radiohead, die ihre Songs kostenlos
ins Netz stellen oder es den Konsumenten überlassen, ob und wieviel sie
dafür zu zahlen bereit sind.
1.2 Musikförderung
Lange Zeit wurde von kulturpolitischer Seite das Argument vorgebracht, dass
Popmusik
zu
den
wirtschaftlich
erfolgreichen
und
selbst
tragenden
Kultursparten zähle und entsprechend, anders als Klassik oder Jazz, keiner
oder nur geringer Förderung von staatlicher Seite bedürfe. Auch der
gesellschaftliche Diskurs der Unterscheidung zwischen „ernsthafter“ und
„populärer“ Musik spielt hier, vor allem in Deutschland, Österreich und der
Schweiz, eine Rolle. Die U und E-Dichotomie verhinderte lange Zeit eine
unideologische und
konstruktive Auseinandersetzung mit diesem Teil der
Kulturproduktion.
Die oben skizzierte Ausgangslage verdeutlicht jedoch, dass sich hier eine
Branche einem tief greifenden Wandel ihrer Geschäftsgrundlage zu stellen
hat. Wie in anderen Wirtschaftszweigen üblich, stellt sich auch hier die
11
vgl.: Rolling Stone, Heft 7/2008, S.14
Initiative Musik
17
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Frage, wie staatliche Initiativen diesen Transformationsprozess fördernd
begleitend können. Vor allem da Unternehmen kleiner und mittlerer Größe
(KMUs) die Basis der Musikwirtschaft bilden.
Einen großen Vorsprung haben sich hier kleinere Musiknationen, auch „PopSchwellenländer“
genannt,
herausgearbeitet.
Anders
als
klassische
Musiknationen wie die USA, England oder auch Deutschland sind Länder wie
Schweden, Dänemark oder die Niederlande substantiell darauf angewiesen,
aufgrund des begrenzten Heimatmarktes ihre musikalische Produktion zu
exportieren, um den Künstlern und Unternehmen ein Auskommen zu
ermöglichen.
Dabei haben diese Staaten früh angefangen, im Falle Dänemarks im Jahre
1979, diesen wirtschaftlichen Musikexport, der auch ein kultureller ist, mit
entsprechenden Programmen zu unterstützen. In Folge der oben kurz
angerissenen
Krisenphänomene
Musikexportnationen
mit
einem
sind
inzwischen
ausreichenden
auch
nationalen
erfolgreiche
Markt
wie
Großbritannien von der Notwendigkeit staatlichen Eingreifens überzeugt.
In diesem Zusammenhang spielt der Begriff der „Creative Industries“ eine
große Rolle. Darunter fallen alle Wirtschaftszweige, deren angebotenen
Produkte vor allem auf kreativer Leistung beruhen. Auch die diesem
Paradigma zuzuordnenden Unternehmen stammen zumeist aus dem
Mittelstand, auch wenn, wie im Falle der Musikindustrie, die Major-Label im
Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung stehen.
Projektleiter Harry Fuchs fasst diesen Umstand in dem Konzept zum
österreichischen „projekt pop!“ zusammen:12
12
s.: www.projektpop.com
Initiative Musik
18
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
„Nicht die großen Tonträgerfirmen, mit finanzstarken Partnern aufgebaute
Mega-Tonstudios und die arrivierten Medien, sondern ganz besonders die
vielen kleinen Labels, Studios, kreative Produzenten sowie engagierte und
von engagierten Enthusiasten publizierten Medien sind es, die der gesamten
Bandbreite der musikalischen Vielfalt den zum Gedeihen nötigen Nährboden
bieten können. Daher ist Popmusikförderung in Hinblick auf ihren
ökonomischen Aspekt also als effiziente Wirtschaftsförderung zu verstehen.“
Gerade für klassische Industrienationen wird das Segment der Creative
Industries einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Alle Teilbereiche
der Wirtschaft, in denen die Produktion vor allem aus manueller Arbeit
besteht und die entsprechend hohe Lohnstückkosten aufweisen, sind
inzwischen von der Konkurrenz aufstrebender Nationen mit einem moderaten
oder niedrigen Lohnniveau (im Vergleich zu den USA, Europa oder Japan)
bedroht.
Insgesamt betrachtet stellen die Creative Industries mit ihren immateriellen
Gütern
und
Dienstleistungen
eine
Zukunftsbranche
mit
hohem
Wachstumspotential dar, auf das vor allem traditionelle Industrienationen
nicht verzichten können.
Obwohl Popmusik ein globalisiertes Wirtschaftsgut par excellence ist, haben
bislang keine Musikunternehmen oder Künstler ihren Standort ins Ausland
verlegt.13 Aber auch im Musikbereich schlägt sich diese Entwicklung nieder.
War bis in die 90er britische Popmusik neben US-Produktionen das Maß aller
Dinge, haben hier andere Länder aufgeschlossen und liefern zunehmend
ihren Beitrag zur weltweit erfolgreichen Popularmusik.
Ob Afro-Beat aus dem Senegal, Tango aus Finnland, Gipsy-Musik aus
Osteuropa oder japanischer Visual Kei-Rock, im „globalen Dorf“ findet
nahezu jeder Stil weltweit Liebhaber und eine beachtliche ökonomische
vgl.: Hannes Gmelin: „Nationalität in populärer Musik: Popmusik heute - Ausdruck
kultureller Identität oder Produkt einer globalisierten Wirtschaft?“, Münster 2006
13
Initiative Musik
19
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Nische. Gerade dem Export kultureller Güter wird in Zukunft eine
entscheidende Rolle zukommen. Entsprechend hat die vorliegende Studie
diesem Bereich besondere Beachtung geschenkt.
1.3 Studie Popularmusikförderung
Analog zur Definition der von der britischen Regierung 1999 ins Leben
gerufenen Task Force Creative Industries werden in dieser Studie zur
Musikwirtschaft die Bereiche Produktion, Distribution und Verkauf von
Tonträgern,
Verwaltung
von
Urheberrechten,
das
Konzertwesen,
Management, Promotion sowie Komposition gezählt.14
Nach Genres unterteilt, konzentriert sich die Studie auf den großen Bereich
der Pop-Musik. Dazu gehören von Rock, über Electronica und Dance bis zu
Pop und HipHop alle Spielarten aktueller populärer Musik. Die Jazz- und
Klassik-Förderung ist im Vergleich zu diesen Genres traditionell auf ein
breites Fundament gestellt. Hier greift vor allem die Kulturförderung,
während Popmusik aus kulturpolitischer Sicht als wirtschaftlich erfolgreich
und deshalb nicht im gleichen Maße als förderungswürdig angesehen wird.
Aus diesem Grund stellt die Studie den „Sonderfall Pop-Förderung“ in den
Mittelpunkt.
Die vorliegende Studie zum Stand der internationalen Pop-Musikförderung
greift den Ansatz der Creative Industries auf und stellt beispielhaft Länder
vor, die über eine lange Tradition in diesem Bereich der Wirtschafts- und
Kulturförderung verfügen. Ebenfalls miteinbezogen sind Initiativen neueren
Datums, die im Aufbau begriffen sind, aber Erfolg versprechende Ansätze
verfolgen.
14
vgl.: CIEPAG (Creative Industries Export Promotion Advisory Group): “creative industries;
exports: our hidden potential” London 1999, S. 14
Initiative Musik
20
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Dazu gehört beispielsweise AMAN, das Austrian Music Ambassador Network.
Experten in Zielländern der österreichischen Musikwirtschaft beraten
Unternehmen in Fragen der Covergestaltung oder der Promotion und stellen
die notwendigen Kontakte zu Veranstaltern oder Plattenfirmen her. Die
zugrunde liegende Annahme ist, dass Marketingkonzepte auf die nationalen
Eigenheiten
angepasst
werden
müssen,
um
eine
größtmöglichste
Aufmerksamkeit für ein Produkt zu erzielen und Streuverluste zu minimieren.
Das alles bedarf einer fundierten Kenntnis des jeweiligen Marktes, über die
Außenstehende nur schwerlich verfügen können.
Neben Österreich untersucht die vorliegende Studie staatliche und private
Musik-Initiativen
in
Dänemark,
Finnland,
Norwegen,
Frankreich,
Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz, Ungarn, Belgien, Spanien,
Kanada und Australien.
Eine umfassende Darstellung, die alle Musikfördereinrichtungen eines Landes
auflistet, ist aufgrund der Vielzahl der mitunter nur regional in Erscheinung
tretenden Institutionen nicht möglich. Die Studie stellt insofern nur einen
Ausschnitt dar. Es wurde aber angestrebt, alle relevanten, mit Musik
befassten Organisationen, die Pop-Förderung betreiben, im jeweiligen Land
zu berücksichtigen.
Der Begriff der Musikförderung ist entsprechend seines Facettenreichtums
weit gefasst. Neben
der
klassischen
Förderung von
Musikern
und
Musikunternehmen, wurden in die Studie auch Institutionen aufgenommen,
die einen entscheidenden Beitrag zur gesellschaftlichen, ökonomischen und
politischen Stellung von Musik leisten und die Teil der musikalischen
Infrastruktur eines Landes sind. Neben Interessenverbänden und staatlichen
Behörden, zumeist dem Kulturministerium zugeordnet, sind dies auch
Exportprogramme des Wirtschaftsministeriums oder private Initiativen.
Insgesamt wurden für die Studie über 100 Institutionen und Initiativen in
Europa, Australien und Kanada angeschrieben und telefonisch befragt. Die
Initiative Musik
21
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Rücklaufquote bei den Fragebögen liegt insgesamt bei 26% und bei den
Vergleichsländern bei 31%, was im Rahmen des bei solchen Umfragen
üblichen liegt. Alle für diese Studie relevanten Fragebögen finden sich im
Anhang.
Die Studie untersucht die Fördermaßnahmen und Rahmenbedingungen der
Musikproduktion in den Vergleichsländern. Insbesondere zielt die Darstellung
und Auswertung auf die jeweiligen Modelle und Ansätze der Musikförderung
und die damit verbundenen Richtlinien und Ziele. Ebenfalls im Fokus: die
Organisationsstruktur,
erreichte
Ergebnisse,
staatliche
und
musikwirtschaftliche Partnerschaften sowie Finanzierungsquellen und das
Budget. Gerade beim letztgenannten Punkt waren viele Institutionen jedoch
mit detaillierten Angaben zurückhaltend.
Einleitend zu jedem Land werden relevante Landes-, Wirtschafts- und
Musikmarktdaten angeführt. Als Quellen wurden hierbei das World Fact
Book15 und Internet World Statistics16 benutzt. Die Musikmarktdaten
stammen
aus
statistischen
„Recording
Industry
Veröffentlichung
der
in
Numbers“,
der
Branchenvereinigung
maßgeblichen
IFPI,
der
International Federation of the Phonographic Industry. Leider ist zur
Drucklegung dieser Studie die neuste Veröffentlichung mit den Daten zum
Jahr 2007 noch nicht erschienen, so dass sich die statistischen Angaben,
soweit nicht anders vermerkt, auf das Jahr 2006 beziehen.
15
16
www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/docs/gallery.html
www.internetworldstats.com
Initiative Musik
22
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2 Musikförderung in Europa
2.1 Dänemark
2.1.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 43.094 km²17
Einwohner: 5.5 Millionen
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: 37,400 $
Wirtschaftswachstum: 1.8%
Zahl der Internet Nutzer: 3,8 Mill.18
Internet-Verbreitung: 68.8 %
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 111.9 Mill. $19
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 20,3 $
Wachstumsentwicklung: + 0,1%
Verkaufte Einheiten: 10,2 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 1,920
Wachstumsentwicklung: - 5,2% (2005)21
Piraterie-Level: unter 10%
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 6%22
Herkunft des Repertoires: International 49%, national 48%, Klassik 3%
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 25%
Welt-Ranking: 22
Quelle der ökonomischen Landesdaten und der Einwohnerzahl: The World Fact Book unter
www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/index.html
18
Quelle der Angaben zur Internetverbreitung: www.internetworldstats.com
19
Die Kennzahlen zum Musikmarkt sind der IFPI-Publikation „Recording Industrie in
Numbers – The definitive Source of Global Music Market Information“, London 2007,
entnommen
20
„Physical Units“: CD, DVD, sonstige Formate
21
Da die IFPI-Musikmarktdaten 2006 auf einer anderen Basis als 2005 ermittelt wurden, ist
die das Ergebnis für 2006 für Dänemark nicht mit dem Vorjahr vergleichbar
22
„Digital Sales“: Downloads (Online, Mobile), Klingeltöne, Abonnement-Modelle
17
Initiative Musik
23
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.1.2 Umfeld der Musikproduktion
Im Vergleich zu anderen Europäischen Ländern hat Dänemark eine lange
Tradition in der Förderung populärer Musik. Diese ist in einem Gesetz, dem
„Musik Aakt“, niederlegt, das 1976 von der dänische Regierung unter
Federführung des dänischen Kultusministeriums erlassen wurde.23
Der „Musik Aakt“ regelt die finanzielle Unterstützung des dänischen Staates
für Musiker. Die jährlich zugeteilten Fördergelder für nationale und
internationale Projekte werden vom Dänischen Musikrat verwaltet.
Insgesamt stehen für Popmusik aller Genres in Dänemark pro Jahr zurzeit ca.
11 Millionen Euro zu Verfügung. Das entspricht in etwa zehn Prozent der
Aufwendungen für klassische Musik, wie Gunnar Madsen, Managing Director
und
Mitbegründer
von
ROSA,
dem
dänischen
Rockbüro,
auf
dem
Expertenhearing der Initiative Musik im Januar 2008 in Berlin erläuterte.
Der Grund für die starken Aktivitäten Dänemarks in der Musikförderung ist in
der
geringen
entsprechend
Landesgröße,
kleinen
der
Musikmarkt
niedrigen
und
Bevölkerungsdichte,
der
national
dem
begrenzten
Landessprache zu sehen. Dänische Musiker sind gezwungen, ihre Produkte
im Ausland zu präsentieren. Darin liegt auch einer der Gründe für die
Tendenz, auf Englisch zu singen.
In Dänemark existiert ein spezielles Förderprogramm für Live Musik-Clubs.
Betreiber können sich bei einer Kommission des Kulturministeriums mit ihrem
Programm bewerben. Mit der Hälfte des Etats werden 20 Clubs unterstützt,
die nach Meinung der Kommission das beste Programm anbieten. Die
inhaltliche Ausrichtung ist den Clubs dabei freigestellt. Die Kriterien, die die
Kommission anlegt, sind nicht genau definiert: förderungswürdige Projekte
können beispielsweise die Fokussierung auf Nachwuchsbands, Weltmusik
Die Informationen zum dänischen Musikmarkt stammen insbesondere vom ROSA
Managing Director Gunnar Madsen, der Sprecher auf dem Expertenhearing der Intiative
Musik war und mit dem ein vertiefendes Telefoninterview am 10. Juni 2008 geführt wurde
23
Initiative Musik
24
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
oder
heimische
Künstler
sein.
Dieser
„Venue
Support“
wird
vom
Kulturministerium mit jährlich 3,5 Millionen Euro finanziert.
Jährlich müssen die Betreiber Rechenschaft über ihr Programm ablegen und
es wird geprüft, ob der Club die Mittel zielgerichtet eingesetzt hat. Das
Förderprogramm hat eine Laufzeit von vier Jahren, wobei ein einzelner Club
bis zu 700.000 Euro aus diesem Programm erhalten kann. Die zweite Hälfte
des Etats für die Club-Förderung wird auf weitere Spielstätten im Land
verteilt.
Zurzeit stehen laut Gunnar Madsen insgesamt jährlich rund 11 Millionen Euro
für die Popmusik als Fördermittelmittel
zur Verfügung. Neben der
Spielstätten-Unterstützung (s.o.) stellt das Kulturministerium jährlich auch
rund 2 Millionen Euro zur Talent- und Newcomer-Unterstützung bereit.
Weitere Bereiche der dänischen Pop-Förderung sind der Toursupport, der
Musikexport, Festivals und Ausbildung.
2.1.3 ROSA - The Danish Rock Council
Auf den „Musik Aakt“ geht die Gründung des dänischen Rockförderbüros
ROSA, Dansk Rock Samråd, im Jahre 1981 zurück. ROSA koordiniert im
hohen Maße die dänische Popularmusikförderung in den Bereichen Rock,
Electronic, HipHop und Popmusik und fungiert als Dachorganisation
zahlreicher Institutionen aus dem Bereich der populären Musik.24
Die Hauptaufgaben von Rosa sind die Promotion dänischer Musik im In- und
Ausland und die Beratung der Regierung bezogen auf moderne Musik. Im
Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Musiker selbst.
Getragen
wird
ROSA
Interessenorganisationen
24
von
den
des
zehn
Landes.
wichtigsten
Dazu
musikbezogenen
gehören
die
beiden
www.rosa.org
Initiative Musik
25
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Musikgewerkschaften DMF, The Danish Musicians Union, und DAS, The
Danish
Artists
Union.
Veranstaltervereinigung
Weitere
Mitglieder
Spillesteder
und
sind
die
unter
anderem
Association
Of
die
Danish
Composers.
Jede Mitgliedsorganisation hat zwei Sitze im Aufsichtsrat von ROSA. Die
jährliche Aufsichtsratsitzung ist die höchste Instanz, die auch die Rosa
Geschäftsleitung
besetzt.
Die
Geschäftsleitung
wiederum
stellt
das
operationelle ROSA Team zusammen, das für alle Aktivitäten des Rockbüros
verantwortlich ist. Zurzeit arbeiten dort vier Vollzeitangestellte, die von
Teilzeit-Kräften und so genannten Volunteers unterstützt werden.
Hauptsächlich
bezieht
sich
das
Angebot
von
ROSA
und
der
Musikförderkatalog in Dänemark allgemein auf Live-Musik. Bedingt durch die
angespannte Situation der gesamten Industrie bewerben sich aber auch
mehr und mehr Plattenfirmen um Mittel.
Ein Projekt, das seit 1979 erfolgreich organisiert wird und für das ROSA die
Verantwortung übernommen hat, ist der Toursupport für dänische Bands im
Inland. Nach einem festgelegten Satz, der sich aus einer Kilometerpauschale
und der Anzahl der Bandmitglieder errechnet, erhalten die Musiker einen
Zuschuss zu ihren Transportkosten. Die Intention ist es, dass jede Band auch
außerhalb der größeren Städten im ganzen Land auftreten kann.
Ob die Mittel zu Recht beantragt wurden, wird stichprobenartig kontrolliert.
Dieser Toursupport wird als Anschubfinanzierung verstanden, durch die mehr
Musiker auf Tour gehen können, als ohne diese Initiative. Insgesamt wird so
eine Dynamik beflügelt, durch die in der Summe mehr Geld, auch von
Musikerseite, in die gesamte Musikinfrastruktur investiert wird.
Bemerkenswert ist die schnelle Bearbeitung von Anträgen. Wie Gunnar
Madsen versicherte, wird über einen Antrag auf Förderung innerhalb einer
Woche entschieden, wobei er als Managing Director selbständig Zuschüsse
Initiative Musik
26
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
bewilligen kann. Für größere Projekte erarbeiten Ausschüsse Vorschläge, auf
deren Grundlage die Geschäftsleitung entscheidet. Alle Projekte, die ROSA
unterstützt, müssen mindestens zur Hälfte von der beteiligten Firmen oder
Bands finanziert werden.
Neben Export- und Festivalförderung supportet ROSA auch musikalische
Ausbildungsprojekte,
finanziert
Promotion-CDs,
begleitet
und
fördert
Messepräsentationen und unterstützt das Alternative-Musik-Magazin Geiger,
das drei bis viermal im Jahr erscheint. Auf der zweisprachigen Dependance
www.rosa.org stellt das Rock-Büro umfangreiche Informationen
für
Nachwuchskünstler und junge Labels bereit. Beim Export sind die wichtigsten
Zielterritorien von ROSA Skandinavien, Europa und die USA.
Neben den eigenen Mitteln, die von den Mitgliedsorganisationen gestellt
werden, erhält ROSA jährlich Mittel vom dänischen Staat in Höhe von
650.000 Euro. Auf Projektbasis werden dann noch einmal zwischen 1,5 und 2
Millionen Euro vergeben. Eigene Einnahmen werden durch Ticketverkäufe
und Sponsoren erwirtschaftet. Auch das Kulturamt der Stadt Århus, wo ROSA
seinen Sitz hat, unterstützt das Rockbüro finanziell.
Ein Beispiel für eine Kooperation mit einem Sponsoringpartner ist die
Zusammenarbeit mit dem dänischen Telefondienst TDC, mit dem eine
webbasierte Promotion-Kampagne für Newcomer-Bands gestartet wurde.
Für ROSA arbeiten sechs Angestellte Vollzeit, vier Teilzeit und rund 10
freiberuflich Tätige.
Initiative Musik
27
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Mittelverwendung ROSA25
(Prozentualer Anteil vom jährlichen Budget)
Marketing/Promotion
5
%
Tour-Support, Konzerte, Messen
20
%
Marktanalyse
0
%
Branchen-Informationsdienst
0
%
Online-Präsenz
5
%
Datenbanken und Dokumentation
5
%
Laufende Betriebskosten
10
%
Personal
40
%
Verschiedenes
15
%
2.1.4 SPOT-Festival
Ein wichtiges Promotiontool ist das jährliche SPOT-Festival, das ROSA seit
1995 federführend als Joint Venture mit weiteren skandinavischen Ländern
ausrichtet. Hier können sich, ähnlich wie beim Noorderslag Festival /
Eurosonic, Acts der Region einem großen Publikum präsentieren. Ein in
politischer Hinsicht wichtiger Aspekt des Festivals ist, dass dadurch die
Musikförderung für Bevölkerung und Politiker greifbar und erlebbar wird.
Neben
der
Skandinaviens
künstlerischen
geht
es
Präsentation
bei
dem
der
dreitägigen
musikalischen
Festival
Qualitäten
auch
darum,
Marktchancen auszuloten. Dazu werden internationalen Branchenvertretern
eingeladen. Ein weiterer wichtiger Antrieb ist der kulturelle Austausch und
der Aufbau und die Pflege von Netzwerken innerhalb Skandinaviens und
darüber hinaus. Dazu werden Seminare und besondere Events mit einem
speziellen Fokus organisiert.
Beim Spot Festival bekommen Newcomer die Gelegenheit, zusammen mit
bekannten Acts vor einem großen Publikum zu spielen, was ihrer
25
s. Fragebogen im Anhang
Initiative Musik
28
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
künstlerischen (und kommerziellen) Weiterentwicklung dient. Um all diesen
Punkten gerecht zu werden, werden für das Line Up sowohl absolute
Newcomer ausgewählt, als auch lokal etablierte Künstler, die von Interesse
für nationale und internationale Musikpromoter, Kulturinstitutionen und
Medien sein könnten.
2.1.5 Music Export Denmark (MXD)
Die Initiative Music Export Denmark, MXD26, wurde 2004 als Joint Venture
des dänischen Radios, des Roskilde Festivals und ROSA gegründet. MXD
haben sich auch IPFI Denmark und DUP, The Independent Record
Companies, angeschlossen. Pro Jahr werden dadurch bis zu 800 Shows im
Ausland unterstützt.
Um diese Förderung zu erlangen, müssen Bands nachweisen, dass sie bereits
Verträge mit Veranstaltern abgeschlossen haben oder als Support-Act
gebucht sind. Weitere Projekte zur Exportförderung sind Präsentation und
Showcases auf Veranstaltungen wie der Popkomm, SXSW oder Eurosonic.
Music Export Denmark erhielt bis einschließlich 2007 vom Dänischen
Kulturministerium Mittel in Höhe von rund 500.000 Euro pro Jahr. Mit
zusätzlich 300.000 Euro pro Jahr unterstützt ROSA MXD.
Das Ziel von MXD ist es, den Export dänischer Musik zu unterstützen. Dabei
geht es neben kommerziell erfolgreichen Projekten auch um kulturellen
Austausch. Music Export Denmark fördert sowohl Export-Initiative, als auch
Konzerttourneen. Insgesamt soll so die internationale Wahrnehmung von
dänischer Musik gesteigert werden. Neben finanziellen und kulturellen
Erfolgen soll so auch der Informationstransfer bereichert werden.
26
www.mxd.dk
Initiative Musik
29
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Unter dem Label und mit Unterstützung von MXD – Music Export Denmark
werden auch internationale Messeteilnahmen dänischer Künstler und
Musikunternehmen organisiert. Dazu gehören South by Southwest in Austin,
Texas, die Midem in Cannes, die Berliner Popkomm und Eurosonic in
Groningen.
2.1.6 Dänischer Musikrat
Entscheidend für die dänischen Musikförderaktivitäten von Seiten des Staates
ist der Dänische Musikrat, der die Gelder, die nach dem „Musik Aakt“ von
1976 in diesen Bereich fließen, verwaltet.
Zugeordnet ist das Danish Music Council der
Danish Arts Agency27, die
wiederum dem Kulturministerium unterstellt ist. Aufgabe der der Agentur ist
es, Informationen zur dänischen Kunst und Kultur zu sammeln und
bereitzustellen (www.danisharts.info) sowie die Präsentation Dänemarks
nach außen als Kulturnation. Auf Musik bezogen ist das entsprechende
Angebot im netz unter www.danishmusic.info zu finden.
Den Bereich Rock & Pop betreut Rosa für den Musikrat. In diesem Rahmen
ist Rosa auch verantwortlich für Kooperationen zwischen dänischen und
ausländischen Musikunternehmen und ist der offizielle Ansprechpartner
Dänemarks für das Rock & Pop-Genre. Dafür erhält Rosa Mittel aus dem
Musiktopf der Danish Arts Agency.
Weitere Genre-Institutionen, die die Danish Arts Agency unterstützt, sind das
Danish Folk Council (FFS), die Danish Jazz Federation (DJF) die Danish World
Music Association und SNYK, das “Sekretariat für Gegenwartsmusik“. Auch
Music Export Denmark wird von der Arts Agency unterstützt. Zudem
organisiert die Institution Gemeinschaftsstände auf der Popkomm, Midem,
SXSW oder Womex, zu denen die teilnehmenden Unternehmen mit
27
www.kunst.dk
Initiative Musik
30
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Standgebühren beitragen. Im Jahr 2003 hat die Danish Arts Agency dem
kompletten Musiksektor mit rund 10 Millionen Euro gefördert.
28
Neben einem Komitee für populäre Musik unterhält der Musikrat auch eines
für klassische Musik. Diese Gremien sind auch der Ansprechpartner für die
Belange von Musikschulen und organisieren die Vergabe von Fördermitteln.
Als von der Arts Agency beauftragte Institution kooperiert der Musikrat bei
Projekten
wie
dem
„SuperDanish“-Festival
in
Toronto
mit
dem
Außenministerium. Zu den Aufgaben des Musikrates gehören auch die
Koordination der staatlichen Musikexportaktivitäten und die Einladung
ausländischer Journalisten, Musik- und Konzertpromoter etc. nach Dänemark.
Ebenso werden hier Projekte mit internationalen Kulturinstitutionen geplant.
Viele dieser Aufgaben im Segment Rock & Pop hat der Musikrat (s.o.) an
Rosa delegiert, was für die Qualität dieser Dachorganisation im Bereich der
populären Musik spricht. Diese Handlungsweise entspringt der Erkenntnis,
dass genrespezifische Projekte besser an Institutionen zu delegieren sind, die
in diesem Bereich zu Hause sind.
2.1.7 Danish Musicians' Union
Eines der Mitglieder von ROSA ist die größte dänische Musikergewerkschaft
DMF.29 Aufgabe ist allgemein Lobbyarbeit, Beratung und die Unterstützung
dänischer Musiker. Ziel ist die Stärkung der Marktchancen und Verbesserung
der Position ihrer Produktionen.
Die Danish Musicians´ Union berät in Rechts-, Steuer- und Copyrightfragen
und informiert über Hilfsangebote im Falle von Arbeitslosigkeit.
28
29
s. Fragebogen im Anhang
www.dmf.dk
Initiative Musik
31
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Daneben
ist
DMF
in
der
Musikerausbildungen
Professionalisierungs-Graden
aktiv.
in
verschiedenen
Beispielsweise
können
Nachwuchskünstler einen „Band Doktor“ einladen, der die Musiker im
Proberaum berät. Neben Computer- und Medienkursen werden auch
Seminare zu Themen wie „Job & Kunst“, „Hit-It“ oder „Kickstart“ an. Die vom
DMF angeboten Kurse finden im modernen „Artlab Department“ in
Kopenhagen statt (www.artlab.dk).
Mitglieder
erhalten
eine
kostenlose
Personen-
und
Instrumentenversicherung. Als Mitglied kann man außerdem verschiedene
vergünstigte Angebote Dritter in Anspruch nehmen. Dazu gehören unter
anderem Mietwagen, Hotels und die Möglichkeit, Rabatt auf die Kosten von
CD-Produktionen und Instrumenten zu bekommen.
Zweimal im Jahr vergibt DMF auf Antrag finanzielle Beihilfen für
musikbezogene Projekte wie Ausbildungskurse, Auslandsaufenthalte oder
CD-Aufnahmen und unterstützt die Veröffentlichung von Tonträgern. Jährlich
gibt DMF das umfassende Adressbuch und Kompendium der dänischen
Musikszene, das Danish Music Yearbook, heraus.
2.2 Finnland
2.2.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 338,145 km²
Einwohner: 5,2 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: $35,300
Wirtschaftswachstum: 4.4%
Zahl der Internet Nutzer: 3,3 Mill.
Internet-Verbreitung: 54.7 %
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 77,9 Mill.
Initiative Musik
32
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 15 $
Wachstumsentwicklung: -4,1%
Verkaufte Einheiten: 7,4 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 1,4
Wachstumsentwicklung: +5 %
Piraterie-Level: unter 10 %
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 6 %
Herkunft des Repertoires: International 40 %, national 52 %, Klassik 8 %
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 22 %
Welt-Ranking: 25
2.2.2 Umfeld der Musikproduktion
Wie auch in den übrigen skandinavischen Ländern ist der finnische
Musikmarkt darauf angewiesen, aufgrund der begrenzten Einwohnerzahl
seine Produkte zu exportieren. Um internationale Wettbewerbsfähigkeit zu
erzielen, hat Finnland früh angefangen, den Musikexport mit entsprechenden
Initiativen zu unterstützen.
Blickt man auf die Anzahl finnischer Band, die in den letzten Jahren
international oder zumindest Europaweit für Furore gesorgt haben, so
scheint diese kontinuierliche Arbeit von Erfolg gekrönt. Neben Vorreitern wie
den Leningrad Cowboys, die in den 90ern das finnische Lebensgefühl
exportierten, sind es seit 2000 Künstler wie Lordi (Sieger des Eurovision Song
Contests 2006), HIM, The Rasmus, Nightwish, Apocalyptica, Bomfunk MCs,
Disco Ensemble, Jimi Tenor, Sunrise Avenue oder die Metal-Band Children of
Bodom, die für einen, an der geringen Einwohnerzahl des Landes gemessen,
sensationellen Boom von Music made in Finnland stehen.
Das älteste und immer noch aktive Musikförderinstitution ist das „Finnish
Music Information Centre“ (FIMIC), dessen Gründung in das Jahr 1963
Initiative Musik
33
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
zurückreicht. Die (finanzielle) Unterstützung populärer Musik wird in Finnland
aber vor allem von den beiden Stiftungen „Performing Music Promotion
Center“ (ESEK) und der Stiftung für die Förderung finnischer Musik, LUSES,
gewährleistet.
Ein
wichtiges
Promotiontool
für
finnische
Musik
ist
das
wichtigste
Branchenevent des Landes, Musiikki & Media, das jährlich im Oktober in
Tampere stattfindet. Ähnlich strukturiert wie beispielsweise die Popkomm,
treten hier auf dem angegliederten Festival „Lost in Music“30 aber vor allem
finnische Künstler auf.
2.2.3 Finnish Music Information Centre (FIMIC)
1963 als Unterabteilung des Finnish Music Council (s.u.) ins Leben gerufen,
wird das Finnische Musikinformationszentrum ab 1970 von der neu
gegründeten Stiftung für die Förderung Finnischer Musik (LUSES; s.u.)
weitergeführt. LUSES selbst wird von der finnischen Verwertungsgesellschaft
für Autorenrechte, TEOSTO, der Vereinigung Finnischer Komponisten, dem
Bildungsministerium und von ELVIS, The Guild of Light Music Composers and
Authors, geleitet.
Seit 1995 wird FIMIC komplett von TEOSTO als private Tochterfirma geführt.
Das selbst proklamierte Ziel von FIMIC läst sich auf einen einfachen Nenner
bringen: „To get Finnish Music ahead!“ Dafür arbeiten in der FIMIC-Zentrale
in Helsinki 10 Personen Vollzeit.31
Die Besonderheit am FIMIC gegenüber anderen Musikinformationszentren,
die sich zumeist auf Klassik und volkstümliche Musik beschränken, ist die
Eingliederung von Rock, Jazz, Dance und Folk sowie Weltmusik in den
Kanon.
30
31
www.musiikkimedia.fi
www.fimic.fi
Initiative Musik
34
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Die hauptsächliche Dienstleistung, die FIMIC für die Musikszene bereitstellt,
ist neben der Archivierung und Zugänglichmachung von Musik das
Bereitstellen von notwendigen Informationen und das Herstellen von
Kontakten für professionell mit Musik Beschäftigte.
Das Musikinformationszentrum arbeitet vor allem international zur Förderung
finnischer Musik, realisiert aber auch nationale Projekte. Prinzipiell stehen bei
FIMIC
Komponisten
und
Musikinformationszentrum
ihre
nimmt
Werke
aber
im
auch
Vordergrund,
an
das
internationalen
Branchenevents und Festivals teil, knüpft und pflegt Kontakte, die der
finnischen Musik zu Gute kommen, und bearbeitet internationale Anfragen.
Ebenfalls von FIMIC organisiert werden Gemeinschaftsstände der TEOSTOMitglieder auf Musikfachmessen wie Midem oder Popkomm. Solche Projekte
werden zum Teil von der finnischen Exportförderorganisation „Finpro“, einer
Divison des Wirtschaftsministeriums, gefördert. Finpro unterstützt diese
Messedelegationen mit 20 bis 50% der Kosten. Der restliche Betrag wird von
den teilnehmenden Firmen übernommen.
In diesem Sinne agiert das FIMIC, neben den üblichen Aufgaben eines
Musikinformationszentrums, auch als Musikexportbüro. Diese Arbeit kommt
auch TEOSTO zu Gute, die durch diese Projekte die Einnahmen ihrer
Rechteinhaber steigert.
Das
finnische
Musikinformationszentrum
FIMIC
ist
Mitglied
der
internationalen Vereinigung der Musikinformationszentren (IAMIC), der
Vereinigung
der
Musikbibliotheken
(IAML)
und
der
internationalen
Vereinigung der Musikarchive (IASA).
Initiative Musik
35
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.2.4 Performing Music Promotion Center (ESEK)
ESEK, das “Finnish Performing Music Promotion Centre”, wurde 1983 von der
finnischen Verwertungsgesellschaft für Leistungsschutzrechte, Gramex, ins
Leben gerufen. Die Stiftung unterstützt alle Arten finnischer Musik
unabhängig von Genres.32
Generell zielt die Förderung von ESEK auf professionelle Produktionen und
Künstler. Nachwuchskünstler können allerdings auch finanzielle Beihilfen
beantragen
–
sofern
sie
professionellen
Ansprüchen
genügen
und
entsprechendes Potential aufweisen.
Im Kern zielt die Förderung durch ESEK auf folgende Segmente: Das erste ist
die Förderung von finnischen Musikproduktionen sowie deren Promotion und
Export. Ebenfalls gefördert werden Konzerte und Touren von finnischen
Künstlern im In- und Ausland, Ausbildungskurse sowie Produktionen von
audiovisuellen Medien (TV, Video etc.) über finnische Künstler oder
Komponisten. Dieser Part wird zusammen mit LUSES (s.u.) umgesetzt.
Finanziert werden die Aktivitäten von ESEK aus der Sendevergütung für
Künstler
und
Produzenten,
Gegenseitigkeitsverträge
von
die,
auf
der
Basis
internationaler
Verwertungsgesellschaften,
für
die
Musikförderung zur Verfügung stehen. Außerdem erhält ESEK Mittel aus der
Leermedienabgabe. Insgesamt kommt ESEK auf ein jährliches Budget von
rund 2 Millionen Euro.33
Zu fördernde Projekte und Produktionen werden auf der Basis von
schriftlichen Bewerbungen geprüft. Zum Antrag gehören neben einer
Projektbeschreibung auch die Benennung der angestrebten Fördersumme,
die Kosten die bei diesem Projekt durch finnische Künstler entstehen und das
Budget des gesamten Projektes. Eine Bearbeitung des Antrages, der auf
32
33
www.gramex.fi
s. Fragebogen im Anhang
Initiative Musik
36
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Empfehlung von Experten der jeweiligen Genres dem ESEK-Aufsichtsrat zur
Entscheidung vorgelegt wird, ist innerhalb eines Zeitraumes von vier bis
sechs Wochen angestrebt.
2.2.5 Foundation for the Promotion Of Finnish Music (LUSES)
Ins Leben gerufen wurde die Stiftung zur Förderung Finnischer Musik LUSES
(Luovan Säveltaiteen Edistärnissäätiö) 1970 von TEOSTO, der Vereinigung
Finnischer Komponisten, dem Bildungsministerium und von ELVIS (s.o.). Von
1971 bis 1994 leitete LUSES das finnische Musikinformationszentrum FIMIC
bevor diese 1995 komplett von TEOSTO übernommen wurde. Seit dieser Zeit
konzentriert sich LUSES ganz auf die Musikförderung.34
Das Hauptaugenmerk von LUSES liegt auf der Unterstützung professioneller
Musikerzeugnisse und ihrer Komponisten und Texter, insofern sie Finnen sind
oder dauerhaft in Finnland leben. Außerdem müssen die Werke einen großen
Bezug zu Finnland aufweisen.
Der Etat von LUSES speist sich hauptsächlich aus den Erträgen der
Leermedienvergütung. Außerdem ist die Stiftung Inhaber verschiedener
Copyrights, die ihr vererbt wurden.
LUSES fördert Musik-Aufnahmen, das Marketing für Musik-Produktionen,
Exort-Initiativen,
Konzerte
und
Reisekosten
sowie
Studien
und
Veröffentlichungen zur finnischen Musik. Künstler können zudem für einen
Zeitraum von bis zu zwei Monaten Zuschüsse zum Lebensunterhalt oder zur
Anschaffung technischer Geräte beantragen.
Die Förderung wird auf Grundlage von Anträgen gewährt. Für die
Bearbeitung sind je ein Komitee für das Konzertwesen und für Recorded
Music zuständig. Dabei liegt der Schwerpunkt auf moderner Musik. Die
34
www.luses.fi
Initiative Musik
37
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Ausschüsse bestehen aus Branchenexperten, die für die Dauer von zwei
Jahren vom Aufsichtsrat auf Empfehlung der LUSES-Trägerorganisationen
bestimmt werden.
Der
Aussichtsrat
besteht
insgesamt
aus
sieben
Vertretern
der
Mitgliedsorganisationen (plus Stellvertretern). Ebenfalls einen Sitz im
höchsten LUSES-Gremium haben je ein Vertreter von ESEK und der
Vorsitzende des National Council for Music.
Nicht
gefördert
werden
der
Kauf
von
Instrumenten
und
die
Herstellungskosten von CDs. LUSES unterstützt keine Video- oder DVDProduktionen. Für die Förderung dieser Produkte ist eine eigene Audio-Video
Abteilung zuständig, die zusammen von ESEK und LUSES betreut wird.
Geförderte Musikaufnahmen müssen einen finnischen Vertrieb vorweisen,
wobei auch professionelle Online-Vertriebe anerkannt werden.
Bei Tonaufnahmen müssen dem Antrag ein Demo beigelegt werden. Anträge
auf Marketing-Unterstützung müssen einen detaillierten Kostenplan sowie
eine Aufstellung der geschätzten Einnahmen enthalten. Die finanziellen
Beihilfen sind immer auf ein bestimmtes Produkt bezogen und können nicht
zur Deckung der Betriebskosten beispielsweise eines Labels beantragt
werden. Anfragen um Marketing-Unterstützung müssen gleichzeitig mit den
Produktionsbeihilfen beantragt werden. Der zielgerichtete Einsatz der Mittel
wird von LUSES kontrolliert.
2.2.6 Music Export Finland (Musex)
Erst im Jahr 2002 gegründet, ist Music Export Finland angetreten, die
internationale Präsenz und die Marktchancen der gesamten finnischen
Musikindustrie zu steigern. Zu den Export-Initiativen von Musex gehören die
Organisation
von
internationalen
Marketingevents,
Messeteilnahmen,
Marktanalysen, Showcases mit finnischen Musikern und Bands sowie
Initiative Musik
38
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Networking-Veranstaltungen mit ausländischen Branchenvertretern und die
Veröffentlichung von Promotion-Samplern. Dabei ist Musex auch in Finnland
selbst aktiv.35
Zu den insgesamt 13 Institutionen, die 2002 Musex als Export-Vereinigung
gegründet haben, gehören die Verwertungsgesellschaft Gramex, IFPI
Finnland, Indieco (Vereinigung der unabhängigen Labels), die finnische
Musikergewerkschaft, TEOSTO, FIMIC, ELVIS und die Vereinigung der
finnischen Music Publisher.
Seit dem 1. Januar 2005 bildet Musex eine eigenständige Gesellschaft, die
sowohl von den Mitgliedern als auch vom finnischen Wirtschaftsministerium
getragen wird. Dabei übernimmt das Ministerium alleine rund 60 % des
jährlichen Budgets. Auf operativer Basis werden die einzelnen Projekte von
Musex mit einem eigenen Budget ausgestattet.
Ein Aufsehen erregendes Projekt war in diesem Jahr der Showcase „Helsinki
in Berlin“. Beim bislang größten Musex-Event traten im April 2008 in Berlin
an 10 Tagen fast 50 Finnische Künstler auf. Die Veranstaltung soll auf der
Popkomm 2008 fortgesetzt werden.
Die Konzertoffensive ist das bislang größte Zusammentreffen finnischer
Musiker bei einem internationalen Event. Der Aufwand, den Musex bei
diesem Projekt betreibt, der Teil der Tourismuskampagne HelsinKissBerlin ist,
ist enorm. Die Gründe sind allerdings nahe liegend: Deutschland ist der
wichtigste Export-Markt für finnische Popmusik. 21% der Einnahmen aus
dem Export von Musik stammen aus dem deutschsprachigen Raum und etwa
ein Viertel der beteiligten Firmen sehen in Deutschland ihren wichtigsten
Markt. Ziel von „Helsinki in Berlin“ ist es, diesen Erfolg zu festigen und
auszubauen.
35
www.musex.fi
Initiative Musik
39
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Begleitet wird „Helsinki in Berlin“ von einer Werbekampagne. Als HauptSponsor engagiert sich ein finnischer Wodka-Fabrikant, der Deutschland als
Markt erschließen will. Den größten Teil der finanziellen Mittel tragen
allerdings die Musikindustrie sowie die Stiftungen ESEK und LUSES. Weitere
Unterstützung liefert die Region Helsinki und das finnische Arbeits- und
Wirtschaftsministerium, das Kultusministerium und das Auswärtige Amt. Als
fachkundige Partner vor Ort wurden Trinity Concerts und FKP Scorpio
engagiert. Dabei wurden die Musiker entsprechend ihres Potentials auf dem
deutschen Markt ausgewählt.36
Neben Deutschland sind die EU-Mitgliedsstaaten und natürlich Skandinavien
und Großbritannien exponierte Zielmärkte von Music Export Finland.
Außerhalb Europas engagiert sich Musex verstärkt in den USA und Japan, wo
jährlich die finnischen Musiktage „Finland Fest“ stattfinden.
Die Einnahmen des finnischen Pop-Musikexports werden zu 10 % in Japan
erzielt. Damit liegt das asiatische Land auf Platz drei der finnischen
Exportstatistik zusammen mit den USA, den Französisch sprechenden
europäischen Ländern und Großbritannien.
37
Beim diesjährigen „Finland Fest“, das von Musex und FIMIC organisiert wird,
haben sich 24 finnische Unternehmen und Organisationen sowie sieben
Bands in Tokio präsentiert. Bei den Showcases arbeitet Musex ebenfalls mit
etablierten Partnern vor Ort zusammen. Außerdem unterstützt das Finnish
Institute Japan das Promo-Event. Finanziert wird „Finland Fest“ von den
finnischen Musikindustrie, ESEK, LUSES, dem Wirtschaftsministerium und
dem Bildungsministerium.
Die Projekt-Förderung von Musex zielt exklusiv Musik-Unternehmen und –
Organisationen. Künstler werden somit nur indirekt gefördert. Seit 2004
36
Pressemitteilung Musex 06.05.2008
37
Pressemitteilung Musex 28.05.2008
Initiative Musik
40
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
fördert auch das finnische Wirtschaftsministerium Promotion-Kampagnen und
gewährt Zuschüsse zu Reisekosten.
Als Ansprechpartner für die Finnische Musikindustrie stehen ebenfalls die
Finnischen Institute in London und Kopenhagen bereit. Auch das Finnische
Außenministerium berät bei Export-Fragen.
2.2.7 Finnish Music Council
Das gemeinnützige Finnish Music Council (FMC) in Helsinki fungiert als
Schnittstelle der finnischen musikbezogenen Institution von der Sibelius
Akademie über FIMIC, Teosto und Elvis bis zur Vereinigung der finnischen
Musiktherapeuten und dem Verband der finnischen Musikschulen. Das
allgemeine Ziel ist es, den Status von Musik in der Gesellschaft, das Umfeld
für musikalische Aktivitäten, die musikalische Ausbildung und die Kooperation
der
Mitgliedsorganisationen
untereinander
und
mit
ausländischen
Institutionen zu verbessern.38
Insgesamt verzeichnet das Finnish Music Council mit Sitz in Helsinki, wo es
strukturell dem Verband der Finnischen Musikschulen angegliedert ist, 27
Mitgliedsorganisationen. Der Vorstand besteht aus fünf gewählten Vertretern
dieser Musikinstitutionen. Vorsitzender ist Timo Klemettinen von der
Musikschulvereinigung.
Das FMC ist Mitglied des International Music Council (IMC) und des European
Music Council (EMC). Neben Lobbying und Network-Aufgaben informiert das
FMC seine Mitglieder auch über internationale Entwicklungen auf dem
Musiksektor.
Finanziert wird das Finnish Music Council aus Mitgliedsbeiträgen und
Spenden.
38
www.musiccouncil.fi
Initiative Musik
41
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.3 Frankreich
2.3.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 547,030 km²
Einwohner: 64,1 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: $33,200
Wirtschaftswachstum: 1.9%
Zahl der Internet Nutzer: 34,9 Mill.
Internet-Verbreitung: 54.7 %
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 1.126,5 Mill.
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 17,5 $
Wachstumsentwicklung: -9,8 %
Verkaufte Einheiten: 81,8 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 1,3
Wachstumsentwicklung: -5,2% (2005)39
Piraterie-Level: unter 10 %
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 6 %
Herkunft des Repertoires: International 31 %, national 63 %, Klassik 6 %
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 19,6 %
Welt-Ranking: 5
2.3.2 Umfeld der Musikproduktion
Frankreich stellt einen Sonderfall unter den europäischen Staaten dar. Dies
gilt auch für die Musikbranche. In keinem anderen Land ist der Anteil
einheimischer Musikproduktion am Gesamtumsatz der Branche so hoch. 2006
waren 63% nationalen Ursprungs. Die zweite Besonderheit der Grande
39
Da die IFPI-Musikmarktdaten 2006 auf einer anderen Basis als 2005 ermittelt wurden, ist die
Wachstumsrate für 2006 nicht mit dem Vorjahr vergleichbar
Initiative Musik
42
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Nation
ist
die
zentralistische
Staatsstruktur,
die
sich
auch
in
der
Musikförderung abbildet. Hier führt kein Weg für französische Künstler und
Musikunternehmen an Paris vorbei.
Frankreich ist in Europa Vorreiter einer gesetzlich festgeschriebenen Quote
für einheimische Musik im Radio. Seit 1994 sind Radiostationen verpflichtet,
ihr Musikprogramm zu mindestens 40 % mit französischen Interpreten zu
bestreiten. Davon müssen wiederum die Hälfte der gespielten Titel von so
genannten Newcomern kommen, deren Album-Verkäufe höchstens einmal
die 100.000er Marke überschritten haben.
Trotz der Kritik, die bei ähnlich gelagerten Initiativen, wie zum Beispiel in
Deutschland, gegen die Radio-Quote vorgebracht wurde, liegen die Vorteile
für französische Interpreten und Phono-Unternehmen auf der Hand: Neben
den überaus hohen Anteil einheimischer Produkte am Gesamtumsatz (s.o.),
konnten sich in den vergangen 15 Jahren internationale Stars in Frankreich
wie Daft Punk, Air, Manu Chao oder Justice entwickeln. Auf Seite der
Musikindustrie lässt sich seit Einführung Quote eine gesteigerte Bereitschaft
feststellen, noch unbekannte einheimische Acts unter Vertrag zu nehmen.
Trotz des an sich paradiesischen Umstands, dass die Franzosen Musik in ihrer
Landessprache lieben, sieht sich die Branche mit den gleichen weit
reichenden Problemen konfrontiert, wie in anderen Ländern. Nicht zuletzt um
den Spitzenplatz von Musik aus Frankreich zu festigen, wurde vor allem seit
Mitte der 80er zusätzlich zur traditionell stark ausgeprägten Kulturförderung
ein
breit
gefächertes
Förderportfolio
für
Musik
von
verschiedenen
Institutionen aufgelegt.
Auf Betreiben der gesamten Musikindustrie wurde so 1985 in Frankreich das
Urheberrechtsgesetz reformiert: Danach müssen 25 % der Einnahmen aus
der Privatkopieabgabe für die Förderung von Kunst und Kultur aufgewendet
werden. Eine ähnliche Regelung gilt für den Live-Sektor. Hier fließen 3,7 %
von jeder verkauften Konzertkarte zurück in einen Fördertopf, der vom CNV
Initiative Musik
43
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
(Centre National De La Chanson Des Varietes Et Du Jazz) verwaltet wird. Mit
dieser gesetzlichen Verpflichtung ist die Musikförderung, wie die gesamte
Kulturförderung in Frankreich, auf ein breites Fundament gestellt.40
Für die inländische Kulturpolitik im Musikbereich ist die “Direction de la
Musique, de la Danse, du Théâtre et des Spectacles” als Abteilung des
Kulturministeriums zuständig. Seit Ende der 90er wird die Kulturagenda der
französischen Politik auch von wirtschaftlichen Zielsetzungen bestimmt. Dies
schließt auch die Musikbranche als Teil der Creative Industries ein.
Zu den staatlichen und privaten Institutionen, die sich der Unterstützung
französischer Musik im In- und Ausland verschrieben haben, gehören der
FCM, die SCPP und die SPPF, IFCIC und das French Music Export Office.
Zusätzlich
soll
das
französische
Steuerfördermodell
für
unabhängige
Plattenfirmen Investitionen stimulieren und Verluste auffangen.
2.3.3 FCM und Fonds de Soutiens
Der „Fonds de Soutiens aux Chansons, Variétés et Jazz“ ist im Auftrag des
CNV (Centre National De La Chanson Des Varietes Et Du Jazz) für die
Einnahme und Verteilung der Abgaben auf Konzertkarten zuständig. Die
1986 gegründete gemeinnützige Organisation wird vom Kulturministerium
und den Mitgliedern aus dem Veranstalter-Segment getragen.
Die Mittel werden zielgerichtet wieder der Live-Branche zugeführt. Neben
Auslandstourneen französischer Künstler werden kleinere Spielstätten für
Musik und Variete unterstützt und Festivals, die Newcomer präsentieren,
gefördert.
Mittel aus der „Kultursteuer“ auf Kartenverkäufen erhält unter anderem auch
der Fonds pour la création musicale, FCM, der ein breites Spektrum von
So Jean-François Michel, Managing Director der französischen Musikexportinitiative Bureau
Export, auf dem Hearing der Initiative Musik am 21. Januar 2008 in Berlin
40
Initiative Musik
44
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
musikbezogenen Aktivitäten fördert, von Ausbildung und Plattenaufnahmen
über Festival- und Exportunterstützung bis zu DVD-Produktionen und
Internetauftritten.41
Der FCM geht auf eine Initiative der Musikbranche mit Unterstützung der
Regierung zurück, die die gemeinnützige Organisation 1984 als „Public
Private Partnership“ gründeten.
Neben Mitteln aus dem CNV-Topf, erhält die Stiftung 500.000 Euro pro Jahr
vom französischen Kulturministerium. Die Mitglieder des Aufsichtsrats stellen
Rechtegesellschaften und Branchenvereinigungen wie SACEM, SPPF, SCPP
oder ADAMI, die ebenfalls in die Stiftung einzahlen. Über die geförderten
Projekte entscheiden spezielle Arbeitsgruppen. Insgesamt arbeiten für die
Stiftung sechs Personen Vollzeit.
2.3.4 SCPP und SPPF
Die SCPP, die Société Civile des Producteurs Phonographiques, und die SPPF,
die Société Civile des Producteurs de Phonogrammes en France, sind
Verwertungsgesellschaften der Major- und unabhängigen Plattenfirmen in
Frankreich, die für ihre Mitglieder auch Förderaufgaben wahrnehmen
Die SPPF wurde im Jahre 1985 als Reaktion auf das reformierte Urheberrecht
gegründet und vertritt als Verwertungsgesellschaft die französischen
Independents im In- und Ausland. Mehr als 500 Unternehmen sind Mitglied
der SPPF. Finanziert wird der Förderfond der SPPF unter anderem aus der
25-prozentigen Abgabe auf Privatkopien.
Aus dem gesamten Förderetat der SPPF werden 27,5 % an den FCM (Musical
Creation Fund) überwiesen. Die restlichen 72,5 % werden von der SPPF
selbst verwaltet. Damit werden Messepräsentationen beispielsweise auf der
Popkomm und Midem finanziert, französische Branchen-Events wie "Victoires
41
www.lefcm.org
Initiative Musik
45
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
de la musique", "Francofolies" und "Django d' Or" unterstützt, die
Musikerausbildung gefördert und Promotion im In- und Ausland finanziert.
Die Projekte werden von speziellen Arbeitsgruppen ausgewählt und geprüft.
Insgesamt beschäftigt die SPPF 13 Mitarbeiter Vollzeit.
Die SCPP wurde ebenfalls 1985 gegründet und vertritt insgesamt über 1.000
Plattenfirmen in Frankreich, zu denen auch alle internationalen Majors
gehören. Im Sinne der Urheberrechts-Reform reinvestiert auch die SCPP in
Nachwuchsförderung, Toursupport und musikalische Ausbildung.
Jeden Monat kommt der auf ein Jahr gewählte Aufsichtsrat zusammen und
bewertet die eingereichten Förderanträge, die dann dem Vorstand zur
Entscheidung vorgelegt werden. Die Erfolge der unterstützten Projekte
werden von der SCPP selbst kontrolliert. Um Förderung bewerben können
sich Plattenfirmen, unabhängig davon, ob sie SCPP-Mitglied sind und
Unternehmen, die musikalische Projekte von „öffentlichen Interesse“
umsetzen. Gefördert werden können CD-Aufnahmen, Musikvideos, Touren,
Clubkonzerte und weitere spezielle Projekte. Insgesamt beschäftigt die SCPP
42 Mitarbeiter Vollzeit.
2.3.5 IFCIC
Ins Leben gerufen wurde das Institut pour le Financement du Cinéma et des
Industries Culturelles 1983 vom französischen Kulturministerium und vom
Finanzministerium. Die IFCIC sichert mit Ausfallbürgschaften Banken ab, die
Kredite an kulturbezogene Unternehmen jeder Couleur vergeben. Zielsetzung
ist es, die Bereitschaft von Kreditinstituten zu erhöhen, Kredite an Creative
Industry-Unternehmen zu vergeben.42
Die Ausfallbürgschaft beträgt 50 % der vergebenen Summe bis zu einem
Maximalbetrag von 500.000 Euro. Neben dieser Risikoabsicherung für
Banken existiert zusätzlich ein weiterer Fond, mit dem die IFCIC selbst als
42
www.ifcic.fr
Initiative Musik
46
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Bank agiert: Sie vergibt bis zu 150.000 Euro an Unternehmen der KulturBranche, für die diese keine persönlichen Sicherheiten vorlegen müssen. Der
Zinssatz beträgt 4 % und die Laufzeit der Tilgung 12 bis 48 Monate. Für
diesen Fond standen im Jahr 2007 2,2 Millionen Euro zu Verfügung. Es ist
geplant, diese Summe 2008 auf 5 Millionen Euro aufzustocken.
Die IFCIC ermöglicht es vor allem Small-and-Medium-Sized Unternehmen der
Kulturbranche,
Kredite
zu
erhalten.
Daneben
erstellt
die
IFCIF
Finanzanalysen von Creative Industry-Unternehmen und berät Banken. Die
eingehenden Anträge werden von Experten des jeweiligen Bereichs auf
Grundlage eines eingereichten Finanzplanes geprüft. 15 Mitarbeiter werden
von der IFCIC Vollzeit beschäftigt.
2.3.6 Das französische Steuerfördermodell
Das französische Steuerfördermodell für Unternehmen der Recording
Industrie ist ein Anreiz-System (Incentive-System), dass Investitionen in
„neue Talente“ stimulieren und somit helfen soll, die „momentane Talsohle“
der gesamten Musikindustrie zu überbrücken.
Die zugrunde liegende Annahme ist, dass über einen Zeitraum von vier bis
fünf Jahren neue Geschäftsmodelle soweit entwickelt sein werden, dass die
weg brechenden Umsätze im physischen Handel aufgefangen und sogar
übertroffen werden können. Dazu zählen vor allem Erlöse aus der digitalen
Vermarktung von Musik, aus der vertikalen Integration (360°-Modell) und
aus der Rechteverwertung. Bis dieser Umschwung einsetzt, findet allerdings
eine rasende Vernichtung sowohl von ökonomischem, von sozialem als auch
kulturellem Kapital statt. Insgesamt steht so die Existenz einer Vielzahl an
Unternehmen, Arbeitsplätzen und Künstlern sowie die Pluralität des Marktes
und ein Stück weit die kulturelle Vielfalt auf dem Spiel.
Initiative Musik
47
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
An diesem Punkt setzt das französische Steuerfördermodell für unabhängige
Plattenfirmen an: Um diese neuen Herausforderungen zu meistern, werden
die bereits etablierten Unternehmen und Netzwerke gebraucht. Die
momentane Krise muss für sie abgefedert werden und es müssen Anreize
geschaffen werden, in neue Künstler zu investieren. Dazu erstattet der
französische Staat diesen Unternehmen 20 % ihrer Investitionssumme.
Macht das
Unternehmen Verluste, bekommt es
die Summe
direkt
überwiesen. Erwirtschaftet das Unternehmen Gewinne, wird die Investition
zu 20 % in Form einer Steuersenkung zurückerstattet. Die maximale
Entlastung pro Unternehmen beträgt dabei 1,1 Millionen Euro pro Jahr.
Eine erste Fassung des Gesetzes wurde in Frankreich im Jahr 2006 erlassen.
Danach können sich unabhängige Plattenfirmen um Erstattung bewerben, die
in „neue Talente“ investieren. Als Newcomer zählen Künstler, die von ihren
vergangenen zwei Alben nicht mehr las je 100.000 Exemplare verkauft
haben. Unternehmen können dabei ihre Ausgaben für die CD-Produktion
(Studiokosten etc.) und Promotion (Toursupport, Videoclips, Webseiten etc.)
als Investitionssumme abrechnen. Ausgaben für direktes Marketing in Form
von Anzeigen etc. zählen nicht dazu. Mit der Novelle des Steuerfördermodells
im Dezember 2007 können zusätzlich auch Personalkosten abgesetzt werden.
Im ersten Jahr des Bestehens dieser Initiative hat der Staat so 3,5 Millionen
Euro der Musikindustrie erstattet. Für 2007 wird geschätzt, dass diese
Summe auf 6 bis 8 Millionen ansteigen wird. Mit der Erweiterung des
Programms wird für 2008 von einem erneuten Anstieg auf 12 bis 15 Millionen
Euro ausgegangen.
Laut Stephan Bourdoiseau, der als Experte auf dem Hearing der Initiative
Musik im Januar 2008 über dieses Anreizmodell referierte, gehen fundierte
Schätzungen davon aus, dass durch diese Initiative insgesamt 10 Label am
Leben erhalten, bzw. sogar neu gegründet werden, die ohne das
Steuerfördermodell nicht oder nicht mehr existieren würden.
Initiative Musik
48
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Nimmt man ein durchschnittliches Label als Maßstab (10 Mitarbeiter, 15
Künstler, Umsatz 4 Mill./Jahr), so werden durch das Fördermodell
entsprechend 100 Mitarbeiter direkt angestellt, 150 Künstler zusätzlich
betreut und ein Jahreseinkommen von 40 Millionen Euro erwirtschaftet. Geht
man davon aus, dass ein direkter Arbeitsplatz in der Industrie 20 indirekte
Arbeitsplätze in den zuarbeitenden Branchen schafft oder erhält, so stehen
für den Staat zusätzlich 2.000 Beschäftigte auf der Haben Seite, für die kein
Arbeitslosengeld gezahlt werden muss. Dazu addieren sich die gezahlten
Sozialabgaben, die Unternehmenssteuer und die Mehrwertsteuer etc.
Stephan
Bourdoiseau
rechnet
vor,
dass
durch
diese
Dynamik
das
Steuerfördermodell für den französischen Staat unter dem Strich, neben dem
Erhalt der bestehenden Strukturen und der kulturellen Vielfalt, auch finanziell
eine gewinnbringende Investition ist.
Bourdoiseau Unternehmen Wagram Music ist das größte unabhängige
französischen Plattenlabel. Als Präsident der Indie-Vereinigung UPFI (Union
des Producteurs Phonographiques Français Indépendants) hat er das
französische
Steuerfördermodell
für
Investitionen
in
neue
Künstler
vorangetrieben. Allein sein Unternehmen konnte durch diese Initiative zwei
neue Sub-Label gründen und 20 Arbeitsplätze schaffen.
2.3.7 Bureau Export - French Music Export Offices (FMEO)
1993 auf Betreiben der französischen Schallplattenindustrie gegründet,
fördern das Bureau Export de la Musique Française den CD-Umsatz und die
Touren französischer Künstler im Ausland. Neben der Zentrale in Paris
unterhält die Organisation Büros in Berlin, London, Barcelona, New York und
Tokio. Außerdem unterstützen „Botschafter“ in Russland, Polen, Brasilien und
Mexiko die französische Musikindustrie mit Know-How und Kontakten in der
jeweiligen Region.43
43
44
www.french-music.org
Initiative Musik
49
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Finanziert wird das auf Basis eines „Public Private Partnership“ ins Leben
gerufene
FMEO
Institutionen
wie
von
der
dem
Französischen
Schallplattenindustrie,
von
Französischen
Außenministerium,
dem
Kulturministerium, der AFAA (French Agency for Artistic Action) bzw,
CULTURESFRANCE (s.u.) und von UBIFRANCE (French Agency for the
International Development of Enterprises). Daneben erhält es Mittel von
Branchenvereinigungen wie der SCPP (Civil Society of Phonographic
Producers), von SACEM (Society of Authors, Composers, and Publishers of
Music) oder CNV.
Gründungsimpuls der gemeinnützigen Exportinitiative war die schwache
internationale Nachfrage nach französischer Musik – im Gegensatz zum
heimischen Absatz, der sich traditionell auf einem hohen Niveau befindet. Als
das Büro 1993 seinen Dienst aufnahm, wurden rund 4 Millionen Tonträger im
Ausland abgesetzt. Bis zum Jahr 2007 hat sich diese Zahl auf 14 Millionen
erhöht. Das Exportbüro half somit, eine Dynamik für französische Musik im
Ausland zu entfachen. Aufgrund dieses Erfolges wurde das Exportbüro im
Laufe der Jahre auf eine immer breitere Basis gestellt.45
Im Anfang trug die Musikindustrie 75 % der Kosten für die Exportinitiative,
die Regierung 15% und die Verwertungsgesellschaft der Komponisten,
Textdichter und Musikverlag, SACEM, 10 %. Aufgrund der Krise der
Tonträgerindustrie trägt die Regierung inzwischen 50 % des Projektes.
Zurzeit beträgt das Budget des französischen Exportbüros 2,5 Millionen Euro
pro Jahr, wovon 10 % zur Förderung klassischer Musik reserviert ist. Für den
Unterhalt der Büros und der Infrastruktur werden in etwa 12 % des
Gesamtbudgets aufgewendet, der Rest geht in die Förderung des Umsatzes
von Tonträgern im Ausland und in den Tour- und Festivalsupport. Zu dem
Die Informationen zum FMEO stammen neben den eigenen Recherchen aus den von JeanFrançois Michel, Managing Director des Bureau Export und Secretary General,
bereitgestellten Informationen (s. Fragebogen im Anhang)
45
So Jean-François Michel, Managing Director des Bureau Export und Secretary General von
EMO, auf dem Experten-Hearing der Initiative Musik am 21.01.2008
44
Initiative Musik
50
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
gesamten Haushaltsvolumen von 2,5 Millionen Euro46 werden die MusikExportbüros auch von den jeweiligen Botschaften unterstützt und versuchen
selbst, durch Sponsoren etc. Mittel zu erwirtschaften. Die Berliner
Dependance, die neben Deutschland auch für die Märkte
in den
Niederlanden, Österreich und der Schweiz zuständig ist, hatte auf diese
Weise im vergangen Jahr 200.000 Euro zusätzlich zur Verfügung.
Trotz ihres großen finanziellen Beitrags hält sich die französische Regierung
mit Einmischung zurück und vertraut auf die Arbeit der Branchenexperten.
Im Aufsichtsrat des Exportbüros, der insgesamt 15 Mitglieder umfasst, stellt
die Regierung drei. Der übrigen Mitglieder sind Vertreter von Industrie und
SACEM.
Die Arbeit des Exportbüros ist in drei Bereiche aufgeteilt: Toursupport,
Künstlerpromotion und klassische Musik. Jeder Bereich wird von einer
eigenen Arbeitsgruppe geleitet, die 12 Mitglieder umfasst und die jährlich
dem Aufsichtsrat Bericht erstattet. Der Aufsichtsrat stellt die generellen
Richtlinien auf, die jeweiligen Kommissionen erarbeiten aber selbstständig
die Kriterien, nach denen sie ihre Mittel einsetzen.
Zu den eigenen Projekten des Exportbüros zählen Messepräsentation wie auf
der Popkomm, South by South West (SXSW) in Texas, der „Winter Music
Conference“ in Florida und natürlich der Midem in Cannes. Hierzu werden
spezielle Promo-Sampler aufgelegt und Showcases mit französischen Acts
organisiert.
Die
ausländischen
Messepräsenzen
werden
auch
von
UBIFRANCE, der staatlichen Exportförderung, unterstützt. Beim Eurosonic
Festival in Groningen kooperierte das FMEO mit dem französischen Sender
TV5, der u.a. am Promo-Sampler „So Frenchy So Chic“ beteiligt war.
Ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld ist der Toursupport. Die wichtigste
Dienstleistung, die das FMEO der Musikindustrie bietet, ist aber die Beratung,
46
s. Fragebogen im Anhang
Initiative Musik
51
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
die Bereitstellung des Netzwerkes und der Informationstransfer über die
Zielmärkte, von denen Deutschland der wichtigste ist.
Gefördert werden Künstler dabei nur indirekt, Plattenfirmen, Booking
Agenturen und Publisher können Mittel für Promotion und Toursupport
beantragen. Die jeweiligen Büros sind selbstständig für ihre Region
verantwortlich, organisieren dezentral ihre eigenen Werbekampagnen und
können auch kurzfristig kleinere Beträge (ca. 500 Euro) für die Unterstützung
eines Showcases bereitstellen.
Die Hauptaktivitäten des French Music Export Office lassen sich den drei
Oberbegriffen
Promotion,
Information
und
Marktanalyse
zuordnen.
Letztgenannter Punkt ist eine entscheidende Vorraussetzung für die
Zielerreichung
geplanter
Maßnahmen.
Die
Marktanalysen
ins
Visier
genommener Absatzländer geben eine Übersicht der Struktur des jeweiligen
Musikmarktes und entsprechender Ansprechpartner sowie der rechtlichen
Situation und eventueller Handelshemmnisse.
Für potentielle Handelspartner erstellt das FMEO Kataloge französischen
Repertoires,
Labels,
Promoter
und
Kontaktpersonen.
Dazu
gehören
Veröffentlichungen wie „A Guide to French oder „How to book French Jazz“.
Zu französischen Festivals wie Printemps de Bourges werden zudem
ausländische Booker und Festivalagenten eingeladen.
Die Bureau Export-Zentrale in Paris fungiert als Schnittstelle aller ExportInitiativen. Es koordiniert die die Fördermaßnahmen und dient als Meeting
Point
zwischen
französischen
Musikunternehmen
und
potentiellen
ausländischen Partnern. In Paris werden auch die Projekt-Anträge bearbeitet.
Mit diesem zentralen Steuerungsorgan ist gewährleistet, dass Streuverluste
zwischen den einzelnen Büros minimiert werden.
Insgesamt beschäftigt die französische Export-Initiative 23 Vollzeitangestellte
sowie jeweils einen Teilzeit und einen freiberuflich tätigen Mitarbeiter.
Initiative Musik
52
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Mittelverwendung Bureau Export
(Prozentualer Anteil vom jährlichen Budget)47
Marketing/Promotion
40
%
Tour-Support, Konzerte, Messen
19
%
Marktanalyse
1
%
Branchen-Informationsdienst
5
%
Online-Präsenz
2
%
Datenbanken und Dokumentation
1
%
Laufende Betriebskosten
5
%
Personal
15
%
Verschiedenes
12
%
2.3.8 Francophonie Diffusion
Das Ziel der 1993 gegründeten Francophonie Diffusion ist es, Künstler aus
dem Französisch sprechenden Kulturkreis zu fördern, unabhängig von ihrem
Herkunftsland. Dazu kann die Organisation, die als
Partnership“
vom
französischen
Kultur-
und
„Private Public
Außenministerium,
vom
öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie von Vereinigungen der Musikindustrie
getragen wird, auf ein Netzwerk von weltweit rund 200 Radiostationen in
über 70 Ländern zurückgreifen.48
Musikproduktion werden von Francodiff einzeln auf Grundlage einer
Bewerbung
ausgesucht
und
an
die
internationalen
Senderanstalten
weitergeleitet. In diesem Sinne ist die internationale Radio-Kampagnenarbeit
von Francophonie Diffusion Teil der Musik-Export-Strategie Frankreichs.
Ein weiteres Ziel der Organisation ist es, als Schnittstelle aller mit
französischer Musik befasster Unternehmen, Organisationen sowie privater
und staatlicher Akteure zu fungieren. Dazu zählen Radiostationen und
47
48
s. Fragebogen im Anhang
www.francodiff.org
Initiative Musik
53
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Künstler
genauso
wie
Produzenten,
Manager,
Veranstalter
und
Kulturinstitutionen. Dazu unterstützt Francophonie Diffusion Kooperationen
und Austauschprogramme innerhalb der frankophonen Länder.
Finanziert
wird
Francodiff
neben
dem
französische
Kultur-
und
Außenministerium und dem öffentlich-rechtlichen Sender „Radio France
Internationale“ (RFI) von der Organisation International Francophonie, dem
Verband der unabhängigen französischen Tonträgerhersteller SPPF, den
Verwertungsgesellschaften ADAMI, SCPP und SACEM sowie dem Fonds
Création Musicales
(FCM; s.o.). Sechs Mitarbeiter sind Vollzeit bei
Francophonie Diffusion beschäftigt, zwei Teilzeit.49
Partner sind unter anderem das Französische Musik-Export Büro, der Conseil
Francophone de la Chanson, das französischer Informationszentrum für
Popularmusik IRMA, das Internetradio „Novaplanet.com“, das internationale
private Künstlernetzwerk „Zone Franche“und das Belgisch-Wallonische
Musikinformationszentrum „Wallonie Bruxelles Musique“.
Was unter anderem an der Zielsetzung von Francodiff ins Auge fällt, ist die
Tatsache, dass, bezogen auf Kultur, für die französische Gesellschaft weniger
die nationale Herkunft als die Sprache ausschlaggebend ist. So sind in
Frankreich auch schon ausländische Musikproduktionen in den Genuss der
Radio-Quote gekommen, weil der Französische Textanteil eines Songs bei
über 50% lag. Umgekehrt gab es in Frankreich heftige Diskussionen über
den Französische Beitrag beim Eurovision Song Contest 2008, ehemals Grand
Prix Eurovision de la Chanson, weil dieser fast nur auf englischen gesungen
wurde.
49
s. Fragebogen im Anhang
Initiative Musik
54
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.3.9 CULTURESFRANCE
CULTURESFRANCE ist die französische Entsprechung zu den deutschen
Goethe-Instituten. Im Auftrag des französischen Außenministeriums trägt es
Sorge für die Verbreitung und Förderung französischer Kultur im Ausland.
Hervorgegangen ist CULTURESFRANCE aus der Verschmelzung der AFAA
(französische Vereinigung für künstlerisches Handeln) und der ADPF
(Vereinigung für die Verbreitung des französischen Gedankenguts) im Jahre
2006.
Neben
dem
Außenministerium
ist
gleichberechtigt
auch
das
Ministerium für Kultur und Kommunikation an der Agentur beteiligt, wobei
allerdings
letzteres
nur
8,2
%
zum
Budget
beiträgt
und
das
CULTURESFRANCE
Teil
des
Außenministerium 75% aufbringt.50
In
seiner
internationalen
Funktion
ist
französischen Kulturnetzes im Ausland und kooperiert mit den französischen
Kulturinstituten. Dazu gehören neben den Botschaften auch die über 1.000
Niederlassungen der „Alliance Française“, die sich für die Verbreitung der
französischen Sprache einsetzt, das “Institut Français” und die „Centres
Culturels“.
Zu den Aufgaben gehört unter anderem die „Konzeption, Produktion und
Verbreitung von kulturellen Produkten, die für ein internationales Publikum
geeignet sind.“ Außerdem ist die Organisation, die zurzeit noch einen
Vereinsstatus
besitzt,
in
die
Entwicklungshilfepolitik
im
Kulturbereich
involviert und organisiert Ausbildungsaktionen und Austauschprogramme.
CULTURESFRANCE veranstaltet „Kultursaisonen“ in Frankreich und im
Ausland und versucht nichtstaatliche Partner wie Stiftungen und Großmäzene
für die Kulturförderung zu gewinnen.
2007, im ersten Jahr seines Bestehens, hatte CULTURESFRANCE ein
Jahresbudget von 27,644 Millionen Euro. Im Laufe der Zeit soll der
50
www.culturesfrance.com
Initiative Musik
55
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Vereinsstatus der Kultureinrichtung umgewandelt werden in eine öffentliche
Einrichtung, die dann auch nach wirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet ist.
Einen Großteil seiner Musik betreffenden Aufgaben, Interessen und Ziele hat
CULTURESFRANCE, wie auch schon AFAA, dem French Music Export Office
übertragen.
2.3.10
ADAMI
In der Frankreich internen Popularmusik-Förderung aktiv ist ADAMI. Die
„Société Civile pour l’Administration des Droits des Artistes et Musiciens
Interprètes“
ist
die
Verwertungsgesellschaft
zur
Wahrnehmung
der
Leistungsschutzrechte für Künstler.51
Von den Einnahmen der Leermedienvergütung auf Privatkopien stellt ADAMI
25% zur Förderung von Nachwuchsmusikern bereit. Damit werden alle Arten
der Aufführung und Produktion zeitgenössischer Musik gefördert, was auch
Klassik, Tanz und Theater-Projekte einschließt. Jedes Jahr schüttet ADAMI so
13 Millionen Euros an rund 1.000 Projekte aus. Nach Angaben der
Rechtegesellschaft werden mit diesen Zuschüssen Jobs für 6.500 Künstler
gesichert.
Wenig erstaunlich steht dabei Live-Musik an erster Stelle der PrioritätenSkala. Heutzutage erwächst der größte Teil der Einnahmen von Künstlern
aus diesem Segment. Weitere Förderaktivitäten beziehen sich auf CDAufnahmen,
Musikfestivals,
Musik-Clips
und
Trainingsmaßnahmen
für
Künstler.
Für die Vergabe der Fördermittel sind vier Komitees zuständig, die sich aus
professionellen
Künstlern
und
Branchenkräften
zusammensetzen.
Die
geförderten Bereiche lassen sich demnach in die Großkategorien Theater,
Pop-Musik, professionelle Ausbildung und klassische Musik einteilen.
51
www.adami.fr
Initiative Musik
56
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.4 Großbritannien
2.4.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 244,820 km²
Einwohner: 60,9 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: $35,100
Wirtschaftswachstum: 3.1%
Zahl der Internet Nutzer: 40,4 Mill.
Internet-Verbreitung: 66.4 %
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 2,053,9 Mill. $
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 33,7 $
Wachstumsentwicklung: -6,7%
Verkaufte Einheiten: 172,5 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 2,8
Wachstumsentwicklung: -5,2 %
Piraterie-Level: unter 10%
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 6%
Herkunft des Repertoires: International 45%, national 50%, Klassik 5%
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 17,%
Welt-Ranking: 3
Initiative Musik
57
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.4.2 Umfeld der Musikproduktion
Großbritannien verfügt über breit gefächerte Fördermöglichkeiten, die von in
der Musikindustrie Tätigen in Anspruch genommen werden können. Diese
sind aber nicht übergreifend koordiniert und zumeist neueren Datums.52
Ein Grund dafür liegt in der fehlenden Tradition von Musikförderung im
Mutterland des Pop. Lange Zeit wurde die weltweite Vormachtstellung
britischer Musik als selbstverständlich wahrgenommen und entsprechend
abwegig war es für die prosperierende Musikindustrie, auf staatliche Hilfe zu
pochen.
Nicht unschuldig am schwach ausgeprägten Förderinstrumentarium in
Großbritannien ist die Regierung Thatcher. Unter ihrer Ägide lag in den 80ern
die staatliche Kulturförderung annähernd brach, bestehende Projekte wurden
zurückgefahren oder ganz eingestellt. Großbritannien verfolgte in dieser Zeit
den Ansatz, die Förderung privaten Organisationen zu überlassen oder
bestimmten staatlichen Institutionen zuzuordnen.
Unterstützung konnten private Initiativen beispielsweise bei der Association
for Business Sponsorship of the Arts (ABSA) beantragen, die nach dem
Prinzip der “Matching Funds” für jedes aufgebrachte Pfund ein Pfund aus der
Staatskasse beisteuerte. Kultur- und Popular-Musikförderung war in dieser
Zeit also vor allem auf das private Engagement vereinzelter Initiativen
angewiesen.
Erst folgende Faktoren haben ein Umdenken ausgelöst: Mitte der 1990er
wurde der britische Öffentlichkeit und Politik die Tatsache bewusst, dass
Musik der drittgrößte Exportfaktor des Königreiches, noch vor der
Stahlindustrie, ist. Dass dieser Wirtschaftszweig der Unterstützung, auch
Die Informationen zu diesem Kapitel stammen neben eigenen Recherchen u.a. aus einem
Telefon-Interview am 10. Juni 2008 mit dem britischen Journalisten Allan McGowan, der
auch als Experte auf dem Hearing der Initiative Musik zur britischen Musikförderung
referierte
52
Initiative Musik
58
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
insbesondere der Exportförderung bedarf, wurde durch den anhaltenden
Abwärtstrend der Verkaufzahlen britischer Künstler in den US-Charts, die
1999 auf einem historischen Tiefsstand angelangten, mehr als deutlich.
Auch andere Nationen haben mit ihren Künstlern in der Zwischenzeit zu den
Briten, traditionell neben den USA Nabel der Musikwelt, aufgeschlossen. Als
eine Folge daraus wurden unter anderem in den 90ern groß angelegte
Kampagnen wie „We Buy British“ oder „Cool Britannia“, die zur Ankurbelung
des Absatzes britischer Musikproduktionen in Deutschland dienen sollten, von
der Musikindustrie aufgelegt.
Die
Entdeckung der so genannten „Creative
Industries“ und ihres
ökonomisches Wachstums-Potentials ermutigte auch den Staat, sich in der
Musikförderung zu engagieren.
Obwohl das 1997 auch in Folge der „Creative Industries“-Diskussion
gegründete DCMS, das Departments for Culture, Media and Sport, offiziell für
diesen Kreativsektor zuständig ist, übernehmen nach wie vor staatlichen
Institutionen wie das Arts Council oder das British Council wichtige
Funktionen für die Kulturbranche. Hier existiert eine erprobte Arbeitsteilung
zwischen den einzelnen Institutionen: Das DCMS ist für strategischen
Grundsatzentscheidungen zuständig. Die Förderung für Creative Industries
wird von dem Ministerium sowohl aus staatlichen Mitteln wie aus Einnahmen
aus der Lotterie finanziert. Das Arts Council, die Nachfolgeorganisation der
regionalen Kulturräte, ist für Förderprojekte im Inland zuständig und das
British
Council,
das
dem
Außenministerium
beigeordnet
ist,
deckt
internationale Aufgaben und Projekte ab.
Eine zeitlich begrenzte staatliche Initiative war das Live Music Forum (LMF)
unter dem Vorsitz von Feargal Sharkey. 2004 ins Leben gerufen, um den
Einfluss des im Jahr 2003 reformierten Alkohol-Lizenzierungsgesetzes auf
Live Musik zu untersuchen und allgemein, um Live Music zu promoten.
Initiative Musik
59
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Nachdem der Bericht vorgelegt wurde, fand im April 2007 die letzte Sitzung
des Live Music Forums statt.
Zu
den
Sitzungen
des
LMF
waren
auch
Brauerei-Vertreter
und
Tourismusbehörden sowie Vertreter der Städte geladen. Feargal Sharkey, ExSänger der legendären Punk-Band The Undertones und erfolgreicher SoloKünstler in den 80ern, ist neu berufener Vorsitzender von British Music
Rights. Aktuell unterstützt Sharkey eine neue Initiative, die die Schaffung von
Proberäumen in Großbritannien voranbringen will.
Die
Bedeutung
von
Live
Musik
als
Tourismusfaktor
bedingt,
dass
verschiedene Städte Festivals unterstützen und versuchen, diese zu halten.
Dazu zählt unter anderem The Great Escape in Brighton oder In The City in
Manchester. Auch bei ihrer Außenwerbung setzen Städte wie Manchester
oder Liverpool auf ihre lange Musiktradition.
In der musikalischen Ausbildung haben vor allem private Institute gute
Erfolge vorzuweisen. Dazu gehört das Brighton Institut For Modern Music
(Slogan „Run By Musicians For Musicians“) und das City College Manchester,
in dessen Lehrgang Musik die Studenten beispielsweise ein eigenes kleines
Label betreiben.
Die Universität von Westminster hat zusammen mit der Indie-Vereinigung
AIM einen Think Tank installiert, der regelmäßig Seminare zu allen das
Musikgeschäft betreffende Themenfelder abhält. Die hier entwickelten Ideen
werden auch dem Department For Culture Media and Sports (DCMS)
vorgelegt, das auch für Musik als Teil der Creative Industries zuständig ist.
Die Bedeutung, die Großbritannien mittlerweile den Creative Industries
beimisst, lässt sich an der Ressortbezeichnung der zuständigen Ministerin
ablesen: Minister for Culture, Creative Industries & Tourism.
Initiative Musik
60
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.4.3 UK Music Office
Besonders die Verkaufszahlen in den USA, dem größten Musikmarkt der
Welt, haben sich seit den 90er zu einem wahren Schreckensszenario für die
britische Musikindustrie entwickelt und waren ein entscheidender Antrieb, die
Musikförderung verstärkt ins Visier zu nehmen.
In den Jahren 1969 (Hochzeit der „British Invasion“) bis 1986 lag der
britische Anteil von Alben in den Top100 Billboard US-Album Jahres-Charts
nie unter 14%. Der absolute Höchststand wurde 1986 mit einem Anteil von
32% erreicht. Bis 1999 sank dieser Anteil auf ein Allzeit-Minus von 0,2%.
2001 lagen britische Musikerzeugnisse in den US-Charts wieder bei 8,8%,
was aber zu einem Großteil auf den Erfolg eines einzelnen Albums
zurückzuführen ist: „1“ von den Beatles, eine Zusammenstellung der größten
Hits der Fab Four.53
Trotz dieser leichten Erholung, der Warnschuss hat gesessen. In der Folge
forderten die Branchenverbände AIM, British Phonographic Industry (BPI),
Music Publishers Association (MPA) und das Music Managers Forum (MMF)
ihre Mitglieder auf, den Wert ihrer Umsätze in den USA zu beziffern, die in
den von Doug D'Arcy und Paul Brindley verfassten Report „Make or Break:
Supporting UK Music in the USA“ einflossen. Ergänzt wurde dieser Überblick
durch die Einschätzungen der Chancen und Schwierigkeiten britischer
Musikunternehmen auf dem US-Markt. In Auftrag gegeben wurde die Studie
vom DCMS, in dessen Zuständigkeitsbereich die Kreativ- und Musikwirtschaft
fällt, und dem Music Industry Forum, einem Runden Tisch der britischen
Phonoverbände.
.
Als einer der Gründe des Niedergangs britischer Musik in den amerikanischen
Charts macht die Studie den Erfolg neuer Genres wie HipHop und R´n´B
aus, die Großbritannien traditionell weniger bedient und in denen Insel-Acts
53
D'Arcy, Doug, & Brindley, Paul: Make or Break: Supporting UK Music in the USA,
2002
Initiative Musik
61
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
wenig Chancen haben, sich neben der US-Konkurrenz zu behaupten. Als
weitere Gründe für die schlechte Marktsituation wurde mangelnde ExportUnterstützung, vor allem kleinerer Labels, in Übersee und ihre schlechte
Vorbereitung auf den internationalen Wettbewerb festgestellt. Ein weiteres
Problem ist die Abschottung des US-Musikmarktes gegen ausländische
Produktionen: In 2006 waren 93% des in den Charts vertretenen Repertoires
nordamerikanischen Ursprungs.
Um diesen Markt aufzubrechen, wurde in der Konklusion der Studie die
Schaffung eines Export-Büros in New York vorgeschlagen, das UKMO (UK
Music Office) heißen sollte. Als Vorbild dieser langfristig angelegten ExportOffensive wurde damals Export Music Sweden, das weltweite Netzwerk der
French Music Offices und die Arbeit des British Film Office in Los Angeles
genannt. Aufgabe von UKMO sollten gemeinsame Marketingkampagnen,
Experten-Beratung und Informationssammlung über den US-Markt vor Ort
und der Kontakt-Aufbau mit der US-Musikwirtschaft sein.
Geplant war hierfür ein jährliches Budget von 500.000 Dollar, das zur Hälfte
von der Musikindustrie, zur Hälfte vom Staat, also dem DCMS, aufgebracht
werden
sollte. Alison
Wenham, CEO
von
AIM, verkündete damals
selbstbewusst: “Dies könnte die größte Investition des Jahrhunderts sein.“54
Nach dieser Anschubfinanzierung sollte sich das UKMO dann nach einigen
Jahren selbst tragen. So zumindest der hehre Plan von Staat und Branche.
Die prophetische Vorhersage des damaligen Vorsitzenden des Music
Managers Forums, Keith Harris, sollte sich allerdings bewahrheiten: “Die
Regierung unterstützt die Idee, aber wenn wir nach Geld fragen, behält sie
am Ende des Tages die Hand in der Tasche.”55
54
s. www.allbusiness.com/retail-trade/miscellaneous-retail-retail-stores-not/4367881-1.html
55
s. www.allbusiness.com/retail-trade/miscellaneous-retail-retail-stores-not/4660858-1.html
Initiative Musik
62
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.4.4 UK Trade & Investment
Nach dem das UKMO bislang nicht aus der Planungsphase herausgetreten
ist, gibt es weiterhin kein spezielles Musik-Export-Büro in Großbritannien. Die
allgemeine Exportförderbehörde UK Trade & Investment beherbergt aber
eine Abteilung für Creative Industries. Dort ist eine Unterabteilung mit der
Musikexportförderung
befasst.
Diese
besteht
jedoch
nur
aus
drei
Angestellten, die nicht Vollzeit beschäftigt sind.56
Vom gesamten Etat für Creative Industries im Jahr 2007 in Höhe von
620.000 £ gingen 150.000 £ an dieses Musikdepartment. Vorsitzender ist Phil
Patterson, dessen Stelle von der AIM (The Association of Independent Music)
co-finanziert wird. UK Trade & Invest verfügt daneben über regionale Büros
in Schottland, Nordirland und Wales, die über eigene Mittel verfügen, um die
sich auch exportorientierten Musikunternehmen bewerben können.
Von diesen 150.000 £ im Jahr für die Musikexportförderung wurde im Jahr
2007 30.000 £ an die PRS Foundation weitergeleitet. Diese Summe soll im
Jahr 2008 allerdings nur noch 5.000 £ betragen. Der restliche Betrag aus
dem UK Trade & Investment Topf wird für Messeteilnahmen wie
beispielsweise
Midem,
die
allgemeine
Exportunterstützung
von
Musikunternehmen und Personalkosten verwendet.
Für
Außenhandelsdelegation
und
Messeteilnahmen
können
Musikunternehmen zudem Zuwendungen aus dem allgemeinen AusstellungsBudget von UK Trade & Invest und dem „Passport To Export“-Programm
beantragen, die jedem Unternehmen offen stehen.
Eine weitere Möglichkeit, Exportfördermittel zu beantragen, bietet das
Britische Arts Council. Dazu muss Musik allerdings in einen größeren,
kulturbezogenen Rahmen gestellt werden und zum Beispiel mit Performances
oder Filmkunst interagieren.
Die Informationen zu UK Trade & Invest stammen aus dem Bericht von Allan McGowan
auf dem Experten Hearing der Intiative Musik und dem von Roger Figg eingereichten
Fragebogen (s.Anhang)
56
Initiative Musik
63
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.4.5 National Music Council
Ziel des National Music Council ist generell die Vertretung der Interessen der
gesamten britischen Musikindustrie. Zudem will das Council als Schnittstelle
und Network-Plattform dieser fungieren.57
Die Mitgliedschaft in diesem „Think Tank“ steht allen Verbänden und
Initiativen offen, die sich für britische Musik von Amateurbands bis zu
professionellen Produktion aller Genres einsetzen. Im National Music Council
sind bereits Verbände wie AIM, die Association of British Orchestras, die
British Academy of Composers and Songwriters, British Music Rights und die
British Phonographic Industry, das Music Education Council, das Music
Managers Forum, die Musicians Union, die Performing Right Society (PRS)
oder das Trinity College London engagiert.
Als “Beobachter” nehmen staatliche Institutionen wie das Arts Council of
England und das British Council teil. Politisch mitgetragen wird das Music
Council auch vom DCMS, namentlich dem Minister für Kultur, Creative
Industries und Tourismus. Aktuell ist dieser Regierungsposten bekleidet von
Margaret Hodge.
Die Arbeit des National Music Council richtet sich an der Überzeugung aus,
dass Musik in jeder Form einen entscheidenden Beitrag zum kulturellen,
intellektuellen, gesellschaftlichen und ökonomischen Wohlergehen eines
Landes beiträgt. Außerdem erfüllt Musik einen erzieherischen Auftrag.
Die Hauptaufgabe des Council besteht darin, der gesamten Musikbranche ein
Forum zur Verfügung zu stellen, in dem neue Ideen und Entwicklungen
diskutiert werden können und in dem die beteiligten Parteien zusammen
finden und ein gemeinsames Vorgehen entwickeln können. Insgesamt soll
ein Umfeld bereitgestellt werden, in dem die Mitglieder zum Gegenseitigen
Vorteil zusammenarbeiten. Außerdem ist das Ziel, die gesellschaftliche
Wertschätzung von Musik zu erhöhen. Das Council soll die Arbeit der
57
www.musiced.org.uk/nmc.html
Initiative Musik
64
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Organisationen und Initiativen nicht überflüssig machen, sondern ergänzen.
Außerdem agiert diese übergeordnete Institution als Lobbyorganisation der
gesamten Musik.
Zu den Projekten des Music Councils, festgehalten in einem ersten
Dreijahres-Plan
aus
dem
Jahre
2000,
gehören
regelmäßige
Seminare/Vorträge zu musikspezifischen Fachthemen, regelmäßige Jour
Fixes mit Keyplayern aus Industrie und Politik etc., Studien zur britischen
Musikwirtschaft, die Publizierung eines jährlichen Digest über relevante
Entwicklungen innerhalb der Musikbranche zur internen Zirkulation unter den
Mitgliedern sowie die punktuelle und zeitlich begrenzte Auflage eigener
Kampagnen oder Aktionen zur Musikförderung oder zum Musiklobbying.
2.4.6 BMR, BPI und PRS Foundation
Zeichen der Gewahrwerdung der Krise der britischen Musikindustrie sind
auch die seit Ende der 80er ins Leben gerufenen Förderinstrumente der
Musikindustrie. Namentlich die Lobbyorganisation British Music Right (BMR),
die Initiativen der Dachorganisation British Phonographic Industrie (BPI) und
der Förderfond der der Performing Right Society (PRS).
British Music Rights (BMR)58 wurde im Jahr 1996 als Interessenvertretung
gegründet. Getragen wird BMR von den vier Mitgliedsorganisationen British
Academy of Composers & Songwriters, der Mechanical-Copyright Protection
Society (MCPS), der Music Publishers Association (MPA) und der Performing
Right Society (PRS).59
Neben der Interessenvertretung seiner Mitglieder entsendet British Music
Rights Delegationen zu Messen, veranstaltet Seminare zu Kreativität und
Urheberrechtsschutz
und
unterstützt
Festivals
und
Award-Shows.
Hauptsächlich bezieht sich die Arbeit auf das In- und europäische Ausland.
58
59
www.bmr.org
s. Fragebogen im Anhang
Initiative Musik
65
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Prioritäre Zielsetzung ist die Lobbyarbeit für einen stärkeren Urheberschutz.
Insgesamt arbeiten vier Mitarbeiter Vollzeit, zwei Teilzeit und einer
freiberuflich für BMR.
Ebenso wie BMR ist die Dachorganisation BPI60 (British Phonographic
Industry) auf Musikmessen präsent. Eines der Ziele der BPI ist neben Lobbyund Anti-Piracy-Arbeit die Bewerbung britischer Musik im Ausland. Ein
Beispiel dafür ist die British Music Week61, die seit 2006 jährlich in
Deutschland stattfindet. Erst nur in Berlin angesiedelt, werden inzwischen
auch Showcases mit britischen Künstlern in Köln und München auf die Beine
gestellt. Ein Highlight im internationalen Musikkalender ist die glanzvolle
Verleihung der Brit Awards, die von der BPI ausgerichtet werden. Weitere
Instrumente zur Förderung nationaler Musik sind der BRIT Trust und die
BRIT School.
1989 gegründet, will der BRIT Trust Jugendliche unabhängig von ihrer
Herkunft die Chance geben, ihre Kreativität zu entfalten. Eines der
geförderten musikalischen Ausbildungsprojekte ist die 1991 eröffnete BRIT
School. Die Kooperation des BRIT Trustes mit dem Department for Education
and Skills (DfES) ist die einzige gebührenfreie Schule für Performing Arts in
Großbritannien. Hier werden rund 750 Schüler/Studenten zwischen 14 und
19 interdisziplinär in den Fächern Musik, Tanz, Drama, Musiktheater,
Produktion und Medien sowie Art & Design unterrichtet.
Die PRS Foundation wurde im Jahr 1999 gegründet, um die Förderstrukturen
der Performing Right Society (PRS) für „neue“ Musik jedweden Genres
effektiver zu gestalten. Sie ist die größte Fördereinrichtung Großbritanniens
für Musik. Seit März 2000 hat die Stiftung über 2.500 Musikprojekte mit
insgesamt 9 Millionen £ (11 Mill. Euro) unterstützt. Das jährliche Budget liegt
60
61
www.bpi.co.uk
www.britishmusicweek.de
Initiative Musik
66
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
zurzeit bei 1,3 Mill. £. (1,6 Mill. Euro). Vier Mitarbeiter sind dort Vollzeit
beschäftigt.62
Die Beantragung von Fördermitteln steht prinzipiell jedem offen, der das
Kriterium einer „creatively adventurous or pioneering musical activity“ erfüllt.
Dazu gehören neben Musikern auch Produzenten und Veranstalter.
Klassische Unternehmen wie Plattenfirmen sind ausgeschlossen.
Gefördert werden unter anderem Showcases von Bands ohne Plattenvertrag.
Die PRS Foundation sponsert auch die Präsentation Britischer Acts beim
SXSW. Das Hauptfeld der Aktivitäten der PRS Foundation liegt aber im
Inland.
2.4.7 Association of Independent Music (AIM)
Die Association of Independent Music (AIM) ist die gemeinnützige
Vereinigung der unabhängigen britischen Plattenfirmen. 1998 auf betreiben
von Indie-Lables gegründet, vertritt AIM inzwischen über 800 Label und
Vertriebe, die zusammen rund 25% des UK-Marktes ausmachen.
Die Aufgabe von AIM ist die Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder und
die Unterstützung ihrer Geschäftsaktivitäten. AIM berät unabhängige
Tonträgerfirmen in Rechts- und Copyright-Fragen, stellt Informationen
bereit, bietet Seminare und Mentoring-Programme an, fungiert als NetworkPlattform
und
führt
Verhandlungen
für
ihre
Mitglieder
z.B.
mit
Downloadplattformen.63
Weitere Projekte sind die Organisation von Gemeinschaftsständen auf
internationalen Branchen-Treffen wie Midem, Popkomm oder SXSW, die mit
gemeinsamen Promotion-Material und Samplern bestückt werden. Um die
Chancen der britischen Indies auf dem internationalen Markt zu erhöhen,
62
63
s. Fragebogen im Anhang
www.musicindie.org
Initiative Musik
67
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
entsendet AIM Handelsdelegationen (mit Unterstützung des British Council)
und erstellt Marktanalysen über Zielmärkte.
Eine der Lobby-Kampagnen von AIM trug den Titel „Acess to Finance“ und
war die Reaktion auf die Schwierigkeiten von kleinen Musikunternehmen,
Kredite zu bekommen und Investoren zu finden. Dazu wurde der Report
„Banking on a Hit” herausgegeben, der auch vom DCMS veröffentlicht wurde.
Als Vorbild der Kampagne wurde die britische Filmindustrie und ihre
Möglichkeiten bei der Finanzierung von Projekten angeführt.
Exklusiv für Mitglieder hat AIM eine digitale Business-to-Business
(B2B)-Plattform zur Lizenzierung von Musik an Käufer und Konsumenten als
One-Stop-Shop entwickelt. Weitere Aktivitäten sind nahe liegender weise der
Einsatz für eine stärkere Verankerung des Urheberrechts. Außerdem setzt
sich AIM für die kulturelle Vielfalt in der Musik ein und kämpft ebenso wie die
internationale
Indie-Vereinigung
Impala
gegen
die
zunehmende
Konzentration im Musikgeschäft.64
Ein
Erfolg
von
AIM
ist
die
Erleichterung
des
Zugangs
kleiner
Musikproduzenten zu den großen Downloadplattformen wie iTunes. AIM war
auch maßgeblich an den Verhandlungen zur Schaffung eines UK Music
Offices in New York beteiligt (s.o.), die aber bislang zu keinem konkreten
Ergebnis gelangt sind.
Finanziert wird die Tätigkeit von AIM durch die Beiträge der Mitglieder und
durch Zuschüssen aus der Staatskasse. CEO ist Alison Wenham.
2.4.8 The British Council
Das British Council ist die staatliche Einrichtung für den internationalen
Kulturaustausch und die Förderung britischer Kultur im Ausland, analog dem
64
www.forculturaldiversity.org
Initiative Musik
68
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Goethe Institut oder dem Institut Français. Das 1934 gegründete Council
betreibt weltweit Niederlassungen in 110 Ländern. Für seine Finanzierung ist
das „Foreign and Commonwealth Office“ zuständig, das British Council agiert
aber als gemeinnützige Regierungsinstitution unabhängig.
Auch britische Musik als integraler Kulturträger wird vom British Council
weltweit verbreitet und gefördert. In der Zentrale in London ist ein eigenes
Team mit diesem Thema und Musik aller Genres befasst, das mit den
weltweiten Niederlassungen des British Council zusammenarbeitet. Die
„Music Unit“ des Councils ist dem “British Council Performing Arts
Department” zugeordnet.65
Ziel ist es, „new images of Britain“ zu verbreiten und ein junges Publikum
anzusprechen. Dazu produziert das Council unter anderem eine wöchentliche
Radioshow, „The Selector“, mit neuer Musik made in UK. Zur Verbreitung
britischer Musik werden aber vor allem Touren britischer Künstler unterstützt.
Dabei arbeitet das Council sowohl mit in- als auch ausländischen
Unternehmen und Musikern zusammen und sorgt auch so für einen regen
Kulturaustausch. Die zugrunde liegende Absicht ist, so die entsprechenden
Experten aus den jeweiligen Bereichen an einen Tisch zu bringen.
Der Schwerpunkt der Arbeit des British Council liegt dabei sowohl auf der
Unterstützung
von
regionalen
Projekten
und
Newcomern,
als
auch
repräsentativen Veranstaltungen mit etablierten Musikern. Um die Vielfalt der
britischen Musik ins Zentrum zu stellen, werden ausländische Veranstalter
über die Entwicklungen in der britischen Musikszene informiert und zu
Showcases und Festivals nach Großbritannien eingeladen. Von diesen
Kontakten profitiert auch die britische Musikbranche.
Um Unterstützung können sich beim British Council alle Künstler bewerben,
die innerhalb des Vereinigten Königreiches leben und arbeiten. Der
Toursupport wird aber nur gewährt, wenn innerhalb der vergangenen 12
65
www.britishcouncil.org/arts-music.htm
Initiative Musik
69
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Monate keine ähnliche Förderung bewilligt wurde und wenn eine Bestätigung
ausländischer Veranstalter dem Antrag beigelegt ist. Anträge müssen nicht
prinzipiell
vom
Künstler
eingereicht
werden,
auch
Kuratoren
oder
Veranstalter können um finanzielle Beihilfen für eine bestimmte Tour oder
Konzert eines Künstlers anfragen.
Gefördert werden vor allem Reise- und Transportkosten. Mitunter wird aber
auch ein Teil der Promotionkosten übernommen. Auf Grundlage der
eingereichten Arbeitsproben, bisherige Auftritte/Touren und sonstigen Belege
entscheidet eine Kommission über die Unterstützung. Dabei orientiert sich
das Expertengremium an den Direktiven des British Council Aufsichtsrates für
das Land, in dem die Tour stattfinden soll, und an dem „kulturellen Wert“ der
Veranstaltung.
Insgesamt schüttet das British Council für einzelne Touren, Konzerte oder
Projekte Fördersummen in Höhe von 100 bis zu 2.000 Pfund (2.500 Euro)
aus. Dafür muss das British Council in der Kommunikation des Events
entsprechend
genannt
werden.
Außerdem
ist
nach
erfolgreicher
Veranstaltung ein Report mit Presseberichten, Plakaten, etc. als Beleg
nachzureichen.
Trotz dieses Antragssystems ist es in erster Linie das British Council, das für
sein Kulturprogramm interessante Künstler anspricht. Für diesen Auftrag
arbeitet das Council mit ausländischen Partnern zusammen. Jedes Jahr
werden so Projekte mit rund 1.400 Künstlern aus allen Kunstgattungen
durchgeführt. Dabei werden rund 40% der ausgewählten Künstler nicht
alleine auftreten, sondern mit anderen Künstlern aus der jeweiligen Region
zusammen gebracht. Welche Musiker, Bands für Touren, Konzerte oder
spezielle Showcases ausgewählt werden, entscheiden zumeist die lokalen
Dependancen des British Council, die über das entsprechende Know How der
Gegenebenheiten in dem jeweiligen Land verfügen.
Initiative Musik
70
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Schwerpunkt des British Council ist also nicht die direkte Förderung von
Künstlern oder Unternehmen. Die Export-Förderung ist also „nur“ ein
Nebeneffekt
des
internationalen
Kulturaustausches
und
diesem
untergeordnet. Das Alter des Zielpublikums der Kunstveranstaltungen des
Councils liegt zwischen 18 und 35 Jahren.
Künstlerisch ist das Council nicht festgelegt. In der Musiksparte werden
neben Rock und Pop auch elektronische Musik und Dance-Acts gefördert.
2.5 Niederlande
2.5.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 41,526 km²
Einwohner: 16,6 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: 38,500 $
Wirtschaftswachstum: 3.5%
Zahl der Internet Nutzer: 14,5 Mill.
Internet-Verbreitung: 87.8 %
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 232,9 Mill. $
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 14,0 $
Wachstumsentwicklung: -5,4%
Verkaufte Einheiten: 22,9 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 1,38
Wachstumsentwicklung: -9,1%
Piraterie-Level: 10 – 24%
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 4%
Herkunft des Repertoires: International 74%, national 25%, Klassik 1%
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 19%
Welt-Ranking: 11
Initiative Musik
71
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.5.2 Der niederländische Musikmarkt
Bedingt durch eine zu Beginn dieses Jahres eingeführte Neuregelung der
staatlichen Fördereinrichtungen befindet sich die gesamte Musikförderung in
den Niederlanden in einer Umbruchphase.66
Während in anderem Europäischen Staaten die Tendenz vorherrscht, die
verschieden Musikgenres und ihre Förderung auseinanderzudividieren,
werden in den Niederlanden die verschiedenen Organisationen für Jazz,
Klassik, Kammermusik und Pop-Musik im neuen Muziek Centrum Nederland,
MCN, zusammengeführt. In dieser neuen, genreübergreifenden Institution
wird auch das Nationaal Pop Instituut überführt, das bisher einen großen Teil
der staatlichen Popularmusik-Förderung koordinierte.
Die bisher separaten, genrespezifischen Förderfonds gehen alle in den neuen
Fond NFPK+, dem Nederlands Fonds Voor Podiumkunsten, ein. Wie dort die
einzelnen Genres vertreten sein werden, ist bislang nicht abzusehen. Klarheit
darüber
wird
erst
der
neue
Haushaltsentwurf
der
niederländischen
Regierung im September 2008 bringen.
Neben
der
Musikindustrie
staatlichen
wie
Buma
Förderung
Cultuur,
sind
eine
auch
Stiftung
Organisationen
getragen
von
der
der
Verwertungsgesellschaft Buma/Stemra, für die Musikförderung aktiv.
2.5.3 Staatliche Musikförderung und Nederlands Podium Plan
Das System der staatlichen Musikförderung der Niederlande basiert auf drei
Stufen: Das Kulturministerium ist allgemein für die Kunstproduktion und die
entsprechende Infrastruktur zuständig, die regionalen Pop-Institute der 13
Provinzen für die „Verteilung“ der Musik und die einzelnen Gemeinden und
Städte für die Spielstätten.
66
So Peter Smidt auf dem Expertenhearing der Intiative Musik am 21.01.2008
Initiative Musik
72
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Dabei unterstützt das Kulturministerium kulturelle Einrichtungen von
„nationaler
Bedeutung“
wie
das
Concertgebouw-Orchester.
Weitere
Fördermittel werden für einen begrenzten Zeitrahmen von bis zu vier Jahren
auf Grundlage eines Antrages vergeben.
Schätzungen gehen davon aus, dass das Kulturministerium für den Zeitraum
2009 bis 2012 insgesamt 430 Millionen Euro für die Kulturförderung zur
Verfügung haben wird. Davon werden ca. 310 Millionen in die „grundlegende
kulturelle Infrastruktur“, also Orchester oder das Rijksmuseum Amsterdam,
investiert. 120 Millionen fließen in den neuen Fond NFPK+ des Muziek
Centrum Nederland.
Die Pop-Institute der einzelnen Provinzen sind eher von untergeordneter
Bedeutung für die gesamte Musikförderung und je unterschiedlich mit Mitteln
ausgestattet. Mit einem kleinen Mitarbeiterstab von bis zu 5 Personen
beraten sie die Amateurbands, organisieren Bandwettbewerbe und betreiben
Lobby-Politik für Proberäume.
Die Niederlande verfügt über eine lebendige Club-Szene, die sich aus
Jugendzentren heraus entwickelt hat. Diese Clubs werden von den lokalen
Gemeinden unterstützt.
Eine wichtige Errungenschaft für die Musikförderung ist der „Nederlands
Podium Plan“, der auch vom neuen Fond NFPK+ weitergeführt wird. Hier
können sich Clubs, die Konzerte mit niederländischen Acts durchführen, bis
zu 50 % Prozent ihrer Verluste aus diesen Auftritten erstatten lassen. Der
Maximalbetrag pro Show beläuft sich dabei auf 2.000 Euro. Insgesamt
standen dafür im Jahr 2007 850.000 Euro aus dem Etat dieses Fonds, der
vom Kulturministerium finanziert wird, zu Verfügung. Verwaltet wurde dieser
Fond bisher vom Nationaal Pop Instituut.
Initiative Musik
73
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Insgesamt von großer Bedeutung für den gesamten Export ist das
niederländische Außenministerium. Hier standen im Jahr 2007 13 Millionen
Euro zur Exportförderung des gesamten Kultursektors zur Verfügung. Im
Jahr 2009 wird dieses Programm allerdings eingestellt. Künstler und
Musikunternehmen können sich ebenfalls beim Wirtschaftsministerium um
Finanzmittel zur Exportförderung bewerben.
2.5.4 Buma Cultuur
Buma Cultuur ist eine nicht gewinnorientierte Tochter der niederländischen
Verwertungsgesellschaft
für
Autorenrechte
Buma,
die
mit
der
Rechtegesellschaft Stemra fusioniert ist. 1962 unter dem Namen Conamus
gegründet, ist es das Ziel von Buma Cultuur, niederländische Pop-Musik aller
Genres im In- und Ausland zu fördern.67
Spezialisiert ist Buma Cultuur auf die Ausrichtung von maßgeschneiderten
Musik-Events in den Niederlanden, sowohl für Konsumenten als auch
internationale Branchenvertreter, und die Organisation von Messeteilnahmen
und Showcases für die niederländische Musikindustrie im Ausland.
Zu den heimischen Projekten von Buma Cultuur, bei denen sich Musiker und
Firmen präsentieren
können, zählen das Eurosonic Festival, als Teil des
European Talent Exchange Programs (s.u.), das Noorderslag-Festival,
exklusiv für niederländische Acts, die Noorderslag Konferenz, mit über 1.000
internationalen Branchenvertretern, und der Amsterdam Dance Event.
Der ADE findet seit 1995 jeweils im Oktober statt und ist weltweit eines der
größten Clubfestivals für elektronische Musik. Angegliedert ist eine Konferenz
für
die
Club-
und
Dance-Branche.
2007
waren
dort
rund
2.000
„Professionals“ akkreditiert und das Festival verzeichnete eine Besucherzahl
von über 70.000, mit einem beachtlichen Anteil internationaler Gäste.
67
www.bumacultuur.nl
Initiative Musik
74
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Außerdem wird einmal im Jahr der Muzikantendag durchgeführt, bei dem
junge Musiker über rechtliche Musikfragen informiert werden und bei dem
Seminare, beispielsweise über Songwriting, angeboten werden.
Auf internationale Business-Kontakte zielt die englischsprachige Webseite
Dutchsound.nl. Die Seite informiert über alle Arten niederländischer PopMusik und listet Kontaktdaten der niederländischen
Musikindustrie auf.
Musik kann dort auch direkt als Audio-Stream vorgehört werden und die
Seite listet die niederländischen Charts auf.
Standardmäßig
organisiert
Buma
Cultuur
die
Messeteilnahmen
niederländischer Firmen auf der Popkomm, der Midem und London Calling
und produziert Promotion-CDs. Zusammen mit Buma und dem Rock & Pop
Institute betreibt Buma Cultuur auch Lobby-Arbeit in Brüssel bei der EUKommission,
bei
der
allgemein
die
Verbesserung
des
Umfelds
für
Musikproduktionen in Europa im Mittelpunkt steht.
Exportaktivitäten niederländischer Musikunternehmen fördert Buma Cultuur
auf Antrag mit bis zu 50 Prozent des Budgets bis zu einem Maximalbetrag
von 20.000 Euro. Insgesamt investiert Buma Cultuur rund 800.000 pro Jahr
in Musikexport Exportbemühungen, wozu auch die Messepräsentation auf
der Midem oder Popkomm und Compilations gehören.
Seit einem Jahr hat Buma Cultuur zusätzlich die Förderung klassischer Musik
und des Jazz übernommen. Hierfür stehen 900.000 Euro pro Jahr zur
Verfügung. Weitere Aktivitäten sind die Vergabe von Musikpreisen.
Einer dieser Preise, der die internationale Attraktivität von Musik made in NL
in den Mittelpunkt rückt, ist der Export Award. Er wird jährlich an
niederländische Künstler vergeben, die die größten Umsätze an CDs,
Downloads und DVDs außerhalb ihres Heimatlandes verbuchen konnten. Für
das Jahr 2007 wurde damit der DJ und Produzent Tiësto für sein Album
„Elements Of Life“ ausgezeichnet.
Initiative Musik
75
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Weitere
Auszeichnungen,
die
der
Anerkennung
und
Förderung
niederländischer Musik und Talente gilt, sind die goldene Harfe, die seit 1962
an verdiente Künstler vergeben wird, und die silberne Harfe, mit der jährlich
drei oder vier Newcomer bedacht werden, die nach Meinung der Jury das
größte Karriere-Potential aufweisen. Die goldenen und silbernen Harfen
sowie der Export-Award werden im Rahmen einer großen Gala überreicht.
Weitere Preisverleihungen, die Buma Cultuur federführend ausrichtet, sind
der jährliche Pop-Award für niederländische Künstler, der von Buma und
Sena vergeben wird, und die Gala anlässlich des Radio 2 Broadcasting
Awards.
Um die Wahrnehmung niederländischer Acts und Bands in den lokalen und
regionalen
Radiostationen
zweiwöchentlich
Unternehmen
die
und
OLON
zu
CD
steigern,
mit
Medienpartner
verschickt
aktuellen
werden
Buma
Singles.
über
Cultuur
Ausländische
den
Newsletter
Dutchsound.news informiert. Buma Cultuur ist auch Mitglied in der LobbyVereinigung Muziekplatform Nederland.
Neben Buma/Stemra wird Buma Cultuur – zu einem geringeren Anteil – auch
von der niederländischen Verwertungsgesellschaft für Leistungsschutzrechte
Sena
getragen
und
von
der
Außenhandelsinitiative
EVD,
die
dem
Wirtschaftsministerium beigeordnet ist. Die NVPI, die niederländische
Landesgruppe der IFPI, fördert ebenfalls bestimmt Projekte von Buma
Cultuur.
Niederländische
Unternehmen,
die
sich
auf
den
Messegemeinschaftsständen präsentieren, zahlen zudem einen anteiligen
Beitrag.
Insgesamt verfügt Buma Cultuur über einen Etat von 2,9 Millionen Euro pro
Jahr. Zudem werden Projektfördermittel aus dem Etat des Wirtschafts- und
Außenministeriums beantragt, deren jährliche Summe zwischen 150.000 und
300.000 Euro schwankt.
Initiative Musik
76
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.5.5 MusicXport.nl
Als spezielle Export-Initiative hat Buma Cultuur in Kooperation mit dem
Niederländischen Rock & Pop Institut, das in Muziek Centrum Nederland
aufgehen wird, MusicXport.nl ins Leben gerufen. Ursprünglich bezog sich
diese Initiative auf den deutschen Markt, inzwischen werden aber auch
andere Regionen miteinbezogen.68
Diese Initiative wird zur Hälfte von Buma zur anderen Hälfte aus dem Etat
des Kulturministeriums finanziert. Auch das Wirtschaftsministerium stellt auf
Projektbasis Mittel bereit. Das Gesamtbudget von MusicXport.nl beläuft sich
zurzeit auf ca. 350.000 Euro pro Jahr.69 Nimmt man alle zur Verfügung
stehenden Mittel zusammen, die unter dem Stichwort „Exportförderung“
niederländischer Künstler zusammen gefasst werden können, kommt man
auf einen Gesamtbetrag von bis zu 750.000 Euro pro Jahr.70
Ziel von MusicXport ist es vor allem, Kontakte und Informationen für
niederländische Musikunternehmen bereit zu stellen. Daneben fördert und
promoted die Intiative CD-Veröffentlichungen und Konzerte von Künstlern,
denen auf dem Zielmarkt besonders gute Chancen eingeräumt werden.
Gegründet im Jahre 2001 war MusicXport zuerst exklusiv auf den deutschen
Markt ausgelegt. Seit 2005 wurde das Förderangebot etwas zurückgefahren,
dafür wurden allerdings auch weitere Länder als potentielle Absatzmärkte ins
Visier genommen. Neben den europäischen Musikmärkten sind dies die USA,
China und Japan.
Um in den Genuss der Exportförderung zu gelangen, müssen entsprechende
Anträge an MusicXport gerichtet werden. Dabei greift MusicXport nur helfend
www.musicxport.nl
So Peter Smidt, Creative Director Buma Cultuur, beim Hearing der Inititive Musik am 21.
Janur 2008
68
69
70
s. Fragebogen im Anhang
Initiative Musik
77
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
ein, wenn die Produktion oder Tour nicht durch andere Mittel, z.B. die der
Plattenfirma, realisiert werden können. Sind die begrenzten Finanzmittel der
Initiative ausgeschöpft, wird die Förderung im betreffenden Jahr eingestellt.
Die Höhe der jeweiligen Fördermittel ist in die Kategorien „Top Support“ für
Künstler mit hoher Priorität und entsprechenden Erfolgschancen sowie „Basic
Support“ mit Tour- und Promotionbeihilfe für viel versprechende NewcomerActs unterteilt.
Zu
den
Top-Projekten
im
Jahr
2006
gehörte
unter
anderem
die
Unterstützung der UK-Tour der Band Within Temptation, die in Deutschland
in der Rock- und Gothic-Szene bereits zu den etablierten Acts gehört, nicht
zuletzt auch durch die jahrelange Unterstützung von Buma Cultuur und
MusicXport.nl. Die Veröffentlichung von Within Temptation in den USA und
eine US-Tour wurden 2006 ebenfalls entsprechend vorangetrieben.
2008 liegt der Schwerpunkt der Initiative auf der Promotion niederländischer
DJs in Großbritannien. Die Marketingoffensive steht unter dem Motto „Go
Dutch“ und promoted Marken wie den Amsterdam Dance Event oder Top-DJs
wie Tiësto unter anderem auf dem in der Dance-Szene legendären
Creamfield-Festival. Unterstützt wird „Go Dutch“ von den beteiligten
Plattenfirmen
aus
dem
Elektro-
und
Dance-Segment.
Mit
dieser
gemeinsamen Anstrengung soll das Marketing-Tool auf eigene finanzielle
Beine gestellt werden.
Für die Exportabteilung von Buma arbeiten 3 Mitarbeiter Teilzeit und einer ist
freiberuflich beschäftigt. Ruud Berends, der bei Buma Cultuur für MusicXport
Zuständige, teilte mit, dass in den vergangenen Jahren der niederländische
Musikexport um 10 bis 15 % zugenommen hat, nicht zuletzt aufgrund der
zahlreichen Aktivitäten, die Buma Cultuur, das Muziek Centrum Nederland
Initiative Musik
78
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
(MCN, ehemals NPI, s.u.) und MusicXport.nl im Ausland unternommen
haben.71
2.5.6 ETEP
Ein wegweisendes Projekt, das Buma Cultuur federführend ausrichtet, ist das
European Talent Exchange Program. Zielsetzung des ETEP ist es, den
europaweiten Austausch von Bands und Künstlern zu verstärken und ihnen
Auftrittsmöglichkeiten auf europäischen Festivals zu verschaffen.
Dazu findet jährlich im Januar während des Noorderslag Weekends in
Groningen das EuroSonic Festivals mit über 150 Konzerten statt. Die
beteiligten Künstler werden vom ETEP vorab ausgewählt, um den hohen
Qualitätsstandard
zu
gewährleisten.
Gefördert
wird
ETEP
von
der
Europäischen Union. Das European Music Office ist ebenfalls an dem Projekt,
das 2003 ins Leben gerufen wurde, beteiligt.72
Die Festivals, die Mitglied des ETEP sind, können die in diesem Pool
befindlichen Acts live begutachten und für ihr Festival buchen. Dazu haben
sie vorab einen Mitgliedsbeitrag gezahlt. Im Gegenzug bekommen sie die
präsentierten Bands aber auch für einen Festbetrag. Bemerkenswert ist, wie
viele internationale Karrieren von Künstlern aller Genres hier ihren Anfang
nahmen. So traten in Groningen schon die Kaiser Chiefs, die Editors oder
Franz Ferdinand als noch relativ unbekannte Bands auf. Seit 2003 wurden
durch ETEP insgesamt über 400 Showcases an die über 50 beteiligten
Festivals vermittelt. Darunter befinden sich auch deutsche wie das Hurricane,
das Melt! Festival oder Haldern Pop.
Der zweite wichtige Teil des ETEP-Ansatzes ist die Einbindung der Medien.
Sendeanstalten der EBU, der European Broadcasting Union, übertragen
Konzerte auf dem Noorderslag Weekend europaweit im Radio oder TV. Als
71
72
s. Fragebogen im Anhang
www.etep.nl
Initiative Musik
79
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
deutsche Teilnehmer sind so unter anderem der WDR-Jugendsender 1Live
und das Musikformat Rockpalast des Kölner Senders vor Ort. Außerdem
unterstützen zahlreiche Print-Titel die Veranstaltung.
Neben der Möglichkeit, auf internationalen Festivals gebucht zu werden, wird
den ETEP-Bands und Festivals also zusätzlich auch noch besondere mediale
Beachtung zu teil. Entsprechend begehrt ist von Künstler und Agentur-Seite
ein Platz im ETEP-Pool.
Neben der EBU und dem EMO sind weitere Partner des ETEP-Programms die
European Festival Association Yourope, die Promoter-Vereinigung Network
Europe und das IMMF, das International Music Managers Forum.
Vordergründig bietet ETEP vor allem Newcomer-Bands und Musikern die
Möglichkeit, ihre Publizität schlagartig zu steigern. Auf dem zweiten Blick
profitieren hiervon aber entscheidend die dahinter stehende Agentur, das
Management, die Plattenfirma, Medien und die Live-Veranstalter. Im Sinne
der Ceative Industries sind alle involvierten Parteien Nutznießer dieses auf
den Weg gebrachten Förderinstrumentes.
Zusammengefasst besteht das European Talent Exchange Program aus vier
wichtigen Teilbereichen und Zielsetzungen:
•
Verstärkung
des
Anteils
europäischer
Künstler
(insbesondere
Newcomer) auf europäischen Festivals
•
Mediale Begleitung und Promotion dieser Acts durch die beteiligten
Medien
•
Steigerung
des
Interesses
europäischer
Medien
und
Musikunternehmen an europäischen Künstlern
Initiative Musik
80
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
•
Der ETEP-Showcase soll Initialzündung zum Start einer internationalen
Musikkarriere sein
2.5.7 Muziek Centrum Nederland / Nationaal Pop Instituut
Im Rahmen der Neuaufstellung der niederländischen Popmusik-Förderung ist
das Nationaal Pop Instituut (NPI) zu Beginn des Jahres in das umfassende
Muziek Centrum Nederland (MCN)73 überführt worden. Inwieweit sich der
Charakter der NPI dabei verändern wird, ist noch nicht geklärt.
Das Jahresbudget der neuen Suprainstitution MCN soll jedoch 4,5 Millionen
Euro betragen, das aus dem Haushalt des Wirtschafts-, Außen- und
Kulturministeriums sowie durch Sponsoren gedeckt wird.74 Die Dimension
des Budgets verdeutlicht die Bedeutung, die der niederländische Staat dieser
Institution zurechnet. Entsprechend hoch ist die personelle Ausstattung: 30
Mitarbeiter sind Vollzeit beschäftigt, 35 Teilzeit und rund 50 arbeiten als
Freelancer für das MCN.
Das Muziek Centrum Nederland führt die Arbeit der in ihm fusionierten
Institutionen fort (Donemus, Gaudeamus, De Kamervraag, the Dutch Pop &
Rock Institute, Dutch Jazz Connection, Netherlands Jazz Archive und De
Jazzorganisatie).
Erfolgreich
laufende
Projekte
werden
in
bewährter
Aufstellung beibehalten. Dazu gehören auch Initiativen des Nationaal Pop
Instituut im Rock und Pop-Segment.
Da das MCN sich gerade erst in der Konsolidierungs- bzw. Findungsphase
befindet, wird im Folgenden die Arbeit des NPI bis zu diesem Zeitpunkt
vorgestellt. Das angeführte Förder-Portfolio bezieht sich also auf die
Aktivitäten der vergangenen Jahre.
73
74
www.muziekcentrumnederland.nl
s. Fragebogen im Anhang
Initiative Musik
81
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Das Nationaal Pop Instituut (NPI, internationaler Name Dutch Rock & Pop
Institute)
wurde
1975
vom
niederländischen
Kulturministerium
als
gemeinnütziger Verein mit dem Ziel der Förderung niederländischer PopMusik im In- und Ausland gegründet. Dazu gehören, genauso wie bei Buma
Cultuur, alle Spielarten des Pop, Rock und HipHop sowie Dance, Weltmusik
und Roots. Das NPI agiert als unabhängige Organisation, legt aber
gegenüber dem Kulturministerium als Träger Rechenschaft ab.
Das Dutch Rock & Pop Institute richtet sich vornehmlich an Musiker und
Bands und ergänzt somit die hauptsächlich auf den Business-Sektor
bezogenen Aktivitäten von Buma Cultuur. Die Arbeit des NPI gliedert sich in
zwei große Bereiche. Zum einen das „Mediacenter“, das allgemein der
Informationsverbreitung über niederländische Musik dient, und die Abteilung
„Promotion & Projekte“, die auch den Toursupport beinhaltet.
Das
Institut
unterhält
eine
umfangreiche
digitale
Datenbank
zur
niederländischen Musik und ihrer Geschichte. Anders als Dutchsound.nl zielt
diese aber nicht auf den B2B-Bereich, sondern auf Endkonsumenten. Die
niederländische Ausgabe der Seite findet sich unter www.popinstituut.nl. Die
englischsprachige Ausgabe, die aber weniger umfangreich ist, unter
www.hollandrocks.com.
Neben der Online-Enzyklopädie mit über 1.500 Einträgen hält das öffentlich
zugängliche Mediacenter in Amsterdam eine große Sammlung an Büchern,
Zeitschriften und Biographien zur niederländischen und internationaler
Popmusik bereit. Ebenfalls archiviert werden CDs, Demos und LPs von
niederländischen Künstlern. Außerdem wird das kostenlose Musikmagazin
FRET über die niederländische Musikszene publiziert und CDs aufgelegt. Die
Mitarbeiter
des
Pop
Instituts
stehen
für
Fragen
zu
Themen
wie
Karriereplanung, Booking, Copyright oder Ausbildung zur Verfügung und
können mit Adressen von Ansprechpartnern weiterhelfen.
Initiative Musik
82
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
NPI fördert zudem gelegentlich wissenschaftliche Forschungsprojekte im
Bereich der Popmusik und ist Mitglied der International Association for the
Study of Popular Music (IASPM).
Dient das Mediacenter vor allem Dokumentations- und Informationszwecken,
so zielt der Arbeitsschwerpunkt „Promotion & Projekte“ auf die direkte
Förderung niederländischer Künstler und ihrer Bekanntheit.
Junge Bands mit entsprechendem Potential ohne Plattenvertrag werden im
Rahmen des „Unsigned Projects“ auf einem Sampler veröffentlicht und
gemeinsam auf Tour geschickt. Dieses Projekt mit jeweils 10 Bands
unterschiedlicher Genres wird vom Pop Institute einmal im Jahr auf die Beine
gestellt. Das erste „Unsigned Project“ wurde 1997 aufgelegt.
Eine Plattform für niederländische Musik ist das jährliche Lowlands Festival in
Biddinghuizen. Unter dem Motto „Lowlands Flight To India” können sich hier
nationale Nachwuchsacts einem großen Publikum präsentieren. Diese
Initiative wurde von dem Nationaal Pop Institute in Zusammenarbeit mit
Mojo Concerts, dem Veranstalter des Lowlands, ins Leben gerufen. Parallel
wird dazu eine CD mit den beteiligten Künstlern unter dem gleichen Namen
herausgebracht.
Bezogen auf die internationale Promotion veröffentlicht NPI spezielle CDs, die
ebenfalls jährlich aufgelegt werden. Die Sampler mit niederländischen
Künstlern werden in Kooperation mit Radio Netherlands und Buma Cultuur
umgesetzt und weltweit an Medien- und Branchenvertreter verschickt. Seit
2003 organisiert das NPI zudem spezielle Showcases auf Branchenevents
und CDs unter dem Namen „Amsterdam Calling“ in den USA und Europa. NPI
ist Mitveranstalter der Noorderslag Musikkonferenz und richtet den „Pop Pers
Prijs” aus, der jährlich ebenfalls in Groningen an Musikjournalisten vergeben
wird.
Initiative Musik
83
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Zu den Messen, zu denen das NPI Delegationen entsendet oder Showcases
initiiert, gehören South By South West (SXSW) in Austin, Texas, CMJ in New
York, die Popkomm, die MusicWorks Conference in Glasgow oder In The City
in Manchester. Bei diesen Aktionen arbeitet das NPI eng zusammen mit
Buma Cultuur (s.o.). Im Jahr 2002 hat das NPI ein Austauschprojekt des
Lowlands mit dem südafrikanischen OppiKoppi Festival erstmalig organisiert.
Im Jahre 2005 wurde zusammen mit dem belgischen Sender Clear Channel
eine Tour unter dem Namen “Holland Sucks” durch das Nachbarland auf die
Beine gestellt.
Der Toursupport des Dutch Pop & Rock Institute wurde ins Leben gerufen,
um niederländischen Bands Konzerte und Touren im Ausland zu ermöglichen.
Dies ist neben der Erschließung neuer Absatzmärkte auch für die
künstlerischer Entwicklung von Künstlern entscheidend. War es vorher nur
bereits etablierten Acts möglich, im Ausland zu touren, so erhalten auch
Newcomer die Gelegenheit dazu. NPI gewährt feste Zuschüsse zu Reise- und
Interbringungskosten, je nach den Gesamtkosten und den Ländern, die
bereist werden.
2.5.8 Rockacademie
Neben
dem
im Jahr
1998
vom
Dutch
Rock
& Pop Institute
in
Zusammenarbeit mit Buma eingerichteten Lehrstuhl für populäre Musik an
der Universität Amsterdam ist vor allem die Rockacademie in Tilburg als
professionelle Ausbildungsstelle für das Musikgeschäft zu nennen.
1999 hat diese erste Einrichtung ihrer Art in den Niederlande ihre Tore
geöffnet. In Tilburg können sich Musiker, Techniker, Manager und Lehrer
ausbilden lassen. Das Nationaal Pop Instituut ist sowohl Mitbegründer der
Akademie als auch mit einem Sitz im Direktorium vertreten.75
75
www.rockacademie.nl
Initiative Musik
84
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Die Ausbildung an der Rock Akademie dauert vier Jahre und wird mit dem
Titel Bachelor of Music abgeschlossen. Aktuell sind rund 170 Studenten
eingeschrieben. Betreut wird der Studiengang, der der Fontys Association of
Schools
of
Higher
Professional
Education
angegliedert
ist,
von
30
Mitarbeitern.
Der Ansatz ist ähnlich wie der der Popakademie Mannheim: Junge Menschen,
die von und mit der Musiker ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen, sollen,
wie es in anderen Berufen Standard ist, professionell auf ihr Berufsleben
vorbereitet werden. Neben klassischen Rock-Instrumenten wie Gitarre, Bass
oder Schlagzeug, kann man sich hier auch auf das DJaying oder Produzieren
von Musik spezialisieren. Nach dem einjährigen Grundstudium können sich
die Studenten ihre Schwerpunkte selbst zusammenstellen.
Partner der Rockakademie sind neben dem NPI unter anderem die
internationale
School
of
Audio
Engineering
(SAE),
die
selbst
zwei
Ausbildungsstätten in Amsterdam und Rotterdam betreibt, Buma Cultuur und
das Institute for Music Management Education and Research76, ebenfalls ein
Angebot der Fontys Association. Neben der Unterstützung der genannten
Partner konnte die Rock Akademie auch eine Reihe von Sponsoren aus dem
Musikumfeld gewinnen.
76
www.muziekmanagement.nl
Initiative Musik
85
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.6 Norwegen
2.6.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 323,802 km²
Einwohner: 4,6 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: $53,000
Wirtschaftswachstum: 3.5%
Zahl der Internet Nutzer: 4,1 Mill.
Internet-Verbreitung: 88.0 %
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 120 Mill. $
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 26,1 $
Wachstumsentwicklung: -10,3%
Verkaufte Einheiten: 10,2 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 2,2
Wachstumsentwicklung: -10,5%
Piraterie-Level: unter 10%
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 4%
Herkunft des Repertoires: International 49%, national 47%, Klassik 4%
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 25%
Welt-Ranking: 20
2.6.2 Umfeld der Musikproduktion
Eine Besonderheit des norwegischen Musikmarktes ist der überaus hohe
Anteil
von
Tonträgern
einheimischen
am
Gesamtmarkt,
der
von
unabhängigen,
Plattenfirmen produziert wird. Mehr als 70% der jährlich
veröffentlichten CDs gehen auf das Konto der so genannten Indies.77
77
vgl.: www.fono.no
Initiative Musik
86
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Diese sind in FONO, The Association of Norwegian Independent Record
Companies,
organisiert.78
Bereits
1980
gegründet,
verzeichnet
der
Branchenverband inzwischen über 100 Mitglieder. Neben Lobbyarbeit,
Beratung und der Interessenvertretung seiner Mitglieder ist es das Ziel von
Fono, die Wertschätzung von Musik als ubiquitäres Kulturgut in Gesellschaft
und Politik zu verankern.
Dabei schließt FONO alle Arten von Musik ein, eine Besonderheit, sind doch
ansonsten Branchenverbände oft nach Genres fragmentiert. Um seine Arbeit
möglichst wirkungsvoll zu gestalten, engagiert sich FONO in den wichtigen
norwegischen Musik bezogenen Initaitiven und Organisationen wie der
Urheberrechtgesellschaft Gramo, dem Spellemann Committee oder Music
Export Norway. Bereits 1999 hat FONO für die unabhängigen norwegischen
Musikunternehmen eine Download- und Rechteclearingsseite eingerichtet.
www.phonofile.com wird inzwischen auch von schwedischen Indies genutzt.
2.6.3 by:Larm
Das wichtigste Schaufenster norwegischer Musik für das Ausland ist die
jährlich in einer anderen Stadt findende Musikmesse by:Larm. Vor allem aber
dient die größte Veranstaltung ihrer Art in Skandinavien dazu, die
norwegische Musikindustrie untereinander zu vernetzen.79
Zum 1998 erstmals in Trondheim ausgetragenen by:Larm gehören, wie bei
Musikmessen
üblich,
eine
B2B-Konferenz
und
ein
öffentliches
Festivalprogramm. In diesem stehen Newcomer, denen ein kommerzieller
Durchbruch zugetraut wird, im Mittelpunkt. Beim by:Larm 2008 in Oslo
fanden an drei Festivaltagen insgesamt 350 Auftritte vor insgesamt 18.000
Besuchern statt. Die Messe mit 53 Fach-Seminaren konnte rund 2.000
Vertreter der Musikbranche als Teilnehmer verzeichnen.
78
79
ebd.
www.bylarm.no
Initiative Musik
87
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
By:Larm finanziert sich durch die Ticketverkäufe, die 36% der Kosten
decken, Teilnehmergebühren (13%), Sponsoren (31%), Beihilfen der
gastgebenden Städte (12%) und sonstige Förderungen, die 4% ausmachen.
Das norwegischen Kulturministerium, der Norsk Kulturråd, trägt ebenfalls 4%
der Kosten. Organisiert wird die Messe von einer privatwirtschaftlichen nonprofit Organisation mit Sitz in Oslo.
Laut den Veranstaltern lässt es sich signifikant feststellen, dass der Erfolg
norwegischer Musik im Ausland nach Einführung der Messe gestiegen ist.
Von einem rein norwegischen Event hat sich by:Larm im Laufe der Jahre zum
internationalen Tor zu skandinavischer Musik entwickelt.
Eine Besonderheit, die das by:Larm 2006 einführte, und die inzwischen auch
von anderen Messen adaptiert wurde, sind die so genannten „Speed
Meetings“, vergleichbar mit „Speed Datings“, nur das es hier nicht um eine
Partnerschafts- sondern Geschäftsanbahnung geht.
2.6.4 Music Export Norway A/S
Das norwegische Musik Export-Büro ist eine Initiative jüngeren Datums. 2000
wurde Music Export Norway A/S von sechs Branchenverbänden als GmbH ins
Leben gerufen: IFPI Norway, FONO, NOPA (Norwegian Society of Composers
and Lyricists), GramArt (the Recording Artists Association), MFO Musicians
Union und Music Information Centre Norway.80
Aufgabe ist zum einen die Repräsentation der norwegischen Musikindustrie
gegenüber dem Ausland. Zum anderen unterstützt und berät Music Export
Norway
norwegische
Musikunternehmen
in
Export-Fragen.
Auch
die
norwegischen Gemeinschaftsstände und Showcases auf internationalen
Messen wie Midem, Popkomm, SXSW oder dem Eurosonic-Festival in den
Niederlanden werden von der Initiative organisiert. Dazu gehören auch die
Auflage von Promo-Samplern und Broschüren.
80
www.musicexportnorway.no
Initiative Musik
88
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Die Arbeit des anfänglich auf drei Jahre ausgerichteten Pilotprojektes bezieht
sich in erster Linie auf professionelle Produktionen und darauf, deren
Absatzchancen im Ausland zu erhöhen. Neben diesen nach außen
gerichteten Aktivitäten bietet Music Export Norway auch Seminare an und
archiviert norwegische Musik. Die Initiative der Industrie fungiert so als
Gatekeeper für ausländische Musikfirmen, Booker, etc., die Kontakte zu
norwegischen Firmen oder Musikern suchen.
Bei seiner Arbeit versucht Music Export Norway, wenn möglich, mit anderen
Institutionen oder Unternehmen zu kooperieren. Finanziert wird das ExportBüro von den teilnehmenden Verbänden. Das Jahresbudget beträgt rund
6.390.000,- Norwegische Kronen (795.000 Euro).81 Selbst erwirtschaftete
Finanzmittel, z.B. aus den Standgebühren norwegischer Musikfirmen,
machen ca. 10% des Budgets aus. Insgesamt sind für Music Export Norway
drei Mitarbeiter Vollzeit tätig.
Bei Großprojekten wie den „Norway Now“-Events auf der Midem 2002, mit
dem das Büro erstmals internationale auf sich und norwegische Musik
aufmerksam machte, wird die Arbeit vom norwegische Außenministerium
unterstützt. Alleine die Kosten für „Norway Now“ im Jahre 2002 in Cannes
betrugen 500.000 Euro, wie Amke Block in ihrer Studie feststellte.82 Einzelne
Projekte werden durch separates Fundraising finanziert.
2.6.5 Music Information Centre Norway
Das
MIC
Norway
ist
Teil
des
internationalen
Netzwerkes
der
Musikinformationszentren IAMIC, dem insgesamt 44 Institutionen in 38
Ländern angehören. Gegründet wurde das MIC bereits 1979 von der
81
82
s. Fragebogen im Anhang
s. Amke Block: „Studie Musikexportförderung“, Hamburg 2002, S. 42
Initiative Musik
89
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
norwegischen
Komponisten-Vereinigung
und
dem
norwegischen
Kulturministerium.83
Die Aufgabe des MICs ist allgemein die Förderung norwegischer Musik aller
Genres im In- und Ausland. Neben der Arbeit als Informationszentrum und
Musik-Archiv ist das MIC auch Ansprechpartner für die nationale und
internationale Musikindustrie und ist Mitbegründer von Music Export Norway.
Neben der Koordination internationale Messeauftritte und der Publizierung
des Online-Magazins Ballade.no leitet das norwegische MIC federführend das
Tour Support Programm des Außenministeriums für internationale Auftritte
norwegischer Künstler.
Finanzielle Unterstützung erhält das Music Information Centre Norway aus
Mitteln des Kulturministeriums. Im Jahr 2004 belief sich dessen Gesamtetat
auf rund 1,5 Millionen Euro. Rund zwei Drittel, also 1 Million Euro, wurden
dabei vom Staat zur Verfügung gestellt. Für das MIC arbeiten insgesamt 14
Personen Vollzeit.
2.7 Österreich
2.7.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 83,870 km²
Einwohner: 8,2 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: 38,400 $
Wirtschaftswachstum: 3.4%
Internet-Verbreitung: 5,5 Mill.
Zahl der Internet Nutzer: 56.3 %
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 130,3 Mill. $
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 15,9 $
83
www.mic.no
Initiative Musik
90
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Wachstumsentwicklung: -6,1%
Verkaufte Einheiten: 10,9 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 1,3
Wachstumsentwicklung: -2,7%
Piraterie-Level: unter 10%
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 5%
Herkunft des Repertoires: International 79%, national 9%, Klassik 12%
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 20%
Welt-Ranking: 19
2.7.2 Umfeld der Musikproduktion
Popmusik trifft in Österreich auf die gleichen Schwierigkeiten, wie sie auch
andere an Bevölkerung arme Länder vorfinden. Ein begrenzter inländischer
Markt, eine fragmentierte Szene kleiner und kleinster Label sowie ein
mitunter landesspezifisches Repertoire führen dazu, dass es für Künstler
schwer ist, ihr Auskommen zu finden.
Österreichische und schweizerdeutsche Musiker finden einen kleinen Vorteil
in der Sprachverwandtschaft mit Deutschland. Doch auch der Erfolg auf
diesem Markt ist nur wenigen vergönnt. Anders als im Schlager- und
Volksmusik-Segment tun sich österreichische Pop-Künstler schwer, sich in
den Charts des Nachbarlandes zu platzieren. Die berühmte Ausnahme von
der Regel sind aktuell Christina Stürmer und DJ Ötzi, der mit seinen Songs
geschickt zwischen den Genres wandelt.
Popularität in Deutschland konnten in der Vergangenheit vor allem Vertreter
des mundartlich eingefärbten „Austropops“ verzeichnen. Dazu gehören
Reinhard Fendrich, Erste Allgemeine Verunsicherung, Hubert von Goisern
und Liedermacher wie Wolfgang Ambros und Georg Danzer. Allen voran
natürlich der tragisch verunglückte Johann „Hans“ Hölzel, alias Falco, über
Initiative Musik
91
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
den der Rolling Stone titelte: „Weltberühmt in Austria“. In Wien existiert seit
den 90ern eine virulente Elektro-Szene, aus der heraus sich unter andrem die
DJs und Produzenten Kruder & Dorfmeister international etablieren konnten.
Aufgrund der skizzierten Ausgangslage ist Export-Förderung neben der
Stärkung des inländischen Marktes, an dem der Anteil einheimischer Künstler
mit 9% fast nur eine Randnotiz ist, vorrangiges Ziel der österreichischen
Musikförder-Initiativen.
Hauptansprechpartner für alle Belange Pop aus Austria betreffend ist das
Music Information Center Austria, mica. Das mica war auch maßgeblich an
dem über eine zweijährige Pilotphase allerdings nicht hinausgekommenen
Musikexportbüro AME beteiligt. Eine neue, Erfolg versprechende Initiative ist
AMAN, das Austrian Music Ambassador Network. Die auf betreiben
österreichischer Label gegründete Export-Vereinigung bietet ein Netzwerk
aus Fachleuten, die CD-Veröffentlichungen im Ausland, insbesondere
Deutschland, professionell begleiten.
Vorbild
der
österreichischen
Musikförderung
sind
andere
„Pop-
Schwellenländer“ wie Frankreich, Finnland oder Schweden, die es nicht
zuletzt aufgrund jahrzehntelanger Förderung geschafft haben, immer wieder
eine erkleckliche Zahl internationaler Stars hervorzubringen. Dabei ist sich die
österreichische Musikbranche bewusst, dass solche Erfolge nur durch eine
gemeinsame Kraftanstrengung und Kooperation aller beteiligten Parteien,
von Labels bis zu Verbänden und Künstlern sowie der Kulturpolitik, zu
erreichen sind.
Bislang allerdings konnten solche wegweisenden gemeinsamen Projekte noch
nicht auf die Bahn gebracht werden, was auch ein Grund für das Auslaufen
des Projektes Austrian Music Export (AME), ist. Außerdem wächst erst
langsam das gesellschaftliche Bewusstsein dafür, dass auch Popularmusik ein
förderungswürdiges und vor allem förderungsbedürftiges Kulturgut ist.
Initiative Musik
92
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
In diesem Punkt ist die Situation in Österreich, was die Pop-Musik
Förderbestrebungen anbelangt, durchaus mit der in Deutschland zu
vergleichen.
2.7.3 Music Information Center Austria (mica)
Die Zielsetzung des Music Information Centers Austria geht weit über die
Bestrebung anderer MICs hinaus. Neben der standardmäßigen Archivierung
und Informationsverbreitung von und über Musik aus Österreich, versteht
sich das mica „als Servicezentrum der Interessen der in Österreich lebenden
Musikschaffenden.“84
Neben der Arbeit als Anlaufstelle und Beratungsinstitution für nationale
Künstler
in
berufspraktischen,
ökonomischen,
rechtlichen
und
technologischen Fragen ist das mica auch international für die österreichische
Musikbranche aktiv und unterstützt entsprechende Export-Bestrebungen. Die
Hauptaufgabe von mica ist die einer „neutralen Kommunikationsplattform“
aller Musik-Akteure von Musikern, Medien und Musikunternehmen bis zu
Endkonsumenten.
Zu den Aufgaben des mica gehört auch die Entwicklung von Strategien für
erfolgreiches Marketing und Imageaufbau sowie zur Verbesserung der
Auftritts-
und
Auftragslage
von
Musikern.
Zudem
steht
das
Informationszentrum als Partner bei der Durchführung von Projekten im Inund Ausland bereit.
Die
Zielsetzung
des
mica
lässt
sich
unter
die
drei
Schlagworte
„Informationsverbreitung“, „Vermittlung von Praxiswissen“ und „Impulsgeber
für die Musikbranche“ subsumieren. Die Leistungen des mica stehen
Musikschaffenden kostenlos zur Verfügung.
84
www.mica.at
Initiative Musik
93
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Im Gegensatz zu anderen Musik-Informations-Zentren hat sich das als
Experten-Organisation konzipierte mica ganz zeitgenössischer Musik aller
Genres verschrieben. Gegründet wurde es 1994 auf Betreiben der
österreichischen Regierung. Grundlegendes Ziel war damals die Förderung
der Verbreitung des Repertoires österreichischer Künstler und Urheber.
Der auf Unabhängigkeit bedachte gemeinnützige Verein wird zum größten
Teil aus dem Etat des Kulturministeriums und der Kulturbehörde der Stadt
Wien finanziert. Insgesamt arbeiten für das mica fünf Mitarbeiter Voll- und
drei Teilzeit. Projektbezogen werden weitere Kräfte engagiert (zurzeit zwei
Mitarbeiter).85
Um den bestmöglichen Service anbieten zu können, kooperiert das mica
verstärkt mit Unternehmen aus den Bereichen Kultur, Technologie und
Wirtschaft. Diese Zusammenarbeit findet im Rahmen von Public-PrivatePartnerships statt.
Eine dieser Kooperationen war eine zusammen mit der „VW Sound
Foundation Österreich“ aufgelegte Talentschmiede und Talentunterstützung,
ähnlich dem deutschen VW-Projekt, in der Nachwuchsmusiker in Seminaren
und Workshops den Rat von Musikprofis einholen konnten.86
Nach seiner Gründung war das mica zuerst auch für die Organisation der
Gemeinschaftsstände der österreichischen Musikbranche auf Messen wie
Midem, Popkomm oder Womex zuständig.
Nach dem Regierungswechsel in Österreich im Jahre 2000 wurden die Mittel
des mica um rund 30% gekürzt. Als Folge daraus hat das mica seinen Fokus
verstärkt auf professionelle Musiker und Produzenten sowie Label und
Verlage gerichtet. In diesem Sinne agiert das mica mehr als Schnittstelle der
85
86
s. Fragebogen im Anhang
www.volkswagen.at/files/at/autoz/artikel/383.pdf
Initiative Musik
94
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Musikwirtschaft als als Künstlerportal. Gut zusammengefasst wird das Credo
von mica in dem Slogan "Information follows the purpose of promotion".
Ein Projekt, das mica federführend leitet, ist das Digital Music Education and
Training Projekt (DMET). Das hier zusammengestellte Unterrichts- und
Lernmaterial
soll
Musiker
fit
machen,
die
Vertriebs-
und
Marketingmöglichkeiten der neuen Medien effektiv zu nutzen.87
Finanziert wird das Projekt mit Mitteln aus den “Culture 2000”-Programm der
Europäischen Union. Neben dem mica sind daran auch weitere Music
Information Center und die Indie-Vereinigung Impala beteiligt.
Geführt wird das mica von einem dreiköpfigen Leitungsorgan, das von einem
Vereins-Kuratorium unterstützt wird. Geschäftsführender Direktor ist Peter
Rantasa.
2.7.4 Austrian Music Export (AME)
Das österreichischen Musik Export Büro AME war als zweijähriges Pilotprojekt
angelegt. Ins Leben gerufen und finanziert wurde es im Jahre 2004 vom
Music Information Center Austria (mica), der Stadt Wien und dem SKE Fond
der Verwertungsgesellschaft Austro Mechana.88
Zu den Projekten, die AME in den zwei Jahren seines Bestehens auf den Weg
gebracht hat, gehören unter anderem die Mitentwicklung und Umsetzung des
„European Tour Support“ Programms, Showcases mit österreichischen
Künstlern
auf
internationalen
Messen
sowie
die
Produktion
von
genrespezifische Katalogen und „Exporthandbüchern“ (in Kooperation mit
dem European Music Office) und die Präsentation österreichischer Musik im
Ausland.
87
88
www.dmet.eu
www.musikexport.at
Initiative Musik
95
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Auch die Musik Download Plattform „Many Musics“89 gehörte zu den
Aktivitäten des AME. Der digitale B2C-Vertrieb unterstützt vor allem auch
Nischenrepertoire von Jazz über Metal bis zu Experimentalmusik und macht
den Katalog österreichischer Indies zugänglich. Zurzeit sind dort mehr als
12.000 Titel erhältlich.
Many Musics steht allen Musikern, Musikproduzenten und Labels offen. Ziel
ist
die
Erschließung
internationaler
digitaler
Vertriebswege
und
Exportmöglichkeiten für Nischenkünstler und die KMUs (kleine und mittlere
Unternehmen) unter den österreichischen Plattenfirmen. Die Audiofiles
stehen im mp3-Format ohne DRM (Digital Rights Management) zur
Verfügung.
Die
erzielten
Einnahmen
werden
dabei
mit
geringen
Betriebskosten-Abzügen direkt an die Rechteinhaber weitergeleitet.
Entwickelt wurde Many Musics vom AME mit Unterstützung des IAMIC
(International Network of Music Information Centers) und mica im Rahmen
des EU Projekts Kultur 2000. Heute wird Manymusics von mica geführt.
Genauso wie Many Musics zielte die gesamte Arbeit des AME auf aktuelle
Musik jedweden Genres. Dabei wurde in verschiedenen Bereichen auf die
bereits vom mica geleistete Arbeit aufgebaut. Während seiner Tätigkeit hat
das AME den größten Förderbedarf bei kleineren, unabhängigen Labels
ausgemacht, die insbesondere auch die kulturelle Vielfalt eines Landes
repräsentieren.
Insgesamt, so das AME in seinem Abschlussbericht, muss eine bessere
Abstimmung zwischen Kultur- und Wirtschaftspolitik bei der Umsetzung von
Musikexport-Projekten erzielt werden. Insbesondere die Wirtschaftsförderung
sollte hier unterstützend tätig werden, um den musikalischen Erfolg
österreichischer Künstler im Ausland zu forcieren. Um den Anschluss an die
Entwicklungen und die Musikförderinstitutionen in anderen Ländern nicht zu
89
www.manymusics.org
Initiative Musik
96
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
verlieren, muss außerdem eine langfristige Basisförderung des Export-Büros
gewährleistet werden.
Als weitere Erkenntnisse aus der AME Projektphase wurde festgehalten, dass
es zum einen sinnvoll ist, mit etablierten Partnerorganisationen wie dem
French Music Export Office zusammenzuarbeiten und an deren Infrastruktur
zu
partizipieren,
und,
zum
zweiten,
dass
der
Aufbau
einer
gesamteuropäischen Musikvertretung beispielsweise in den USA und China
unumgänglich ist.
Das abschließende Fazit des AME lautet, dass „eine Sicherung der
musikalischen Vielfalt nur durch eine Bündelung aller Beteiligten in einer
schlanken Organisationsstruktur möglich“ ist. Nicht zuletzt aufgrund der
positiven
Reaktionen
von
Musikern,
Labels,
Veranstaltern
und
Projektpartnern streben die beteiligten Partner eine Fortsetzung des
Pilotprojekts an. Dabei soll weiterhin von den organisatorisch erprobten
Strukturen und Kontakten des mica profitiert werden.
Robert Pinzolits, Geschäftsführer Karate Joe Records und Vorstandsmitglied
des VTMÖ (Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und
Musikproduzenten Österreich90), erläuterte im Abschlussbericht des AME
noch einmal die Notwendigkeit eines Export-Büros:
„Es wäre sinnvoll, wenn AME und VTMÖ an gemeinsamen Konzepten
arbeiten würden, die den Betreffenden die prinzipiellen Zusammenhänge der
Musikwirtschaft vermitteln. Themen wie Urheberrecht, Verwertungsrecht,
Struktur
des
Marktes
Verwertungsgesellschaften,
und
Preisgestaltung,
deren
Nutzen
und
Marketing-Strategien,
Pflichten
sowie
unternehmerisches Basiswissen wären sehr relevante Themen.“91
www.vtmoe.org
s. Abschlussbericht „Austrian Music Export – Pilot gelungen, Fortsetzung wünschenswert“
auf www.musicexport.at
90
91
Initiative Musik
97
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Bislang jedoch konnte die weitere Finanzierung des Projektes nicht
gewährleistet werden und das, obwohl das AME sich zu Gute hält, „im
zweiten Geschäftsjahr und mit Ende der Pilotphase ausgeglichen bilanziert“
zu haben.
Ein Hindernis, das einem Fortbestehen im Wege steht, ist die Tatsache, dass
trotz der allgemeinen Anerkennung der Notwendigkeit eines Export-Büros,
sich die Musikbranche und alle assoziierten Organisationen bislang nicht auf
ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten.
2.7.5 AMAN – Austrian Music Ambassador Network
Nach dem Auslaufen des österreichischen Musik Export Büro AME ist AMAN,
neben den Aktivitäten von mica, die vorrangige Export-Initiative Österreichs.
Das
Austrian
Music
Ambassador
Network
ist
ein
relativ
junger,
exportorientierter Zusammenschluss österreichischer Labels. Aufgabe ist es,
in einer gemeinsamen Kraftanstrengung der Musikbranche internationale
Promotion- und Imageoffensiven für Musik aus Österreich aufzulegen.92
Der Startschuss für AMAN fiel im Jahr 2006. Gründungsmitglieder des
Vereins sind 17 Labels. Die Interessenvertretung steht allen österreichischen
Plattenfirmen offen, die ihre Produkte international vertreiben wollen. Aktuell
sind 22 Labels Mitglied von AMAN.
Seine Arbeit offiziell aufgenommen hat AMAN am 1. März 2007. Zielmärkte in
der Konsolidierungsphase sind, nahe liegender Weise, Deutschland und
England.
Das Konzept von AMAN baut auf Networking und Kooperation als
grundlegendes Instrument auf. Aufgrund des begrenzten inländischen
92
www.aman.ag
Initiative Musik
98
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Marktes ist es gerade für kleine Labels mit Nischenrepertoire unumgänglich,
ihre Produkte auf ausländischen Musikmärkten zu platzieren.
Dazu hat AMAN ein Netzwerk von Botschaftern gewonnen, die die Zielmärkte
als Insider kennen. Bislang sind vier solcher „Ambassadors“ für AMAN tätig.
Drei von ihnen sind in Deutschland angesiedelt, zwei davon in Hamburg,
einer in Köln. Der vierte Botschafter ist Experte für Großbritannien und
betreut österreichisches Repertoire von London aus. Die Zuständigkeit der
deutschen Botschafter ist nach Genres differenziert. Fachgerecht beraten
werden so Veröffentlichungen aus den Bereichen Jazz, Electronic & WorldMusic sowie Alternative und Rock & Pop. Der UK-Ambassador ist für alle
Genres zuständig.
Die Botschafter verfügen über Erfahrungen in Medien und in der
Phonoindustrie. Ihre Aufgabe besteht unter anderem darin, Kontakte
herzustellen und österreichische Labels bei Design und Promotion zu
beraten. Ein CD-Cover, das in Österreich die Käufer überzeugt, muss
mitunter für den deutschen Markt neu gestaltet werden. Das gleiche gilt für
begleitende Werbekampagnen, die nicht ohne Reibungsverluste einfach auf
andere Märkte übertragen werden können. Hier ist die Kenntnis der
Gepflogenheiten und Strukturen vor Ort nötig.
Teil des AMAN-Netzwerkes sind neben den Botschaftern auch Grafiker und
Web-Designer, PR-Agenturen, Veranstalter und Booker sowie weitere Partner
aus dem Musikumfeld.
Die Dienstleistungen von AMAN stehen allen Mitgliedern offen. Vereinsintern
werden
zudem
auf
Labelkonferenzen
spezielle
„Priority-Releases“
ausgewählt, auf deren Vermarktung besonderes Augenmerk gerichtet wird.
Über diese informiert die Webseite www.aman.ag.
Ein weiterer Bestandteil des AMAN-Konzeptes ist der der Aufbau von
Partnerschaften zwischen Independent- und Major-Labels, Institutionen des
Initiative Musik
99
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Musikwesens und Fördereinrichtungen. Insgesamt soll so ein internationaler
Kommunikations- und Veröffentlichungssupport für österreichische Label
eingerichtet werden.
2.7.6 Projekt pop! / AKM
Das Projekt pop! ist eine Initiative des 1985 gegründeten AKM Fonds GFÖM
(Gesellschaft zur Förderung österreichischer Musik). Aufgabe ist die
Konzeption, Organisation und Durchführung von Popmusik-Förderprojekten
in Österreich.
Gegründet wurde das Projekt pop! im Jahre 1997. Im Jahr 2000 wurde die
Arbeit
der
umfassenden,
Fördereinrichtung
effizienten,
auf
Grundlage
zukunftsweisenden
des
„Konzeptes
einer
Popmusikförderung
in
Österreich" neu ausgerichtet.93
Erstellt wurde die 400 Seiten starke Evaluation von Projektleiter Harry Fuchs.
Dazu wurden Expertisen von Fachleuten zu relevanten Themenbereichen
eingeholt, Fachgespräche mit Key Playern der Musikbranche geführt und
mögliche Nutznießer zu ihren Bedürfnissen befragt.
Während Initiativen wie AMAN auf die Unterstützung der Musikwirtschaft
abzielen, spricht das Projekt pop! basisnah Musikschaffende an. Zu den
Förderinstrumenten in den Segmenten Ausbildung und Karrierestart gehören
die
pop!-Promotionsampler,
Songwriting-Workshops,
feedBack
Demo
Listening Session, die Musikbusiness-Plattform music2deal und ein MusikerVeranstalter-Netzwerk, „Veranstalterweb“ genannt.
Neben
konkreten
Serviceangeboten
leistet
das
Projekt
pop!
auch
Informations- und Aufklärungsarbeit in den Bereichen Politik, Medien und
Wirtschaft. Insgesamt will die Initiative Hemmschuhe für Musikschaffende
93
www.projektpop.com
Initiative Musik
100
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
aus dem Weg räumen und nachhaltig bessere Rahmenbedingungen für die
österreichische Musikentwicklung schaffen.
Einmalig aufgelegte Pilotprojekte des Projekts pop! waren unter anderem
eine Kooperation zwischen Musikuniversität und Unterrichtsministerium, die
„Austrian Sound Odyssey“-MP3-CD für internationale Musikmessen und die
Easy Drivers Compilation. Dabei wurden 30.000 Exemplare der Promo-CD mit
österreichischen Bands und Künstlern gratis verteilt. Ebenfalls ein Testballon
war das Popstar Training Center, das als Ausbildungsmodul für Musiker
konzipiert war.
Träger und Initiator des Projekt pop! ist die „Staatlich genehmigte
Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger“94 bzw. deren
Tochter GFÖM. Die private Genossenschaft AKM (Autoren, Komponisten und
Musikverleger)
ist
Österreichs
erste
(gegründet
1897)
und
größte
Urheberrechtsgesellschaft. Höchste Instanz ist die Generalversammlung, die
den Aufsichtsrat und den Vorstand wählt. In diesen Gremien sitzen
ausschließlich Mitglieder der Genossenschaft. Die Zentrale befindet sich in
Wien, die AKM unterhält aber in jedem Bundesland eine Geschäftsstelle.
Insgesamt beschäftigt die AKM rund 150 Mitarbeiter.
Neben dem Projekt pop! unterstützt die GFÖM95 im Auftrag der AKM, deren
Fördermittel sie treuhänderisch verwaltet, auch weitere Projekte auf Antrag
und legt eigene auf.
Dazu
gehört
unter
anderem
die
dokumentarische
Tonträger-Reihe
"Österreichische Musik der Gegenwart", die nach einer finanziell bedingten
Unterbrechung heute unter dem Namen "Zeitton" zusammen mit dem ORF
weitergeführt wird. Außerdem finanziert die die AKM/GFÖM zu einem großen
Teil die Kosten für österreichische Gemeinschaftsständen auf internationalen
94
95
www.akm.co.at
www.gfoem.at
Initiative Musik
101
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Musikmessen wie der Popkomm und Midem und legt für den Musikunterricht
in Schulen Unterrichtsmaterialien auf.
Bei der Vergabe von Mitteln werden die von der Generalversammlung der
AKM aufgestellten Förderrichtlinien umgesetzt. Über die Anträge entscheiden
die neun Geschäftsführer der GFÖM, die alle dem Vorstand der AKM
angehören. Grundsätzlich muss ein zu förderndes Projekt, direkt oder
indirekt, den Mitgliedern der AKM zu Gute kommen.
2.7.7 Österreichischer Musikfonds
Aufgabe des Österreichischen Musikfonds ist die Förderung professioneller
österreichischer Musikproduktionen, um deren „Verwertung und Verbreitung
zu steigern und Österreich als Kreativstandort zu stärken.“96
Finanziert
wird
der
als
Verein
organisierte
Fond
aus
Mitteln
des
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk) und von der
österreichischen Musikwirtschaft. Namentlich: die Verwertungsgesellschaften
AKM, Austro Mechana, LSG Produzenten und LSG Interpreten, IFPI Östereich
und Wirtschaftskammer (Fachverband Audiovisions- und Filmindustrie).
Insgesamt stehen dem Musikfond auf diese Weise rund 700.000 Euro jährlich
zur Verfügung.97
Der Musikfonds ist auf die Förderung professionelle Musikproduktion
beschränkt. Beantragt werden können unter anderem Mittel für die
Produktion eines Albums. Maßgeblich für einen positiven Förderbescheid ist
die „Eignung als Kulturgut mit österreichischer Prägung, die Professionalität
in der Produktion und die Verwertungsmöglichkeit im In- und Ausland.“98
www.musikfonds.at
s. Fragebogen im Anhang
98
ebd.
96
97
Initiative Musik
102
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Es gilt das Subsidiaritäts-Prinzip: Die Kosten der Produktion werden maximal
zu 50% übernommen. Der maximale Förderbetrag für eine Album-Produktion
liegt bei 50.000 Euro. In den Genuss der Förderung kommen nur Musiker,
Verlage oder Labels, die ohne Unterstützung des Fonds ein bestimmtes
Projekt nicht realisieren können. Der nötige Eigenanteil kann auch in Form
von Sach- oder Personalleistungen eingebracht werden.
Ein weiteres Projekt des Österreichischen Musikfonds ist das ToursupportProgramm.99 Ziel ist es, das Umfeld für die Auftritte österreichischer Künstler
innerhalb des Landes zu verbessern. Vorrangig werden hier Künstler
unterstützt, deren Album-Produktion bereits vom Fond gefördert wurde. Die
Tour, das Konzert, der Festival-Auftritt sollte hierbei vor allem der
Bewerbung des fertigen Produkts dienen.
Die Förderung ist hier an die gleichen Bedingungen geknüpft. So sollte die
Tour ohne Mittel des Fonds nicht durchführbar sein. Dabei wird die Höhe der
finanziellen Beihilfe individuell je nach Bedürfnissen und Aufwand berechnet
und zweckgebunden vergeben. Maximal 1.000 Euro werden pro Konzert
bereitgestellt. Eine Tour wird maximal mit 10.000 Euro bezuschusst.
Außerdem bietet der Fond die Kontaktvermittlung zu Veranstaltern,
Medienleistungen
durch
Kooperationspartner
des
Fonds
und,
soweit
verfügbar, einen Tourbus an.
Prinzipiell
können
Musikverlagen
alle
und
Komponisten,
Labels
Interpreten,
Unterstützung
Musikproduzenten,
beantragen,
insofern
sie
österreichische Staatsbürger sind oder der Hauptsitz der Firma sich in
Österreich
befindet. Dabei
sind Staatsbürger
der
EU
Einheimischen
gleichgestellt, insofern ihr Projekt einen direkten Bezug zu Österreich hat
(s.o.).
Geleitet wird der Österreichischer Musikfonds von einem fünfköpfigen
Vorstand,
99
der
von
der
Mitgliederversammlung
bestimmt
wird.
www.toursupport.at
Initiative Musik
103
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Geschäftsführer des Vereins ist Mag. Harry Fuchs. Der Fond wird von einem
Vollzeitmitarbeiter betreut.
Mittelverwendung Österreichischer Musikfonds100
(Prozentualer Anteil vom jährlichen Budget)
Förderausschüttung Produktionsfonds
70 %
Förderausschüttung Tour-Support
15%
Administration, Marketing, Web u.a.
15%
2.7.8 Austro Mechana - SKE
SKE ist die „Soziale und kulturelle Einrichtung“ der gemeinnützigen
„mechanisch-musikalischen“
Verwertungsgesellschaft
Austro
Mechana.
Finanziert wird der Fond aus der Leermedienvergütung. SKE fördert damit
soziale Einrichtungen sowie klassische und populäre Musik.101
Gefördert werden prinzipiell nur Mitglieder von Austro Mechana, die ihre
Tantiemen von der Urheberrechtsgesellschaft erhalten. Jährlich gehen über
700 Anträge auf Förderung bei der SKE ein. Im Pop-Bereich werden unter
anderem in Kooperation mit dem RadioKulturhaus des ORF die Produktion
von Tonträgern in so genannten „Sommerstudios“ unterstützt, bei denen im
Juli und August bis zu fünf Studiotage kostenlos für professionelle
Produktionen zur Verfügung gestellt werden.
Ebenfalls gefördert werden können Musikveröffentlichungen im Internet,
Promotion und Booking österreichischer Künstler sowie kleine Labels und
Online-Vertriebe. Die SKE war auch an der Finanzierung des zweijährigen
Pilotprojektes eines österreichischen Musikexport Büros beteiligt (s.o.). Der
Schwerpunkt
liegt
bei
allen
geförderten
Projekten
auf
aktueller,
einheimischer Musik.
100
101
s. Fragebogen im Anhang
www.austromechana.at
Initiative Musik
104
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
2.8 Schweiz
2.8.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 41,290 km²
Einwohner: 7,6 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: 41,100 $
Wirtschaftswachstum: 3.1%
Zahl der Internet Nutzer: 5,2 Mill.
Internet-Verbreitung: 69.2 %
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 182,2 Mill. $
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 24 $
Wachstumsentwicklung: -11,5%
Verkaufte Einheiten: 13,6 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 1,8
Wachstumsentwicklung: -17,1%
Piraterie-Level: unter 10%
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 3%
Herkunft des Repertoires: International 83%, national 9%, Klassik 8%
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 7,6%
Welt-Ranking: 14
2.8.2 Umfeld der Musikproduktion
Die bundesstaatlich organisierte Schweiz stellt mit ihren vier Landessprachen
Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch auch in Hinsicht auf die
Musikförderung einen Sonderfall dar. Initiativen in diesem Segment beziehen
sich vor allem auf die jeweilige Sprachregion und haben die Stärkung der
jeweiligen Sprache und Kultur als Zielsetzung. In der Regel sind diese
Initiative Musik
105
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Musikfördereinrichtungen privater Natur. Nach Genres aufgesplittet, steht
Klassik in der Aufwendung von Fördermitteln an erster Stelle.
Obwohl die Musikindustrie eine nicht unerhebliche Stellung innerhalb der
Gesamtwirtschaft einnimmt, ist die Schweiz in erster Linie, der Größe des
Landes und der Sprachverwandtschaft zu Deutschland geschuldet, ein
Import-Land für Musik. So nehmen einheimische Musikproduktionen nur 9%
des insgesamt verkauften Repertoires ein. In den Schweizer Metropolen
existiert jedoch eine virulente, vernetzte Musikszene, die neben den
Majorlabels aus zahlreichen unabhängigen Labels, Produzenten, Musikern
und Veranstaltern besteht.
Auch hier stehen die Sprachgrenzen einer nachhaltigen Entwicklung auf
einem nationalen Level im Wege. Kaum ein Schweizer Künstler schafft es, in
allen Landesteilen gleich erfolgreich zu sein, was den Absatzmarkt für
einheimische Produktionen in der mit rund 7,6 Millionen Einwohnern sowieso
gering bevölkerten Schweiz noch weiter minimiert.
Alleine im dominierenden Landesteil, der deutschsprachigen Schweiz, ist der
Markt groß genug, dass hier erfolgreiche Künstler von ihren Produkten leben
können. Ein Beispiel dafür sind Mundart-Sänger und Bands, die alleine von
dem einheimischen Absatz ein erkleckliches Auskommen finden. In der
Französisch
sprechenden
Schweiz
sind
Künstler
hingegen
auf
den
französischen Markt angewiesen, wo jedoch der Wettbewerb ungemein
härter ist, als in ihrem Heimatland. Noch aussichtsloser ist die Situation in
der italienischen Schweiz und für die rätoromanische Minderheit.
Aufgrund dieser Gegebenheiten - und für die Größe des Landes durchaus
erstaunlich - ist die Dichte an Fördereinrichtungen und Förderangeboten in
der Schweiz äußerst hoch. Auf dem von Migros Kulturproduzent zusammen
mit
dem
Bundesamt
für
Kultur
betriebenen
Informationsdienst
www.kulturfoerderung.ch sind alleine für den Bereich Rock, Pop und Dance
unter der Rubrik „Förderung und Wettbewerbe“ 240 Einträge zu finden.
Initiative Musik
106
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Die Institutionen, die diese anbieten, reichen von privaten Initiativen und
lokalen Gemeinden über Kantone bis zur Bundesebene. Die größte Gruppe
bilden dabei mit 70 Einträgen die privaten Initiativen, die kleinste die vom
Bund aufgelegten Förderangebote mit 8. Erstaunlich: Rein mengenmäßig ist
das Klassiksegment in der gleichen Rubrik mit 295 Einträge nur geringfügig
besser gestellt. Für alle kulturellen Bereiche umfasst die Datenbank rund
5.000 Adressen.
2.8.3 Pro Helvetia
Eine
Institution,
die
auch
Popularmusikförderung
betreibt,
ist
die
Kulturstiftung Pro Helvetia. Ihre Aufgabe ist es, „kulturelle Bestrebungen von
gesamtschweizerischem Interesse zu fördern“. Der Schwerpunkt liegt dabei
auf
zeitgenössischer
Kunst
und
Kultur.
Dafür
steht
insgesamt
ein
Jahresbudget von rund 33 Millionen Schweizer Franken zur Verfügung. Die
Stiftung öffentlichen Rechts wurde bereits 1939 gegründet und wird zu 100
Prozent vom Staat finanziert und getragen.102
Bei ihrer Gründung war es das Ziel von Pro Helvetia, die kulturelle
Unabhängigkeit
der
Schweiz
gegenüber
dem
nationalsozialistischen
Deutschland zu bewahren. Die Organisation und die Aufgaben der Stiftung
sind 1965 in einem eigenen Gesetz niedergelegt worden.
Pro Helvetia fördert professionelle Kulturschaffende, die entweder einen
Schweizer Pass oder ihren Wohnsitz in der Schweiz haben. Ziel ist es, den
Künstlern „bestmögliche Bedingungen für die Entstehung und Verbreitung
ihrer Werke zu schaffen.“ Das schließt sowohl die inländische Präsentation
als auch Auftritte im Ausland mit ein.
102 www.prohelvetia.ch
Initiative Musik
107
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Zur Förderung der Begegnung mit ausländischen Künstlern unterhält Pro
Helvetia, ähnlich dem Goethe Institut, Dependancen im Ausland. Das erste
Schweizer Kulturzentrum dieser Art wurde 1985 in Paris gegründet.
Verbindungsbüros existieren zudem in Kairo, Warschau, Kapstadt und Neu
Delhi.
Neben dem interkulturellen Dialog unterstützt Pro Helvetia den kulturellen
Austausch zwischen den verschiedenen Sprachregionen, eine integrative
Aufgabe, der aufgrund der Sonderstellung der Schweiz besondere Bedeutung
zukommt.
Das Förderportfolio von Pro Helvetia besteht neben finanzieller Unterstützung
aus Beratung, Vermittlung von Kontakten und logistischer Hilfe. Ein von Pro
Helvetia mitfinanziertes Projekt ist das Schweizer Musikexport-Büro Swiss
Music Export. Zu Förderschwerpunkten wie Verständigung im Inland,
interkultureller Dialog, Volkskultur oder Tanz initiiert Pro Helvetia auch
eigene Programme.
Das oberste Gremium von Pro Helvetia ist der Stiftungsrat, dessen aktuell 25
Mitglieder vom Bundesrat gewählt werden. Insgesamt arbeiten für die
Stiftung mit Sitz in Bern 58 Mitarbeiter Vollzeit. Das Sekretariat von Pro
Helvetia befindet sich in Zürich. In den Außenstellen arbeiten über 15
Angestellte Vollzeit. In der Musikabteilung sind ein Vollzeitangestellter und
vier Teilzeitangestellte beschäftigt.
Pro Helvetia erhält alle vier Jahre einen Rahmenkredit vom Parlament
zugesprochen. Für die Periode 2004-2007 betrug dieser 137 Millionen
Franken (84 Mill. Euro). Das operative Budget besteht jährlich aus etwa 25
Millionen Schweizer Franken (15,3 Mill. Euro) für Unterstützungsbeiträge und
Programme. Davon werden rund 43% (11 Millionen Franken/ 6,7 Mill. Euro)
für die inländische Kulturförderung und rund 57% (14 Millionen Franken/ 8,6
Mill. Euro) für die Förderung von Projekten im Ausland ausgegeben. Die
Initiative Musik
108
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Mittel, die für die Musikförderung aller Genres ausgegeben werden, liegen
jährlich bei rund 2,5 Millionen Schweizer Franken (1,5 Mill. Euro).103
Die Maxime von Pro Helvetia ist es, in erster Linie subsidiär in Erscheinung zu
treten. Neben den eigenen Projekten richtet sich die Unterstützung vor allem
an Kulturschaffende und Veranstalter, die auch von anderen Förderstellen,
wie z.B. Kantonen oder Gemeinden, mitfinanziert werden.
Rund 3.000 Künstler und Projekte bewerben sich jährlich um Förderung.
Rund 47% der Gesuche wird entsprochen. Die kleinste Fördersumme beträgt
rund 500 Franken (rund 300 Euro), z.B. als Reisekostenzuschuss. Für
Großprojekte mit einem weit gefassten kulturellen Auftrag werden bis zu
300.000 Franken (185.000 Euro) gewährt. Über Förderanträge mit einem
Volumen von bis zu 20.000 Franken entscheidet die Geschäftsstelle. Die
Bewilligung größerer Beträge fällt in die Zuständig des Stiftungsrates.
Die Förderstruktur teilt sich grob in zwei Hauptbereiche auf. Zum einen wird
die Produktion von Kunst selbst gefördert, zum anderen steht die Kunst- und
Kulturvermittlung in Publikationen, Ausstellungen etc. im Mittelpunkt. Die
Beurteilung von Fördergesuchen richtet sich nach der vom Bundesrat
erlassenen Beitragsverordnung.
Damit ein Künstler oder ein Projekt von Pro Helvetia gefördert wird, muss
eine Reihe von formalen und inhaltlichen Kriterien erfüllt werden (s.u.). Je
höher die Zahl der zutreffenden Kriterien, desto höher ist die Chance auf
einen positiven Förderbescheid.
103
s. Fragebogen im Anhang
Initiative Musik
109
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Förderrichtlinien Pro Helvetia:
•
Das Projekt muss über einen klaren Bezug zur kulturellen Schweiz
verfügen
•
Es muss überregionale, nationale oder internationale Ausstrahlung
aufweisen oder Pilotcharakter haben
•
Projekte
müssen
ein
angemessenes
Kosten-Nutzen-Verhältnis
aufweisen
•
Das Thema oder die Umsetzung muss innovativ sein
•
Das Projekt muss Nachhaltigkeit versprechen
•
und öffentlich zugänglich sein (gilt auch für Fachveranstaltungen)
•
sowie professionell umgesetzt werden
•
Sofern Projekte das Inland betreffen, müssen sie von anderen
Geldgebern (ausgenommen jene auf Bundesebene) mit unterstützt
werden, denn Pro Helvetia finanziert Vorhaben nie vollständig
•
Sofern Projekte im Ausland stattfinden, müssen sie von lokalen
Veranstaltern finanziell mitgetragen sein; der Finanzierungsanteil, den
Pro Helvetia ins
Auge
fasst, hängt von
der
wirtschaftlichen
Leistungskraft des Gastlandes ab
2.8.4 Schweizer Musikrat
Der Schweizer Musikrat (SMR) ist der Dachverband aller im Bereich der Musik
tätigen nationalen Organisationen und Musikschaffenden. Er vertritt die
Interessen von rund 500.000 Musiker und Musikerinnen sowie von
60 Mitgliederorganisationen. Der Musikrat engagiert sich unabhängig von
Genres für den Erhalt und die Entwicklung der Musikkultur in der Schweiz.104
Dazu
gehören
neben
professionellen
Musikern
auch
rund
2000 Blasmusikvereine, 1850 Chören, rund 200 Berufs- und Laienorchestern,
104
www.miz.ch
Initiative Musik
110
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
8 Musiktheatern, 380 Musikschulen mit 233 000 Schülerinnen und Schülern
und alle anderen Ausbildungsstätten für musikbezogene Berufe.
Gegründet wurde der SMR 1964 auf Betreiben des Internationalen
Musikrates, einer nicht Regierungsorganisation unter dem Dach der UNESCO,
und unter Beteiligung prominenter Mitglieder des Schweizer Musiklebens. Der
SMR ist in der Schweiz die maßgebliche Anlaufstelle für alle die Musik
betreffenden Fragen.
Zu seinen Aufgaben gehören die Interessenvertretung gegenüber der
Öffentlichkeit und der Politik sowie die Einmischung in bildungs- und
kulturpolitische Fragen. Zudem unterhält er Kontakte zu ausländischen
Partnerorganisationen und organisiert den Informationsaustausch und die
Koordination zwischen den verschiedenen musikalischen Bereichen.
2.8.5 Swiss Music Export (SME)
Aufgrund der von den Sprachgrenzen bestimmten und limitierten besonderen
Situation des Schweizer Musikmarktes (s.o.), nimmt der Export für Schweizer
Künstler eine herausragende Position ein, wollen sie von ihren Produkten
leben.
Das Schweizer Musik Export Büro SME wurde Anfang 2003 auf Initiative der
vier Kulturorganisationen Migros-Kulturprozent, Pro Helvetia, SUISA-Stiftung
und FCMA (Fondation romande pour la Chanson et les Musiques Actuelles)
gegründet.105
Die Zielsetzung des Vereins Swiss Music Export ist allgemein die Förderung
der in der populären Musik tätigen Unternehmen sowie insbesondere die
Steigerung der Exportchancen für Schweizer Musiker und Produzenten. Die
Hauptzielmärkte für Swiss Music Export sind nahe liegender Weise
Deutschland und Frankreich sowie Großbritannien.
105
www.swiss-music-export.com
Initiative Musik
111
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
In Bezug auf den Europäischen Markt ist Swiss Music Export die Schnittstelle
für Kommunikation und Kooperation zwischen der schweizerischen und der
internatonalen Musikindustrie.
Um diese Aufgaben zu erfüllen, organisiert Swiss Music Export regelmäßig
Messeteilnahmen wie z.B. auf der Midem, dem Sonar oder der Popkomm.
Zudem werden eigene Showcases auf die Beine gestellt, wie beispielsweise
La Suisse in London, das die schweizer Dance-Szene in den Mittelpunkt stellt.
Mit diesen Promotion-Aktionen soll zudem ein weiteres Kernanliegen von
SME erreicht werden: Verstärkte Präsenz von Schweizer Künstlern aller PopGenres in Europäischen Medien.
Swiss Music Export wird von einem Präsidenten, Frau Anita Fetz, und zwei
Direktoren, Jean Zuber (ehemals Präsident von Action Swiss Music; s.u.) und
Marc Ridet, geleitet. Strategische Grundsatzentscheidungen fällt das SMEKomitte, das aus Vertretern der SME-tragenden Institutionen wie MigrosKulturprozent,
SUISA,
Pro
Helvetia,
Fondation
CMA,
der
Schweizer
Interpreten-Stiftung oder dem Phonoproduzentenfonds besteht.
Dass internationale Erfolge möglich sind, belegen etablierte Schweizer
Künstler wie DJ Bobo, Stephan Eicher, Krokus, Yello oder Andreas
Vollenweider, die allerdings bislang noch die Ausnahme von der Regel
darstellen. Aktuell ist die Schweizerin Stefanie Heinzmann in Deutschland
erfolgreich. Die 19-Jährige wurde aber in einer Casting-Show im deutschen
Fernsehen, TV Total, entdeckt.
Zu den Projekten von Swiss Music Export gehört es, Schweizer Newcomer
auf Festivals und speziellen Showcases auf den Zielmärkten zu präsentieren.
Das angebotene Spektrum reicht dabei von Chanson, Pop und Rock über
HipHop bis zu elektronischer Musik. Swiss Music Export stellt PromotionTools wie Webseiten und Sampler bereit und sammelt Informationen über
Initiative Musik
112
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
die Zielmärkte. Interessierte ausländische Musikfirmen werden im Gegenzug
über das Schweizer Musikangebot informiert und zu Festivals eingeladen.
Schweizer Musikunternehmen werden bei ihren Auftritten auf internationalen
Branchenevents unterstützt. Swiss Music Export legt eigene Export-Projekte
auf, fördert Export-Initiativen und schafft Export-Anreize für Schweizer
Künstler und Unternehmen. Ebenso werden spezielle Events mit Schweizer
Künstlern im Ausland organisiert.
Als relativ junge Institution will sich Swiss Music Export an etablierten
europäischen Förderinstitution, die zum Teil unter dem Dach des European
Music Offices organisiert sind, orientieren und mit diesen zusammenarbeiten.
Zur Auswahl der zu unterstützenden Musiker und Firmen hat Swiss Music
Export einen Kriterienkatalog aufgelegt. Dazu gehören die Einschätzung der
Erfolgschancen der CD, der Tour oder des Genres, mögliche mediale
Berichterstattung und das künstlerische Potential der Antragsteller. Für Swiss
Music Export ist es deshalb von größtem Interesse, genau die Zielmärkte und
die musikalischen Entwicklungen dort zu beobachten.
Im Jahresbericht 2006 zeigt sich mit Swiss Music Export mit dem bisher
Erreichten in den prioritären Zielmärkten Deutschland und Frankreich
durchaus zufrieden, beklagt aber, dass die die bisher erreichten Ergebnisse
erahnen lassen, „dass die finanziellen und strukturellen Grundlagen unseres
Vereins verstärkt werden müssen, um die offensichtlich erfolgreichen
Zukunftsperspektiven nachhaltig zu konsolidieren.“106
In den vier Jahren der Existenz von SME wurde vor allem Grundlagenarbeit
geleistet. „Der Zuzug von neuen Partnern und ein verstärktes Engagement
der bestehenden Partner müssen zu einem Wachstum der Struktur und zu
einer Erhöhung der zur Verfügung stehenden Mittel führen“, so Anita Fetz,
106
s. SME Jahresbericht 2006
Initiative Musik
113
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Ständerätin Basel-Stadt und Präsidentin Swiss Music Export, im Jahresbericht
2006.
2.8.6 MIGROS Kulturproduzent
Kulturproduzent ist die Stiftung der führenden Schweizer Einzelhandelskette
Migros. Genossenschaftlich organisiert, hat es sich diese zum Ziel gesetzt, ein
Prozent ihres Gewinnes jährlich in die Kulturförderung zu investieren (“Migros
culture Percentage”).
Das zentrale Anliegen von Migros Kulturproduzent ist es, „den Menschen den
Zugang zu heutigen künstlerischen Ausdrucksformen zu ermöglichen: als
Kulturschaffende und als Publikum.“107 Der damit ins Auge gefasste Auftrag
ist für Migros ein gesellschaftlicher: „Kulturelle Projekte sind nicht primär ein
Wirtschaftsfaktor, sondern stiften einen Mehrwert für die Gesellschaft. In
einer globalisierten Welt werden Fragen nach Identität ausgeprägter. An
diesen Scharnieren schafft Kultur Brückenschläge, verbindet unterschiedliche
kulturelle Kontexte, stiftet Neugier und fördert das Verständnis für Neues
und Ungewohntes.“108
Für den Migros-Genossenschafts-Bund stehen dabei in erster Linie Projekte
von gesamtschweizerischer Relevanz im Mittelpunkt. Die Förderung lokaler
Projekte obliegt den regionalen Genossenschaften. Eine hervorzuhebende
Initiative
ist
die
Datenbank
www.kulturfoerderung.ch
(s.o.),
die
Kulturproduzent zusammen mit dem Schweizer Bundesamt für Kultur
unterhält.
Populäre Musik in der Schweiz fördert Migros-Kulturprozent unter anderem
mit dem Projekt M4Music.109 Das Konzept von m4music umfasst drei
107
108
109
www.kulturprozent.ch
ebd.
s. www.m4music.ch
Initiative Musik
114
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Bereiche. Als erstes die Demotape Clinic, die seit über 10 Jahren eine
Standortbestimmung für Schweizer Nachwuchsmusiker bietet. Profis aus der
Musikbranche bewerten hier die eingereichten Demo-CDs. 2008 nahmen
insgesamt 640 Bands und Künstler dieses Angebot wahr. Die besten
Einsendungen werden bei den Demotape Clinic Live-Events präsentiert und
von den anwesenden Experten kommentiert und auf ihre Marktchancen hin
abgeklopft.
Das zweite Standbein von m4music ist die zweitägige Conference mit
Paneldiskussionen zum Stand der Popmusik und des Musik-Business. In
diesem Jahr drehte sich die Konferenz mit prominenten Experten wie
Louisville Records-Chef Patrick Wagner und Prof. Dr. Karlheinz Brandenburg
(Erfinder des MP3-Formates) um Indielabels und die digitale Umwälzung der
Branche. Zudem bieten Musikprofis Workshops für den ambitionierten
Nachwuchs an.
Das an der Außenwirkung gemessen bekannteste Projekt ist das jährliche
dreitägige
m4music-Festival
mit
über
30
Bands
und
DJ’s.
Neben
internationalen Top-Acts wie in diesem Jahr Panic! At The Disco und Carl
Craig ist dies auch eine repräsentative Plattform, um schweizerische Bands
einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren.
M4music
richtet
sich
also
gleichermaßen
an
Branchenprofis,
Semi-
Professionelle sowie Nachwuchsmusiker aller Genres und Endkonsumenten.
Ein auf die Mitglieder der virulenten Schweizer Elektro-Szene zugeschnittenes
Angebot ist „Home made - Labor für Musik und Medien“.110 Hier wird mit
selbstgebauten
Instrumenten
und
zweckentfremdeter
Alltagstechnik
experimentiert. Vermittelt wird dieser Do-It-Yourself-Ansatz in Workshops,
Konzerten und Vorführungen. Auf die neuen Medien und Technologien
bezieht sich die Veranstaltungsreihe "digital brainstorming"111, die für
110
111
www.homemade-labor.ch
www.digitalbrainstorming.ch
Initiative Musik
115
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Interessierte diese Evolution mit geladenen Experten aus den Neuen Medien,
Wissenschaft, Kunst und Erziehung beleuchtet.
Ebenfalls von Migros Kulturproduzent unterhalten werden Kulturbüros in
Bern, Zürich und Genf. Diese bieten Musikern, Künstlern und allgemein
Kulturschaffenden die Möglichkeit, die Infrastruktur der Einrichtungen zu
nutzen. Dazu gehören neben allgemeiner Beratung Videoschnittplätze und
Kleintransporter. Die Kulturbüros wollen unbürokratisch Hilfe zur Selbsthilfe
leisten und stellen auf ihrer Website www.kulturbuero.ch
kostenlose
Informationen wie die Online-Version des Handbuchs der öffentlichen und
privaten Kulturförderung bereit.
Nicht auf Popmusik bezogen, aber doch ein erwähnenswertes Projekt, ist das
Label "Musiques Suisses", das die klassische Schweizer Musikgeschichte
portraitiert und jährlich bis zu 20 CDs veröffentlicht. Der Gesamtkatalog der
weltweit lieferbaren CDs umfasst über 250 Titel.
2.8.7 SUISA FOUNDATION
Die 1923 als Genossenschaft gegründete SUISA (Suisse Auteurs) ist die
Schweizerische Gesellschaft für die Rechte der Urheber musikalischer Werke.
Ihr gehören über 25.000 Komponisten, Textautoren und Musikverleger aus
der Schweiz und Lichtenstein an. Insgesamt nimmt SUISA die Rechte von
über 1,7 Millionen in- und ausländischen Künstlern in der Schweiz wahr.112
Analog zum Migros Kulturprozentsatz stellt die Urheberechtsgesellschaft
jährlich 2,5% ihrer Einnahmen aus Aufführungs- und Senderechten der
SUISA-Stiftung für Musik zur Verfügung. Die Stiftung wurde 1989 gegründet
und löste die Kommission „Kulturprozent der SUISA“ ab.
112
www.suisa.ch
Initiative Musik
116
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Die SUISA Foundation fördert Schweizer Musik aller Genres. Zu ihren
Kernaufgaben gehören die Förderung Schweizer Komponisten und ihrer
Musikverlage, die Veröffentlichung von Anthologien aller Musikstile und die
Bewerbung Schweizer Musik im In- und Ausland. Die SUISA-Stiftung stellt
auch die Informationen über Schweizer Künstler auf die internationale
Chordatenbank www.musicanet.org.
Ein vor allem auf populäre Musik bezogenes Projekt der SUISA-Stiftung ist
der Swiss Music Club.113 Seit über 20 Jahren vertritt dieser die Schweiz auf
der Midem und bietet Künstlern, Labeln, Verlegern und Produzenten die
Gelegenheit, sich der musikalischen Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Dazu
gehören Live-Konzerte und die Nutzung von Synergieeffekten.
Der Gemeinschaftsstand der Schweizer Musikbranche wird auch von der
Schweizer Sektion der IFPI, der Schweizer Interpreten-Gesellschaft SIG, dem
Schweizer Business Network OSEC, dem Förderprogramm des Schweizer
Kulturministeriums Pro Helvetia, Swiss Music Export, der Französischen
Urheberrechtsgesellschaft
SACEM
und
privatwirtschaftlichen
Sponsoren
getragen bzw. unterstützt.
Die SUISA-Stiftung unterstützt Projekte von Komponisten und Künstlern aller
Genres mit einem finanziellen Beitrag, der auf ein bestimmtes Projekt
bezogen und in der Regel auf ein Jahr befristet ist. Die Entscheidungen über
Förderungen müssen vom Aufsichtsrat genehmigt werden. Anträge auf
Förderung müssen einen Finanzplan, Presseveröffentlichungen zum Projekt
und eine genaue Beschreibung des Vorhabens enthalten.
Ein weiteres Angebot der SUISA Foundation ist die Internet-Plattform
www.swissdisc.ch. Die umfassende Musik-Datenbank aller Genres wird
zusammen mit der schweizerischen Landesphonotek betrieben und umfasst
über 200.000 Veröffentlichungen mit Bezug zur Schweiz. Zugleich dient sie
als Kontaktschnittstelle der und zur Schweizer Musikszene.
113
www.swissmusicclub.com
Initiative Musik
117
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Neben diesen Kernanliegen vertritt die SUISA-Stiftung die Schweiz als
Mitglied in FESAM (Fonds Européen des Sociétés d’Auteurs pour la Musique)
und vergibt Preise an Komponisten, die einen herausragenden Beitrag zum
Ansehen der Schweizer Musik geleistet haben.
2.8.8 ACTION SWISS MUSIC
Action Swiss Music ist ein Verein, der sich gesamtschweizerisch als nationale
Interessenvertretung für aktuelle Schweizer Pop-Musik einsetzt. Kernanliegen
ist die Anerkennung und Förderung von Popularmusik als gleichberechtigter
Teil der Schweizer Kulturszene.
Neben der Lobby-Arbeit in Politik, Kulturorganen und Medien bietet der
Verein kostenlose Informationen und Beratung für Musiker. Dazu gehören
neben allgemeinen Tipps („Wie bekomt man Auftrittsmöglichkeiten?“,„Wie
bekommt man einen Plattenvertrag“) auch weitergehende Fragen zum
Thema Förderung oder Urheberrecht.114 Eine direkte finanzielle Förderung
von Musikern oder Unternehmen bietet der Verein nicht an.
Den 25. Geburtstag feierte Action Swiss Music 2006 auf der m4music (s.o.).
1981 als "Aktion Mundart-Rock", ein Genre das zu dieser Zeit wenig populär
war, gegründet, wurde die Zielsetzung des Vereins immer breiter, bis sie alle
Arten moderner Pop-Musik umfasste. Diese Öffnung wurde 1987 in der
Umbenennung "Aktion CH-Rock" auch nach außen manifestiert. 1999 erstellt
die „Action“ wie sie sich mittlerweile selbst nennt im Auftrag der Schweizer
Interpreten Gesellschaft (SIG; s.u.) eine Musik-Datenbank und koordinieren
die Auszahlung der Interpreteneinnahmen aus Live-Auftritten im Radio und
TV. 2002 tauft sich der Verein erneut um und heißt jetzt „Action Swiss
Music“.
114
www.actionswissmusic.ch
Initiative Musik
118
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Geleitet wird Action Swiss Music von einem Vorstand, dessen aktueller
Präsident der Musiker und Produzent René Baiker ist. Der jährlich von der
Mitgliederversammlung gewählte Vorstand setzt sich aus mindesten fünf
Mitgliedern zusammen, die aus mindestens zwei Sprachregionen stammen
müssen. Im Vorstand von Action Swiss Music bildet einen Querschnitt durch
die Musikbranche: Hier engagieren sich Musiker und Veranstalter sowie
Vertreter der Medien und der Phonoindustrie.
Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich in Wabern bei Bern. Ein Büro
für die Romandie ist in Lausanne angesiedelt. Finanziert wird die Arbeit von
Action Swiss Music aus Mitgliedsbeiträgen, Betriebserträgen sowie Spenden
und Fördergeldern von privaten und öffentlichen Institutionen. Von
staatlicher Seite wird die Arbeit von Action Swiss Music vom Bundesamt für
Kultur (BAK) unterstützt.
Das Gesamtbudget des Vereins beläuft sich pro Jahr auf rund 110.000
Schweizer Franken (68.000 Euro).115 Rund 50% davon werden zum einen
durch Mitgliedsbeiträge, zum anderen durch einen Beratungsauftrag der
Schweizerischen Interpretenstiftung selbst aufgebracht. Insgesamt arbeiten
für die „Aktion“ zwei Mitarbeiter Teilzeit.
Ein kulturpolitisches Anliegen, für das sich Action Swiss Music engagiert hat,
ist die Charta der Schweizer Musik, die 2004 von Vertretern der Schweizer
Musikschaffenden und der Schweizerischen Radio und Fernsehgesellschaft
SRG SSR idée suisse unterzeichnet wurde.
Kern der Charta ist eine stärkere Berücksichtigung von Schweizer Musik in
den Radioprogrammen der SRG. Die beteiligten Parteien legen dabei in
einem
Dialogorgan
jährlich
Richtwerte
für
den
Anteil
nationaler
Musikproduktionen fest.116 Maßgeblich beteiligt an der Aushandlung der
Charta war der Action-Geschäftsführer Bruno Marty. Die Lobbyorganisation
115
116
s. Fragebogen im Anhang
www.radiomisere.ch
Initiative Musik
119
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
engagiert sich außerdem für eine stärkere Berücksichtigung von kreativen
Leistungen bei der Revision des Schweizer Urheberrechtsgesetzes.
Neben Lobbyarbeit und kostenloser Beratung von Musikern ist Action Swiss
Music Mitveranstalter des praxisorientierten Workshops "Das Musikbusiness",
organisiert die "Contact Lounge" auf der m4music, veröffentlicht den "Action
Rock-Guide" und stellt neue Schweizer CDs im regelmäßigen Newsletter
"Swiss-Music-News" vor.
Mittelverwendung A.S.M.
(Prozentualer Anteil vom jährlichen Budget)117
Marketing/Promotion
1
%
Tour-Support, Konzerte, Messen
0
%
Marktanalyse
0
%
Branchen-Informationsdienst
0
%
Online-Präsenz
8
%
Datenbanken und Dokumentation
20
%
Laufende Betriebskosten
10
%
Personalkosten
60
%
Verschiedenes
1
%
2.8.9 Verband Schweizer Musikschaffender (VSM)
Der Verband der Schweizer Musikschaffenden (VSM) hat es sich auf die
Fahne geschrieben, für mehr Anerkennung der Schweizer Musik in
Gesellschaft und Medien einzutreten.118 Insbesondere Pop Musik ist, so
Geschäftsführer Heiri Dürst, der den VSM 1998 ins Leben rief, in der Schweiz
nicht als „Kultur“ anerkannt. Dies schlage sich insbesondere in den
unzureichenden
Förderstrukturen
im
Vergleich
zur
Klassik
und
Volkstümlichen Musik nieder.119
s. Fragebogen im Anhang
www.vsmusic.ch
119
Zitate Heiri Dürst s. Fragebogen im Anhang
117
118
Initiative Musik
120
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Haupttätigkeitsfeld des VSM, der seit 2001 Mitglied im Schweizer Musikrat
(SMR) ist, ist die Betreuung und Förderung junger, noch unbekannter
Künstler und Bands. Vor allem sollen diese einer größeren Öffentlichkeit
vorgestellt werden.
Zur Verbreitung der Musik der geförderten Bands hat der VSM ein eigenes
Vertriebsnetz aufgebaut, den "swiss music pool" (SMP). Zurzeit werden rund
180 Partner (von kleinen, unabhängigen CD-Läden bis zu großen Musik- und
Multimediaketten) beliefert. Das Repertoire des VSM ist auch online unter der
Plattformen CeDe.ch und Thunderdome.ch erhältlich.
Neben dem Vertriebsnetz hält der VSM mit Helvetic Production auch ein
eigenes Label bereit und arbeitet mit Tonstudios zusammen, in denen Bands
von Fachleuten bei der Produktion unterstützt werden. Für die Einhaltung
des Urheberrechts sorgt ein eigener Verlag. Das „Rundum-Sorglospaket“ für
Musiker umfasst auch die anschließende CD-Herstellung und die Promotion
des fertigen Produktes, von der Bemusterung von Radiostationen bis zur
Pressearbeit.
Um in den Genuss der Unterstützung des VSM zu gelangen, muss man
Mitglied sein. Der Jahresbeitrag für aktive Mitglieder beläuft sich auf 160
Franken (98 Euro). Die in Anspruch genommenen Dienstleistungen werden
vom VSM nach einer Preistabelle abgerechnet.
Im Überblick beziehen sich die Dienstleistungen und die professionellen
Beratungen, die der private Verband anbietet, auf folgende Punkte:
•
Songauswahl
•
Konzertgestaltung und -organisation
•
Optimierung der Bühnenpräsenz
•
Benutzung des Produktionslabels Helvetic
•
Productions HP
Initiative Musik
121
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
•
Benutzung des Vertriebsnetzes swiss music pool SM
•
Beistand in den Bereichen Management und Booking
•
Einkaufsvergünstigungen in verschiedenen Musikhäusern
•
Vergünstigungen bei der Automiete
Das jährlich zur Verfügung stehende Budget des VSM gibt Heiri Dürst mit
120.000 Schweizer Franken (74.000 Euro) an.120 Diese wird zu 100% vom
Verband selbst aufgebracht, und zwar durch:
•
Mitgliederbeiträge
•
Einnahmen aus dem Vertrieb von Ton- und Tonbildträgern
•
Spenden und Sponsoren-Einnahmen
•
Einnahmen aus sonstigen Aktivitäten und Serviceleistungen
Die Arbeit des VSM wird neben dem Posten des Geschäftsführers auf zwei
Teilzeitangestellte und 10 Freelancer verteilt.
Mittelverwendung VSM
(Prozentualer Anteil vom jährlichen Budget)
Marketing/Promotion
10
%
Tour-Support, Konzerte, Messen
10
%
Marktanalyse
0
%
Branchen-Informationsdienst
10
%
Online-Präsenz
20
%
Datenbanken und Dokumentation
15
%
Laufende Betriebskosten
15
%
Personal
15
%
Verschiedenes
5
%
120
s. Fragebogen im Anhang
Initiative Musik
122
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
3 Musikförderung in Übersee
3.1 Australien
3.1.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 7,686,850 km²
Einwohner: 20,6 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: 36,300 $
Wirtschaftswachstum: 3.9%
Zahl der Internet Nutzer: 15,5 Mill.
Internet-Verbreitung: 75.9 %
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 403,5 Mill.
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 19,6 $
Wachstumsentwicklung: -3,6%
Verkaufte Einheiten: 42,3 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 2,1
Wachstumsentwicklung: +1,4%
Piraterie-Level: unter 10%
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 5%
Herkunft des Repertoires: International 59%, national 35%, Klassik 6%
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 10%
Welt-Ranking: 7
3.1.2 Umfeld der Musikproduktion
Stets ein wenig abseits und unbeachtet vom internationalen Musikgeschehen
floriert in Australien eine beeindruckende Musikszene, die Top-Stars wie Kylie
Minogue, AC/DC, Nick Cave oder Midnight Oil hervorgebracht hat. Allerdings
Initiative Musik
123
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
waren diese oft gezwungen, den Umweg über London oder andere
europäische Metropolen zu wählen, um sich der Weltöffentlichkeit zu
präsentieren. Notgedrungen zu Exilanten wurden so in den Achtzigern die Go
Betweens oder aktuell Gabriella Cilmi.
Ein wichtiger Faktor des australischen Musikmarktes ist die Australasian
Performing Right Association (APRA), die generell die Anliegen australischer
Musiker und Unternehmen vertritt. Die 1926 gegründete gemeinnützige
Urheberrechtsgesellschaft verzeichnet über 47.000 Mitglieder. Zu ihren
Aufgaben gehört auch die Vergabe zahlreicher Awards, bei denen
einheimische Musiker und Komponisten geehrt werden.121 Zusammen mit der
Provinz New South Wales organisiert APRA die jährliche Musikmesse Song
Summit Sydney.
Jedes Jahr werden 1,25% der APRA-Einnahmen für die Musikförderung
aufgewendet. In erster Linie können sich hier Institutionen um finanzielle
Beihilfen
bewerben,
die
die
Wahrnehmung
australischer
und
neuseeländischer Musik erhöhen.122
2007 / 2008 wurden aus diesem Topf unter anderem die Country Music
Association of Australia (CMAA), die Australian Songwriter's Association und
das Australian Music Radio Airplay Project (AMRAP) (s.u.) gefördert. Künstler
profitieren
in
diesem
Sinne
nur
indirekt
von
dem
Fördertopf
der
Urheberrechtsgesellschaft.
3.1.3 Australian Music Office und Austrade
Die Aufgabe des Australian Music Office ist die Promotion australischer Musik
im Ausland und die Förderung des Musik-Exportes. Dazu gehören die
Organisation von Messeteilnahmen, Beratung in Exportfragen und Kurse
unter anderem in der Nutzung neuer Technologien.123
www.apra.com.au
s. Fragebogen im Anhang
123
www.australianmusicoffice.com
121
122
Initiative Musik
124
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Gegründet wurde das AMO 2005 in der Folge des Australia-United States
Free Trade Agreement (AUSFTA) von der australischen Export-Behörde
Austrade. Dieser ist das AMO als Unterbehörde zugeordnet. Bei seiner Arbeit
für die australische Musikindustrie kann das Musikexportbüro auf das
verzweigte Netz der Austrade-Niederlassungen von 60 Büros weltweit
zurückgreifen.
Partner des Australian Music Office sind alle wichtigen Musikverbände und
Initiativen Australiens wie die Indie-Vereinigung AIR, die Australian Music
Associatio, die Australian Recording Industry Association und APRA, die
Australasian Performing Right Association .
Bei der Organisation von Gemeinschaftsständen auf Musikmessen wie
Popkomm, Midem oder SXSW arbeitet das AMO mit Sponsoren zusammen.
Austrade ist die Exportförderbehörde der australischen Regierung und
Ansprechpartner auch für Unternehmen der Creative Industries in ExportFragen.124 Ins Leben gerufen wurde Austrade 1985 auf Grundlage des
Australian Trade Commission Act.
Neben Informationen und Beratung bietet Austrade auch „Export Market
Development Grants“ (EMDG) an. Insbesondere sollen mit dieser finanziellen
Unterstützung KMU (kleine-und-mittlere-Unternehmen) zum Export ermutigt
und unterstützt werden.
Das Programm erstattet bis zu 50% der Marketing und Promotion-Kosten,
die im Rahmen des Exports entstehen. Dazu gehören unter anderem die
Kosten für Promotion-Artikel, für Auslandsrepräsentanten oder MesseTeilnahmen.
Exportwillige
Unternehmen
können
auch
die
Hilfe
der
internationalen Niederlassungen von Austrade, die den australischen
Botschaften beigeordnet sind, in Anspruch nehmen.
124
www.austrade.gov.au
Initiative Musik
125
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
In der Vergangenheit hat Austrade auch die Gemeinschaftsstände der
australischen Musikindustrie auf Messen gefördert. Dieses Programm wurde
jedoch eingestellt, wie Stefan Jedele mitteilte, der im Frankfurter Office von
Austrade als einziger Angestellter für Musikunternehmen zuständig ist.125
Zielvorgabe ist es, dass sich Messeteilnahmen auf der Popkomm etc. durch
Sponsoren und Standgebühren selbst tragen.
3.1.4 AIR – Australian Independent Record Labels Association
Die Vereinigung der australischen Independent Labels, AIR, entstand aus
informellen
Treffen
von
in
Sydney
und
Melbourne
beheimateten
Plattenfirmen und Branchenkräften, die nach Möglichkeiten suchten, ihre
Position auf dem australischen Musikmarkt zu stärken.126
Offiziell gestartet ist AIR im Jahre 1996. 1998 unterstützte erstmals das
Ministerium für Kunst und Kultur die Indie-Vereinigung finanziell. Zu Beginn
seiner Tätigkeit produzierte AIR vor allem Promotion-CDs, die im Radio, bei
den Medien und den Musikhändlern für Produktionen ihrer Mitgliedern
werben sollten, und nahm mit einem Gemeinschaftsstand an dem
Branchenevent Pacific Circle Music teil. Aus den 25 Gründungsmitgliedern ist
inzwischen eine Vereinigung mit über 350 assoziierten Firmen erwachsen.
Die Aufgabe von AIR ist in erster Linie Lobbyarbeit und die Vertretung der
Interessen der unabhängigen australischen Plattenfirmen. Dazu arbeitet AIR
unter anderem mit staatlichen Institutionen und dem Australian Music Radio
Airplay Project (AMRAP) zusammen. Die nicht gewinnorientierte Gesellschaft
bietet für ihre Mitglieder unter anderem Seminare, Rechtsberatung und
Informationen an und hilft bei Vertragsverhandlungen. Neben der Arbeit im
Inland ist AIR auch auf ausländischen Messen für die australische
125
126
s. Fragebogen im Anhang
www.air.org.au
Initiative Musik
126
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Musikindustrie präsent und tritt unterstützend bei Export-Anstrengungen in
Erscheinung.
Das Credo von AIR ist es, dass der großen Marktmacht der Major-Label nur
mit einer kollektiven Kraftanstrengung der unabhängigen Plattenfirmen
begegnet werden kann. AIR ist Mitglied des weltweiten Indie-Netzwerkes
WIN. Geleitet wird AIR von einem Aufsichtsrat und Management-Team. Die
gewählten Aufsichtsratmitglieder kommen einmal im Monat zu einem Treffen
zusammen.
Dabei
steht
die
AIR-Mitgliedschaft
allen
unabhängigen
Musikfirmen unabhängig vom Genre offen.
3.1.5 Australian Music Online und AMRAP
Das Pilotprojekt Australian Music Online (AMO) war Teil des 1998 von der
australischen
Regierung
aufgelegten
Förderprogramms
für
die
Musikindustrie. Grundlegend für diese Initiative war das Ziel, die Position
australischer Musik am Markt zu stärken.127
Bezogen auf Pop-Musik sollten ausgehend von dieser Initiative Strategien für
die Online-Promotion und das Online-Marketing australischer Musikfirmen
entwickelt werden. Insgesamt hatte das AMO-Projekt eine Laufzeit von 4
Jahren. Beginnend in 2003 wurden auf der Webseite www.amo.org.au
Informationen und Musikdateien bereitgestellt, was Plattenfirmen mit
Nischenrepertoire zu einer größeren Öffentlichkeit und Möglichkeiten der
Online-Vermarktung verhalf. Obwohl die Seite noch online ist, wird sie seit
2007 nicht mehr aktualisiert.
Aufgrund der Größe des Landes spielen lokale Radiostationen in Australien
eine gewichtige Rolle. AMRAP, das Australian Music Radio Airplay Project, hat
127
www.amo.org.au
Initiative Musik
127
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
es sich zum Ziel gesetzt, den Anteil australischer Musik im Programm dieser
rund 400 Stationen zu erhöhen.128
Dazu können sich lokale Sender bei AMRAP anmelden, das von australischen
Labels zur Verfügung gestellte CDs weiterverteilt. Die Sender wiederum
informieren AMRAP, welche Titel gespielt wurden. Neben Labels können auch
Musiker ihre CDs über AMRAP verteilen lassen. Dabei können alle Arten
populärer Musik eingereicht werden. Mitarbeiter geben die CDs dann
entsprechend der Genres an interessierte Stationen weiter.
Der Promotion-Wert dieser Initiative ist nicht zu unterschätzen: Die
Reichweite der von AMRAP bemusterten Sender ist beachtlich und aufgrund
der Vielzahl der oft mit viel Engagement betriebenen Sender findet hier auch
Nischenrepertoire Liebhaber. AMRAP selbst wird von der Community
Broadcasting Foundation (CBF) finanziert. Geleitet wird es von der
Community Broadcasting Association of Australia.
128
www.amrap.org
Initiative Musik
128
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
3.2 Kanada
3.2.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 9,984,670 km²
Einwohner: 33,2 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: 38,400$
Wirtschaftswachstum: 2.7%
Zahl der Internet Nutzer: 22 Mill.
Internet-Verbreitung: 65.9 %
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 529,8 Mill. $
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 15,95$
Wachstumsentwicklung: -9,1%
Verkaufte Einheiten: 53,0 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 1,6
Wachstumsentwicklung: -6,6 %
Piraterie-Level: unter 10%
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 6%
Herkunft des Repertoires: International 71%, national 25%, Klassik 4%
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 6%
Welt-Ranking: 6
3.2.2 Umfeld der Musikproduktion
Neben internationalen Top-Stars wie Nelly Furtado, Diana Krall, Céline Dion,
Bryan Adams, Alanis Morissette, Shania Twain, Neil Young oder Leonard
Cohen sind es vor allem die jüngsten Erfolge kanadischer Bands aus dem
Alternative-Genre, die Fachleute von der „Canadian Invasion“ schwärmen
lassen.
Initiative Musik
129
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Künstler wie Arcade Fire, Stars, Feist, das Künstlerkollektiv Broken Social
Scene, Godspeed You! Black Emperor oder Simple Plan stehen für frische
Rockmusik aus einem Land, das vor allem gegenüber dem übermächtigen
Nachbarn USA auf kulturelle Eigenständigkeit bedacht ist.
Der kanadische Staat hat relativ früh erkannt, dass in diesem Sinne Musik
einer der prominentesten Botschafter des Landes ist. Ausgehend von dieser
Prämisse, ist die Musikförderung in Kanada stark ausgeprägt und finanziell
gut situiert. Alleine Factor, das Förderaufgaben des staatlichen Canadian
Music Funds übernommen hat, kann jährlich auf ein Budget von 14 Millionen
kanadischen Dollar (8,7 Mill. Euro) bauen. Für den Französischsprachigen
Teil Kanadas ist das Pendant Musicaction, das ebenfalls Mittel aus dem
Canadian Music Fund erhält und jährlich ein Gesamtförderetat von 7,5
Millionen kanadischen Dollar (4,7 Mill. Euro) vorweisen kann.
Mit diesen Mitteln werden sowohl Künstler als auch Musikunternehmen
unterstützt. Viele der oben genannten Künstler wurden mit Hilfe von Factor
und Musicaction in die Welt geschickt und verzeichneten dort in den
vergangenen Jahren sensationelle Erfolge.
Dass sich diese Investitionen auszahlen, belegen auch die Verkaufszahlen
kanadischer Künstler im Heimatland: Zwischen 2001 und 2005 stieg der
Anteil kanadischer Interpreten an den gesamten Albumverkäufen von 16 auf
25%. Während internationale Produkte aufgrund der allgemeinen PhonoKrise eine Einbusse von rund 27 % bei den umgesetzten Stückzahlen
hinnehmen mussten, stieg die Anzahl kanadischer CDs um 14%. Auch die
gesellschaftliche Akzeptanz einheimischer Musik erreicht sehr gute Werte:
Insgesamt denken 93% der Kanadier, dass die nationale Musik international
konkurrenzfähig ist bzw. deren Qualität sogar noch übertrifft.129
www.canadianheritage.gc.ca/progs/ac-ca/progs/fmusccmusf/pubs/music_for_everyone/2005-2006/05-06_PCH_FondsMusique_e.pdf
129
Initiative Musik
130
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Die
gesamte
Herangehensweise
des
kanadischen
Staates
an
die
Musikförderung ist von den Paradigmen der Creative Industries geprägt:
Ganzheitlich und umfassend angelegt arbeiten alle beteiligten staatlichen,
gesellschaftlichen und privaten Institution zusammen an Lösungsstrategien
zu den Problemen, denen sich dieser Teil der Kreativwirtschaft konfrontiert
sieht.
Musik als Mittel der Behauptung der kulturellen Eigenständigkeit ist ein
wichtiger Grund für den kanadischen Staat, sich in diesem Sektor zu
engagieren. Ein weiterer Grund für das exemplarische Interesse der Politik
an diesem Wirtschaftszweig liegt in der „Frontstellung“ der Musikindustrie im
Wandel der Technologien: Sie ist die erste Branche, die direkt von den
Möglichkeiten, die Breitband-Internet-Verbindungen und Downloads den
Konsumenten eröffnen, betroffen wurde. Ein Umstand, der auch in anderen
Wirtschaftszweigen deutliche Spuren hinterlässt.
Außerdem
bietet
die
Musikindustrie
-
ein
politisch
nicht
zu
vernachlässigender Grund - trotz Krisentendenz einer großen Zahl, vor allem
junger Menschen, Arbeitsplätze und weißt als Zukunftsbranche beachtliches
ökonomisches Entwicklungspotential auf. Um hier nicht den internationalen
Anschluss zu verlieren ist es notwendig, diese Industrie in der momentanen
Übergangsphase zu unterstützen.130
3.2.3 FACTOR
Maßgeblich zuständig für die kanadische Musikförderung ist Factor. Die
„Foundation of Canadian Talent on Records“ ist eine gemeinnützige
130
Publikationen zum kanadischen Musikmarkt finden sich unter
www.canadianheritage.gc.ca/pc-ch/sujets-subjects/arts-culture/sonoresound/pubs/index_e.cfm
Initiative Musik
131
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Initiative, die der vor allem der Unterstützung der unabhängigen Labels, den
so genannten Indies, dient.131
Gegründet wurde Factor bereits 1982 von den Unternehmen CHUM Limited,
Moffat Communications und Rogers Broadcasting Limited in Kooperation mit
CIRPA, der “Canadian Independent Record Producers Association” und
CMPA, der “Canadian Music Publishers Association”. 1985 wurde zudem die
Newcomer-Stiftung
der
Canadian
Talent
Library
(CTL)
mit
Factor
zusammengelegt.
Factor ist mit der Verteilung und Verwaltung der freiwilligen Beiträge der
kanadischen Rundfunkanstalten zur Musikförderung beauftragt und erhält
Mittel aus den Programmen des Department of Canadian Heritage, das zur
Unterstützung der kanadischen Musikindustrie das Canada Music Fund
Council aufgelegt hat.
Die Arbeit von Factor bezieht sich ausschließlich auf professionelle
Musikunternehmen und Künstler. Dabei zielen die Förderangebote sowohl auf
Musikproduktionen, Touren und die musikalische Infrastruktur.
Als Factor 1982 gegründet wurde, konnte die Initiative auf ein jährliches
Budget von 200.000 Kanadischen Dollar zurückgreifen. Nach über 25 Jahren
stehen zur Förderung der kanadischen Musikindustrie 14 Millionen (8,7 Mill.
Euro) jährlich zur Verfügung. Neben Mitteln aus staatlichen Quellen tragen zu
diesem enormen Betrag auch zahlreiche Sponsoren bei.
Zur Musikförderung hat Factor verschiedene Programme aufgelegt, die sich
an unterschiedliche Adressaten der Musikbranche richten. Die Mittel für diese
Förderinstrumente
werden
in
erster
Linie
von
den
privaten
Rundfunkanstalten und via Canada Music Fund vom Department of Canadian
Heritage bestritten.
131
www.factor.ca
Initiative Musik
132
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Factor bietet finanzielle Unterstützung bei der CD- und Video-Produktion und
bei nationalen und internationalen Touren. Im Rahmen der InfrastrukturFörderung können sich Label, Verlage, Studios (Ton und Video) oder
Produzenten bewerben. Insgesamt soll so die kanadische Musikszene stark
gemacht werden, um sich im internationalen Wettbewerb behaupten zu
können, der insbesondere durch den kulturell übermächtigen Nachbarn USA
geprägt ist.
Die zahlreichen Förderprogramme, von denen hier nur einige aufgelistet
werden, stellen aus Sicht der Musikindustrie ein umfassendes Paket an
Möglichkeiten dar, kanadische Künstler national wie international am Markt
platzieren zu können:
•
„Emerging Artist Sound Recording Loan“: Viel versprechende Künstler,
denen eine nationale oder internationale Karriere zugetraut wird,
werden mit einer Premium-Förderung von bis zu 35.000 Dollar oder
50% der Kosten für die CD-Produktion und Marketing- bzw.
Promotion-Maßnahmen bedacht.
•
Das “Label, Manager & Distributor Business Development Program”
trägt bis zu 20.000 Dollar oder 75% der Kosten einer Firma für die
Mitgliedschaft in Business relevanten Organisation, die Entwicklung
einer
Datenbank
Fachzeitschriften
oder
oder
Webseite,
allgemeinen
das
Abonnement
von
Marketingaktivitäten
des
Unternehmens.
•
Im “Domestic & International Business Development Program” stehen
die unabhängigen kanadischen Musikunternehmen im Mittelpunkt.
Factor übernimmt für einzelne Firmen dabei bis zu 50% der Auslagen
bis zu einem Maximalbetrag von 15.000 Dollar für die Teilnahme an
heimischen und internationalen Branchenveranstaltungen. In diesem
Programm können außerdem Promotionkosten geltend gemacht
werden.
Initiative Musik
133
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
•
Newcomer und professionelle Songwriter - als solche werden
Songwriter definiert, die Mitglied einer Urheberrechtsgesellschaft sind
- unterstützt Factor bei der CD-Produktion und der Zusammenstellung
einer Basis-Pressemappe, um ihrer Karriere auf die Sprünge zu helfen.
Dabei steuert Factor maximal 2.000 Dollar oder 75% der gesamten
Kosten bei.
•
Der „Toursupport“ unterstützt heimische Konzerte und internationale
Gastspielreisen mit bis zu 50% der Kosten bis zu einem Betrag von
15.000 Dollar. Das “Video Program” fördert die begleitende Produktion
von audiovisuellen Material zur Promotion eines Albums kanadischer
Künstler. Für Mittel aus diesen beiden Fonds kommen allerdings nur
Künstler in Betracht, die von ihrer aktuellen CD mindestens 2.000
Exemplare verkauft haben.
•
Plattenfirmen in kanadischen Besitz können Beihilfen zur Produktion
von Tonträgern, Musik-DVDs und Videos sowie für Marketinginitiativen
beantragen.
Hier
der
liegt
die
Obergrenze
bei
50%
der
erstattungswürdigen Kosten.
Auch Bands ohne Firma und Plattenvertrag im Rücken können Factor-Mittel
beantragen, die ihnen als „Kredit“ zur Verfügung gestellt werden. Dafür
zahlen sie von jeder verkauften CD 0,50 Dollar an Factor zurück.
Über die Vergabe der Fördermittel entscheidet die Factor-Jury, die sich aus
Vertretern der Musikindustrie zusammensetzt. Die Vergabe-Kriterien sind
dabei nicht immer zu durchschauen. Von kanadischen Künstlern wurde schon
Kritik geäußert, dass bereits etablierte Künstler einen Großteil der
Fördersummen erhalten würden und Newcomer nur eine untergeordnete
Rolle spielen.132
Anträge
auf
Förderung
müssen
einen
Businessplan,
Verträge
mit
Veranstaltern etc. enthalten. Die Erfolgskontrolle findet über entsprechende
Belege oder Businesszahlen statt, die nach Durchführung des Projektes an
Factor übermittelt werden müssen.
132
www.fm4.orf.at/ondrusova/215363
Initiative Musik
134
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Factor ist sowohl international, national als auch regional ausgerichtet. In
einem sprachlich zweigeteilten Land von nicht zu unterschätzender
Bedeutung. Factor arbeitet entsprechend mit national aktiven Institutionen
ebenso zusammen wie mit regional ausgerichteten.
Factor wird von einem Aufsichtsrat bestehend aus 18 Repräsentanten der
Musikindustrie geleitet. Die regionalen Interessen werden von neun
Repräsentanten der regionalen Musikverbände eingebracht, die von einem
unabhängigen Repräsentanten der Provinz Quebec ergänzt werden. Ihre
Aufgabe ist vor allem die Evaluation der Auswirkungen und Erfolge der
Factor Programme auf regionaler Ebene.
Mindestens einmal im Jahr findet eine gemeinsame Sitzung der beiden
Factor-Gremien statt, um die gegenseitige Anbindung und Berücksichtigung
der verschiedenen Interessen zu gewährleistet.
3.2.4 Canada Music Fund
Die staatliche kanadische Musikförderung wurde zuerst in dem „Sound
Recording Development Program“ (SRDP) im Jahre 1986 niedergelegt und
festgeschrieben. Das SRDP fungiert seit 2001 unter der Bezeichnung Canada
Music Fund (CMF).133
Viele der Aufgaben des Förderfonds verwaltet inzwischen Factor für den CMF
(s.o.). Grundlegend für das Engagement des kanadischen Staates in der
Musikförderung ist die Erkenntnis, dass Musik einer der prominentesten
Botschafter des gemessen an der geographischen Ausdehnung dünn
besiedelten Landes ist.
Parallel zur Überführung des SRDP in den Canada Music Fund im Jahr 2001
wurden die Richtlinien der staatlichen Musikförderung im Grundsatzpapier
133
www.pch.gc.ca/progs/ac-ca/progs/fmusc-cmusf/music_fund_e.cfm
Initiative Musik
135
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
„From Creators To Audience“134 neu definiert. Danach zielt die Strategie des
CMF auf drei Kernbereiche. Diese sind der Zugang kanadischer Künstler zu
den neuen und traditionellen Medien, die Export-Unterstützung kanadischer
Musikfirmen
und
die
Ausbildung
kanadischer
Künstler
auf
einem
professionellen Niveau. Die übergeordnete Zielsetzung ist es, die kanadische
Musikwirtschaft national und international auf ein konkurrenzfähiges Niveau
zu heben.
Die auf alle Bereiche der Musikproduktion und –verwertung zielenden
Förderangebote sind sieben Programmen zugeordnet:
•
Creators'
Assistance
Component:
Unterstützung
professioneller
Komponisten und Songwriter
•
Canadian
Musical
Diversity
Component:
Förderung
von
Nischenrepertoire
•
New Musical Works Component: Förderung von Musikproduktionen
und Marketing
•
Collective Initiatives Component: Unterstützung der internationalen
Präsenz kanadischer Musikunternehmen auf Messen etc.
•
Music
Entrepreneur
Component:
allg.
Förderung
kanadischer
Musikunternehmen
•
Support to Sector Associations Component: Unterstützung regionaler
Musikverbände
•
Canadian
Music
Memories
Component:
Archivierung
und
Zugänglichmachung des „musikalischen Erbes“
Ergänzend zum Canada Music Fund rief die Regierung das Canada Music
Council ins Leben. Das Komitee aus Experten der Musikbranche berät das
Department of Canadian Heritage bei der Umsetzung und Förderung von
Musikinitiativen und bringt die Bedürfnisse von Künstlern und Unternehmen
in den politischen Entscheidungsprozess ein.
134
www.pch.gc.ca/progs/ac-ca/progs/pades-srdp/pubs/policy_e.cfm
Initiative Musik
136
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Auch bei der Neugestaltung des Urheberrechts wurden insbesondere die
Interessen der Musikbranche berücksichtigt. Im „Investment Canada Act” ist
festgeschrieben, dass Investitionen im Kultursektor in Übereinstimmung mit
den kulturellen Richtlinien des kanadischen Staates vorgenommen werden
müssen. Neben dem Staat und regionalen und privaten Initiativen beteiligen
sich auch die TV- und Rundfunkanstalten an der Unterstützung der
kanadischen Musikproduzenten.
3.2.5 Musicaction
Musicaction ist das Pendant zu Factor im französischsprachigen Teil Kanadas.
Die gemeinnützige Organisation wurde 1985 auf Initiative der Radioanstalten
und der Musikunternehmen der Provinz Quebec ins Leben gerufen. Ziel ist
die Förderung der unabhängigen Musikunternehmen.135
Wie bei Factor steht auch hinter Musicaction das Department of Canadian
Heritage, das auch den 14-köpfigen Aufsichtsrat bestellt, der sich aus
Vertretern der Musikbranche und weiterer involvierter Institutionen wie
ADISQ (Association du disque, de l'industrie du spectacle québécois et de la
vidéo) zusammensetzt.
Das Department of Canadian Heritage stellt Musicaction über den Canada
Music Fund 5 Millionen kanadische Dollar (3 Mill. Euro) jährlich zur
Verfügung. Die privaten Rundfunkanstalten steuern noch einmal 2 Millionen
(1,2 Mill. Euro) bei. Künstler und Produzenten tragen mit rund 500.000 Dollar
jährlich zum Musicaction Budget bei.
Die auf Antrag geförderten Projekte sind in ihrer Zielsetzung in etwa
deckungsgleich mit denen Factors. Finanziell unterstützt werden unter
anderem Album Produktionen, Marketingmaßnahmen im In- und Ausland, die
135
www.musicaction.ca
Initiative Musik
137
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Teilnahme an Branchenveranstaltungen, fachspezifische Seminare und
Workshops
sowie die Unterstützung von talentierten Newcomern bei der
Produktion von Demos, für die Musicaction einen maximalen Betrag von
9.000 Dollar beisteuert.
3.2.6 CIRPA
CIRPA, die Canadian Independent Record Production Association, ist seit
1975 der Verband der kanadischen “Indies” und bringt ihre Interessen in die
Politik und die staatliche Musikförderung ein.136
Neben
Lobbyarbeit
Informationen
zur
und
Unterstützung
kanadischen
ihrer
Musik
Mitglieder
bereit,
bietet
stellt
CIRPA
ein
großes
Beratungsangebot und erstellt Studien zu internationalen Zielmärkten.
Ebenfalls der Exportförderung dienen Gemeinschaftsstände der kanadischen
Musikindustrie auf internationalen Musikmessen. Diese organisiert CIRPA
zum Beispiel auf der Midem, Popkomm oder SXSW. Handelsmissionen
inklusive Showcases, wie 2007 in Tokio durchgeführt, gehören ebenso zu
den Aktivitäten von CIRPA wie das Canadian Music Café, das als Teil des
Toronto International Film Festival etabliert ist.
Wie insgesamt in Kanada zu beobachten, herrscht die Tendenz vor,
zusammen, statt gegeneinander zu arbeiten. CIRPA unterhält „Cultural
Industry Partnerships” mit maßgeblichen Institution des Kreativsektors. Mit
Vertretern des International Music Manager’s Forums (IMMF) und der
Canadian Recording Industry Association (CRIA) wurde eine ständige
„Working Group“ eingerichtet.
Geplant ist zudem eine enge Zusammenarbeit mit SOCAN, der Society of
Composers, Authors and Music Publishers of Canada. Mit der Songwriters
136
www.cirpa.ca
Initiative Musik
138
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Association of Canada (SAC) wurde eine gemeinsame Vorgehensweise in der
Frage der Urheberrechtsabgabe von Internetprovider für illegale Downloads
diskutiert. In der direkten Förderung des Musiksektors arbeitet CIRPA mit
Factor zusammen.
4 Musikexportförderung in Europa
4.1 Belgien
4.1.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 30,528 km²
Einwohner: 10,4 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: $35,300
Wirtschaftswachstum: 2.7%
Zahl der Internet Nutzer: 5,5 Mill.
Internet-Verbreitung: 52.8 %
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 162,0 Mill.
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 15,6 $
Wachstumsentwicklung: +0,1%
Verkaufte Einheiten: 18,6 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 1,8
Wachstumsentwicklung: +23,2 %
Piraterie-Level: unter 10%
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 6%
Herkunft des Repertoires: International 74%, national 21%, Klassik 5%
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 21%
Welt-Ranking: 15
Initiative Musik
139
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
4.1.2 Umfeld der Musikproduktion
Die politische und sprachliche Teilung Belgiens findet ihre Entsprechung in
der Musikförderung. Das Flanders Music Centre und Wallonie-Bruxelles
Musiques (W.B.M.) sind neben der regionalen Unterstützung von Musikern
und Unternehmen auch international für Musik aus ihrer Region zuständig.
Die beiden Musikförderinstitutionen verstehen sich nicht als Konkurrenten,
eher herrscht zwischen beiden eine kollegiale Arbeitsteilung.
4.1.3 Flanders Music Centre (FMC)
Flandern ist mit einem Bevölkerungsanteil von 60% die größte Region
Belgiens. Hier ist vor allem die unabhängige, nicht staatliche Organisation
Flanders Music Centre mit der Musikförderung betraut. Das IAMIC-Mitglied ist
sowohl innerhalb Belgiens, als auch international aktiv. Für ausländische
Musikinteressierte und Musikunternehmen fungiert es zudem als erster
Ansprechpartner.137
Das Angebot des FMC richtet sich exklusiv an professionelle Musiker und
Unternehmen. In erster Linie ist es beratend tätig und bietet professionelle
Management-Seminare,
Rechtsberatung,
Programme
für
Musiker
und
Ausbildungskurse an. Zudem fördert es wissenschaftliche Arbeiten zu Musik
aus Flandern und archiviert Information und Material zu dieser. Daneben ist
es die Zielsetzung, als Networking-Plattform der flandrischen Musikbranche
zu agieren. Das Flanders Music Centre ist dabei für alle Genres zuständig.
Neben der Arbeit als Musikzentrum legt FMC in- und ausländische PromotionKampagnen auf und produziert Werbe-Sampler und Broschüren. Zu der
Organisation von Gemeinschaftsständen der flandrischen Musikindustrie auf
Branchenmessen gehört auch die Zusammenstellung von Showcases. Wenn
137
www.muziekcentrum.be/english
Initiative Musik
140
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
möglich
arbeitet
das
FMC
mit
staatlichen
Stellen
und
anderen
Musikorganisation zusammen.
4.1.4 Wallonie-Bruxelles Musiques (W.B.M.)
Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe nach den Niederländisch sprechenden
Flandern sind die Wallonen, die rund 40% der Bevölkerung (ca. 4,2 Mill.)
stellen. Deutschsprachige Belgier sind mit ca. 1% eine Minderheit.
Die Musikförderung im französischen Landesteil und der Region um die
Hauptstadt Brüssel ist vor allem Aufgabe der 1984 gegründeten Organisation
Wallonie-Bruxelles Musiques (W.B.M).138 Anders als beim Flanders Music
Centre
steht
bei
W.B.M
einzig
und
allein
die
Exportunterstützung
professioneller wallonischer Musik im Mittelpunkt.
Die Strategie der Export- und Musikförderung von Wallonie-Bruxelles
Musiques
richtet
sich
an
verschiedenen
Programmen
aus,
die
in
Zusammenarbeit mit dem General Commissariat for international relations
(CGRI) und dem Ministerium der Französischsprechenden Gemeinschaft der
Region Wallonia-Brussels aufgelegt werden. Dazu gehören:
•
Messepräsenz
wallonischer
Unternehmen
und
Künstler
auf
Branchenveranstaltungen wie der Midem, den Weltmusik-Messen
WOMEX
und
STRICTLY
MUNDIAL,
Popkomm,
der
Klassikzusammenkunft Musicora in Paris oder dem Sonar, dem Event
für elektronische Musik in Barcelona.
•
Auftritte
wallonischer
Künstler
auf
großen
Festivals
und
die
Organisation von speziellen Showcases weltweit. Zu den bereits
durchgeführten
138
Präsenzen
gehören
Konzerte
bei
hochwertigen
www.wbm.be
Initiative Musik
141
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Festivals, zumeist in französischsprachigen Regionen, wie Printemps
de Bourges in Frankreich, Coup de Cœur Francophone und Les
Francofolies in Kanada, dem Paleo und dem Montreux Jazz Festival in
der Schweiz.
•
Um die Chancen wallonischer Künstler auf internationalen Märkten zu
erhöhen, fördert W.B.M. die Auslands-Promotion von Alben und cofinanziert Touren, die der Album-Promotion dienen, sowie Auftritte auf
Musikmessen.
•
Um die Musik der Region ausländischen Branchenvertretern näher zu
bringen, hat W.B.M. deren Betreuung auf Musikevents in der
Wallonien und Brüssel wie Entrevues, Boutik Rock, Jazz à Liège oder
dem Couleur Café übernommen.
•
Wallonie-Bruxelles Musiques stellt Promotion-Material wie Broschüren,
DVDs oder Sampler verschiedener Genres für Branchentreffen her.
Zudem fungiert die Webseite der Organisation (www.wbm.be) als
zentrale Präsentationsfläche der wallonischen Musikindustrie, inklusive
Newsletter und Pressemeldungen.
•
Mitarbeit
in
internationalen
Musikinitiativen
wie
dem
Conseil
francophone de la chanson, dem European Music Office und
Francophonie Diffusion (siehe Kapitel 2.3.8).
•
Fachseminare für professionelle Branchenvertreter zu Themen wie
Artist Management, Urheberrecht, Vertragswesen und Networking.
Das Budget von Wallonie-Bruxelles Musiques umfasst jährlich rund 580.000
Euro. Der Basisfinanzbedarf für das operative Geschäft ist dabei mit 250.000
Euro beziffert. Die Personalkosten für fünf Mitarbeiter, die direkt beim Staat
angestellt sind und von diesem bezahlt werden, betragen noch einmal
Initiative Musik
142
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
230.000 Euro. Das Topf für den Toursupport beträgt jährlich bis zu 100.000
Euro, ist aber vom tatsächlichen Aufwand und geplanten Projekten
abhängig.139
Finanziert wird W.B.A. aus dem Haushalt des Kulturministeriums, dem
„Außenministerium“ des französischen Belgiens (CGRI) und von den
öffentlichen Exportinstitutionen AWEX (Agence wallonne à l’exportation) und
BruxellesExport.
Neben dem Direktor ist jeweils ein Mitarbeiter bei W.B.A für die Bereiche
„Jazz und World“, „Rock, Pop und Electro“ sowie „Französischsprachiges
Repertoire“ zuständig. Ein Mitarbeiter ist zudem mit der Webseite und den
Tätigkeiten im Rahmen der Mitgliedschaft im „Bureaux du Conseil
francophone de la Chanson“140 betraut.
Die internationalen Messepräsenzen von Wallonie-Bruxelles Musiques werden
von den staatlichen bzw. regionalen Exportwirtschaftsinstitutionen Awex and
Brussels Export finanziell unterstützt.
4.2 Schweden
4.2.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 449,964 km²
Einwohner: 9 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: 36,500$
Wirtschaftswachstum: 2.6%
Zahl der Internet Nutzer: 7 Mill.
Internet-Verbreitung: 77.3 %
139
140
s. Fragebogen im Anhang
www.conseilfrancophone.org
Initiative Musik
143
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 140,5 Mill. $
Pro Kopf Tonträgerumsatz:
Wachstumsentwicklung: -6,3%
Verkaufte Einheiten: 15,9 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf:
Wachstumsentwicklung: -1,2%
Piraterie-Level: unter 10%
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 6%
Herkunft des Repertoires: International 57%, national 40%, Klassik 3%
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 25%
Welt-Ranking: 18
4.2.2 Umfeld der Musikproduktion
Schweden ist das Paradebeispiel eines “Pop-Schwellenlandes”, das aufgrund
seiner geringen Bevölkerungsdichte auf den Export kultureller Produkte
angewiesen ist. Fast ausschließlich mit englischsprachigem Repertoire feiern
seit ABBA, die mit ihrem sensationellen Sieg beim Eurovision Song Contest
im Jahre 1974 eine Weltkarriere begründeten, über die Jahre schwedische
Künstler konstant weit über Skandinavien hinaus Erfolge.
Die Zahl schwedischer Acts, die internationale Standards setzen, ist
gemessen
an
der
Einwohnerzahl
beachtlich.
Dabei
bedient
das
skandinavische Land alle Genres: Von Pop-Gruppen wie Roxette, Ace of Base
oder Rednex über Alternative-Headliner wie Mando Diao, The Cardigans oder
The Hives bis zu etablierten Metal-Acts wie Hammerfall, Millencolin und In
Flames.
Die geringe Einwohnerzahl und die singuläre Sprache eines Landes kann
auch ein Vorteil sein: Schweden sind darauf angewiesen früh Englisch zu
lernen, um Filme, die selten synchronisiert werden, verstehen zu können. Da
es im eigenen Land nur wenige Metropolen gibt, konzentrieren sich die
Initiative Musik
144
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Künstler dort und bilden eine kreative Szene in Städten wie Stockholm.
Außerdem ist es in einem Land wie Schweden für Künstler selbstverständlich,
sich an internationalen Vorbildern zu orientieren und zu messen.
Außerdem weißt Schweden mit einem Anteil von rund 40% einheimischen
Repertoires am gesamten Musikumsatz einen starken Inlands-Markt auf. All
dies sind Faktoren, die der Entwicklung von Musikern zu Gute kommen.
4.2.3 Export Music Sweden (ExMS)
Seit 1993 wird die Internationalisierung schwedischer Musik von Export Music
Sweden unterstützt. Das Exportbüro ist das älteste seiner Art in Europa und
aufgrund der sensationellen Erfolge schwedischer Künstler im Ausland
Vorbild für viele in der Folge ins Leben gerufene ähnliche Initiativen.
ExMS ist als gemeinsame Anstrengung der schwedischen Musikindustrie mit
dem Ziel der Promotion und Unterstützung schwedischer Musik im Ausland
auf die Bahn gebracht worden. Die beteiligten Verbände und Unternehmen
finanzieren auch die laufenden Kosten des Exportbüros.141
Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem die schwedische IFPI,
die Phonovereinigung SOM und die schwedische Performing Rights Society
STIM/Svensk Musik.
Ebenfalls an ExMS beteiligt ist SAMI142. Die „Swedish Artists and Musicians
Interest Organization” wurde 1963 auf Intiative der Swedish Musicians Union
und the Swedish Actors Union gegründet, um die im schwedischen
Urheberrechtsgesetz
von
1960
niedergelegten
Rechte
von
Künstlern
wahrzunehmen.
141
142
www.exms.com
www.sami.se
Initiative Musik
145
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Der Aufsichtsrat von Export Music Sweden besteht paritätisch verteilt aus
neun Vertretern der Organisationen, die heute für ExMS verantwortlich sind:
STIM143, das auch das Swedish Music Information Centre144 betreibt und
selbst Fördermittel an Mitglieder der Urheberrechtsgesellschaft verteilt, die
schwedischen Sektion der IFPI und SAMI.
ExMS fördert Künstler nur indirekt, im Mittelpunkt stehen schwedische
Musikunternehmen. Für sie organisiert das Exportbüro Gemeinschaftsstände
auf Musikmessen wie der Midem, Popkomm oder CMJ in New York. Auch
Showcases und die Auftritte schwedischer Künstler auf internationalen
Festivals werden unterstützt.
Gleichzeitig ist Export Music Sweden Ansprechpartner für ausländische
Musikunternehmen, die mit nationalen Musikunternehmen oder Künstlern in
Kontakt kommen oder sich über Neuigkeiten auf dem schwedischen
Musikmarkt informieren wollen.
Um einzelne Projekte realisieren zu können, arbeitet ExMS mit staatlichen
und privatwirtschaftlichen Institutionen, schwedischen Botschaften und
Sponsoren zusammen.
Trotz (oder gerade wegen) seines prototypischen Charakters und seiner
Erfolge, ist Export Music Sweden finanziell eher bescheiden ausgestattet, wie
Managing Director und einziger Mitarbeiter Anders Hjelmtorp nicht müde
wird zu betonen.145
Aufgrund dieser personellen Unteraustattung ist ExMS gezwungen, sich auf
Kernprojekte wie Messe-Auftritte zu konzentrieren. Dies merkt man auch der
143
144
145
www.stim.se
www.mic.stim.se
Interview mit Anders Hjelmtorp am 10.06.2008
Initiative Musik
146
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Homepage www.exms.com an. Hier finden sich Rubriken, die in den
vergangenen Jahren nicht aktualisiert worden sind.
Auch der letzte hier veröffentlichte Export-Bericht datiert bereits aus dem
Jahr 2006.146
Wenig erstaunlich bleibt auch die Ausfuhr schwedischer Musik nicht von der
Krise der Recording Industry verschont: Seit dem Boom-Jahr 2002, als die
Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 40% zunahmen, listet die Statistik
einen stetigen Abwärtstrend auf. 2006 hat die schwedische Musikindustrie
insgesamt Güter (Einkünfte aus CD-Verkäufen, Tantiemen, Kompositionen
etc.) im Wert 2.132 Millionen Schwedischen Kronen exportiert was einem
Rückgang zum Vorjahr um 31% entspricht.
Eine Intiative, die ExMS in Kooperation mit dem British Council organisierte,
war Access All Areas. Die Kombination aus B2B-Konferenz und Musikfestival
wurde von zahlreichen Partnern wie MTV, BBC 6, Sony-Ericsson, BPI, AIM,
STIM und IMMF unterstützt. Der jährlich geplante Event zur Präsentation
neuer Bands und Trends wurde allerdings inzwischen wieder eingestellt.
4.3 Spanien
4.3.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 504,782 km²
Einwohner: 40,5 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: 30,100$
Wirtschaftswachstum: 3.8%
Zahl der Internet Nutzer: 22,9 Mill.
Internet-Verbreitung: 56.5 %
146
www.exms.com/export/Swedish%2520Music%2520export%25202006.pdf
Initiative Musik
147
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 326,9 Mill. $
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 8,1 $
Wachstumsentwicklung: -11,4%
Verkaufte Einheiten: 28,8 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 0,7
Wachstumsentwicklung: -16,8%
Piraterie-Level: 10 – 24%
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 5%
Herkunft des Repertoires: International 48%, national 46%, Klassik 6%
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 16%
Welt-Ranking: 9
4.3.2 Umfeld der Musikproduktion
Spanische Musiker sind in der glücklichen Situation, ähnlich wie Briten und
Franzosen, dass ihr Sprachraum sich international erstreckt. Auch der Anteil
spanischer Musik am gesamten Musikmarkt im Heimatland ist mit 46% fast
genauso groß wie der internationale mit 48%.
Um diesen Zustand zu festigen und um den Export spanischer Musik und
Kultur anzukurbeln, weist das Land eine Vielzahl an Fördereinrichtungen auf,
die sich für Musik aus Spanien, sowohl im In- wie im Ausland engagieren.
4.3.3 Spanish Institute for Foreign Trade (ICEX)
Eine
wichtiger
Ansprechpartner,
sowohl
für
die
allgemeine
Wirtschaftsförderung als auch für die Export-Förderung spanischer Musik ist
das Spanish Institute for Foreign Trade ("Instituto Español de Comercio
Exterior"), das ein eigenes Department für Creative Industries unterhält.147
147
www.icex.es
Initiative Musik
148
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
ICEX selbst ist dem spanischen Ministerium für Industrie, Tourismus und
Handel unterstellt, verfügt aber über einen eigenen Etat und Mitarbeiterstab.
Bei seinen Auslandsaktivitäten wird die Exportförderung von den spanischen
Handelsniederlassungen weltweit unterstützt.
Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem Promotion- und InvestitionsProgramme für die spanische Industrie, die Sammlung von Informationen
und die Beratung exportwilliger Unternehmen sowie Trainingsprogramme,
die die beteiligten Firmen fit für den Weltmarkt machen sollen. Um die
Kenntnis des chinesischen Marktes zu schärfen und die Kontakt-Anbahnung
voranzutreiben,
hat
ICEX
beispielsweise
eine
Handelsdelegation
von
Musikunternehmen nach Peking entsendet.148
Insgesamt sind beim Spanish Institute for Foreign Trade vier Mitarbeiter mit
der Musikförderung betraut.
4.3.4 Sounds From Spain
Im Musikbereich unterstützt ICEX unter anderem die Initiative Sounds From
Spain, die seit 2005, dem Jahr in dem Spanien Partnerland der Popkomm
war, den Gemeinschaftsstand der spanischen Musikindustrie in Berlin
koordiniert und organisiert.149 2007 wurden außerdem zwei Showcases mit
spanischen Künstlern in der Kulturbrauerei auf die Beine gestellt: „Celtic
Sounds from Spain“ und „Pop Sounds from Spain“.
Sounds From Spain ist eine Gemeinschaftsanstrengung vieler musik- und
kulturbezogenen Institutionen: Neben der Exportbehörde ist unter anderem
auch INAEM - Ministry of Culture, die spanischen Urheberrechtsgesellschaft
Fundación Autor und SGAE, das galizische Kulturinstitut IGAEM-Xunta de
148
149
s. Fragebogen im Anhang
www.sounds-from-spain.com
Initiative Musik
149
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Galicia sowie die Marketing- und Wirtschaftsinitiative der Stadt Madrid,
PromoMadrid, daran beteiligt.
Sounds From Spain kooperiert außerdem mit der Musik-Vereinigung der
Region Madrid, AFOCAM, dem spanischen Phonoverband PROMUSICAE und
dem Zusammenschluss der unabhängigen spanischen Plattenfirmen UFI.
Prioritäre Zielmärkte der Exportanstrengungen von Sounds From Spain sind
das europäische Ausland und die USA.
4.3.5 Catalan! Arts, Institut Ramon Llull und Basque Music
Die Förderung der katalanischen Wirtschaft, Kultur und Sprache ist die
Aufgabe der Intiativen Catalan! Arts und des Institut Ramon Llull.
Catalan! Arts bezeichnet sich selbst als „Portal der Kulturindustrie“ der
Region an der Ost-Küste Spaniens. Zu seinen Ansprechpartnern gehören alle
Arten von Musikunternehmen genauso wie Kunstgalerien und MultimediaUnternehmen.150
Catalan! Arts wurde im Jahr 2005 ins Leben gerufen, um die Creative
Industries
der
Region
auf
internationalen
Messen
und
Events
zu
repräsentieren und ihre Auftritte zu unterstützen. Unter der Marke „Catalan!”
erscheinen als Promotion-Tools unter anderem Bücher und CDs.
Neben Export-Unterstützung stellt Catalan! Arts für Unternehmen auch
Kontakte zu ausländischen Institutionen her und dient als Network-Plattform.
Dazu werden Meetings und spezielle Events mit ausländischen Firmen
organisiert. Das Angebot von Catalan! Arts steht exklusiv Unternehmen zur
Verfügung. Katalanische Künstler werden vom Institut Ramon Llull gefördert.
150
www.catalanarts.ca
Initiative Musik
150
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Neben der Arbeit für die Förderung und den Erhalt der katalanischen Sprache
unterstützt das Institut Ramon Llull Veröffentlichungen und Übersetzungen
(wissenschaftliche
und
belletristische),
bildende
Künstler
oder
Theateraufführungen. Musiker können hier einen Toursupport beantragen.
Die geförderten Projekte müssen dabei immer einen starken Bezug zur
Region und Sprache aufweisen.151
Das Pendant zu den katalanischen Initiativen ist „Euskadiko Soinuak / Basque
Sounds“, das im Auftrag des baskischen Kulturministeriums ein Kompendium
zur baskischen Musik und Musikindustrie erstellt hat. Ziel ist es, die Kontakte
und das Networking innerhalb der Region zu verbessern.152
Basque Music bezieht sich ausschließlich auf populäre Musik von Rock und
Pop bis Folk und setzt sich für deren nationale und internationale Verbreitung
ein.
4.4 Ungarn
4.4.1 Landes- und Musikmarktdaten
Fläche: 93,030 km²
Einwohner: 10 Mill.
Pro Kopf Einkommen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts/BIP: 19,000 $
Wirtschaftswachstum: 1.3%
Zahl der Internet Nutzer: 3,5 Mill.
Internet-Verbreitung: 35.2 %
151
www.llull.cat
152
www.euskadikosoinuak.com
Initiative Musik
151
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Gesamtumsatz des Tonträgermarktes (2006): 33,5 Mill.
Pro Kopf Tonträgerumsatz: 33,5 $
Wachstumsentwicklung: +5,6 %
Verkaufte Einheiten: 5,4 Mill.
Verkaufte Einheiten pro Kopf: 5,4
Wachstumsentwicklung: +1,9%
Piraterie-Level: 10 – 24%
Anteil Downloads am Gesamtumsatz: 2%
Herkunft des Repertoires: International 51%, national 42%, Klassik 7%
Mehrwertsteuersatz für Tonträger: 20%
Welt-Ranking: 36
4.4.2 Umfeld der Musikproduktion
Die ungarische Musikindustrie befindet sich in der glücklichen Lage, dass
42% des verkauften Repertoires nationalen Ursprungs ist. Der beste
Botschafter des popmusikalischen Ungarns im Ausland sind momentan Bands
und Musiker aber erst in zweiter Linie.
Das siebentägige Sziget-Festival auf der Donauinsel Óbudai in Budapest hat
sich zum internationalen Anziehungspunkt mit rund 400.000 Besuchern
entwickelt, davon kommen über 40% aus dem zumeist europäischen
Ausland. Damit hat sich das Event, das auch eine Plattform für ungarische
Künstler bietet, im Festivalkalender neben Klassikern wie Rock am Ring oder
Glastonbury etabliert.
Wie international das 1993 aus der Taufe gehoben Festival ausgerichtet ist,
belegt die detaillierte Webseite in 10 Sprachen, die auf alle touristischen
Fragen antwortet.153 Das Festival ist, neben der moderaten Preisgestaltung
153
www.sziget.hu
Initiative Musik
152
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
für ausländische Gäste, auch wegen der vorbildhaften Rundumbetreuung der
Festivaltouristen so beliebt.
Auch
das
höchsten Ansprüchen genügende
Line
Up zielt auf
ein
internationales Publikum. Neben Headlinern wie Iron Maiden, R.E.M. und den
Sex Pistols sind 2008 auch Die Ärzte zu Gast, die eher einem deutschen
Publikum ein Begriff sein dürften.
An dem Ziel, dass Ungarn in musikalischer Hinsicht nicht nur als preiswerte
Festival-Alternative ein Begriff ist, arbeiten mehrere staatliche und private
Initiativen. Zusammengefasst sind diese im Hungarian Music Council (s.u.).
Gezielt auf mehr Präsenz ungarischer Popmusiker aller Genres im Ausland
arbeitet Music Export Hungary hin (s.u.).
Weitere Institutionen, die im Bereich der Musikförderung aktiv sind, sind die
ungarische Urheberrechtsgesellschaft Artisjus, die Musikergewerkschaft EJI
und die nationale Kulturstiftung NKA.
4.4.3 Hungarian Music Council
Gegründet wurde das Hungarian Music Council 1990 von 20 nationalen
Musikorganisationen. Aktuell verzeichnet die gemeinnützige Institution 42
Mitgliedsorganisationen,
außerordentliche
11
angeschlossene
Mitglieder,
womit
das
Institutionen
Music
Council
die
und
9
größte
musikbezogene Vereinigung in Ungarn ist. Der ungarische Musikrat ist
Mitglied des International Music Council der UNESCO.154
Die
höchste
Instanz
des
Hungarian
Music
Council
ist
die
Generalversammlung, die den Vorstand bestimmt. Die Zielsetzungen und
Ausrichtungen des Musikrates legt die Plenarsitzung fest. Hauptaufgabe ist
die Förderung und der Schutz der ungarischen Musik jedweden Genres. Dazu
154
www.hunmusic.hu
Initiative Musik
153
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
gehört die musikalische Ausbildung ebenso wie die Unterstützung von
unabhängigen Musikschaffenden. Die Aktivitäten des Hungarian Music
Council zielen ebenso auf das nationale Publikum wie auf die Promotion von
Musik im Ausland.
Zur Erreichung dieser Ziele arbeitet das Hungarian Music Council eng
zusammen mit politischen und anderen Institution für Kultur und Bildung in
Ungarn und steht ihnen mit professioneller Beratung bei allen auf Musik
bezogenen Fragen zur Seite. Der Musikrat ist dabei in politischen
Ausschüssen involviert und koordiniert im Auftrag des Hungarian National
Cultural Fund die Vergabe von Fördermitteln. Der Musikrat empfiehlt Musiker
für nationale Auszeichnungen und die vom Kulturministerium vergebenen
Preise. Dabei
ist das
Hungarian
Music Council
auch
der
zentrale
Ansprechpartner und Informationsschnittstelle für ausländische Musikfirmen
und Institutionen, die mit Ungarn auf musikalischem Feld einen Austausch
oder Zusammenarbeit anstreben.
Der
Ungarische
Musikrat
koordiniert
die
Aktivitäten
der
Mitgliedsorganisationen und unterstützt sie bei ihrer heimischen und
internationalen Arbeit. Außerdem gibt das Council die musikwissenschaftliche
Zeitschrift Magyar Zene (Hungarian Music) und den Rundbrief Polifónia
(Polyphony), der über die Arbeit des Musikrates und seiner Mitglieder,
informiert, heraus.
4.4.4 Music Export Hungary (MXH)
Das Ungarische Musik Export Büro (MXH) ging aus dem im Jahr 2005 von
der ungarischen Regierung aufgelegten Programm PANKKK hervor, dessen
Intention die Förderung der einheimischen Musikszene war. Music Export
Hungary ist eine gemeinnützige Organisation, die in erster Linie den Erfolg
ungarischer Pop-Acts im Ausland im Visier hat.155
155
www.mxh.hu
Initiative Musik
154
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Das Ziel ist es, Pop, Rock, Metal, Electro, Underground, Jazz, Folk und
Weltmusik aus Ungarn auf ein internationales Level zu hieven. MXH fördert
Bands und Veranstalter, die diesem hohen Qualitätsmaßstab genügen und
entsprechendes Marktpotential aufweisen.
Das Büro von MXH ist in die Struktur von Hungarofest, der nationalen
Institution
zur
Organisation
von
Kulturevents
mit
internationaler
Außenwirkung, integriert. Auch wenn hier gemeinsame Strukturen genutzt
werden, agiert MXH als eigenständige Institution. Finanziert wird das
Exportbüro zu einem Großteil aus dem Etat des Ministeriums für Kultur und
Bildung. Auf Projektbasis arbeitet MXH mit Sponsoren zusammen, geht,
wenn möglich, Private Public Partnerships ein und erhält Mittel der EU.156
Um die vitale ungarische Musikszene im Ausland entsprechend zu
präsentieren, organisiert Music Export Hungary Messeteilnahmen auf der
Midem, dem Eurosonic/Noorderslag, der Frankfurter Musikmesse, London
Calling oder Popkomm und Womex. Ein weiteres Promo-Tool sind
Compilations wie „Hungry for Hungary?“. Außerdem unterstützt MXH
ungarische Festivals wie Mediawave und Sziget, bei dem sich nationale Acts
einer großen Öffentlichkeit präsentieren können.
Einmal im Jahr wird die Musikmesse Hangfoglalas / Soundquest in
Kooperation mit dem ungarischen Verband der Instrumenten-Hersteller
organisiert. Weitere Projekte sind die RegiON CEE Music Conference und das
CEE Showcase Festival.
Ungarische Bands und Label werden bei Touren, Festival-Auftritten und
Messeteilnahmen finanziell unterstützt. Für 2008 ist auch CEE Showcase auf
der Popkomm geplant.
156
s. Fragebogen im Anhang
Initiative Musik
155
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Als Kooperationspartner arbeitet das MXD auch mit der Gewerkschaft der
Ungarischen Musiker (EJI), der nationale Kulturstiftung (NKA) und der
Urheberrechtsgesellschaft Artisjus zusammen.
Als junge Initiative orientiert sich Music Export Hungary an etablierten
europäischen Export- und Musikförderinstitutionen und arbeitet mit diesem
zusammen. MXH ist außerdem Mitglied der European Music Platform des
European Music Offices EMO.
Das jährliche Budget gibt die Direktorin Fruzsina Szép mit 200.000 bis
400.000 Euro an.157 Neben den Mitteln aus dem Etat des Ministeriums für
Kultur und Bildung betreibt das MXH auch selbst Fundraising.
Der Mitarbeiterstab besteht aus vier Vollzeitangestellten. Neben der
Direktorin sind dies ein Programm-Koordinator, ein für das operative
Geschäft Zuständiger und ein Assistenten. Für die Web-Präsenz arbeitet ein
Mitarbeiter Teilzeit. In der Festivalsaison wird das Team zudem von drei bis
fünf Freelancern unterstützt.
Mittelverwendung MXD
(Prozentualer Anteil vom jährlichen Budget)
Marketing/Promotion
10
%
Tour-Support, Konzerte, Messen
30
%
Marktanalyse
0
%
Branchen-Informationsdienst
0
%
Online-Präsenz
15
%
Datenbanken und Dokumentation
0
%
Laufende Betriebskosten
32-35 %
Teambuilding, Fortbildung
2-3
%
Verschiedenes (Compilations)
10
%
157
ebd.
Initiative Musik
156
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
5 Exkurs: Creative Industries
Auch in Deutschland gehört der Begriff der Creative Industries inzwischen
zum Standardvokabular von Kultur- und Wirtschaftspolitikern. Das Konzept
dazu stammt allerdings aus Großbritannien und bezieht sich auf alle
wirtschaftlichen Teilbereiche, die kulturelle Güter oder Dienstleistungen
anbieten und somit auf kreativer Arbeit beruhen.
In Deutschland existiert mit dem Begriff der Kultur- und Kreativwirtschaft ein
vergleichbarer Begriff. Anders als bei den Creative Industries ist dies aber
eher eine Kategorisierung als ein ökonomischer Ansatz. Zur Kultur- und
Kreativwirtschaft zählt die Enquete-Kommisiion des Deutschen Bundestages
in ihrem Schlussbericht zur „Kultur in Deutschland“ die Musik- und
Theaterwirtschaft, das Verlagswesen, den Kunstmarkt, die Filmwirtschaft, die
Rundfunkwirtschaft, Architektur und Designwirtschaft sowie die Werbe-,
Software- und Games-Branche.158
Unter der Ägide des Premierministers Tony Blair wurden in Großbritannien
spezielle Förderprogramme aufgelegt, um die kreativen „Zukunftsbranchen“
zu fördern, deren Zentrum kleine und mittlere Unternehmen bilden. Das
Konzept der Creative Industries zielt dabei auf Kernfelder wie die
Verbesserung der Ausbildung und des Wissentransfers, die Evaluation der
Bedürfnisse der Kreativ-Branche, den Aufbau regionaler Netzwerke und, von
herausragender
Bedeutung,
die
Verankerung
des
Urheberechts
als
Geschäftsgrundlage der Creative Industries sowohl rechtlich und politisch als
auch im Bewusstsein der Bevölkerung.159
Enquete-Komission des Deutschen Bundestages: Schlussbericht zur Kultur in Deutschland,
Berlin 2007, S.499
159
vgl.: Amke Block: „Studie Musikexportförderung“, Hamburg 2002, S. 75
158
Initiative Musik
157
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Creative Industries ist die verstärkte
Zusammenarbeit
und
der
Erfahrungsaustausch
aller
beteiligten
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gruppen. Bestes Beispiel ist das
britische Live Music Forum (s.o.), an dessen Sitzungen alle Institutionen
teilnahmen, die direkt oder indirekt an der öffentlichen Darbietung von Musik
partizipieren. Dazu gehören neben Vertretern der Musikbranche auch
Brauerei- und Tourismusexperten sowie Repräsentanten der Städte.
Die im Rahmen der Diskussion um die Creative Industries in Großbritannien
erarbeiteten Förderziele fanden auch Eingang in das im Februar 2008 von
der britischen Regierung veröffentlichte Strategie-Papier „Creative Britain“.
Geoff Taylor, Chief Executive der British Phonographic Industry (BPI), lobte
daraufhin
die
Haltung
der
Regierung
gegenüber
der
Kreativ-
und
insbesondere der Musikbranche als richtungweisend: “Es ist großartig, dass
die Regierung einen ganzheitlichen Sichtweise auf die Creative Industries
einnimmt und ihre Bedeutung für den zukünftigen weltweiten Erfolg der
britischen Wirtschaft anerkennt.“160
Eine besondere Rolle für die Creative Industries spielt der Export. Dazu
wurden in Großbritannien vom DCMS, dem Department of Trade and
Industry
(DTI),
dem
British
Council
und
weiteren
staatlichen
und
privatwirtschaftlichen Institutionen Ende der 90er die Task Force Creative
Industries Export Promotion Advisory Group (CIEPAG) ins Leben gerufen, die
1999 das Strategie-Papier „Exports: our hidden poteantial“ verfasste.161
Zur Musikindustrie werden in dem Bericht die Bereiche Produktion,
Distribution und Verkauf von Tonträgern, Verwaltung von Urheberrechten,
Pop-Konzerte, Management, Promotion sowie Komposition gezählt. Der
Gesamtumsatz dieser Branche wurde für das Jahr 1997 in Großbritannien auf
6,7 Mrd. Euro (4,6 Mrd. Pfund) beziffert, wovon laut der CIEPAG-Studie fast
30 %, also rund 1,9 Mrd. Euro, durch Export erwirtschaftet wurden.
160
161
Zitat aus Record of the Day, 25. Februar 2008
www.britishcouncil.org/creativeindustries
Initiative Musik
158
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
In London sind die Creative Industries bereits der drittgrößte Arbeitsgeber.
Über eine halbe Million Menschen arbeiten in der britischen Hauptstadt in
diesem Segment und jeder fünfte neu geschaffene Arbeitsplatz wird durch
kreativ tätige Unternehmen geschaffen. In den Jahren 1995 bis 2000 stieg
die Beschäftigungsrate in diesem Wirtschaftszweig um 5% pro Jahr, die
Wertschöpfung um 8,5% und die Produktivität um 4%. Unter anderem ist
dies auf die Initiative „Creative London“ zurückzuführen, die
sich um die
Ansiedlung und Standorttreue dieser Firmen bemüht.162
In Wien existiert unter dem Namen „departure“ ein vergleichbares Programm
zur Förderung der Creative Industries. Bis Ende 2005 erhielten hier von 230
eingereichten Projekten, vor allem aus den Bereichen Mode, Musik, Design
und Multimedia, 45 Fördermittel in Höhe von mehr als 3,4 Mio. Euro. Damit
wurden mehr als 260 Arbeitsplätze in diesem Wirtschaftssegment neu
geschaffen
oder
gesichert,
wie
die
Präsidentin
der
Wiener
Wirtschaftskammer, Brigitte Jank, mitteilte. Im Rahmen des Programms
departure
classic
wurden
2008
von
583.589
Gesamtfördersumme
insgesamt
Euro
6
Projekte
unterstützt.
Der
mit
einer
errechnete
Investitionseffekt inklusive volkswirtschaftlicher Multiplikatoreneffekte liegt
bei 2,33 Mio. Euro.163
Untersuchungen
für
Deutschland
weisen
für
das
Jahr
2004
einen
Jahresumsatz in Höhe von 117 Milliarden Euro in den Creative Industries auf.
Hier haben vor allem die Bereiche Design und Software/Games an
Bedeutung
gewonnen.
Der
Anteil
der
Creative
Industries
am
Bruttoinlandsprodukt lag 2004 bei 1,6% und rangiert vor der EnergieBranche (Anteil 1,5%) und der Landwirtschaft (Anteil 1,1%). Insgesamt sind
hier mehr als 200.000 Unternehmen tätig, die über eine Million Arbeitsplätze
162
s.: www.cdufraktion.berlin.de/layout/set/barrierefrei/im_parlament/antraege/kultur/kulturpolitik_berlin_m
uss_auf_seine_staerken_setzen_creative_industries_gezielt_foerdern
163
www.departure.at
Initiative Musik
159
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
beinhalten, so eine Schätzung des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Technologie.164
6 Strategie und Synergie:
Erfolgsrezepte der Musikförderung
Das
komplexe
System
der
Kunst
zwischen
den
Polen
materielle
Kunstproduktion, ökonomische Kunstverwertung, Rezipienten und Künstlern,
für die ihre Profession mehr Berufung als Beruf ist, erfordert ein
umfassendes Förderrepertoire, das allen beteiligten Gruppierungen Rechnung
trägt und deren Bedürfnisse konzeptionell aufgreift.165
Dabei muss nicht zwangsläufig innerhalb eines Landes eine Supra-Institution
für alle Segmente die Zuständigkeit auf sich vereinen, wie dies in Kanada
ansatzweise Factor tut und wie dies in den Niederlanden für das neu
installierte Muziek Centrum Nederland intendiert ist. Entscheidend ist, dass in
der Summe innerhalb eines nationalen Musikmarktes für alle relevanten
Bereiche Förderangebote und Ansprechpartner bereitgehalten werden.
6.1 Arbeitsteilung
In der Analyse der musikalischen Infra- und Förderstruktur der untersuchten
Beispielländer wird deutlich, dass sich hier zumeist eine strukturelle
Arbeitsteilung zwischen den Institutionen entwickelt hat. Jede für sich hat so
Kernkompetenzen
herausgearbeitet
und
verweist
bei
anderen
Aufgabenfeldern auf die jeweils zuständigen Organisationen. Das Verhältnis
untereinander ist entsprechend in der Regel kollegial und es existieren
164
s.: http://www.kupoge.de/pdf/kumi116/kumi116_64-67.pdf
vgl.: Jürgen Gerhards (Hg.): „Soziologie der Kunst – Produzenten, Vermittler und
Rezipienten“, Opladen, 1997
165
Initiative Musik
160
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
zahlreiche Vernetzungspunkte zur Optimierung des Angebotes. Streuverluste
durch konkurrierende ähnliche Förderangebote werden auf diese Weise
gering gehalten und Synergiegewinne eingestrichen.
Auch international sind die nationalen Förderinstitutionen zumeist vernetzt
und unterhalten Partnerschaften mit Organisationen mit einer ähnlichen
Zielsetzung. Ebenfalls Standard ist die Mitgliedschaft in internationalen
Zusammenschlüssen wie IAMIC, der International Association of Music
Information Centres, oder dem European Music Office (EMO).
Im Sinne der Creative Industries hat sich in den Ländern, die auf dem Feld
der Musikförderung seit langem und kontinuierlich arbeiten, eine enge
Verzahnung
von
Politik,
Interessenverbänden,
Förderorganisationen,
Industrie, Sponsoren und Künstlern als sinnvoll erwiesen. Gerade die Erfolge
von „Pop-Schwellenländern“ wie Schweden, Finnland oder Kanada belegen
dies.
Strukturelle
Arbeitsteilung,
Kooperationen
und
differenzierte
Kernkompetenzen stellen Künstlern und Musikunternehmen ein enges
Netzwerk an Ansprechpartnern, Experten und Förderinstrumenten für alle
Bedürfnisse bereit. Wie das Beispiel Dänemark zeigt, hat selbst der Staat hier
seinen kulturellen Förderauftrag und den entsprechenden finanziellen Etat an
eine
nicht
Regierungsorganisation,
ROSA,
abgetreten.
Dies
in
der
Überzeugung, dass Rosa im Bereich der Pop-Musikförderung kompetenter
und zielgerichteter agiert, als dies staatliche Stellen können.
6.2 Wirtschaftsförderung
Elementar für erfolgreiche Förderstrategien ist die Erkenntnis, dass
Musikförderung Wirtschaftsförderung ist. Dies zeigt sich unter anderem an
dem
hohen
Grad
der
Involvierung
von
Exportinitiativen
der
Wirtschaftsministerien in diesem Bereich. Als Beispiele können an dieser
Initiative Musik
161
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Stelle die Arbeit von UK Trade and Invest oder Austrade angeführt werden.
Das Department of Canadian Heritage finanziert durch seinen Canada Music
Fund zu einem großen Teil die Projekte von Factor.
Der französische Staat trägt inzwischen 50% des Etats des French Music
Export Offices. Auch die Steuerrückerstattung für französische Plattenfirmen,
die heimische Newcomer unter Vertrag nehmen, belegt, wie ernst die
Regierung im Bereich der Creative Industries die Wirtschaftsförderung
nimmt. Um zu solch einem Ergebnis zu kommen, ist allerdings im Vorfeld viel
Überzeugungsarbeit von Verbänden und Unternehmen zu leisten.
Die Musikindustrie ist die erste Branche, die direkt von den Auswirkungen,
die Breitband-Internet-Verbindungen und Downloads zeitigen, betroffen ist.
Ein Umstand, der auch in anderen Wirtschaftszweigen deutliche Spuren
hinterlässt. Diese „Frontstellung“ macht namentlich die Tonträgerbranche zu
einem
exemplarischen
Ort
zukünftiger
Entwicklungen
und
Auseinandersetzungen. Dies ist ein weiteres Argument für die verstärkte
Beachtung dieser Branche durch die Politik.
Trotz aller Krisentendenzen bietet die Musikindustrie einer großen Zahl, vor
allem junger Menschen, Arbeitsplätze und weißt als Zukunftsbranche
beachtliches ökonomisches Entwicklungspotential auf. Um hier nicht den
internationalen Anschluss zu verlieren, ist es politisch notwendig, diese
Industrie in der momentanen Übergangsphase zu unterstützen.
Neben den wirtschaftlichen Aspekten sind für die Politik im Bezug auf die
Musikförderung auch die kulturpolitischen Implikationen von Musik von
besonderer Bedeutung. Musik ist ein Ausdrucksmittel par excellence der
eigenen Kultur und Geschichte. Auch im Bezug auf die Außendarstellung
eines
Landes
sind
das
musikalische
Erbe
und
aktuelle
Pop-Musik
prädestinierte Botschafter. Beispiel Deutschland: Durch die Erfolge von Tokio
Hotel ist das Interesse an der deutschen Sprache unter anderem in
Initiative Musik
162
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Frankreich gestärkt worden, was sich an einer Zunahme der Deutschkurse
ablesen lässt, die junge Franzosen besuchen.
6.3 Strukturförderung
Die in dieser Studie vorgestellten Musikförderkonzepte lassen sich analytisch
zwei
Oberbegriffen
zuordnen:
Strukturförderung
und
konkrete
Projektförderung.166
Die strukturelle Förderung zielt auf die allgemeine Verbesserung der
Rahmenbedingungen der Musikproduktion. Für damit befasste MusikInstitutionen
Lobbying
gehören
sowie
insbesondere
Maßnahmen
der
politisches
und
Bewusstseinsbildung
gesellschaftliches
innerhalb
der
Bevölkerung für Akzeptanz und Wertschätzung der Arbeit von Künstlern zum
Aufgabenfeld. Letztgenanntem Punkt kommt eine gesteigerte Bedeutung im
Umfeld der Diskussion um illegales Filesharing und Kopieren von CDs zu.
Zum Betätigungsfeld Lobbying gehört auch die Sensibilisierung von
Bevölkerung und Multiplikatoren wie Journalisten für nationales Repertoire.
In diesem Zusammenhang können Vereinbarung mit Radio- und TVStationen über eine stärkere Berücksichtung von heimischen Künstlern im
Programm angestrebt werden, wie es auf freiwilliger Basis die Schweiz oder
rechtlich festgeschrieben Frankreich durchgesetzt hat.
Ebenfalls dem Oberbegriff Strukturförderung zuzurechnen ist der gesamte
Bereich
der
Rechtssicherheit
von
Künstlern
und
Musikunternehmen.
Namentlich bezieht sich dies zurzeit insbesondere auf den Themenbereich
Urheberrecht. Ziel ist eine Stärkung der Position der Künstler und
166
s.: Harry Fuchs: „Das pop! Gesamtkonzept“ im Auftrag des AKM, Wien 2000 unter:
www.projektpop.com/index.php?set_language=de&cccpage=project_ueberunsgesamtkonze
pt
Initiative Musik
163
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Rechteinhaber sowie der vielen kleinen und mittleren Musikunternehmen.
Neben nationaler Lobby-Arbeit ist auch auf europäischer Ebene hier ein
anhaltender Einsatz internationaler Institutionen wie des European Music
Office (EMO) oder von Verbänden wie Impala von Nöten.
6.4 Projektförderung
Die konkrete Projektförderung ist in zwei Zielgruppen unterteilt: Zum einen
die der Kunstproduzenten, also Musiker etc., und die der Kunstverwerter,
also Musikunternehmen und Zulieferbranchen (Promotion-Firmen, Designer,
Videoproduzenten etc.).
Förderkonzepte für die Musikindustrie beinhalten unter anderem Zuschüsse
zur
Tonträgerproduktion,
Förderung
von
Festivals
und
Showcases,
Messeteilnahmen, Export unterstützende Maßnahmen, Kampagnen zur
Schaffung
von
Publizität
im
In-
und
Ausland
sowie
allgemein
Öffentlichkeitsarbeit und Informations- und Beratungsangebote.
Bezogen auf die Musikproduzenten, die Künstler, nehmen die vorgestellten
Ansätze und Konzepte die Form einer Pyramide an: Zum einen gibt es die
Basisförderung, die in die Breite geht und sich an Hobby-Musiker und
ambitionierte Amateure richtet. Förderangebote befassen sich unter anderem
mit
der
Schaffung
von
Proberaumzentren,
der
Bereitstellung
von
Auftrittsmöglichkeiten, die Verbesserung der Stellung von Popmusik im
Schulunterricht oder Unterstützung bei der Demo-Produktion.
Den Mittelbau stellen Musiker und Bands dar, die vielleicht schon mit ihrer
Musik ein Zubrot verdienen und die ins „Profi-Lager“ aufsteigen wollen, aber
über regionale Erfolge noch nicht hinausgekommen sind. Hier sind vor allem
Qualifizierungsmaßnahmen sowohl im künstlerischen als auch im BusinessBereich angezeigt. Dazu gehören beispielsweise Seminare und Workshops zu
Songwriting, Urheberrecht oder Online-Präsenz. Auch Pop-Wettbewerbe,
Initiative Musik
164
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
deren Gewinner professionell weiter betreut werden, können den Sprung
zum
professionellen
Musikantentum
beflügeln.
Die
Etablierung
von
popmusikalischen Studiengängen an Universitäten fällt ebenfalls unter diesen
Punkt.
An der Spitze der Förderangebote finden sich Profi-Musiker, die auf dem
nationalen Markt bereits etabliert sind oder die als viel versprechende
Newcomer eingestuft werden. Dieser Gruppe gilt es, durch Exportförderung
neue Märkte zu öffnen oder sie durch entsprechende Förderangebote auf das
nächste Karriere-Level zu hieven. In dieser Stufe ist eine enge Vernetzung
mit den Förderangeboten für professionelle Musikunternehmen angezeigt.
Dazu gehören Showcases auf Musikmessen, Festival-Auftritte, RadioKampagnen oder Promotion-Sampler im In- und Ausland.
7 Resümee internationale
Musikförderung
Für die vorliegende Studie zur internationalen Musikförderung wurden die
Projekte und Konzepte von insgesamt 103 internationalen Förderinstitutionen
ausgewertet. Die größte Gruppe bilden dabei die Musikinformationszentren
mit 21 identifizierten Institutionen, die sich allerdings zum Teil ausschließlich
der Archivierung und Förderung von klassischer Musik verschrieben haben.
Es folgen in der Rangliste Musikinitiativen, die privat organisiert sind, mehr
als einen Träger vorweisen und keine Stiftung sind. Hier wurden insgesamt
17 Einrichtungen untersucht. Die European Music Platform Members stellen
14 Mitglieder, die allesamt natürlich von ihrer Struktur her den weiteren
Gruppen zuzuordnen sind, für diese Studie aber aus organisatorischen
Gründen eine eigene Gruppe bilden.
Initiative Musik
165
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Die weiteren ausgewerteten Institutionen sind Branchenvereinigungen (13),
staatliche Institutionen (10), Stiftungen und Urheberrechtsgesellschaften
(jeweils 9), Export-Initiativen (8) und internationale Institutionen (2).
Unter den für die Studie ausgewählten Ländern wurden die meisten
Förderinstitutionen in der Schweiz und Großbritannien (jeweils 11) ermittelt.
Es folgen Finnland (10), Frankreich (8), Kanada (7), Niederlande (6),
Australien, Belgien, Dänemark, Österreich, Spanien (jeweils 4), Norwegen
und Ungarn (jeweils 3). Dabei ist die Anzahl der Institutionen in einem Land
nicht zwangsläufig gleichzusetzen mit der Qualität der Förderung.
Die
Untersuchungen
Diskrepanzen
offenbart
hinsichtlich
des
im
internationalen
Interesses
und
der
Vergleich
große
Mittelaufwendung,
nationale Musik und die dahinter stehende Industrie, die zum Groß von
kleinen und mittleren Unternehmen, also dem klassischen „Mittelstand“,
getragen wird, in Zeiten rückläufiger Umsätze zu unterstützen.
Während in Deutschland die Initiative Musik gerade erst ihre Arbeit
aufgenommen hat, fördern Länder wie Dänemark die einheimische
Musikproduktion auf nationaler Ebene bereits seit dem Ende der Siebziger.
Frankreich hat 1993 mit dem Bureau Export de la Musique Française, ein
wirkungsvolles Instrument geschaffen, den Absatz von CDs und die Zahl von
Live-Auftritten französischer Künstler im Ausland zu steigern.
Erst seit 2002 aktiv, dafür aber mit einem großen Mitarbeiterstab und
finanziellen Möglichkeiten ausgestattet, kann Music Export Finland bereits
beachtliche Erfolge in der internationalen Promotion finnischer Musik
vorweisen, wie beispielsweise den „Helsinki in Berlin“-Event. Ein ähnlich
publikums- und medienwirksames Projekt haben die Britten mit der „British
Music Week“ aufgelegt.
Während beispielsweise das älteste europäische Musikexportbüro und Vorbild
für viele weitere Exportinitiativen, Export Music Sweden, zurzeit ein „EinInitiative Musik
166
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Mann-Betrieb“ ist, investieren andere Nationen im großen Stil in die nationale
und internationale Musikförderung. Dies immer in dem Bewusstsein, dass
Musikförderung vor allem auch Wirtschaftsförderung ist und nach eben
diesen Kriterien auch zu funktionieren hat.
Beeindruckend ist das Budget, das in Kanada, Dänemark oder den
Niederlanden für Popmusik zur Verfügung steht. Faktor alleine wendet zur
Unterstützung der kanadischen Musikindustrie 14 Millionen kanadische Dollar
(rund 8,5 Millionen Euro) jährlich auf, die sowohl von Staat, den
Rundfunkanstalten als auch von Sponsoren aufgebracht werden.
In Dänemark stehen für diesen Zweck insgesamt sogar 11 Millionen Euro
bereit, die auf die verschiedenen Projekte verteilt werden. Für die
Niederlande wird geschätzt, dass das Kulturministerium für den Zeitraum
2009 bis 2012 die Arbeitet des neu gegründeten Fond NFPK+ des Muziek
Centrum Nederland mit insgesamt 120 Millionen Euro finanziert.
Aufgrund der großen Differenzen in Bezug auf die Austattung macht es
wenig Sinn, einen arithmetischen Mittelwert zu bestimmen. Hier trifft der
niederländische Musikfond mit einem geschätzten Jahresetat von 30
Millionen Euro auf Institutionen wie Action Swiss Music, die ihr Budget mit
68.000 Euro ausweisen. Ähnlich verhält es sich bei der Personalasutattung:
Während das schwedische Musicexportbüro von einer Person geführt wird,
kann
French
Music
Export
auf
23
Vollzeitangestellte
zurückgreifen.
Entsprechend missführend ist der Mittelwert. Will man ihn dennoch
bestimmen, so haben die in der Studie untersuchten Instutionen einen
jährlichen Etat von 5,5 Millionen Euro und 13 festangestellte Mitarbeiter in
Vollzeit.
Initiative Musik
167
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
7.1 Perspektiven der Musikförderung
Die in der vorliegenden Studie vorgestellten Förderansätze lassen sich zwei
Großkategorien zuordnen: Zum einen diejenigen, die direkt Künstler mit
Produktions- oder Reisekostenzuschüssen fördern und die, die sich exklusiv
an Unternehmen wenden.
Sowohl in der ersten als auch der zweiten Kategorie hat sich für die
Förderinstitutionen das Subsidiaritätsprinzip als sinnvoll erwiesen, bei dem
Selbstverantwortung und Eigeninitiative einen höheren Stellenwert als
staatliche Finanzierung oder Mäzenatentum haben.
Ein Beispiel ist der Österreichische Musikfonds, der eine Albumproduktion
oder Tour mit maximal 50% der Kosten unterstützt, und auch nur dann,
wenn das Projekt andernfalls nicht realisiert werden könnte. Nur auf diese
Weise ist gewährleistet, dass das Album oder die Tour auch wirtschaftlich
gewinnbringend ist. Durch dieses Prinzip wird auch der Anreiz für potentielle
Empfänger,
also
Künstler,
Agenturen
oder
Plattenfirmen,
erhöht,
preisbewusst und zielgerichtet zu handeln.
Die Studie zeigt auch, dass es von Nöten ist, möglichst viele starke Partner
einzubinden, um die Musikförderung auf ein breites und finanzstarkes
Fundament zu stellen. Paradigmatisch im Sinne der Creative Industries ist
hier wiederum die Veranstaltung „Helsinki in Berlin“ des finnischen
Exportbüros Musex. Im April 2008 traten dort in 10 Tagen fast 50 finnische
Künstler auf. Der Event war Teil der breit angelegten Tourismuskampagne
„HelsinKissBerlin“.
Finanziert wurden die Promotionauftritte, die der Steigerung des CDAbsatzes in Finnlands wichtigstem Exportland für Musik dienen sollen, von
der Musikindustrie, den Stiftungen ESEK und LUSES, der Region Helsinki,
dem finnische Arbeits- und Wirtschaftsministerium, dem Kultusministerium
und dem Auswärtigen Amt.
Initiative Musik
168
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Als Hauptsponsor hat sich ein finnischer Wodka-Produzent auf dem
deutschen Markt präsentiert. Zur optimalen Vorbereitung und Durchführung
des Events wurde ein deutscher Veranstalter engagiert. Auch die Auswahl
der beteiligten Bands folgte wirtschaftlichen Erwägungen, und so nahmen
nur Künstler teil, denen auf dem deutschen Musikmarkt große Chancen
zugetraut werden.
Ebenfalls eine „Win-Win“-Situation für alle beteiligten Parteien ist das
European Talent Exchange Program. Das von der Noorderslag Foundation
ausgerichtete ETEP bezieht alle Bereiche der Musikproduktion mit ein. Mit
einem hohen Qualitätsbewusstsein ausgestattet, penetriert das Projekt die
europaweite Fluktuation von europäischen Künstlern, in dem es ihnen die
Möglichkeit bietet, auf internationalen Festivals aufzutreten und ihnen weit
reichende Publizität verschafft. Ein Umstand, von dem gleichermaßen Labels,
Agenturen, Veranstalter und die beteiligten Medien profitieren.
In Zeiten sinkender CD-Absätze und noch nicht zufrieden stellender
Downloadumsätze, kommt dem Export von Musikprodukten eine eminente
Bedeutung zu. Hier ist die Arbeit des Bureau Export de la Musique Française
beispielhaft. Als das French Music Export Office 1993 ins Leben gerufen
wurde, belief sich der Absatz französischer Tonträger im Ausland auf 4
Millionen Stück jährlich. 2007 betrug diese Zahl schon 14 Millionen. Eine
Dynamik, die vom FMEO mit seinen variablen und breit gestaffelten
Angeboten mit initiiert wurde.
Ähnlich wie das französische Exportbüro, aber weit aus preisgünstiger, bietet
das Austrian Music Ambassador Network österreichischen Musikunternehmen
Unterstützung beim internationalen Vertrieb an. AMAN liefert den Firmen
keine direkte finanzielle Unterstützung, sondern das Konzept baut auf
Networking und Kooperation auf. Dazu hat AMAN ein Netzwerk von
Botschaftern eingerichtet, die die Zielmärkte als Insider kennen und die
Initiative Musik
169
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Musikunternehmen fachkundig und zielgerichtet bei der Lancierung eines
Albums beraten und Kontakte vermitteln.
Das größte Portfolio unter den untersuchten Musikförderinstitutionen weist
Factor
auf.
Die
kanadische
Initiative,
wird
hauptsächlich
von
den
Rundfunkanstalten und dem Canada Music Fund des Department of
Canadian Heritage finanziert. Das Angebot richtet sich exklusiv an
professionelle Musikunternehmen und Künstler. Factor deckt dabei die
Bereiche Musikproduktion, Konzerte und Tourneen sowie musikalische
Infrastruktur ab.
Insgesamt 13 verschiedene groß angelegte Förderprogramme umfasst das
Angebot. Wirft man einen Blick auf die Erfolge kanadischer Künstler in den
USA und Europa in den vergangenen Jahren, so scheint sich die Investition
von
rund
8,5
Millionen
Euro
jährlich
für
die
Musikindustrie
des
bevölkerungsarmen Landes auszuzahlen.
Neben der finanziellen Unterstützung von Musikinitiativen und Musikfonds,
die zumeist aus dem Etat des Kulturministeriums geleistet wird, können
entscheidende Impulse vor allem auch aus dem Wirtschaftsministerium
kommen. Hier ist das französische Steuerfördermodell für Unternehmen der
Recording Industrie hervorzuheben.
Das Incentive-System schafft Anreize für Unternehmen, in neue Talente und
Künstler zu investieren. Der Staat will auf diese Weise helfen, die
momentane „Talsohle“, in der sich die Musikindustrie befindet, abzufedern
und der Vernichtung von Arbeitsplätzen sowie von ökonomischen und
kulturellen Kapital vorzubeugen.
Investiert ein unabhängiges Label in einen französischen Newcomer,
erstattet
der
französische
Staat
diesen
Unternehmen
20
%
der
Investitionssumme. Werden mit diesem Künstler Verluste eingefahren, wird
die Summe direkt überwiesen. Erwirtschaftet das Unternehmen dagegen mit
Initiative Musik
170
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
dem Produkt Gewinne, wird die Investition zu 20 % in Form einer
Steuersenkung zurückerstattet.
7.2 Handlungsempfehlungen
Aus der vorangegangen Untersuchungen lassen sich Empfehlungen für drei
Fördersegmente ableiten, die sich an beispielhaften Initiativen orientieren.
•
KMU-Förderung
Im Sinne des Charakters der Creative Industries sollten kleine und mittlere
Unternehmen (KMUs) als Träger der Musikwirtschaft stärker in den
Mittelpunkt der Musikförderung rücken. Hier sind Vorstöße wie das
französische Steuererstattungsmodell und die Programme von Factor
besonders bemerkenswert.
•
Exportförderung
In Zeiten schrumpfender nationaler Absatzmärkte kommt dem Export immer
größere Bedeutung zu. Hier ist die Schaffung einer Institution nach dem
Vorbild des French Music Export Offices denkbar. Auch das Austrian Music
Ambassador
Network
ist
eine
viel
versprechende
Variante
der
Exportunterstützung.
•
Nachwuchsförderung
Verlinkt mit der Zielsetzung eines verstärkten Exportes von Musik Made in
Germany ist der Ansatz, die Barrieren abzubauen, denen sich Künstler,
Manager und Musikunternehmen ausgesetzt sehen, wenn sie ihre Musik, ihre
Produkte im Ausland präsentieren wollen.
In diesem Zusammenhang weißt vor allem das European Talent Exchange
Program große Erfolge auf. Ein ähnlich gelagertes Programm, das Künstler,
Musikunternehmen und Medien einbindet, kann auch auf nationaler und
Initiative Musik
171
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
regionaler Ebene die Aufmerksamkeit für einheimisches Repertoire und
Musiker zum Nutzen der Musikbranche steigern.
Die Ergebnisse der Studie legen nahe, bei allen Förderangeboten, auf die
Eigeninitiative der Nutznießer zu bauen und finanzielle Mittel nach dem
Subsidiaritätsprinzip bereit zu stellen. Um die Musikförderung auf ein starkes
und breites Fundament zu stellen, müssen möglichst viele verschiedenen
Partner aus allen betroffenen Beereichen beteiligt werden, die jeder für sich
aus den Initiativen ihren Nutzen ziehen.
Initiative Musik
172
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
8 Initiative Musik
Die Initiative Musik hat im Sommer 2008 ihre operationalle Arbeit
aufgenommen. Ziel ist die Förderung der deutschen Musikkultur und
Musikwirtschaft in den Genres Rock, Pop und Jazz.
Das
Förderangebot
Musikunternehmen
richtet
und
ist
sich
sowohl
entsprechend
an
in
Künstler
die
beiden
als
auch
Kategorien
„Künstlerförderung“ und „Infrastrukturförderung“ aufgeteilt.167
Innerhalb der ersten Kategorie sollen vor allem der Nachwuchs, die
Verbreitung deutscher Musik im Ausland sowie die Integration von Personen
mit Migrationshintergrund unterstützt werden.
Dabei müssen Künstler von Unternehmen der Musikwirtschaft wie einer
Agentur, Label oder Konzertveranstalter bei der Antragsstellung begleitet
werden. Mit dieser Einschränkung ist die Professionalität der Bewerber
gewährleistet.
Förderungswürdig sind Audio- und audiovisuelle Aufnahmen, die Herstellung
von
Ton-
und
Bildtonträgern,
Digitalisierung,
Promotion-
und
Marketingmaßnahmen, Konzertauftritte von Künstlern im Rahmen von
Konzert- und sonstigen Veranstaltungstourneen sowie die Teilnahme an
internationalen Musikwettbewerben oder Musikmessen/Showcases.
Das Fördervolumen beträgt maximal 40 % der jeweiligen Gesamtkosten bis
zu einer Gesamtsumme von maximal 30.000 Euro. Der Antragsteller muss
dabei einen Eigenanteil von mindestens 60% einbringen.
Die Förderentscheidungen des Aufsichtsrates der Initiative Musik richtet sich
nach einem definierten Kriterienkatalog, der unter anderem den erwartbaren
167
www.initiative-musik.de
Initiative Musik
173
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Effekt für den Musikstandort Deutschland, die künstlerische Qualität, die
Marktchancen des geförderten Projektes und die Live-Qualitäten des
Künstlers, der Künstlerin, der Band mit einbezieht.
Die Infrastrukturförderung Initiative Musik richtet sich an professionelle
Musikunternehmen und soll ebenfalls einen Beitrag zur Nachwuchsförderung,
zum Export deutscher Musik und zur Integration leisten. Dabei versteht sich
dieses Programm als Standort-, Wirtschafts- und Kulturförderung. Der Aufund
Ausbau
der
musikalischen
Infrastruktur
soll
nachhaltig
und
breitenwirksam die deutsche Musikwirtschaft stützen.
Antragsberechtigt sind unter anderem Projekte, die folgenden Zielen dienen:
•
Anerkennungen für besondere musikwirtschaftliche Leistungen, die
Nachahmer motivieren, beispielgebend arbeiten und strukturpolitische
Effekte für die Musikwirtschaft und –kultur erzielen
•
Aktivitäten, die in Zusammenarbeit mit der regionalen Musikförderung
Strukturen insbesondere für Künstleraufbau bzw. –entwicklung, für die
Verbreitung deutscher Musik im Ausland und für die Integration von
Personen mit Migrationshintergrund schaffen
•
gemeinschaftliche Präsentationen deutscher Musikunternehmen im
Rahmen von Musikmessen oder vergleichbaren exportorientierten
Veranstaltungen
•
Plattformen, die die Kommunikation, den wirtschaftlichen Betrieb oder
auch das Marketing von Musikunternehmen unterstützen. Dies können
beispielsweise Kommunikationsforen wie auch online Börsen sein
•
andere, dem Aufbau von Infrastrukturen dienliche Projekte, die im
Bereich des Programmzwecks liegen
Eine wichtige und hervorzuhebende Einschränkung ist, dass die zu
fördernden Projekte nicht den Wettbewerb verzerren dürfen und somit
privatwirtschaftlichen Angeboten keine Konkurrenz machen dürfen.
Initiative Musik
174
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Ebenso wie bei der Künstlerförderung beträgt das maximale Fördervolumen
40 % der Gesamtkosten des Projektes. Die restliche Summe muss als
Eigenanteil bei Antragsstellung ausgewiesen werden. Insgesamt beteiligt sich
die Initiative Musik an einzelnen Projekten mit maximal 100.000 Euro pro
Jahr.
Kriterien für eine erfolgreiche Antragstellung sind die prognostizierte
Auswirkung auf den Musikstandort Deutschland, die Verbesserung der
Infrastruktur für Künstler und Musikunternehmen, die Verbesserung der
Transparenz, Kommunikation und Wirtschaftlichkeit für Musikunternehmen
und die Verbesserung der Absatzchancen und Popularität für Künstler aus
Deutschland im Ausland.
In Hinblick auf das zweigeteilte Förderportfolio hebt die Initiative Musik
hervor, dass insbesondere auf die Auswertung und Dokumentation der
Projektergebnisse besonderes Gewicht gelegt wird. Eine transparente
Erfolgskontrolle ist somit ein Pfeiler der Fördergrundsätze der Initiative.
Neben den geförderten Fremdprojekten hält es sich die Initiative Musik vor,
auch eigene Projekte zu lancieren.
Es ist unangebracht, alleine schon aufgrund der finanziellen Ausstattung, die
deutsche Initiative an dem kanadischen Factor, dem dänischen Rosa oder
dem Muziek Centrum Nederland zu messen.
Mit den Programmschwerpunkten „Künstler“ und „Infrastruktur“ und den
untergeordneten förderungswürdigen Projekten ist die Initiative Musik im
internationalen Vergleich aber vergleichsweise breit aufgestellt und belegt –
in Bezug auf das Angebot einer einzelnen Institution – einen guten
Mittelplatz. Auch der viel beschworene „Mittelstand“, die KMUs, finden sich
hier wieder.
Das Subsidiaritätsprinzip als ein Grundsatz der Vergabe von Fördermitteln
ebenso wie Konzentration auf professionelle Projekte mit nationalen und
Initiative Musik
175
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
internationalen
Marktchancen
ist
im
internationalen
Vergleich
der
Förderinstitutionen Erfolg versprechend.
Hier wendet die Initiative konsequent die Maxime „Culture follows Economy“
an, wie sie auch Factor, der Österreichische Musikfonds oder das finnische
Exportbüro Musex praktiziert.
Was in Deutschland weiterhin fehlt sind wegweisende Projekte wie ein
Exportbüro für die gesamte Musikbranche. Auch auf politische Ebene besteht
hier
Nachholbedarf:
Das
Wirtschaftsministerium
könnte
durch
eine
Steuererleichterung, wie in Frankreich initiiert, der gesamten Musikwirtschaft
in Deutschland eine neue Perspektive bieten, die sich in zusätzlichen
Arbeitsplätzen und der Nachwuchsförderung niederschlagen würde.
Eine Adaption des „European Talent Exchange Programs“ auf nationaler oder
regionaler Ebene würde weite Teile der Musikwirtschaft einbinden und
insgesamt nationales Repertoire stärken und diesem Aufmerksamkeit
verschaffen.
Die Herausforderung der Initiative Musik in der Zukunft wird es sein,
entsprechende Projekte selbst auf den Weg zu bringen. Dabei ist es im Sinne
der Creative Industries entscheidend, breite Kreise der Musikwirtschaft, der
Politik, der Medien und weitere starke Partner und Sponsoren einzubeziehen.
Initiative Musik
176
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
9 Anhang
9.1 Die Autoren
Die vorliegende Studie zur internationalen Struktur und Organisation der
Popularmusik-Förderung wurde erstellt von Pop100.
Pop100 betreibt das Online-Portal „Pop100.com – Das Pop-Medien-Magazin
im Internet“ und organisiert unter der Marke „PopPlus“ Fachseminare zu
Themen der Musikwirtschaft für Branchenkräfte und Neueinsteiger.
In
Kooperation
mit
b10ck,
dem
Büro
für
Strategieberatung
und
Projektmanagement von Frau Amke Block, führte Pop100 im Auftrag der
Stadt Dortmund im Jahr 2007 eine Studie zur lokalen Musikwirtschaft durch.
Robert Adamik ist Diplom-Sozialwissenschaftler und Chefredakteur von
Pop100.com. Als freier Journalist schreibt er für regionale Kulturmagazine.
Manfred Tari ist Geschäftsführer und Inhaber von Pop100 und Herausgeber
von Pop100.com. Als freier Journalist schreibt er für Fachpublikationen wie
Der Musikmarkt, VIP News und W&V. Für das Konferenz-Programm der
Popkomm ist er als Co-Organisator tätig.
Kontakt:
Pop100
Herner Str.2
44139 Dortmund
0231-10 61 774
mobil: 0172-20 29 132
www.pop100.com, [email protected]
Initiative Musik
177
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
9.2 Literaturverzeichnis
Walter
Benjamin:
„Das
Kunstwerk
im
Zeitalter
seiner
technischen
Reproduzierbarkeit“, Frankfurt a. M., 2006
Amke Block: „Studie Musikexportförderung“, Hamburg 2002
D'Arcy, Doug, & Brindley, Paul: “Make or Break: Supporting UK Music in the
USA”, London 2002
Enquete-Komission des Deutschen Bundestages: „Schlussbericht zur Kultur in
Deutschland“, Berlin 2007
Harry Fuchs: „Das pop! Gesamtkonzept“ im Auftrag des AKM, Wien 2000;
unter:
www.projektpop.com/index.php?set_language=de&cccpage=project_ueberu
nsgesamtkonzept
Hannes Gmelin: „Nationalität in populärer Musik: Popmusik heute - Ausdruck
kultureller Identität oder Produkt einer globalisierten Wirtschaft?“ Münster,
2006
Jürgen Gerhards (Hg.): „Soziologie der Kunst – Produzenten, Vermittler und
Rezipienten“, Opladen, 1997
Christoph Gurk: „Die Popkultur spaltet sich auf“, Reihe Digitale Evolution,
Spex 05/08, Berlin
IFPI: „Recording Industry in Numbers 200/: The Definitive Source of global
music market informationen“, London 2007, S. 18
Friedrich Kittler: „MP3 ist der Tod der Musik“, Reihe Digitale Evolution, Spex
05/08, Berlin
Initiative Musik
178
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Bundesverband der
Phonographischen Wirtschaft e.V.: Jahrbuch der
Phonographischen Wirtschaft 2007, Berlin
Michael
Söndermann:
„Stichwort
Kulturwirtschaft“;
unter:
www.kupoge.de/pdf/kumi116/kumi116_64-67.pdf
Weblinks sind den einzelnen Kapiteln zu entnehmen
9.3 Verzeichnis internationale Musikförderinstitutionen
Als Vergleichsländer wurden Staaten in die vorliegende Studie zur
internationalen Popularmusikförderung aufgenommen, in denen bereits
entsprechende Fördereinrichtungen und Organisationsstrukturen existieren.
Neben einer allgemeinen Erfassung der Förderinstitutionen in Europa zählen
hierzu Australien und Kanada sowie Belgien, Dänemark, Finnland, Norwegen,
Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Österreich, die Schweiz, Spanien
und Ungarn.
Bei der Auswahl der Vergleichsländer wurde darauf geachtet, dass dort zum
einen Fördermodelle bereits erfolgreich etabliert sind und zum anderen sich
diese in ihrer Herangehensweise, Ausstattung und Organisationsform
signifikant unterscheiden.
Insgesamt
wurden
bislang
103
internationale
Förderinstitutionen
angeschrieben und telefonisch kontaktiert. Diese lassen sich neuen
Großgruppen zuordnen:
1. Branchenvereinigungen (13)
2. Musikinformationszentren (21)
3. Stiftungen (9)
4. Export Initiativen (8)
5. Urheberechtsgesellschaften (9)
6. Staatliche Institutionen (10)
Initiative Musik
179
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
7. Musik Initiativen (17)
8. Internationale Institutionen (2)
und
European Music Platform Members (14)
Die Mitglieder der European Music Platform wurden aus organisatorischen
Gründen zu einer Gruppe zusammengefasst, auch wenn die einzelnen
Institutionen natürlich den übrigen Kategorien zuzurechnen sind.
Die zahlenmäßig größte Gruppe bilden die Musikinformationszentren unter
dem Dach von IAMIC - The International Association of Music Information
Centres. Einige der angeschriebenen IAMIC-Mitglieder sind ausschließlich auf
die Förderung und Archivierung von „Contemporary Music“, also moderner
Klassik, spezialisiert.
Die Gruppe der „Musik Initiativen“ ist allgemein und weit gefasst. Darunter
fallen Organisationen, die mehr als einen Träger vorweisen und keine
Stiftung sind. Dabei können die Akteure sowohl Privatpersonen, der Staat
oder Verbände sein oder aus der Industrie stammen. Als Privat-PublicPartnership würde in Deutschland auch die Initiative Musik dieser Kategorie
angehören.
Die
Liste
erhebt
beispielsweise
nur
keinen
die
Anspruch
auf
Vollständigkeit.
Branchenvereinigungen
Es
wurden
aufgenommen,
die
nachweislich kontinuierlich oder zumindest regelmäßig Programme zur
Popularmusikförderung auflegen. Das gleiche gilt für staatliche Institutionen
oder Urheberrechtsgesellschaften.
Unter den für die Vergleichsstudie ausgewählten Ländern wurden die
meisten Förderinstitutionen in der Schweiz und Großbritannien (jeweils 11)
identifiziert. Es folgen Finnland (10), Frankreich (8), Kanada (7), Niederlande
(6), Australien, Belgien, Dänemark, Österreich, Spanien (jeweils 4),
Norwegen (3) und Ungarn (3). Dabei ist die Anzahl der Institutionen in
Initiative Musik
180
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
einem Land nicht zwangsläufig gleichzusetzen mit der Qualität der
Förderung.
9.3.1 Branchenvereinigungen
Air - Australian Independent Record Labels Assoc. / www.air.org.au / Australien
Danish Musicians' Union/Dansk Musiker Forbund / www.dmf.dk / Dänemark
FMPA - Finnish Music Publishers Association / www.musiikkikustantajat.fi / Finnland
UPFI - Union des Producteurs Phonographiques Français Indépendants/ www.upfi.fr /
Frankreich
SCPP - Société Civile des Producteurs Phonographiques / www.scpp.fr / Frankreich
SPPF - Société civile des Producteurs de Phonogrammes en France / www.sppf.com /
Frankreich
CIRPA - Canadian Independent Record Production Association / www.cirpa.ca / Kanada
FONO - Association for Norwegian independent record companies / www.fono.no /
Norwegen
SVMV Schweizerische Vereinigung des Musikverleger / www.svmv.ch / Schweiz
Verband Schweizer Musikschaffender VSM / www.vsmusic.ch / Schweiz
British Music Rights / www.bmr.org / UK
BPI – British Phonographic Industry / www.bpi.co.uk / UK
Irish Recorded Music Association / www.irma.ie / Irland
9.3.2 Musikinformationszentren
IAMIC - The International Association of Music Information Centres / www.iamic.net
Danish Music Information Centre / Dänemark
Estonian Music Information Centre / www.emic.ee / Estland
Finnish Music Information Centre / www.fimic.fi / Finnland
IEMA - Institute for Research on Music and Acoustics / www.musicportal.gr / Griechenland
Iceland MIC / www.mic.is / Island
Amic Italy / www.amic.it / Italien
Croatian Music Information Center / www.mic.hr / Kroatien
Luxembourg Music Information Centre / www.lgnm.lu / Luxemburg
Music Information Centre Norway / www.mic.no / Norwegen
Initiative Musik
181
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Music Austria / www.musicaustria.at / Österreich
Polish Music Information Centre / www.polmic.pl / Polen
Portuguese Music Information Centre - Miso Music Portugal / www.mic.pt / Portugal
Schweizer Musikrat SMR / www.miz.ch / Schweiz
SOKOJ-Music Information Center Serbia and Montenegro / www.newsound.org.yu / Serbien
Music Centre Slovakia / www.hc.sk / Slowakei
SIMIC Slovenian Music Information Centre / www.sigic.si / Slowenien
Czech Music Information Centre / www.musica.cz / Tschechien
British Music Information Centre / www.bmic.co.uk / UK
Scottish Music Centre / www.scottishmusiccentre.com / Schottland
Welsh Music Information Centre / www.wmic.org / Wales
9.3.3 Stiftungen
Jacques Gueux foundation / www.lezarts-urbains.be / Belgien
Foundation for the Promotion of Finnish Music (LUSES) / www.luses.fi / Finnland
FCM - Fonds pour la Création Musicale / www.lefcm.org / Frankreich
Factor - The Foundation Assisting Canadian Talent on Recordings/ www.factor.ca / Kanada
Nederlands Fonds voor Podiumkunsten+ / www.nfpk.nl / Niederlande
Calouste Gulbenkian Foundation / www.musica.gulbenkian.pt / Portugal
SUISA-Stiftung für Musik / www.suisa.ch / Schweiz
Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung / www.prohelvetia.ch / Schweiz
PRS Foundation / www.prsfoundation.co.uk / UK
9.3.4 Export Initiativen
MusicXport Denmark /www.mxd.dk / Dänemark
Music Export Estonia / www.estmusic.com / Estland
Finpro / www.finpro.fi / Finnland
Musex - Music Export Finland / www.musex.fi / Finnland
Music Export Lithuania / www.mic.lt / Litauen
MusicXport.nl / www.musicxport.nl / Niederlande
Initiative Musik
182
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Export Music Sweden AB (ExMS) / www.exms.com / Schweden
Swiss Music Export / www.swiss-music-export.com / Schweiz
9.3.5 Urheberechtsgesellschaften
APRA (the Australasian Performing Right Association) / www.apra.com.au / Australien
SABAM - Société Belge des Auteurs, Compositeurs et Editeurs / www.sabam.be / Belgien
ESEK – The Finnish Performing Music Promotion Centre / www.gramex.fi / Finnland
SACEM - Société des Auteurs, Compositeurs et Editeurs de Musique / www.sacem.fr /
Frankreich
SIAE - Societa` Italiana degli Autori ed Editori / www.siae.it / Italien
SACEM Luxembourg / www.sacem.lu / Luxemburg
Schweizerische Interpreten-Gesellschaft / www.interpreten.ch / Schweiz
ZAVOD IPF / www.zavod-ipf.si / Slowenien
Phonographic Performance Ireland / www.ppiltd.com / Irland
9.3.6 Staatliche Institutionen
Australian Music Office (Austrade) / www.australianmusicoffice.com / Australien
The Royal Academy of Music / www.musik-kons.dk / Dänemark
Danish Arts Agency Music Centre / www.danishmusic.info / Dänemark
IFCIC - L'Institut pour le Financement du Cinéma et des Industries Culturelles / www.ifcic.fr
/ Frankreich
Délégation au développement et aux affaires internationales / www.culture.gouv.fr /
Frankreich
International Trade Canada / www.international.gc.ca / Kanada
National Pop Instituut / www.popinstituut.nl / Niederlande
ICEX - Spanish Institute For Foreign Trade / www.icex.es / Spanien
UK Trade & Investment / www.uktradeinvest.gov.uk / UK
Arts Council Ireland / www.artscouncil.ie / Irland
9.3.7 Musik-Initiativen
AMRAP community radio initiative / www.amrap.org / Australien
Initiative Musik
183
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
ROSA - The Danish Rock Council / www.rosa.org / Dänemark
Finnish Music Council / www.musiccouncil.fi / Finnland
MusicAction / www.musicaction.ca / Kanada
ADISQ - Association québécoise de l'industrie du disque / www.adisq.com / Kanada
Canadian Music Week / www.cmw.net / Kanada
AMAN - Austrian Music Ambassador Network / www.aman.ag / Österreich
Österreichische Musikfonds - Verein Österreichische Musikförderung / www.musikfonds.at /
Österreich
Migros-Kulturprozent / www.kulturprozent.ch / Schweiz
Swiss Music Club / www.swissmusicclub.com / Schweiz
action swiss music / www.actionswissmusic.ch / Schweiz
Schweizer Musik + Medien Verband / www.smmv.ch / Schweiz
Euskadiko Soinuak / Basque Sounds / Spanien
Catalan! Arts / www.catalanarts.cat / Spanien
Forum for Music in Ireland / www.forumformusic.ie / Irland
Hungarian Music Council / www.hunmusic.hu / Ungarn
9.3.8 Internationale Institutionen
International Music Council / www.unesco.org/imc
Francophonie Diffusion / www.francodiff.org / Frankreich
9.3.9 European Music Platform Member
European Music Office / www.emo.org
Flanders Music Centre / www.muziekcentrum.be / Belgien
Wallonie Bruxelles Musiques / www.wbm.be / Belgien
Finnish Composers' Copyright Society Teosto / www.teosto.fi / Finnland
French Music Export Office / www.french-music.org / Frankreich
FAWI - Fondazione Arezzo Wave Italia / www.arezzowave.com / Italien
Luxembourg Ministry of Culture, Higher Education and Research / www.mcesr.public.lu /
Luxemburg
Buma Cultuur / www.bumacultuur.nl / Niederlande
Initiative Musik
184
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Noorderslag Foundation / www.noorderslag.nl / Niederlande
Music Export Norway / www.musicexportnorway.no / Norwegen
Austrian Music Export – MICA / www.musikexport.at / Österreich
STIM/Svensk Musik / www.mic.stim.se / Schweden
Fundacion Autor / www.sgae.es / Spanien
Hungarofest - Music Export Hungary / www.mxh.hu / Ungarn
9.4 Fragebögen
Insgesamt wurden 103 Musikförderinstitutionen in den Vergleichsländern und
Europa
wiederholt
angeschrieben
und
telefonisch
kontaktiert.
Die
Rücklaufquote der Fragebögen beträgt rund 26% (27 Stück).
Mehrfach wurde von den befragten Mitarbeitern der Förderinstitutionen als
Grund für das nicht ausfüllen des Fragebogens mangelnde Zeit bzw. die
geringe Personaldecke angeführt, ein Umstand, der sich auch in den
Antworten zum Punkt „Human Ressources“ wieder findet.
Hier angeführt werden alle zurückgekommenen Fragebögen, die für die
Erstellung der Studie relevant sind. In der Gruppe der Vergleichsländer (80
Institutionen) liegt die Rücklaufquote der Fragebogen bei 31% (25 Stück).
Leider wurden diese nicht immer vollständig ausgefüllt, weshalb aus
Platzgründen hier die leer gelassenen Punkte ausgespart wurden. Der
Initiative Musik liegen alle Fragebögen in der originalen Fassung vor.
Die Antworten der Musikfördereinrichtungen sind hervorgehoben.
Initiative Musik
185
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
9.4.1 ROSA - The Danish Rock Council
Adresse:
Web: www.rosa.org
Contact Person: Gunnar Madsen
Telephone:
E-mail:
Organisation
What kind of legal status does your organisation have? Independent Foundation
Is your organisation a state institution or is it private or both? State Contract.
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.) The Board of the Independent Institution.
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
What is your target group? (Please cross)
xArtists
o
Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Do you have a specific territorial target? (Please cross)
xInternational
o
USA
xEurope
o
A specific territory:
xdomestic market
You can select more of the above items, if possible, please show your
emphasis.
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
The direct connection between the artist and their audience is the basic in all
promotion. Especially when the support is tax-payed.
Do you have any cooperation partners?
If yes, from where are they
xFrom within the music industry
xFrom outside the music industry (i.e. consumer brands…)
xPublic or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
chamber of commerce…)? (Please specify) Local authorities, schools, export
bureau of ministry of foreign affair, etc. etc.
If yes, for which purpose? Please give examples of existing cooperation in operation.
Promoting special concerts on cruise from Copenhagen to Oslo.
Doing net-based promotion of upcoming acts through TDC (like Telecom)
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake? All kinds!
What is your emphasis here? (Please explain)
Initiative Musik
186
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Festival, touring and netbased information.
Basic Funding
What is your annual budget? Basicly state funding 650.000 Euro + projects appr.
1.500.000 – 2.000.000 Euro
Do these funds come from (please cross):
xState subsidies
xPrivate funding
xFundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify! Ministry of Culture are basic financiers.
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer? Yes, income from upcoming/eksport Festival
appr. 1.800.000 Euro (included in project income)
If yes, how high are these in comparison to your total annual
budget.
Funding of Projects
Do these assets also include financing of projects? Yes.
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
First of all the SPOT Festival: promoting Danish acts world wide followed up by
touring, showcases etc.
Please name some bands/labels that have benefit from this support.
The Raveonettes, Mew, Junior Senior, Infernal, Tina Dicow, Alphabeat, and more
than 100 acts over the last years. As well major as independent labels ang
agencyes benefit from our support.
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned? Can’t explain.
Who is involved in the decision-making process of these allocations and how is this process
organised? As well administrative organized as task force decisions. All organized
and run by ROSA.
Expenditures
How do you spend your annual budget?
Expenses Percentage from total budget
Marketing/Promotion
Tour-Support, Concerts, Events
Market analysis
Information services for national companies
Internet presence
5
20
0
0
5
Initiative Musik
%
%
%
%
%
187
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Data- and information services
running costs, administration
Human resources
Various (please detail)
5
10
40
15
%
%
%
%
Human Ressources
How many full-time employees do you have?
How many part-time employees do you have?
How many freelancers do work for you?
6
4
10
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music? The Arts Council through
different programmes. ( Venue support: 3.500.000 Euro) talent development(
2.000.000 Euro) and more.
Who is responsible for these organisations? The Culture Minister through the Arts
Council and different organisations.
What are the missions of these institutions? What are their core areas of support (artists,
genres, recording, live, export, infrastructure etc.)?
9.4.2 Danish Arts Agency
Adresse: H.C. Andersens Boulevard 2 , DK-1553 Copenhagen V
Web: www.kunst.dk
Contact Person: Jens Fuglsang
Telephone: 0045 3374 459
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have?
Governmental institution - Agency
Is your organisation a state institution or is it private or both?
It is a State organisation
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.)
The Danish Arts Agency is an administrative unit under the Danish Ministry of
Culture. Read more at www.danisharts.info/20c000c
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
The agency administers the financial support provided for artists and artistic
activities by the Danish state, which is mainly granted by the Danish Arts Council
and the Danish Arts Foundation.
What is your target group? (Please cross)
o Artists (X)
o Companies (labels, publishers, promoters etc.) (X)
Initiative Musik
188
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
The agency have a national stand at both the Midem and Popkomm tradefair.
Do you
o
o
o
o
o
have a specific territorial target? (Please cross)
International (X)
USA
Europe (X)
A specific territory:
domestic market (X)
You can select more of the above items, if possible, please show your
emphasis.
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
The role of the Danish Arts Council is to promote artistic development in
Denmark and Danish art abroad. The Council has two principal tasks:
to provide support for artistic endeavours within the fields of literature, the
performing arts, the visual arts, and music
to advise public authorities regarding matters within the Council's sphere of
activity
Do you have any cooperation partners?
If yes,
o
o
o
from where are they
From within the music industry (X)
From outside the music industry (i.e. consumer brands…) (X)
Public or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
chamber of commerce…)? (Please specify) (X)
The Danish Music Scene is characterised by a number of organisations and
institutions working for Danish music in Denmark and abroad. Several of these
are supported byThe Danish Arts Council Committee for Music or the Ministry of
Cultural Affairs. There are 5 musical genre-organisations in Denmark and they
are supported by funds allocated by the Danish Arts Council. These organisations
work to promote music within their respective genres through various activities
and subsidies.
If yes, for which purpose? Please give examples of existing cooperation in operation.
Danish Rock Council (ROSA)
Danish Folk Council (FFS)
Danish Jazz Federation (DJF)
Danish World Music Association
SNYK (the Secretariat for Contemporary Music)
Music Export Denmark
Read more at: http://www.danishmusic.info/57a000c
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake?
Newsletters from the Arts Council and our many different websides.
Initiative Musik
189
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
What is your emphasis here? (Please explain)
Basic Funding
What is your annual budget?
The Danish Arts Council has delegated its authority to award grants within
various artistic genres to five committees: the Committee for the Visual Arts, the
Committee for Literature, the Committee for Music, the Committee for the
Performing Arts, and the Committee for International Visual Art.
Grants are awarded on the basis of an application process. In 2003, grants were
distributed as follows:
Visual arts: DKK 35.3 million
Literature: DKK 22.3 million
Music: DKK 73.2 million
Performing arts: DKK 75.1 million
Musical drama: DKK 7.4 million
In addition, DKK 224.9 million was awarded to venues for rock, jazz and folk
music, music schools, theatres, interdisciplinary arts projects, talent
development, recruiting artists as guest professors, and initiatives to introduce
children to the arts.
In 2005, the Council awarded grants for international projects to the amount of
DKK 17.6 million.
Do these funds come from (please cross):
o State subsidies (X)
o Private funding
o Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify!
The Danish Arts Council is funded by the Danish Ministry of Culture.
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer? Yes, a trade fairs the co-exhibitors pay for extra service at a our
national stand.
If yes, how high are these in comparison to your total annual
budget. They are very small.
Funding of Projects
Do these assets also include financing of projects?
Please look under basic funding for these questions.
If yes, please explain to which extent.
Please look under basic funding for these questions.
If no, please answer the following questions:
Please look under basic funding for these questions.
Funding of projects: Do you have a special funding of projects?
Do these funds come from
o State subsidies
o Private funding
o Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Please look under basic funding for these questions.
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
Initiative Musik
190
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
etc.)?
Please look under basic funding for these questions.
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
Midem, Popkomm, SXSW, Womex and more trade fairs
Please name some bands/labels that have benefit from this support.
Most of the Danish record labels and artists like Ida Corr, Infernal, Raveonettes,
Alphabeat, and many others.
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
Individuals, private companies, other organisations
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned?
The apply themselves
Who is involved in the decision-making process of these allocations and how is this process
organised?
The Danish Arts Council has delegated its authority to award grants within
various artistic genres to five committees: the Committee for the Visual Arts, the
Committee for Literature, the Committee for Music, the Committee for the
Performing Arts, and the Committee for International Visual Art.
Controlling
What kind of controlling mechanisms do you use?
Internal evaluation and evaluation by external companies
Human Ressources
How many full-time employees do you have? 70
How many part-time employees do you have?
How many freelancers do work for you?
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music?
MXD – Music Export Denmark, www.mxd.dk
Who is responsible for these organisations?
the Danish Ministry of Culture
What are the missions of these institutions? What are their core areas of support (artists,
genres, recording, live, export, infrastructure etc.)?
Look at: http://www.danishmusic.info/57a000c for more information on the
Danish music scene.
Initiative Musik
191
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
9.4.3 The Finnish Performing Music Promotion Centre (ESEK)
Adresse: Pieni Roobertinkatu 16, FI-00120 Helsinki, Finland
Web: www.esek.fi
Contact Person: Leena Hirvonen
Telephone: +358-9-6803 4041
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have?
Is is a separate unit/department of Gramex.
Is your organisation a state institution or is it private or both?
A private one
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.)
Gramex, the Copyright Society of Performing Artists and Phonogram Producers in
Finland
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
“Mission” is promoting Finnish performing music of all genres. The main areas of
support are:
• Finnish phonogram production
• Live music projects with Finnish artists, both in Finland and abroad
• Export and marketing of Finnish performing music
• Courses and master classes for Finnish artists
• Artistic working
• Production of Finnish audiovisual music program production in
cooperation with
The Foundation for Promotion of Finnish Music (LUSES)
What is your target group? (Please cross)
x Artists
x Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Do you
o
o
o
o
o
have a specific territorial target? (Please cross)
International
USA
Europe
A specific territory:
domestic market
We don’t have any specific territorial target.
Do you have any cooperation partners?
LUSES. See the main support areas above!
If yes, for which purpose? Please give examples of existing cooperation in operation.
Initiative Musik
192
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
For promoting Finnish audiovisual music production; ESEK and LUSES have a
common committee for making decisions for audiovisual music production
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake?
None.
Basic Funding
What is your annual budget?
About 2 million euros
Do these funds come from (please cross):
o State subsidies
x Private funding
o
Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify!
The main funding comes from the remuneration funds for private copying. The
Finnish Ministry of Education decides the amounts allocated to different
organizations. We also get some funds from Gramex (remuneration for the use of
foreign phonograms)
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer?
No.
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
Anyone.
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned?
Support is granted on the basis of applications. The decisions are made by the
board of directors of ESEK on basis on recommendations issued by the expert
committees on various areas.
Human Ressources
How many full-time employees do you have? 2
How many part-time employees do you have?
How many freelancers do work for you?
2
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music?
The Foundation for Promotion of Finnish Music (LUSES)
The Ministry of Education
The Ministry of Employment and the Economy (until 31.12.2007 The Ministry of
Trade and Industry)
The Ministry of Foreign Affairs
Initiative Musik
193
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
LUSES has the same areas of support as ESEK, with missions or areas of support
of the ministries we are not acquainted.
9.4.4 French Music Export Office
Adresse: 2 rue de la Roquette – 75011 Paris - FRANCE
Web: www.french-music.org
Contact Person: Emmanuelle JEANNE
Telephone: +33 1 49 29 52 15
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have? Non-Profit Organization
Is your organisation a state institution or is it private or both? BOTH
Who is responsible for your organisation? State + record industry + collecting
societies
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
Our goal is to collectively help French music professionals to develop the
presence of their artists and productions abroad, and thus aid French record sales
abroad as well.
Core areas : record export + live abroad
What is your target group? (Please cross)
o Artists
Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Do you
o
o
o
o
o
have a specific territorial target? (Please cross)
International biggests markets (North America, Europe, Asia)
USA
Europe
A specific territory:
domestic market
You can select more of the above items, if possible, please show your
emphasis.
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
We represent the French Music Industry and they decide with us.
Do you have any cooperation partners?
If yes,
o
o
o
from where are they
From within the music industry : music information center
From outside the music industry : media partners for exemple TV5
Public or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
Initiative Musik
194
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
chamber of commerce…)? Foreign Trade Ministry (Ubifrance)
If yes, for which purpose? Please give examples of existing cooperation in operation.
TV5 is our partner on special events like Eurosonic or for the French Sampler “So
Frenchy So Chic”.
Ubifrance supports our presence on several international trade fairs.
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake?
We don’t undertake any marketing. PR : we send a press release to the French
media every month and organize an international press conference every year at
Midem.
What is your emphasis here? (Please explain)
Basic Funding
What is your annual budget? 2 500 000 Euros in 2008
Do these funds come from (please cross):
o State subsidies
o Private funding
o Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify!
o
o
o
o
o
o
o
o
o
o
o
o
*Public Bodies:
- Ministry of Foreign Affairs,
-Ministry of Culture and Communication,
-Culturesfrance (French Agency for Artistic Action),
*Professional Organisms:
-the SCPP (Civil Society of Phonographic Producers),
-the SPPF (Society of French Phonographic Producers),
-the SNEP (National Syndicate of Phonographic Publishing)
-the SACEM (Society of Authors, Composers, and Publishers of Music),
-the FCM (Funds for Musical Creation),
-the CNV (National Centre for Song, Jazz and Variety)
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer?
o NO
Funding of Projects
Do these assets also include financing of projects?
Yes
If yes, please explain to which extent.
International tours and promotionnal projects abroad
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
Initiative Musik
195
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
-
financial support for international tours and promotionnal projects
through our commissions
organization of French booths on the main international trade fairs (right
now: Musexpo in LA, USA)
invitation of foreign festival programmers or booking agents on French
events (40 key contacts invited to the French Festival Printemps de
Bourges last week)
production of monthly podcast about French Music “French Vibes”
available on iTunes and others download platforms
etc
Please name some bands/labels that have benefit from this support.
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
Companies : labels, booking agents, managers, publishers
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned?
We have 2 different commissions composed of representants of the French
labels.
Who is involved in the decision-making process of these allocations and how is this process
organised?
We meet 4 times a year and the commission members decide of the allocations
(they vote).
Expenditures
How do you spend your annual budget? (grob geteilt!)
Expenses Percentage from total budget
Marketing/Promotion
40 %
Tour-Support, Concerts, Events
19 %
Market analysis
1 %
%
Information services for national companies 5
%
Internet presence
2
%
Data- and information services
1
running costs, administration
5 %
Human resources
15 %
%
Various (please detail)
12
Controlling
What kind of controlling mechanisms do you use?
We are regularly controlled by the controlling instances of the state and have
established some “indicators” (nb of French sales abroad, nb of French acts
abroad, etc).
Which are your preferred controlling tools?
Could you please tell us something about the results?
Human Ressources
How many full-time employees do you have?
How many part-time employees do you have?
Initiative Musik
23
1
196
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
How many freelancers do work for you?
1
Which functions within your organisation do they have? If you
have any kind of organigram this would help a lot!
Director / project manager
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music?
-the SACEM (Society of Authors, Composers, and Publishers of Music),
-the FCM (Funds for Musical Creation),
-the CNV (National Centre for Song, Jazz and Variety)
-the ADAMI (Civil Society for the Administration of Artist/Interpreters Rights),
-the SPEDIDAM (Society of Perception and Distribution of Artist/Interpreter
Rights in Music and Dance)
- IRMA (Music Information Center)
9.4.5 Francophonie Diffusion
Adresse: 1 rue keller 75011 paris, France
Web: www.francodiff.org
Contact Person: Grégoire FERREYROLLES
Telephone: +33 1 53 36 77 77
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have?
Non-commercial association
Is your organisation a state institution or is it private or both?
Both
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.)
All of theses : state, structures of the record industry, collecting societes…
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
Promotion of the francophone music worldwide. Radio broadcasting.
What is your target group? (Please cross)
o Artists
o Companies (labels, publishers, promoters etc.) XXX : radios
Do you
o
o
o
o
o
have a specific territorial target? (Please cross)
International XXX
USA
Europe
A specific territory:
domestic market
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
Initiative Musik
197
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Radio is a good and efficient way to make a music known worldwide quickly and
reach as much people as possible. Easy to target specific listeners.
Do you have any cooperation partners?
Yes
If yes,
o
o
o
from where are they
From within the music industry XXX labels & records companies in France
From outside the music industry (i.e. consumer brands…)
Public or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
chamber of commerce…)? (Please specify) : Bureau Export, French Embassies,
Consulates & Institutes
If yes, for which purpose? Please give examples of existing cooperation in operation.
Labels give us the MP3 track and all the promo data concerning the music we’re
supposed to promote.
Embassies give us contacts with the local radios interested in our services.
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake?
Marketing : promotion of the artists and their tracks, presentation to the radio
stations, that can listen to extracts, download songs on our platform, etc.
Public relations : with the Embassies & Consulates : exchange of contacts and
data concerning radios and medias of the countries.
Basic Funding
What is your annual budget?
No idea.
Do these funds come from (please cross):
o State subsidies XXX + other associations of the music industry
o Private funding
o Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify!
Ministry of Culture, Ministry of Foreign Affairs + Sacem, SCPP, SPPF…
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer?
No, just an annual participation from the record labels.
If yes, how high are these in comparison to your total annual
budget.
Very few.
Funding of Projects
Do these assets also include financing of projects?
No
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
Initiative Musik
198
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Partnerships with different structures abroad (College Music Journal in USA,
exchange of specific charts) and in France (structure doing interviews to
download and broadcast). These are both-side benefits. Doing good so far.
Expenditures
How do you spend your annual budget?
I can’t tell you, I’m not in charge of the financial part.
Human Ressources
How many full-time employees do you have?
How many part-time employees do you have?
How many freelancers do work for you?
6
2
0
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music?
Bureau Export de la Musique Francaise.
Who is responsible for these organisations?
The same as us (state and organisations of the music industry).
What are the missions of these institutions? What are their core areas of support (artists,
genres, recording, live, export, infrastructure etc.)?
Live, special promotion operations, distributing albums abroad.
9.4.6 UK Trade and Investment
Address: (Home Address) – 6 St Benjamins Drive, Pratts Bottom, Kent BR6 7UX
Web: www.uktradeinvest.gov.uk
Contact Person: Roger Figg
Telephone: 07740 611218
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have? Government Department
Is your organisation a state institution or is it private or both? State
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.) State
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)? International Trade Development
What is your target group? (Please cross)
Artists
X Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Initiative Musik
199
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Do you have a specific territorial target? (Please cross)
X International
o
o
o
o
USA
Europe
A specific territory:
domestic market
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
It is our “raison d’etre”
Do you have any cooperation partners?
AIM/BPI
If yes, from where are they
X From within the music industry
o From outside the music industry (i.e. consumer brands…)
X Public or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
chamber of commerce…)? (Please specify)
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake?
UKTI support marketing initiatives undertaken by music trade bodies e.g.
AIM/BPI
Basic Funding
What is your annual budget?
Difficult to answer this. UKTI has a large budget to cover all industrial sectors. A
small part of the overall budget is allocated to music at both national and
regional level.
Do these funds come from (please cross):
X State subsidies
o
o
Private funding
Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify!
Foreign Office/DBERR/DCMS
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer?
A small amount
If yes, how high are these in comparison to your total annual
budget.
Less than 10% of our funding is re-couped in the form of revenue generated by
bespoke research.
Funding of Projects
Funding of projects: Do you have a special funding of projects?
Do these funds come from
X State subsidies
o
o
Private funding
Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
Initiative Musik
200
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)?
FCO/DBERR/DCMS
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
UKTI in collaboration with AIM/BPI support the British presence at major music
industry events e.g. South by South West/Midem/Popkomm etc.
Please name some bands/labels that have benefit from this support.
Too many to be specific.
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
Companies representing artists e.g. small record labels/music management
companies/publishers.
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned?
Detailed diagnostic is requested.
Who is involved in the decision-making process of these allocations and how is this process
organised?
International Trade Advisers
Expenditures
How do you spend your annual budget?
This question would be best answered by the Head of the Creative Industries
team in London. I am responsible only for a small regional proportion of the
budget for music.
Controlling
What kind of controlling mechanisms do you use?
We are solely reliant on customer and partner feedback and evaluation of
international successes.
Which are your preferred controlling tools?
It is very difficult to control – we always make clear that unless we receive
feedback in good will from the clients that we support, it is unlikely that ongoing
help will be sustainable.
Could you please tell us something about the results?
The music sector is not good at providing the feedback we require to maintain
support for the public purse. In many ways the music sector is its own worst
enemy.
Human Ressources
How many full-time employees do you have? 19000
Initiative Musik
201
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
How many part-time employees do you have? Not known – but a small percentage of
our staff are part time
How many freelancers do work for you? A small number of industry specialists
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music? Arts Council/British
Council/DCMS plus various national industry trade bodies
Who is responsible for these organisations? Government and the music industry.
What are the missions of these institutions? What are their core areas of support (artists,
genres, recording, live, export, infrastructure etc.)?
Arts Council – Grant support for the arts. British Council – Promulgation of British
culture throughout the world. – DCMS – Policy for culture, media and sport.
9.4.7 British Music Rights
Adresse: 26 Berners Street, W1T 3LR, London, UK
Web: www.bmr.org
Contact Person: Florian Koempel
Telephone: 020 7306 4465
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have? Not for profit, limited company
Is your organisation a state institution or is it private or both? Private
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.) self responsible
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)? Lobbying
British Music Rights was established in 1996 to speak on behalf of the UK’s
vibrant and diverse songwriting, composing and music publishing community.
Our four member organisations are: the British Academy of Composers &
Songwriters, the Mechanical-Copyright Protection Society (MCPS), the Music
Publishers Association (MPA) and the Performing Right Society (PRS). We act as
a single consensus voice for more than 50,000 composers, songwriters, music
publishers, and their UK collecting societies, representing them where
appropriate to Government, the media, industry and the public.
Our core goals are to promote awareness and understanding of:
•
•
•
•
The interests of British music creators and publishers at all levels;
The value of music – to society, culture and the economy;
Intellectual property rights and how they protect and promote creativity;
The opportunities and challenges for music creators in the digital age.
Initiative Musik
202
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
British Music Rights is a team of legal, communications and public affairs
specialists. We work in a number of ways, including lobbying, research,
education, and PR, to raise awareness about issues that affect British music
creators and publishers, both in the UK and abroad.
What is your target group? (Please cross)
o Artists
o Companies (labels, publishers, promoters etc.)
see above: Policy makers, public, other copyright related industries
Do you have a specific territorial target? (Please cross)
International
o
USA
Europe (priority)
o
A specific territory:
domestic market (priority)
You can select more of the above items, if possible, please show your
emphasis.
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
That’s the areas in which lobbyign on copyright is important
Do you have any cooperation partners?
We co-operate with the music industry (e.g. Music Business Group) and the wider
creative community in the UK (e.g. British Copyright Council) to achieve a joint
position wherever possible; equally we liaise with other organisations at EU level.
Basic Funding
What is your annual budget?
Do these funds come from (please cross):
o State subsidies
o Private funding
o Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify! Composers and publishers via their collecting societies
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer? No
If yes, how high are these in comparison to your total annual
budget.
Human Ressources
How many full-time employees do you have?
How many part-time employees do you have?
How many freelancers do work for you?
4
2
1
Which functions within your organisation do they have? If you
have any kind of organigram this would help a lot!
Initiative Musik
203
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
http://www.bmr.org/page/staff
9.4.8 PRS Foundation
Adresse: 29-33 Berners Street, London W1T 3AB UK
Web: www.prsfoundation.co.uk
Contact Person: Joshua Meggitt
Telephone: +44 207 306 4228
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have?
Charity – Company limited by guarantee
Is your organisation a state institution or is it private or both?
private
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.)
Collecting society
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
New UK music, regardless of genre
What is your target group? (Please cross)
X Artists (and promoters, organisations, festivals etc. NOT labels)
o
Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Do you have a specific territorial target? (Please cross)
International
o USA
o Europe
o A specific territory:
X domestic market
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
To support the creation of new British Music and support the infrastructutre
Do you have any cooperation partners?
Yes
If yes, from where are they
X From within the music industry
o
From outside the music industry (i.e. consumer brands…)
X Public or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
chamber of commerce…)? (Please specify)
If yes, for which purpose? Please give examples of existing cooperation in operation.
Certain funding schemes are supported by the Arts Council, UK Trade and
Investment, and other bodies
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake? Internet, print, etc –
all done by in-house team
Initiative Musik
204
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
What is your emphasis here? (Please explain)
To highlight the support we offer and inform public / industry of projects we
have supported
Basic Funding
What is your annual budget? 1,300,000
Do these funds come from (please cross):
o State subsidies
X Private funding
X Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company – PRS, partnership
organisations (see above)
etc.)? Please specify!
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer? No
Funding of Projects
Funding of projects: Do you have a special funding of projects? Yes
Do these funds come from
o State subsidies
o Private funding
o Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Controlling
Which are your preferred controlling tools? Applications, Management evaluation,
meetings of independent Advisors, final Trustee decision
Could you please tell us something about the results? With industry experts making
these recommendations and Trustees making final decisions, the results are fair
across the range of new music taking place in the UK.
Human Ressources
How many full-time employees do you have? 4
How many part-time employees do you have? 0
How many freelancers do work for you?
0
Which functions within your organisation do they have? If you
have any kind of organigram this would help a lot! Director, Applications Manager, Co-
ordinator, Administrator
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music? Arts Council, private funding
bodies.
Who is responsible for these organisations? Government, private sector
Initiative Musik
205
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
What are the missions of these institutions? What are their core areas of support (artists,
genres, recording, live, export, infrastructure etc.)? You would have to contact them, as
their agenda differs from ours.
9.4.9 musicXport.nl
Adresse: Buma Cultuur oder Muziek Centrum Nederland
Web: www.musicXport.nl
Contact Person: Ruud Berends
Telephone: +31628403183
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have? none
Is your organisation a state institution or is it private or both? State (through MCN)
combined with author right organisation 50/50
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.) collecting and State > MCN
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)? see website for mission; in short: increase
of export of dutch copyright material artists in all ways possible with the best
relevant partners possible.
What is your target group? (Please cross)
X Artists
X Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Do you have a specific territorial target? (Please cross)
X International (so called priority countries; Scandinavia, Germany, Italy,
Spain, France, Belgium, UK, USA, China, Japan)
o
o
o
o
USA
Europe
A specific territory:
domestic market
You can select more of the above items, if possible, please show your
emphasis.
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
Compromise of reality in our business against the criteria of the financing
partners
Do you have any cooperation partners? None then already mentioned plus the dutch
muwsic industry of course.
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake? Relevant product
marketing tailor made pending project.
Initiative Musik
206
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
What is your emphasis here? (Please explain) getting consumer attention through any
feasable way possible.
Basic Funding
What is your annual budget? Various per year. Roughly inbetween 300.000 to
750.000 pending how you count
Do these funds come from (please cross):
X
X
State subsidies
Private funding
o
Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify! 2008: Cultural department together with ministry of economic
affiars through their combined programm Hgis and Buma Cultuur (cultural office
of our collecting society)
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer? No.
Funding of Projects
Do these assets also include financing of projects?
If yes, please explain to which extent. Depends, different each time irw our total
budget, priorities that year and wishes of our financers.
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
Focus on the Uk 2008: Mainly aimed at presenting the world with the new line up
of fresh dj’s from Holland. We are doing a cd with DJ magazine incl add and 2
page editorial plus a presentation at Sonar plus a Dutch Village with around 10
Dutch DJ’s at one the most prestigious Uk Dance festivals > Creamfields. This
project, called Go Dutch, is ment to continue in this years to come as a export
tool on its own able to stand on its own financial feet at the international
festivals. We organise it together wiith the companies who represent the DJ’s
and we combine it with our strong brands: Amsterdam Dance Event, ID&T,
Tiesto, Extrema, etc.
Please name some bands/labels that have benefit from this support. We will know next
year
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
Anybody with a good product and story meeting our criteria.
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned? Get in touch with us.
Who is involved in the decision-making process of these allocations and how is this process
organised? The musicXport.nl team consisting of people from MCN and Buma
Cultuur.
Initiative Musik
207
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Expenditures
How do you spend your annual budget? This i can’t say, its very different per year.
Controlling
What kind of controlling mechanisms do you use? They come with a plan and a budget,
we say ok and check their invoice and accounts when they send it in.
This is all on our website incl. Downloadable forms and clear explanation.
They have to follow the rules and we try to accomodate changes if they are
realistic within our business.
Could you please tell us something about the results? If we had a paralel world we
would know if it works, but over the years we can see a significant grow (10 –
15%) of the income out of export. As we all know the income out of CD sales has
decreased largely so this is a positive sign especially if one considers that what
we spend is a fraction of the the growth.
Human Ressources
How many full-time employees do you have? None
How many part-time employees do you have? 3
How many freelancers do work for you?
1
Which functions within your organisation do they have? If you
have any kind of organigram this would help a lot! 1 coordinator out of MCN, 1
coordinator out of Buma Cultuur. 1 project coordinator, 2 project managers, 1
financial coordinator.
9.4.10
Music Center The Netherlands
Adresse: Rokin 111, 1012 KN Amsterdam
Web: www.mcn.nl
Contact Person: Arjen Davidse
Telephone: +31 20 3446051
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have? : Foundation
Is your organisation a state institution or is it private or both? : State institute
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.) : State
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)? :
Support and promotion of Dutch professional music in all genres. Core areas:
information, education, promotion (domestic and abroad) and
preservation/archives
What is your target group? (Please cross)
Initiative Musik
208
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
X
X
X
Artists and composers
Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Venues, festivals
Do you have a specific territorial target? (Please cross)
X
International
o
o
o
USA
Europe
A specific territory:
X
domestic market
You can select more of the above items, if possible, please show your
emphasis.
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
We haven’t chosen the big picture ourselves. We are fulfilling government policy
regarding the performing arts, allthough we fill it in as we think it will work best.
Do you have any cooperation partners?
If yes, from where are they
X
X
X
From within the music industry
From outside the music industry (i.e. consumer brands…)
Public or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
chamber of commerce…)? (Please specify)
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake?
Websites, own magazines, brochures, newsletters, mailings, advertisements,
booths at conventions, consumer research, etc.
Basic Funding
What is your annual budget?
4.5 million euro
Do these funds come from (please cross):
X
State subsidies
o
Private funding
X
Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify!
Ministries of Cultural affairs, Foreign Affairs, Economic Affairs
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer?: yes
If yes, how high are these in comparison to your total annual
Budget: 10%
Funding of Projects
Initiative Musik
209
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Do these assets also include financing of projects?: yes
If yes, please explain to which extent. 50%
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise: more then
one hundred projects: see website
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far:
everyone working in the professional music scene
Please name some bands/labels that have benefit from this support: almost everyone?
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations): NO
funding (all funding is taken care of by one performing arts Fund in The Hague)
Expenditures
How do you spend your annual budget?: I don’t know
Human Ressources
How many full-time employees do you have? 30
How many part-time employees do you have? 35
How many freelancers do work for you? 50
Which functions within your organisation do they have? If you
have any kind of organigram this would help a lot!
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music?
Buma Cultuur
Who is responsible for these organisations?
Authorsright organisation BUMA
What are the missions of these institutions? What are their core areas of support (artists,
genres, recording, live, export, infrastructure etc.)?
More or less comparible, however more aimed at economic results, instead of
artistic results
9.4.11
Music Export Norway As
Adresse: Karl Johansgft. 21, N-0159 Oslo, Norway
Web: www.musicexportnorway.no
Contact Person: Inger Dirdal
Telephone:
E-mail:
Organisation
Initiative Musik
210
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
What kind of legal status does your organisation have? LTD
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.) music industry bodies
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)? increase export!
What is your target group? (Please cross)
o Artists
o Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Music industry
Do you
o
o
o
o
o
have a specific territorial target? (Please cross)
International
USA
Europe
A specific territory:
domestic market
The world
Basic Funding
What is your annual budget? NOK 6.390.000,- (795.161 Euro)
Do these funds come from (please cross):
o State subsidies
o Private funding
o Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
State and music industry
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify!
State: culture, trade and foreign.
All music industry
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer? Some participants fee
If yes, how high are these in comparison to your total annual
budget. Approx 10%
Funding of Projects
Do these assets also include financing of projects? yes
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
Midem, popkomm, womex, cmj, the great escape, gonorth, sxsw, spot, eurosonic,
apap, jazzahead, in the city, musexpo, london calling, Iceland airwawes,
Seminars, showcases, promotion materiell,
Initiative Musik
211
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Please name some bands/labels that have benefit from this support.
Norwegian music industry benefits
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned? Nobody can apply, we fund projects we are involved in.
Controlling
What kind of controlling mechanisms do you use?
Normal auditing according to law for limited companies.
Human Ressources
How many full-time employees do you have? 3
How many part-time employees do you have? 0
How many freelancers do work for you?
0
9.4.12
mica – music austria
Adresse: Stiftgasse 29, A-1070 Wien, Österreich
Web: www.musicaustria.at
Contact Person: Peter Rantasa / CEO
Telephone: +43/1/52 104-0
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have?
Independent non-profit organisation.
Is your organisation a state institution or is it private or both?
It’s a private association, founded on initiative of the Austrian Republic.
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.) music austria if funded by ministry for culture and the City
of Vienna. There is no support by record industry or collecting societies.
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
music austria is a communication- and service center, acting for artists,
composers and musicians working in Austria. We’re promoting Austrian music of
all genres around the globe. We’re providing a link between the music sector and
policy makers.
What is your target group? (Please cross)
x Artists
x Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Do you have a specific territorial target? (Please cross)
x International
o
o
o
USA
Europe
A specific territory:
Initiative Musik
212
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
o
domestic market
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
Especially in a small market like Austria you have to think and act global.
Do you have any cooperation partners?
yes
If yes, from where are they
o From within the music industry
o From outside the music industry (i.e. consumer brands…)
X Public or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
chamber of commerce…)? (Please specify)
Commissioned work in the field of Promotion, Festivalorganisation
If yes, for which purpose? Please give examples of existing cooperation in operation.
Ministry of foreign affairs: Music Präsentation Projects
EU: partner in international music presentation project
EU: Education Project for Selfmanagement in a digital world
Consulting for international Festivals and Promoters in Europe
project fair music, partner: International Music Council, European Music Council,
Ars Electronica, World Culture Forum Alliance, Austrian Commission for UNESCO
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake?
Info folder,
adverts in music magazines.
Website: Article, Interviews (up to 6 Articles per day)
Newsletter
What is your emphasis here? (Please explain)
Promotion of music Austria as a high profile service and information center.
Promotion of music created in Austria
Basic Funding
What is your annual budget?
Do these funds come from (please cross):
x State subsidies
o
o
Private funding
Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify!
Ministry of Culture
City of Vienna / department for culture
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer? No
Funding of Projects
Funding of projects: Do you have a special funding of projects?
Initiative Musik
213
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Do these funds come from
X State subsidies
o
o
Private funding
Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)?
Ministry of Culture
City of Vienna / department for culture
Ministry of foreign affairs
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
Ministry of foreign affairs: Music Präsentation Projects
EU: partner in international music presentation project
EU: Education Project for Selfmanagement in a digital world
Consulting for international Festivals and Promoters in Europe
All projects are created to promote and present music from Austria
Please name some bands/labels that have benefit from this support.
Within the projects there is always a broad range of musicians/composers
presented
For more details visit: www.musicaustria.at
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
Application for funding is not possible
Human Ressources
How many full-time employees do you have?
5
How many part-time employees do you have?
3
How many freelancers do work for you?
Employees working project-oriented; at the moment: 2
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music?
SKE-Fund: the social and cultural subsidy fund of the Austro Mechana.
http://www.ske-fonds.at/ core area: concert, festival support, production
Austrian Music Fund: http://www.musikfonds.at/ core area: production, tour
support
Projekt Pop!: Initiative of GFÖM/AKM (collecting society)
http://www.projektpop.com/ workshops for young musicians
Initiative Musik
214
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
9.4.13
Österreichischer Musikfonds
(Verein Östereichische Musikförderung)
Adresse: Lainzer Straße 11/Top 12, 1130 Wien, Österreich
Web: www.musikfonds.at und www.toursupport.at
Contact Person: Mag. Harry Fuchs, Geschäftsführer
Telephone: +43-1-7106000
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have?
Verein
Is your organisation a state institution or is it private or both?
Public private partnership
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.)
Staat (Kulturministerium), Verwertungsgesellschaften (AKM, Austro Mechana,
LSG Produzenten und LSG Interpreten), Ifpi, Wirtschaftskammer (Fachverband
Audiovisions- und Filmindustrie).
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
Förderung professioneller österreichischer Musikproduktionen und
Konzerttourneen
What is your target group? (Please cross)
X Artists
X Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Do you have a specific territorial target? (Please cross)
Territorialeffekt bei Förderung, geförderte Produktionen in Hinblick auf
heimischen und internationale Märkte
Basic Funding
What is your annual budget?
€ 700.000
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify!
Staat (Kulturministerium), Verwertungsgesellschaften (AKM, Austro Mechana,
LSG Produzenten und LSG Interpreten), Ifpi, Wirtschaftskammer (Fachverband
Audiovisions- und Filmindustrie).
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer? No
Projects
Initiative Musik
215
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
Please name some bands/labels that have benefit from this support.
Auflistung unter www.musikfonds.at und www.toursupport.at
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
Antragsberechtigt ist / sind (Produktionsförderung)
- der künstlerisch verantwortliche Produzent
- musikschaffende Urheber
- Interpreten
-Tonstudios
- Musikverlage
- Labels
soweit sie für Produktion und Abwicklung hauptverantwortlich
künstlerisch und / oder musikwirtschaftlich ausreichend qualifiziert sind.
sowie
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned?
Detaillierte Förderrichtlinien unter
http://www.musikfonds.at/media/files/CMSEditor/musikfondsrichtlinien.pdf
Who is involved in the decision-making process of these allocations and how is this process
organised?
Fachjury (Mitglieder unter:
http://www.musikfonds.at/index.php?set_language=de&cccpage=project_uebe
runsjury
Expenditures
How do you spend your annual budget?
Expenses Percentage from total budget
Förderausschüttung Produktionsfonds 70%
Förderausschüttung Tour-Support
15%
Administration, Marketing, Web u.a.
15%
Human Ressources
How many full-time employees do you have? 1
How many part-time employees do you have? 0
How many freelancers do work for you?
0
1 Geschäftsführer
9.4.14
Pro Helvetia
Adresse: Hirschengraben 22; 8024 Zürich
Web: www-prohelvetia.ch
Contact Person: Marius Kaeser
Telephone:+41 44 267 71 84
E-mail: [email protected]
Initiative Musik
216
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Organisation
What kind of legal status does your organisation have? Stiftung
Is your organisation a state institution or is it private or both? staatlich
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.) Staat
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
Die Förderung von Schweizer Kultur im Allgemeinen.
Im Bereich der Popmusik unterstützen wir Auslandtourneen von Schweizer Acts
und vergeben Kompositionsauftràge
What is your target group? (Please cross)
X Artists
o
Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Do you have any cooperation partners? Swiss Music Export
If yes, from where are they
xFrom within the music industry
o
From outside the music industry (i.e. consumer brands…)
xPublic or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
chamber of commerce…)? (Please specify)
Basic Funding
What is your annual budget? Stiftungsbudget alle Kunstsparten: 33 Mio CHF; Musik (alle
Genres: 2.5 Mio)
Do these funds come from (please cross):
X
State subsidies
o
o
Private funding
Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer? No
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
Siehe unter: http://www2.pro-helvetia.ch/index.cfm?rub=323
Please name some bands/labels that have benefit from this support.
Siehe unter: http://www2.pro-helvetia.ch/index.cfm?rub=323
Initiative Musik
217
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
Alle in der Frage genannten.
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned?
Who is involved in the decision-making process of these allocations and how is this process
organised?
Geschäftsstelle für Anträge bis CHF 20’000; Stiftungsrat für Anträge über CHF
20’000
Expenditures
How do you spend your annual budget?
Siehe unter http://www2.pro-helvetia.ch/index.cfm?rub=322
Human Ressources
(Music Departement Pro Helvetia)
How many full-time employees do you have? 1
How many part-time employees do you have? 4
How many freelancers do work for you?
0
9.4.15
action swiss music
Adresse: Postfach 110, 3084 Wabern
Web: www.actionswissmusic.ch
Kontakt-Person: Bruno Marty, Geschäftsleiter
Telefon: +41 (0)31 961 55 15
E-mail: [email protected]
Organisation
Welche Geschäftsform hat Ihre Organisation? Verein
Ist ihre Organisation staatlich, privat oder beides?
Die action wurde als privater Verein gegründet, wir mittlerweilen aber staatlich
unterstütz.
Wer ist verantwortlich für ihre Organisation? (Staat, Musikindustrie, Lobby-Verbände,
Rechtsgesellschaften etc.) Der Verein action swiss music
Strategy
Was sind die Aufgaben ihrer Institution? Was sind die Kernbereiche der Förderung
(bestimmte Genres, Plattenaufnahmen, Liveauftritte, Export, Infrastruktur etc.)
Was sind ihre Zielgruppen? (bitte ankreuzen)
Initiative Musik
218
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
o
o
KünstlerX Hauptsächlich
Firmen (Label, Publisher, Promoters etc.) X wenige
Gibt es spezielle Zielländer? (bitte ankreuzen)
o
o
o
o
o
International:
USA
Europe
Spezielle Länder:
Inland: X
Marketing
Welche Formen von Marketing und Öffentlichkeitsarbeit setzen Sie ein?
Viel wird über das Internet (Website, social networks) kommuniziert. Wir pflegen
auch gute Beziehungen zu den Medien (gesammtschweizerisch).
Worauf setzen Sie dabei Ihren Schwerpunkt?
Internet, andere Verbände, Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Musikern.
Basic Funding
Wir hoch ist ihr jährliches Budget?
Ca. 110'000 CHF (68.000 Euro)
Woher stammt Ihr Budget (bitte ankreuzen):
o
o
o
Staatliche Fördermittel X
Private Fördermittel X
Fundraising, Sponsoring, Spenden, Stiftungen etc. ?
Wer sind die Finanziers (welches Ministerium, Organisation, Unternehmen, etc.)?
BAK (Bundesamt für Kultur)
Erwirtschaften Sie selbst Einnahmen mit Dienstleistungen und Produkten, die sie anbieten?
Ja, mit Mitgliederbeiträgen, mit einem Beratungsauftrag der Schweizerischen
Interpretenstiftung.
Wenn ja, wie groß sind diese selbst erwirtschaften Einnahmen im Vergleich zu ihrem
jährlichen Budget?
Ca. 50%
Funding of Projects
Beinhaltet dieses Kapital auch die Finanzierung eigener Projekte? Ja
Wer sind die Finanziers (welches Ministerium, Organisation, Unternehmen, etc.)?
Bundesamt für Kultur
Initiative Musik
219
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Projects
Bitte teilen Sie uns Beispiele existierender Projekte mit, erfolgreiche genauso wie weniger
erfolgreiche.
Neue Website mit integrierten Tools, Dossier zur Gehörprävention bei Musikern,
intensivierte Zusammenarbeit mit anderen nationalen Verbänden, Organisation
der Workshops am m4music (www.m4music.ch), Workshop „das Musicbusiness“
in Zusammenarbeit mit der SUISA (CH-Pendant zur GEMA), Lobbyarbeit im
Zusammenhang mit der Revision des Kulturfördergesetzes und der ewigen Frage
der Sozialen Sicherheit.
Wer profitiert von diesen Projekten?
Bitte teilen Sie uns die bisherigen Erfolge mit.
Schaffung eines Berufsverbandes für Rock/Pop/HipHop Musiker, die allgemeine
Annerkennung der populären Musik in der öffentlichen Wahrnehmung und in
allen relevanten Gremien (Verwertungsgesellschaften, Staatliche
Kulturförderung).
Die «Charta der Schweizer Musik», eine Initiative für mehr Schweizer Musik am
Radio. Verschiedene Dossiers zu Themen wie Gehörschutz, Versicherungen und
soziale Sicherheit. Langjährige Beratung der Schweizer Musiker in Rechtlichenund Businessfragen.
Bitte nennen Sie uns Bands/Labels, die von dieser Förderung profitiert haben.
Das waren in den letzten Jahren unzählige Schweizer Bands von Newcomer bis
Profis.
Allocation of Funding
Wer kann sich um Förderung bewerben? (Einzelpersonen, private Unternehmen, andere
Organisationen)
Jeder Musiker/Band/Label/Agentur kann sich von der action kostenlos Beraten
lassen. Per Mail, per Telefon oder in einem persönlichen Gespräch.
Nach welchem System werden Mittel bewilligt, bemessen und zugeteilt?
Die action fördert nicht mit finanziellen Mitteln
Expenditures
Wofür geben Sie ihr jährliches Budget aus?
Prozentualer Anteil vom Gesamt-Budget:
Marketing/Promotion
1
%
Tour-Support, Concerts, Events
-
%
Markt Analyse
-
%
Initiative Musik
220
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Informationen für nationale Firmen
-
%
Internet-Auftritt
8
%
Data- und Information-Services
20
%
Laufende Kosten, Verwaltung
10
%
Personalkosten
60
%
1
%
Anderes (please detail)
Controlling
Welche Mechanismen zur Erfolgskontrolle ihrer Projekte setzen Sie ein?
Vorstand überprüft die Arbeit der Geschäftsleitung, die Mitgliederversammlung wählt den
Vorstand. Für aufwändige Controlling-Systeme fehlt das Budget.
Human Ressources
Wieviele Vollzeit-Angestellte haben Sie?
-
Teilzeit-Angestellte?
2
Freelancers/Freiwillige?
-
Wer übernimmt welche Aufgaben in ihrer Organisation?
Vorstand: Lobbyarbeit. Für alles andere (Tagesgeschäft, Beratung,
Mitgliederwesen) ist die Geschäftsleitung zuständig.
Other national support institutions
Welche anderen nationalen Musikförderinstitutionen gibt es?
Pro Helvetia, Swiss music export, Bundesamt für Kultur, die Kantone, private
Stiftungen
Wer ist für diese Institutionen verantwortlich?
Bund, Kanton und Private. Auf den Webseiten der betr. Institutionen ersichtlich.
Was sind die Aufgaben/Kernziele dieser Institutionen? (Künstler, Genres, Aufnahmen, LiveMusik, Export, Infrastruktur etc.)?
Auf den Webseiten der betr. Institutionen ersichtlich.
Initiative Musik
221
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
9.4.16
Verband- Schweizer- Musikschaffender
Adresse: Oskar-Biderstr. 1 8600 Dübendorf
Web: www.vsmusic.ch
Kontakt-Person: Heiri Dürst
Telephone: 0041 44 882 26 26
E-mail: [email protected]
Organisation
Welche Geschäftsform hat Ihre Organisation? Verband
Ist ihre Organisation staatlich, privat oder beides? Privat
Wer ist verantwortlich für ihre Organisation? (Staat, Musikindustrie, Lobby-Verbände,
Rechtsgesellschaften etc.) Vorstand
Strategy
Was sind die Aufgaben ihrer Institution? Was sind die Kernbereiche der Förderung
(bestimmte Genres, Plattenaufnahmen, Liveauftritte, Export, Infrastruktur etc.)
Ganz allgemein die Förderung junger Talente mit all den von ihnen Aufgelisteten
Prioritäten.
Was sind ihre Zielgruppen? (bitte ankreuzen)
o
o
Künstler
Firmen (Label, Publisher, Promoters etc.)
Als Verband ist der Künstler das wichtigste. Ein Label, Publisher und Promotion
sind wir selbst. Das Problem ist dass keine Firma das kleinste Risiko eingeht
damit junge Künstler eine Chance haben.
Bitte teilen Sie uns mit, warum ihre Organisation diese Strategie zur Förderung von Musik
gewählt hat. Das grösste Problem sind die Verträge und die Konditionen.
Haben Sie Kooperationspartner? Leider Nein
Marketing
Welche Formen von Marketing und Öffentlichkeitsarbeit setzen Sie ein?
Alle Vertriebs und Marketing Möglichkeiten inkl. Elektronischer Medien.
Worauf setzen Sie dabei Ihren Schwerpunkt?
Der Schwerpunkt wird vom Markt diktiert. Erfolg ist immer das beste Marketing
Instrument.
Basic Funding
Wir hoch ist ihr jährliches Budget? 120'000 ch Fr. (74.000 Euro)
Initiative Musik
222
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Woher stammt Ihr Budget:
Das Budget erarbeiten wir mit unseren Aktivitäten Verkauf, Sponsoring und
Veranstaltungen. Leider kommen wir nicht an den alten verstaubten Fördermittel
heran. Rock, Pop, Hip Hop, und alle Moderne Musik ist in der Schweiz keine
Kultur.
Erwirtschaften Sie selbst Einnahmen mit Dienstleistungen und Produkten, die sie anbieten?
Ja
Wenn ja, wie groß sind diese selbst erwirtschaften Einnahmen im Vergleich zu ihrem
jährlichen Budget? 100 %
Funding of Projects
Beinhaltet dieses Kapital auch die Finanzierung eigener Projekte? Wenn ja, zu welchem
Anteil? 100%
Projects
Bitte teilen Sie uns Beispiele existierender Projekte mit, erfolgreiche genauso wie weniger
erfolgreiche. Wer profitiert von diesen Projekten? Bitte teilen Sie uns die bisherigen Erfolge
mit.
Da wir in den letzten 10 Jahren rund 260 Bands und Einzelkünstler Produziert
und Promotet haben ist es schwer einzelne Projekte zu nennen.
Bei uns profitiert in erster Linie der Künstler da wir ein Verband sind bestätigen
uns die Mitglieder oder wenn wir Fehler machen verweigern sie eine Wiederwahl.
Die Erfolge sind deren viele.
2
mal Gewinn des kleinen Prix Walo. Nummer 1 Hit bei Airplay der
Schweizer Radios. Div. Alben die wir über 2000 im Handel verkaufen
konnten.
2 Alben die zur Schweizer CD des Monats gewählt wurden. Usw.
Bitte nennen Sie uns Bands/Labels, die von dieser Förderung profitiert haben.
Backslash (Gewinner des My Coke in der Schweiz)
Magnetfisch Amerika Tournee
Susan Orus
König Offizielle Hymne der Fanmeile Winti Arena bei der Euro.
Posh Vorband von Bon Jovi in Zürich
Kinds of Cases Spielte an über 100 Snowboard Events
Sisko Nr. 1 in Spanien
Initiative Musik
223
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Alle diese Angaben sind nur ein Teil unserer Tätigkeit.
Allocation of Funding
Wer kann sich um Förderung bewerben? (Einzelpersonen, private Unternehmen, andere
Organisationen) Alle
Nach welchem System werden Mittel bewilligt, bemessen und zugeteilt?
Nach Qualität der Musik und den Chancen im Markt.
Wer ist in den Entscheidungsprozess involviert und wie wird dieser Prozess organisiert?
Der Vorstand und dann werden Ämter verteilt die jeder zu erledigen hat.
Expenditures
Wofür geben Sie ihr jährliches Budget aus?
Für den Nachwuchs und Talente im Musikbereich.
Prozentualer Anteil vom Gesamt-Budget:
Marketing/Promotion
10
Tour-Support, Concerts, Events
%
%
10
Markt Analyse
0
%
Informationen für nationale Firmen
Internet-Auftritt
10
20
Data- und Information-Services
%
%
%
15
Laufende Kosten, Verwaltung
15
Personalkosten
15
Anderes (please detail)
5
%
%
%
Essen mit wichtigen Kunden und Auto Spesen.
Controlling
Welche Mechanismen zur Erfolgskontrolle ihrer Projekte setzen Sie ein?
Vorstand, Generalversammlung.
Was sind ihre bevorzugten Kontrollinstrumente?
Buchhaltung durch Rechnungskontrolle.
Initiative Musik
224
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Können Sie uns bitte etwas über die Ergebnisse mitteilen?
Wir haben keinerlei Positionen die nicht zu 100% richtig sind.
Human Ressources
Wieviele Vollzeit-Angestellte haben Sie?
0
Teilzeit-Angestellte?
2
Freelancers/Freiwillige?
10
Wer übernimmt welche Aufgaben in ihrer Organisation?
Geschäftsführung der Geschäftsleiter Tour Organisation und Gigverträge ein
Mitarbeiter. Betreuung vor Ort ein Freelancer .
Other national support institutions
Welche anderen nationalen Musikförderinstitutionen gibt es?
Unendlich viele
Wer ist für diese Institutionen verantwortlich?
Private und der Staat.
Was sind die Aufgaben/Kernziele dieser Institutionen? (Künstler, Genres, Aufnahmen, LiveMusik, Export, Infrastruktur etc.)?
Leider ist es in der Schweiz so dass es zu viele Organisationen gibt die alle nur im
bereich Jazz und Klassik Subventionen vergeben (Moderne Musik ist keine
Kultur)
Moderne Musik bringt nur die Gelder rein die nachher verteilt werden zum
Beispiel SUISA, Swissperform, und alle anderen Halbstaatlichen Organisationen
die die Rechte der Urheber schützen sollten. Da die kleinen Bands zu wenig
Umsatz generieren werden sie auch nicht berücksichtigt wenn es um die
Verteilung der Gelder geht.
Das Kernziel des VSM ist es eine Lobby für die Moderne Musik zu erreichen damit
auch Gelder und Möglichkeiten für diese Künstler eingerichtet werden. Ganz kurz
alles was in die Klassik Investiert wird soll auch für die Moderne Musik Investiert
werden. Wenn wir dieses Ziel erreichen ist auch die Moderne Musik Kultur.
Ich hoffe mit diesen Angaben gedient zu haben!
9.4.17
Wallonie-Bruxelles Musiques (WBM)
Adresse: Pl. Flagey 18 bte 10 – 1050 Brussels - Belgium
Web: www.wbm.be
Contact Person: Patrick Printz
Telephone: 32 475 677 625
Initiative Musik
225
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have? Public agency
Is your organisation a state institution or is it private or both?
State institution (depending from the French-Speaking part of Belgium)
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.)
State (Ministry of Culture and Foreign Affairs, called in the French-speaking par
of Belgium: Commissariat généralaux relations internationals)
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
We are dedicated exclusively to the international promotion and the export of
artists, producers and publishers from the French-speaking part of Belgium
What is your target group? (Please cross)
xArtists
xCompanies (labels, publishers, promoters etc.)
Do you have a specific territorial target? (Please cross)
xInternational
o
o
o
o
USA
Europe
A specific territory:
domestic market
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
This strategy is chosen by the public authorities. The are other organisations
involved in the promotion in the Belgian territory.
Do you have any cooperation partners?
If yes, from where are they
X From within the music industry
o
From outside the music industry (i.e. consumer brands…)
X Public or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
chamber of
commerce…)? (Please specify) Awex and Brussels Export, who are the bodies
dedicated to the export (part of the Ministry of Economy)
If yes, for which purpose? Please give examples of existing cooperation in operation.
They help us in financing the present of companies in several marketplaces :
Womex, BabelMed, Jazzahead, Midem, …. They also help us to finance the
invitation of professionals from abroad to see our artists in Belgium (most
important festivals). Some of our promotional tools are also supported.
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake?
Initiative Musik
226
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Concerning Marketing and public relations, we organise partnerships with some
musical magazine including Cd compilations, we build special presentation of
artists abroad (for instance “Le Jazz perd le Nord” in Paris with 9 jazzbands),
invitation of professionals and journalists, professional newsletters, viral
marketing
Basic Funding
What is your annual budget?
The budget is the following :
- credit for our activities : 250.000 €
- credit for artists mobility (changing each year according to the operations we
organize with partner) +/- 100.000 @
- the costs of the staff (5 persons) and of the buldings are taken directly in
charge by the State. Estimate : +/- 230.000€
Total is more or less : 580.000 €
Do these funds come from (please cross):
X State subsidies
o
o
Private funding
Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify!
Ministry of Culture
CGRI (Foreign Affair from the French-speaking part)
AWEX (Agence wallonne à l’exportation) –
BruxellesExport
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer?
No. Sometimes a small part of the budget comes from incomes from companies
and sometimes we get some VAT back.
Funding of Projects
Do these assets also include financing of projects?
If yes, please explain to which extent.
If no, please answer the following questions:
Funding of projects: Do you have a special funding of projects?
Do these funds come from
X State subsidies
o
o
Private funding
Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? see above
Initiative Musik
227
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
Collective booth at Babel Med (Marseille), Jazzahead (Brême). Individuals and
collective booth at Womex in Sevilla. Professionnal invitations at the Nuit
Botanique (Brussels in mai). Spécial operation in Montauban (French song),
Printemps de Bourges. Booth at Europavox (Clermont-Ferrand), Tour support for
different artists, promotion program for CD release abroad, CD compilations
(Nuits Botanique in Inrockuptible, Songs for children, Electroacoustic double
CD,….) …
Please name some bands/labels that have benefit from this support.
Artists : Girls in Hawaiï, The Tellers, Baloji, OMP, Flexa Lyndo, Manuel Hermia,
Slang, Karim Baggili, Puggy, Manou Gallo, …. Labels : Bang!, 62TV, Homerecords,
Crammed Discs, Zig Zag World, Jauneorange, …
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
2 programs: Tour Support & Promotion of album - record companies,
management or agency companies, individual artists.
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned?
The CGRI has a “single counter” where the people can apply for several programs
: artists mobility, tour support, promotion of album, market prospection,
reception of professionnals…. They are able to send their application online or by
post. When received, the form are treated by the different services. We receive
ours.
Who is involved in the decision-making process of these allocations and how is this process
organised?
We have a commission made up by professionals and representatives of the
public bodies that decide what kind of project will be supported and also the
amount of the support.
Controlling
What kind of controlling mechanisms do you use?
We use the public control procedure according to public body we’re working with
(different for the Ministry of Culture and the CGRI – international relationship)
Human Ressources
How many full-time employees do you have?
How many part-time employees do you have?
How many freelancers do work for you?
5
0
0
Which functions within your organisation do they have? If you
have any kind of organigram this would help a lot!
Initiative Musik
228
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
We have a Director and then 3 projects managers (one for jazz and world, one
other for rock,pop,electro and a third one for French song, children). A fifth
person is dedicated tour website and also to (1/2 time) the functioning of an
association we are involved in (www.conseilfrancophone.org )
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music?
In the country (always French-speaking part) we have several institutions :
•
Court-Circuit: promotion of rock/pop
•
LesLundis d’Hortsense : promotion of jazz
•
Le Conseil de la Musique : classical and popular music
•
Voix-Voies : training and promotion of french songs.
Who is responsible for these organisations?
All these institutions are non-commercial bodies with their own board.
The have a “contrat-programme” (convention) with the Ministry of Culture for 5
years.
What are the missions of these institutions? What are their core areas of support (artists,
genres, recording, live, export, infrastructure etc.)?
Convention indicates the obligation of each organization. Most of time it is
: artist information, organisation of tours, general promotion through Internet,
compilations, showcases, organization of contest, coaching, … aso.
9.4.18
Sounds From Spain / ICEX
INSTITUTO ESPAÑOL DE COMERCIO EXTERIOR - SPANISH INSTITUTE FOR FOREIGN
TRADE
Adresse:Paseo de la Castellana, 14. 28046, Madrid. Spain.
Web: www.icex.es
Contact Person: Leticia QUINTANILLA DENISE
Telephone:
+34 91 349 19 87
E-mail: [email protected]; [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have?
ICEX is one of the organisations that takes part in the platform SOUNDS FROM
SPAIN. It has its own legal status.
Is your organisation a state institution or is it private or both?
ICEX is a state institution but there are others within the platform that are
private.
Initiative Musik
229
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.) ICEX: State.
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
SOUNDS FROM SPAIN goes to different fair trades throughout the world with
music companies.
All genres.
Live music and hard copies, depending on the fair. Sometimes the
Platform supports live performances of Spanish groups in showcases.
ICEX meanly deals with exportation (products and services)
What is your target group? (Please cross)
o Artists
o Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Do you
o
o
o
o
o
have a specific territorial target? (Please cross)
International
USA
Europe
A specific territory:
domestic market
Do you have any cooperation partners?
If yes,
o
o
o
from where are they
From within the music industry
From outside the music industry (i.e. consumer brands…)
Public or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
chamber of commerce…)? (Please specify) Department of Foreign Trade;
Regional Institutes of Foreign Trade
If yes, for which purpose? Please give examples of existing cooperation in operation.
We all take part in the platform SOUNDS FROM SPAIN by supporting the
participation in trade fairs of Spanish companies.
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake?
Press mainly (fair guides), well-designed stands…
What is your emphasis here? (Please explain)
Participation of Spain as a national entity in different activities.
Basic Funding
What is your annual budget? N/A
Do these funds come from (please cross):
o State subsidies
o Private funding
o Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
Initiative Musik
230
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify!
The organisations that take part in the Platform.
ICEX depends on the Ministry of Industry, Tourism and Commerce.
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer? No.
Funding of Projects
Do these assets also include financing of projects? Yes.
If yes, please explain to which extent.
Apart from taking part in the platform SOUNDS FROM SPAIN, ICEX finances
company projects abroad. It also organises activities (seminars, trade missions,
etc.) together with the Spanish music associations to help Spanish companies to
sell their products/services abroad.
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Ministry of Industry, Tourism and Commerce.
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
Trade mission to China. Some Spanish delegates went to Beijing in order to
attend a networking event as well as get into contact with Chinese music
companies. Even though the Chinese market is very difficult, the Spanish
delegates were happy with their experience.
Please name some bands/labels that have benefit from this support.
Please, refer to Promusicae or UFi, the music associations ICEX work with.
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
Companies
Music associations
Other organisations
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned?
1. Companies’ projects: They are directly proposed to ICEX. The funding
depends on the programme the companies apply for.
2. Associations’ projects: ICEX and the associations decide annually the projects
they want to develop according to the companies’ requirements. The
associations calculate the budget. ICEX (and sometimes the companies) puts
the money.
Initiative Musik
231
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
3. Platform SOUNDS FROM SPAIN: ICEX and other organisations propose the
projects. They calculate a budget, which is divided into different parts.
Who is involved in the decision-making process of these allocations and how is this process
organised?
1. Companies’ projects: ICEX decides the allocations depending on the project
and the country the company intends to establish itself.
2. Associations’ projects: ICEX and the music associations decide after
consulting the companies. ICEX finances everything, sometimes the
companies contribute with an allocation.
3. Platform SOUNDS FROM SPAIN: The organisations of the Platform decide.
Each organisation assumes part of the costs depending on their own budget.
Expenditures
How do you spend your annual budget?
ICEX has basically three budgets: trade fairs, association activities, and
companies’ projects.
Controlling
What kind of controlling mechanisms do you use?
Interviews with the companies, press clippings, etc.
Which are your preferred controlling tools?
The companies and associations’ opinion.
Could you please tell us something about the results?
When there is an activity that the companies are no longer interested in,
ICEX/SOUNDS FROM SPAIN stops supporting it and put the money in some other
projects.
Human Ressources
How many full-time employees do you have?
How many part-time employees do you have?
How many freelancers do work for you?
There are 4 full-time employees in ICEX dealing with music. ICEX has 97
commercial offices throughout the world which collaborate hand to hand with
the head office. Within these 97 offices, 9 have a Cultural Industries
Department/Representative.
Concerning the Platform, it is difficult to tell, maybe some 30 full-time
employees.
Which functions within your organisation do they have? If you
have any kind of organigram this would help a lot!
Services Division - Director
Initiative Musik
232
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Cultural Industries Department – Manager
Music Sector – Manager
Other
ICEX organigram (Spanish version only, sorry!):
http://www.icex.es/icex/cda/controller/pageICEX/0,6558,5518394_5593063_
5744259_0_0_-1,00.html
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music?
1. Instituto Nacional de las Artes Escénicas y de la Música (INAEM) within
the Ministry of Culture
2. Sociedad General de Autores y Editores (SGAE)
3. Music associations
Who is responsible for these organisations?
1. Government
2. Private
3. Companies
What are the missions of these institutions? What are their core areas of support (artists,
genres, recording, live, export, infrastructure etc.)?
1. Music and dance. They support the artistic part of culture whereas the
ICEX supports the industry/export.
2. Copyrights.
3. All areas concerning the music industry.
9.4.19
MUSIC EXPORT HUNGARY (MXH)
Adresse: 1072 Budapest, Rákóczi út 20.
Web: www.mxh.hu
Contact Person: Fruzsina Szép, director
Telephone: + 36-1-266-1357
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have? non-profit organisation
Is your organisation a state institution or is it private or both? state institutional
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.) state responsibility
Strategy
Initiative Musik
233
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
•
•
•
•
•
•
provide support for bands - concerts, tours, festivals, prominent events
Hungarian / CEE stands at international music fairs
producing Hungarian music compilations yearly
setting up and updating a professional national and international
database
setting up a user friendly website in Hungarian and English
membership at different European music or cultural institutions and other
organisations (European Music Office, European Music Platform, etc.)
creating a bridge between East and West, furthermore connecting the
different music cultures of the region
What is your target group? (Please cross)
* artists
* companies (labels, publishers, promoters, etc.)
Do you have a specific territorial target? (Please cross)
‫ס‬
International
o
o
o
o
USA
Europe
A specific territory: short term focus is on CEE than expand from a stabile
base
domestic market
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
Popular music (jazz, folk, world music, electro, underground, pop & rock) is
without doubts an important source of value and effective instrument of
improving the foreign image of a country.
Besides the cultural gains there is also a strictly economic aspect of the issue,
since the long term process of a targeted music promotion could create incomes
in the fields of record sales related industries and taxation.
In 2005 the Government of Republic of Hungary realised the above mentioned
possibilities and established Music Export Hungary, an office for the domestic
popular music scene.
Music Export Hungary came into existence with the mission to work as a public
benefit organisation that provides a driving force for the international success of
Hungarian and CEE music acts.
Our aims are ambitious, however, according to our own ideas and the experience
of similar foreign institutions, we clearly see that serious results assume
professional work, time and a secure financial background.
Our yearly budget is of a governmental support (Ministry of Education and
Culture), and money is provided for specific projects by sponsors. Some funding
comes as a result of domestic and EU competitions.
Besides our public resources we continuously seek possibilities to take part in
PPP (Private and Public Partnership) projects and other domestic international
cultural funding possibilities and cooperation.
Initiative Musik
234
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Do you have any cooperation partners? yes
If yes, from where are they
* From within the music industry - artists, managements, festivals, record labels,
etc.
* From outside the music industry - i.e. consumer brands as MOL, Concorde
* Public or state authorities - i.e. cultural benefactors or subsidies, chamber of
commerce (Please specify) – yes, find examples below
If yes, for which purpose? Please give examples of existing cooperation in operation.
Partners within the music industry
To find subsidies within the music industry is obvious. We are partners of
festivals where we represent ourselves in Hungary. (Sziget Festival / Budapest;
Mediawave / Gyor). We organise a music trade fair – Hangfoglalas / Soundquest
– with the Association of Hungarian Music Instrument Distributors, which event
is an annual meeting point of the Hungarian music industry.
Other supports from the financial-economic scene:
- The Hungarian Oil Company - 2008
- Concorde Securities Limited is Hungary's largest independent financial services
provider – 2007
- Hungarian wine distributor companies - 2008
Public or state authorities
Trade Union of Hungarian Musicians (EJI)
National Cultural Fund (NKA)
Author’s Rights Association (Artisjus)
Ministry of Education and Culture
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake?
-
newsletters or reports weekly from/on the MXH website,
advertisements/promotion in periodicals
partner radio stations, partner newspapers, magazines
banner exchanges with other music or cultural sites
What is your emphasis here? (Please explain)
Our emphasis beside international PR of Hungarian music is to help the evolution
of the Hungarian music professional scene.
Basic Funding
What is your annual budget? – total budget for maintenance and projects is cca.
200.000 - 400.000 EUR / year
Do these funds come from (please cross):
* State subsidies
* Private funding
* Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
Initiative Musik
235
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
etc.)? Please specify!
- the main financier is the Hungarian Ministry of Education and Culture
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer? no
Funding of Projects
Do these assets also include financing of projects? - if yes, please explain to which extent.
Yes, the projects we manage to complete each year entirely depend on the
yearly budget comes from the founder (Ministry of Education and Culture)
and other resources mentioned above.
Special projects - special support :
RegiON CEE Music Conference, occasional representation at professional
expos/trade fairs, Hangfoglalás Hungarian Music Trade Fair and CEE
Showcase Festival, Professional Area & Lounge at Sziget Festival
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
Existing projects of MXH
- Hangfoglalas / Soundquest Music Industry Trade Fair and Showcase Festival
(from 2006, yearly)
SIGNIFICANT RESULTS
- 70.000 visitors in 3 days
- More than a hundred exhibitors at 6.400 m2
- Free concerts in 4 different clubs in Budapest – 30 bands from the CEE
countries
- Organised parallel with the RegiON Music conference brought Soundquest
more into the European cultural consciousness
- RegiON CEE Music Conference (from 2007, yearly)
SIGNIFICANT RESULTS
- All participants at REGION agreed on the initiation of a project in which
the Hungarian Music Export Office plays the role of a “connecting
channel” helping the flow of information between the music scenes of
East and West and the REGION conference should be a yearly organised
continuous event;
- Lille 3000 and Essen 2010 (Europan Capitals of Culture was the title of a
workshop group) announced their intention of a future collaboration
which they started already;
- The Galician representative at REGION – Vítor M. Bello Cortizo, Event
Producer and Director of Nordesía Produccións, Santiago de Compostela,
Spain – invited 25 music groups from the CEE region in the year of 2008;
- The plan of a “CEE Showcase Night” at Popkomm 2008, Kulturbrauerei,
Berlin, Germany
- Every month there are Hungarian nights at the Ost-Club, Vienna;
- Stirring up cooperation in between clubs, festivals and agents of the
region (such as Mediawave Festival- HU, Wilsonic Fest, Sub Club- SK,
Respekt Fest - CZ, Cross Club– CZ, GalaHala Club– SLO, Ost Club- A,
Etnofest– SRB, West-Balkan- HU; Rómer House- Hu; Czech Music Export
Office, Music Export Hungary);
Initiative Musik
236
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
-
In December 2007, all results and agreements were documented,
presented and handed over to Mr. Jan Figel, Member of the European
Commission in charge of Education, Training, Culture and Youth, and to
Mr. Xavier Troussard, Head of Unit Culture, DG EAC personally by Fruzsina
Szep, director of MXH.
- Sziget Professional Area & Lounge (from 2005, yearly)
- international music expos and festivals- from 2005 we participate at the
following trade fairs: Midem, Eurosonic/Noorderslag, Popkomm, Womex,
EuropaVox, Printemps de Bourges, London Calling
Please name some bands/labels that have benefit from this support.
Bands
Hereby some examples in different music genres taken from our annual CD
compilations - Besh’o’drom, Neo, Yonderboi, The Moog, Romano Drom, Quimby,
Heaven Street Seven, Parno Graszt, Muzsikás, Kerekes Band, DJ Bootsie, Little
Cow, Erik Sumo Band, Anselmo Crew, Brains, Superbutt, Blind Myself, etc.
Labels
Mama Records, Chameleon Records, CLS Records, Warner Music- Hungary/
Magneoton Records, etc.
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
- bands, managements, labels - concert tours, taking part in festivals,
international expos/showcases, travel support, prominent international events
concerning Hungary
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned?
- announcing applications periodically
- evaluating specific/project-based independent applications
Who is involved in the decision-making process of these allocations and how is this process
organised?
- the team of MXH, and invited music professionals
Expenditures
How do you spend your annual budget?
Expenses Percentage from total budget
Marketing/Promotion
10 %
Tour-Support, Concerts, Events
Market analysis
Information services for national companies,
Internet presence, data- and information services
Running costs, administration
(employee, office rent, maintenance, etc.)
Human resources (training and team building)
Various (please detail) annual CD compilations 10 %
Initiative Musik
30 %
15 %
32-35 %
2-3 %
237
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Controlling
What kind of controlling mechanisms do you use?
The controlling of applications to MXH’s programmes is project-based.
We also ask outside evaluation of music professionals before and we require
measurable results or materials of the supported event (published materials,
advertisements, merchandise, etc.) after or during the process of the projects.
Which are your preferred controlling tools? – see the answers above
Human Resources
How many full-time employees do you have? 4 employees
(director, program coordinator, operative coordinator, assistant)
How many part-time employees do you have? 1 employee (website coordinator)
How many freelancers do work for you?
Spring-summer-autumn 3 - 5
Which functions within your organisation do they have? If you
have any kind of organigram this would help a lot! They work with us at our events
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music?
-
Trade Union of Hungarian Musicians (EJI) – core areas of support: artists,
individual musicians, recording, concerts
-
Hungarian National Cultural Fund (NKA) – responsible: government, core
areas of support: depends on the field of applications announced,
prominent events, promotion of Hungarian culture, international
programmes connected to tourism in Hungary
-
Hungarian Author’s Rights Association (Artisjus) – core areas of support:
recording, export, artists, events
-
PANKKK – cultural government-based programme for the Contemporary
Music Culture – responsible: government, core areas of support:
contemporary popular music industry, club infrastructure, events,
recording, concerts
Who is responsible for these organisations? – see the answers above
What are the missions of these institutions? What are their core areas of support (artists,
genres, recording, live, export, infrastructure etc.)? – see the answers above
9.4.20
Australasian Performing Right Association Ltd.
(APRA)
Australasian Mechanical Copyright Owners’ Society Ltd (AMCOS)
Adresse: 6-12 Atchison Street, St Leonards, NSW 2065, Australia
Web: www.apra.com.au
Contact Person: Dean Ormston
Telephone: +61 2 9935 7939
E-mail: [email protected]
Initiative Musik
238
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Organisation
What kind of legal status does your organisation have? APRA and AMCOS are separate
companies, each limited by guarantee.
Is your organisation a state institution or is it private or both? Both are private
organisations.
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.). Collecting societies, run by elected boards. The APRA Board
is comprised of 6 composer members (elected by composer members) and 6
publisher members (elected by publisher members).
The AMCOS Board is comprised of 14 members, elected by the AMCOS
membership
http://www.apra.com.au/corporate/apboard.asp
Strategy
What are the missions of your institution? What are the core areas of support (genres,
recording, live, export, infrastructure etc.)?
Mission: APRA’s and AMCOS’ joint objective is to secure the fairest and highest
level of payments for our members, provide the strongest defence possible of
their rights and the best customer service for both our members and our
licensees.
What is your target group? (Please cross)
o Artists: APRA - Composer/Songwriter and Publisher members
o Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Do you have a specific territorial target? (Please cross)
o International: We have reciprocal agreements with affiliate societies
internationally.
o USA
o Europe
o A specific territory: Australia, NZ and certain South Pacific territories.
o domestic market
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy?
Our strategies relate to the requirements of our members and the administration
of their rights. Additionally we are providing a service to licensees and
accordingly have strategies relating to education, communication and
relationship development.
Do you have any cooperation partners? We have many cooperative relationships with
other organisations and institutions that might be relevant to our members and
licensees.
If yes, from where are they
o From within the music industry ie Songwriting associations
o From outside the music industry (i.e. consumer brands…) ie with the
hospitality sector (they are music users)
o
Public or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
Initiative Musik
239
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
chamber of commerce…)? (Please specify): Communications focused
relationships with relevant state and federal government departments and
ministers, and similarly with relevant industry organisaitons and associations.
If yes, for which purpose? Please give examples of existing cooperation in operation.
Government State: co-funding of music industry event; Song Summit Sydney (3-5
April 2008), co funded with NSW Government.
Government Federal: working to streamline government regulation relating to
the peformance of live music in hospitality venues.
APRA Grants: APRA offers a grants to organisations involved in promoting and
the use of Australian music.
(http://www.apra.com.au/writers/supporting_the_arts/default.asp#music)
Hospitality Associations: APRA sponsors industry awards nights, recognising
venues that present live music. (http://www.apra.com.au/musicusers/resources/music_user_resources-business_partners.asp)
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake? We have an inhouse
Communications team that works with our membership and licensing
departments to develop strategies and collateral relevant both groups.
We use external PR services for our major music award events
(http://www.apra.com.au/awards/default.asp)
What is your emphasis here? (Please explain)
In relation to our members, marketing relates to the services APRA provides and
also issues/information relating to the music industry and life as a music creator.
(http://www.apra.com.au/writers/apra_publications.asp)
In relation to our licensees, marketing relates to the benefits of using music in
the business context and the licences and services offered by APRA.
(http://www.apra.com.au/music-users/apra_publications.asp)
Basic Funding
What is your annual budget? APRA and AMCOS our self funded collecting societies.
Expenses are deducted from revenue collected. A summary of the 2006-07
financial results is available at
http://www.apra.com.au/publications/Annual_Report/APRA_AYearInReview06
07.pdf
Funding of Projects
Do these assets also include financing of projects? Funding for all projects is considered
either within the Expenses budget of the organisation (see Year in Review
referred to above) or our Grants funding, which is 1.25% of distributable
revenue.
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
See:
http://www.apra.com.au/writers/supporting_the_arts/apra_music_grants_200
708.asp
Initiative Musik
240
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations)
See http://www.apra.com.au/writers/supporting_the_arts/apra_music_grants_200708.asp
Expenditures
How do you spend your annual budget?
All of the expenses below our included in our running costs, which represented
12.62% ($17.8m) of total revenue of $141m, for the 2006-07 financial year.
Human Ressources
How many full-time employees do you have? Approx 200 nationally, incl New
Zealand
How many part-time employees do you have? Approx 20 nationally incl New
Zealand
How many freelancers do work for you?
Approx 10 nationally incl New
Zealand
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music?
All listed on our website at
http://www.apra.com.au/general/useful_contacts/resources.asp
9.4.21
Australian Music Office / Austrade
Adresse: Maintower- 28. Etage, Neue Mainzer Str. 52-58, D-60311 Frankfurt a.M.
Web: German: www.musik.australische-kultur.de; www.austrade.de,
International www.australianmusicoffice.com, www.austrade.gov.au
Contact Person: Stefan Jedele
Telephone: +49-69-90558-114
E-mail: [email protected]
Organisation
What kind of legal status does your organisation have?
Austrade is the export promotion office of the Australian government. The
Australian Music Office (AMO) was formed in August, 2005 as a new initiative by
Austrade.
Is your organisation a state institution or is it private or both? Australian government
agency
Who is responsible for your organisation? (state, record industry, lobby organisations,
collecting societies etc.) Austrade is a statutory agency within the Foreign Affairs
and Trade portfolio, established by the Australian Trade Commission Act 1985.
Austrade’s Chief Executive Officer (CEO) Peter O'Byrne reports directly to the
Minister for Trade.
Strategy
What are the missions of your institution?
Initiative Musik
241
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Our mission is to facilitate the introduction of buyers of music with those that are
sellers.
Some of our initiatives include organization around trade shows and music
festivals, export coaching and advice, the usage of new technologies to increase
awareness of Australian music, and partnering with entertainment related
companies that can give Australian exporters wider exposure.
We support and develop the Aussie music industry by giving direct referrals and
advice on export logistics, strategy and trends. We act as a liason between
various industry groups and develop partnerships to increase exposure and
visibility of Australians in music abroad.
What are the core areas of support (genres, recording, live, export, infrastructure etc.)? see
above
What is your target group? (Please cross)
o Artists
o Companies (labels, publishers, promoters etc.)
Do you have a specific territorial target? (Please cross)
o International
o USA
o Europe
o A specific territory:
o domestic market
Our Frankfurt office looks after the German speaking markets but co-operates
with our other offices on a European level.
Austrade has offices worldwide and facilitates export in (almost) every country.
Please tell us the reasons why you have chosen this support strategy.
Austrade was initially set up in 1985. The AMO was formed in 2005 as a result of
the expansion of resources from the landmark AUSFTA agreement.
Do you have any cooperation partners?
If yes, from where are they
o From within the music industry
o From outside the music industry (i.e. consumer brands…) – sponsors are
important – although not always easy to find
o Public or state authorities (i.e. cultural benefactors or subsidies,
chamber of commerce…)? (Please specify)
If yes, for which purpose? Please give examples of existing cooperation in operation.
Sponsorship of events such as Popkomm (showcases), Midem, SXSW etc.
Marketing
Which form of marketing and/or public relations do you undertake? Regular and event-
related Newsletters, press releases, ads
What is your emphasis here? (Please explain) probably newsletters (anything that
does not involve lots of money)
Basic Funding
What is your annual budget? No comment
Do these funds come from (please cross):
o State subsidies
o Private funding
o Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
Initiative Musik
242
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
benefactors?
Gov’t funded. occasionally sponsored by private companies.
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)? Please specify! Austrade is a statutory agency reporting to the Minister of
Trade
Do you also raise your own income resulting from services and
products you offer? Yes.
If yes, how high are these in comparison to your total annual
budget. No comment
Funding of Projects
Do these assets also include financing of projects?
If yes, please explain to which extent.
If no, please answer the following questions:
Funding of projects: Do you have a special funding of projects?
Do these funds come from
o State subsidies
o Private funding
o Fundraising, sponsoring from sources as donations, charity or
benefactors?
Who are the financiers (which ministry, organisation, company
etc.)?
Austrade projects such as national stands at Popkomm or other trade shows are
supposed to be at least cost recovery events. Austrade sponsorship of trade show
stands used to be common in the past but is not available anymore.
Projects
Please give examples of existing projects in operation, successful and otherwise.
Who benefits from these projects? Please tell us something about the results so far.
National stands at Popkomm and Midem, showcases at Popkomm, SXSW, etc.
International Matchmaking Event at Popkomm 2007.
Besides event related work, AMO also assists bands/artists and labels on an
individual basis.
Please name some bands/labels that have benefit from this support. Shock, Stomp, Rubber,
AIM Int’l, Hilltop Hoods, The Beautiful Girls, Airbourne,…
Allocation of Funding
Who can apply for funding? (individuals, private companies, other organisations) any band,
artists or company with an ABN (Australian Business Number)
What are the systems whereby projects requiring funds are proposed, assessed and
assigned? http://www.australianmusicoffice.com/EMDG_Overview/43/
Who is involved in the decision-making process of these allocations and how is this process
organised? Handled by a special team in Australia
Expenditures
How do you spend your annual budget?
Initiative Musik
243
Studie Musikförderung
Robert Adamik, Manfred Tari
Impossible to break down as AMO is not a fully separate business/agency but
embedded in the Australian Trade Commission.
Controlling
What kind of controlling mechanisms do you use? Financially: regular audits.
Event/Client results: special feedback forms where clients are asked to state
their export sales achieved as a result of exhibiting at Popkomm, Midem or any
other event and their opinion in regards to the level of AMO’s/Austrade’s
assistance
Which are your preferred controlling tools?
Could you please tell us something about the results? Not allowed to state numbers.
Human Ressources
How many full-time employees do you have? In Germany: 1
How many part-time employees do you have?
How many freelancers do work for you?
The Australian Music Office is a sub-office within Austrade. Austrade has over 60
offices worldwide. There are arts, culture and entertainment export advisors in
many of the offices. http://www.australianmusicoffice.com/Our_Team/47/
Other national support institutions
Which other national institutions support popular music?
http://www.ozco.gov.au/boards/music/
http://www.aria.com.au/pages/who-we-are.htm
http://www.dcita.gov.au/arts_culture/arts/contemporary_music_touring_progr
am
Additionally: state support:
http://www.musicnsw.com/grants2006/
http://www.arts.qld.gov.au/funding_info_new.asp
http://www.arts.sa.gov.au/site/page.cfm?u=65
http://www.arts.vic.gov.au/arts/funding/programs/2007/victoria_rocks.htm
http://www.artswa.wa.gov.au/ContemporaryMusic.asp
http://www.musicnt.com.au/
Initiative Musik
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