Hamol» – oder als in Wollishofen noch Sonnencreme

Transcription

Hamol» – oder als in Wollishofen noch Sonnencreme
GZA/PP 8048 Zürich
81. Jahrgang
Donnerstag, 29. Januar 2015
Nr. 5
Erscheint 1-mal wöchentlich, am Donnerstag Herausgeber: Lokalinfo AG, Buckhauserstrasse 11, 8048 Zürich Verlag Tel. 044 913 53 33, Fax 044 910 87 72 www.lokalinfo.ch
Credit Suisse zieht sich
aus Wollishofen zurück
Am Morgental hat es ab
April 2015 «nur» noch die
Raiffeisenbank und die
ZKB. Die Credit Suisse verlässt die Liegenschaft an
der Mutschellenstrasse auf
Ende April 2015.
In blumigstem PR-Deutsch versucht
die Credit Suisse, ihren Wollishofer
Bankkunden die Schliessung ihrer
Filiale an der Mutschellenstrasse 197
schmackhaft zu machen. In einem
«Zürich 2» vorliegenden Schreiben
an die CS-Kunden heisst es, die Credit Suisse sei «bestrebt, den steigenden Ansprüchen ihrer Kunden bestmöglich gerecht zu werden. Dazu
prüfen wir auch regelmässig unser
Geschäftsstellenkonzept.
Aufgrund
der jüngsten Beurteilung haben wir
uns entschlossen, den Standort Zürich-Wollishofen zu schliessen». Termin des Rückzugs ist der 30. April
2015. Auf Anfrage betont ein CSSprecher, es würden deswegen keine
Entlassungen ausgesprochen. Dann
wird eilig ein Pressecommunique
vorbereitet und auf Mittwochmorgen
verschickt, also kurz nach der «Zürich 2»-Anfrage, Felix Weber, Präsident des Gewerbevereins Zürich 2,
sagt zur Schliessung, er bedauere,
dass die «Bank im Rank», wie er sie
seit seiner Kindheit kannte, nun ganz
verschwindet. «Der Entscheid, die Filiale aufzuheben, ist meiner Meinung
nach falsch, verliert doch die CS damit Kundennähe in den Quartieren
Wollishofen und Leimbach», so Felix
Weber weiter. Nun hofft Weber, dass
im frei werdenden Lokal ein richtiger
Gewerbebetrieb
ans
Morgental
kommt. Das wäre – in der Nachbarschaft des beliebten «Chäs und Brot»
– eine gewisse Entschädigung fürs
Quartier nach dem «Bankensterben».
A Apropos Banken: Ein «Zürich 2»Leser stellt bedauernd fest, dass es
nun in Wollishofen keine Bank mehr
gebe mit Tresorschliessfächern, also
mit Tresorabteil. So würden nun die
Annehmlichkeiten einer Grossbank
zunehmend fehlen im Quartier. Erhalten bleiben wird der Bancomat
am jetzigen Ort. Über den Nachmieter war bis Redaktionsschluss nichts
in Erfahrung zu bringen. Die CS war
seit den frühen 1980er-Jahren vor
Ort. (ls.)
Die dem See zugewandte Fassade – im Sommer 2014 vom Garten aus aufgenommen – ist sonst nur von Weitem und vom See her sichtbar. Das Haus wurde seit seinem Bau 1903 als chemisches Laboratorium genutzt
und seit 1979 als Sitz vieler Dienstleistungsunternehmen wie der Werbeagentur GGK. F: Stadtzürcher Heimatschutz/zvg.
«Hamol» – oder als in Wollishofen
noch Sonnencreme produziert wurde
Das auffällige Haus an der
Seestrasse 513 in Wollishofen hat viel zu erzählen.
Der Stadtzürcher Heimatschutz hat sich die Mühe
gemacht, die historische
Entwicklung aufzuarbeiten.
des Innenausbaus sorgfältig erneuert
wie prächtige Stuckdecken, auf Putz
angebrachte Leitungen, Türen und
Fenster und die Böden, bei denen die
ehemalige industrielle Nutzung sichtbar geblieben ist. Das Wohn- und Gewerbegebäude ist ein wunderschöner
Zeitzeuge der industriellen Architektur der vorigen Jahrhundertwende
und dokumentiert die Urbanisierungsdynamik im Uferstreifen am
See des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Geschichte des Baus ist zudem mit den Lebensgeschichten von
Frauen verbunden, die ungewöhnliche Curricula aufweisen. Nicht nur
die Besitzerin des chemischen Laboratoriums, zu dessen Betrieb der Bau
Barbara Truog*
Die CS-Filiale Wollishofen macht dicht. Eine lange Bankgeschichte mit
dem Slogan «Die Bank im Rank» geht damit zu Ende.
Foto: Lisa Maire
Täglich brausen Tausende am palastartigen Bau «Im Kloster» vorbei, der
hinter einer Hecke und einem keine
Blicke durchlassenden Tor versteckt
am See liegt. Beim kürzlich erfolgten
respektvollen Umbau wurden Details
an der Seestrasse errichtet wurde,
stand hinter der wirtschaftlichen Tätigkeit eines Mannes. Auch die Gründung der Hamol AG geht auf eine
starke Frau zurück. Die aus Amsterdam stammende Apothekergehilfin
Hiltje Maag-Feenstra führte nach
dem frühen Tod ihres Mannes – dieser starb 1919 34-jährig an der Grippe – die von ihnen erworbene Apotheke «Zum Mohrenkönig» in Stein
am Rhein mit Hilfe ihres Neffen Dr.
Paul Zondler weiter. Die Spezialität
der Apotheke war eine Handsalbe
aus Hamamelis-Extrakt, die «Hamol»
genannt wurde.
Fortsetzung Seite 5
Adliswil und Zürich im Vergleich
«Der Bestatter» einmal anders
Immer am Sauerstoff
Legislaturziele: Adliswil konkret, Zürich zögerlich. So lässt
sich die unterschiedliche Vorgehensweise der beiden Städte
Zürich und Adliswil zusammenfassen, wenn es um die jeweiligen politischen Ziele der nächsten Jahre geht.
Seite 3
Was passiert, wenn man seine eigene Beerdigung inszeniert,
zeigt das Stück «Cher Antoine» der Theatergruppe Langnau
am Albis schmerzhaft auf. «Zürich 2» war an einer der ersten Aufführungen dabei. Die Kritik lesen Sie auf
Seite 9
Der Verein Lunge Zürich lädt Patienten und Angehörige zu
Informationsveranstaltungen über die chronisch obstruktive
Lungenkrankheit (COPD) ein. Oft merken Betroffene erst
spät, dass sie an dieser Krankheit leiden.
Letzte Seite
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8134 Adliswil
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2
Stadt Zürich
Nr. 5
29. Januar 2015
AKTUELL
«Shreklich» viel Spass im Theater 11
Jokern und gewinnen
Das preisgekrönte Musical
«Shrek» kommt in einer
für den deutschsprachigen
Raum neu inszenierten
Version nach Zürich.
Das Einkaufszentrum
Letzipark wird zum SpielerMekka. Unter dem Motto
«Joker» dreht sich bis zum
7. Februar alles ums
Spielen und Gewinnen.
Der tollkühne Held Shrek und seine
geliebte Prinzessin Fiona begeisterten ab 2001 auf der Leinwand Millionen. Auch die Bühnenversion «Shrek
– Das Musical», die 2008 am Broadway Premiere feierte, eroberte die
Herzen des Publikums im Sturm. Mit
viel Humor, zauberhaften Kostümen,
toller Musik – darunter die Kult-Hymne «I’m a Believer» – und mitreissenden Tanzeinlagen erweckt die Produktion von «DreamWorks Theatricals» die beliebten Freaks aus dem
Kinoerfolg zum Leben und wird zu
einem fröhlich-frechen Showerlebnis
für Jung und Alt. Neben Komik und
grotesken Situationen erwarten die
Zuschauerinnen und Zuschauer berührende Momente um eine grosse
Liebe, echte Freundschaft und das
Anderssein.
Die Geschichte: Weil die Menschen sich vor Shrek fürchten, lebt
der grüne Oger zurückgezogen und
grummelig in seinem Sumpf, aus
dem er jeden Eindringling verscheucht. Mit seiner Ruhe ist es vorbei, als der fanatische Herrscher
Lord Farquaad alle Fabelwesen aus
seinem Land vertreibt und sie einfach in Shreks Sumpf ansiedelt. Doch
«ewz.stattkino»
Vom 14. bis 28. Februar ist Hochsaison für das etwas andere Filmfestival. Bereits zum 17. Mal wartet das
Festival mit einem abwechslungsreichen Mix aus Film und Begleitprogramm auf. Im ewz-Unterwerk Selnau und im Arthouse Le Paris wird
ein vielseitiges Kinoprogramm mit
lauter Neuheiten und Überraschungen gezeigt. Die Filme werden «stattkino»-getreu neu inszeniert, mit Begleitprogramm angereichert und aus
dem eigenwilligen Blickwinkel der
Künstler interpretiert. Jeder Abend
steht für sich als eigenständige und
eigenwillige Neukreation. (pd.)
www.ewz.stattkino.com
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Grummelig und liebevoll: Shrek in einer Szene des Musicals.
der Oger hat nicht vor, sein Reich
länger als nötig mit Pinocchio, den
sieben Zwergen, dem bösen Wolf und
Co. zu teilen.
Er macht sich also in unfreiwilliger Begleitung eines dauer-quasselnden Esels auf zu Lord Farquaad. Der
Oger und der Lord gehen einen Handel ein: Nur wenn Shrek die in einem
Turm gefangen gehaltene und von einem gefährlichen Drachen bewachte
Prinzessin Fiona rettet und zu Farquaad bringt, soll er seinen Sumpf
zurückerhalten. (pd./mai.)
Theater 11, Thurgauerstr. 7, 8050 Zürich.
Vorstellungen 18. Februar bis 1. März, Di/
Mi 18.30 Uhr, Do/Fr 19.30 Uhr; Sa 15 und
19.30 Uhr; So 14 und 18.30 Uhr.
Foto: zvg.
Wettbewerb
wählen kann. Beim ausgestellten Audi A3 Sportback e-tron können die
Spieler an den Terminals ihren
Traumwagen gleich selber konfigurieren und hoffen, einen der zwei
Hauptpreise schon bald selber fahren
zu dürfen.
Im Einzugsgebiet des Einkaufszentrums Letzipark erhalten alle
Haushalte ihre personifizierten Joker-Karten per Post zugestellt. Weitere Spielkarten können gratis an den
Kassen aller teilnehmenden Geschäfte im Letzipark bezogen oder an der
Zentrumsinformation gratis abgeholt
werden. Mit der Karte kann man
während der gesamten Eventdauer
1x täglich an jeder Joker-Insel sein
Glück versuchen. Die Teilnehmer
müssen 18 Jahre alt sein. (pd./pm.)
www.letzipark.ch
Lokalinfo verlost 5x 2 Tickets für
das Musical «Shrek» am Freitag,
20. Februar, 19.30 Uhr, im Theater 11. Wer sein Glück versuchen
will, schickt bis 2. Februar eine
Mail mit Betreffzeile «Shrek» und
vollständigem Absender an:
[email protected]
oder eine Postkarte an:
Lokalinfo AG
Wettbewerb «Shrek»
Buckhauserstrasse 11
8048 Zürich
Keine Korrespondenz über den Wettbewerb. Rechtsweg ausgeschlossen.
Einen Sturz vermeiden
Obwohl die Menschen während der
kalten Jahreszeit weniger Stunden
draussen verbringen als üblich, gibt
es im Winter so viele Stolper- und
Sturzunfälle wie sonst nie. Am gefährlichsten sind die Morgenstunden
zwischen 6 bis 9 Uhr. In dieser Zeitspanne stolpern und stürzen fast
doppelt so viele Fussgänger wie zur
selben Zeit in den Sommermonaten.
Insgesamt verletzen sich jährlich
knapp 310 000 Menschen bei solchen
Unfällen. Dabei lässt sich das Risiko
gemäss Suva mit einfachen Verhaltensweisen vermindern:
– Information über die aktuellen Wetterverhältnisse. In Zusammenarbeit
Spiel, Spass und Gewinnen sind
Trumpf im Einkaufszentrum Letzipark. Mit ihren persönlichen JokerKarten mit integriertem QR-Code
können die Besucherinnen und Besucher täglich spielen und ihr Glück
versuchen. Bei diesem Spiel- und
Einkaufserlebnis warten Sofortgewinne und Einkaufsgutscheine auf die
Joker-Spieler. Als Hauptpreise locken
am Emirates Spielstand 20 Traumflüge an Emirates-Destinationen auf der
ganzen Welt, welche man selber aus-
Publireportage
mit der Suva bedient Wetter-Alarm
Fussgänger mit Warnungen und Sicherheitstipps – per SmartphoneApp, SMS, E-Mail oder Fax. Mehr unter www.wetteralarm.ch.
– Fest am Fuss sitzende Schuhe mit
rutschfesten Profilsohlen
– Benutzen von Gleitschutz für noch
besseren Halt
– Halten am Handlauf auf vereisten
Treppen
– Genügend Zeit einplanen für den
(Arbeits-)Weg
– Benutzen von Wegen, die von
Schnee und Eis geräumt sind
– Bewegung. Fitte Menschen können
Unfälle vermeiden. (pd.)
Als Hauptpreise locken in Altstetten 20 Traumflüge an Emirates-Destinationen auf der ganzen Welt.
Foto: zvg.
Moderater Sparkurs
Die Stadt Zürich soll trotz allgemeinem Kostendruck attraktiv und konkurrenzfähig bleiben. Entsprechend
investiert der Stadtrat in der laufenden Legislatur weiterhin in das städtische Lohnsystem. Im Personalbereich wird mit differenziert ausgestalteten Massnahmen ein Beitrag
zur Erreichung der Ziele «ausgeglichene Rechnung» und «gesichertes
Eigenkapital über 2017 hinaus» geleistet. Die Stadtkasse wird damit
jährlich mit zwischen 11 bis 17 Millionen Franken entlastet.
Für die Jahre 2016 bis 2018 wird
der Stadtrat weiterhin Prämien für
gute Leistungen in der Höhe von 4,6
Millionen Franken pro Jahr im Budget einstellen. Hingegen gibt es ab
2015 keinen vergünstigten Bezug von
Reka Rails mehr. Die befristete Aktion wurde vom Stadtrat nicht verlängert, was Einsparungen in der Höhe
von 1,7 Millionen Franken bedeutet.
Die städtischen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter können hingegen weiterhin Lunch-Checks beziehen.
Die Departemente und Dienstabteilung prüfen in Abhängigkeit ihre
Aufgabengebiete und Massnahmen,
ob frei werdende Stellen wiederbesetzt werden müssen und ob die neu
bewilligten Stellen unbedingt zu besetzen sind. (pd.)
Zürich 2
AKTUELL
IN KÜRZE
Ständeratskandidat
Die Delegierten der FDP Kanton
Zürich haben Ruedi Noser als
Ständeratskandidaten nominiert.
Der freisinnige Nationalrat und
Unternehmer soll bei den Ständeratswahlen 2015 den Sitz von
Ständerat Felix Gutzwiller verteidigen. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Kantonsund Bundespolitik.
E-Voting
Bei der eidgenössischen Volksabstimmung vom 8. März können
die rund 22 000 im Kanton Zürich stimmberechtigten Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer ihre Stimme elektronisch abgeben. Der Regierungsrat hat nunmehr das Verfahren
festgelegt, nachdem der Bundesrat die erforderliche Grundbewilligung im Dezember erteilt hatte.
40 000 Einsätze
Im vergangenen Jahr leisteten
der Rettungsdienst und die Feuerwehr von Schutz & Rettung
Zürich zusammen 40 133 Einsätze in ihren Einsatzgebieten. Davon rückte der Rettungsdienst
35 476 Mal aus, was einer Zunahme gegenüber den Vorjahreszahlen entspricht (+ 3.4 Prozent).
Berufs- und Milizfeuerwehr waren 4657 Mal im Einsatz (– 2.3
Prozent). Die Einsatzleitzentrale
nahm aus den angeschlossenen
Kantonen über 133 000 Anrufe
auf die Notrufnummern 144 und
118 entgegen.
Ertrinkungsopfer
Legislaturziele: Adliswil
konkret, Zürich zögerlich
Lorenz Steinmann
Die Stadt Adliswil hat kürzlich die Legislaturziele bis
2018 festgelegt. Sie sind
erfrischend konkret – mit
dem «Nachteil», dass die
Wählerschaft die Umsetzung sieht oder eben nicht.
Derweil ist die Stadt Zürich
von zeitlich begrenzten
Legislaturzielen abgekommen. Neu heisst das
«Strategie-Schwerpunkte».
Lorenz Steinmann
Politstrategen mögen die Nase rümpfen über so viel Ehrlichkeit. Denn die
Stadtregierung von Adliswil hat ihre
Legislaturschwerpunkte, die bis 2018
erreicht werden sollen, ausgesprochen konkret formuliert. Die Neugestaltung des Stadthausareals ist abgeschlossen, es gibt einen neuen Bushof, die städtischen Alterseinrichtungen und die Alterssiedlung im Tal
sind in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft ausgelagert, im Gebiet Dietlimoos-Moos ist ein neues Schulhaus
für 15 Klassen im Bau, und im Stadthaus ist ein Bürgerschalter für alle
Anfragen rund um Adliswil eingerichtet. Zudem sind die Schalteröffnungszeiten auch auf ausserhalb der
Bürozeiten ausgedehnt und die Online-Dienste ausgebaut.
Immer kleinere Brötchen
Kurzum: Jeder Adliswiler Stimmbürger kann sich diese Ankündigungen
merken und Ende 2017 den Kassensturz machen – sprich eine Soll-/IstAnalyse machen und den Stimmzettel
entsprechend ausfüllen. Ganz anders
sieht es in der Stadt Zürich aus. Nach
legendären Zielen, etwa 1999 unter
dem damaligen Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber («10 000 Wohnungen in 10 Jahren») oder die 2008 an
der Urne gewonnene Änderung der
Gemeindeordnung zur 2000-WattGesellschaft, wurden die Ziele seither
immer seichter und banaler.
Höhepunkt: eZürich 2010 mit einem belanglosen Wettbewerb (Sieger:
«Compi-Sternli») und stillschweigender Beerdigung des Ganzen auf städtischer Ebene. Fazit: In der Stadt Zürich hat man sich damit angefreundet, die Ziele vage und schwammig
zu formulieren. Ganz im Stile von: So
kann man auch keine Fehler machen.
Offiziell nennt sich das dann
«Strategien 2035» (siehe Kasten), die
längerfristig gültig sein sollen. Vorteil:
In 20 Jahren sind eh andere Politiker
am Ruder und niemand muss sich
Auf den ersten Blick ist es tatsächlich
verwunderlich,
dass
Stadtrat Richard Wolff die Kosten
des Polizeieinsatzes an der Hohlstrasse den Verursachern nicht
verrechnet hat. Der Entscheid eignet sich demnach ideal, gegen einen ungeliebten politischen Gegner zu wettern. Doch ganz so einfach ist das Ganze nicht. Erstens
haben die Strassenblockierer eh
schon mit saftigen Bussen zu
Adliswils Stadtpräsident
Huber zeigt durchaus Mut.
Harald
Foto: hl.
verantwortlich fühlen. Man darf
trotzdem gespannt sein, wie die «ersten konkreten Strategie-Schwerpunkten» formuliert sein werden. Laut Nat
Bächtold, dem Sprecher von Stadtpräsidentin Corine Mauch, «wird der
Stadtrat vor den Sommerferien an
die Öffentlichkeit treten».
Zürich will bis Juni Strategien erarbeiten
Nat Bächtold,
Sprecher von
Stadtpräsidentin
Corine
Mauch.
zvg.
Im Gegensatz zu
Adliswil, das eine sehr detaillierte und konkrete Legislaturplanung verabschiedet
hat,
wählte die Stadt
Zürich einen anderen,
neuen
Weg. «Aus den
neu erarbeiteten
Strategien Zürich 2035 werden ab 2015 fokussiert Strate-
gie-Schwerpunkte abgeleitet», sagt
Sprecher Nat Bächtold vom Präsidialdepartement auf Anfrage. «Die
bisherigen Legislaturschwerpunkte
entfallen», betont er.
Mit ersten konkreten StrategieSchwerpunkten werde der Stadtrat
vor den Sommerferien an die Öffentlichkeit treten. Ein Vorteil dieser neuen Schwerpunkte liege darin, dass die zeitliche Begrenztheit
auf die jeweilige vierjährige Legislatur wegfalle. «So können auch
nachhaltiger definierte kürzere,
kompakte Schwerpunkte verfolgt
werden», so Bächtold. (ls.)
Ferienangebote
Wildromantisch oder schlicht gefährlich: das (ehemalige) Bänkli an der Sihl – neben dem Rettungsring.
Gefährlichste Bänkli Zürichs sind nicht mehr
denn die Situation sei tatsächlich
nicht ganz ungefährlich. «Nächstens
werden noch Schilder hingemacht:
‹Betreten auf eigene Gefahr›», fügt er
an, appelliert aber auch an die Eigenverantwortung der Passanten. Grund
der beiden Zugänge ist übrigens die
Fischerei.
Lorenz Steinmann
Wechsel bei Clouds
Swiss Prime Site übergibt den
Gastronomiebetrieb Clouds zuoberst im 35. Stock des Prime Towers per 1. Juli an die Candrian
Catering AG. Nach einer dreijährigen Aufbauphase ziehe sich
Swiss Prime Site aus dem operativen Restaurationsbetrieb zurück
und konzentriere sich auf das
Kerngeschäft, teilte das Unternehmen mit. Swiss Prime Site habe mit der Zürcher Gastronomiegruppe Candrian Catering AG einen mehrjährigen Mietvertrag
abgeschlossen.
29. Januar 2015
AUF
EIN WORT
Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) zählt
27 Ertrinkungsopfer im Jahr
2014. Die Zahl der Todesfälle
liegt damit fast um die Hälfte tiefer als im Vorjahr. Die SLRG führt
dies vor allem auf das schlechte
Sommerwetter zurück. Auffällig
ist, dass 96 Prozent der Opfer in
offenen Gewässern ertrunken
und 80 Prozent davon männlich
sind.
Einen Trickfilm drehen, im Fotolabor experimentieren, werken,
basteln – das und vieles mehr
können Kinder und Jugendliche
in den Ferienangeboten der Gemeinschaftszentren und weiterer
Einrichtungen in der Stadt Zürich
während der Sportferien vom 9.
bis 20. Februar. Eine Übersicht
über die Angebote findet sich unter www.stadt-zuerich.ch.
Nr. 5
Der in den 1920er-Jahren gebaute
SBB-Tunnel Wiedikon–Enge unterquert den Fluss genau bei der Sihlhölzlibrücke. Die Aussenkante des
Tunnels bildet im Fluss eine Stufe mit
Wasserfall (auf dem Foto rechts). Daneben befand sich seither auf jeder
Flussseite ein abenteuerlich positioniertes Bänkli.
Abenteuerlich darum, weil es
zwar beim jeweiligen Flussuferweg
ein kleines Törli hatte, bei den Bänken selbst aber jede Abschrankung
fehlte. Ein falscher Tritt, und … Passiert ist zwar noch nie etwas, doch
nun hat der Kanton trotzdem einen
Riegel geschoben und die beiden
Verpachtet an Fischer
Die Bänkli waren auf beiden Seitender Sihl installiert, eines in der
Enge, eines in Wiedikon.
Fotos: ls.
Bänkli entfernen lassen. Wolfgang
Bollack von der Kantonalen Baudirektion bestätigt dies auf Anfrage,
Dieser Sihlabschnitt ist wie viele andere an eine Gruppe von Fischern
verpachtet, die hier fischen dürfen,
aber auch für gute Lebensbedingungen und die Pflege der Fischpopulation zu sorgen haben. Sie melden
zum Beispiel Gewässerverschmutzgen dem kantonalen Amt für Abfall,
Wasser, Energie und Luft (Awel).
Die dritte Gewalt
rechnen. Und zweitens wäre der
Willkür Tür und Tor geöffnet mit
der konsequenteren Verrechnung
des Aufwands nach kantonalem
Polizeigesetz. Denn heute schon
wird üblicherweise mit Busse bestraft, wer willentlich ein Gesetz
übertritt. Fahrer in angetrunkenem Zustand, Steuerbetrüger, Ladendiebe, Urkundenfälscher, Einbrecher, Raser. Praktisch nie aber
werden den Gesetzesübertretern
die vollen Kosten verrechnet. Juristische Abklärungen, Büromiete,
Nachtzulage, Laborkosten, entstandene Verspätungen des ÖV
oder Staus wegen einem Unfall
durch einen Besoffenen. Gerade
Fahren in angetrunkenem Zustand ist doch ebenso vorsätzlich
wie das kurzzeitige Sperren einer
Strasse und noch gefährlicher dazu. Dann bitte dort auch die Staus
und Umleitungen verrechnen,
wenn eine Strasse wegen eines
Unfalls stundenlang gesperrt ist.
Streng genommen würde ja fast
jeder Polizeieinsatz in die Hunderte, ja Tausende von Franken
gehen – nach Verursacherprinzip,
wie das SP-Nationalrat Daniel Jositsch bei den Hohlstrassen-Besetzern fordert. Ausgerechnet der
Strafrechtsprofessor sollte es besser wissen. Die Politik darf nicht
als Richter walten, dafür haben
wir die dritte Gewalt, die Judikative, wie ich mal im Staatskundeunterricht lernte. Machte die
Forderung nach dem Verursacherprinzip Schule, müsste man
sich jedes Mal genau überlegen,
ob man die 117 nun wählen soll
oder nicht. Denn Kontrollen ohne
Kostenfolge, Ermahnungen und
einfache Beratungen gäbe es nicht
mehr – oder würden willkürlich
abgewälzt, je nach Sichtweise der
gerade regierenden Politik.
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Stadt Zürich
Nr. 5
29. Januar 2015
AKTUELL
Sportlich und kreativ in den Sportferien
Am 7. Februar beginnen in der Stadt
Zürich die Sportferien. Für Familien,
die nicht verreisen können oder wollen, gibt es in den 17 Gemeinschaftszentren ein Ferienangebot.
Das GZ Seebach organisiert bereits am ersten Ferientag (7.2.) in der
Turnhalle Buhnrain einen «Saturday
Night»-Sportabend: Von 20 bis 23
Uhr wird dort Fussball, Volleyball
und Basketball gespielt. Und zum Abschluss der Sportferien findet ein
weiterer solcher Anlass statt (21.2.).
Sportlich geht es auch am grossen
Turniere-Abend zu und her: Hier
wird am Billard- oder Ping-PongTisch sowie am Töggeli-Kasten um
den Sieg gekämpft (13.2.).
Kinder und Jugendliche, die ihre
kreative Seite ausleben wollen, sind
im GZ Heuried richtig: Hier bietet das
Werkatelier Möglichkeiten, der Fantasie freien Lauf zu lassen (10.–
12.2.). Vor allem mit Ton wird im GZ
Wipkingen gearbeitet (10.–13.2.):
Den Teilnehmenden werden Techniken gezeigt. Skulpturen und Geschichten stehen im Zentrum des Ferienangebots des GZ Witikon (9.–
13.2.). Im GZ Loogarten wirft die
Fasnacht ihre Schatten voraus (18.–
20.2.): Hier machen sich die Kinder
mit Maske, Hut und Kostüm für den
Anlass schick. Im GZ Heuried öffnet
man das Fotolabor und experimentiert mit Fotopapier und Vergrösserungsapparaten (18./19.2.).
Im GZ Hirzenbach begeben sich
die Kinder gemeinsam auf Entdeckungsreise im Quartier (16.–20.2.):
Treffpunkt ist jeweils die Turnhalle
der Schule Hirzenbach. Wohin genau,
entscheiden die Kinder. Ebenfalls im
GZ Hirzenbach können Gruppen
Räume unkompliziert «ausleihen»
und die Freizeit nach eigenen Ideen
gestalten (10.–13./14./19./20./21.2.).
Fragen rund um den Winter gehen die Kinder im GZ Buchegg nach
(10.–13.2.): Wie entstehen Schneeflocken? Ein Kontrastprogramm bietet
das GZ Oerlikon (9.–13.2.): Man
macht sich auf in den Urwald und gestaltet mit Musik, Tanz und Schauspiel eine eigene Dschungelgeschichte. Um Gegensätze geht es im GZ Affoltern (9–13.2.): Warum schmeckt
etwas sauer, anderes süss? (pd./pm.)
www.gz-zh.ch
GEWERBEVERBAND DER STADT ZÜRICH
Der Grünen-Wahlkampf ist eröffnet
Die Grünen wollen den Regierungsratssitz von Martin Graf verteidigen.
Für den Kantonsrat haben sie sich einen Zuwachs von zwei Sitzen (ungefähr 12 Wählerprozente) zum Ziel gesetzt. Die heutigen Mehrheitsverhältnisse im Kantonsrat und die daraus
resultierenden Entscheide rufen nach
einem stärkeren Einfluss der Grünen,
teilt die Partei mit. In den Wahlkampf
steigen sie mit einer umfassenden
Wahlplattform.
Während der letzten Legislatur
konnten die Grünen im Kanton Zürich diverse Erfolge verbuchen. Allen
voran die Kulturlandinitiative im
Jahr 2012. Auch die Richtplandebatte im Kantonsrat hat gezeigt, dass die
Grünen bei der Raumplanung wichtige Player sind. Der Bundesgerichts-
entscheid in Sachen Kulturlandinitiative ist noch ausstehend, wird aber
vor den Wahlen erwartet. Auch bei
der PBG-Änderung zu den kommunalen Energiezonen Anfang 2014 konnten die Grünen einen Erfolg feiern.
Damit haben die Grünen es geschafft,
ihre Anliegen mehrheitsfähig zu machen. Weitere Erfolge brachten die
Steuervorlagen zur Grundstückgewinnsteuer und Unternehmenssteuersenkung. Beide bestätigten die Grünen-Steuerpolitik der ruhigen Hand.
Zum ersten Mal in der Geschichte
der Grünen in der Schweiz wird die
Partei mit einem einheitlichen Auftritt in die Wahlen gehen. «Das neue
Kleid der Grünen ist unkonventionell,
authentisch und gewinnend», halten
die Grünen fest. (pd./pm.)
AKTUELLES VOM HAUSEIGENTÜMERVERBAND
Publireportage
Sonderzug nach Konstanz
Vor zwei Wochen
fiel die Euro-Untergrenze. Seither schiessen die
Wirtschaftsexperten wie Pilze
aus dem Boden.
Unser Land, das
vor dem 14. Januar vor allem über die Zuwanderung debattierte, hat plötzlich ganz
andere Sorgen. Die Rezepte gegen
den starken Franken und die Arbeitslosigkeit sind je nach Absender verschieden: tiefere Löhne, längere Arbeitszeiten, Konjunkturpakete oder
mehr Leistung. Einige Ratschläge erinnern gar an Zeitungsartikel über
Griechenland. Die Musterschülerin
Schweiz hat Probleme, die nicht
hausgemacht sind, aber vielleicht abgesehen vom Zeitpunkt doch nicht
ganz unerwartet kamen.
Was zu tun ist, weiss niemand genau, aber was nicht zu tun ist, kann
man erahnen. Sicherlich ist die Wirtschaft nicht weiter zu belasten, sowohl steuerlich als auch bürokratisch. Die Wirtschaft hat jetzt viel
Wichtigeres zu tun, als Formulare
auszufüllen und verwaltungs-perfektionistische Purzelbäume zu schlagen. Immerhin bringt der Euroschock
einiges in Bewegung. Längst verloren
geglaubte Themen sind wieder salonfähig: günstige Rahmenbedingungen,
Verkehrsfluss, Parallelimporte, Preissenkungen, eine schlanke Verwaltung
und Flexibilität im Arbeitsmarkt.
Schnäppchenjäger sollen
mal tief durchatmen
Nach dem Euro-Sturz setzte die SBB
Sonderzüge ein, um die Schweizer
Einkaufstouristen nach Konstanz zu
bringen. Meine Kollegin, die bei einer
Bank arbeitet, erzählte mir, dass sich
die Kunden vor dem Schalter balgten,
wenn der Eurokurs sich um ein paar
Rappen nach unten bewegte. Hysterie total.
Es stimmt: Konstanz ist günstig.
40 000 Schweizer Kunden zählt man
an einem normalen Samstag. Wer
sich in den Zug setzt, zahlt 64 Franken ohne Halbtax. Wer mit dem Auto
fährt, steht ab der Schweizer Grenze
im Stau, wartet ewig auf einen Parkplatz und zahlt dann neben dem Benzin 10 Euro für das Parkhaus. Trotz-
dem: Bei einem Kurs von 1:1 rechnen die Geschäfte mit zusätzlichen
5000 bis 10 000 Billig-Shoppern –
pro Samstag. In Konstanz hört man
mehr Schweizerdeutsch als in Zürich.
Hochpreisinsel und Hochlohninsel
Der Detailhandel ist nicht ganz unschuldig. Konsumenten klagen seit
Längerem darüber, dass die Kunden
teilweise mit zu hohen Margen abgezockt werden, und zwar nicht für
Produkte, die besonders viel Beratung brauchen. Warum kosten zum
Beispiel Zeitungen und Illustrierte 30
Prozent bis 50 Prozent mehr als in
Deutschland? Der Handel hat einerseits profitiert und sich andererseits
zu wenig für tiefere Preise engagiert.
Seit dem 14. Januar haben wir aber
eine neue Zeitrechnung und alle
müssen sich etwas einfallen lassen.
Dem Kunden empfehle ich den Einkauf in der Schweiz. Zum Shoppen
mag Konstanz Spass machen, aber
dort Arbeit suchen möchte man lieber nicht.
Nicole Barandun-Gross,
Präsidentin Gewerbeverband
der Stadt Zürich
Publireportage
Mit richtiger Raumtemperatur
Geld sparen
Wenn die Tage kälter werden, lohnt
es sich, die Einstellungen der Wohnungsheizung zu überprüfen. Mit der
richtigen Einstellung lässt sich nicht
nur Energie, sondern auch Geld sparen. Denn jedes Grad zu viel bedeutet
6 Prozent unnötig verbrauchte Heizenergie, jedes Grad weniger senkt
den Verbrauch entsprechend.
Die Raumtemperatur sollte im
Wohnbereich möglichst nicht mehr
als 21, 22 °C betragen. In Nebenräumen wie Küche, wo Kühlschrank,
Herd und Spülmaschine mitheizen,
kann die Heizung gedrosselt werden.
Im Schlafzimmer reichen 17 bis
18 °C aus. Entscheidend ist hier das
individuelle
Behaglichkeitsempfinden.
Am einfachsten lässt sich die
Raumtemperatur über Thermostatventile regulieren. Sie halten die
Temperatur in den einzelnen Räumen konstant auf dem gewünschten
Wert, auch wenn die Sonne ins Zimmer scheint. Die Stellung drei bedeutet etwa 20 °C Raumtemperatur.
Durch die richtige Nutzung von Ther-
Giorgio Giani.
Foto: zvg.
mostatventilen kann 4 bis 8 Prozent
Heizenergie gespart werden. Es ist
jedoch darauf zu achten, dass die
Thermostatventile nicht etwa durch
schwere Vorhänge verdeckt werden,
sonst funktionieren sie nicht ordnungsgemäss.
Giorgio Giani, Leiter
Baumanagement,
Hauseigentümerverband Zürich
Hauseigentümerverband Zürich, Albisstr.
28, 8038 Zürich, Tel. 044 487 18 18.
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sind nur für private Anbieter. Aufträge, die bis Freitag, 10.00 Uhr,
bei uns eintreffen, erscheinen in der nächsten Ausgabe. Den Text
bitte in Blockschrift ausfüllen (pro Feld 1 Buchstabe, Satzzeichen oder
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Zürich 2
H I N TE R G R U N D
Nr. 5
29. Januar 2015
5
Die wechselvolle Geschichte des Hauses Seestrasse 513
Fortsetzung von Seite 1
Da weder sie noch Paul Zondler
ein Schweizer Apothekerdiplom hatte, wurde ihnen auf Betreiben des
Apothekervereins die Weiterführung
der Apotheke auf Ende 1928 untersagt. Die beiden verlegten darauf sowohl Geschäft wie Wohnsitz nach Zürich, zuerst nach Wallisellen, dann
1940 an die Seestrasse 513 in das
Gebäude «Im Kloster». Die Hamol AG
wurde 1928 noch in Stein am Rhein
gegründet. In Zürich wuchs das Unternehmen rasant, trotz der Wirtschaftskrise in der Zwischenkriegszeit. Die Handsalbe wurde mit «besten wissenschaftlichen Forschungsmethoden und Mitteln der Reklame»,
wie in einer Medienkonferenz Ende
1971 verraten wurde, zu einer kosmetischen Pflegeserie weiterentwickelt.
Die berühmte «Hamol-Stellung»,
die bis in die 1960er-Jahre Synonym für Sonnenbaden war (Grafik:
Victor Rutz 1940).
Eigene Rohstoff-Fabrik
Zu dieser mit einem «Billig-Touch»
behafteten Serie kam die «Vitamol»Serie, eine Pflege- und Make-up-Produktelinie. Hatte die Hamol AG in
diesen beiden Bereichen kaum ernsthafte Konkurrenz, so wehte dem Unternehmen ein rauerer Wind entgegen bei der Etablierung der Kosmetiklinie im Luxussegment «Subcutan», wo es mit Produkten von Revlon, Arden, Rubinstein, Juvena, Estée
Lauder und Guerlain konkurrierte,
die bessere Marketingstrategien gewählt hatten. Denn das Unternehmen
Das Gebäude war ursprünglich von der Seestrasse her gut sichtbar. Heute verbirgt es sich hinter einer Hecke
Fotos: Stadtzürcher Heimatschutz/ zvg.
und einem blickdichten Tor. Die Aufnahme stammt von 1979.
hatte sich inzwischen zu einer weltweit agierenden Holdinggesellschaft
entwickelt, deren Geschicke nun
auch vom einen Sohn, Dr. Paul Mar-
Sitz der Werbeagentur GGK
Um das Haus Seestrasse 513 (das
seit 1947 der Stadt Zürich gehört)
ranken sich viele Legenden. Hoch
zu- und her ging es vor allem in jener Zeit in den 1980er- und 1990er- Jahren, als hier die berühmteste
Werbeagentur des deutschsprachigen Raums, die GGK, ihren Haupt-
Paul Gredinger (1927–2013),
ehemaliger Mieter.
Foto: Vera Isler
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sitz hatte. Erfolgreiche Werbeleute
aus jener Zeit erinnern sich gerne
daran, als man per Motorboot die
GGKler abholte und zum Lunch in
ein liebliches Seerestaurant fuhr.
Weil solche «Besprechungen» oft
bis in den frühen Abend verliefen,
wurden die Traktanden vorsorglich
auf den nächsten Tag verschoben.
Im obersten Stock wohnte lange
der Alleinbesitzer Paul Gredinger
(1927–2013) mit seiner Partnerin
Heidy Dierauer. Er veranlasste und
bezahlte auch die stilvolle Renovation des Hauses samt Garten. Als die
GGK verkauft wurde, und hier Weber, Hodel, Schmid einzog, schmiss
Werber Reini Weber die beiden
raus. Das brachte Weber aber wenig Glück, fiel er später doch in der
eigenen Wohnung die Treppe hinunter und ging 2004 in Konkurs.
Heute sind hier zwei Unternehmensberatungen eingemietet. (ls.)
tin Zondler, Chemiker ETH, gelenkt
wurde.
1943 war die Inter-Hamol AG gegründet worden,
ebenfalls mit Sitz
in Zürich. Es gab
Fabriken in Wald
ZH,
Barcelona,
Stuttgart, Lissabon, Wien, Amsterdam, Mailand
und London. In
Lizenz wurde in
Indien, im Iran,
in Japan, Rhodesien, Südafrika, Die um 2003 abgetragene Gartengestaltung von ArSyrien, Westindi- chitekt Fritz Schwarz mit Blick auf den See.
en, in der Türkei
und in den USA produziert. In Spani- kel im Sortiment. Der Umsatz betrug
en stand eine eigene Rohstoff-Fabrik, 1971 35 Mio. Franken, 1974 waren
wo unter anderem der patentierte es 45 Mio. Franken. Es wurden 20
Sonnenschutz-Filter für die Hamol- Mio. Einheiten produziert. Das Ende
Ultra-Produkte hergestellt wurde. Die der Erfolgsgeschichte wurde mit dem
Hamol AG war in reinem Familienbe- Tod von Dr. Paul Martin Zondler eingeläutet.
sitz und veröffentlichte keine Zahlen.
An der Medienkonferenz Ende
1971 wurde dennoch bekannt: Die Verkauf Stück um Stück
Hamol-Gesellschaften beschäftigten Dieser kam in den 1970er-Jahren
rund 1000 Mitarbeiter, davon nur 80 beim Klettern in den Bergen ums Lein der Schweiz, und hatten 600 Arti- ben. Sein Bruder, über den kaum et-
Damals, als man ungehemmt Sonnenbaden konnte (V. Rutz 1946).
was bekannt ist, verkaufte die Lizenzen Stück für Stück. Heute existiert
unter dem Namen «Hamol» die 1966
gegründete Hamol Cosmetics Syria
von Gaston Banna, die Kosmetikprodukte vertreibt. Die HamamelisHandsalbe, Ursprung des Unternehmens, das einmal so gross wie Nivea
war, wird immer noch in der Schweiz
produziert und ist im Fachhandel erhältlich.
* Barbara Truog ist Präsidentin des StadtZürcher Heimatschutzes. Dieser Text
stammt aus dem aktuellen Neujahrsblatt
über das Haus Seestrasse 513.
6
Zürich 2
Nr. 5
29. Januar 2015
AKTUELL
TVA mit Lücken im Vorstand
Aus Sicherheitsgründen müssen 18 Eschen gefällt werden.
Symbolbild: zvg.
Bäume müssen gefällt werden –
Eschenwelke breitet sich aus
Anfang Februar werden entlang der
Zürichstrasse in Adliswil insgesamt
18 Eschen gefällt, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Die Fällaktion erfolge aus Sicherheitsgründen, da die
Bäume von einem Pilz befallen sind,
der dazu führe, dass Äste herunterfallen. Schon vergangene Woche fand
wegen der sogenannte Eschenwelke
eine Fällaktionin Leimbach stattfinden («Zürich 2» berichtete).
Und nun also dies: Entlang der
Zürichstrasse müssen auf dem Abschnitt Tüfistrasse bis Grütpark aus
Sicherheitsgründen 18 Eschen gefällt
werden. Grund dafür ist, dass die
Bäume an einem Pilz leiden. Die
Krankheit – die Eschenwelke – befällt
zuerst die Blätter der Eschen. Dann
wandert sie weiter in das Astholz in
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Richtung Haupttrieb, lagert sich ein
und unterbricht die Saftbahnen zur
Wasserversorgung der Triebenden.
Höher liegende Pflanzenteile werden
dadurch nicht mehr mit Wasser versorgt, trocknen aus und fallen vom
Baum. Dadurch können Äste und
ganze Baumkronenteile herunterfallen und zu einer Gefahr für Nutzende
des Rad- und Gehweges werden.
Schweizweit sind zurzeit viele Bäume
von der Eschenwelke befallen. Die
Fällaktion ist in den ersten Februarwochen geplant.
Im Zuge der Sanierung und Neugestaltung der Zürichstrasse bis
2018/2019 wird der Grünraum aufgewertet und wieder instand gestellt,
wie die Stadt Adliswil in Aussicht
stellt. (pd./ ls.)
Ein erneut erfolgreiches Turnerjahr
in der 136-jährigen Geschichte des
Turnvereins Adliswil fand mit der Generalversammlung in der Kulturschachtle in Adliswil seinen Abschluss. Präsident Christoph Sieger
konnte am Freitagabend zusätzlich
zu den 120 TVA-Mitgliedern, Gäste
aus Politik und befreundeten Vereinen willkommen heissen. «Sportlich
dürfen wir auch im Jahr 2014 erneut
auf gute Leistungen zurückblicken»,
betonte der Präsident. Die U12-Junioren der Faustballriege starteten bravourös in die 1. Runde und belegten
danach bereits den sehr guten
2. Platz. Und in der Leichtathletik,
beim UBS-Kids-Cup-Team, qualifizierte sich das U10-Mädchen-Team
für den Schweizer Final in Thun.
Neben dem sportlich und finanziell erfreulichen Jahresrückblick richtete Präsident Christoph Sieger jedoch auch ernste Worte an die Mitglieder. In seinen vier Jahren als Präsident sei es ihm bisher nicht möglich gewesen, mit einem vollbesetzten
Vorstand ein Vereinsjahr zu bestreiten. Wichtige Positionen blieben über
längere Zeit unbesetzt. Ein Phänomen, mit dem alle stadtnahen Vereine zu kämpfen haben und wofür
neue Lösungsansätze für eine gesicherte Vereinszukunft gefragt sind.
Christoph Sieger appellierte an mehr
Kameradschaft und Geselligkeit unter
den Mitgliedern. Diese Grundsätze
werden im aktuellen Stadtbrief von
Adliswil übrigens als eines der Legislaturziele bis 2018 geteilt. Der Stadtrat hat sich zum Ziel gesetzt, die
Freiwilligenarbeit und die Vereine,
als wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens stärker zu för-
dern. «Dieses Ziel bestärkt uns in unserem Tun», sagte Sieger.
Die Seilbahn beim Gütsch wurde
in der Zwischenzeit in Betrieb genommen und das Haus des TVA ist
wieder bestens erschlossen. Der
frühzeitige Entscheid zur Investition
und Sanierung hat sich gelohnt. «Damit sind wir bestens für den grossen
Ansturm gerüstet und versprechend
uns davon noch bessere Auslastungszahlen», so Sieger weiter. Ebenso
wurde eine «hübsche» Hüttenwartin
gefunden und für Juni 2015 ist ein
grösserer Einweihungsanlass geplant, schreibt der TVA in einer Mitteilung. Dank den Einnahmen aus diversen Anlässen, durch Sponsoring
und Spenden konnte die Jahresrechnung 2014 positiv abgeschlossen
werden. Dadurch bleiben die Mitgliederbeiträge für 2015 unverändert.
Das Budget 2015 wurde ohne Gegenstimme bestätigt. Aufgrund des guten
Abschlussergebnisses wurde vorgeschlagen, die Höhe der Trainerentschädigungen anzupassen. Der Vorschlag wurde vom Vorstand aufgenommen und wird in den nächsten
Monaten geprüft. Im Vereinsjahr
konnten gleich neun neue Turnveteraninnen aufgenommen werden: Miriam Petrocchi, Bettina Dolder, Vreni
Glättli, Marianne Hauser, Mai Britt
Jahn, Rose Lanfranconi, Leoni
Schmidt, Lotti Schneider und Dorothea Stauffer. Simone Hübscher wurde für ihre langjährige Mitgliedschaft
und Leitertätigkeit in der Mädchenriege und der Aerobic/Dance-Gruppe
die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
(eing.)
www.tvadliswil.ch
LESERBRIEF
Etikettenschwindel
Icg bin schon erstaunt, was ich da an
Plakatwänden und in Inseraten sehe.
Die SP-Frau Sabine Ziegler behauptet
kühn, sie sei «Unsere Friedensrichterin». Das stimmt nicht! Sie möchte es
zwar wie schon vor acht Jahren gerne werden, und das mit dieser anmassenden Kommunikation. Die gute
Dame ist eine SP-Frau von ganz links
aussen! Dass sie das SP-Logo und die
Logos weiterer linken Parteien nicht
einsetzt, soll den Wählern offenbar
vorgaukeln, dass sie überparteilich
oder gar parteilos sei. Das ist ein Versuch die Wähler hinters Licht zu führen! Ich wähle Beatrice Hess, sie hat
das nötige Rüstzeug und führt auch
einen ehrlichen, transparenten Wahlkampf.
Ernst Bachmann, Kantonsrat SVP
und Wirt im Restaurant Muggenbühl
Ernst Bachmann kritisiert dieses
Plakat, das ohne Parteiabsender
Bild: zvg.
daherkommt.
AKTUELL
Zürich 2
«Ein schönes Stück Wollishofer Kulturgut»
29. Januar 2015
7
KAMILS KOLUMNE
Die Hoffnung bleibt
Marco Kägi
1892, ein Jahr bevor Wollishofen zu
Zürich eingemeindet wurde, gründeten einige Wollishofer den reformierten Kirchenchor Wollishofen. Was bewegt den Chor 122 Jahre später, was
sind aktuelle Projekte? Im Gespräch
geben Jutta Freiwald, Chorleiterin,
Ruth Ott, Präsidentin des Kirchenchors, und Dorlyse Meier, Chormitglied, einen Einblick in das Wirken
des Wollishofer Kirchenchors, der
sich jederzeit auf neue Sängerinnen
und Sänger freut.
Im vergangenen Jahr hat der Kirchenchor Wollishofen das Werk «Vater unser» des tschechischen Komponisten
Leoš Janácek aufgeführt. Was kann man
über dieses spannende Werk sagen?
Jutta Freiwald: Das Werk von Janácek ist keine gängige Chorliteratur,
schon gar nicht für einen kleineren
Chor. Eigentlich ist es ein gross angelegtes Werk für viele Stimmen. Aber
wir haben das mit unserem Kirchenchor auf einem guten Niveau bewältigt. Besonders am Werk ist die Instrumentalbesetzung mit Harfe, Akkordeon und dem Solotenor, der eine
herausragende Stellung im Werk einnimmt. Das Volkstümliche seiner Musik, seine tief in Osteuropa verwurzelte Musiksprache, ist sicherlich besonders herauszustreichen, sehr gelegen
mit der Harfe und dem Akkordeon.
Braucht man als Kirchenchor lange, ein
solches Chorwerk einzustudieren?
Freiwald: Der Text des «Vater unser»
ist ja bekannt, aber die verschiedenen «Farbgebungen» des Werks, einmal sehr verinnerlicht, meditativ,
dann wieder fast revolutionär, ganz
im Sinn des Komponisten und seiner
sozialkritischen Einstellung: Er forderte «tägliches Brot wahrer Menschlichkeit». Wie erwähnt, hat das Werk
aber auch eine sehr meditative Seite.
Wir brauchten rund ein Dutzend Probenabende, um an ein gutes Resultat
Seit 1892
Der Wollishofer Kirchenchor wurde 1892 gegründet und zählt zu
den ältesten kulturellen Institutionen im Stadtquartier Wollishofen.
Der Chor singt unterschiedliche
Chorwerke. Für den Chor ist es
wichtig, das Kulturgut des Chorgesangs zu pflegen und mit verschiedenen Auftritten der Öffentlichkeit dessen Vielfalt zu präsentieren. Dabei schätzt der Kirchenchor es auch, übergreifend mit
anderen Musikern und Musiken
aufzutreten – beispielsweise mit
der Harmonie Wollishofen am
Wollishofer Märt. (eing.)
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Nr. 5
Kamil Krejci
Im Gespräch über musikalische Kindheitserinnerungen, Chorwerke und Projekte des Wollishofer Kirchenchors
(v.l.): Jutta Freiwald Chorleiterin des Kirchenchors Wollishofen, Ruth Ott, Präsidentin des Kirchenchors Wollishofen, und Dorlyse Meier, Chormitglied.
Foto: zvg.
zu gelangen. Ruth Ott: Ja, man musste sich ins Werk hineinleben. Umso
besser wir bei den Proben wurden,
desto schöner fanden wir das Resultat. Dorlyse Meier: Mir ist es genau
gleich ergangen. Am Schluss spürte
man die Freude über das Erreichte.
Im Kirchenchor gibt es einerseits die
ständigen Chormitglieder und andererseits Projektsängerinnen und Projektsänger. Was versteht man unter einem
Projektsänger?
Ott: Ein Projektsänger kommt für ein
bestimmtes Werk vom Anfang der
Chorproben bis zur Aufführung. Solche Projektsänger sind uns sehr
wichtig und herzlich willkommen.
Viele Projektsänger haben Freude
daran, ihre Stimmen einzubringen.
Wir freuen uns über jede weitere
Stimme, besonders auch Männerstimmen.
Musik bewegt die Seele, sagt man. Wie
ist eure Leidenschaft zum Singen entstanden?
Ott: Wir haben als Kinder schon viel
gesungen, Meine Eltern waren im
Kirchenchor. Und so hat es sich auch
auf mich und meine Geschwister
übertragen, die auch in Kirchenchören singen. Meier: Wir haben auch
viel gesungen, Gitarre gespielt. Musik
ist für mich richtig Balsam für die
Seele. Freiwald: Wenn man die «Welt
der Musik» einmal miterleben durfte,
insbesondere als Heranwachsender,
lässt sie einen nicht mehr los und
man möchte sie im Leben immer
wieder spüren. So ist es auch mir ergangen, aufgrund meines familiären
Umfelds, in dem viel musiziert wurde
und wird. Vor allem beim Singen beobachte ich immer wieder die zufriedenen und glücklich wirkenden Gesichter. Ich glaube sehr daran, dass
sich das Singen, egal ob weltlich oder
sakral, auf Körper und Geist positiv
auswirkt. Wenn es denn sakrale Musik ist, kommt der religiöse, sinnstiftende Moment noch erfreulicherweise für viele hinzu.
Die Sängerinnen und Sänger im Kirchenchor wurden letzthin befragt, warum sie
im Kirchenchor mitsingen. Was gibt es
für Statements der Mitglieder?
Freiwald: Wir haben viele Statements
erhalten wie etwa «Geselligkeit und
Freude am Singen, schöner entspannender Tagesabschluss», «Mir gefällt
die Stilvielfalt, alte und neue Musik –
auch das Repetieren von Bekanntem
und das Erarbeiten von neuen Werken», «Beim Singen lasse ich Belastendes hinter mir, werde ich leicht
und frei» oder «Singen in einer Gruppe, hier im Kirchenchor macht mir
Freude und ist befreiend».
Liedgut ist Kulturgut. Neben sakralen
Werken prägen uns ja auch Volkslieder.
Gewisse Werke sind in uns wie «eingebrannt». Was für Werke sind bei euch in
besonderer Erinnerung haften geblieben?
Ott: «Wachet auf und ruft die Stimme» – ein Lied dass ich als Zehnjährige im Jugendchor in Oberrieden als
Choral gesungen habe. Eine prägende musikalische Kindheitserinnerung. Das Lied «O Täler weit o höhen» gehört ebenfalls zu diesen Erinnerungen. Meier: Ich bin im Welschland aufgewachsen. Bei mir sind es
Lieder von Abbé Joseph Bovet. Er
war ein bedeutender Westschweizer
Geistlicher und Komponist und hat
über 2000 Werke komponiert. Freiwald: Ja, auch bei mir blieben solche
Kirchenlieder und besonders Weihnachtslieder aus der Kindheit haften.
Zentrale Bedeutung hat dann sicher
Bachs Musik bekommen, besonders
die h-Moll-Messe, aber auch andere
Musikrichtungen gefallen mir, wie
z.B. die wunderbare Jazz-Legende
Ella Fitzgerald oder das Allroundtalent Caterina Valente.
Was für interessante Projekte stehen
2015 für den Wollishofer Kirchenchor
an?
Freiwald: Am 25. Januar treten wir
zusammen mit dem Franziskus-Chor
im ökumenischen Gottesdienst auf.
Am 14. März nehmen wir am Kirchenklangfest 2015 «Cantars» in Basel teil. Wir werden das Werk Janáceks in der ehrwürdigen Basler Elisabethenkirche aufführen. Einen Tag
später führen wir das Werk in der
Wasserkirche in Zürich nochmals auf.
Darauf freuen wir uns. Am Pfingstsonntag wird Bachs Kantate «Erschallet, ihr Lieder» erklingen, mit
vier Solisten und Orchester. Für alle
unsere Projekte laden wir immer gern
ProjektsängerInnen ein, vor allem
freuen wir uns auf Männerstimmen.
In der zweiten Jahreshälfte werden
wir die Messe in fis-Moll Op. 36 des
französischen Komponisten CharlesMarie Widor zusammen mit unserem
Organisten Benjamin Blatter einstudieren und zur Aufführung bringen.
Neben dem Kirchenchor gibt es die offene Sonntagskantorei. Was versteht man
darunter?
Freiwald: Rund 10 Mal im Jahr findet
vor dem Gottesdienst um 9 Uhr die
offene Sonntagskantorei statt. Dort
werden Gottesdienstlieder vorab einstudiert, und jeder kann daran spontan ohne Anmeldung teilnehmen – also ein weitere schöne Gelegenheit
zum gemeinsamen Singen.
Singen Sie gerne? Beim Kirchenchor Wollishofen können Sie unverbindlich einer
Chorprobe beiwohnen. Der Chor freut sich
auf Ihre Stimme! Chorprobe jeweils am
Montag, 19 bis zirka. 21 Uhr, ausser in
den Schulferien.
Für Fragen/Auskünfte: Jutta Freiwald,
Chorleiterin, Tel. 044 555 99 91, 076 588
84 28, [email protected].
Noch habe ich die Knaller und Pfeifer, die Farben und Formen der pyrotechnischen Veranstaltungen, die am
Silvester den Nachthimmel beinahe
der ganzen Welt beschallten und erhellten, in Erinnerung. Abermillionen
Batzen wurden in die Luft gefeuert
und Abermillionen Menschen feierten
so den Aufbruch ins neue Jahr. Freude und Hoffnung auf ein neues und
gutes Jahr schienen sich, einer Glasur gleich, über den gesamten Erdball zu verströmen und Elend, Armut, Krankheit und Kriminalität zu
verdrängen. Irgendwie sind die Freude und die Hoffnung anscheinend mit
all den Raketen, Vulkanen und Böllern in der Luft verpufft. Drei Wochen
später trauern Millionen Charlies,
Millionen Menschen protestieren und
sind verletzt, einige wollen gar Millionen töten. In Dutzenden Kriegen wüten heute Menschen gegen Menschen
und ermorden Millionen. Millionen
sterben und verdursten. Die SNB pulverisiert Millionen Franken und
ängstigt damit Millionen Firmen und
Familien. Offenbar haben wir uns an
diese riesigen Dimensionen gewöhnt,
und unser Tun kann nur noch in Millionen gelebt werden. Wir sind nun
mal viele. Und noch viel mehr werden nachkommen. Kleine unschuldige Kinder. Alle tummeln sich auf
Mutter Erde, und alle möchten doch
nur das eine: ein möglichst glückliches und gesundes, friedliches Leben. Wir Aufrechtgehenden sollten
diesen kleinen Geschöpfen helfen.
Gemeinsam sollten wir die Feuerwerke von den Nachthimmeln holen und
in unseren Köpfen und Herzen den
Knallern und Pfeifern, Farben und
Formen Platz machen. Jenen, die uns
die Möglichkeit geben, gemeinsam
mit Freude und Hoffnung in die Zukunft zu schauen. Gemeinsam.
Kamil Krejci ist Regisseur, Autor und
Schauspieler. Er schreibt jede Woche fürs
«Zürich 2».
Kamil Krejci findet, dass wir kleinen Geschöpfen helfen sollen. F: zvg.
8
Zürich 2
Nr. 5
29. Januar 2015
AKTUELL
Auf ein Bier in Shakespeares Stammkneipe
Pubs prägen das Londoner
Stadtbild. Einige haben
eine Jahrhunderte alte
Tradition und die meisten
einen skurrilen Namen.
Typisch britisch halt –
doch auch die Schweiz
hat ihr Londoner Pub.
Daniel Ammann
Gans und Granit; Ziege und Zirkel;
Brunnen und Eimer; Fuchs und Anker. Das Schwein im Tierheim. Gehängt, gestreckt und geviertelt.
Willkürlich zusammengewürfelte
Wörter und Satzfragmente, denken
Sie? Mitnichten! Dies ist eine – zugegebenermassen sehr kleine und willkürliche – Auswahl von Pub-Namen,
denen ich in den letzten Wochen hier
in London begegnet bin. Natürlich
klingen diese im Original noch um einiges besser: The Goose and Granite.
The Goat and Compasses. The Well
and Bucket. The Fox and Anchor.
The Hog in the Pound. The Hung,
Drawn and Quartered.
Die britische Trinkkultur
Je nach Quartier findet man in London an jeder Strassenecke ein Pub.
Im West End sind sie oft Touristenfallen, die wenig stilvoll und mit überteuerten Preisen für holländisches
Null-acht-fünfzehn-Bier den Schein
britischer Tradition erwecken wollen.
In den Wohn- und Ausgehquartieren
sind sie jedoch der Ort, wo sich die
Unser Mann
in London
Daniel Ammann (24) ist in Zürich
aufgewachsen und hat 2008 ein
Praktikum bei der Lokalinfo AG absolviert, die neben zahlreichen Lokalzeitungen auch diesen Titel herausgibt. Nach seinem Bachelorstudium an der Universität Zürich verbringt er aktuell ein Jahr in London
für seinen Wirtschafts-Master an
der London School of Economics
(LSE). Für das «Zürich 2» berichtet
er monatlich über Interessantes
und Auffälliges, Kurioses und Alltägliches aus dem britischen Grossstadtleben.
Charles Dickens und auch Shakespeare liebten Pubs – so wie etliche ihrer Landsleute. Viele, alte Pubs stehen unter Denkmalschutz.
lokalen Londoner auf ein paar Pints,
einen Cyder oder einen Whiskey treffen. Sie tun das gerne – und früh! Ab
vier Uhr nachmittags füllen sich die
Pubs, bei gutem Wetter bilden sich
gegen sechs Uhr bereits grosse Menschentrauben auf den Gehwegen vor
den Lokalen, da drinnen meist nicht
genug Platz ist (und nicht geraucht
werden darf). Die britische Trinkkultur ist für einen Schweizer zu Beginn
etwas gewöhnungsbedürftig. Denn
nicht nur wird früh zum ersten Mal
angestossen. Die letzte Runde fällt
entsprechend auch zeitig aus: Werktags bereits um zehn, am Wochenende vielleicht um elf oder allerspätestens um Mitternacht erklingt die Messingglocke und der Wirt verkündet:
«Last orders, please!» Um diese Uhrzeit machen sich Zürcher Studenten
erst langsam auf den Weg Richtung
Innenstadt.
Auf den Spuren von Dickens
Viele Pubs haben eine lange Historie
und stehen seit Jahrhunderten an Ort
und Stelle. Als ich bei einem Besuch
im Spaniard’s Inn im Norden London
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20-JahrJubiläum
Als «Dankeschön» an
unsere treue Kundschaft
und auch für Neukunden
dreht sich am Samstag,
14. 2. 2015, bis 16 Uhr
zusätzlich unser Glücksrad
mit einer Überraschung.
Gutschein Fr. 10.–
Auf alle Dienstleistungen.
Gültig 1 x pro Person bis 31. 12. 2015
Heinz Wüst & Claudia Speichinger
Albisstrasse 76, 8038 Zürich
Tel. 044 482 04 88
CULINARIUM
Jubiläumsangebot
für 2 Personen 90.–
Vorspeise nach Wahl
Hauptgericht nach Wahl, Beilage nach Wahl
Zitronensorbet, 1⫻ 7,5 dl. Rotwein
Am Wochenende: Grosses Antipasti-Buffet
7 Tage offen • Saal für Anlässe • Genügend Parkplätze
Preiswerte Mittagsmenüs • Verkauf über die Gasse
Telefon 044 709 05 45, Fax 044 709 07 03
www.pizzeria-alponte.ch
VOR HÄNG E
Messen – Nähen – Montieren
SOODSTRASSE 55
[email protected]
ADLISWIL – Tel. 044 481 88 66
Montag–Freitag: 14–18 Uhr, Samstag: n. V.
erfuhr, dass hier der berühmte
Charles Dickens einst im 19. Jahrhundert sein Ale getrunken und an
seinen Büchern geschrieben hat, war
ich schwer beeindruckt. Mittlerweile
weiss ich: Dieser Dickens ist ziemlich
herumgekommen – war ich doch
schon in vier weiteren Lokalen, wo
der Schriftsteller angeblich auch zu
den Stammgästen gehört haben soll.
Ebenso habe ich Shakespeares
Stammkneipe aufgesucht, das im 16.
Jahrhundert eröffnete George Inn,
das wie viele andere Pubs unter
Denkmalschutz steht. Nicht nur mit
ihrer äusseren Erscheinung erinnern
diese alten Gasthäuser oft noch an
das viktorianische London. Im Innern
prägen rustikale Holzbalken, tiefen
Decken und oft eine Feuerstelle das
Ambiente. In den mittelalterlichen
Anfängen waren die «Public Houses»
oft private Küchen, in denen jedermann ein Bier gegen ein kleines Entgelt trinken konnte. Kaum einer
Fotos: Daniel Ammann
konnte zu dieser Zeit bereits lesen,
weshalb die Pub-Besitzer zur Erkennung ein Schild mit einem einprägsamen Symbol an ihrem Haus anbrachten. Um sich gegen die wachsende
Konkurrenz zu behaupten, zeichneten die Wirte immer ausgefallenere
Symbole auf ihre Eisenschilder. So
entstanden die zum Teil skurrilen
Pub-Namen, die bis heute überlebt
haben.
Das Schweizer Chalet
Auch die Schweiz nimmt in der Londoner Pub-Tradition ihren Platz ein.
The Swiss Tavern wurde 1804 im
Nordwesten der Stadt im Stile eines
Schweizer Chalets erbaut. Heute
heisst das Lokal Ye Olde Swiss Cottage und hat sogar eine eigene UBahn-Station. Ein Besuch lohnt sich
nicht nur aus historischem Interesse,
sondern auch wegen der grossen
Auswahl an lokalen Ales und dem
richtig guten Fish’n’Chips. Cheers!
Zürich 2
AKTUELL
Nr. 5
29. Januar 2015
9
Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, die aber ziemlich gewöhnungsbedürftig ist – oder: Wenn die eigene Beerdigung geprobt wird – die Stühle sollen den Sarg darstellen.
Cher Antoine oder die verfehlte Liebe
Was passiert, wenn man
seine eigene Beerdigung inszeniert, zeigt das Stück
«Cher Antoine» der Theatergruppe Langnau am
Albis schmerzhaft auf.
seine eigene Beerdigung inszenieren
lässt. Diese Inszenierung hatte er bereits vor Jahren mit einem Theaterensemble einstudiert. Auch diese
Probe wird in die Aufführung einbezogen, womit sich die Frage stellt:
Was ist Realität und was ist Fiktion?
Also insgesamt eine ziemlich verwirrende Angelegenheit durch die stattfindende Realitätsverschiebung, doch
lag das wohl in der Absicht des Autors Anouilh.
Jeannette Gerber
Einige unter Ihnen mögen wohl auch
schon mit dem Gedanken gespielt haben, einmal Mäuschen an der eigenen Beerdigung zu spielen. Der Autor
Jean Anouilh (1910–1987), ein aus
Bordeaux stammender Dramatiker,
hat sich dieser Idee angenommen. In
seiner Theaterproduktion «Cher Antoine oder die verfehlte Liebe» inszeniert er dessen eigene Beerdigung
und lädt dazu seine verflossenen Lieben sowie seine Freunde und Feinde
ein. Über das Stück: Der Theaterautor Antoine de Saint-Flour, ein Lebe-
Wo ist der Sinn des Lebens?
Christine Kümin als Carlotta, An- Die Witwe Estelle, dargestellt von
toines Geliebte.
Mirjam Janett.
Fotos: jg.
mann, der in seiner Parallelwelt auf
der Bühne lebte und für den es ausserhalb des Theaters kaum eine Realität gab, verpasste dadurch natürlich
ein echtes Leben sowie auch eine
echte Liebe und starb als Konse-
quenz in völliger Einsamkeit in seinem Schloss in den Schweizer Bergen. Mit seinen letzten Worten – auf
Tonband gesprochen – zwingt Antoine der Trauergesellschaft zum letzten
Mal seinen Willen auf, indem er sie
Es werden Fragen nach dem Sinn
und Unsinn des Lebens gestellt. Was
hat man schliesslich verpasst, und
was hätte man besser oder anders
machen sollen? Jedem ist es selbst
überlassen, sich eine Antwort darauf
zu geben. Insgesamt ist es ein anspruchsvolles
Drama,
mit
viel
Charme und Leichtigkeit als Tragikomödie vorgetragen. Doch es stimmt
nachdenklich, ist zeitweise aber auch
Der Gründer und Motor
Inszeniert ist das Stück von Peter Niklaus Steiner, Regisseur, Schauspieler
und Leiter des Turbine Theaters in
Langnau mit einem 14-köpfigen Ensemble der Theatergruppe Langnau.
1989 gründete Steiner das Turbine
Theater, ein Kleintheater in der Spinnerei Langnau am Albis, und steht
diesem bis heute als künstlerischer
Leiter vor.
Informationen und Vorverkauf im Internet: www.theatergruppe-langnau.ch oder
Telefon 079 554 28 63. Vorstellungen im
Turbine Theater in der Spinnerei Langnau: Fr, 30. Januar, Sa, 31. Januar, Do, 5.
Februar, Fr, 6. Februar, Sa, 7. Februar, jeweils 20 Uhr, So, 1. Februar, 14 Uhr. Eintritt Fr. 30.–, AHV/Legi Fr. 25.–.
ANZEIGEN
Konferenz der (Holz-)Tiere am Manesseplatz
Unart, die eigenen Kinder mit dem
Auto zur Schule zu fahren, unternommen werden. Die elf auffälligen Tiere
werden im Gebiet Hallwyl-, Rüdigerund Steinstrasse platziert. Laut Stephan Hackh, Mediensprecher des
städtischen Tiefbauamts, sind die
Baubewilligungen erteilt. Doch weitere Fragen werden keine beantwortet:
«Da wir zu gegebener Zeit ausführlicher zum Thema kommunizieren
werden, möchten wir nicht schon
jetzt alle Infos weitergeben», klemmt
Hackh das vorhandene Interesse ab.
Die Stadt Zürich schafft
rundum den Manesseplatz
für Schulkinder markante
Orientierungspunkte –
quasi ein Zoo mit Holztieren. Nur will sie nicht
darüber Auskunft geben.
Man werde zu gegebener
Zeit genauer informieren.
Lorenz Steinmann
An einem der wegen des Verkehrs lautesten Orte Zürichs platziert die Stadt
in einigen Wochen ein fast drei Meter
hohes, begehbares Krokodil. Dank
dem neu gestalteten Spickel an der
Ecke Manesse-/Steinstrasse soll laut
einer Bautafel – wie an zehn weiteren
Orten im Quartier – ein Orientierungspunkt für Schulkinder geschaffen werden und so «die selbstständige Mobilität der Kinder von Holztier zu Holztier
gefördert werden». Damit soll wohl
von Amtes wegen etwas gegen die
mit feinem Humor gewürzt. Die Kellerbögen des Turbine Theaters in der
alten Spinnerei untermalen die Szenen im Schloss mit einer authentischen Kulisse.
Eine Zoobegehung?
Jetzt noch fast unbeachtet, gibts
hier am Manesseplatz bald ein
Holzkrokodil zum Rumklettern –
mit den respektablen Massen: Länge 9 Meter, Breite 3,8 Meter und
Höhe bis 2,8 Meter.
Fotos: ls
Die Neugestaltung des Spickels an
der Ecke Manesse-/Steinstrasse ist
erst der Anfang. Doch die Stadt
will «erst zu gegebener Zeit ausführlicher zum Thema kommunizieren», wie es auf Anfrage heisst.
Das Projekt scheint demnach eine
grössere Sache für das Tiefbauamt,
die Stadtpolizei, Grün Stadt Zürich
und die Quartierkoordination des Sozialdepartements zu sein. Auf deren
Medienauftritt darf man gespannt
sein. Immerhin, dank Stadtrat und
Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements Filippo Leutenegger wirds sicher kurzweilig am kommenden «Medienevent».
10
Stadt Zürich
Nr. 5
29. Januar 2015
Mentaltraining ist Fitness für Körper und Geist
Mentales Training ist mehr als
Gedächtnistraining und Gehirnjogging. Es beinhaltet aktiv zu
bleiben, Gleichgesinnte kennenzulernen, sich auszutauschen
und Spass am Leben zu haben.
Pia Meier
Für viele ist mentales Training vor allem
ein Motivationstraining beziehungsweise
ein Psychotraining beim Sport. Doch mentales Training ist keineswegs nur dem
Sportbereich vorbehalten, sondern in nahezu jedem Lebensbereich von grossem Wert.
Training für den Geist
«Mental» kann man übersetzen mit «den
Geist betreffend». Dabei werden also geistige Fähigkeiten trainiert und weiterentwickelt. Mentales Training eignet sich für
Jung und Alt und ist äusserst vielfältig einsetzbar, ob beim Sport, im Beruf oder in
der Ausbildung, im zwischenmenschlichen
Bereich, zur Weiterentwicklung der eigenen
Persönlichkeit oder als Gesundheitsvorsor-
Das Spiel Memory eignet sich gut, um das Gedächtnis zu trainieren.
ge. Mentales Training eignet sich auch vorzüglich, um negative Gedankengewohnheiten durch eher positive zu ersetzen. Gedankenkraft und Verhaltensmuster werden auf
ein gewünschtes Ziel hin trainiert. Innere
Kräfte, Fähigkeiten und Talente werden
mobilisiert. Mental kraftvolle Menschen
streben Lösungen an statt im Problem zu
verharren. Ein Sprichwort sagt: Glauben
kann Berge versetzen. Das trifft vor allem
auf den Glauben an die eigene Kraft zu.
Mehr Lebensqualität im Alltag ist der Lohn
für ein regelmässiges Training.
Die Anforderungen an Senioren sind
heute sehr vielfältig. Sie sollen einerseits
die Fortschritte der Technik verstehen wie
Facebook und Skype, andererseits sollen sie
auch sonst im Alltag mit den Jungen Schritt
halten. Da muss der Geist frisch und klar
bleiben, die Denkprozesse sollten leicht fal-
Publireportage
Im Alterswohnheim Enge kann man sich wie zu Hause fühlen.
Foto: zvg.
Die Pflege im Alterswohnheim Enge
Bewohnerinnen und Bewohner
sollen sich im Alterswohnheim Enge
zu Hause und umsorgt fühlen.
Selbstbestimmung, persönliche Werte und
Grenzen der Bewohnenden sind uns sehr
wichtig und werden in der täglichen Pflege berücksichtigt. Wir achten auf die Verletzlichkeit
der uns anvertrauten Menschen. Die Ressourcen der Bewohnenden werden gestützt und
gehören in eine sorgfältige Pflege und Betreuung. Menschen, die an Demenz erkrankt sind,
stellen auch für uns eine Herausforderung
dar. Durch Achtsamkeit und liebevolle Begleitung können wir ihnen Sicherheit geben und
Vertrauen schaffen. Die Zusammenarbeit mit
Angehörigen, und diese so weit wie möglich
miteinzubeziehen, gehört heute zu einer guten
Pflege. Die menschliche, soziale und fachliche
Foto: ho.
Kompetenz der Mitarbeiterin, des Mitarbeiters
(Kopf, Herz und Hand) sind das Fundament für
eine qualifizierte Arbeit. Aus diesem Grund
ist uns die Weiterbildung aller Mitarbeitenden
ein grosses Anliegen. Tag und Nacht arbeiten
hier im Haus geschulte Pflegefachkräfte, auch
in Palliative Care, und sorgen so für das Wohl
der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Würde
des Menschen muss in gesunden und kranken
Tagen sowie auch in der Sterbephase gewahrt
bleiben. Zudem bilden wir seit Jahren angehende Pflegefachkräfte aus und investieren so
in unsere Zukunft. Wir freuen uns auf Besuche
und informieren Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.
Reformiertes Alterswohnheim Enge, Bürglistrasse 7,
8002 Zürich, Tel. 043 344 32 20, Fax 044 202 15 15,
Mail: [email protected], www.awhenge.ch
len und das Merkvermögen erhalten bleiben. Mit dem Gehirn ist es jedoch wie mit
den Muskeln: Wenn man es nicht trainiert,
wird es schwächer, bis es das Denken verlernt hat. Dank mentalen Techniken kann
man lernen, fit im Kopf zu bleiben. Dazu
gehören neben körperliche Aktivitäten und
ausgewogener Ernährung Gehirnjogging,
ein unterhaltsames Programm mit viel Abwechslung und genug Inhalten, um sich
monatelang zu beschäftigen. Aufklärungsveranstaltungen und Aktivitäten in Gruppen
erleichtern es, gemeinsam aktiv zu bleiben.
Unter den Bezeichnungen «Mentales Training» werden auch Übungen und Techniken angeboten, welche die kognitiven Fähigkeiten, vor allem bei älteren Menschen,
steigern oder erhalten sollen.
Kurse besuchen
Pro Senectute Schweiz bietet Mentaltraining
an. Bei diesen Kursen werden Methoden zu
Entspannung und Aktivierung, Motivation,
Kreativität, Körperbewusstsein und Entscheidungstechniken vermittelt. In Zürich
wird zum Beispiel am 4. September von Pro
Senectute Schweiz der Kurs «Wege zur
mentalen Gesundheit» angeboten.
Zürich 2
AKTUELL
Das lieben die Kinder: Wühlen im Schlamm.
29. Januar 2015
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Foto: zvg.
Knirps(Z)morgen im GZ Leimbach
Neue Leitungen werden verlegt, Parkplätze temporär aufgehoben, Strassen zeitweise gesperrt.
Plan: zvg.
Im Februar fängt die Bauerei an
An der Moränen-, Ziegel- und Lettenholzstrasse müssen die Abwasserkanalisation, die Wasserleitungen und
der Strassenoberbau saniert werden.
Um bei starken Regenfällen eine
Überlastung der Abwasserkanalisation und damit verbundene Überschwemmungen zu vermeiden, wird
zudem ein neuer Abwasserspeicherkanal in der Regina- und Moränenstrasse gebaut. Dies teilt das Tiefbauamt mit. Die Bauarbeiten beginnen
Nr. 5
am Montag, 9. Februar, und dauern
voraussichtlich bis Juli 2015. Die Zufahrten zu den Liegenschaften können gewährleistet werden. Es muss
jedoch mit Behinderungen und Wartezeiten gerechnet werden.
Strassensperrungen sind nötig
Die Ziegel- und die Moränenstrasse
werden vorübergehend für den
Durchgangsverkehr gesperrt. Der Zubringerdienst ist gestattet. Der obere
Bereich der Ziegelstrasse kann über
die Butzen- und Speerstrasse erreicht
werden. Die Reginastrasse kann wegen der temporär eingerichteten Einbahnsignalisation in der Lettenholzstrasse nur über die Butzen- oder die
Paradiesstrasse angefahren werden.
Die öffentlichen Parkplätze müssen
zeitweise während der Bauarbeiten
aufgehoben werden. Mit den Bauarbeiten wurde die ARGE Implenia/
Scheifele beauftragt. (zh2.)
Das GZ Leimbach gehörte am Samstagmorgen ganz und gar den kleinen
Kindern. Nach einem gesunden
Zmorgen machten sich die drei- und
vierjährigen Kinder mit ihren Eltern
auf in die Töpferei. Nach ersten etwas scheuen Augenblicken liessen
sich die Knirpse bald von den Tongeschichten einwickeln, sodass die kleinen Hände richtig schön dreckig oder
eben tonig waren. Auf der elektrischen Drehscheibe wurden Regenwürmer, Schlangen und Lokomotiven
auf eine schnelle Karussellfahrt geschickt, bis alle Figuren durcheinanderpurzelten. Auch die Tonberg-Dinosaurier wollten auf’s Karussell. Dazu mussten sie aber zuerst in der
Tonberg-Badewanne gewaschen werden. Mäuselöcher wurden gegraben
und kurz vor Mittag kam die Knoblauchpresse zum Einsatz, die die
Knirpse sichtlich faszinierte: Sie füllten kleine Tellerchen mit Tonspaghetti und malten mit Engobe-Farben Tomatensauce und Pesto auf. Sabine
Schneider Zepackic wird im neuen
GZ im Ladenzentrum ab September
jeweils am Freitagmorgen regelmässig Kurse für Kleinkinder anbieten, in
Begleitung der Eltern oder auch mal
die Knirpse unter sich. Der nächste
und letzte Knirps(Z)morgen in der
Töpferei findet am 28. März 2015
statt, zuvor gibts einen Zmorgen in
der Cafeteria. www.gz-zh.ch (e.)
12
Stadt Zürich
Nr. 5
29. Januar 2015
AU TO M O B I L
Toyota Aygo – kleiner Flitzer mit Manieren
Kleinwagen liegen im
Trend. Der Toyota Aygo
surft lässig auf dieser
Welle, sieht dabei cool aus
und hat auch sonst einiges
zu bieten. Wir fuhren die
fünftürige Version mit dem
kleineren Dreizylinder.
Dave Schneider
Klein, bunt, frech – diese Mischung
kommt an. Kleinwagen sind beliebt,
und die Hersteller tun alles, damit
das so bleibt. Der Preis muss dabei
nicht gedrückt, sondern vor allem
das Individualisierungsangebot vergrössert werden – gerade darauf
scheint die Kundschaft derzeit abzufahren. Dass diese kleinen Flitzer oftmals auch noch besonders sparsam
sind, ist für viele Kunden eher ein positiver Nebeneffekt als ein Kaufgrund;
freche Kleinwagen sind trendy, und
was im Trend liegt, wird gerne gekauft.
PSA und Toyota planten zusammen
Das Kleinwagentrio Citroën C1, Peugeot 108 und Toyota Aygo surft entspannt auf dieser Erfolgswelle. Die
drei wurden vom PSA-Konzern gemeinsam mit Toyota entwickelt, wie
auch schon die Vorgängergeneration.
Technisch sind sie weiterhin eineiige
Drillinge – doch optisch unterscheiden sie sich deutlich. Der vormals
eher biedere Aygo hebt sich dabei erfrischend vom Trio ab: Er ist der
Frechste der drei. Das stilisierte X,
das sich quer über die gesamte
Frontpartie bis hin zu den Aussenspiegeln zieht, verleiht dem Japaner
Biss, die spitzig zulaufenden Scheinwerfer schauen keck, und das Heck
mit den vertikalen Leuchteinheiten
Der neue Toyota Aygo bietet 168 Liter Kofferraum und viel Agilität für den Stadtverkehr.
und der Glasheckklappe ist knackig –
optisch ist der Aygo wirklich gelungen. Der Innenraum ist weniger verspielt, als man es von aussen vermuten könnte, doch er wirkt übersichtlich und einladend. Die Mittelkonsole
mit grossem Touchscreen zuoberst ist
klar strukturiert, der grosse runde
Tacho mit integriertem (und ebenfalls
rundem) Infodisplay des Bordcomputers verleiht dem Cockpit Pepp. Einige Dekorteile sind farblich abgehoben – hier stehen dem Kunden zahlreiche Möglichkeiten offen, das Fahr-
zeug nach eigenem Gusto einzurichten, genauso wie an einigen Stellen
aussen.
Der Aygo ist ein Stadtauto
Der Aygo wird als Drei- oder Fünftürer angeboten, es stehen ein 1-Litersowie ein 1,2-Liter-Drei-ZylinderBenzinmotor zur Wahl. Wir fuhren
den von Toyota entwickelten 1-Liter
mit manuellem Fünfganggetriebe.
Das im typischen Dreizylindertakt
ratternde Motörchen macht zumeist
einen guten Job, auch wenn die Leis-
Fotos: zvg.
tung von 69 PS und das maximale
Drehmoment von 95 Newtonmetern
dem Kleinen freilich keinerlei Sportlichkeit entlocken können. Andere
Hersteller haben kultiviertere, stärkere und auch effizientere Dreizylinder
im Angebot – der Aygo-Kunde sollte
wohl zum 1,2-Liter mit 82 PS und
118 Nm greifen, den PSA in die
Kleinwagenehe einbrachte.
In höheren Drehzahlen entwickeln sich die Fahrgeräusche und die
Vibrationen allerdings bald zu einem
anstrengenden Crescendo – es ist
Lotus Exige wird zum Porsche-Jäger
und dem Lukmanier, wo insbesondere bei der Abfahrt das Heck schön
um die Serpentinen tänzelt und die
Bremsen stets zuverlässig und kräftig
zubeissen.
Ein Streifzug im Lotus Exige
S Coupé über die Schweizer
Alpen zeigt, dass der britische Sportwagenfloh zur
Konkurrenz aus Zuffenhausen aufgeschlossen hat.
Die Servolenkung fehlt etwas
Herbie Schmidt
Seit der Porsche Cayman GTS lanciert wurde, stellt er mit seinen 340
PS das stärkste Paket in der Palette
des zweisitzigen Coupés dar und
steht damit für viele generell wieder
an der Spitze der Zweisitzer mit Mittelmotor. Doch halt, seit 2011 gibt es
einen flotten Briten, der bei genauerer Betrachtung locker mithalten
kann: den Lotus Exige S.
Das Leichtgewicht ist in der aktuellen Ausgabe seinen Kinderschuhen
als leichtgewichtiger Extremsportler
deutlich entwachsen. Gegenüber dem
Vorgänger, der, einfach gesagt, ein
Lotus Elise mit Festdach und mehr
Leistung war, ist er um 27 Zentimeter
auf 4,05 Meter Länge, in der Breite
um 8 Zentimeter auf 1,80 Meter angewachsen. Die rundum voluminösere Karosserie beherbergt auf Basis
des bewährten Aluminiumchassis einen 3,5-Liter-V6-Turbobenziner von
Toyota mit einer Leistung von 350
PS. Das sind 10 PS mehr als im 4,38
Meter langen Porsche Cayman GTS,
der aber mehr als 130 Kilo schwerer
ist. Auf dem Papier schlägt der Lotus
den Stuttgarter beim Sprint von 0 auf
Tempo 100 deutlich: In vier Sekunden bewältigt der Exige S die Aufgabe, der Cayman GTS braucht fast ei-
Kommt nah an den Porsche Cayman GTS ran: Der Lotus Exige S Coupé ist
kurvenhungrig und leistungsstark. Nur grosser Luxus fehlt.
Foto: zvg.
ne Sekunde mehr. Genug der Theorie, geben wir dem Lotus lieber die
Sporen und bewegen ihn über die –
neben der Nürburgring-Nordschleife
– beste Teststrecke der Welt: die
Schweizer Alpen. Bereits der Aufstieg
zum Klausenpass zeigt, dass die Stärken des Briten insbesondere in den
schnellen Kurven liegen, in denen er
mit ausgezeichneter Strassenlage und
ebenso gutem Seitenhalt der Schalensitze brilliert. Die Lenkung, wie es
sich für einen echten Lotus gehört
ohne Servounterstützung, ist direkt
wie in einem Rennwagen. In ganz en-
gen Kehren aber verlangt der Exige S
trotz seinem geringen Gewicht und
Heckantrieb nach kräftiger Armmuskulatur.
Der Eindruck bestätigt sich auf
den nächsten Hürden Susten, Grimsel und Furka. Hier überzeugen in
den ansatzlosen Zwischensprints die
präzise Sechsgangschaltung und die
hohe Elastizität des japanischen
Triebwerks, das zudem wohlig und
kultiviert hinter den Sitzen brabbelt
und röhrt.
Die nächste Aufgabe stellt sich
dem flotten Briten auf dem Oberalp
Zum Dessert steht der kurvenreichste
Pass der Alpenfahrt an, der San Bernardino. Hier kommen nochmals alle
Elemente des Tests zusammen: steile
Anstiege, enge Kurven, schnelle Lastwechsel und lang gezogene Sprintpassagen. Für den Lotus Exige S eine
vergleichsweise leichte Übung, die er
im Nu erledigt. Und doch würde man
sich am Ende – Pardon, liebe Puristen – etwas Servounterstützung wünschen, um das Vergnügen noch ein
bisschen zu steigern. Das gibt es übrigens im Lotus-Topmodell Evora bereits, genauso wie eine blitzschnell
agierende Automatik. Der Porsche
Cayman GTS verfügt über Servolenkung, ein optionales Doppelkupplungsgetriebe und einen komfortablen Zustieg ins Innere – sowie einen
Kofferraum, der diesen Namen mit
einem Volumen von 310 Litern verdient. Beim Lotus Exige S sind es
bloss 115 Liter. Aber mal ehrlich:
Wer dieses Geschoss fährt, will gar
kein Gepäck dabei haben, sondern
bloss die Fahrt geniessen, auch wenn
das Ein- und Aussteigen aufgrund
der hohen Türschwellen einer gewissen Strategie bedarf, um sich nicht
quälen zu müssen. Das puristische
Vergnügen beginnt ab 89 600 Franken, den alltagstauglicheren und
deutlich populäreren Porsche Cayman GTS gibt es erst ab 101 600
Franken.
eben ein Stadtauto, mit dem man lieber nicht längere Strecken auf der
Autobahn zurücklegen will, sondern
lässig durch enge Gassen wieselt. Das
kann der Aygo gut, dank engem Wendekreis und direkter Lenkung. Der
Verbrauch, wie immer stark vom
Fahrstil abhängig, hielt sich in Grenzen: Wir notierten 4,8 Liter auf 100
Kilometer.
Auch auf kurvigen Strecken machen solche Kleinwagen meist enorm
Spass – im Aygo trübte die hakelige
Fünfgangschaltung allerdings die
Freude arg: Jeder Gangwechsel erfordert Zeit, weil die Kulisse den
Schaltstock so unpräzise führt, dass
immer wieder ein Gang klemmte –
schade. Der Abrollkomfort hat uns
indes gefallen, genauso wie die Lenkung. Auch während einiger eisiger
Wintertage mit viel Schnee, Matsch
und Eis auf den Strassen hat sich der
Aygo gut geschlagen, auch dank serienmässigem ESP mit Traktionskontrolle, Berganfahrhilfe, ABS mit
Bremsassistent und innenbelüfteten
Scheibenbremsen an der Vorderachse. Vorne sitzt man bequem mit viel
Raum, und sogar hinten können zwei
Erwachsene einigermassen kommod
reisen. Für das Gepäck stehen immerhin 168 Liter zur Verfügung, mit
umgeklappter Rückbank deren 780 –
da kann auch mal was Grösseres
transportiert werden.
Unter 20 000 Franken zu haben
Der Toyota Aygo 1.0 VVT ist ein witziger, gut aussehender Kleinstwagen
mit vielen Qualitäten – eine Fahrspassmaschine ist er wegen des wenig kultivierten Dreizylinders, vor allem aber wegen der hakeligen Gangschaltung nicht. Das von uns gefahrene fünftürige Modell in der Ausstattungsvariante x-wave ist ab 19 700
Franken zu haben.
AUTONEWS
PSA erfolgreich
PSA Peugeot Citroën verkaufte im
vergangenen Jahr weltweit 2,94
Millionen Fahrzeuge. Das entspricht einem Zuwachs von 4,3
Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Grösster Absatzmarkt ist
China mit 734 000 Einheiten
(+31,9 Prozent). In der Schweiz
konnte Citroën 11 268 Fahrzeuge
(+2,2), Peugeot 11 423 Einheiten
(–3,1) verkaufen.
Fabia ist top
Der neue Skoda Fabia erreichte
beim Euro-NCAP-Crashtest die
höchste je erreichte Punktzahl in
seinem Segment und erhielt zudem als einziger von 14 getesteten Kleinwagen die Bestnote von
fünf Sternen. Die Wertung basiert
auf den Bereichen Insassenschutz
für Erwachsene und Kinder,
Fussgängerschutz und unterstützende Sicherheitssysteme.
DSG für Fortwo
Der Smart Fortwo mit 71 PS
kann ab sofort mit Doppelkupplungsgetriebe bestellt werden; damit ist der Winzling das erste Modell in diesem Segment, das diese
Getriebevariante anbietet. Mit
der Twinmatic können die Gänge
vollautomatisch oder manuell gewechselt werden, entweder über
den Wählhebel oder über die im
Sportpaket enthaltenen Schaltwippen.
Stadt Zürich
Nr. 5
29. Januar 2015
13
ZÜRICH INSIDE
Ursula Litmanowitsch
E-Mail: [email protected]
Amüsierte sich köstlich: Moderator
Nik Hartmann.
Stadtrat Filippo Leutenegger traf bei der Premierenfeier auf Ernst Ostertag (links) und Röbi Rapp («Der Kreis»).
«Alles uf Chrankeschii» mit Jungschauspieler Simon Keller, Hubert Spiess
als Groseli und Erich Vock als Dr. Witschi. Im Hintergrund Viola Tami.
Lachte sich kaputt: Neo–Rentner
Beni Thurnheer.
Wenn VIPs in die Untiefen
des Gesundheitswesens eintauchen
Die zahlreichen Promis waren natürlich nicht auf Krankenschein an der
Premiere im Bernhardtheater, sind
aber mehrheitlich dankbar, dass sie
bislang von der grassierenden Grippe
verschont geblieben sind. Die von
Jörg Schneider bearbeitete englische
Originalfassung ist von Erich Vock
umgeschrieben und neu inszeniert
worden. Die Komödie «Alles uf
Chrankeschii» sorgt zwei Stunden
lang für Turbulenzen und entspannte
Unterhaltung (bis 29. März). Die
Pointen sitzen, keine Zäsur ist zu viel,
die Dosierung ist genial. Vock mimt
einen eher verklemmten Arzt, der
nolens volens zu einem 18-jährigen
«leiblichen» Sohn kommt, weil sein
Kollege eine aussereheliche Affäre
vor seiner Frau vertuschen will.
Die Besetzung des Stücks ist perfekt, die Darsteller gehen in ihren
Rollen vollends auf. Simon Keller ist
der Geheimtipp. Der talentierte Jungschauspieler hat noch nicht mal die
Schauspielschule
absolviert
und
agiert auf der Bühne bereits wie ein
Vollprofi. Für Jungrentner Beni
Aufgestellt: Roman Kilchsperger (rechts) mit
Kollege Reto Braegger.
Thurnheer bietet das Stück «beste
Unterhaltung». Etliche der ehemaligen «Friends» aus «Benissimo» spielen ja darin mit. Begeistert von der
Aufführung ist auch Stadtrat Filippo
Leutenegger: «Genial, was die Truppe auf die Beine gestellt hat.» Für
Entertainer Bo Katzman hat sich die
Anreise aus Basel definitiv gelohnt:
«Die Weltlage ist trüb. Schön also,
wenn man mal zwei Stunden unbeschwert und heiter sein kann.» Musiker Marc Sway ist ebenfalls begeistert: «Ich habe Tränen gelacht.»
TV–Regisseur Max Sieber in Begleitung von Tochter Christina,
die Schauspielerin werden will.
Schauspielerin Sabina Schneebeli
mit Ehemann Paul Kurath.
Choreograf Kurt Schrepfer, Schauspielerin Yvonne Kupper.
Schauspielerin Kiki Maeder mit
ihrem Partner Mark Strähl.
Angereist: Musiker Bo Katzman mit
seiner Frau Marianne.
Begeistert: Musiker Marc Sway mit Gattin Severine und Kim Petri
(rechts) von der «Schminkbar».
ANZEIGEN
Kaufgesuch: BRIEFMARKEN!
(Auch alte Briefe und Ansichtskarten)
Sofort bar oder als Auktionseinlieferung
Schwarzenbach Auktion Zürich
Merkurstrasse 64, 8032 Zürich
Eigene Firmen-Parkplätze vorhanden!
Bitte Termin vereinbaren: Tel. 043 244 89 00
[email protected]
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14
Zürich 2
Nr. 5
29. Januar 2015
Veranstaltungen & Freizeit
Was, wann, wo – Tipps für Anlässe in der Region
BUCHTIPP
Die Stadtbibliothek Opfikon
empfiehlt:
Unter Bären
und Tigern
Reno Sommerhalder, geboren
1965, wuchs in
Kloten
auf.
Nach der Lehre
als Koch reiste
er in den Norden
Kanadas
und entdeckte dort seine Faszination für die Wildnis. Eines nachts
hatte er Bärenbesuch in seinem
Zelt. Eine Begegnung, die seinem
Leben definitiv eine neue Richtung
gab. In seinem neuen Buch berichtet er von seinen Erlebnissen in
der sibirischen Taiga. Er begleitete
seinen russischen Biologenkollegen
Sergei Koltschin in die ussurische
Taiga, wo die zwei einen Sommer
lang verwaiste Asiatische Schwarzbären und Ussurische Braunbären
auswilderten. Der grosse Nervenkitzel dieses Projekts bestand aber
nicht nur in den täglichen Spaziergängen mit den Jungbären in die
freie Wildbahn, sondern auch in
der einmaligen Gelegenheit, sich
mit der grössten aller Grosskatzenarten auseinanderzusetzen, den Sibirischen Tigern. Reno Sommerhalder spürte die mächtige Präsenz
der Amur-Tiger, von denen nur
noch etwa 300 durch die Wälder
des fernen Ostens Russlands streifen, täglich – und ein paarmal
hautnah!
Unter Bären und Tigern. Reno Sommerhalder. Wörterseh. 2014.
Jeden Montag und Mittwoch
Hatha Yoga in Wollishofen: Montag 9.30-11 Uhr im
ref. Kirchgemeindehaus Kilchbergstrasse 21,
Mittwoch 18.30-20 und 20.15-21.45 Uhr im
Rhythmiksaal des Zentrums für Gehör und Sprache, Frohalpstr. 78. Eingang Hauptgebäude, hinten links. Heidi Risi, Diplom-Yogalehrerin YS/EYU,
Tel. 044/481 86 08. www.pranava-yoga.ch.
Samstag, 31. Januar
18.00 Karls Winterreden: Mit Andreas Von Gunten,
Unternehmer. Karl der Grosse, Kirchgasse 14.
18.30 Vortrag und Apéro: Beckenbodenschwäche
bei der Frau: Was tun? Bei Gebärmutter- und
Scheidensenkungen ist eine erfolgreiche Behandlung fast immer möglich, auch im hohen Lebensalter. Eintritt frei. See-Spital Kilchberg, Grütstrasse 60. Kilchberg.
20.00 «Cher Antoine oder die verfehlte Liebe»: Die
Theatergruppe Langnau am Albis spielt das Stück
von Jean Anouilh. Turbine Theater, Spinnereistrasse 19. Langnau am Albis.
15.00 «Heinz de Specht»: Comedy. Kulturschachtle,
Schulhausareal Kronenwiese. Adliswil.
20.00 «The Power of Music»: Musikverein Harmonie Adliswil. Dirigent: Marc Bühler, Moderation:
Gianfranco Salis. Türöffnung: 17.30 Uhr. Schinzenhof, Alte Landstrasse 24. Horgen.
18.45–19.45 Winter-Qi-Gong Wollishofen: Jeden
Dienstag 18.45–19.45 Uhr. Kontakt: Luzius Luchsinger, Zertifizierter Qi Gong-Lehrer, Tel. 044 461
62 09, [email protected]. ABZ-Gemeindschaftsraum, Balberstrasse 47.
Sonntag, 1. Februar
Mittwoch, 4. Februar
14.00 «Cher Antoine oder die verfehlte Liebe»: Die
Theatergruppe Langnau am Albis spielt das Stück
von Jean Anouilh. Turbine Theater, Spinnereistrasse 19. Langnau am Albis.
9.30 Mit Kindern unterwegs: Treffen für (Gross-)Eltern und ihre Vorschulkinder. Thema: «Angst:
Angsthase oder wie?». EMK Adliswil, Grundstrasse 14. Adliswil.
10.00 Kindertreff PBZ: Buchstart Geschichtenzeit.
Für Eltern mit Kleinkindern von 2 bis 3 Jahren.
Pestalozzi-Bibliothek Sihlcity, Kalanderplatz 5.
14.00–16.00 Hello backstage!: «Let’s play!». Für
Kinder von 5 bis 12 Jahren. Anmeldung unter [email protected] oder 044 201 31 29.
www.allesokidoki.ch. Theater Purpur.
Freitag, 30. Januar
Montag, 2. Februar
8.30–9.30 Acht-Brokate-Qi-Gong in Wollishofen: Jeden Freitag 8.30–9.30 Uhr. Kontakt: Luzius Luchsinger, Zertifizierter Qi-Gong-Lehrer, Tel. 044 461
62 09, [email protected]. ABZ-Gemeindschaftsraum, Balberstrasse 47.
14.15–16.00 Erzähl-Café: Moderiert von Gabriela
Giger. Erzählrunde in angeregter Atmosphäre –
persönliche Erlebnisse und Anekdoten aus dem
eigenen Leben. Erzählen ist freiwillig – Zuhören
Guy Krneta
Am Donnerstag, 5. Februar, kommt
Guy Krneta ins Kaufleuten. Er ist Performer, Literaturaktivist und Mundartpionier: Wenn Krneta kommt,
muss man auf alles gefasst sein, steht
im Pressetext. (pd.)
Tür-/Kassenöffnung:
Gebete für
die Vermissten
Gebete für die Vermissten. Jennifer Clement. Suhrkamp. 2014.
Pflicht. www.pszh.ch. Treffpunkt Quartierprojekt
Rellstein-Zopf-Oberleimbach,
Schwarzbächlistrasse 3. Adliswil.
19.00 Wie schütze ich meine Familie im Internetzeitalter? Eine Veranstaltung der FDP-Frauen Stadt
Zürich. Mit Ursula Uttinger, Präsidentin Datenschutz-Forum Schweiz, Gemeinderätin und Präsidentin FDP Frauen Stadt Zürich, und Beatrice
Hess, Organisationsberaterin, Schulpflegerin und
Kandidatin für das Friedensrichteramt. Restaurant Muggenbühl, Muggenbühlstrasse 15.
Donnerstag, 29. Januar
www.kaufleuten.ch.
19, Beginn: 20 Uhr.
Ladydi wächst
in den mexikanischen Bergen
auf,
inmitten
von Mais- und
Mohnfeldern, in
einem Dorf ohne
Männer,
denn die sind auf der Suche nach
Arbeit über die Grenze oder längst
tot. Es ist eine karge und harte
Welt, in der ein Mädchenleben wenig zählt, in der verzweifelte Mütter ihre Töchter als Jungen verkleiden oder sie in Erdlöchern verstecken, wenn die schwarzen Geländewagen der Drogen- und
Menschenhändler
auftauchen.
Aber Ladydi träumt von einer
richtigen Zukunft, von Freundschaft, Liebe und Wohlstand. Ein
Job als Hausmädchen in Acapulco
verspricht die Rettung, doch dann
verwickelt ihr Cousin sie in einen
Drogendeal. Und plötzlich hält sie
ein Paket Heroin in den Händen
und ein gnadenloser Überlebenskampf beginnt …
Jennifer Clement, 1960 in Connecticut geboren, wuchs in Mexiko-Stadt auf und studierte in New
York und Paris Literaturwissenschaft. Für «Gebete für die Vermissten» hat Clement über zehn
Jahre lang vor Ort recherchiert
und Hunderte von Interviews mit
vom
Drogenkrieg
betroffenen
Mädchen und Frauen geführt.
18.00 Karls Winterreden: Mit Hazel Brugger, SlamPoetin, Kolumnistin. Karl der Grosse, Kirchgasse
14. In der Altstadt.
20.00 «Cher Antoine oder die verfehlte Liebe»: Die
Theatergruppe Langnau am Albis spielt das Stück
von Jean Anouilh. Turbine Theater, Spinnereistrasse 19. Langnau am Albis.
21.00–2.00 Tanzbar: DJ Slam Jam. Oldies & News,
Hits, Rock, Funk, World-Music. Kulturraum Thalwil, Bahnhofstrasse 24.
Alle lieben Berndeutsch. Also auf
zur Lesung von Guy Krneta.
zvg.
Dienstag, 3. Februar
KIRCHEN
Reformierte Kirchgemeinde
Wollishofen
www.kirchewollishofen.ch
Donnerstag, 29. Januar
12.00 Mittagstisch für Primarschüler, Jugendraum Hauriweg
14.00 Seniorentreff: Spielnachmittag, KGH Kilchbergstrasse
Sonntag, 1. Februar
10.00 Gottesdienst mit Pfarrer
Sönke Claussen, Taufsonntag
Kollekte: Blaues Kreuz, Alte Kirche
Anschliessend: Chilekafi
Montag, 2. Februar
14.30 Wollichörli für SeniorInnen
KGH Kilchbergstrasse
18.00 lectio divina mit Pfr. Walter
Wickihalder, Alte Kirche
19.00 Probe Kirchenchor, Kirchgemeindehaus Kilchbergstrasse
Dienstag, 3. Februar
20.00 Probe GospelSingers, Kirchgemeindehaus Kilchbergstrasse
Mittwoch, 4. Februar
ab 11.30 Gemeindemittagessen
Zentrum Hauriweg
19.15 Ökum. Nachtgebet; Alte Kirche
Pfarrei St. Franziskus
www.st-franziskus.ch
Samstag, 31. Januar
10.15 Eucharistiefeier
AZ Entlisberg
ab 17.15 Beichtgelegenheit
18.00 Eucharistiefeier
Sonntag, 1. Februar
9.30 Eucharistiefeier
11.15 Familiengottesdienst
17.30 Santa Messa auf italienisch
Kirche Enge
www.kirche-enge.ch
Freitag, 30. Januar
11.45 bis 13.00 Wähentag, Kirchgemeindehaus, Bederstrasse 25
Samstag, 31. Januar
16.00 Fiire mit de Chliine in der
Kirche Enge, Pfarrerin Stina
Schwarzenbach und Team
Sonntag, 1. Februar
10.30 Rock-Gottesdienst in Kirche
Enge, Pfarrerin Yvonne Meitner
Mitwirkung: Jugendchor, Chileclub
Kollekte: Enge macht Schule
Dienstag, 3. Februar
12.00 bis 13.30 Mittagstisch mit
biblischen Geschichten für PrimarschülerInnen, Kirchgemeindehaus
Bederstrasse 25; 17.00 bis 18.00
Kinderchor (1. bis 4. Klasse); 17.45
bis 18.45 Jugendchor 1 (5. und 6.
Klasse); 18.45 bis 19.45 Jugendchor 2 (Oberstufe); Kirchgemeindehaus Bederstrasse 25
Donnerstag, 5. Februar
Ökumenische Wandergruppe
13.10 Treffpunkt: Bushaltestelle
Waffenplatzstrasse
Erscheint 1-mal wöchentlich, am Donnerstag
Auflage: 15’900 (Wemf beglaubigt)
Jahresabonnement: Fr. 90.–
Inserate: Fr. 1.50/mm-Spalte
Anzeigenschluss:
Freitagmorgen vor Erscheinen, 10 Uhr
Geschäftsleitung/Verlag:
Liliane Müggenburg
Redaktion: Lorenz Steinmann (ls.),
Tel. 079 660 28 59,
E-Mail: [email protected]
Redaktionelle Sonderthemen:
Pia Meier (pm.), Lisa Maire (mai.)
Ständige Mitarbeiter:
Bruno Lendenmann (bpl.), Beni Frenkel,
Marcus Weiss (mw.), Gabi Faerber (gf.),
Adriana Zilic (az.), Kamil Krejci (kam.)
Anzeigenverwaltung: Andrea Kehl,
Mayjoy Föhn, Tel. 044 913 53 33
Anzeigenverkauf:
Simona Demartis-Lüdi, Tel. 079 306 44 41
[email protected]
Produktion: AZ Verlagsservice AG, 5001 Aarau
Abonnementsdienst: Tel. 044 913 53 33,
[email protected]
Redaktion/Verlag, Vertrieb: Lokalinfo AG,
Buckhauserstrasse 11, 8048 Zürich,
Tel. 044 913 53 33, Fax 044 910 87 72
E-Mail: [email protected],
www.lokalinfo.ch
Druck: NZZ Print, Schlieren
Zürich 2
Veranstaltungen & Freizeit
Die Harmonie Adliswil tritt am Samstag im Schinzenhof in Horgen auf.
Fotos: zvg.
Abend voller Saft und Kraft
Der Musikverein Harmonie Adliswil
bestreitet am kommenden Samstag
sein traditionelles Jahreskonzert im
Schinzenhof in Horgen. Beginn ist
um 20 Uhr, Türöffnung um 17 Uhr
(Kulinarik inkl.). Die musikalische
Leitung hat Marc Bühler inne, als
Moderator konnte Gianfranco Salis
gewonnen werden. Er hat sich einen
Namen gemacht als Sieger des
«Blick»-Wettbewerbs «Next Beni»
(gemeint ist natürlich Beni Thurnheer und nicht Beni Frenkel). Salis
(der lange Zeit in Adliswil wohnte) ist
auch privat im Hoch: Am 19. Februar
kam Sohn Theo zur Welt, und am 20.
September 2014 heiratete er seine
geliebte Karin. (zh2.)
www.harmonie-adliswil.ch
GEMEINSCHAFTSZENTREN / QUARTIERVEREINE
GZ Wollishofen
GZ Neubühl
GZ Wollishofen, am See, Bachstr. 7
GZ Info-Drehscheibe, Albisstr. 25
GZ Neubühl, Erligatterweg 53
Telefon 043 243 11 37
www.gz-zh.ch, [email protected]
GZ am See, Bachstrasse 7
Kinder-Spielsaal: Do, 29. Jan., 11.30
bis 17 Uhr; So, 1. Febr., 13 bis 17
Uhr; Di, 3. Febr., 10 bis 17 Uhr.
Openmic & Jam: Fr, 30. Jan., ab 20
Uhr.
Von der Bewegung zum Ausdruck: Mi, 4.
Febr., 9.30 bis 11.30 Uhr. Anmelden:
[email protected].
GZ Neubühl, Erligatterweg 50
Offenes Werken: Mi, 4. Febr., 14 bis
17.30 Uhr. Kinder unter 6 Jahren in
Begleitung.
Kinderfasnacht: So, 8. Febr., im GZ
am See.
Quartierverein Enge
www.enge.ch
Wochenmarkt Tessinerplatz: Jeden Donnerstag 10.30 bis 19 Uhr.
Theater PurPur
Grütlistr. 36, 8002 Zürich
Telefon 044 2013151
www.theater-purpur.ch
Theater: Jörg Bohn spielt «Bruno, der
ANZEIGEN
Briefträger». Ab 5 Jahren. Mi, 4. Februar, 15 Uhr; Mi, 11. Februar, 15
Uhr; So, 15. Februar, 15 Uhr; Mi, 18.
Februar, 15 Uhr und 17 Uhr.
Quartiertreff Enge
Gablerstrasse 20, 8002 Zürich
Telefon 044 201 60 64
www.quartiertreff.ch
Kostümbörse: Do, 29. Jan./5. Febr., 15
bis 17 Uhr in der Remise des Museums Rietberg.
Nähen für Kamerun: Di, 3. Febr., 19
Uhr, für alle.
Kindercoiffeuse: Mi, 4. Febr., 14 Uhr.
Anmeldung im Treff.
Quartierfasnacht: am 8. Febr., 14 Uhr.
Umzug durchs Quartier.
Café während Sportferien geöffnet.
GZ Leimbach
Rebenweg 6, 8041 Zürich
Telefon 044 482 57 09
Offenes Atelier: Fr, 30. Jan./6. Febr.,
14 bis 17.30 Uhr. Kinder ab 7.
Drehexperimente aus Ton: Fr, 30. Jan.,
6. Febr., 14 bis 17.30 Uhr. Entdecke
die elektrische Töpferscheibe! Kinder
ab Schulalter oder in Begleitung.
Offene Holzwerkstatt/offene Töpferei:
Sa, 31. Jan., 14 bis 17.30 Uhr. Erwachsene und Kinder in Begleitung.
Fasnacht im GZ: Mi, 4. Febr., 14 bis
17.30 Uhr, mit Umzug durchs Quartier. Werkstätten geschlossen.
Kinderhaus Entlisberg
Butzenstrasse 49, 8038 Zürich
Telefon 044 412 89 89
E-Mail [email protected]
www.stadt-zuerich.ch/offener-bereich
OFFENER BEREICH ENTLISBERG
Anlaufstelle Kinderbetreuung:
Kinderhaus Entlisberg, Di 9 bis 12
und Mi 15 bis 18 Uhr; offener Bereich Selnau, Do 9 bis 12 Uhr.
Yoga für Erwachsene: Di 18.30 bis 20
Bald kommt der Schauspieler und
Theaterpädagoge Jörg Bohn wieder
Foto: zvg.
ins «PurPur».
und 20.15 bis 21.45 Uhr. Anmeldung:
079 756 82 31.
Tanzgruppe für Kinder: jeden Do 16.15
bis 17.15 Uhr im Bewegungsraum
Neubau, für Kinder von 4 bis 7 Jahren. Anmeldung: 078 769 11 05.
OFFENER BEREICH SELNAU
La Escuelita: Montagnachmittag und
Freitagmorgen. Spanische Früh- und
Sprachförderungsgruppe. Anmeldung
unter Tel. 078 906 27 50.
QV Wollishofen
www.wollishofen-zh.ch
Ortsmuseum Wollishofen
Widmerstrasse 8, 8038 Zürich
Permanente Ausstellung: Wollishofen,
vom Bauerndorf zum Stadtquartier.
So 14 bis 16 Uhr. An Feiertagen und
während Schulferien geschlossen.
Nr. 5
29. Januar 2015
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Zürich 2
Nr. 5
29. Januar 2015
AKTUELL
Tag und Nacht mit dem Sauerstofftank verbunden
Was ist COPD?
Der Verein Lunge Zürich
lädt Patienten und Angehörige zu Informationsveranstaltungen über die
chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) ein.
Oft merken Betroffene erst
spät, dass sie an dieser
Wird bald durch eine Café-Bar be- Krankheit leiden. Gudrun
lebt: die ehemalige VBZ-Ticketeria Redard ist eine Betroffene,
am Central.
Foto: ls.
die 24 Stunden Sauerstoff
benötigt.
«Strozzi’s» ist weg,
dafür kommt Café-Bar
in VBZ-Ticketeria
Gemäss einer Meldung des «Altstadt-Kuriers» soll am nächsten Montag in der ehemaligen VBZ-Ticketeria
am Central der erste Cappuccino serviert werden. Dann soll hier eine
kleine Bar von «Sapore e Gusto» aufgehen. «Sapore e Gusto» ist eine Kaffeerösterei, die an der Knüslistrasse
12 im Kreis 4 daheim ist. Laut dem
«Altstadt-Kurier» wurde der «winzige Bau mit dem stummelschwänzigen Dach» am Central 1997 erstellt
und kostete damals «atemberaubende» 485 000 Franken. Jetzt wird der
Bau (der «Tagi» nannte das Häuschen «Billett-Villa») immerhin wieder
genutzt, nachdem die VBZ ihre
Ticketeria am 13. Juli 2014 geschlossen hat.
Die COPD ist eine dauerhafte
(chronische)
Lungenkrankheit.
Sie führt zu Schädigungen und
Veränderungen in der Lunge und
dadurch zu Atemnot. Symptome
sind Husten, Atemnot und Auswurf. Zur COPD gehören die
chronisch obstruktive Bronchitis
und das Lungenemphysem.
In Europa und in Nordamerika leidet jeder 7. bis 12. Erwachsene an COPD, wobei die Krankheit mit dem Alter zunimmt. Sie
gilt als die Volkskrankheit mit der
höchsten Steigerungsrate. Wer an
chronischem Husten und häufig
an Atemnot leidet, sollte sich auf
COPD untersuchen lassen und
beim Hausarzt einen Lungenfunktionstest absolvieren. (ch.)
Béatrice Christen
Gudrun Redard ist 73 Jahre alt. Sie
leidet an der chronisch obstruktiven
Lungenkrankheit (COPD) – so heisst
die Abkürzung für chronic obstructive pulmonary disease. Die Rentnerin
ist 24 Stunden auf Sauerstoff angewiesen und durch einen langen
Schlauch mit einem Sauerstofftank
verbunden. «Ich habe ein Lungenemphysem», erzählt sie. «Warum das so
ist, weiss ich nicht. Doch könnte es
Vererbung sein. Meine Mutter war
sehr anfällig für Erkältungsviren, und
wie ich vernommen habe, hatte die
Schwester meiner Grossmutter vermutlich COPD. Sie sass nämlich im
Bett und bekam nur schwerlich
Luft.» Die Frage, ob sie Raucherin
sei, verneint Gudrun Redard. Sie hätte zwar in jungen Jahren kurze Zeit
geraucht, aber das sei lange her,
meint sie.
Sie versorgt sich selber, kocht und
nimmt nur einmal pro Woche die Hilfe der Spitex in Anspruch. Auf die
Frage, ob sie immer noch ins Fitnesstraining gehe, erklärt sie, dass sie ein
Laufband besitze, auf dem sie trainieren könne.
Mit Sauerstoff unterwegs
Legende hat dichtgemacht
Das legendäre «Strozzi’s», viele Jahre
Symbol für Zürichs urbane Gastroszene, hingegen muss eine schmerzhafte Betriebsschliessung hinnehmen. Vor wenigen Tagen machte das
Restaurant an der Fraumünsterstrasse 25 beim Paradeplatz nach über 20
Jahren dicht. Der Mietvertrag lief
aus, und man konnte sich nicht auf
eine Verlängerung einigen, wie es auf
Anfrage der Lokalinfo hiess. Erst vor
fünf Jahren wurde das «Strozzi’s»
umfassend renoviert. Damit gibt es in
Zürich nur noch das Lokal im Seefeld, daneben Niederlassungen in
Männedorf, Herrliberg und Davos.
Was an der Fraumünsterstrasse passiert, ist unklar. Sicher ist, dass der
neue Mieter viel tiefer in die Tasche
greifen muss. (ls.)
Das legendäre «Strozzi’s», viele
Jahre Symbol für Zürichs urbane
Gastroszene, hat geschlossen. zvg.
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Wie es dazu kam
Gudrun Redard arbeitete als Pflegefachfrau im Nachtdienst im Bethanienspital. Sie erzählt, dass sie im Alter
von 60 Jahren oft an Atemnot gelitten habe. «Es bereitete mir plötzlich
Mühe, Patienten zu heben, und ich
musste schwer atmen nach Anstrengungen. Als eines Tages im Winter
die öffentlichen Verkehrsbetriebe wegen Glatteis und Schnee ausfielen,
wollte ich, da kein Taxi unterwegs
war, das Bethanienspital zu Fuss erreichen. Es war eisig kalt und das Atmen machte mir immer mehr Mühe.
Ich geriet in Panik und wurde von einem Polizistenteam, das sich an einem Unfallort aufhielt, an meinen Arbeitsort, das Bethanienspital überwiesen. Dort wurde ich mit Sauerstoff versorgt. Später stellte sich heraus, dass ich an COPD leide. Es wurde ein Lungenemphysem diagnostiziert.» Gudrun Redard kam in die
Höhenklinik nach Wald und lernte im
Gudrun Redard ist auf Sauerstoff aus der Flasche angewiesen. Sie leidet
seit Jahren unter der Lungenkrankheit COPD.
Foto: B. Christen
Rahmen der Rehabilitation mit ihrem
Leiden umzugehen.
«Ich hatte bisher versucht, Anstrengungen zu meiden, um keine
Atemnot zu bekommen», erzählt sie.
In ‹Wald› wurde mir gezeigt, dass
Fitnesstraining und Bewegung, wenn
sie richtig angewandt werden, mir
den Alltag erleichtern können. Ich
befolgte diese Ratschläge, und es gelang mir, sieben Jahre ohne Sauerstofftank auszukommen. Als ich dann
im Rahmen einer Krebserkrankung
eine Chemotherapie absolviert hatte,
ging es leider auch meiner Lunge
schlechter.» Gudrun Redard bekommt seither rund um die Uhr Sauerstoff. Es gehe ihr eigentlich gut,
sagt sie. Und das, obwohl sie wisse,
dass die Lungenfunktion immer mehr
nachlasse. Heute betrage diese noch
27 Prozent. Doch sie macht das Beste
daraus und ist dankbar, dass sie noch
allein in ihrer Wohnung leben darf.
Die rüstige 73-Jährige ist keine Stubenhockerin. Sie ist kontaktfreudig
und mag Menschen. «Ich fahre noch
Auto», erzählt sie. «Auch besuche ich
die Treffen der Lungenliga. Ich habe
einen mobilen kleinen Sauerstofftank, den ich überall hin mitnehmen
kann. Auch fahre ich hie und da mal
eine Woche in die Ferien.» Gudrun
Redard ist voll des Lobes über die
Lungenliga. «Es gibt immer wieder
Veranstaltungen und Treffen, die organisiert werden. Auch werde ich
persönlich und individuell bestens
betreut.»
Der Verein Lunge Zürich, der sich
unter dem Dach der Lungenliga befindet, organisiert kostenlose COPDSchulungen für Patienten und Angehörige. Die erste Schulung findet im
Alterszentrum Hottingen am 4., 11.
und 18. Februar statt, und zwar jeweils von 14 bis 16 Uhr. Eine weitere
Schulung ist am gleichen Ort zu gleichen Zeiten am 21. und 28. April sowie am 5. Mai geplant. Die dritte
Schulung findet im Spital Bülach am
24. und 31. August sowie am 7. September statt. Bei Interesse werden
weitere Schulungen angeboten.
Informationen: Lunge Zürich, Wilfriedstrasse 7, 8032 Zürich. Tel. 044 268 20
00. www.lunge-zuerich.ch.
SUTERS SATIRE
Bettelbusse
Hans Suter
«Betteln und Hausieren verboten»
war früher an vielen Haustüren zu lesen. Die Bewohner dort wollten kein
hohles Händchen sehen, noch Seife,
Socken oder Hosenträger kaufen.
Man war ja auch nie sicher, ob so eine zerlumpte Gestalt nicht plötzlich
den Fuss in den Türspalt steckte oder
gar
aggressiv
würde.
Auch
Staubsauger-,
Just-, Heilsbringern und anderen
Vertretern
traute man nicht
über den Weg.
Heutzutage komHans Suter. zvg. men ausser sinnstiftende Telefonanbieter, Evangelikale und Zeugen
Jehovas kaum mehr andere Gestalten
an die Haustüre. Dafür stehen jetzt
Bettler und Bettlerinnen – manchmal
auch mit Leihbaby – meist jedoch mit
Hunden an Tramhaltestellen oder sitzen vor ehrwürdigen Geschäften
ganz einfach auf dem Boden. Manche
starren stoisch vor sich hin, andere
grüssen freundlich und erbitten
Kleingeld. Mehr oder weniger musisch Begabte blasen auf einer Flöte
oder halten mit beiden Händen eine
Ziehharmonika, der sie einzelne Töne oder mehr oder weniger erkenn-
bare Melodien entlocken. Kein schöner Anblick. Nun soll diesem Treiben
ein Ende gesetzt werden. Betteln bei
Busse verboten! Was macht aber ein
Bettler, der zum Beispiel 50 Franken
erbettelt hat und damit eine Busse
von 100 Franken bezahlen soll? Darf
er dann bis zum Betrag von 100
Franken weiterbetteln, um die Busse
bezahlen zu können? Fragen über
Fragen!
Hans Suter ist Satirologe aus Wollishofen.