Integriertes Energie- und Klima- schutzkonzept für Juist

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Integriertes Energie- und Klima- schutzkonzept für Juist
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept für Juist, Norderney,
Baltrum und Norden
Schlussbericht
Juli 2012
Auftraggeber:
REM Tourismusdreieck
vertreten durch:
Stadt N o r d e n
FD 3.2 - Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing
Am Markt 43, 26506 Norden
Erstellt durch:
Am Wall 172/173, 28195 Bremen
Tel.: (0421) 835 888 - 10
Fax: (0421) 835 888 - 25
Projektleitung:
Dipl.-Ing. Kornelia Gerwien-Siegel
Dipl.-Ing. Bernd Langer
Unterstützt durch:
Markus Otten
Lahnstrasse 96, 28199 Bremen
Tel.: (0421) 173 108 9
Fax.: (0421) 594149
Bremen im Juli 2012
Das Klimaschutz-Teilkonzept wurde im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative der
Bundesregierung gefördert mit Mittel des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit unter dem Förderkennzeichen PTJ: 03KS1420
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Inhaltsverzeichnis
1
2
Einleitung/Auftragsziel ................................................................................................... 14
1.1
Aufgabenverteilung, Arbeitsschritte und Akteursbeteiligung ..................................15
1.2
Interviews von wichtigen Akteuren .........................................................................17
1.3
Vorgehen bei der Datenerhebung ..........................................................................17
Energie- und CO2-Bilanzierung ...................................................................................... 18
2.1
Zielsetzung .............................................................................................................18
2.2
Methodik der Bilanzierung ......................................................................................18
2.3
Betrachtete Treibhausgase ....................................................................................18
2.4
Erhebung und Gewinnung der Datenbasis .............................................................19
2.5
Berechnungsmethodik und Datenverarbeitung .......................................................23
2.5.1
Strom und Wärme ...........................................................................................24
2.5.2
Verkehr ...........................................................................................................24
2.5.3
Gebäude und Infrastruktur ..............................................................................25
2.5.4
Witterungskorrektur .........................................................................................26
2.6
Ergebnisse für das Tourismusdreieck ....................................................................26
2.6.1
Einwohnerzahl und Touristen ..........................................................................26
2.6.2
Wohnstruktur im Tourismusdreieck .................................................................27
2.6.3
Beschäftigtenstruktur im Tourismusdreieck .....................................................28
2.6.4
Endenergiebilanz des Tourismusdreiecks .......................................................28
2.6.5
CO2-Bilanz des Tourismusdreiecks (mit Vorkette) ...........................................30
2.6.6
CO2-Bilanz mit Vorketten – bundesweiter Strom-Mix.......................................31
2.6.7
CO2-Bilanz mit Vorketten – regionaler Strom-Mix ............................................32
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
2.7
3
Ergebnisse für die einzelnen Kommunen ...............................................................35
2.7.1
Juist ................................................................................................................35
2.7.2
Norderney .......................................................................................................41
2.7.3
Baltrum ...........................................................................................................45
2.7.4
Norden ............................................................................................................50
2.7.5
Spezifische Kennzahlen im Vergleich..............................................................55
Sektor spezifische Einsparpotenziale ............................................................................. 57
3.1
Vorgehen und Methodik .........................................................................................57
3.2
Bisherige Aktivitäten im Tourismusdreieck .............................................................59
3.2.1
Juist ................................................................................................................60
3.2.2
Norderney .......................................................................................................63
3.2.3
Baltrum ...........................................................................................................65
3.2.4
Norden ............................................................................................................67
3.3
Sektor spezifische Einsparpotenziale .....................................................................70
3.3.1
Gemeinsames Potenzial im Tourismusdreieck ................................................70
3.3.2
Potenziale im Sektor Haushalte ......................................................................71
3.3.3
Potenziale im Wirtschaftssektor ......................................................................81
3.4
Kommunale Gebäude/Straßenbeleuchtung ............................................................85
3.4.1
Kommunale Gebäude .....................................................................................85
3.4.2
Straßenbeleuchtung ........................................................................................86
3.5
Methodik der Abschätzung und Annahmen zur Entwicklung des Energieverbrauchs
und der CO2-Emissionen im Bereich Verkehr ....................................................................88
4
Potenziale durch den Ausbau erneuerbarer Energien im Tourismusdreieck ................. 92
4.1
Akzeptanz zur Nutzung erneuerbarer Energie ........................................................94
Schlussbericht
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5
4.2
Windenergieanlagen (WEA) ...................................................................................95
4.3
Biomasse/Biogas ...................................................................................................96
4.4
Photovoltaik ...........................................................................................................97
4.5
Solarthermie ...........................................................................................................98
4.6
Andere erneuerbare Energien ................................................................................99
4.7
Kraft-Wärme-Kopplung ...........................................................................................99
4.8
Zusammenfassung der Potenziale aus erneuerbaren Energien ...........................101
Maßnahmenkatalog und Kosten .................................................................................. 103
5.1
Methodik der Maßnahmenbewertung ...................................................................104
5.1.1
5.2
Überblick Gemeinsame Maßnahmen ..................................................................109
5.2.1
5.3
Maßnahmenblätter Baltrum ...........................................................................201
Überblick Norden .................................................................................................216
5.6.1
6
Maßnahmenblätter Norderney.......................................................................174
Überblick Baltrum .................................................................................................197
5.5.1
5.6
Maßnahmenblätter Juist ................................................................................135
Überblick Norderney.............................................................................................166
5.4.1
5.5
Maßnahmenblätter Gemeinsame Maßnahmen .............................................113
Überblick Juist ......................................................................................................128
5.3.1
5.4
Erläuterung der Kriterien ...............................................................................105
Maßnahmenblätter Norden ...........................................................................223
Fortschreibung und Erfolgsbilanzierung ....................................................................... 250
6.1
Grundsätzliches ...................................................................................................250
6.2
Energie- und CO2-Bilanz und Indikatoren .............................................................250
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6.3
European Energy Award® ....................................................................................261
6.4
Dokumentation des Maßnahmenfortschritts .........................................................262
7
Anregungen zur Öffentlichkeitsarbeit ........................................................................... 263
8
Finanzierung ................................................................................................................ 265
Schlussbericht
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Das Gebiet des REM Tourismusdreieck: Die Städte Norderney und Norden
sowie die Inselgemeinden Juist und Baltrum..................................................................14
Abbildung 2: Berechnung des Endenergieverbrauchs für den Verkehr .................................22
Abbildung 3: Systematik der Bilanzierungsmethode .............................................................24
Abbildung 4: Wohngebäudetypologie im Tourismusdreieck ..................................................28
Abbildung 5: Verteilung des Endenergieverbrauchs nach Sektoren im Jahr 2010 ................29
Abbildung 6: Endenergieverbrauch nach Energieträgern im Jahr 2010 im Tourismusdreieck
......................................................................................................................................30
Abbildung 7: CO2-Emissionen nach Energieträgern im Jahr 2010 im Tourismusdreieck,
bundesweiter Strom-Mix ................................................................................................32
Abbildung 8: Strombilanz 2010 im Tourismusdreieck ...........................................................33
Abbildung 9: CO2-Emissionen des Tourismusdreiecks 2010 nach Sektoren, regionaler
Strom-Mix ......................................................................................................................34
Abbildung 10: CO2-Emissionen des Tourismusdreiecks 2010 nach Energieträgern,
bundesweiter Strom-Mix und regionaler Strom-Mix im Vergleich ...................................34
Abbildung 11: Endenergieverbrauch 2010 der Insel Juist nach Sektoren .............................37
Abbildung 12: Endenergieverbrauch 2010 von Juist nach Energieträgern ............................38
Abbildung 13: CO2-Emissionen 2010 - Juist nach Sektoren, bundesweiter Strom-Mix ........39
Abbildung 14: CO2-Emissionen 2010 von Juist nach Energieträgern, bundesweiter Strom-Mix
......................................................................................................................................40
Abbildung 15: Endenergieverbrauch 2010 von Juist nach Energieträgern, regionaler StromMix .................................................................................................................................41
Abbildung 16: Endenergieverbrauch 2010 von Norderney nach Sektoren ............................42
Abbildung 17: Endenergieverbrauch 2010 von Norderney nach Energieträgern ...................43
Abbildung 18: CO2-Emissionen 2010 - Norderney nach Sektoren, bundesweiter Strom-Mix
......................................................................................................................................44
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Abbildung 19: CO2-Emissionen 2010 - Norderney nach Energieträgern, bundesweiter StromMix .................................................................................................................................44
Abbildung 20: CO2-Emissionen 2010 von Norderney nach Energieträgern, regionaler StromMix .................................................................................................................................45
Abbildung 21: Endenergieverbrauch 2010 auf Baltrum nach Sektoren .................................46
Abbildung 22: Endenergieverbrauch 2010 auf Baltrum nach Energieträgern ........................47
Abbildung 23: CO2-Emissionen 2010 - Balturm nach Sektoren, bundesweiter Strom-Mix ...48
Abbildung 24: CO2-Emissionen 2010 - Baltrum nach Energieträgern bundesweiter StromMix .................................................................................................................................49
Abbildung 25: CO2-Emissionen 2010 von Baltrum nach Energieträgern, regionaler Strom-Mix
......................................................................................................................................50
Abbildung 26: Endenergieverbrauch 2010 in Norden nach Sektoren ....................................51
Abbildung 27: Endenergieverbrauch 2010 von Norden nach Energieträgern........................52
Abbildung 28: CO2-Emissionen 2010 - Norden nach Sektoren, bundesweiter Strom-Mix ...53
Abbildung 29: CO2-Emissionen 2010 - Norden nach Energieträgern, bundesweiter StromMix .................................................................................................................................54
Abbildung 30: CO2-Emissionen 2010 von Norden nach Energieträgern, regionaler Strom-Mix
......................................................................................................................................55
Abbildung 31: CO2-Emission 2010 pro Einwohner, bundesweiter Strom-Mix ........................56
Abbildung 32: CO2-Emission 2010 pro Kopf im Vergleich, bundesweiter Strom-Mix .............56
Abbildung 33: Endenergieverbrauch 2010 pro Kopf im Vergleich, bundesweiter Strom-Mix .57
Abbildung 34: Aktivitätsprofil Juist ......................................................................................62
Abbildung 35: Aktivitätsprofil Norderney ...............................................................................64
Abbildung 36: Aktivitätsprofil Baltrum ...................................................................................66
Abbildung 37: Aktivitätsprofil Norden ....................................................................................68
Abbildung 38: Aktivitätsprofile der vier Kommunen im Vergleich ..........................................69
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Abbildung 39: CO2-Emissionen 2010 und 2020 mit Einsparpotenzialen (Regionaler
Strommix) ......................................................................................................................71
Abbildung 40: Endenergieverbrauch der Haushalte nach Nutzungsart .................................72
Abbildung 41: Jährlicher Heizenergiebedarf für unterschiedliche Wärmestandards
(Mittelwerte, berechnet jeweils für die Gesamtheit der Gebäude in Deutschland, Quelle:
IWU 2007 .......................................................................................................................73
Abbildung 42: Energieverluste am Beispiel eines freistehenden Einfamilienhauses, Quelle:
Energieagentur NRW .....................................................................................................74
Abbildung 43: Haus Störtebeker, Typische Wohnhaus mit Ferienwohnung auf Baltrum,
Quelle: www.baltrum.de .................................................................................................77
Abbildung 44: EU-Effizienzlabel für Kühl- und Gefriergeräte ................................................80
Abbildung 45: Endenergie GHD-Sektor Juist 2008 nach Wirtschaftszweigen ......................83
Abbildung 46: Durchgeführte Maßnahmen im Best Western Hotel Scharper-Siedenburg....84
Abbildung 47: Neue LED-Leuchte an der Strandpromenade von Juist ................................87
Abbildung 48: Entwicklung der Erneuerbaren Energie in Deutschland ................................93
Abbildung 49: Entwicklung der Erneuerbaren Energie im Tourismusdreieck .......................94
Abbildung 50: Schematische Darstellung eines Standortes durch Berücksichtigung der
Mindestabstände............................................................................................................96
Abbildung 51: Übersicht der Nahwärmebereiche auf Norderney, Quelle:
www.wirtschaftsbetriebe-norderney.de ........................................................................100
Abbildung 52: Vergleich von Stromverbrauch und –erzeugung in der Tourismusdreieck 2010
und 2020 ......................................................................................................................101
Abbildung 53: Überschlägige Berechnung der Lokalen Wertschöpfung durch den Ausbau der
erneuerbaren Energien im Tourismusdreieck...............................................................102
Abbildung 54: Beispiel für die Ergebnisdarstellung – http://www.benchmark-kommunalerklimaschutz.net/Maßnahmen-Controlling .....................................................................251
Abbildung 55: Beispiel für ein Ergebnis der Ist-Analyse im Rahmen des eea ....................261
Abbildung 56: Verschiedene Instrumente zur Kommunikation ...........................................264
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Abbildung 57: Logo des Klimaschutzprojekts Klima-Partner Juist.......................................265
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Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Arbeitsschritte des Klimaschutzkonzepts Tourismusdreieck ................................17
Tabelle 2: Übersicht über Eingangsdaten in die Bilanzierung ...............................................19
Tabelle 3: Berücksichtigte Verkehrsarten in Bilanz ...............................................................22
Tabelle 4: Gradtagszahlen Emden, Quelle: www.DWD.de ...................................................26
Tabelle 5: Einwohnerzahl im Tourismusdreieck 2010 ...........................................................26
Tabelle 6: Einwohnerzahl im Tourismusdreieck 2010 ...........................................................27
Tabelle 7: Gebäudearten im Tourismusdreieck 2010 (Quelle: LSKN 2012) ..........................27
Tabelle 8: Beschäftigte im Tourismusdreieck in 2010 ...........................................................28
Tabelle 9: Endenergieverbrauch im Tourismusdreieck 2010 (witterungskorrigiert) ...............29
Tabelle 10: Verwendete CO2-Faktoren .................................................................................30
Tabelle 11: CO2-Emissionen nach Sektoren und Energieträgern im Tourismusdreieck in 2010
......................................................................................................................................31
Tabelle 12: Endenergieverbrauch nach Sektoren und Energieträgern auf Juist in 2010 .......36
Tabelle 13: CO2-Emissionen nach Sektoren und Energieträgern Juist in 2010 .....................38
Tabelle 14: Endenergieverbrauch nach Sektoren und Energieträgern Norderney in 2010 ....41
Tabelle 15: CO2-Emissionen nach Sektoren und Energieträgern Norderney in 2010............43
Tabelle 16: Endenergieverbrauch nach Sektoren und Energieträgern Baltrum in 2010 ........45
Tabelle 17: CO2-Emissionen nach Sektoren und Energieträgern Norden in 2010.................47
Tabelle 18: Endenergieverbrauch nach Sektoren und Energieträgern in Norden in 2010 .....51
Tabelle 19: CO2-Emissionen nach Sektoren und Energieträgern Norden in 2010.................52
Tabelle 20: Angenommene Energiepreisentwicklung ...........................................................59
Tabelle 21: SWOT-Analyse Juist ..........................................................................................60
Schlussbericht
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Tabelle 22: SWOT-Analyse Norderney.................................................................................63
Tabelle 23: SWOT-Analyse Baltrum .....................................................................................65
Tabelle 24: SWOT-Analyse Norden......................................................................................67
Tabelle 25: Endenergieverbrauch 2010 und 2020 nach Sektoren und Energieträgern –
Tourismusdreieck...........................................................................................................70
Tabelle 26: Endenergieverbrauch 2010 und 2020 im Haushalt nach Verwendungszweck....71
Tabelle 27: Endenergieverbrauch und Kennwerte 2010 für die Gebäudebeheizung .............73
Tabelle 28: Entwicklung des Endenergiebedarfs für Raumwärme bis 2020 ..........................75
Tabelle 29: Entwicklung des Endenergieverbrauchs für Raumwärme bis 202016..................76
Tabelle 30: Endenergieverbrauch nach Energieträgern 2010-2020 ......................................77
Tabelle 31: Verteilung des Haushaltsstromverbrauchs für Elektrogeräte 2010 .....................78
Tabelle 32: Verteilung des Haushaltsstromverbrauchs 2010 und Einsparpotenziale bis 2010
......................................................................................................................................79
Tabelle 33: Energieverbrauch für das Kochen ......................................................................80
Tabelle 34: Einsparpotenziale im Wirtschaftssektor nach Branchen, Verwendungszweck und
Energieträgern bis 2020 im Überblick ............................................................................82
Tabelle 35: Verteilung des Endenergieverbrauchs Kommunale nach Bereich und
Energieträgern bis 2010 .................................................................................................85
Tabelle 36: 11 kommunale Liegenschaften in Norden im Überblick ......................................86
Tabelle 37: Einsatzgrenzen für Leuchtmittel gemäß Öko-Design-Richtlinie ..........................87
Tabelle 38: Entwicklungsabschätzungen Emissionen aus Verkehr in Tourismusdreieck ......90
Tabelle 39: Potenziale durch den Zubau von Photovoltaikanlagen im Tourismusdreieck .....98
Tabelle 40: Solarthermische Anlagen im Tourismusdreieck .................................................99
Tabelle 41: Zusammenstellung der Kosten- und CO2-Einsparung des Kommunen im
Tourismusdreieck.........................................................................................................104
Tabelle 42: Klimaschutzziel für das Tourismusdreieck .......................................................251
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Tabelle 43: Erfolgsindikatoren für die Klimaschutzmaßnahmen – Gemeinsame Maßnahmen
....................................................................................................................................253
Tabelle 44: Erfolgsindikatoren für die Klimaschutzmaßnahmen Juist .................................254
Tabelle 45: Erfolgsindikatoren für die Klimaschutzmaßnahmen Norderney ........................256
Tabelle 46: Erfolgsindikatoren für die Klimaschutzmaßnahmen Baltrum ............................258
Tabelle 47: Erfolgsindikatoren für die Klimaschutzmaßnahmen Norden .............................259
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Abkürzungsverzeichnis
a
Jahr
BEKS
BEKS EnergieEffizienz GmbH
CO2
Kohlenstoffdioxid
CSR
Corporate Social Responsibility: „Verantwortung von Unternehmen für Ihre
Mitarbeiter, die Umwelt und die Gesellschaft“
GWh
Gigawattstunden (1.000 MWh)
kg
Kilogramm
kWh
Kilowattstunde
l
Liter
LED
Licht emittierende Diode
MWh
Megawattstunde
t
Tonne/n
THG
Treibhausgas
SF
Schornsteinfeger
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
1
Einleitung/Auftragsziel
Im Rahmen des ILEK (Integriertes ländliches Entwicklungskonzept) wurde die BEKS EnergieEffizienz GmbH (im Folgenden BEKS) beauftragt, für das Gebiet des Regionalmanagements (REM) ein Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) zu erarbeiten. Das
Planungsgebiet REM Tourismusdreieck umfasst (entsprechend dem Gebiet des ILEK) die
Städte Norden und Norderney sowie die Inselgemeinden Juist und Baltrum. Unter der Internet-Adresse www.tourismusdreieck.de sind sämtliche bisherigen Projekte, die die einzelnen
Kommunen oder das gesamte Tourismusdreieck betreffen, einzusehen.
Abbildung 1: Das Gebiet des REM Tourismusdreieck: Die Städte Norderney und Norden sowie die Inselgemeinden Juist und Baltrum
In der relativ dünn besiedelten REM Region leben ca. 33.000 EinwohnerInnen. Die Bevölkerungszahlen verteilen sich wie folgt:
•
•
•
•
Norden
Juist
Norderney
Baltrum
25.116 EinwohnerInnen
1.747 EinwohnerInnen
5.816 EinwohnerInnen
493 EinwohnerInnen
Die Region Tourismusdreieck liegt außerhalb der Metropolregion Oldenburg-Bremen und gilt
traditionell als einer der strukturschwachen Wirtschaftsräume Niedersachsens. Deshalb beschränkt sich das Wirtschaftsgeschehen in diesem Raum überwiegend auf Dienstleistungen
und Handel. Außerdem gehört die Region Tourismusdreieck dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer an. Der Nationalpark gliedert sich in drei Zonen mit unterschiedlichem
Schutzstatus. Vollständig ausgenommen vom Nationalparkschutz sind lediglich die eigentlichen Siedlungs- und Infrastrukturbereiche auf den bewohnten Inseln.
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Besonders auf den Inselgemeinden Juist und Baltrum sowie der Stadt Norderney dominiert
der touristische Sektor das Wirtschaftsgeschehen, aber auch die Stadt Norden weist hohe
touristische Potenziale auf. Darüber hinaus stellen der demographische Wandel wie auch
der landwirtschaftliche Strukturwandel und die Veränderungen im touristischen Anspruchsverhalten die REM-Region Tourismusdreieck vor große Herausforderungen.
Die vier Kommunen auf dem Gebiet des Regionalmanagements haben in der Vergangenheit
bereits einige Projekte im Bereich Klimaschutz gemeinsam, wie z.B. den „Marktplatz Ostfriesland“ und auch Einzelprojekte, wie z.B. „Wettbewerb Licht“ (Juist) oder „Reaktivierung
der Küstenbahn“ in Norden, durchgeführt. Das vorliegende Klimaschutzkonzept baut auf diese Klimaschutzarbeit auf. Besonders hervorzuheben sind die bisher geleisteten Klimaschutzaktivitäten der Inselgemeinde Juist. Umwelt- und Naturschutz haben auf Juist einen
sehr großen Stellenwert. Schon 2010 beschloss der Gemeinderat, dass die Nordseeinsel bis
zum 2030 klimaneutral, d.h. der CO2-Ausstoß auf null reduziert werden soll. Hierzu soll erst
nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten auch die Kompensation gehören. Mit dieser Absichtserklärung unterstützt die Inselgemeinde Juist die Sylter Erklärung der Umweltminister
der Niederlanden, Deutschlands und Dänemarks , in der erklärt wird, dass das Gebiet des
Weltnaturerbes Wattenmeer, bis zum Jahre 2030 klimaneutral werden soll. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, wurde das Klimaschutzprojekt „Klimainsel Juist“ als Gemeinschaftsprojekt mit dem Energieversorger EWE AG entwickelt. Mit dem Klimaschutzziel und
dem Klimaschutzprojekt „Klimainsel Juist“ hat Juist bereits erfolgreich beim Wettbewerb
„Klima kommunal“ 2010 teilgenommen und ein Preisgeld von 50.000 Euro gewonnen, um
das Projekt erfolgreich umzusetzen. Weitere umgesetzte Maßnahmen sind unter Punkt 3.2.1
aufgeführt.
Administrativ zuständig für das Tourismusdreieck Norden ist Herr Jan-Berndt Swyter (Fachdienst Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing der Stadt Norden). Als Gutachterkonsortium
wurden beauftragt:
•
•
BEKS EnergieEffizienz GmbH, Bremen als Projektleiterin
Büro für Verkehrsökologie (BVÖ), Bremen
Das Klimaschutzkonzept ist in der Zeit vom 01.08.2011 bis 31.07.2012 erarbeitet worden
und wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
mit der Förderrichtlinie „Förderung von Klimaschutzmaßnahmen in sozialen, kulturellen und
öffentlichen Einrichtung „ im Rahmen der Klimaschutzinitiative mit einem 65%igen Zuschuss
gefördert.
1.1
Aufgabenverteilung, Arbeitsschritte und Akteursbeteiligung
Eine besondere Herausforderung innerhalb der Organisation, aber auch bei der inhaltlichen
Erarbeitung des Maßnahmenkatalogs war die Beteiligung von vier Kommunen, statt wie üblicherweise nur einer beteiligten Kommune. Hierdurch war ein erheblich höherer Abstimmungsaufwand notwendig. Deshalb wurde zunächst eine zahlenmäßig etwas größere LenSchlussbericht
Seite 15
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
kungsgruppe, bestehend aus Vertretern aller vier Kommunen, eingerichtet. Die Lenkungsgruppe bestand aus folgenden Personen:
1. Herr Memmen, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt, Stadt Norden
(Herr Eilers, Erster Stadtrat Stadt Norden bis 10/2012),
2. Herr Kumstel, Fachbereich Bauen und Umwelt, Stadt Norden
3. Herr Richtstein, Geschäftsführer Wirtschaftsbetriebe Norden
4. Herr Swyter, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing, Stadt Norden
5. Herr Ulrichs, Bürgermeister, Stadt Norderney
6. Herr Loth, Kurdirektor, Stadt Norderney
7. Herr Patron, Bürgermeister Inselgemeinde Juist
8. Herr Vodde, Marketing und Event, Kurverwaltung Juist,
9. Herr Olchers, Stellvertretender Bürgermeister, Insel Baltrum
10. Herr Schierz, Landkreis Aurich
11. Herr Langer, Geschäftsführer BEKS EnergieEffizienz GmbH
12. Frau Gerwien-Siegel, BEKS EnergieEffizienz GmbH
Nach dem Kick off traf sich die Lenkungsgruppe mehrfach nach wichtigen geleisteten Arbeitsschritten. Folgende Entscheidungen wurden in der Lenkungsgruppe getroffen bzw. folgende Teilergebnisse wurde innerhalb der Lenkungsgruppe diskutiert:
•
•
•
•
Methodik der CO2-Bilanz
Potenzialanalyse
Themenauswahl für die einzelnen Workshop in den einzelnen Kommunen
Maßnahmenauswahl für das Klimaschutzkonzept
Die Grundlagen des Maßnahmenkatalogs, das Kernelement dieses Klimaschutzkonzeptes,
wurden in fünf Workshops erarbeitet:
1. Workshop am 12.03.2012 auf Norderney, verwaltungsintern – aber übergreifend für
alle vier Kommunen. Hierzu waren neben der Lenkungsgruppe auch Vertreter der
Wirtschaftsbetriebe Norderney, der Wirtschaftsbetriebe Norden und der EWE AG
eingeladen. Thema: Vorstellung der Arbeitsinhalte gesamt, Vorstellung von CO2Bilanz und Potenzialanalyse für das Tourismusdreieck gesamt sowie erste Maßnahmenfindung innerhalb der Verwaltung.
2. Workshop am 19.03.2012 auf Juist, mit Öffentlichkeit: Vorstellung der Arbeitsinhalte
gesamt, Vorstellung von CO2-Bilanz und Potenzialanalyse für Juist sowie erste Maßnahmenfindung mit der Öffentlichkeit.
3. Workshop am 04.04.2012 auf Norderney, mit Öffentlichkeit: Vorstellung der Arbeitsinhalte gesamt, Vorstellung von CO2-Bilanz und Potenzialanalyse für Norderney sowie erste Maßnahmenfindung mit der Öffentlichkeit.
4. Workshop am 17.04.2012 in der Stadt Norden, mit Öffentlichkeit: Vorstellung der Arbeitsinhalte gesamt, Vorstellung von CO2-Bilanz und Potenzialanalyse für Norden
sowie erste Maßnahmenfindung mit der Öffentlichkeit.
5. Workshop am 23.04.2012 auf Baltrum, mit Öffentlichkeit: Vorstellung der Arbeitsinhalte gesamt, Vorstellung von CO2-Bilanz und Potenzialanalyse für Baltrum sowie erste
Maßnahmenfindung mit der Öffentlichkeit.
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Alle Protokolle der Lenkungsgruppensitzungen sowie der Workshops liegen dem AG vor.
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Schritte bei der Erarbeitung des InEKK Tourismusdreieck:
Tabelle 1: Arbeitsschritte des Klimaschutzkonzepts Tourismusdreieck
9. August 2012
Kick-Off InEKK Tourismusdreieck
Okt.-Dez. 2012
Datenerfassung
Januar 2013
SWOT-Analyse und Energie-/CO2-Bilanz 2010
bis April 2013
Potenzialanalyse
März/April.2013
Akteursbeteiligung Workshops und Interviews
Mai bis Juli 2013
Entwicklung Maßnahmenkatalog
15. Juni 2013
Abstimmung Maßnahmenkatalog in der Lenkungsgruppe
Juli 2013
Endbericht
1.2
Interviews von wichtigen Akteuren
Gemeinsam mit der Lenkungsgruppe wurden 8 Interviewpartner ausgewählt, die zur Umsetzung des InEKK beitragen und wichtige Impulse liefern konnten. Die Ergebnisse der Interviews wurden in den Maßnahmenplan 2020 aufgenommen. Folgende Akteure wurden telefonisch befragt:
Herr Schäfer, AG Reederei Norden-Frisia
Herr Meyer, Elektro-Fachbetrieb in Norden
Herr Buse, Norder Energietage
Herr Rachner, Verkehrsverbund Ems-Jade
Herr Ulrichs, Reederei Baltrum-Linie
Herr Prof. Dr. Edgar Kreilkamp; Leuphana Universität Lüneburg
Frau Conring, Volkshochschule
Herr Kiehne, Oldenburgische Landesbank
1.3
Vorgehen bei der Datenerhebung
Für die Energie- und CO2-Bilanz wurden die Verbrauchsdaten aus dem Jahr 2010 herangezogen (= Basisjahr oder Referenzjahr). Waren diese nicht verfügbar, wurde auf Datenmaterial aus dem Jahr 2009 zurückgegriffen. War auch dieses Datenmaterial nicht verfügbar, wurden bundesweite statistische Werte zur Berechnung der Energieverbräuche herangezogen
(siehe auch Punkt 2.4).
Für die qualitative und quantitative Ist-Analyse wurden Fragebögen von der BEKS an den
administrativ verantwortlichen Herrn Swyter versandt. Dieser reichte die Fragebögen an die
Schlussbericht
Seite 17
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
jeweils Verantwortlichen in den Kommunen weiter. Nach einer ersten Auswertung der Fragebögen durch die BEKS waren zahlreiche telefonische Nachforderungen direkt bei den jeweiligen Ressortleitern bzw. Wirtschaftsbetrieben/Energieversorgern notwendig.
2
Energie- und CO2-Bilanzierung
2.1
Zielsetzung
Die Bilanzierung des Energieverbrauchs und der damit verbundenen CO2-Emissionen soll
den Kommunen im Tourismusdreieck als Grundlage für ihre zukünftige Klimaschutzpolitik
dienen. Sie soll bei weiteren Planungen argumentativ unterstützen, Prioritäten aufzeigen und
Entscheidungen begründbar machen.
Ziel ist es, eine hinreichend genaue und fortschreibbare Energie- und CO2-Bilanz zu erstellen. Dabei soll die Bilanzierungsmethodik vergleichbare und nachvollziehbare Ergebnisse
liefern und eine Erfolgskontrolle bei der Umsetzung zukünftiger Klimaschutzmaßnahmen ermöglichen. Die vorliegende Energie- und CO2-Bilanz liefert eine hinreichend genaue Abschätzung des tatsächlichen Energieverbrauchs in der Region und der Ermittlung der daraus
resultierenden CO2-Emissionen. In der vorliegenden Bilanz wurde ein möglichst hoher Anteil
an individuell erhobenen Daten zu Grunde gelegt. Mit der vorgenommenen Datenerhebung
kann eine relativ gute, aber keine absolute Genauigkeit in der Bilanz erreicht werden. Anhand der Ergebnisse der Energie- und CO2-Bilanz sollen Potenziale und Maßnahmen für den
kommunalen Klimaschutz im Tourismusdreieck bis zum Jahr 2020 abgeleitet werden. Diese
Maßnahmen werden im integrierten Klimaschutzkonzept zusammengefasst und ihre Umsetzbarkeit geprüft.
2.2
Methodik der Bilanzierung
Im folgenden Kapitel werden die Methodik der Bilanzierung und die Datenherkunft beschrieben. Dies ist vor allem in Hinblick auf die verschiedenen Datenquellen notwendig und soll
einen Überblick über die angewandte Vorgehensweise geben.
2.3
Betrachtete Treibhausgase
In der im Folgenden vorgestellten CO2-Bilanz werden ausschließlich energiebedingte CO2Emissionen ausgewiesen. Andere Emissionsquellen und Treibhausgase wie Methan oder
Lachgas wurden nicht berücksichtigt. Der Klimawandel ist auf zwar verschiedene Treibhausgase zurückzuführen. Der Anteil der verschiedenen Treibhausgase variiert von Region zu
Region. Laut Umweltbundesamt sind in Deutschland 87% der verursachten Treibhauswirkung auf den Ausstoß von CO2 zurückzuführen [UBA 2010]. Damit ist Kohlendioxid das
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
wichtigste Treibhausgas in Deutschland, gefolgt von Lachgas mit 5,6% und Methan mit 4,5%
der Treibhauswirkung.
2.4
Erhebung und Gewinnung der Datenbasis
Bei der Beschaffung der Daten wurde zum größten Anteil auf bereits vorhandene Daten zurückgegriffen. Dies bezieht sich vor allem auf die leitungsgebundenen Energieträger und den
Verkehr, sowie die nicht leitungsgebundene Energieträger. Für die Tourismusregion mit den
vier Kommunen liegen in einigen, energetisch relevanten Bereichen, keine detaillierten statistischen Daten vor. Soweit es möglich war, wurden daher weitere Quellen, wie beispielsweise:
•
•
•
statistische Werte des bundesdeutschen Energieverbrauchs
statistische Werte des Landkreises Aurich
Daten der Bertelsmann Stiftung
zur Prüfung, Dokumentation und für weitere Hochrechnungen herangezogen.
Die Bearbeitung der Bilanz mit Hilfe des Bilanzierungstools ECORegionsmart erfolgte in vertiefter Form für das Jahr 2010. Das Jahr 2010 bietet sich auf Grund der sehr guten statistischen Datenlage als Basisjahr für eine zukünftige Fortschreibung der Bilanzen an. Die Eingangsdaten wurden aus den in der folgenden Tabelle dargestellt Quellen ermittelt.
Bei fehlenden Daten wurden mit Hilfe der Software ECORegionsmart bundesweite statistische
Werte auf die untersuchte Region bezogen und berechnet.
Tabelle 2: Übersicht über Eingangsdaten in die Bilanzierung
Energieträger/Kennzahl
Erdgasverbrauch Juist, Baltrum
und Norden
Erdgasverbrauch Norden und
Norderney
Stromverbrauch Juist, Baltrum
und Norden
Stromverbrauch Norden und
Norderney
Hauptdaten-Quelle
Zusätzliche Quellen
Wirtschaftsbetriebe Norden und
Wirtschaftsbetriebe Norderney
EWE Netz GmbH 2012a (Netzdaten)
Wirtschaftsbetriebe Norden und
Wirtschaftsbetriebe Norderney
EWE Netz GmbH 2012b (Netzdaten)
Wirtschaftsbetriebe Norden und
Wirtschaftsbetriebe Norderney
Verkehr
KBA 2011a, VBN 2011a
KBA 2011a, VBN 2011a
nicht leitungsgebundene Energieträger
ECORegionsmart
SF 2011a
ECORegionsmart
EWE Netz GmbH 2011c, Wirtschaftsbetriebe Norden und
Stadtwerke Norden, TenneT
TSO GmbH (Netzdaten)
Stromproduktion im Tourismusdreieck
Schlussbericht
EWE AG 2012
Wirtschaftsbetriebe Norden und
Wirtschaftsbetriebe Norderney
EWE AG 2012
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Demografische Kennzahlen
Einwohnerzahl: Die Einwohnerzahlen des Tourismusdreiecks wurden der Datenbank des
Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) entnommen.1 Die darin enthaltenen Daten beziehen sich nur auf den Hauptwohnsitz.
Tourismus und Übernachtungen: Neben den Einwohnern spielen in einer touristisch geprägten Region die Zahl der Tagesgäste und der Übernachtungen eine wesentliche Rolle.
Die Daten wurden von den jeweiligen Kommunen für 2010 zur Verfügung gestellt.
Beschäftigtenzahlen: Die Anzahl der Beschäftigten im Tourismusdreieck wurde ebenfalls
aus den Datenbanken des LSKN ermittelt und mit den Angaben der Kommunen abgeglichen. Zu den Beschäftigten gehören alle Personen, die als Arbeitnehmer/-in tätig sind. Darin
inbegriffen sind ebenfalls Beamte und Soldaten. Die Berücksichtigung von geringfügig Beschäftigten und Selbstständigen erfolgt nur soweit, wie diese schon in dem von dem Tourismusdreieck zur Verfügung gestellten Datensatz enthalten sind. Es wurden nur die Daten bis
zum Jahr 2007 bereitgestellt. Zur Ermittlung einer Datenbasis für das Referenzjahr 2010
wurde eine Hochrechnung vorgenommen.
Stromverbrauch und Strom-Mix
Stromverbrauch: Die gesamten Daten des Stromverbrauchs im Tourismusdreieck wurden
durch den regionalen Stromnetzbetreiber EWE Netz GmbH (EWE Netz) sowie die Wirtschaftsbetriebe Norderney und Norden für das Jahr 2010 bereitgestellt. Der Stromverbrauch
für die kommunalen Liegenschaften und Straßenbeleuchtung ist in diesen Daten bereits enthalten und wurde nur für die detaillierte Betrachtung bei der Gemeinde separat abgefragt.
Allerdings lagen diese Daten teilweise nur unvollständig vor, so dass mit Annahmen gerechnet wurde.
Strom-Mix: Bei der Berechnung der CO2- Emissionen, die aus dem Stromverbrauch im Tourismusdreieck resultieren, wurden auf Wunsch des AG zwei verschiedene Betrachtungen
vorgenommen. Je nach Betrachtungsweise ergibt sich somit ein anderer CO2-Faktor für
Strom, welcher in der CO2-Bilanz mit Vorketten angesetzt wird:
•
1
Bundesweiter Strom-Mix, wie in der Datenbank von ECORegion hinterlegt. Hier bleiben die lokal erzeugten Strommengen in Wind-, Biogas- und Solaranlagen unberücksichtigt. Diese Betrachtung ermöglicht einen Vergleich mit anderen Kommunen. Der
CO2-Faktor ist bundesweit gleich und im Fall des Tourismusdreiecks höher als beim
regionalen Strom-Mix.
LSKN 2011
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
•
Regionaler Strom-Mix berücksichtigt die Erzeugung von Strom im Tourismusdreieck.
Hier wird unterstellt, dass der lokal erzeugte Strom auch komplett auf dem Gebiet des
Tourismusdreiecks verbraucht wird, wobei eine Doppelzählung des EEG-Stroms
vermieden wird. Der CO2-Faktor regionaler Strom-Mix des Tourismusdreiecks ist
deutlich niedriger als der bundesweite Strom-Mix.
Wärmeverbrauch
Leitungsgebundene Energieträger: Der Großteil der Wärmeenergie wird im Tourismusdreieck mit dem Brennstoff Erdgas bereitgestellt. Die Daten für den Erdgasverbrauch wurden
durch den regionalen Netzbetreiber EWE NETZ GmbH sowie durch die Wirtschaftsbetriebe
Norderney und Norden bereitgestellt.
Nicht-leitungsgebundene Energieträger: Für nicht-leitungsgebundene Energieträger wurde die Ermittlung des Energieverbrauchs nach der Empfehlung des Kommunalen UmweltAktioN .A.N. e.V. (KuK) vorgenommen.2 Die Feststellung der Anzahl der Feuerungsanlagen
erfolgte durch eine Befragung der Schornsteinfeger im Tourismusdreieck. Der Energieverbrauch (kWh/a) wurde als Produkt aus der Anzahl der Heizungslagen für nichtleitungsgebundene Energieträger, der mittleren Leistung (kW) der installierten Feuerungsanlagen und der jährlichen Volllaststunden ermittelt. Die mittleren Vollaststunden werden in der
Empfehlung wie folgt definiert:
•
•
•
•
Heizungsanlagen mit Gas- und Ölfeuerung
Holz- und Kohleheizungen <15 kW
Holz- und Kohleheizungen >15 kW
Einzelfeuerungsanlagen für
feste, flüssige und gasförmige Brennstoffe
1.400 Std./a
700 Std./a
700 Std./a
200 Std./a
Verkehr
Der Verkehrsbereich wird gemäß der Vorgabe von ECORegion in die folgenden vier Bereiche aufgeteilt: Personenverkehr, Personenfernverkehr, Straßengüterverkehr und übriger Güterverkehr. Aus den jeweiligen Fahrleistungen dieser Bereiche, dem spezifischen Treibstoffverbrauch und einem zugrunde liegenden Treibstoff-Mix wird der Anteil des Verkehrs an der
Endenergiebilanz und somit auch an der CO2-Bilanz errechnet. Für den Personenverkehr
und den Straßengüterverkehr wird mit Hilfe der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge, welche
mit einer durchschnittlichen Fahrleistung je Fahrzeug multipliziert werden, eine Gesamtfahrleistung und somit der Endenergieverbrauch ermittelt. Für die Region wurden die Fahrleis-
2
KuK 2010
Schlussbericht
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tungen für den Linienbusverkehr vom Verkehrsverbund Bremen Niedersachsen(VBN) zur
Verfügung gestellt. Für den Bereich übriger Güterverkehre und Personenfernverkehre wurden keine detaillierten Daten ermittelt. Zum Ansatz in der Bilanzierung kommen daher die
Annahmen, welche durch ECORegion in der Startbilanz auf Grundlage von statistischen
statist
Werten ermittelt wurden.
Die in der Bilanz berücksichtigten Verkehrsarten sind in der Tabelle 3 aufgelistet. Die Abbildung 2 stellt die Berechnung des Endenergieverbrauchs für den Sektor Verkehr dar.
Tabelle 3:: Berücksichtigte Verkehrsarten in Bilanz
Energie- und CO2-Bilanz des Tourismusdreiecks
Motorisierter Individualverkehr
(Pkw, Motor-, Zweiräder)
Öffentlicher Personennahverkehr
ÖPNV (Linienbus)
SchienenpersonenNahverkehr
SchienenpersonenFernverkehr
x
x
x
x
Personenschifffahrt
Zu Fähren zu den Inseln
Straßengüterverkehr
x
Güterverkehr mit
Bahn und Schiff
x/-
Flugverkehr
Nur Zubringerflüge zu den Inseln
3
Abbildung 2:: Berechnung des Endenergieverbrauchs für den Verkehr
3
Quelle: ECOSPEED 2010
Schlussbericht
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2.5
Berechnungsmethodik und Datenverarbeitung
Die Erstellung der Energie- und CO2-Bilanz wurde mit der internetbasierten Software ECO
Regionsmart des Unternehmens ECO Speed AG vorgenommen. Das Tool wird bisher vor allem im Rahmen des Klimabündnisses europäischer Städte wie auch bei der Erstellung von
Klimaschutzkonzepten angewandt.
Die Erfassung der Daten und die Bilanzierung erfolgte sowohl internetbasiert als auch auf
Basis einer eigenen Tabellenkalkulation. In der Datenbank von ECORegionsmart sind statistische Werte für den durchschnittlichen nationalen Energieverbrauch der einzelnen Sektoren
hinterlegt, was eine vergleichbare Erarbeitung von Energie- und CO2-Bilanzen als „Startbilanz“ ermöglicht. Je mehr statistische Energiedaten der Region verfügbar sind, desto genauer kann eine „Endbilanz“ für die Region erstellt werden. Eine jährliche Fortschreibung der Bilanz ist mit relativ geringem Aufwand umsetzbar. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit des
Vergleichs der Bilanz mit den Ergebnissen anderer Kommunen.
Der Endenergieverbrauch wird in der folgenden Bilanzierung nach dem Territorialprinzip ermittelt. Es wird die im Tourismusdreieck durch den Endverbraucher konsumierte Energie ab
Steckdose, Zapfsäule, Gashahn, Öltank etc. erfasst. Die Energie, die zur Bereitstellung notwendig ist, wird nicht erfasst (Produktion und Distribution der Energie).
Die CO2-Emissionen werden nach dem Verursacherprinzip bilanziert. Die Zuteilung der CO2Emissionen wird auf die Energieträger vorgenommen. Das bedeutet, dass die CO2Emissionen der Primärenergie bilanziert werden. Strom und Wärme, welche in die Region
importiert werden, sind nicht emissionsfrei. Durch die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien im Strom-Mix vermindern sich somit auch die CO2-Emissionen.
Die CO2-Bilanz wird unter der Berücksichtigung von Vorketten, (Life-Cycle-Assessment, kurz
LCA) erstellt. Es werden die Emissionen berücksichtigt, die aus Verlusten bei der Bereitstellung der Energieträger und der Distribution auftreten. Die zum Ansatz gebrachten LCAFaktoren sind in ECORegion aus der GEMIS 4.2- und der ecoinvent-Datenbank hinterlegt. In
ECORegion wird nur die energetische LCA-Bilanz behandelt, eine Berücksichtigung der
LCA-Bilanzen von Materialflüssen und Dienstleistungen erfolgt nicht.
Es wird somit ein endenergiebasiertes Territorialprinzip zum Ansatz gebracht. In der folgenden Abbildung wird die in ECORegion angewandte Bilanzierungsmethode im Überblick dargestellt.
Schlussbericht
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4
Abbildung 3: Systematik der Bilanzierungsmethode
Diese Bilanzierungsmethode hat sich für Kommunen als praktikabel erwiesen und sie unterscheidet sich von der Verursachermethode (Inländerprinzip)5, bei dem auch der Energieverbrauch außerhalb des Territoriums (z.B. Fernreisen sowie Konsum und Ernährung) mit bilanziert werden. Diese Methode findet bei Internettools Anwendung, die eine persönliche
CO2-Bilanz (CO2-Fußabgruck) erstellen. In der Regel fallen die Ergebnisse bei dieser Methode höher als bei der hier verwendeten Methode aus.
2.5.1 Strom und Wärme
Die leitungsgebundenen Energieträger Erdgas und Strom werden nach dem Absatzprinzip
bilanziert. Bei Erdgas wurde der Heizwert (nicht Brennwert) zum Ansatz gebracht. Der Verbrauch von nicht-leitungsgebundenen Energieträgern zur Bereitstellung von Wärmeenergie
wie etwa Öl, Holz, Flüssiggas oder andere feste Brennstoffe wurde mit den hochgerechneten
Verbrauchswerten aus der Befragung der Schornsteinfeger berücksichtigt.
2.5.2 Verkehr
Die Bilanzierung im Verkehrsbereich mit ECORegionsmart erfolgt nur beim Fähr- und Flugverkehr uneingeschränkt nach dem Territorialprinzip. Die weitaus größten Anteile der CO2Emissionen und des Endenergieverbrauchs im Verkehrsbereich ergeben sich vor allem im
Bereich der Stadt Norden durch den motorisierten individuellen Straßenverkehr. Daneben
stehen bei der CO2-Bilanzierung im Tourismusdreieck allerdings die hohen Anteile des Fährverkehrs und des kleinräumigen Flugverkehrs, die naturgemäß ungewöhnlich für eine Gemeinde in Deutschland sind. Hier liegen konkrete und lokal zuordenbare Zahlen vor, die nicht
– wie im Straßenverkehr - nur modellhaft in ECORegionsmart ermittelt wurden.
4
ECOSPEED 2010
5
DIfU, Praxisleitfaden Klimaschutz in Kommunen
Schlussbericht
Seite 24
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Der territoriale Bezug der Bilanzierung im Straßenverkehr ist in erster Linie durch den Bezug
auf die Zulassungsstatistiken des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) gegeben. Eingang in das
Bilanzierungs-Tool ECORegionsmart findet für den Straßenverkehr die auf vier Zahlen aggregierte Zulassungsstatistik für die Kommunen: Pkw, Lkw, Sattelschlepper, Motorräder. Dieses
grundsätzlich normierte Vorgehen, dass auch von der niedersächsischen Klimaschutzleitstelle „Klima und Kommunen“ (KuK) durch Lieferung entsprechender Daten unterstützt wird,
birgt ohne einen genaueren Blick in die Ausgangsstatistiken des KBA die Gefahr von erheblichen Fehleinschätzungen des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen.
Während also in den anderen Sektoren tatsächlich bekannte regionale Verbrauchswerte
Eingang in die Bilanz finden, ist der Bereich Straßenverkehr im Bilanzierungs-Tool
ECORegionsmart durch vorgegebene Standardwerte eng an bundesdurchschnittlichen Grössenordnungen orientiert. Soweit es möglich war, wurden Korrekturfaktoren (z. B. für die Inseln) entwickelt. Gleichwohl zeichnet ECORegionsmart trotz der verlässlichen und bekannten
Größe der Zulassungszahlen, die weit über dem Bundesdurchschnitt liegen, immer noch ein
eher freundliches Bild der Emissionen aus Verkehr in Norden vor allem, weil Pkw in ländlichen und kleinstädtischen Regionen überdurchschnittlich hohe Fahrleistungen aufweisen.
Die bundesdurchschnittliche Fahrleistung für einen Pkw betrug 2009 14.100 km, was in etwa
der Fahrleistung eines in der Stadt Norden wohnenden, in Emden in Vollzeit beschäftigten,
Arbeitnehmers allein auf seinem Weg zur Arbeit entspricht.
Die Emissionen aus Bahnverkehr und öffentlichem Nahverkehr spielen absolut und relativ
gesehen in der Tourismusregion eine geringe Rolle, werden aber von ECORegionsmart auch
mit Hilfe der von den Gemeinden gelieferten Daten territorial abgebildet.
ECORegionsmart findet aufgrund einer Vielzahl von sich wechselseitig ausgleichenden Faktoren letztlich zu einem belastbaren Ergebnis auch für den Verkehrsbereich, wenn regionale
Besonderheiten mit betrachtet und verlässlich abgeschätzt werden können.
2.5.3 Gebäude und Infrastruktur
Der Energieverbrauch für die Gebäudestruktur und die vorhandene Infrastruktur wurde für
das Jahr 2010 getrennt erhoben und verrechnet. Es erfolgte eine Aufteilung in die Bereiche
Haushalte und Wirtschaft.
Der Energieverbrauch der Wirtschaft wird auf die Sektoren
•
•
•
Primärer Sektor: Land- und Forstwirtschaft
Sekundärer Sektor: Produzierendes Gewerbe und
Tertiärer Sektor: Dienstleistungen
aufgeteilt. Die in den kommunalen Liegenschaften und für die Straßenbeleuchtung verbrauchte Energie ist ein Teil des tertiären Sektors.
Schlussbericht
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2.5.4 Witterungskorrektur
Für die zur Raumwärme bereitgestellte Energie ist eine Witterungsbereinigung durchgeführt worden, damit bei einer Fortschreibung der CO2-Bilanz die Folgejahre mit dem Basisjahr 2010 vergleichbar werden. Ansonsten führen unterschiedliche Wetterverhältnisse zu
starken Schwankungen des Energiebedarfs in einer Kommune.
Die Witterungskorrektur erfolgt durch den Vergleich der Gradtagszahl des Analysejahres
2010 mit dem langjährigen Mittelwert, der durch den Deutschen Wetterdienst für Emden bereitgestellt wird.
Tabelle 4: Gradtagszahlen Emden, Quelle: www.DWD.de
Gradtagszahlen Emden - langjähriges
Mittel Gt 15/20 (13 Jahre bis 2010)
3.524
Witterungsfaktor (Heizenergiebedarf wird mit Faktor multipliziert)
2009
3.558
0,99
2010
4.196
0,84
Das Basisjahr 2010 verzeichnet sehr hohe Gradtagszahlen und damit einen um 19% strengeren Winter als das langjährige Mittel. Es wurde davon ausgegangen, dass in dem Bilanzierungsgebiet 70% des Erdgases und Fernwärmeverbrauchs zu Heizenergiezwecken eingesetzt und somit witterungskorrigiert werden.
2.6
Ergebnisse für das Tourismusdreieck
2.6.1 Einwohnerzahl und Touristen
Tabelle 5: Einwohnerzahl im Tourismusdreieck 2010
Daten für 2010
Einwohnerzahl
(Erstwohnsitz)
Norden Norderney Juist
25.116
5.816
1.747
Baltrum Tourismusdreieck
493
33.172
Am 31.13.2010 waren 33.172 Personen mit dem Hauptsitz im Tourismusdreieck gemeldet.
Der fortschreitende demographische Wandel wird auch auf die Bevölkerungsentwicklung im
Tourismusdreieck einen entsprechenden Einfluss nehmen. So prognostiziert eine aktuelle
Standortprofilanalyse eine rückläufige Entwicklung der Bevölkerung bis zum Jahr 2030 in
Norden um 7,1%.6 Die Altersstruktur wird sich danach deutlich verschieben. Im Jahr 2030
werden fast 45% der Bevölkerung 60 Jahre und älter sein. 2010 waren es lediglich etwa
7
RegioNord; NORD/LB. 2012
Schlussbericht
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32%. Eine positivere Entwicklung sagt der Demographiebericht der Bertelsmann-Stiftung voraus. Danach wird Norden sogar um etwa 2 % wachsen.7
Besonders auf den Nordseeinseln ist die Zahl der Gäste und Übernachtungen im Verhältnis
zu den Einwohnerzahlen sehr groß. Aber auch in der Stadt Norden sind die Auswirkungen
der Übernachtungen auf den Energieverbrauch nicht zu vernachlässigen.
Tabelle 6: Einwohnerzahl im Tourismusdreieck 2010
Daten für 2010
Norden
Norderney Juist
Baltrum Gesamt
Gäste
224.885
446.392 109.064 39.171
819.512
Übernachtungszahlen 1.545.138 3.169.445 964.174 324.991
6.003.748
Verhältnis
Gäste/Einwohner
8,95
76,75
62,42
79,45
24,71
2.6.2 Wohnstruktur im Tourismusdreieck
Bei Betrachtung der Wohnstruktur zeigte sich, dass der Großteil der Gebäude lediglich über
eine Wohneinheit verfügt (76%), gefolgt von Gebäuden mit einem Wohnungsbestand von
zwei Wohneinheiten (13%). Nur 11% der Gebäude verfügen über mehr als 2 Wohneinheiten.
Der hohe Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern wirkt sich signifikant auf den Energieverbrauch für Heizwärme in der Energie- und CO2-Bilanz aus. Die mittlere Wohnfläche im Tourismusdreieck betrug pro Person im Jahr 2010 ca. 56 m2 pro Person. Die Gebäudetypologie
im Wohnbestand setzt sich im Tourismusdreieck wie in Tabelle 7 und Abbildung 4 dargestellt
zusammen. In der Summe bestehen im Tourismusdreieck circa 12.000 Wohngebäude. Es
wird deutlich, dass mehr als 8.000 der Wohngebäude noch vor der Umsetzung der 1. Wärmeschutzverordnung (Ende 1977) gebaut wurden und damit einen schlechten Wärmeschutzstandard aufweisen (Abbildung 4).
Tabelle 7: Gebäudearten im Tourismusdreieck 2010 (Quelle: LSKN 2012)
Gebäude im
Tourismusdreieck
EFH
ZFH
MGH
NWG
Summe
7
Anzahl der
Gebäude
9.135
1.609
1.279
12.023
Anzahl Wohnungen
9.135
3.218
8.007
1.041
Fläche (m²)
1.024.950
267.390
479.630
92.850
Anteil Gebäude
%
76%
13%
11%
0%
21.401
1.864.820
100%
durchschnittliche
Anteil Fläche Wohnungsgröße in
%
m²
55%
112
14%
83
26%
60
5%
89
100%
87
Demographiebericht Norden, www.wegweiser-kommunen.de
Schlussbericht
Seite 27
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Wohngebäudebestand Tourismusdreieck
2.500
2.000
1.500
1.000
500
0
8
Abbildung 4: Wohngebäudetypologie im Tourismusdreieck
2.6.3 Beschäftigtenstruktur im Tourismusdreieck
Die Beschäftigtenstruktur im Tourismusdreieck liegt im Schwerpunkt auf dem Tertiärsektor
(Dienstleistungen/Handel) mit 84% der Beschäftigten. Der Sekundärsektor (verarbeitendes
Gewerbe, Handwerk, Baugewerbe, Energiewirtschaft) nimmt mit 15% eine nicht zu vernachlässigende Position ein. Der Primärsektor (Land- und Forstwirtschaft/Bergbau) macht einen
sehr geringen Anteil mit 0,6% aus. Insgesamt wurden für das Jahr 2010 - 13.098 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte errechnet.
Tabelle 8: Beschäftigte im Tourismusdreieck in 2010
Sektor
Primär Sektor
Sekundär Sektor
Tertiär Sektor
Beschäftigte im Jahr
2010
79
1.991
11.028
2.6.4 Endenergiebilanz des Tourismusdreiecks
Die Endenergiebilanz wurde anhand der unter Abbildung 3 vorgestellten Systematik und den
vorhandenen Daten ermittelt. Der Endenergiebedarf (witterungsbereinigt) im Jahr 2010 betrug insgesamt 957,29 GWh. Die Verteilung des Endenergieverbrauchs auf die einzelnen
Sektoren im Jahr 2010, sowie die quantitative Entwicklung gegenüber dem Jahr 1990 ist in
Tabelle 9 ersichtlich.
8
Eigene Berechnung auf Grundlage von statistischen Daten für die Einzelgemeinden (LSKN) und den Ergebnissen der IWUStudie - Datenbasis Gebäudebestand – IWU 2010
Schlussbericht
Seite 28
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Tabelle 9: Endenergieverbrauch im Tourismusdreieck 2010 (witterungskorrigiert)
Endenergieverbrauch
2010 nach Sektor
(GWh)
Haushalte
Wirtschaft
Verkehr
Kommunale Verwaltung/Flotte
Summe
Tourismusdreieck
gesamt
377,16
244,01
301,72
34,88
957,29
Norden
298,38
102,72
229,72
7,64
638,45
Norderney
60,01
89,40
58,67
19,22
227,30
Juist
12,76
38,37
9,06
6,02
66,21
Baltrum
5,54
13,52
4,27
2,00
25,33
Wie die Abbildung 5 zeigt, ergibt sich eine deutliche Verteilung des Endenergieverbrauchs
auf die Bereiche Haushalte, Wirtschaft und Verkehr; die kommunale Verwaltung nimmt einen
zu vernachlässigenden Stellenwert ein, ist aber bezogen auf Klimaschutzmaßnahmen ein
guter Multiplikator und trägt Vorbildfunktion.
Endenergieverbrauch 2010 im Tourismusdreieck nach
Sektoren, witterungsbereinigt (MWh/a)
32%
39%
957
GWh
Haushalte
Wirtschaft
Kommune
Verkehr
4%
25%
Abbildung 5: Verteilung des Endenergieverbrauchs nach Sektoren im Jahr 2010
Der größte Anteil am Endenergieverbrauch im Jahr 2010 ergibt sich für Haushalte mit 39%,
gefolgt vom Verkehr (32%) und der Wirtschaft (25%). Der Anteil der Endenergie für die
kommunalen Gebäude/Flotten fällt hingegen mit 4% gering aus. Die Endenergie wird im Tourismusdreieck hauptsächlich aus den in der Abbildung 6 aufgezeigten Energieträgern aufgebracht. Den größten Anteil am Endenergieverbrauch des Tourismusdreiecks hat Erdgas mit
fast 43%, gefolgt von Diesel 18% und Strom sowie Benzin (jeweils 18%). Der Energieträger
Heizöl spielt mit einem Anteil von etwa 1% kaum eine Rolle. Fernwärme weist aufgrund der
Versorgungsstruktur in Norden und Norden einen Anteil von 7% auf.
Schlussbericht
Seite 29
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Endenergieverbrauch 2010 im Tourismusdreieck nach
Energieträgern, witterungsbereinigt (MWh/a)
Strom
7%0%
Heizöl EL
18%
Benzin
Diesel
1%
Kerosin
957.297
13%
Erdgas
43%
Fernwärme
Holz
18%
Sonnenkollektoren
Flüssiggas
Abbildung 6: Endenergieverbrauch nach Energieträgern im Jahr 2010 im Tourismusdreieck
2.6.5 CO2-Bilanz des Tourismusdreiecks (mit Vorkette)
Für die im Tourismusdreieck verbrauchte Endenergie fallen nicht nur direkte CO2Emissionen in den Gemeindegrenzen an, sondern auch außerhalb der Gemeinde werden
durch die Produktion und Distribution von Energie Emissionen verursacht. Diese werden bei
der Erstellung der CO2-Bilanz mit Vorketten entsprechend berücksichtigt. Durch den Ansatz
von spezifischen LCA-Faktoren für die Energieträger werden somit auch die bei der Produktion und der Distribution der Endenergie freigesetzten CO2-Emissionen erfasst. Folgende
CO2-Faktoren wurden verwendet:
Tabelle 10: Verwendete CO2-Faktoren
CO2-Faktoren ((LCA gemäß ECORegion)
Strom (Bundesmix 2010)
Heizöl EL
Benzin
Diesel
Kerosin
Erdgas
Fernwärme (eigene Berechnungen)
Holz
Sonnenkollektoren
Flüssiggas
Biodiesel
Schlussbericht
kg/MWh
540
320
302
292
284
228
155
24
25
241
87
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Bei der Berechnung der CO2-Emissionen aus dem Stromverbrauch wird der in der Datenbank ECORegion hinterlegte bundesweite Strom-Mix angesetzt. Dies ermöglicht einen Vergleich mit anderen Kommunen, berücksichtigt aber nicht den Anteil der Stromversorgung auf
dem Territorium. In einer weiteren Betrachtung werden die CO2-Emissionen aus dem Stromverbrauch unter der Berücksichtigung des regionalen Strom-Mix ermittelt.
2.6.6 CO2-Bilanz mit Vorketten – bundesweiter Strom-Mix
Im Tourismusdreieck wurden im Jahr 2010 insgesamt 285.971 Tonnen CO2-Emissionen freigesetzt. Die Verteilung der CO2-Emissionen nach Energieträgern ist in der Tabelle 11 ersichtlich. Bei einer Zuordnung der CO2-Emissionen auf die verschiedenen Sektoren ergibt
sich der höchste Verbrauch für den Sektor der Haushalte, gefolgt vom Verkehrssektor und
der Wirtschaft (Abbildung 7).
Tabelle 11: CO2-Emissionen nach Sektoren und Energieträgern im Tourismusdreieck in 2010
CO2-Emissionen nach
Sektoren und Energieträgern (MWh/a)
Strom
Heizöl EL
Benzin
Diesel
Kerosin
Erdgas
Fernwärme
Holz
Sonnenkollektoren
Flüssiggas
Biodiesel
Summe (t/a)
Schlussbericht
CO2Emission
2010
gesamt
2010
91.301
2.483
36.579
50.216
424
94.867
9.860
60
60
98
12
285.960
Haushalte
Wirtschaft
Kommune
Verkehr
2010
39.509
1.287
0
0
0
63.150
2.959
58
12
51
0
107.026
2010
42.105
1.196
0
0
0
28.329
5.519
0
26
47
0
77.221
2010
8.032
0
2
12
0
2.504
1.382
2
23
0
0
11.957
2010
1.655
0
36.577
50.204
424
884
0
0
0
0
11
89.755
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Emissionen 2010 im Tourismusdreieck
nach Sektoren, Bundes-Strom-Mix, witterungsbereinigt (kt/a)
31%
Haushalte
38%
Wirtschaft
286
kt
Kommune
Verkehr
4%
27%
Abbildung 7: CO2-Emissionen nach Energieträgern im Jahr 2010 im Tourismusdreieck, bundesweiter
Strom-Mix
2.6.7 CO2-Bilanz mit Vorketten – regionaler Strom-Mix
Auf dem Territorium des Tourismusdreiecks wird aus verschiedenen Quellen Strom produziert, der in das Stromnetz des regionalen Netzbetreibers eingespeist wird. Im Jahr 2010
wurden folgenden Energieerzeugungsanlagen bilanziert:
Regionale
Stromerzeugung Tourismusdreieck 2010
Norden
Norderney
Juist
Baltrum
Summe Tourismusdreieck
Installierte Leistung (kW) - 2010
Solar
9.654
984
123
59
10.820
Wind Gas-BHKW
80.900
3.417
0
1.233
0
92
0
0
80.900
Erzeugte Strommenge 2010 (MWh) berechnet
Gesamt
93.971
2.217
215
59
96.462
Solar
8.689
886
111
53
9.738
Wind Gas-BHKW
177.980
4.425
0
6.822
0
368
0
0
177.980
11.615
Gesamt
191.094
7.708
479
53
199.333
Daraus wurde eine erzeugte Strommenge unter der Annahme eines durchschnittlichen
Wind- und Sonnenjahres berechnet. Bei den Gas-BHKW werden die tatsächlich eingespeisten Strommengen verwendet. Die gesamt auf dem Gebiet des Tourismusdreiecks erzeugte
Strommenge beträgt somit fast 200.000 MWh.
Die folgende Grafik zeigt die Produktion von
Strom aus erneuerbaren Energie. Es wird deutlich, dass im Tourismusdreieck schon im Basisjahr 2010 fast 118 % des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien und Gas-BHKW gedeckt werden konnten.
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Strombilanz 2010 - Tourismusdreieck [MWh/a]
205.000
199.333
200.000
195.000
118%
190.000
185.000
180.000
Summe Stromverbrauch
Summe EE-Erzeugung
EE
175.000
170.000
169.076
165.000
160.000
155.000
Quelle: Energy map, EWEEWE
Netze, Wirtschaftsbetriebe
150.000
2010
Abbildung 8: Strombilanz 2010
10 im Tourismusdreieck
Unter der Annahme, dass der in der Region produzierte Strom auch regional verbraucht
wird, wurde ein regionaler
ler Strom-Mix
Strom
ermittelt. Dieser Mix aus erneuerbaren Energien
Energie (Wind
und Sonne) sowie die Gas betriebenen Blockheizkraftwerken weist einen deutlich niedrigeren CO2-Faktor auf als der bundesweite Strom-Mix.
Strom
Dieser beträgt 45 kg CO2 pro MWh im
Gegensatz zum Bundesmix mit 540 kg CO2 pro MWh.
Die Differenz der CO2-Emissionen
Emissionen gegenüber der Bilanzierung mit dem bundesweiten
Strom-Mix beträgt circa 84.000
.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Der Anteil des Energieträgers
Strom reduziert
ziert sich von 32 auf 4%
4 Anteil an den Gesamtemissionen. Auch die Verteilung
auf die Sektoren ändert sich deutlich. Der Verkehrssektor hat im regionalen Strom-Mix
Strom
den
größten Anteil an den Gesmatemissionen mit 44%. Jeder Einwohner
hner des Tourismusdreiecks
Tourismusdre
versursacht eine CO2-Emission
Emission von 6,1 Tonnen pro Jahr.
Schlussbericht
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CO2-Emissionen 2010 im Tourismusdreieck
nach Sektoren, witterungsbereinigt - regionaler Strom-Mix
(kt/a)
35%
44%
Haushalte
Wirtschaft
202
kt
Kommune
Verkehr
2%
19%
Abbildung 9: CO2-Emissionen des Tourismusdreiecks 2010 nach Sektoren, regionaler Strom-Mix
CO2-Emissionen Tourismusdreieck nach
Energieträgern (t/a) - 2010
350.000
Biodiesel
300.000
Flüssiggas
250.000
Sonnenkollektoren
-29 %
200.000
Holz
Fernwärme
Erdgas
150.000
Kerosin
Diesel
100.000
Benzin
Heizöl EL
50.000
Strom
0
Bundes-Strommix
Regionaler Strommix
Abbildung 10: CO2-Emissionen des Tourismusdreiecks 2010 nach Energieträgern, bundesweiter StromMix und regionaler Strom-Mix im Vergleich
Schlussbericht
Seite 34
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CO2-Emissionen Tourismusdreieck nach
Energieträgern (t/a) - 2010
350.000
Biodiesel
300.000
Flüssiggas
250.000
Sonnenkollektoren
Holz
200.000
Fernwärme
Erdgas
150.000
Kerosin
Diesel
100.000
Benzin
Heizöl EL
50.000
Strom
0
Bundes-Strommix
Regionaler Strommix
Abbildung 10 stellt die die beiden Bilanzierungsmethoden mit dem Bundes-Strommix sowie
dem regionalen Strom-Mix nebeneinander dar. Die Heranziehung des regionalen Stromixes
reduziert sich aufgrund des hohen Anteils erneuerbaren Energie bei der regionalen Stromerzeugung deutlich, und zwar um 29%.
2.7
Ergebnisse für die einzelnen Kommunen
2.7.1 Juist
Der Endenergieverbrauch der Nordseeinsel Juist betrug 2010 66.210 MWh (witterungsbereinigt). Hiervon entfielen fast 57% auf den Bereich Wirtschaft (GHD), gut 20% auf die privaten
Haushalte, 9% auf die kommunale Verwaltung und 14% auf den Verkehr (siehe
Abbildung 11).
Schlussbericht
Seite 35
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Tabelle 12: Endenergieverbrauch nach Sektoren und Energieträgern auf Juist in 2010
Endenergieverbrauch der Insel Juist nach Sektoren und
Energieträgern (MWh/a) 2010
Haushalte Wirtschaft Kommune Verkehr
Gesamt
Strom
Benzin
Diesel
Kerosin
Erdgas
Sonnenkollektoren
Biogase
Biodiesel
2.505
0
0
0
10.166
85
2
0
9.084
0
0
0
28.718
570
0
0
1.568
6
41
0
3.484
918
0
4
0
2.106
5.651
1.302
0
0
0
0
13.157
2.112
5.692
1.302
42.368
1.573
2
4
Summe (MWh/a)
12.759
38.372
6.020
9.060
66.210
Der Bereich Wirtschaft besteht auf der Ferieninsel Juist überwiegend aus den Beherbergungsbetrieben, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen und verbrauchte allein 38.372 MWh.
Eine Aufteilung des Energieverbrauchs auf die Wirtschaftssektoren erfolgte durch das Bremer Energie Institut 20109. Demnach haben die Beherbergungsbetriebe einen Anteil von etwa 78% des Gesamtverbrauchs in diesem Sektor. Bezogen auf den Gesamtverbrauch der
Insel Juist entspricht dies einem Anteil von etwa 45%.
9
Bremer Energie Institut 2010, CO2-Fußabdruck der Insel Juist
Schlussbericht
Seite 36
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Endenergieverbrauch 2010 - Juist
nach Sektoren (MWh/a), witterungsbereinigt
14%
19%
9%
Haushalte
66.210
MWh
Wirtschaft
Kommune
Verkehr
58%
Abbildung 11: Endenergieverbrauch 2010 der Insel Juist nach Sektoren
Dem Verkehr werden 9.060 MWh Energieverbrauch zugeschlagen. Davon entfallen 55% auf
den Fährverkehr, etwa 14% auf den Flugverkehr auf der Insel. Der Insel Juist werden zudem
die Fahrten mit dem eigenen PKW zugeordnet, den die Juister Bürger auf dem Festland vornehmen (siehe Kapitel 2.5.2).
Eine Verteilung des Energieverbrauchs nach Energieträgern zeigt, dass Erdgas mit einem
Anteil von 64% des Gesamtverbrauchs dominiert. Der Energieträger Strom folgt mit 20%,
Diesel mit 8% sowie Benzin mit 2%. Das Warmwasser aus Sonnenkollektoren trägt über 2%
zum Gesamtenergieverbrauch bei. Die restlichen Energieträger sind vernachlässigbar.
Schlussbericht
Seite 37
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Endenergieverbrauch 2010 - Juist
nach Energieträgern (MWh/a); witterungsbereinigt
2%
1%
20%
Strom
Benzin
Diesel
3%
66.210
MWh
Kerosin
8%
Erdgas
2%
Sonnenkollektoren
64%
Biodiesel
Abbildung 12: Endenergieverbrauch 2010 von Juist nach Energieträgern
CO2-Bilanz Juist – bundesweiter Strom-Mix
Auf der Nordseeinsel Juist wurden im Jahr 2010 insgesamt 19.461 Tonnen CO2Emissionen verursacht. Die Verteilung der CO2-Emissionen nach Energieträgern und nach
Sektoren ist in der Tabelle 13 ersichtlich.
Tabelle 13: CO2-Emissionen nach Sektoren und Energieträgern Juist in 2010
CO2-Emissionen der Insel
Juist nach Sektoren und Energieträgern (t/a) - 2010
Strom
Benzin
Diesel
Kerosin
Erdgas
Sonnenkollektoren
Summe (t/a)
gesamt Haushalte Wirtschaft Kommune Verkehr
7.105
639
1.660
370
9.647
40
1.353
0
0
0
2.315
2
4.905
0
0
0
6.539
14
847
2
12
0
793
23
0
637
1.648
370
0
0
19.461
3.670
11.459
1.677
2.655
Bei einer Zuordnung der CO2-Emissionen auf die verschiedenen Sektoren ergibt sich der
höchste Verbrauch für den Sektor der Wirtschaft (GDH) mit 59%, gefolgt von den Haushalten
19%, dem Verkehrssektor 14% und der Kommune mit 8%.
Schlussbericht
Seite 38
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CO2-Emissionen 2010 - Juist
nach Sektoren (kt/a) - Bundes-Strommix, witterungsbereinigt
14%
19%
Haushalte
8%
Wirtschaft
19.461 t CO2
Kommune
Verkehr
59%
Abbildung 13: CO2-Emissionen 2010 - Juist nach Sektoren, bundesweiter Strom-Mix
Die Aufteilung nach Energieträgern weist Erdgas 50% der CO2-Emissionen zu, gefolgt von
Strom mit 36% und Diesel mit 9%. Alle anderen Energieträger spielen mit zusammen 5% eine untergeordnete Rolle.
Schlussbericht
Seite 39
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CO2-Emissionen 2010 - Juist
nach Energieträgern (t/a), Bundesweiter Strom-Mix,
witterungsbereinigt
36%
Strom
50%
19.461
Benzin
t CO2
Diesel
Kerosin
3%
2%
Erdgas
9%
Abbildung 14: CO2-Emissionen 2010 von Juist nach Energieträgern, bundesweiter Strom-Mix
CO2-Bilanz Juist – Regionaler Strom-Mix
Unter Verwendung des CO2-Faktors für den regionalen Strom ergibt sich eine Reduzierung
der CO2-Emissionen auf 12.954 Tonnen und damit 6.507 Tonnen weniger als bei der Heranziehung des bundesweiten Strom-Mixes.
Schlussbericht
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CO2-Emissionen 2010 - Juist
nach Energieträgern (t/a), regionaler Strom-Mix
5%
5%
13%
Strom
Benzin
12.954 t CO2
3%
Diesel
Kerosin
Erdgas
74%
Abbildung 15: Endenergieverbrauch 2010 von Juist nach Energieträgern, regionaler Strom-Mix
2.7.2 Norderney
Der Endenergieverbrauch von Norderney betrug 2010 insgesamt 227.304 MWh (witterungsbereinigt). Der Wirtschaftssektor benötigt davon mit 39% den größten Teil, gefolgt von den
Haushalten mit 26%, dem Verkehr mit 26% sowie der Kommunen mit 9%. Der Verkehr spielt
gegenüber Juist eine weit größere Rolle als auf der Nachbarinsel Juist, da die Insel befahren
ist und die Fähren viel häufiger die Insel ansteuern.
Tabelle 14: Endenergieverbrauch nach Sektoren und Energieträgern Norderney in 2010
Endenergieverbrauch 2010
nach Sektoren und Energieträgern (MWh/a), witterungsbereinigt - Norderney
Haushalte Wirtschaft Kommune Verkehr Gesamt
Strom
Benzin
Diesel
Kerosin
Erdgas
Nah- und Fernwärme
Sonnenkollektoren
Biodiesel
Summe (MWh/a)
Schlussbericht
12.512
0
0
0
40.784
6.597
121
0
21.761
0
0
0
61.157
6.307
177
0
8.872
0
0
0
2.633
7.712
0
4
60.014
89.402
19.221
0
12.738
45.740
189
0
0
0
0
43.145
12.738
45.740
189
104.574
20.616
298
4
58.667 227.304
Seite 41
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Endenergiebedarf 2010 - Norderney
Verteilung nach Sektoren (MWh/a), witterungsbereinigt
26%
26%
Haushalte
Wirtschaft
227.304
MWh
9%
Kommune
Verkehr
39%
Abbildung 16: Endenergieverbrauch 2010 von Norderney nach Sektoren
Die Verteilung des Energieverbrauchs auf die verschiedenen Energieträger wird in der Abbildung 17 dargestellt. Auch auf Norderney ist Erdgas der wichtigste Energieträger mit 46% Anteil am Gesamtverbrauch, gefolgt von Diesel 20%, Strom19% sowie Fernwärme mit 9%,
Nennenswert ist auch noch der Anteil von Benzin mit 6%. Der Stromverbrauch setzt sich dabei zusammen aus der Summe der durch das Netz nach Norderney gelieferten Menge und
der auf der Insel in Blockheizkraftwerken erzeugte Strommenge.
Schlussbericht
Seite 42
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Endenergiebedarf 2010 - Norderney
Aufteilung nach Energieträgern (MWh/a), witterungsbereinigt
9% 0%
19%
Strom
Benzin
6%
Diesel
227
GWh
Kerosin
Erdgas
46%
Nah- und Fernwärme
20%
Sonnenkollektoren
Abbildung 17: Endenergieverbrauch 2010 von Norderney nach Energieträgern
CO2-Bilanz Norderney – Bundesweiter Strom-Mix
Auf Norderney wurden im Jahr 2010 insgesamt knapp 68.000 Tonnen CO2Emissionen verursacht. Die Verteilung der CO2-Emissionen nach Energieträgern und nach
Sektoren ist in der Tabelle 15 ersichtlich.
Tabelle 15: CO2-Emissionen nach Sektoren und Energieträgern Norderney in 2010
CO2-Emissionen Norderney
nach Sektoren und Energieträgern (t/a) - 2010
Strom
Benzin
Diesel
Kerosin
Erdgas
Nah- und Fernwärme
Sonnenkollektoren
Summe (GWh/a)
gesamt Haushalte Wirtschaft Kommune Verkehr
23.299
3.852
13.337
54
23.812
3.587
8
6.757
0
0
0
9.286
1.148
3
11.751
0
0
0
13.925
1.097
4
4.791
0
0
0
600
1.342
0
0
3.852
13.337
54
0
0
0
67.947
17.194
26.778
6.732
17.242
Der Wirtschaftssektor – überwiegend der Beherbergungsbereich und die Gastronomie – trägt
39% an den gesamten CO2-Emissionen bei, gefolgt von den Haushalten und dem Verkehr
mit jeweils 26%. Die kommunalen Gebäude und die Straßenbeleuchtung verursachen 9%
der CO2-Emissionen.
Schlussbericht
Seite 43
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CO2-Emissionen 2010 - Norderney
Verteilung nach Sektoren (t/a), witterungsbereinigt
26%
26%
Haushalte
Wirtschaft
67.947
t CO2
Kommune
Verkehr
9%
39%
Abbildung 18: CO2-Emissionen 2010 - Norderney nach Sektoren, bundesweiter Strom-Mix
Auf Norderney spielen die Energieträger Erdgas mit 35%, Strom mit 34% und Diesel mit
20% den größten Anteil am CO2-Ausstoß. Benzin verursacht 6% und die Nahwärme 5% der
CO2-Emissionen.
CO2-Emissionen 2010 - Norderney
nach Energieträgern (t/a), witterungsbereinigt
5%
34%
Strom
Benzin
35%
67.947
Diesel
t CO2
Erdgas
Nah- und Fernwärme
Sonnenkollektoren
6%
20%
Abbildung 19: CO2-Emissionen 2010 - Norderney nach Energieträgern, bundesweiter Strom-Mix
Schlussbericht
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CO2-Bilanz Norderney – Regionaler Strom-Mix
Unter Verwendung des CO2-Faktors für den regionalen Strom ergibt sich eine Reduzierung
der CO2-Emissionen auf 47.564 Tonnen und damit 23.383 Tonnen weniger als bei der
Heranziehung des bundesweiten Strom-Mixes. Der Anteil des Energieträgers Strom wird
somit erheblich geringer und beträgt nur noch 4%.
CO2-Emissionen 2010 - Norderney
nach Energieträgern (t/a), regionaler Strom-Mix
10%
4%
8%
Strom
Benzin
47.564 t CO2
28%
Diesel
Erdgas
Nah- und Fernwärme
50%
Abbildung 20: CO2-Emissionen 2010 von Norderney nach Energieträgern, regionaler Strom-Mix
2.7.3 Baltrum
Der witterungsbereinigte Endenergieverbrauch der Nordseeinsel Baltrum betrug 2010 insgesamt 25.331 MWh, wobei der Bereich Wirtschaft mit den Beherbergungsbetrieben und der
Gastronomie mit 53% den größten Beitrag leistet. Es folgen die Haushalte mit 22%, der Verkehr mit 17% sowie die Kommune mit 8% Anteil am Gesamtenergieverbrauch.
Tabelle 16: Endenergieverbrauch nach Sektoren und Energieträgern Baltrum in 2010
Schlussbericht
Seite 45
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Endenergieverbrauch 2010 auf
Baltrum - nach Sektoren und
Energieträgern (MWh/a)
Haushalte Wirtschaft Kommune Verkehr
Strom (ohne BHKW-Strom)
Heizöl EL
Benzin
Diesel
Erdgas
Sonnenkollektoren
Biogase
Biodiesel
Summe (GWh/a)
Gesamt
749
0
0
0
4.729
59
2
0
3.167
70
0
0
10.228
59
0
0
749
0
0
0
1.247
0
0
0
0
0
992
3.149
0
0
0
132
4.664
70
992
3.149
16.204
118
2
132
5.539
13.524
1.996
4.272
25.331
Endenergieverbrauch 2010 - Baltrum
nach Sektoren (MWh/a), witterungsbereinigt
17%
22%
Haushalte
8%
Wirtschaft
25.331
MWh
Kommune
Verkehr
53%
Abbildung 21: Endenergieverbrauch 2010 auf Baltrum nach Sektoren
Die Verteilung des Energieverbrauchs nach Energieträgern zeigt, dass Erdgas mit einem Anteil von 64% des Gesamtverbrauchs dominiert. Der Energieträger Strom folgt mit 18%, Diesel mit 12% sowie Benzin mit 4%. Die restlichen Energieträger sind vernachlässigbar.
Schlussbericht
Seite 46
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Endenergieverbrauch 2010 - Baltrum
nach Energieträgern (MWh/a), witterungsbereinigt
1%
18%
Strom (ohne BHKW-Strom)
Heizöl EL
4%
Benzin
25.331 MWh
Diesel
Erdgas
12%
Sonnenkollektoren
64%
Biodiesel
Abbildung 22: Endenergieverbrauch 2010 auf Baltrum nach Energieträgern
CO2-Bilanz Baltrum – Bundesweiter Strom-Mix
Durch Baltrum wurden im Jahr 2010 insgesamt 7.463 Tonnen CO2-Emissionen verursacht.
Die Verteilung der CO2-Emissionen nach Energieträgern und nach Sektoren ist in Tabelle 17
ersichtlich.
Tabelle 17: CO2-Emissionen nach Sektoren und Energieträgern Norden in 2010
CO2 -Emissionen 2010 auf Baltrum - CO2nach Sektoren und Energieträgern Emission
gesamt
(MWh/a)
Strom (ohne BHKW-Strom)
Heizöl EL
Benzin
Diesel
Erdgas
Sonnenkollektoren
Biodiesel
Summe (GWh/a)
Haushalte Wirtschaft Kommune Verkehr
2.519
22
300
918
3.690
3
11
404
0
0
0
1.077
1
0
1.710
22
0
0
2.329
1
0
404
0
0
0
284
0
0
0
0
300
918
0
0
11
7.463
1.483
4.063
688
1.229
Der Wirtschaftssektor – überwiegend der Beherbergungsbereich und die Gastronomie – trägt
mit 54% über die Hälfte an den gesamten CO2-Emissionen bei, gefolgt von den Haushalten
(20%) und dem Verkehr (17%). Die kommunalen Gebäude und die Straßenbeleuchtung verursachen 9% der CO2-Emissionen.
Schlussbericht
Seite 47
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Emissionen 2010 - Baltrum
nach Sektoren (MWh/a), witterungsbereinigt
17%
20%
Haushalte
9%
7.463 t
Wirtschaft
Kommune
Verkehr
54%
Abbildung 23: CO2-Emissionen 2010 - Balturm nach Sektoren, bundesweiter Strom-Mix
Auf Baltrum spielen die Energieträger Erdgas mit 50%, Strom mit 34% und Diesel mit 12%
den größten Anteil am CO2-Ausstoß. Benzin verursacht 4% aller CO2-Emissionen, die restlichen Energieträger spielen keine Rolle.
Schlussbericht
Seite 48
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Emissionen 2010 - Baltrum
nach Energieträgern (MWh/a)
0%
Strom (ohne BHKW-Strom)
34%
Heizöl EL
Benzin
50%
7.463 t
Diesel
Erdgas
Sonnenkollektoren
4%
Biodiesel
12%
Abbildung 24: CO2-Emissionen 2010 - Baltrum nach Energieträgern bundesweiter Strom-Mix
CO2-Bilanz Baltrum – Regionaler Strommix
Mit dem CO2-Faktor für den regionalen Strom ergibt sich eine Reduzierung der CO2Emissionen auf 5.156 Tonnen und damit 2.307 Tonnen weniger als bei der Heranziehung
des bundesweiten Strom-Mixes. Der Anteil des Energieträgers Strom an den gesamten CO2Emissionen sinkt von 34 auf 4% und ist somit erheblich geringer. Erdgas ist somit der dominante Energieträger mit 72% Anteil an den gesamten CO2-Emissionen.
Schlussbericht
Seite 49
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Emissionen 2010 - Baltrum
nach Energieträgern (t/a), regionaler Strom-Mix
4%
6%
18%
Heizöl EL
Benzin
5.156 t CO2
Diesel
Erdgas
Sonnenkollektoren
72%
Abbildung 25: CO2-Emissionen 2010 von Baltrum nach Energieträgern, regionaler Strom-Mix
2.7.4 Norden
Die Stadt Norden hat einen Endenergieverbrauch im Jahr 2010 von insgesamt 638.451MWh
(witterungsbereinigt). Die Verteilung des Energieverbrauchs auf die Sektoren ergibt ein völlig
anderes Bild als auf den Inseln. Der Wirtschaftssektor benötigt in Norden nur 16% des gesamten Energieverbrauchs. Der größte Verbraucher sind mit 47% die Haushalte, gefolgt von
dem Verkehr mit 36% sowie den städtischen Gebäuden und der Straßenbeleuchtung mit
1%.
Schlussbericht
Seite 50
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Tabelle 18: Endenergieverbrauch nach Sektoren und Energieträgern in Norden in 2010
Endenergieverbrauch der Stadt Norden
nach Sektoren und Energieträgern (MWh/a) 2010
Haushalte Wirtschaft Kommune Verkehr
Strom
Heizöl EL
Benzin
Diesel
Erdgas
Nah- und Fernwärme
Holz
Sonnenkollektoren
Flüssiggas
Summe (MWh/a)
Gesamt
57.398
4.018
0
0
221.660
12.436
2.445
206
213
43.962
3.665
0
0
24.309
30.380
0
206
194
3.686
0
0
0
3.632
257
65
0
0
3.064
0
105.129
117.643
3.882
0
0
0
0
108.109
7.683
105.129
117.643
253.483
43.073
2.510
412
407
298.377
102.716
7.640
229.718
638.451
Endenergieverbrauch 2010 - Norden
nach Sektoren (MWh/a), witterungsbereinigt
36%
Haushalte
638.451
47%
MWh
Wirtschaft
Kommune
Verkehr
1%
16%
Abbildung 26: Endenergieverbrauch 2010 in Norden nach Sektoren
Die Verteilung des Energieverbrauchs auf die verschiedenen Energieträger zeigt die Abbildung 27. Erdgas ist der wichtigste Energieträger mit 40% Anteil am Gesamtverbrauch, gefolgt von Diesel (18%), Strom und Benzin (jeweils 17%). Der Anteil an Nahwärme beträgt 7%
am Energieverbrauch. Heizöl und andere Energieträger können vernachlässigt werden.
Schlussbericht
Seite 51
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Endenergieverbrauch 2010 in Norden
nach Energieträgern (MWh/a), witterungsbereinigt
Strom
7%
Heizöl EL
17%
Benzin
1%
Diesel
638.451
40%
17%
MWh
Erdgas
Nah- und Fernwärme
Holz
18%
Sonnenkollektoren
Flüssiggas
Abbildung 27: Endenergieverbrauch 2010 von Norden nach Energieträgern
CO2-Bilanz Norden – Bundesweiter Strom-Mix
Durch die in Norden verbrauchte Energie wurden im Jahr 2010 insgesamt etwa 191.000
Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Die Verteilung der CO2-Emissionen nach Energieträgern und nach Sektoren zeigt sich in der Tabelle 19 und den folgenden Abbildungen.
Tabelle 19: CO2-Emissionen nach Sektoren und Energieträgern Norden in 2010
CO 2-Emissionen der Stadt Norden nach
Sektoren und Energieträgern (t/a) - 2010
Strom
Heizöl EL
Benzin
Diesel
Erdgas
Nah- und Fernwärme
Holz
Sonnenkollektoren
Biogase
Flüssiggas
Summe (t/a)
gesamt
Haushalte Wirtschaft Kommune Verkehr
58.379
2.460
31.788
34.302
57.718
6.266
60
10
0
98
30.995
1.287
0
0
50.472
1.809
58
5
0
51
23.739
1.173
0
0
5.535
4.420
0
5
0
47
1.990
0
0
0
827
37
2
0
0
0
1.655
0
31.788
34.302
884
0
0
0
0
0
191.083
84.678
34.920
2.856
68.629
Der Haushaltssektor trägt mit 44% Anteil zu den gesamten CO2-Emissionen bei. Der Verkehrssektor verursacht 36%, der Wirtschaftssektor 18% der CO2-Emissionen. Die kommunalen Gebäude und die Straßenbeleuchtung verursachen 2% der CO2-Emissionen.
Schlussbericht
Seite 52
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Emissionen 2010 - Norden
nach Sektoren (MWh/a), witterungsbereinigt
36%
Haushalte
191.083
44%
t CO2
Wirtschaft
Kommune
Verkehr
2%
18%
Abbildung 28: CO2-Emissionen 2010 - Norden nach Sektoren, bundesweiter Strom-Mix
In der Stadt Norden hat der Energieträger Strom mit 31% den größten Anteil am gesamten
CO2-Ausstoß, Erdgas folgt mit 30% und Diesel mit 18%. Benzin verursacht 17%, die
Nahwärme 3% der CO2-Emissionen. Andere Energieträger können vernachlässigt werden.
Schlussbericht
Seite 53
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Emissionen 2010 in Norden
Aufteilung nach Energieträgern (t/a), witterungsbereinigt
3%
Strom
31%
30%
Heizöl EL
Benzin
Diesel
191.083
Erdgas
t CO2
1%
Nah- und Fernwärme
Holz
18%
17%
Sonnenkollektoren
Flüssiggas
Abbildung 29: CO2-Emissionen 2010 - Norden nach Energieträgern, bundesweiter Strom-Mix
CO2-Bilanz Norden – Regionaler Strom-Mix
Unter Verwendung des CO2-Faktors für den regionalen Strom ergibt sich eine Reduzierung
der CO2-Emissionen auf 138.243 Tonnen und damit 52.840Tonnen weniger als bei der
Heranziehung des bundesweiten Strom-Mixes. Der Anteil des Energieträgers Strom am Gesamt-CO2-Ausstoß sinkt somit auf lediglich 3 %.
Schlussbericht
Seite 54
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Emissionen 2010 in Norden
Aufteilung nach Energieträgern (t/a) - regionaler Strom-Mix
5% 3%2%
Strom
23%
Heizöl EL
Benzin
Diesel
138.243
42%
Erdgas
t CO2
Nah- und Fernwärme
Holz
25%
Sonnenkollektoren
Flüssiggas
Abbildung 30: CO2-Emissionen 2010 von Norden nach Energieträgern, regionaler Strom-Mix
2.7.5 Spezifische Kennzahlen im Vergleich
Für den Vergleich mit anderen Kommunen können Kennzahlen interessant sein, zum Beispiel der Energieverbrauch pro Einwohner oder die CO2-Emissionen pro Einwohner. Voraussetzung für ein wirklich aussagekräftiges Ergebnis ist allerdings die Heranziehung der gleichen Bilanzierungsmethodik und ähnlicher Rahmenbedingungen. Für eine Urlaubsregion,
besonders für die Nordseeinseln, kommen viele Gäste und Übernachtungen auf wenige
Einwohner. Baltrum zum Beispiel hatte 2010 493 Einwohner und 325.000 Übernachtungen.
Dies führt zu einer wenig aussagekräftigen einwohnerspezifischen Kennzahl (siehe Abbildung 31). Baltrum weist die meisten Übernachtungen in Bezug zu ihren Einwohnern auf, hat
somit auch mit 15,1 Tonnen CO2 pro Einwohner die höchste Kennzahl. In der Stadt Norden
mit einer spez. Emission von 7,6 t CO2/EW spielen die Touristen eine weit weniger entscheidende Rolle. Hier kommen auf 25.116 Einwohner ca. 1,5 Millionen Übernachtungen.
Schlussbericht
Seite 55
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Emission 2010 pro Einwohner nach Sektoren [t/a]
16,0
15,1 t
14,0
11,7 t
12,0
11,14 t
10,0
8,0
Verkehr
Kommune
7,6 t
Wirtschaft
6,0
Haushalte
4,0
2,0
0,0
Norden
Norderney
Juist
Baltrum
Abbildung 31: CO2-Emission 2010 pro Einwohner, bundesweiter Strom-Mix
Um die drei Nordseeinseln besser vergleichen zu können, werden die spez. Emissionen auf
eine Kennzahl bezogen, die sich als Summe aus den Einwohnern und den Übernachtungszahlen, dividiert durch 365 Tage ergibt. (Kopf= Zahl der EW + Übernachtungszahl/365). Dies
führt zu einem anderen Ergebnis, wie die Abbildung 32 zeigt. Juist liegt hier mit 4,4 t
CO2/Kopf am niedrigsten, gefolgt von Norderney (4,7 t) und Baltrum (5,4 t).
CO2-Emission pro Kopf 2010 nach Sektoren [t/a]
7,00
6,5 t
6,00
5,4 t
4,7 t
5,00
4,4 t
Verkehr
4,00
Kommune
3,00
Wirtschaft
Haushalte
2,00
1,00
0,00
Norden
Norderney
Juist
Baltrum
Abbildung 32: CO2-Emission 2010 pro Kopf im Vergleich, bundesweiter Strom-Mix
Schlussbericht
Seite 56
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Endenergieverbrauch 2010 pro Kopf nach Sektoren (MWh/a)
25,0
21,8 MWh
20,0
18,3 MWh
15,7 MWh
15,1 MWh
15,0
Verkehr
Kommune
Wirtschaft
10,0
Haushalte
5,0
0,0
Norden
Norderney
Juist
Baltrum
Abbildung 33: Endenergieverbrauch 2010 pro Kopf im Vergleich, bundesweiter Strom-Mix
Der Endenergieverbrauch pro Kopf, wie in Abbildung 33: Endenergieverbrauch 2010 pro
Kopf im Vergleich, bundesweiter Strom-Mix, kann lediglich zum Vergleich der Nordseeinsel
untereinander bzw. zum zur Beobachtung der Entwicklung des Kennwertes in den zukünftigen Jahren dienen. Zum Vergleich: Bundesweit wurden im Jahr 2008 (aktuellere Wert stand
zum Zeitpunkt der Bearbeitung nicht zur Verfügung), 30.860 kWh je Einwohner verbraucht10.
In der Stadt Norden beträgt der Energieverbrauch pro Einwohner und Jahr 25.420 kWh.
3
Sektor spezifische Einsparpotenziale
3.1
Vorgehen und Methodik
Zur Bestimmung der Einsparpotenziale wurden in einem ersten Schritt die Aktivitäten der jeweiligen Kommunen aufgenommen und untersucht. Als Ergebnis wurde ein Aktivitätsprofil
für jede Kommune erstellt. Zur überschlägigen Bestimmung der quantitativen Energieeinsparpotenziale bzw. der CO2-Minderungspotenziale werden die Sektoren Haushalte, Wirtschaft, Kommunale Gebäude und Infrastruktur sowie Verkehr getrennt betrachtet. Berücksichtigt werden dabei nur Maßnahmen, die mit bereits bestehenden Möglichkeiten und
Technologien auch wirtschaftlich und realistisch umsetzbar sind. Dieses erschließbare Po-
10
Indikatoren zur Energieeffizienz, Okö-Institut-Fraunhofer ISI-Ziesing, Version 5
Schlussbericht
Seite 57
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
tenzial ist damit kleiner als das technische Potenzial, das sich z.B. bei der Sanierung aller
Gebäude auf den aktuellen technischen Stand ergibt. Das ausgewiesene Potenzial ist sehr
wohl erreichbar, aber keineswegs ein Selbstläufer. Als Beispiel sei die Annahme genannt,
dass jährlich 2% der Bestandsgebäude, die vor 1984 gebaut wurden, auf den aktuellen Neubaustandard saniert werden. Aktuell beträgt die bundesweite Sanierungsrate etwa 0,9 %. Die
Kommunen müssen dafür erhebliche Anstrengungen unternehmen, um diese Potenziale
auch auszuschöpfen. Mit der Ausweisung von Potenzialen an dieser Stelle werden keine
Maßnahmen vorgeschlagen oder unterstellt. Es sollen damit Handlungsfelder aufgezeigt
werden, die möglichst große Potenziale aufweisen.
Die wirtschaftlichen Einsparpotenziale bis zum Jahr 2020 wurden überschlägig ermittelt, indem die auf der Grundlage bundesweiter Studien (Prognos, Öko-Institut 2009; Prognos,
Fraunhofer ISI, TUM, GfK 2009; IWU, BEI 2010) ermittelten Prozentsätze der Einsparung auf
das Tourismusdreieck übertragen wurden. Die wesentliche Grundlage der Potenzialberechnung bildet die aktuelle Studie „Modell Deutschland – Klimaschutz bis 2050“. Im Auftrag des WWF hat die Arbeitsgemeinschaft Prognos AG/Öko-Institut e.V. / Dr. Hans-Joachim
Ziesing ein langfristiges Szenario zur Erreichung ambitionierter Klimaschutzziele (95% CO2Einsparung bis 2050) erarbeitet. Hierbei wird von den derzeit aktuellen Bedingungen in
Deutschland sowie aktuellen Referenzentwicklungen bis 2050 ausgehend ein Szenario entworfen und gerechnet, das bis 2050 eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen um ca.
95% gegenüber dem Stand von 1990 anstreben soll. Den Schwerpunkt bilden hierbei die
energiebedingten CO2-Emissionen. Ausgangspunkt ist die heutige Situation mit den Daten
der aktuellen Energiebilanz. Das Szenario zeigt, ob es mit heute denkbaren technischen
Entwicklungen und Ausstattungen möglich ist das -95%-Ziel zu erreichen und welche Maßnahmen notwendig sind, um diese Reduktion zu erreichen. Dieses als „Innovationsszenario“
bezeichnete Szenario bildet die Grundlage der Potenzialbetrachtung für das Tourismusdreieck.
Für das Tourismusdreieck werden Potenziale für den Zeitraum zwischen 2010 und 2020
ausgewiesen. Dabei soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass heutige Klimaschutzbemühungen häufig auch nach 2020 wirken und dabei immer auch die Zielerreichung
für das Jahr 2050, mindestens 80 bis 95 Prozent CO2-Emissionsminderung gegenüber 1990
zu erreichen, nicht vergessen werden sollte.
Wesentliche Basisparameter dieser Studien mit hohem Einfluss auf die Ergebnisse sind:
Entwicklung der Energiepreise
Sanierungszyklen bei Bauteilen und der Anlagentechnik/Geräte
Betrachtungszeitraum Erneuerungszyklen
Standards bei Durchführung von Sanierungen/Ersatzinvestitionen
Entwicklung der Branchenstruktur und Bevölkerungszahlen
Umsetzungshemmnisse
Folgende Entwicklung der Energiepreise wurde angenommen.
Schlussbericht
Seite 58
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
11
Tabelle 20: Angenommene Energiepreisentwicklung
Preise Haushalte
(inkl. MWSt., real)
Einheit
2005
2009
Heizöl leicht
Cent/l
Erdgas
Cent/kWh
5
Strom
Cent/kWh
18
Normalbenzin
Cent/l
120
137,8
Preise Großhandel
(ohne MWSt., real)
Einheit
Heizöl leicht
EUR/t
Erdgas
Strom
53,6
2005
64,0
2020
mittlerer
Preis
98,8
81,4
6,2
8,8
7,5
21,1
28,9
25
186,9
162,35
2009
2020
mittlerer
Preis
499
601,7
884,0
742,85
Cent/kWh
3
3,2
5,1
4,15
Cent/kWh
7
8,5
13,2
10,85
Unter Annahme dieser Energiepreissteigerung wird basierend auf Potenzialstudien zur Wirtschaftlichkeit das entsprechende Energieminderungspotenzial, jeweils für die Sektoren
Haushalte, Wirtschaft, Kommunale Gebäude sowie Infrastruktur und Verkehr ermittelt. Für
die Bevölkerungszahl im Tourismusdreieck wird entgegen der Aussage einer sinkenden Bevölkerungszahl eine konstante Bevölkerungszahl bis 2020 angenommen. Auch die Touristenzahl bleibt in den Prognosen unverändert zu 2010. Da die Ausgangssituationen in den
vier Kommunen des Tourismusdreiecks unterschiedlich sind, wird für jede Kommune eine
Potenzialbetrachtung erstellt. Dabei werden die jeweiligen Klimaschutzaktivitäten dargestellt
und eine SWOT-Analyse vorangestellt, die Stärken, Schwächen, sowie Chancen und Risiken
benennt.
3.2
Bisherige Aktivitäten im Tourismusdreieck
Die SWOT-Analyse vereint Stärken - Schwächen (Strengths and Weaknesses) und Chancen
– Risiken (Opportunities and Threats) und dient als Instrument, um die analysierten Aktivitäten im Bereich Klimaschutz und die wesentlichen Akteure übersichtlich zusammenzustellen.
Dabei werden sowohl die intern vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen (Stärken und
Schwächen) als auch die externen Chancen und Risiken, die sich aus dem Umfeld ergeben,
betrachtet.
Für die nachstehenden SWOT-Analysen wurden Fragebögen der BEKS an die betreffenden
Kommunen versandt. Die Tabellen zeigen eine Zusammenfassung der Ergebnisse dieser
Abfrage. Anschließend wurde auf Grundlage der SWOT-Analyse ein grafisches Aktivitätsprofil erstellt. Das Aktivitätsprofil der jeweiligen Kommune zeigt grafisch den Stand und Grad der
Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen in den vier Handlungsbereichen Klimapolitik, Energie, Verkehr und Abfallwirtschaft. Diese reichen von „noch nicht begonnen“ (Schritt 0) bis hin
zum „Spitzenreiter“ im Klimaschutz“ (Schritt 4).
11
Quelle: BEKS nach Prognos / Öko-Institut 2009, Energiepreise für 2009 interpoliert
Schlussbericht
Seite 59
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
3.2.1 Juist
Tabelle 21: SWOT-Analyse Juist
SWOT-Analyse Juist
Handlungsfeld: Sektor übergreifende Maßnahmen / Klimapolitik
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
S
W
Stärken (Strengths)
Schwächen (Weaknesses)
Klimaschutz hat bereits hohen politischen Stellenwert: politischer Beschluss liegt vor, Klimaneutralität
bis 2030 zu erreichen.
Verankerung der Klimaneutralität auch im „Touristisches Leitbild“. Themensäule Nachhaltigkeit. Förderung regionaler Produkte und Wirtschaftszweige,
Traditionen bewahren, Inselschutz.
Hohe Erholungseignung durch landschaftliche Attraktivität mit hoher Bedeutung für den Tourismus
−
Hervorragende Zusammenarbeit mit Energieversorger EWE: Projekt „KlimaInsel Juist“: CO2Fußabdruck von Juist erstellt. Viele Energiesparprojekte für verschiedene Zielgruppen in 2010/11 bereits umgesetzt.
Teilnahme und Auszeichnung am „Green Globe
Certification“ Programm
−
Unternehmensleitbild „Leitfaden zur Nachhaltigkeit“
für Kurverwaltung vorhanden
CO2-Reduktion durch autofreie Insel. Darüber hinaus Anreiseverkehr CO2-Freistellung möglich, durch
„Umwelt-Plus-RIT-Ticket“
Wichtige Kooperationen und Akteursgruppen bestehen bereits und können für Klimaschutzaktivitäten
verstärkt ausgebaut werden: Tourismusverein Futouris, Leitbildgruppe, Nationalpark-Verwaltung
u.v.a.
Nutzung von Solarthermie bereits bei einigen Hotels/Pensionen vorhanden
Vorreiterrolle städtische Liegenschaften durch
Kompensation: 100 % Ökostrombezug und Kompensationszertifikate für Emissionen durch Energieträger Erdgas für Beheizung. Vertrag mit EWE bis
2012 abgeschlossen.
Richtlinie für nachhaltigen Einkauf vorh. (u.a. Ökostrom, goGreen, Bioprodukte, Fair-Trade, Green-IT,
klimaneutrale Drucke von Broschüren etc.)
LED-Straßenbeleuchtung teilweise schon umgesetzt
Erlebnisbad Energiekonzept: Solare Wassererwärmung und Wärmepumpe, Luftkollektor-Anlage zur
Erwärmung Außenluft)
Kurverwaltung hat „Grundsätze Geschäftsethik“ mit
Unterpunkt Umweltschutz erarbeitet
Schlussbericht
−
−
−
−
−
Klimaschutzpolitik nicht institutionalisiert. Keine
ämterübergreifende Stabstelle vorhanden (weder
für Juist noch für das gesamte Tourismusdreieck)
Wenig Fläche für die Nutzung von regenerativen
Energien (Biomasse, Wind) vorhanden
Durch Projekt „Klimainsel Juist“ zwar Kenntnisse
in der Bevölkerung über die eigenen Möglichkeiten und Vorteile von Klimaschutzmaßnahmen
vorhanden, jedoch dafür noch zu wenig Umsetzung
Kaum eigene Handwerksbetriebe auf der Insel
vorhanden, die in Kampagnen eingebunden werden könnten
Zum Teil fehlende Verankerung klimafreundlichen Verhaltens im Alltagsleben, insbesondere
der Touristen
Fehlendes Energiemanagement bei den städtischen Liegenschaften (erst im Aufbau)
Jährliche Verbrauchsauswertung (öffentl. Liegenschaften) nur für Kompensationsmaßnahmen
Seite 60
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
O
T
Chancen (Opportunities)
⇑
Gute Voraussetzung für partizipativen Prozess
durch vorhandene Strukturen
⇑
Durch Projekt „KlimaInsel Juist“ ist die Bevölkerung
für das Thema Klimaschutz bereits sensibilisiert.
⇑
Wenige Einwohner und homogene Zielgruppe (fast
alle Einwohner sind auch im Tourismus beschäftigt
und von ihm wirtschaftlich abhängig) bieten hervorragende Grundlage, um Klimaschutzmaßnahmen
umzusetzen. Der Tourismus kann deshalb gut als
Multiplikator genutzt werden. Zahlreiche Pensionen/Hotels (Leistungserbringer) sind bereits aktiv
geworden.
Durch Projekt „KlimaInsel Juist“ ist die Bevölkerung
für das Thema Klimaschutz bereits sensibilisiert.
⇑
Risiken (Threats)
⇒ Einschränkungen der Nutzung von Windenergie
durch das Naturschutzgebiet Wattenmeer vorgegeben und birgt Gefahr einer Beeinträchtigung
des Landschaftsbildes mit negativen Auswirkungen auf den Tourismus
⇒ Optische Veränderung des Ortsbildes durch
wärmegedämmte vorgesetzte Fassaden (jetzt
Mauerwerk)
⇒ Das Sichtbarmachen der regenerativen Energieversorgung (Windräder, Solaranlagen, Biomasse
etc.) kann negativ oder positiv gesehen werden
⇒
⇑
Einbindung von bestehenden Netzwerken, Klimaschutzakteuren und Energieversorger
⇒
⇑
Treibsel und Bioabfälle der Hotels/Pensionen für
Biogasanlage nutzbar
Sichtbarmachen der Nutzung von erneuerbaren
Energie passt hervorragend zum Image der „Klimainsel Juist „ Schnell und umfassend möglich durch
Nutzung von z.B. Solarthermie und PV.
Differenzierte, kleinteilige Siedlungsstruktur ermöglicht dezentrale Energieversorgung, angepasst an
die jeweiligen Voraussetzungen
Potenzial zur Energieeinsparung in wenigen öffentlichen Gebäuden mit der Möglichkeit der Vorbildfunktion vorhanden
relativ viele alte Gebäude mit hohem Energieverbrauch und hohem Sanierungspotenzial vorhanden
Möglichkeit auch den vorhandenen An- und Abreiseverkehr durch Kompensationsmaßnahmen am
Klimaschutz zu beteiligen
Weitere Förderprogramme (BMU-Anpassung Klimawandel, Leuchttürme, Netzwerke Klimaschutz)
nutzbar
⇒
⇑
⇑
⇑
⇑
⇑
⇑
Schlussbericht
⇒
Bei fehlender Berücksichtigung vorhandener Angebote und Kompetenzen, Risiko zur Schaffung
von Konkurrenzsituationen
Fehlende Vernetzung der Einzelakteure und bestehender Netzwerke und Aktivitäten im Klimaschutz birgt die Gefahr von Parallelaktivitäten,
Doppelentwicklungen und nicht abgestimmter Informationen
Kompensation statt Reduktion und Substitution
1.747 Einwohner – 109.064 Gäste/a – 964.174
Übernachtungen/a, nur 3 m über NN
Seite 61
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Klimapolitik
Abfall
Ziele/Konzepte
Verwertung 4
THG-Monitoring
Vermeidung
Institutionalisierung
3,5
Nachhaltige PKW-Nutzung
Nutzung
Aktionsprogramm
3
2,5
Parkraummanagement
Öffentlichkeitsarbeit
2
1,5
Öffentlicher Nahverkehr
Akteursbeteiligung
1
CO2-armer Verkehr
Regionalisierung
0,5
0
Städtischer Fuhrpark
Energiemanagement
Verkehr
Verkehrsplanung
MA-Motivation
Motivation
Stadtplanung
Vorbildrolle
Kooperation mit EVU
Gebäudemanagement
Kooperation mit GV
KWK/Fernwärmeausbau
Kooperation KMU
Erneuerbare Energien
Bürgerbeteiligung
Energie
Abbildung 34:: Aktivitätsprofil Juist
Das Aktivitätsprofil der Insel Juist zeigt eindeutig die Stärke im Bereich Verkehr,
Verkehr da Juist autofrei ist. Im Bereich Energie ist besonders stark die Zusammenarbeit und die Umsetzung
von Maßnahmen mit dem Energieversorger EWE und andere bisherigen Kooperationen
hervorzuheben. Das Thema Energieeffizienz in der Stadtplanung ist nicht in spezifischen
Satzungen verankert,, jedoch gibt es bereits den übergeordneten politischen Beschluss zum
Reduktionsziel, nämlich die Klimaneutralität bis 2030 zu erreichen. Im Bereich der Nutzung
von
on erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung
Kraft
Kopplung sind erste Anfänge sichtbar. Bei
der Öffentlichkeitsarbeit und Akteursbeteiligung sind bisher schon sehr gute Ergebnisse ere
zielt worden. Die Klimaschutzpolitik ist jedoch nicht institutionalisiert, d.h. es gibt keine ämä
terübergreifende Stabsstelle oder dergleichen verantwortliche Institution. Der Bereich Abfall
sieht bei der Vermeidung sehr gut aus, aber bei der Verwertung ist noch Potenzial vorhanvorha
den, obliegt jedoch der Kompetenz des Landkreises Aurich.
Schlussbericht
Seite 62
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
3.2.2 Norderney
Tabelle 22: SWOT-Analyse Norderney
SWOT-Analyse Norderney
Handlungsfeld: Sektor übergreifende Maßnahmen / Klimapolitik
+
+
+
+
+
+
+
+
+
S
W
Stärken (Strengths)
Schwächen (Weaknesses)
Gute Zusammenarbeit mit kommunalen Wirtschaftsbetrieben als Energie- und Wasserversorger:
gut ausgebautes Fernwärmenetz mit Anschluss vieler kommunaler Gebäude, Energieberatung vorhanden
Vorreiterrolle Kommune im Ökostrombezug (100%)
der eigenen Liegenschafen
Klimaschutz schon Bestandteil der Stadtplanung:
z.B. Grundstücksverkauf Fernwärmeanschluss in
Verträgen oder Gestaltung der Dachflächen in BPlänen
Eigener Fachbereich III – Bauen und Umwelt – vorhanden
Bestbesuchte ostfriesische Insel
−
75.000 Pkw/a auf der Insel
−
Keine Vorreiterrolle „Klimaschutz“ der Kommune
erkennbar
Chancen (Opportunities)
Risiken (Threats)
Bisher noch keine Informationsveranstaltungen oder
Klimaschutzkampagnen durchgeführt. Bürger noch
offen für alles
Eigener Fachbereich FB III – Bauen und Umwelt –
vorhanden. Klimaschutzthemen können von hier
aus weiter ausgebaut werden.
Arbeitskreis AKUT vorhanden und einbinden
Auszeichnung „Norderneyer Umweltblume“ für umweltfreundliche Vermieter
Günstiger Mietwohnungen vorhanden, aber viel alter sanierungsbedürftiger Wohnungsbestand
„kleine“ Energieberatung der Wirtschaftsbetriebe
kann weiter ausgebaut werden
⇑
−
Kein Energiecontrolling der eigenen Liegenschaften vorhanden, keine Hausmeisterschulungen
Wenig Fläche für die Nutzung von regenerativen
Energien (Biomasse, Wind) vorhanden (siehe
Juist)
T
⇑
⇑
−
O
Eigene Wirtschaftsbetriebe (Stadtwerke) vorhanden
⇑
Kein energiepolitisches Leitbild. Reduktionsziele
sind nicht definiert und daher nicht bekannt.
Städtische Kläranlage als „Vorbildbetrieb“
(Vererdungsbeete, Schilfbeete, Umrüstung der Belüftung, PV-Anlage,)
Abfall: Baumschnitt und Gartenabfälle werden aufbereitet und wieder verwertet
Kommunale Fahrzeuge werden als HybridFahrzeuge angeschafft
Energetische Sanierung weniger Wohnungen der
WGN (Neubaustandard) erfolgt
⇑
⇑
−
Schlussbericht
⇒ Sehr viele „anonyme“ Touristen, als Zielgruppe
schwieriger zu erreichen als Einheimische.
⇒ Das Sichtbarmachen der regenerativen Energieversorgung (Windräder, Solaranlagen, Biomasse
etc.) kann negativ oder positiv gesehen werden
⇒ Durch energetisch aufwendig sanierte Wohnungen steigen die Mietpreise
⇒
5.816 Einwohner – 446.392 Gäste/a – 3.15 Mio.
Übernachtungen/a (entspricht in Hochsaison
50.000 Einwohner), nur 5 m über NN
Seite 63
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Klimapolitik
Abfall
Ziele/Konzepte
Verwertung 4
THG-Monitoring
Vermeidung
Institutionalisierung
3,5
Nachhaltige PKW-Nutzung
Nutzung
Aktionsprogramm
3
2,5
Parkraummanagement
Öffentlichkeitsarbeit
2
1,5
Öffentlicher Nahverkehr
Akteursbeteiligung
1
CO2-armer Verkehr
Regionalisierung
0,5
0
Städtischer Fuhrpark
Energiemanagement
Verkehr
Verkehrsplanung
MA-Motivation
Motivation
Stadtplanung
Vorbildrolle
Kooperation mit EVU
Gebäudemanagement
Kooperation mit GV
KWK/Fernwärmeausbau
Kooperation KMU
Erneuerbare Energien
Bürgerbeteiligung
Energie
Abbildung 35:: Aktivitätsprofil Norderney
Das Aktivitätsprofil Norderneys zeigt Handlungspotenzial im Bereich der Klimapolitik. Bisher
sind keine konkreten Reduktionsziele benannt, noch gibt es Aktionspläne zur Verminderung
der CO2-Emissionen.
Emissionen. Die Wirtschaftsbetriebe Norderney versorgen Norderney überwiegend
von Nahwärmeinseln und einem BHKW aus.. Es gibt relativ viel alten, sanierungsbedürftigen
Wohnungsbestand – vor allem im Mietwohnungsbereich. Grafisch wird auch deutlich, dass
Norderney versucht im Verkehrsbereich einen Kompromiss zu finden: Einerseits gelangen
jährlich bis zu
u 75.000 Pkw auf die Insel,
In , andererseits wird versucht dieses VerkehrsaufkomVerkehrsaufko
men durch extern gelegene Parkplätze und innerstädtische Fahrverbote zu reglementieren.
Klimaschutzinitiativen oder Beratungskampagnen für unterschiedliche Zielgruppen wurden
bisherr noch nicht durchgeführt. Als sehr positiv ist der energieeffiziente Ausbau der KläranKlära
lage zu bezeichnen.
Schlussbericht
Seite 64
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
3.2.3 Baltrum
Tabelle 23: SWOT-Analyse Baltrum
SWOT-Analyse Baltrum
Handlungsfeld: Sektor übergreifende Maßnahmen / Klimapolitik
S
W
Stärken (Strengths)
Schwächen (Weaknesses)
+
Autofreie Insel
−
+
Relativ hoher Anteil an solarthermischen Anlagen
−
−
−
⇑
Keine Aussagen zur vorhanden Klimapolitik und
CO2-Reduktionsziele
Keine Aussagen zum Gebäudebestand
Keine Vorreiterrolle „Klimaschutz“ erkennbar
Wenig Fläche für die Nutzung erneuerbarer
Energien
O
T
Chancen (Opportunities)
Risiken (Threats)
Wenige Einwohner: Aktionen erreichen schnell und
umfassend die Zielgruppe
Schlussbericht
⇒ 493 Einwohner – 39.171 Gäste/a – 324.991
Übernachtungen, etwa 3.000 Gäste in der Saison
auf der Insel, damit ist die Kapazität erschöpft,
nur 5 m über NN
Seite 65
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Abfall
Klimapolitik
Ziele/Konzepte
Verwertung 4
THG-Monitoring
Vermeidung
Institutionalisierung
3,5
Nachhaltige PKW-Nutzung
Nutzung
Aktionsprogramm
3
Verkehr
Parkraummanagement
Öffentlicher Nahverkehr
CO2-armer Verkehr
2,5
2
1,5
1
0,5
0
Öffentlichkeitsarbeit
Akteursbeteiligung
Regionalisierung
Städtischer Fuhrpark
Energiemanagement
Verkehrsplanung
MA-Motivation
Motivation
Stadtplanung
Kooperation mit EVU
Vorbildrolle
Gebäudemanagement
Kooperation mit GV
KWK/Fernwärmeausbau
Kooperation KMU
Erneuerbare Energien
Bürgerbeteiligung
Energie
Abbildung 36:: Aktivitätsprofil Baltrum
Das Aktivitätsprofil Baltrums zeigt, dass es bisher noch sehr wenige Aktivitäten im Bereich
Klimaschutz gab.. Der Verkehrsbereich sieht positiv aus, da Baltrum autofrei ist. Positiv herhe
vorzuheben ist ebenfalls ein überproportionaler Ausbau an solarthermischen Anlagen.
Schlussbericht
Seite 66
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
3.2.4 Norden
Tabelle 24: SWOT-Analyse Norden
SWOT-Analyse Norden
Handlungsfeld: Sektor übergreifende Maßnahmen / Klimapolitik
+
+
+
+
+
+
+
S
W
Stärken (Strengths)
Schwächen (Weaknesses)
Gute Zusammenarbeit mit eigenem Stadtwerk: regenerative Energieerzeugung vorhanden (Windparks, Holzhackschnitzelheizwerke, BHKW´s) – z.B.
Rathaus und Standesamt werden mit Fernwärme
(Holz) versorgt, zwei Erdgastankstellen vorhanden,
z.T. kommunale Nutzung von Erdgasfahrzeugen,
kostenlose Energieberatung (auch für KMU)
Vorreiterrolle Kommune im Ökostrombezug (100%)
−
Kein energiepolitisches Leitbild. Reduktionsziele
sind nicht definiert und daher nicht bekannt
−
Standortsitz für viele niedersächsische Behörden,
von hier aus Bündelung aller Klimaaktivitäten gut
möglich
Fertigstellung „Zukunftsbahnhof“, Vernetzung von
Fuß- und Radwegen sowie weiteren umfangreiche
Maßnahmen i. d. Verkehrsplanung zur Reduzierung
des Kfz-Verkehrs wie z.B. Urlauberbus und Zubringerbus
Norder Energietag und 2. Norder Energietag in Planung
−
Klimaschutz ist nicht institutionalisiert. Keine
Stabstelle, kein Verantwortlicher, kein zentraler
Ansprechpartner
Keine Arbeitskreise, Kooperationen oder Netzwerke im Bereich Energie vorhanden, die man für
zukünftige Aktivitäten nutzen kann
Kein Energiemanagement der eigenen Liegenschaften vorhanden, nur jährliche Erfassung, keine Hausmeisterschulungen.
Standortprofilanalyse (von NordLB) stellt Energiewirtschaft als Fokusbranche heraus
Erfolgreiche Teilnahme am Straßenbeleuchtungswettbewerb – 2012 Teile der Straßenbeleuchtung
auf LED
−
Schlussbericht
−
−
Klimaschutz nicht ausreichend in Stadtplanung
integriert, z.B. wenig bis keine Auflagen in B- und
F-Planung, keine energetischen Auflagen beim
Verkauf von Grundstücken
Keine Vorreiterrolle „Klimaschutz“ der Kommune
erkennbar
Seite 67
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
O
Chancen (Opportunities)
⇑
Eigene Stadtwerke vorhanden
Bisher noch keine Informationsveranstaltungen oder
Klimaschutzkampagnen durchgeführt. Bürger noch
offen für alles
⇑
Idealer
dealer Standort für den Ausbau von Windenergie
⇑
Vielfältigere Wirtschaftsstruktur:
struktur: nicht nur Tourismus
Touris
vorhanden.
Handwerkerbetriebe vor Ort können in Kampagnen
eingebunden werden
⇑
Abfall
T
Risiken (Threats)
⇒ Nach Standortprofilanalyse BevölkerungsrückBevölkerungsrüc
gang bis 2030 von 7,1 % prognostiziert. Großer
Anteil an 50+.
⇒ Leerstände
stände größerer Wohnobjekte und der domidom
nierenden Einfamilienhäuser, da deutliche ZuZ
nahme von Ein- und Zweipersonenhaushalten
um 13 %,
⇒ Das Sichtbarmachen der regenerativen EnergieEnergi
versorgung (Windräder, Solaranlagen, Biomasse
etc.) kann negativ oder positiv gesehen werden
⇒ 25.116 Einwohner – 224.885 Gäste/a –
1.545.138 Übernachtungen/a,
Übernachtungen/a nur 5 m über NN
Klimapolitik
Verkehr
Ziele/Konzepte
Verwertung 4
THG-Monitoring
Vermeidung
Institutionalisierung
3,5
Nachhaltige PKW-…
PKW
Aktionsprogramm
3
2,5
Parkraummanagement
Öffentlichkeitsarbeit
2
1,5
Öffentlicher Nahverkehr
Akteursbeteiligung
1
CO2-armer Verkehr
Regionalisierung
0,5
0
Städtischer Fuhrpark
Energiemanagement
Verkehrsplanung
Stadtplanung
Kooperation mit EVU
MA-Motivation
Motivation
Vorbildrolle
Gebäudemanagement
Kooperation mit GV
KWK/Fernwärmeausbau
Kooperation KMU
Erneuerbare Energien
Bürgerbeteiligung
Energie
Abbildung 37:: Aktivitätsprofil Norden
Schlussbericht
Seite 68
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Das Aktivitätsprofil von Norden zeigt das größte Handlungspotenzial im Bereich der KlimaKlim
schutzpolitik. Die Stadt selbst hat bisher noch keine Reduktionsaussagen zur CO2Einsparung getroffen. Leitbilder und Visionen für eine energieeffizientere Zukunft gibt es
nicht. Es sind jedoch Ansätze
e vorhanden, in denen die Stadt und ihre städtischen GesellGesel
schaften versuchen, ein umweltfreundliches Image aufzubauen. Dies geschieht bisher jej
doch unkoordiniert. Im Bereich der Energieerzeugung gibt es bereits positive Ansätze für die
Nutzung regenerativer
ver Energien und den Ausbau von Nahwärmenetzen.
Juist
Norden
Norderney
Baltrum
Abbildung 38: Aktivitätsprofile der vier Kommunen im Vergleich
Schlussbericht
Seite 69
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
3.3
Sektor spezifische Einsparpotenziale
3.3.1 Gemeinsames Potenzial im Tourismusdreieck
Das Tourismusdreieck kann den Endenergieverbrauch gemäß durchgeführter Potenzialabschätzung bis 2020 um insgesamt circa 19 % mindern. Die größten Potenziale werden demnach im Bereich der Wirtschaft (Beherbergungsbetriebe, Verarbeitendes Gewerbe, Handel
sowie Dienstleistungen) mit knapp 62.000 MWh ausgewiesen, gefolgt vom Sektor Verkehr,
der vor allem im Bereich des Motorentechnik ein Einsparpotenzial bietet. Das anteilige Potenzial in den Haushalten wird mit 13 % am geringsten eingeschätzt. Wobei das absolute Potenzial in den Haushalten mit fast 48.000 MWh bis 2020 sehr wichtig ist. Die Kommunen
selbst können bis 2020 etwa 30% einsparen. Dieses Potenzial ist sowohl bei der Straßenbeleuchtung als auch bei den kommunalen Liegenschaften zu finden. Absolut beträgt das Einsparpotenzial hier ca. 10.500 MWh.
Tabelle 25: Endenergieverbrauch 2010 und 2020 nach Sektoren und Energieträgern – Tourismusdreieck
Endenergieverrbauch nach
Sektoren und Energieträgern
(MWh/a) 2010 und 2020 gemäß
Potenzialschätzung
Haushalte
Wirtschaft
Kommune
Verkehr
Gesamt
2010
73.164
4.018
0
0
0
277.339
19.033
2.445
471
6
213
0
2020
70.242
3.296
0
0
0
235.656
16.044
2.083
1.231
5
183
0
2010
77.973
3.735
0
0
0
124.412
36.687
0
1.012
0
194
0
2020
65.621
2.123
0
0
0
81.013
31.445
0
1.854
5
134
0
2010
14.875
0
6
41
0
10.996
7.969
65
918
0
0
7
2020
10.412
0
4
29
0
5.498
5.578
46
2.753
0
0
14
2010
3.064
0
120.965
172.183
1.492
3.882
0
0
0
0
0
132
2020
3.064
0
96.772
136.024
1.193
3.882
0
0
0
0
0
264
2010
169.076
7.753
120.970
172.224
1.492
416.630
63.689
2.510
2.401
6
407
139
2020
149.339
5.419
96.776
136.053
1.193
326.048
53.068
2.129
5.838
10
317
278
Summe (MWh/a)
376.689
Einsparpotenzial bis 2020 - absolut in MWh/a
Einsparpotenzial bis 2020 - relativ in %
328.739
47.950
13%
244.014
182.195
61.819
25%
34.877
24.334
10.543
30%
301.717
241.199
60.518
20%
957.297
776.467
180.830
19%
Strom
Heizöl EL
Benzin
Diesel
Kerosin
Erdgas
Fernwärme
Holz
Sonnenkollektoren
Biogase
Flüssiggas
Biodiesel
Das CO2-Einsparpotenzial fällt mit über 36% hingegen höher aus. Der Grund dafür ist der
Ausbau der erneuerbaren Energien (Potenzial), wodurch der regionale CO2-Faktor sinkt (von
288 kg/MWh auf 60 kg kg/MWh). Somit reduzieren sich die CO2-Emissionen durch den
Stromverbrauch stark, wie Abbildung 39 zeigt.
Schlussbericht
Seite 70
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Emissionen 2010 und 2020 nach Sektoren und
Einsparpotenzial (t/a), regionaler Strommix
300.000
243.397
250.000
t CO2
200.000
154.986
150.000
88.410
100.000
50.000
0
Verkehr
Kommune
Wirtschaft
Haushalte
2010
2020
Einsparpotenzial
88.984
8.064
57.753
88.595
70.329
1.966
23.505
59.186
18.655
6.098
34.248
29.409
Abbildung 39: CO2-Emissionen 2010 und 2020 mit Einsparpotenzialen (Regionaler Strommix)
3.3.2 Potenziale im Sektor Haushalte
Für die Abschätzung der Potenziale in den Haushalten wurde eine Aufteilung des Energieverbrauchs nach Verwendungszweck analog der Systematik der Prognos/Öko-InstitutStudie vorgenommen. Demnach werden fast 77% der Endenergie, die sich hauptsächlich
aus dem Energieträger Erdgas zusammensetzt, zur Beheizung der Gebäude benötigt. Es
folgen die Elektrogeräte mit 11%, die Warmwasserbereitung (10%) und das Kochen (2 %).
Kochen erfolgt sowohl mit den Energieträgern Strom als auch Gas. Bei der Abschätzung der
Einsparpotenziale wurden die Endenergieverbräuche getrennt nach Verwendungszweck betrachtet.
Tabelle 26: Endenergieverbrauch 2010 und 2020 im Haushalt nach Verwendungszweck
Verwendungszweck der Endenergie in den Haushalten (MWh/a)
2010
Raumwärme
289.320
Warmwasser
36.979
Kochen
8.164
Elektrogeräte
42.227
Gesamt Energieverbrauch
376.689
Anteile, in %
Anteile, in %
Raumwärme
76,8%
Warmwasser
9,8%
Kochen
2,2%
Elektrogeräte
11,2%
Schlussbericht
Seite 71
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Verteilung des Endenergieverbrauchs in
den Haushalten
11%
2%
10%
Raumwärme
Warmwasser
Kochen
Elektrogeräte
77%
Abbildung 40: Endenergieverbrauch der Haushalte nach Nutzungsart
Raumwärme
Ca. 290.000 MWh pro Jahr wurde 2010 für die Beheizung der Wohngebäude verbraucht.
Zusätzlich wird auch der tariflich den Beherbergungsbetrieben und damit dem Gewerbe zugeordneten Gasverbrauch für die Beheizung der Gebäude benötigt. Betrachtet man nur den
den Haushalten zugeordneten Energieverbrauch und teilt ihn durch die Wohnfläche gemäß
Tabelle 7, errechnet sich einen Endenergiekennwert für die Raumwärme in Höhe von 153
kWh pro m² Wohnfläche und Jahr. Diese Endenergie (überwiegend Erdgas) wird in den Heizungsanlagen in Wärme umgewandelt und über die Heizungsverteilung in die Wohnräume
geleitet (Nutzenergie). Dabei entstehen etwa 15% Verluste12. Der Rest (85% vom Endenergieverbrauch) ist der Heizenergieverbrauch (Nutzenergie). Der durchschnittliche Heizenergiekennwert beträgt im Tourismusdreieck 130 kWh/(m² a). Bundesweit beträgt dieser Wert
etwa 136 kWh/(m² a) bewegt sich damit im üblichen Rahmen (siehe Abbildung 41).
12
Prognos/Öko-Institut 2009
Schlussbericht
Seite 72
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Tabelle 27: Endenergieverbrauch und Kennwerte 2010 für die Gebäudebeheizung
Endenergieverbrauch für Raumwärme
Heizenergiebedarf kWh/m²
Nutzungsgrad %
Endenergieverbrauch kWh/m²
Wohnfläche (m²)
Endenergieverbrauch Raumwärme (MWh/a)
2010
130
85
153
1.864.820
285.943
Abbildung 41: Jährlicher Heizenergiebedarf für unterschiedliche Wärmestandards (Mittelwerte, berechnet
jeweils für die Gesamtheit der Gebäude in Deutschland, Quelle: IWU 2007
Der Heizenergieverbrauch kann durch Sanierung der Außenhülle (Fenster, Dach, Fußboden
sowie der Fassade reduziert werden. In Hocheffizienzhäusern /z.B. Passivhäusern) beträgt
der Heizenergiebedarf nur noch 15 kWh/(m² a). In gut sanierten Wohngebäuden kann der
Heizenergieverbrauch auf 70 kWh/(m² a) und weniger reduziert werden. Die Verteilungs- und
Umwandlungsverluste lassen sich durch moderne Heizungsanlagen und Dämmung der Verteilungsleitungen reduzieren.
Schlussbericht
Seite 73
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Abbildung 42: Energieverluste am Beispiel eines freistehenden Einfamilienhauses, Quelle: Energieagentur NRW
Das Potenzial durch die Gebäudesanierung hängt von verschiedenen Faktoren wie z.B. der
Geometrie, dem Zustand der Bauteile und Art der Heizungsanlage ab und ist bei jedem Gebäude unterschiedlich. Insgesamt beträgt das technische Potenzial in diesem Bereich über
60%. Für die Abschätzung der erschließbaren Potenziale bei der Raumwärme im Tourismusdreieck bis 2020 wurden den Wohngebäuden der unterschiedlichen Baujahre verschiedene Heizenergieverbräuche zugeordnet. Eine differenzierte Betrachtung von Mehrfamilienhäusern erfolgt nicht, da der Anteil von gut 10% am Gebäudebestand zu vernachlässigen ist.
Über die Anzahl der Gebäude wurde der Heizenergieverbrauch der Gebäudetypen berechnet. In Anlehnung an Prognos/Öko-Institut 2009 wird eine Sanierungsrate von durchschnittlich 2 % angenommen. Das bedeutet, dass die Gebäude alle 50 Jahre komplett saniert werden. Die aktuelle Sanierungsrate in Deutschland liegt unter 1% und es bedarf großer Anstrengungen, diese Sanierungsrate auf 2% zu steigern. Weiterhin wird angenommen, dass
alle sanierten Gebäude den heutigen Neubaustandard erreichen. Außerdem wird eine Verbesserung des Nutzungsgrades durch die Verringerung der Heizungsverluste und
Netzverteilverluste auf 94% angenommen. Dies geschieht durch nachträgliche Dämmung
von Heizungsleitungen und durch den verstärkten Austausch von Heizungsanlagen. Da die
Wohnfläche pro Person weiterhin ansteigen wird, ist ein Zubau von Wohnfläche unterstellt
worden. Es wird ein Zubau von Wohngebäude bis 2020 von insgesamt 800 Gebäuden und
124.000 m² angenommen, analog den Jahren 1995 bis 2004. In der Potenzialberechnung
wird angenommen, dass die zukünftigen Neubauten nur noch im Hocheffizienzstandard gebaut werden.
Schlussbericht
Seite 74
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Wohngebäudebestand
Tourismusdreieck
bis 1918
1919-1948
1949-1957
1958-1968
1969-1978
1979-1983
1984-1994
1995-2001
2002-2004
ab 2005
Summe Bestand
Neubau ab 2011-2020
Summe
Anteil
%
12%
14%
10%
16%
14%
8%
10%
10%
3%
4%
100%
Anzahl
Wohnhäuser
Anzahl
1.510
1.762
1.258
2.001
1.762
944
1.011
979
399
397
12.023
800
12.823
Heizenergie- Wohnfläche Heizenergie- Sanierungs- Sanierte
Heizenergie- Heizenergiekennwert
verbrauch rate
Wohnfläche kennwert
verbrauch
bis 2020
nach
Gebäude
Sanierung
2020
kWh/a
m²
MWh/a
%
m²
kWh/m² a
MWh/a
160
234.229
37.477
2,30%
53.873
80
33.167
160
273.267
43.723
2,30%
62.851
80
38.695
155
195.191
30.255
2,30%
44.894
80
26.888
145
310.353
45.001
2,30%
71.381
80
40.361
140
273.267
38.257
1,75%
47.822
80
35.388
100
146.393
14.639
1,00%
14.639
60
14.054
95
156.811
14.897
0,60%
9.409
60
14.568
85
151.847
12.907
0,30%
4.555
50
12.748
75
61.887
4.641
0,30%
1.857
50
4.595
70
61.576
4.310
0,10%
616
50
4.298
132
1.864.820
246.108
311.896
224.760
15
124.084
1.861
0,00%
1.861
1.988.904
226.622
Der Heizenergiebedarf würde sich bei Realisierung dieser Potenziale auf 226.662 MWh/a
reduzieren. Bei insgesamt etwa 2 Millionen m² Wohnfläche berechnet sich ein durchschnittliche Heizenergiekennwert 2020 nach dieser Berechnung von 114 kWh/(m² a). Über den
Nutzungsgrad, der sich gegenüber 2010 von 85% auf 94% verbessert, kann ein Endenergiebedarf in Höhe von 245.000 MWh berechnet werden. Das Potenzial beträgt somit 14% und
kann nur entschlossen werden, wenn die Gebäude in einen weit größeren Umfang energetisch saniert werden als bisher.
13
Tabelle 28: Entwicklung des Endenergiebedarfs für Raumwärme bis 2020
Potenziale Endenergie für Raumwärme
Heizenergiebedarf kWh/m²
Nutzungsgrad %
Endenergieverbrauch kWh/m²
Wohnfläche (m²)
Endenergieverbrauch Raumwärme
(MWh/a)
Potenzial Endenergie
2010
130
85
153
2020
114
94
121
21%
1.864.820 2.019.924
285.943
244.847
14%
Auch die Verteilung auf die verschiedenen eingesetzten Energieträger wird sich verändern.
13
Quelle: BEKS nach Prognos / Öko-Institut 2009; Prognos, Fraunhofer ISI, TUM, GfK 2009, eigene Berechnungen
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Tabelle 29: Entwicklung des Endenergieverbrauchs für Raumwärme bis 2020
Endenergieverbrauch für
Haushalte Räumwärme
(MWh/a)
Strom
Heizöl
Erdgas
Fernwärme
Holz
Sonnenkollektoren
Biogase
Flüssiggas
Summe (GWh/a)
2010
2020
13.925
3.629
248.475
17.190
2.432
94
5
192
286
11.923
3.108
212.764
14.720
2.083
231
5
164
245
16
Die erneuerbaren Energien werden auch bei der Erzeugung der Raumwärme im Wohngebäudebestand zunehmen, während die fossilen Brennstoffe wie Erdgas, Flüssiggas und
Heizöl weiterhin abnehmen werden. Der rückläufige Trend im Bereich der Fernwärme kann
durch zusätzliche Gebäudeanschlüsse natürlich abgewendet werden. Es wird dringend empfohlen, zusätzlich Anschlussmöglichkeiten zu suchen.
Exkurs: Sanierung einer zweischaligen Außenwand
Im Norddeutschen Raum ist die zweischalige Außenwand mit einer dazwischen liegenden Luftschicht
eine weit verbreitete Bauweise. Die Außenwand ist häufig eine Ziegelsteinwand, die nicht ohne eine
gravierende Änderung des Gebäudes mit Wärmedämmverbundsystemen gedämmt werden kann. Eine sehr schnelle und kostengünstige Möglichkeit, die Wärmeverluste zu reduzieren, ist das Verfüllen
der Hohlschicht mit Dämmstoff. Allerdings hat es mehrfach schlechte Erfahrungen auf den Inseln gegeben. Bei von der BEKS durchgeführten Beratungen auf der Insel Juist hat sich herausgestellt, dass
große Unsicherheiten bei der Bevölkerung herrschten, ob eine Hohlraumdämmung zu Bauschäden
führt oder nicht. Wichtig ist die genaue Untersuchung der Vorsatzmauerschale (Außenseite) vor der
Maßnahme. Tatsächlich können bei der Verfüllung der Luftschicht Probleme mit eindringender oder
Aufsteigender Feuchtigkeit auftreten. Deshalb sollte das Mauerwerk vom Fachmann genau untersucht
werden. Auch Risse oder Undichtigkeiten in der Innenschale können durch Austreten des Dämmstoffs
in den Wohnraumbereich Unannehmlichkeiten verursachen. Bei einem intakten Mauerwerk spricht
nichts gegen die Verfüllung der Hohlschicht mit Dämmstoff. Je nach Gebäudezustand und Geometrie
können bis zu 15 % des Energieverbrauchs eines Gebäudes dadurch reduziert werden. Zusätzlich
trägt die Dämmung zu einer deutlich verbesserten Behaglichkeit im Gebäude bei, da die Innenwandtemperaturen deutlich steigen. Ausführliche Informationen zum Thema Hohlraumdämmung liefert ein
Leitfaden der Hochschule Oldenburg, der im Internet verfügbar ist: (http://www.jadehs.de/fileadmin/fb_bauwesen_geoinformation/downloads/IfM/leitfaden_100603.pdf).
Schlussbericht
Seite 76
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Abbildung 43: Haus Störtebeker, Typische Wohnhaus mit Ferienwohnung auf Baltrum, Quelle:
www.baltrum.de
Warmwasserbereitung in den Haushalten
Der Endenergieverbrauch für die Warmwasserbereitung betrug 2010 in den Haushalten des
Tourismusdreiecks etwa 37 GWh. Bei einer unterstellten, leichten Zunahme des Wasserverbrauchs wird angenommen, dass die herkömmlichen zentralen Warmwassersysteme auf
Basis von fossilen Energieträgern zurückgehen. Der Marktanteil der Solaranlagen steigt stetig an. Elektrobetriebene Warmwasseranlagen inklusive der Wärmepumpen gewinnen ebenfalls leicht hinzu. Der durchschnittliche Nutzungsgrad der Warmwassererzeugung steigt von
78 auf 89% an.
14
Tabelle 30: Endenergieverbrauch nach Energieträgern 2010-2020
Endenergie für Warmwasser Tourismusdreieck (MWh/a)
Jahr
Insgesamt
2010
36.979
2020
35.292
1.842
389
26.852
21
12
7.530
1.521
229
22.294
21
28
10.199
377
1.000
davon Energieträger
Fernwärme
Öl
Gas
Flüssiggas
Holz
Strom (Inkl. WP)
Solar
Das Potenzial bei der Warmwasserbereitung in Haushalten beträgt damit etwa 5%. Der Endenergieverbrauch könnte 2020 nur noch 35 GWh betragen. Der Energieträger Strom und die
erneuerbaren Energien wie Solar und Umweltwärme (Erd- oder Luftwärmequellen für Wärmepumpen) gewinnen zunehmend an Bedeutung.
14
Quelle: BEKS nach Prognos / Öko-Institut 2009, Prognos, Fraunhofer ISI, TUM, GfK 2009; eigene Berechnungen
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Zusätzlich wird im Bereich der Beherbergung sehr viel Warmwasser und damit Energie verbraucht. Dieser Verbrauch ist allerdings im Sektor Wirtschaft bilanziell abgebildet. Auf den
Nordseeinseln wird aufgrund von Untersuchungs- und Erfahrungswerten von einem Anteil
am Gesamtenergieverbrauch von etwa 30% allein für die Warmwasserbereitung ausgegangen. Da diese Energie hauptsächlich im Sommer benötigt wird und gleichzeitig viel Sonnenenergie verfügbar ist, decken sich Nachfrage und Angebot sehr gut. Darüber hinaus ist das
Angebot an Sonnenenergie an der Nordsee für Norddeutsche Verhältnisse hoch, da die
Sonnenstunden zahlreich sind (über 1.500 h pro Jahr im Durchschnitt), die Luft klar ist und
seebedingte Reflexionen die Strahlung erhöhen. Die Solarstrahlung beträgt über 1.000
kWh/m² (siehe Potenziale erneuerbare Energien).
Stromsparpotenziale
Der Stromverbrauch der Haushalte im Tourismusdreieck betrug gemäß Energie- und CO2Bilanz 2010 insgesamt 244 GWh. Dieser Verbrauch verteilt sich in Anlehnung an aktuelle
Berechnungen und Studien (Prognos / Öko-Institut 2009; Prognos, Fraunhofer ISI, TUM, GfK
2009) wie folgt:
15
Tabelle 31: Verteilung des Haushaltsstromverbrauchs für Elektrogeräte 2010
Strombedarf in Haushalten nach Verwendungszweck
Raumwärme
Warmwasser
Elektrogeräte
Beleuchtung
luK Geräte
Kochen
Sonstiges
Summe
2010
20%
10%
25%
7%
23%
8%
7%
100%
13.925
7.530
18.453
5.434
16.872
6.097
4.853
73.164
25% des Stromverbrauchs wird für Elektrogeräte und 23% für den Betrieb von Fernseher,
PC, Telefon usw. (Informations- und Kommunikation, IuK) benötigt. Es folgt mit 20% die
Raumwärme, wobei darunter sowohl die Direktheizung als auch der Wärmepumpenstrom
fallen, sowie die Warmwasserbereitung mit 10% Anteil am Gesamtstromverbrauch. Die Beleuchtung und das Kochen haben einen Anteil von jeweils 7 bzw. 8%, sonstige Kleingeräte
7%. Die aus der Verteilung des Stromverbrauchs abgeleiteten Einsparpotenziale sind je
nach Einsatzzweck der Energie im Haushalt sehr unterschiedlich.
15
Quelle: BEKS nach Prognos / Öko-Institut 2009; Prognos, Fraunhofer ISI, TUM, GfK 2009; eigene Berechnungen
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Insgesamt beträgt das realistische Einsparpotenzial bis 2020 nur etwa 5% und fällt damit
sehr niedrig aus. Während in den Bereichen Beleuchtung, Raumwärme und Elektrogeräte
ein großes Einsparpotenzial zu verzeichnen ist, wird der Stromverbrauch für die Warmwasserbereitung und die Informations- und Kommunikationstechnologie (Fernseher, PC und
Telefon etc.) stark zunehmen. Die Zunahme des Stromverbrauchs für die Warmwasserbereitung gründet sich auf der Annahme, dass sowohl der Wasserverbrauch als auch die
zentrale Warmwasserversorgung zunehmen und damit Warmwasser seltener durch die Elektroheizung am Gerät erzeugt wird (Verlagerungseffekt). Der zentrale Warmwasserbereich
wird zunehmend im Neubaubereich durch elektrisch betriebene Wärmepumpen erzeugt.
16
Tabelle 32: Verteilung des Haushaltsstromverbrauchs 2010 und Einsparpotenziale bis 2010
Strombedarfsentwicklung
in Haushalten
Raumwärme
Warmwasser
Elektrogeräte
Beleuchtung
luK Geräte
Kochen
Sonstiges
Summe
Einsparpotenzial
2010
2020
MWh/a
%
13.925
7.530
18.453
5.434
16.872
6.097
4.853
19%
10%
25%
7%
23%
8%
7%
9.925
11.281
16.109
3.194
19.185
5.277
4.348
73.164
100%
69.319
5%
Die großen Potenziale in den Bereich Beleuchtung und Elektrogeräte können nur dann realisiert werden, wenn intensive Bemühungen für den Einsatz effizienter Geräte und Beleuchtung unternommen werden.
16
Quelle: BEKS nach Prognos / Öko-Institut 2009; Prognos, Fraunhofer ISI, TUM, GfK 2009; eigene Berechnungen
Schlussbericht
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Unterschied zwischen dem technischen und dem erschließbaren Potenzial am Beispiel:
„Kühl-Gefriergeräte“
Wie groß das technische Einsparpotenzial im Einzelnen sein kann, soll am Beispiel eines KühlGefriergerätes dargestellt werden. Nach Prognos/ÖkoInstitut 2010 beträgt der durchschnittliche Stromverbrauch in Deutschland der Kühl-Gefrier-Geräte etwa
320 kWh pro Jahr/Gerät. Im Tourismusdreieck werden
etwa 6.600 solcher Geräte betrieben, was bei gut
20.000 Haushalten im Tourismusdreieck einer Ausstattungsquote von 33 % gemäß Bundesdurchschnitt entspricht. Würden alle Geräte im Tourismusdreieck bis
2020 durch das effizienteste Kühl-Gefrier-Gerät mit
einem Stromverbrauch von 139 kWh pro Jahr/Gerät
ersetzt werden, könnten die Haushalte insgesamt
1.200 MWh pro Jahr sparen. Das technische Einsparpotenzial beträgt damit 55 %. Weitere Effizienzentwicklungen im Kühlgerätebereich sind dabei noch gar nicht
berücksichtigt. Realistisch ist aber nur eine langsamer
Ersatz der alten Geräte, die eine Nutzungsdauer von
etwa 15 Jahren aufweisen. Außerdem werden nicht
nur Hocheffizienz-Geräte gekauft. Hier kann eine
Kommune zusammen mit den lokalen Energieversorger zum Beispiel Anreize zum Kauf von A+++-Geräten
schaffen.
Abbildung 44: EU-Effizienzlabel für
17
Kühl- und Gefriergeräte
Kochen
Für das Kochen wurde im Tourismusdreieck im Jahr 2010 etwa 8.200 MWh verbraucht. Etwa
82% aller Herde in Deutschland sind Elektroherde, 18 % Gasherde. Damit verteilt sich der
Endenergieverbrauch für das Kochen wie folgt auf die Energieträger Strom und Gas. Die Potenziale betragen etwa 11% für beide Energieträger (siehe Tabelle 33)
Tabelle 33: Energieverbrauch für das Kochen
Endenergiebedarfsentwicklung
Kochen
Strom
Gas
Kochen
17
2010
6.144
2.021
8.164
2020 Potenzial
5.486
11%
1.805
7.289
Quelle: Dena
Schlussbericht
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3.3.3 Potenziale im Wirtschaftssektor
Der Endenergieverbrauch im Wirtschaftssektor betrug 2010 gemäß Energie- und CO2-Bilanz
244 GWh. Auf Grundlage der Energie- und CO2-Bilanz erfolgte eine Zuordnung des Endenergieverbrauchs auf die einzelnen Branchen, für die wiederum gemäß Prognos/ÖkoInstitut 2009 statistische durchschnittliche Verbräuche bezogen auf die Zahl der Beschäftigten bzw. deren Bruttowertschöpfung vorlagen. Diese Daten wurden auf die Branchenstruktur
des Tourismusdreiecks übertragen und die Endenergieverbräuche den Branchen zugewiesen. Auf Grundlage dieser branchenspezifischen Endenergieverbräuche wurden die Potenziale analog Prognos/Öko-Institut 2009 berechnet und nach Verwendungszweck und Energieträger ausgewiesen.
Die Entwicklung des Energieverbrauchs im Sektor Wirtschaft ist von vielen Faktoren abhängig wie z.B. Effizienzentwicklung, Beschäftigungsstruktur sowie der Bruttowertschöpfung der
unterschiedlichen Branchen. Die hier gewählte Vorgehensweise unterstellt, dass der Strukturwandel im Tourismusdreieck analog zum Bundestrend verläuft. Dabei sinken die Beschäftigungszahlen in den Branchen Gärtnerei, Kleinbetriebe und Handwerk, Baugewerbe sowie
in der öffentlichen Verwaltung stetig. Im Gesundheitswesen und Sonstigem Dienstleistungsgewerbe erhöhen sich die Beschäftigungszahlen.
Danach besteht in sämtlichen Branchen ein hohes Einsparpotenzial zwischen 18 und 32%.
Insgesamt können im Bereich der Wirtschaft 62 GWh bis zum Jahr 2020 (25%) eingespart
werden. Vor allem bei der Räumwärme, der Beleuchtung und dem Antrieb für Motoren ergeben sich sehr hohe Einsparpotenziale. Der Anteil der erneuerbaren Energieträger wird auch
in der Wirtschaft stark zunehmen.
Schlussbericht
Seite 81
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Tabelle 34: Einsparpotenziale im Wirtschaftssektor nach Branchen, Verwendungszweck und Energieträ18
gern bis 2020 im Überblick
Endenergieverbrauch (MWh/a)
Sektor
Branchen
Landwirtschaft, Gärtnerei
Industrielle Kleinbetriebe/Handwerk
Baugewerbe
Handel
Kreditinst./ Versicherungen
Verkehr, Nachrichtenübermittlung
Gastgewerbe/Sonstige priv. Dienstleistungen
Gesundheitswesen
Unterrichtswesen
Öff.Verwaltung, Sozialversicherung
Verteidigung
Gesamt Branchen
davon Primärsektor
Sekundärsektor
Tertiärsektor
Verwendungszweck
Raumwärme
Prozesswärme
Kühlen und Lüften
Beleuchtung
Bürogeräte
Kraft
Gesamte Verwendungszwecke
Energieträger
Kohle
Öl
Gas
Strom
Nah-/Fernwärme
Erneuerbare (ohne Biokraftstoff)
Gesamte Energieträger
Primär
Sekundär
Sekundär
Tertiär
Tertiär
Tertiär
Tertiär
Tertiär
Tertiär
Tertiär
Tertiär
Ist
2010
MWh/a
2020 Einsparpotenzial
MWh/a
%
5.297
28.684
13.798
43.075
7.670
8.725
61.039
49.630
2.276
23.818
0
244.014
5.297
42.482
196.234
3.847
20.241
9.451
30.338
5.594
6.676
49.824
37.545
1.594
16.947
0
182.056
3.847
29.692
148.517
27%
29%
32%
30%
27%
23%
18%
24%
30%
29%
105.297
54.622
12.393
24.715
9.679
37.307
244.014
64.576
48.237
13.226
18.517
8.091
29.409
182.056
39%
12%
-7%
25%
16%
21%
25%
0
3.735
124.606
77.973
36.687
1.012
244.014
0
2.123
81.013
65.621
31.445
1.854
182.056
35%
16%
14%
-83%
25%
25%
27%
30%
24%
Einsparpotenziale in den Beherbergungsbetrieben und Restaurants
Auf den Nordseeinseln Juist, Baltrum und Norderney dominiert die Tourismusbranche den
Wirtschaftssektor. Abbildung 45 zeigt die Aufteilung des Energieverbrauchs 2008 in diesem
Sektor GDH. Die Beherbergungsbetriebe haben nach einer Untersuchung des Bremer Ener-
18
Der Heizölverbrauch wurde komplett den Haushalten zugewiesen, da keine Daten zur Verteilung des Heizölverbrauchs in Tourismusdreieck zur Verfügung standen. Deshalb werden im Sektor Wirtschaft keine Verbräuche
und Einsparpotenziale ausgewiesen. Tatsächlich wird es Heizölverbrauch in diesem Sektor geben. Quelle: BEKS
nach Prognos / Öko-Institut 2009, Prognos, Fraunhofer ISI, TUM, GfK 2009; eigene Berechnungen
Schlussbericht
Seite 82
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
gie Instituts einen Anteil von über 78% am Gesamtverbrauch des Sektors. Es folgen Gaststätten und Freizeiteinrichtungen mit 9 bzw. 7%. Sonstige Branchen spielen auf den beiden
Nordseeinseln eine ehr untergeordnete Rolle. Entsprechend liegen hier auch die Potenziale
zum Energie sparen. In den Gebäuden mit Ferienwohnungen und Pensionen ähneln die
Verbrauchsstrukturen denen der Haushalte, wobei der Anteil für die Warmwasserbereitung
höher, die Anteil für die Raumwärme niedriger ausfällt als in privaten Haushalten.
19
Abbildung 45: Endenergie GHD-Sektor Juist 2008 nach Wirtschaftszweigen
In Hotels oder Gaststätten liegt eine branchentypische Verteilung des Energieverbrauchs vor
Neben der Gebäudebeheizung und der Warmwassererwärmung wird Strom für unterschiedliche Zwecke benötigt. Der Stromverbrauch eines Hotels ist geprägt durch die vorhandenen
Beleuchtungseinrichtungen, Lüftungs- und Klimaanlagen, Küchengeräte, Wäscherei und in
manchen Fällen auch durch Einzelverbraucher in den Gästezimmern des Betriebes. Am Beispiel eines Hotels mit 100 Betten und Restaurant kann in etwa von folgender Aufteilung des
Stromverbrauchs ausgegangen werden: Je 20 Prozent gehen zu Lasten von Küche, Kälteanlage, Wäscherei und Beleuchtung. Etwa 10 Prozent werden für Lüftung und Haustechnik
19
Quelle: Bremer Energie Institut 2010
Schlussbericht
Seite 83
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
verbraucht sowie weitere 10 Prozent für sonstige Verbraucher. Die Energiekosten eines solchen Betriebes liegen in der Regel zwischen 3 und 7 Prozent der Gesamtkosten.20:
Die Potenziale in Hotels und Gaststätten sind erfahrungsgemäß groß. Im Einzelfall sind sie
aber nur durch eine Energieanalyse vor-Ort zu konkretisieren. Als Beispiel für mögliche
Maßnahmen in einem Hotel sind konkret durchgeführte Maßnahmen im Best Western Hotel
Scharper-Siedenburg, Bremen in Abbildung 46 dargestellt. Neben der Energieeinsparung
konnten hier durch konsequentes Handeln auch eine erheblich Kosteneinsparung erreichet
werden. Über 21.000 Euro spart das Hotel jährlich ein.
Abbildung 46: Durchgeführte Maßnahmen im Best Western Hotel Scharper-Siedenburg
21
Einen ausführlichen Überblick über Potenziale im Hotel- und Gaststättengewerbes bietet die
Internetseite http://www.energie.ch/hotel und der Leitfaden „Klimaschutz im Hotelgewerbe“,
Sustainability Center Bremen 2009, abrufbar unter www.klimawandel-unterweser.de.
20
Gloor 2007, Schätzungen des Bundesamt für Energie, Schweiz, http://www.energie.ch/hotel
21
Quelle: Klimaschutzagentur energiekonsens 2010
Schlussbericht
Seite 84
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
3.4
Kommunale Gebäude/Straßenbeleuchtung
Der Endenergieverbrauch des kommunalen Sektors gemäß Energie- und CO2-Bilanz betrug
35 GWh in 2010. Dieser Verbrauch verteilt sich folgendermaßen:
Tabelle 35: Verteilung des Endenergieverbrauchs Kommunale nach Bereich und Energieträgern bis
22
2010
Endenergieverbrauch (MWh/a)
Kommunale Gebäude
Straßenbeleuchtung
Kommunale Flotte
Summe
2010
33.114
1.708
54
34.877
Verteilung auf Energieträger (MWh/a)
Strom
Erdgas
Kraftstoffe
Holz
Nah-/Fernwärme
Sonnenenergie
14.875
10.996
54
65
7.969
918
3.4.1 Kommunale Gebäude
Zur Schätzung der Potenziale in den öffentlichen Gebäuden wurden die Endenergieverbräuche von 11 kommunalen Liegenschaften in Norden ausgewertet (hierfür lagen gesicherte
Daten vor). Hierfür wurden flächenspezifische Verbrauchskennwerte berechnet und mit vorhandenen ages-Daten verglichen (ages 2005). Der Verbrauchskennwertebericht 2005 der
ages GmbH Münster kann zu Vergleichszwecken auf eine Datengrundlage von 25.000 NichtWohngebäuden und 45.000 Verbrauchsdaten für Verbrauchskennwerte Wärme, Strom und
Wasser für 48 Gebäudegruppen und 180 Gebäudearten zurückgreifen. Zur Bewertung der
Kommunalen Liegenschaften im Tourismusdreieck sind Heizwärme- und Stromkennwerte
getrennt betrachtet worden. Als Vergleichsgröße wurde der ages Median-Wert herangezogen, der nicht besonders ambitioniert, aber im Betrachtungszeitraum erreichbar und damit
realistisch ist. Als langfristiges Ziel sollte das untere Quartilsmittel für den Energieverbrauch
in den kommunalen Liegenschaften herangezogen werden. In der Bewertung sind die Gebäude eingeteilt nach großem, mittlerem und geringem Potenzial. Eine Übersicht der Gebäude bietet Tabelle 36:
22
Quelle: BEKS, Energie- und CO2-Bilanz für die Tourismusdreieck
Schlussbericht
Seite 85
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
23
Tabelle 36: 11 kommunale Liegenschaften in Norden im Überblick
Stromkennwert
kWh (bereinigt)
Art der Liegenschaft
Bezeichnung der Liegenschaft,
Adresse
Bahnhof Norden
Bahnhofstraße 14 a
275
308
27.731
23.190
Rathaus
Am Markt 15
2861,58
3205
93.419
226.822
29
Bauamtsgebäude
Am Markt 39
432
484
19.469
50.825
40
Nettogrundfläche
Bruttofläche
m²
KGS Norden
m²
Stromverbrauch 2010
Heizenergie 2010,
Witterungsbereinigt nach
VDI 3807 / G20/15
in kWh
Vergleich mit ages
Median
Heizenergie-Kennwert
Bewertung- Vergleich
mit ages Median
kWh/m²
%
kWh/m²
Kennnwert
90
0%
46%
101%
47%
20%
2%
58%
-8%
8%
0%
75
0%
-23%
14%
-11%
13%
11%
25%
-30%
-47%
-62%
In der Wildbahn 30 a
9900
11088
195.471
1.072.224
18
Grundschule im Spiet
Im Spiet 16
5329
5968
64.620
815.324
11
Grundschule Lintel
Linteler Straße 22
3508
3929
36.065
529.227
9
Grundschule Norddeich
Nordmeerstraße 24
1675
1876
26.659
284.722
14
Grundschule Leybucht
Am Dorfteich 57
960
1075
8.930
91.335
8
Feuerwehrhaus (HLZ)
Osterstr. 93 A, Norden
1680
1882
26.394
130.657
14
Feuerwehrhaus OT Leybuchtpolder
Alter Sielweg 60 A, Norden
195
218
2.833
10.782
13
32.920
520.519
3.587.916
16
Summe
71
105
97
137
135
152
85
69
49
109
Stromkennwert
Heizenergiekennwert
4
Gebäude mit großem
Potenzial (mind. 20%
über Median)
1
6
Mittere Gebäude mit
mittlerem Potenzial (±20
% Abweichung Median)
5
0
Gebäude mit gutem
energtischen Zustand
(mind. 20% unter Median)
4
10
Summe
10
Es wird deutlich, dass von 10 Liegenschaften vier Liegenschaften große Stromeinsparpotenziale und eine Liegenschaft große Heizenergiesparpotenziale aufweisen. Hier liegen die
Verbrauchskennwerte bei jeweils mehr als 20% über dem ages-Median-Wert. 6 (Strom) bzw.
5 (Heizenergie) Gebäude weisen ein mittleres Potenzial auf. In weiteren 4 Liegenschaften ist
das Einsparpotenzial im Heizungsbereich eher gering. Zur Potenzialberechnung wird davon
ausgegangen, dass alle Liegenschaften bis zum Jahr 2020 auf das Niveau des MedianWertes saniert werden. Werden alle Liegenschaften bis 2020 saniert, beträgt das Einsparpotenzial bis 2020 in diesen kommunalen Liegenschaften des Tourismusdreiecks 25% bei
Strom (3.300 MWh/a) und 15% bei der Heizenergie (2.850 MWh/a). Als langfristiges Ziel sollte aber ein Ambitionierteres angestrebt werden. Ein Anhaltspunkt kann dabei das durchschnittliche untere Quartilsmittel (ages-Wert) sein, das für Strom 8 kWh/m² BGF und für
Heizenergie 64 kWh/m² BGF aufweist. Würde dieser Wert in allen kommunalen Liegenschaften erreicht, betrüge die Einsparung über 30% gegenüber dem jetzigen Energieverbrauch. Allerdings ist nicht für alle Gebäudenutzung ein solch niedriger Stromkennwert realistisch.
3.4.2 Straßenbeleuchtung
Um die Potenziale für den Stromverbrauch der kommunalen Straßenbeleuchtung abzuschätzen, wurde auf Erfahrungswerte in anderen Kommunen, u.a. Cloppenburg, Ganderkesee und nicht zuletzt Norddeich zurückgegriffen. Häufig eingesetzte Leuchten für die Straßenbeleuchtung sind Quecksilber-Hochdrucklampen (HQL). Diese Lampen sind ineffizient
und wartungsintensiv. Gemäß Öko-Design-Richtlinie der EU dürfen ab 2015 keine HQL mehr
verkauft werden. Deshalb müssen die Leuchten ohnehin in den kommenden Jahren ausgetauscht werden. Grundsätzlich besteht bei folgenden Leuchtmitteln Handlungsbedarf:
23
Quelle: BEKS, auf Datenbasis der Tourismusdreieck, nach ages 2005
Schlussbericht
Seite 86
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
24
Tabelle 37: Einsatzgrenzen für Leuchtmittel gemäß Öko-Design-Richtlinie
LBS
Bezeichnung
Lampenleistung (W)
T38
HME
HSE
Leuchtstofflampe
Quecksilberdampflampe
Natriumdampf/Ellipsoid
20/40 /65
50/80/125/250
100/150/250
2010
2012
2015
2017
***
Rot kennzeichnet den Zeitpunkt der Einstellung des Verkaufs.
Grundsätzlich stehen als effiziente Leuchtmittel Natriumdampflampen (NAV), LED-Technik,
Metalldampflampen (Cosmopolice) oder auch Kompaktleuchtstofflampen zur Verfügung. Die
effizienteste aber bislang auch teuerste Anwendung ist die LED-Technik. Werden sämtliche
Leuchtpunkte auf LED umgestellt, könnten ca. 60% Energie (1.020 MWh/a) eingespart werden. Bei der kostengünstigsten Umrüstung sämtlicher Leuchtpunkte auf NAV und Kompaktleuchtstofflampen würde sich der Energieverbrauch um ca. 35% reduzieren. Von der
BEKS durchgeführte Berechnungen zeigen aber, dass die LED-Leuchten trotz der sehr hohen Investitionskosten die wirtschaftlichste Lösung darstellen und somit auch komplett in die
Potenzialbetrachtung einfließen.
Abbildung 47: Neue LED-Leuchte an der Strandpromenade von Juist
24
Quelle: Öko-Design-Richtlinie der EU
Schlussbericht
Seite 87
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
3.5 Methodik der Abschätzung und Annahmen zur Entwicklung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen im Bereich Verkehr
Die Abschätzung der weiteren Entwicklung der Emissionen und des Energieverbrauchs
durch Verkehr für das Tourismusdreieck stützt sich auf folgende Quellen:
Überregional verfügbare Datengrundlagen
•
•
•
•
•
Niedersächsisches Landesamt für Statistik (lineare Annahmen zur Bevölkerungs- und
Demografieentwicklung der Gemeinden, Pendlerstatistiken)
Datenbank HBEFA 3.1 (Handbuch für Emissionsfaktoren). HBEFA ermöglicht, auch in
die Zukunft gerichtet, unterschiedliche Kfz-Kollektive und Jahresreihen miteinander abzugleichen. Aus diesen Abschätzungen werden für eine Kontrolle und Plausibilitätsüberprüfung Äquivalente der Kfz-Zahlen mit Bezug auf das Jahr 2011 gebildet.25
Zulassungszahlen 2010 des Kraftfahrtbundesamtes
Demografische IST- und Prognosedaten des Wegweisers Kommune (BertelsmannStiftung)
DIW, Verkehr in Zahlen 2010, Entwicklungen der jährlichen Fahrleistungen, der bundesweiten Kfz-Bestände, der Erwerbstätigkeit und der Gesamtbevölkerung
Lokal verfügbare Daten
•
•
•
•
Verbrauchsdaten und Passagierdaten der Reederei Frisia
Anzahl Flüge Juist / Festland, Passagierdaten, Verbrauchsdaten
Touristen- und Übernachtungszahlen
Auswertungen Gästebefragungen zu den Anfahrtswegen und -arten (Pkw/Bahn etc.)
Abweichend von der großen Mehrzahl der Städte und Gemeinden in Deutschland spielen bei
der Betrachtung der CO2-Emissionen aus Verkehr der motorisierte Individualverkehr zusammen mit dem Lkw-Verkehr nicht die alleinigen Hauptrollen. Mit dem Fähr- Ausflugsverkehr der Inseln werden für Norderney knapp die Hälfte der CO2-Emissionen und für Juist sogar 60% der Emissionen erzeugt. Addiert man noch den Flugverkehr hinzu, erreicht Juist eine Größenordnung von 75% der Emissionen aus Verkehr, die nicht aus den üblichen Quellen (Pkw und Lkw) stammen. Auch für Baltrum gilt: Mehr als 50% der Emissionen stammen
aus dem Fährverkehr. Die auf Inselbewohner zugelassenen Personen- und Nutzfahrzeuge
tragen folglich nur zum kleineren Teil zur Bilanz bei. Dieser Anteil wird zudem mit einem
Minderungsfaktor berechnet, da die Fahrzeuge der Inselbewohner deutlich weniger bewegt
werden, als Fahrzeuge im Bundesdurchschnitt. Durch die territoriale CO2-Bilanzierung, die
sich grundsätzlich an den Gemeindegrenzen orientiert, wirken sich die Urlauberanreisever-
25
Dies ist notwendig, da das in der Bilanzierung für das Jahr 2010 angewendete Bilanzierungs-Tool „EcoRegion
smart“ keine Prognosefunktion vorsieht.
Schlussbericht
Seite 88
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
kehre, die sich in der großen Mehrheit außerhalb des Tourismusdreiecks ereignen und die
erst auf dem Territorium der Stadt Norden Eingang in die Bilanz des Tourismusdreiecks finden, bezogen auf den Pkw-Anteil eher gering aus (Anteil 2%). Auf dem Gebiet der Stadt
Norden werden die Urlauberverkehre modellhaft auf Basis der vorliegenden Daten zur Anreise (Bahn, Pkw und deren Besetzungsgrad, Busse und deren Besetzungsgrad) und den
Übernachtungszahlen in der Stadt Norden abgeschätzt. Diese Abschätzungen münden in ein
Einwohner- bzw. Pkw-Zulassungsäquivalent, das schließlich in Form der gefahrenen Kilometerzahl Eingang in die Bilanzierungssoftware Eco RegionSmart findet.
In der Abschätzung der Emissionsentwicklung aus (Straßen-)Verkehr werden kurzfristig veränderliche globale Entwicklungen nicht gesondert in die Berechnungen mit einbezogen. Die
Erfahrung aus den kurzfristigen Verhaltensänderungen der Autofahrer und im Speditionsgewerbe in beiderlei Richtung nach dem Ölpreisschock von 2007/2008 und den wirtschaftlichen
Boomjahren 2010 und 2011 lehrt erneut, dass kurzfristige starke Preisausschläge nur in geringem Maße zu einer Verstetigung von verändertem individuellen Mobilitätsverhalten führen.
Stattdessen ist bei den Pkw gegenwärtig (seit 2011) bundesweit ein starker Anstieg der Verkehrsleistungen pro Fahrzeug zu beobachten. Hiermit wird auch ein lange Jahre andauernder positiver Trend gebrochen, der pro Pkw zu stetig geringeren Fahrleistungen führte. Zu
den globalen Einflussfaktoren, die nicht in den Berechnungen für das Tourismusdreieck berücksichtigt wurden, zählen auch mögliche schnellere Marktdurchdringungen neuer Antriebstechnologien wie z. B. Elektrofahrzeuge. Das gleiche gilt auch für alternative Annahmen zur
Effizienzentwicklung der Motoren, für energiepreisbedingte veränderte Nachfrageentwicklungen usw., da diese im Tourismusdreieck einen eher geringen Einfluss hätten.
Eingang in die Abschätzung der Potenziale zur Minderung finden dagegen in kumulierter
Form die Klimaschutz-Maßnahmen des Tourismusdreiecks, die über die allgemein
erwartbare Entwicklung in Deutschland hinausgehen.
In der folgenden Tabelle werden verschiedene mögliche Entwicklungen der CO2-Emissionen
aus Verkehr für das Jahr 2020 vorgestellt und mit dem gewählten Basisjahr 2010 verglichen.
Schlussbericht
Seite 89
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Tabelle 38: Entwicklungsabschätzungen Emissionen aus Verkehr in Tourismusdreieck
CO2Emission
aus Verkehr
Prozentuale
Veränderung
gegenüber
Startbilanz
Veränderung
absolut (t)
1.: Emissionen
für 2011 gemäß Startbilanz
2.: Entwicklung
bis 2020 ohne
InEKK Tourismusdreieck
3.: Beeinflusste
Entwicklung mit
InEKK Tourismusdreieck
4.: Sehr hohe Minderung
89.755 Tonnen,
85.447 Tonnen
(Szenario: Fährverkehr unverändert,
Pkw- und LkwWachstum im Bundestrend)
70.906 Tonnen
(Szenario: 1% zusätzliche Pkw p.a.
bei Stagnation Fahrleistung, moderater
Anstieg Lkw-Verkehr,
allg. technischer
Fortschritt bei Antrieben im Fährverkehr
sowie Berücksichtigung veränderter
exterritorialer Anreiseverkehre)
59.700 Tonnen (Szenario
mit Vollsubstitution des
Diesels im Fährverkehr
durch z. B. verflüssigtes
e-Gas sowie Nullwachstum bei den PkwZulassungen und Berücksichtigung veränderter
exterritorialer Anreiseverkehre)
0
-4,8%
-20,1%
-31,1%
0
-4.308 Tonnen
-18.849 Tonnen
-20.055 Tonnen
In das Klimaschutzkonzept für das Tourismusdreieck geht das Szenario einer durch das
InEKK beeinflussten Entwicklung ein.
Die in der Tabelle dargestellten Prognosewerte stützen sich rechnerisch zum einen auf die
Verbrauchsdaten der Reederei Frisia (Szenario mit Treibstoffsubstitution im Fährverkehr)
zum anderen auf die Kfz-Zulassungszahlen, die im Bilanzierungs-Tool EcoRegion für die
vereinfachte Ermittlung der Verkehrsemissionen angewendet werden. Die im InEKK Tourismusdreieck angewendete Version des Bilanzierungswerkzeuges sieht grundsätzlich keine
Prognosefunktion vor. Daher wurden unter anderem mit Hilfe
•
•
•
•
•
der im HBEFA 3.1 prognostizierten Entwicklung der Treibstoffverbräuche,
der voraussichtlichen Bevölkerungsentwicklung gemäß dem Wegweiser Kommune
der Bertelsmannstiftung,
der voraussichtlichen Verkehrsmengenentwicklung gemäß der Prognosen des Bundesministeriums für Verkehr,
der rückblickenden Betrachtung der Zulassungszahlen in Tourismusdreieck,
der Kfz-Zulassungszahlen aus dem Jahr 2010
äquivalente Prognose-Zahlen für das Jahr 2020 entwickelt. Die oben genannten Einflussfaktoren werden im Folgenden noch ausführlicher erläutert:
Im Bereich der Zugmaschinen und der Krafträder werden die Zahlen des Jahres 2010 auch
auf 2020 angewendet, so dass in diesen Bereichen der unterstellte Fortschritt der Antriebstechnik fast vollständig positiv auf die CO2- und Energiebilanz durchschlägt. Die Betrachtung
Schlussbericht
Seite 90
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
und Umlegung der bundesweiten Rahmenbedingungen auf den nordwestdeutschen Raum
ergibt in dem gemittelten, vom InEKK Tourismusdreieck beeinflussten Szenario ein Wachstum der Pkw-Verkehrsmengen im Zeitraum von 2010 bis 2020 von etwa 10% (1,0% p.a.) und
bei den Güterverkehren von 15%. (1,5% p.a). Dieses Szenario fand in ähnlicher Form bereits
im Integrierten Klimaschutzprogramm der Stadt Oldenburg Anwendung und stützt sich auf
Prognosen im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) und Studien des Bundesumweltministeriums (BMU). Die Inbetriebnahme des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven,
der die Verkehrsachsen in dem westlich Bremens gelegenen Raum voraussichtlich auf das
bundesdurchschnittliche Wachstumsniveau beim Güterverkehr bringen wird, wirkt sich für
den Raum des Tourismusdreiecks kaum aus. Hier spielen andere Faktoren wie z. B. der
Trend zu kleinen Nutzfahrzeugen (z. B. “Sprinter“) eine größere Rolle.
Gleichzeitig ergibt sich – wie zuvor beschrieben - aus Sicht des Jahres 2010 bis zum Jahr
2020 eine erhebliche Verbesserung der Motorentechnik. Im Pkw-Bereich beträgt dieser mehr
als 20%. Im Segment der leichten Nutzfahrzeuge ist mit über 28 % die prognostizierte Verbesserung am stärksten ausgeprägt. Im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge wird eine Reduzierung der durchschnittlichen Flotten-Emission um 4,5% Prozent prognostiziert. Reisebusse werden in einem ähnlichen veränderten Entwicklungsrahmen erwartet. Für Linienbusse wird vor allem aufgrund der verbesserten Komfortfunktionen (Klimaanlage usw.) sogar
eine Verbrauchszunahme prognostiziert.
Absehbare Veränderungen in der Gesetzgebung zu den Beimischungsanteilen von Ethanol
und Bio-Diesel werden in der vorliegenden Bilanzierung noch nicht berücksichtigt. In den
obigen Annahmen zur Effizienzentwicklung finden sich die bislang gültigen Werte wieder.
Alle Annahmen stützen sich auf die Datenbank HBEFA 3.1, die die bis zum Jahr 2010 beschlossene Gesetzes- und Richtlinienlage sowie die erwartbare Motorenentwicklung bis
2030 in Prognosehorizonte erfasst hat und rückwärts auch den Vergleich zum Beispiel mit
dem Jahr 1990 ermöglicht. Die angewendeten Zahlen entspringen einer Abfrage dieser Datenbank unter Verwendung von bundesdurchschnittlichen Annahmen zu Fahrbahnneigungen, Verkehrsflüssigkeit und Motorenkonzepten. Unberücksichtigt bleiben in diesen Zahlen
Kaltstartzuschläge, Klimaanlagenzuschläge und die sogenannte Tankatmung, bei der weitere Treibhausgase (z. B. Methan) sowohl während der Fahrt als auch im abgeschalteten Motorenzustand entweichen.
Die dargestellte wahrscheinliche Entwicklung im Tourismusdreieck stützt sich auf die Annahme, dass im Tourismusdreieck nach den Boomjahren 2010/2011 bei den KfzZulassungen auf derzeitigen bundesweiten Wachstumspfad einschwenkt und jährlich 1,5%
zusätzliche Pkw aufweist.
Das zweite Szenario, dem eine vom InEKK beeinflusste Entwicklung zugrunde liegt, sieht die
Pkw-Zulassungen um jährlich ein Prozent wachsen. Ein Anstieg der Gesamtfahrleistungen
wird entgegen dem bundesweiten Trend dennoch nicht gerechnet. Hier werden Erfolge der
Maßnahmen zur Verbesserung des Rad- und Fußverkehrs sowie zur höheren Nutzung des
ÖPNV und SPNV unterstellt. Denn nachdem seit 2010 bundesweit wieder steigende KilomeSchlussbericht
Seite 91
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
terleistungen pro zugelassenem Fahrzeug ausgewiesen werden26, ist schon eine gegenüber
2010 bis 2020 unveränderte durchschnittliche Pkw-Fahrleistung pro Fahrzeug eine durchaus
optimistische Annahme. Sowohl das InEKK-Szenario als auch das Maximalszenario unterstellen einen Rückgang der Fahrleistung pro Pkw.
Das mit einer 20,1%-Minderung der CO2-Emissionen aus Verkehr im Zusammenhang mit
dem InEKK Tourismusdreieck erhoffte Szenario (dritte Spalte der Tabelle) ist ein sehr ambitioniertes Ziel. Die Gemeinden des Tourismusdreiecks hätten aber darüber hinaus mit der
Maßnahmenoption, den Fährverkehr CO2-neutral zu machen eine ungewöhnlich wirksame
lokal verfügbare Stellschraube, um die Bilanz im Bereich Verkehr um ein Mehrfaches zu verbessern. Mit dem absehbar lokal verfügbaren Überschuss an Windenergie, der neuen Technik der Überschussstromvergasung (Beispiel: Pilotanlage in Werlte) und den heute ausreichend starken Flüssiggas-Aggregaten, die auch für Schiffsantriebe ausreichend Leistung liefern27, wären alle Zutaten für eine Umsetzung ehrgeiziger Ziele bis zum Jahr 2020 vorhanden.
Ohne die Umstellung der Motorentechnik und die Verbrennung CO2-neutralen „Erdgases“
aus der neuen e-Gas-Technik kann vor allem die Vielzahl der „kleinen“ vorgeschlagenen
Maßnahmen für den innerörtlichen Rad- und Fußverkehr in Norden zu einer positiven Entwicklung im Verkehrsbereich beitragen. In möglichst vielen alltäglichen Situationen soll die
Entscheidung für ein anderes, emissionsärmeres Verkehrsmittel begünstigt werden und immer leichter fallen.
4 Potenziale durch den Ausbau erneuerbarer Energien im
Tourismusdreieck
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist in den letzten Jahren vorangeschritten. Seit 1990
hat sich der Beitrag der erneuerbaren Energien versechsfacht (siehe Abbildung 48). Durch
gesetzliche Regelungen wie das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) und das Erneuerbare
Energien Wärmegesetz (EE-Wärme-G) wurde dieser Ausbau beschleunigt und auf eine wirtschaftliche Basis gestellt. Das EEG regelt für die verschiedenen erneuerbaren Energien eine
zu zahlende Einspeisevergütung, die auf alle Stromkunden umgelegt wird. Außerdem regelt
ein Biokraftstoffquotengesetz eine Beimischung von Biokraftstoffen in Benzin und Diesel für
den Verkehr.
26
gemäß „Verkehr in Zahlen“ (DIW)
27
Textlich aufbereitete Beispiele für den tatsächlichen Einsatz im Fährverkehr in den Niederlanden werden den
Gemeinden des Tourismusdreiecks zur Verfügung gestellt
Schlussbericht
Seite 92
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Beitrag der erneuerbaren Energien zur
Endenergiebereitstellung in Deutschland
300.000
Kraftstoffbereitstellung 2011: 34.216 GWh
Wärmebereitstellung 2011: 143.467 GWh
250.000
Strombereitstellung 2011: 123.186 GWh
[GWh]
200.000
150.000
100.000
50.000
0
1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
1 GWh = 1 Mio. kWh; Quelle: BMU-KI III 1 nach Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat); Hintergrundbild: BMU / Bernd Müller; Stand: Juli 2012; Angaben vorläufig
Abbildung 48: Entwicklung der Erneuerbaren Energie in Deutschland
28
Diese bundesweite Entwicklung ist auch im Tourismusdreieck erkennbar. Auch hier wurde
der Ausbau seit 2000 stark beschleunigt. Waren im Jahr 2000 insgesamt 57 Windanlagen
(TenneT TSO 2012) mit einer Leistung von 22,1 MW registriert, sind bis zum Jahr 2011 weitere 32 Anlagen mit einer Leistung von 63,4 MW hinzugebaut worden. Bei den PV-Anlagen
beträgt die installierte Leistung immerhin 12,4 MW aus insgesamt 468 bei Tennet registrierten Anlagen. Biogasanlagen sind in Norden nicht vorhanden. Zu erwähnen ist noch der sehr
große Anteil an Holz, dass in Heizwerken der Stadtwerke Norden eingesetzt wird.
28
Quelle: BMU 2012
Schlussbericht
Seite 93
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Abbildung 49:: Entwicklung der Erneuerbaren Energie im Tourismusdreieck
29
Die Stadtwerke Norden setzten 2010 über 2.400 MWh Holz
Holz zur Erzeugung von Nahwärme in
Holzheizwerken ein. Zusätzlich betreiben die Stadtwerke Norden und Wirtschaftsbetrieb
Norderney gasbetriebene
asbetriebene Blockheizkraftwerke (BHKW), die gleichzeitig Strom und
Nahwärme erzeugen.
4.1
Akzeptanz zur Nutzung erneuerbarer Energie
Aus den Gesprächen mit den Verantwortlichen Vertretern der Kommunen und Bürgern in
den Workshops wurde eine eher skeptische Haltung zum weiteren Ausbau der erneuerbaren
Energien wahrgenommen.. Gerade bei Fragen der Windkraft und Biogasanlagen, für die
d
auch aus genehmigungsrechtlicher Situation eigentlich nur das Festland, also das StadtgeStadtg
biet in Norden infrage kommt, sind große Befindlichkeiten festgestellt worden. Die Nordseeinseln liegen alle im Bereich des Nationalparks
Nationalpark Wattenmeer, der auch UNESCO Weltnaturerbe und FFH-Gebiet ist. Hier gibt es naturschutzrechtlich Hemmnisse vor allem bei größegröß
ren Windkraftanlagen. Norden weist exzellente Windverhältnisse auf, so dass die BegehrBegeh
lichkeiten nach Standorten seit Jahren sehr groß sind. Es wurde in der Vergangenheit immer
29
Quelle: BMU 2012
Schlussbericht
Seite 94
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
wieder über eine Möglichkeit der Ausweisung von neuen Standorten oder die Erweiterung
bestehender Standorte politisch diskutiert. Das Thema ist damit stark vorbelastet. Auch die
Akzeptanz von Biogasanlagen ist in Norden nicht vorhanden, da eine Unverträglichkeit mit
dem Tourismus gesehen wird. Aber auch auf den Nordseeinseln Norderney und Juist gibt es
Bedenken beim Ausbau von Solaranlagen auf den Dächern der Gebäude hinsichtlich der Ästhetik. Diese Bedenken konnten im Rahmen der Erstellung dieses Klimaschutzkonzeptes
nicht näher untersucht und diskutiert werden, sind aber bei der folgenden Potenzialanalyse
ernst genommen und berücksichtigt worden.
4.2
Windenergieanlagen (WEA)
Ende 2011 betrug die installierte Leistung aus Windenergie insgesamt 85,5 MW. Verteilt auf
89 Anlagen wurden etwa 190 GWh Strom in das regionale Stromnetz eingespeist. Nach Gesprächen mit Vertretern der Stadt Norden und den Wirtschaftsbetrieben Norden stellte sich
heraus, dass es grundsätzlich ein Potenzial für weitere Windkraftanlagen in Norden gibt. Als
realistisch wurde der Bau von 9 weiteren großen Anlagen gesehen. Bisher unterliegen die
Windkraftanlagen einer Höhenbegrenzung von 100 Meter, die im Flächennutzungsplan geregelt ist. Durch eine Aufhebung der Höhenbegrenzung, die vom Land Niedersachsen im
„Energiekonzept des Landes Niedersachsen“ gefordert wird, kann der Ertrag aus den Windkraftanlagen deutlich verbessert werden. Bisher ist unklar, ob es eine Aufhebung der Höhenbegrenzung in Norden geben wird. Es wird deshalb mit einer Anlagenleistung von 2,3 MW
pro Anlage und einem Ertrag von 6.000 MWh/a gerechnet. Allein dadurch können zusätzlich
54.000 MWh jedes Jahr erzeugt werden.
Weiteres Potenzial könnte durch sogenanntes Repowering (Ersetzen von Altanlagen durch
moderne Windkraftanlagen) entstehen. Beim Einsatz moderner Windenergieanlagen lässt
sich deutlich mehr Strom erzeugen. So kann mit einer modernen Windenergieanlage mit
zwei Megawatt etwa die fünffache Stromproduktion einer 600 Kilowatt-Anlage erreicht werden. Damit wächst der lokale Beitrag zum Klimaschutz und zu einer von Importen unabhängigen, schadstofffreien und ressourcenschonenden Energieerzeugung. Moderne Windenergieanlagen sind gegenüber Altanlagen optimiert in Bezug auf ihre Umweltauswirkungen wie
z.B. Schallemissionen. Darüber hinaus weisen sie geringere Rotordrehzahlen auf und beim
Betrieb ergibt sich eine Entlastung des Landschaftsbildes aufgrund großer Mindestabstände
zwischen den Anlagen.30
30
DStGB 2009
Schlussbericht
Seite 95
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Abbildung 50: Schematische
chematische Darstellung eines Standortes durch Berücksichtigung der MindestabstänMindes
31
de
15 Windkraftanlagen in Norden sind älter als 20 Jahre.
Jahre Diese 15 Anlagen haben eine LeisLei
tung von 1,87 MW und könnten durch eine moderne Anlage ersetzt werden. Allerdings liegen
viele dieser älteren Anlagen im Bereich von naturschutzrechtlich bedenklichen
chen Gebieten,
G
so
dass auf eine Ausweisung von weiterem Potenzial an dieser Stelle verzichtet werden soll
Das Land Niedersachsen beziffert das Potenzial durch Repowering-Projek
Repowering Projekt auf 200% des
bisher erzeugten Windstroms bei gleichzeitig 30% weniger Anlagen.
Das Ausbaupotenzial beträgt folglich mindestens 28 %, was einer zusätzlichen CO2Entlastung von etwa 26.800
00 Tonnen führt.
Die Nordseeninsel Juist wird zusätzlich eine Untersuchung
Untersuchung der Potenziale im Bereich der ErE
neuerbaren Energie durchführen lassen. Ergebnisse lagen zum Zeitpunkt der Erstellung diedi
ses Klimaschutzkonzeptes noch nicht vor (siehe Maßnahme Juist E1) hat sich zum Ziel geg
setzt, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu sein,
se d.h. bilanziell kein CO2 zu verursachen. DieDi
ses Ziel kann nur dann erreicht werden, wenn die Stromerzeugung komplett auf Basis „Er„E
neuerbarer Energien“ ist. Ob dies auf der Insel selbst oder nur im Verbund mit dem TourisTouri
musdreieck möglich ist, soll die Untersuchung aufzeigen. Auf jeden Fall wird in diesem RahRa
men auch geprüft, ob die Realisierung einer Windkraftanlage auf Juist selbst möglich ist.
Trotz der rechtlich schwierigen Rahmenbedingungen ist eine Realisierung einer kleiner
Windkraftanlagen (< 1 MW) auf vorbelasteten Gebieten nicht unmöglich (z.B. Kläranlage).
Kläranlage)
4.3
Biomasse/Biogas
Die Stadtwerke Norden betreiben auf dem ehemaligen Doornkaatgelände und am Lehmweg
zwei Holzhackschnitzel-Heizwerke
Heizwerke,, in denen zur Wärmeerzeugung Biomasse CO2-arm verbrannt wird.
31
Veröffentlicht in DStGB 2009, Rechte für
f die Grafik bei der DEWI GmbH
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Biogas-Anlagen sind in auf dem Gebiet des Tourismusdreiecks nicht vorhanden (siehe Abschnitt 4.1), obwohl es etwa 8.500 ha landwirtschaftliche Fläche, wovon etwa 60 % Ackerfläche und 40 % Grünland sind. Ein Potenzial für den Zubau weiterer Anlagen wird aufgrund
der fehlenden Akzeptanz in Norden nicht ausgewiesen. Außerdem schreibt das aktuelle EEG
ab 2012 verschärfte Auflagen zur Nutzung der Abwärme bei Biogas-Anlagen vor, so dass
auch damit ein zusätzliches Hemmnis auftritt.
Die Insel Juist lässt im Rahmen der erwähnten Untersuchung zu EE-Potenzialen auch die
energetische Nutzung von Strandgut, das an den Stränden der Nordsee angespült wird, prüfen. Das Treibgut wird aktuell gesammelt, getrocknet und dann entsorgt.
4.4
Photovoltaik
In 2010 betrug die aus Photovoltaikanlagen erzeugte Strommenge etwa 9.700 MWh. Bis Mitte 2012 waren insgesamt 468 PV-Anlagen registriert, die durchschnittlich etwa 11.200 MWh
jährlich produzieren. Allein im Jahr 2010 wurden Anlagen mit einer Leistung von 1.387 kW
zugebaut. Durch eine Trendextrapolation bis 2020, wobei von einer jährlichen Reduktion der
Zubaurate um 15% ausgegangen (Marktsättigung), gleichzeitig aber eine Zunahme der Wirkungsgrade der PV-Module um 1% unterstellt wird, könnten 2020 etwa 18 MW Leistung
durch Photovoltaik installiert sein. Die Stromerzeugung aus Solarenergie betrüge etwa
18.000 MWh/a. Bezogen auf die Einwohneranzahl wären 2020 im Tourismusdreieck ca. 550
Watt installierte PV-Leistung pro Einwohner zu verzeichnen. Nach einer Leitstudie des Bundesumweltministeriums (BMU 2008) beträgt die bundesweite mögliche Pro-Kopf-Leistung
aus PV-Anlagen 224 Watt pro Einwohner. Aufgrund der ländlichen Struktur und großer
Dachflächen pro Einwohner scheint diese Potenzialbetrachtung für das Tourismusdreieck
aber plausibel.
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
32
Tabelle 39: Potenziale durch den Zubau von Photovoltaikanlagen im Tourismusdreieck
Potenzial Solare
Stromerzeugung
Installierte
Leistung/
Zubau
kW
Wirkungsgrad
Installierte
Leistung
gesamt
kWh/kW
kW
Erzeugte
Strommenge
PV-Strom 2009
3.543
900
3.543
MWh/a
3.189
Zubau 2010
7.272
900
10.815
9.734
Zubau 2011
1.386
909
12.202
11.091
Zubau 2012
1.178
918
13.380
12.284
Zubau 2013
1.002
927
14.382
13.336
Zubau 2014
851
937
15.233
14.267
Zubau 2015
724
946
15.957
15.094
Zubau 2016
615
955
16.572
15.833
Zubau 2017
523
965
17.095
16.496
Zubau 2018
444
975
17.540
17.094
Zubau 2019
378
984
17.918
17.637
Zubau 2020
321
994
18.239
18.132
18.239
18.132
Summe 2020
4.5
18.239
Solarthermie
Weitere Potenziale zur Reduzierung der CO2-Emissionen bietet der Ausbau der Solarthermie
im Tourismusdreieck. Gerade der hohe Warmwasserbedarf im Sommer auf den Inseln kann
zu einem hohen Anteil durch Solarenergie gedeckt werden. Aktuell gibt es im Tourismusdreieck 136 solarthermische Anlagen, die von der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gefördert wurden (Tabelle 40). Zusätzlich sind einige Großanlagen wie die Anlage auf dem Meerwasser-Erlebnisbad auf Juist, dem Anlage im Gorch-Fock-Weg auf Norderney installiert. Der Ertrag aus Solarthermischen Anlagen betrug gemäß Energie- und
CO2-Bilanz im Jahr 2010 etwa 2.400 MWh. Stellt man nur die BAFA geförderten Anlagen
bzw. Fläche ins Verhältnis zur Einwohnerzahl (Tabelle 40) fällt auf, dass Baltrum mit 0,6 m²
solarthermischer Fläche die weitaus größte Zahl an Solarthermie-Anlagen im Verhältnis zur
Größe aufweist. Würden Norderney und Juist ähnlich viele Anlagen realisieren, könnte der
Ertrag nur aus BAFA geförderten solarthermischen Anlagen auf den beiden Inseln etwa verfünffacht werden. Auch in Norden und auf Baltrum wird die Anzahl der solarthermischen Anlagen zunehmen, vor allem durch das EE-Wärme-Gesetz, das den Einsatz von Erneuerbaren Energien im Neubau vorschreibt. Insgesamt wird von einem realisierbaren Potenzial aus
Solarthermischen Anlagen von circa 3.400 MWh bis 2020 ausgegangen.
32
Quelle: BEKS, eigene Berechnungen
Schlussbericht
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33
Tabelle 40: Solarthermische Anlagen im Tourismusdreieck
Nur BAFA geförderte Anlagen Solarthermie
Fläche in m²
Fläche pro Einwohner (m²/EW)
4.6
Norden
1.032
0,041
Norderney
605
0,104
Juist
212
0,121
Baltrum
296
0,600
Summe
2.144
0,065
Andere erneuerbare Energien
Potenziale bei anderen erneuerbaren Energien, wie Erdwärme und Holzpellets sind zwar
vorhanden, werden aber eher als vernachlässigbar eingeschätzt. Gerade auf den Inseln ist
der Einsatz von festen Ersatzbrennstoffen schwierig, da der Transport mittels Fähre sehr
aufwendig und kostspielig ist. Der Einsatz von Wärmepumpen mit Erdsonde wird in Zukunft
vor allem im Bereich des Neubaus zunehmen. Damit Wärmepumpen wirtschaftlich und ökologisch betrieben werden können, sind ein niedriger Heizenergiebedarf und niedrige Vorlauftemperaturen im Heizungssystem, z.B. durch Fußbodenheizung, notwendig. Beides ist im
Gebäudebestand nur mit sehr viel Aufwand zu realisieren.
4.7
Kraft-Wärme-Kopplung
Norden und Norderney besitzen jeweils Nahwärmenetze, die in Norden mit Erdgas betriebenen Blockheizkraftwerken (BHKW), zwei Holzheizwerken und Heizzentralen gespeist, auf
Norderney nur mit Gas betriebenen BHKW und Heizzentralen gespeist werden (siehe Abbildung 51. Eine Untersuchung des Zustands der Wärmenetzte erfolgte nicht, in Norden ist
aber festgestellt worden, dass die BHKW-Laufzeiten im Analysejahr 2010 sehr niedrig waren. Durch eine Laufzeiterhöhung ergibt sich für diese BHKW ein zusätzliches Potenzial für
die Stromerzeugung.
Ein weiteres Potenzial bietet der Ausbau von dezentralen Blockheizkraftwerken. In Norderney bieten sich die Nahwärmenetze Altenheim Inselfrieden und Lüttje Legde an, neben die
vorhandenen Heizkessel jeweils ein Blockheizkraftwerk zu installieren. Überschlägige Berechnungen könnte im Nahwärmenetz Altenheim Inselfrieden ein BHKW mit einer elektrischen Leistung von mindesten 250 kW wirtschaftlich betrieben werden, das Wärmenetz
Lüttje Legde könnte die Wärme eines BHKW mit 230 kW elektrischer Leistung aufnehmen.
Bei einer grob geschätzten Laufzeit dieser BHKW von 4.500 Jahresstunden, würden 2.160
MWh KWK-Strom zusätzlich erzeugt.
33
Quelle: BAFA 2011
Schlussbericht
Seite 99
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Der Ausbau dezentraler Mini- und Klein-BHKW-Anlagen (mit Leistungen zwischen 6 kW el
und 200 kW el) wird bundesweit als eine wichtige Strategie für die Erreichung der Klimaschutzziele betrachtet. Für das Tourismusdreieck wird aufgrund der Struktur ein erhebliches
Potenzial für BHKWs von dieser Größe gesehen, da besonders im Bereich der Beherbergungsbetriebe sowohl ein hoher Strom als auch Wärmebedarf auftritt. Für BHKW wird ein
Ausbaupotenzial von etwa 8.000 kW el geschätzt. BHKW weisen aufgrund ihres hohen Wirkungsgrades ein hohes CO2-Einsparpotenzial aus. Besonders hoch ist die CO2-Einsparung,
wenn die Anlagen mit Biogas betrieben werden. Dieses Biogas kann aus ausgewählten Biogasanlagen mit einer Gasaufbereitungsanlage bezogen werden. Der Mehrpreis kann über
die EEG-Vergütung häufig kompensiert werden, eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist im
Einzelfall nötig. Diese Möglichkeit bildet vor allem für die Inseln eine Möglichkeit, dem Ziel
der CO2-Neutrlität näher zu kommen, da so auch im Wärmebereich erneuerbare Energieträger eingesetzt werden können.
Ein zunehmendes Potenzial bieten auch Mikro-KWK-Anlagen mit einer Leistung < 6 kW el.
Das Marktforschungsinstitut Trendresearch14 sagt den zunehmenden Einsatz von MikroKWK-Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern voraus (0,001 Anlagen pro Einwohner in
2020). Bei einer angenommenen durchschnittlichen Leistung von 2 kW el ergibt sich für das
Jahr 2020 eine neu installierte Gesamtleistung von 64 kW el und ist damit vernachlässigbar.
Abbildung 51: Übersicht der Nahwärmebereiche auf Norderney, Quelle: www.wirtschaftsbetriebenorderney.de
Schlussbericht
Seite 100
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
4.8
Zusammenfassung der
d Potenziale aus erneuerbaren Energien
Energie
Strombilanz Tourismusdreieck [MWh/a]
300.000
270.123
250.000
199.333
200.000
169.076
149.568
150.000
Summe Stromverbrauch
Summe EE-Erzeugung
EE
100.000
50.000
Quelle: Energy map, Tennet,
EWE-Netze,
Netze,
Wirtschaftsbetriebe Norden
und Norderney, eigene
Berechnungen
0
2010
2020
34
Abbildung 52:: Vergleich von Stromverbrauch und –erzeugung
erzeugung in der Tourismusdreieck 2010 und 2020
2020 könnten bei Ausnutzung vorhandener Potenziale und Umsetzung bereits laufender
Planungen 270 GWh/a durch erneuerbare Energien auf dem Gebiet des Tourismusdreiecks
erzeugt werden. Dies entspricht einem Zubau gegenüber 2010 von 70 GWh. Der StromverStromve
brauch der vier Kommunen wird bei ca. 150 GWh pro Jahr liegen. Das Tourismusdreieck
könnte so 180 % des Stroms auf eigenem Territorium erzeugen. Die CO2-Einsparpotenziale
Einsparpotenziale
betragen damit etwa 35.000 Tonnen CO2.
Neben den Auswirkungen auf die CO2-Bilanz hat der Ausbau von erneuerbaren
rneuerbaren Energien
einen weiteren positiven Effekt für das Tourismusdreieck. Durch die Planung, Installation
Installa
und
den Betrieb ergeben sich erhebliche Einnahmen für die Kommune durch zusätzliches SteuSte
eraufkommen. Außerdem verbleibt
verbleibt ein großer Anteil der Investitionen und Betriebskosten in
der Region und erhöht damit die lokale Wertschöpfung (IÖW 2010). Gemäß WertschöpWertschö
fungsrechner, der eine erste Orientierung geben soll, beträgt die maximaler Wertschöpfung
34
Quelle: BEKS, Energie- und CO2 der Tourismusdreieck, eigene Berechnungen
Schlussbericht
Seite 101
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
2020 nur durch die zusätzlichen Windkraft- und Solaranlagen über 2 Millionen Euro. Allein
die kommunalen Steuereinnahmen durch die angenommenen Anlagen betragen ca. 226.000
Euro pro Jahr35.
Abbildung 53: Überschlägige Berechnung der Lokalen Wertschöpfung durch den Ausbau der erneuerba36
ren Energien im Tourismusdreieck
Das Tourismusdreieck kann heute schon seinen Strombedarf zu 100 % aus eigenen, klimaschonenden Erzeugungsanlagen decken. Bis 2020 werden fast 200% des Strombedarfs erzeugt. Strom hat aber nur einen Anteil am Gesamtenergieverbrauch von 18 % (siehe Abbildung 10). Andere Energieträger für die Wärmebereitstellung oder Kraftstoffe sind weitaus
schwieriger zu ersetzten. Gerade für die Zielerreichung der Nordseeinseln, bis 2030 Klimaneutral zu sein, sind aber Anstrengungen – wie z.B. der Einsatz von Biogas in BHKW oder
Heizungsanlagen in diesem Bereich nötig. Ob dies wirtschaftlich realisierbar ist, wird ebenfalls im Rahmen der von Juist in Auftrag gegebenen Potenzialstudie untersucht.
35
http://www.kommunal-erneuerbar.de/de/kommunale-wertschoepfung/kommunale-wertschoepfung.html
Schlussbericht
Seite 102
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
5 Maßnahmenkatalog und Kosten
Jede Kommune kann auf vielfältige Weise im Klimaschutz Beiträge leisten und kann verschiedene Rollen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen übernehmen. Deshalb ist
es wichtig, dass sich die einzelnen Kommunen, aber auch die Kommunen im Verbund des
Tourismusdreiecks darüber im Klaren sind, über welche Möglichkeiten im kommunalen Klimaschutz sie verfügen. Bei der Umsetzung der im Folgenden dargestellten Maßnahmen
spielt die Kommune die Rolle
•
•
•
•
als Verbraucher und Vorbild
als Planer und Regulierer
als Versorger und Anbieter und
als Berater und Promoter.
Deshalb wurde zunächst ein verwaltungsinterner Workshop durchgeführt. Bei diesem Workshop wurden relevante Verwaltungsvertreter aus allen vier Kommunen und den eigenen
Wirtschaftsbetrieben/Stadtwerken bzw. Energieversorger eingeladen, um Ergebnisse aus
der CO2-Bilanz und Potenzialanalyse zu diskutieren und darauf aufbauend erste Ideen für
Maßnahmenvorschläge zu sammeln. Außerdem wurde auch darüber diskutiert, welche
Maßnahmen für eine gemeinsame Umsetzung aller beteiligten Kommunen ausgewählt werden können. Anschließend fanden vier weitere Workshops in den betreffenden Kommunen
mit der Öffentlichkeit statt, die vorab durch Pressemitteilungen und Internet-Auftritt bekannt
gegeben wurden. Das Ergebnis ist der nachfolgende Maßnahmenkatalog, der von den Gutachtern mit weiteren, sinnvollen Maßnahmen ergänzt wurde. Der Maßnahmenkatalog gliedert sich in:
•
•
•
•
•
Gemeinsamen Maßnahmen für das Tourismusdreieck Norden
Maßnahmen für die Inselgemeinde Juist
Maßnahmen für die Stadt Norderney
Maßnahmen für die Inselgemeinde Baltrum
Maßnahmen für die Stadt Norden
Bei der Darstellung der Maßnahmen der einzelnen Kommunen ist zur besseren Übersicht
eine Aufteilung nach Sektoren erfolgt. Folgende Unterteilung wurde vorgenommen:
•
•
•
•
•
•
•
E
HH
K
W
V
I
Ü
Schlussbericht
= Energieversorgung
= Private Haushalte
= Kommunale Einrichtungen
= Wirtschaft/Gastgewerbe
= Verkehr
= Information/Öffentlichkeitsarbeit
= Übergeordete Maßnahmen
Seite 103
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Insgesamt umfasst der Maßnahmenkatalog 84 Maßnahmen. Davon verteilen sich:
•
•
•
•
•
10 Maßnahmen für Gemeinsame Maßnahmen
24 Maßnahmen für Juist
19 Maßnahmen für Norderney
12 Maßnahmen für Baltrum
19 Maßnahmen für Norden.
Die angegebenen Kosten sind als grobe Kostenschätzung zu verstehen und beziehen sich
auf den Zeitraum 2013 bis 2020. Die Kostenangaben beziehen sich dabei auf die von der
jeweiligen Kommune aufzubringenden Anschubkosten und nicht auf Kosten etwaiger weiterer Akteure. Dabei wurden Personal-, Investitions-, Sachkosten sowie Aufwendungen für externe Gutachter berücksichtigt. Für die Berechnung der Personalkosten für etwaiger Verwaltungstätigkeiten der Kommunen im Tourismusdreieck wurden von einer Ing. Stelle nach
TVöD11 von 66.000 €/a AG brutto ausgegangen oder eine andere Stelle wurde extra ausgewiesen und beschrieben.
28die eingesparten CO2-Emissionen auf einen Blick.
Tabelle 41: Zusammenstellung der Kosten- und CO2-Einsparung des Kommunen im Tourismusdreieck
Kommune
Einmalige
Anschubkosten €
Jährliche
Durchführungskosten €
Gemeinsame
Maßnahmen
Juist
175.500,--
CO2-Einsparung
t/a
(wenn berechenbar)
35.000,-4.881
105.500,--
68.000,--
1.799
Norderney
493.500,--
97.500,--
2.999
Baltrum
132.000,--
3.500,--
224
Norden
27.762.750,--
334.000,--
37.051
Die gesamten Anschubkosten für alle umzusetzenden Klimaschutzmaßnahmen jeder einzelnen Kommune sowie die gemeinsam umzusetzenden Maßnahmen betragen etwa 28,7 Mio.
Euro. Die jährlichen Durchführungskosten (von 2013 bis 2020) aller Maßnahmen betragen
538.000,-- Euro. Die dadurch zu diesem Zeitpunkt errechneten CO2-Einsparungen betragen
etwa 37.000 Tonnen CO2.
5.1
Methodik der Maßnahmenbewertung
In der Regel werden in dem Maßnahmenkatalog nur Maßnahmen vorgeschlagen, die aus
Sicht der Akteure Akzeptanz bei der Umsetzung finden. Im Rahmen der Konzepterarbeitung
Schlussbericht
Seite 104
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
konnte dies jedoch noch nicht für alle vorgeschlagenen Maßnahmen abschließend geprüft
werden. In diesem Fall wurde anhand der Priorität entschieden, ob eine Maßnahme vorgeschlagen wird. Auch beschränken sich die Maßnahmenvorschläge auf lokal verfügbare
Maßnahmen, also Maßnahmen, die auf kommunaler Ebene entschieden werden können.
Die Maßnahmenbeschreibung erfolgt in einem Maßnahmenblatt mit einem Buchstaben und
einer laufenden Nummer. Die wesentlichen Eckpunkte werden beschrieben und die oder der
Akteur benannt. Die Bewertung der vorgeschlagenen Maßnahmen erfolgt in zwei Schritten.
Im ersten Schritt werden alle Maßnahmen einer Grobbewertung unterzogen. Ähnliche Vorschläge werden zusammengefasst, aus Autorensicht unrealistische Vorschläge aussortiert.
Dies können zum Beispiel Vorschläge sein, die hohe Kosten aufwerfen und denen kein Akteur zugeordnet werden kann. Auch Vorschläge, die zu keiner nennenswerten direkten oder
indirekten CO2-Einsparung führen, fallen darunter. Ebenso unkonkrete Vorschläge oder
Forderungen an andere Akteuren werden nicht in den Katalog aufgenommen. Die Bewertung der Maßnahmenvorschläge und damit die Priorisierung erfolgt nach folgenden Kriterien:
•
Wirksamkeit hinsichtlich der Energie- und CO2-Einsparung
•
Kosten (Budgetansatz, für öffentlichen Haushalt relevante Kosten)
•
Wirkungstiefe
•
Kommunale Wertschöpfung
•
Umsetzungsfähigkeit (Akzeptanz/Kooperationsaufwand)
Diese Kriterien werden im Maßnahmenblatt kommentiert und in fünf Abstufungen bewertet.
In der Regel ergibt sich aus dieser Bewertung die Priorisierung nach dem gleichen Bewertungsraster:
•
Sehr niedrig (0)
•
Niedrig (1)
•
Mittel (2)
•
Hoch (3)
•
Sehr hoch (4)
Nur bei Maßnahmen, die zur Umsetzung empfohlen werden, ist auch eine Laufzeit der Maßnahme angegeben.
5.1.1 Erläuterung der Kriterien
Wirksamkeit hinsichtlich der Energie und CO2-Einsparung:
Die Wirksamkeit einer Maßnahme ist umso höher, je größer die erreichbaren Energie- und
CO2-Reduktionen pro Jahr sind. Für die Mehrzahl der Maßnahmen ist es jedoch nicht mögSchlussbericht
Seite 105
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
lich, diese Effekte unmittelbar quantitativ zu bewerten. Dabei handelt es sich vor allem um
Maßnahmen, die nicht selbst zu einer Einsparung führen, sondern die andere Akteure zu
zielführenden Aktivitäten motivieren sollen (z. B. die Beratung von Hausbesitzern in Bezug
auf Gebäudesanierung: die Beratung selbst spart kein CO2 ein, die Reduktion ergibt sich
erst, wenn die Akteure selbst einen Vorschlag umsetzen) und dies häufig in einem Paket von
ähnlich gelagerten Maßnahmen, d. h. es lässt sich nicht eindeutig festlegen, was letztlich
den Ausschlag gab, dass es zu einer Akteursaktion kommt und was die konkrete Umsetzung
bestimmte (was wurde alles saniert, in welcher Qualität etc.). In solchen Fällen bezieht sich
die Bewertung auf diejenigen Einspareffekte, die sich letztlich als Summe der Aktivitäten ergeben. In den Maßnahmenblättern ist dieser Bezug jeweils angegeben. Ist eine direkte CO2Einsparung der Maßnahmen zuzuordnen, wird nach dem Vorschlag des Praxisleitfadens
Klimaschutz in Kommunen, Deutsches Institut für Urbanistik (DiFu 2011) bewertet:
Einsparpotenzial der Einzelmaßnahme in % des Gesamtpotenzials:
•
> 0,6 % = sehr hoch
•
> 0,4 % = hoch
•
> 0,2 % = mittel
•
> 0,1 % = niedrig
•
> 0,01 % = sehr niedrig
Bewertet wird dabei die aufaddierte jährliche Einsparung im Betrachtungszeitraum bis 2020,
nicht die kumulierte Einsparung über den Gesamtzeitraum.
Kosteneffizienz:
Die Kosten für die Durchführung einer Maßnahme können auf unterschiedlichen Ebenen
entstehen. Führt die Kommune eine Gebäudeenergieberatung mit dem Ziel ein, die Sanierung von Bestandgebäuden voranzutreiben, fallen Kosten für die Kommune für die Kampagne und die Finanzierung der Energieberater an. Die Kosten der Sanierung selbst werden
aber vom Gebäudebesitzer getragen, er profitiert auch von der Einsparung. Im Rahmen des
Klimaschutzkonzeptes werden diejenigen Kosten- und Ertragselemente berücksichtigt, die
für den öffentlichen Haushalt relevant sind (Budgetansatz). Dabei wird zwischen Personalkosten und Investitions- oder Anschubkosten unterschieden (DiFu 2011).
Die Wirtschaftlichkeit für den Gebäudeeigentümer ist dagegen im Detail sehr unterschiedlich
und wird nicht betrachtet. Die Bewertung geschieht nach folgender Einteilung:
•
>100.000 Euro = sehr hoch
•
bis 100.000 Euro = hoch
•
bis 50.000 Euro = mittel
•
bis 25.000 Euro = niedrig
•
bis 10.000 Euro = sehr niedrig
Schlussbericht
Seite 106
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Wirkungstiefe:
Die Wirkungstiefe beschreibt die Qualität von Maßnahmen. Maßnahmen, die Strukturveränderungen auslösen, haben eine hohe Qualität und stehen für eine langfristige Klimaschutzpolitik. Technische Maßnahmen, die keine Änderungen beim Nutzer bewirken, haben eine
geringe Wirkungstiefe, können aber sehr wohl eine relevante CO2-Einsparung bewirken. Ein
Klimaschutzkonzept enthält in der Regel eine Mischung aus Maßnahmen von geringer, mittlerer und hoher Wirkungstiefe.
Kommunale Wertschöpfung:
Die kommunale Wertschöpfung umfasst alle in der Kommune erbrachten wirtschaftlichen
Leistungen. Werden Gebäude saniert und erneuerbare Energien ausgebaut, kommt dies direkt der betreffenden Kommune und den Akteuren (z.B. den Handwerkern) zu Gute
(DiFu2011). Gemäß IÖW 20010 setzt sich die kommunale Wertschöpfung zusammen aus:
•
den erzielten Gewinnen der beteiligten Betriebe
•
den Nettoeinkommen der beteiligten Beschäftigten
•
den gezahlten Steuern (Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und Einkommenssteuer)
Die Bewertung erfolgt in der Regel nur qualitativ, nur in Ausnahmefällen quantitativ.
Umsetzungsfähigkeit (Akzeptanz/Kooperationsaufwand):
Die Umsetzungsfähigkeit einer Maßnahme vereint unterschiedliche Betrachtungen. Es fließt
zunächst ein, wie hoch der Konkretisierungsgrad eines eingereichten Maßnahmenvorschlages ist. Entscheidend ist weiterhin, wie groß der Kooperationsaufwand für eine Umsetzung
wäre und wie groß die Akzeptanz bei denjenigen Personen eingeschätzt wird, die an einer
Umsetzung auf den unterschiedlichen Ebenen beteiligt wären. In Einzelfällen sind weitere
einschränkende Faktoren wie beispielsweise technische oder auch rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten. Die Bewertung erfolgt lediglich qualitativ.
Priorität:
Aus der Summe der Punktzahlen der fünf Bewertungskriterien ergibt sich dann die Priorität
der Maßnahmen nach folgendem Schema:
•
Sehr niedrig (0-3 Punkte)
•
Niedrig (4-7)
•
Mittel (8-11)
•
Hoch (12-15)
•
Sehr hoch (16 und mehr)
Schlussbericht
Seite 107
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Dies ist als Vorschlag für die Priorität der Umsetzung von Maßnahmen aus Sicht der Autoren
zu verstehen. Natürlich gibt es Gründe für eine Kommune, diese Priorität zu ändern. Dies
können Kapazitätsgründe oder auch haushaltstechnische Gründe sein.
Schlussbericht
Seite 108
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
5.2
Nr.
Überblick Gemeinsame Maßnahmen
Für wen Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
G
Gemeinsame Maßnahmen
G1 Alle
Einstellung eines
Klimaschutzmanagers für das
gesamte Tourismusdreieck
Um die Klimaschutzziele des Tourismusdreiecks zu erreichen und die
Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes umzusetzen, muss Klimaschutz in
Norden personell verankert werden. Vorgeschlagen wird hier die Schaffung
einer Klimaschutzstelle (Klimaschutzmanager).
Der Klimaschutzmanager
ist zuständig für die Umsetzung der Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes
und für das Maßnahmencontrolling sowie die Fortführung der Energie- und
CO2-Bilanz. Das Vorhaben wird gefördert im Rahmen der Klimaschuztinitiative
(BMU). Antrag auf Förderung bei PTJ für 3 Jahre. Förderung in Höhe von 65 %
plus 20.000 € für Öffentlichkeitsarbeit.
hoch
2.500
21.000
-
2013-2017
ja
G2 alle
Energieeffizienz Analyse für
Abwasserreinigungsanlagen
(ARA)
Abwasseranlagen verbrauchen ein Fünftel der Energie in deutschen Städten
und Gemeinden. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich der Energiebedarf
von Abwasseranlagen im Betrieb um bis zu 20 % senken lässt. Außerdem könne
eine Verdoppelung bis Vervierfachung der Eigenenergieerzeugung erreicht
werden. Moderne Abwasseranlagen leisten darüber hinaus einen Beitrag zum
stofflichen Ressourcenschutz. (Quelle: Umweltbundesamt)
Durch eine Energieanalyse der Verbrauchsdaten und der Daten zur
Eigenenergieerzeugung lässt sich ein Vergleich zu anderen Kläranlagen ziehen
und somit kann das Einsparpotenzial ermittelt und bilanziert werden. Bei allen
Ansätzen zur Energieeinsparung auf Kläranlagen spielt der Betrieb eine
Schlüsselrolle. Nachhaltige Erfolge können nur erreicht werden, wenn es
gelingt, das primäre Ziel der Abwasserreinigung in Einklang mit den
energetischen Zielen zu bringen. Dem Betriebspersonal müssen die
entsprechenden Daten verfügbar gemacht werden und es muss mit der
energetischen Seite des Kläranlagenbetriebs vertraut gemacht, entsprechend
qualifiziert und motiviert werden. (Quelle: Publikation 2008, Dipl.-Ing. Johann
Flohr, Pforzheim)
mittel
90.000
0
2.133
2013-2020
ja
Schlussbericht
Seite 109
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
G3 alle
Energiebericht für kommunale
Liegenschaften
Analyse des Energieverbrauchs in kommunalen Liegenschaften und Darstellung
von Minderungspotentialen bei Energieverbrauch und -kosten.
Mit einem jährlichen Energiebericht über die Energieverbrauchsstruktur wird
der Kosten- und Umweltfaktor Energie im kommunalen Haushalt transparent
gemacht.
Die Abfrage erfolgt über Erfassungsbögen, die Auswertung erfolgt über ein
Analysetool der EWE.
Maßnahme kann gekoppelt werden mit der Maßnahme G9
"Liegenschaftskonzept".
mittel
einmalige
Anschubkosten
[€]
k.A.
G4 alle
Initialberatung
Energieberatung für kommunale Liegenschaften/Nichtwohngebäude zur
Identifizierung von Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Die
Initialberatung umfasst eine Vor-Ort-Begehung, bei denen Fotos gemacht und
Messungen durchgeführt werden. Als Ergebnis werden Empfehlungen von
Maßnahmen und Einschätzungen der Umsetzungskosten gegeben. Die
Initialberatung ist detaillierter als der Energiebericht aus Maßnahme G3 und
wird individuell auf den Kunden zugeschnitten.
mittel
k.A.
k.A.
-
2013 - 2015
ja
Aktionstag zum Thema Energiewende mit dem Zweck einer Sensibilisierung
der Öffentlichkeit unter Beteiligung kommunaler Akteure (z. B. Gewerbe).
Die Bürger sollen mit verschiedenen Aktionstagen oder an einem Wochenende
in Form einer "Verbrauchermesse" zum eigenen Handeln motiviert werden.
Unter Einbeziehung der Gewerbebetriebe vor Ort soll die Aufmerksamkeit für
das Thema Klimaschutz und die Akzeptanz von Klimaschutzmaßnahmen erhöht
werden. Außerdem kann der Informationsweg verbessert und damit die
Handlungshemmnisse abgebaut werden. Themen für Energietage können z. B.
sein:
1. Biomasse-Tag,
2. Energietag mit Geräteaustausch-Aktionen,
3. Ausstellungen zum Thema "Klimaschutz" im Tourismusdreieck, z. B.
Vorstellung der Kampagne "Meine Heizung kann mehr" (G10)
3. Öffentliche Baumpflanzaktion
Die Energietage sollten zudem begleitet werden von verschiedenen
Aktionselementen wie: Direktvermarktung von regionalen und Bio-Produkten
("Essen aus der Region"), Visualisierung von CO2- und Energieverbrauch etc.
Ziel sollte sein, möglichst viele Bürger und Gewerbebetriebe einzubinden. Der
Energie- und Klimatag sollte regelmäßig jährlich stattfinden.
hoch
-
-
-
2013 - 2020
ja
Nr.
Für wen Maßnahmentitel
Energietag für Bürger
G5 Juist,
Baltrum,
Norden
Schlussbericht
Kurzbeschreibung
Priorität
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
k.A.
711
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
2013 - 2020
ja
Seite 110
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr.
Für wen Maßnahmentitel
G6 Alle
Car-Sharing-Angebote im
Landkreis Aurich schaffen
G7 Alle
Gemeinsames realistisches CO2Reduktionsziel für das
Tourismusdreieck formulieren
G8 Alle
Einrichtung einer
Einkaufsgenossenschaft für
nachhaltige Produkte
Schlussbericht
Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
23.000
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
13.000
435
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
Einführung eines Carsharing-Angebotes für den Landkreis Aurich mit dem Ziel
der Reduktion des Fahrzeugbestandes und der Fahrzeugemissionen (durch
Hybrid/Erdgas/Elektrofahrzeuge) und weitere Erschließung in der Fläche. Der
ÖPNV könnte als Zubringer genutzt werden. Erfahrungen aus anderen
Gemeinden, die solche Modelle bereits umgesetzt haben, sollten genutzt
werden. Grundlage der hier beschriebenen Maßnahme samt deren Kosten
wäre die Bereitstellung von zunächst fünf Fahrzeugen, die mit einer
Auslastungs- bzw. Mindestumsatzgarantie versehen werden müssten. Pauschal
werden dafür 1.000,- Euro pro Fahrzeug vorgesehen. Die Erstellung von CSStationen verursacht einmalige Anschubkosten. Ergänzend dazu, könnte
ebenfalls eine Initiative "take my car" initiiert werden, bei der Privatleute ihre
Fahrzeuge an andere vermieten. So könnten Spitzennachfragen bei Ankunft
einer Fähre aufgefangen werden.
Alle beteiligten Kommunen wollen ein gemeinsames realistisches CO2Reduktionsziel formulieren. (Dieses Reduktionsziel muss nicht das von Juist
sein (Klimaneutral bis 2030).)
Voraussetzung ist, dass Klimaschutz als strategisches Ziel auf allen Ebenen
verankert wird. Dazu wird ein übergeordnetes Ziel im Sinne eines Leitbildes
mit qualitativen und quantitativen Zielen formuliert und politisch beschlossen.
Dieser Beschluss ist Grundlage der Umsetzung von Maßnahmen und sollte zur
Akzeptanzerhöhung auch mit der Bevölkerung rückgekoppelt werden.
mittel
nein
hoch
0
-
-
2013 - 2014
ja
Stärkung regionaler Produkte (Nahrungsmittel) durch Kooperation mit "Onno",
Initiierung von Verbrauchergemeinschaften und Einkaufsgenossenschaften,
Fortbildungen, Wettbewerbe usw.
Regionalität sollte in den Gastgewerben stark beworben werden, um die
Touristen auf das Thema aufmerksam zu machen. Siehe Link: http://www.onnonet.de/?text=OKulinarisch
mittel
5.000
1.000
-
2013 - 2020
ja
Seite 111
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr.
Für wen Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Priorität
G9 Alle
Liegenschaftskonzept mit
Einführung eines Kommunalen
Energiemanagement
sehr hoch
Zur genauen Abschätzung des Sanierungsbedarfs ist eine vertiefende
Untersuchung aller kommunalen Gebäude notwendig. Dies kann durch
Einzeluntersuchungen oder auch systematisch im Rahmen des KEM erfolgen.
Als Grundlage kann ein Liegenschafts-Klimaschutz-Teilkonzept durchgeführt
werden, das über die Klimaschutzinitiative wieder gefördert wird (Förderung
50 %). Um strategische Gebäudesanierung zu betreiben, ist die Einführung
eines KEM notwendig. Die Verbrauchswerte sollen kontinuierlich für Energie-,
Wasser, (Abfall für Juist zusätzlich) erfasst werden. Es sollten
Qualitätsstandards bei der Sanierung für jedes Bauteil festgelegt werden. Das
Energiemanagement erfordert Energiebeauftragte, die technische,
elektronische und betriebswirtschaftliche Qualifikationen haben. Hausmeister
und Vor-Ort-Personal, die maßgeblichen Einfluss auf den optimalen
Anlagenbetrieb nehmen können, sollen unterschiedliche Instrumente des
kommunalen Energiemanagements kennenlernen. Hausmeister-Workshops
sollten regelmäßig durchgeführt werden. Im Rahmen des KEM werden auch
qualitätssichernde Maßnahmen z. B. Blower-Door-Messungen durchgeführt.
Diese Maßnahme kann auch mit G3 (Energiebericht) gekoppelt werden. Sie ist
aber weitaus umfangreicher, da sie den Anforderungen der Förderrichtlinie
gerecht wird.
G10 Alle
Förderung des hydraulischen
Abgleichs und Kampagne
"Meine Heizung kann mehr"
Heizungsanlagen bieten ein erhebliches Einsparpotenzial. Allein der
hydraulische Abgleich der Heizungsanlage birgt mit 10 - 20 % ein erhebliches
und oft unterschätztes Energieeinsparpotential. In Gebäuden mit mehreren
Stockwerken und Anbauten verteilt sich die Wärme oft nicht gleichmäßig. Die
unteren Wohnungen sind "mollig warm", im Dachgeschoss kommt die Wärme
nicht mehr an. Beim hydraulischen Abgleich werden nur die Wassermengen in
die Heizkörper jedes Raumes geleitet, die für eine optimale Wärmeversorgung
auch notwendig sind. Siehe auch: http://www.meine-heizung.de/
Kampagne sollte alle Zielgruppen ansprechen: Privat, Hotels/Pensionen und
Gastronomiebetriebe.
Thematik sollte auch bei dem angestrebten "Energietag für Bürger" (G5)
beworben werden.
G
Gemeinsame Maßnahmen
Schlussbericht
SUMME
hoch
einmalige
Anschubkosten
[€]
50.000
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
711
5.000
-
891
170.500
35.000
4.881
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
2014
ja
2013 - 2018
ja
Seite 112
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
5.2.1 Maßnahmenblätter Gemeinsame Maßnahmen
G1
Einstellung eines Klimaschutzmanagers für das gesamte Tourismusdreieck
Kurzbeschreibung
Um die Klimaschutzziele des Tourismusdreiecks zu erreichen und die Maßnahmen des
Klimaschutzkonzeptes umzusetzen, muss Klimaschutz in Norden personell verankert werden.
Vorgeschlagen wird hier die Schaffung einer Klimaschutzstelle (Klimaschutzmanager).
Der Klimaschutzmanager ist zuständig für die Umsetzung der Maßnahmen des
Klimaschutzkonzeptes und für das Maßnahmencontrolling sowie die Fortführung der Energie- und
CO2-Bilanz. Das Vorhaben wird gefördert im Rahmen der Klimaschuztinitiative (BMU). Antrag auf
Förderung bei PTJ für 3 Jahre. Förderung in Höhe von 65 % plus 20.000 € für Öffentlichkeitsarbeit.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkten Einsparungen
2
Kosteneffizienz:
2.500 €
21.000 €/a
Bei externer Vergabe entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
3 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Personalkosten für eine volle Stelle (ca. 60.000 Euro/a) und personeller Aufwand für die
verwaltungsinterne Implementierung. Förderung der Personalkosten durch BMU wahrscheinlich
(65 %), evtl. Antragstellung 2.500 € durch externe Dienstleister in 2013.
4
Wirkungstiefe:
Strukturelle Änderung in der Verwaltung und nachhaltige Implementierung des Klimschutzes im
gesamten Tourismusdreieck
Lokale Wertschöpfung:
indirekt, durch Umsetzung möglichst vieler Maßnahmen
3
Umsetzungsfähigkeit:
Klimaschutzmanager wäre idealerweise im Fachbereich 3 der Stadt Norden zu besetzen.
4
Hauptakteure:
Wirtschaftsförderung Norden, Herr Swyter, Fachbereich 3 Norden, Herr Vodde (Juist)
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
viele Maßnahmen abhängig von der Schaffung personeller Voraussetzungen
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013-2017
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Beantragung sofort vorbereiten, ab 2013. Einstellung des Klimaschutzmanagers ab 2014.
Voraussetzung: Klimaschutzkonzept muss politisch beschlossen sein; Antragstellung kann
umgehend vorbereitet werden
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 113
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
G2
Energieeffizienz-Analyse für Abwasserreinigungsanlagen (ARA)
Kurzbeschreibung
Abwasseranlagen verbrauchen ein Fünftel der Energie in deutschen Städten und Gemeinden.
Untersuchungen haben gezeigt, dass sich der Energiebedarf von Abwasseranlagen im Betrieb um
bis zu 20 % senken lässt. Außerdem könne eine Verdoppelung bis Vervierfachung der
Eigenenergieerzeugung erreicht werden. Moderne Abwasseranlagen leisten darüber hinaus einen
Beitrag zum stofflichen Ressourcenschutz. (Quelle: Umweltbundesamt)
Durch eine Energieanalyse der Verbrauchsdaten und der Daten zur Eigenenergieerzeugung lässt
sich ein Vergleich zu anderen Kläranlagen ziehen und somit kann das Einsparpotenzial ermittelt
und bilanziert werden. Bei allen Ansätzen zur Energieeinsparung auf Kläranlagen spielt der
Betrieb eine Schlüsselrolle. Nachhaltige Erfolge können nur erreicht werden, wenn es gelingt, das
primäre Ziel der Abwasserreinigung in Einklang mit den energetischen Zielen zu bringen. Dem
Betriebspersonal müssen die entsprechenden Daten verfügbar gemacht werden und es muss mit
der energetischen Seite des Kläranlagenbetriebs vertraut gemacht, entsprechend qualifiziert und
motiviert werden. (Quelle: Publikation 2008, Dipl.-Ing. Johann Flohr, Pforzheim)
2
CO2-Einsparung:
2.133 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme im Nachgang (!) ca.:
Analyse selbst ergibt keine direkten Einsparungen.
Im Nachgang bei Umsetzung der Effizienzmaßnahmen sind 20 - 40 % Energie-Einsparungen
möglich (hier insb. Strom); entspricht etwa 1.400 bis 2.800 t/a
1
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
90.000 €
0 €/a
10 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Energie-Analyse einer Abwasserreinigungsanlage erzeugt einmalige Kosten in Höhe von ca. 15
bis 30 T€ (kleinere und große Anlagen). (Angaben stammen von EWE)
In der Regel sind keine stark investiven Maßnahmen erforderlich; Einsparungen sind so hoch,
dass sich die Investition in die Analyse schnell amortisiert. Bei der Annahme von 30%iger
Stromeinsparung ergibt sich eine Einsparung von etwa 50 MWh/a, dies entspricht etwa 9.700 €/a
eingesparte Stromkosten (bei 19 ct./kWh)
Im Jahr 2011 gab es ein Förderprogramm seitens des BMU. Ggf. soll dieses Programm wieder
aufgelegt werden.
Wirkungstiefe:
durch technische Maßnahmen gering;
durch Vorbildfunktion für andere Kommunen hoch
Gesamtbewertung: mittel
2
Lokale Wertschöpfung:
hohe lokale Wertschöpfung, da große Energieeinsparungen möglich
3
3
Umsetzungsfähigkeit:
gut; EWE stellt den Kommunen/Stadtwerken einen Fragebogen zur Verfügung, in dem Daten und
Fakten zu den ARAs abgefragt werden; Auswertung erfolgt über EWE
Hauptakteure:
EWE in Zusammenarbeit mit den Kommunen/Produkt der EWE
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013-2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Kontaktaufnahme EWE/ARA-Betreiber; Abfrage über Beratungsbogen
Priorität:
Schlussbericht
ja
mittel
Seite 114
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 115
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
G3
Produkt: Energiebericht für kommunale Liegenschaften
Kurzbeschreibung
Analyse des Energieverbrauchs in kommunalen Liegenschaften und Darstellung von
Minderungspotentialen bei Energieverbrauch und -kosten.
Mit einem jährlichen Energiebericht über die Energieverbrauchsstruktur wird der Kosten- und
Umweltfaktor Energie im kommunalen Haushalt transparent gemacht.
Die Abfrage erfolgt über Erfassungsbögen, die Auswertung erfolgt über ein Analysetool der EWE.
Maßnahme kann gekoppelt werden mit der Maßnahme G9 "Liegenschaftskonzept".
1
CO2-Einsparung:
711 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Durch Einführung eines Energiecontrollings können 8-10% des aktuellen Energieverbrauchs
eingespart werden. Annahme: 100% der Liegenschaften.
k. A.
k.A. €
k.A. €/a
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Die Kosten müssen im Einzelfall bei der EWE angefragt werden.
Die Kosten hängen davon ab, wieviele Liegenschaften untersucht werden sollen (je mehr, desto
günstiger)
Im Rahmen von Klimaschutzteilkonzepten (G9) Förderung in Höhe von 50 % möglich.
4
Wirkungstiefe:
sehr hoch, Vorbildcharakter, Strukturveränderungen
Lokale Wertschöpfung:
hoch, da im Nachgang durch Einsparungen in den Liegenschaften Verbrauchskosten gesenkt
werden
3
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut; EWE bietet bereits fertiges Produkt an;
Förderung durch BMU möglich, bei Kopplung mit Maßnahme G9
4
Hauptakteure:
EWE mit Unterstützung der Kommune; Produkt der EWE; kann auch bei anderen externen
Dienstleistern angefragt werden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G4 - Initialberatung, evt. mit G9 - Liegenschaftskonzept als Klimaschutzteilkonzept
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Kontakt zu EWE oder anderen DL aufnehmen und Angebot anfragen
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 116
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
G4
Produkt: Initialberatung für kommunale Liegenschaften
Kurzbeschreibung
Energieberatung für kommunale Liegenschaften/Nichtwohngebäude zur Identifizierung von
Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Die Initialberatung umfasst eine Vor-OrtBegehung, bei denen Fotos gemacht und Messungen durchgeführt werden. Als Ergebnis werden
Empfehlungen von Maßnahmen und Einschätzungen der Umsetzungskosten gegeben. Die
Initialberatung ist detaillierter als der Energiebericht aus Maßnahme G3 und wird individuell auf
den Kunden zugeschnitten.
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkte Einsparung
- t/a
k. A.
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
k.A. €
k.A. €/a
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
2 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Die Kosten müssen im Einzelfall bei der EWE angefragt werden.
Wirkungstiefe:
sehr hoch, Vorbildcharakter, Strukturveränderungen
4
Lokale Wertschöpfung:
hoch, da im Nachgang durch Einsparungen in den Liegenschaften Verbrauchskosten gesenkt
werden
3
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut
4
Hauptakteure:
EWE mit Unterstützung der Kommune; Produkt der EWE; kann auch bei anderen externen
Dienstleistern angefragt werden. Für Juist liegt bereits ein Angebot der EWE vor.
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2015
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Kontakt zu EWE oder anderen DL aufnehmen und Angebot anfragen
ja
mittel
Priorität:
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 117
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
G5
Produkt: Energie- und Klimatag für Bürger
Kurzbeschreibung
Aktionstag zum Thema Energiewende mit dem Zweck einer Sensibilisierung der Öffentlichkeit
unter Beteiligung kommunaler Akteure (z. B. Gewerbe).
Die Bürger sollen mit verschiedenen Aktionstagen oder an einem Wochenende in Form einer
"Verbrauchermesse" zum eigenen Handeln motiviert werden. Unter Einbeziehung der
Gewerbebetriebe vor Ort soll die Aufmerksamkeit für das Thema Klimaschutz und die Akzeptanz
von Klimaschutzmaßnahmen erhöht werden. Außerdem kann der Informationsweg verbessert und
damit die Handlungshemmnisse abgebaut werden. Themen für Energietage können z. B. sein:
1. Biomasse-Tag,
2. Energietag mit Geräteaustausch-Aktionen,
3. Ausstellungen zum Thema "Klimaschutz" im Tourismusdreieck, z. B. Vorstellung der
Kampagne "Meine Heizung kann mehr" (G10)
3. Öffentliche Baumpflanzaktion
Die Energietage sollten zudem begleitet werden von verschiedenen Aktionselementen wie:
Direktvermarktung von regionalen und Bio-Produkten ("Essen aus der Region"), Visualisierung
von CO2- und Energieverbrauch etc.
Ziel sollte sein, möglichst viele Bürger und Gewerbebetriebe einzubinden. Der Energie- und
Klimatag sollte regelmäßig jährlich stattfinden.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkten Einsparungen
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von ca.:
-€
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
- €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Aktionen können über Sponsoren finanziert werden. Personeller Aufwand für Organisation und
Aktionsdurchführung (Klimaschutzmanager)
EWE bietet eine kostenlose individuelle Beratung, Konzepterstellung und Veranstaltungsplanung
an.
Wirkungstiefe:
sehr hoch, da auch Verhaltensänderungen bei Bürgern ausgelöst werden
4
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch
4
Umsetzungsfähigkeit:
mittel; Personal- und Kostenwaufwand
2
Hauptakteure:
Verwaltung, Klimaschutzmanager, Energieversorger, Banken, Gewerbebetriebe
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G1 - Klimaschutzmanager
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Kontakt zu EWE, Stadtwerke oder anderen DL aufnehmen und Angebot anfragen;
Planung im Rahmen der Arbeiten des Klimaschutzmanagers sofort möglich;
Jährliche Wiederholung des Energie- und Klimatages
Priorität:
Schlussbericht
ja
hoch
Seite 118
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 119
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
G6
Car-Sharing-Angebote im Landkreis Aurich schaffen
Kurzbeschreibung
Einführung eines Carsharing-Angebotes für den Landkreis Aurich mit dem Ziel der Reduktion des
Fahrzeugbestandes und der Fahrzeugemissionen (durch Hybrid/Erdgas/Elektrofahrzeuge) und
weitere Erschließung in der Fläche. Der ÖPNV könnte als Zubringer genutzt werden. Erfahrungen
aus anderen Gemeinden, die solche Modelle bereits umgesetzt haben, sollten genutzt werden.
Grundlage der hier beschriebenen Maßnahme samt deren Kosten wäre die Bereitstellung von
zunächst fünf Fahrzeugen, die mit einer Auslastungs- bzw. Mindestumsatzgarantie versehen
werden müssten. Pauschal werden dafür 1.000,- Euro pro Fahrzeug vorgesehen. Die Erstellung
von CS-Stationen verursacht einmalige Anschubkosten. Ergänzend dazu, könnte ebenfalls eine
Initiative "take my car" initiiert werden, bei der Privatleute ihre Fahrzeuge an andere vermieten. So
könnten Spitzennachfragen bei Ankunft einer Fähre aufgefangen werden.
2
CO2-Einsparung:
435 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Initialakteure für Carsharing im Rahmen kleinerer Gemeinden können in der Regel nur Kommunen
und/oder Eigenbetriebe der Kommunen sein, die eine Teil Ihrer Fahrzeugflotte mit Carsharing
flexibler organisieren und über einen garantierten Mindestumsatz dem Carsharing-Anbieter eine
Bereitstellung von Fahrzeugen ermöglichen, ohne zu sehr in ein wirtschaftliches Risiko zu gehen.
Weitere Investitionsbeteiligungen müssen in der Regel bei der Erstellung von CarsharingStationen einkalkuliert werden, da die Wirtschaftlichkeit solcher Infrastrukturen stark vom Umsatz
und der realen Nutzungsdauer, d.h. der langfristigen Etablierung des Angebots abhängen.
Eine CO2-Einsparung entstünde damit bei diesem Modell zunächst in erster Linie auf der
Verbrauchsseite durch den Austausch der vorhandenen Pkw-Flotte gegen Fahrzeuge mit
aktueller Motorentechnik. Der Unterschied zu Leasingverträgen bestünde in der Bereitstellung der
Fahrzeuge außerhalb von Kernzeiten für eine allgemeine Nutzung durch private Kunden, die in der
Folge gewonnen werden müssten. Diesen würde dann auch nach und nach ein erweitertes
Angebot auch außerhalb der Kernzeiten der Verwaltung und mit mehr Stationen und Fahrzeugen
gemacht werden müssen.
2
Kosteneffizienz:
23.000 €
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
13.000 €/a
- Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Die Durchsetzung des Angebots am Markt hängt neben der Qualität des Angebots maßgeblich
vom langen Atem des Anbieters und der fördernden Kommune ab. Im Landkreis Aurich bietet
sich zunächst die Kreisstadt selber als Ansiedlungsort an. Dort ist die höchste Chance auf eine
kosteneffiziente Umsetzung gegeben. Die Maßnahme benötigt in der Umsetzung einen
Ansprechpartner in der Verwaltung, der ggf. auch die interne Abwicklung und Wagenbuchung mit
betreut. Dafür wird eine 1/8-Stelle kalkuliert, die mit weiteren 8.000,- Euro jährlich zu Buche
schlägt. Der Arbeitsbereich kann aber vermutlich von bereits bestehenden
Fuhrparkmangementstrukturen in der Verwaltung und den Betrieben abgedeckt werden. Für die
Startphase wird die Errichtung einer Carsharing-Station (15.000,-€) und für ein Jahr eine weitere
1/8-Stelle für die Koordination angesetzt.
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
Wirkungstiefe:
Sehr hohe Wirkungstiefe bei den gewonnenen Kunden, da erfahrungsgemäß umfangreiche
Verhaltensänderungen erwartbar sind. Hoher Multiplikationsfaktor durch Kommunikation
funktionierender Angebote.
3
2
Lokale Wertschöpfung:
Die Etablierung von Carsharing würde mit einer Verminderung des individuellen Bedarfs am Besitz
1
Umsetzungsfähigkeit:
Die Umsetzungschancen sind mit bislang am Markt bestehenden Modellen eher gering. Der nach
obigem
Modell am Markt agierende Anbieter tut sich schwer damit, in kleinere Kommunen und
Hauptakteure:
LK Aurich, beteiligte Kommunen, ÖPNV, Carsharing-Anbieter
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Priorität:
Schlussbericht
nein
mittel
Seite 120
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 121
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
G7
Gemeinsame Formulierung eines CO2-Reduktionsziel für das Tourismusdreieck
Kurzbeschreibung
Alle beteiligten Kommunen wollen ein gemeinsames realistisches CO2-Reduktionsziel
formulieren. (Dieses Reduktionsziel muss nicht das von Juist sein (Klimaneutral bis 2030).)
Voraussetzung ist, dass Klimaschutz als strategisches Ziel auf allen Ebenen verankert wird.
Dazu wird ein übergeordnetes Ziel im Sinne eines Leitbildes mit qualitativen und quantitativen
Zielen formuliert und politisch beschlossen. Dieser Beschluss ist Grundlage der Umsetzung von
Maßnahmen und sollte zur Akzeptanzerhöhung auch mit der Bevölkerung rückgekoppelt werden.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkten Einsparungen
4
Kosteneffizienz:
0€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
1 Jahr
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Personalaufwand für die Erarbeitung der Beschlüsse vorhanden; Verbreitung via Internet und
Presse.
4
Wirkungstiefe:
sehr hoch; Vorbildfunktion der Kommune für andere Kommunen; Maßnahme gibt der langfristigen
und nachhaltigen Klimaschutzpolitik das notwendige Grundgerüst
Lokale Wertschöpfung:
sehr gut; Sinn und Zweck des Leitbildes
4
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut
Gemeinsames Ziel, aber individuelle Umsetzung!
4
Hauptakteure:
alle beteiligten Kommunen
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Koordination durch Klimaschutzmanager (Maßnahme G1)
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2014
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
sofortige Zielformulierung empfohlen, Einbindung aller Akteure notwendig und sinnvoll,
Ratsbeschluss vorbereiten
Priorität:
ja
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 122
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
G8
Einrichtung einer Einkaufsgenossenschaft für nachhaltige Produkte
Kurzbeschreibung
Stärkung regionaler Produkte (Nahrungsmittel) durch Kooperation mit "Onno", Initiierung von
Verbrauchergemeinschaften und Einkaufsgenossenschaften, Fortbildungen, Wettbewerbe usw.
Regionalität sollte in den Gastgewerben stark beworben werden, um die Touristen auf das Thema
aufmerksam zu machen. Siehe Link: http://www.onno-net.de/?text=OKulinarisch
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
niedrig bei direkten CO2-Einsparungen
4
Kosteneffizienz:
5.000 €
1.000 €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von max.:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
ggf. Förderung durch N-Bank.
Die Kosten der Neugründung einer Genossenschaft bestehen in der Regel aus den Kosten für die
Gründungsprüfung und die Eintragung in das Genossenschaftsregister. Die Erstberatung beim
genossenschaftlichen Prüfungsverband ist in der Regel kostenfrei. Die Prüfungskosten der
Neugründung können je nach Komplexität des Geschäftsmodells zwischen 500 und 5.000 EUR
variieren. Jährliche Durchführungskosten: 1000 €.
2
Wirkungstiefe:
mittel; Kommune geht mit gutem Beispiel voran und ist Impulsgeber für umliegende
Lokale Wertschöpfung:
sehr gut, da regionale Produkte und damit regionale Anbieter gestärkt werden
4
Umsetzungsfähigkeit:
gut
2
Hauptakteure:
Alle Kommunen, Landkreisverwaltung, ILEK; Klimamanager, DEHOGA, ONNO-Netzwerk, alle
Gastgewerbe
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
CO2-Online-Urlauber-Fußabdruck
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Gründung einer Einkaufsgenossenschaft für das Gastgewerbe
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 123
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
G9
Liegenschaftskonzept mit Einführung eines Kommunalen Energiemanagement
(KEM)
Kurzbeschreibung
Zur genauen Abschätzung des Sanierungsbedarfs ist eine vertiefende Untersuchung aller
kommunalen Gebäude notwendig. Dies kann durch Einzeluntersuchungen oder auch systematisch
im Rahmen des KEM erfolgen. Als Grundlage kann ein Liegenschafts-Klimaschutz-Teilkonzept
durchgeführt werden, das über die Klimaschutzinitiative wieder gefördert wird (Förderung 50 %). Um
strategische Gebäudesanierung zu betreiben, ist die Einführung eines KEM notwendig. Die
Verbrauchswerte sollen kontinuierlich für Energie-, Wasser, (Abfall für Juist zusätzlich) erfasst
werden. Es sollten Qualitätsstandards bei der Sanierung für jedes Bauteil festgelegt werden. Das
Energiemanagement erfordert Energiebeauftragte, die technische, elektronische und
betriebswirtschaftliche Qualifikationen haben. Hausmeister und Vor-Ort-Personal, die maßgeblichen
Einfluss auf den optimalen Anlagenbetrieb nehmen können, sollen unterschiedliche Instrumente des
kommunalen Energiemanagements kennenlernen. Hausmeister-Workshops sollten regelmäßig
durchgeführt werden. Im Rahmen des KEM werden auch qualitätssichernde Maßnahmen z. B.
Blower-Door-Messungen durchgeführt. Diese Maßnahme kann auch mit G3 (Energiebericht)
gekoppelt werden. Sie ist aber weitaus umfangreicher, da sie den Anforderungen der Förderrichtlinie
gerecht wird.
1
CO2-Einsparung:
711 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Konzept selbst ergibt keine direkten Einsparungen;
Im Nachgang können 8-10 % des aktuellen Energieverbrauchs eingespart werden.
2
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
50.000 €
- €/a
1 Jahr
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten für den Energiebeauftragten oder Beauftragung eines Dritten. Kosten für Teilkonzept bei 20
Gebäuden ca. 50.000 € (mit BMU-Förderung).
4
Wirkungstiefe:
Einbindung des KEM in Entscheidungsprozess bei Sanierung der kommunalen Gebäude, Schulung
der Hausmeister und Nutzer. Verhaltensveränderungen werden angeregt.
Lokale Wertschöpfung:
Bei Einstellung eines Energiebeauftragten oder Beauftragung eines Fachbüros in der Region gut
umzusetzende Maßnahmen.
3
Umsetzungsfähigkeit:
Einbindung der Gebäude-Nutzer und Hausmeister notwendig
3
Hauptakteure:
Verwaltung, Hausmeister
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G1 - Klimaschutzmanager; G3 - Energiebericht für kommunale Liegenschaften
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2014
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Erarbeitung eines Ratsbeschlusses und Entscheidung darüber, ob eigener Energiebeauftragter
eingestellt oder Fachbüro beauftragt wird. Antragsstellung beim BMU für Klimaschutzteilkonzept für
alle kommunalen Liegenschaften des Tourismusdreiecks Norden.
Priorität:
Schlussbericht
sehr hoch
Seite 124
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 125
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
G 10
Förderung des hydraulischen Abgleichs und Kampagne
"Meine Heizung kann mehr"
Kurzbeschreibung
Heizungsanlagen bieten ein erhebliches Einsparpotenzial. Allein der hydraulische Abgleich der
Heizungsanlage birgt mit 10 - 20 % ein erhebliches und oft unterschätztes
Energieeinsparpotential. In Gebäuden mit mehreren Stockwerken und Anbauten verteilt sich die
Wärme oft nicht gleichmäßig. Die unteren Wohnungen sind "mollig warm", im Dachgeschoss
kommt die Wärme nicht mehr an. Beim hydraulischen Abgleich werden nur die Wassermengen
in die Heizkörper jedes Raumes geleitet, die für eine optimale Wärmeversorgung auch notwendig
sind. Siehe auch: http://www.meine-heizung.de/
Kampagne sollte alle Zielgruppen ansprechen: Privat, Hotels/Pensionen und
Gastronomiebetriebe.
Thematik sollte auch bei dem angestrebten "Energietag für Bürger" (G5) beworben werden.
1
CO2-Einsparung:
891 t/a
Die CO2-Einsparung betragen:
Kampagne selbst hat keine Einsparungen;
Einsparungen ergeben sich erst im Nachgang des durchgeführten hydraulischen Abgleichs in den
jeweiligen Gebäuden.
Annahme: 10 % aller Haushalte lassen hydraulischen Abgleich vornehmen; bei ca. 10%
Energieeinsparung ergeben sich Einsparungen im Privatsektor von ca. 891 t CO2 pro Jahr.
Sukzessiv sollten alle Haushalte erreicht werden; dann können sich Einsparungen in Höhe von
8.910 t/a ergeben.
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
5.000 €
- €/a
5 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten für Kampagne: Internet; Flyer; Fördergelder; Personal geschätzt einmalig ca. 5.000 €.
Seit dem 1. September 2010 gilt die Förderung der KfW für den hydraulischen Abgleich einer
Heizung nur noch für Neuanlagen. Selbstfinanzierer, die ein Haus oder eine Wohnung nach KfWStandard optimieren, können einen Zuschuss erhalten. Förderprogramme der BAFA und der KfW
für Modernisierungen einer Heizung oder im Neubau schreiben den hydraulischen Abgleich
zwingend vor.
4
Wirkungstiefe:
sehr hoch; Kampagne kann Strukturveränderungen auslösen; Vorbildcharakter
4
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch bei Einbindung lokal ansässiger Handwerksbetriebe und durch Energieeinsparungen
3
Umsetzungsfähigkeit:
gut; keine Hemmnisse erkennbar
Hauptakteure:
Klimamanager, Handwerker der Gemeinden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G1 - Klimaschutzmanager
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2018
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Kontakt mit der KfW aufnehmen. Förderprogramm für Tourismusdreieck vereinbaren. Kampagne
sofort starten
Priorität:
Schlussbericht
hoch
Seite 126
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 127
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
5.3
Überblick Juist
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
Zur genauen Untersuchung, welche Energieerzeugungspotenziale (Wind,
Sonne, Biomasse und Erdwärme sowie BHKW) auf Juist bestehen, wird eine
Analyse in Auftrag gegeben. In diesem Rahmen werden Möglichkeiten der
Bürgerbeteiligung geprüft. (Alternative Finanzierungs- und
Beteiligungsmodelle, z. B. Energiegenossenschaften). Untersucht werden
sollen Wirtschaftlichkeit, Genehmigungsfragen, Nachhaltigkeit,
Bürgerzustimmung. Die Erstellung einer derartigen Pozenzialanalye wird als
Teilkonzept vom BMU mit 50 % im Rahmen der Klimaschutzinitiative gefördert.
mittel
20.000
-
E 2 Gebäudekataster in Verbindung Die Erstellung einer digitalen Karte schafft einen Überblick über
mit einem Solarkataster erstellen Wärmenutzung, Sanierungsstand und Solarflächenpotenziale der einzelnen
Gebäude. Dabei werden mit Hilfe von Geodaten oder Luftbildanalyse gut
geeignete Dächer identifiziert und markiert. Diese Daten können dann über
eine Website der Insel für alle Bürger zur Verfügung gestellt werden. Ein Zubau
von Solaranlagen kann nur über eine langfristig angelegte ÖffentlichkeitsKampagne erzielt werden, die regelmäßig auf die Internetseite aufmerksam
macht.
Ist-Analyse Netze und Speicher: Einholung der Netzauskünfte; Auswertung und
E 3 Maßnahmen zu Netzen und
Speichermöglichkeiten
Visualisierung der physikalischen Gegebenheiten; Abgleich der Ergebnisse mit
den PV-Potentialen und Erweiterung des Solarkatasters; Aufbereitung
resultierender Speicherpotentiale.
E 4 Energiegenossenschaft
Klärung der Voraussetzungen zur Etablierung einer Energiegenossenschaft auf
Juist. Infoveranstaltungen. Einbeziehung der Bevölkerung. Klärung von
möglichen Kooperationspartnern, z.B. EWE, Volksbank. Kostenklärung. Ziel:
Eröffnung einer Energiegenossenschaft/Fonds. Diese Maßnahme wäre auch im
Rahmen des zu beantragenden Teilkonzeptes zu bearbeiten (E1) oder als
alleinstehende Maßnahme.
mittel
30.000
niedrig
hoch
Nr. Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
-
1
ja
5.000
-
1
ja
k.A.
k.A.
k.A.
1
ja
5.000
5.000
-
1
Ja
E
E 1 Potenzialanalyse "Erneuerbare
Energien und BHKW" auf Juist
Schlussbericht
Seite 128
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
mittel
8.000
15.000
hoch
-
mittel
500
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
-
3
ja
-
-
3
ja
-
-
1
nein
HH
HH1 Qualifizierte
Gebäudeenergieberatung z. B.
Haus-zu-Haus-Beratung für
Haushalte und Gastgewerbe Entwicklung von individuellen
Paketlösungen
HH2 Solarkampagne für
solarthermische Anlagen
HH3 Tauschbörsen
Schlussbericht
Durchführung einer Beratungskampagne zur Erhöhung der
Gebäudesanierungsrate mit Schwerpunkt Kerndämmung und
Fassadensanierung, zusätzlich sollen gezielt für den Vermieter
Energiesparmöglichkeiten aufgezeigt werden.
Die Gebäude-Sanierungskampagne könnte analog der Kampagne "Bremer
Modernisieren" (Stadtteilkampagne der energiekonsens - Zuschuss zur BAFABeratung in Höhe von 125,-- €) ) oder Haus zu Haus-Beratung der
Klimaschutzagentur Hannover durchgeführt werden. Ziel ist es, in einer
qualifizierten Vor-Ort-Energieberatung einen "Modernisierungsfahrplan"mit
individuellen Paketlösungen (welche Maßnahmen amortisieren sich am
schnellsten) inklusive Fördermöglichkeiten (u.a..KfW) aufzuzeigen. Die Aktion
sollte mit Unterstützung des Bürgermeisters über mindestens 5 Jahre
durchgeführt werden. Die Durchfühung erfolgt durch erfahrene Energieberater
mit entsprechender Qualifikation, die von der Kommune beauftragt werden.
Unterstützt wird die Aktion durch Bürgermeister-Anschreiben. Wirkungsvoll,
um Investitionen im Bereich energetischer Gebäudesanierung auszulösen und
den Haushalten und Vermietern Einsparpotenziale aufzueigen. Sinnvoll wäre
die Entwicklung von Gemeinschaftsmaßnahmen mit Nachbarn (für die spätere
Solarthermische Anlagen sind wirtschaftlich zu betreiben, wenn in den
Sommermonaten des Sonnenangebotes eine große Nachfrage nach
Warmwasser besteht. Dies ist gerade auf Juist bei zahlreichen Touristen der
Fall. Deshalb sollte in einer Solarkampagne auf die Wirtschaftlichkeit von
solarthermischen Anlagen zur Warmwasserbereitung (und auch für den
Heizungsbetrieb) hingewiesen werden. Gleichzeitig könnte ein ContractingAngebot (mit Austausch der Heizungsanlage) für eine beschleunigte
Umsetzung sorgen. Ein zusätzliches, kleines Förderprogramm des
Energieversorgers (zur vorhandene Bafa-Förderung) könnte ebenfalls zum
verstärkten Einbau von solarthermischen Anlagen führen.
Entwicklung und Durchführung von Tauschbörsen für Kleidung und andere
Produkte, z. B. auch für "weiße Ware" (Elektrogeräte), nach dem Vorbild der
"SWAP-Partys". ("Swap" heißt übersetzt "tauschen".) Frei nach dem Motto
"swappen statt shoppen - tauschen statt kaufen" bietet die Swap Party die
Gelegenheit gut erhaltene Produkte zu erstehen, ohne zu bezahlen.
Seite 129
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH4 Green-Building-Award - Juister
Wärmesiegel
Alle energetisch sanierten Gebäude erhalten eine Kennzeichnung, dass sie
energetisch saniert wurden, wenn möglich mit Energiepass. Das am
vorbildlichsten sanierte Haus pro Jahr erhält den "Green-Building-Award". Ein
Fachgremium aus Handwerk, Architekten und Bauabteilung der Gemeinde
vergibt diesen Preis.
mittel
5.000
3.000
-
-
nein
Die demnächst anstehenden umfangreichen Sanierungen oder Neubauten (z.B.
Kindergarten) der öffentlichen Hand sollen energetisch vorbildich, über die
gesetzlichen Mindestauflagen hinaus, als Vorzeige- bzw. Leuchturmprojekte
ausgeschrieben werden. Diese Häuser haben Vorbildcharakter für die Bürger
und sollten daher zukunftsweisend saniert oder als Neubau zu einem "EnergiePlus-Haus" geplant werden. Während der gesamten Bauphase sollen die
Gebäude zu einem Demonstrationsobjekt ("gläserne Baustelle") genutzt
werden können. Daraus sollen viele vergleichbare Renovierungen entstehen.
Möglichkeit eines Modellvorhaven mit Förderung ist vorab zu prüfen (z.B.
DENA, KfW u.a.).
Alle zukünftig erstellen Neubauten in öffentlicher Hand werden mit einen
erhöhten baulichen Standard erstellt. Vorschlag: Passivhaus-Standard. Dies
wird durch einen Ratsbeschluss bestätigt. Hierzu gibt es bereits zahlreiche
Beispiele aus anderen Städten (z.B. Bremen, Oldenburg).
Ab 2020 gilt die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden,
wonach nur noch Hocheffizienz-Gebäude (Passivhaus-Standard oder
Plusenergiehaus) gebaut werden dürfen.
mittel
k.A.
k.A.
-
5
ja
hoch
-
-
11
6
ja
K
K1 Energetische Modellprojekt
schaffen
K2 Neubau von öffentlichen
Liegenschaften
Schlussbericht
Seite 130
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
K3 Energetische Sanierung der
Personalwohnungen
Auf Juist sind 40 Personalwohnungen der Verwaltung vorhanden. Diese
Personalwohnungen sollen energetisch saniert werden: Austausch/Erneuerung
der Heizungsanlagen und Durchführung von Kerndämmung
(Hohlwanddämmung). Dringend empfohlen wird hier ein Konzept zur
Sanierung dieser Gebäude. Siehe Maßnahme G9.
Die Veranstaltungen der Kurverwaltung Juist sollen klimaneutral werden. Das
könnte durch Kompensation mit den Firmen "COOL2" oder
"Compense"geschehen. Hierfür muss die Menge an CO2 bestimmt werden.
Ebenso müssen Maßnahmen zur CO2-Reduktion zusätzlich durchgeführt
werden.
(1. Vermeiden, 2. Vermindern, 3. Kompensieren)
Ausgewählte Verwaltungsmitarbeiter (in erster Linie Hausmeister) der
Inselgemeinde Juist werden durch Fortbildung zu Fachkräften (Klimaberatern)
ausgebildet. Diese Fortbildung bietet der Bundesverband für Umweltberatung
an.
K4 Klimaneutrale Veranstaltungen
K5 Fortbildung zu
Klimaschutzberatern
Schlussbericht
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
mittel
-
-
niedrig
-
hoch
-
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
-
5
ja
-
k. A.
-
nein
-
-
1
ja
Seite 131
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
mittel
2.000
1.000
sehr hoch
-
hoch
-
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
-
2
ja
-
418
1
ja
-
-
3
ja
W
Konkrete Energie und CO2 Einsparmöglichkeiten für
W1
Ferienwohnungen
Funksteckdosen für
Ferienwohnungen
W2
CO2-Klimaversprechen der
Urlauber
W3
Schlussbericht
In den FeWos soll bei einigen Elektrogeräten (z. B. TV, Kaffeemaschine,
Kühlschrank, CD-Player, Waschmaschine, etc.) eine
Energieverbrauchsübersicht beiliegen. Anhand eines zu entwickelnden
Vordrucks/Exceltools soll der Vermieter den Energieverbrauch eintragen.
Kontaktaufnahme mit Herstellern von Funksteckdosen. Ziel ist es, sie davon zu
überzeugen, dass sie für die Ferienwohnungen auf Juist kostenfrei
Funksteckdosen zur Verfügung stellen. Gäste können diese während ihres
Urlaubs auf Juist kennen lernen und selbst erfahren wie benutzerfreundlich
Energie- und CO2-Einsparung ist und die Steckdose für zuhause bestellen.
Im Internet unter www.klimainsel-juist.de können die Gäste ein vordefiniertes
CO2-Klimaversprechen für Juist machen, in der sie z. B. klimafreundlich mit der
Bahn anreisen oder Duschen statt Baden usw. Über Facebook sollen diese
Klimaspenden allen Freunden mitgeteilt werden. Alle Klimaversprechen
werden sich positiv auf den zu ermittelten CO2-Urlauberfußabdruch
(Maßnahmen I2) auswirken.
Seite 132
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V
Fährverkehr energetisch
verbessern
V1
Neugestaltung des
Hafengeländes an der Mole
V2
V3
V4
Stromtankstelle an der Mole
Inkludierung der Kompensation
für Fähre und Flug
Schlussbericht
Gemeinsam mit der Frisia soll der Fährverkehr von Norden nach Juist und
Norderney (Maßnahme V2-Norderney) energetisch verbessert werden. Hierzu
gibt es bereits ein Forschungsvorhaben unter Beteiligung von Juist, Herr
Vodde), das zunächst auf eine Substitution der mit Diesel betriebenen
Generatoren für den Bordstrom mit Brennstoffzellen setzt. Nach Abschluss der
ersten Phase mit der Erzeugung von Bordstrom soll auch die Anwendbarkeit
von Brennstoffzellen für den Schiffsantrieb geprüft werden. Auch die
Substitution des Generatorbetriebes durch Brennstoffzellen müsste im
Bordbetrieb durch Frisia geprüft werden (Kosten/Nutzenanalyse). Prüfbar wäre
außerdem, ob der Diesel-Motor zwischenzeitlich nicht durch einen
Erdgasmotor zu ersetzen wäre. Erdgas wiederum sollte durch Biogas oder wie
bereits bei Audi angewandt, durch "Wind-Gas" ersetzt werden. Auch ist der
Einsatz von Gasmotoren denkbar. Angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen
im Schiffbau und in der Motorenentwicklung ist eine sukzessive Einführung mit
LNG (Liquid Natural Gas, also verflüssigtes Erdgas) betriebener Schiffe für alle
Fahrtgebiete und Einsatzprofile bis zum Jahre 2020 ein konkret mögliches
Szenario, das aus Gründen der betrieblichen Ökonomie und des Klimaschutzes
zu befürworten wäre und dessen Realisierung konkrete Formen anzunehmen
beginnt.
In Nordfriesland wird derzeit eine weitgehend emissionsfreie Fähre mit
geringst möglichem Tiefgang (1,5 m) entwickelt, deren Ersteinsatz im Herbst
2013 geplant ist. Ab August 2014 sollen zwei LNG Hybrid Fähren die Orte
Dagebüll – Wyk – Wittdün anfahren
Die angestrebte Verminderung des klimawirksamen CO2 Ausstoßes beträgt
40% allein über die höhere Effizienz des Antriebes.
Juist ist eine tideabhängige Insel. Deshalb ist eine verbesserte Anbindung der
Fähre an den Bahnverkehr nicht möglich. 30% der Gäste reisen bereits mit der
Bahn an. Weitere 25% würden dies machen, wenn z. B. die Anbindung (kürzere
Wartezeiten) besser wäre. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll die
Hafensituation zu verbessern, damit eine längere Wartezeit attraktiv wird, z. B.
durch Gepäckstationen, Gastronomie, Ausstellung zum Weltnaturerbe etc.
Aufstellen von ein oder zwei Stromtankstellen für E-Fahrzeuge incl. Service bei
den Parkplätzen der Frisia an der Mole.
Zurzeit ist eine CO2-freie Anreise mit dem Flugzeug oder der Fähre nicht
möglich. Die einzige Möglichkeit ist die Kompensation. Mit der Frisia und der
FLN soll die Möglichkeit und die Kosten pro Fahrt/Flug geklärt werden. Ziel
muss es sein, die Kosten der Kompensation direkt in den Preis zu inkludieren.
mittel
k.A.
8.000
650
7
ja
mittel
k.A
8.000
320
-
nein
mittel
k.A.
k.A.
k.A.
7
ja
hoch
k.A.
-
400
8
ja
Seite 133
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
hoch
10.000
10.000
mittel
5.000
niedrig
mittel
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
-
7
ja
3.000
k. A.
-
nein
-
-
-
-
nein
20.000
10.000
-
-
nein
105.500
68.000
1.799
I
Energiefitness für
Handwerksbetriebe
I1
I2
Durch die Evaluation der Erstenergieberatungen im Rahmen des Projekts
"Klimainsel Juist" ist die Bedeutung der Qualität der Handwerksbetriebe
deutlich geworden. Bei energetischen Renovierungsmaßnahmen werden die
Handwerksbetriebe gefragt. Deren Beratung ist von entscheidender
Bedeutung. Deswegen müssen die Betriebe auf dem neuesten Stand der
(energieeffizienten) Technik sein, um gut und richtig beraten zu können.
Laufende Fortbildung für Handwerker und Einbeziehung in das Projekt
Klimainsel Juist. Entwicklung einer Datenbank mit qualifizierten Handwerkern
etc. auf www.klimainsel-juist.de. Diese wird allen Vermietern zur Verfügung
gestellt.
Online-CO2-Urlauber-Fußabdruck Am Rechner können die Urlauber schon vor dem Urlaub durch die
Beantwortung von Fragen ihren CO2-Urlaubsfußabdruck bestimmen. Den
Urlaubern wird mit dem Fußabdruck die Möglichkeit der Kompensation für ihre
Reise angeboten.
Ü
Ü1
Ü2
Zielformulierung: Energieautarkie Langfristig möchte Juist sämtliche, auf der Insel benötigte Energie, auch auf der
Insel erzeugen und damit Energie autark werden. Zielerreichung ist nur mit
erheblichen Ausbau der EE (auch Wind) möglich. Der Endenergiebedarf liegt
gemäß Potenzialanalyse 2020 bei etwa 57.000 MWh, davon allein 35.000 MWh
Erdgas zur Gebäudebeheizung.
Klimaschutzfonds durch KlimaZur Finanzierung der Maßnahmen auf der Insel Juist soll die Einführung eines
Euro
Klima-Euros geprüft werden. Pro Übernachtung wird dabei 1 € abgeführt. Die
Befragung im Auftrag von Futouris hat eindeutig ergeben, dass die Bereitschaft
der Touristen sehr groß ist.
Summe
Schlussbericht
Seite 134
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
5.3.1 Maßnahmenblätter Juist
E1
Potenzialanalyse "Erneuerbare Energien und BHKW" auf Juist
Kurzbeschreibung
Zur genauen Untersuchung, welche Energieerzeugungspotenziale (Wind, Sonne, Biomasse und
Erdwärme sowie BHKW) auf Juist bestehen, wird eine Analyse in Auftrag gegeben. In diesem
Rahmen werden Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung geprüft. (Alternative Finanzierungs- und
Beteiligungsmodelle, z. B. Energiegenossenschaften). Untersucht werden sollen
Wirtschaftlichkeit, Genehmigungsfragen, Nachhaltigkeit, Bürgerzustimmung. Die Erstellung einer
derartigen Pozenzialanalye wird als Teilkonzept vom BMU mit 50 % im Rahmen der
Klimaschutzinitiative gefördert.
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar, aber nach Umsetzung hoch
- t/a
2
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
20.000 €
- €/a
1 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Geschätzte Kosten für die Potenzialanalyse im Rahmen des Klimaschutz-Teilkonzepts
20.000,--€ (40.000,-- €) bei Förderung von 50 %.
Wirkungstiefe:
sehr hoch, da große Strukturveränderung durch Umsetzung notwendig.
4
Lokale Wertschöpfung:
zunächst gering, da Potenzialanalyse extern vergeben und noch keine lokale Umsetzung
1
4
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut, lt. Herrn Vodde liegt hierzu bereits ein Angebot der EWE vor. Ratsbeschluss notwendig.
Hauptakteure:
Inselgemeinde Juist, EWE, externe Berater
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Ein zusammenfassendes Angebot mehrerer Maßnahmen der EWE (Potenzialanalyse (E1),
Gebäudekataster (E2), Speichermöglichkeiten (E3), Energiegeneossenschaft (E4) liegt bereits
vor. Überprüfung ob Förderung im Rahmen des Kimaschutzteilkonzeptes möglich, sonst ggf.
Anpassung an Inhalte der Förderrichtlinie.
Priorität:
Schlussbericht
mittel
Seite 135
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 136
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
E2
Gebäudekataster in Verbindung mit einem Solarkataster erstellen
Kurzbeschreibung
Die Erstellung einer digitalen Karte schafft einen Überblick über Wärmenutzung, Sanierungsstand
und Solarflächenpotenziale der einzelnen Gebäude. Dabei werden mit Hilfe von Geodaten oder
Luftbildanalyse gut geeignete Dächer identifiziert und markiert. Diese Daten können dann über
eine Website der Insel für alle Bürger zur Verfügung gestellt werden. Ein Zubau von Solaranlagen
kann nur über eine langfristig angelegte Öffentlichkeits-Kampagne erzielt werden, die regelmäßig
auf die Internetseite aufmerksam macht.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkten Einsparungen; nur durch die anschließende Informationskampagne zur
energetischen Sanierung in Zusammenhang mit solarer Nutzung.
2
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
30.000 €
5.000 €/a
1 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten belaufen sich auf ca. 10.000,-- € (ca. 550 EUR pro km²) nur für die Erstellung des SolarKatasters, weitere Kosten würden die Festlegung des Gebäudetypologie (Sanierungsstand) und
die Zuordnung der Wärmenutzung pro Gebäude verursachen (ca. 10.000,--). Für die Kampagne
zum Bewerben der Internetseite entstehen (mind. 10.000 Euro). Kostenreduktion eventuell durch
Kooperation mit anderen Kommunen möglich (z.B. Norden). Jährlich 5.000 Euro für Pflege und
Aktionen.
2
Wirkungstiefe:
mittel, da zunächst erstes Potenzial abschätzbar.
Hohe Wirkungstiefe wird nur durch Kombination mit einer Öffentlichkeitskampagne und Beratung
erreicht.
1
Lokale Wertschöpfung:
gering, erst duch Sanierung und Zubau von solarthermischen oder photovoltaik-Flächen höhere
lokale Wertschöpfung.
3
Umsetzungsfähigkeit:
gut, Angebot EWE liegt vor, keine Hemmnisse erkennbar, Datenschutz beachten; Finanzierung
klären
Hauptakteure:
Juist, EWE, externe Berater
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Solarkataster mit Norden gemeinsan (Norden, E2)
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Zustand der privaten Gebäude zu veröffentlichen, kann Datenschutzrechtlich problematisch sein.
Ein zusammenfassendes Angebot mehrerer Maßnahmen der EWE (Potenzialanalyse (E1),
Gebäudekataster (E2), Speichermöglichkeiten (E3), Energiegeneossenschaft (E4) liegt bereits
vor.
Priorität:
Schlussbericht
mittel
Seite 137
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 138
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
E3
Maßnahmen zu Netzen und Speichermöglichkeiten
Kurzbeschreibung
Ist-Analyse Netze und Speicher: Einholung der Netzauskünfte; Auswertung und Visualisierung
der physikalischen Gegebenheiten; Abgleich der Ergebnisse mit den PV-Potentialen und
Erweiterung des Solarkatasters; Aufbereitung resultierender Speicherpotentiale.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar
Kosteneffizienz:
k.A. €
k.A. €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
1 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Angebot der EWE liegt vor.
Wirkungstiefe:
gering
1
Lokale Wertschöpfung:
gering
1
Umsetzungsfähigkeit:
hoch, da EWE hier kooperativ
4
Hauptakteure:
Juist, EWE
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
E1, E2
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Ein zusammenfassendes Angebot mehrerer Maßnahmen der EWE (Potenzialanalyse (E1),
Gebäudekataster (E2), Speichermöglichkeiten (E3), Energiegenossenschaft (E4) liegt bereits vor.
Maßnahme wird deshalb empfohlen, da auf berechneten Potenzialen aufgebaut werden kann.
Priorität:
niedrig
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 139
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
E4
Energiegenossenschaft
Kurzbeschreibung
Klärung der Voraussetzungen zur Etablierung einer Energiegenossenschaft auf Juist.
Infoveranstaltungen. Einbeziehung der Bevölkerung. Klärung von möglichen Kooperationspartnern,
z.B. EWE, Volksbank. Kostenklärung. Ziel: Eröffnung einer Energiegenossenschaft/Fonds. Diese
Maßnahme wäre auch im Rahmen des zu beantragenden Teilkonzeptes zu bearbeiten (E1) oder
als alleinstehende Maßnahme.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quanifizierbar
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
5.000 €
- €/a
1 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Die Kosten der Neugründung einer Genossenschaft bestehen in der Regel aus den Kosten für die
Gründungsprüfung und die Eintragung in das Genossenschaftsregister. Die Erstberatung beim
genossenschaftlichen Prüfungsverband ist in der Regel kostenfrei. Die Prüfungskosten der
Neugründung können je nach Komplexität des Geschäftsmodells zwischen 500 und 5.000 EUR
variieren.
Machbarkeitsstudie an externe Berater, spätere Umsetzung mit Klimaschutzmanager, Kosten für
Öffentlichkeitsarbeit für Beteiligung an Genossenschaft.
Wirkungstiefe:
hoch, da sich jeder Juister mit Genossenschaftsanteil beteiligen kann
4
Lokale Wertschöpfung:
hoch, da Gewinne in der Region verbleiben.
4
Umsetzungsfähigkeit:
mittel, da noch wenig konkret, Machbarkeitsstudie abwarten
2
Hauptakteure:
Klimamanager, Juist, Juist-Stiftung, EWE
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Verknüpfung mit E1
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013
Handlungsempfehlung:
Ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Ein zusammenfassendes Angebot mehrerer Maßnahmen der EWE (Potenzialanalyse (E1),
Gebäudekataster (E2), Speichermöglichkeiten (E3), Energiegeneossenschaft (E4) liegt bereits
vor.
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 140
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH 1
Qualifizierte Gebäudeenergieberatung z. B. Haus-zu-Haus-Beratung für
Haushalte und Gastgewerbe - Entwicklung von individuellen Paketlösungen
Kurzbeschreibung
Durchführung einer Beratungskampagne zur Erhöhung der Gebäudesanierungsrate mit
Schwerpunkt Kerndämmung und Fassadensanierung, zusätzlich sollen gezielt für den Vermieter
Energiesparmöglichkeiten aufgezeigt werden.
Die Gebäude-Sanierungskampagne könnte analog der Kampagne "Bremer Modernisieren"
(Stadtteilkampagne der energiekonsens - Zuschuss zur BAFA-Beratung in Höhe von 125,-- €) )
oder Haus zu Haus-Beratung der Klimaschutzagentur Hannover durchgeführt werden. Ziel ist es,
in einer qualifizierten Vor-Ort-Energieberatung einen "Modernisierungsfahrplan"mit individuellen
Paketlösungen (welche Maßnahmen amortisieren sich am schnellsten) inklusive
Fördermöglichkeiten (u.a..KfW) aufzuzeigen. Die Aktion sollte mit Unterstützung des
Bürgermeisters über mindestens 5 Jahre durchgeführt werden. Die Durchfühung erfolgt durch
erfahrene Energieberater mit entsprechender Qualifikation, die von der Kommune beauftragt
werden. Unterstützt wird die Aktion durch Bürgermeister-Anschreiben. Wirkungsvoll, um
Investitionen im Bereich energetischer Gebäudesanierung auszulösen und den Haushalten und
Vermietern Einsparpotenziale aufzueigen. Sinnvoll wäre die Entwicklung von
Gemeinschaftsmaßnahmen mit Nachbarn (für die spätere Realisierung).
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Beratungen selber erzielen keine Einsparungen;
Einsparungen erst im Nachgang durch umgesetzte Effizienzmaßnahmen bis zu 30 % möglich
Maßnahme ist wichtiger Bestandteil, um Gebäudesanierungsquote von derzeit 1 auf zukünftig 2
% zu erhöhen. Bei 50 Beratungen pro Jahr, davon 10 % Realisierung nach
Gebäudeenergieberatung und 30 % Einsparung, ca. 180 t/a., siehe
Gebäudesanierungspotenzial
3
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
8.000 €
15.000 €/a
3 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
ca. 8.000 Euro einmalig für die Konzepterstellung Haushalte und speziell Gastgewerbe, dann
jährlich ca. max. 13.000 Euro für die eigentliche Beratungsaktion inkl. Förderung bei
angestrebten 50 Vor-Ort-Beratungen/a x 125 Euro, Personalaufwand durch Klimaschutzmanager
und BAFA-Vor-Ort-Berater
4
Wirkungstiefe:
Hohe Qualtiät durch Beratung der Bürger und Öffentlichkeitsarbeit. Netzwerk mit Energieberatern
und Handwerksbetrieben.
Lokale Wertschöpfung:
hoch; Umsetzung der Sanierung erfolgt zum großen Teil durch lokale Handwerksbetriebe
3
Umsetzungsfähigkeit:
Koordinationsaufwand; Einsatz/Schulung von Energieberatern und Einbindung von
Kooperationspartnern.
2
Hauptakteure:
Handwerker, Inselgemeinde Juist, EWE
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G1 - Klimaschutzmanager
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2016
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Maßnahme ist wichtiger Bestandteil, um Gebäudesanierungsquote von derzeit 1 auf zukünftig 2
% zu erhöhen. 50 Beratungen pro Jahr sind anzustreben;
Kontakt zu Klimaschutzagenturen aufnehmen und Übertragbarkeit der Konzepte prüfen.
Priorität:
Schlussbericht
mittel
Seite 141
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 142
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH 2
Solarkampagne für solarthermische Anlagen
Kurzbeschreibung
Solarthermische Anlagen sind wirtschaftlich zu betreiben, wenn in den Sommermonaten des
Sonnenangebotes eine große Nachfrage nach Warmwasser besteht. Dies ist gerade auf Juist bei
zahlreichen Touristen der Fall. Deshalb sollte in einer Solarkampagne auf die Wirtschaftlichkeit
von solarthermischen Anlagen zur Warmwasserbereitung (und auch für den Heizungsbetrieb)
hingewiesen werden. Gleichzeitig könnte ein Contracting-Angebot (mit Austausch der
Heizungsanlage) für eine beschleunigte Umsetzung sorgen. Ein zusätzliches, kleines
Förderprogramm des Energieversorgers (zur vorhandene Bafa-Förderung) könnte ebenfalls zum
verstärkten Einbau von solarthermischen Anlagen führen.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar. Bei solarthermischen Anlagen zur Warmwasseraufbereitung betragen die
Einsparungen 50 - 60% der Energie für die Warmwasseraufbereitung. Bei zusätzlichem
Heizungsbetrieb werden noch einmal 10 - 15% des Heizenergiebedarfs eingespart. Die
Einsparungen im Warmwasserbereich können noch höher ausfallen, da der Warmwasser-Bedarf
durch den Tourismus gesondert betrachtet werden muss. Geschätztes Potenzial, ca. 300 MWh,
entspricht
ca. 750 m² zusätzlich Kollektorfläche, ca. 125 Solaranlagen
4
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
3 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Wenn Solarkampagne durch EWE mit örtlichen Handwerkern organisiert und durchgeführt wird,
entstehen Juist keine Kosten.
Wirkungstiefe:
mittel
2
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch, da lokales Handwerk eingebunden werden kann.
4
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut, da EWE über derartige Produkte verfügt
4
Hauptakteure:
Handwerker, Inselgemeinde Juist, EWE
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
HH1, E2,
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Eine Zusammenarbeit mit EWE wird empfohlen, da hierdurch auch bestehende
Handwerkerkooperationen genutzt werden können.
Priorität:
Schlussbericht
ja
hoch
Seite 143
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 144
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH 3
Tauschbörsen
Kurzbeschreibung
Entwicklung und Durchführung von Tauschbörsen für Kleidung und andere Produkte, z. B. auch
für "weiße Ware" (Elektrogeräte), nach dem Vorbild der "SWAP-Partys". ("Swap" heißt übersetzt
"tauschen".) Frei nach dem Motto "swappen statt shoppen - tauschen statt kaufen" bietet die
Swap Party die Gelegenheit gut erhaltene Produkte zu erstehen, ohne zu bezahlen.
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkten Einsparungen;
Einsparungen ergeben sich durch vermeidene Neueinkäufe; nicht quantifizierbar
0
- t/a
4
Kosteneffizienz:
500 €
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
1 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Initiierung einer "SWAP-Kampagne"; Internetseite Juist; Presse; geringe Kosten für Konzeption
der Kampagne ca. 500 €;
Organisation von SWAP-Partys ggf. über ehrenamtliche Arbeit engagierter Bürger oder als
Schulprojekt o. ä.
Wirkungstiefe
mittel; löst Strukturveränderungen im Handeln der Bürger aus
2
Lokale Wertschöpfung:
gering
1
Umsetzungsfähigkeit:
gut; mit geringem Aufwand leicht umsetzbar
3
Hauptakteure:
Kurverwaltung Juist
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G5 - Energietag für Bürger
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
nein
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
zunächst Modellversuch für 1 Jahr starten
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe
Seite 145
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH 4
Green-Building-Award - Juister Wärmesiegel
Kurzbeschreibung
Alle energetisch sanierten Gebäude erhalten eine Kennzeichnung, dass sie energetisch saniert
wurden, wenn möglich mit Energiepass. Das am vorbildlichsten sanierte Haus pro Jahr erhält den
"Green-Building-Award". Ein Fachgremium aus Handwerk, Architekten und Bauabteilung der
Gemeinde vergibt diesen Preis.
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar
- t/a
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
5.000 €
3.000 €/a
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
- Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten für Erstellung/Layout Energiepass; geschätzte Kosten ca. 5.000 €
Personalaufwand zur Auswahl und Vergabe des Preises;
Kampagnen-Dauer zunächst auf drei Jahre ansetzen
Wirkungstiefe:
hoch; Wettbewerb fördert die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen
3
Lokale Wertschöpfung:
gering
1
Umsetzungsfähigkeit:
gut
3
Hauptakteure:
Inselgemeinde Juist
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G1
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2015 - 2018
Handlungsempfehlung:
nein
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
zunächst müssen Gebäudeenergieberatungen angeboten und Effizienzmaßnahmen umgesetzt
werden; Kampagnen-Start ca. in zwei Jahren sinnvoll
Hinweis: Name sollte überdacht werden => zur besseren Identifizierung und Werbewirksamkeit
des Preises auch bei den Touristen sollte ggf. besser ein Name mit lokalem Bezug gefunden
werden, z.B. "der grüne Leuchtturm" oder "die grüne Robbe" o. ä.
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 146
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K1
Energetische Modellprojekt schaffen
Kurzbeschreibung
Die demnächst anstehenden umfangreichen Sanierungen oder Neubauten (z.B. Kindergarten) der
öffentlichen Hand sollen energetisch vorbildich, über die gesetzlichen Mindestauflagen hinaus, als
Vorzeige- bzw. Leuchturmprojekte ausgeschrieben werden. Diese Häuser haben Vorbildcharakter
für die Bürger und sollten daher zukunftsweisend saniert oder als Neubau zu einem "Energie-PlusHaus" geplant werden. Während der gesamten Bauphase sollen die Gebäude zu einem
Demonstrationsobjekt ("gläserne Baustelle") genutzt werden können. Daraus sollen viele
vergleichbare Renovierungen entstehen. Möglichkeit eines Modellvorhaven mit Förderung ist vorab
zu prüfen (z.B. DENA, KfW u.a.).
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar
- t/a
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
k.A. €
k.A. €/a
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
5 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten der energetischen Sanierung oder eines Neubaus können hier nicht geschätzt werden.
Modellprojekt kann über lokale Presse und Internetauftritt kommuniziert werden; Besuchertage
können während den Bauphasen eingerichtet werden.
3
Wirkungstiefe:
hoch; Vorbildfunktion
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch; lokal ansässige Handwerksbetriebe werden eingesetzt oder mit einbezogen
4
Umsetzungsfähigkeit:
gering, da Finanzierung ungeklärt
1
Hauptakteure:
Inselgemeinde Juist, eventuell Modellprojekt DENA
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
K2, G9
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2015 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Maßnahme nachranging zu K1, darin erzielte Ergebnisse abwarten!
ja
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 147
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K2
Neubau von öffentlichen Liegenschaften
Kurzbeschreibung
Alle zukünftig erstellen Neubauten in öffentlicher Hand werden mit einen erhöhten baulichen
Standard erstellt. Vorschlag: Passivhaus-Standard. Dies wird durch einen Ratsbeschluss
bestätigt. Hierzu gibt es bereits zahlreiche Beispiele aus anderen Städten (z.B. Bremen,
Oldenburg).
Ab 2020 gilt die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, wonach nur noch
Hocheffizienz-Gebäude (Passivhaus-Standard oder Plusenergiehaus) gebaut werden dürfen.
0
CO2-Einsparung:
11 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
gering; pro m² werden ca. 50 kWh Wärmeenergie eingespart, bei Realisierung von 1.000 m² ca.
11,2 Tonnen CO2
2
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
6 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
mittel; 50-100 Euro/m² Mehrkosten (ca 5%), bei 1.000 m² sind dies 50.000-100.000 Euro
Mehrkosten; dagegen stehen die niedrigeren Energiekosten von ca. 4.000 Euro jährlich;
Amortisation im Rahmen der Nutzungsdauer
3
Wirkungstiefe:
hoch, da Fortbildung von Planern und Handwerk notwendig; Vorbildfunktion für Bürger
4
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch, da Bauleistungen überwiegend von lokalen Handwerksbetrieben durchgeführt werden
4
Umsetzungsfähigkeit:
gut, keine Hemmnisse erkennbar
Hauptakteure:
Inselgemeinde Juist
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
K2
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2014 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Maßnahme nachrangig nach K1; Konzept muss zunächst erstellt werden;
Parallel dazu sollte Kommune aber Vorreiter im Neubau sein. Ab 2020 ist Passivhaus-Standard
obligatorisch.
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 148
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K3
Energetische Sanierung der Personalwohnungen
Kurzbeschreibung
Auf Juist sind 40 Personalwohnungen der Verwaltung vorhanden. Diese Personalwohnungen
sollen energetisch saniert werden: Austausch/Erneuerung der Heizungsanlagen und
Durchführung von Kerndämmung (Hohlwanddämmung). Dringend empfohlen wird hier ein Konzept
zur Sanierung dieser Gebäude. Siehe Maßnahme G9.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Keine Daten vorhanden, daher zu diesem Zeitpunkt nicht quantifizierbar.
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
5 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Konzepterstellung und Energieberatungen im Zuge der Maßnahme G9; es werden keine
zusätzlichen Kosten generiert. Finanzierung für Sanierung muss geklärt werden.
Wirkungstiefe:
hoch
2
Lokale Wertschöpfung:
hoch; Ausführung durch lokale Handwerksbetriebe
3
Umsetzungsfähigkeit:
gut
3
Hauptakteure:
Inselgemeinde Juist
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G9
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2014 - 2019
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
im Zusammenhang mit G9 Sanierungskonzept erstellen
mittel
Priorität:
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 149
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K4
Klimaneutrale Veranstaltungen
Kurzbeschreibung
Die Veranstaltungen der Kurverwaltung Juist sollen klimaneutral werden. Das könnte durch
Kompensation mit den Firmen "COOL2" oder "Compense"geschehen. Hierfür muss die Menge an
CO2 bestimmt werden. Ebenso müssen Maßnahmen zur CO2-Reduktion zusätzlich durchgeführt
werden.
(1. Vermeiden, 2. Vermindern, 3. Kompensieren)
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Einsparungen im Voraus nicht quantifizierbar
k. A. t/a
-€
- €/a
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
- Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten für Bilanzierung der Veranstaltungen durch externen Dienstleister oder intern, dann
Personalaufwand; Kosten für Bilanzierung je nach Veranstaltungsgröße zwischen 2.000 und
5.000 €; zusätzliche Kosten für Kompensationsmaßnahmen (ca. 25 € pro Tonne CO2)
Wirkungstiefe:
mittel; Vorbildcharakter
2
Lokale Wertschöpfung:
nur hoch bei Kompensation in lokale Projekte; sonst gering; Bewertung: mittel
2
Umsetzungsfähigkeit:
gut; keine Hemnisse erkennbar
2
Hauptakteure:
Kurverwaltung Juist
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Öffentlichkeitsarbeit insgesamt
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Effizienzmaßnahmen sollten immer im Vordergrund stehen
nein
Priorität:
niedrig
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 150
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K5
Fortbildung zu Klimaschutzberatern
Kurzbeschreibung
Ausgewählte Verwaltungsmitarbeiter (in erster Linie Hausmeister) der Inselgemeinde Juist
werden durch Fortbildung zu Fachkräften (Klimaberatern) ausgebildet. Diese Fortbildung bietet
der Bundesverband für Umweltberatung an.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar
4
Kosteneffizienz:
4.000 €
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
1 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
1.000 bis 2.000 Euro pro Berater-Ausbildung; Annahme 2 Berater: 4.000 €; Ausbildung innerhalb
des nächsten Jahres
Wirkungstiefe:
hoch; Energieberater nutzen dem Klimaschutz vor Ort; Vorbildfunktion für andere Inseln
3
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch; Energieberater sind vor Ort tätig
4
Umsetzungsfähigkeit:
gut;keine Hemnisse erkennbar; Finanzierung klären
2
Hauptakteure:
Inselgemeinde Juist
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2014
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Maßnahmenumsetzung innerhalb der nächsten zwei Jahre wird empfohlen
Priorität:
ja
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 151
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
W1
Konkrete Energie und CO2 - Einsparmöglichkeiten für Ferienwohnungen
Kurzbeschreibung
In den FeWos soll bei einigen Elektrogeräten (z. B. TV, Kaffeemaschine, Kühlschrank, CDPlayer, Waschmaschine, etc.) eine Energieverbrauchsübersicht beiliegen. Anhand eines zu
entwickelnden Vordrucks/Exceltools soll der Vermieter den Energieverbrauch eintragen.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar
4
Kosteneffizienz:
2.000 €
1.000 €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
2 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Entwicklung eines Exceltools/Vordrucks für bestimmte elektronsiche Geräte: 2.000 €
Durchführung durch die Vermieter, Auswertung extern 1/jährlich = 1.000 € oder auch durch den
Klimaschutzmanager möglich
1
Wirkungstiefe:
gering. Vermieter beschäftigt sich mit dem Thema Energieeffizienz, hat jedoch nur Einfluss auf
den Kauf der Geräte, weniger auf die Nutzung. Feriengäste werden auf das Theme
Energieeffizienz aufmerksam.
1
Lokale Wertschöpfung:
gering
2
Umsetzungsfähigkeit:
mittel. Vermieter müssen eingebunden werden und mitmachen. Synergieeffekt => Zusammen mit
den Funksteckdosen (W3) ein guter Anreiz, um diese zu benutzen
Hauptakteure:
Gastgewerbe, externe Berater, Klimaschutzmanager
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Eine zweijährige Pilotphase sollte den Erfolg dieser Maßnahme belegen.
Priorität:
ja
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 152
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
W2
Funksteckdosen für Ferienwohnungen
Kurzbeschreibung
Kontaktaufnahme mit Herstellern von Funksteckdosen. Ziel ist es, sie davon zu überzeugen,
dass sie für die Ferienwohnungen auf Juist kostenfrei Funksteckdosen zur Verfügung stellen.
Gäste können diese während ihres Urlaubs auf Juist kennen lernen und selbst erfahren wie
benutzerfreundlich Energie- und CO2-Einsparung ist und die Steckdose für zuhause bestellen.
4
418 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Stand-by Verluste von elektrischen Geräten im Bereitschaftszustand verursachen in einem
durchschnittlichen Haushalt fast 500 kWh/a. Auf ein Jahr hochgerechnet sind das rund 100 Euro
und 325 kg CO2. In Summe ergibt sich für alle Haushalte auf Juist eine potenzielle Einsparung
von 418 t/a.
CO2-Einsparung:
4
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
1 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Veranstaltung mit Leistungsträgern zu diesem Thema.
Keine Kosten, wenn man Sponsor für Funksteckdosen findet.
Fachmännischer Personaleinsatz zum Anschluss/Installation der Dosen notwendig.
4
Wirkungstiefe:
sehr hoch; Gäste werden auf Energiesparen und Klimaschutz aufmerksam gemacht und schaffen
sich möglicherweise auch zu Hause Funksteckdosen an
Lokale Wertschöpfung:
mittel durch Energieeinsparungen
2
Umsetzungsfähigkeit:
Synergieeffekt mit Energielabels (W2) ein guter Anreiz, um diese zu benutzen
3
Hauptakteure:
Thomas Vodde
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
W2 - Energielabels
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
ab sofort
Mögliches Problem: nicht jeder Vermieter lässt den Klimaberater in die FeWos, um eine
Bestandsaufnahme zu machen => Information vorab!
Priorität:
sehr hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 153
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
W3
CO2-Klimaversprechen der Urlauber
Kurzbeschreibung
Im Internet unter www.klimainsel-juist.de können die Gäste ein vordefiniertes CO2Klimaversprechen für Juist machen, in der sie z. B. klimafreundlich mit der Bahn anreisen oder
Duschen statt Baden usw. Über Facebook sollen diese Klimaspenden allen Freunden mitgeteilt
werden. Alle Klimaversprechen werden sich positiv auf den zu ermittelten CO2Urlauberfußabdruch (Maßnahmen I2) auswirken.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Einsparungen ergeben sich in undefinierbarer Höhe durch energiebewußtes Verhalten der
Urlauber
4
Kosteneffizienz:
-€
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
- €/a
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
3 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
geringe Kosten für Installation der Links auf der Juister Homepage
Wirkungstiefe:
sehr hoch; Gäste werden auf Energiesparen und Klimaschutz aufmerksam gemacht.
Identifikation mit der Klimainsel Juist.
4
Lokale Wertschöpfung:
mittel
2
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut in Zusammenhang mit Maßnahme I2 umzusetzen
4
Hauptakteure:
Kurverwaltung Juist
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
I2
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2016
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
sofort Infos und links auf Homepage einbinden; Kontrolle/Auswertung nach einem Jahr
Priorität:
ja
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 154
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V1
Fährverkehr energetisch verbessern
Kurzbeschreibung
Gemeinsam mit der Frisia soll der Fährverkehr von Norden nach Juist und Norderney (Maßnahme
V2-Norderney) energetisch verbessert werden. Hierzu gibt es bereits ein Forschungsvorhaben
unter Beteiligung von Juist, Herr Vodde), das zunächst auf eine Substitution der mit Diesel
betriebenen Generatoren für den Bordstrom mit Brennstoffzellen setzt. Nach Abschluss der
ersten Phase mit der Erzeugung von Bordstrom soll auch die Anwendbarkeit von Brennstoffzellen
für den Schiffsantrieb geprüft werden. Auch die Substitution des Generatorbetriebes durch
Brennstoffzellen müsste im Bordbetrieb durch Frisia geprüft werden (Kosten/Nutzenanalyse).
Prüfbar wäre außerdem, ob der Diesel-Motor zwischenzeitlich nicht durch einen Erdgasmotor zu
ersetzen wäre. Erdgas wiederum sollte durch Biogas oder wie bereits bei Audi angewandt, durch
"Wind-Gas" ersetzt werden. Auch ist der Einsatz von Gasmotoren denkbar. Angesichts der
gegenwärtigen Entwicklungen im Schiffbau und in der Motorenentwicklung ist eine sukzessive
Einführung mit LNG (Liquid Natural Gas, also verflüssigtes Erdgas) betriebener Schiffe für alle
Fahrtgebiete und Einsatzprofile bis zum Jahre 2020 ein konkret mögliches Szenario, das aus
Gründen der betrieblichen Ökonomie und des Klimaschutzes zu befürworten wäre und dessen
Realisierung konkrete Formen anzunehmen beginnt.
In Nordfriesland wird derzeit eine weitgehend emissionsfreie Fähre mit geringst möglichem
Tiefgang (1,5 m) entwickelt, deren Ersteinsatz im Herbst 2013 geplant ist. Ab August 2014 sollen
zwei LNG Hybrid Fähren die Orte Dagebüll – Wyk – Wittdün anfahren
Die angestrebte Verminderung des klimawirksamen CO2 Ausstoßes beträgt 40% allein über die
höhere Effizienz des Antriebes.
4
650 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Das grundsätzliche Einsparpotenzial pro Personenkilometer auf der Fähre beträgt ca. 0,3 bis 0,4
kg CO2. Pro Fährfahrt beträgt das Potenzial ca. 1,0 bis 1,6 Tonnen CO2. Unter der Annahme
einer Nullemission mit veränderter Antriebstechnik auf Basis regenerativ erzeugter Brenn- bzw.
Kraftstoffe und der vollständigen Substitution von zunächst 500 konventionellen Fahrten jährlich
im Rahmen eines Modellversuchs können 500 bis 800 Tonnen CO2 eingespart werden. Das
entspräche für Juist der Hälfte der Emissionen aus dem Fährverkehr, für Norderney knapp 10%.
Der Modellversuch bzw. das Forschungsvorhaben, das von einer Klimaschutzmaßnahme der
Insel Juist ausgehend die Erzeugung von Bordstrom mit Brennstoffzellen statt mit
Dieselgeneratoren anstrebt, kann die Grundlage für eine mögliche Erweiterung des
Forschungsvorhabens auch auf den eigentlichen Schiffsantrieb sein.
CO2-Einsparung:
1
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
k.A. €
8.000 €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten im Rahmen eines Modellversuchs bzw. Modellvorhabens würden annahmegemäß nicht
auf die Kommunen zurückfallen. Es wird dennoch von einem kontinuierlich erhöhten
Koordinationsaufwand während des Modellvorhabens ausgegangen (1/8-Stelle). Bei Einsatz von
Erdgasmotor evtl. Förderprogramm durch kleines Gas-BKHW.
Wirkungstiefe:
Die Maßnahme wäre von ungemeiner Sichtbarkeit und Signalwirkung weit über das
Tourismusdreieck hinaus. Die Befreiung des Schiffsverkehrs von der "Fesselung" an
Dieselmotoren wäre ein starkes, olfaktorisch und akustisch wahrnehmbares Signal an alle
Touristen und in die ganze Welt der Schifffahrt.
Schlussbericht
4
Seite 155
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
-
Lokale Wertschöpfung:
Abhängig von eventueller Nutzung lokal erzeugter regenerativer Energien.
2
Umsetzungsfähigkeit:
Technische Umsetzbarkeit u.a. im Zusammenhang mit bestehenden schiffbaulichen Vorschriften
wird ebenso wie ökonomische Darstellbarkeit im Modellversuch getestet. Norden Frisia steht
einer notwendigen Weiterbelastung der Betriebskosten/Investitionen an den Kunden kritisch
gegenüber.
Hauptakteure:
Stadt Norderney, Inselgemeinde Juist, AG Norden-Frisia
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
V2 Norderney
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Vorab Kostenübernahme klären!
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 156
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V2
Neugestaltung des Hafengeländes an der Mole
Kurzbeschreibung
Juist ist eine tideabhängige Insel. Deshalb ist eine verbesserte Anbindung der Fähre an den
Bahnverkehr nicht möglich. 30% der Gäste reisen bereits mit der Bahn an. Weitere 25% würden
dies machen, wenn z. B. die Anbindung (kürzere Wartezeiten) besser wäre. Aus diesem Grunde
ist es sinnvoll die Hafensituation zu verbessern, damit eine längere Wartezeit attraktiv wird, z. B.
durch Gepäckstationen, Gastronomie, Ausstellung zum Weltnaturerbe etc.
4
CO2-Einsparung:
320 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Bei Betrachtung von etwa 10.000 veränderten Gästeanreisen (Bahn statt Pkw, Pkw-Besatz 2
Personen) sind unter der Annahme "Bahn fährt ohnehin" bei einer An- und Abreise mit
zusammen 400 km, CO2-Minderungen von über 320 Tonnen pro Jahr erreichbar.
2
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
k.A €
8.000 €/a
- Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Die Effizienz der beschriebenen Maßnahmen zielt insgesamt auf eine erhöhte
Urlauberzufriedenheit. Die Kosten sind damit nicht allein dem Klimaschutzziel zuordenbar. Die
Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Hafenbereich verlängert den Aufenthalt im
Tourismusdreieck. Es wird von einem kontinuierlichen erhöhten Koordinationsaufwand
ausgegangen (1/8-Stelle).
2
Wirkungstiefe:
Das Maßnahmenspektrum spricht die Touristen vor allem von der Serviceseite, aber auch von der
Erlebnisseite aus an. Mit der Weltnaturerbeausstellung wäre ein besonderer Ansatz für eine hohe
Wirkungstiefe gegeben.
Lokale Wertschöpfung:
Mit der Angebotsverbesserung wird auch eine erhöhte Annahme der Angebote und der
Verweildauer erwartet, die sich in verbesserter Wertschöpfung niederschlägt.
Umsetzungsfähigkeit:
schwierig. Viele Akteure müssen zusammen gebracht werden und die Finanzierung ist unklar.
Eng verbunden mit der Investitionswilligkeit der Kommune, der Fährgesellschaft, der
Hafengesellschaft und der Mobilisierung weiterer privater Investoren.
Hauptakteure:
1
N-Port, FRISIA, Stadt Norden, Juist, Bahn
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Priorität:
Schlussbericht
nein
mittel
Seite 157
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 158
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V3
Stromtankstelle an der Mole
Kurzbeschreibung
Aufstellen von ein oder zwei Stromtankstellen für E-Fahrzeuge incl. Service bei den Parkplätzen
der Frisia an der Mole.
0
CO2-Einsparung:
k.A. t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
im Kontext der weiteren Maßnahmen zur Elektromobilität
2
Kosteneffizienz:
k.A. €
k.A. €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Es wird davon ausgegangen, das "ein bis zwei" Stromtankstellen der Auftakt bzw. ein Signal für
eine kontinuierliche Vorreiterrolle zur Elektromobilität im "Erneuerbare-Energien-Überschussland"
im Tourismusdreieck sind. Weitere Tankstellen im Zeitraum bis 2020 werden dann erwartet.
Wirkungstiefe:
Signalwirkung für Elektromobilität auf den Inseln.
2
Lokale Wertschöpfung:
Verbrauch von lokal hergestelltem Strom aus erneuerbaren Energien.
1
Umsetzungsfähigkeit:
4
Hauptakteure:
FRISIA, Stadtwerke Norden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 159
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V4
Inkludierung der Kompensation für Fähre und Flug
Kurzbeschreibung
Zurzeit ist eine CO2-freie Anreise mit dem Flugzeug oder der Fähre nicht möglich. Die einzige
Möglichkeit ist die Kompensation. Mit der Frisia und der FLN soll die Möglichkeit und die Kosten
pro Fahrt/Flug geklärt werden. Ziel muss es sein, die Kosten der Kompensation direkt in den
Preis zu inkludieren.
4
CO2-Einsparung:
400
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
t/a
Atmosfair veranschlagt die Kompensation von Hin- und Rückflug mit deutlich zu hoch gegriffenen
80 kg CO2 pro Fluggast und errechnet daraus eine Kompensationszahlung von 9,00 Euro. Die
Analyse der Verbrauchswerte von Juist zeigt dagegen unter Zugrundelegung der Atmosfair-Werte
auf, dass mit 15,00 Euro der gesamte durchschnittliche Hin- und Rückflug einer Maschine
kompensierbar wäre. Damit sänke der Zuschlag auf unter 1,00 Euro pro Fluggast und würde im
Vergleich mit der Luftverkehrsabgabe der Bundesregierung nur minimale Auswirkungen haben.
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
k.A. €
- €/a
8 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Mit der sogenannten Flugsteuer bzw. Luftverkehrsabgabe wird die Lenkungsfunktion von
erhöhten Kosten für bestimmte Verkehrsmittel bereits eindrucksvoll nachgewiesen. Der Verzicht
auf Reisen nach Juist wäre für die Insel entsprechend fatal. Mit der oben dargestellten
überschlägigen Abschätzung der Kompensationskosten wäre die Maßnahme grundsätzlich
darstellbar und kommunizierbar. Es wird von einem kontinuierlich erhöhten Koordinationsaufwand
für die lokale Verwendung der Kompensationszahlungen ausgegangen (1/8-Stelle).
1
Wirkungstiefe:
Die Wirkungstiefe hängt vom Mut zu einer aktiven Kommunikation der Maßnahme gegenüber den
Passagieren ab.
2
Lokale Wertschöpfung:
Nach Möglichkeit Verwendung von Kompensationszahlungen für lokale klimafreundliche Projekte.
3
Umsetzungsfähigkeit:
Akzeptanz sollte geprüft werden, bürokratischer Aufwand
Hauptakteure:
FRISIA, FLN, Atmosphär
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Ü2: Klima-Euro, I2: CO2-Fußabdruck
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung in Verbindung mit dem Klima-Euro empfohlen:
Priorität:
Schlussbericht
ja
hoch
Seite 160
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 161
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
I1
Energiefitness für Handwerksbetriebe
Kurzbeschreibung
Durch die Evaluation der Erstenergieberatungen im Rahmen des Projekts "Klimainsel Juist" ist
die Bedeutung der Qualität der Handwerksbetriebe deutlich geworden. Bei energetischen
Renovierungsmaßnahmen werden die Handwerksbetriebe gefragt. Deren Beratung ist von
entscheidender Bedeutung. Deswegen müssen die Betriebe auf dem neuesten Stand der
(energieeffizienten) Technik sein, um gut und richtig beraten zu können. Laufende Fortbildung für
Handwerker und Einbeziehung in das Projekt Klimainsel Juist. Entwicklung einer Datenbank mit
qualifizierten Handwerkern etc. auf www.klimainsel-juist.de. Diese wird allen Vermietern zur
Verfügung gestellt.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine
4
Kosteneffizienz:
10.000 €
10.000 €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Gründung eines Netzwerks für Handwerksbetriebe; Anschubfinanzierung von max. 10.000 € für
Initiierung und Umsetzung via Internet und Fachtagungen etc.; regelmäßige Fortbildungen
organisieren.
Wirkungstiefe:
sehr hoch; Strukturveränderungen/Umdenken in den Betrieben vor Ort
4
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch durch geschulte Fachbetriebe
4
Umsetzungsfähigkeit:
gut; Vorbild Langeoog
3
Hauptakteure:
Energieberater in Kooperation mit Inselgemeinde Juist
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
K6 - Energieberater; G1 - Klimaschutzmanager
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Möglichst für das ganze Tourismusdreieck, auch mit Langeoog Kontakt aufnehmen
Priorität:
ja
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 162
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
I2
Online-CO2-Urlauber-Fußabdruck
Kurzbeschreibung
Am Rechner können die Urlauber schon vor dem Urlaub durch die Beantwortung von Fragen ihren
CO2-Urlaubsfußabdruck bestimmen. Den Urlaubern wird mit dem Fußabdruck die Möglichkeit der
Kompensation für ihre Reise angeboten.
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar
k. A. t/a
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
5.000 €
3.000 €/a
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
- Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
es entstehen Kosten für das Rechnentool, das auch regelmäßig gepflegt werden muss;
Hinweis/Verlinkung mit CO2-Fußabdruck-Tool/Kompensationstool
2
Wirkungstiefe:
niedrig; thematisiert Klimaschutz
1
Lokale Wertschöpfung:
bei Kompensation in lokale Projekte könnte ein regionaler Nutzen gezogen werden; sonst gering
2
Umsetzungsfähigkeit:
keine Umsetzungshemmnisse erkennbar, aber Akzeptanz der Urlauber beachten
Hauptakteure:
Kurverwaltung Juist, externer Berater,
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
hängt zusammen mit Maßnahme V4 und Ü2, Gast sollte nicht das Gefühl der Abzockerei
bekommen.
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
Maßnahmen V4 und Ü2 konkurrieren und sollten Priorität umgesetzt werden
Modellversuch für 1 Jahr, Konkurriert mit Ü 2: Klima-Euro
Kooperation mit dem WWF ist angestrebt.
Priorität:
nein
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 163
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Ü1
Zielformulierung: Energieautarkie
Kurzbeschreibung
Langfristig möchte Juist sämtliche, auf der Insel benötigte Energie, auch auf der Insel erzeugen
und damit Energie autark werden. Zielerreichung ist nur mit erheblichen Ausbau der EE (auch
Wind) möglich. Der Endenergiebedarf liegt gemäß Potenzialanalyse 2020 bei etwa 57.000 MWh,
davon allein 35.000 MWh Erdgas zur Gebäudebeheizung.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Zielformulierung selber erzielt keine Einsparung;
Ziel bedeutet aber Einsparung der Endenergie in Höhe von 66.685 MWh/a; dies entspricht einer
CO2-Reduktion auf Null von 19.472 t/a
-€
- €/a
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
- Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Zielformulierung selber erzeugt keine Kosten; lediglich Personalaufwand;
Kosten für Umstieg auf erneuerbare Energien nicht quantifizierbar; hierfür ist ein umfassendes
Konzept nötig;
Basis bietet Potenzialanalyse, siehe E1.
Wirkungstiefe:
hoch
3
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch
4
Umsetzungsfähigkeit:
Akteptanz auf Juist für Erneuerbare Energien, vor allem bei Wind und PV nicht sehr hoch.
Unrealistisch ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, den Wärmebedarf auf der Insel zu
decken substituiert werden.
0
Hauptakteure:
Juist, EWE
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G7 - Reduktionsziel gesamtes Tourismusdreieck, E1 Potentialanalyse
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
nein
Es wird eine Umsetzung empfohlen:
Zielformulierung erst nach Vorliegen der Ergebnisse der EE-Potenzialanalyse, dann realistisches
Ziel formulieren (z.B. Stromautarkie, Klimaneutralität)
Priorität:
niedrig
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 164
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Ü2
Klimaschutzfonds durch Klima-Euro
Kurzbeschreibung
Zur Finanzierung der Maßnahmen auf der Insel Juist soll die Einführung eines Klima-Euros
geprüft werden. Pro Übernachtung wird dabei 1 € abgeführt. Die Befragung im Auftrag von
Futouris hat eindeutig ergeben, dass die Bereitschaft der Touristen sehr groß ist.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
4
20.000 €
10.000 €/a
- Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
964.174 Übernachtungen im Jahr 2010 würden knapp 1 Mio. Euro einbringen!, ca. 10 %
Verwaltungskosten und Konzept- und Einrichtungskosten von 20.000, geschätzt
Wirkungstiefe:
hoch
3
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch, wenn Mittel für Maßnahmen auf der Insel finanziert werden, z.B. Förderung der
Gebäudemodernisierung,
Umsetzungsfähigkeit: Wärmedämmmaßnahmen, Solaranlagen-Förderung, Strandduschen
4
0
Lenkungsgruppe reagierte sehr verhalten, rechtliche Probleme bei der Umsetzung,
Akzeptanzprobleme, 1-Euro-Abgabe zu hoch.
Hauptakteure:
Kurverwaltung Juist, Futouris
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
W5 - Klimaspende, V4 und I2
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
nein
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
aufgrund der Akzeptanzprobleme, rechtliche Klärung notwendig, Lenkungsgruppe lehnt Vorschlag
weithin ab. Es ist zu prüfen, ob auch andere Klimaschutzakteure, wie Energieversorger,
Sparkasse, örtliches Handwerk, EEG-Einnahmen oder Teile der Konzessionsabgabe in den
Klimaschutzfonds fließen sollen.
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 165
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
5.4
Überblick Norderney
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
Kampagne zur verstärkten Einführung von Mini-BHKW´s in
Mehrfamilienhäusern und im Gastgewerbe, z.B. über Contractingangebote der
WBN. Mini-BHKW (bis 50 kWel) in Haushalten und Gewerbebetrieben können
E1
durch die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom die Effizienz der
Energieerzeugung verbessern. Der Gesamtwirkungsgrad der Geräte liegt bei
etwa 90 %.
mittel
-
-
Die Stadt Norderney/Bauamt gibt rechtliche Sicherheit bei der Umsetzung von
solarthermischen und PV-Anlagen. Hierfür wäre ein Ansprechpartner der
E2
Stadtverwaltung regelmäßig für interessierte Bauherren erreichbar.
mittel
-
hoch
5.000
Nr. Kurzbeschreibung
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
-
2013 - 2020
ja
-
1.000
2013 - 2020
ja
1.000
-
2013 - 2018
ja
E
HH
Die Stadt Norderney informiert in einer Kampagne über den Zusammenhang
zwischen Ernährung und CO2-Emissionen. Hierzu kann sie selber Vorbild sein,
mit der Einführung eines "Vegetarischen Tages" in der Kantine oder diesen Tag
HH1
als Kampagne in den privaten Haushalten/Hotels/Gastronomie bewerben.
Gleichzeitig können Kurse zum energieeffizienten Kochen angeboten werden.
Schlussbericht
Seite 166
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Kurzbeschreibung
Die Wirtschaftsbetriebe belohnen Energieeinsparung. Über einen Zeitraum
von z. B. 3 Jahren wird die Energieeinsparung in ausgewählten
Haushalten/Hotels durch die WBN begleitet und durch z.B. 20 Euro pro
HH2
eingesparte Tonne CO2 vergütet (analog dem Projekt der EWE "CO2Reduktionszertifikate" im LK Emsland). Zusätzlich kann eine Auszeichnung für
das Gastgewerbe erfolgen.
Informationskampagne zu Wärmedämmmaßnahmen (auch Kerndämmung) um
Vorbehalte abzubauen und Einsparpotenziale aufzuzeigen. Die
Informationskampagne besteht aus a)Öffentlichkeitsarbeit b)Qualifizierter
Beratung c)Fördertopf für Wärmedämm-Maßnahmen (siehe I 2). Als Ergänzung
des KfW-Sanierungsprogramms, das auf eine umfassende Sanierung abzielt,
erhalten Bürger und Gastgewerbe auf Norderney einen Zuschuss zu einer
qualifizierten Energieberatung und eine Anreizförderung für die
wärmetechnische Sanierung von Einzelbauteilen (Außenwand, Dach,
HH3
Geschossdecke, Kellerdecke, Passivhausfenster). Voraussetzung für die
Inanspruchnahme der Fördergelder für den Wärmeschutz ist ist eine im Vorfeld
durchgeführte Beratung durch einen fachkundigen Energieberater. Diese
qualifizierte Energieberberatung als Vor-Ort-Beratung sollte zusätzlich zur
BAFA-Vor-Ort-Beratung gefördert werden (z.B. mit 125 Euro je qualifizierter
Vor-Ort-Beratung). Der Energieberater könnte von der WBN oder ein externer
Bafa-Energieberater sein.
Schlussbericht
hoch
einmalige
Anschubkosten
[€]
-
sehr hoch
9.000
Priorität
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
-
9.000
-
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
2013 - 2016
ja
2013 - 2018
ja
Seite 167
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
hoch
-
-
hoch
-
-
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
238
2013 - 2020
ja
0
2013 - 2020
ja
K
Städtische Gebäude sollen energetisch saniert werden. Dazu wird ein
ausgewogenes Konzept zur Sanierung verschiedener Gebäude(typen) mit
einem Sanierungsstandard entwickelt. Beispielsweise könnte das Rathaus als
Leuchtturmprojekt saniert werden. Kindergärten und Schulen folgen
(Multiplikatoren). Zur genauen Abschätzung des Sanierungsbedarfs ist eine
vertiefende Untersuchung der Gebäude notwendig. Dies kann durch
K1
Einzeluntersuchungen oder auch systematisch im Rahmen des KEM erfolgen.
Als Grundlage kann hier ein Liegenschafts-Klimaschutzkonzept (G9)
durchgeführt werden, das über die Klimaschutz-Initiative mit 50 % gefördert
wird. Um strategische Gebäudesanierung zu betreiben, ist die Einführung eines
KEM notwendig. Es sollten Qualitätsstandards bei der Sanierung für jedes
Bauteil festgelegt werden.
Es wird auf ein klimafreundliches Beschaffungswesen umgestellt.
Informationen zur umweltfreundlichen Beschaffung allgemein liefert das EUProjekt "Buy Smart" (http://www.buy-smart.info/german). Auf der
Internetseite des Projekts erhalten öffentliche Institutionen Leitfäden und
Ausschreibungshilfen, Beschaffungsrichtlinien, Informationen über Label und
gute Praxisbeispiele. Informationen zu den Produktgruppen Bürogeräte,
K2
Fahrzeuge, Beleuchtung, Ökostrom und Haushaltsgeräte stehen bereit. Dabei
steht auch das Thema Green IT im Mittelpunkt: der Austausch aller Geräte (PCs,
Drucker, Kopierer, etc.) bei Ersatzbeschaffung gegen Geräte mit der aktuell
besten Energieeffizienzklasse spart erheblich Energie. Standard sollte die
Verwendung von 100% Recyclingpapier sein.
Schlussbericht
Seite 168
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Kurzbeschreibung
Den Wohnungsbestands der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (WGN)
sukzessive energetisch sanieren (Wärmeverbundsystem, Austausch Fenster
K3 und andere weitreichende Maßnahmen). KfW-Programme und mögliche
andere Fördermittel sollten genutzt werden. Energieberatung durch
Wirtschaftsbetriebe.
Um Energie zu sparen und die eingesparten Kosten dem Kindergarten zur
Verfügung zu stellen wird ein Anreizmodell/Nutzerprojekt im Kindergarten
eingeführt. Dieses Anreizmodell ist über die Klimaschutzinitiative des BMU mit
65 % förderfähig. (Stichwort: fifty-fifty-Projekt).
Externe Fachkräfte führen pädagogische Schulungen zu den Themen Strom,
Wärme und Wasser durch. Diese sollen die Erzieherinnen und Erzieher dazu
befähigen, Kindern das Energiesparen mit Hilfe von kindgerechtem und
altersspezifischem Material sowie Experimenten zu vermitteln. Somit kann
K4 schon den Kindergartenkindern ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren
Ressourcen nahe gebracht werden.
In allen beteiligten Einrichtungen wird eine Gebäudebegehung durchgeführt
sowie ein Gebäudegutachten durch einen erfahrenen Energieberater erstellt.
Die Gebäudebegehung dient zur Ermittlung der energetischen Schwachstellen.
Es werden Vorschläge in allen Verbrauchsbereichen für organisatorische bzw.
nicht- und gering-investive Maßnahmen erarbeitet, die später in
Zusammenarbeit mit den Kitas aufgegriffen und umgesetzt werden sollten.
Schlussbericht
hoch
einmalige
Anschubkosten
[€]
-
hoch
8.000
Priorität
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
-
8.000
15
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
2013 - 2020
ja
2013 - 2016
ja
Seite 169
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
Um die Energieeffizienzpotenziale in den kleinen Pensionen bis hin zu
größeren Hotels (KMU) zu erschließen, eignet sich das Instrument der
Energieeffizienzberatung, das aktuell von der KfW gefördert wird. Dabei wird
zwischen einer Initialberatung (80% Förderung) und der Detailberatung (60%
Förderung) unterschieden.
Hierzu sollte die Stadt Norderney, WBN oder ein externer Berater jedes
W1 Gestgewerbe (KMU) auf Norderney von dieser Möglichkeit informieren. Das
Gastgewerbe wird an eine oder mehrere regionale Beratungsstellen (BEKS
EnergieEffizeinz GmbH in Bremen oder passenden Regionalpartner) verwiesen,
über die eine Antragstellung abgewickelt wird.
Als Slogan könnte z.B. dienen: "Wie umweltfreundlich ist unsere Einrichtung?"
sehr hoch
-
-
Kampagne zur Minimierung von Verpackungsmaterialien und Müll. Im Fokus
sollten regionale, bzw. nicht weiter verarbeitete Produkte stehen, da nur hier
eine wirkliche Einflussnahme auf die Verpackung gegeben ist. Es könnten z.B.
W2 werbewirksam "Vorratsdosen" für den Aufschnitt- oder Käseeinkauf
ausgegeben werden oder beim Bäcker gibt es "Mehrweg"-Brötchenbeutel. Bei
Non-Food-Artikel könnten ebenfalls keine Plastiktüten mehr ausgegeben
werden.
Die öffentlichen Liegenschaften beziehen bereits zu 100 % Ökostrom. Für das
Gastgewerbe sollen Anreizsystem entwickelt werden, um auf Ökostrombezug
umzustellen. Im Anbieterverzeichnis könnten diese Betriebe prioritär gelistet
werde. Es können zusätzlich finanzielle Anreize bei einem Tarifwechsel zu
W3
Ökostrom gegeben werden (Gutscheine, Preisrabatte). Der Ökostrompreis darf
nicht viel höher sein als der Normaltarif. Parallel dazu wäre eine
Informationskampagne in Presse und Flyern auch für die privaten Haushalte
empfehlenswert.
mittel
10.000
hoch
-
Nr. Kurzbeschreibung
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
1.000
2013 - 2020
ja
5.000
-
0
nein
-
-
2013 - 2018
ja
W
Schlussbericht
Seite 170
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Kurzbeschreibung
Die Umrüstung auf LED-Beleuchtung soll durch einen gemeinsamen Einkauf
o.a. gefördert werden.Einsatz von LED-Beleuchtung in der Innen- und
Außenbeleuchtung, vor allem zu empfehlen für den Ersatz von Halogenlampen
(innen) und HQL (Außenbeleuchtung). Für Gewerbebetriebe, Privathaushalte,
W4
Hotels und Pensionen die Möglichkeiten einer Beratung prüfen (hier vor allem
die Außenbeleuchtung) und Info-Flyer oder Broschüre verteilen. Umsetzung
kann auch über eine Contracting-Ausschreibung realisiert werden.
mittel
einmalige
Anschubkosten
[€]
-
hoch
400.000
Priorität
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
-
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
2013 - 2016
ja
2013 - 2020
ja
V
Ausstattung der öffentlichen Betriebe vornehmlich mit Elektro- und
Hybridfahrzeugen. Erste Fahrzeuge werden bereits mit gutem Erfolg
V1
eingesetzt. Eventuell Kampagne mit VW und unterstützend Werbeflächen
vermarkten (Finanzierung).
Schlussbericht
8.000
96
Seite 171
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Kurzbeschreibung
Gemeinsam mit der Frisia soll der Fährverkehr von Norden nach Juist und
Norderney (Maßnahme V2-Norderney) energetisch verbessert werden. Hierzu
gibt es bereits ein Forschungsvorhaben unter Beteiligung von Juist, Herr
Vodde), das zunächst auf eine Substitution der mit Diesel betriebenen
Generatoren für den Bordstrom mit Brennstoffzellen setzt. Nach Abschluss der
ersten Phase mit der Erzeugung von Bordstrom soll auch die Anwendbarkeit
von Brennstoffzellen für den Schiffsantrieb geprüft werden. Auch die
Substitution des Generatorbetriebes durch Brennstoffzellen müsste im
Bordbetrieb durch Frisia geprüft werden (Kosten/Nutzenanalyse). Prüfbar wäre
außerdem, ob der Diesel-Motor zwischenzeitlich nicht durch einen
Erdgasmotor zu ersetzen wäre. Erdgas wiederum sollte durch Biogas oder wie
bereits bei Audi angewandt, durch "Wind-Gas" ersetzt werden. Auch ist der
V2
Einsatz von Gasmotoren denkbar. Angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen
im Schiffbau und in der Motorenentwicklung ist eine sukzessive Einführung mit
LNG (Liquid Natural Gas, also verflüssigtes Erdgas) betriebener Schiffe für alle
Fahrtgebiete und Einsatzprofile bis zum Jahre 2020 ein konkret mögliches
Szenario, das aus Gründen der betrieblichen Ökonomie und des Klimaschutzes
zu befürworten wäre und dessen Realisierung konkrete Formen anzunehmen
beginnt.
In Nordfriesland wird derzeit eine weitgehend emissionsfreie Fähre mit
geringst möglichem Tiefgang (1,5 m) entwickelt, deren Ersteinsatz im Herbst
2013 geplant ist. Ab August 2014 sollen zwei LNG Hybrid Fähren die Orte
Dagebüll – Wyk – Wittdün anfahren
Die angestrebte Verminderung des klimawirksamen CO2 Ausstoßes beträgt
40%
allein soll
überbesser
die höhere
Effizienz
des Antriebes.
Der ÖPNV
ausgebaut
werden
um den Individualverkehr zu
mittel
einmalige
Anschubkosten
[€]
k.A.
niedrig
k.A.
Priorität
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
8.000
650
k.A.
k.A.
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
2013 - 2020
ja
2013 - 2020
ja
reduzieren. Zusammenarbeit mit Landkreis Aurich. Das Angebot "Urlauberbus"
V3 im Landkreis Aurich gilt bisher nicht für Norderney. Überprüfung, ob dieses
Angebot zukünftig auch auf Norderney übertragen werden kann, um eine noch
bessere Akzeptanz für den ÖPNV zu schaffen.
Schlussbericht
Seite 172
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
hoch
-
-
hoch
61.500
mittel
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
-
2013 - 2018
ja
58.500
-
2013 - 2018
ja
-
-
-
2.013
ja
493.500
97.500
2.999
I
Die bisher schon eingeführte Energieberatung durch die WBN soll überprüft
und erweitert werden. Gegebenenfalls können externe Bafa-Energieberater
mit eingebunden werden, die die Unternehmen betreuen würden. Die
Energieberatung könnte Haushalte kostenlos beraten und bei einem
Hausbesuch "Stromfressern" aufspüren und nützliche Tipps zum Stromsparen
I1
an den Bürger übermitteln, außerdem könnte die Energieberatung bei der
"Norderney-LED" unterstützende Arbeit leisten. Diese Maßnahmen ließe sich
auch hervorragend mit "Informationskampagne Wärmedämmung" (HH3)
kombinieren. Diese Energieberatung wäre in Zusammenhang mit HH3 eine
einführende Initialberatung.
Die Stadt Norderney in Zusammenarbeit mit der WBN legen drei
nebenstehende Anreiz-Förderprogramme auf, um die Energieeffizienz und die
I2
Sanierungsrate zu erhöhen. Gleichzeitig sollen Best-Practice-Beispiele gezeigt
und Veranstaltungen durchgeführt werden (siehe Maßnahme G5)
Ü
Angebot einer Hochschule zur wissenschaftlichen Begleitung für eine CO2Messung im bodennahen Bereich für ein Jahr liegt der Stadt Norderney vor.
Ü1 Über diese Aktion und andere durchgeführten Klimaschutz-Maßnahmen, die
die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes betreffen, könnte auf der
Internetseite Norderneys aktuell berichtet werden.
Summe
Schlussbericht
Seite 173
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
5.4.1 Maßnahmenblätter Norderney
E1
Ausbau von Mini-BHKW´s in Mehrfamilienhäusern/Gastgewerbe
Kurzbeschreibung
Kampagne zur verstärkten Einführung von Mini-BHKW´s in Mehrfamilienhäusern und im
Gastgewerbe, z.B. über Contractingangebote der WBN. Mini-BHKW (bis 50 kWel) in Haushalten
und Gewerbebetrieben können durch die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom die
Effizienz der Energieerzeugung verbessern. Der Gesamtwirkungsgrad der Geräte liegt bei etwa 90
%.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Kampagne selbst erzeugt keine direkten CO2-Einsparung; Potenzial durch BHKW-Einsatz bei
Umsetzung aber hoch, geschätzt bei 1.000 kWel Zubau bis 2020 ca. 1.600 t CO2-Einsparung
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
-€
- €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Prüfung im Einzelfall oder vorab durch Potenzialanalyse, Konzept durch WBN oder externe
Berater. Eventuell kann Stadt Norderney Kampagne mit Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.
Wirkungstiefe:
gering
1
Lokale Wertschöpfung:
Regionale Handwerksbetriebe übernehmen im Idealfall Einbau und Wartung.
3
Umsetzungsfähigkeit:
gut, durch mögliche Zusammenarbeit von WBN mit WGN, eventuell Förderprogramm als
Anschub notwendig, event. Konkurrenz zu den vorhandenen Nahwärmenetzen
3
Hauptakteure:
WBN, WGN
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Norden E3, eventuell gemeinsame Kampagne und Öffentlichkeitsarbeit
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Zusammenarbeit mit WGN und eventuell mit Stadtwerke Norden, die ebenfalls eine Kampagne für
Mini-BHKW durchführen wollen.
Priorität:
Schlussbericht
mittel
Seite 174
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
E2
Rechtliche Sicherheit für die Umsetzung zum Ausbau von solarthermischen und
PV-Anlagen
Kurzbeschreibung
Die Stadt Norderney/Bauamt gibt rechtliche Sicherheit bei der Umsetzung von solarthermischen
und PV-Anlagen. Hierfür wäre ein Ansprechpartner der Stadtverwaltung regelmäßig für
interessierte Bauherren erreichbar.
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar, keine direkten Einsparung
- t/a
1
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
-€
- €/a
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kann durch Bauamt mit übernommen werden. Keine zusätzliche Kosten durch zusätzliches
Personal.
Wirkungstiefe:
mittel.
2
Lokale Wertschöpfung:
Durch die angebotene Hilfestellung kann die Auftragslage für Handwerker verbessert werden.
2
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut, da Fachbereich III Bauen und Umwelt vorhanden
4
Hauptakteure:
Stadt Norderney
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Grundsätzlich ist eine solche Hilfestellung zu begrüßen, sollte in Kombination mit anderen
Maßnahmen stattfinden, jedoch ist auf Norderney keine weitere Maßnahme in Zusammenhang
mit Solarnutzung geplant. Bekanntmachung der Hilfestellung in den regionalen Medien.
Solarpotenziale vorhanden.
Priorität:
Schlussbericht
mittel
Seite 175
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH 1
Kochen und Essen für den Klimaschutz
Kurzbeschreibung
Die Stadt Norderney informiert in einer Kampagne über den Zusammenhang zwischen Ernährung
und CO2-Emissionen. Hierzu kann sie selber Vorbild sein, mit der Einführung eines
"Vegetarischen Tages" in der Kantine oder diesen Tag als Kampagne in den privaten
Haushalten/Hotels/Gastronomie bewerben. Gleichzeitig können Kurse zum energieeffizienten
Kochen angeboten werden.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar.
4
Kosteneffizienz:
5.000 €
1.000 €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
5 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten für externe Berater für Kampagne = 5.000,--, evtl. mit DEHOGA, Kosten für jährliche
Anpassung an externe Berater = 1.000,-- (Öffentlichkeitsarbeit). Die Kochkurse für
energieeffizientes Kochen für die Gastronomie könnten von der DEHOGA angeboten werden und
sind nicht enthalten.
3
Wirkungstiefe:
gut, Einwohner und Touristen können für das Thema CO2 nachhaltig sensibilisiert werden.
Lokale Wertschöpfung:
mittel, je mehr Produkte regional beschafft werden.
2
Umsetzungsfähigkeit:
auf Juist wird diese Maßnahme bereits umgesetzt
4
Hauptakteure:
Stadt Norderney, evtl. externer Berater, DEHOGA
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G8
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2018
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Zusammenarbeit mit Juist und diese Erfahrung nutzen
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 176
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH 2
CO2-Prämie für Haushalte und Gastgewerbe
Kurzbeschreibung
Die Wirtschaftsbetriebe belohnen Energieeinsparung. Über einen Zeitraum von z. B. 3 Jahren wird
die Energieeinsparung in ausgewählten Haushalten/Hotels durch die WBN begleitet und durch
z.B. 20 Euro pro eingesparte Tonne CO2 vergütet (analog dem Projekt der EWE "CO2Reduktionszertifikate" im LK Emsland). Zusätzlich kann eine Auszeichnung für das Gastgewerbe
erfolgen.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar.
4
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
3 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
keine Kosten für die Stadt Norderney, Prämie wird durch WBN ausgezahlt, evtl. Kosten für die
Stadt für die zusätzliche Auszeichnung des Gastgewerbes.
4
Wirkungstiefe:
Sensibilisierung der Bürger nicht nur für die Kostenersparnis, sondern auch für das Thema CO2Einsparung über einen längeren Zeitraum.
Lokale Wertschöpfung:
hoch, da Maßnahmen zur Energieeinsparung lokal umgesetzt werden.
3
Umsetzungsfähigkeit:
4
sehr gut. Die WBN kann in Zusammenarbeit mit der EWE aus deren Projekt CO2Reduktionszertifikate" vorhandenes Know-how nutzen.
Hauptakteure:
WBN, Haushalte, Gastgewerbe, eventuell EWE
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2016
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Kontaktaufnahme zu EWE und deren Erfahrung nutzen
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 177
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH 3
Informationskampagne und qualifizierte Beratung zu Wärmedämmung für
Haushalte und Gastgewerbe
Kurzbeschreibung
Informationskampagne zu Wärmedämmmaßnahmen (auch Kerndämmung) um Vorbehalte
abzubauen und Einsparpotenziale aufzuzeigen. Die Informationskampagne besteht aus
a)Öffentlichkeitsarbeit b)Qualifizierter Beratung c)Fördertopf "Wärmeschutz im Gebäudebestand"
(siehe I 2). Als Ergänzung des KfW-Sanierungsprogramms, das auf eine umfassende Sanierung
abzielt, erhalten Bürger und Gastgewerbe auf Norderney einen Zuschuss zu einer qualifizierten
Energieberatung und eine Anreizförderung für die wärmetechnische Sanierung von Einzelbauteilen
(Außenwand, Dach, Geschossdecke, Kellerdecke, Passivhausfenster). Voraussetzung für die
Inanspruchnahme der Fördergelder für den Wärmeschutz ist ist eine im Vorfeld durchgeführte
Beratung durch einen fachkundigen Energieberater. Diese qualifizierte Energieberberatung als VorOrt-Beratung sollte zusätzlich zur BAFA-Vor-Ort-Beratung gefördert werden (z.B. mit 125 Euro je
qualifizierter Vor-Ort-Beratung). Der Energieberater könnte von der WBN oder ein externer BafaEnergieberater sein.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Maßnahme ist wichtiger Bestandteil, um Gebäudesanierungsquote von derzeit 1 auf zukünftig 2
% zu erhöhen. Beratung selbst erzielt noch keine CO2-Einsparung. Sehr hohes Potenzial!
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
9.000 €
9.000 €/a
5 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Fördertopf in einer Größenordnung von 1,5 Euro pro Einwohner = 9.000,-- € pro Jahr. Angestrebt
sollten 50 Energieberatungen/Jahr sein = 50 x 125,-- = 6.250,--€ plus 2.750,--€/a für
Öffentlichkeitsarbeit und Information. Abwicklung der Informationskampagne und Abwicklung des
Zuschusses für Energieberatung durch Klimschutzmanager. Abwicklung des Förderprogramms (I
2) durch WBN.
4
Wirkungstiefe:
Über Beratungspflicht eine deutliche Qualitätserhöhung bei Sanierung.
4
Lokale Wertschöpfung:
Ca. 50 % der Investitionen in Wärmedämmmaßnahmen an Gebäuden sind Lohnkosten. Da davon
auszugehen ist, dass die überwiegende Anzahl der Sanierungsarbeiten durch lokale
Handwerksbetriebe durchgeführt werden, wird von einer sehr großen lokalen Wertschöpfung
ausgegangen. In Bremen wurde eine durchschnittliche Investition nach erfolgter
Gebäudeenergieberatung von ca. 38.000 Euro festgestellt. (Kamagne "Bremer Modernisieren")
Umsetzungsfähigkeit:
Grundsätzlich sollte die Kampagne nicht ohne einen Anreiz (Förderprogramm Wärmeschutz)
durchgeführt werden.
Hauptakteure:
4
Stadt Norderney, WBN, eventuell externe Bafa-Berater
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
I1, I2
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2018
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Die Umsetzung wird empfohlen.
Priorität:
Schlussbericht
ja
sehr hoch
Seite 178
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 179
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K1
Energetische Sanierung städtischer Gebäude
Kurzbeschreibung
Städtische Gebäude sollen energetisch saniert werden. Dazu wird ein ausgewogenes Konzept
zur Sanierung verschiedener Gebäude(typen) mit einem Sanierungsstandard entwickelt.
Beispielsweise könnte das Rathaus als Leuchtturmprojekt saniert werden. Kindergärten und
Schulen folgen (Multiplikatoren). Zur genauen Abschätzung des Sanierungsbedarfs ist eine
vertiefende Untersuchung der Gebäude notwendig. Dies kann durch Einzeluntersuchungen oder
auch systematisch im Rahmen des KEM erfolgen. Als Grundlage kann hier ein LiegenschaftsKlimaschutzkonzept (G9) durchgeführt werden, das über die Klimaschutz-Initiative mit 50 %
gefördert wird. Um strategische Gebäudesanierung zu betreiben, ist die Einführung eines KEM
notwendig. Es sollten Qualitätsstandards bei der Sanierung für jedes Bauteil festgelegt werden.
2
CO2-Einsparung:
238 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Mindestens 30% des Energiebedarfs; das sind im Kommunalsektor ca. 1.045 MWh/a ErdgasEinsparungen, das entspricht ca. 240 t CO2
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
-€
- €/a
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
7 Jahre
Zunächst Klimaschutzteikonzept Liegenschaften (G9). Kosten sind in dieser Maßnahme enthalten.
Wirkungstiefe:
Hoch - da Vorbildfunktion der Kommune für die Bürger.
3
Lokale Wertschöpfung:
Aufträge an lokale Firmen vergeben.
4
Umsetzungsfähigkeit:
Vorher Liegenschaftskonzept (G9) durchführen.
4
Hauptakteure:
Stadt Norderney, Wirtschaftsbetriebe (Energiekonzept), WGN, SBN
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G9
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Liegenschaftskonzept erstellen lassen. Förderung BMU.
ja
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 180
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K2
Energetische Sanierung des Gebäudebestands der städtischen
Wohnungsbaugesellschaft
Kurzbeschreibung
Den Wohnungsbestands der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (WGN) sukzessive
energetisch sanieren (Wärmeverbundsystem, Austausch Fenster und andere weitreichende
Maßnahmen). KfW-Programme und mögliche andere Fördermittel sollten genutzt werden.
Energieberatung durch Wirtschaftsbetriebe.
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
t/a
Keine Angabe des Energieverbrauchs. Aber Energieeinsparung mind. 30 % bis 70 % möglich.
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
4
-€
- €/a
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten trägt WGN.
Wirkungstiefe:
sehr hoch, Wohnstandard wird angehoben - Vorbildfunktion.
4
Lokale Wertschöpfung:
Aufträge an lokale/regionale Handwerker.
4
Umsetzungsfähigkeit:
Zunächst sollte in einem internen Gutachten der WGN (Fördermöglichkeiten prüfen) der
Sanierungsbedarf festgestellt werden, um dann sukzessive die empfohlenen Maßnahmen
umzusetzen. Eventuell extern vergeben.
3
Hauptakteure:
Stadt Norderney, Wirtschaftsbetriebe, WGN
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Die Umsetzung dieser Maßnahme wird empfohlen.
ja
sehr hoch
Priorität:
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 181
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K3
Umweltfreundliche Beschaffung
Kurzbeschreibung
Es wird auf ein klimafreundliches Beschaffungswesen umgestellt.
Informationen zur umweltfreundlichen Beschaffung allgemein liefert das EU-Projekt "Buy Smart"
(http://www.buy-smart.info/german). Auf der Internetseite des Projekts erhalten öffentliche
Institutionen Leitfäden und Ausschreibungshilfen, Beschaffungsrichtlinien, Informationen über
Label und gute Praxisbeispiele. Informationen zu den Produktgruppen Bürogeräte, Fahrzeuge,
Beleuchtung, Ökostrom und Haushaltsgeräte stehen bereit. Dabei steht auch das Thema Green
IT im Mittelpunkt: der Austausch aller Geräte (PCs, Drucker, Kopierer, etc.) bei
Ersatzbeschaffung gegen Geräte mit der aktuell besten Energieeffizienzklasse spart erheblich
Energie. Standard sollte die Verwendung von 100% Recyclingpapier sein.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
-€
- €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
"Buy Smart" ist ein kostenloses Hilfstool. Bei der Anschaffung in der Regel sehr gute
Kosteneffizienz, da die Mehrkosten über die Nutzungsdauer durch niedrige Energie- und
Wartungskosten rentabel werden.
Wirkungstiefe:
hoch, da Mitarbeiter direkt mit dem Thema konfrontiert werden. Kommune geht mit gutem
Beispiel voran und ist Impulsgeber.
3
Lokale Wertschöpfung:
mittel, je nach möglicher Einbeziehung lokal ansässiger Firmen.
3
3
Umsetzungsfähigkeit:
Verwaltung sollte einen Ratsbeschluss herbeiführen; personeller Aufwand bei der Umstellung auf
klimafreundliche Beschaffungsrichtlinien
Hauptakteure:
Stadt Norderney
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Ratsbeschluss einholen
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 182
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K4
Nutzerprojekt in Kindergarten etablieren
Kurzbeschreibung
Um Energie zu sparen und die eingesparten Kosten dem Kindergarten zur Verfügung zu stellen
wird ein Anreizmodell/Nutzerprojekt im Kindergarten eingeführt. Dieses Anreizmodell ist über die
Klimaschutzinitiative des BMU mit 65 % förderfähig. (Stichwort: fifty-fifty-Projekt).
Externe Fachkräfte führen pädagogische Schulungen zu den Themen Strom, Wärme und Wasser
durch. Diese sollen die Erzieherinnen und Erzieher dazu befähigen, Kindern das Energiesparen
mit Hilfe von kindgerechtem und altersspezifischem Material sowie Experimenten zu vermitteln.
Somit kann schon den Kindergartenkindern ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren
Ressourcen nahe gebracht werden.
In allen beteiligten Einrichtungen wird eine Gebäudebegehung durchgeführt sowie ein
Gebäudegutachten durch einen erfahrenen Energieberater erstellt. Die Gebäudebegehung dient
zur Ermittlung der energetischen Schwachstellen. Es werden Vorschläge in allen
Verbrauchsbereichen für organisatorische bzw. nicht- und gering-investive Maßnahmen erarbeitet,
die später in Zusammenarbeit mit den Kitas aufgegriffen und umgesetzt werden sollten.
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt ca.:
Annahme: 3 Kindergärten und eine 10%ige Einsparung pro Einrichtung bei einer
durchschnittlichen angenommenen CO2-Emission von 50 t/a.
15 t/a
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
8.000 €
8.000 €/a
3 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Die Kosten betragen etwa 2.500,-- €/a und Einrichtung (ohne Förderung). 22.500,-Gesamtsumme. Mit Förderung BMU =ca. 7.875,-- Eigenanteil.
Wirkungstiefe:
sehr hoch; Kinder werden früh mit dem Thema Klimaschutz vertraut gemacht und leben ihn
zukünftig automatisch
4
Lokale Wertschöpfung:
gering, da keine großen Investitionen im lokalen Handwerk
1
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut, Fördermöglichkeiten sind vorhanden; pädagogische Maßnahmen erfordern Zeit- und
Personalaufwand in den Kitas.
4
Hauptakteure:
Stadt Norderney, externer Berater
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
K1
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2016
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Die Maßnahme sollte unbedingt durchgeführt werden.Ausweitung des Projektes auf Schulen
empfehlenswert.
Priorität:
hoch
Schlussbericht
Seite 183
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 184
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
W1
Energieanalyse für das Gastgewerbe
Kurzbeschreibung
Um die Energieeffizienzpotenziale in den kleinen Pensionen bis hin zu größeren Hotels (KMU) zu
erschließen, eignet sich das Instrument der Energieeffizienzberatung, das aktuell von der KfW
gefördert wird. Dabei wird zwischen einer Initialberatung (80% Förderung) und der Detailberatung
(60% Förderung) unterschieden.
Hierzu sollte die Stadt Norderney, WBN oder ein externer Berater jedes Gestgewerbe (KMU) auf
Norderney von dieser Möglichkeit informieren. Das Gastgewerbe wird an eine oder mehrere
regionale Beratungsstellen (BEKS EnergieEffizeinz GmbH in Bremen oder passenden
Regionalpartner) verwiesen, über die eine Antragstellung abgewickelt wird.
Als Slogan könnte z.B. dienen: "Wie umweltfreundlich ist unsere Einrichtung?"
4
CO2-Einsparung:
1.000 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Pro Maßnahmen wurden gemäß Evaluation des KfW-Programms (IREES, Fraunhofer IS) ca.
68.000 kWh Energie eingespart (52.000 kWh Wärme, 16.000 kWh Strom), ca. 20 t pro
Maßnahme im Durchschnitt. Bei 50 Maßnahmen pro Jahr = 1.000 t CO2 pro Jahr (Zielzahl)
4
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
keine zusätzlichen Kosten für Norderney
Wirkungstiefe:
sehr hoch, da auch organisatorische Maßnahmen und Verhaltensänderungen Inhalt von
Initialberatungen sind
4
4
Lokale Wertschöpfung:
Pro Maßnahme wurden gemäß Evaluation des KfW-Programms (IREES, Fraunhofer IS) 23.000
Euro investiert. Eine hohe regionale Wertschöpfung ist möglich.
4
Umsetzungsfähigkeit:
sehr hoch, da bereits langjährige Erfahrung der regionalen Beratungsstellen
Hauptakteure:
Stadt Norderney,regionale Beratungsstelle oder BEKS EnergieEffizienz GmbH, zugelassene
Energieberater, WBN,
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Die Laufzeit ist abhängig von der Laufzeit des Förderprogramms
Priorität:
ja
sehr hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 185
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
W2
Kampagne "Norderney - umverpackungsfrei!"
Kurzbeschreibung
Kampagne zur Minimierung von Verpackungsmaterialien und Müll. Im Fokus sollten regionale,
bzw. nicht weiter verarbeitete Produkte stehen, da nur hier eine wirkliche Einflussnahme auf die
Verpackung gegeben ist. Es könnten z.B. werbewirksam "Vorratsdosen" für den Aufschnitt- oder
Käseeinkauf ausgegeben werden oder beim Bäcker gibt es "Mehrweg"-Brötchenbeutel. Bei NonFood-Artikel könnten ebenfalls keine Plastiktüten mehr ausgegeben werden.
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar.
- t/a
2
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
10.000 €
5.000 €/a
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten für externe Berater für Kampagnenerstellung/Konzept = 10.000.-- €.
Öffentlichkeitsarbeit/jährliche Durchführungskosten = 5.000,-- €
Jahre
3
Wirkungstiefe:
hoch, Sensibiliersierung der Bürger und Urlauber.
2
Lokale Wertschöpfung:
Bei Förderung des Konsums von regionalen Produkten, oder nicht weiterverarbeiteten Produkten
kann eine mittlere bis hohe Wertschöpfung erreicht werden.
Umsetzungsfähigkeit:
Die Maßnahme kann nur durch den Einkauf von regionalen Produkten umgesetzt werden, da
sonst die Verpackung schon auf dem Festland entfernt werden müsste. Aber durch Änderung
des Einkaufsverhaltens der Urlauber, kann dennoch Verpackungsmüll gespart werden.
2
Hauptakteure:
Stadt Norderney, externe Berater, örtlicher Einzelhandel
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G8
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Die Umsetzung der Maßnahme wird empfohlen.
nein
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 186
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
W3
Anreizsysteme Ökostrombezug
Kurzbeschreibung
Die öffentlichen Liegenschaften beziehen bereits zu 100 % Ökostrom. Für das Gastgewerbe
sollen Anreizsystem entwickelt werden, um auf Ökostrombezug umzustellen. Im
Anbieterverzeichnis könnten diese Betriebe prioritär gelistet werde. Es können zusätzlich
finanzielle Anreize bei einem Tarifwechsel zu Ökostrom gegeben werden (Gutscheine,
Preisrabatte). Der Ökostrompreis darf nicht viel höher sein als der Normaltarif. Parallel dazu wäre
eine Informationskampagne in Presse und Flyern auch für die privaten Haushalte empfehlenswert.
0
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Anreizsystem selbst hat keine Einsparung;
Umstieg auf Ökostrom kann im Gastgewerbe gesamt ca. 4.900 t CO2 pro Jahr sparen. EE-Anteil
im lokalen Stromnetz aber ohnehin schon bei über 100%.
CO2-Einsparung:
4
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
5 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Wechsel zu Ökostromanbieter verursacht keine Kosten. Ein Anreizsystem könnte für einen
Monat die Mehrkosten (falls es diese gibt) übernehmen. Kosten für Info-Kampagne WBN.
Wirkungstiefe:
gering, da durch Ökostrombezug allein keine Verhaltensänderung ausgelöst wird.
1
Lokale Wertschöpfung:
Herkunft des Ökostroms muss transparent nachvollziehbar sein. Indirekt hoch, bei eigener
Ökstromproduktion (PV, Windkraftanlagen-Beteiligungen u.a.).
3
Umsetzungsfähigkeit:
sehr hoch durch eigene Wirtschaftsbetriebe unkompliziert möglich.
4
Hauptakteure:
WBN
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2018
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 187
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
W4
LED-Beleuchtung für Gastgewerbe
Kurzbeschreibung
Die Umrüstung auf LED-Beleuchtung soll durch einen gemeinsamen Einkauf o.a. gefördert
werden.Einsatz von LED-Beleuchtung in der Innen- und Außenbeleuchtung, vor allem zu
empfehlen für den Ersatz von Halogenlampen (innen) und HQL (Außenbeleuchtung). Für
Gewerbebetriebe, Privathaushalte, Hotels und Pensionen die Möglichkeiten einer Beratung prüfen
(hier vor allem die Außenbeleuchtung) und Info-Flyer oder Broschüre verteilen. Umsetzung kann
auch über eine Contracting-Ausschreibung realisiert werden.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar
4
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
3 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Gerade der Ersatz von Halogenlampen durch LED ist aufgrund der Energieeinsparung und der
längeren Lebensdauer der LED sehr wirtschaflich (eigene Berechnungen). Kosten für Beratung
durch WBN zum Thema Beleuchtung. Empfehlenswert wäre die Erstellung einer Broschüre für
das Gastgewerbe.
2
Wirkungstiefe:
mittel.
Lokale Wertschöpfung:
gering, LED-Leuchten werden nicht produziert - jedoch könnte ein Gemeinschaftseinkauf sehr
werbewirksam geutzt werden, Stichwort: "die Norderney-LED".
1
Umsetzungsfähigkeit:
mittlerer organisatorischer Aufwand und mittlerer finanzieller Aufwand für die Umsetzung
3
Hauptakteure:
WBN, Stadt Norderney
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
I1,W1,
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2016
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Die Umsetzung wird empfohlen.
Kontaktaufnahme zu LED-Herstellern. Informationen über WBN zum Thema LED, Beratung.
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 188
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V1
Ausstattung der Fahrzeugflotte mit Elektrofahrzeugen (aus regenerativen
Energien)
Kurzbeschreibung
Ausstattung der öffentlichen Betriebe vornehmlich mit Elektro- und Hybridfahrzeugen. Erste
Fahrzeuge werden bereits mit gutem Erfolg eingesetzt. Eventuell Kampagne mit VW und
unterstützend Werbeflächen vermarkten (Finanzierung).
1
96
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
t/a
Elektrofahrzeuge können rechnerisch nahe an einer Nullemission betrieben werden, wenn Sie mit
erneuerbaren Energien "gerechnet" werden. Voraussetzung ist aber grundsätzlich die
Inanspruchnahme eines lokalen Erzeugungsüberschusses, der aber absehbar in vielen
norddeutschen Kommunen erreicht wird.
CO2-Einsparung:
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
400.000 €
8.000 €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Die Kosten der Maßnahme hängen vollständig vom Umfang der Substitution von konventionellen
Fahrzeugen ab. Mehrkosten in der Anschaffung stehen geringere Energiekosten im Betrieb
gegenüber. Mittel- und langfristige Unterhaltungskosten der Fahrzeuge werden derzeit noch in
vielen Modellversuchen ermittelt. Es wird in dieser Maßnahme die sukzessive Anschaffung von
fünf Fahrzeugen pro Jahr bei Mehrkosten von 10.000,-€ pro Fahrzeug bei einer Projektlaufzeit von
8 Jahren zugrunde gelegt. Die Maßnahme kann parallel oder auch überschneiden mit Ansätzen
für ein Carsharing-Modell verfolgt werden. Es wird von einem kontinuierlich erhöhten
Koordinationsaufwand ausgegangen (1/8-Stelle).
4
Wirkungstiefe:
Die Beschaffung von Fahrzeugen mit alternativer Antriebstechnik ist von hohem Symbolwert und
trägt eine Vorbildfunktion in sich. Insbesondere bei Elektrofahrzeugen kommt den Kommunen
eine Vorreiterfunktion zu.
3
Lokale Wertschöpfung:
Die Beschaffung von Fahrzeugen mit alternativer Antriebstechnik ist von hohem Symbolwert und
trägt eine Vorbildfunktion in sich. Insbesondere bei Elektrofahrzeugen kommt den Kommunen
eine Vorreiterfunktion zu.
4
Umsetzungsfähigkeit:
Die Umsetzung ist durch die verbesserte reale Verfügbarkeit von Elektrofahrzeugen - auch
jenseits von Modellversuchen - grundsätzlich ohne weiteres möglich.
Hauptakteure:
Stadt Norderney, Wirtschaftsbetriebe (Energiekonzept), WGN, SBN
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Denkbar bei Verknüpfung mit lokaler regenerativer Energieerzeugung.
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Priorität:
Schlussbericht
ja
hoch
Seite 189
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 190
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V2
Fährverkehr energetisch verbessern
Kurzbeschreibung
Gemeinsam mit der Frisia soll der Fährverkehr von Norden nach Juist und Norderney (Maßnahme
V2-Norderney) energetisch verbessert werden. Hierzu gibt es bereits ein Forschungsvorhaben
unter Beteiligung von Juist, Herr Vodde), das zunächst auf eine Substitution der mit Diesel
betriebenen Generatoren für den Bordstrom mit Brennstoffzellen setzt. Nach Abschluss der
ersten Phase mit der Erzeugung von Bordstrom soll auch die Anwendbarkeit von Brennstoffzellen
für den Schiffsantrieb geprüft werden. Auch die Substitution des Generatorbetriebes durch
Brennstoffzellen müsste im Bordbetrieb durch Frisia geprüft werden (Kosten/Nutzenanalyse).
Prüfbar wäre außerdem, ob der Diesel-Motor zwischenzeitlich nicht durch einen Erdgasmotor zu
ersetzen wäre. Erdgas wiederum sollte durch Biogas oder wie bereits bei Audi angewandt, durch
"Wind-Gas" ersetzt werden. Auch ist der Einsatz von Gasmotoren denkbar. Angesichts der
gegenwärtigen Entwicklungen im Schiffbau und in der Motorenentwicklung ist eine sukzessive
Einführung mit LNG (Liquid Natural Gas, also verflüssigtes Erdgas) betriebener Schiffe für alle
Fahrtgebiete und Einsatzprofile bis zum Jahre 2020 ein konkret mögliches Szenario, das aus
Gründen der betrieblichen Ökonomie und des Klimaschutzes zu befürworten wäre und dessen
Realisierung konkrete Formen anzunehmen beginnt.
In Nordfriesland wird derzeit eine weitgehend emissionsfreie Fähre mit geringst möglichem
Tiefgang (1,5 m) entwickelt, deren Ersteinsatz im Herbst 2013 geplant ist. Ab August 2014 sollen
zwei LNG Hybrid Fähren die Orte Dagebüll – Wyk – Wittdün anfahren
Die angestrebte Verminderung des klimawirksamen CO2 Ausstoßes beträgt 40% allein über die
höhere Effizienz des Antriebes.
4
CO2-Einsparung:
650 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Das grundsätzliche Einsparpotenzial pro Personenkilometer auf der Fähre beträgt ca. 0,3 bis 0,4
kg CO2. Pro Fährfahrt beträgt das Potenzial ca. 1,0 bis 1,6 Tonnen CO2. Unter der Annahme
einer Nullemission mit veränderter Antriebstechnik auf Basis regenerativ erzeugter Brenn- bzw.
Kraftstoffe und der vollständigen Substitution von zunächst 500 konventionellen Fahrten jährlich
im Rahmen eines Modellversuchs können 500 bis 800 Tonnen CO2 eingespart werden. Das
entspräche für Juist der Hälfte der Emissionen aus dem Fährverkehr, für Norderney knapp 10%.
Der Modellversuch bzw. das Forschungsvorhaben, das von einer Klimaschutzmaßnahme der
Insel Juist ausgehend die Erzeugung von Bordstrom mit Brennstoffzellen statt mit
Dieselgeneratoren anstrebt, kann die Grundlage für eine mögliche Erweiterung des
Forschungsvorhabens auch auf den eigentlichen Schiffsantrieb sein.
1
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
k.A. €
8.000 €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten im Rahmen eines Modellversuchs bzw. Modellvorhabens würden annahmegemäß nicht
auf die Kommunen zurückfallen. Es wird dennoch von einem kontinuierlich erhöhten
Koordinationsaufwand während des Modellvorhabens ausgegangen (1/8-Stelle).
Wirkungstiefe:
Die Maßnahme wäre von ungemeiner Sichtbarkeit und Signalwirkung weit über das
Tourismusdreieck hinaus. Die Befreiung des Schiffsverkehrs von der "Fesselung" an
Dieselmotoren wäre ein starkes, olfaktorisch und akustisch wahrnehmbares Signal an alle
Touristen und in die ganze Welt der Schifffahrt.
Schlussbericht
4
Seite 191
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Lokale Wertschöpfung:
Abhängig von eventueller Nutzung lokal erzeugter regenerativer Energien.
0
Umsetzungsfähigkeit:
Technische Umsetzbarkeit wird ebenso wie ökonomische Darstellbarkeit im Modellversuch
getestet. Die Alternativlosigkeit bei der Anfahrt (bis auf das Fliegen) ermöglicht die maßvolle
Umlegung von zusätzlichen Kosten auf Fahrkartenpreise.
2
Hauptakteure:
Stadt Norderney, Inselgemeinde Juist, Frisia
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 192
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V3
ÖPNV verbessern, Urlauberbus auch auf Norderney
Kurzbeschreibung
Der ÖPNV soll besser ausgebaut werden um den Individualverkehr zu reduzieren.
Zusammenarbeit mit Landkreis Aurich. Das Angebot "Urlauberbus" im Landkreis Aurich gilt
bisher nicht für Norderney. Überprüfung, ob dieses Angebot zukünftig auch auf Norderney
übertragen werden kann, um eine noch bessere Akzeptanz für den ÖPNV zu schaffen.
0
k.A. t/a
ÖPNV wirkt in der Regel in der Gesamtbetrachtung der Verkehrsmittel des Umweltverbunds CO2mindernd. Eine Verbesserung des Angebots fügt sich in das übergeordnete Ziel den individuellen
Motorisierungsgrad im Raum des Tourismusdreiecks nicht weiter wachsen zu lassen, um das
technische Potenzial von ca. 20% bei den Kfz-Emissionen voll auszuschöpfen. Ein direkter
Nachweis von Einsparungen lässt sich nur an konkreten Strecken und Auslastungsgraden
unmittelbar errechnen.
1
Kosteneffizienz:
k.A.
€
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
k.A. €/a
7 Jahre
3
Wirkungstiefe:
Hoch. Verbesserungen des ÖPNV haben immer dann starken Signalcharakter, wenn "geklotzt"
und nicht "gekleckert" wird. Vervollständigungen von Taktzeiten, die eine höhere zeitliche
Flexibilität bei der Nutzung ermöglichen, sind dabei ebenso wie günstige und vor allem einfache
Tarifangebote von besonderer Bedeutung.
Lokale Wertschöpfung:
Vermutlich geringere Einnahmen aus Fahrkartenverkauf bei Einführung des Tarifs "Urlauberbus"
bei gleichzeitig erhöhter Anzahl Fahrgäste.
1
Umsetzungsfähigkeit:
Umsetzbarkeit hängt stark am Finanzierungswillen der Kommunen.
Hauptakteure:
Stadt Norderney, LK Aurich, ÖPNV
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
ja
Priorität:
niedrig
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 193
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
I1
Energieberatung (Initialberatung) für private Haushalte und Unternehmer
erweitern
Kurzbeschreibung
Die bisher schon eingeführte Energieberatung durch die WBN soll überprüft und erweitert werden.
Gegebenenfalls können externe Bafa-Energieberater mit eingebunden werden, die die
Unternehmen betreuen würden. Die Energieberatung könnte Haushalte kostenlos beraten und bei
einem Hausbesuch "Stromfressern" aufspüren und nützliche Tipps zum Stromsparen an den
Bürger übermitteln, außerdem könnte die Energieberatung bei der "Norderney-LED"
unterstützende Arbeit leisten. Diese Maßnahmen ließe sich auch hervorragend mit
"Informationskampagne Wärmedämmung" (HH3) kombinieren. Diese Energieberatung wäre in
Zusammenhang mit HH3 eine einführende Initialberatung.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
nicht quantifizierbar
4
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
5 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Energieberatung der WBN kostenlos. Denkbar wäre aber einen kleinen Beitrag (z.B. 25,-- €) ür
die Initialberatung zu fordern, um diese auch "Wert zu schätzen".
4
Wirkungstiefe:
Bei qualitativ guter Beratung werden viele Haushalte erreicht, die so über Energieeffizienzthemen
aufgeklärt werden können.
1
Lokale Wertschöpfung:
zunächt gering, aber hoch bei anschließender Maßnahmenumsetzung
4
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut, da Energieberatung bereits etabliert. Aufbauarbeit.
Hauptakteure:
Stadt Norderney, WBN
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
HH3, I2,
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2018
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
hoch
Priorität:
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 194
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
I2
1. Förderprogramm Energiespargeräte
2. Förderprogramm Thermische Solaranlagen (auch für Bettenanbieter)
3. Förderprogramm für Wärmedämm-Maßnahmen
Kurzbeschreibung
Die Stadt Norderney in Zusammenarbeit mit der WBN legen drei nebenstehende AnreizFörderprogramme auf, um die Energieeffizienz und die Sanierungsrate zu erhöhen. Gleichzeitig
sollen Best-Practice-Beispiele gezeigt und Veranstaltungen durchgeführt werden (siehe
Maßnahme G5)
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
- t/a
Förderprogramme erzielen selbst keine CO2-Reduktionen
1
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
61.500 €
58.500 €/a
5 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
1. Förderprogramm Energiespargeräte = 50,-- €/Gerät, angenommen 50/a = 2.500,--€/a
2. Förderprogramm Thermische Solaranlagen = 150,-- € für Warmwasser und 300,-- € für WW
und Heizungsunterstützung, angenommen 20/ = 6.000,--/a
3. Förderprogramm Wärmedämm-Maßnahmen = ca. 2.000,-- €/je Projekt = 25/a = 50.000,--/a.
Anschubkosten für Bekanntmachung, Öffentlichkeitsarbeit und Information einmalig = 3.000,-- €
Personal bei WBN.
4
Wirkungstiefe:
Förderprogramme bieten einen Anreiz, um das Thema Klimaschutz auch wirklich umzusetzen.
Lokale Wertschöpfung:
Bei Wärmedämmung: Ausführung durch lokale Handwerker.
4
Umsetzungsfähigkeit:
Die Finanzierung der Förderprogramme könnte zusätzlich über Sponsoren erreicht werden.
Mögliche Ansprechpartner: Sparkassen, Baustoffhändler, Elektrobetriebe, EWE
3
Hauptakteure:
Stadt Norderney, WBN
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
HH2, HH3,
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2018
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Die Umsetzung der Maßnahme wird empfohlen. Bei Inanpruchnahme von Fördertöpfen ist parallel
immer eine qualifizierte Beratung (HH3) anzubieten.
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 195
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Ü1
Wissenschaftliche Begleitung "CO2-Messung im bodennahen Bereich"
Kurzbeschreibung
Angebot einer Hochschule zur wissenschaftlichen Begleitung für eine CO2-Messung im
bodennahen Bereich für ein Jahr liegt der Stadt Norderney vor. Über diese Aktion und andere
durchgeführten Klimaschutz-Maßnahmen, die die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes
betreffen, könnte auf der Internetseite Norderneys aktuell berichtet werden.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
4
Kosteneffizienz:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
-€
- €/a
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
1 Jahre
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Wirkungstiefe:
gering, nur bei Berichterstattung.
1
Lokale Wertschöpfung:
sehr gering
0
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut, da Hochschule der Stadt Norderney bereits ein Angebot gemacht hat.
4
Hauptakteure:
Stadt Norderney, Hochschule
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Die Umsetzung der Maßnahme wird empfohlen.
Interessant wären Messungen in 2013 und 2020 durchzuführen, um wissenschaftlich
nachzuweisen, ob es nicht nur eine rechenbare Reduzierung sondern auch eine messbare
Reduzierung der CO2-Emissionen gibt.
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 196
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
5.5
Überblick Baltrum
Nr.
Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
E
E1
Klein-Windkraftanlagen
Kleine, leise Windkraftanlagen mit einer Leistung von 200 W bis 10 kW. Vom
Hafen führt ein Weg über den Deich und die Promenade bis zum ZeltschuppenOst. Hier könnte an jedem 2. oder 3. Mast ein kleiner Windgenerator
angebracht werden (300-600 W). Farblich an die Lampe angepasst, ist er relativ
unauffällig. Aufgrund der Statik ist es erforderlich jeweils einen neuen Mast
inkl. Fundament zu errichten. Die Geräuschentwicklung ist minimal und die
Touristen erkennen, dass Baltrum etwas für den Klimaschutz tut. Einspeisung
des Stroms für die Wärmepumpe des Sindbads denkbar (K2). Dieses Projekt
könnte als Forschungsprojekt oder im Rahmen der Klimaschutzinitiative evtl.
gefördert werden. (siehe auch www.windkraft-anlagen.com)
niedrig
70.000
3.000
mittel
-
sehr hoch
2.000
HH
HH1
HH2
LED-Leuchten-Einkauf für Baltrum Gemeinschaftsaktion LED-Leuchten Einkauf:
Einsatz von LED-Beleuchtung in der Innen- und Außenbeleuchtung, vor allem
zu empfehlen für den Ersatz von Halogenlampen (innen) und HQL
(Außenbeleuchtung). Für Gewerbebetriebe, Privathaushalte, Hotels und
Pensionen die Möglichkeiten einer Beratung prüfen (hier vor allem die
Außenbeleuchtung) und Info-Flyer verteilen. Umsetzung kann auch über eine
Contracting-Ausschreibung realisiert werden.
Aktion "Wärmelecks erkennen"
Schlussbericht
Die vorhandene Wärmebildkamera der Feuerwehr soll für ThermografieAufnahmen an Wohnhäusern und Hotels/Pensionen genutzt werden, um auf
"Wärmelecks" aufmerksam zu machen und damit die Sanierungsrate zu
erhöhen.
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
1
2013 -2015
nein
-
-
2013 - 2018
ja
-
-
ab 2013
ja
Seite 197
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr.
K
K1
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Hallenbades,
Turnhalle, Rathaus, Mehrzweckhalle, Kinderspielhaus, Nationalparkhaus u.a.
Die PV-Anlage auf der Inselschule soll vorrangig realisiert werden. Die Dächer
aller öffentlichen Gebäude werden auf Eignung für Solaranlagen geprüft. Im
Falle von Dachsanierungen wird immer auch die Möglichkeit der Realisierung
einer Solaranlage geprüft. Für die Finanzierung der Maßnahme kommen
unterschiedliche Möglichkeiten in Frage. Zur Akzeptanzsteigerung wird die
Bürgerbeteiligung in Form von Bürgersolaranlagen empfohlen.
Die Wärme der Nordsee (bis in den Dezember meist noch 10 Grad) soll mithilfe
einer "Wasser-Wasser-Wärmepumpe" für die Schwimmbadwassererwärmung
genutzt werden. Dazu soll eine Buhne als "Energiebuhne" mit installiertem
Wärmetauscher dienen. Um den Wirkungsgrad zu verbessern, wird auf dem
Dach des Bades zusätzlich eine solarthermische Anlage installiert. Die
elektrische Energie für die Wärmepumpe kommt idealerweise von einer PVAnlage, die ebenfalls auf dem Dach installiert ist. Alternativ soll der Einsatz
eines Blockheizkraftwerks geprüft werden.
sehr hoch
10.000
-
hoch
5.000
Für die öffentlichen Strandduschen sollen solarthermische Anlagen installiert
werden. Eine Anlage ist bereits erfolgreich auf Baltrum installiert.
hoch
mittel
Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Photovoltaikanlagen auf allen
öffentlichen Liegenschaften
installieren
K2
Energiekonzept für das Sindbad
K3
Solarthermie für öffentliche
Strandduschen
K4
LED-Leuchten-Einkauf für Baltrum Gemeinschaftsaktion LED-Leuchten Einkauf:
Alle alten Leuchtmittel in den öffentlichen Liegeschaften sollen durch neue
sparsame und innovative Leuchten (LED-Leuchten) ersetzt werden. Einsatz von
LED-Beleuchtung in der Innen- und Außenbeleuchtung als
Querschnittsmaßnahmen in öffentlichen Liegenschaften (Ersatzbeschaffung).
Vor allem zu empfehlen für den Ersatz von Halogenlampen (innen) und HQL
(Außenbeleuchtung). Umsetzung kann auch über eine ContractingAusschreibung realisiert werden.
Schlussbericht
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
77
2013 - 2016
ja
-
-
2013 - 2014
ja
15.000
500
k.A.
2013 - 2015
ja
-
-
-
2013 - 2015
ja
Seite 198
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
Die Fähre der Baltrum-Linie 3 hat Anfang 2012 einen neuen, effizienteren
Motor bekommen, der etwa 15-20 % Treibstoff einspart. Die Baltrum 1 soll im
in den nächsten Jahren ebenfalls umgerüstet werden.
hoch
k.A.
-
Auf Baltrum gab es in der Vergangenheit bereits einen Agenda 21-Prozess
durch den Arbeitskreis Energie. Dieser Prozess sollte wieder eingeführt
werden und könnte sich mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem
Klimaschutzkonzept befassen.
Analog dem Heizungsprojekt der Stadtwerke Emden (vor ca. 10 Jahren) eine
Heizungsmodernisierungs-Kampagne für Privathaushalte und
Hotels/Pensionen starten. Dieses Projekt hatte damals einen beeindruckenden
Erfolg (ca. 50% der alten Heizungen wurden ausgetauscht).
Die effektivste Methode, um Heizkosten zu senken, ist eine Modernisierung
der Heizungsanlage. Denn so lässt sich ungenutztes Energiepotenzial nutzen.
Der Einsatz fortschrittlicher Brennwerttechnik mit Erdgas oder Heizöl ist dabei
ein schneller Weg, um die Energieeffizienz im Haus zu verbessern.
mittel
-
hoch
Die vorhandene BAFA-Energieberatung wird zurzeit nicht genutzt. Deshalb
muss über diese geförderte Energieberatung für Privathaushalte informiert
und sie zusätzlich beworben werden.
Der Landkreis Aurich beschäftigt einen eigenen Energieberater, der auch für
Beratungen auf den Inseln in Anspruch genommen werden kann.
Beherbergungsbetrieb können die Förderung durch die KFW (Energieberatung
Mittelstand) in Anspruch nehmen. Hier werden 80 % der Kosten gefördert.
hoch
Nr.
Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
V
V1
Neuer Motor für die Baltrum 3
Agenda 21-Prozess (Arbeitskreis
Energie) wiederbeleben
I
I1
I2
HeizungsmodernisierungsKampagne
I3
Information über BAFAEnergieberatung und KFWEnergieberatung
Schlussbericht
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
146
2012-2017
ja
-
-
kontinuierlich
ja
15.000
-
-
2013 - 2015
ja
5.000
0
0
2013-2015
ja
Seite 199
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr.
Ü
Ü1
Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Zielformulierung: Stromautarkes Durch Installation von PV-Anlagen und BHKWs soll Baltrum rechnerisch bis 2020
Baltrum
stromautark werden. Hierfür ist eine Gesamtstromproduktion von ca. 4.000
MWh/a nötig (Prognose Verbrauch von 2020). PV-Anlagen können 2020 dabei
etwa ca 400 MWh liefern, der Rest müsste durch BHKWs geleistet werden. Dazu
müssten Blockheizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung von etwa 700 kW
installiert werden (z.B. 14 Anlagen a 50 kWel.) Draus würden ca. 5.500 MWh
Wärme bereitgesteltl werden, etwa 1/3 des gesamten Erdgasverbrauchs auf
der Insel. Das wäre nur dann realsitisch, wenn ein Nahwärmenetz auf Baltrum
gebaut würde.
Summe
Schlussbericht
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
hoch
10.000
-
k.A.
132.000
3.500
224
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
2013
ja
Seite 200
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
5.5.1 Maßnahmenblätter Baltrum
E1
Klein-Windkraftanlagen
Kurzbeschreibung
Kleine, leise Windkraftanlagen mit einer Leistung von 200 W bis 10 kW. Vom Hafen führt ein Weg
über den Deich und die Promenade bis zum Zeltschuppen-Ost. Hier könnte an jedem 2. oder 3.
Mast ein kleiner Windgenerator angebracht werden (300-600 W). Farblich an die Lampe
angepasst, ist er relativ unauffällig. Aufgrund der Statik ist es erforderlich jeweils einen neuen
Mast inkl. Fundament zu errichten. Die Geräuschentwicklung ist minimal und die Touristen
erkennen, dass Baltrum etwas für den Klimaschutz tut. Einspeisung des Stroms für die
Wärmepumpe des Sindbads denkbar (K2). Dieses Projekt könnte als Forschungsprojekt oder im
Rahmen der Klimaschutzinitiative evtl. gefördert werden. (siehe auch www.windkraft-anlagen.com)
1
CO2-Einsparung:
1,4 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Annahme: Bei Installation von 10 Klein-Windkraftanlagen (Ertrag bei mittlerer Größe ca.
500kWh/Jahr Strom) entstehen Einsparungen in Höhe von ca. 2,5 MWh/a, das entspricht ca. 1,4
Tonnen/Jahr.
1
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Wartungskosten inklusive Personal betragen:
70.000 €
3.000 €/a
2 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Annahme: Bei Installation von 10 Klein-Windkraftanlagen entstehen pro Anlage Kosten von ca.
7.000 €, das heißt in Summe ca. 70.000 €. (siehe hierzu link: www.kleinwindanlagen.de)
Wirkungstiefe:
gering, aber hohe positive Außenwirkung
1
Lokale Wertschöpfung:
mittel, da lokale Fachfirmen nicht unter dem Vertrieb der Windräder, die auch die Installtion
übernehmen. Aber bei Nutzung der Einspeisevergütung für lokale Klimaschutzprojekte gute
Wertschöpfung.
2
Umsetzungsfähigkeit:
gering, da Projekt noch wenig konkret.
1
Hauptakteure:
Inselgemeinde Baltrum, eventuell Genossenschaft, externer Berater, EWE
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
K2 - Energiekonzept Sindbad
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 -2015
Handlungsempfehlung:
nein
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Ausschreibung anfertigen und Fachfirma mit Installation beauftragen; ggf. Projekt mit Uni/FH
initiieren. Anlagen ab 1 KW sind netzgekoppelt, darunter Batteriebetrieb. Sinnvoll in Kombination
mit Stromversorgung für die Wärmepumpe des SindBads (K2). Maßnahme wird nicht empfohlen
aufgrund hoher Kosten.
Priorität:
Schlussbericht
niedrig
Seite 201
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 202
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH 1
LED-Leuchten-Einkauf für Baltrum
Kurzbeschreibung
Gemeinschaftsaktion LED-Leuchten Einkauf:
Einsatz von LED-Beleuchtung in der Innen- und Außenbeleuchtung, vor allem zu empfehlen für
den Ersatz von Halogenlampen (innen) und HQL (Außenbeleuchtung). Für Gewerbebetriebe,
Privathaushalte, Hotels und Pensionen die Möglichkeiten einer Beratung prüfen (hier vor allem die
Außenbeleuchtung) und Info-Flyer verteilen. Umsetzung kann auch über eine ContractingAusschreibung realisiert werden.
1
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
mittel bis gering, nur grobe Schätzung möglich, da keine Datengrundlage vorhanden
- t/a
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
-€
- €/a
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
- Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Gerade der Ersatz von Halogenlampen durch LED ist aufgrund der Energieeinsparung und der
längeren Lebensdauer der LED sehr wirtschaflich (eigene Berechnungen).
Wirkungstiefe:
in Verbindung mit Öffentlichkeitsarbeit und Informationen kann Baltrum Vorbild für Bürger sein
2
Lokale Wertschöpfung:
gering, da Lampen nicht lokal hergestellt werden, lediglich der örtliche Fachhandel profitiert
1
Umsetzungsfähigkeit:
mittlerer organisatorischer Aufwand und mittlerer finanzieller Aufwand für die Umsetzung
3
Hauptakteure:
Handwerkerinnung, Inselgemeinde Baltrum, Verwaltung, Klimaschutzmanager
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G1 - Klimaschutzmanager
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2018
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Potenzialanalyse und Konzept sofort.
Untersuchung der Halogen-Innenbeleuchtung und Außenbeleuchtung sofort. Mit dem Ersatz von
Leuchtstoffröhren und Kompaktleuchtstofflampen durch LED sollte noch gewartet werden, bis die
Effizienz und die Kosten der LED-Technik optimiert werden.
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 203
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH 2
Aktion "Wärmelecks erkennen"
Kurzbeschreibung
Die vorhandene Wärmebildkamera der Feuerwehr soll für Thermografie-Aufnahmen an
Wohnhäusern und Hotels/Pensionen genutzt werden, um auf "Wärmelecks" aufmerksam zu
machen und damit die Sanierungsrate zu erhöhen.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkten Einsparungen
4
Kosteneffizienz:
2.000 €
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
1 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
2.000 € für Start der Kampagne für Öffentlichkeitsarbeit. Keine Leihgebühr der Kamera
veranschlagt. Kosten für Personaleinsatz und Zeitaufwand;
Kosten für Analyse; interessierte Bürger können einen Kostenaufwand übernehmen
4
Wirkungstiefe:
sehr hoch
3
Lokale Wertschöpfung:
gut; Bürger werden mit einbezogen; lokal ansässige Firmen können Folgeaufträge für Sanierungen
erhalten; Vorbildwirkung
Umsetzungsfähigkeit:
ggf. in Schülerprojekt einbinden; sehr anschauliche Darstellung von Energieeffizienz, nur in
Heizperiode
möglich
Hauptakteure:
3
Inselgemeinde Baltum, BAFA-Enerbieberater, Freiwillige Feuerwehr
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
I2, G5
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
ab 2013
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:, kann nur in Heizperiode durchgeführt werden ja
wenn Kapazität vorhanden Infokampagne starten und mit Messungen beginnen
Priorität:
sehr hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 204
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K1
Photovoltaikanlagen auf allen öffentlichen Liegenschaften installieren
Kurzbeschreibung
Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Hallenbades, Turnhalle, Rathaus,
Mehrzweckhalle, Kinderspielhaus, Nationalparkhaus u.a. Die PV-Anlage auf der Inselschule soll
vorrangig realisiert werden. Die Dächer aller öffentlichen Gebäude werden auf Eignung für
Solaranlagen geprüft. Im Falle von Dachsanierungen wird immer auch die Möglichkeit der
Realisierung einer Solaranlage geprüft. Für die Finanzierung der Maßnahme kommen
unterschiedliche Möglichkeiten in Frage. Zur Akzeptanzsteigerung wird die Bürgerbeteiligung in
Form von Bürgersolaranlagen empfohlen.
4
CO2-Einsparung:
77 t/a
Zubau von 200 kW realistisch, pro kW ca. 900 kWh/a Stromertrag, 180 MWh/a, ca. 77 t CO2Einsparung.
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
10.000 €
- €/a
15 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Höchstens Anschubfinanzierung notwenig. Bei Bürgersolaranlagen oder Investorenmodell fallen für
die Verwaltung keine Kosten an. Bei Eigenfinanzierung über KfW-Kredit über Anlagenlebensdauer
wirtschaftlich. Anschubkosten < 10.000 Euro.
Wirkungstiefe:
Vorbildfunktion der Kommune und kann Bürger der Kommune zum eigenen Handeln bewegen.
1
4
Lokale Wertschöpfung:
Das IWÖ (Institut für Wirtschaftsökologie) hat errechnet, dass allein die Installation einer 1 MW-PVAnlage (Investition ca. 2,5 Mio. Euro) eine lokale Wertschöpfung von 300.000 EUR generiert wird.
Über die Laufzeit von 20 Jahren fallen 157.000 Euro kommunale Steuern an, die lokale
Wertschöpfung beträgt ca. 2,5 Mio. Euro pro MW.
4
Umsetzungsfähigkeit:
keine Hemmnisse erkennbar, Kommune hat direkten Zugriff auf die Dächer.
Hauptakteure:
Inselgemeinde Baltrum;
EWE steht für Gespräche zur Verfügung.
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G1 - Klimaschutzmanager; G9 - Liegenschaftskonzept
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2016
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
sofortige Klärung empfohlen, wie Finanzierung geregelt werden soll und starten!
Gespräche mit EWE führen, ob eine zusätzliche Förderung (für Inselschule) möglich ist.
Priorität:
Schlussbericht
ja
sehr hoch
Seite 205
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 206
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K2
Energiekonzept für das Sindbad
Kurzbeschreibung
Die Wärme der Nordsee (bis in den Dezember meist noch 10 Grad) soll mithilfe einer "WasserWasser-Wärmepumpe" für die Schwimmbadwassererwärmung genutzt werden. Dazu soll eine
Buhne als "Energiebuhne" mit installiertem Wärmetauscher dienen. Um den Wirkungsgrad zu
verbessern, wird auf dem Dach des Bades zusätzlich eine solarthermische Anlage installiert. Die
elektrische Energie für die Wärmepumpe kommt idealerweise von einer PV-Anlage, die ebenfalls
auf dem Dach installiert ist. Alternativ soll der Einsatz eines Blockheizkraftwerks geprüft werden.
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Einsparung bei der Wärmeerzeugung des Schwimmbads von ca. 70 - 80 %;
Konzepterstellung ergibt keine direkte CO2-Einsparung
- t/a
4
Kosteneffizienz:
5.000 €
- €/a
1 Jahre
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Zuerst Erstellung eines Konzeptes ca. 5 T€
Wirkungstiefe:
Vorbildfunktion der Kommune
4
Lokale Wertschöpfung:
hoch durch sehr hohe Einsparungen
4
Umsetzungsfähigkeit:
ggf. ist eine Förderung der Anlage möglich; ggf. als Forschungprojekt
3
Hauptakteure:
Inselgemeinde Baltrum, Kurverwaltung
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
E1 - Kleinwindkraftanlagen
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2014
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
wird aktuell bereits untersucht; Versorgungskonzepte (regenerative Energien oder BHKW) müssen
verglichen
Priorität: und die bestmögliche Variante ausgewählt werden
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 207
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K3
Solarthermie für öffentliche Strandduschen
Kurzbeschreibung
Für die öffentlichen Strandduschen sollen solarthermische Anlagen installiert werden. Eine Anlage
ist bereits erfolgreich auf Baltrum installiert.
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Keine Angaben zur gewünschten Anzahl der Strandduschen.
k.A. t/a
3
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
15.000 €
500 €/a
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
2 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Die Solarthermie Preise richten sich nach der Größe der Kollektorfläche, dem Wärmespeicher
sowie den übrigen erforderlichen Komponenten.
Für jeden installieren Quadratmeter Kollektorfläche werden zwischen 80 und 100 Liter
Warmwasserspeicher veranschlagt. Wenn man die Solarthermie Preise in die einzelnen
Komponenten aufschlüsselt, müssen für die Kollektoren etwa 50% der Gesamtkosten
angenommen werden. Der Pufferspeicher kann mit 25% der Gesamtkosten bewertet werden. Die
Verlegung der Rohre sowie die Pumpe machen den Rest des Preises aus.
Für eine typische Dimensionierung einer Solaranlage zur Brauchwassererwärmung geht man von
1m² Solarkollektorfläche pro Person aus. Die Kosten belaufen sich dabei auf ca. 1000 €. Zum
Vergleich: für einen 4-Personen-Haushalt benötigt man etwa 5 m² Flachkollektoren mit einem 300-lSpeicher. Hierbei lassen sich etwa 50 - 60 % am jährlichen Energieverbrauch durch Warmwasser
einsparen. Die Investitionskosten schwanken beim Einsatz von Flachkollektoren zwischen 4.000
und 6.000 Euro (inkl. Montage). (Quelle: http://www.iwr.de/solar/erricht/solarthermie.html)
Angenommene Investitionskosten: 15.000,-- Euro. 500,-- Euro für jährliche Wartungsarbeiten.
Wirkungstiefe:
sehr hoch; hohe positive Außenwirkung und Vorbildfunktion für andere Inseln und Gemeinden
4
Lokale Wertschöpfung:
gut wenn lokale Installationsfirmen/Handwerker beauftragt werden
3
Umsetzungsfähigkeit:
eine Anlage ist bereits in Betrieb; Umsetzungsfähigkeit demnach gut; technisch machbar;
Erfahrungswerte können übernommen werden
4
Hauptakteure:
Inselgemeinde Baltum
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2015
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Ausschreibung erstellen und Fachfirma mit Installation beauftragen
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 208
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K4
LED-Leuchten-Einkauf für Baltrum
Kurzbeschreibung
Gemeinschaftsaktion LED-Leuchten Einkauf:
Alle alten Leuchtmittel in den öffentlichen Liegeschaften sollen durch neue sparsame und
innovative Leuchten (LED-Leuchten) ersetzt werden. Einsatz von LED-Beleuchtung in der Innenund Außenbeleuchtung als Querschnittsmaßnahmen in öffentlichen Liegenschaften
(Ersatzbeschaffung). Vor allem zu empfehlen für den Ersatz von Halogenlampen (innen) und HQL
(Außenbeleuchtung). Umsetzung kann auch über eine Contracting-Ausschreibung realisiert
werden.
1
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
mittel, nur grobe Schätzung möglich, da keine Datengrundlage vorhanden
4
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
2 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Gerade der Ersatz von Halogenlampen durch LED ist aufgrund der Energieeinsparung und der
längeren Lebensdauer der LED sehr wirtschaflich (eigene Berechnungen).
Wirkungstiefe:
in Verbindung mit Öffentlichkeitsarbeit und Informationen kann Baltrum Vorbild für Bürger sein
2
Lokale Wertschöpfung:
gering, da Lampen nicht lokal hergestellt werden, lediglich der örtliche Fachhandel profitiert
1
Umsetzungsfähigkeit:
mittlerer organisatorischer Aufwand und mittlerer finanzieller Aufwand für die Umsetzung
3
Hauptakteure:
Handwerkerinnung, Inselgemeinde Baltrum, Verwaltung, Klimaschutzmanager
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G1 - Klimaschutzmanager und HH1
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2015
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Potenzialanalyse und Konzept sofort.
Untersuchung der Halogen-Innenbeleuchtung und Außenbeleuchtung sofort. Mit dem Ersatz von
Leuchtstoffröhren und Kompaktleuchtstofflampen durch LED sollte noch gewartet werden, bis die
Effizienz und die Kosten der LED-Technik optimiert werden.
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 209
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V1
Neuer Motor für die Baltrum 3
Kurzbeschreibung
Die Fähre der Baltrum-Linie 3 hat Anfang 2012 einen neuen, effizienteren Motor bekommen, der
etwa 15-20 % Treibstoff einspart. Die Baltrum 1 soll im in den nächsten Jahren ebenfalls
umgerüstet werden.
4
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
sehr hoch, nur Schätzung möglich, 500 MWh Treibstoffeinsparungen
146 t/a
2
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
k.A. €
- €/a
5 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten liegen nicht vor, keine reine Klimaschutzmaßnahmen, deshalb keine Kosten
ausgewiesen.
Wirkungstiefe:
gering, da rein technische Maßnahmen
1
Lokale Wertschöpfung:
mittel, wenn Umnau durch lokale Werft durchgeführt
2
Umsetzungsfähigkeit:
keine Hemmnisse erkennbar, Maßnahme bei einer Fähre bereits umgesetzt
4
Hauptakteure:
Baltrum-Linie
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2012-2017
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Maßnahme zum Teil bereist umgesetzt.
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 210
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
I1
Agenda 21-Prozess (Arbeitskreis Energie) wiederbeleben
Kurzbeschreibung
Auf Baltrum gab es in der Vergangenheit bereits einen Agenda 21-Prozess durch den Arbeitskreis
Energie. Dieser Prozess sollte wieder eingeführt werden und könnte sich mit der Umsetzung der
Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept befassen.
-
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkten Einsparungen
- t/a
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
kontinuierlich Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
es entstehen lediglich Kosten für Meetings; Personalkosten keine: Ehrenamt
3
Wirkungstiefe:
hoch, da Arbeitskreis u. a. die Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen verfolgt und somit
Strukturveränderungen
mit beeinflusst
Lokale Wertschöpfung:
1
4
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut
Hauptakteure:
Inselgemeinde Baltrum
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G1 - Klimaschutzmanager
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
ab 2013 starten
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Arbeitskreis im Rahmen des Klimaschutzmanagements wieder einführen; Personenkreis
identifizieren und sofort mit dem Prozess beginnen.
Priorität:
ja
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 211
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
I2
Heizungsmodernisierungs-Kampagne
Kurzbeschreibung
Analog dem Heizungsprojekt der Stadtwerke Emden (vor ca. 10 Jahren) eine
Heizungsmodernisierungs-Kampagne für Privathaushalte und Hotels/Pensionen starten. Dieses
Projekt hatte damals einen beeindruckenden Erfolg (ca. 50% der alten Heizungen wurden
ausgetauscht).
Die effektivste Methode, um Heizkosten zu senken, ist eine Modernisierung der Heizungsanlage.
Denn so lässt sich ungenutztes Energiepotenzial nutzen. Der Einsatz fortschrittlicher
Brennwerttechnik mit Erdgas oder Heizöl ist dabei ein schneller Weg, um die Energieeffizienz im
Haus zu verbessern.
CO2-Einsparung:
-
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Kampagne selber hat keine direkten Einsparungen;
In Verbindung mit regenerativen Techniken wie beispielsweise der Solarthermie lassen sich durch
eine Heizungsmodernisierung bis zu 40 % der Heizkosten einsparen.
Allein der Austausch alter Heizungspumpen gegen eine Hocheffizienzpumpen spart bis zu 10%
des jährlichen Stromverbrauch.
3
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
15.000 €
- €/a
2 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten für Kampagne ca. 10 T€ für Infoveranstaltungen, Werbemittel, Referenten etc.; zusätzlich
ca. 5.000 € für Gestaltung einer Internetseite oder Einbindung in eigene Seite; newsletter etc.
Wirkungstiefe:
hoch
3
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch
4
Umsetzungsfähigkeit:
gut
3
Hauptakteure:
Handwerker-Innung, EWE, Inselgemeinde Baltrum
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2015
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Kontakt mit den Stadtwerken Emden aufnehmen und neue Kampagne starten; ggf. Beratung durch
externen Dienstleister bzw. in Kooperation mit EWE
Priorität:
Schlussbericht
hoch
Seite 212
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 213
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
I3
Information über BAFA-Energieberatung und KFW-Energieberatung
Kurzbeschreibung
Die vorhandene BAFA-Energieberatung wird zurzeit nicht genutzt. Deshalb muss über diese
geförderte Energieberatung für Privathaushalte informiert und sie zusätzlich beworben werden.
Der Landkreis Aurich beschäftigt einen eigenen Energieberater, der auch für Beratungen auf den
Inseln in Anspruch genommen werden kann. Beherbergungsbetrieb können die Förderung durch die
KFW (Energieberatung Mittelstand) in Anspruch nehmen. Hier werden 80 % der Kosten gefördert.
-
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine
4
Kosteneffizienz:
5.000 €
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
€/a
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
geschätzte Personalkosten für Beratungsgespräche mit dem Energiebeauftragten
2 Jahre
Wirkungstiefe:
mittel; Beratungen lösen unter Umständen Strukturveränderungen aus
2
Lokale Wertschöpfung:
durch Informationen über Förderprogramme hoch; technisch ansonsten keine; insgesamt mittel
2
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut
4
Hauptakteure:
BAFA-Energieberater, Inselgemeinde Baltrum, Landkreis Aurich Verwaltung
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
G1 - Klimaschutzbeauftragter
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013-2015
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Energiebeauftragten des Landkreises Aurich kontaktieren und darauf aufbauend Konzept für
Beratung erstellen und als Kampagne in die Öffentlichkeit tragen. An externes Ing.-Büro vergeben.
hoch
Priorität:
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 214
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Ü1
Zielformulierung: Stromautarkes Baltrum
Kurzbeschreibung
Durch Installation von PV-Anlagen und BHKWs soll Baltrum rechnerisch bis 2020 stromautark
werden. Hierfür ist eine Gesamtstromproduktion von ca. 4.000 MWh/a nötig (Prognose Verbrauch
von 2020). PV-Anlagen können 2020 dabei etwa ca 400 MWh liefern, der Rest müsste durch
BHKWs geleistet werden. Dazu müssten Blockheizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung von
etwa 700 kW installiert werden (z.B. 14 Anlagen a 50 kWel.) Draus würden ca. 5.500 MWh Wärme
bereitgesteltl werden, etwa 1/3 des gesamten Erdgasverbrauchs auf der Insel. Das wäre nur dann
realsitisch, wenn ein Nahwärmenetz auf Baltrum gebaut würde.
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Aus der Zielformulierung ergeben sich noch keine direkten Einsparungen.
k.A. t/a
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
10.000 €
- €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Eine Kosteneinschätzung kann nicht vorgenommen werden, da zunächst ein Konzept erstellt
werden muss, mit welchen Maßnahmen und Techniken dieses Ziel umgesetzt werden soll.
Wirkungstiefe:
sehr hoch; löst Strukurwandel auf allen Ebenen aus
4
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch
4
Umsetzungsfähigkeit:
Durchführung einer Potenzialanalyse empfohlen, Nahwärmenetz mit hohen Investitionskosten
verbunden
Hauptakteure:
Inselgemeinde Baltrum, EWE
1
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
auf Grundlage des InEKK sollte ein Energieversorgungskonzept bzw. Potenzialanalyse erstellt
werden, die die KWK und PV-Potenziale im Einzelnen untersucht; Zahlen müssen fixiert und
beschlossen werden: Bis wann soll wie viel Strom eigenerzeugt werden? Zielformulierung sollte auf
Grundlage der Ergebnnisse der deteillierten Potenzialanalyse vorgenommen werden!
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 215
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
5.6
Überblick Norden
Nr. Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
niedrig
67.750
5.000
sehr hoch
-
mittel
-
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
-
-
nein
-
30.000
7
ja
1.000
-
2
ja
E
E 1 Solarkataster erstellen
Erstellung eines Solardachkatasters für die gesamte Gemeinde. Dabei werden
mit Hilfe von Geodaten oder Luftbildanalyse gut geeignete Dächer identifiziert
und markiert. Diese Daten können dann über eine Website der Stadt für alle
Bürger zur Verfügung gestellt werden. Ein Zubau-Erfolg kann nur über eine
langfristig angelegte Öffentlichkeits-Kampagne erzielt werden, die regelmäßig
auf die Internetseite aufmerksam macht.
E 2 Ausbau der Windkraft in Norden Insgesamt sollen mindestens 9 zusätzliche Windanlagen je 3 MW auf dem
Stadtgebiet von Norden bis 2020 installiert werden. Zusätzlich ca. 54.000 MWh
Stromproduktion.
E 3 Mini-/Mikro BHKW für Ein- bis
Mini-BHKW in Haushalten und Gewerbebetrieben können durch die
Zweifamilienhäuser durch
gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom die Effizienz der
Stadtwerke mit
Energieerzeugung verbessern. Der Gesamtwirkungsgrad der Geräte liegt bei
etwa 90 %. Zur Förderung des Ausbaus von Mikro- und Mini-BHKW (bis 50 kWel)
Finanzierungsmodell
erstellen die Stadtwerke Norden ein Finanzierungsmodell. Eine begleitende
Kampagne zur Einführung von Mini-BHKW´s in Mehrfamilienhäusern und im
Gastgewerbe, z. B. über Contractingangebote ist notwendig.
Schlussbericht
Seite 216
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
HH
HH1 Energieberatung durch die
Stadtwerke ausbauen
Förderung der Energieberatung durch Angebotsverbesserung oder Kampagne
zur Förderung der BAFA-Energieberatung oder einer Haus zu Haus-Kampagne.
Es ist ein Förderprogramm, wie z.B. "Bremer modernisieren" (Projekt der
energiekonsens) denkbar. Private Gebäudebesitzer sollen motiviert werden,
solche qualifizierten Beratungen häufiger in Anspruch zu nehmen; zudem kann
durch Beratung Umfang und Qualität der später umgesetzen Maßnahmen
gesteigert werden.
In Bremen fördert die energiekonsens die Gebäudeenergieberatung mit 125,-Euro je Beratung. Diese können bei Energieberatern, die im Rahmen des
Programms "Bremer Modernisieren" zugelassen sind eingelöst werden. Die
Gebäudeenergieberatung enspricht den Anforderungen der BAFA-Vor-OrtBeratung. BAFA-Förderung kann zusätzlich in Anspruch genommen werden.
Ergebnis: Anzahl der BAFA-Beratungen konnte verdoppelt werden, hohe
Umsetzungsquote der Maßnahme (88% mit durchschnittlich 38.000 €
Sanierungsinvestition).
http://www.bremer-modernisieren.de/_BEK/
sehr hoch
-
-
-
7
ja
HH2 Energierechner auf StadtwerkeHomepage einrichten
Die Stadtwerke richten einen Energieverbrauchsrechner auf ihrer Homepage
ein. Dies ermöglicht die Einordnung des eigenen Energieverbrauchs (Erdgas
und Strom) mittels Ranking. Einspartipps ergänzen dieses Online-Tool. Siehe:
http://www.energieagentur.nrw.de/heizenergiecheck/flash.htm und
http://www.energieagentur.nrw.de/tools/energiecheck/default.asp?site=ea
mittel
-
-
-
7
ja
HH3 Verstärkter Einsatz Smart-Meter
Entwicklung eines Handy-Apps zur Anzeige des aktuellen Energieverbrauchs im
Zuge der Umrüstung auf intelligente Zähler.
niedrig
-
-
-
-
nein
Schlussbericht
Seite 217
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
sehr hoch
-
-
hoch
-
-
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
856
7
ja
-
7
ja
K
K1 Energetische Sanierung
städtischer Gebäude einschl.
Wirtschaftsbetriebe
Konzept zur Sanierung verschiedener Gebäude(typen) auf angepasste
Sanierungsstandards. Ziel: Stadt als Vorreiter! Z. B. das Rathaus als
Leuchtturmprojekt. Kindergärten und Schulen sollten als Multiplikatoren
einbezogen werden. Zur Vorbereitung dieser Maßnahme wird ein
Liegenschaftskonzept für Norden empfohlen (G9) (Teilkonzept
Liegenschaften), da zur genauen Abschätzung des Sanierungsbedarfs eine
vertiefende Untersuchung der Gebäude notwendig ist. Dies kann durch
Einzeluntersuchungen oder auch systematisch im Rahmen des KEM erfolgen.
Anschließend sollten Qualitätsstandards bei der Sanierung für jedes Bauteil
festgelegt werden.
K2 Neubau Kommunaler Gebäude im Zukünftige öffentliche Neubauten in Norden sollten den Passivhaus-Standard
Passivhausstandard
oder Plusenergiehaus-Standard erreichen. Die Kommune kommt ihrer
Vorbildfunktion nach und sorgt dafür, dass Planer und Handwerker sich an die
Bauweise gewöhnen. Ab 2020 gilt die EU-Richtlinie über die
Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, wonach nur noch HocheffizienzGebäude gebaut werden dürfen.
Schlussbericht
Seite 218
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
hoch
2.000
1.000
sehr hoch
8.000
6.000
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
-
2
ja
2.000
7
ja
W
Reihenfolge im
Vermieterverzeichnis aufgrund
von Ökolabel/
Bezug von Ökostrom ändern
W1
1. Zielvereinbarung mit großen Unternehmen
2. Beratung der KFW-Förderprogramme
Die Unternehmen in Norden sollen einen erheblichen Anteil der CO2Einsparungen tragen (siehe Potenzialbetrachtung). Die Kommunen haben nur
einen begrenzten Einfluss auf die Unternehmen und wenig
Kontrollmöglichkeiten. Eine Möglichkeit der Konkretisierung kann eine
Zielvereinbarung mit wichtigen und größeren Unternehmen über zu
erreichende Einsparziele sein, die über ein Energiemonitoring überprüft und
bei Einhaltung mit einem Label (Klimafreundliches Unternehmen)
ausgezeichnet werden. Zusätzlich könnte sich ein Unternehmen als
Klimaschutzunternehmen zertifizieren lassen. Dazu ist eine Kooperation mit
der IHK notwendig. Begleitend ist eine Energieeffizienzberatung, die aktuell
von der KfW gefördert wird in Anspruch zu nehmen. Dabei wird zwischen einer
Initialberatung (80% Förderung) und der Detailberatung (60% Förderung)
unterschieden. Hiezu informiert die Wirtschaftsförderung alle KMU in Norden
von dieser Möglichkeit (regelmäßig!). Die Betriebe werden an regionale
Beratungsstellen oder die BEKS Energieeffizienz GmbH verwiesen, über die
eine Antragstellung abgewickelt wird.
Alle Gastbetriebe, die einen Ökostrombezug nachweisen, werden im
Energieeffizienzberatung und
W2 Zielvereinbarungen für Gewerbe Vermieterverzeichnis mit einem Öko-Label gekennzeichnet und werden in der
und Industrie
Listung bevorzugt behandelt.
Schlussbericht
Seite 219
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
mittel
k.A.
k.A.
sehr hoch
200.000
mittel
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
k.A.
7
ja
200.000
3.600
7
ja
15.000
5.000
58
7
ja
mittel
27.000.000
16.000
k.A.
7
ja
sehr niedrig
k.A.
k.A.
k.A.
-
nein
mittel
400.000
8.000
537
7
ja
V
V1
V2
V3
V4
V5
Ganzjähriger Verkehr Urlauberbus Der "Urlauberbus" ist in erster Linie ein Tarifangebot, dass sich an Touristen
der VEJ
richtet und zur Nutzung des ÖPNV anregen soll. Der günstige Tarif soll zudem
auch die Anreise ohne Auto attraktivieren. Dies gilt umso mehr für die
Zeiträume der Nebensaison, in denen die Anreise mit dem Auto in der Regel
staufrei vonstatten gehen kann und umso attraktiver ist. Die ganzjährige
Ausweitung des Tarifangebots ist daher konsequent.
Förderung des Fahrradverkehrs in Entwicklung und Förderung des Radverkehrs in Norden und der
Norden
Tourismusregion, Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrer. Das
beinhaltet auch positiven Nutzen für das Stadtmarketing im Sinne einer
fahrradfreundlichen Stadt mit Schaffung von adäquaten Angeboten für
Radtouristen. Die Stadt Norden stellt jährlich 200.000,-€ zusätzlich für gezielte
Radverkehrsförderung zur Verfügung.
Car-Sharing Angebot in Norden
Besonders für die Insulaner könnte das Angebot von Leih-PKW in Norden oder
schaffen
Norddeich von Interesse sein.
Einführung eines Carsharing-Angebotes in der Stadt Norden mit dem
Schwerpunkt einer Station an den Fähranlegern mit dem Ziel der Reduktion
des Fahrzeugbestandes und der Fahrzeugemissionen (durch
Hybrid/Erdgas/Elektrofahrzeuge).
Küstenbahn einführen
Reaktivierung der Bahnverbindung Norden-Esens-Wilhelmshaven. Küstenbahn
als Gemeinschaftsaufgabe der Region sichern (regionalpolitische Abstimmung
und Einigung). Es sind verschiedene betriebliche Varianten denkbar. Zusätzlich
liegen genügend Potenziale für Zukunftsvisionen vor (z.B. Optimierung des
Tourismusangebots (Museumsbahn), Anbindungsverbesserung der Inseln und
Fährhäfen).
ÖPNV Anbindung von
Ostermarsch/Westermarsch
verbessern
E-Mobilität
V6
Schlussbericht
Ausbau des ÖPNV (Linien, Taktzeiten) auch in dezentralen Bereichen der Stadt
Norden
Erstellung eines Konzeptes zur verstärkten Einführung der E-Mobilität.
Ausstattung der öffentlichen Betriebe vornehmlich mit Elektro- und
Hybridfahrzeugen.
Seite 220
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
I
Schaffung einer lokalen
Energieagentur
Gründung einer lokalen Energieagentur, event. in Verbindung mit dem
Klimaschutzmanager, als eine Einrichtung für Information und Beratung zu
allen Fragen der energetischen Sanierung und Beleuchtung im Bereich
Gewerbe, Dienstleistung und Handel sowie Haushalte. Die zentrale
Informationsstelle berät auch zu Förderprogrammen von Land, Bund und EU.
Die Akteure in Norden, die in dem Bereich der Energieberatung tätig sind,
könnten gebündelt vertreten werden. Ihre Arbeit wird damit optimiert. Die
Informationsstelle dient als Anlaufstelle für Haushalte und Unternehmen
jeglicher Art sowie Freiberuflern. Eine Vernetzung und Optimierung der
Beratungsaktivitäten ist Ziel der lokalen Energieagentur. Durch die Bündelung
sollen Angebote besser wahrgenommen werden. Die lokale Energieagentur
führt zur besseren Wahrnehmung auch verschiedene Aktionen durch:
Informationen und Aktionen starten:
- Öffentlichkeitsarbeit mit fachlichen Beiträgen
- Geschäftsstelle als Anlaufstelle für Informationssuchende
- Vermittlung von Förderprogramm/Auflegen eigener Programme/Abwicklung
- Anerkennungssystem für gute/gelungene Beispiele entwickeln
- Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes mit dem Klimaschutzmanager
mittel
50.000
82.000
-
-
nein
Klimaschutzkampagne
Um die Bürger und Haushalte aber auch Gewerbebetriebe besser
einzubeziehen und zum eigenen Handeln zu motivieren, soll eine Kampagne
für den Klimaschutz initiiert werden. Mit verschiedenen Aktionen wird die
Aufmerksamkeit für das Thema Klimaschutz erhöht und das Image von
Klimaschutzmaßnahmen verbessert. Außerdem kann der Informationsweg
verbessert und damit die Handlungshemmnisse abgebaut werden, wenn über
alle Aktionen gründliche informiert wird, die die Stadt Norden im Klimaschutz
durchführt. Die Kampagne besteht aus Informations- und Aktionselementen
wie:
1. Internetseite mit einem neuen Aktionslogo
2. Aktionstage/Veranstaltungen/Messen/Themenwochen, z. B.: Energietage
mit Geräteaustausch-Aktionen, Ausstellungen zum Thema "Klimaschutz"
3. Direktvermarktung von regionalen und Bio-Produkten ("Essen aus der
Region")
4. Visualisierung von CO2- und Energieverbrauch (online)
hoch
20.000
10.000
-
6
ja
I1
I2
Schlussbericht
Seite 221
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Nr. Maßnahmentitel
Kurzbeschreibung
Priorität
einmalige
Anschubkosten
[€]
jährliche
CO2DurchführungsEinsparung
kosten
[t/a]
[€/a]
hoch
-
-
-
27.762.750
334.000
37.051
Laufzeit
[Jahre]
sofortige
Umsetzung
empfohlen
1
ja
Ü
Übergeordnete Zielformulierung
im Sinne eines Leitbildes mit
qualitativen und quantitativen
Zielen
Ü1
Klimaschutz soll als strategisches Ziel auf allen Ebenen verankert werden. Dazu
wird eine übergeordnete Zielformulierung im Sinne eines Leitbildes mit
qualitativen und quantitativen Zielen formuliert und politisch beschlossen.
Dieser Beschluss ist Grundlage der Umsetzung von Maßnahmen und sollte zur
Akzeptanzerhöhung mit der Bevölkerung rückgekoppelt werden.
Z.B. "2020 - 200% ernerbare Energie-Region! ". Die Zielformulierung ist in
Zusammenhang mit der Maßnahmen G7 (gemeinsames CO2-Reduktionsziel) zu
beschreiben.
Summe
Schlussbericht
Seite 222
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
5.6.1 Maßnahmenblätter Norden
E1
Solarkataster erstellen
Kurzbeschreibung
Erstellung eines Solardachkatasters für die gesamte Gemeinde. Dabei werden mit Hilfe von
Geodaten oder Luftbildanalyse gut geeignete Dächer identifiziert und markiert. Diese Daten
können dann über eine Website der Stadt für alle Bürger zur Verfügung gestellt werden. Ein
Zubau-Erfolg kann nur über eine langfristig angelegte Öffentlichkeits-Kampagne erzielt werden,
die regelmäßig auf die Internetseite aufmerksam macht.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkten Einsparungen; nur durch die anschließende Informationskampagne, die einen
weiteren Zubau von PV-Anlagen generieren kann.
1
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
67.750 €
5.000 €/a
- Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten belaufen sich auf 57.750 € (ca. 550 EUR pro km²) nur für die Erstellung des Katasters,
weitere Kosten würden für die Kampagne zum Bewerben der Internetseite entstehen (mind.
10.000 Euro). Kostenreduktion eventuell durch Kooperation mit anderen Kommunen möglich.
Jährlich 5.000 Euro für Pflege und Aktionen.
1
Wirkungstiefe:
gering, da nur erstes Potenzial abschätzbar.
Hohe Wirkungstiefe wird nur durch Kombination mit einer Öffentlichkeitskampagne und Beratung
erreicht.
1
Lokale Wertschöpfung:
Nur bei der Installation selbst wird ein Beitrag erzielt. Das IWÖ hat errechnet, dass bei der
Installation einer 1 MW-PV-Anlage (Investition ca. 2,5 Mio. Euro) eine lokale Wertschöpfung von
300.000 EUR generiert wird. Über die Laufzeit von 20 Jahren fallen 157.000 Euro kommunale
Steuern an, die lokale Wertschöpfung beträgt ca. 2,5 Mio. Euro pro MW.
3
Umsetzungsfähigkeit:
keine Hemmnisse erkennbar, Datenschutz beachten; Finanzierung klären
Hauptakteure:
Stadt Norden, Stadtwerke Norden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
nein
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Solarenergienutzung ist vorhanden und es gibt bereits eine große PV-Freiflächenanlage. Deshalb
wird die Umsetzung der Maßnahme kurzfristig nicht empfohlen. Sie sollte bei nachlassendem
Zubau erneut diskutiert werden.
Priorität:
Schlussbericht
niedrig
Seite 223
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 224
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
E2
Ausbau der Windkraft in Norden
Kurzbeschreibung
Insgesamt sollen mindestens 9 zusätzliche Windanlagen je 3 MW auf dem Stadtgebiet von
Norden bis 2020 installiert werden. Zusätzlich ca. 54.000 MWh Stromproduktion.
4
30.000 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt ca.:
9 Windräder a 3 MW installierter Leistung erzielen einen Stromertrag von jeweils etwa 6.000
MWh/a; in Summe ergibt sich eine Stromproduktion von ca. 54 GWh/a, das entspricht einer CO2CO2-Einsparung:
Reduktion von rechnerisch 29.160 Tonnen pro Jahr (ca. 15% der gesamten CO2-Emissionen in
Norden)
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen Investitionskosten in Höhe von ca.:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
-€
- €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
keine gesonderten Kosten (bei Privatinvestoren); lediglich Personalaufwand durch Änderungen im
Flächennutzungsplan, dagegen werden Steuereinnahmen erzielt
Wirkungstiefe:
Vorbildfunktion der Kommune und kann Bürger der Kommune zum eigenen Handeln bewegen;
durch das Erreichen einer 200%-EE-Gemeinde und Kommunikation dieses Ziels, können
Auswirkungen auch für Bürger erzielt werden.
2
Lokale Wertschöpfung:
70 €/kW durch Anlagenplanung und -installation und 55 €/kW im Jahr durch den Betrieb;
kommunale Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommensteuern belaufen sich auf ungefähr 11
€/kW; zusätzlich kann 8 € Pacht/kW erzielt werden, die ebenfalls in der Region bleiben.
4
Umsetzungsfähigkeit:
hoch, wenn Stadtrat politischen Beschluss fasst.
3
Hauptakteure:
Stadt Norden, Stadtwerke Norden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Gespräche mit potenziellen Betreibern führen, unterschiedliche Finanzierungsmodelle
analysieren, geeignete Fläche ausweisen. Flächennutzungsplanänderung und Ausweisung einer
Vorrangfläche, Prüfung einer Bürger-Windkraftanlage. Wichtig: Stadt Norden behält Hoheit/die
Kontrolle!
Priorität:
sehr hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 225
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
E3
Mini-/Mikro BHKW für Ein- bis Zweifamilienhäuser durch Stadtwerke mit
Finanzierungsmodell
Kurzbeschreibung
Mini-BHKW in Haushalten und Gewerbebetrieben können durch die gleichzeitige Erzeugung von
Wärme und Strom die Effizienz der Energieerzeugung verbessern. Der Gesamtwirkungsgrad der
Geräte liegt bei etwa 90 %. Zur Förderung des Ausbaus von Mikro- und Mini-BHKW (bis 50 kWel)
erstellen die Stadtwerke Norden ein Finanzierungsmodell. Eine begleitende Kampagne zur
Einführung von Mini-BHKW´s in Mehrfamilienhäusern und im Gastgewerbe, z. B. über
Contractingangebote ist notwendig.
CO2-Einsparung:
k. A. t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkten Einsparungen;
Abschätzung aufgrund der Komplexität zu diesem Zeitpunkt nicht möglich
wenn der regionale Strommix zu 100 % aus erneuerbaren Energien besteht, keine CO2Entlastung durch Gas-BHKW
0
Kosteneffizienz:
4
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
-€
- €/a
2 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
keine Kosten für Kommune. Stadtwerke Norden übernehmen Kosten für Kampagne.
Mit Wirkung zum 01.04.2012 werden Mini-BHKW bis 20 kW elektrischer Leistung wieder mit
einem Impulsprogramm gefördert. Die Abwicklung der Förderung wird vom Bundesamt für
Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernommen.
Wirkungstiefe:
gering
1
Lokale Wertschöpfung:
hoch, da Einbau und Wartung durch lokale Handwerksbetrieb umgesetzt werden kann
3
3
Umsetzungsfähigkeit:
gut durch Stadtwerke Norden. Finanzierungsmodell durch Contracting. Potenzialberechnung und
Informationskampagne durch Stadtwerke Norden.
Hauptakteure:
Stadtwerke Norden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013- 2015
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Ergebnisse der Potenzialstudie abwarten. Besser Biogas als Brennstoff für BHKW´s einsetzen.
mittel
Priorität:
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 226
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH 1
Energieberatung durch die Stadtwerke ausbauen
Kurzbeschreibung
Förderung der Energieberatung durch Angebotsverbesserung oder Kampagne zur Förderung der
BAFA-Energieberatung oder einer Haus zu Haus-Kampagne. Es ist ein Förderprogramm, wie
z.B. "Bremer modernisieren" (Projekt der energiekonsens) denkbar. Private Gebäudebesitzer
sollen motiviert werden, solche qualifizierten Beratungen häufiger in Anspruch zu nehmen; zudem
kann durch Beratung Umfang und Qualität der später umgesetzen Maßnahmen gesteigert
werden.
In Bremen fördert die energiekonsens die Gebäudeenergieberatung mit 125,-- Euro je Beratung.
Diese können bei Energieberatern, die im Rahmen des Programms "Bremer Modernisieren"
zugelassen sind eingelöst werden. Die Gebäudeenergieberatung enspricht den Anforderungen der
BAFA-Vor-Ort-Beratung. BAFA-Förderung kann zusätzlich in Anspruch genommen werden.
Ergebnis: Anzahl der BAFA-Beratungen konnte verdoppelt werden, hohe Umsetzungsquote der
Maßnahme (88% mit durchschnittlich 38.000 € Sanierungsinvestition).
http://www.bremer-modernisieren.de/_BEK/
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Maßnahme nicht direkt quantifizierbar. Diese Maßnahme ist wichtig, um das aktuelle
Sanierungsniveau von 0,9 % auf 2 % anzuheben.
4
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten der Kampagne und dem Zuschuss für die qualitfizierte Energieberatung tragen die
Stadtwerke
Norden.
Wirkungstiefe:
4
durch Sanierung des "Altbestands" kann eine langfristige Einsparung erzielt werden.
4
Lokale Wertschöpfung:
sehr hohe lokale Wertschöpfung, da Sanierung angestrebt wird. Es profitieren regionale
Handwerker und Berater.
Umsetzungsfähigkeit:
Sponsoren (z.B. Handwerker, Sparkasse) könnten die Finanzierung mit Gutscheinen
unterstützen.
4
Hauptakteure:
Stadtwerke Norden, EWE, evtl. Stadt Norden bei Förderung durch Stadt Norden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Sofern finanzielle Mittel bereitgestellt werden, kann bei begleitender Kampagne sofort umgesetzt
werden. Evaluation der umgesetzen Maßnahmen.
Priorität:
Schlussbericht
sehr hoch
Seite 227
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 228
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH 2
Energierechner auf Stadtwerke-Homepage einrichten
Kurzbeschreibung
Die Stadtwerke richten einen Energieverbrauchsrechner auf ihrer Homepage ein. Dies ermöglicht
die Einordnung des eigenen Energieverbrauchs (Erdgas und Strom) mittels Ranking.
Einspartipps ergänzen dieses Online-Tool. Siehe:
http://www.energieagentur.nrw.de/heizenergiecheck/flash.htm und
http://www.energieagentur.nrw.de/tools/energiecheck/default.asp?site=ea
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Einsparung möglich, aber Kontrolle schwierig.
4
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten wie Lizenzgebühren und regelmäßige Überprüfung übernehmen die Stadtwerke Norden.
Wirkungstiefe:
mittel. Für den Verbraucher ist die Bereitstellung eines Energierechners ein guter Service um
weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung einzuleiten.
2
Lokale Wertschöpfung:
gering
1
4
Umsetzungsfähigkeit:
Ein Programm in dieser Art kann sofort angeschafft werden und in die Homepage der Stadtwerke
integriert werden.
Hauptakteure:
Stadtwerke Norden, EWE
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
event.mit HH 1 kombinierbar
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Hinweis auf Bereitstellung des Energierechners in Presse / Internet. Möglichst Verlinkung mit
anderen Instrumenten und Maßnahmen zur Energieeinsparung (HH1)
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 229
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
HH 3
Verstärkter Einsatz Smart-Meter
Kurzbeschreibung
Entwicklung eines Handy-Apps zur Anzeige des aktuellen Energieverbrauchs im Zuge der
Umrüstung auf intelligente Zähler.
0
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Einsparung nicht direkt quantifizierbar.
- t/a
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
- Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Kosten tragen Stadtwerke Norden.
Wirkungstiefe:
hoch, da sich durch die Anwendung des Apps detailliert mit dem Thema Energieeffzienz
auseinandergesetzt
wird.
Lokale Wertschöpfung:
3
sehr gering
Umsetzungsfähigkeit:
Realisierung nach Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen, voraussichtlich ab 2016
2
Hauptakteure:
Stadtwerke Norden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
nein
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Eher als begleitende und stetig im Hintergrund laufende Maßnahme zu behandeln, da technische
Entwicklung noch nicht weit genug ist, um den Einsatz von smart metern wirklich sinnvoll zu
gestalten.
Priorität:
niedrig
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 230
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K1
Energetische Sanierung städtischer Gebäude einschl. Wirtschaftsbetriebe
Kurzbeschreibung
Konzept zur Sanierung verschiedener Gebäude(typen) auf angepasste Sanierungsstandards. Ziel:
Stadt als Vorreiter! Z. B. das Rathaus als Leuchtturmprojekt. Kindergärten und Schulen sollten
als Multiplikatoren einbezogen werden. Zur Vorbereitung dieser Maßnahme wird ein
Liegenschaftskonzept für Norden empfohlen (G9) (Teilkonzept Liegenschaften), da zur genauen
Abschätzung des Sanierungsbedarfs eine vertiefende Untersuchung der Gebäude notwendig ist.
Dies kann durch Einzeluntersuchungen oder auch systematisch im Rahmen des KEM erfolgen.
Anschließend sollten Qualitätsstandards bei der Sanierung für jedes Bauteil festgelegt werden.
CO2-Einsparung:
856 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Einsparungen liegen bei mindestens 30% des Energiebedarfs im Sektor Kommune. Das
entspricht ca. 856 t/a.
3
Kosteneffizienz:
1
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Zunächst Klimaschutzteikonzept Liegenschaften (G9). Kosten für die energetische Sanierung
nicht
abschätzbar.
Wirkungstiefe:
4
sehr hoch - da Vorbildfunktin der Kommune für die Bürger.
4
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch, da Aufträge an lokale Firmen vergeben werden, soweit nach Vergabe recht möglich.
4
Umsetzungsfähigkeit:
Nach Feststellung der Kosten, sollte wegen der Vorbildfunktion eine Sanierung der öffentlichen
Gebäude erfolgen.
Hauptakteure:
Stadt Norden, Stadtwerke Norden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
siehe Maßnahme G9
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Ratsbeschluss Liegenschaftskonzept für alle Liegenschaften des Tourismusdreiecks gemeinsam
oder allein für Norden.
Priorität:
sehr hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 231
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
K2
Neubau Kommunaler Gebäude im Passivhausstandard
Kurzbeschreibung
Zukünftige öffentliche Neubauten in Norden sollten den Passivhaus-Standard oder
Plusenergiehaus-Standard erreichen. Die Kommune kommt ihrer Vorbildfunktion nach und sorgt
dafür, dass Planer und Handwerker sich an die Bauweise gewöhnen. Ab 2020 gilt die EURichtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, wonach nur noch HocheffizienzGebäude gebaut werden dürfen.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
gering; pro m² werden ca. 50 kWh Wärmeenergie eingespart, bei Realisierung von 1.000 m² ca.
11,4 Tonnen CO2
3
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
mittel; 50-100 Euro/m² Mehrkosten (ca 5%), bei 1.000 m² sind dies 50.000-100.000 Euro
Mehrkosten; dagegen stehen die niedrigeren Energiekosten von ca. 4.000 Euro jährlich;
Amortisation im Rahmen der Nutzungsdauer
4
Wirkungstiefe:
sehr hoch, da Kommune hier als Vorreiter klar erkennbar
4
Lokale Wertschöpfung:
sehr hoch, da Bauleistungen überwiegend von lokalen Handwerksbetrieben durchgeführt werden
4
Umsetzungsfähigkeit:
keine Hemmnisse erkennbar.
Hauptakteure:
Stadt Norden, Bauabteilung
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Je nach Ergebnis des Konzepts mit K1
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Ratsbeschluss vorbereiten
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 232
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
W1
Reihenfolge im Vermieterverzeichnis aufgrund von Ökolabel/
Bezug von Ökostrom ändern
Kurzbeschreibung
Alle Gastbetriebe, die einen Ökostrombezug nachweisen, werden im Vermieterverzeichnis mit
einem Öko-Label gekennzeichnet und werden in der Listung bevorzugt behandelt.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkte CO2-Einsparung quantifizierbar
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
2.000 €
1.000 €/a
2 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Die Vermieter müssten informiert werden. Das Verzeichnis müsste geändert werden. Jährliches
Update. Empfehlenswert: Kampagne für Ökostromumstieg mit Stadtwerken.
Wirkungstiefe:
mittel; durch Nutzung von Ökostrom keine Verhaltenänderung
2
Lokale Wertschöpfung:
hoch, bei Hinweis auf eigener Ökostromproduktion
3
Umsetzungsfähigkeit:
gut, wenn Gastgewerbe und Stadtwerke kooperieren.
3
Hauptakteure:
Stadtwerke Norden, Kurverwaltung Norddeich
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2015
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Zusammenarbeit mit Stadtwerken und Kurverwaltung/Gastgewerbe. Kleine Kampagne zum
Umstieg auf Ökostrom empfehlenswert.
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 233
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
W2
Energieeffizienzberatung und Zielvereinbarungen für Gewerbe und Industrie
Kurzbeschreibung
1. Zielvereinbarung mit großen Unternehmen
2. Beratung der KFW-Förderprogramme
Die Unternehmen in Norden sollen einen erheblichen Anteil der CO2-Einsparungen tragen (siehe
Potenzialbetrachtung). Die Kommunen haben nur einen begrenzten Einfluss auf die Unternehmen
und wenig Kontrollmöglichkeiten. Eine Möglichkeit der Konkretisierung kann eine Zielvereinbarung
mit wichtigen und größeren Unternehmen über zu erreichende Einsparziele sein, die über ein
Energiemonitoring überprüft und bei Einhaltung mit einem Label (Klimafreundliches Unternehmen)
ausgezeichnet werden. Zusätzlich könnte sich ein Unternehmen als Klimaschutzunternehmen
zertifizieren lassen. Dazu ist eine Kooperation mit der IHK notwendig. Begleitend ist eine
Energieeffizienzberatung, die aktuell von der KfW gefördert wird in Anspruch zu nehmen. Dabei
wird zwischen einer Initialberatung (80% Förderung) und der Detailberatung (60% Förderung)
unterschieden. Hiezu informiert die Wirtschaftsförderung alle KMU in Norden von dieser
Möglichkeit (regelmäßig!). Die Betriebe werden an regionale Beratungsstellen oder die BEKS
Energieeffizienz GmbH verwiesen, über die eine Antragstellung abgewickelt wird.
CO2-Einsparung:
2.000 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Pro Maßnahmen wurden gemäß Evaluation des KfW-Programms (IREES, Fraunhofer IS) ca.
68.000 kWh Energie eingespart (52.000 kWh Wärme, 16.000 kWh Strom), ca. 20 t pro
Maßnahme im Durchschnitt. Bei 100 Maßnahmen pro Jahr = 2.000 t CO2 pro Jahr (Zielzahl)
4
Kosteneffizienz:
4
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
8.000 €
6.000 €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
geringe Kosten für das Labeling-Konzept, 2.000 Euro einmalig; personeller Aufwand für
Ansprache, Vereinbarung und Energiecontrolling, 6.000 Euro (1/8-Stelle)
3
Wirkungstiefe:
hoch, da auch organisatorische Maßnahmen und Verhaltensänderungen Inhalt von
Initialberatungen sind. Instrument bindet Betriebe in Norden nachhaltig in Klimaschutzstrategie
ein
4
Lokale Wertschöpfung:
Pro Maßnahme wurden gemäß Evaluation des KfW-Programms (IREES, Fraunhofer IS) 23.000
Euro investiert. Eine sehr hohe regionale Wertschöpfung ist möglich.
3
Umsetzungsfähigkeit:
Umsetzung abhängig von dem Interesse der Betriebe in Norden; personeller Aufwand für
Ansprache
Hauptakteure:
Stadt Norden/Wirtschaftsförderung, IHK
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Priorität:
Schlussbericht
2013 - 2020
ja
sehr hoch
Seite 234
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 235
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V1
Ganzjähriger Verkehr Urlauberbus der VEJ
Kurzbeschreibung
Der "Urlauberbus" ist in erster Linie ein Tarifangebot, dass sich an Touristen richtet und zur
Nutzung des ÖPNV anregen soll. Der günstige Tarif soll zudem auch die Anreise ohne Auto
attraktivieren. Dies gilt umso mehr für die Zeiträume der Nebensaison, in denen die Anreise mit
dem Auto in der Regel staufrei vonstatten gehen kann und umso attraktiver ist. Die ganzjährige
Ausweitung des Tarifangebots ist daher konsequent.
1
CO2-Einsparung:
k.A. t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
ÖPNV wirkt in der Regel in der Gesamtbetrachtung der Verkehrsmittel des Umweltverbunds CO2mindernd. Eine Verbesserung des Angebots fügt sich in das übergeordnete Ziel den individuellen
Motorisierungsgrad im Raum des Tourismusdreiecks nicht weiter wachsen zu lassen, um das
technische Potenzial von ca. 20% bei den Kfz-Emissionen voll auszuschöpfen. Ein direkter
Nachweis von Einsparungen lässt sich nur an konkreten Strecken und Auslastungsgraden
unmittelbar errechnen.
1
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
k.A. €
k.A. €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
gering
2
Wirkungstiefe:
Verbesserungen des ÖPNV haben immer dann starken Signalcharakter, wenn "geklotzt" und
nicht "gekleckert" wird. Vervollständigungen von Taktzeiten, die eine höhere zeitliche Flexibilität
bei der Nutzung ermöglichen, sind dabei ebenso wie günstige und vor allem einfache
Tarifangebote von besonderer Bedeutung.
Lokale Wertschöpfung:
gering
1
Umsetzungsfähigkeit:
Der Verzicht auf Einnahmen der VEJ bedarf der Kompensation aus den Haushalten der
Kommunen. Gesetzt der Voraussetzung, dass diese gewährleistet wird, spricht nichts gegen
eine schnell mögliche Umsetzung.
4
Hauptakteure:
Stadt Norden, VEJ
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
ja
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 236
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V2
Förderung des Fahrradverkehrs in Norden
Kurzbeschreibung
Entwicklung und Förderung des Radverkehrs in Norden und der Tourismusregion, Verbesserung
der Verkehrssituation für Radfahrer. Das beinhaltet auch positiven Nutzen für das Stadtmarketing
im Sinne einer fahrradfreundlichen Stadt mit Schaffung von adäquaten Angeboten für
Radtouristen. Die Stadt Norden stellt jährlich 200.000,-€ zusätzlich für gezielte
Radverkehrsförderung zur Verfügung.
4
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
3.600 t/a
Jeder Kilometer, der mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurück gelegt wird, mindert die CO2-Emission
deutlich. 6 Kilometer Radfahren statt Autofahren spart Geld und 1 kg CO2. Die mehr als 12.000
Pkw in Norden fahren statistisch mehr als 180 Millionen Kilometer jährlich. Würden davon 18
Millionen km stattdessen mit dem Fahrrad zurückgelegt, so würde das 3.600 Tonnen weniger
CO2 bedeuten.
4
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
200.000 €
200.000 €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Die effiziente Anwendung zusätzlicher Mittel für den Radverkehr bedarf einer vorangehenden
Untersuchung der sichtbaren Bedarfe und vor allem der noch nicht bekannten Potenziale im
Sinne einer Bestandsaufnahme und gutachtlichen Erarbeitung von Maßnahmeprioritäten. Es wird
von einem kontinuierlich erhöhten Koordinationsaufwand ausgegangen (1/4-Stelle), der sich aber
mglw. bereits durch bestehende Zuständigkeiten in der Verwaltung im Sinne eine(r)
"Radverkehrsbeauftragte(n)" abbildet. Die Annahmen zu den Anschubkosten umfassen neben der
gutachtlichen Betrachtung auch bereits bauliche und straßenverkehrsbehördliche Maßnahmen
zugunsten des Radverkehrs. Ihre Höhe richtet sich an den Bevölkerungszahlen und
entsprechenden Kennwerten aus anderen Kommunen aus.
4
Wirkungstiefe:
Der Radverkehr ist für alle Kommunen die kostengünstigste Variante, um die Verkehrsmittel des
Umweltverbundes insgesamt nachhaltig auch in der Personenverkehrsleistung voranzubringen.
Die Nutzung des Fahrrades ist grundsätzlich CO2-frei und damit auch dem ÖPNV überlegen.
Ansätze für eine verbesserte Infrastruktur für das Radfahren finden sich vor allem beim
- Fahrradparken auf öffentlichen und privaten Grundstücken (privat: vor allem relevant beim
Einkaufen)
- qualitativ hochwertigen Radwegen auf und neben Fahrbahnen
- Ladestationen für E-Bikes an öffentlichen Orten
Ansätze für eine Statusverbesserung des Radverkehrs finden sich in der Straßenverkehrsordnung
- durch die Möglichkeit zur gegenläufigen Freigabe von Einbahnstraßen,
- der Freistellung der Fahrbahnnutzung, um schnelle Radfahrer (u. a. E-Bikes) die Ausnutzung
ihrer Geschwindkeitspotenziale auch zu ermöglichen
Klassische Förderungsansätze können sich zum Beispiel auch mit der Bezuschussung des
Erwerbs von Fahrrädern z. B. gemeinsam durch Kommune und Arbeitgeber ergeben.
Öffentlichkeitsarbeit und Imagekampagnen können den Radverkehr voranbringen, z. B.
- "Mit dem Rad zur Arbeit", eine Aktion der AOK
- autofreie Sonntage auf vielbefahrenen Straßenabschnitten
- Tag des Fahrrades
Generell gilt, dass das Fahrrad gerade angesichts sich verändernder demografischer
Zusammensetzungen der Bevölkerung ein sehr sanftes und demokratisches Verkehrsmittel ist,
dass - auch durch die Entwicklung des E-Bikes - unabhängige Fortbewegung bis ins hohe Alter
ermöglicht. Gerade hier können befürchtete Wachstumsszenarien zum Fahrzeugbestand und
Motorisierungsdichte verhindert werden.
Schlussbericht
Seite 237
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
2
Lokale Wertschöpfung:
Verbesserung für lokalen Fahrradhandel (E-Bikes gewinnen mit der Fahrbahnnutzung deutlich an
Attraktivität), Werkstätten, Freisetzung bislang gebundener Kaufkraft
4
Umsetzungsfähigkeit:
Das "Rad muss nicht neu erfunden werden". Die Ansätze sind vielfältig und nahezu
unerschöpflich.
Hauptakteure:
Stadt Norden, Wirtschaftsförderung Norden, VEJ
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Priorität:
sehr hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 238
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V3
Car-Sharing Angebot in Norden schaffen
Kurzbeschreibung
Besonders für die Insulaner könnte das Angebot von Leih-PKW in Norden oder Norddeich von
Interesse sein.
Einführung eines Carsharing-Angebotes in der Stadt Norden mit dem Schwerpunkt einer Station
an den Fähranlegern mit dem Ziel der Reduktion des Fahrzeugbestandes und der
Fahrzeugemissionen (durch Hybrid/Erdgas/Elektrofahrzeuge).
0
CO2-Einsparung:
58 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Initialakteure für Carsharing im Rahmen kleinerer Gemeinden können in der Regel nur Kommunen
und/oder Eigenbetriebe der Kommunen sein, die eine Teil Ihrer Fahrzeugflotte mit Carsharing
flexibler organisieren und über einen garantierten Mindestumsatz dem Carsharing-Anbieter eine
Bereitstellung von Fahrzeugen ermöglichen, ohne zu sehr in ein wirtschaftliches Risiko zu gehen.
Weitere Investitionsbeteiligungen müssen in der Regel bei der Erstellung von CarsharingStationen einkalkuliert werden, da die Wirtschaftlichkeit solcher Infrastrukturen stark vom Umsatz
und der realen Nutzungsdauer, d.h. der langfristigen Etablierung des Angebots abhängen.
Siehe dazu auch Maßnahme 1, die als gemeinsame Maßnahme im Tourismusdreieck formuliert
ist.
Aus evaluierenden Untersuchungen ist bekannt, dass Carsharing-Kunden ihr Mobilitätsverhalten
nach einer Phase intensiver Nutzung - analog zum privaten Pkw – nach und nach ihr
Mobilitätsverhalten umstellen und vermehrt die Angebote des Umweltverbunds nutzen. Auf diese
Weise werden pro Carsharing-Kunden jährlich 290 kg CO2 weniger ausgestoßen. Pro Fahrzeug
können 40 Kunden veranschlagt werden. Mit 5 Autos im Angebot würden zunächst maximal 200
Nutzer angesprochen. Bei Erreichen dieser Kundenzahl könnte von einer Minderung der
jährlichen CO2-Emissionen von 58 Tonnen ausgegangen werden.
2
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
15.000 €
5.000 €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Die Durchsetzung des Angebots am Markt hängt neben der Qualität des Angebots maßgeblich
vom langen Atem des Anbieters und der fördernden Kommune ab. Im Landkreis Aurich bieten
sich neben der Kreisstadt selber gerade die Schnittstellen zu den schwach motorisierten Inseln
als Ansiedlungsort an. Dort ist eine gute Chance auf eine kosteneffiziente Umsetzung gegeben.
Der kontinuierliche Koordinationsaufwand wird bereits von der Maßnahme V1 abgebildet. Dieser
läge ggf. beim Landkreis Aurich.
Wirkungstiefe:
Sehr hohe Wirkungstiefe bei den gewonnenen Kunden, da erfahrungsgemäß umfangreiche
Verhaltensänderungen erwartbar sind. Hoher Multiplikationsfaktor durch Kommunikation
funktionierender Angebote.
3
2
Lokale Wertschöpfung:
Die Etablierung von Carsharing würde mit einer Verminderung des individuellen Bedarfs am Besitz
von Pkw einher gehen, was grundsätzlich die Umsätze des lokalen Pkw-Handels mindert.
Grundsätzlich aber setzt die Verringerung der individuellen Mobilitätsausgaben Kaufkraft frei, die
im Gegensatz zu Ausgaben für fossile Energie umfangreich regional und lokal wirken kann.
Gleiches gilt für die Anschaffungskosten für private Pkw.
Schlussbericht
Seite 239
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
1
Umsetzungsfähigkeit:
Die Umsetzungschancen sind mit bislang am Markt bestehenden Modellen eher gering. Der nach
obigem Modell am Markt agierende Anbieter tut sich schwer damit, in kleinere Kommunen und
vor allem "in die Fläche" zu gehen. Neue Chancen könnten sich mit den sich beständig
erweiternden Angeboten der Automobilindustrie ergeben, die Carsharing. als Marktsegment
entdeckt hat. Mögliche Partner vor Ort könnten dann auch die ansässigen Autohäuser sein, was
der lokalen Wertschöpfung zuträglich wäre.
Hauptakteure:
Stadt Norden, Wirtschaftsförderung, Autohäuser, CS-Anbieter
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Priorität:
mittel
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 240
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V4
Küstenbahn einführen
Kurzbeschreibung
Reaktivierung der Bahnverbindung Norden-Esens-Wilhelmshaven. Küstenbahn als
Gemeinschaftsaufgabe der Region sichern (regionalpolitische Abstimmung und Einigung). Es
sind verschiedene betriebliche Varianten denkbar. Zusätzlich liegen genügend Potenziale für
Zukunftsvisionen vor (z.B. Optimierung des Tourismusangebots (Museumsbahn),
Anbindungsverbesserung der Inseln und Fährhäfen).
0
CO2-Einsparung:
k.A. t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Verbesserungen des ÖPNV, hier SPNV, haben immer dann starken Signalcharakter, wenn
"geklotzt" und nicht "gekleckert" wird. Dichte Taktzeiten, die eine höhere zeitliche Flexibilität bei
der Nutzung ermöglichen, sind dabei ebenso wie günstige und vor allem einfache Tarifangebote
von besonderer Bedeutung. Die Bereitstellung einer gänzlich neuen (alten) Infrastruktur, wie sie
hier mit der Wiederherstellung der historischen Bahnstrecke vorgenommen würde, hätte ein sehr
herausgehobene Qualität, die mglw. die Beibehaltung autoarmer Lebensstile in Norden und auf
den Inseln in besonderer Weise voranbringt. Bilanziell sind direkte Vergleiche von CO2-Bilanzen
pro Personkilometer zwischen Bahn und dem Auto meist enttäuschend. Die CO2-mindernde
Wirkung der Bahn entfaltet sich im Zusammenspiel mit den Verkehrsmitteln "zu Fuß" und "mit
dem Rad", um insgesamt eine hohe Mobilitätsqualität auch ohne Auto zu ermöglichen. Die
Berechnungen des Büros PGT zeigen auf, dass jährlich mehr als 5 Millionen Fahrgastkilometer
zusätzlich mit der Bahn zurückgelegt werden könnten.
1
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
27.000.000 €
16.000 €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Es wird von einem kontinuierlich erhöhten Koordinationsaufwand ausgegangen (1/4-Stelle).
4
Wirkungstiefe:
siehe auch Absatz zur CO2-Einsparung. Maßnahme mit sehr grundsätzlichem Symbolcharakter
Lokale Wertschöpfung:
Baumaßnahmen, Reaktivierung von Bahnhöfen, Erschließung von vielen neuen Gebieten mit
Angeboten des öffentlich Nahverkehrs.
3
2
Umsetzungsfähigkeit:
Das Projekt bedarf der Bundes- und Landesfinanzierung. Ein Vorteil des Projektes ist, dass die
Realisierbarkeit grundsätzlich bereits gutachtlich nachgewiesen ist.
Hauptakteure:
Arbeitsgemeinschaft Küstenbahn der Küstengemeinden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
VEJ, Deutsche Bahn, Kommunalpolitik, Landespolitik
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Priorität:
Schlussbericht
ja
mittel
Seite 241
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsf ähigkeit:
Lokale Wertschöpf ung:
Schlussbericht
Kostenef f izienz:
Wirkungstief e:
Seite 242
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V5
ÖPNV Anbindung von Ostermarsch/Westermarsch verbessern
Kurzbeschreibung
Ausbau des ÖPNV (Linien, Taktzeiten) auch in dezentralen Bereichen der Stadt Norden
0
k.A. t/a
ÖPNV wirkt in der Regel in der Gesamtbetrachtung der Verkehrsmittel des Umweltverbunds CO2mindernd. Eine Verbesserung des Angebots fügt sich in das übergeordnete Ziel, den individuellen
Motorisierungsgrad im Raum des Tourismusdreiecks nicht weiter wachsen zu lassen, Dies ist ein
Beitrag, um das technische Potenzial von ca. 20% bei den Kfz-Emissionen voll auszuschöpfen.
Ein direkter Nachweis von CO2-Einsparungen lässt sich nur an konkreten Strecken und
Auslastungsgraden unmittelbar errechnen.
CO2-Einsparung:
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
0
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
k.A. €
k.A. €/a
- Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
2
Wirkungstiefe:
Verbesserungen des ÖPNV haben immer dann starken Signalcharakter, wenn "geklotzt" und
nicht "gekleckert" wird. Vervollständigungen von Taktzeiten, die eine höhere zeitliche Flexibilität
bei der Nutzung ermöglichen, sind dabei ebenso wie günstige und vor allem einfache
Tarifangebote von besonderer Bedeutung.
Lokale Wertschöpfung:
sehr gering
0
Umsetzungsfähigkeit:
schwierig
1
Hauptakteure:
VEJ
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
nein
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Im Rahmen einer Prioritätensetzung sind ÖPNV-Verbesserungen in der Fläche mit geringen
zusätzlichen Nutzerpotenzialen aus Sicht der Minderung von CO2-Emissionen sogar
kontraproduktiv. Bessere und kostengünstigere Ansätze finden sich gerade für die Fläche der
Stadt Norden eher in der Förderung des Radverkehrs.
Priorität:
sehr niedrig
CO2-Einsparung:
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigke
it:
Lokale
Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 243
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
V6
E-Mobilität
Kurzbeschreibung
Erstellung eines Konzeptes zur verstärkten Einführung der E-Mobilität. Ausstattung der
öffentlichen Betriebe vornehmlich mit Elektro- und Hybridfahrzeugen.
2
537 t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
Elektrofahrzeuge können rechnerisch nahe an einer Nullemission betrieben werden, wenn Sie mit
erneuerbaren Energien "gerechnet" werden. Voraussetzung ist aber grundsätzlich die
Inanspruchnahme eines lokalen Erzeugungsüberschusses, der aber absehbar in vielen
norddeutschen Kommunen und auch in Norden erreicht wird. Bei einem Anteil von 2%
Elektrofahrzeugen mit rechnerischer Nullemission bis 2020 würden bei gleichzeitiger Erreichung
des Ziels, keine zusätzliche Fahrzeuge in Norden zuzulassen, wären etwa 240 Fahrzeuge als
elektrisch unterwegs. Damit könnten über 500 Tonnen CO2 eingespart werden.
CO2-Einsparung:
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
1
400.000 €
8.000 €/a
7 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Die Kosten der Maßnahme hängen vollständig vom Umfang der Substitution von konventionellen
Fahrzeugen ab. Mehrkosten in der Anschaffung stehen geringere Energiekosten im Betrieb
gegenüber. Mittel- und langfristige Unterhaltungskosten der Fahrzeuge werden derzeit noch in
vielen Modellversuchen ermittelt. Es werden in dieser Maßnahme die sukzessive Anschaffung von
fünf Fahrzeugen pro Jahr durch die öffentliche Verwaltung und ihrer Eigenbetriebe bei Mehrkosten
von 10.000,-€ pro Fahrzeug und bei einer Projektlaufzeit von 7 Jahren zugrunde gelegt. Es wird
von einem kontinuierlich erhöhten Koordinationsaufwand ausgegangen (1/8-Stelle).
2
Wirkungstiefe:
Die Beschaffung von Fahrzeugen mit alternativer Antriebstechnik durch die öffentliche Verwaltung
ist von hohem Symbolwert und trägt eine Vorbildfunktion in sich. Insbesondere bei
Elektrofahrzeugen kommt den Kommunen eine Vorreiterfunktion zu. Bei einer Zielsetzung von
240 Fahrzeugen bis 2020 müssten auf 40 Fahrzeuge im öffentlichen Gebrauch weitere 200
Fahrzeuge im privaten Gebrauch hinzu kommen. Maßnahmen, die zum Beispiel die Schaffung
von Infrastrukturen wie einem Netz von Stromtankstellen vorsehen, könnten wichtige
Voraussetzungen sein, um derartige Zielsetzungen zu erreichen.
2
Lokale Wertschöpfung:
1
Umsetzungsfähigkeit:
Absehbar scheint sich keine private Nachfrage nach Elektromobilität einzustellen. Die öffentliche
Verwaltung ist aber in der Lage, voranzugehen, wenn sie will. In Kommunen mit Überschüssen
der Erzeugung von regenerativen Energien erscheint das Vorangehen plausibel und rechtfertigbar.
Hauptakteure:
Stadtwerke Norden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
ja
Priorität:
Schlussbericht
2013 - 2020
ja
mittel
Seite 244
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 245
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
I1
Schaffung einer lokalen Energieagentur
Kurzbeschreibung
Gründung einer lokalen Energieagentur, event. in Verbindung mit dem Klimaschutzmanager, als
eine Einrichtung für Information und Beratung zu allen Fragen der energetischen Sanierung und
Beleuchtung im Bereich Gewerbe, Dienstleistung und Handel sowie Haushalte. Die zentrale
Informationsstelle berät auch zu Förderprogrammen von Land, Bund und EU. Die Akteure in
Norden, die in dem Bereich der Energieberatung tätig sind, könnten gebündelt vertreten werden.
Ihre Arbeit wird damit optimiert. Die Informationsstelle dient als Anlaufstelle für Haushalte und
Unternehmen jeglicher Art sowie Freiberuflern. Eine Vernetzung und Optimierung der
Beratungsaktivitäten ist Ziel der lokalen Energieagentur. Durch die Bündelung sollen Angebote
besser wahrgenommen werden. Die lokale Energieagentur führt zur besseren Wahrnehmung
auch verschiedene Aktionen durch:
Informationen und Aktionen starten:
- Öffentlichkeitsarbeit mit fachlichen Beiträgen
- Geschäftsstelle als Anlaufstelle für Informationssuchende
- Vermittlung von Förderprogramm/Auflegen eigener Programme/Abwicklung
- Anerkennungssystem für gute/gelungene Beispiele entwickeln
- Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes mit dem Klimaschutzmanager
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkte Einsparung
2
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
50.000 €
82.000 €/a
- Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Anschubfinanzierung und personeller Aufwand nötig, Konzepterstellung: 5.000 Euro, dann
Gründung z..B. einer gemeinnützigen GmbH (25.000,-- Gründungskosten). 20.000 € Sachkosten
im 1. Jahr/a, sonst 10.000,--/a, Personalkosten mind.: 1 Ing. Stelle 72.000,--/a (Leitung)
Einbindung des Klimaschutzmanagers (Kosten in G1). Synergieeffekt durch Kimaschutzmanager
und Wirtschaftsförderung und Einbindung Dritter.
Wirkungstiefe:
Durch die Errichtung einer lokalen Energieagentur wird die Notwendigkeit der strukturellen
Veränderung aufgezeigt.
4
Lokale Wertschöpfung:
hoch, da durch Beratung Investitionen in Gebäude und Technik ausgelöst wird
3
Umsetzungsfähigkeit:
niedrig, da noch wenig konkret. Konzept muss vorher erstellt werden.
1
Hauptakteure:
Förderverein zur Schaffung lokaler Energieagenturen, Stadt Norden, LK Aurich, Tourismusdreieck
Norden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
grundsätzlich können alle Maßnahmen von einer gemeisamen Koordinierungsstelle profitieren,
Einbindung von G1
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
Handlungsempfehlung:
nein
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Grundsatzbeschluss herbeiführen, Akteure identifizieren, Gesamtkonzept entwickeln und dabei
das genaue Aufgabenfeld und Abgrenzung zu bestehenden Beratungsangeboten definieren,
event. Einrichtung eines Beirats, je nach Organisationsform.
Priorität:
Schlussbericht
mittel
Seite 246
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 247
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
I2
Klimaschutzkampagne
Um die Bürger und Haushalte aber auch Gewerbebetriebe besser einzubeziehen und zum
eigenen Handeln zu motivieren, soll eine Kampagne für den Klimaschutz initiiert werden. Mit
verschiedenen Aktionen wird die Aufmerksamkeit für das Thema Klimaschutz erhöht und das
Image von Klimaschutzmaßnahmen verbessert. Außerdem kann der Informationsweg verbessert
und damit die Handlungshemmnisse abgebaut werden, wenn über alle Aktionen gründliche
informiert wird, die die Stadt Norden im Klimaschutz durchführt. Die Kampagne besteht aus
Informations- und Aktionselementen wie:
1. Internetseite mit einem neuen Aktionslogo
2. Aktionstage/Veranstaltungen/Messen/Themenwochen, z. B.: Energietage mit
Geräteaustausch-Aktionen, Ausstellungen zum Thema "Klimaschutz"
3. Direktvermarktung von regionalen und Bio-Produkten ("Essen aus der Region")
4.
0
COVisualisierung
-Einsparung:von CO - und Energieverbrauch (online)
2
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine direkte Einsparung
2
Kosteneffizienz:
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
20.000 €
10.000 €/a
6 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Für Konzepterstellung ist Klimaschutzmanager zuständig, mind. 20.000 Euro für Konzeption
einer Internetseite und Logo, Aktionen können über Sponsoren finanziert werden. Personeller
Aufwand für Organisation und Aktionsdurchführung (Klimaschutzmanager). Jährliche
Durchführungskosten: 10.000,--/Sachkosten.
4
Wirkungstiefe:
sehr hoch, Klimaschutzaktionen erreichen direkt den Bürge, dadurch Identifizierung mit dem Ziel
und Verhaltensänderungen/Bewußtseinveränderung in Bezug auf die Umwelt und das Klima
Lokale Wertschöpfung:
hoch
2
Umsetzungsfähigkeit:
Die Kommunikation der Tätigkeiten gehören zu allen zukünftigen Aktivitäten dazu.
4
Hauptakteure:
Stadtmarketing in Verbindung mit dem Klimaschutzmanager
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
I1, G1, G5
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2014 - 2020
Handlungsempfehlung:
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
ja
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 248
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
Ü1
Übergeordnete Zielformulierung im Sinne eines Leitbildes mit qualitativen und
quantitativen Zielen
Kurzbeschreibung
Klimaschutz soll als strategisches Ziel auf allen Ebenen verankert werden. Dazu wird eine
übergeordnete Zielformulierung im Sinne eines Leitbildes mit qualitativen und quantitativen Zielen
formuliert und politisch beschlossen. Dieser Beschluss ist Grundlage der Umsetzung von
Maßnahmen und sollte zur Akzeptanzerhöhung mit der Bevölkerung rückgekoppelt werden.
Z.B. "2020 - 200% ernerbare Energie-Region! ". Die Zielformulierung ist in Zusammenhang mit der
Maßnahmen G7 (gemeinsames CO2-Reduktionsziel) zu beschreiben.
0
CO2-Einsparung:
- t/a
Die CO2-Einsparung dieser Maßnahme beträgt:
keine Einsparung, nur Kommunikation der Einsparungsziele
4
Kosteneffizienz:
-€
- €/a
Es entstehen einmalige Anschubkosten in Höhe von:
Die jährlichen Durchführungskosten inklusive Personal betragen:
1 Jahre
Die Laufzeit dieser Maßnahme beträgt:
Personalaufwand für die Erarbeitung der Beschlüsse; Verbreitung via Internet, Flyer, Broschüren
etc.
Wirkungstiefe:
in der Wirkungstiefe gering da nur theoretische Willensbekundung
1
Lokale Wertschöpfung:
sehr gut; Sinn und Zweck des Leitbildes ist eine hohe lokale Wertschöpfung
4
Umsetzungsfähigkeit:
sehr gut
4
Hauptakteure:
Stadt Norden
Abhängig/Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:
Maßgebliche Zielformulierung für alle Maßnahmen, G7
Umsetzungszeitraum:
Die Laufzeit befindet sich im Zeitraum:
2013
Handlungsempfehlung:
ja
Es wird eine sofortige Umsetzung empfohlen:
Zielvereinbarung essentiell für Klimaschutz, auch um das Ziel für das gesamte Bundesgebiet zu
erreichen
Priorität:
hoch
CO2-Einsparung:
Umsetzungsfähigkeit:
Lokale Wertschöpfung:
Schlussbericht
Kosteneffizienz:
Wirkungstiefe:
Seite 249
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
6 Fortschreibung und Erfolgsbilanzierung
6.1
Grundsätzliches
Die Umsetzung des kommunalen Energie- und Klimaschutzkonzepts mit dem vorliegenden
Maßnahmenprogramm bedarf einer regelmäßigen Positionsbestimmung und Anpassung an
aktuelle Entwicklungen. Um personelle und finanzielle Mittel effektiv einzusetzen, ist die Einführung eines Controlling Systems wesentlicher Bestandteil des Umsetzungskonzeptes. Dabei soll das Controlling über den Vergleich des Ist- und Soll-Zustandes hinausgehen. Die Erkenntnisse dienen der Steuerung und Koordinierung des Klimaschutzmanagements in der
Kommune. Werden bei der regelmäßigen Analyse des Umsetzungsstands Abweichungen
vom Plan festgestellt, werden die Instrumente gegebenenfalls angepasst.
Die Einrichtung eines effizienten Maßnahmencontrollings erfordert die Festlegung von – im
optimalen Fall - überprüfbaren Zielen mit einem zeitlichen Rahmen. Allerdings muss hierbei
zwischen „harten oder unmittelbaren“ und „weichen oder mittelbaren“ Klimaschutzmaßnahmen unterschieden werden. Eine mittelbare Maßnahme ist z. B. der Bau einer PV-Anlage
mit eindeutig zu berechnender und messbarer Energieeinsparung. Eine unmittelbare Klimaschutzmaßnahme meint z. B. eine Beratungsstelle, die über Förderprogramme aufklärt.
Durch diese Maßnahme kann keine direkte Energieeinsparung erzielt werden, also auch keine messbare CO2-Emission ermittelt werden. Hier müssen andere Zieldefinitionen, wie
z. B. die Anzahl der Beratungen gefunden werden.
Wesentlich für ein gut funktionierendes Klimaschutzmanagement ist außerdem eine klare
personelle Zuordnung. Wir schlagen dafür das von dem Tourismusdreieck geplante Klimaschutzmanagement mit Einstellung eines „Klimaschutzmanagers“ vor, das im Rahmen der
Klimaschutzinitiative des BMU im Frühjahr 2013 beantragt werden soll. Der Klimaschutzmanager legt einem Entscheidungsgremium Klimaschutzberichte, Maßnahmenberichte und die
fortzuführende Energie- und CO2-Bilanz vor. Außerdem schlägt der Klimaschutzmanager
dem Gremium weitere Strategien und Maßnahmen vor. Der Klimaschutzmanager kann dabei
nicht für die Umsetzung aller Maßnahmen verantwortlich sein, er behält aber den Überblick
über den Sachstand des gesamten Maßnahmenpakets und ergänzt dieses mit weiteren
Maßnahmen, die sich im Laufe der Umsetzung noch ergeben oder angeregt werden.
Wichtig ist außerdem, dass das Klimaschutzmanagement in die vorhandenen Verwaltungsstrukturen eingebunden ist und vor allem mit der Unterstützung des Bürgermeisters und der
Politik die volle Akzeptanz innerhalb der Verwaltung genießt.
6.2
Energie- und CO2-Bilanz und Indikatoren
Das zentrale Instrument zur Kontrolle der Klimaschutzaktivitäten ist die Energie- und CO2Bilanz, die mindestens zweijährig oder dreijährig fortgeschrieben wird. Hier kann die Entwicklung der Energieverbräuche nach Sektoren abgelesen werden. Zusätzlich sollten als Information für eine differenzierte Betrachtung weitere Unterziele anhand von geeigneten Indikatoren überprüfbar gemacht werden: Vorschläge für weitere Unterziele für das Tourismusdreieck sind:
Schlussbericht
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Tabelle 42: Klimaschutzziel für das Tourismusdreieck
Bereich
Stromerzeugung aus erneuerbaren Energie auf kommunalem Gebiet:
Ziel bis 2020
Zusätzlicher Strom aus BHKW:
8.500 MWh/a
Durchschnittlicher Heizenergiekennwert in kommunalen Gebäuden:
70 kWh/(m² a)
Stromkennwert in kommunalen Gebäuden:
10 kWh/(m² a)
Maximaler Energieverbrauch der Straßenbeleuchtung:
850 MWh/a
250.000 MWh/a
Eine weitere Möglichkeit, die eigenen Aktivitäten und Energiekennzahlen zu überprüfen, bietet das
Benchmark Kommunaler Klimaschutz ein internetfähiges Monitoring- und Beratungs-Tool, das in einer
Vielzahl von Kommunen angewendet werden kann. Die Kommune kann per Internet eine Einschätzung
der Klimaschutzkennzahlen erhalten (siehe
Abbildung 54).
Abbildung 54: Beispiel für die Ergebnisdarstellung – http://www.benchmark-kommunalerklimaschutz.net/Maßnahmen-Controlling
Um den Erfolg der empfohlenen Klimaschutzmaßnahmen beurteilen zu können, wird ein einfaches Controlling vorgeschlagen. Im Vorfeld ist unbedingt notwendig, das angestrebte Ziel
der jeweiligen Maßnahme möglichst exakt zu definieren. Dies kann z. B. die Reduktion von
CO2-Emissionen sein oder die erhöhte Teilnehmerzahl einer Veranstaltung. Für das Tourismusdreieck wird ein eigenes Indikatorensystem vorgeschlagen, das für die spezifischen
Maßnahmenempfehlungen des Klimaschutzkonzeptes entwickelt wurde.
Schlussbericht
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Zunächst wird für jede Maßnahme des Handlungsprogramms der jeweilige Erfolgsmaßstab,
bzw. das Ziel formuliert. Anschließend werden Indikatoren ausgewählt, mit deren Hilfe es
möglich ist, den Erfolg der Maßnahme zu bestimmen bzw. zu messen. Der jeweils gewählte
Indikator sowie das mögliche Instrument der Überprüfung beziehen sich dabei auf die spezifisch formulierte Zielformulierung.
Die begleitende Erfolgskontrolle der Umsetzung des Maßnahmenprogramms für das Tourismusdreieck ist eine Aufgabe, die durch das Klimaschutzmanagement weitestgehend intern
geleistet werden sollte. Dafür wird von Seiten des Gutachters ein theoretisches Zeitbudget
von ca. 10% der verfügbaren Arbeitszeit kalkuliert, ggf. auch der Bedarf eines Sachmitteletats von 2.000 – 5.000 EUR/a für die Durchführung einfacher Befragungen (z. B. gemeinsam durchgeführt mit Kooperationspartnern). Ein begleitendes Berichtswesen gegenüber der
Politik gibt dabei Einblick über den Entwicklungsstand hinsichtlich der geplanten und der tatsächlichen zeitlichen Umsetzung. Gleichzeitig dient eine schriftliche Dokumentation des Umsetzungsstandes nicht nur dem Gesamtüberblick, sondern lässt gleichermaßen Rückschlüsse bezüglich des jeweils nächsten notwendigen Arbeitsschrittes zu.
In den nachstehenden Tabellen ist für jede Kommune ein Indikatorensystem für die ihre spezifischen Maßnahmen abgebildet.
Schlussbericht
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Tabelle 43: Erfolgsindikatoren für die Klimaschutzmaßnahmen – Gemeinsame Maßnahmen
Erfolgsindikatoren für das Controlling der Maßnahmenumsetzung - Gemeinsame Maßnahmen
Maßn. Bezeichnung der Maßnahme
Nr.
Erfolg
Erfolgsindikator
Überprüfung
G1
Einstellung eines Klimaschutzmanagers für das gesamte Tourismusdreieck
Stellenausschreibung und
Einstellung
Energiebericht, der die Arbeit des
klimaschutzmanagements belegt.
G2
Energieeffizienz-Analyse für Abwasserreinigungsanlagen (ARA)
G3
Produkt: Energiebericht für kommunale Liegenschaften
Ratbeschluss über Einrichtung
eines Klimaschutzmanagements
und Integration des
Klimaschutzes in kommunales
Denken und Handeln
Beschluss über Durchführung
und in Auftrag geben - event.
Ausschreibung erarbeiten.
Beschluss über die regelmäßige
Erstellung
G4
Produkt: Initialberatung für kommunale Liegenschaften
G5
Produkt: Energie- und Klimatag für Bürger
G6
Car-Sharing-Angebote im Landkreis Aurich schaffen
G7
Gemeinsame Formulierung eines CO2-Reduktionsziel für das Tourismusdreieck
G8
Einrichtung einer Einkaufsgenossenschaft für nachhaltige Produkte
G9
Liegenschaftskonzept mit Einführung eines Kommunalen Energiemanagement
(KEM)
G10
Förderung des hydraulischen Abgleichs und Kampagne
"Meine Heizung kann mehr"
Schlussbericht
Vorlage der Analyseergebnisse und Umsetzungscontrolling in jeder
Umsetzung der Maßnahmen
Kommune
Vorlage und Auswertung der
Berichte, Zielwerte einführen
Energieverbrauchsentwicklung und
CO2-Bilanz der kommunalen
Liegenschaften, Zielwerterreichung
Energieverbrauchsentwicklung und
CO2-Bilanz der kommunalen
Liegenschaften, Zielwerterreichung
Beschluss über die Durchführung Vorlage und Auswertung der
der Initialberatungen
Analysen, Zielwerte einführen und
Anzahl der umgesetzten
Maßnahmen
Regelmäßige Durchführung
Anzahl der Aussteller und Besucher Zählung der Besucher und
Ausstellerabfrage und Zufriedenheit
Realisierung
Anzahl der Car-Sharing-Kunden,
Abfrage der Daten bei dem CarAnzahl der Buchungen pro Jahr
Sharing-Anbieter
Verankerung der
Ratsbeschlus und Veröffentlichung Fortschreibung der Energie- und
Klimaschutzstrategie in allen
des Ziels
CO2-Bilanz, Maßnahmenkommunalen
Controlling
Entscheidungsbereichen
Gründung der Genossenschaft
Anzahl der Umtellung des Einkaufs Dokumentation der Aktionen und
und Aufnahme der Arbeit
auf regionale Produkte, Anzahl von Erfolge
Aktionen
Vorlage des Konzepts und
Umsetzung der Ergebnisse des
Energiemanagement und
Reduktion des Energieverbrauchs Liegenschaftskonzepts und
Monitoring, Jährlicher
(z.B. Stromkennwert: 10
Erreichung der Zielkennwerte, z.B. Energiebericht
kWh/m²a, Wärmekennwert: 70
jährliche Verbesserung der EnergiekWh/m²a)
Kennwerte um 5-10 %, Anzahl der
Hausmeisterschulungen
Start der Kampagne mit
Anzahl der durchgeführten
Evaluation und Auswertung der
Koopartationspartner
Abgleiche, z.B. 100 pro Jahr
Kampagne
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Tabelle 44: Erfolgsindikatoren für die Klimaschutzmaßnahmen Juist
Erfolgsindikatoren für das Controlling der Maßnahmenumsetzung - Juist
Maßn. Bezeichnung der Maßnahme
Nr.
Erfolg
Erfolgsindikator
Überprüfung
E1
Potenzialanalyse "Erneuerbare Energien und BHKW" auf Juist
Beschluss zur Erstellung und
Auftragsvergabe
durchgeführte Potenzialanalyse
Zwischenziel formulieren nach
Vorlage eines konkreten Potenzial
Fortschreibbare Energie und CO2Bilanz
E2
Gebäudekataster in Verbindung mit einem Solarkataster erstellen
Durchführung der Analyse und
Anzahl der Anfragen und Anzahl der Links auf Homepage
Veröffentlichung der Ergebnisse auf Veröffentlichungen
der Homepage
E3
Maßnahmen zu Netzen und Speichermöglichkeiten
Durchführung der Analyse
k.A.
ggfs. Maßnahmencontrolling
E4
Energiegenossenschaft
Gründungsbeschluss
Formulierung von konkreten Zielen
notwendig
ggfs. Maßnahmencontrolling
HH 1
Qualifizierte Gebäudeenergieberatung z. B. Haus-zu-Haus-Beratung für Haushalte
und Gastgewerbe - Entwicklung von individuellen Paketlösungen
50 Beratungen im Jahr
Anzahl der Beratungen, jährlich 50,
insgesamt 250-300
Anzahl der Förderbescheide
auswerten und ggfs. Befragung der
Hauseigentümer durchführen
HH 2
Solarkampagne für solarthermische Anlagen
Ausgezahlte Bafa-Förderung
BAFA-Zahlen erhältlich
HH 3
Tauschbörsen
ca. 15 neue Anlagen pro Jahr,
insgesamt 750 m² neue
Kollektorfläche
Durchführung eines Modellversuchs
Akzeptanz
Befragung
HH 4
Green-Building-Award - Juister Wärmesiegel
Preisvergaben
Dokumentation der Gebäude
K1
Energetische Modellprojekt schaffen
Durchführung von Modellhaften
Sanierung
Anzahl der Bewerbungen und
Resonanz
Anzahl der Modellsanierungen
K2
Neubau von öffentlichen Liegenschaften
Ratsbeschluss zur Umsetzung einer Anzahl der durchgeführten
Sanierungsrichtlinie
Sanierungen
Energiemanagement und Monitoring,
Jährlicher Energiebericht
K3
Energetische Sanierung der Personalwohnungen
Durchführung
Energiemanagement und Monitoring,
Jährlicher Energiebericht
K4
Klimaneutrale Veranstaltungen
K5
Fortbildung zu Klimaschutzberatern
Beschluss zur Erstellung eines
Sanierungskonzeptes und
Durchführung
Durchführung der Kompensation bei
100% der Veransatltungen
2 zertifizierte Berater
Anzahl der kompensierten
Veranstaltungen
Zertifikat
Auswertung der kompensierten CO2Mengen
Zertifikat
Schlussbericht
Energiemanagement und Monitoring,
Jährlicher Energiebericht
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W1
Konkrete Energie und CO2 - Einsparmöglichkeiten für Ferienwohnungen
W2
Funksteckdosen für Ferienwohnungen
W3
CO2-Klimaversprechen der Urlauber
V1
Fährverkehr energetisch verbessern
V2
Neugestaltung des Hafengeländes an der Mole
V3
Stromtankstelle an der Mole
V4
Inkludierung der Kompensation für Fähre und Flug
I1
Energiefitness für Handwerksbetriebe
I2
Online-CO2-Urlauber-Fußabdruck
Ü1
Zielformulierung: Energieautarkie
Ü2
Klimaschutzfonds durch Klima-Euro
Schlussbericht
Durchführung der Aktion, Erstellung Akzeptanz bei Vermeitern und
des Infoblatts und Verteilung
Gästen
300 Haushalte erreicht
Anzahl derverteilten
Funksteckdosen
Einführung und Veröffentlichung auf Anzahl der Klimaspenden
der Homepage
Modellprojekt durchführen
Senkung des Energie- und CO2Ausstoßes
Umbau durchgeführt
Anzahl der Bahnreisenden erhöht,
10.000 zusätzliche Bahnanreisen
Umsetzung der Maßnahmen
Nutzung und Auslastung, "getankte"
Strommenge
Einführung der Kompensation und
eingenomme Kompensationsmittel
Inkludierung in Fahrpreis
Gründung des HandwerkerAnzahl der teilnehmenden Betriebe;
Netzwerks mit mindestens aus allen Anzahl der durchgeführten
Gewerken 2 Betriebe
Fortbildungsveranstaltungen
Erstellung des Rechentool und
Anzahl der Anfragen und Anzahl der
Veröffentlichung auf der Homepage Veröffentlichungen
Erreichung des gesetzten Ziels
100% des Strom und Gasverbrauchs
Entwicklung des Stromverbrauchs
Beschlussfassung über Einführung
und Veröffentlichung
Verwendungsbericht der Fondsmittel
Einnahmen
Entwicklung des Stromverbrauchs
Auswertung der Kampagne nach
dem ersten Jahr
Auswertung und wissenschaftlich
Begleitung des Modellversuchs
Auswertung der Gästezufriedenheit
und Anreise
Maßnahmenbezogene Auswertung
Energiebericht, Dokumentation des
Einsatzes der Ausgleichsprojekte
Befragung der Betriebe
Evaluation und Auswertung des
Modellversuchs
Energie- und CO2-Bilanz, Monitoring
der Energie erzeugenden Anlagen
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Tabelle 45: Erfolgsindikatoren für die Klimaschutzmaßnahmen Norderney
Erfolgsindikatoren für das Controlling der Maßnahmenumsetzung - Norderney
Maßn. Bezeichnung der Maßnahme
Nr.
Erfolg
E1
Ausbau von Mini-BHKW´s in Mehrfamilienhäusern/Gastgewerbe
Zubau von 1.000 kWel, entspricht 20 Anzahl der realisierten Anlagen,
Bafa-Förderung,eingespeiste
Anlagen á 50 kWel
elektrische Leistung der zugebauten Strommengen, Anzahl der
BHKW
Contracting-Verträge
E2
Rechtliche Sicherheit für die Umsetzung zum Ausbau von solarthermischen und
PV-Anlagen
Regelmäßige Inanspruchnahme der Anzahl der durchgeführten
Beratung
Beratungsgespräche, indizierte
Solaranlagen
HH 1
Kochen und Essen für den Klimaschutz
Steigerung der Ausgabe von
vegetarischen Menüs im Jahr
Anzahl der durchgeführten
Anzahl der ausgegebenen
"Vegetarischen Tage"/a. Anzahl der vegetarischen Mahlzeiten
verkauften "vegetarischen Menüs"/a.
HH 2
CO2-Prämie für Haushalte und Gastgewerbe
Einführung des Produktes durch
WBN
Anzahl der Haushalte/Gastgewerbe. Dokumentation des Projektverlaufs
Eingesparte t CO2. Ausgeschüttete über 3 Jahre
Prämie.
HH 3
Informationskampagne und qualifizierte Beratung zu Wärmedämmung für
Haushalte und Gastgewerbe
50 qualifizierte und geförderte
Energieberatungen pro Jahr.
Beratungsbudget 6.250,--/a
ausgeschöpft.
Anzahl der qualifizierten
Überprüfung durch Evaluation des
Energieberatungen. Höhe des
Förderprogramms
ausgezahlten Beratungszuschusses
K1
Energetische Sanierung städtischer Gebäude
Umsetzung der Ergebnisse des
Gestellter BMU-Antrag
Liegenschafts-konzept. Vorlage des Liegenschaftskonzepts
Konzeptes. Reduktion des
Energieverbrauchs
(Stromkennwert:10 kWh/m2h,
Wärmekennwert: 70 kWh/m2a)
K2
Energetische Sanierung des Gebäudebestands der städtischen
Wohnungsbaugesellschaft
Umsetzung der Ergebnisse aus dem Energiemanagement und Monitoring
Sanierungsfahrplan
K3
Umweltfreundliche Beschaffung
Vorlage Sanierungsfahrplan, einschl.
Fördermöglichkeiten. Reduktion des
Energieverbrauchs
Politischer Beschluss über
Einführung der klimafreundlichen
Beschaffung
Senkung des Strombedarfs in der
Verwaltung
Jährlicher Energiebericht
K4
Nutzerprojekt in Kindergarten etablieren
Antrag Nutzerprojekt BMU.
Teilnahme aller Kitas am
Energiesparprogramm
Energiecontrolling über
Verbrauchswerte und Anzahl der
durchgeführten pädagogischen
Aktionen
Energiecontrolling über
Verbrauchswerte, CO2-Einsparung
bzw. Bilanz, Energiebericht
Schlussbericht
Erfolgsindikator
Überprüfung
Dokumentation der Beratung
Energiemanagement und Monitoring
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W1
Energieanalyse für das Gastgewerbe
W2
Kampagne "Norderney - umverpackungsfrei!"
W3
Anreizsysteme Ökostrombezug
25 % des Gastgewerbes/Private
Haushalte beziehen Ökostrom
W4
LED-Beleuchtung für Gastgewerbe
Broschüre und Informationsarbeit
durch WBN fertig gestellt.
Kontaktaufnahme zu LEDHerstellern erfolgt. Einkauf.
Auswechslung herkömmlicher
Glühbirnen durch LED.
V1
Ausstattung der Fahrzeugflotte mit Elektrofahrzeugen (aus regenerativen Energien) Gesamte Fahrzeugflotte mit
Elektrofahrzeugen
V2
Fährverkehr energetisch verbessern
Modellprojekt durchgeführt
V3
ÖPNV verbessern, Urlauberbus auch auf Norderney
Urlauberbus eingeführt
Fahrgastzahlen
I1
Energieberatung (Initialberatung) für private Haushalte und Unternehmer erweitern
Initialberatung eingeführt und
bekannt gemacht.
I2
1. Förderprogramm Energiespargeräte
2. Förderprogramm Thermische Solaranlagen (auch für Bettenanbieter)
3. Förderprogramm für Wärmedämm-Maßnahmen
Einführung der Förderprogramme
Ausschöpfung des Budgets
Anzahl der durchgeführten
Initialberatungen, Anzahl derer die
aufgrund der Initialberatung auch
qualifizierte Beratung in Anspruch
nehmen wollen (HH3)
Anzahl der Zuwendungsbescheide
Höhe des Förderbetrags gesamt
Ü1
Wissenschaftliche Begleitung "CO2-Messung im bodennahen Bereich"
Vertrag mit Hochschule
abgeschlossen
Schlussbericht
Erhöhung der Bekanntheit des
Förderprogrammsund damit
Erhöhung der Beratungszahlen auf
50 geförderte KfW-Beratungen/a
Konzept zur Kampagne liegt vor.
Kampagnenstart.
Anzahl der durchgeführten KfWEvaluation in Abstimmung mit KfW
Beratungen. Erfolgte Investitionen in und gewählten Regionalpartner
Effizienzmaßnahmen
Anzahl der Einzelhändler die bei der Jährliches Monitoring
Aktion mitmachen
Anteil des Ökostroms am
Jährliche Überprüfung der Anzahl an
Gesamtstromverbrauch. Anzahl der Ökostromkunden. Energie- und CO2Ökostromkunden.
Bilanz
Anzahl der erneuertes Leuchtstellen Energie- und CO2-Bilanz
Anzahl Elektrofahrzeuge,
substituierte konventionell
angetriebene Fahrzeugkilometer,
Energie- und CO2-Bilanz mit ggf.
auch Berechnung und Darstellung
anderer vermiedener Emissionen
(Feinstaub, Stickoxide etc.).
Anzahl Schiffe, Anzahl substituierter Auswertung und wissenschaftliche
konventioneller Fahrten, Anzahl
Begleitung des Modellversuchs
substituierter konventioneller
Personenkilometer
Jährliche Statistik der
Fahrgastzahlen
Evalutation der durchgeführten
Initialberatungen
Jährliche Evaluation
Messung durchgeführt, evtl. weitere Veröffentlichung der Ergebnisse
Messungen am gleichen Standort in
2020
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Tabelle 46: Erfolgsindikatoren für die Klimaschutzmaßnahmen Baltrum
Erfolgsindikatoren für das Controlling der Maßnahmenumsetzung - Gemeinsame Maßnahmen
Maßn. Bezeichnung der Maßnahme
Nr.
Erfolg
Erfolgsindikator
E1
Klein-Windkraftanlagen
Erarbeitung eines Konzeptes mit
ökologisch und ökonomisch
günstigen Rahmenbedingungen
könen erst dann konkretisiert
Eingespeisten Kilowattstunden
werden wenn ein umsetzungsfähiges dokumentieren!
Konzept vorliegt
HH 1
LED-Leuchten-Einkauf für Baltrum
Vorlage eines Detailkonzeptes
Broschüre und Einkauf organisiert,
Anzal der eigestzten LED-Lampen
Fortschreibung der Energie- und
CO2-Bilanz, Maßnahmen-Controlling
HH 2
Aktion "Wärmelecks erkennen"
Kampagne ist vorbereitet und
Angebot wird angenommen.
Anzahl der durchgeführten
Thermografien, Anzahl der dadurch
angestoßenen
Sanierungsmaßnahmen
Auswertung der Kampagne
K1
Photovoltaikanlagen auf allen öffentlichen Liegenschaften installieren
Durchführung der Prüfung der
Dächer der öffentlichen Gebäude
40 kW - Neu-Installation pro Jahr,
200 kW insgesamt
Fortschreibung und Dokumentation
der installierten PV-Anlagen und
deren Leistung
K2
Energiekonzept für das Sindbad
Vorlage und Umsetzung des
Energiekonzeptes
Reduktion des Energieverbrauch des Fortschreibung der Energie- und
bades um 70-80 %
CO2-Bilanz, Maßnahmen-Controlling
K3
Solarthermie für öffentliche Strandduschen
Aussattung aller Strandduschen mit Anzahl der jährlich installierten
Solarthermischen Anlagen
Anlagen, in %
K4
LED-Leuchten-Einkauf für Baltrum
Lampenkataster erstellt und
Austauschbarkeit geprüft,
Austausch alle zu ersetzenden
Leuchtmittel
Anzahl der Ausgetauschten Lampen Fortschreibung der Energie- und
CO2-Bilanz, Maßnahmen-Controlling
V1
Neuer Motor für die Baltrum 3
Treibstoffverbrauch reduziert
Einsparung 15-20 %
Auswertung des
spez.Treibstoffverbrauchs
I1
Agenda 21-Prozess (Arbeitskreis Energie) wiederbeleben
Regelmäßige Durchführung des AK
Energie
Anzahl der Treffen und
beschlossenen Maßnahmen
Protokolle, Jährlicher Energiebericht
I2
Heizungsmodernisierungs-Kampagne
Start der Kampagne mit
Kooperationspartnern
Evaluation und Auswertung der
Kampagne
I3
Information über BAFA-Energieberatung und KFW-Energieberatung
Ü1
Zielformulierung: Stromautarkes Baltrum
Start der Kampagne mit
Kooperationspartnern
Erstellung einer Potenzialanalyse
Anzahl der durchgeführten
Beratungen, Anzahl der dadurch
erzielten Maßnahmen
Anzahl der durchgeführten
Beratungen
Formulierung eines Ziels mit
jährlichen Schritten
Schlussbericht
Überprüfung
Dokumentation im Energiebericht
Auswertung der Beratungszahlen,
von BAFA und KfW erhältlich!
Fortschreibung der Energie- und
CO2-Bilanz, Maßnahmen-Controlling
Seite 258
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Tabelle 47: Erfolgsindikatoren für die Klimaschutzmaßnahmen Norden
Erfolgsindikatoren für das Controlling der Maßnahmenumsetzung - Norden
Maßn. Bezeichnung der Maßnahme
Nr.
Erfolg
E1
Solarkataster erstellen
Durchführung des Überfliegens und Anzahl der Anfragen oder
Präsentation der Ergebnisse auf der Presseartikel
Homepage
Links auf der Homepage
E2
Ausbau der Windkraft in Norden
Realisierung von 27 MW
zusätzlicher Windkraftleistung bis
2020
E3
Mini-/Mikro BHKW für Ein- bis Zweifamilienhäuser durch Stadtwerke mit
Finanzierungsmodell
Zubau von biogasbetriebenen BHKW Anzahl der realisierten BHKW,
eingespeiste Strommenge
CO2-Bilanz, angemeldete Zahl und
Größe der Anlagen über Stadtwerke
oder Energy map
CO2-Bilanz, angemeldete Zahl und
Größe der Anlagen über Stadtwerke
oder Energy map
HH 1
Energieberatung durch die Stadtwerke ausbauen
10 % der Einwohner = 250
Beratungen/pro Jahr. 10 % der
Maßnahmen in Umsetzung.
Anzahl der Beratungen.
Ausschöpfung des ZuschussBudget. Investitionen in den
Gebäuden nach der Beratung.
Auswertung der Umsetzung der
empfohlenen Maßnahmen (z.B.
durch Interviews), Ausertung der
Aktion gesamt,
HH 2
Energierechner auf Stadtwerke-Homepage einrichten
Energierechner installiert.
Bekanntmachung in Öffentlichkeit.
10 % der Stadtwerke-Kunden
besuchen den Energierechner.
Anzahl der Besuche auf dem
Energierechner.
Jährliche Auswertung der Besuche
auf dem Energierechner
HH 3
Verstärkter Einsatz Smart-Meter
Entwicklung/Fertigstellung der App
Anzahl der Nutzer der App
Jährliche Auswertung der Nutzung
des App
K1
Energetische Sanierung städtischer Gebäude einschl. Wirtschaftsbetriebe
Liegenschaftskonzept (G9) oder
eigenes Liegenschaftkonzept liegt
vor.
Reduktion des Energieverbrauchs
(Stromkennwert: 10 kWh/m2a,
Wärmekennwert: 70 kWh/m2a)
Umsetzung der Ergebnisse des
Liegenschaftskonzeptes
Energiemanagement und Monitoring
K2
Neubau Kommunaler Gebäude im Passivhausstandard
Poltischer Beschluss über den
zukünftigen Neubaustandard
kommunaler Gebäude liegt vor
Anzahl der realisierten
Passivhausgebäude
Stichprobenhafte Kontrolle einzelner
Bauvorhaven, Heizenergieverbrauch
der kommunalen Liegenschaften
Schlussbericht
Erfolgsindikator
Anzahl der jährlich realisierten
Windkraftanlagen, eingespeister
Strom in MWh/a
Überprüfung
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W1
Reihenfolge im Vermieterverzeichnis aufgrund von Ökolabel/
Bezug von Ökostrom ändern
W2
Energieeffizienzberatung und Zielvereinbarungen für Gewerbe und Industrie
V1
Ganzjähriger Verkehr Urlauberbus der VEJ
V2
Förderung des Fahrradverkehrs in Norden
V3
Car-Sharing Angebot in Norden schaffen
V4
Küstenbahn einführen
V5
ÖPNV Anbindung von Ostermarsch/Westermarsch verbessern
V6
E-Mobilität
Konzept zur Einführung von EAnzahl der angeschafften ElektroMobilität in öffentlicher Verwaltung
und Hybridfahrzeugen
liegt vor.
Erste Fahrzeuge werden angeschaft.
CO2-Bilanz Verkehr
I1
Schaffung einer lokalen Energieagentur
Konzept zur Gründung einer
Projekt umgesetzt
Energieagentur liegt vor.
Energieagentur gegründet. Personal
eingestellt.
Projekt umgesetzt
I2
Klimaschutzkampagne
Klimaschutzmanager hat Konzept
für Klimaschutzkampagne erstellt.
Konzeption einer Internet-Seite und
Logo sind erstellt.
Anzahl der durchgeführten
Aktionen/a
Ü1
Übergeordnete Zielformulierung im Sinne eines Leitbildes mit qualitativen und
quantitativen Zielen
Energiepolitisches Leitbild ist
Ratsbeschluss und Veröffentlichung Energie- und CO2-Bilanz
formuliert. Politischer Beschluss ist
erfolgt.
Verankerung deiner
Klimaschutzstrategie in allen
kommunalen Handlungsfeldern.
Schlussbericht
Kooperation
Stadtwerke/Kurverwaltung/
GastgewerbeVermieterverzeichnis
geändert.
Erhöhung der Bekanntheit des
Förderprogramms und damit
Erhöhung der Beratungszahlen,
Energie- und CO2-Einsparung durch
Tarifangebot Urlauberbus ganzjährig
eingeführt
Anzahl der aufgeführten
Gastgewerbe im
Vermieterverzeichnis.
Jährliches Update des
Vermieterverzeichnisses.
Anzahl der durchgeführten
Beratungen, Investitionen in
Effizienzmaßnahmen, Anzahl der
Zielvereinbarungen und der damit
Zahl der Fahrgäste
Abfrage bei den Unternehmen,
Energie-Monitoring, CO2-Bilanz
Gutachten Radverkehr liegt vor
Maßnahmenumsetzung aus dem
Jährliches Budget in Haushalt
Gutachten
eingestellt
Schaffung einer Car-Sharing Station Anzahl der Buchungen
Bundens- bzw. Landesfinanzierung
klären. Küstenbahn eingeführt.
Ausbau des ÖPNV erfolgt
Küstenbahn eingeführt
ÖPNV-Linie eingerichtet
Durchgeführte Aktionen
Jährliches Monitoring Anzahl der
Fahrgäste im Urlaubertarif
Anzahl der Maßnahmenumsetzung,
CO2-Bilanz Verkehr
Jährliche Überprüfung der Anzahl der
Buchungen
Projekt umgesetzt
Jährliche Überprüfung der Anzahl der
Fahrgastzahlen
Seite 260
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
European Energy Award®
Aw
®
6.3
Der European Energy Award® ist ein europaweites ZertifizierungsZertifizierungs und Managementsystem
für Kommunen. Dabei wird ein Energieteam der Kommune durch einen externen Berater unu
terstützt. Erfolgreiche Kommunen werden ausgezeichnet. Das System bietet auch ein gut
geeignetes Controllingtool.
ntrollingtool. Zur Bewertung werden sechs Maßnahmenbereiche herangezogen:
•
Entwicklungsplanung/Raumordnung
•
Kommunale Gebäude/Anlagen
•
Ver- und Entsorgung
•
Mobilität
•
Interne Organisation
•
Kommunikation/Kooperation
tion/Kooperation
Die Teilnahmekosten des Qualitätsmanagementsystems
Qualitätsmanagementsystems liegen bei 500 Euro jährlich für kleikle
ne Kommunen unter 5.000 Einwohnern und bei 1.500 Euro jährlich für Kommunen zwischen
10.000 und 50.000 Einwohnern
rn.. Zusätzlich werden Kosten für einen externen Berater fällig,
der die Kommune in einem zunächst vierjährigen
vi
Prozess betreut.
Abbildung 55: Beispiel für ein Ergebnis der Ist-Analyse
Ist
im Rahmen des eea
Durch das jährliche Re-Audit
Audit wird der Fortschritt der Klimaschutzbemühungen der Kommune
sichtbar. Der externe Berater erstellt regelmäßig einen Bericht, der die Fortschritte dokumendokume
tiert und nachvollziehbar macht. Dieses Instrument eignet sich hervorragend zum Controlling
der im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes beschlossenen Maßnahmen. Das Energieteam
kann dabei helfen, den
n Klimaschutz in das tägliche Handeln der Kommune zu integrieren
sowie den Klimaschutzmanager als Energieteamleiter zu entlasten.
Schlussbericht
Seite 261
Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
6.4
Dokumentation des Maßnahmenfortschritts
Für eine regelmäßige Übersicht zum aktuellen Sachstand der Klimaschutzmaßnahmen bietet
sich ein jährlicher Maßnahmenüberblick in Kurzform an. Mit einfach zu erhebenden Zahlen
kann hiermit die Entwicklung der Einzelmaßnahmen dargestellt werden. Alle zwei bis vier
Jahre sollte darüber hinaus ein ausführlicher Klimaschutzbericht erstellt werden. Hier werden
neben der Fortschreibung der Energie- und CO2-Bilanz der Stand der Maßnahmenumsetzung und -koordination sowie die Zielerreichung beschrieben. Dabei wird empfohlen,
den Klimaschutzbericht neben einer internen (fachlichen) Fassung auch in Form einer Veröffentlichung einzusetzen, um alle Akteure im Tourismusdreieck zu informieren. Auch bei der
Berichterstellung kann der eea-Prozess helfen, da hier der externe Berater regelmäßig Berichte vorlegt.
Schlussbericht
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Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) Tourismusdreieck Juist, Norderney, Baltrum und Norden
7 Anregungen zur Öffentlichkeitsarbeit
Die Erreichung von ambitionierten Klimaschutzzielen erfordert neben technischen sowie innovativen Maßnahmen auch eine Veränderung des menschlichen Verhaltens. Zwar ist das
Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz in den letzten Jahren stark gestiegen, jedoch fehlt
es noch an der Bereitschaft, die einschränkenden Konsequenzen des klimaschonenden
Handels zu tragen. Diese wird sehr deutlich, wenn man sich die neuesten Verkehrsstatistiken ansieht. Noch nie waren so viele Fahrzeuge gemeldet, noch nie wurden so viele Kilometer mit dem Auto gefahren und auch die Leistung der Neuwagen hat mit durchschnittlich 138
PS einen Höchststand erreicht.
Diesen Trend umzukehren, auf das Handeln der Bürger Einfluss zu nehmen, bedeutet für die
Kommunen eine große Herausforderung. Sie kann durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und
Kommunikation nach außen in Richtung Bürger geschehen, aber auch nach innen in Richtung der kommunalen Mitarbeiter/innen. Denn die Kommunen haben eine Vorbildfunktion,
die nur dann ausgeführt werden kann, wenn durch eigenes konsequentes Handeln die
Glaubwürdigkeit gestärkt wird.
Für die Kommunikation nach außen ist das Tourismusdreieck mit den drei Nordseeinseln
bestens geeignet. Jede der vier Kommunen hat eine professionelle Marketing-Abteilung in
der Verwaltung. Öffentlichkeitsarbeit ist damit für das Tourismusdreieck ein Selbstverständnis und mit Profis besetzt. Zusätzlich sind die Kommunikationswege besonders auf den kleinen Nordseeinseln sehr kurz und direkt. Auch zu den Touristen gibt es über die Internetseiten und den sehr persönlichen Kontakt zwischen Gast und Vermieter einen direkten Kommunikationsweg. Noch ein weiterer Aspekt ist auf den Nordseeinseln gegeben: Die Küstenbewohner nehmen die Klimaveränderungen und das damit verbundene Gefährdungspotenzial für den Lebensraum viel besser wahr als Binnenland-Bewohner.
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Abbildung 56: Verschiedene Instrumente zur Kommunikation
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Eine besonders einfache Kommunikationsmöglichkeit bietet das Internet, die Homepage der
Kommunen. Die Klimainsel Juist hat diese Möglichkeit bereits in ausführlicher Art genutzt
und bietet viele gute Beispiele, wir das Thema Klimaschutz platziert werden kann
(http://www.juist.de/inselurlaub/natur-umwelt/klimainsel-juist.html). Ein gutes Bespiel für eine
zielgruppengerechte Ansprache ist das Projekt Klimapartner. Jeder Betrieb auf Juist, der
seine. eigenen CO2-Fußabdruck berechnen lässt und das Ergebnis an die Kurverwaltung
Juist sendet, nimmt am Projekt teil und erhält eine Urkunde und Aufkleber. Des Weiteren
werden Sie kostenfrei auf der neuen Internetseite „www.klimainsel-juist.de“ aufgeführt. So
werden alle Betriebe auf Juist angesprochen und an das Thema herangeführt. Gleichzeitig
werden die Betriebe motiviert teilzunehmen, da durch die Kennzeichnung im Gästekatalog
Vorteile für den teilnehmenden Betrieb entstehen. In der Kommunikation im Rahmen des
Projektes besteht dann die Möglichkeit, Potenzial aufzuzeigen sowie die Betriebe zu einer
detaillierten Energieberatung mit dem Ziel der Umsetzung von Maßnahmen zu motivieren.
Die vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit der Insel Juist könnte von einer zuständigen Stelle für
das gesamte Tourismusdreieck übertragen und kontinuierlich weitergeführt werden. Diese
Aufgabe ist auch von dem Klimaschutzmanager, den das Tourismusdreieck für die Umsetzung der Maßnahmen dieses Klimaschutzkonzeptes schaffen will, zu koordinieren und mit
Hilfe der Marketingprofis der vier Kommunen voranzubringen.
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DiFU 2011
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Abbildung 57: Logo des Klimaschutzprojekts Klima-Partner Juist
Unterstützung bei Aktionen und Öffentlichkeitsarbeiten finden die Nordwestdeutschen Kommunen auch bei der Klimaschutzagentur energiekonsens Weser-Ems, die eine Reihe von
Angeboten für Kommunen fördern und mithilfe von Material und Knowhow unterstützen kann
(www.energiekonsens.de).
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Finanzierung
Auch wenn viele Klimaschutzmaßnahmen langfristig wirtschaftlich sind, müssen Anfangsinvestitionen getätigt werden. Häufig fehlen den Kommunen ausreichende Mittel im Haushalt,
um die anfänglich eventuell höheren Kosten für klimaschonende Anschaffungen oder Maßnahmen aufzubringen. Dies ist für Kommunen mit knappen Haushaltsmitteln nicht immer einfach. Trotzdem sollte in jeder Kommune über mögliche Finanzierungsinstrumente- und wege
für den kommunalen Klimaschutz diskutiert werden. Folgende Möglichkeiten sind auf Umsetzbarkeit in jeder Kommune zu diskutieren:
1. Einen eigenen Haushalt für den kommunalen Klimaschutz einrichten.
2. Eine eigene Haushaltsstelle für das kommunale Energiemanagement einrichten (umfasst gering investive, einfache technische und organisatorische Maßnahmen, nicht
aber die umfassende Gebäudesanierung, die wiederum evtl. über das Finanzierungsmodell Contracting finanziert werden könnte.
3. Konzessionsabgaben des Energieversorgers sollten zweckgebunden für den Klimaschutz eingesetzt werden.
4. Bei eigenen erneuerbaren Energie-Anlagen kann ein Teil der EEG-Vergütung entweder in eine Haushaltsstelle zum Energiemanagement fließen oder für andere Klimaschutzprojekte verwendet werden. Auch zweckgebundene Mittel aus der Verpachtung von kommunalen Dachflächen können in diese Finanzierungsform einbezogen
werden.
5. Einnahmen aus Gewerbesteuern für Windenergieanlagen (70% der Gewerbesteuer
fließen an die Standortkommune) sollten zweckgebunden für Klimaschutzmaßnahmen ausgegeben werden.
6. Auch Pachteinnahmen aus erneuerbaren Energieerzeugungs-Anlagen, die auf dem
Grund der Kommune errichtet werden, können für Klimaschutzprojekte ganz oder
teilweise verwendet werden.
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7. Einen Teil der Konzessionsabgabe oder auch der EEG-Vergütung können in einen
kommunalen Klimaschutzfonds eingezahlt werden. In den Klimaschutzfond können
auch Handwerker und andere lokale Institutionen einzahlen. Aus dem Klimaschutzfonds kann z.B. ein lokales Klimaschutzförderprogramm (z.B. Zuschuss für eine umfangreiche Vor-Ort-Beratung für private Haushalte und Gastgewerbe) gestartet werden.
8. Bei eigenen Stadtwerken/Wirtschaftsbetrieben können diese Beteiligungsfonds auflegen. Über diese Fonds können sich die Bürger an Anlagen zur klimaschonenden
Energieerzeugung vor Ort beteiligen. Hierbei kann auch die Zusammenarbeit mit einem regionalen Geldinstitut erfolgen, an dem die Kommune beteiligt ist.
9. Eine Energiegenossenschaft mit anderen benachbarten Kommunen oder im Verbund
des Tourismusdreiecks gründen, um erneuerbare Energieanlagen gemeinschaftlich
zu finanzieren. So können auch größere Investitionen getätigt werden.
10. Für alle Maßnahmen und Aktionen, wie z.B. Energie-Tage können lokale Unternehmen zu Sponsoringzwecken gewonnen werden.
Eine weitere Möglichkeit wird auf Juist diskutiert. Die Universität Freiburg hat dort im Rahmen des Branchenprojekts “KlimaInsel Juist” eine Onlinebefragung zum Thema “nachhaltiger Urlaub” entwickelt. Die Gäste wurden u.a. befragt, ob Sie für den Klimaschutz auf Juist
bereit sind, einen Euro pro Übernachtung extra zu zahlen. Es wurde dabei eine positive Resonanz festgestellt, so dass Juist eine Detailprüfung aktuell vornimmt. Bei fast einer Millionen
Übernachtungen würden somit etwa eine Millionen Euro für Klimaschutzmaßnahmen nur auf
Juist bereitstehen.
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