Recycling : Verwertung und Behandlung von Bauabfällen

Transcription

Recycling : Verwertung und Behandlung von Bauabfällen
Recycling
Verwertung und
Behandlung von
Bauabfällen
Impulsprogramm IP Bau
Bundesamt für Konjunkturfragen
IP BAU · RECYCLING
Recycling – Verwertung und Behandlung von Bauabfällen
Trägerschaft
SIA
Schweizerischer Ingenieur- und
Architekten-Verein
SBV
Schweizerischer Baumeisterverband
Pro Renova Schweizerische Vereinigung für
Bau-Renovation
STV
Schweizerischer Technischer
Verband
VSS
Vereinigung Schweizerischer
Strassenfachleute
GBH
Gewerkschaft Bau und Holz
IP BAU
Sachbearbeitung
INFRAS
Infrastruktur- und Entwicklungsplanung
Umwelt- und Wirtschaftsfragen
Rieterstrasse 18, 8002 Zürich
Tel. 01/202 93 14, Fax 01/202 33 65
Gestaltung
APUI, Hochfeldstrasse 113, 3000 Bern 26
Arbeitsgruppe
Ursula Mauch, INFRAS, Zürich (Leitung)
Peter Spoerli, Département des traveaux publics,
Genève
Norbert Egli, BUWAL, Bern
Theo Schilter, INFRAS, Zürich
Adrian Aebersold, INFRAS, Zürich
Fachbereichsleiter der Programmleitung
Hannes Wüest, Wüest & Gabathuler, Zürich
Weitere fachliche Unterstützung
ARV
Gewässerschutzamt des Kantons Bern
Kantonales Amt für Umweltschutz, Glarus
Kantonales Amt für Umweltschutz, Luzern
EAWAG, Dübendorf
EMPA, Dübendorf
M. Blumer, Hünibach
W. Vock, Ingenieurbüro Abfall und Recycling, Niederlenz
E. Mosimann, BfK, Bern
F. Iselin, EFPL
P. Oggier, BUWAL
Ch. Eymann, Gewerbeverband Basel-Stadt
Baugemeinschaft Höschgasse, Zürich
Isofloc AG, Mittelhäusern
SBV
SIA
SKS Ingenieure AG, Zürich
STV, Fachgruppe Bau und Architektur, Bern
VSS
Vereinigung Schweizerischer Tiefbauunternehmer
Copyright
Bundesamt für Konjunkturfragen
3003 Bern, Oktober 1991
Auszugweiser Nachdruck unter Quellenangabe erlaubt. Zu beziehen bei der Eidg. Drucksachen und
Materialzentrale, Bern (Best. Nr. 724.476 d)
Form. 724.476 d 11.91
2
2000
56458
IP BAU
Recycling – Verwertung und Behandlung von Bauabfällen
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
5
Zusammenfassung und Folgerungen
6
Abkürzungen
7
Einleitung
8
1
Abfallströme im Bauwerk Schweiz
1.1
1.2
1.3
Umfang des Bauwerks Schweiz
Materialmengen und Materialarten
Bauabfallmengen
2
Die Aufgaben der am Bau Beteiligten
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
Gesetzgeber und Behörden
Bauherr
Bauplaner
Unternehmer
Materiallieferant
3
Förderung der Verwertung
3.1
3.2
3.3
3.4
Bauabfälle trennen
Materialien richtig einsetzen
Steuerung von Angebot und Nachfrage
Abbau institutioneller Hindernisse
4
Baustellen entsorgungsgerecht organisieren
4.1
4.2
4.3
Baustellenentsorgung
Rückbau
Auflagen in Baubewilligungen
5
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
5.1
5.2
5.3
5.4
5.5
5.6
5.7
5.8
5.9
5.10
5.11
5.12
Überblick: Welche Bauabfälle gehören wohin?
Verwertung von Bauschutt
Verwertung von Ausbauasphalt
Verwertung von Polyäthylen
Verwertung von Polystyrol
Verwertung von PVC-Fenstern
Verwertung von PVC-Bodenbelägen
Wiederverwendung von Bauteilen
Anwendung von Schaumglasprodukten
Anwendung von Altglas als Sandersatz
Anwendung von Zellulosedämmstoff
Entsorgung und Verwertung von Haustechnikanlagen
11
12
13
15
17
19
22
24
26
28
29
30
30
31
32
33
34
39
42
43
44
47
49
51
52
53
54
55
57
58
59
60
3
Recycling – Verwertung und Behandlung von Bauabfällen
Anhang
A
B
C
D
E
F
G
H
4
Glossar
Abfallanlagen
Vorgaben in Gesetzen und Verordnungen des Bundes
Weisungen des Hochbauamts des Kantons Basel-Landschaft (Auszug)
Ausschreibungstext Rückbau (Auszug)
Die wichtigsten Sonderabfall-Arten
Adressen
Literatur
Publikationen IP BAU
IP BAU
65
66
69
72
80
82
85
86
94
95
IP BAU
Vorwort
Vorwort
Das Aktionsprogramm «Bau und Energie» ist auf
sechs Jahre befristet (1990-1995) und setzt sich aus
den drei Impulsprogrammen (IP) zusammen:
Bau - Erhaltung und Erneuerung
RAVEL - Rationelle Verwendung von Elektrizität
PACER - Erneuerbare Energien
lich auf Publikationen, Kursen und Veranstaltungen. Interessenten können sich über das breitgefächerte, zielgruppenorientierte Weiterbildungsangebot in der Zeitschrift IMPULS informieren. Sie
erscheint zwei- bis dreimal jährlich und ist (im
Abonnement) beim Bundesamt für Konjunkturfragen, 3003 Bern, gratis erhältlich.
Mit den Impulsprogrammen, die in enger Kooperation von Wirtschaft, Schulen und Bund durchgeführt werden, soll ein Beitrag zu einem verstärkt
qualitativ orientierten Wirtschaftswachstum, das
heisst zu einer rohstoff-, energie- und umweltschonenden Produktion bei gleichzeitig verstärktem
Einsatz von Fähigkeitskapital geleistet werden.
Jedem Kurs- oder Veranstaltungsteilnehmer wird
jeweils eine Dokumentation abgegeben. Diese
besteht zur Hauptsache aus der für den entsprechenden Anlass erarbeiteten Fachpublikation. Die
Publikationen können auch bei der Eidg. Drucksachen- und Materialzentrale (EDMZ), 3000 Bern,
bestellt werden.
-
Die Voraussetzungen für die Instandhaltung wesentlicher Teile unserer Siedlungsstrukturen sind
zu verbessern. Immer grössere Bestände im Hochund Tiefbau weisen aufgrund des Alterns sowie
der sich wandelnden Bedürfnisse und Anforderungen technische und funktionale Mängel auf. Sie
müssen - soll ihr Gebrauchswert erhalten bleiben
- erneuert werden. Mit stetem «Flicken am Bau»
kann diese Aufgabe nicht sinnvoll bewältigt werden. Neben den bautechnischen und -organisatorischen Aspekten bilden auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, die fast ausschliesslich auf den
Neubau ausgerichtet sind, Gegenstand des IP
BAU. Es gliedert sich entsprechend in die drei
Fachbereiche Hochbau, Tiefbau, Umfeld.
Wissenslücken bei vielen Beteiligten - Eigentümer,
Behörden, Planer, Unternehmer und Arbeitskräfte
aller Stufen - sind zu schliessen, damit die technische und architektonische Qualität unserer Bauten, aber auch die funktionale, wirtschaftliche und
kulturelle Bedeutung vieler Quartiere, Dorf- und
Stadtteile erhalten oder verbessert werden können.
Kurse,Veranstaltungen, Publikationen,
Videos, etc.
Umgesetzt werden sollen die Ziele des IP BAU
durch Aus- und Weiterbildung sowohl von Anbietern als auch Nachfragern von Erneuerungsdienstleistungen sowie durch Information. Die Wissensvermittlung ist auf die Verwendung in der täglichen Praxis ausgerichtet. Sie basiert hauptsäch-
Zuständigkeiten
Um das ambitiöse Bildungsprogramm bewältigen
zu können, wurde ein Umsetzungskonzept gewählt, das neben der kompetenten Bearbeitung
durch Spezialisten auch die Beachtung der vielen
Schnittstellen in der Bauerhaltung und erneuerung sowie die erforderliche Abstützung bei Verbänden und Schulen der beteiligten Branchen sicherstellt. Eine aus Vertretern der interessierten
Verbände, Schulen und Organisationen bestehende Kommission legt die Inhalte des Programms
fest und stellt die Koordination mit den übrigen
Aktivitäten im Bereich der Bauerneuerung sicher.
Branchenorganisationen übernehmen auch die
Durchführung der Weiterbildungs- und Informationsangebote. Für die Vorbereitung ist das Projektleitungsteam (Reto Lang, Andreas Bouvard, Dr.
Niklaus Kohler, Dr. Gustave E. Marchand, Ernst
Meier, Dr. Dieter Schmid, Rolf Sägesser, Hannes
Wüest und Eric Mosimann, BFK) verantwortlich.
Die Hauptarbeit wird durch Arbeitsgruppen erbracht, die zeitlich und kostenmässig definierte
Einzelaufgaben zu lösen haben.
Nach einer Vernehmlassung und dem Anwendungstest in einer Pilotveranstaltun ist die vorliegende Dokumentation sorgfältig überarbeitet worden. Dennoch hatten die Autoren freie Hand, unterschiedliche Ansichten über einzelne Fragen nach
eigenem Ermessen zu beurteilen und zu berücksichtigen. Sie tragen denn auch die Verantwortung
für die Texte. Unzulänglichkeiten, die sich bei der
praktischen Anwendung ergeben, können bei einer allfälligen Überarbeitung behoben werden.
5
Vorwort / Zusammenfassung und Folgerungen
Anregungen nehmen das Bundesamt für Konjunkturfragen oder das sachbearbeitende Büro (vgl. S.
2) entgegen.
Für die wertvolle Mitarbeit zum Gelingen der vorliegenden Publikation sei an dieser Stelle allen
Beteiligten bestens gedankt.
IP BAU
September 1991
Dr. H. Kneubühler
Stv. Direktor des Bundesamtes für Konjunkturfragen
Zusammenfassung und Folgerungen
Die vorliegende Publikation enthält (in dieser Reihenfolge):
der Bauabfallproblematik. Diese Lösungen müssen folgenden Anforderungen genügen:
•
Einen Überlick darüber, welche Mengen und
Materialarten in der schweizerischen Bauwirtschaft als Abfälle entstehen,
•
•
eine Beschreibung der Rollen der am Bau Beteiligten und ihre Möglichkeiten, zur Lösung der
Abfallprobleme beizutragen,
Lösungen müssen marktwirtschaftlich sein. Die
Privatwirtschaft soll in Eigenverantwortung
handeln und die Kosten verursachergerecht
verteilen. Der Absatz von Recyclingprodukten
ist in bestehenden Märkten zu realisieren oder
es sind neue zu schaffen.
•
Hinweise auf Schritte hin zu einer Ausweitung
des Recycling von Bauabfällen,
•
•
die Darstellung der entsorgungsbedingten Vorkehrungen, die auf den Baustellen zu treffen
sind,
Lösungen dürfen keine unabschätzbaren Risiken mit sich bringen. Die Bauqualität und der
Schutz der Umwelt dürfen durch neue Lösungen nicht beeinträchtigt werden.
•
Lösungen müssen nach Gesetz umweltverträglich sein.
•
•
Beispiele für das Recycling einiger Materialien,
die Anwendung einiger Produkte aus Recyclingmaterial und die Entsorgung von Haustechnik-Anlagen,
im Anhang ein Glossar, eine Übersicht über die
wichtigsten Vorschriften, Beispiele einer behördlichen Weisung, eines Ausschreibungstextes für Rückbau, eine Liste der wichtigsten Sonderabfall-Arten, Adress- und Literaturlisten.
Es besteht ein grosser Bedarf nach heute in der
Praxis anwendbaren Lösungen zur Entschärfung
6
Umweltschonende Lösungen werden erreicht,
wenn man
•
das Vermischen der Materialien vermeidet,
•
vermischte Abfälle möglichst früh trennt,
•
die Abfallmaterialien möglichst am gleichen
Ort und für denselben Zweck wieder verwendet
(Recycling).
Abkürzungen
IP BAU
Abkürzungen
Amt für Gewässerschutz und Wasserbau (Direktion der öffentlichen Bauten
des Kantons Zürich)
RC
Recycling (= Verwertung)
SBV
Schweizerischer Baumeisterverband
ARV
Abbruch-, Aushub- und Recyclingverband (Kloten)
SEG
Solothurner Entsorgungsgesellschaft
SIA
BUWAL
Bundesamt für Umwelt, Wald und
Landschaft, alte Bezeichnung BUS
(Bern)
Schweizer Ingenieur- und Architekten-Verein
SIB
Schweizerisches Institut für Baubiologie, 9230 Flawil
StoV
Stoffverordnung
STV
Schweizerischer Technischer Verband
TVA
Technische Verordnung über Abfälle
vom 10. Dezember 1990
Gewässerschutzgesetz vom 8. Oktober 1971
USG
Umweltschutzgesetz vom 7. Oktober
1983
Impulsprogramm des Bundesamtes
für Konjunkturfragen
VSBO
Verordnung über Schadstoffe im Boden vom 9. Juni 1986
Informationsplattform
Schweiz
VSS
Vereinigung Schweizerischer Strassenfachleute
VVS
Verordnung über den Verkehr mit
Sonderabfällen vom 12. November
1986
AGW
EAWAG
EMPA
GschG
IP
IPES
KEL-CH
KVA
Eidg. Anstalt für Wasserversorgung,
Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Dübendorf)
Eidg. Materialprüfungssuchsanstalt (Dübendorf)
und
Ver-
Entsorgung
Ständige Konferenz für die Einsparung von Lösemitteln
Kehrichtverbrennungsanlage
7
Einleitung
IP BAU
Einleitung
In seiner Botschaft zum Aktionsprogramm «Bau
und Energie», Bereich Bau-Erneuerung, hat der
Bundesrat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass
der Entsorgung der entstehenden Bauabfälle bei
der Bautenerneuerung besondere Aufmerksamkeit zu schenken sei. Der Teilbereich Umfeld des IP
BAU enthält deshalb ein Projekt «Bauabfälle». Die
Leitung des IP BAU ist mit dem sachbearbeitenden
Büro INFRAS übereingekommen, das Thema Bauabfälle in zwei Problemkreise zu trennen, nämlich
1 in den Problemkreis «Baumaterialien-Recycling» (Schliessen von Kreisläufen) und
2 in den Problemkreis «Besser Bauen» (Prävention).
Dieses Dokument umfasst den ersten Problemkreis. Es beinhaltet keine Forschungsergebnisse,
sondern widerspiegelt den Stand des Wissens
ohne Anspruch auf absolute Vollständigkeit.
Auf den 1. Februar 1991 hat der Bundesrat die
Technische Verordnung über Abfälle (TVA) vom 10.
Dezember 1990 in Kraft gesetzt. Die Vorschriften
der TVA bedeuten für die Bauwirtschaft einen eigentlichen Systemwechsel: Der Verwertung der
Bauabfälle muss in Zukunft eine wesentlich grössere Bedeutung zukommen, das heisst, die Baumaterialkreisläufe sind soweit wie möglich zu
schliessen. Bauherren, Bauwirtschaft und Baubehörden sind daher aufgerufen, die Verwertung der
Bauabfälle in ihrem Einflussbereich zu fördern und
durchzusetzen.
8
Das Projekt Bauabfälle soll Impulse auslösen, welche mithelfen, die Umwelt von Bauabfällen zu
entlasten. Das Projekt zeigt erste Schritte auf, welche noch nicht endgültig als optimal beurteilt werden können: Soweit zurzeit möglich, sollen Bauabfälle so aufbereitet werden, dass vom Verwertbaren ein möglichst hoher Anteil recycliert werden
kann. Optimal wäre es, wenn beim Bauen die Wahl
von Konstruktionen und Materialien konsequent
entsorgungsfreundlich und recyclierbar getroffen
würde. Heute kann und soll jedoch bereits schon
mit zweit- und drittbesten Lösungen ein Beitrag zur
Verhinderung von Umweltbelastung geleistet werden.
Die Arbeitsgruppe ist sich bewusst, dass im Rahmen dieser Arbeit nicht alle Problemkreise umfassend berücksichtigt werden konnten. So wird auf
Themen wie zum Beispiel Aushub/Altlasten nicht
näher eingegangen und das Thema Haustechnik/
Geräteentsorgung nur in begrenztem Umfang behandelt, obwohl diese auch zur Bauabfallentsorgung gehören.
Die Arbeiten an dieser Publikation haben gezeigt,
wie wichtig eine gemeinsame Sprache ist. Einheitliche Begriffe sind eine zentrale Voraussetzung für
Fortschritte bei der Lösung der Bauabfall-Probleme. Als Ergänzung zum umfangreichen Glossar in
Anhang A soll Figur E-1 einen Überblick über die in
dieser Publikation verwendeten Begriffe geben.
Diese stimmen überein mit den von Behörden und
Fachverbänden gemeinsam erarbeiteten Begriffen.
IP BAU
Einleitung
Figur E-1: Begriffe, Einteilung und Wege von Bauabfällen (Definitionen siehe Glossar im Anhang A, eine detailliertere Darstellung befindet sich in Anhang C.5)
9
IP BAU
Abfallströme im Bauwerk Schweiz
1 Abfallströme im Bauwerk Schweiz
1.1
Umfang des Bauwerks Schweiz
12
1.2
Materialmengen und Materialarten
13
1.3
Bauabfallmengen
15
11
Abfallströme im Bauwerk Schweiz
IP BAU
1 Abfallströme im Bauwerk Schweiz1
Das Bauwerk Schweiz stellt ein riesiges Materialzwischenlager dar, das wächst: Ungefähr zehnmal
soviel Material geht pro Jahr in die Bauten hinein
wie hinaus. Die Bauabfallmenge beträgt etwa 1000
kg pro Person und Jahr und ist damit mehr als
doppelt so hoch wie die Siedlungsabfallmenge,
welche ca. 400 kg pro Person und Jahr beträgt.
Figur 1-1: Systemabgrenzung für das «Bauwerk
Schweiz»
1.1 Umfang des Bauwerks
Schweiz
Zum Bauwerk Schweiz zählen wir hier sämtliche
Bauten, neben Gebäuden auch Anlagen wie Strassen, Bahnen, Tunnels, Werkleitungen usw. Figur
1-1 verdeutlicht die Systematik. Demgemäss wird
- in Übereinstimmung mit der TVA - auch der
Aushub zu den Bauabfällen gezählt. (Aufstellungen über die Bauabfallmengen schliessen den
Aushub in der Regel jedoch nicht ein.)
1 Interne Studie des Büros INFRAS «Grober abfallwirtschaftlicher Steckbrief des Bauwerkes Schweiz», verfasst vom Ingenieurbüro Abfall und Recycling, Niederlenz,
November 1990
12
IP BAU
Abfallströme im Bauwerk Schweiz
1.2 Materialmengen
und Materialarten
In den Bauten der Schweiz liegen vermutlich etwa
2300 Mio Tonnen Material. Jährlich kommen 75
Mio Tonnen dazu und 7 Mio Tonnen verlassen sie
als Bauabfälle (Figur 1-2).
Das Bauwerk Schweiz stellt ein riesiges, langsam
wachsendes Materialienlager dar, in dem der Zufluss auch in Zukunft grösser sein wird als der
Abfluss. Ein grosser Teil des Materials in diesem
System wird innerhalb überblickbarer Zeiträume
nie zu Abfall. Gerade das IP-Bauerneuerung geht
aber davon aus, dass in Zukunft weniger neu gebaut, sondern vermehrt saniert und umgebaut
werden wird. Dadurch wird das Ungleichgewicht
zwischen Zufluss und Abfluss tendenziell abnehmen bzw. die Bauabfallmenge zunehmen.
Die stoffliche Zusammensetzung der verbauten
Materialien ist je nach Erstellungsjahr der Bauwerke sehr verschieden. Gebäude der Vorkriegszeit
weisen andere Materialprofile auf als Gebäude der
Nachkriegszeit. Die Qualitätsbeschreibung von
Bauabfällen, welche für die Verwertung von Bedeutung ist, muss daher unter Umständen objektspezifisch vorgenommen werden.
Figur 1-2: Materialmengen im Bauwerk Schweiz
(Schätzungen in Mio t) 2
2 Siehe Anmerkung 1
13
Abfallströme im Bauwerk Schweiz
IP BAU
Dass rund zehnmal soviel Material verbaut wird als
Bauabfall entsteht, verdeutlicht, welcher grundsätzlich grosse Spielraum dem Recycling offensteht. Man schätzt, dass aus technischer Sicht
mindestens 25 Prozent der Bauabfälle (ohne Aushub) verwertet werden könnten; heute liegt der
Anteil bei etwa 5 Prozent.
Die Gebäude enthalten etwa 1200 Mio Tonnen
Material, Strassen 1000 Mio t und Bahnlinien 100
Mio t. Die Gebäude bestehen zu rund 80 Prozent
aus Stahlbeton und Backsteinen und zu 10 Prozent
aus Holz (Figur 1-3).
Pro Kubikmeter Gebäudevolumen sind etwa 0,5
Tonnen, pro Quadratmeter Gebäudefläche etwa 2
Tonnen Material verbaut. Das ergibt eine Gebäudesubstanz von etwa 200 Tonnen pro EinwohnerIn.
Vergleicht man die gesamte Gebäudemasse mit
dem gesamten Versicherungswert der Gebäude,
so entspricht 1 Franken Versicherungswert rund 1
kg Material. Die jährliche Bauabfallmenge entspricht also etwa einem Versicherungswert von 7
Mrd. Franken. Aus volkswirtschaftlicher Sicht stellen die Bauabfälle damit einen erheblichen Wert
dar.
Masse pro m3 Gebäudevolumen
0,5 t/m3
Masse pro m2 Gebäudefläche
2,0 t/m2
Masse pro EinwohnerIn
200 t/EinwohnerIn
3
Versicherungswert pro m
Gebäudevolumen
Fr. 1000.–/t
oder Fr.1.–
Figur 1-3: Hochbau: Materialarten in Gebäuden in
Gewichtsprozent
14
Tabelle 1-1: Hochbau: Einige Kennzahlen der Gebäude (Grobangaben)
IP BAU
Abfallströme im Bauwerk Schweiz
1.3 Bauabfallmengen
Die Bauabfallmengen sind nur ungenau bekannt.
Zudem kann sich das Abfallaufkommen von Jahr
zu Jahr, abhängig von Umfang und Art der Bautätigkeit, ändern. Die nachstehend genannten Zahlen zu den Bauabfällen ohne Aushub sind Schätzungen, die eine Vorstellung vom Ausmass der
Problematik geben sollen. Um keine falsche Genauigkeit zu vermitteln, haben wir darauf verzichtet, die einzelnen Werte so anzupassen, dass sich
rechnerische Richtigkeit ergibt. Zum Aushub sind
keine Mengenschätzungen verfügbar.
Verglichen mit der gesamten vorhandenen Materialmenge scheint die Abfallmenge von jährlich 7
Mio Tonnen gering. Für sich genommen ist sie aber
sehr gross: Die jährlich rund eine Tonne Bauabfälle
ohne Aushub pro EinwohnerIn entspricht etwa der
zweieinhalbfachen Menge der Siedlungsabfälle
pro EinwohnerIn und Jahr.
Aus dem Hochbau stammen 4,4 Mio t/a, wovon 0,5
Mio t/a von Neubauten, und aus dem Tiefbau 2,7
Mio t/a. Die 7 Mio t/a Bauabfälle entsprechen einem Deponievolumen von rund 4 Mio m3/a.
Um 1 m3 Deponieraum einzusparen, müssen rund
1,6 Tonnen Bauabfall anderweitig entsorgt bzw.
verwertet werden.
In Figur 1-4 ist die Aufteilung der Bauabfallmengen
ohne Aushub in die diversen Komponenten dargestellt.
Figur 1-4: Aufteilung der Bauabfälle (ohne Aushub) in
Gewichtsprozent
15
Abfallströme im Bauwerk Schweiz
IP BAU
Die 7 Mio t/a bestehen zu etwa 61 Prozent aus
inerten Bauabfällen wie Beton, Backsteine, Natursteine etc. und zu 39 Prozent aus anderen Bauabfällen (Bausperrgut). Unter dieser Bezeichnung versteht die Technische Verordnung über Abfälle
(TVA) nicht sortierte Fraktionen von Bauabfällen
(ohne Sonderabfälle). Diese dürfen nicht in Inertstoffdeponien abgelagert, sondern sollten sortiert
der Verwertung oder Umwandlung zugeführt werden. Die ungefähre Zusammensetzung der Gesamtmenge an «anderen Bauabfällen» ist in Figur
1-5 dargestellt.
Knapp 40 Prozent der jährlich 7 Mio t Bauabfälle
sind Strassenaufbruch (18%) und Ausbauasphalt
(20%), der Rest, ca. 4,5 Mio t/a, stammt aus dem
Hochbau, wobei hier der Hauptteil (ca. 4 Mio t/a)
durch Umbau, Erneuerung und Unterhalt und nur
0,5 Mio t/a durch die Neubautätigkeit verursacht
werden.
Figur 1-5: Ungefähre Anteile an Materialarten in der
Kategorie «andere Bauabfälle» (Bausperrgut) in Gewichtsprozent der Gesamtmenge
Die genauen Entsorgungswege sämtlicher Bauabfälle sind nicht bekannt. Erhebliche Mengen, welche deponiert oder mineralisiert werden, werden
nicht als Bauabfälle erfasst. Ausserdem sind die
Datengrundlagen, insbesondere über die Deponien, gesamtschweizerisch sehr lückenhaft. Dies
dürfte sich mit dem Vollzug der TVA durch die
Kantone verbessern, denn die TVA verlangt, dass
die Kantone jährlich ein Abfallverzeichnis erstellen3. Insbesondere in bezug auf die Frage, ob und
wie Aushub in diesen Aufstellungen zu erfassen
sind, sind vom Bund noch Präzisierungen vorzunehmen.
3 Art. 15 TVA Abfallverzeichnis: Die Kantone erstellen jährlich ein Verzeichnis der
Abfallmengen, die auf ihrem Gebiet anfallen. Dieses wird aufgegliedert nach
den verschiedenen Abfällen, den Gemeinden, den Abfallanlagen und den
verschiedenen Behandlungsarten, insbesondere Verwertung, Verbrennung,
Ablagerung auf Deponien und Zwischenlagerung.
16
IP BAU
Die Aufgaben der am Bau Beteiligten
2 Die Aufgaben der am Bau Beteiligten
2.1
Gesetzgeber und Behörden
19
2.2
Bauherr
22
2.3
Bauplaner
24
2.4
Unternehmer
26
2.5
Materiallieferant
28
17
Die Aufgaben der am Bau Beteiligten
IP BAU
2 Die Aufgaben der am Bau Beteiligten
Im Verlauf des Bauprozesses gibt es zahlreiche
Beteiligte, welche in irgendeiner Form die Entsorgung von Bauabfällen mittragen. Ihre Rollen, Interessen und Aufgaben sind aufgrund der TVA zum
Teil neu.
Figur 2-1: Die wesentlichsten Materialflüsse und die am Bau beteiligten Institutionen sowie
deren Zusammenwirken beim Bauprozess
18
IP BAU
Die Aufgabe der am Bau Beteiligten
2.1 Gesetzgeber
und Behörden
Der Gesetzgeber gibt den rechtlichen Rahmen vor
oder konkretisiert übergeordnetes Recht. Für Bauabfälle hat der Gesetzgeber die relevanten Bundesvorschriften im Umweltschutz- und im Gewässerschutzgesetz verankert. Diese gesetzlichen Vorgaben sind in Verordnungen konkretisiert, für welche auf Bundesebene der Bundesrat zuständig ist.
Die kantonalen Parlamente können ergänzend in
denselben Bereichen Gesetze erlassen. Zur Zeit
werden in mehreren Kantonen kantonale Umweltschutzgesetze erarbeitet1, welche z.T. Auswirkungen auf die Verwertung von Bauabfällen haben
werden.
Grundsätzlich sind kantonale und kommunale Behörden für den Vollzug dieser Vorschriften zuständig. Viele Vorschriften im Abfallbereich (z.B. Verbrennungspflicht oder Verwertungspflicht) werden nur dann wirksam, wenn die Behörden deren
Beachtung ausdrücklich verlangen. Damit besitzen die Vollzugsbehörden einen grossen Spielraum.
Wichtige behördliche Eingriffsmöglichkeiten sind
durch die Technische Verordnung über Abfälle
(TVA) gegeben. Die TVA schreibt die Trennung von
Bauabfällen in mindestens drei Fraktionen vor (siehe Anhang C). Die Behörde ist befugt, eine weitergehende Trennung zu verlangen, wenn dadurch
Teile der Abfälle verwertet werden können. Sie
kann unter bestimmten Voraussetzungen Auflagen und Vorschriften machen über die Verwertung
von (Bau-)Abfällen, also auch hinsichtlich der Verwendung von Recycling-Materialien. Die Forderung nach weitergehender Trennung und Verwertung von Bauabfällen sollte durch die Behörde als
konkrete Auflage in Bewilligungen verankert werden (siehe Kapitel 4.3). Zudem kann sie mit Informationsmaterial wie Merkblättern, Checklisten,
Weisungen usw. Planung und Projektierung beeinflussen (siehe Beispiel im Anhang D).
Sie kann den Einsatz von Recycling-Baustoffen aus
der Abfallbewirtschaftung im Baubereich auch
einschränken (z.B. von Schlacke), wenn durch besondere örtliche Verhältnisse die Gefahr der
Gewässerbelastung besteht.
Die Behörde ist zuständig für die Errichtungsbewilligung, die Betriebsbewilligung, die Kontrolle und
den Abschluss von Deponien, welche zu einem
bedeutenden Teil der Ablagerung von Bauabfällen
dienen.
1 Im Kanton Luzern ist seit dem 1.1.1990 ein Einführungsgesetz zum USG in
Kraft, das durch Verordnungen ergänzt ist. Die Stimmberechtigten des Kantons
Basel-Landschaft haben am 2. Juli 1991 einem kantonalen Umweltschutzgesetz zugestimmt.
19
Die Aufgaben der am Bau Beteiligten
IP BAU
Handlungsmöglichkeiten der Baubewilligungsbehörde
Thema
Aktivität
Bemerkungen
Kapitel
Voraussetzungen
Vollzugsrichtlinien, evtl.
Vollzugsverordnung zu TVA
bzw. VVS erlassen
Der Vollzug von TVA und VVS obliegt den
Kantonen. Gestützt auf diese Verordnungen des
Bundes können die Behörden weitgehende
abfallspezifische Massnahmen festlegen.
4.3
D
Aus- und Weiterbildung
Sich über neue Entwicklungen bei den
Baumaterialien, dem Recycling, der Entsorgung
und der Vermeidung informieren.
5
Interne Schulung
Allen am Baubewilligungsverfahren Beteiligten
soll das nötige Wissen weitergegeben werden.
Vollzug
20
Dokumente, Verfahren, Richtli- Die Abfallanliegen sollen in alle Unterlagen der
nien, interne Abläufe anpassen Amtsstelle integriert werden.
4.3
Arbeitshilfen und Merkblätter
erstellen und abgeben
Den Gesuchstellern sollen solche Unterlagen die
Eingabe und Realisierung entsorgungsfreundlicher
Vorhaben erleichtern.
D
E
Beratung von Gesuchstellern
Die Gesuchsteller sollen auf die Möglichkeiten
entsorgungsfreundlicher Projekte hingewiesen
werden.
5
Rückbau verlangen
Mit dem im Entwurf vorliegenden
Ausschreibungstext des SIA können
entsorgungsfreundliche Abbrucharbeiten verlangt
werden. Mit der TVA (Art. 9) ist die
Rechtsgrundlage dazu vorhanden.
4.3
E
Kontrolle der Auflagen
Im Rahmen der üblichen Kontrolltätigkeit ist auch
die Einhaltung der abfallbedingten Auflagen zu
überprüfen.
Bereitstellen von Parkplätzen
für Mulden
Bei Platzmangel auf Baustellen ist die vorübergehende Umnutzung von Parkplätzen zur Aufstellung
von Mulden in Absprache mit Polizei und
Tiefbauamt zu veranlassen.
4.1
Auflagen über Entsorgung
und Materialeinsatz
Projektspezifisch sind mit der Baubewilligung
gestützt auf TVA Art. 9 abfallbezogene Auflagen
zu verknüpfen.
4.3
D
Auflagen zur Baustelleneinrichtung
Es ist sicherzustellen, dass die Einrichtung der
Baustellen die Trennung der Abfälle ermöglicht.
4.1
Die Aufgaben der am Bau Beteiligten
IP BAU
Beispielhaft
handeln
Vorbildliches Handeln bei
eigenen Bauvorhaben
Die Amtsstelle soll im Kontakt mit den anderen
beteiligten Amtsstellen das Handeln als
vorbildlicher Auftraggeber ermöglichen (siehe auch
unter «Handlungsmöglichkeiten des Bauherrn»)
D
Submissionsverordnungen
anpassen
Eine angepasste Submissionsverordnung soll
gewährleisten, dass die Behörde als vorbildlicher
Bauherr bzw. Auftraggeber handelt.
D
Tabelle 2-1: Handlungsmöglichkeiten der Baubewilligungsbehörden
21
Die Aufgaben der am Bau Beteiligten
IP BAU
2.2 Bauherr
Der Bauherr kann eine natürliche oder juristische
Person sein. Grundsätzlich ist der Bauherr Inhaber
der Abfälle und hat daher die gesamten Kosten für
deren Entsorgung zu tragen. Deshalb sind die
Entsorgungskosten vom Unternehmer in die Einheitspreise einzurechnen.
Der Bauherr kann (und tut dies teilweise auch) die
Materialwahl treffen und damit die Entsorgung
beeinflussen. Durch die Auftragsvergabe an Firmen und Fachleute (Architekten), welche für die
entsorgungsgerechte Ausführung der Arbeiten
Gewähr bieten, kann er den Umgang mit den
22
Bauabfällen beeinflussen. Die Formulierung der
Aufträge beziehungsweise Verträge kann die besondere Beachtung der Entsorgung verlangen.
Zum Beispiel kann der Architekturvertrag die Beachtung der Weisungen des Hochbauamts des
Kantons Basel Landschaft festlegen (siehe Anhang
D). Im Verlauf des Bauprozesses wird der Bauherr
Inhaber der verbauten Materialien und damit auch
potentieller Inhaber der daraus entstehenden Bauabfälle. Der Bauherr hat deshalb Interesse, seine
Verantwortung hinsichtlich der Entsorgung wahrzunehmen.
Die Aufgaben der am Bau Bateiligten
IP BAU
Handlungsmöglichkeiten des Bauherrn
Thema
Aktivität
Bemerkungen
Kapitel
Voraussetzungen
Verständnis für Entsorgungsfragen aufbringen
Der Bauherr soll abfallbewusst denken und
entsorgungsfreundliche Vorhaben und
abfallvermeidende Lösungen veranlassen.
Bereitschaft zur Verwendung
von Recyclingmaterialien,
gebrauchten Bauteilen und
entsorgungsfreundlichen
Neumaterialien
Die Bauplaner sind auf die Zustimmung der Bauherrschaft angewiesen.
5
Für grosse Auftraggeber:
Interne Arbeitsunterlagen und
Richtlinien anpassen
Bei grossen Auftraggebern sind meist
verschiedene interne Dokumente, Vorlagen,
Arbeitsanweisungen usw. vorhanden, die es
anzupassen gilt.
D
Information/PR
Vorbildliches Verhalten im Umweltbereich kann in
der Öffentlichkeit und gegenüber Kunden als
Werbeargument eingesetzt werden.
Kosten
Tragen der Kostenfolgen
Der Bauherr ist Besitzer und Verursacher der
meisten Bauabfälle und nach dem
Verursacherprinzip kostenpflichtig.
Aufträge
Entsorgungsfreundlich bauen
lassen
Die Aufträge sind entsprechend zu formulieren.
Beizug von bezüglich Abfällen
ausgewiesenen Fachleuten
Sowohl bei der Wahl des Architekten als auch der
Unternehmer sind deren abfallspezifische
Referenzen zu berücksichtigen
Bauvorhaben überprüfen
Ist unter Mitberücksichtigung der Abfallfrage das
Vorhaben in dieser Art sinnvoll?
Rückbau
veranlassen/verlangen
Der Bauherr soll Abbrucharbeiten als TVAkonformen Rückbau veranlassen.
4.2.2
2.3
2.4
4.2
E
Tabelle 2-2: Handlungsmöglichkeiten des Bauherrn
23
Die Aufgabe der am Bau Beteiligten
IP BAU
2.3 Bauplaner
(Architekt, Ingenieur, Fachplaner für Heizungs-,
Lüftungs-/ Klima-, Sanitär-, Elektroinstallationen,
Bauleitung)
Planer sollten in ihrem Zuständigkeitsbereich
Kenntnis der entstehenden Bauabfälle, deren Verwertungsmöglichkeiten sowie der neu einzusetzenden Materialien haben. Sie legen diese allenfalls gemäss den Absichten des Bauherren via
Ausschreibungsunterlagen und Pläne für die Ausführenden verbindlich fest. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Werkverträge den gesetzlichen
Bestimmungen genügen. Besondere bzw. weitergehende Bestimmungen über die Entsorgung (z.B.
Rücknahme von Abfällen durch die jeweiligen
Auftragnehmer) sind darin verbindlich festzule-
gen. Weiter legen sie die Art der zu verwendenden
Materialien weitgehend fest und entscheiden somit sowohl über entsorgungsfreundliches Bauen
als auch über die Verwendung von Recyclingmaterialien und -produkten.
Die Bauleitung überwacht im Auftrag der Planungsverantwortlichen die Arbeiten und koordiniert die Ausführung auf der Baustelle. Sie ist für
die Organisation des Bauplatzes und für die Koordination der verschiedenen Bauarbeiten verantwortlich. Sie muss den auf der Baustelle stattfindenden Teil der von der Planung angeordneten
Entsorgung realisieren (siehe Kapitel 4.1). Deshalb
nimmt die Bauleitung in bezug auf Trennung und
Entsorgung von Bauabfällen eine zentrale Funktion ein.
Handlungsmöglichkeiten des Bauplaners
Thema
Aktivität
Bemerkungen
Kapitel
Voraussetzungen
Arbeitsunterlagen, Ausschreibungstexte anpassen
Spezifikationen und Materialanforderungen ändern,
mit den nötigen Positionen für die
Entsorgungsarbeiten ergänzen.
E
Dokumentation anlegen
Beschaffung der einschlägigen Unterlagen.
H
Aus- und Weiterbildung
Sich über neue Entwicklungen bei Materialien, Recycling, Entsorgung und Vermeidung informieren.
5
Interne Schulung
Allen am Planungsprozess Beteiligten soll das
nötige Wissen weitergegeben werden.
Beim Bauherrn und
Unternehmer Überzeugungsarbeit leisten
Der Bauherr soll auf die Möglichkeiten und Auswirkungen des entsorgungsfreundlichen Bauens aufmerksam gemacht werden.
Entsorgungsgerechte und
abfallarme Arbeiten planen
Projekte und Bauablauf sind zu überprüfen.
Beizug ausgewiesener
Fachplaner
Bei der Auswahl der beizuziehenden Fachleute
sind Referenzen bezüglich Entsorgen und
Vermeiden mit zu berücksichtigen.
Arbeitsvergebungspraxis
überprüfen
Die Entsorgung und Vermeidung muss bei der
Vergabe der Arbeiten mit eine Rolle spielen.
Werkverträge ergänzen
Die Verträge müssen präzise Bestimmungen
hinsichtlich Entsorgen und Vermeiden enthalten.
Planen
24
D
Die Aufgaben der am Bau Beteiligten
IP BAU
Vorsorgen
Baustellenentsorgung konzipieren und ausschreiben
Insbesondere grössere Bauvorhaben können ein
Entsorgungskonzept und/oder die Ausschreibung
der Entsorgung erfordern.
4.1
E
Platz für die Trennung auf der
Baustelle vorsehen
Die Mengen der zu erwartenden Abfälle sind abzuschätzen und die dafür benötigten Mulden nach
Anzahl und Grösse zu plazieren.
4.1
Entsorgungswege
organisieren
Für die einzelnen Abfallfraktionen sind die stoffgerechten Entsorgungs- bzw. Verwertungswege festzulegen, die Abnehmer zu suchen bzw. zu bezeichnen oder vom Unternehmer nachweisen zu lassen.
E
Recyclingmaterialien
anwenden
Aufgrund der Kenntnisse über die möglichen Verwendungszwecke von Recyclingmaterialien sind
diese einzusetzen; die Konstruktion ist allenfalls
anzupassen.
5
D
Rücknahme von
Sonderabfällen durch die
Unternehmer vereinbaren
Die Werkverträge müssen bestimmen, dass Sonderabfälle durch die jeweiligen Unternehmer
zurückgenommen werden.
4.1
F
Produktdeklarationen
verlangen
Die Hersteller der eingesetzten Produkte sollen
deren Zusammensetzung angeben.
3.4
Gebrauchte Bauteile
verwenden
Das Angebot von Depots, Anzeigen,
Bauteilbörsen, der Videotex-Abfallbörse usw. ist
auf brauchbare Teile zu prüfen.
5.8
Rückbau ausschreiben
Mit dem im Entwurf vorliegenden Ausschreibungstext des SIA können entsorgungsfreundliche
Abbrucharbeiten durchgeführt werden. Der Text
ist auch für Schulungszwecke instruktiv.
4.2
E
Terminplanung anpassen
Rückbau und evtl. auch andere abfallbedingte
Massnahmen können sich auf die Terminplanung
auswirken.
4.2
Liste der wiederverwendbaren
Bauteile erstellen
Anlässlich einer Begehung sind die intakt ausbaubaren Bauteile zu bezeichnen und zu beschreiben.
5.8
Abnehmer/Depots für
wiederverwendbare Bauteile
suchen
Mit der Liste der wiederverwendbaren Bauteile
können Abnehmer gefunden werden: Depots,
Videotex-Abfallbörse, brancheninterner Austausch,
andere Baustellen, Kleinanzeigen, Bauteilbörsen,
Bauteilhändler usw.
5.8
Problematische Materialien
vermeiden
Die vorgesehenen Materialien sind mit Hilfe der
einschlägigen Unterlagen zu prüfen und
gegebenenfalls zu ersetzen.
H
Mit lösbaren Verbindungen
konstruieren
Lösbare Verbindungen ermöglichen die
Demontage und Wiederverwendung von Bauteilen.
Verbundmaterialien
vermeiden
Verbundmaterialien erschweren bzw.
verunmöglichen das Recycling oft.
Tabelle 2-3: Handlungsmöglichkeiten des Bauplaners
25
Die Aufgaben der am Bau Bateiligten
IP BAU
2.4 Unternehmer
(Abbruch/Rückbau/Aushub-Unternehmer,
Baumeister, Gipser/Maler, Sanitär, Elektriker, Zimmermann, Schreiner, Spengler)
Die zunehmende Komplexität des Bauablaufs, die
rasche technische Entwicklung sowie der Zeitdruck erhöhen die Zahl der an einem Bau beteiligten Unternehmer. Die ausführende Firma ist Besitzerin und Verursacherin der bei der Verarbeitung
ihrer Materialien anfallenden Abfälle (z.B. Verpakkungen, Abschnitte, Reste) und damit auch verantwortlich für deren Entsorgung. Der Unternehmer
legt zum Teil selber die Art der zu verwendenden
Materialien fest. Er entscheidet mit über entsorgungsfreundliches Bauen und die Verwendung
von Recyclingmaterialien und -produkten.
Die von den Unternehmern beschäftigten Arbeiter
wie Installateure, Maschinisten, Maurer, Eisenleger, Maler, Elektriker, Spengler - um nur die wichtigsten aufzuzählen - sind die direkten Anwender
26
der Materialien. Sie haben die Vorgaben von Bauplanung und -leitung auszuführen und im Rahmen
ihres Handlungsspielraumes die Verantwortung
hinsichtlich der Entsorgung zu tragen. Bei der
Trennung auf der Baustelle setzt dies von ihnen
Gewissenhaftigkeit, Materialkenntnis, abfallspezifisches Wissen und Informiertheit voraus. Sie sind
darauf angewiesen, dass die Materialien im Hinblick auf die Entsorgung gekennzeichnet sind. Sie
müssen Gelegenheit erhalten, sich abfallspezifisches Wissen zu erwerben. Hinsichtlich der verwendeten Materialien ist ihre Entscheidungskompetenz gering.
Eine Sonderstellung nimmt der Abbruchunternehmer ein. Der wesentlichste Bestandteil seines Auftrages besteht darin, die dem Bauherrn gehörenden Bauabfälle einer gesetzes- und vertragskonformen Entsorgung bzw. Verwertung zuzuführen.
Die Aufgaben der am Bau Beteiligten
IP BAU
Handlungsmöglichkeiten des Unternehmers
Thema
Aktivität
Voraussetzungen
Arbeitsabläufe und Arbeitsme- Die gewohnte Art der Ausführung kann
thoden überprüfen
entsorgungsbedingte Anpassungen erfordern.
Mitarbeiterinnen und Mitararbeiter schulen
Bemerkungen
Das Personal benötigt die entsprechenden Kenntnisse.
Fähigkeiten erwerben zum Ein- Bisher nicht verwendete Materialien erfordern die
satz von Recyclingprodukten
nötigen Kenntnisse zu deren Einsatz.
und entsorgungsfreundlichen
Neumaterialien
Bezeichnung und Ausbildung
von firmeninternen Abfallbzw. Umweltverantwortlichen
5
Die neuen Aufgaben erfordern Verantwortliche mit
besonderen Kenntnissen.
Offerte/
Auftrag
Entsorgungsgerechte Arbeiten In der Offerte kann der Unternehmer
offerieren
entsorgungsgerechtere Lösungen vorschlagen.
Trennen
Trennen auf der Baustelle
Die Mulden sind materialbezogen zu befüllen.
Sonderabfälle getrennt halten Sonderabfälle nicht auf der Baustelle
bzw. abtrennen und über bran- zurücklassen.
chenspezifische Kanäle bzw.
die Lieferanten gemäss VVS
entsorgen
Entsorgen
Kapitel
Abfälle selber entsorgen
Jeder Unternehmer ist für selbst verursachte
Abfälle selbst verantwortlich und entsorgt in der
Regel in eigener Regie.
Bei der Weitergabe von Teilaufträgen an Dritte auf
entsorgungsfreundliche
Ausführung achten
Es ist zu vermeiden, dass die Abfallanliegen auf
der Strecke bleiben.
4.1
4.1
B.4
F
Tabelle 2-4: Handlungsmöglichkeiten des Unternehmers
27
Die Aufgaben der am Bau Beteiligten
IP BAU
2.5 Materiallieferant
Die Baustoffindustrie beeinflusst die abfallspezifischen Eigenschaften, Zusammensetzung, Konstruktion, Konfektion, Bezeichnung, Verpackung
und Vermarktung der Baumaterialien. Materiallieferanten erläutern mit Kursen, Leitfäden, Gebrauchsanweisungen oder mit Vertreterbesuchen
die Anwendung ihrer Produkte. Sie haben dadurch
die Möglichkeit, die Anwender auf die produktspezifischen Entsorgungsprobleme und Verwertungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Insbesondere kann der Materiallieferant durch entsprechende Kennzeichnung mit Signeten das getrennte Sammeln und Entsorgen erleichtern. Der Malermeisterverband Basel zum Beispiel verpflichtet die
Lieferanten von Produkten, die bei der Entsorgung
als Sonderabfall behandelt werden müssen, diese
mit einem entsprechenden Signet zu kennzeichnen.
2 Die SIA Fachgruppe FGA-C befasst sich mit Baustoff-Deklarationen. Erarbeitet
wurde bisher ein «Deklarationsraster für ökologische Merkmale von
Baustoffen» zur Vernehmlassung bei den Verbänden der Baubranche (Mai
1991). Das Schweizerische Institut für Baubiologie (SIB) erarbeitet Beurteilungskriterien und eine «Qualitätsbeschreibung von Baustoffen».
28
Eine weitere wichtige Voraussetzung für die fachgerechte Entsorgung bzw. Verwertung ist die Deklaration der Inhaltsstoffe und Bestandteile von
Produkten. Bestehende Signete, zum Beispiel das
Lignum CH 10-Signet für Schweizer Spanplatten
oder das KEL-CH-Signet für Farben und Lacke
machen lediglich über den Gehalt einzelner Stoffe
(Formaldehyd bzw. Lösungsmittel) Aussagen.
Über die ökologische Qualität dieser sowie der
restlichen Inhaltsstoffe sowie die Art der Entsorgung geben sie keine Auskunft. Oft machen die
Herstellerfirmen unter Verweis auf Fabrikationsgeheimnisse nur sehr rudimentäre Angaben über die
Zusammensetzung ihrer Produkte.
Baustoffindustrie und Lieferanten sind ein wichtiger Teil einer künftigen Recyclingwirtschaft. An
ihnen liegt es, Qualitätsanforderungen an die Aufbereitung zu stellen, damit Sekundärrohstoffe in
der Produktion Verwendung finden können.
IP BAU
Förderung der Verwertung
3 Förderung der Verwertung
3.1
Bauabfälle trennen
30
3.2
Materialien richtig einsetzen
30
3.3
Steuerung von Angebot und Nachfrage
31
3.4
Abbau institutioneller Hindernisse
32
29
Förderung der Verwertung
IP BAU
3 Förderung der Verwertung
Die Voraussetzungen für die Verwertung können
verbessert werden, indem man Bauabfälle konsequent trennt, richtig einsetzt, Recyclingwege kurz
hält, marktwirtschaftliche Steuerungsinstrumente
einführt und institutionelle Hindernisse abbaut.
3.1 Bauabfälle trennen
3.2 Materialien richtig
einsetzen
Recyclingmaterialien werden am sinnvollsten dort
wieder eingesetzt, wo sie herkommen. Zum Beispiel sollen Ausbauasphalt und Strassenaufbruch
wieder im Strassenbau verwendet werden.
Recycling setzt die stoffgerechte Trennung von
Bauabfällen voraus. Je früher Stoffe auf dem Entsorgungsweg getrennt werden, desto einfacher
gestaltet sich deren Rückgewinnung und desto
besser ist die Qualität des Verwertbaren.
So können die Kreisläufe der Materialien auf möglichst kurzem Weg geschlossen werden. Dies setzt
voraus, dass
Die Prioritäten bei der Verwertung und Entsorgung
von Bauabfällen sind wie folgt zu setzen:
•
1 Die Vermischung der Bauabfälle ist zu vermeiden.
Dies geschieht durch Sortierung der Abfälle auf
der Baustelle in stoffspezifische Mulden (Kapitel 4.1). Auf der Baustelle werden keine Sammelbehälter für Sonderabfälle aufgestellt.
Durch Rückbau kann die Vermischung am effizientesten vermieden werden (siehe Kapitel
4.2). Abbrüche sind mit der Rückbau-Methode
durchzuführen.
2 Grobsortierung von vermischten Bauabfällen
auf der Baustelle.
Dies ist dann angezeigt, wenn die Vermischung
der Abfälle nicht vermeidbar ist oder wenn der
Anteil an Verbundmaterialien in den Bauabfällen gross ist.
3 Trennung der Bauabfälle in einer Sortieranlage
(siehe Anhang B.3).
Erst in zweiter Priorität sollen weitere Anwendungen von Recyclingprodukten auch in anderen Bereichen gesucht werden.
•
das Recycling die Materialien nicht wesentlich
entwertet und
eine Verwertung möglichst in der gleichen
Materialfunktion erfolgt.
Der Baubereich ist für die Verwendung von Recyclingmaterialien besonders geeignet, da er grosse
Materialmengen absorbiert. Für den Ersatz von
Wandkies für die Fundation im Strassenbau zum
Beispiel bieten sich gleich mehrere Recyclingmaterialien an: Neben dem Strassenaufbruch und
Ausbauasphalt aus dem Strassenbau selbst werden in der Praxis auch Kehrichtschlacke, Altpneus
oder inerter Bauschutt aus dem Hochbau verwendet. Dies, obwohl der Einsatz von Kehrichtschlacke
und Altpneus wegen deren Auslaugung nicht erfolgen sollte.
Materialkreisläufe der Bereiche Haushalte, Industrie/Gewerbe und Dienstleistungen können sich
überschneiden: Wertstoffe (Glas, Altpapier, Metalle) aus Siedlungsabfällen können für die Herstellung von Produkten für den Baubereich dienen
(siehe Kapitel 5). Aus Produktionsabfällen von Industrie und Gewerbe können aber auch Bauprodukte oder Produkte für Konsumenten hergestellt
werden.
Für den Erfolg des Recycling ist es wichtig, dass
Angebot von Recyclinggütern einer tatsächlich
möglichen Nachfrage anzupassen. Es ist zum
Beispiel fragwürdig, aus grossen Mengen kurzlebiger Kunststoffverpackungsmaterialien langlebige
Baumaterialien wie Leitungsrohre herzustellen.
30
IP BAU
Das vorhandene Verteilnetz im Baumaterialienhandel und den Zulieferbetrieben kann für die
Rücknahme und Entsorgung resp. Verwertung der
Abfälle (z.B. von Verpackungen oder von demontierten Bauteilen wie Fenstern und Installationen)
genutzt werden (siehe Kapitel 5.4). Dies ermöglicht
die Einführung von Mehrwegverpackungen.
3.3 Steuerung von Angebot
und Nachfrage
Marktwirtschaftliche Steuerungsinstrumente verbessern die Voraussetzungen für das Recycling.
Werden die Entsorgungskosten für ein Gut schon
bei dessen Kauf durch eine vorgezogene Entsorgungsgebühr erhoben, ist das für den Käufer ein
Preissignal, das seinen Kaufentscheid zugunsten
von Recyclingprodukten beeinflusst.
Damit können zwei Anliegen einer umweltgerechten Abfallbewirtschaftung erfüllt werden:
1 Die verursachergerechte Deckung der in den
nächsten Jahren weiter steigenden Entsorgungskosten.
2 Die Lenkung der Abfälle in die richtigen Entsorgungs- bzw. Verwertungswege.
Eine vorgezogene Entsorgungsgebühr muss nicht
unbedingt von einer staatlichen Instanz verordnet
werden; sie kann durchaus auch auf Initiative von
privaten Trägerschaften oder Interessenvertretern
für einzelne Güter erhoben werden1.
Förderung der Verwertung
Eine weitere Möglichkeit ist das Erheben von Lenkungsabgaben auf neuen Rohstoffen und damit
deren künstliche Verteuerung gegenüber Sekundärrohstoffen. Dieser Anreiz könnte zu vermehrtem Einsatz von Recyclingmaterialien führen. Beispielsweise könnte auf Wandkies eine Lenkungsabgabe erhoben werden, um die Verwendung von
Betonabbruch zu fördern.
Nach der geplanten Revision des UmweltschutzGesetzes werden die Behörden recyclingwürdige
Produkte fördern können, allerdings nur im Sinne
einer Starthilfe. Die Produkte sollen sich im freien
Markt etablieren und konkurrenzfähig werden. Die
freiwillige Subventionierung von Recyclingprodukten durch die öffentliche Hand mit Verweis auf
eingesparte Entsorgungskosten kann allenfalls
dann sinnvoll sein, wenn Mittel aus dem Ertrag von
zweckgebundenen Lenkungsabgaben aus dem
Abfallbereich eingesetzt werden.
Sollten in Zukunft die Materialkosten steigen, zum
Beispiel aufgrund einer Verknappung von Rohstoffen oder aufgrund der Einführung von Lenkungsabgaben auf Rohstoffen, könnten wieder Märkte
für Bauteile entstehen (siehe Kapitel 5.8). Die Kostensteigerung der Entsorgung wird das Entstehen von «Occasionsmärkten» ebenfalls begünstigen. Die technischen Voraussetzungen werden
geschaffen, indem Gebäude im Rückbau, das
heisst unter möglichst weitgehender Demontage
von Bauteilen, abgebrochen werden (siehe Kapitel 4.2).
1 Die Stiftung Entsorgung Schweiz plant in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Elektronikapparate-Entsorgung (IGEE) die Einführung der
vorgezogenen Entsorgungsgebühr auf Elektronikapparate.Auf Batterien ist die
vorgezogene Entsorgungsgebühr seit kurzem verwirklicht.
31
Förderung der Verwertung
IP BAU
3.4 Abbau institutioneller
Hindernisse
Der zum Teil zweifelhafte Ruf von Recyclingmaterialien bei potentiellen Nachfragern kann durch
bessere Information und Qualitätskontrollen abgebaut werden. Die Deklaration von Recyclingprodukten muss mindestens so umfassend sein wie
bei den herkömmlichen und deren stoffliche Zusammensetzung wiedergeben. Anwender und
Planer sollten diese konsequent verlangen. Sie
erwarten bei Recyclingprodukten dieselben Produkteinformationen, wie sie es von Neuprodukten
her gewohnt sind.
Die technischen Normen sind dahingehend zu
überprüfen und anzupassen, dass sie die Anwendung von Recyclingprodukten und Sekundärrohstoffen fördern oder zumindest nicht erschweren2.
Ebenfalls wichtig ist die Ergänzung von Ausschreibungsunterlagen, nicht zuletzt, damit die im Zusammenhang mit der Entsorgung entstehenden
Kosten detailliert berechnet und dem Bauherrn als
Eigentümer der Abfälle belastet werden können3.
ne Richtlinien sind auf die Anwendungsmöglichkeit von solchen Produkten laufend zu überprüfen
und anzupassen. Das Hochbauamt des Kantons
Basel-Landschaft hat im April 1991 Weisungen
«Umweltschonende Baumaterialien» in Kraft gesetzt (siehe Anhang D).
Der Einsatz von Recyclingprodukten muss schon
in die Planungsphase einfliessen. Dazu braucht es
Aufklärungsarbeit bei den Planern. Diese benötigen eine Übersicht über das Produkteangebot und
die Anwendungsmöglichkeiten sowie Informationen über die damit verbundenen planerischen und
kostenseitigen Konsequenzen.
Wichtig ist, dass die Privatwirtschaft das Baumaterialrecycling vermehrt selbst organisiert. Weiterbildungsveranstaltungen verschiedener Organisationen sowie des IP Bau schaffen das nötige
Verständnis für den materialgerechten Weg der
Stoffe5.
Auch Institutionen, welche grosse Bauvorhaben
verwirklichen, sollen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Recyclingprodukte anwenden4. Der Staat selber kann Vorbild sein und Impulse für die sinnvolle
Anwendung von Recyclingprodukten geben. Inter-
Indem die Wirtschaft in Zukunft die von ihr hergestellten oder vertriebenen Produkte zurücknimmt
und weitgehend wieder in die Produktionskreisläufe einbindet, wird sie mithelfen, die Abfallgüterströme entscheidend zu beeinflussen.
2 Kommissionen des SIA und VSS befassen sich zurzeit mit der Ergänzung ihrer
Normen bzw. der Ausarbeitung von Empfehlungen für die Anwendung von
Recyclingmaterialien.
3 Eine Arbeitsgruppe «Entsorgung/Recycling», unter Federführung des SIA und
Mitarbeit weiterer interessierter Kreise, hat Ausschreibungsunterlagen für
Baustellenentsorgung (inkl. Rückbau) erarbeitet. Zurzeit werden damit
Erfahrungen gesammelt (siehe Anhang E).
4 Die Stadt Zürich verwendet bei Sanierungen ihrer Liegenschaften für
Wärmeisolationen Zellulosematerial aus Altpapier.
5 Dafür gibt es schon mehrere Ansätze: Der Abbruch- und Recyclingverband
(ARV) in der Region Zürich bildet Fachpersonal von Mitgliedfirmen aus, der
Gewerbeverband Basel-Stadt unterstützt branchenbezogene Ausbildungskurse, das IP-Bau hält Veranstaltungen zum Thema der vorliegenden
Publikation ab.
32
IP BAU
Baustellen entsorgungsgerecht organisieren
4 Baustellen entsorgungsgerecht
organisieren
4.1
4.1.1
4.1.2
4.1.3
4.1.4
Baustellenentsorgung
Voraussetzungen
Muldenverzeichnis
Realisierung
Beispiel Winterthurer Sortiersystem
34
34
34
34
36
4.2
4.2.1
4.2.2
Rückbau
Ablauf
Kostenvergleich
39
39
41
4.3
Auflagen in Baubewilligungen
42
33
Baustellen entsorgungsgerecht organisieren
IP BAU
4 Baustellen
entsorgungsgerecht organisieren
Die Trennung der Materialien erfordert eine Neuorganisation der Baustellen. In diesem Kapitel ist die
entsorgungsgerechte Organisation von Baustellen allgemein und von Abbrüchen im speziellen
beschrieben. Zusätzlich ist das Beispiel einer Auflage der Behörden zitiert, mit der entsorgungsgerechte Baustellen erreicht werden sollen.
4.1 Baustellenentsorgung
Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) verfolgt mit seinem Baustellen-Entsorgungskonzept
gesamtschweizerisch folgende Zielsetzungen:
• Durchsetzung eines Entsorgungskonzeptes auf
jeder Baustelle
• Einführung einheitlicher Begriffe
• Vollzug in Zusammenarbeit mit den Sektionen.
Mit dem Mehrmuldenkonzept sollen die Bauabfälle möglichst auf der Baustelle entsprechend den
gegebenen und vorgeschriebenen Verwertungsbzw.Entsorgungsmöglichkeiten getrennt werden.
4.1.1 Voraussetzungen
• Gemäss TVA müssen Sonderabfälle zwingend
separat entsorgt und dürfen nicht mit den übrigen Abfällen vermischt werden. Jeder Unternehmer ist für von ihm verursachte Sonderabfälle und deren Überführung in die Entsorgung
selbst verantwortlich. Diese geschieht meist
über die Lieferanten oder branchenspezifische
Kanäle.
34
•
•
Klare Kennzeichnung der Mulden mit der entsprechenden Sorten-Nummer, der mehrsprachigen Beschreibung und der bildlichen Darstellung und Bezeichnung der zugelassenen
Materialien.
Die Ausarbeitung und Bereitstellung des Materials zur Bezeichnung von Mulden ist den SBVSektionen bzw. regionalen Entsorgungsgesellschaften übertragen, bei denen es auch zu beziehen ist.
4.1.2 Muldenverzeichnis
Das Konzept des Schweizerischen Baumeisterverbandes beruht auf der in Figur 4-1 dargestellten
Muldenaufteilung.
4.1.3 Realisierung
Die Realisierung eines Konzeptes bedarf des Zusammenwirkens aller Beteiligten in einer Entsorgungsregion. Die privatwirtschaftlich organisierte
Solothurner Entsorgungsgesellschaft (SEG) hat
ein Konzept realisiert. Die Mitglieder garantieren
mit einem Signet die umweltgerechte und korrekte
Entsorgung. Ein unabhängiges, von der Entsorgungsgesellschaft getragenes Inspektorat kontrolliert die Tätigkeit der beteiligten Firmen.
Möglich ist auch die Realisierung von Konzepten
durch Gewerbeverbände. In einigen Kantonen und
Städten sind Entsorgungskonzepte durch Gewerbeverbände in enger Zusammenarbeit mit den
Behörden realisiert worden.
IP BAU
Baustellen entsorgungsgerecht organisieren
Figur 4-1: Muldenverzeichnis gemäss Entsorgungskonzept des Schweizerischen Baumeisterverbandes
35
IP BAU
36
IP BAU
Bild 4-1:
Baustellen entsorgungsgerecht organisieren
Plakate, die auf Kartonständer montiert werden können
37
Baustellen entsorgungsgerecht organisieren
IP BAU
Kontaktadressen
38
-
Schweizerischer Baumeisterverband
Weinbergstrasse 49
8035 Zürich
-
Gewerbeverband Basel-Stadt
Elisabethenstrasse 23
4010 Basel
-
Stadtverwaltung Winterthur
Departement Bau, Entsorgung
Neumarkt 1
8402 Winterthur
-
Solothurner Entsorgungsgesellschaft
Obachstrasse 10
4500 Solothurn
-
2MK-Entsorgungs AG,
Zentralstrasse 20
6030 Ebikon
-
Aargauische Bauwirtschaftskonferenz
Vordere Hauptgasse 29
4800 Zofingen
-
Graubündnerischer Baumeisterverband
Saluferstr. 30
7002 Chur
-
Entsorgungsgesellschaft Etzel und Linth
Hauptstr. 1
8716 Schmerikon
Baustellen entsorgungsgerecht organisieren
IP BAU
4.2 Rückbau
Eine Folge der TVA ist, dass der Abbruch von
Gebäuden wann immer möglich im «Rückbau»
geschehen muss. Mit der bis anhin praktizierten
«Hau-Ruck»-Methode kann nur ein kleiner Teil der
Bauabfälle verwertet werden, während der grösste Teil deponiert werden muss. Mit Rückbau soll
der Anteil des Verwertbaren gesteigert und die zu
entsorgende Menge Bauabfälle klein gehalten
werden.
4.2.1 Ablauf
Bei der Planung von Rückbauvorhaben sind unter
anderem folgende Rahmenbedingungen zu berücksichtigen:
Für den Rückbau müssen genügend Zeit sowie die
gesamte Entsorgungslogistik im Bauablauf eingeplant werden. Folgende Arbeiten sind dabei auszuführen:
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Platzverhältnisse
Baukonstruktion
Entsorgungs- bzw. Verwertungsmöglichkeiten
Bauablauf (Zeitverhältnisse)
Erschliessung (Verkehr, Werkleitungen)
Sicherheit
Auflagen der Behörden (Baubewilligungs- und
Umweltbehörden)
•
•
•
Die Abbau- oder Demontagetechnik, das Mass
sowie der Ort der Trennung der Bauabfälle sind
stark objekt- und standortabhängig. Damit diese
und weitere Rahmenbedingungen erfüllt werden
können, muss der Rückbau entsprechend detailliert ausgeschrieben werden. Die SIA Arbeitsgruppe «Baustellenentsorgung» hat einen Ausschreibungstext entworfen (siehe Anhang E).
Entfernung Bodenbeläge (Teppiche, Parkett,
Kunststoff)
Demontage Apparate und Installationen inkl.
Leitungen
Demontage Fenster und Türen inkl. Rahmen
Abdeckung des Daches (Ziegel, Kiesschüttung,
Wärmedämmung)
Demontage Holz-/Stahlkonstruktionen (Dachstuhl)
Abbruch Mauerwerk/Beton (Wände, Decken,
Treppen, Fundamente). Einsatz von Spezialwerkzeugen (Betonbeisser, Spezialgreifer)
Aussortierung, Abtrennung von noch vorhandenen groben Holz-/ Stahlteilen (Armierungen)
aus dem Bauschutt
Aussortierung Mauerwerk, Separierung und
Zerkleinerung von Betonabbruch (mit/ohne
Armierung)
Auflad und Abtransport zur Verwertung/Entsorgung der einzelnen Fraktionen
Rückbau setzt eine beinahe ebenso detaillierte Planung der Arbeiten voraus wie alle anderen Bautätigkeiten. Die vorhandenen Materialien, Konstruktionen und Verbindungen sind vor Rückbaubeginn zu erfassen und deren Demontage und
Verwertung ist zu planen.
39
Baustellen entsorgungsgerecht organisieren
Bild 4-2:
Abtrag und Palettierung von Ziegeln
Bild 4-3:
Demontage bis auf Tragstruktur
40
IP BAU
Bild 4-4:
Einsatz von Spezialwerkzeugen (Betonschere), (Bilder 4-2 bis 4-4 A. Aebersold)
Baustellen entsorgungsgerecht organisieren
IP BAU
4.2.2 Kostenvergleich
Abbruchunternehmer sind der Auffassung, dass
die Entsorgungskosten für Rückbau schon heute
tiefer sind als bei der bis anhin praktizierten «HauRuck»-Methode. Dieser Unterschied dürfte sich
mit den erwarteten Kostensteigerungen der Entsorgung vergrössern. Zudem dürfte der Ertrag
durch den Absatz von Verwertbarem längerfristig
zunehmen.
Die Kosten sind stark standortabhängig. Für das
folgende Beispiel aus dem Raum Zürich gelten die
nachstehenden Entsorgungskosten:
198.- Fr./t
Bildet man die Differenz zu den Deponiekosten für
1000 m3 Bauabfällen («Hau-Ruck»), ergeben sich
die Einsparungen bei den Entsorgungskosten:
1000 m3 Bauabfälle
deponiert à Fr. 70.-
Fr. 70000.-
Entsorgungskosten Rückbau
(Tabelle 4-1)
Fr. 28610.-
Einsparung Entsorgung
Fr. 41390.-
Vernachlässigt man allfällig unterschiedliche
Transportkosten, so können für die erforderliche
Mehrarbeit bei Rückbau pro 1000 m3 Bauabfälle
rund Fr. 40000.- aufgewendet werden.
-
Kehrichtverbrennungsanlage
-
Bausperrgut-Sortieranlage
77.- Fr./m3
-
Deponie für Bauabfälle
(Inertstoff/Reaktordeponie)
70.- Fr./m3
-
Annahmegebühren für sauberen
Bauschutt zur Aufbereitung 8.- bis 30.- Fr./m3
Adressen:
-
Ablagerungsgebühr für
Aushub
-
SIA Generalsekretariat
Postfach
8039 Zürich
-
ARV, Abbruch-, Aushub- und Recyclingverband
Gerbegasse 10
8302 Kloten
5.- bis 21.- Fr./m3
je Abladeort
In Tabelle 4-1 sind die Entsorgungskosten bei Rückbau für 1000 m3 Bauabfälle berechnet.
Rückbau
Betonabbruch
Mischabbruch
Altholz und Brennbares
Metalle
Reststoffe (Deponie)
Total Entsorgungskosten Rückbau
Menge
350 m3
330 m3
180 m3 (45 t)
40 m3
100 m3
1000 m3
Fr./Einh.
Kosten
8.–/m3
30.–/m3
198.–/t
gratis
70.-/m3
Fr. 2800.–
Fr. 9900.–
Fr. 8910.–
–.–
Fr. 7000.–
Fr. 28610.–
Tabelle 4-1: Entsorgungskosten für 1000 m3 Bauabfälle mit Rückbau
41
Baustellen entsorgungsgerecht organisieren
IP BAU
4.3 Auflagen
in Baubewilligungen
Die Bausektion II des Stadtrates von Zürich hat am
2. Oktober 1990 beschlossen, zukünftig in alle Baubewilligungen Auflagen aufzunehmen, die auf
eine Minderung der Belastungen aus dem baustellenbedingten Schwerverkehr sowie auf eine umweltgerechte Abfallwirtschaft auf den Baustellen
abzielen. Die Auflagen können mit geringen Anpassungen übernommen werden und lauten wie
folgt:
getrennt zu erfassen. Aushub und Bauschutt sind
der nächstgelegenen Bahnumladestelle, Deponie
oder Aufbereitungsanlage, Bausperrgut der
nächstgelegenen Sortieranlage zuzuführen. Sonderabfälle sind über branchenspezifische Organisationen, durch Rückgabe an Produktelieferanten
oder über die städtische Sammelstelle Hagenholz
zu entsorgen.»
Bei grösseren Bauvorhaben ist das Dispositiv
durch folgenden Normsatz zu ergänzen:
In alle Bau- und Abbruchbewilligungen (ausgenommen Bewilligungen im Anzeigeverfahren) sollen folgende Normsätze aufgenommen werden:
In die Erwägungen:
«Das Entstehen von Baustellenabfällen ist soweit
möglich zu vermeiden. Anfallende Abfälle sind
gesondert zu erfassen, soweit möglich wieder zu
verwerten und im übrigen umweltgerecht zu entsorgen (Art. 30 USG, 24 EGGSchG).»
«Die durch Baustellenstransporte bedingten
Schadstoff- und Lärmbelastungen sind durch
Wahl möglichst kurzer Lastwagentransportdistanzen zu mindern (Art. 11 und 12 USG, 226 PBG.).»
In das Dispositiv:
«Baustellenabfälle sind, soweit möglich, zu vermeiden oder auf der Baustelle wieder zu verwerten.
Die zu entsorgenden Abfälle sind auf der Baustelle
42
«Ein entsprechendes Transportdispositiv ist der
Stadtpolizei, Abteilung für Verkehr, zur Genehmigung einzureichen. Vor Baubeginn ist der Baupolizei über die erfolgte Genehmigung eine Bestätigung der Abteilung für Verkehr einzureichen.»
Bei grösseren, nur anzeigepflichtigen Abbruchvorhaben sollen die Bestimmungen durch Verfügung
erlassen werden.
Adresse
- Umweltschutzfachstelle
Gesundheits- und Wirtschaftsamt
der Stadt Zürich
Walchestrasse 31
8035 Zürich
IP BAU
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
5 Verwertung und Entsorgung
von Bauabfällen
5.1
Überblick: Welche Bauabfälle gehören wohin?
44
5.2
Verwertung von Bauschutt
47
5.3
Verwertung von Ausbauasphalt
49
5.4
Verwertung von Polyäthylen
51
5.5
Verwertung von Polystyrol
52
5.6
Verwertung von PVC-Fenstern
53
5.7
Verwertung von PVC-Bodenbelägen
54
5.8
Wiederverwendung von Bauteilen
55
5.9
Anwendung von Schaumglasprodukten
57
5.10
Anwendung von Altglas als Sandersatz
58
5.11
Anwendung von Zellulosedämmstoff
59
5.12
Entsorgung und Verwertung von Haustechnikanlagen
60
43
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
5 Verwertung und Entsorgung
von Bauabfällen
5.1 Überblick: Welche Bauabfälle gehören wohin?
Material
Beschreibung
Verwertung
(RC=Recycling)
Entsorgung
gem. TVA
Aushub/
Abraum
unverschmutzter Aushub
gem. TVA
Erdbau, Hinterfüllungen, Kiesgrubenauffüllungen, Rekultivierungen
frei
Natursteine
Gehauene Steine wie Granit, Porphyr, Sandstein
etc.
Ursprüngliche Verwendung, brechen zu RCKiessand (Kap. 5.2)
frei
Metalle
Guss, Stahl, Aluminium,
Kupfer, Zinn, Blei etc.
Schrotthandel, Sortierung und Metallproduktion
Verwertung
Holz
Bauteile/Tragkonstruktionen
aus Holz, als Ganzes
abgebaut
Als ganze Bauteile,
zu Spanplatten, Holzzement, Verbrennung
(nicht offen)
Verwertung,
Verbrennung (nicht
offen)
Glas
Fensterglas, Glasbausteine und Glasziegel
herkömmliches Glasrecycling, (grosse
unverschmutzte
Mengen:)
Schaumglasprodukte
(Kap. 5.9), Leitungsbettung (Kap. 5.10)
Verwertung,
Inertstoffdeponie
Kunststoffe
Sortenreine Kunststoffe
(PVC, PE, GFK usw)
Kunststoffrecycling
(Kap. 5.4, 5.5, 5.6,
5.7)
Verwertung, KVA;
theoretisch auch
Reaktordeponie
Kulturerde
Kulturerde («Humus»)
Rekultivierung
Gartenbau
frei
Gebrauchte
Baustoffe
Tabelle 5-1: Verwertungs- und Entsorgungsmöglichkeiten für Aushub/Abraum und gebrauchte Baustoffe
44
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
Material
Beschreibung
Verwertung
Bauschutt
(inerte Bauabfälle)
Entsorgung
gem. TVA
(Art. 9 b.)
Ausbauasphalt
gemäss Definition
SIA/VSS
Asphaltgranulat für
RC-Mischgut,
Stabilisierungen,
Fundationsschichten
und Planien
(Kap. 5.3)
Verwertung,
Inertstoffdeponie
Strassenaufbruch
Definition SIA/VSS
RC-Kiessand für
HMF-Mischgut, Stabilisierungen, Fundationsschichten (Kap. 5.2.)
Verwertung,
Inertstoffdeponie
Betonabbruch
Definition SIA/VSS
Betongranulat für RCBeton, ev. Stabilisierungen, Fundationsschichten (Kap. 5.2)
Verwertung,
Innertsoffdeponie
inerter
Mischabbruch
Definition SIA/VSS
Mischabbruchgranulat
für Stabilisierungen,
Fundationsschichten
(Kap. 5.2)
Verwertung,
Inertstoffdeponie
Tabelle 5-2: Verwertungs- und Entsorgungsmöglichkeiten für Bauschutt
45
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
Material
Beschreibung
IP BAU
Verwertung
Bausperrgut
«andere Bauabfälle» (TVA)
(Art. 9 c.)
Sortierung
Mineralische
Fraktion
(gemischte
Feinfraktion)
Verputze, keramische
Wand- und Bodenbeläge
Reststoffdeponie
Altholz
Bau-, Möbel- und
Verpackungsholz
Brennbare
Materialien
(KVA-Fraktion)
Alle brennbaren
Materialien ohne
Altholz
Metalle
Eisen und Buntmetalle
Schrotthandel,
Sortierung, Metallproduktion
Verwertung
Bitumen
Abdichtungsbahnen
Rückgewinnung möglich
KVA, theoretisch
auch Reaktordeponie
Dämmstoffe
Holzfaserplatten, Kork,
Schäume, Polystyrol,
Mineralfaserwollen
stoffspezifisch,
z.T. möglich
(Kap. 5.5)
KVA, theoretisch
z.T. auch Reaktordeponie
Verpackungen
und Gebinde
Kartonschachteln, Holzkisten, Polystyrol,
Kunststoff-Folien,
Kessel, Büchsen
Rücknahme durch
Lieferanten zur Wiederverwendung (Kap. 5.4)
KVA, Raktordeponie
Holzkonstruktionen,
(Kap. 5.8),
Energienutzung
KVA, in Zukunft
Zementwerk
KVA, theoretisch
auch Reaktordeponie
Tabelle 5-3: Verwertungs- und Entsorgungsmöglichkeiten für Bausperrgut
46
Entsorgung
gem. TVA
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
5.2 Verwertung von Bauschutt
(inerte Bauabfälle gem. TVA)
Strassenaufbruch und Gebäudeabbruch
Von Strassenaufbrüchen und Gebäudeabbrüchen
stammen vorwiegend inerte Bauabfälle (Bauschutt). Das Recycling dieses Materials entlastet
die Abfallbehandlung (Deponien) markant und
lässt beträchtliche Einsparungen an Primärrohstoffen (v.a. Kiessand) erzielen.
Ausgangsmaterialien
• Strassenaufbruch (Kiessand oder hydraulisch
stabilisierte Schichten mit geringen Mengen an
anorganischem Erdmaterial, Pflästerungen,
Abschlüsse, Beton)
• Betonabbruch
• Mischabbruch (Konglomerat mineralischer
Fraktionen von Massivbauteilen wie Beton,
Backstein-, Kalksandstein- und Natursteinmauerwerk)
Aufbereitung
• Brechen auf Korngrössen 0/22 bis 0/100 mm je
nach Verwendung in mobilen oder stationären
Brechanlagen
• eventuell Fraktionieren
• Ausscheiden der Bewehrung (Eisen)
Anwendungen
Die rückgewonnenen Rohstoffe können je nach
Eignung als mineralischer Zuschlagstoff oder als
Kiessandersatz im Strassen- und Tiefbau verwendet werden. Die derzeitigen Anwendungsbereiche
sind in Tabelle 5-4 aufgeführt.
Material:
Strassenaufbruch
Betonabbruch
Mischabbruch
Rückgewonnener
Rohstoff
Recycling-Kiessand
Betongranulat
Mischabbruchgranulat
Verwertung
1. Zuschlagstoff für Asphaltfundationsschichten HMF
1. Zuschlagstoff
für Recyclingbeton
2. Zuschlagstoff für hydraulisch oder bituminös stabilisierte Fundationsund Tragschichten
3. Kiessandersatz für Fundationsschichten, Grabenauffüllungen,
Hinterfüllungen etc.
Tabelle 5-4: Verwertungsmöglichkeiten von aufbereitetem Bauschutt numeriert nach Priorität
47
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
Die Direktion der Öffentlichen Bauten des Kantons
Zürich erlässt eine Richtlinie über die umweltrelevanten Qualitätsanforderungen, Einbauvorschriften und die Verwertungsmöglichkeiten von Sekundärbaustoffen aus Bauschutt.
IP BAU
•
•
Eigenschaften/Bemerkungen
• Bautechnisch sind Recycling-Kiessand und
Betongranulat den primären Mineralstoffen
(Kiessand) ebenbürtig. Mischabbruchgranulat
ist hinsichtlich seiner technischen Eignung für
die Verwendung in Fundationsschichten zu prüfen.1
Bild 5-1:
Bauschutt-Aufbereitungsanlage in Betrieb (Bild W. Rüegg)
1 Für Adressen von Firmen, die solche Analysen durchführen, wende man sich
an die kantonalen Gewässer- bzw. Umweltschutzämter.
48
Bei der Verwendung von aus Bauschutt rückgewonnenen Rohstoffen als Kiessandersatz in Gewässerschutzbereichen ist die Umweltverträglichkeit (Eluierbarkeit) zu prüfen. Hier sind zurzeit noch Kenntnisse ausstehend.
Durch eine gemeinsame Arbeitsgruppe VSS/
SIA wird eine Norm «Verwertung von Bauschutt» erarbeitet, in der bautechnische und
umweltrelevante Anforderungen an die rückgewonnenen Mineralstoffe in Abhängigkeit der
vorgesehenen Verwendung festgelegt werden.
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
5.3 Verwertung
von Ausbauasphalt
Ausgangsmaterialien
• Belagsaufbruch
• Fräsasphalt
•
Herstellung des Asphaltgranulats
• Zerkleinern des Belagsaufbruchs auf Korngrössen 0/16 bis 0/32 mm
• Kaltfräsgut kann direkt wiederverwendet werden und erfordert keine Aufbereitung
Anwendung des Asphaltgranulats
• Wiederaufbereitung zu Asphaltmischgut («Recycling in plant»)
• Zuschlagstoff für bituminös oder hydraulisch
stabilisierte Fundations- und Tragschichten
• Kiessandersatz für Fundationsschichten und
Planien
«Recycling in place»
• Remixing: Aufwärmen und Auflockern des bestehenden Belages, Einmischen an Ort von
Ergänzungsmischgut (und/oder von Heissbitumen, Regenerierungsmittel, Mineralstoffen),
Einbauen und Verdichten des korrigierten
Heissmischgutes mit Remixer. Remixing ist mit
hohem Energieverbrauch und sehr hohen Kohlenwasserstoff-Emissionen verbunden. Das
Verfahren soll nicht mehr angewendet werden;
in einzelnen Kantonen ist es untersagt.
Kalt-Recycling: Kaltfräsen des bestehenden
Belages, Vermischen des anfallenden Asphaltgranulates mit Emulsion (und/oder mit Regenerierungsmittel, Mineralstoffen), Einbauen und
Verdichten des Kaltmischgutes mit Mischfertiger.
«Recycling in plant»
• Mit Kaltzugabe des Asphaltgranulats: Das Asphaltgranulat wird kalt beigegeben, und die
Erhitzung wird dadurch erzielt, dass das Mineralstoffgemisch (Neumaterial) in der Trockentrommel auf höhere Temperatur gebracht wird
und eine Wärmeübertragung von Neumaterial
zum Altmaterial stattfindet. Der Altasphaltanteil im Recyclingmischgut ist bei diesem Verfahren auf 20-30% beschränkt.
• Mit Warmzugabe des Asphaltgranulats: Wie
aus untenstehendem Schema ersichtlich ist,
wird das Asphaltgranulat in einer Paralleltrommel getrocknet und auf 130-140°C erhitzt. Die
Warmzugabe des Asphaltgranulates gestattet,
den Altasphaltanteil im Recyclingmischgut auf
40-60% zu erhöhen.
Figur 5-1: Materialflussschema einer Mischanlage mit Paralleltrommel
49
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
Eigenschaften/Bemerkungen
• Die Heissaufbereitung von Asphaltgranulat
schliesst den Stoffkreislauf in idealer Weise, da
sowohl die Mineralstoffe verwertet als auch die
Bindemittel reaktiviert werden.
• Die Ergebnisse verschiedener Forschungsarbeiten und laufender Qualitätskontrollen haben
erkennen lassen, dass Recyclingmischgut in
asphalttechnologischer Hinsicht dem Normalmischgut gleichwertig ist. Die einschlägigen
VSS-Normen machen hinsichtlich der Empfehlungen, Vorschriften und Anforderungen keinen Unterschied zwischen Mischgut aus neuen
Mineralstoffen und Recyclingmischgut.
• Von den rund 90 stationären Belagslieferwerken, die den schweizerischen Bedarf an Asphaltmischgut zur Hauptsache abdecken, sind
gegen 50 für die Verarbeitung von Ausbauasphalt zu Recyclingmischgut eingerichtet.
• Die Voraussetzungen, um den Ausbauasphalt
durch Heissaufbereitung einer umfassenden
Wiederverwendung zuzuführen, sind demnach
gegeben. Nicht voll ausgeschöpft sind hingegen die zusätzlichen Einsatzmöglichkeiten für
50
IP BAU
Recyclingmischgut. In ökonomischer und ökologischer Hinsicht besonders interessant ist ein
konsequentes Umsteigen von konventionellen
Kiessandfundationsschichten auf Asphalt-fundationsschichten bei der Erneuerung bestehender Strassen, da mit dieser Alternative grosse
Mengen Ausbauasphalt wiederverwendet und
erhebliche Einsparungen an Mineralstoffen
und Deponieraum erzielt werden können.
Adressen
- ca. 90 Mischgutwerke in der Schweiz
- Schweizerische Mischgutindustrie (SMI)
6023 Rothenburg
- Vereinigung Schweizerischer Strassenfachleute (VSS), Seefeldstrasse 9, 8008 Zürich
Literatur
- M. Blumer: «Strassenbau und Strassenerhaltung mit Asphaltmischgut», Schweizerische
Mischgutindustrie, 1989
- M. Blumer: «Entsorgung und Wiederverwendung von Ausbauasphalt», Strasse und Verkehr
6/90, Abfallspektrum 1/91 und andere Fachzeitschriften
IP BAU
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
5.4 Verwertung von
Polyäthylen
Herkunft/Ausgangsmaterial
• Baufolien (Polyäthylen)
• Schrumpfhauben von Palett-Verpackungen
(Polyäthylen)
• Verpackungssäcke (Polyäthylen)
Aufbereitung
• Sammellogistik mit Polyäthylen-Säcken (Fr. 3./Stk.), welche auf der Baustelle mit gereinigten
PE-Abfällen gefüllt werden.
• Rücknahme gefüllter Säcke gleichzeitig mit Materiallieferungen auf die Baustelle.
• Sammeln und Pressen der gefüllten Säcke in
den Geschäftsstellen der Vertriebsfirma.
• Aufbereitung und Wiederverwendung des Materials durch die kunststoffverarbeitende Industrie zu Baufolien oder Kabelschutzrohren, die
wieder im Baubereich verwendet werden und
durch die Vertriebsfirma im Sortiment geführt
werden.
Bemerkungen
• Die optimale Schliessung des PolyäthylenKreislaufs wird nur erreicht, wenn tatsächlich
Recyclingprodukte (Baufolien, Kabelschutzrohre, Sickerrohre) auch im Baubereich wieder
zum Einsatz kommen. Dies bedarf unter anderem schon in der Planung die Berücksichtigung
des Einsatzes von Recyclingprodukten, da dafür unter Umständen konstruktive Anpassungen nötig sind.
• In Ausschreibungen kann zudem mit der Materialspezifikation der Einsatz von Recyclingprodukten verlangt werden.
• Eine Kundeninformation mit 5-sprachigen
Merkblättern liegt vor.
• Denkbar ist eine Ausdehnung solcher Systeme
für andere Bereiche und Materialien (z.B. Polystyrol-Verpackungsmaterial).
Adressen
- HG Commerciale
Handelsgenossenschaft des Schweiz.
Baumeisterverbandes
Stauffacherquai 46
8039 Zürich
und deren Geschäftsstellen
- ASKI
Arbeitsgemeinschaft der Schweiz.
Kunststoffindustrie
Nordstrasse 15
8006 Zürich
Bild 5-2:
Recyclingprodukte für den Baubereich
hergestellt aus Regranulaten (Bild EMPA)
51
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
5.5 Verwertung von expandiertem
Polystyrol-Hartschaum (EPS)
Herkunft/Ausgangsmaterial
• Abschnitte, die bei der Verarbeitung von EPS
anfallen (Industrie- und Bauanwendungen)
• Verpackungen
Aufbereitung
• Geplante Einführung einer Sammellogistik mit
Gebührensäcken (500 l), welche in Betrieben
oder auf Baustellen mit sauberen EPS-Abfällen
gefüllt werden.
• Anforderungen:
sortenreines EPS (ohne Fremdkunststoffe)
keine Fremdstoffe (ohne Etiketten, Kleber,
Karton usw.)
• Einsammlung gefüllter Säcke auf Rückfahrten
von Materiallieferungen bei Betrieben oder auf
Baustellen (allenfalls Festlegung von Mindestabnahmemengen).
• Verwertung der gesammelten EPS-Abfälle zu
Baudämmstoffen oder zu Verpackungen. Verschiedene Verfahren sind in der Praxis eingeführt. Es ist heute möglich, Bauplatten und
52
Formteile aus 100% Recycling-Material herzustellen.
Bemerkungen
• EPS wird ohne FCKW geschäumt.
• Die importierte bzw. in der Schweiz hergestellte
Menge EPS beträgt ca. 1,5 bis 2 Mio m3 pro Jahr.
• Die EMPA prüft zurzeit die Eigenschaften von
EPS-Recyclingplatten für die Wärmedämmung
von Böden.
• Die Ausweitung eines Sammelsystems im Detailhandel (für Kleinmengen) ist denkbar.
Verwertungsbetriebe
- beim Verband anfragen:
VSPH (Verein Schweizerischer Polystyrol- und
Hartschaum)
c/o Dr. R. Haller
Spitalstr. 5
5630 Muri
IP BAU
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
5.6 Verwertung von
PVC-Fenstern
Ausgangsmaterial
• PVC-Fenster
Aufbereitung
• Ausbau von Fensterflügeln und Fensterrahmen
• Rücktransport der gebrauchten Fenster zur zentralen Sammelstelle
• Demontage der Metallbeschläge (Verwertung)
und des Glases
• Zersägen der Profile, Transport nach Deutschland
• Herstellung neuer PVC-Profile aus 70-80% Regenerat und 20-30% PVC-Neumaterial mit sogenanntem co-Extruder-Verfahren
Bemerkungen
• PVC ist als Material für Bau- und Konsumprodukte zu vermeiden. Trotzdem ist das Recycling
von verbauten PVC-Produkten begrüssenswert.
• Zurzeit sind noch zuwenig ausgediente PVCFenster für ein sich lohnendes Recycling verfügbar.
• Bei vielen anderen Baumaterialien aus PVC
(z.B. Türen, Folien) bieten die Hersteller noch
kein Recycling an. Siehe auch Kap. 5.7.
Bild 5-3 und 5-4:
An der Sammelstelle werden Glas und Beschläge demontiert, Metalle, Glas und PVC werden verwertet (Bilder Ego
Kiefer)
Adresse
- Ego Kiefer
9450 Altstätten SG
53
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
5.7 Verwertung von
PVC-Bodenbelägen
Ausgangsmaterial
• PVC-Bodenbeläge
•
Aufbereitung
• Zwischenlagerung an zentralem Ort in der
Schweiz
• Transport per Bahn nach Norddeutschland
• Mechanische Zerkleinerung
• Reinigung von Kleberresten
• Mahlen zu Pulver
• Zugabe bei der Neuproduktion von PVC-Bodenbelägen
Bemerkungen
• Das Material kann zu 100% verwertet werden.
• Bei der Produktion von Bodenbelägen können
54
50%, bei der Produktion von Unterlagsböden
100% Recyclingmaterial verwendet werden.
Die Recyclinganlage in Norddeutschland steht
bei Redaktionsschluss noch in der Erprobung.
Ueber die Umweltverträglichkeit des Prozesses
ist z.Zt. nichts bekannt. Wir setzen voraus, dass
die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden.
Adresse
- Verband Schweizerischer Fachgeschäfte für
Linoleum, Spezialbodenbeläge und Teppiche
(VSLT)
Bachstrasse 82
5000 Aarau
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
5.8 Wiederverwendung von
Bauteilen
•
•
•
•
•
Grundsätzlich ist es wünschenswert und am
umweltverträglichsten, wenn ganze Bauteile
rezykliert werden können. Grenzen sind dort zu
setzen, wo ältere Bauteile den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen (z.B. einfachverglaste Fenster, welche energetische Normen nicht einhalten können).
Es kommen nur nahezu unbeschädigte, voll
funktionstüchtige Teile in Frage, die fachgerecht ausgebaut wurden und mit allem Zubehör
versehen sind. Zusammenpassende Teile (z.B.
Fenster und Läden) zusammen lassen!
Sinnvoll ist auch die Verwendung von neuen
Bauteilen, die infolge Mängeln zu Produktionsausschuss wurden.
Oft sind qualitative Verbesserungen und/oder
Kosteneinsparungen möglich (z.B. mit dem Einbau alter Parkettböden oder alten Türen).
Voraussetzung ist der frühzeitige Einbezug der
in Frage kommenden Bauteile in die Objektplanung von Seiten der Unternehmer und Planer.
Allenfalls ist Spielraum für Entscheidungen
während des Bauprozesses vorzusehen. Dazu
müssen Projekt- und Ausführungsplanung in
den gleichen Händen liegen.
•
•
•
•
•
Dies erfordert Phantasie und Flexibilität im
Umgang mit den Altbauteilen und der Aestethik.
Oft können gebrauchte Bauteile bei Verwendungen mit reduzierten Anforderungen (Neben-, Kellerräume, Uebergangslösungen) eingesetzt werden.
Schaffung von Bauteilbörsen: Da der Platz für
ein Bauteillager viel Raum beansprucht, müssen Angebot und Nachfrage öffentlich und
möglichst einfach zugänglich sein. In der Bauteilbeschreibung muss auch angegeben sein,
wann das Teil angeboten bzw. benötigt wird.
Heute bestehen neue Möglichkeiten, Informationen auszutauschen. So haben die Handelskammern der Schweiz unter Videotex-Seite
*5005# eine Abfallbörse eingerichtet. Dank der
finanziellen Unterstützung des BUWAL können
Inserenten 1991 gratis publizieren. Zahlreiche
Gemeinden (KMG) haben ebenfalls unter Videotex Abfallberatungsstellen mit Möglichkeiten zur Aufgabe von Gratisinseraten eingerichtet.
Diverse Computermailboxen bieten ebenfalls
Dienstleistungen zu Abfallfragen und «Anschlagbretter» für Inserate an.
Bauteil
Wiederverwendung
Ziegel
Dacheindeckungen
Natursteine/-platten
Gartengestaltung/Verkleidungen
Stahlträger
Spezialtiefbauarbeiten/Stahlkonstruktionen
Holzbalken
Spezialtiefbauarbeiten/Grabenspriesse
Parkettböden
Wiederverlegung als Ganzes
Fenster/Türen
(inkl. Rahmen)
Fenster für Treibhäuser/Wintergärten
Treppen, Geländer
Wiedereinbau, ev. nach Anpassungen
Installationen/
Geräte
Überholung/Wiederverwendung
Tabelle 5-5: Beispiele von Bauteilen, welche als Ganzes wiederverwendet werden könnten
55
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
Bild 5-5:
Videotex-Seite 5005
Bild 5-6:
Wiederverwendung einer Wohnungstüre
zur Abtrennung eines ausgebauten Dachgeschosses in einem Einfamilienhaus (Bild
Baugemeinschaft Höschgasse)
56
IP BAU
Adressen
- «Fundgrube» (Zeitschrift)
oder Videotex *2255# Fundgrube
- Tageszeitungen für Inserate
- VIDEOTEX *5005# Handelskammern der
Schweiz
- Altstoffhändler (siehe Anhang G)
- Baugemeinschaft Höschgasse
8008 Zürich
- Projekt für Recyclingbörse von Bauteilen und
Baumaterialien
avercon GmbH
Industriering 34
8134 Adliswil
- Otto Meyer
6233 Büron
(alte Ziegel, Tonplatten, Riemenböden, Steine
usw.)
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
5.9 Anwendung von
Schaumglasprodukten
Herkunft/Ausgangsmaterial
• Altglassammlung in der Schweiz, nicht farbgetrenntes Altglas
Aufbereitung
• Brechen des Altglases
• Aussortieren aller Nichtglas-Teile
• Mahlen des Altglases
• Zugabe von mineralischem Blähmittel (5 bis 7
Gewichtsprozente)
• Aufblähen in Blähband- oder Drehrohrofen
(750-950°C)
• Je nach Verwendungszweck, Aussiebung von
Schaumglasschotter oder Schaumglasrundkorn
Anwendungen
• Isolationsschüttung unter Bodenplatten
• Leichtschüttmaterial, z.B. auf Unterniveaugaragen (ergibt Gewichtsersparnis und damit statische Vorteile mit kleineren Konstruktionsstärken)
Bild 5-7:
•
•
Flachdachisolationen, Dachgartengestaltung
Leichtschüttmaterial im Strassen- oder Spezialtiefbau
Eigenschaften
• Geschlossenzelliger Schaumglasschotter bzw.
-rundkörner gelten als Inertstoff bzw. Baustoff
gem. TVA
• Schüttgewicht 125 - 300 kg/m3
• Wärmeleitzahl: Materialwert 0,055 W/mK
(250 kg/m3); Schüttung 0,091 W/mK
• Ökobilanz gemäss Hersteller positiv
Kontaktadresse
- MISAG AG
Schaumglasprodukte
7201 Untervaz-Bahnhof
Wärmedämmung unter Bodenplatte. Schaumglasschotter lässt
sich schütten, es ist keine Feinplanie notwendig (Bild MISAG)
57
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
5.10 Anwendung von Altglas
als Sandersatz
Herkunft/Ausgangsmaterial
• Altglassammlung in der Schweiz, nicht farbgetrennt
Aufbereitung
• Mahlen des Altglases
• Sieben
Anwendungen
• Einbettung von Werkleitungen (Wasser, Gas,
Elektrizität)
• Übergangsschicht bei Waldwegen und -strassen
Eigenschaften
• Korngrösse 0-5 mm
• Reibungswinkel 0-36 Grad
• optimaler Wassergehalt 10-12%
• nicht schneidend
58
Bemerkungen
• Die Verwendung des Altglases zur Produktion
von Neuglas ist der hier beschriebenen Anwendung vorzuziehen.
• Die Gemeinde Lausanne verwendet jährlich
rund 3000 Tonnen dieses Materials, indem sie in
die Werkverträge entsprechende Bestimmungen aufnimmt.
Adressen
- Ville de Lausanne
Service d’Assainissement
Case Postale 2100
1002 Lausanne
-
Stuag AG
Av. de Sevelin 2
1004 Lausanne
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
5.11 Anwendung von
Zellulosedämmstoff
Herkunft/Ausgangsmaterial
• Altpapier von separat gesammelten Zeitungen
Aufbereitung
• Mechanische Aufbereitung zu Faserdämmstoff
• Zugabe von Mineralsalzen (Borate), welche
feuerhemmend und schädlingsbekämpfend
wirken.
Anwendung
• Wärmedämmungen bei dafür geeigneten geschlossenen, hohlraumartigen Konstruktionen
im Einblasverfahren.
• Wärmedämmungen auf waagrechten Flächen
durch offenes Blasen.
• Wärmedämmungen auf offene stehende Flächen durch Aufsprayen; neue Verfahren in Entwicklung.
Bild 5-8:
Eigenschaften
• Diffussionsoffene Bauweise, d.h. in der Regel
sind keine Dampfsperren notwendig
• Raumgewicht 35 - 60 kg/m3
• Wärmeleitzahl 0,035-0,042 W/mK
• Einschränkung bei Anwendungen, wo Brandklasse VI verlangt wird
• Konkurrenzfähig mit konventionellen Isolationsstoffen
• Entsorgung (Ausbau) dieses Materials ist unproblematisch
Bemerkungen
• Verbaute Zellulosedämmstoffe lassen sich absaugen, mechanisch von Fremdmaterial trennen und nach allfälliger zusätzlicher Borzugabe
wieder einsetzen.
Verschiedene Anwendungen von Zellulosedämmstoff
Kontaktadressen
- isofloc AG
Schwarzenburgstrasse 1005
3147 Mittelhäusern
- Schweiz. Institut für Baubiologie
St. Gallerstrasse 28
9230 Flawil
Literatur
- Wärmedämmstoffe: Der Versuch einer ganzheitlichen Betrachtung, NDS Energie 88/89, Ingenieurschule beider Basel, Muttenz
- BUWAL: Schriftenreihe Umweltschutz Nr. 113,
Substitution FCKW-haltiger Wärmedämmstoffe im Hochbau, September 1989
59
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
5.12 Entsorgung und
Verwertung von
Haustechnik-Anlagen
Die wichtigsten Branchen der Haustechnik umfassen:
• Heizung, Lüftung und Kühlung
• Sanitär (Wasser/Abwasser)
• Elektro/Kommunikation (Hoch- und Niederspannung inkl. Computer- und Telefoninstallationen) inkl. Haushaltgeräte
Der Anteil an problematischen Stoffen ist in Installationen der Haustechnik überdurchschnittlich
hoch. Unter umweltgerechter Entsorgung bzw.
Verwertung ist für Installationen der Haustechnik
folgendes zu verstehen:
1 Installationen separat ausbauen (Rückbau)
2 Auftrennung in einzelne stoffliche Komponenten (Demontage, Abisolierung usw.)
3 Ganze Teile bzw. Geräte oder die stoffgetrennten Abfälle soweit als möglich verwerten
4 Schadstoffe und schadstoffhaltige Teile umweltgerecht entsorgen
Diese Punkte beeinflussen alle Phasen der Planung
und Ausführung von Bauvorhaben.
Eine optimale Entsorgung ist möglich, wenn die
Installationen durch die entsprechenden Firmen,
welche die Neuinstallationen vornehmen, entfernt
werden. Der Rücklauf der Abfälle zu den Lieferanten oder in geeignete Behandlungs- oder Verwertungsanlagen dürfte so am ehesten gewährleistet
sein. Einzelne Branchenverbände haben Entsor-
60
gungskonzepte erarbeitet (z.B. VSHL, SSIV). Zudem sind für bestimmte Apparate und Geräte bereits Entsorgungslösungen in Realisierung begriffen.
So können aus Kühlschränken in speziellen Anlagen das FCKW aus Kühlkreislauf und Isolation
vollständig entfernt werden. Mit der Realisierung
einer flächendeckenden Kühlgeräteentsorgung
strebt die Interessengemeinschaft Logistik (IGL)
eine von der Privatwirtschaft getragene Lösung
an, die weitgehend nach dem Verursacherprinzip
finanziert werden soll. Eine weitere Interessengemeinschaft für die Entsorgung von elektrischen
und elektronischen Geräten arbeitet ein ähnliches
Konzept für weitere Gerätearten aus.
In kleinerem Ausmass werden gezielt noch
brauchbare Apparate und Geräte repariert und
überholt. Es lassen sich so z.B. Sanitärapparate
oder Radiatoren als Ganzes verwerten (siehe auch
5.8).
Die folgenden Tabellen geben einen Überblick,
ohne Anspruch auf Vollständigkeit, über die wichtigsten Haustechnik-Installationen, ihre wichtigsten Materialien sowie deren Entsorgungs- bzw.
Verwertungsmöglichkeiten.
Im Anhang G sind Adressen der entsprechenden
Verwertungsbetriebe zu finden.
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
Bauteil
wichtigste Materialien
Apparate und Geräte
Entsorgung/Verwertung
sofern nicht als Ganzes noch brauchbar:
Heizkessel
Metalle
Ausmauerung
Altstoffhandel
Sonderabfallbehandlung
Öl- und Gasbrenner
Metalle/Elektronik
Altstoffhandel
Expansionsgefässe
Metalle
Altstoffhandel
Wassererwärmer
Metalle
Isolationen aus
diversen Materialien
Altstoffhandel
FCKW-geschäumte Dämmstoffe müssen gesondert behandelt werden, Metalle via Altstoffhandel
Kälteanlagen/
Wärmepumpen
Metalle
FCKW
Altstoffhandel
Absaugen des FCKW durch Spezialfirma
und Sonderabfallbehandlung
Ventilatoren
Metalle, Elektronik
Altstoffhandel
Pumpen und Motoren
Metalle, Elektronik
Altstoffhandel
Heizöltanks
Metalle
Kunststoff
nach vollständiger Entleerung
Altstoffhandel oder Verwendung für
Wasserhaltungen auf Baustellen
Amaturen und Steuerungen
sofern nicht als Ganzes noch brauchbar:
Heizkörper
Metalle (Guss),
Thermostaten können
u.U. Quecksilber,
Alkohol enthalten
Altstoffhandel
nach Demontage und gesonderter
Behandlung der Thermostaten
Schaltschränke
Pressspan, Holz,
Asbestzement
Metalle
Kunststoffe
nach Zerlegung, Holz zur
Kehrichtverbrennung, Asbestzement in
Deponie, Metalle Altstoffhandel
Kunststoffe zur Verwertung
Rohrleitungen und
Kanäle, teilweise isoliert
Metalle, Isolationen aus
diversen Materialien
FCKW-geschäumte Dämmstoffe müssen
gesondert behandelt werden, Metalle via
Altstoffhandel
Kunststoffe, div. Fasern,
Papier, Kohle
Kehrichtverbrennung
Diverses
Luftfilter
Rostwasser
Abwasserbehandlung
Wasser-Glykol
Abwasserbehandlung
Kondesate
Abwasserbehandlung
Tabelle 5-6: Entsorgung und Verwertung von Heizungs- und Lüftungsinstallationen
61
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
Bauteil
IP BAU
wichtigste Materialien
Entsorgung/Verwertung
Boiler
Metalle, Isolationen aus
diversen Materialien
FCKW-geschäumte Dämmstoffe müssen
gesondert behandelt werden, Metalle via
Altstoffhandel
Durchlauferhitzer
Metalle
Altstoffhandel
Waschbecken
Keramik
Metalle
Kunststoffe
Deponie
Altstoffhandel
Verwertung
Toiletten
Keramik
Kunststoffe
Deponie
Verwertung
Badewannen/Duschen
Keramik
Metalle
Kunststoffe
Deponie
Altstoffhandel
Verwertung
Pumpen
Metalle
Elektronik
Altstoffhandel, Shredderwerk
Feuerlöscher
diverse Gase (Halon),
Staub und Schaum
durch Lieferanten zu entsorgen/verwerten
Armaturen
Metalle
Kunststoffe
Altstoffhandel
Verwertung
Abwasserleitungen
Metalle
Steinzeug
Kunststoffe
Asbestzement
Altstoffhandel
Deponie
Verwertung
Deponie
Wasserleitungen
Metalle
Kunststoffe
Altstoffhandel
Verwertung
Apparate und Geräte
Armaturen/Rohrleitungen
Tabelle 5-7: Entsorgung und Verwertung von Sanitärinstallationen
62
Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen
IP BAU
Bauteil
wichtigste Materialien
Entsorgung/Verwertung
Apparate und Geräte (ohne Haushaltgeräte)
sofern nicht als Ganzes noch brauchbar:
Transformatoren
Metalle, Öl (teilw.
PCB-haltig)
Spezialentsorgung falls PCB-haltig,
Metalle Altstoffhandel
Zentralen/Verteiler
Metalle
Altstoffhandel
Schaltschränke,
Verteiltableaus
Pressspan, Holz,
Asbestzement
Kunststoffe
nach Demontage, Holz zur
Kehrichtverbrennung, Asbestzement in
Verwertung
Batterien
Metalle, Säuren
Behandlung in dafür spezialisierten Firmen
Kabel
Metalleiter (Kupfer)
Kunststoffe (PVC)
ölhaltige/teerhaltige
Isolationen
nach Abisolierung, Metall zur Verwertung,
Kunststoffe und ölhaltige Isolationen zur
Sonderabfallbehandlung, schadstofffreie
Kunststoffe zur Verwertung
Kabelschutzrohre,
Muffen
Metalle
Kunststoffe
Teer
Altstoffhandel
Verwertung
Verwertung
Kabelkanäle/Trasses
Metalle, Kunststoffe
Metalle via Alststoffhandel, Kunststoffe zur
Verwertung
Leuchtstoffröhren
Diverse Gase und
Schwermetalle, Glas
Verwertung in spezialisierten Firmen
(Sonderabfall)
Schalter, Sicherungen,
Fassung, Lampen
Porzellan und Glas,
Metalle, Kunststoffe,
Textilien
nach Demontage, Porzellan und Glas in
Deponie, Metalle zur Verwertung,
Kunststoffe und Textilien zur
Kehrichtverbrennung
Kabel/Kanäle, Diverses
Diverse Haushaltgeräte
sofern nicht als Ganzes noch brauchbar:
Wasch- und
Trockenmaschinen
Geschirrspüler
Metalle, Kunststoffe,
Elektronik
Altstoffhandel, Shredderwerke
Kochherde, Backöfen
Metalle, Kunststoffe,
Elektronik
Altstoffhandel, Shredderwerke
Kühlschränke,
Tiefkühltruhen
Metalle, Kunststoffe,
Elektronik, FCKW,
ev. Ammoniak und
Quecksilberschalter
Altstoffhandel, Shredderwerke
Behandlung des FCKW aus Kühlkreislauf
und Isolation durch spezialisierte Firmen,
Rest via Altstoffhandel, Shredderwerke
Unterhaltungselektronik,
Telefone, TV, Computer
sowie kleine
Haushaltmaschinen
Metalle, Kunststoffe,
Holz, Glas, Elektronik
gesonderte Behandlung und Verwertung
durch spezialisierte Firmen
Die Rückgabe via Fachhandel und
Grossverteiler ist anzustreben.
Tabelle 5-8: Entsorgung und Verwertung von Elektro- und Kommunikationsinstallationen
63
IP BAU
Anhang
Anhang
A
Glossar
66
B
B.1
B.2
B.3
B.4
Abfallanlagen
Deponien
Kehrichtverbrennungsanlagen
Sortieranlagen
Sammelstellen für Sonderabfälle
69
69
71
71
71
C
C.1
C.2
C.3
C.4
Vorgaben in Gesetzen und Verordnungen des Bundes
Wichtigste rechtliche Grundlagen
Begriffe gemäss TVA
Vorschriften über Bauabfälle in der TVA
Auszug aus den gesetzlichen Grundlagen der Technischen Verordnung
über Abfälle (TVA) vom 1. Februar 1991
72
72
73
74
D
D.1
D.2
Weisungen des Hochbauamts des Kantons Basel-Landschaft (Auszug)
Grundsätze für ein umweltschonendes Bauen
Acht Grundsätze für ein umweltschonendes Bauen
80
80
80
E
Ausschreibungstext Rückbau (Auszug)
82
F
Die wichtigsten Sonderabfall-Arten
85
G
Adressen
86
H
Literatur
94
Publikationen IP BAU
95
76
65
Anhang
IP BAU
A Glossar
Abfälle
Bewegliche Sachen, deren sich der Besitzer entledigen will oder deren Verwertung, Unschädlichmachung oder Beseitigung im öffentlichen Interesse gegeben ist.
Abfallanlage
Anlage, in der Abfälle behandelt, d.h. sortiert, verwertet, umgewandelt oder deponiert werden.
Abfallbehandlung
Sortierung, Verwertung, Umwandlung oder Ablagerung von Abfällen auf Deponien. Dem Behandeln gleichgestellt ist das Zwischenlagern; nicht
als Behandlung gelten das Sammeln und Transportieren. Der gesetzwidrige Umgang mit Abfällen
gilt nicht als Behandlung.
Abfallverzeichnis
Jährlich durch die Kantone zu erstellendes Verzeichnis der Abfallmengen, die in ihrem Gebiet
anfallen. Es gliedert sich nach den verschiedenen
Abfällen, den Gemeinden, den Abfallanlagen und
den verschiedenen Behandlungsarten, insbesondere Verwertung, Verbrennung, Ablagerung auf
Deponien und Zwischenlagerung.
Abfallwirtschaft
Die Gesamtheit aller öffentlichen und privaten Unternehmen, welche die Entsorgung betreiben.
Andere Bauabfälle (Bausperrgut)
Unsortierte Bauabfälle, die jedoch frei sind von
Sonderabfällen. Sie können nicht in Inertstoffdeponien abgelagert werden. Sie werden im allgemeinen manuell oder maschinell sortiert und die
daraus gewonnenen Stoffgruppen (z.B. Holz,
Kunststoffe, Metalle etc.) der Verwertung oder der
Umwandlung zugeführt. Bauabfälle sollten möglichst nicht in dieser Form entstehen.
Ausbauasphalt
Belagsaufbruch und -Fräsgut auf Asphaltbasis aus
dem Strassenbau.
Aushub
Erdmaterial, welches bei der Erstellung von Hochund Tiefbauten aus einer Baugrube ausgehoben
werden muss. Handelt es sich um unverschmutzten Aushub, so kann er ohne weitere Behandlung
primär wiederverwendet oder nur notfalls auf
Inertstoffdeponien deponiert werden.
Bauabfälle
Bezeichnung für alle Materialien, welche bei Bauoder Abbrucharbeiten auf Baustellen zur Entsorgung anfallen. Bauabfälle dürfen nicht mit Sonderabfällen vermischt werden. Sie müssen zudem auf
der Baustelle in Abraum und Aushub, inerte und
andere Bauabfälle aufgetrennt werden.
Bauschutt
Siehe «Inerte Bauabfälle».
Ablagerung
Verbringen von Abfällen an einen Ort, wo keine
weitere Behandlung mehr stattfindet. Die Ablagerung ist nur in Deponien erlaubt.
Bausperrgut
Siehe «Andere Bauabfälle».
Abraum
Oberflächennahes, unverschmutztes Erdmaterial,
welches bei Bauarbeiten entfernt wird.
Behandlung von Sonderabfällen
Zwischenlagern, Aufbereitung, Verwertung und
Umwandlung von Sonderabfällen. Nicht als Behandlung gelten das Sammeln und Transportieren.
Altlast
Ablagerung von mit Schadstoffen belasteten Abfällen, von welchen eine Umweltgefährdung ausgehen kann und welche deshalb nicht in Inertstoffdeponien abgelagert werden dürfen. Oft handelt
es sich dabei um Erdreich bzw. Aushub.
66
Behandlung von Abfällen
Siehe «Abfallbehandlung».
Betonabbruch
Stücke von Betonbestandteilen von Bauten. Bewehrung (Eisen) und mineralischer Anteil nicht
getrennt.
Anhang
IP BAU
Deponierung
Erlaubte Ablagerung (auf Deponien)
Deponieverzeichnis
Verzeichnis eines Kantons der auf seinem Gebiet
betriebenen Deponien. Das Verzeichnis umfasst
auch die nicht mehr betriebenen Deponien sowie
andere Ablagerungen. Es gibt Auskunft über Lage
und Abmessung des Geländes, über die Art der
abgelagerten Abfälle, deren Menge sowie über die
Anlagen zur Abdichtung, Entwässerung und Entgasung.
Entsorgung
Die Entsorgung umfasst die Gesamtheit aller Vorgänge, die im Hinblick auf die Verwertung und
Ablagerung von Abfällen notwendig sind (Sammlung, Beförderung, Zwischenlagerung und Behandlung) sowie die Verwertung und Ablagerung
selber. Der gesetzwidrige Umgang mit Abfällen
gilt nicht als Entsorgung.
Inerte Bauabfälle (Bauschutt)
Bauabfälle, die gemäss TVA Anhang I Ziffer 12 auf
Inertstoffdeponien abgelagert werden dürfen. Sie
dürfen nicht mit Sonderabfällen vermischt sein
und müssen zu mindestens 90 Gewichtsprozent
aus Steinen oder gesteinsähnlichen Bestandteilen
bestehen. Inerte Bauabfälle sind primär zu verwerten, wobei vorgängig ihr Verhalten als Sekundärrohstoff zu prüfen ist.
Inertstoffdeponien
Deponien, auf welchen nur Inertstoffe sowie Bauabfälle, welche Inertstoffen vergleichbare Eigenschaften (gem. TVA, Anhang I) aufweisen, abgelagert werden dürfen.
Inertstoffe
Genauer: Inertstoffe gemäss TVA. Stoffe, die den
Anforderungen der TVA an Inertstoffe (Anhang I,
Ziffer 11) entsprechen. Bauabfälle für Inertstoffdeponien sind geringeren Anforderungen unterworfen. Bei Bauabfällen ist deshalb die Bezeichnung
Inertstoff meist nicht korrekt. Richtig ist «Inerte
Bauabfälle».
Mineralisierung
Biologischer und chemischer Abbau organischer
Stoffe bis zur anorganischen (mineralischen) Stu-
fe; Erzeugung künstlicher Steine und Erze. Die
vollständige Mineralisierung aller nicht verwertbaren Abfälle stellt das Ziel der schweizerischen
Abfallwirtschaft dar.
Mischabbruch
Nicht definiert.
Reaktordeponie
Deponie, in der aufgrund des vorhandenen organischen Materials mikrobiologische Abbauprozesse
stattfinden, welche zu Gasen und belasteten
Sickerwässern führen, die nachbehandelt werden
müssen. Auf Reaktordeponien dürfen Bauabfälle
abgelagert werden, die nicht auf Inertstoffdeponien abgelagert werden können und nicht mit Sonderabfällen vermischt sind, sowie Bau- und Siedlungsabfälle, welche mangels Anlagenkapazität
nicht anders behandelt werden können.
Recycling
Siehe «Verwertung».
Reststoffdeponien
Deponien, auf denen nur Reststoffe (gem. TVA,
Anhang I) abgelagert werden dürfen. Für die Ablagerung auf einer Reststoffdeponie ist ein Zulassungsnachweis erforderlich.
Reststoffe
Abfälle, die den Anforderungen von TVA, Anhang
I Ziffer 2 entsprechen und deshalb auf Reststoffdeponien abgelagert werden dürfen. Von den Bauabfällen gehören dazu u.a. Verputze, keramische
Wand- und Bodenbeläge.
Rückbau
Entsorgungsgerechter, TVA-konformer Abbruch,
d.h. Abbruch mit Trennung der Materialarten auf
der Baustelle und Ausbau von als ganzen wieder
einbaubaren Bauteilen.
Sekundärrohstoffe
Durch Verwertung werden Abfälle zu Sekundärrohstoffen. Ihre qualitative Umschreibung und
Definition, welche sich in erster Linie auf die Wiederverwendung ausrichtet, ist Sache von technischen Normen.
67
Anhang
Siedlungsabfälle
Aus Haushalten stammende Abfälle sowie andere
Abfälle vergleichbarer Zusammensetzung.
Sonderabfälle
Die in der Verordnung über den Verkehr mit Sonderabfällen (VVS) aufgeführten Abfälle, welche
einer besonderen Behandlung bedürfen.
Sortierung
Behandlung von Abfällen mit dem Ziel, verschiedene, in der weiteren Verwertung oder Umwandlung unterschiedlich zu behandelnde Abfallfraktionen zu trennen. Die Sortierung umfasst dabei sowohl die Erkennung bestimmter Abfälle sowie die
Trennung einzelner Stoffgruppen. Sortiert wird einerseits am Ort des Anfalls auf Baustellen, in Betrieben etc. (getrennte Sammlung), wodurch ein
hoher Reinheitsgrad der Abfallfraktionen erreicht
wird, welcher die weitere Behandlung erleichtert.
Andererseits ist es möglich, bereits vermischte
Abfälle mit mechanischen Trennverfahren zu sortieren. Eingesetzt werden dabei u.a. Verfahren zur
Zerkleinerung, Trocknung, Siebung, Magnetabscheidung, Sichtung, Handauslese.
Strassenaufbruch
Kiessand oder hydraulisch stabilisierte Schichten
mit geringen Mengen an anorganischem Erdmaterial, Pflästerungen, Abschlüsse, Beton.
TVA
Technische Verordnung über Abfälle vom 10. Dezember 1990. Die wichtigste gesetzliche Regelung
bezüglich Bauabfällen. Zu beziehen bei EDMZ,
3000 Bern
Umwandlung
Sammelbezeichnung für die Behandlung von Abfällen in chemischen und physikalischen Verfahren
in Richtung Ablagerung auf Deponien, im Gegensatz zur Verwertung. Zur Umwandlung gehören
u.a. auch Verfahren der Mineralisierung und des
Verdichtens.
Unsortierte Bauabfälle
Siehe «Andere Bauabfälle».
Vermischung
Vermengen von Abfällen mit anderen Abfällen
oder mit Zuschlagstoffen. Das Vermischen er-
68
IP BAU
schwert oder verunmöglicht die Verwertung. Es ist
insbesondere verboten bei Bauabfällen, wenn das
Vermischen dazu dient, den Schadstoffgehalt
durch Verdünnung herabzusetzen, um Vorschriften über die Abgabe, die Verwertung oder die
Ablagerung einzuhalten.
Verursacherprinzip
Grundsatz, wonach die Kosten für Massnahmen
im Sinne des USG von denjenigen getragen werden müssen, die die jeweiligen Umweltbelastungen verursacht haben.
Verwertung
Auch Recycling: separates Erfassen von Abfällen
aus der Produktion und dem Konsum und ihre
Behandlung in Richtung Produktion. Durch die
Verwertung werden Abfälle zu Sekundärrohstoffen. Es können dabei auch wieder neue, andere
Abfälle entstehen. Die Verwertung vermindert den
Rohstoffverbrauch wie auch den Bedarf an Umwandlungskapazität und Deponieraum. Die Verbrennung mit Wärmenutzung gilt nicht als Verwertung.
Wiederverwendung
Erneuter Gebrauch von Gütern im Sinne der Abfallverminderung. Die Wiederverwendung ist
meist die effizienteste und umweltgerechteste Art
der Abfallverminderung. Voraussetzung für die
Wiederverwendung ist u.a. die Dauerhaftigkeit
von Gütern.
Wiederverwendung
«Verwertung»
Zwischenlager
Abfallanlagen, in denen Abfälle abgelagert werden, die später auf andere Weise behandelt werden müssen.
Quellen
- Abfallkampagne des BUWAL, Abfallglossar, Vernehmlassungsexemplar,
26.4.1991
- AGW, Entsorgung von Bauabfällen im
Kanton Zürich, Begriffe, Daten, Hinweise, Juni 1991
IP BAU
Anhang
B Abfallanlagen
In Abfallanlagen werden Abfälle behandelt, das
heisst sortiert, verwertet, umgewandelt oder deponiert. Für Bauabfälle bestehen bei den Abfallanlagen grosse Kapazitätsengpässe.
B.1 Deponien
Bei den bestehenden Deponien lassen sich zwei
Problemkreise ausmachen:
1 In vielen Deponien werden wahllos gemischte
und nicht aufbereitete Bauabfälle abgelagert,
welche zu Altlasten werden, deren Sanierung
nach Jahrzehnten teuer zu stehen kommen
wird.
2 Zahlreiche Deponien sind an ungünstigen
Standorten angelegt worden; viele sind hinsichtlich Umweltauswirkungen (Gewässer,
Luft, Boden) technisch nur teilweise oder überhaupt nicht abgesichert.
Mit der Inkraftsetzung der TVA findet in der
Schweiz im Deponie-Bereich eine eigentliche Neuorientierung statt. Dazu schreibt das Bundesamt
für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL):
«Die TVA geht davon aus, dass nicht verwertbare
Abfälle grundsätzlich durch Vorbehandlung so
aufbereitet werden, dass sie in einer chemisch
stabilen, wasserunlöslichen, praktisch nur aus anorganischen Verbindungen bestehenden Form
abgelagert werden können.
Deponien, in denen ausschliesslich solche Rückstände abgelagert werden, führen zu keinen langfristigen Grundwassergefährdungen. Die strengen Anforderungen der TVA an die chemisch-physikalischen Eigenschaften dieser Abfälle bilden
zusammen mit den Vorschriften über den Standort, die Abdichtung und die Entwässerung der
Deponien sowie den betrieblichen Anforderungen
die wesentliche Sicherheitsbarriere, die letztlich
verhindert, dass aus den Deponien die Altlasten
der Zukunft werden.»
69
Anhang
Die TVA legt also den technischen und betrieblichen Standard für Deponien fest und regelt verbindlich die auf den verschiedenen Deponietypen
zugelassenen Abfallarten, die Standortanforderungen, den Bau und den Abschluss von Deponien.
Figur B-1 gibt einen groben Überblick über die
Anforderungen an die zu deponierenden Abfälle
und an die Deponieemissionen der drei Deponietypen.
Nach TVA ist in Zukunft die Bewilligung für Deponien auf drei Typen beschränkt:
-
Inertstoffdeponie
Reststoffdeponie
Reaktordeponie
IP BAU
Deponieraum fehlt im ganzen Land. Viele der bestehenden Deponien werden insbesondere mit
Bauabfällen viel rascher aufgefüllt als geplant.
Neue Standorte sind sehr schwierig zu finden,
Plangenehmigungsverfahren dauern sehr lange
und werden häufig zu spät in Angriff genommen.
Der zu deponierende Anteil aus Bauabfällen ist
daher rasch zu verringern und seine Qualität durch
Aufbereitung des Deponiegutes zu verbessern.
Weil Aushub gemäss TVA auch als Bauabfall gilt,
müssten mit Aushub beschickte Wiederauffüllungen und Deponien auch zu den Abfallanlagen gezählt werden. In der Praxis ist dies jedoch nicht der
Fall.
Figur B-1: Deponietypen nach TVA, Anforderungen an die zu deponierenden Abfälle und die Deponieemissionen
(Quelle: Oggier P., BUWAL, Baustoff-Recycling und sachgemässer Umgang mit Bauabfällen, Mai 1991)
70
Anhang
IP BAU
B.2 Kehrichtverbrennungsanlagen
Bei den Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) bestehen ebenfalls Engpässe. Deren Kapazität reicht
nicht aus, um alle Siedlungsabfälle zu verbrennen.
Die KVA können nur in beschränktem Ausmass
zusätzliche Anteile an brennbaren Fraktionen aus
Bauabfällen übernehmen. Altholz dürfte in Zukunft
im Zementwerk Rekingen AG anstelle von Kohle
zur Wärmeerzeugung genutzt werden können.
B.3 Sortieranlagen
Zurzeit stehen in der Schweiz mehrere Sortieranlagen in Betrieb. Einige weitere sind in Planung. In
der Regel kann eine Anlage nur ab einem Durchschnittsvolumen von ca. 100 000 m3/Jahr wirtschaftlich betrieben werden. Günstige Standorte
liegen daher bei Ballungszentren und verfügen
über eine gute Verkehrserschliessung durch Bahn
und Strasse.
Sortieranlagen dienen in erster Linie der Trennung
von unsortierten Bauabfällen (“Andere Bauabfälle”, Bausperrgut). Ziel der Sortierung muss sein,
einen möglichst grossen Anteil der Materialien der
Verwertung und die Restfraktion der sachgemässen Behandlung zuzuführen.
Die Verfügbarkeit von Sortieranlagen darf nicht
dazu führen, dass generell auf eine Vorsortierung
auf den Baustellen verzichtet wird. Wichtig ist,
dass die im Einzugsgebiet der Sortieranlagen liegenden Deponien ihre Annahmebedingungen verschärfen (nur noch Annahme von aussortierten,
nicht mehr verwertbaren, homogenen Abfällen)
und dass sie die Gebühren erhöhen, damit sämtliche unsortierte Bauabfälle über eine Sortieranlage
geleitet werden.
Sortieranlagen erzeugen z.T. erhebliche Reste
nicht verwertbarer Anteile: Feinanteile müssen
deponiert und brennbare Anteile in einer KVA
mineralisiert werden. Auch verwertbare Anteile
müssen mangels Abnehmern zu oft deponiert
werden. Die Absatzmärkte sind heute noch zu
klein.
In Regionen, welche in absehbarer Zeit keine Sortieranlage wirtschaftlich betreiben können, wird
als Alternative die Grobsortierung der unsortierten
Bauabfälle (Bausperrgut) praktiziert. Dabei geht es
vor allem darum, Brennbares von Unbrennbarem
möglichst gut zu trennen. In Regionen ohne Sortieranlagen kann die Grobsortierung die Trennung
auf der Baustelle sinnvoll ergänzen und den Transport- und Energieaufwand tief halten.
B.4 Sammelstellen für
Sonderabfälle
Sammelstellen für Sonderabfälle sind besonderen
(hohen) Anforderungen unterworfen. Deshalb ist
ihre Einrichtung auf Baustellen nicht sinnvoll.
Sonderabfälle sollen nicht auf Baustellen gesammelt, sondern von deren Inhabern wieder mitgenommen und branchenspezifisch entsorgt werden. Dies kann unter Umständen über Sammelstellen für Sonderabfälle geschehen, über deren
Standorte die Kantone Auskunft geben.
71
Anhang
C Vorgaben in Gesetzen
und Verordnungen des Bundes
Nach dem Leitbild für die schweizerische Abfallwirtschaft hat die Verwertung von Abfällen Vorrang vor der Beseitigung. In hohem Mass gilt dies
auch für die Bauabfälle. Mit dem Inkrafttreten der
TVA am 1. Februar 1991 hat in der schweizerischen
Abfallbewirtschaftung ein eigentlicher Systemwechsel begonnen. Die TVA stellt für die Bauwirtschaft und die Behörden eine grosse Herausforderung dar.
C.1 Wichtigste rechtliche
Grundlagen
Das Umweltschutzgesetz vom 7. Oktober 1983
(USG) regelt den Umgang mit Abfällen sowie die
Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen in
diesem Bereich.
Zum Schutze der Gewässer enthält auch schon das
Gewässerschutzgesetz vom 8. Oktober 1971 Bestimmungen über die Handhabung von Abfällen
und Abfallanlagen, welche eine potentielle Gewässerbelastung darstellen können. Wichtigste
Verordnung ist die auf das USG abgestützte Technische Verordnung über Abfälle (TVA) vom 10.
Dezember 1990, welche vom Bundesrat am 1. Februar 1991 in Kraft gesetzt worden ist. Die TVA
schreibt vor, dass bestimmte Abfälle
• gesondert der Verwertung, Unschädlichmachung oder Beseitigung übergeben werden;
• unschädlich gemacht werden;
• verwertet werden, wenn dies wirtschaftlich
tragbar ist und die Umwelt weniger belastet als
die Beseitigung.
72
IP BAU
IP BAU
Anhang
C.2 Begriffe gemäss TVA
In der TVA wird der Begriff «Bauabfälle» als Oberbegriff verwendet für alles, was auf der Baustelle
als Abfall anfällt. Eine weitere begriffliche Unterteilung ergibt sich aus den Anforderungen, welche an
die Trennung in Bauabfall-Fraktionen auf der Baustelle gestellt werden, siehe Figur C-1.
Für die in Figur C-1 verwendeten Oberbegriffe
«inerte Bauabfälle» und «andere Bauabfälle» werden in der Praxis auch die Kurzbegriffe «Bau-
schutt» bzw. «Bausperrgut» verwendet. Beim Gebrauch weiterer Kurzbegriffe ist der Bezug zur TVA
herzustellen. Die weitere begriffliche Unterteilung
und Qualitätsumschreibung ist in erster Linie Sache von technischen Normen und Richtlinien (z.B.
SIA, VSS). Diese legen die an die Sekundärrohstoffe zu stellenden spezifischen Anforderungen im
Hinblick auf deren Verwertung fest. Im Glossar
(Anhang A) sind die gängigsten Begriffe aufgeführt.
Figur C-1: Einteilung von Bauabfällen und Begriffe (Definitionen siehe Glossar in Anhang A, eine detailliertere
Darstellung befindet sich in Anhang C.5)
73
Anhang
IP BAU
C.3 Vorschriften über
Bauabfälle in der TVA
Die TVA verlangt unter anderem eine vermehrte
Trennung von Bauabfällen; dies in erster Linie auf
der Baustelle oder dann in spezifischen Aufbereitungsanlagen.
Auf diese Weise sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um den für ein Recycling geeigneten Anteil der Bauabfälle etwa zu verfünffachen.
Vom Rest sollen unproblematische, gesteinsähnliche Anteile einer Inertstoffdeponie und brennbare
Anteile der Verbrennung zugeführt werden.
Insbesondere ist es sinnvoll, jene Abfälle nicht zu
vermischen, welche entweder
• durch Verwertung als Sekundärrohstoffe verwendet werden können, oder welche
• durch Umwandlung deponiefähiges Material
ergeben (z.B. durch Mineralisierung brennbarer Anteile von Bauabfällen).
Die TVA regelt den Einsatz von Schlacke aus Verbrennungsanlagen beim Bau von Strassen, Plätzen und Dämmen, insbesondere auch die Anforderungen an die Schlackenqualität.
Durch den Übergang zu einer vermehrten Verwertung von Bauabfällen und einer technisch hochstehenden Abfallbehandlung von Nichtverwertbarem wird sich die Umweltbelastung aus der Bauabfall-Entsorgung bedeutend verringern lassen.
Die Abfallplanung der Kantone soll den Bedarf an
Deponievolumen, insbesondere auch für Bauabfälle für die nächsten 20 Jahre ermitteln, geeignete
Standorte bezeichnen und raumplanerisch sichern.
Die TVA schreibt für Bauabfälle folgendes vor:
• Wer Bau- oder Abbrucharbeiten durchführt,
darf Sonderabfälle nicht mit den übrigen Abfällen vermischen und muss die übrigen Abfälle,
soweit betrieblich möglich, auf der Baustelle
wie folgt trennen:
Ausserdem soll grundsätzlich unverschmutztes
Aushub- und Abraummaterial für Rekultivierungen, Erdbau, Hinterfüllungen und Kiesgrubenauffüllungen verwendet werden und der Transport
der Abfälle mit der Bahn erfolgen, wenn dies wirtschaftlich tragbar ist und die Umwelt dadurch
weniger belastet wird als durch andere Transportmittel.
a) unverschmutztes Aushub- und Abraummaterial;
b) Abfälle, die ohne weitere Behandlung auf Inertstoffdeponien abgelagert werden dürfen;
c) andere Abfälle.
Die Behörde kann eine weitergehende Trennung verlangen, wenn dadurch Teile der Abfälle verwertet werden können.
•
Es besteht eine Verwertungspflicht für Abfälle.
Die Behörde kann von Betrieben verlangen,
dass sie abklären, ob für ihre Abfälle eine Verwertungsmöglichkeit bestehe. Sie kann die Verwertung verlangen, wenn
a) die Verwertung technisch möglich und wirtschaftlich tragbar ist;
b) die Umwelt dadurch weniger belastet wird als
durch die Beseitigung und Neuproduktion.
74
Schliesslich regelt die TVA die Einrichtung und den
Betrieb von drei zugelassenen Deponietypen:
a) Inertstoffdeponien
b) Reststoffdeponien
c) Reaktordeponien.
Die Anforderungen an die Deponietypen und das
zugelassene Abfallmaterial sind ausführlich umschrieben. Der Inhaber der Abfälle hat den Nachweis der Deponietauglichkeit zu erbringen. Für die
Ablagerung von Bauabfällen auf Inertstoffdeponien gilt folgendes:
a) Die Abfälle dürfen nicht mit Sonderabfällen
vermischt sein.
b) Sie müssen zu mindestens 90 Gewichtsprozent
aus Steinen oder gesteinsähnlichen Bestandteilen wie Beton, Ziegel, Asbestzement, Glas,
Mauerabbruch, Strassenaufbruch bestehen.
IP BAU
Anhang
c) Metalle, Kunststoffe, Papier, Holz und Textilien
müssen vorgängig soweit entfernt werden, als
dies technisch und betrieblich möglich und
wirtschaftlich tragbar ist.
Dies bedeutet, dass für grosse Mengen von Bauabfällen ausser der Verwertung nur die Entsorgung
auf einer Reaktordeponie bleibt. Für etliche Vorschriften sind in der TVA Übergangsfristen festgelegt. So darf Schlacke aus Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) ab 1. August 1991 nur noch dann im
Baubereich verwendet werden, wenn sie nicht mit
Kesselstaub, Filterstaub und Rauchgasrückständen vermischt ist.1 Betreiber bestehender Deponien müssen spätestens bis am 1.2.1994 ein Gesuch um Erteilung einer Betriebsbewilligung einreichen, welche an Vorschriften der TVA geknüpft
ist. Zwischenlager - zum Beispiel von Bauabfällen
- müssen innerhalb von 2 Jahren (bis zum 1.2.1993)
den Vorschriften der TVA angepasst werden.
1 Die Behörde kann Ausnahmen gestatten, wenn der KVA-Betreiber nachweist,
dass die in Kesselstaub-, Filterstaub und Rauchgasreinigungsrückständen
enthaltenen Schadstoffe weitgehend entfernt werden.
75
Anhang
IP BAU
C.4 Auszug aus den gesetzlichen Grundlagen der Technischen
Verordnung über Abfälle (TVA) vom 1. Februar 1991
Umweltschutzgesetz (USG)
vom 7. Oktober 1983
Art 29 Vorschriften des Bundesrates
c) vorschreiben, dass bestimmte Abfälle verwertet werden, wenn dies wirtschaftlich
tragbar ist und die Umwelt weniger belastet
als die Beseitigung.
1 Der Bundesrat kann über Stoffe, die aufgrund
ihrer Eigenschaften, Verwendungsart oder Verbrauchsmenge die Umwelt oder mittelbar den
Menschen gefährden können, Vorschriften erlassen.
Art 45 Periodische Kontrollen
2 Diese Vorschriften betreffen namentlich:
a) Stoffe, die gemäss Ihrer Bestimmung in die
Umwelt gelangen, wie Stoffe zur Bekämpfung von Unkräutern und Schädlingen, einschliesslich Vorratsschutz- und Holzschutzmittel, sowie Dünger, Wachstumsregulatoren, Streusalze und Treibgase;
b) Stoffe, die oder deren Folgeprodukte sich in
der Umwelt anreichern können, wie chlorhaltige organische Verbindungen und
Schwermetalle.
Art 46 Auskunftspflicht
Der Bundesrat kann die regelmässige Kontrolle
von Anlagen wie Ölfeuerungen, Kehrichtverbrennungsanlagen und Baumaschinen vorschreiben.
2 Der Bundesrat oder die Kantone können anordnen, dass Verzeichnisse über Luftverunreinigungen, Lärm und Erschütterungen, über Abfälle und deren Beseitigung sowie über Art und
Menge von Rohstoffen und Produkten geführt
und den Behörden auf Verlangen zugestellt
werden.
Gewässerschutzgesetz vom
8. Oktober 1971
Art 32 Vorschriften des Bundesrates
Art 23
3 Der Bundesrat erlässt technische und organisatorische Vorschriften über Abfallanlagen, insbesondere über Deponien.
4 Der Bundesrat kann:
a) vorschreiben, dass bestimmte Abfälle wie
Gifte, Glas und Altpapier gesondert zur Verwertung, Unschädlichmachung oder Beseitigung übergeben werden;
b) vorschreiben, dass bestimmte Abfälle, namentlich Gifte, unschädlich gemacht werden;
76
1 Der Bundesrat erlässt Bestimmungen über:
b) die Beseitigung oder Verwertung wassergefährdender Stoffe;
d) Erzeugnisse, die nach Art ihrer Verwendung
als Abfall oder Kehricht anfallen und deren
einwandfreie Beseitigung im Sinne dieses
Gesetzes nicht möglich ist oder unverhältnismässig hohe Kosten verursacht.
IP BAU
Anhang
Übersicht über die für Bauabfälle massgebenden gesetzlichen Bestimmungen des Bundes
Figur C-2: Übersicht über die für Bauabfälle massgebenden gesetzlichen Bestimmungen des Bundes (Quelle
BUWAL). Die Nummern verweisen auf die nachstehenden Bemerkungen.
77
Anhang
IP BAU
Bemerkungen zu Figur C-2 (Quelle BUWAL)
1 Bauabfälle (Art. 9 TVA)
In der technischen Verordnung über Abfälle (TVA,
seit 1. Februar 1991 in Kraft) werden sämtliche
Materialien, die auf einer Baustelle anfallen, als
Bauabfälle bezeichnet.
Art. 9 TVA schreibt vor, in welche Fraktionen diese
Abfälle aufzutrennen sind und Art. 12 stellt die
Verwertung dieser Materialien eindeutig in den
Vordergrund.
Art. 9 Bauabfälle
1 Wer Bau- oder Abbrucharbeiten durchführt,
darf Sonderabfälle nicht mit den übrigen
Abfällen vermischen und muss die übrigen
Abfälle, soweit betrieblich möglich, auf der
Baustelle wie folgt trennen:
a) unverschmutztes Aushub- und Abraummaterial;
b) Abfälle, die ohne weitere Behandlung auf
Inertstoffdeponien abgelagert werden dürfen;
c) andere Abfälle.
2 Die Behörde kann eine weitergehende Trennung verlangen, wenn dadurch Teile der
Abfälle verwertet werden können.
2 Sonderabfälle (Art. 9, Abs. 1 TVA, VVS)
Die Verordung über den Verkehr mit Sonderabfällen (VVS) erfasst Abfälle, die aufgrund ihrer Eigenschaften bei unsachgemässem Umgang gefährlich sein könnten oder einer besonderen Behandlung oder einer speziellen Verwertung zugeführt
werden müssen. Die separate Erfassung und die
vorschriftsgemässe Rückgabe durch diejenigen
bei deren Tätigkeiten Sonderabfälle anfallen, verhindert die unerwünschte Vermischung mit anderen, praktisch schadstofffreien Abfällen auf der
Baustelle.
78
3 Aushub (Art. 9, Abs. 1, Buchstabe a, «unverschmutztes Aushub- und Abraummaterial»,
Art. 16 und Anh. 1)
Die TVA verlangt in erster Priorität ganz klar die
Verwertung (z.B. Aufarbeitung von Kies- und
Sandfraktionen oder Geländeanpassungen) von
unverschmutztem Aushub. Wo diese direkt nicht
möglich ist, stehen grundsätzlich folgende Möglichkeiten offen:
• Zwischenlagerung zur späteren Verwertung in
der Region
• Transport in andere Regionen zur Verwertung
• Auffüllung und Rekultivierung von Materialentnahmestellen (Planung sollte bereits im Rahmen der Abbauplanung erfolgen)
• Schüttungen unter besonderer Berücksichtigung der Belange des Natur- und Landschaftsschutzes sowie der Walderhaltung
• (wo keine Verwertungsmöglichkeiten vorhanden sind) Ablagerung auf Inertstoffdeponien
4 Inerte Bauabfälle (Art. 9, Abs. 1, Buchstabe b,
«Abfälle, die ohne weitere Behandlung auf Inertstoffdeponien abgelagert werden dürfen»,
Art. 12 und Anh. 1)
Auch für diese Abfälle ist abzuklären, ob sie verwendet werden können. Die Behörde kann, gestützt auf die TVA (Art. 12) die Verwertung vorschreiben. Einschränkungen der Verwertung können sich durch geografische Bedingungen (z.B.
geringer Materialanfall in schwach besiedelten
Bergregionen) oder wirtschaftliche Gegebenheiten ergeben. Dem Recycling könnten auch durch
Umweltbelastungen Grenzen gesetzt werden.
Dies wäre der Fall, wenn durch das Recycling die
Umwelt gesamthaft mehr belastet würde, als
durch die Beseitigung der Bauabfälle und die Neuproduktion von Baustoffen.
In der Praxis und im einschlägigen Normenschaffen werden diese «inerten Bauabfälle» als «Bauschutt» bezeichnet.
5 Bauschutt (Entwurf VSS/SIA der Norm «Recycling von Bauschutt»)
Die in einem ersten Grobentwurf vorliegende SIA/
VSS-Norm verlangt, die Auftrennung in folgende
Materialgruppen:
IP BAU
•
•
•
•
Ausbauasphalt (Belagsaufbruch und Fräsgut)
Strassenaufbruch (Kies und hydraulisch gebundene Schichten mit geringen Mengen von
anorganischem Erdmaterial, Pflästerungen,
Abschlüssen und Beton)
Betonabbruch (bewehrt und unbewehrt)
Mischabbruch (Konglomerat mineralischer
Fraktionen von Massivbauteilen wie Beton,
Backstein-, Kalksandstein-, und Natursteinmauerwerk, insbesondere aus dem organisierten Rückbau)
Anhang
7 SIA-Empfehlung «Entsorgung von Baustellen»
Die Empfehlung SIA «Entsorgung von Baustellen»
soll die in der TVA geforderte separate Erfassung
zur Verwertung oder Behandlung von Bauabfällen
umschreiben, die dazugehörenden Regeln der
Technik festhalten und Hinweise auf praktikable
organisatorische Bestimmungen geben. Gelingt
dies innert akzeptablen Fristen und im Sinne der
TVA, sollten sich weitergehende kantonale Regeln
erübrigen.
6 Andere Bauabfälle
Diese Abfälle enthalten verwertbare Anteile (Abfallholz, Metalle, Kunststoffe) und Anteile, die nicht
verwertbar sind. Die TVA verlangt eine nach Möglichkeit weitergehende Aussortierung dieser Abfälle:
• Verwertbare Anteile sind der Verwertung zuzuführen.
• Brennbare Anteile sind in einer gut ausgerüsteten Verbrennungsanlage zu verbrennen.
• Abfälle, die ohne unverhältnismässig hohen
Aufbereitungsaufwand nicht weiter auftrennbar sind, müssen auf einer Reaktordeponie abgelagert werden. Dasselbe gilt für Rückstände
oder nicht verwertbare Fraktionen aus der Sortierung, falls diese zuviel organisches Material
oder zuviele Schadstoffe enthalten.
In der Praxis und im einschlägigen Normenschaffen werden diese «anderen Bauabfälle» auch als
«Bausperrgut» bezeichnet.
79
Anhang
IP BAU
D Weisungen des Hochbauamts des
Kantons Basel-Landschaft (Auszug)
D.1 Grundsätze für ein
umweltschonendes Bauen
D.2 Acht Grundsätze für ein
umweltschonendes Bauen
Die Verwendung von umweltproblematischen
Baustoffen und ihre Entsorgung sind in den letzten
Jahren immer mehr zu einem «brennenden» Thema geworden. Immer stärker beginnt sich in der
Bauwirtschaft die Erkenntnis durchzusetzen, dass
beim Bauen auch den ökologischen Fragen eine
grosse Bedeutung zukommt.
Sich frühzeitig mit Materialfragen
befassen
Bereits auf Stufe Vorprojekt sind die in Frage kommenden Materialien auf ihre Umweltverträglichkeit hin zu prüfen. So können Materialfragen bereits bei konzeptionellen architektonischen Entscheiden berücksichtigt werden.
Das Hochbauamt Baselland achtet bei den Bauvorhaben des Kantons schon seit längerer Zeit darauf,
dass die Forderungen des Umweltschutzes angemessen berücksichtigt werden. Da dem Staat in
diesem Bereich eine Schrittmacherrolle zukommt,
sollen die Anstrengungen für ein umweltgerechtes
Bauen in Zukunft noch verstärkt werden. Zu diesem Zweck hat das Hochbauamt die nachstehenden Grundsätze aufgestellt, die bei allen künftigen
Bauvorhaben des Kantons zur Anwendung kommen sollen.
Gesundheit und Wohlbefinden der Benützer
berücksichtigen
Die verbauten Materialien dürfen an die Umgebung keine schädlichen Stoffe abgeben. Die SIANorm 102 umschreibt diesen Auftrag an den Architekten folgendermassen: «Er übt seine Tätigkeit als
Vertrauensperson des Auftraggebers aus, handelt
dabei aber auch verantwortungsbewusst gegenüber Umwelt und Öffentlichkeit.» Die Planer und
Architekten haben also nicht nur Gestaltung und
Form zu optimieren, sondern auch ökologische
Aspekte angemessen zu berücksichtigen.
Im weiteren wurden - gegliedert nach BKP - eine
Reihe von Merkblättern angefertigt, auf denen die
wichtigsten umweltproblematischen Baustoffe,
aber vor allem die umweltgerechten Alternativen
aufgelistet sind. Die Merkblätter sollen Architekten
und Planern als Entscheidungshilfe bei der Materialwahl dienen. Da sich die Produktepalette auch
im Bauwesen laufend verändert, können die Listen
keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Das
Hochbauamt ist bestrebt, die Merkblätter jeweils
auf dem neusten Stand zu halten und den neuen
Erkenntnissen anzupassen.
Geringer Energieaufwand bei Fabrikation
und Transport
Materialien, die bei der Herstellung weniger Energie benötigen oder einen kürzeren Transportweg
beanspruchen, sind vorzuziehen (graue Energie!).
Baumaterialien aus erneuerbaren
Ressourcen verwenden
Petrochemische Erzeugnisse werden aus beschränkt vorhandenen fossilen Stoffen gewonnen;
sie sind nach Möglichkeit zu meiden. Auch erneuerbare Ressourcen sind haushälterisch einzusetzen.
Schadstofffreie Produkte verwenden
Auf schwermetallhaltige Produkte, lösungsmittelhaltige Farben, Lacke und Klebstoffe, FCKW-haltige Dämmstoffe ist zu verzichten.
Lange Lebenserwartung von Bauteilen
anstreben
Bauteile und Materialien mit unterschiedlichen
Lebenserwartungen sollen wenn immer möglich
konstruktiv getrennt werden.
80
IP BAU
Kunststoff sparsam einsetzen
Viele Kunststoffe enthalten grössere Mengen von
ökologisch
problematischen
Zusatzstoffen
(Weichmacher, Stabilisatoren, Flammenschutzmittel usw.). Insbesondere auf Weich-PVC ist wenn
irgend möglich zu verzichten. Kunststoffe, die
nicht rezykliert werden können, müssen zur Entsorgung der Verbrennung zugeführt werden, sie
sind mitverantwortlich bei der CO2-Anreicherung
der Atmosphäre.
Anhang
Kreislaufprozesse anwenden
Beim Bauen müssen wieder - wie früher - Kreislaufprozesse zum Tragen kommen. Es ist nach Möglichkeit Baumaterial zu verwenden, das später verwertet werden kann. Dabei gilt:
Je kleiner der Kreislauf, desto kleiner die Umweltbelastung.
81
Anhang
IP BAU
E Ausschreibungstext Rückbau (Auszug)
Vorschlag für einen Ausschreibungstext, erarbeitet von der SIA Arbeitsgruppe «Baustellenentsorgung/Materialrecycling» (gekürzte Fassung, als
Beispiel)
•
Arbeitsgattung: BKP 112, Abbrüche/Rückbau
•
Objektbeschrieb
Allg. Beschrieb von Situation, Zugänglichkeit,
Grösse und Form des Objektes, Konstruktion, zur
Verfügung stehende Installations-, Lager- und
Entsorgungsplätze etc. (Beilage zum Leistungsverzeichnis)
000
021
026
027
Bauschutt:
Ausbauasphalt
Strassenaufbruch
Betonabbruch
Mischabbruch
Bausperrgut
brennbare Materialien (exkl. Materialien, die der direkten Verwertung zugeführt werden können)
Altholz behandelt/unbehandelt
Metalle
Asbestzementprodukte
Mischabbruch
vermischte Restabfälle
....
030
Ausmass
031
Es gilt das Festausmass. Das Ausmass wird
vor dem Abbruch gemeinsam mit dem Unternehmer im Abbruchobjekt überprüft.
....
Das Gebäude ist bis UK Fundation, inkl.
allfälliger Gruben, Liftunterfahrten etc. abzubrechen und auszuräumen. Aufwendungen für allenfalls notwendige Baugrubenumschliessungen oder Wasserhaltung
werden nach Rücksprache mit der Bauleitung separat entschädigt.
100
Vorarbeiten
....
200
Bauteile
....
Trennen der Bauabfälle:
....
220
Demontage von sanitären Installationen
und Apparaten
.2 Die Bauabfälle müssen auf der Abbruchstelle in folgende Fraktionen getrennt
werden:
Aushub
Bauschutt
Bausperrgut
Sonderabfälle
221
Rohrleitungen AP
Beschreibung: ..............................................
Material: .......................................................
Wärmedämmung: .......................................
222
Apparate
Bedingungen und Hinweise
....
Eine Begehung des Abbruchobjektes findet
am .......... um ..... Uhr statt. Unternehmer,
die eine Offerte einreichen, haben an der
Begehung teilzunehmen.
....
.1
.3 Sofern in wesentlichen Mengen vorhanden und nach Massgabe der Recyclingmöglichkeiten, sind folgende weitere Fraktionen getrennt zu erfassen und einer dafür
geeigneten Anlage zur Aufbereitung zuzuführen:
82
Badewannen
Material: ...............................................
Anzahl: ..................................... ............
Demontage san. Inst. global Fr. .......
250
Fenster und Türen
Anhang
IP BAU
251
Demontage von Holzbauelementen
.1
.2
Grösse: ...............
Grösse: ...............
....
St.
St.
Fr.
Fr.
300
Dach
310
•
•
•
•
•
•
•
•
Rückbau Deckung
Rinne, Trauf- und Ortbleche
Material: ......................
Eindeckung
Material: ......................
Unterdach
Material: ......................
Wärmedämmung
Material: ...................... m2
....
400
Decken
440
Entfernen Bodenbeläge
....
420
Demontage Verkleidungsdecken
....
430
Rückbau Decken
....
Fr.
Fr.
Die Mengen sind vom Unternehmer aufgrund der
Angaben in Pos. 200 bis 700 sowie des vorgesehenen Entsorgungskonzeptes einzusetzen
810
Bituminöse Beläge
ca. m3 ..........Entfernen Bodenbeläge
....
820
Strassenaufbruch
ca. m3 ..........
global
Fr.
Betonabbruch
ca. m3 ..........
global
Fr.
Mischabbruch
ca. m3 ..........
global
Fr.
830
840
Fr.
Fr.
850
Bausperrgut
....
860
Asbestzementprodukte
....
870
Tankanlage
global
Fr.
880
Sonderabfälle
....
global
Fr.
900
Entsorgungsgebühren/Vergütung
Die Mengen sind vom Unternehmer analog Pos.
800 einzusetzen
500
600
700
800
Wände
....
Bodenplatten/Fundationen
....
910
920
bituminöse Beläge
ca. m3 ...........
Ort: ................
global
Fr.
Strassenaufbruch
ca. m3 ...........
Ort: ................
global
Fr.
Umgebung
....
930
Betonabbruch
....
Transport
940
Mischabbruch
....
950
Bausperrgut
...
Auflad und Transport zur entsprechenden Aufbereitungsanlage, Behandlungsanlage oder Deponie
gemäss Unternehmerangabe in Pos. 900
83
Anhang
IP BAU
960
Asbestzementprodukte
....
970
Tankanlage
980
Sonderabfälle
....
84
global
Fr.
Rückfragen und Auskünfte:
SIA, Generalsekretariat
Postfach
8039 Zürich
ARV
Gerbegasse 10
8302 Kloten
Anhang
IP BAU
F Die wichtigsten Sonderabfall-Arten
Nachstehende Tabelle listet, ohne Anspruch auf
Vollständigkeit, die wichtigsten Sonderabfälle für
verschiedene Arbeitsgattungen auf. Jeder Handwerker und Unternehmer muss die von ihm ver-
wendeten Materialien, Hilfsstoffe und Produkte
auf ihre Zuordunug als Sonderabfall überprüfen
und dementsprechend gemäss «Verordung über
den Verkehr mit Sonderabfällen» (VVS) entsorgen.
Arbeitsgattung Bezeichnung
VVS-Code
... 28
Baumeister/
Tiefbauer
Beton-Schnellbindemittel (alkalisch)
Lösungsmittel (halogenierte Entfettungsmittel)
Treib- und Brennstoffe (verschmutzt, chlorfrei)
Verdünner, lösungsmittelhaltige Reinigungsmittel
Hydrauliköle
Motoren- und Getriebeöle
Ölabscheiderinhalt
Schalöle
Latexemulsionen
Kunststoffe, Leime, Kitte, Kleber, Kunststoffmörtel ohne Lösungsmittel
Kunststoffe, Leime, Kitte, Kleber, Kunststoffmörtel mit Lösungsmittel
Bituminöse und teerhaltige Produkte
Härter, Beschleuniger für Kunststoffprodukte
1020
1220
1222
1222
1440
1470
1472
1480
1500
1610
1620
2240
2250
Maler
Säuren
Ammoniaklösungen, verschmutzte alkalische Schlämme, Laugen
Chlorfreie Lösungsmittelgemische
Chlorhaltige, leichtentzündliche Lösungsmittelgemische
Chlorhaltige, nicht leichtentzündliche Lösungsmittelgemische
Abbeiz- und Entlackungsspülwässer mit Farbfilmresten vermischt
Flüssige bis pastöse wässrige Lack- und Farbabfälle
Flüssige bis pastöse lösemittelhaltige Lack- und Farbabfälle
Feste Farb- und Lackabfälle, Schleifstaub trocken, Strahlgut trocken
Werkstattschlämme mit Kohlenwasserstoffen
Werkstattschlämme ohne Kohlenwasserstoffe
Filtermatten
Tapetenresten, auch PVC-enthaltend, Abwässer aus Fassadenreinigung
Abwässer aus Fassadenreinigung
1010
1020
1222
1211
1212
1230
1610
1620
1630
1710
1720
3020
3210
3250
Sanitär/Heizung
Lüftung
Malereiabfälle (Menninge, Grundanstriche)
Fette
Entroster, Frostschutzmittel
1620
1730
3261
Elektriker
Kittmassen
Fette
Leuchtstoffröhren
Batterien, Akkus
1632
1730
3211
3220
Quelle: Gewerbeverband Basel-Stadt mit Ergänzungen
85
Anhang
IP BAU
G Adressen
Institutionen
BUWAL
Hallwylstr. 4
3003 Bern
031 61 93 11
SIGA
Schweiz. Interessengemeinschaft
für Abfallverminderung
Hottingerstr. 4
8032 Zürich
01 262 59 14
SIA
Generalsekretariat
Selnaustr. 16
8039 Zürich
01 283 15 15
SIB
Schweiz. Institut für Baubiologie
Zentralsekretariat
9230 Flawil
071 83 22 55
Altstoffhändler
(gemäss Telefonbuch)
Ostschweiz
Zürich 01
Schaffner + Huldi AG
Lindenmoosstr. 16
8910 Affoltern a. Albis
01 761 08 38
SBV
Schweiz. Baumeisterverband
Weinbergstr. 49
8035 Zürich
01 258 81 11
Iten Ernst AG
Industriestr. 8
8903 Birmensdorf (ZH)
01 737 32 44
VSS-Sekretariat
Seefeldstr. 9
8008 Zürich
01 251 69 14
Transpatex AG
Lindenstr. 3
8108 Dällikon
01 844 24 04
ASKI
Arbeitsgemeinschaft
der Schweiz. Kunststoffindustrie
Nordstr. 15
8006 Zürich
01 363 36 10
Aribal AG Dielsdorf
Recycling v. Kunststoffen u. Metallen
Rietstr. 15
8108 Dällikon
01 845 00 50
(Telefax) 01 845 00 90
ARV
Gerbegasse 10
8302 Kloten
01 813 76 56
Steiger Lothar
Glanzenbergstr. 12
8953 Dietikon
01 740 29 97
IPES
Jurastr. 4
5001 Aarau
064 22 27 42
Wild Paul
Schloss-Str. 8
8600 Dübendorf
01 821 28 48
86
Anhang
IP BAU
Faccin G. AG
Industrieabfälle
Bossikon
8340 Hinwil
01 937 11 12
(Telefax) 01 937 25 91
Furrer Willy
Alteisen
Zürichstr. 37
8340 Hinwil
01 937 37 46
Widmer Rolf
Industrieabfälle
8302 Kloten
01 813 00 61
Dietiker Metallhandel AG
Altmetalle
Althardstr. 345
8105 Regensdorf
01 841 12 55
Amsler Hans
Altmetalle u. Eisenabbruch
Bernstr. Nord
8952 Schlieren
01 730 00 57
oder 01 302 75 79
Intravend AG
(Abfallverdichter)
Gubelstr. 28 /10
8050 Zürich
01 312 69 69
Rieder AG
Lindenstr. 4
8108 Dällikon
01 844 37 57
Rieder AG Zürich
Büro Griesser Kurt
Felsenrain 89
8052 Zürich
01 302 77 01
Lopatex AG
Lindenstr. 3
8108 Dällikon
01 824 27 44
Weydknecht AG
Vulkanstr. 35
8048 Zürich
01 431 41 25
Schreiber Adolf
Sportweg 36
8048 Zürich
01 272 30 41
Fritschi Anton
Industrieabfälle, Alteisen u. Metalle
Stationsstr.
8713 Uerikon
01 926 15 64
Studer Alfred
Lager
Sportweg 39
8048 Zürich
01 271 57 22
Bertschi Gebr.
Gschwaderstr. 26
8610 Uster
01 941 14 15
Kurz Bernhard & Co
Alteisen u. Metalle
Sihlquai 274
8005 Zürich
01 271 31 00
Joos AG
Altpapier
Feldstr. 139
8004 Zürich
01 241 93 97
Griesser Kurt
Lindenstr. 4
8108 Dällikon
01 844 37 58
87
Anhang
Leutenegger Robert
Sportweg 39
8048 Zürich
01 272 84 51
Niggli Walter
Alteisen
Isengrind, Im 35 /14
8046 Zürich
01 371 07 66
Spycher
Walter
Kleinzelglistr. 6
8952 Zürich
01 730 40 21
Winterthur 052
Bertschinger Max
Eisen u. Metalle
Rütlistr. 15
8308 Illnau
052 44 12 88
Heiniger Ernst
Alte Radhofstr. 9
8412 Riet b. Neftenbach
052 31 13 01
Alpa Altpapier AG
Plastic u. Papier
In der Euelwies 14
8408 Winterthur
052 83 31 31
(Telefax) 052 25 58 88
Kuhn AG
St. Gallerstr. 334
8409 Winterthur
052 28 13 21
Maag Max AG
Industrieabfälle
Werkstr. 12
8400 Winterthur
052 28 38 38
88
IP BAU
Rapperswil 055
Mahr Hans
Industrieabfälle
Beim Bahnhof
8717 Benken (SG)
055 75 11 44
Baden 056
Daetwiler AG
Industrieabfälle & Rohstoffe
Brackrütistr
5200 Windisch
056 41 10 87
Wenger Hansueli
Alteisen u. Industrieabfälle
Dorfstr. 46
5200 Windisch
056 41 23 70
Wohlen 057
Steger Erich
Kirchweg 615
5614 Sarmenstorf
057 27 22 08
Glarus 058
A. Hösli
Ygruben 42
8750 Glarus
058 61 18 14
L. Landolt
Unterdorf 9
8752 Näfels
058 34 11 02
St. Gallen 071
Moser Josef
Altmetalle
Alte Landstr. 3
9450 Altstätten (SG)
01 75 11 10
Anhang
IP BAU
Huber Walter
Sommeristr. 18
8580 Amriswil
071 67 39 07
Schiegg Josef
Hauptstr. 77
9434 Au (SG)
071 71 16 62
Grether AG
Thurbruggstr. 1
9220 Bischofszell
071 81 20 70
Ammann & Co Gossau AG
Schrottverwertung
Moosburgstr
9202 Gossau (SG)
071 85 32 20
Solenthaler Werner
Ruderbach 92
9430 St. Margrethen
071 44 34 83
Vögele Anton u. Söhne
Alteisen u. Transporte Lager
Sägenstr. 268 C
7000 Chur
081 22 73 09
St. Moritz 082
Dorizzi Reto & Cie
Mezdi, Via 6
7500 St. Moritz
082 3 35 74
Sargans 085
Eggenberger
Heinrich & Cie
Spitalstr
9472 Grabs
085 7 25 25
Wil 073
Zentralschweiz
Luzern 041
Schmid Ruedi
Weinfelder Str. 44
9543 St. Margarethen (TG)
073 26 42 44
Graf Andres
Fildernrain 2
6030 Ebikon
041 33 19 23
Rüthemann AG
Freudenau 8
9500 Wil (SG)
073 23 30 11
Chur 081
Schnyder Gotthard AG
Alteisen und Metalle
Grünmattstr
6032 Emmen u. Emmenbrücke
041 55 43 41
A & M Alteisen u. Metall AG
7000 Chur
081 22 23 29
Twerenbold Jakob AG
Rosenweg 5
6052 Hergiswil (NW)
041 95 14 15
Walt Adolf
Kleintransporte u. Altstoffe
Austr. 14
7000 Chur
081 24 21 57
Roos Franz
Zugerstr. 48
6403 Küssnacht a. Rigi
041 81 20 71
89
Anhang
Benjamin S. a r.l
Fabrique Emmen
1000 Lausanne
041 55 18 70
(oder) 041 55 70 30.
Schnyder Gotthard AG
Alteisen und Metalle
Grünmattstr. 15
6032 Luzern
041 55 43 41
Twerenbold Jakob AG
Rösslimatt
6005 Luzern
041 44 64 73
Lötscher Josef
Tribschenmoos
6005 Luzern
041 44 80 44
Koch Walter
Steghof 703
6005 Luzern
041 44 07 70
Sursee 045
Stöckli AG
Münchrütistr. 14
6210 Sursee
045 21 16 57
oder 045 88 22 22
Nordwestschweiz
und Bern
Bern 031
Balsiger W.
Moos
3199 Gelterfingen
031 81 51 22
Gasser + Balsiger
Moos
3199 Gelterfingen
031 81 33 32
90
IP BAU
Egger Ernst
Bernstr.
3308 Grafenried
031 96 77 77
Kaufmann Karl AG
3174 Thörishaus
031 88 03 11
Salvi Giovanni + Luigi AG
Alteisen u. Metalle
Libellenweg 6
3006 Bern
031 41 83 16
Spaeti H. AG
Galgenfeldweg 15
3006 Bern
031 42 73 73
(Telefax) 031 42 25 34
Loria Oliviero (-Salvi)
Alteisen u. Metalle
Engehaldenstr. 22 a
3012 Bern
031 23 72 40
Biel 032
Freudiger Heinrich
Busswilstr. 4d
3250 Lyss
032 84 22 86
Halter-Kaufmann Kurt
Renferstr. 57/61
2500 Biel 8
032 41 66 44
Krähenbühl A.
Industriering 10
3250 Lyss
032 84 15 61
Nydegger Hans
Metalle u.Industrieabfälle
Mösliweg 13
2503 Biel/Bienne
032 25 16 45
Anhang
IP BAU
Leuenberger Werner
Freidorfweg 6
2542 Pieterlen
032 87 12 78
Thun 033
Uhlmann Erwin
Inh. Kumli Werner
Industrieabfälle
Töpferweg 17
3613 Steffisburg
033 37 52 44
Schriber H. AG
Dürrenbühlweg 25
3700 Spiez
033 54 17 69
Burgdorf 034
Meier-Hasler E. AG
Floraweg 4
3400 Burgdorf
034 22 14 45
Reinhard AG
Industrieabfälle
Mittelstr. 2
3414 Oberburg
034 22 30 84
Langnau 035
Aeschbacher Willi
Bernstr. 1
3543 Emmenmatt
035 2 16 89
Ramseier Hans
Hauptstr. 64h
3535 Schüpbach
035 7 11 46
Interlaken 036
Leuenberger Peter
Rugenstrasse 1
3800 Matten b. Interlaken
036 22 70 10
Fribourg 037
Bühlmann Alteisen AG
1797 Münchweiler
037 71 12 12
oder 037 71 26 00
Basel 061
Arba M. Rieder
(Alteisen u.Metalle)
Dornacherstr. 404
4053 Basel
061 331 57 67
Thommen AG
Betrieb Umweltschutz
4000 Basel
061 811 22 55
(Telefax) 061 811 66 11
Schmoll AG
(Alteisen u. Altmetalle)
St. Johann-Bahnhof 311
4056 Basel
061 322 44 44
Bima
Altmetalle u. Industrieabbrüche
R. Bieri u. K. Mathis
Kleinhüningerstr. 159
4057 Basel
061 65 54 55
Fermeto Handels AG
(Eisen u. Metalle)
Venedig-Str. 6
4142 Basel
061 331 37 37
(Telefax) 061 331 29 45
Suter Franz u. Elsi
Industrieabfälle/Metalle
Alte Reinacherstr. 24
4142 Basel
061 331 18 29
91
Anhang
Lottner Robert AG
Altpapier Alteisen
Schlachthofstr. 18
4056 Basel
061 322 77 66
(Telefax) 061 322 77 05
Schmid Rudolf
Dornacherstr. 56.
4053 Basel
061 35 36 11
Lüdin Werner
Eimeldingerweg 43
4057 Basel
061 691 86 86
Dörr Rudolf
Parkstr. 21
4102 Binningen
061 47 37 17
Neyerlin Arthur
Industrieabfälle
Langhagweg 134
4242 Laufen
061 89 67 72
Furler Fritz AG
Hauptstr. 11
4417 Ziefen
061 931 15 81
(Telefax) 061 931 27 24
IP BAU
Aarau 064
Steger Erich
Wilhalde 3
5504 Othmarsingen
064 56 18 77
Bertschi AG
Hauptstr. 27
5733 Reinach
064 71 33 66
(Telefax) 064 71 33 35
Solothurn 065
Brotschi Gottfried
Alteisen + Altmetalle
Güterstr. 30
2540 Grenchen
065 52 94 97
Westschweiz
Lausanne 021
Benjamin S. ar.l
chiffons agt Suisse romande
55 ch. Bois-Gentil
1015 Lausanne
021 36 36 93
Opeo SA
10 Avenue de Sevelin
1004 Lausanne
021 25 44 44
Genève 022
Olten 062
Zurbuchen Erwin
Mittelgäustr. 51
4617 Gunzgen
062 46 22 10
Rottelli & Cie
recuperation industrielle
54 r. Jacques- Grosselin
1227 Genève
022 42 28 02
et 022 43 67 53
Flückiger E. AG
Industrieweg 12
4852 Rothrist
062 44 10 44.
(Telefax) 062 44 11 19
Papirec AG
recuperation industr. vieux papiers
57 rte Jeunes
1227 Genève
022 43 77 60
(Telefax) 022 43 23 71
92
Anhang
IP BAU
Aigle 025
Trottet Joseph
14 r. Pont
1870 Monthey
025 71 23 31
et 025 71 27 40
Coquoz Jean-Claude
La Ry
1893 Muraz (Collombey)
025 71 41 07
Verwertungs- und Entsorgungsbetriebe für
Anlagen der Haustechnik
Elektronikgeräte und Kühlgeräte
(ohne Herstellerfirmen, die Geräte entsorgen)
IMMARK AG
(Computer, Kühlgeräte)
8259 Kaltenbach
054/41 16 15
FONDA AG
(Kühlgeräte)
Schmelzwerk
4310 Rheinfelden
064/88 14 44
RIBRO AG
(Kühlgeräte)
Kehrsitenstr. 23
6362 Stansstaad
041/53 02 44
Fax 041/53 02 45
MAINTAIR
(Rückgewinnung von Freon)
Diggelmannstr. 35
8045 Zürich
01/491 80 45
Fax 01/492 75 41
Inter-Recycling AG
(Computer und el. Abfälle)
Alte Zugerstr. 15
6403 Küssnacht am Rigi
041/81 22 23
REMERO AG
(Bunt- und Edelmetalle)
Washingtonstr. 32
9400 Rorschach
071/41 05 06
UGE Aktiengesellschaft für
umweltgerechte Entsorgung
Althardstr. 245
8105 Regensdorf
01/841 14 66
CEREN
Computer Ersatzteile
und -Ensorgungs AG
Geibelstr. 40
8037 Zürich
01/272 55 00
Calbofer Bex AG
rte St-Maurice
1880 Bex
025/63 19 51
Leuchtstoffröhren
REAL
3116 Rubigen
SM-Recycling
Kasernenstr. 26
5000 Aarau
064/24 91 27
Fax 064/24 77 88
FAIRTEC AG
Landstr. 2
5200 Turgi
056/23 38 64
Fax 056/23 28 85
Handel mit gebrauchten
Heizungs-, Sanitär- und Haushaltapparaten
VULCARO
Vulkanstr. 34
8048 Zürich
01/431 59 39
93
IP BAU
94