Die Besten der Spiegellosen

Transcription

Die Besten der Spiegellosen
Test + Technik
Systemkameras
Panasonic Lumix DMC-G2
Typ: Ehrgeizig
€
479
panasonic LUMIX G2
Hersteller: Panasonic
Mit sechs Kameras und
elf passenden Objektiven
besitzt Panasonic heute
das größte Angebot in der
Kategorie der spiegellosen
Systemkameras. Die G2 ist
das Topmodell in unserer
Bestenliste.
Webseite: www.panasonic.de
Typ: Spiegellose Systemkamera
Preis (UVP/Handel): 579 Euro / 479 Euro
Zielgruppe: Einsteiger und Ambitionierte
Sensor: 4000 x 3000 px / 12,1 Megapixel
Objektivbajonett: Micro FourThirds
Belichtungszeit: 1/4000 s–120s, Bulb begr.
Größe: 124 x 84 x 74 mm
Gewicht: 371 Gramm
Bewertung Test 07/10
Bildqualität: (40%)
D
Die Besten der Spiegellosen
In Japan liegt der Marktanteil spiegelloser Systemkameras bei 40 Prozent. In Deutschland
sind es erst zehn Prozent. Panasonic, Olympus, Samsung und Sony engagieren sich stark in dem
Markt. Die großen Kamerahersteller lehnen sich noch abwartend zurück. DigitalPHOTO-Autorin
Annette Dietzler hat die derzeit besten spiegellosen Modelle für Sie zusammengestellt.
Kern einer Digitalspiegelreflexkamera ist der Spiegel, über den das
Motiv auf eine Einstellscheibe reflektiert wird. Allerdings sind DSLRs
auch genau deshalb groß, schwer und kompliziert zu bedienen. Eine
Alternative bieten die neuen Systemkameras: Durch den Verzicht auf
den Spiegel ist eine kompakte Bauweise möglich. Man kann immer
28 DigitalPHOTO 04/2011
noch Objektive wechseln, doch sind diese kleiner; insgesamt wird
die Kamera leichter. Zudem feilen die Hersteller an den Bedienkonzepten, die die Handhabung einfacher gestalten. Bei all dem steht
die Bildqualität der einer DSLR in nichts nach. DigitalPHOTO hat sich
das aktuelle Angebot der Systemkameras angeschaut.
ie Hersteller Panasonic und
Olympus einigten sich vor drei
Jahren auf den gemeinsamen
Micro-FourThirds-Standard, der die
Sensorgröße, die Ausmaße der Einzelkomponenten festlegt. Auf der photokina 2008 gab Panasonic die Markteinführung der ersten spiegellosen
Systemkamera Lumix G1 bekannt.
Die drei Modelle der ersten Generation – G1, GH1 und GF1 – erfüllten
die Grundvoraussetzungen, die den
Wechsel von der Kompaktfotografie
erleichtern, und sie eigneten sich auch
als Zweitkamera. Dabei erweist sich
die G1 als gute Alternative zur klassischen Spiegelreflexkamera. Bei der
GH1 steht die HD-Video-Funktion im
87,59 %
Mittelpunkt, die bei der G1 noch fehlt
– sie richtete sich an die damals noch
recht neue Nutzergruppe, die mit ihrer
Fotokamera auch filmen wollte. Die GF1
kam denjenigen entgegen, die zuvor nur
mit Kompaktkameras fotografiert hatten
und nun etwas mehr wollten. Kennzeichen der GF1 sind die schlanke Bauweise und das gefällige Design.
Zweite Generation
Die aktuelle G2-Serie baut auf den
entsprechenden G1-Serienmodellen
auf und erfüllt auch semiprofessionelle
Ansprüche. Die G2 ist bereits bei Profifotografen zunehmend im Einsatz. Auch
sie verfügt jetzt über eine HD-Videofunktion und die Bedienung erfolgt über
einen Touchscreen, über den sich die
Kamera auch auslösen lässt.
Die GH2 richtet sich wieder an
Videofilmer, jetzt mit Full-HD-Aufzeichnung, Zeitraffer- und Zeitlupenerstellung. Zeitgleich mit ihr brachte
Panasonic ein 3D-Objektiv heraus, das
auch dreidimensionale Videoaufnahmen ermöglicht.
Die brandneue GF2 erfüllt wiederum die Forderung nach einer kompakten, stylischen Kamera. Neu bei ihr ist
der Wegfall des Einstellrades auf der
Oberseite der Kamera. Auch ihre Bedienung erfolgt über einen Touchscreen,
was sich als deutlich komfortabler herausstellt und eine ganz neue Art des
Fotografierens ermöglicht.
Die Systemwelt von Panasonic
Panasonic liefert derzeit das größte Angebot an Zubehör für
spiegellose Systemkameras: elf Lumix-Objektive, drei externe
Blitzgeräte und drei Arten Filter.
Der Objektivpark enthält neben dem Standardzoom 14-45mm
(ab 279 Euro) für alltägliche Streetfotografie ein Supertelezoom 100-300mm (ab 529 Euro), mit dem auch scheue Tiere
abgelichtet werden können, sowie einen Superzoom, der sich
wegen des leisen AFs für Videoaufnahmen eignet.
Architekturfotografie gelingt mit dem Superweitwinkel 7-14mm
(ab 970 Euro), und das 12mm-3D-Objektiv fängt die dreidi-
mensionale Schönheit der Welt ein. Empfehlenswert zum
Immer­draufhaben ist das kleine 20mm-Pancake (ab 329
Euro), das eine Lichtstärke von F/1,7 bietet.
Für alle, die besondere Perspektiven meistern wollen, sind
das derzeit weltweit leichteste Weitwinkel-Pancake und das
Fisheye-Objektiv 3,5mm (ab 665 Euro) neu dabei.
Anschlussfreudige Objektive des FourThird-Standards der
Leica-Serien M und R lassen sich mit den passenden Adaptern, dem MA1, dem MA2M und dem MA2R ebenfalls an die
Panasonic-Modelle anschließen.
Die Panasonic rauscht etwas stärker als
Modelle von Olympus. Bis ISO 400 ist
die Bildqualität aber sehr gut.
Ausstattung: (25%)
85,08 %
Schon äußerlich weist bei der G2 alles
auf eine umfangreiche Ausstattung hin.
Dieses Versprechen hält die Kamera.
Handling: (35%)
92,16 %
Im Handling ist die G2 prima. Die Kamera
liegt gut in der Hand. Das Kunststoff­
gehäuse wirkt sehr robust.
Gesamtwertung:
88,56 %
Weitere Modelle
von Panasonic
Lumix GF2
12,1 Megapixel
noch kein Test
Preis: 629 €
Lumix G10
12,1 Megapixel
Test: DP 07/10
Preis: 510 €
Lumix GH1
12,1 Megapixel
Test: DP 06/10
Preis: 1.420 €
DigitalPHOTO 04/2011 29
Test + Technik
Systemkameras
Samsung NX 10
Olympus PEN E-PL2
Typ: Ambitioniert
Typ: Künstlerisch
€
650
Olympus E-PL2
Hersteller: Olympus
€
459
Typ: Spiegellose Systemkamera
Preis (UVP/Handel): 730 Euro / 650 Euro
Zielgruppe: Einsteiger und Ambitionierte
Sensor: 4032 x 3042 – 12,3 Megapixel
Objektivbajonett: Micro-FourThirds
Belichtungszeit: 1/4000-30s, Bulb
Größe: 115 x 73 x 42 mm
Gewicht: 324 Gramm
Bewertung Test 04/11
Hersteller: Samsung
Samsung hat sich mit
seinen spiegellosen Systemkameras offenkundig
hohe Ziele gesteckt. Der
koreanische Hersteller
will in dem Segment zu
einer ernstzunehmenden
Größe werden.
Olympus setzt ganz
auf Tradition. Die Modelle
der PEN-Serie wecken bei
manchem nostalgische
Gefühle. Die integrierten
Art-Filter bieten dem
Fotografen kreativen
Spielraum.
Webseite: www.olympus.de
Samsung NX10
Die E-PL2 überzeugt mit einer guten
Auflösung, einem hohen Dynamikbereich
und einem vortrefflichen Weißabgleich.
Ausstattung: (25%)
86,32 %
Bei der Ausstattung kann die Kamera
mit manuellen Einstellmöglichkeiten und
zahlreichen Motivprogrammen punkten.
Handling: (35%)
90,11 %
Dank der schnellen Einsatzbereitschaft
und Scharfstellung erreicht die Olympus
E-PL2 hier gut 90 Prozent.
Gesamtwertung:
85,95 %
Alternative
Kameras
PEN E-P2
12,3 MP L-MOS
Test: DP 04/10
Preis: 600 €
PEN E-PL1
12,3 MP L-MOS
Test: DP 07/10
Preis: 367 €
PEN E-P1
12,3 MP L-MOS
Test: DP 10/09
Preis: 255 €
Typ: Spiegellose Systemkamera
Preis (UVP/Handel): 799 Euro / 459 Euro
Zielgruppe: Einsteiger und Ambitionierte
Sensor: 4592 x 3056 – 14,6 Megapixel
Objektivbajonett: Samsung NX
Belichtungszeit: 1/4000 - 30 - Bulb
Größe: 123 x 87 x 40 mm
Gewicht: 350 Gramm
Bewertung Test 06/10
Bildqualität: (40%)
Bildqualität: (40%)
82,08 %
Webseite: www.samsung.de
A
uf der photokina 2008 präsentierte Olympus den Prototyp der
ersten digitalen PEN-Kamera.
Ein knappes Jahr später startete der
Hersteller dann mit der PEN E-P1, passend zum 50. Jubiläum seines frühen
Erfolgsmodells PEN, die man „wie einen
Stift“ (engl. pen) immer dabei haben
konnte. Heute bietet Olympus vier Systemkameras an.
Um nahtlos an den einstigen Erfolg
der PEN aus den frühen 60er Jahren
anknüpfen zu können, hatte Olympus
für die E-P1 bewusst ein Retro-Design
ausgewählt, das von der Optik mit
Ledereinsatz bis zum satten Klicken des
Bildauslösers reichte. Die erste Kamera
wurde zudem noch in einem wertigen
Metallgehäuse ausgeliefert, während
bei den Nachfolgern dann auf Kunststoff gesetzt wurde. Als Sensor verbaute
Olympus, ähnlich wie Panasonic, einen
17,3 × 13 Millimeter großen Live-MOSSensor, der etwas kleiner ausfällt als
die bei Spiegelreflexkameras verbreiten APS-C-Sensoren.
Kreativität eingebaut
Die PEN-Modelle sind Kameras, die
für Künstler und solche, die es werden
wollen, wie geschaffen sind. Für diese
Fotografen wurden die Art-Filter intergiert, von denen vier bei allen Modellen gleich sind:
Pop Art taucht die Welt in satte Farben, Soft Focus zeichnet die Ränder
weich, Monochrom Film bringt knackige Schwarzweiß-­Kontraste und
besticht durch einen groben Korneffekt,
Lochkamera dunkelt die Ränder ab.
Bei der neuen E-P2 gibt es zusätzlich den Filter Diorama, der die Bildmitte in eine Miniaturansicht verwandelt, und den Filter Cross-Entwicklung,
der die Farben verfälscht, als hätte man
einen Analogfilm mit dem falschen Entwickler behandelt.
Bei der E-PL1, der dritten im Bund,
wurde an den Artfiltern wieder gespart:
Blasse Farben, Weiches Licht und
Crossentwicklung gibt es hier leider
nicht mehr, dafür kam Leichtes Sepia
hinzu. Bei der brandneuen E-PL2 (siehe
Seite 36) wurde Diorama durch Dramatic Tone ersetzt. Damit Fotos, die auf
Leinwand gedruckt sind, wie Ölgemälde wirken.
D
er koreanische Elektronikkonzern Samsung hat sich nicht
weniger vorgenommen, als dem
Micro-FourThirds-System von Panasonic und Olympus den Rang abzulaufen.
Ein ambitioniertes Ziel für einen Kamerahersteller, der mit seinem DSLR-System (z. B. GX-20) im Markt nie so richtig
Fuß gefasst hat. Doch wo ein Wille ist,
da ist auch ein Weg. Und so hat Samsung
in kurzer Zeit bereits vier spiegellose
Modelle ins Programm aufgenommen.
Dabei kann der Hersteller gegenüber Lumix und PEN einen vermeintlichen Vorteil für sich verbuchen: In dem
recht wertigen Gehäuse der Samsung
NX10, NX5 und NX100 wurde ein
CMOS-Sensor im APS-C-Format mit
81,41 %
einer Größe von 23,4 x 15,6 Millimetern
verbaut, der mit einer maximalen Auflösung von 14,6 Megapixeln eine sehr
gute Bildqualität verspricht.
Die Handhabung der NX5 und NX10
erweist sich nach kurzer Zeit bereits als
genauso einfach und problemlos wie bei
einer Kompaktkamera. Für die NX100
gilt das allerdings nicht mehr. Sie will
Einsteigern wie Profis „alles für jeden“
bieten, verwirrt den Anwender im Alltag aber regelrecht.
Intuitive i-Function?
Durch die neue iFunction-Technologie der NX100 rückt laut Samsung das
Objektiv ins Zentrum des Geschehens.
Über einen Knopf und den Ring am
Das Zubehör für die Olympus PEN
Das NX-System von Samsung
Olympus bietet bisher sieben Objektive für die PENs an,
darunter ein 17mm-Pancake (ab 246 Euro), einen Weitwinkel-Standardzoom 9-18mm (ab 488 Euro) sowie speziell für Videoaufnahmen das leistungsstarke 10,7-fach Zoom
14-150mm (ab 498 Euro) mit besonders leisem Autofokus. Ein Ultraweitwinkelzoom 9-18mm (ab 488 Euro) und ein
Objektiv für Nahaufnahmen gehören dazu, ebenso ein kompaktes 3fach-Zoom und ein kompakter Telezoom. Auch Olympus bietet zwei Adapter für den Anschluss von FourThirdsObjektiven (E-System) und einen für den Anschluss von alten
Das Samsung NX-System besteht aktuell aus fünf Objektiven, von denen zwei kompatibel zum i-Function-Bedienkonzept
sind. Neben dem Standardzoom 18-55mm (ab 140 Euro) gibt
es ein Telezoom 50-200mm (ab 180 Euro) sowie ein lichtstarkes 30mm-Normalobjektiv (ab 199 Euro).
Auch hier lässt sich ein starker Preisverfall beobachten, der
darauf spekulieren lässt, dass die derzeit vergleichsweise
teuren i-Function-Objektive in Zukunft ebenfalls günstiger zu
haben sind. Noch kostet das 20mm-Objektiv rund 350 Euro
und das 20-50mm-Zoomobjektiv rund 250 Euro.
OM-Objektiven an. Zum Zubehörangebot gehören auch PENObjektiv-Konverter. Olympus-PEN-Fotografen können nicht nur
auf das herstellereigene Objektiv-Sortiment zurückgreifen,
sondern auch auf die Micro-FourThirds-kompatiblen LumixObjektive von Panasonic.
Neuesten Meldungen zufolge werden künftig auch Objektive
der Hersteller Cosina (Voigtländer, Carl Zeiss), SchneiderKreuznach und Komamura Anschluss an die Micro-FourThirdsBodys von Panasonic und Lumix finden. Auch Sigma hat angekündigt, MFT-Objektive entwickeln zu wollen.
Objektiv sollen sich die unterschiedlichen Belichtungsparameter (Blende,
Verschlusszeit, Belichtungskorrektur,
Weißabgleich und ISO) steuern lassen,
ohne dass man das Motiv aus dem Blick
lassen muss. Beim Praxistest stellte sich
aber heraus, dass diese nicht immer
reagieren wie gewünscht.
Ab März wird die neue Samsung
NX11 zu einem Preis von 649 Euro
(UVP) im Handel erhältlich sein. Das
Modell basiert auf dem bisherigen Topmodell NX10, wurde jedoch mit dem
i-Function-Bedienkonzept aufgerüstet.
Interessant ist der rasante Preisverfall
der NX-Kameras: Die bei knapp 800
Euro gestartete NX10 ist inzwischen
für 460 Euro zu haben.
Angeblich plant Samsung, den Objektivpark 2011 stark zu
erweitern. Im Internet kursieren Pläne, denen zufolge das
Unternehmen beabsichtigt, in diesem Jahr fünf weitere Linsen
auf den Markt zu bringen: 16mm (f/2,4), 18-200mm, 60mm
(f/2,8) und 85mm (f/1.4).
Wie beim Micro-Four-Thirds-System gibt es auch für das
Samsung NX-System inzwischen mehrere Adapter für den Einsatz diverser Fremdobjektive. Führend auf diesem Gebiet ist
übrigens der deutsche Hersteller Novoflex, der eine ganze
Reihe von Adaptern entwickelt hat.
Im Vergleich zur Konkurrenz kann
Samsung das Potenzial des größeren
APS-C-Sensors nicht ganz ausreizen.
Ausstattung: (25%)
84,04 %
Die Kamera verfügt über eine sehr
ausgewogene Ausstattung und schneidet
hier im guten Mittelfeld ab.
Handling: (35%)
91,70 %
Das Gehäuse der NX10 ist auffallend gut
verarbeitet. Die Kamera liegt prima in der
Hand und lässt sich gut bedienen.
Gesamtwertung:
85,76 %
weitere Kameras
von Samsung
NX11
14,6 MP CMOS
ab März 2011
Preis: 599 €
NX100
14,6 MP CMOS
Test: DP 02/11
Preis: 444 €
NX5
14,2 MP CMOS
noch kein Test
Preis: 349 €
DigitalPHOTO 04/2011 31
Test + Technik
Systemkameras
Systemkameras
Sony NEX-5
Was ist mit ...
Typ: Extravagant
€
499
SONY NEX-5
Hersteller: Sony
Während sich die
anderen Hersteller bei
ihren Spiegellosen an
bewährten Kamera-Looks
orientierten, setzt Sony
mit den beiden kompakten
NEX-Modellen auf postmodernes Design.
Webseite: www.sony.de
Typ: Spiegellose Systemkamera
Preis (UVP/Handel): 599 Euro / 499 Euro
Zielgruppe: Einsteiger und Ambitionierte
Sensor: 4592 x 3056 – 14,2 Megapixel
Objektivbajonett: Sony E-Bajonett
Belichtungszeit: 1/4000s-30s, Bulb
Größe: 111 x 59 x 38 mm
Gewicht: 229 Gramm
Bewertung Test 10/10
Canon?
Nikon ?
Pentax ?
Canon beobachtet den Markt der
Systemkameras mit Argusaugen: Man
wisse zwar nicht, was die Zukunft
bringe, doch einfach auf den fahrenden Zug aufspringen, wolle Canon derzeit definitiv nicht, ließ das japanische
Unternehmen aus dem deutschen Firmensitz in Krefeld verlauten. Vornehmlich konzentriere man sich auf das
EOS-System, das mit rund 60 Objektiven und einem umfangreichen Zubehörpark die Digitalspiegelreflex-Anwender bedient. Denjenigen, die sich von
der Kompaktkamera weiter entwickeln wollen und denen eine DSLR zu
groß, zu schwer oder zu kompliziert ist,
will Canon eine Alternative mit seinen
Superzoom-Bridge­kameras bieten.
Bei Nikon braut sich hinter den Kulissen etwas zusammen: Bereits Ende
Juni vorigen Jahres äußerte sich Präsident Makoto Kimura über eine neue
Kameraart aus dem Hause Nikon, „die
Fotos von der Welt macht, die die traditionelle DSLR nicht erreichen kann.“
Diese Kamera könne der spiegellosen Struktur folgen und mehr Videomöglichkeit bieten, so Kimura. Er kündigte seinerzeit diese neue Kameraart
für das laufende Geschäftsjahr – das
am 31. März 2011 endet – oder für das
folgende Geschäftsjahr an. Für neuere
Informationen war Nikon kurz vor Ende
des Fiskaljahres nicht zu sprechen. So
viel dürfte klar sein: 2011 wird uns die
Antwort bringen.
Pentax hat immer gesagt, dass man
den Markt der spiegellosen Systemkameras nicht an sich vorbeigehen lassen
will, sondern ihn genauestens beobachtet und zum richtigen Zeitpunkt reagieren wird. Inzwischen kann man davon
ausgehen, dass Pentax hinter den
Kulissen an einem Modell arbeitet und
dass etwas kommen wird, wahrscheinlich ebenfalls noch in diesem Jahr.
Doch genauere Informationen wollte
das Unternehmen auf Anfrage der
DigitalPHOTO nicht geben und verwies
alle Hinweise, die im Internet kursieren,
ins Reich der Spekulation. Pentax-Fans
dürfen also weiter gespannt sein, wann
das Unternehmen den „richtigen Zeitpunkt“ für gekommen sieht. 
Test + Technik
Technische Daten
der vorgestellten
Kameras finden Sie
auf derfolgenden
Doppelseite.
Bildqualität: (40%)
85,59 %
Der große APS-C-Sensor der NEX-5
begünstigt eine gute Bildqualität. Hier
erreicht die Kamera eine Top-Platzierung.
Ausstattung: (25%)
73,26 %
Aus Platzgründen hat Sony in der NEX-5
keinen internen Blitz verbaut. Ein kleiner
Aufsteckblitz liegt aber bei.
Handling: (35%)
85,70 %
Die äußerst kompakte Kamera lässt sich
gut bedienen. Im Vergleich schneidet die
Konkurrenz hier allerdings besser ab.
Gesamtwertung:
82,55 %
Weitere Kameras
von Sony
NEX-3
14,2 MP CMOS
Test: DP 10/10
Preis: 399 €
SLT-A55
16,2 MP CMOS
Test: DP 12/10
Preis: 729 €
SLT-A33
14,2 MP CMOS
Test: DP 12/10
Preis: 600 €
32 DigitalPHOTO 04/2011
S
ony ist, wie Samsung, erst relativ
spät in den Markt mit den spiegellosen Systemkameras eingestiegen. Dabei hat sich Sony, wie der koreanische Hersteller, dazu entschlossen, in
den eigenen Modellen nicht den kleinen
Micro-FourThirds-Sensor (wie Olympus
und Panasonic) zu verbauen, sondern
einen größeren Sensor, dessen Maß dem
einer DSLR entspricht.
Als Hersteller von Spiegelreflexkameras hatte Sony sich mit der Weiterentwicklung des einstigen Minolta-Systems bereits einen Namen gemacht und
wichtige Erfahrungen gesammelt.
In den Kameras NEX-3 und NEX-5
wurde daher ein neu entwickelter
Exmor APS-HD-CMOS-Sensor eingebaut, der über eine Auflösung von 14,2
Megapixel verfügt und 23,4 × 15,6 Millimeter misst. Damit ist er deutlich größer
als der MFT-Sensor, und seine Bildqualität entspricht prinzipiell der einer digitalen Spiegelreflexkamera. Auch kreative Unschärfe-Effekte werden durch
den großen Bildsensor möglich.
Klein und leicht
Sony hat bei der Entwicklung der beiden NEX-Modelle erkennbar auf ein
neues Design-Konzept gesetzt. Das
Gehäuse der NEX-5 ist aus leichtem
Magnesium und wiegt ohne Akku und
Objektiv gerade einmal 229 Gramm.
Zudem ist das Modell mit seinen Maßen
von 118 × 58,8 × 38,2 Millimetern derzeit die weltweit kleinste und leichteste
Digitalkameralösung mit Wechselob-
jektiven. Hierfür wurde unter anderem
auf einen internen Blitz verzichtet. Ein
kleiner Aufsteckblitz liegt aber bei.
Optisch wirken die Sony-Systemkameras sehr futuristisch. Hier mag das
System seiner Zeit voraus sein, aber
noch wirkt es auf den Betrachter sehr
gewöhnungsbedürftig, wenn man statt
des Standard-Objektivs ein größeres
aufsetzt. Das entstehende Ungleichgewicht zwischen kompaktem Body und
wuchtigem Objektiv wirkt noch nicht
wirklich durchdacht. Sehr angenehm
ist hingegen die Bedienung der Kamera:
Äußerlich sind nur wenige Knöpfe vorhanden, doch wenn das Display aktiviert wird, erscheinen weitere „virtuelle“ Einstellknöpfe, die eine spielend
leichte Bedienung ermöglichen.
Hinweis: Die blauen Preisschilder beziehen
sich auf aktuelle Handelspreise!
Anzeige
Das E-System von Sony
Das Sony-System ist noch ausbaubar. Für die Sony NEX-3 und
-5 gibt es derzeit ein schlankes 16mm-Weitwinkel-Pancake
(ab 220 Euro), ein Standard-Zoomobjektiv 18-55mm (ab 264
Euro) für alltägliche Fotosituationen und ein Tele-Zoomobjektiv 18-200mm (ab 749 Euro), das sich für die Reisefotografie
eignet. Sieben weitere Objektive sind von Sony bereits angekündigt, die bis 2012 kommen sollen. Sony will das ObjektivProgramm zusätzlich deutlich wachsen lassen und ab 1. April
2011 die grundlegenden Spezifikationen des E-Bajonetts, wie
es in den NEX-Kameras zum Einsatz kommt, kostenlos an
Objektiv- und Adapterhersteller lizenzieren. Die Hersteller Carl
Zeiss, Cosina (Voigtländer), Sigma und Tamron haben bereits
ihr Interesse bekundet.
Im Gegensatz zu den anderen Herstellern hat Sony die eigenen spiegellosen Modelle aus Platz- und Gewichtsgründen
recht spartanisch ausgestattet. So ist das Blitzgerät nicht in
den Body integriert, sondern wird als Zubehör zum Aufstecken
mitgeliefert. Auf einen optionalen, elektronischen Sucher hat
Sony zunächst verzichtet, was dem Hersteller die Kritik ambitionierter Fotografen einbrachte.
DigitalPHOTO 04/2011 33