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Wenn Naturgewalt zur Katastrophe wird (Kl. 8/9)
Reihe 29
S1
Verlauf
Material
LEK
Glossar
Mediothek
Wenn Naturgewalt zur Katastrophe wird
Texte und Schaubilder sicher analysieren
Katrin Minner, Sundern
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© picture-alliance/dpa
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Welche Ursachen und Folgen Naturkatastrophen wie Überschwemmungen haben, erfahren die Schülerinnen und Schüler in diesem Beitrag.
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as Erdbeben in Haiti, der Tsunami in
Japan, Hurrikans in den USA:
Schwere Naturkatastrophen haben in den
letzten Jahren tausende Menschen betroffen und die Öffentlichkeit erschüttert. Wie
extreme Naturereignisse zur Katastrophe
werden und wie sich Naturgewalten erklären lassen – dies sind Themen der Unterrichtsreihe. Ihre Schülerinnen und Schüler
analysieren unterschiedliche Arten von
Texten und Schaubildern und trainieren
Methodenkenntnisse. Sie üben außerdem,
relevante Informationen aus Texten zu entnehmen und diese anschaulich darzustellen. Dabei helfen ihnen Checklisten, die
alle wesentlichen Arbeitsschritte übersichtlich zusammenfassen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Klasse:
8/9
Dauer:
6 Stunden + LEK
I/I
Kompetenzen:
– Textanalyse von Sachtexten, Kurzgeschichten und diskontinuierlichen
Texten
– Texten Informationen entnehmen und
diese produktiv weiterverarbeiten
– Schaubilder zum Thema Naturkatastrophe analysieren
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74 RAAbits Deutsch/Sprache Februar 2013
Wenn Naturgewalt zur Katastrophe wird (Kl. 8/9)
Reihe 29
Verlauf
Material
S1
LEK
Glossar
Mediothek
Materialübersicht
M 1
(Tx)
„Was sind Naturkatastrophen?“ – Einen Sachtext untersuchen
M 2
(Ab)
Checkliste: Wie erschließe ich einen Sachtext?
M 3
(Tx)
„Land unter“ in Bangkok – einen Zeitungsartikel untersuchen
M 4
(Ab)
Checkliste: Eine Kurzgeschichte analysieren
M 5
(Tx)
Günther Weisenborn „Zwei Männer“ (1949) –
eine Kurzgeschichte analysieren
M 6
(Ab, Gd)
Checkliste: Wie erschließe ich ein Schaubild?
M 7
(Tx, Gd)
Informationen in Wort und Bild – Sachtext und Schaubild (I)
M 8
(Tx, Gd)
Informationen in Wort und Bild – Sachtext und Schaubild (II)
M 9
(Fo)
Dürretod in Afrika
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M 10 (Tx)
Aktueller Bericht aus Äthiopien: Viehzüchter Mohammed Dambi (2011)
M 11 (Ab)
Checkliste: Wie gestalte ich einen Info-Flyer?
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Lernerfolgskontrolle
M 12 (Tx, Gd)
Einen Informationsflyer entwerfen: Die Tsunami-Katastrophe in Japan
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Abkürzungen: Ab = Arbeitsblatt; Fo= Folie; Gd = grafische Darstellung; Schaubild; Tx = Text
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Wenn Naturgewalt zur Katastrophe wird (Kl. 8/9)
Reihe 29
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Material
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„Was sind Naturkatastrophen?“ – Einen Sachtext untersuchen
Wenn die Erde bebt oder ein Vulkan ausbricht, ist in den Medien häufig von einer „Naturkatastrophe“ die Rede. Doch nicht jeder Vulkanausbruch ist immer auch eine Katastrophe.
Dieser Sachtext informiert dich daher genauer über den Ausdruck „Naturkatastrophe“.
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Das Wort „Naturkatastrophe“ ist uns allen ein
Begriff. Fast wöchentlich, mitunter täglich, erreichen
uns über die Medien aufsehenerregende Meldungen
und spektakuläre Bilder von Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder Überschwemmungen, die als Naturkatastrophen bezeichnet und deren Auswirkungen als
katastrophal beschrieben werden. Und es wird in den
Medien darüber diskutiert, ob Naturkatastrophen
zunehmen. Was aber bedeutet der Begriff?
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Foto: picture-alliance/landov
Was sind Naturkatastrophen?
Das Wort „Naturkatastrophe“ setzt sich aus dem lateinischen Wort natura, die Geburt, bzw. das Hervorbringen, und dem griechischen Begriff katastréphein für
„umwenden“ zusammen. Katá bedeutet im Griechischen „völlig“, und strophé ist die „Wendung“. Das Fremdwort „Katastrophe“ wurde im 17. Jahrhundert aus dem Griechischen entlehnt. Es bezeichnete zu dieser Zeit im antiken Drama den plötzlichen und schicksalsvollen
Wendepunkt im Sinne von Unglück, Verhängnis oder Verheerung. Somit wird die von subjektiven Wertvorstellungen und Betroffenheit geprägte Verwendung des Begriffes erkennbar, die bis
heute erhalten ist. Die ursprünglich wertfreie Bedeutung des griechischen Wortes katastréphein
für „umwenden“ entfällt demnach. Das Wort „Naturkatastrophe“ bezeichnet also eine plötzliche und unheilvolle, verheerende Wendung für das Schicksal von Menschen, die von Naturgewalten in Form von Erdbeben oder z. B. Tornados ausgelöst wird. Finden Vulkanausbrüche,
Stürme und Bergstürze in unbesiedelten Gebieten statt, so werden für diese Naturgewalten
Worte wie „Naturschauspiel“ oder „Naturereignis“ verwendet. Denn sie sind keine unmittelbare Gefahr für Menschen und richten zumeist auch keinen wirtschaftlichen Schaden an.
Tausende Menschen fielen 2010 in Haiti einem Erdbeben zum Opfer. Das Beben war eine der schwersten
Naturkatastrophen der letzten 50 Jahre.
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Naturgewalten wie Stürme, Vulkaneruptionen oder Erdbeben sind für die Natur keine Katastrophe. Denn meist erholt sich die Natur sehr schnell von den lokalen Verwüstungen, die
durch solche Ereignisse bewirkt werden. Extreme Naturereignisse gehören zum Wesen der
jeweiligen Landschaft, in der sie auftreten. Sie bringen keine plötzliche Umwendung in der
Natur, auch wenn die örtlichen Verwüstungen mitunter groß sind. Erst wenn Personen,
Siedlungen, Verkehrswege oder landwirtschaftliche Flächen durch extreme Naturereignisse
betroffen sind, werden Naturgewalten für den Menschen zu Naturkatastrophen.
Aus: www.wissen.de, Artikel „Naturkatastrophe“ © 2000–2011 wissenmedia, Gütersloh/München
URL: http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/natur/naturgewalten-lexikon/n/index,page=1578190.html
Aufgaben
1. Bearbeite den Text mithilfe der Checkliste „Wie erschließe ich einen Sachtext?“.
2. Erkläre, woher der Begriff „Katastrophe“ stammt und was man heute darunter versteht.
3. Der Text unterscheidet zwischen „Naturgewalten“ und „Naturkatastrophen“. Erläutere
diesen Unterschied in eigenen Worten.
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Wenn Naturgewalt zur Katastrophe wird (Kl. 8/9)
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Material
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Checkliste: Wie erschließe ich einen Sachtext?
Checkliste: Wie erschließe ich einen Sachtext?
1. Lies den Text zunächst sorgfältig einmal ganz.
2. Schlage unbekannte Begriffe nach und schreibe die Erklärungen
an den Rand des Textes.
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3. Überlege, auf welche Fragen der Text eine Antwort gibt.
Notiere zur Sicherheit die Fragen schriftlich.
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4. Lies den Text ein zweites Mal. Gliedere ihn dabei in Abschnitte.
Fasse jeden Abschnitt in wenigen Worten zusammen oder
finde für jeden Abschnitt eine eigene Überschrift.
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5. Achte auf Begriffe, die eine besonders wichtige Rolle im Text
spielen. Schreibe diese Schlüsselbegriffe an den Rand. Prüfe,
ob du genau verstehst, was mit dem Begriff jeweils gemeint ist!
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6. Fasse nun mithilfe deiner Stichpunkte die wichtigsten
Informationen des Textes zusammen. Beantworte die Fragen,
die du bei Schritt 3 überlegt hast.
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Ergänzung: Einen Zeitungsartikel analysieren
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Auch Zeitungsartikel wie Berichte, Reportagen oder Kommentare zählen zu den
Sachtexten. Bei ihrer Bearbeitung solltest zu zusätzlich zu den Punkten der Checkliste noch fünf wichtige Leitfragen beantworten.
Leitfragen für die Texterschließung:
1. Wo erschien der Text?
2. Wann erschien der Text?
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3. Wer hat den Text geschrieben?
4. An wen richtet sich dieser Text, wer sind also die Adressaten?
5. Welche Absicht verfolgt der Verfasser dieses Textes? Will er mit dem Zeitungsartikel z.B. über etwas informieren (Informationstext) oder will er seine Meinung zu
einer Sache darlegen (Meinungstext)?
Typische Beispiele für informierende Texte sind: Meldung, Nachricht, Bericht
Typische Beispiele für Meinungstexte sind: Kommentar, Glosse, Leserbrief,
Rezension
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Checkliste: Wie erschließe ich ein Schaubild?
Schaubilder stellen Vorgänge, Daten und Fakten anschaulich dar. Hier lernst du, wie du sie
analysierst.
A) Schaubilder und Grafiken
© picture-alliance/dpa-Grafik
1. Lies die Überschriften und Erläuterungen.
Kläre, um welches Thema es geht.
2. Prüfe die Quelle des Schaubildes: Wann ist die
Grafik erschienen? Wer hat sie erstellt oder
veröffentlicht? Ist die Quelle zuverlässig?
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3. Erschließe die Informationen: Was wird in der
Abbildung genau dargestellt? Welche Informationen
liefert dir diese Abbildung?
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4. Wenn Zahlenangaben gemacht werden, untersuche sie genauer:
Welche Zahlenangaben werden gemacht? Werden sie in Prozent
oder in absoluten Zahlen angegeben?
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5. Stelle Zusammenhänge zwischen den Informationen und
der bildlichen Darstellung her. Formuliere diese Zusammenhänge
in vollständigen Sätzen.
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B) Diagramme und Tabellen
1. Lies den Titel des Diagramms oder der Tabelle
und die Erläuterung (Legende): Worum geht es?
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2. Prüfe die Quelle: Woher stammt das Diagramm/die Tabelle? Wann
wurde es/sie erstellt oder veröffentlicht? Ist die Quelle zuverlässig?
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3. Kläre die Zahlenangaben: Welche Zahlen werden angegeben?
Werden sie in Prozent oder in absoluten Zahlen angegeben?
Auf welchen Zeitraum beziehen sich die Zahlen? Was wird
miteinander verglichen?
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4. Vergleiche die Werte miteinander: Welches sind die höchsten
Werte? Welches sind die niedrigsten Werte? Welche Werte liegen
in der Mitte (Durchschnittswerte)? Gibt es Abweichungen von den
Durchschnittswerten?
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5. Welche Rückschlüsse kannst du am Ende aus den Informationen ziehen? Halte deine
Ergebnisse schriftlich fest. Verwende dabei Formulierungen wie:
es gibt weniger als …, mehr als bei…, genauso oft …; seltener …; auffällig ist, dass …
Beachte: Diagramme können unterschiedliche Formen haben, z. B.:
Säulendiagramm
Kurvendiagramm
Tortendiagramm
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Informationen in Wort und Bild – Sachtext und Schaubild (I)
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Die amerikanische Bezeichnung
„Tornado“ leitet sich vom spanischen Wort „tornar“ (= „drehen“)
her. In Deutschland spricht man
auch von Windhosen (über Land)
und Wasserhosen (über Wasserflächen). Tornados entstehen in
Gewittern über weiten, flachen
Landflächen. Das unterscheidet
sie von Hurrikans, den tropischen
Wirbelstürmen, die sich über
erwärmtem Ozeanwasser bilden.
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Wie aber entsteht ein Tornado?
Eine
große
Gewitterwolke
beginnt, sich aufgrund der soge- Abb.: Tornado
nannten Corioliskraft zu drehen.
Unter der Wolke steigt Warmluft spiralförmig nach oben. Durch die Luftrotation (Drehung)
entsteht im Zentrum ein Gebiet niedrigen Drucks, das weitere Warmluft ansaugt. So wird
der Sturm in noch schnellere Drehung versetzt. Dabei bildet sich ein Trichter aus. Der Trichter schraubt sich wie ein Korkenzieher durch die Wolke nach unten. Sobald dieser Luftschlauch den Boden berührt, reißt er alles in die Höhe, was ihm in den Weg kommt. Mit
ihrer Kraft können Tornados Bäume entwurzeln, Autos durch die Luft schleudern und sogar
Häuser zerstören. Neben Trümmerteilen können sogar herumwirbelnde Grashalme zu
gefährlichen Geschossen werden.
© picture-alliance/dieKLEINERT.de/Enno Kleinert
Wie entsteht ein Tornado?
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Jährlich fegen etwa 1200 Tornados über die USA hinweg, vor allem in den Monaten März,
April und Mai. Die Bundesstaaten Texas, Oklahoma, Kansas und Nebraska gelten als
extrem tornadogefährdet: Sie liegen in der „Tornado-Alley“, mitten in der Zugbahn der
Gewitterzellen mit ihren Wirbelstürmen. Aber auch in Deutschland, England, Italien, Osteuropa und Argentinien wüten regelmäßig Tornados. Die schnellste je auf der Erde gemessene Windgeschwindigkeit wurde am 3. Mai 1999 durch Meteorologen in Oklahoma bei
Bridge Creek gemessen: Fast 510 Kilometer pro Stunde zeigte das Radar im Inneren des
Tornados an.
Aufgaben
1. Bearbeite den Text mithilfe der Checkliste „Wie erschließe ich einen Sachtext“ und das
Schaubild mit der Checkliste „Wie erschließe ich ein Schaubild?“.
2. Verfasse für ein Schülerlexikon einen kurzen Informationstext. Beantworte dabei die Fragen:
– Was ist ein Tornado?
– Wie entsteht er?
74 RAAbits Deutsch/Sprache Februar 2013
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