Die Wege der Keramik - Fliesen und Platten

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Die Wege der Keramik - Fliesen und Platten
© Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG, 2013 Köln. Jede Vervielfältigung und Verbreitung ohne Zustimmung des Verlags ist unzulässig.
Foto: Refin
T i t e lt h e m a C e r s a i e
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Die Wege der Keramik
Cersaie ▪ Aktuelle Kollektionen
und der Schatten der Krise:
Viele Hersteller geben in Bologna
weiter richtig Gas, andere treten auf
die Kostenbremse oder kommen erst
gar nicht. Verband und Messe hoffen
auf einen neuen Schub durch internationale Initiativen. Uwe Leppert
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Die Anzahl der Aussteller verringert sich in diesem Jahr um
38 Unternehmen auf 872. Der Rückgang
betrifft fast ausschließlich Anbieter von
Sanitärkeramik und Badezimmereinrichtungen, die besonders von der schwachen
italienischen Inlandsnachfrage betroffen
sind. Die Fliesenindustrie bleibt vollständig vertreten.
Das Inlandsgeschäft der italienischen
Hersteller von Sanitärkeramik fiel im Jahr
2012 um fast 22 Prozent. Bei einer Exportquote von nur 56 Prozent konnten diese
Verluste nicht ausgeglichen werden. Auch
die Fliesenindustrie musste Federn lassen:
Umsatz und Mengen entwickelten sich mit
Einbußen von knapp 20 Prozent stark
rückläufig.
Auch das Umsatzplus von 2,6 Prozent
(2012) im Export ist nur ein schwacher
Trost angesichts der derzeitigen Abschwächung des Fliesengeschäfts auf zahlreichen europäischen Märkten. Ausnahmen
bilden Teile Osteuropas und die Vereinigten Staaten: Russlands Reiche und die
wirtschaftliche Erholung in den USA
bescheren Sassuolo zweistellige Zuwachsraten.
Wie üblich gute Ergebnisse erzielten die
italienischen Werke im Ausland: Hier stiegen Produktion und Umsatz um knapp
15 Prozent. Auch niedrige Energiekosten
fliesen und platten 9.2013
Foto: Marca Corona
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1 Eine Hommage an die Dekorkunst Sassuolos: „Frame“ von R­ efin in der
Ausführung „Majolica Random“.
2 In Holzoptik und für den Innen- und Außenbereich zeigt ­Marca Corona
„Atelier“ in Kantenlängen von bis zu 90 Z­ entimetern.
in Russland und neuerdings in den USA machen die Produktion in diesen Ländern sehr attraktiv. Nach Aussage der Confindustria Ceramica belaufen sich die Ausgaben für Gas und
Energie in Russland auf zehn Prozent des italienischen Preisniveaus und in den USA auf 25 Prozent. In den USA wird mit
der Intensivierung der Schiefergas-Nutzung mit weiteren
Preisnachlässen gerechnet. Vor dem Hintergrund der italienischen Markt-Misere richtet mancher in Sassuolo den Blick
wieder nach Übersee und in Richtung Bric-Staaten. „Was auf
uns als Unternehmer in diesem globalen, vernetzten Kontext
noch zukommt, kann man noch gar nicht absehen“, so der Chef
einer italienischen Gruppe zu FLIESEN & PLATTEN.
Trends und Formatpflege
Was auf Besucher der Cersaie zukommt, ist jetzt schon absehbar: nämlich ein pragmatischer und marktorientierter Keramiksalon. Hierzu gehören neue Oberflächen in den bekannten
Anmutungen Holz, Stein und Sichtbeton sowie eine entsprechende Pflege und Weiterentwicklung der Formate. Zur Einstimmung zeigen wir im Detail, was drei bekannte Unternehmen in Bologna für Sie vorbereiten, und werfen vorab einen
Blick auf Neuheiten, die Trends setzen.
fliesen und platten 9.2013
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Foto: Uwe Leppert
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„Die Innovationen der
Industrie brauchen
Verleger und Handel.“
Foto: Ceramica Fioranese
Flavio Cordioli
3 „Classic Design“ in der Ausführung
„Striato Elegante“ von Ceramica Fioranese.
4 Auch die Fliesen der Linie „Marte“ – im Farbton
Bronzetto – gibt es in der Ausführung „Bios Self
Cleaning“ und in ­antibakterieller Funktion.
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Handel und Handwerk mitnehmen
„Ich erwarte, dass Holzoptiken, Steinoberf lächen und Sichtbeton die wichtigsten Produkttendenzen der Cersaie
sein werden“, sagt Flavio Cordioli, der
für Novabell auch den deutschen Markt
betreut. „Einen weiteren Schwerpunkt
werden Materialien in Stärken von zwei
Zentimetern für die Verlegung in Außenbereichen sein. In dieser Anwendung sehe
ich Flächen auf dem deutschen Markt, die
die Keramik besetzen kann,“ so Cordioli.
Der italienische Hersteller aus Roteglia
wird in Bologna zwei neue Formate vorstellen: 35 × 70 Zentimeter und 75 × 75
Zentimeter. Damit will Novabell dem Handel ein Material bieten, das optisch interessant wirkt und bessere Margen erwirtschaftet, ohne dass die Verlegung hier
teuerer oder technisch komplizierter wird.
■■ EUF
Worldskills Champions auf der Cersaie 2013
▪▪ Der italienische Herstellerverband Confindustria reserviert auf der dies­jährigen
Cersaie unter dem Namen „Città della Posa“ einen speziellen Standbereich für das
Verlegen von Fliesen.
▪▪ Die EUF organisiert gemeinsam mit der Confindustria die Vorbereitung und
Durchführung der Veranstaltung. Ziel ist es, die Zusammenarbeit und das Verständnis
zwischen Herstellern, Fachhändlern und Fliesenlegern zu fördern. Es ist besonders
wichtig, auf der Weltleitmesse für Fliesen zu zeigen, dass schöne Fliesen auch gut
verarbeitet werden müssen und Hersteller, Fachandel und Fliesenleger nur gemeinsam
erfolgreich sein können.
▪▪ Die EUF organisiert deshalb in der „Città della Posa“ einen Wettbewerb der drei
WorldSkills Weltmeister. Gemeinsam mit ihren Trainern werden die drei Goldmedaillengewinner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vom 24. bis 26. September
ihr handwerkliches Können zeigen. Diese Veranstaltung ist Anlass, um über die Gründung
eines eigenen Italienischen Fachverbandes der Fliesenleger zu informieren.
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„Mit dem Format 35 × 70 Zentimeter
möchten wir uns vom Format 30 × 60 Zentimeter differenzieren und eine Alternative
für das Format 45 × 90 Zentimeter anbieten, das wir auch im Programm führen“,
erklärt Cordioli. Das neue Format 75 × 75
Zentimeter soll sich hingegen von der
Abmessung 60 × 60 Zentimeter absetzen,
das das am meisten verkaufte quadratische
Format in Deutschland ist. „Auch hier
haben wir uns dazu entschieden, unterhalb
von Kantenlängen wie 80 oder 90 Zentimeter zu bleiben, weil uns der Sprung zum
jetzigen Zeitpunkt als zu groß erschien“,
erklärt Cordioli. „Ich denke, dass der italienische Wettbewerb hier zuweilen zu
schnell agiert hat. Wirkliche Innovationen
sind nur solche, bei denen man Handel und
Handwerk auch mitnehmen kann, weil
man beide braucht.“ Der nächste Schritt sei
bei Novabell für Ende des Jahres geplant,
wenn eine neue Fertigungsstraße für die
Produktion von Kantenlängen bis zu 120
Zentimetern in Betrieb geht. Mit der Anlage steigere das Unternehmen die Jahresproduktion um 20 Prozent.
Gestaltete Oberflächen
Bei den Oberflächen gibt es in diesem
Jahr viel Bekanntes, das zeitgemäß weiter
entwickelt wurde. „Classic Design“ von
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Foto: Casalgrande
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Ceramica Fioranese ist zum Beispiel ein
Material, das Marmoroberflächen in sehr
lebhaften Maserungen wiedergibt. Die
Kollektion ist in den drei Abmessungen
45 × 90 Zentimeter, 60 × 60 Zentimeter
und 30 × 60 Zentimeter im Programm.
Reproduktionen von Verkleidungen in
Holzanmutung werden auch in diesem
Jahr sehr häufig zu sehen sein. Die Kollektion „Atelier“ von Marca Corona ist ein
elegantes Beispiel für diesen Trend. In
fünf farblichen Ausführungen und Kantenlängen von 60 und 90 Zentimetern verbinden die Fliesen die Natürlichkeit von
Parkett mit der Robustheit der Keramik.
Mit dem Projekt „Frame“ kehrt Refin zu
den Wurzeln der ­keramischen Kunst Sassuolos zurück: dem Dekor. In den Ausführungen „Majolica“, „Weave“, „Carpet“ und
„Geometric“ zeigen die Fliesen (60 × 60
Zentimeter) unterschiedliche Oberf lächenzeichnungen. Das Grunddekor wird
in jeder Ausführung bis zu acht Mal vari-
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Foto: Bardelli
Foto: Uwe Leppert
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„Höchste Zeit für
mehr Farbe in den
Ausstellungen.“
Michael Haselberger
5 „Ventagli d’Amore“ von Ceramica Bardelli zeigt handgemalte Fächer auf weißem Grund.
iert. Nach der Verlegung zeigt der Boden
eine scheinbar willkürliche Dekorkomposition mit interessanten Perspektivwechseln und Tiefenwirkungen. Wem das zu
unruhig ist, der kann auch nur das Grunddekor verlegen.
Casalgrande Padana wird sich in Bologna verstärkt als Hersteller von ökoaktiven und antibakteriellen Materialien positionieren. In Zusammenarbeit mit dem
japanischen Konzern Toto nutzt das
Unternehmen die Technologie „Hydrotect“ zur Veredelung von Oberflächen. Sie
erlangen hierdurch eine schmutzabweisende und selbstreinigende Eigenschaft,
die auch Luftschadstoffe zersetzt. Zur Veredelung der Materialien hat Casalgrande
in diesem Jahr eine eigene Anlage in
Betrieb genommen. Diese Materialien
werden unter der Linie „Bios Self Cleaning“ zusammengefasst.
Der Hersteller von Pflege- und Reinigungsprodukten Fila tritt in Bologna mit
zwei Neuheiten an: „Fila Nodrops“ ist
ein Reinigungs- und Schutzmittel für
Duschen, Spiegel, glasierte Keramik und
Glasmosaik, das Tropfenbildung auf den
Oberflächen stoppt. Außerdem wurde der
Anwendungsbereich des Produkts „Fila
PD 15“ erweitert. „Fila PD 15“ wurde im
letzten Jahr als Schutzmittel für Böden aus
Feinsteinzeug in Lappato vorgestellt. Das
Produkt schützt vor Verschmutzung
durch Begehung, erhöht den Oberflächenglanz und erleichtert die Reinigung. In
seiner neuen Wirkung kann das Mittel
auch auf strukturierten Feinsteinzeug­
böden in Innen- und Außenbereichen eingesetzt werden.
Wandfliesen: Formate und
ein Fächer Farben
„Ich denke, dass im Wandbereich mit neuen Impulsen zu rechnen ist. Der Handel ist
wieder auf der Suche nach schönen Verkleidungen in ansprechenden Farbstellungen“,
so Michael Haselberger, bei Settecento für
den deutschen Markt sowie die Schweiz
und Österreich verantwortlich. Der Minimalismus mit seinen großen, zumeist
horizontal verlegten Formaten von 30 ×
60 Zentimeter, 45 × 90 Zentimeter oder
auch 60 × 120 Zentimeter habe die Wandverkleidungen in den letzten Jahren bis
■■ Palette CAD
Mit Version 8.1 in Bologna
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Grafik: Palette
Im Oktober bringt das Stuttgarter Softwarehaus das neue Palette CAD
8.1 heraus. Bevor es so weit ist, können sich Interessierte umfassend auf
der Cersaie über Neuerungen informieren. Es bietet zum Beispiel eine
neue schnellere Grafik, eine schnellere Materialsuche und eine schnellere
Erstellung von Verlegebahnen. Palette CAD will damit an die Entwicklung
seiner einfachen und schnellen Fliesenverlegetechnik der Version 8 anknüpfen. „Das Planen mit Palette CAD wird noch einfacher und schneller“, so Geschäftsführer Dr.-Ing. Walter Zinser, der während der Cersaie
selbst auch am Stand in Halle 15 A, Stand H9 anzutreffen ist. Und eine
Überraschung wird es auch geben. Stichwort „Planen im Web“.
www.palettecad.com
fliesen und platten 9.2013
Foto: Cooperativa Imola
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6 Das Format 12 × 18 Zentimeter der Kollektion „Cento per Cento“:
Renaissance für Kleinformate?
heute geprägt Hiermit reagierte die Industrie auf den Preisverfall bei Steingutfliesen sowie auf den Trend, Badezimmer nicht
mehr deckenhoch zu verfliesen. „Kleinere Flächen sollten mit
großen Formaten und höheren Margen ausgeglichen werden“.
Nach fast einem Jahrzehnt bemerke man jedoch die Kehrseite dieses Megatrends: „Der Handel stellt häufig fest, dass der
Farbanteil in den Ausstellungen durch die großen ,Industrieformate‘ stark zurückgegangen ist. Diese farbliche Nüchternheit
wird mittlerweile als Problem betrachtet“, so Haselberger. Hinzu
komme, dass die Entwicklung der digitalen Glasurauftragung
den Bodenverkleidungen in einem hohen Maß eine natürliche,
individuelle und plastische Anmutung verliehen hat. „Mit Großformaten lässt sich diese Wirkung an der Wand nur schwer entfalten. Solche Fliesen wirken oftmals flach.“
Es sei daher zu erwarten, dass die Fliesenhersteller darauf
reagieren und Wandbeläge in individuellen Optiken, auch verbunden mit einem handwerklichen Charakter, vorstellen.
„Hierzu zählen Struktur- und 3D-Effekte wie gewellte Oberflächen, Rasterungen oder Maueroptiken, wie sie bei Natursteinverkleidungen bekannt sind.“ Settecento verzeichne seit
einigen Monaten ein verstärkte Nachfrage nach Verkleidungen
in Maueroptik in Vintage-Anmutung wie zum Beispiel die im
vergangenen Jahr vorgestellte Kollektion „New Yorker“. Auf
der Cersaie 2013 zeigt das Unternehmen auch Fliesen im Format 15 × 45 Zentimeter in Handform-Anmutung, die von der
bereits etablierten Kollektion „Traditional Style“ in einer Stärke von 13 Millimetern inspiriert ist. „Farblich werden sich die
Kollektionen in Bologna zwischen gut verkäuflichen Ausführungen von Weiß über Beige bis Grau und Schwarz bewegen,
und durch aktuelle Tönungen wie Braun, Magenta oder auch
Pink ergänzt werden“, so Haselberger.
„Auch Dekore bleiben weiterhin wichtig. Nicht nur als Blickfang in der Ausstellung, sondern auch im Verkauf“, unterstreicht
Haselberger. Definitiv nicht durchgesetzt haben sich Oberflächen in Lederoptik, trotz der Anläufe mancher Unternehmen.
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Foto: Grazia Ceramiche
Die Formate 10 × 20 Zentimeter, 20 × 20
Zentimeter und die achteckige Fliese
„Ottagono“ werden ergänzt durch zahlreiche Formteile.
Die Cooperativa Ceramica D’Imola
wird sich in Bologna intensiv mit Wandverkleidungen beschäftigen. Vor 100 Jahren begann das Unternehmen mit der
Produktion von Fliesen. Mit der Kollektion „Cento per Cento“ lässt man das historische Format 12 × 18 Zentimeter wiederauf leben. Die Zweibrandf liesen in
zehn Farbstellungen von klassisch bis
hochaktuell interpretieren Retro-Design
auf moderne Art. Am Hauptsitz des
Unternehmens in Imola zeigt eine Ausstellung zahlreiche Fliesenexponate aus
dem reichen Fundus der Imola.
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7 Die Kollektion „Vintage“ in der Ausführung „Wine“ von Grazia Ceramiche.
Wettbewerbsfähig durch
moderne Anlagen
Handgemalte Dekore
Werfen wir einen Blick auf die Vorankündigungen: Bei Bardelli debütiert die
Kollektion „Ventagli d’Amore“ mit handgemalten Dekoren. Die Zweibrandfliesen im Format 40 × 40 Zentimeter zeigen
sechs unterschiedliche Handfächer auf
weißem Grund. Die Kollektion wurde
von dem Designer Davide Pizzigoni entworfen.
Das Programm „Vintage“ von Ceramiche Grazia, bekannt für Fliesengeschmack
abseits ausgetretener Pfade, entfaltet ein
attraktives Spiel mit kleineren traditionellen Formaten, Reliefstrukturen und Oberflächen in einer aktuellen Farbensprache.
■■ Petraluxe GroSSformate
Ein Jahr ist seit der letzten Weltleitmesse in Bologna vergangen und
Deutschlands jüngster Fliesenhersteller, die Petraluxe GmbH, wird
nun auch auf der Cersaie 2013 eine
beachtliche Sortimentserweiterungen
präsentieren. Zu finden ist der Feinsteinzeugproduzent in Halle 22 am
Stand B 102. Hier zeigt Petraluxe zum
Beispiel die Serie „Gres Dream Life“.
Das durchgefärbte Feinsteinzeug
dieser Serie wirkt durch den individuellen Venenverlauf laut Petraluxe sehr
natürlich. Besonders unterstrichen
wird dieser Effekt durch ein spezielles
Herstellungsverfahren, das jede Fliese
zu einem Unikat werden lässt.
www.petraluxe.de
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Foto: Petraluxe
Zum zweiten Mal auf der
Cersaie
Beispiel für die weiterhin hohe Investitionsfreude in Sassuolo ist die Gruppe Serenissima CIR. Das Unternehmen
nahm Ende Juni das komplett erneuerte
Werk in Rubiera in Betrieb. Mit einem
Volumen von ungefähr 18 Millionen Euro
ist diese Maßnahme Sassuolos größte
Investition des Jahres 2013 und eine der
wichtigsten der vergangenen Jahre. „Nach
der Übernahme der Produktionsstätte vor
zwei Jahren haben wir die Abläufe optimiert und auf den technisch neuesten
Stand gebracht“, so der Geschäftsführer
der Gruppe, Giorgio Romani. „Bei voller
Auslastung ab September fertigen wir
hier über fünf Millionen Quadratmeter
Boden- und Wandfliesen für die internationalen Märkte“.
Die Gruppe Serenissima ist in Deutschland vor allem durch die Kollektion „Timber“ bekannt geworden, die als „Stammvater“ der Fliese mit Holzoptik angesehen
wird. „Das Produkt wird immer noch mit
großem Erfolg verkauft“, sagt Paola Lasagni, verantwortlich für den deutschen
Markt. „Natürlich spüren auch wir, dass
das Angebot an Materialien in Holzanmutung in den vergangenen Jahren zugenommen hat“, bemerkt Lasagni. „Wir sind mit
den Verkaufsergebnissen der Kollektion
aber noch sehr zufrieden.“ Auf der kommenden Cersaie werde das Unternehmen
das Format 60 × 120 Zentimeter erstmals
vorstellen. „Außerdem werden wir das
Segment 80 × 80 Zentimeter weiter ausfliesen und platten 9.2013
Foto: Uwe Leppert
© Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG, 2013 Köln. Jede Vervielfältigung und Verbreitung ohne Zustimmung des Verlags ist unzulässig.
„In Produkte investieren,
Kreativität strukturieren.”
Paola Lasagni und Giorgio Romani
bauen“, sagt Romani. Anders als in den vergangenen Jahren wird
jede Marke der Gruppe nur ein neues Produkt präsentieren und
auf dem Messestand umfassend darstellen. „Hierdurch wollen wir
erreichen, das Produktneuheiten konzentrierter und fokussierter
gezeigt werden. Dies soll uns auch helfen, unsere Kreativität besser und marktgerechter zu strukturieren“, sagt Giorgio Romani.
Nicht ausgebucht
Die eingangs genannten Ausstellerzahlen können sich bis Messebeginn noch leicht verändern. Ausgebucht ist diese Cersaie trotzdem nicht. Die Ausstellungsfläche verringert sich um ungefähr
10.000 Quadratmeter auf 166.000 Quadratmeter. Der Verband
reagiert auf die schwierige Situation mit Aktionen, die die Cersaie
noch internationaler machen sollen: Neben Initiativen und Einladungen an die Verbände des Handwerks und des Handels will
man auch „Top-Einkäufer“ und „VIP-Planer“ aus den globalen
Wachstumsregionen nach Bologna lotsen. Die Fliese „Made in
Italy“, so scheint es, muss auf dem Weg der Globalisierung doch
noch ein Stück zurücklegen. Dieser Weg, so weiß man, ist lang
und führt bergauf.
In der Zwischenzeit machen die Italiener das, was sie am besten
können, nämlich schön gestaltete Fliesen. Der Autor
Uwe Leppert ist Italienkorrespondent von
FLIESEN & PLATTEN.
www.fliesenundplatten.de
Schlagworte für das Online-Archiv
Fliesendesign, Fliesenmarkt
fliesen und platten 9.2013
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