- Exportinitiative Energieeffizienz

Transcription

- Exportinitiative Energieeffizienz
© olly - Fotolia.com
Energieeffizienz
Zielgruppenanalyse USA
Energieeffizienz im Gebäudesektor
Geschäftschancen für deutsche Unternehmen im Nordosten der USA
AHK USA – New York | 2011
Ein Projekt im Rahmen der Exportinitiative Energieeffizienz gefördert
durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Herausgeber:
German American Chamber of Commerce, Inc. I New York
75 Broad Street, 21st Floor I New York, NY 10004
Phone: +1 (212) 974 - 8856 I Fax: +1 (646) 405 - 1017
www.gaccny.com I www.ahk-usa.com I www.ahk.de
Erstellt durch: Matthew Allen und Ines Hönemann I Februar 2011
Alle Angaben beruhen auf allgemein zugänglichen Quellen und Interviews mit
Branchenexperten. Trotz gründlicher Quellenauswertung und größtmöglicher
Sorgfalt wird die Haftung für den Inhalt der vorliegenden Studie ausgeschlossen.
Executive Summary
Mit einer Fläche von rund 9.83 Millionen km² und einer Einwohnerzahl von mehr als 310
Millionen Menschen sind die Vereinigten Staaten nicht nur drittgrößter Staat der Erde,
sondern auch das Land mit dem höchsten Energieverbrauch. Nach Angaben der U.S.
Energy Information Administration (EIA) lagen die Kohlenstoffdioxid-Emissionen der
USA im Jahr 2009 bei knapp 2.270 Millionen Tonnen. Davon sind Gebäude für rund
38% der Emissionen verantwortlich und verbrauchen 72% des gesamten Stroms.
Vor diesem Hintergrund, der stetig wachsenden US- Bevölkerung und somit steigender
Energieverbrauch, sowie der aktuellen wirtschaftlichen Lage hat die US-Regierung
bereits damit begonnen, neue Gesetze und Regulierungen zu erlassen, um
Energieverschwendung zu reduzieren und um ein Wachstum in den Sektoren
“Erneuerbare Energien” und “Energieeffizienz” zu fördern. Aufbauend auf dem
staatlichen Konjunkturpaket American Recovery and Reinvestment Act of 2009 (ARRA,
U.S.-Konjunkturprogramm) hat das erlassene Gesetz Reid-McConnell Tax Relief,
Unemployment Insurance Reauthorization, and Job Creation Act of 2010 die
Unterstützung und Finanzierung von Programmen erneuert, die darauf abzielen, einen
Markt für nachhaltige Energien zu schaffen. Seit Anfang des Jahres 2011 haben die
Obama-Administration und der US-Kongress gemeinsam damit begonnen, die
Schaffung eines staatlichen Standards zur Nutzung von sauberer Energie zu
diskutieren. Dieser Standard würde vorsehen, dass ein bestimmter Prozentsatz des
Stroms in den USA aus sauberen Energiequellen produziert wird.
Zusätzlich führen viele Bundesstaaten eigene Programme ein, die Nachhaltigkeit
fördern. 37 US-Bundesstaaten haben eine Art alternativen Energiestandard eingesetzt;
und viele haben auch eine Finanzierung entwickelt, um Unternehmen und Verbraucher
nachhaltiger Energie zu unterstützen. In vielen Gebieten werden auch Baurichtlinien
eingesetzt, die niedrigeren Energieverbrauch vorsehen.
1
Boston in Massachusetts ist eine Stadt, die sich ganz besonders zur Nachhaltigkeit
verpflichtet hat. Der Bundesstaat Massachusetts hat sowohl die Anforderung, bis 2020
22,1% des Stroms aus erneuerbarer Energie zu gewinnen, als auch einen Fonds, um
saubere Energie zu unterstützen. Zusätzlich hat das Programm der Green Communities
Gemeinden und Städte im Bundesstaat dazu aufgefordert, umweltfreundlich über die
staatlichen Standards für den Gebrauch erneuerbarer Energien und effizienter
Baurichtlinien hinaus zu werden.
Boston ist eine dieser “grünen” Gemeinden, jedoch ist die Stadt weit darüber hinaus
gegangen. Der Bürgermeister der Stadt hat das Programm Renew Boston (“Erneuert
Boston”) ins Leben gerufen, das den Gebrauch erneuerbarer Energien und
Energieeffizienz in Gebäuden beschleunigen soll. Mit über 220 Hochhäusern und über
250.000 Eigenheimen ist Boston der aktivste Markt für Firmen, die Lösungen zur
Energieeffizienz entwickeln.
Forschung und Innovation sind weitere Schwerpunkte der Region. Das weltberühmte
Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge ist für viele Technologien
verantwortlich, die erneuerbare Energien in den USA vorangetrieben haben. Das
Fraunhofer-Institut ist mit seinem Zentrum für nachhaltige Energiesysteme (Center for
Sustainable Energy Systems) und dem TechBridge-Programm in der Region ebenfalls
sehr aktiv. Eine andere lokale Organisation ist z. B. das Massachusetts Clean Energy
Center, das neue Technologien von der Forschungsphase hin zur Produktion begleitet.
Staatliche und privatwirtschaftliche Vorteile in den USA und insbesondere in Boston, die
umfassenden Reformbestrebungen im Bereich Energie der Regierung sowie das
steigende
Qualitäts-
und
Umweltbewusstsein
US-amerikanischer
Auftraggeber
begünstigen die Position deutscher Unternehmen im Bereich Energieeffizienz beim
Markteintritt in die USA, denn Deutschland besitzt insbesondere im Bereich des
energieeffizienten Bauens einen Technologievorsprung.
2
Inhaltsverzeichnis
1.
2.
Einleitung ............................................................................................................... 5
Politik und Wirtschaft USA im Überblick ............................................................. 8
2.1.
Land und Leute ................................................................................................ 8
2.2.
Politischer Hintergrund..................................................................................... 9
2.2.1.
Staatsaufbau ............................................................................................ 9
2.2.2.
Innenpolitik ............................................................................................. 10
2.2.3.
Außenpolitik ........................................................................................... 11
2.3.
Wirtschaft, Struktur und Entwicklung .............................................................. 11
2.3.1.
Aktuelle wirtschaftliche Lage .................................................................. 12
2.3.2.
Außenhandel.......................................................................................... 14
2.3.3.
Wirtschaftsförderung .............................................................................. 14
2.4.
Der Bausektor in den USA ............................................................................. 15
2.4.1.
Baubestand im Zielland .......................................................................... 15
2.4.2.
Bautätigkeit ............................................................................................ 16
2.5.
Martkeintrittsbedingungen für deutsche Unternehmen ................................... 16
3. Energiemarkt USA ............................................................................................... 20
3.1.
Energie- und Umweltpolitische Rahmenbedingungen .................................... 20
3.1.1.
Energiepolitische Rahmenbedingungen ................................................. 20
3.1.2.
Emissionen ............................................................................................ 24
3.2.
Energie: Verbrauch und Sektoren .................................................................. 26
3.2.1.
Energieverbrauch ................................................................................... 26
3.2.2.
Energiesektoren ..................................................................................... 29
3.3.
Strom: Verbrauch, Erzeugung und Kapazität ................................................. 30
3.3.1.
Stromverbrauch...................................................................................... 30
3.3.2.
Stromerzeugung..................................................................................... 33
3.3.3.
Stromkapazität ....................................................................................... 35
3.3.3.1.
Solarkapazität .................................................................................... 38
3.3.3.2.
Wasserkraftkapazität .......................................................................... 39
3.3.3.3.
Kernkraftwerkskapazität ..................................................................... 39
3.3.3.4.
Atomkraftwerkskapazität .................................................................... 40
3.3.3.5.
Geplante Kapazitätsergänzungen nach Brennstofftyp ........................ 40
3.4.
Energiepreise................................................................................................. 42
3.5.
Neue Entwicklungen auf dem Energiemarkt (Trends & Ausblick) ................... 46
4. Energieeffizienz in den USA ............................................................................... 48
4.1.
Gebäude in den USA ..................................................................................... 48
4.2.
Gebäudetechnik in den USA .......................................................................... 48
4.2.1.
Gebäudematerial und Isolation............................................................... 48
3
4.2.2.
Dachbegrünung (Green Roofs) .............................................................. 49
4.2.3.
Fenster................................................................................................... 50
4.2.4.
Heizung, Kühlung, und Lüftungsausstattung .......................................... 50
4.2.5.
Beleuchtung ........................................................................................... 51
4.2.6.
Haushaltsgeräte ..................................................................................... 52
4.2.7.
Aktive Solarsysteme ............................................................................... 53
4.2.8.
Windenergie vor Ort ............................................................................... 54
4.3.
Standards, Normen & Zertifizierung ............................................................... 55
4.3.1.
Effizienz-Standards für Geräte, Anlagen- und Gebäudetechnik:............. 55
4.3.2.
ENERGY STAR ..................................................................................... 58
4.3.3.
Gebäudeenergie-Richtlinien ................................................................... 58
4.3.4.
Internationale Richtlinien ökologischen Bauens ..................................... 59
4.4.
Förderprogramme & Initiativen ....................................................................... 61
4.5.
Behörden, Verbände & Organisationen.......................................................... 62
4.6.
Messen und Veranstaltungen 2011 in den USA ............................................. 64
5. Energieeffizienz in Boston (Greater Boston Area) ............................................ 66
5.1.
Energiemarkt Massachusetts ......................................................................... 66
5.2.
Greater Boston im Überblick .......................................................................... 68
5.3.
Gebäude in Boston ........................................................................................ 69
5.3.1.
Standards, Normen & Zertifizierung auf Bundeslandebene .................... 69
5.3.2.
Geräte- und Anlageneffizienzstandards ................................................. 70
5.3.3.
Gebäudeenergiekennwert ...................................................................... 71
5.4.
Förderprogramme & Initiativen ....................................................................... 71
5.4.1.
Förderprogramme & Initiativen auf Bundeslandebene ............................ 71
5.4.2.
Regionale Förderprogramme & Initiativen .............................................. 73
5.5.
Behörden, Verbände & Organisationen.......................................................... 74
5.5.1.
Massachusetts ....................................................................................... 74
5.5.2.
Boston.................................................................................................... 76
6. Schlussbetrachtung: Hürden und Potenziale für deutsche Unternehmen Im
Bereich Energieeffizienz .................................................................................... 78
6.1.
Hürden ........................................................................................................... 78
6.2.
Potenziale ...................................................................................................... 79
7. Anhang ................................................................................................................. 81
7.1.
Quellenverzeichnis ........................................................................................ 81
7.2.
Abbildungsverzeichnis ................................................................................... 85
7.3.
Tabellenverzeichnis ....................................................................................... 85
7.4.
Abkürzungsverzeichnis .................................................................................. 86
4
1. Einleitung
Die USA sind ein Land, das sich im Umbruch befindet. Derzeit gibt es keine staatlichen
Bestimmungen für die Nutzung umweltfreundlicher Energie und schätzungsweise glaubt
die Hälfte aller U.S.-Politiker auch nicht, dass solche Richtlinien im besten Interesse des
Landes wären. 37 der insgesamt 50 Staaten haben dafür ein gewisses Level an
alternative Energie-Anforderungen eingeführt, jedoch
variieren sogar diese von
Bundesstaat zu Bundesstaat.
Gebäudeeffizienz-Standards sind noch geschichteter. Viele der Bundesagenturen haben
Effizienz-Regelungen für Gebäude, die in Besitz der Regierung sind. Anders als diese
Fälle werden hier die meisten Standards auf Stadtebene festgelegt. Gebäude sind in
den Vereinigten Staaten für mehr als 70% Stromverbrauch und geschätzte 40% des
CO2-Ausstoßes verantwortlich.
Es gibt Anzeichen dafür, dass das Land sich mehr in Richtung Nachhaltigkeit bewegt.
Diesbezügliche Gespräche zwischen dem Präsidenten und dem Kongress begannen
Anfang 2011 nach einer Aussage von Barack Obama in der diesjährigen 2011 State of
the Union Address (jährliche Rede des Präsidenten zur Lage der Nation). Er sprach sich
für ein Mandat aus, das sich mit sauberer Energie befasst und führte aus, dass bis 2035
80% der Energie aus erneuerbaren Ressourcen stammen sollen.
Gebäudeeffizienz-Standards entwickeln sich ebenfalls in ähnlich positiver Weise. Das
International Code Council (ICC) bestimmt Musterrichtlinien für Gebäude, die von Stadt-,
Bundesstaat- oder Bundesagenturen verwendet werden. Das ICC hat kürzlich damit
begonnen, Green Building Codes zu entwickeln, die bereits erfolgreich in vielen
Gemeinden und Organisationen angewandt wurden.
Die Stadt Boston (Massachusetts) und Umgebung stellt eine der fortschrittlichsten
Regionen für Energieeffizienz-Taktiken und Entwicklungen dar. Die Energierichtlinien
5
und -standards, die in der Stadt eingesetzt werden sowie die Regierungsprogramme wie
z.B. Renew Boston dienen als Vorbild für den Rest des Landes.
Gleichzeitig bietet die Industrie immer mehr Produkte für einen zunehmend
energiebewussten Konsumenten. Zusätzlich zu den fluoreszierenden Alternativen zu
weißglühenden Glühbirnen sind auch LED-Technologien verfügbar und das mit
steigender Qualität bei sinkenden Preisen. Dieser Trend ist größtenteils dem Energy
Independence and Security Act of 2007 zu verdanken, der den Auslauf von
weißglühenden Glühbirnen bis zum Jahr 2014 verfügt.
Amerikanische
Gemeinschaften,
Verbraucher
und
Unternehmen
zeigen
eine
zunehmende Bereitschaft Energie zu sparen und Strom aus erneuerbarer Energie zu
kaufen. Dies bietet eine sehr attraktive Möglichkeit für Deutsche Unternehmen, die in
diesem Markt tätig sind.
Vor dem Hintergrund der aktuellen weltweiten klimapolitischen Entwicklungen und der
steigenden Relevanz der Energieeffizienz wurde die Exportinitiative Energieeffizienz
unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unter der
Dachmarke "Energieeffizienz – Made in Germany" eingerichtet. Mit der Exportinitiative
Energieeffizienz unterstützt die Bundesregierung deutsche Unternehmen bei der
Auslandsmarkterschließung, um energieeffiziente Produkte und Technologien „Made in
Germany“ im Ausland zu etablieren.
Die vorliegende Zielgruppenanalyse, die im Rahmen der Exportinitiative Energieeffizienz
durchgeführt wurde, dient zur Übersicht des Marktes „Energieeffizienz“ in den USA und
zur ersten Vorbereitung für einen U.S.-Markteintritt. Die Arbeit gibt zunächst einen
Überblick
zur
Politik
und
Wirtschaft
der
USA.
Des
Weiteren
werden
die
energiepolitischen Rahmenbedingungen, relevante Behörden & Organisationen sowie
Förderprogramme in den USA behandelt. Darüber hinaus wird die energiepolitische
Situation im Staat Massachusetts dargelegt.
6
Die Analyse richtet sich vornehmlich an deutsche Unternehmen, die einen Markteintritt
in die Vereinigten Staaten von Amerika anstreben. Neben aktueller Marktsituation
werden die Trends, Hürden und Potenziale sowie erste Kontaktpunkte aufgeführt. Für
weitergehende Auskünfte und Beratung stehen die Experten der AHK USA gerne zur
Verfügung:
German American Chamber of Commerce, Inc. - New York
75 Broad Street, 21st Floor New York, NY 10004
URL: www.gaccny.com I www.ahk-usa.com I www.ahk.de
Ansprechpartner:
Matthew Allen - Manager Consulting Services
Phone: +1 (212) 974 - 8856
E-Mail: [email protected]
Ines Hönemann - Manager Consulting Services
Phone: +1 (212) 974 - 8852
E-Mail: [email protected]
7
2. Politik und Wirtschaft USA im Überblick
2.1. Land und Leute1
Die Vereinigten Staaten von Amerika (United States of America, USA) sind mit 308
Millionen Einwohnern2 eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Auch was die
Größe des Landes angeht, sind die USA mit rund 9.83 Millionen km² weltweit das
drittgrößte Land. Deutschland allein könnte flächenmäßig bis zu 25 Mal in die USA
passen. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben sich im 18. Jahrhundert aus den 13
britischen Kolonien der Kolonialzeit zu einer revolutionären Demokratie entwickeln
können, die in den folgenden zwei Jahrhunderten um weitere 37 neue Bundesstaaten
wuchs und durch stetige Einwanderung aus Europa, einer territorialen Expansion nach
Westen, und insbesondere durch eine rasche Industrialisierung gegen Ende des 19.
und 20. Jahrhunderts an weltpolitischem Einfluss gewann.
Der auf unterschiedlichen historischen Einwanderungswellen beruhende kulturelle
Reichtum prägt die amerikanische Gesellschaft. Die USA, auch „Melting Pot“ genannt,
sind geprägt durch eine diverse ethnische Bevölkerung und eine Vielzahl von
Religionen.
Ungefähr
81,7%
der
Einwohner
sind
weiß
(davon
ca.
13%
lateinamerikanischer Herkunft), 12.9% Afro-Amerikanisch und 4,2% asiatisch, 1%
Amerindian und Ureinwohner Alaskas, sowie 0,2% hawaiianischer und pazifischer
Herkunft.
Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika ist Washington, D.C. mit ca. 572.000
städtischen Einwohnern (Großraum: 4,69 Mio. Einwohner). Die Bevölkerungsdichte in
den USA beträgt ca. 30 Einwohnern pro km2. Da aber 80% der Bevölkerung in
städtischen Ballungsgebieten leben, liegt die Bevölkerungsdichte beispielsweise in New
York City bei mehr als 10.000 Einwohnern pro km2. Der Bundesstaat Massachusetts
1
2
USA.gov http://www.usa.gov/visitors/about.shtml
US Census 2010 http://2010.census.gov/2010census/data/
8
wiederum weist mit 233 Einwohnern pro km2 eine mit Deutschland vergleichbare
Bevölkerungsdichte auf.3
2.2. Politischer Hintergrund
2.2.1. Staatsaufbau4
Das Staatssystem der Vereinigten Staaten von Amerika steht wie das deutsche
Staatssystem in der Tradition von Montesquieus Gewaltenteilungstheorie, nach der die
drei Hauptaufgaben der Staatsgewalt in Exekutive, Legislative und Judikative von
unterschiedlichen und von einander unabhängigen Staatsorganen ausgeführt werden.
Anders als in Deutschland, wo Parlamentarismus das Regierungssystem auszeichnet,
stehen die USA für ein präsidiales Regierungssystem. Hierbei kann sich der Chef der
Exekutive, der Präsident, jedoch nicht auf die bestehende Unterstützung seiner
Parteiangehörigen verlassen. Stattdessen muss er sich fortwährend für jedes neue
Gesetz, das er der Legislative (dem Kongress) vorschlägt, erst im Senat und
Repräsentantenhaus die Mehrheit suchen und diese überzeugen. Daraus folgt, dass die
Zusammensetzung des Kongresses für die Umsetzung von Gesetzesvorhaben fast
wichtiger ist, als die Haltung des Präsidenten.
Im politischen System der Checks and Balances verfügen beide Kammern über einige
Kontrollfunktionen gegenüber dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Nur mit
Zustimmung des Senats darf der Präsident beispielsweise außenpolitische Verträge
ratifizieren,
sowie
oberste
Bundesbeamte
und
hohe
Richter
ernennen.
Das
Repräsentantenhaus hingegen hat das alleinige Initiativrecht bei Steuer- und
Haushaltsgesetzen
und
die
Befugnis,
ein
Impeachment-Verfahren
(Amtsenthebungsverfahren) des Präsidenten einzuleiten. Der wiederum kann gegen
vom Kongress verabschiedete Gesetze ein Veto einlegen, welches nur mit Zwei-DrittelMehrheit beider Häuser überstimmt werden kann.
3
4
Proportionen der Weltbevölkerung http://www.pdwb.de/di_usa-d.htm
Bundeszentrale für Politische Bildung http://www.bpb.de/themen/LYW388,0,0,USA.html
9
Die judikative Gewalt (Rechtssprechung) wird von den Gerichten der einzelnen
Bundesstaaten und den Bundesgerichten ausgeführt. Beim Obersten Bundesgericht
(Supreme Court) liegt die letzte Instanz. Alle vier Jahre wird die Spitze der Exekutive,
der Präsident, vom Volk über ein Kollegium von Wahlmännern, das sog. Electoral
College, mit einfacher Mehrheit gewählt. Der Präsident kann nur einmal wiedergewählt
werden. Im Kongress, der Legislative, werden alle 2 Jahre ein Drittel der Abgeordneten
neu gewählt.
2.2.2. Innenpolitik5
Das in den Vereinigten Staaten bestehende Mehrheitswahlrecht begünstigt die
Positionierung von nur zwei Parteien; den Demokraten und den Republikanern. Dritte
Parteien haben es schwer, bei politischen Entscheidungen auf Bundesebene
mitzuwirken. Während sich die Demokraten als progressiv bezeichnen und dem Staat
eine größere Rolle einräumen, stehen die Republikaner eher für freie Marktwirtschaft
und konservative Werte.
Mit dem Amtseintritt von Präsident Barack Obama im Januar 2009 wurde ein politisches
Klima des Wandels angestrebt. Er trat am 20.01.2009 sein Amt als 44. Präsident der
USA an. In den Mid-Term-Wahlen im November 2010 büßten die Demokraten ihre
Mehrheit im Repräsentantenhaus zu Gunsten der Republikaner ein. Insbesondere die
wirtschaftliche Lage war für die Wähler entscheidungstragend. Es liegt in der
Kompromissbereitschaft
des
Präsidenten,
Gesetzentwürfe durchzubringen.
5
US Embassy http://usa.usembassy.de/government-parties.htm
10
sowie
beider
Parteien,
weitere
2.2.3. Außenpolitik6
Während die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika in der Amtszeit von
Präsident Bush insbesondere von den Terroranschlägen vom 11. September 2001
geprägt war, ist unter Präsident Obama ein Kurswechsel zu verzeichnen.
Unter dem Leitkonzept smart power wird Diplomatie vor militärische Lösungen gestellt.
Zudem wenden sich die USA wieder verstärkt der internationalen Gemeinschaft zu und
setzen dabei auf Multilaterismus und Partnerschaft mit anderen Nationen. Insgesamt
möchten die USA wieder Vorbildfunktionen übernehmen und u.a. verstärkt Initiative
gegen den Klimawandel an den Tag legen.
Die Sicherheitspolitik der USA sieht zudem einen verantwortungsvollen Rückzug des
Militärs aus dem Irak vor, sowie die Verbesserung der Strategien in Afghanistan und
Pakistan. Weitere Ziele der Obama-Administration sind die atomare Abrüstung, bei der
die USA bereits mit Russland verhandeln konnten, sowie der wirtschaftspolitische Dialog
zwischen China und den USA. Mit Südkorea konnte bereits ein lange erarbeitetes
Freihandelsabkommen beschlossen werden.7
2.3. Wirtschaft, Struktur und Entwicklung
Das Wirtschafts- und Finanzsystem der USA ist durch unternehmerische Initiative und
Freihandel gekennzeichnet. Abb. 1 bietet eine Übersicht über die grundlegenden Daten
der amerikanischen Wirtschaft auf dem Stand von November 2010. Auch schließt sie
eine Prognose des U.S. Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Jahresende mit ein.
6
Auswärtiges Amt
http://www.auswaertigesamt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/UsaVereinigteStaaten/Aussenpolitik_n
ode.html
7
The White House http://www.whitehouse.gov/issues/foreign-policy
11
Abb. 1 GTAI - USA Wirtschaftsdaten November 20108
Quellen: Blue Chip Economic Indicators; Bureau of Labor Statistics; U.S. Department of the Treasury; U.S. Census
Bureau
1) Stand: 8.11.10; 2) Prognose für Jahresende 2010; 3) Oktober 2010; 4) gesamt, einschließlich Verbindlichkeiten
gegenüber bundeseigenen Institutionen; 5) Stand: 2.11.10, bestehend aus Devisenreserven, Gold,
Sonderziehungsrechten und IMF-Reserveposition; 6) 2009;
Für das 3.Quartal verzeichneten die USA noch ein BIP von rund US$ 14.256 Mrd. (Pro
Kopf-BIP: ca. US$ 46.460). Die Vereinigten Staaten erwirtschaften somit ein Fünftel des
jährlichen Welteinkommens und sind somit die größte Volkswirtschaft der Welt.9
Als Dienstleistungsnation haben die USA einen ausgeprägten Dienstleistungssektor der
79% zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Der Industriesektor erwirtschaftet ca. 20%, die
Landwirtschaft rund 1% des BIP der Vereinigten Staaten. Im Vergleich zu Deutschland
hat der Staat in den USA weniger Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen. Weitere
wirtschaftliche Eckdaten sind in der untenstehenden Abbildung einzusehen.
2.3.1. Aktuelle wirtschaftliche Lage
Das Jahr 2010 war durch die Folgen der Finanzkrise geprägt, jedoch konnte das durch
die Obama-Regierung initiierte Rettungs- und Konjunkturpaket einer tieferen Rezession
8
9
GTAI http://www.gtai.de/ext/anlagen/PubAnlage_8536.pdf
CIA Factbook http://databank.worldbank.org/ddp/home.do?Step=12&id=4&CNO=2
12
im Jahr
2009 entgegenwirken und zudem die erste Hälfte des Jahres 2010
wirtschaftlich beleben. Insbesondere drückt sich die wirtschaftliche Erholung der
Konjunktur durch um bis zu 30% gestiegene Unternehmensgewinne in 2010 aus. 10
Insbesondere deutsche Firmen in den USA sehen laut der jährlich durchgeführten
Umfrage German American Business Outlook 2010 einem guten Jahr 2011 entgegen,
das Wachstum und Gewinne erwarten lässt.11
Während das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2009 um 2,6% gesunken ist, erholte sich die
Wirtschaft in 2010 wieder und verzeichnete einen BIP-Anstieg um ca. 2,7%. Der
moderate Wachstumspfad der USA lässt sich durch die leichte Veränderung des
Bruttoinlandproduktes erkennen: von 1,7% im 2. Quartal auf 2,5% im 3. Quartal 2010.12
Für
2011
wird
ein
stetiges Wachstum
von
2,5%
erwartet.
Auch
bei
den
Handelsströmungen erholen sich die USA vom Vorjahr. Im Oktober 2010 betrugen die
Exporte US$ 158,7 Mrd. und waren damit um 14,9% höher als im Vorjahr. Auch die
Importe verzeichneten im Oktober 2010 einen Anstieg um 15,9% zum Vorjahr, und
beliefen sich somit auf US$ 197,4 Mrd.13
Zurzeit wird die Debatte um die wirtschaftliche Erholung 2010/2011 durch die
unverändert hohen Arbeitslosenzahlen getrübt. Im November 2010 betrug die
Arbeitslosigkeit 9,8%, was historisch betrachtet für die Vereinigten Staaten relativ hoch
ist. Seit 1948 wurden ähnlich hohe Arbeitslosenzahlen (10,8%) nur während der
Finanzkrise von 1982 übertroffen.14 Damit verbunden einigten sich Präsident Obama
und
die
Republikaner
im
Dezember
2010
darüber,
die
Arbeitslosenversicherungszahlungen für Langzeitarbeitslose über das Jahr 2011 hinweg
zu
verlängern.
Damit
verbunden
wurde
der
parteiübergreifende
Kompromiss
geschlossen, die Steuererleichterungen aus der Ära G. W. Bush für weitere zwei Jahre
10
GTAI https://www.gtai.de/ext/anlagen/PubAnlage_8536.pdf?show=true
GACC http://www.gaccny.com/fileadmin/ahk_gaccny/Communications/Documents/gabo/20102011/GABO_PressRelease.pdf
12
BEA http://www.bea.gov/national/#gdp
13
US Census http://www.census.gov/foreign-trade/Press-Release/current_press_release/ft900.pdf
14
BLS http://data.bls.gov/PDQ/servlet/SurveyOutputServlet
11
13
zu verlängern, sowie die Lohnsteuer für ein weiteres Jahr niedrig zu halten, um damit die
Wirtschaft und die Nachfrage weiterhin zu fördern.15
2.3.2.
In
den
Außenhandel16
letzten
Jahrzehnten
haben
Exporte
zu
rund
einem
Viertel
des
Wirtschaftswachstums des Landes beigetragen. Neben Deutschland und China zählen
die Vereinigten Staaten von Amerika zu den größten Exporteuren von Waren weltweit
(Stand: 2007). Das gesamte Exportvolumen der USA betrug im Jahr 2009 knapp US$
1.570 Milliarden. Demgegenüber stand ein Importvolumen von rund US$ 1.945
Milliarden. Damit schlossen die Vereinigten Staaten 2009 mit einem Handelsdefizit in
Höhe von US$ 374,9 Milliarden ab, was im Vergleich zu den Jahren 2007 und 2008
geschrumpft ist. Grund dafür ist zum einen die verminderte Kaufkraft der USA während
der Finanzkrise, zum anderen aber auch die verstärkte Einsicht, die Exporte zu erhöhen,
um damit Arbeitsplätze zu schaffen und die wirtschaftliche Erholung, in einer Zeit in der
die Amerikaner vermehrt zum Sparen tendieren und weniger konsumieren, zu
unterstützen. Die durch die Obama-Administration initiierte National Export Initiative
sieht vor, die US-Exporte bis zum Jahr 2015 zu verdoppeln. Hierbei sollen insbesondere
kleine und mittelständische Betriebe unterstützt werden. 17
2007 waren Kanada, Mexiko, China, Japan, Großbritannien und Deutschland die
Hauptabnehmerländer für US-Warenexporte. Die Vereinigten Staaten haben bilaterale
Freihandelsabkommen mit insgesamt 15 Staaten, darunter sind Kanada, Mexiko,
Singapur, Israel, Australien, Chile, die Dominikanische Republik, Honduras, Guatemala,
El Salvador, Nicaragua, Jordanien, Marokko, Bahrain und Peru.
2.3.3. Wirtschaftsförderung
In
den
Vereinigten
Staaten
gibt
es
keine
mit
Deutschland
vergleichbaren
Förderungsprogramme auf nationaler Ebene. Stattdessen wird Wirtschaftsförderung
15
NY Times http://www.nytimes.com/2010/12/07/us/politics/07cong.html?pagewanted=all
US Census http://www.census.gov/foreign-trade/Press-Release/2009pr/final_revisions/09final.pdf
17
White House http://www.whitehouse.gov/sites/default/files/nei_report_9-16-10_full.pdf
16
14
hauptsächlich durch die einzelnen Bundesstaaten vorgenommen. Hierbei verwalten die
Bundesstaaten individuelle Förderungsfonds. Bewerber können u. U. neben den
Barmitteln aus den Förderungsfonds auch auf kommunale Mittel zurückgreifen. Auf
regionaler Ebene gibt es zudem zusätzliche Förderungsprogramme in Form von Fonds,
die von einem kommunalen Verbund aufgebracht werden.
Zusätzliche Förderungsmaßnahmen werden u. a. durch Steuernachlässe oder sonstige
Vergünstigungen wie z.B. Ermäßigungen beim Kauf von Grundstücken ermöglicht.
Sowohl die Höhe der Mittel und Vergünstigungen als auch die Regelungen zur
Gewährung
fallen in den verschiedenen Bundesstaaten unterschiedlich aus.
Grundsätzlich werden die Entscheidungen auf Projektebene durchgeführt. Bei
Ausschreibungen für ein konkretes Projekt stimmen somit bundesstaatliche, regionale
und kommunale Förderverbände gemeinsam über die Förderungsmittel ab.
2.4. Der Bausektor in den USA
Der Bausektor macht 13,4% des gesamten US-Bruttoinlandproduktes aus. Darin sind
sowohl der Bau von Gebäuden als auch Bauvorhaben im Infrastrukturbereich enthalten.
2.4.1. Baubestand im Zielland18
Laut der Umfrage des U.S. Census Bureau, American Housing Survey for the United
States: 2009, beträgt die Zahl der U.S. Wohneinheiten im Jahr 2009 insgesamt
130.112.000. Die meisten dieser Gebäude wurden zwischen 1940 und 1986 erbaut. Bei
drei von vier Objekten handelt es sich um Einfamilienhäuser. Die Mehrheit der in diesem
Bericht untersuchten Gebäude ist zweistöckig, gefolgt von ein- und dreistöckigen
Häusern. Die Durchschnittsgröße der Einfamilienhäuser betrug 2009 158 m². 28,2% der
Objekte wurden auf US$ 200.000 oder mehr in Wert geschätzt; demnach bewohnt die
Mehrheit der Amerikaner dem niedrigen Preisniveau zuzurechnende Häuser. Lediglich
19,2% der Wohnobjekte wurden noch vor 1920 gebaut, und 5,5% der in dem Bericht
untersuchten Wohnobjekte wurden in den letzten vier Jahren errichtet.
18
US Census http://www.census.gov/hhes/www/housing/ahs/ahs09/ahs09.html
15
Darüber hinaus betragen die durchschnittlichen, monatlichen Stromkosten in den USA
ca. US$ 107 für jede Wohneinheit. Hinzu kommen im Durchschnitt US$ 133 für Heizöl,
sowie US$ 73 für Gas pro Monat/Wohneinheit.
2.4.2. Bautätigkeit19
Dank des ARRA 2009/2010 konnte ein tiefgreifender Rückgang der Wirtschaftsleistung
im Bauwirtschaftssektor vermieden werden. Insgesamt stagnierte der Bausektor im Jahr
2010, was insbesondere an dem weitgehend ausgebliebenen Bau von Wohnhäusern
lag. Laut dem Marktforschungsinstitut McGraw-Hill Construction in New York, sieht die
Bauwirtschaft für das Jahr 2011 einem Aufschwung entgegen; die Branche soll laut
Prognosen um bis zu 8% wachsen.
Ein Baubeginn ist sowohl für Wohnhäuser als auch für Gewerbeimmobilien im Jahr 2011
geplant. Zudem sind laut Germany Trade and Invest ungefähr 100 ausländische
Baukonzerne in den USA vertreten.20
2.5. Martkeintrittsbedingungen für deutsche Unternehmen
Als größter Binnenmarkt der Welt bieten die USA für deutsche Unternehmen aus der
Erneuerbaren-Energien-Branche
Chancen,
aber
auch
Hindernisse,
die
beim
Markteinstieg zu beachten sind. Angefangen mit der Größe des Marktes und den daraus
resultierenden logistischen Anforderungen sehen sich viele deutsche Unternehmen
einer Herausforderung gegenüber. Es gibt selten „den amerikanischen Konsumenten“,
sondern vielmals unterschiedlichste Geschmäcker und Bedürfnisse. Oftmals sind die
Anforderungen an die Produkte daher schlichtweg von Bundesstaat zu Bundesstaat
unterschiedlich.
Wichtig ist daher, dass Produktpolitik individuell an den Markt angepasst wird. Dabei
sind nicht nur technische Anpassungen, sondern auch das Marketing und die
19
20
US Census http://www.census.gov/const/www/totpage.html
GTAI https://www.gtai.de/ext/anlagen/PubAnlage_8536.pdf?show=true
16
Präsentation des Produktes gemeint. Oftmals sind deutsche Unternehmer stärker an
technischen Details interessiert und tendieren dazu, vor Entscheidungen alle
Eventualitäten und Möglichkeiten zu analysieren. Amerikaner sind oft schneller in der
Entscheidungsfindung
und tendieren bei der Produktwahl oftmals zum Praktischen.
Abgesehen von den rein kulturellen Unterschieden gibt es in den USA auch andere
Regelungen, welche die Geschäfte in den USA allgemein anbelangen. Vertragsrecht,
Haftungsrecht und technische Standards sind je nach Produkt anders als in
Deutschland. Teilweise unterscheiden sich diese Regelungen auch zwischen den
einzelnen Bundesstaaten. Beispielsweise sind die Haftungsrechtbedingungen und die
dazu nötigen Unterlagen von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich.
Ganz besonders zu erwähnen gilt das US-Standardisierungsgesetz, welches sich von
dem in Europa unterscheidet. Zwar verfügen viele Standardisierungsorganisationen über
einen hohen Standard und können auch technisch mit internationalen Standards
verglichen werden, jedoch werden sie weder von allen Staaten anerkannt, noch werden
alle Interessengruppen beachtet. Oftmals reicht die reine Befolgung dieser Standards
nicht aus, obwohl das American National Standards Institute (ANSI) über 250 StandardEntwicklungsorganisationen akkreditiert hat und selbst den Zugriff auf über 10.000
Standards ermöglicht. Exporteure müssen daher zusätzlich nationale und staatliche
Gesetze und Vorschriften beachten. Das ANSI ist zwar ein Mitglied der internationalen
Behörden ISO und IEC21, aber diese werden kaum von normalen StandardEntwicklungsorganisationen unterschieden und stehen daher mit über 800 anderen in
Konkurrenz. Das führt dazu, dass es für einen deutschen Hersteller häufig schwierig ist,
alle Standards zu erreichen, wenn er sein Produkt in den gesamten USA anbieten
möchte, und dass, obwohl er bereits eine ISO-Norm erfüllt.
Darüber hinaus regelt der Federal Power Act der USA, dass der Aufbau und Betrieb von
Anlagen für die Entwicklung, Weiterleitung und Herstellung von Energie auf Gebieten,
die staatlich kontrolliert werden, von der staatlichen Regulierungsbehörde Federal
21
ANSI http://www.ansi.org/about_ansi/overview/overview.aspx?menuid=1
17
Energy Regulatory Commission (FERC) lizenziert werden müssen. Diese Lizenzen
werden jedoch nur an amerikanische Einwohner bzw. amerikanische Firmen vergeben.
Das bedeutet für deutsche Firmen, dass sie erst eine Tochterfirma in den USA gründen
müssen, um die entsprechenden Rechte zu erwerben.22
Eine weitere Herausforderung ist das Haftungsrecht in den Vereinigten Staaten.
Unternehmen, die in den USA tätig sind, müssen sich daher vorher über die
entsprechende Rechtslage auf regionaler und nationaler Ebene informieren und die
nötigen Schritte einleiten, um gegen etwaige Regressansprüche abgesichert zu sein.
Auch bei Importen von deutschen Produkten in die USA muss darauf geachtet werden,
dass die USA in manchen Bereichen immer noch über Handelshemmnisse verfügen, die
beispielsweise einen bestimmten US-Anteil an den Produkten vorsehen. Stahl zum
Beispiel besitzt ein sogenanntes local content requirement, das heißt, dass bei
Projekten, die für staatliche Stellen durchgeführt werden, der Stahl aus den USA
stammen muss, auch wenn Ausnahmen möglich sind. Ähnliche Vorschriften gibt es
auch durch den Buy American Act des Konjunkturprogramms 2009/2010. Deutschland
ist zwar aufgrund von handelsrechtlichen Abkommen davon ausgenommen; trotzdem
kann es in Einzelfällen dazu kommen, dass amerikanische Produkte, bzw. Hersteller
bevorzugt werden.
22
Die AHK USA kann Sie dabei gerne beraten und unterstützen.
18
Abb. 2 GTAI - „Wirtschaftstrends USA Jahreswechsel 2010/11“ - SWOT Analyse US-Markt23
Zusammenfassend hat Germany Trade and Invest zudem eine SWOT-Analyse der USA
zusammengestellt, bei der die Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Hemmnisse des
US-Marktes kompakt beleuchtet werden (siehe Abb. 2).
23
GTAI http://www.gtai.de/ext/anlagen/PubAnlage_8536.pdf
19
3. Energiemarkt USA
3.1. Energie- und Umweltpolitische Rahmenbedingungen
3.1.1. Energiepolitische Rahmenbedingungen
Die USA haben die Wichtigkeit und besonders die Dringlichkeit in Bezug auf
Umweltfragen erkannt und nehmen den Bereich verstärkt
in ihr
politisches
Rahmenprogramm mit auf.
Erneuerbare Energieerzeugung wird von der amerikanischen Regierung zunehmend
durch beide Kanäle gefördert: Bundesfördergelder so wie Renewable Portfolio
Standards auf bundesstaatlicher Ebene. Seit Oktober 2010 haben insgesamt 29 U.S.Bundesstaaten so wie Puerto Rico Renewable Energy Portfolio Standards erlassen.
Weitere 7 Bundesstaaten haben sich Zielen des Renewable Portfolios gesetzt.
Detaillierte Informationen zu den Zielen sind bei der Database of State Incentives for
Renewables & Efficiency (DSIRE): www.dsireusa.org zu finden.24 2010 war bereits ein
bedeutendes Jahr im Bereich der erneuerbaren Energien in den USA, was sowohl durch
aktuelle Gesetzgebungen und Steueranreize auf Bundesebene als auch durch
Großprojekte auf privat finanzierter Ebene größtenteils für 2011 weiter gefördert wird.
Am
Morgen
des
17.
Dezember
2010
hat
Präsident
Obama
das
neue
Gesetzgebungsverfahren über ein umfassendes Konjunkturpaket mit einem Volumen
von ca. US$ 890 Mrd., den sog. Reid-McConnell Tax Relief, Unemployment Insurance
Reauthorization, and Job Creation Act of 2010 (Tax Relief Act), verabschiedet. Das
Projekt wurde, bzw. wird von den beiden großen Parteien unterstützt. Durch dieses neue
Reformgesetz werden an die Verordnungen der beiden zum Ende diesen Jahres
auslaufenden Bush-Beschlüsse: dem Economic Growth and Tax Relief Reconciliation
Act of 2001 (EGTRRA); und dem Jobs and Growth Tax Relief Reconciliation Act of 2003
(JGTRRA) angeknüpft. Damit werden viele Auslaufregelungen größtenteils vorerst für
ein bzw. zwei Jahre weitergeführt und dem amerikanischen Steuerzahler wichtige
Steuererleichterungen in vielen Bereichen zugesichert, um so die U.S.-Wirtschaft zu
24
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html
20
stabilisieren.25 So wird das anknüpfende Paket ebenso einige Provisionen, die als Teil
der EGTRRA in Kraft getreten waren und im ARRA modifiziert wurden, vorerst bis Ende
2012 weiterführen.
Ein Teil der vorübergehenden Verlängerung von auslaufenden Bestimmungen des o.g.
Tax Relief Act befasst sich auch mit den Vorkehrungen in Bezug auf Energie. Viele der
Gesetze aus 2010 werden für ein weiteres Jahr, d.h. bis Ende 2011, beibehalten. So
wird z.B. Energieeffizienz weiterhin besonders auch im privaten Wohnsektor gefördert.
Bis Ende 2011 kommt der Errichtung und Nachbesserung energieeffizienter
Wohnhäuser und Heimgeräte, wie z.B. einer energieeffizienten Wasch- bzw.
Spülmaschine oder eines Kühlschranks eine Gutschrift zu Gute. Auch bleiben diverse
Steuergutschriften für die Bereiche Biodiesel und Diesel aus nachwachsenden
Rohstoffen, Ethanol und anderen alternativen Kraftstoffe bestehen. Für Erstere gilt
beispielsweise eine Gutschrift von US$ 1 auf die Produktionssteuer so wie eine kleine
Herstellungsgutschrift von US¢ 10 jew. pro einer Gallone (3,79 Liter) für Produzenten
von Agrar-Biodiesel. Des Weiteren gibt es auch einen Steuernachlass von US$ 1 pro
Gallone für Diesel, der aus einer Herstellung durch Biomasse stammt.26
Biokraftstoffe stehen allgemein weiterhin stark im Fokus der US-Politik. Im Zuge der
Präsidentschaft Obamas und seiner Zusage zur Förderung von Forschung und
Entwicklung von alternativen Kraftstoffen so wie einem nachhaltigeren Transportsystem,
das die Abhängigkeit von ausländisch zugeführten Ölen verringert und die USA zu einer
saubereren Energiewirtschaft führt, kündigte der amerikanische Energieminister Steven
Chu am 14. Dezember 2010 ein neues, bis zu US$ 30 Mio. schweres FörderungsProgramm für Biokraftstoff an. Diese Fördermittel sind für nicht weniger als fünf Projekte
im Bereich Prozessintegrierung in den nächsten drei bis vier Jahren bestimmt, die die
Entwicklung von fortschrittlichen Biokraftstoffen unterstützen, um Benzin oder Diesel zu
25
Helaba - USA aktuell: Haushaltspolitik nach den Wahlen: Was nun?
https://www.helaba.de/de/MaerkteUndAnalysen/ResearchUndVolkswirtschaft/Laender/Downloads/20101206USAaktuell.pdf
26
United States Senate - Committee on Finance http://finance.senate.gov/legislation/details/?id=10874ed65056-a032-52cd-99708697eff0
21
ersetzen – ohne dass es einer besonderen Änderung oder gar Umbau an einem
Fahrzeug, bzw. der Kraftstoffinfrastruktur bedarf.27
Jedoch stammen nicht alle großen öffentlichen Förderungsprogramme in den USA nur
von der Regierung. Es gibt ebenso diverse privatfinanzierte Projekte.
Nachdem erst im vergangenen Jahr 2010 das Windprojekt Cape Wind an der
amerikanischen Nordost-Küste vor Cape Cod als erster U.S.-amerikanischer OffshoreWindpark unter der Obama-Regierung anerkannt wurde und nun 75% des Strombedarfs
von Cape Cod, Martha’s Vineyard and Nantucket Island abdeckt28, verkündete z.B. nun
auch Google Inc. im Oktober 2010 seine Investierungspläne in die Anlage einer 350
Meilen (über 560 km) langen „Windkraft-Straße“ zusammen mit Good Energies und der
Marubeni Corporation. Demnach sollen über die ganze Strecke vor der Küste New
Jerseys bis Virginia Übertragungsleitungen installiert werden, um so das gewaltige
Potential der dortigen maritimen Windkraft zu nutzen und im Nordosten eine weitere
Windinfrastruktur als Energie-Rückgrat zu errichten. Dieser sogenannte „SuperHighway“ für saubere Energie soll die Verbindung von bis zu 6.000 MW von OffshoreWindturbinen ermöglichen. Dieser Wert entspricht allein 60% der Energie, die letztes
Jahr im gesamten Land durch Windturbinen erzielt wurde und ist ausreichend, um
voraussichtlich 1,9 Mio. Haushalte mit Strom zu versorgen.29
Damit machten die USA 2010 große und bedeutende Schritte im Bereich Windkraft –
sowie im Bereich erneuerbare Energien im Allgemeinen – stehen jedoch erst am Anfang
und bleiben weiterhin hinter Europa zurück.
Ein bedeutender Punkt unterscheidet die beiden Projekte und beschreibt so besonders
aktuell die aktive Entwicklung in Bezug auf den Fortschritt des zunehmend autonomen
erneuerbaren Energiemarkts der Vereinigten Staaten; während das Debüt-Projekt Cape
Wind noch deutsche Turbinen verwendet, die von Siemens bereitgestellt wurden,
27
DOE http://www.energy.gov/news/9884.htm
DOI http://www.doi.gov/news/doinews/Secretary-Salazar-Announces-Approval-of-Cape-Wind-Energy-Projecton-Outer-Continental-Shelf-off-Massachusetts.cfm
29
Good Energies http://www.goodenergies.com/files/files/view/508
28
22
werden die Leitungen für Googles neuen „Super-Highway“ wiederum von dem im
amerikanischen Maryland ansässigen Übertragungsunternehmen Trans-Elect errichtet.
Trans-Elect gehört zu Tarika Technologies, die zusammen den amerikanischen Zweig
der indischen Tarika Group bilden.
Google Inc. engagiert sich auch sonst stark für erneuerbare Energien. 2005/2006 wurde
von dem Großkonzern und Internetgiganten die wohltätige Organisation Google.org
gegründet, welche daher auch als „philanthropischer Arm von Google“ bezeichnet wird,
um sich globalen Themen zu widmen und einen aktiven Beitrag zu leisten. Google.org
hat aktuell ab Mai 2010 Investierungen und Unterstützungen in Höhe von US$ 100 Mio.
für verschiedene globale Projekte zugesagt, u.a. auch für erneuerbare Energien. Die
zwei größten Projekte im Bereich Saubere Energie sind:

Makani Power Inc. wird von Google mit US$ 15 Mio. für die Forschung und
Entwicklung von Extraktionstechnologien für Windturbinen in Höhenlagen
finanziert, die Strom für Großprojekte günstiger erzeugen sollen, als es mit Hilfe
von Kohle möglich ist.

eSolar Inc. und BrightSource Energy, Inc. bekommen jew. US$ 10 Mio.
Unterstützung vom amerikanischen Internetgiganten ebenfalls für die Forschung
und Entwicklung sowie Erzeugung von preiswerterem Strom als durch Kohle,
hier in diesem Projekt durch thermische Solaranlagen. 30
Im Bereich Solar gibt es ein weiteres erwähnenswertes Regierungsprojekt, das erst
Ende Oktober 2010 genehmigt wurde. Das Blythe Solar Power Project ist bisher das
größte Solarenergieprojekt, das auf öffentlich amerikanischem Land erbaut werden soll.
Für dieses Projekt wird eine Parabolrinnen-Technologie angewendet, wo Reihen von
parabolischen Spiegeln Solarenergie auf Sammelrohre konzentrieren. Diese Rohre
leiten erhitztes Öl zu einem Boiler, der wiederum Frischdampf zu einer Turbine
30
Google http://www.google.org/investments.html
23
übermittelt um Elektrizität zu erzeugen. Das U.S.-Innenministerium betonte, dass damit
Elektrizität von bis zu 1.000 MW, bzw. für 2% oder 300.000 - 750.000 U.S.-Haushalten
erzeugt werden soll. Das Konzept wurde von Palo Verde Solar I, einer Tochterfirma von
Solar Millennium LLC, vorgeschlagen und beansprucht eine öffentliche Fläche von
knapp 3.000 ha ca. 12 km westlich von Blythe in Riverside County in Kalifornien. Durch
dieses Vorhaben sollen während der Bauphase 1.066 und langfristig 295 Arbeitsplätze
geschaffen werden.
Zudem erteilt das Bureau of Land Management (BLM) Solar Millennium mit diesem
Beschluss ein vorrangiges Nutzungsrecht für diese öffentlichen Flächen für die nächsten
30 Jahre. Somit haben alle Projekte, die auf öffentlichem Boden des BLM in den letzten
Wochen vor Genehmigung bewilligt wurden, das Potential, bis hin zu 2.800 MW Strom
aus erneuerbarer Energie zu generieren. Das ist laut Bob Abbey, dem Direktor des BLM,
genug Energie, um 2 Mio. Haushalte zu speisen. Durch die nun erstmaligen Freigaben
von öffentlichen Flächen für Großprojekte im Bereich erneuerbare Energien setzt die
Regierung ein klares Zeichen einer schnellen und verantwortlichen Bewegung in
Richtung erneuerbare Energien. Durch den ARRA ist es Solar Millennium möglich vom
U.S.-Energieministerium Kreditgarantien in Höhe von bis zu US$ 1.9 Mrd. zu sichern.31
3.1.2. Emissionen
Das Thema Emissionen ist sowohl wissenschaftlich als auch politisch relevant und nach
wie vor sehr aktuell. Generell zeigt sich fortlaufend eine stetig positive, d.h. eine
rückläufige Entwicklung aller Schadstoffausstöße.

Die Kohlendioxid- (CO2), Schwefeldioxid- (SO2) sowie Stickstoffoxidemissionen
(NOx), die von der EAI seit 1989 geschätzt werden, verbuchten 2009 die größte
Minderung, die je gemessen wurde. Der gesamte CO2-Ausstoß sank um 8,6%.
Der zu diesem Zeitpunkt gemessene Wert der Kohlekraftwerke fiel um 11% zum
31
DOI http://www.doi.gov/news/pressreleases/Salazar-Approves-Sixth-and-Largest-Solar-Project-Ever-onPublic-Lands.cfm
24
Vorjahr. Dies ist größtenteils der 10,3%-igen Abnahme des Kohleverbrauchs
zuzuschreiben, was wiederum an der Abnahme der auf Kohle basierenden
Energieerzeugung liegt.

Stickstoff- und Schwefeloxidausstöße von Elektrizitätswerken gingen 2009 um
28,1%, bzw. 23,8% zurück. Für die Kohlekraftwerke waren die Rückläufe sogar
noch
höher:
der
Stickstoffausstoß
ging
um
bis
zu
34,0%
zurück,
32
Schwefeloxidemission um bis zu 24,7%.
Kohle erzeugt weitaus mehr Emissionen pro Kilowattstunde Strom als andere genutzte
Treibstoffe.
SO2 und
NOx-Emissionen
wurden
zudem
durch
neu
installierte
Vorrichtungen zur Abgasemissionssteuerung reduziert.
SO2-Emissionen fielen in 2009 im Vergleich zum Vorjahr z.B. von 7.830.000 Tonnen auf
5.970.000 Tonnen. Dies ist der größte Rückgang im Jahresvergleich seit 1989 (bzw.
dem Datenauswertungsbeginn der EIA. Landesweit ist die Zahl der Generatoren mit
SO2-Regelungssystemen von 327, wie noch 2008, 2009 auf 384 gestiegen, was
wiederum zur Senkung der Schwefeldioxidemissionen führte.
Zudem zeigen die Daten für das Jahr 2009 auch eine signifikante Verringerung der
Stickstoffoxid-Emissionen (NOx) zum Vorjahr. Diese sanken um 28,1%, also von
3.330.000 auf 2.395.000 Tonnen – ein Rückgang, der damit auch einen Rekordwert seit
EIA-Auswertungsbeginn darstellt. Seit 1998 wurden Schwefeldioxid-Emissionen um
55,7%, sowie Stickstoffoxid-Emissionen um 62,9% stetig gesenkt, was zum großen Teil
auf die Umsetzung des Clean Air Act Amendments von 1990 zurückzuführen ist.
Die
durch
US-amerikanische
Stromgeneratoren
und
kombinierte
Heiz-
und
Energieanlagen verursachten Kohlenstoffdioxid-Emissionen konnten von 2008 bis 2009
um 8,6% gesenkt werden. Dies entspricht einer Reduzierung von 2.484 Millionen
Tonnen auf 2.270 Millionen Tonnen, und ist hauptsächlich durch den verminderten
Kohleverbrauch zu erklären. Emissionen von Kohlekraftwerken sind typischerweise für
80% der CO2-Emissionen des gesamten Energiesektors verantwortlich.
32
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftnref22
25
Die geschätzten CO2-, SO2- und NOx-Emissionswerte wurden je nach Art und Quantität
der in den Kraftwerken verbrauchten fossilen Brennstoffe bestimmt. Im Fall von SO 2 und
NOx spielten Boiler-Einstellungen, sowie die Einrichtung bzw. der Mangel von
Luftreinigungsanlagen eine große Rolle.33
3.2. Energie: Verbrauch und Sektoren
3.2.1. Energieverbrauch
Die USA geben jährlich über US$ 500 Mrd. für Energie aus34 und die Nachfrage steigt
von Jahr zu Jahr.
Nordamerika ist mit 24.709.000 km2 mehr als doppelt so groß wie der gesamte
Kontinent Europas mit 10.180.000 km².35 Alleine die USA schließen mit einer
Landesfläche von 9.161.966 km2 36 schon fast an Europa an. Jedoch ist Europa dagegen
mit einer Gesamtpopulation von ca. 731.000.000 (Teile transkontinentaler Länder
mitberücksichtigt)37 im Vergleich zu ganz Nordamerika mit ca. 530.000.00038 führend.
Nur nach der Länderpopulation gemessen, liegen die Vereinigten Staaten wiederum mit
310.232.863 Bewohnern auf Platz 3 der Weltrangliste39, Deutschland schafft es mit
82.282.988 Einwohnern immerhin auf Platz 15. Somit kommen die Deutschen auf knapp
ein Viertel der Amerikaner.40
Die nachstehenden Tabellen der EIA zeigen die Erzeugungen (Tab. 1) sowie
Verbräuche (Tab. 2) von Primärenergien der letzten Jahre im Vergleich zwischen
Nordamerika und Europa, bzw. den USA und Deutschland. Dabei ist gut zu erkennen,
dass die amerikanische Primärenergie-Produktion bis auf einen kleinen Rückgang
zwischen 2004 und 2005 stetig gestiegen ist. In Europa und Deutschland wiederum ist in
33
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html
DOE http://www.energy.gov/energysources/index.htm
35
CIA http://www.lexolino.de/c,geographie_kontinente_europa
36
CIA https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/us.html
37
Wikipedia http://en.wikipedia.org/wiki/Europe
38
Wikipedia http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_continents_by_population#Area_and_population
39
CIA https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/us.html
40
CIA https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/gm.html
34
26
den letzten Jahren eine beständige Reduzierung zu erkennen. Die Verbräuche blieben
jedoch bisher relativ konstant.
Wenn man nach den eben genannten Kriterien nun die beiden Tabellen betrachtet, ist
die proportionale Verteilung der Primärenergie-Produktion so wie vor allem auch der
Primärenergie-Verbrauch auf der amerikanischen Seite enorm.
Tabelle: Gesamte Primärenergie-Produktion im Vergleich (in Billiarde Btu)
2004
2005
2006
2007
2008
Nordamerika
99,03835
98,5258
100,5068
100,9327
101,7203
USA
70,37104
69,61034
70,95761
71,58868
73,42271
Europa
50,34496
48,63452
47,35875
46,35614
46,51089
5,3635
5,24442
5,24679
5,16664
4,9925
Deutschland
41
Tab. 1 EIA – International Energy Statistics - Total Primary Energy Production
Alleine die USA produzierten z.B. 2008 für weit weniger als die Hälfte der Bewohnerzahl
dennoch über ein Drittel mehr Energie als für ganz Europa gemessen. In Hinsicht auf
Deutschland lag das Verhältnis bei 15 Mal so viel U.S.-Primärenergieerzeugung bei nur
4 Mal so vielen Verbrauchern. Für ganz Nordamerika und Europa betrachtet lag diese
sogar genau doppelt so hoch, bei immerhin noch knapp einem Drittel weniger
Einwohner.
Tabelle: Gesamter U.S.-Primärenergie-Verbrauch (in Billiarde (Brd.) Btu)
2004
2005
2006
2007
2008
Nordamerika
120,6524
121,4291
120,9886
122,8951
120,7618
USA
100,3132
100,4447
99,78963
101,5271
99,40336
Europa
85,40478
85,83797
86,43816
85,83957
85,7422
Deutschland
14,70148
14,3995
14,65476
14,18592
14,35692
Tab. 2 EIA - International Energy Statistics - Total Primary Energy Consumption
41
42
42
EIA http://tonto.eia.doe.gov/cfapps/ipdbproject/IEDIndex3.cfm?tid=44&pid=44&aid=1
EIA http://tonto.eia.doe.gov/cfapps/ipdbproject/IEDIndex3.cfm?tid=44&pid=44&aid=2
27
Bei dem Verbrauch von Primärenergie verhält es sich ähnlich. Hier liegen die Quoten für
den Vergleich Gesamt-Nordamerika und Europa 2008 bei gut einem Drittel mehr Bedarf
bei ca. einem Drittel weniger Verbraucher. Sehr auffällig ist der proportionale Kontrast
zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten; hier teilt sich das Verhältnis
folgendermaßen auf: die USA nutzen mit knapp 100 Brd. Btu sechs Mal so viel Energie
wie Deutschland und beinahe drei Viertel der Primärenergie ganz Nordamerikas.
Deutschland beansprucht mit gut 14 Brd. Btu im Vergleich dazu wiederum „nur“ ein
Sechstel von Europas Primärenergie mit einem Gesamtwert von ca. 86 Brd. Btu für sich.
Der Weltverbrauch liegt bei insgesamt 492,58679 Brd. Btu.43 Im Jahre 2007 lag
Nordamerika mit knapp 123 Brd. Btu nach Asien & Ozeanien auf dem 2. Platz, gleich
gefolgt von den Vereinigten Staaten mit mehr als 101 Brd. Btu Primärenergie-Verbrauch.
Europa schließt sich mit ca. 86 Brd. Btu auf Platz 4 an. Deutschland rückt auf Platz 13
nach. 44
Tabelle: U.S.-Netto-Import von Energie (in Billiarde (Brd.) Btu)
2005
2006
2007
2008
2009*
Import
34,710
34,073
34,085
32,952
29,781
Export
2,441
2,747
2,972
3,713
4,208
Netto Import
30,149
29,805
29,238
25,936
22,849
Tab. 3 EIA - Primary Energy Trade by Source, 1949-2009
* vorläufige Angaben
Dabei ist der Ursprung nach wie vor stark von Importen aus dem Ausland geprägt. Tab.
3 zeigt den U.S.-Netto-Import von Energie von 2005 bis 2009 auf.
Wie Tab. 2 zeigt, belief sich der U.S.-Stromverbrauch 2007 z.B. auf ca. 101.5 Brd. Btu
und 2008 auf 99.4 Brd. Btu. Die Netto-Energieimporte lagen entsprechend bei 29.24
Brd. Btu, bzw. 25.94 Brd. Btu, wie in Tab. 3 dargestellt. Das macht für 2007 einen NettoEnergie-Importanteil von 28.9%. 2008 waren es nur 26.1%.
43
EIA http://tonto.eia.doe.gov/cfapps/ipdbproject/IEDIndex3.cfm?tid=44&pid=44&aid=2
Nations Encyclopedia http://www.nationsencyclopedia.com/WorldStats/EIA-energy-primary-consumptioncapita.html
44
28
3.2.2. Energiesektoren
Die EIA veröffentlichte im August 2010 die Annual Energy Review (AER). Die
nachstehende Abb. 3 veranschaulicht die verschiedenen Energiequellen der USA und
für welche Sektoren sie anteilig verwendet werden.
U.S. Energiefluss je Quelle und Sektor (Quadrillion Btu)
Abb. 3 EIA - U.S. Primary Energy Flow by Source and Sector, 2009 45
Abb. 3 zeigt, dass die Energieaufteilung in den USA stark von den fossilen Kraftstoffen
dominiert wird, wovon Erdöl so gut wie den gesamten Transportsektor beliefert. Die
Stromquellen für die Industrie sind größtenteils zwischen Petroleum und Erdgas
aufgeteilt, während jedoch ein Wandel im privaten Wohn- so wie gewerblichen Sektor
45
EIA http://www.eia.doe.gov/aer/pecss_diagram.html
29
über die letzten paar Jahrzehnte hinweg dazu geführt hat, dass ein Großteil der
Energieerzeugung mittlerweile mit Hilfe von Erdgas erfolgt.
Kohle, was eine der meistverbreiteten inländisch verfügbaren Energiequellen ist, wird
dazu verwendet ungefähr die Hälfte des gesamten Stroms in den USA zu erzeugen.
Erneuerbare Energien sind für knapp 8% der Stromerzeugung der Vereinigten Staaten
verantwortlich, wobei jedoch über 60% dieses Anteils aus Wasserkraft stammen. Die ist
jedoch irreführend, da aus umweltschädigenden Gründen heutzutage keine neuen
Großprojekte im Bereich Wasserkraft mehr entstehen und die Kapazität in diesem
Bereich somit in den letzten Jahren nur gering gewachsen ist.
3.3. Strom: Verbrauch, Erzeugung und Kapazität
3.3.1. Stromverbrauch
Im November 2010 veröffentlichte die EIA ihren Bericht über die Umsätze, Erlöse und
Durchschnittspreise von Elektrizität im vergangenen Jahr. Danach belief sich 2009 der
Gesamtverbrauch von Elektrizität in den USA z.B. nur noch auf 3,597 Mrd. MWh, was
eine 3,6%-ige Abnahme in Bezug auf 2008 darstellt.
Abb. 4 EIA - Annual Electric Power Industry Report – “U.S. Electric Industry Total Retail Sales by State, 2009” 46
46
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/fig7p2.pdf
30
Das vorangehende Schaubild (Abb. 4) gibt eine Übersicht über den im Jahr 2009
insgesamt veräußerten Strom in Megawattstunden in den USA, jew. 10 Staaten
unterteilt in fünf Gruppen nach Höhe der Veräußerung. Dabei wird auf den ersten Blick
deutlich, dass sich der Stromverbrauch neben den zwei stromintensiven Staaten
Kalifornien und Texas besonders an der Ostküste entlang ballt. Im Nordosten der USA
sind die größeren Staaten in den höher angelegten Gruppen platziert. Dabei führen
Virginia
(VA),
Pennsylvania
(PA)
und
New
York
(NY)
mit
den
höchsten
Stromverbräuchen zwischen 108.462 und 143.747 MWh das Feld an, gefolgt von New
Jersey (NJ) mit 75.780 MWh. Maryland (MD) und Massachusetts (MA) liegen dabei mit
62.589, bzw. 54.359 MWh im guten Mittelfeld.
National können die Rückgänge auf die lahmende Wirtschaft zurückgeführt werden. Im
Jahresvergleich nahm der Stromabsatz von 2006 auf 2007 um 2,6% zu, jedoch
zwischen 2007 und 2008 ebenfalls um 0,8% ab. Somit gab es erstmals einen Rückgang
in zwei Jahren in Folge zu verbuchen.
Die Gesamterlöse gingen von US$ 363,9 Mrd. 2008 auf US$ 353,4 Mrd. im Jahr 2009
zurück.
Dieser
2,8%-ige
Abfall
ist
trotz
der
geringfügigen
Erhöhung
des
durchschnittlichen Endverbraucherpreises in erster Linie den Umsatzsenkungen durch
alle Sektoren hinweg zuzutun.
Tabelle: Gesamter Netto U.S. Stromverbrauch (in Milliarden Kilowattstunden)
2005
2006
2007
2008
2009
Nordamerika
4.544.703
4.544.727
4.667.372
4.658.694
k.A.
USA
3.810.984
3.816.845
3.923.814
3.906.443
3.741.485
Europa
3.230.496
3.294.619
3.334.222
3.361.281
k.A.
543.379
547.4158
547.309
544.467
k.A.
Deutschland
Tab. 4 EIA - International Statistics - Total Electricity Net Consumption
47
47
EIA http://tonto.eia.doe.gov/cfapps/ipdbproject/IEDIndex3.cfm?tid=2&pid=2&aid=2
31
Wie Tabelle 4 zeigt, gab es 2009 insgesamt einen 4,4%-igen Rückgang des
Stromverbrauchs in den USA. Dieser wurde durch allgemeine Senkungen von 1,1%,
2,2%, bzw. 9,1% in den Wohn-, Gewerbe- und Industriesektoren herbeigeführt. Der
ausschlaggebende Verlust im Industriesektor war das Ergebnis der wirtschaftlich
schwachen Konjunktur.
2008 verbrauchten die USA alleine 3.906.443 Mio. MWh, Gesamt-Europa dagegen
3.361.281 Mio. MWh für – wie zuvor bereits erläutert – über doppelt so viele
Verbraucher.
Die Erlöse im Wohnbereich stiegen um 1% an; von US$ 155,4 Mrd. im Jahre 2008 auf
US$ 157,0 Mrd. im darauffolgenden Jahr 2009. Die Erlöse des Gewerbesektors
hingegen sanken von 2008 auf 2009 um 3,2% von US$ 138,5 Mrd. auf US$ 134,1 Mrd.
Einnahmen des Industriesektors nahmen im Verlauf dieser beiden Jahre um bedeutende
11%, d.h. von US$ 68,9 Mrd. auf US$ 61,5 Mrd. ab.48
Der amerikanische Elektrizitätsmarkt wurde 2009 stark von den Wirtschafts- und
Umweltentwicklungen beeinflusst. Die Nachfrage nach Elektrizität in den USA nahm
2009 bedeutend ab, was vom 2,6%-igen Rückgang des BIP widergespiegelt wurde. Dies
beschreibt den stärksten Rückgang seit 60 Jahren – seitdem die EIA die Daten zur
Stromerzeugung archiviert.
Der 9,1%-ige Einbruch in der Stromnachfrage alleine in der Industrie – was einen
Tiefstand seit 1987 darstellt- beansprucht den größten Anteil des Gesamtrückgangs des
Stromverbrauchs für sich. Dieser Einbruch reflektiert auch den 9,3%-igen Rückschlag
der Industrieproduktion, wie im Index der Industrieproduktion der Federal Reserve Bank
gemessen.
Umweltentwicklungen
spielten
2009
ebenso
eine
wichtige
Rolle
auf
dem
Elektrizitätsmarkt. Z. B. waren die Temperaturen in diesem Sommer relativ mild, was
48
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/esr/esr_sum.html
32
2008 dazu führte, dass der Nutzungsbedarf von Klimaanlagen besonders in den
Monaten Juni bis August zurückging. So ging der Stromverbrauch im privaten
Wohnbereich besonders in diesen drei Monaten um 3,3% zurück und führte zwischen
2008 und 2009 zu einem gesamten Nachlass von 1,1%.49
3.3.2. Stromerzeugung
Der von der EIA am 23. November 2010 veröffentlichte Jahresbericht über den
Stromverbrauch in den USA bietet eine gute Übersicht über das Stromverhalten der
Amerikaner so wie die Entwicklungen auf dem U.S.-Energiemarkt im Jahr 2009.
Tabelle: Gesamte Netto-U.S.-Stromerzeugung (in Milliarden Kilowattstunden)
2005
2006
2007
2008
2009
Nordamerika
4894.588
4902.004
5029.983
4998.178
k.A.
USA
4055.423
4064.702
4156.745
4119.387
Europa
3488.572
3538.89
3581.406
3610.119
577.314
593.1968
593.382
594.6854
Deutschland
Tab. 5 EIA – International Energy Statistics - Total Electricity Net Generation
3953.111
k.A.
556.4246
50
Wie durch Tab. 5 gut nachzuvollziehen ist, nahm die Netto-Stromerzeugung 2009 um
4,1% ab; im Vergleich dazu waren es 2008 nur 0,9%. Wo es demnach 2008 insgesamt
4.119 Mrd. MWh waren, sind es 2009 noch 3.950 Mrd. MWh – der größte Einbruch seit
mindestens 60 Jahren. Vor den Rückgängen 2008 und 2009 gab es nur zwei weitere
Fälle, dass Strom rückläufig produziert wurde. Dies geschah zuvor nur während den
Rezessionen 1982 und 2001. Zudem ist dies auch das erste Mal im bisher gemessenen
Zeitraum, dass zwei Rückgänge in Folge vorkommen.
Wie das nachstehende Diagramm (Abb. 5) zeigt, betragen Kohle, Erdgas und Kernkraft
2009 zusammen einen Anteil von 88,0% der gesamten Netto-Stromerzeugung.
49
50
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html
EIA http://tonto.eia.doe.gov/cfapps/ipdbproject/IEDIndex3.cfm?tid=2&pid=2&aid=12
33
Von 1997 bis 2009 betrugen sie zwischen 85,0% und 90,0%. Jedoch hat sich die
relative Verteilung der Energiequellen verlagert; Energiegewinnung durch Erdgas hat in
den vergangenen Jahren das schnellste Wachstum erlebt.
Abb. 5 U.S.-Netto-Stromerzeugung 2009 (Billion = Milliarden) 51
Quelle: EIA - Form EIA-923, "Power Plant Operations Report.”
Produktion aus erneuerbaren Energien, mit Ausnahme der Wasserkraft, erlebt nach dem
19,9%-igen Zuwachs von 2008 ebenso in 2009 eine erneute Steigerung von weiteren
14%. Davon war die Windkraft mit einem Anstieg von 33,5% die am schnellsten
wachsende Komponente. In den letzten 10Jahren – genauer seit 1998 – hat sich die
Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien (Wasser ausgenommen) mit einem
Zuwachs von 86,6% beinahe schon verdoppelt.
51
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/figes1.pdf
34
2009 behauptete diese innovative Art der Stromgewinnung einen Gesamt-Anteil von
10,6% für sich. Davon waren die drei größten Zweige die Wasserkraft (6,9%), Windkraft
(1,9%), gefolgt von Brennstoffen aus Holz (0,9%). Nach Abzug der Wasserkraft machte
die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien noch bis zu 3,6% der gesamten
Produktion aus.
Windkraft ist seit einigen Jahren die am schnellsten wachsende Quelle für
Stromgewinnung aus regenerativen Energiequellen. Alleine im Jahr 2009 wuchs die
Stromerzeugung aus Windkraft um 33,5% im Vergleich zum Vorjahr. So behauptet
dieser Sektor der erneuerbaren Energie mittlerweile einen 1,9%-igen Anteil der
Gesamterzeugung. Windkapazität erreichte 2009 ein Ergebnis von 34.296 MW. 2008
waren es immerhin schon 24.651 MW, was einen Gewinn von 60,7% im Vergleich zum
Jahr 2007 bedeutete. Seit Jahren stieg die jährliche Zunahme: 2007 um 29,6%, 2006
um 49,3% jeweils zum vorangehenden Kalenderjahr.52
3.3.3. Stromkapazität
Die Kapazität der Stromerzeugung im Sommer ist von 2008 auf 2009 um 1,5% auf 1.025
GW angestiegen. Siehe hierzu nachstehende Abbildung 3.
52
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html
35
Abb. 6 EIA - U.S.-Netto-Stromkapazität im Sommer 200953
Quelle: EIA, Form EIA-860, "Annual Electric Generator Report."
Wie die Grafik (Abb. 6) zeigt, dominieren Erdgas (grün) und Kohle (blau) deutlich die
Stromkapazitäten der USA. Der Anstieg der Preise für Kohle so wie die Senkung der
Erdgaspreise zusammen mit den Kapazitätsüberschüssen bei hocheffizienten GasKombikraftwerken haben zu dem Rückgang in der Kohleverwendung sowie der
gleichzeitigen Erhöhung der Ergaskapazität geführt. Dies spielte sich besonders im
Südosten (Alabama, Arkansas, Florida, Georgia, Mississippi und South Carolina) so wie
auch in Pennsylvania ab. Bundesweit betrachtet ist die Nutzung von Kohlekraftwerken
innerhalb eines Jahres zwischen 2008 und 2009 um 11,6% zurückgegangen. Dies führt
zu einem verringerten Anteil von 44,5% der Stromerzeugung durch Kohle und bedeutet
den niedrigsten Stand seit 1978. Der geringere Kohleverbrauch in amerikanischen
Kraftwerken geht gleichzeitig mit der niedrigeren Stromerzeugung, die sich 2009 im
Vergleich zum Vorjahr um 10,3% verringert hat, einher.54
Im deutlichen Kontrast dazu ist die Generierung aus erdgasbetriebenen Anlagen 2009
um 4,3% gestiegen, obwohl die gesamte Stromerzeugung um 4,1% zurückgegangen ist.
53
54
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/figes2.pdf
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn8
36
2009 haben die Kohle-Rückgänge 529 MW erreicht und weitere Einschränkungen sind
geplant. So wurde zum Beispiel im Dezember 2009 von Progress Energy bekannt
gegeben, dass man plant, in vier Kohlewerken in North Carolina insgesamt 11
Generatoren (1.500 MW) lahmzulegen, denen es an einer Entschwefelungsanlage fehlt;
die dadurch verlorene Kapazität soll stattdessen durch Erdgasanlagen ersetzt werden.
Die verbleibenden Anlagen von Progress Energy sind alle mit Wäschern, den sog.
Scrubbers, ausgestattet.55
Die Produktion in den amerikanischen Kohlebergwerken reflektierte 2009 die
geschwächte Nachfrage nach Kohle für Stromerzeugung. Die Kohleproduktion in den
Appalachen z. B. ging 2009 um 13% im Vergleich zum Vorjahr zurück. Sogar die
westliche Kohleproduktion (Powder River Basin), die einen bedeutenden Preisvorteil hat,
verzeichnete 2009 einen Rückgang von 8,1%.56
Der Anteil von erdgasbedingter Stromerzeugung stieg mit 23,3% auf das höchste
Niveau seit 1970. Auch hat umgekehrt die Stromerzeugung als wichtiger Sektor des
Erdgasverbrauchs einen starken Anstieg verzeichnen können; von 1996 bis 2009 ist
dieser Teil von 17% auf über 30% gewachsen. Zum letzteren Zeitpunkt ist die
Erdgaskapazität um 1% gestiegen – eine Erhöhung angeführt durch Anlagen in
Kalifornien, Florida und Texas. Etwa 72% der zusätzlichen Kapazitäten von
Gaskraftwerken lagen 2009 in hocheffizienten Gas-Kombikraftwerken. Diese machten in
dem Jahr 50% der gesamten Kapazität der mit Erdgas betriebenen Anlagen aus; vor 20
Jahren waren es noch ca. 2%.
Wie zuvor erwähnt haben alle Kanäle der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien
zugelegt; insbesondere hat die Windkraft mit einem Zuwachs von 93645 MW am
meisten Kapazität gezeigt.
55
56
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn16
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn11
37
Alleine im Jahr 2009 wurden 382 neue Generatoren ans Netz angeschlossen, nur 51
weniger als das Jahr zuvor. Die neuen Anlagen erhöhten die Kapazität um 23.144 MW,
was einen Wert von 50,1% im Vergleich zu den Zugängen der unabhängigen
Stromproduzenten (IPPs; 11.590 MW) bzw. fast aller anderen Elektrizitätswerken
zusammen (mit 10.939 MW) darstellt.
Zuwächse im Bereich der Windkraftkapazität belaufen sich im Jahr 2009 auf 63,3% aller
Kapazitätsgewinne, was dazu führte, dass sich die Anzahl der (neu) installierten
Windkraftanlagen um 39,1% erhöhte. Mit einem Leistungsvolumen von insgesamt 34,3
GW behauptet Windenergie nun einen Anteil von 3,3% der gesamten Kapazität der
USA, gestiegen von weniger als drei Zehntel Prozent wie noch vor 10 Jahren. Die
folgenden vier Staaten ergeben zusammen einen 51%-igen Anteil der allgemeinen U.S.Windkraftkapazität: Texas (9,4 GW)57, Iowa (3,4 GW), Kalifornien (2,7 GW) und
Washington (2,0 GW).
3.3.3.1.
Solarkapazität
Solarenergie ist eine schnell wachsende, neue Kapazitätsquelle, wenn auch auf einer
relativ kleinen Basis. Solarenergieproduzenten erwirtschafteten 2009 eine Kapazität von
83 MW; dies entspricht einem Wachstum von 15,5% im Vergleich zu 2008. Kalifornien
macht mit 450 MW bereits bestehender Solarkapazität insgesamt 72,8% der
Gesamtkapazität aus, gefolgt von Nevada mit einem Anteil von 14,3% an der
Gesamtleistung.58 Zwei große Anlagen gingen 2009 in Betrieb:
Zum einen die Solarenergieanlage FPL 25 MW DeSoto in Florida, die zum Zeitpunkt der
Inbetriebnahme als größte photovoltaische Solaranlage der Welt galt59 und zum anderen
die Anlage 21-MW der Firma NRG Energy in Blythe, Kalifornien, die in nur drei Monaten
erbaut wurde.
Die Größenordnung von 20 MW der kürzlich hinzugekommenen Solarenergieanlagen
übersteigt bei weitem den durchschnittlichen Bestand an Solaranlagen, wird jedoch von
57
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn15
FPL http://www.fpl.com/environment/solar/desoto.shtml
59
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn17
58
38
der Anzahl an geplanten Anlagen in den Schatten gestellt. Zum Beispiel will die Firma
BrightSource Energy bis 2013 alle drei Einheiten ihrer 390-MW-Thermalenergieanlage in
Ivanpah, Kalifornien in Betrieb nehmen.60
3.3.3.2.
Wasserkraftkapazität
Energiegewinnung durch Wasserkraft schwankt das ganze Jahr hindurch bedingt durch
unterschiedliche Niederschlagsmengen und Schneefall. Insgesamt gesehen stieg die
Energiegewinnung durch herkömmliche Wasserkraftanlagen (ohne Pumpspeicherwerk)
von 2008 bis 2009 um 7,3% an. Die US-Bundesstaaten im Westen litten in 2009 noch
unter einer andauernden Dürre. Die Bonneville Power Administration, der größte
Produzent an Wasserkraftenergie im Westen des Landes, vermeldete reduzierten
Regenwasserabfluss für den Zeitraum Januar bis Juli 2009, im Vergleich zum Zeitraum
des Vorjahres. Im Gegensatz dazu vermeldeten viele Staaten im Osten des Landes
Rekord-Niederschlagsmengen: Alabama, Georgia, Kentucky, North Carolina und
Tennessee
verzeichneten
Wasserenergiegewinnung.
Die
2009
einen
Tennessee
beachtlichen
Valley
Authority
Anstieg
gab
an
bessere
Wasserbedingungen an, was 2009 zu einem Anstieg von 71% an Wasserkraft führte.61
3.3.3.3.
Kernkraftwerkskapazität
Seit 1998 gibt es 104 betriebsfähige Anlagen in den USA.62 2009 stieg die
Kernenergiekapazität auf 248 MW an, bedingt durch eine Kombination von technischen
Abänderungen bestehender Anlagen und anderen Netzkapazitätsanpassungen. Durch
solche technischen Veränderungen an bestehender Kapazität, anstatt dem Bau neuer
Anlagen, wurden 3,6 GW an Kernenergie dem Netz innerhalb des letzten Jahrzehnts
zugeführt – was mehr als 3% der gesamten US-Kernenergiekapazität darstellt. Diese
zugeführte Kapazität entspricht dem Bau von mehreren neuen Reaktoren.63
60
BrightSourceEnergy http://www.brightsourceenergy.com/projects
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn13
62
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn19
63
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn17
61
39
3.3.3.4.
Atomkraftwerkskapazität
Gegenwärtig befindet sich ein Atomkraftwerk im Bau – die Anlage Watts Bar 2 der Firma
TVA mit einer Kapazität von 1.150 MW – welches 2012 in Betrieb genommen werden
soll. Zunächst wurde der Bau der Anlage Watts Bar 2, welcher 1973 begann, 1988
ausgesetzt und 2007 wieder aufgenommen. TVA wird möglicherweise auch Unit 1 in
Bellefonte fertigstellen; die Anlage würde im Zeitraum 2018/2019 in Betrieb gehen. TVA
setzte die Fertigstellung in Bellefonte 1988 zunächst aus. 2009 wurde bei der Nuclear
Regulatory Commission (NRC – Atomaufsichtsbehörde) ein Antrag für den Bau von 2
Atomkraftwerken in der bereits existierenden Anlage von FPL in Turkey Hill, Florida,
eingereicht – im Vergleich dazu wurden 2008 16 Anträge und 2007 8 Anträge für
Anlagen eingereicht. Die NRC vergab auch eine Early Site Permit (ESP: mit einer ESP
bewilligt die NRC das Gelände, auf dem ein Atomkraftwerk gebaut werden soll) an die
Firma Southern Company/Georgia Power und deren Vogtle Atomkraftanlagen 3 und 4
(August 2009) und eine vorläufige Vorbereitung des Geländes hat bereits begonnen.64
3.3.3.5.
Geplante Kapazitätsergänzungen nach Brennstofftyp
Kapazitätspläne entwickeln und verändern sich ständig, während Energieversorger auf
einem dynamischen und sich schnell verändernden Markt navigieren. Jedes Jahr
verlangt die EIA von den Energieversorgern einen momentanen Überblick über deren
Pläne bis zum Ende des Vorjahres.
64
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn20
40
Abb. 7 EIA - Geplante Kapazitätsergänzungen, 2010-2014 in den Bereichen: Kohle, Erdgas, Wind, Andere
Quelle: EIA, Formular EIA-860, “Annual Electric Generator Report”
Die unten aufgeführten Informationen sowie Abb. 7 stellen die Kapazitätspläne ab
31.12.2009 dar, wie sie an die EIA im Frühjahr 2010 übermittelt wurden. Die EIA zieht
außerdem monatliche Daten bzgl. dem Status vorgeschlagener Generatoren ein.65
Ab Ende 2009 planen die Energieversorgungsunternehmen, zwischen 2010 und 2014
72.157 MW an Kapazität zu ergänzen. Davon sollen 48,3% aus der Verbrennung von
Erdgas (34.828 MW) und 23,1% von Kohle (16.685 MW) erzielt werden.
Für den Zeitrahmen 2010-2014 kommen geplante Ergänzungen im Bereich Windenergie
auf 11.560 MW, was 16% der gesamten geplanten Ergänzungen ausmacht.
Windkraftanlagen haben einen erheblich kürzeren Planungshorizont und werden
schneller gebaut als Anlagen, die durch fossile Brennstoffe betrieben werden; nur 6,2%
aller gemeldeten neuen Windkapazitätsergänzungen sind für die Zeit nach 2012 geplant.
65
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn21
41
Ergänzungen im Bereich Solarenergie sollen bis 2014 4.087 MW an Kapazität
hinzuführen. Die geplante Fertigstellung der Anlage Watts Bar 2 2012 würde 1.122 MW
an Atomenergiekapazität ergänzen. Im Hinblick auf steigende Kosten für kapitalintensive
Projekte, Bedenken bzgl. möglicher CO2- und anderer Umweltverbote, und hinsichtlich
der Aussicht, dass Preise für Erdgas langfristig niedrig bleiben werden, wurde vom Bau
von neuen Kohlekraftwerken abgesehen.66
3.4. Energiepreise
2009 stieg der durchschnittliche Endverbraucherpreis für alle Kundengruppen von US¢
9,74 im Vorjahr um nur US¢ 0,09 auf US¢ 9,83 pro kWh. Über eine Zweijahresperiode
hinweg gesehen, d.h. von 2007 bis 2009, stieg der Durchschnittsendpreis jedoch um
insgesamt 7,7%. 2008 erhöhte er sich in Hinsicht auf das vergangene Jahr in 47 der 50
Staaten, wohingegen er zu 2009 in 17 von den 50 Staaten wiederum sank.
1
Elektrizitätspreise für Haushalte (US$ pro Kilowattstunde)
Land
2001
2002
2003
2004
2005
2006
3
USA
0,086
0,084
0,087
0,090
0,095
0,104
Deutschland
0,124
0,136
0,176
0,198
0,212
0,222
2007
0,106
0,263
2008
0,113
k.A.
2009
0,116
k.A.
Tab. 6 EIA - Elektrizitätspreise der Haushalte - USA und Deutschland im Vergleich, Letztes Update vom 10.Juni 201067
Quelle: EIA, Monthly Energy Review, May 2010, Table 9.9 und International Energy Agency, Energy Prices & Taxes,
1
3
Endverbraucherpreise von Energie, inkl. Steuern. Wechselkurs des Veröffentlichungsdatums berücksichtigt.
Die U.S.-Preise beinhalten bundesstaatliche und lokale Steuern, Energie- oder Nachfragegebühren,
Kundenbetreuungsgebühren, Konzessionsabgaben, Kraftstoffpreisanpassungen so wie sonstige Gebühren, die dem
Endverbrauchern während des gängigen Rechnungsverfahrens aufgelegt werden. Preise beinhalten keine
Rechnungsabgrenzungsposten, Kredite oder andere Anpassungen, wie z.B. Erlöse aus vorherigen Perioden. NA = Not
available = nicht verfügbar.
Tab. 6 zeigt, dass die Elektrizitätspreise im privaten Wohnsektor sich 2009 von US¢
11,26 , wie noch in 2008 gemessen, 2009 auf US¢ 11,51 pro kWh erhöhten.68
66
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/international/elecprih.html
68
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/esr/esr_sum.html
67
42
Elektrizitätspreise für die Industrie (US$ pro Kilowattstunde)
Land
2001
2002
2003
2004
2005
2006
3
USA
0,051
0,049
0,051
0,053
0,057
0,062
Deutschland
0,044
0,049
0,065
0,077
0,084
0,094
2007
0,064
0,109
2008
0,070
k.A.
2009
0,068
k.A.
Tab. 7 EIA – Elektrizitätspreise der Industrie - USA und Deutschland im Vergleich, Letztes Update vom 10.Juni 201069
Quelle: EIA, Monthly Energy Review, May 2010, Table 9.9
3
Die U.S.-Preise beinhalten bundesstaatliche und lokale Steuern, Energie- oder Nachfragegebühren,
Kundenbetreuungsgebühren, Konzessionsabgaben, Kraftstoffpreisanpassungen so wie sonstige Gebühren, die dem
Endverbrauchern während des gängigen Rechnungsverfahrens aufgelegt werden. Preise beinhalten keine
Rechnungsabgrenzungsposten, Kredite oder andere Anpassungen, wie z.B. Erlöse aus vorherigen Perioden. NA = Not
available = nicht verfügbar. C = confidential = vertraulich.
Die durchschnittlichen gewerblichen Strompreise nahmen im Vergleich zu 2009
wiederum um US¢ 1/10 von US¢ 10,36 auf US¢ 10,26 pro kWh ab. Ebenso haben auch
die Durchschnittspreise der Industrie, wie in Tab. 7 beschrieben, einen Nachlass von
0,02% von US¢ 6,83 auf US¢ 6,70 pro kWh verzeichnet.70
Tab. 8 BLS - Veränderungen des Verbraucherindex aller Verbraucher (Stadt) (CPI-U) in Prozent: US-Städtedurchschnitt
Wie in der Zusammenfassung des Energie-Verbraucherpreisindex des U.S. Bureau of
Labor Statistics (BLS) dargestellt (siehe Tab. 8), stieg der Energieindex im Oktober 2010
69
70
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/international/elecprii.html
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/esr/esr_sum.html
43
um 2,6%; der vierte monatliche Anstieg in Folge. Der Benzinindex stieg gleichzeitig um
4,6%, nach einem Anstieg um 1,6% im September (nach Saisonbereinigung stiegen die
Benzinpreise im Oktober um 3,3%). Der Haushaltsenergieindex, der im September fiel,
stieg im Oktober erneut um 0,4% an. Der Erdgasindex fiel um 0.4%; dieser Rückgang
wurde jedoch durch einen Anstieg des Stromindex um 0.4% und des Heizölindex um
4.7% mehr als aufgehoben. Die Indices aller Hauptenergiekomponenten stiegen im Lauf
der letzten 12 Monate.
Index
Ausgabenkategorie
Änderungen (%)
Aug 2010
Sep 2010
Okt 2010
Okt 2009
Aug 2010
Sep 2010
Alle
234.150
234.027
234.671
1.5
0.2
0.3
Alle (Dezember 1977 = 100)
368.714
368.521
369.535
k.A.
k.A.
k.A.
Wohnbereich
244.783
243.988
243.891
0.5
-0.4
0.0
215.333
213.749
212.599
3.7
-1.3
-0.5
Energie Haushalte
197.659
195.932
194.625
3.3
-1.5
-0.7
Gas und Strom
199.373
196.969
193.452
1
-3.0
-1.8
Elektrizität
196.246
195.151
188.751
0
-3.8
-3.3
-0.8
2.1
Enerige und Brennstoffe
193.413
187.935
191.793
3,6
von Energieversorger geliefertes Gas
Tab. 9 BLS - Verbraucherindex aller Verbraucher (Stadt), (nicht saisonbereinigt). Zuletzt am 17. November 2010 erneuert
Einheiten
Okt
2009
Durchschnittswert U.S. Städte
Veränderung seit
Preise
(%)
Sep
Okt
Okt
Sep
2010
2010
2009
2010
Okt
2009
Nordost-Region (1)
Veränderung
Preise
seit (%)
Sep
Okt
Okt
Sep
2010
2010
2009
2010
Energie Privatverbrauch
Heizöl pro Gallone
von Energieversorger geliefertes Gas
pro Wärmeeinheit
2.603
2.830
2.936
12.8
3.7
2.616
2.827
2.927
11.9
3.5
1.048
1.062
1.069
2.0
0.7
1.179
1.199
1.223
3.7
2.0
Strom pro KWH
0.126
0.132
0.127
0.8
-3.8
0.162
0.167
0.161
-0.6
-3.6
Benzin, alle Sorten, pro Gallone
2.613
2.754
2.843
8.8
3.2
2.619
2.710
2.859
9.2
5.5
Benzin bleifrei normal pro Gallone
2.561
2.704
2.795
9.1
3.4
2.566
2.657
2.811
9.5
5.8
Benzin Super pro Gallone
2.684
2.834
2.922
8.9
3.1
2.710
2.820
2.950
8.9
4.6
Benzin Super Plus pro Gallone
2.826
2.968
3.055
8.1
2.9
2.842
2.947
3.082
8.4
4.6
2.707
2.969
3.086
14,0
3.9
2.791
3.024
3.157
13.1
4.4
Diesel pro Gallone
Tab. 10: BLS - Durchschnittliche Energiepreise, U.S.-Städte und Nordost-Region.71 Zuletzt am 17. November 2010 erneuert (1 Gallone = ca. 3.79 Liter)
(1) Nordost Region: Connecticut, Maine, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, New York, Pennsylvania, Rhode Island, Vermont
71
BLS http://www.bls.gov/ro3/apne.htm
44
Nachdem der Energieindex, der Preise für Haushalts- und Transportbrennstoffe mit
einschließt, 2010 in 4 aufeinander folgenden Monaten um insgesamt 4,5% fiel, stieg er
im Oktober um 2,2%. Dieser erneute Anstieg wurde hauptsächlich durch höhere
Benzinpreise (5,7%) verursacht. Der Preis für Leitungsgas stieg im Oktober ebenfalls
um 2,1% an. Ein saisonbedingter Rückgang der Strompreise, die um 3,3% innerhalb des
Monats fielen, glich den Gesamtanstieg des Energieindexes etwas aus. Im Verlauf des
Jahres stieg der Energieindex um 6,1%, was hauptsächlich durch höhere Benzinpreise
(9.5%) und Leitungsgaspreise (3,6%) verursacht wurde. Strompreise waren seit Oktober
2009 auf unverändertem Niveau. 72
Abb. 8 EIA - Kosten für fossile Brennstoffe bei der Stromerzeugung, 1998-2009
Quelle: EIA, Form EIA-923, "Power Plant Operations Report."
Abb. 8 zeigt die Entwicklung der Kosten von fossilen Brennstoffen seit 1998 bis Ende
2009. Die Durchschnittskosten für gelieferte fossile Brennstoffe an Elektrizitätswerke
fielen 2009 um 26%, von US$ 4,11 pro MMBtu auf US$ 3,04 pro MMBtu in 2008. Diese
Abnahme bezieht sich hauptsächlich auf Erdgaspreise; 2009 fielen die Preise für Erdgas
72
BLS http://www.bls.gov/news.release/cpi.nr0.htm
45
auf die Hälfte ihres Niveaus von 2008. Die jährlichen Durchschnittskosten für Erdgas an
die Stromindustrie erreichten 2008 mit US$ 9,02 pro MMBtu ihren Höchststand – der
höchste nominale Dollarstand in mindestens 2 Jahrzehnten – bevor sie 2009 auf US$
4,74 pro MMBtu fielen. Die Durchschnittskosten für Kohle stiegen zwischen 2008 und
2009 sogar von US$ 2,07 auf US$ 2,21 pro MMBtu, hauptsächlich wegen der Existenz
von Langzeitverträgen und der relativ geringen Rolle des Kohle-Spotmarkts.
3.5. Neue Entwicklungen auf dem Energiemarkt (Trends & Ausblick)
Der amerikanische Energiemarkt verhält sich aktuell stabil, was auch für die nächsten
Jahre weiterhin erwartet wird.
Überblick und Aussicht des U.S. Energiemarkts bis 2012
Energieversorgung
Erdölproduktion
Erdgasproduktion
Kohleproduktion
Energieverbrauch
Flüssige Brennstoffe
Erdgas
Kohle
Strom
erneuerbare Energien
gesamter
Energieverbrauch
Energiepreise
Erdöl
Erdgas
Kohle
Einheit
2008
2009
2010
Mio. Fässer proTag
3
Mrd. ft pro Tag
Mio. U.S.Tonnen
4,95
55,08
1171,8
5,36
56,38
1072,8
5,51
58,87
1083,9
2011
2012
Prognose
5,49
5,36
58,63
59,91
1080,1 1124,4
Mio. Fässer proTag
3
Mrd. ft pro Tag
Mio. U.S.Tonnen
Mrd. KWh pro Tag
Brd. Btu
Brd. Btu
19,5
63,57
1120,5
10,56
6,86
99,4
18,77
62,57
997,5
10,2
7,22
94,72
19,13
65,99
1048,2
10,62
7,41
97,87
19,29
65,42
1034,5
10,59
7,86
98,33
19,46
66,49
1074,7
10,86
8,09
100,34
USD pro Fass
3
USD pro 1.000 ft
USD pro Mio. Btu
94,68
7,98
2,07
59,36
3,72
2,21
76,71
4,17
2,26
91,3
3,8
2,24
95,51
4,21
2,24
Tab. 11 EIA - U.S. Energy Markets Summary73
1 ft3 (Kubikfuss) = 28,3 Liter
1 U.S.Tonne= 907.18 kg
73
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/steo/pub/1tab.pdf
46
In Tab. 11 wird deutlich, dass die EIA im Gegensatz zu 2010 für das Jahr 2011 keine
drastischen Änderungen des Energieverhaltens der Amerikaner prognostiziert. Es wird
ein Preisanstieg für Erdöl erwartet, jedoch aber keine große Änderung für Kohle- und
Erdgaspreise. Ersteres begründet jedoch voraussichtlich einen erneuten leichten
Rückgang der Erdölproduktion, Erdgas und Kohle dagegen verhalten sich weiterhin
leicht ansteigend.
Der Energieverbrauch zeigt, besonders im Zweijahresausblick betrachtet, in allen
Sektoren einen Trend nach oben. Nach leicht rückläufig erwarteten Werten 2011 bei den
Energieverbräuchen von Strom und speziell den Rohstoffen Erdgas und Kohle, wird die
Nutzung von flüssigen Brennstoffen und erneuerbaren Energien wiederum aufsteigend
bewertet, was auch den Anstieg des Energieverbrauchs insgesamt erklärt.
Der US-amerikanische Mineralölkonzern ExxonMobil veröffentlichte kürzlich seine
jährliche Energieprognose. Eines der Forschungsergebnisse besagt, dass der
Energiebedarf im Laufe der nächsten 20 Jahre weltweit um 40% ansteigen wird. Im Jahr
2030 werden fossile Brennstoffe, insbesondere Erdöl und Erdgas, weiterhin für 80% der
weltweiten Energiegeneration genutzt. Zudem wird in der Studie ein starker Rückgang
der US-Nachfrage nach Erdöl erwartet, was dazu führt, dass der Verbrauch auf Werte
von 1960 zurückgeht. Des Weiteren wird geschätzt, dass 40% des Stroms weltweit
durch Kernenergie und erneuerbare Kraftstoffe produziert wird.74
74
ExxonMobil http://www.exxonmobil.com/Corporate/energy.aspx
47
4. Energieeffizienz in den USA
4.1. Gebäude in den USA
In den USA gibt es fast 128 Mio. Wohneinheiten (Stand 2007). Ungefähr 7,2 Mio. neue
Gebäude wurden in den Jahren 2005 bis 2009 gebaut.75 Zudem gibt es fast 4,9 Mio.
gewerbliche Gebäude in den USA (Stand 2003). Jedes Jahr werden ca. 170.000 neue
Gewerbeeinheiten gebaut. Gleichzeitig werden jährlich ca. 44.000 der bereits
bestehenden Gewerbegebäude abgerissen.76
Im Jahr 2005 wurde 38,9% des Energiekonsums der USA durch Gebäude verursacht.
Davon sind 53,7% private Wohnhäuser und 46,3% gewerbliche Gebäude. Im Jahr 2006
lag der Stromverbrauch von Gebäuden bei 72% des Gesamtverbrauchs der USA. Bis
zum Jahr 2025 wird ein Anstieg auf 75% erwartet.77
4.2. Gebäudetechnik in den USA
4.2.1. Gebäudematerial und Isolation
Isolation je Material in den USA
Material
Prozent
R-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)
Glasfaser
53%
2.5 - 4.3
Schaumstoff
26%
3.9 - 8.2
Zellulose
10%
2.9 - 3.7
Steinwolle
6%
2.5 - 3.7
Sonstige
5%
Tab. 12 DOE - Isolation je Material in den USA
Anhand Tab. 12 wird ersichtlich, dass Glasfaser und Glasseide den US-amerikanischen
Markt in Sachen Isolation dominieren. Zur Isolation gehören Gebäudeisolation, sowie
industrielle Isolation, und Einrichtungs- und Ausstattungsdämmung. Das Material mit
dem energieeffizientesten Resultat ist der oftmals in den USA genutzte formbare
75
US Census Bureau http://www.census.gov/const/www/newresconstindex.html
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/cbecs2003/introduction.html
77
EIA http://www.eia.doe.gov/aer/pdf/aer.pdf
76
48
Kunststoff. Dieser hat einen Wärmedurchgangskoeffizienten (r-value) von 3,9 -8,2; je
nachdem, welche Kunststoffmischung gebraucht wurde und welche Art der Installation
angewendet wurde. Die Zahl der Anwendung von Zellulose-basierten Isolationsstoffen
hat in den letzten 20 Jahren stetig zugenommen, während die Anwendungen von
Glasfaser langsam zurückgegangen sind. Die Materialsortimentsliste hat sich nur
geringfügig geändert.78
4.2.2. Dachbegrünung (Green Roofs)
Dachbegrünung Green Roofs pro Jahr (in Tausend)
Jahr
Extensiv
Intensiv
Gemischt
Gesamt
Nordamerika
2004
916,8
405,8
4,9
1327
2005
1785
488,1
198,7
2472
2006
1957
1033
73,79
3064
2007
-
-
-
2408
USA
Jahr
Extensiv
Intensiv
Gemischt
Gesamt
2004
777,1
405,8
3,9
1187
2005
1570
476,4
102,9
2150
Tab. 13 Dachgärtnerverband - Dachbegrünung "Green Roofs" pro Jahr
In Tab. 13 ist die Rede von extensiver und intensiver Dachbepflanzung. Die extensive
Dachbegrünung umfasst den ökologischen Schutzbelag. Die Intensive Dachbegrünung
die gestalterische Begrünung. Eine detaillierte Erklärung ist aus der entsprechenden
Verlinkung in der Fußzeile zu entnehmen.79
Obwohl Dachbegrünung noch eher selten ist, wächst die Zahl der Green Roofs in den
USA seit 2004 stetig. Wie in Tab. 13 aufzeigt, ist die Mehrheit aller installierten Green
78
79
DOE http://www.buildingsdatabook.eren.doe.gov/
Dachgärtnerverband http://www.dachgaertnerverband.de/dachbegruenungsarten/index.php
49
Roofs in den USA. Bei diesen Projekten wird zwischen extensiver (weniger als 15 cm
Erde) und intensiver (mehr als 15 cm Erde) Dachbegrünung unterschieden. Zudem gibt
es die Kombination aus den beiden Formen.80
4.2.3. Fenster
Anwendung der Glasisolierung nach Sektor
Sektor pro Jahr
1985
1990
1995
2000
2005
2007
Wohngebäude
73%
86%
89%
92%
94%
95%
Nicht-Wohngebäude
63%
80%
84%
86%
88%
89%
Tab. 14 DOE - Anwendung der Glasisolierung nach Sektor
Fenster, die in den USA installiert werden, müssen kein Isolationsglas nutzen. Jedoch ist
in den letzten 25 Jahren der Anteil der nicht-isolierten Einfachglasfenster stark
gesunken. Tab. 14 zeigt auf, dass im Jahr 2007 95% aller Wohngebäude und 89% aller
gewerblichen Gebäude doppel- bzw. dreifachverglaste Fenster installiert hatten.81
4.2.4. Heizung, Kühlung, und Lüftungsausstattung
U.S. Hersteller-Lieferungen von Heizungs- und Klimaanlagensystemen in den USA, nach
Typ (in Tausend, Exporte eingeschlossen)
Equipment Typ pro Jahr
1990
2000
2005
Klimaanlagen
2920
5346
6472,3
Heizpumpen
808,7
1539,2
2336
NA
38,1
37,3
Heizanlagen
2368,9
3680,7
3623,7
Wasserboiler
316,1
368,4
369,7
Kühler
Tab. 15 DOE - US Hersteller-Lieferungen von Heizungs- und Klimaanlagensystemen in den USA
80
81
DOE http://buildingsdatabook.eren.doe.gov/
DOE http://buildingsdatabook.eren.doe.gov/
50
Wie vorherige Tab. 15 belegt, sind die Lieferungen bzgl. Heizung (H), Lüftung (V) und
Klimatisierung (AC) in den USA seit 1990 stetig gestiegen. Kühler, deren Lieferungen
konstant geblieben sind, stellen hierbei die einzige Ausnahme dar. Der USamerikanische
HVAC-Markt
ist
insbesondere
auf
Klimaanlagen
und
Heizöfen
spezialisiert. Die meisten Heizöfen in den USA werden mit Gas betrieben. Bis in die 60er
Jahre wurde Heizöl in über 10% der Fälle als Heizkraftstoff genutzt. Jedoch sank diese
Zahl aufgrund der vermehrten Nutzung von elektrischen Heizungen zum Jahr 2001 auf
ca. 2%. Auch Erdgas wurde im Laufe der 80er Jahre, als elektrische Heizungen bereits
50% des Marktes einnehmen konnten, weitaus weniger genutzt. Jedoch wird in 56% der
Haushalte aufgrund der sinkenden Heiz- und Brennstoffpreise Erdgas zum Heizen
genutzt, und nur in 36% der Haushalte Strom. Die Hälfte aller Klimaanlagen sind
kompakte Liefereinheiten, weitere 29% sind industrielle Kühler. Heizpumpen sind mit 7%
im Klimaanlagensektor vertreten und mit 5% im Heizausstattungssektor. HVACAusstattungen in Wohnhäusern in den USA haben durchschnittlich eine Funktionsdauer
von 8 bis 20 Jahren, während gewerblich genutzte Geräte normalerweise zwischen 15
und 25 Jahren im Einsatz sind. Dampf- und Heizwasserboiler haben eine längere
Lebenserwartung
von
20
bis
40
Jahren
für
Wohnhaus-
und
gewerbliche
82
Anwendungstechniken.
4.2.5. Beleuchtung
Die Beleuchtung macht ungefähr 15% des in Wohnhäusern verbrauchten Stroms aus. 83
Dies liegt zum Großteil an dem umfangreichen Marktanteil von ineffizienten Glühbirnen.
Dank des Energy Independence and Security Act von 2007 ist jedoch ein Wandel zu
verzeichnen. Dieses Gesetz sieht vor, dass zwischen 2012-2014 alle Glühbirnen mit
einer Lichtkapazität von 360 bis 2600 Lumen (Lichtstromeinheit) um 30% effizienter sein
müssen. Ab 2012 tritt dieses Gesetz für 100-Watt Glühbirnen in Kraft, und 2014 für alle
Glühbirnen ab 40-Watt.84
82
DOE http://buildingsdatabook.eren.doe.gov/
DOE EERE http://www.energysavers.gov/your_home/lighting_daylighting/index.cfm/mytopic=11980
84
GPO http://www.gpo.gov/fdsys/pkg/PLAW-110publ140/content-detail.html
83
51
Zudem haben konservative Politiker Bedenken geäußert, dass dieses Gesetz das
Beschäftigungswachstum einschränken könnte, und den wirtschaftlichen Aufschwung
nach der Rezession von 2007 schwächen könnte. US-Kongressabgeordneter Joe
Barton aus Texas setzte sich im September 2010 für das Gesetz namens BULBS Act
(Better Use of Light Bulbs) ein. Dieses Gesetz würde die Artikel des Energy
Independence and Security Act of 2007, die sich auf die Bannung der Glühbirnen
beziehen, außer Kraft setzen. Drei weitere republikanische Kongressabgeordnete
unterstützen dieses Vorhaben.85
Industrievertretergruppen haben sich nach dem BULBS-Gesetzesentwurf für die
Abschaffung der Glühbirnen ausgesprochen. Die National Electrical Manufacturers
Association (NEMA), hatte, nachdem der Gesetzesentwurf veröffentlicht wurde, eine
Erklärung abgegeben, in der es hieß, dass sich der Lampensektor von NEMA weiterhin
für energieeffizientere Beleuchtung engagiert. Der Verband erklärte, dass man mit dem
aktuellen Wandel in der Produktherstellung und der Konsumentpräferenz mehr zu
energieeffizienter Beleuchtung hin tendiert und die bereits bestehenden Gesetze daher
für die Industrie generell als vorteilhaft einschätzt.86
4.2.6. Haushaltsgeräte
Stromverbrauch von Haushaltsgeräten in den USA lag im Jahr 2001 bei über 1,1
Milliarden Kilowattstunden. Mehr als ein Viertel des Stroms wird durch Küchengeräte,
wie Kühlschrank, Geschirrspüler und Öfen verbraucht. Klimaanlagen verbrauchen 16%
der Energie, Systeme zur Wasserheizung 9,1%.87
85
Library of Congress http://thomas.loc.gov/cgi-bin/bdquery/z?d111:h6144:
NEMA http://www.nema.org/media/pr/20100921a.cfm
87
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/reps/enduse/er01_us_tab1.html
86
52
Gerätebesitz (Haushalte in Millionen und Prozent)
Haushalte
Gerätetyp pro Jahr
1982
1990
1996
2001
2005
Raum-Klimaanlagen
22.6
27%
30.2
32%
30.4
31%
26.9
25%
27.4
25%
Kühlschränke
83.4
100%
91.2
97%
96.8
98%
100.0
93%
104.7
96%
Tiefkühltruhen
35.7
43%
42.4
45%
41.9
42%
42.8
40%
36.1
33%
Elektroherd/Kochfläche
48.4
58%
58.4
62%
65.3
66%
69.2
65%
71.0
65%
Gasherd/Kochfläche
35.7
43%
36.1
38%
38.3
39%
39.4
37%
42.2
39%
Mikrowellenherd
21.4
26%
77.2
82%
89.5
90%
94.6
88%
97.2
89%
Waschmaschinen
61.5
74%
86.4
92%
94.3
95%
96.9
91%
90.1
83%
Elektrische Wäschetrockner
42.3
51%
56.1
60%
60.4
61%
61.8
58%
67.6
62%
Gas-Wäschetrockner
12.3
15%
19.1
20%
21.1
21%
19.8
19%
20.7
19%
Kleincomputer
k.A.
k.A.
k.A.
43.5
44%
U.S.-Haushalte Gesamt
83.6
k.A.
94.0
98.9
k.A.
107.0
k.A.
k.A.
108.8
Tab. 16 DOE - Gerätebesitz
Wie in der obenstehenden Tab. 16 ersichtlich wird, hat so gut wie jeder US-Haushalt
einen Kühlschrank, sowie einen Gas- oder Elektroherd. Seit dem Jahr 1990 haben über
90% der US-Haushalte eine eigene Waschmaschine, über 80% haben einen eigenen
elektrischen Wäschetrockner. Computer und Laptops sind relativ neue Geräte, die mehr
und mehr zu den typischen Elektro-Ausstattungen gehören.88
4.2.7. Aktive Solarsysteme
Aktive Solarsysteminstallationen in Gebäuden sind in den letzten zwei Jahrzehnten
immer häufiger zu verzeichnen.
88
DOE http://buildingsdatabook.eren.doe.gov/
53
k.A.
Solarwärmekollektor-Lieferungen, nach Typ und Market (Tausend Quadratfuß)
Typ pro Jahr
1980
1990
2000
2006
Solarwärmekollektoren
19398
11409
8354
20744
Wohngebäude
NA
5851
7473
15123
Gewerblich
NA
295
810
1626
Industriell
NA
NA
57
42
Energiestromversorger
NA
5236
5
3845
Andere
NA
26
10
107
6897
13837
88221
337268
Photovoltaik (kW)
*(für das Jahr 1982), 1 Quadtratfuß (sf) = 0.09 qm
Tab. 17 DOE - Solarwärmekollektor-Lieferungen
Wie
in
Tab.
17
ersichtlich
wird,
gab
es
einen
konstanten
Anstieg
von
Solarwärmesystemen in Wohngebäuden. Zwischen den Jahren 1990 und 2006 hat sich
die Zahl der Liefereinheiten verdreifacht. Die meisten dieser Installationen wurden zur
Swimmingpool-Beheizung genutzt; jedoch wurden einige auch zur Wasser- oder
Wohnraumbeheizung genutzt. Ganz besonders stark, nämlich um das 50-fache, wuchs
der Markt für Gebäude-Photovoltaik-Systeme in den Jahren 1982-2006. 89
4.2.8. Windenergie vor Ort
U.S.-Kleinwindkapazität, jeweils pro Jahr addiert
Jahr
Kapazität (kW)
2001*
2100
2002*
3100
2003*
3200
2004
4878
2005
3285
2006
8565
2007
9737
*geschätzte Werte
Tab. 18 DOE - US Kleinwindkapazität
89
DOE http://buildingsdatabook.eren.doe.gov/
54
Die Anzahl der in den USA installierten Kleinwindenergieanlagen ist seit 2001 schnell
gewachsen. Die Mehrzahl dieser Installationen (ca. 83% in 2007) war nicht mit dem
Stromnetz
verbunden,
jedoch
ist
auch
die
Anzahl
der
netzgekoppelten
Kleinwindsysteme gestiegen. Zwischen 2006 und 2007 stieg die Leistung dieser
Installationen um das Dreifache. Rund 86% der Kleinwindturbinen hatten in 2007 eine
Kapazität von 1kW oder weniger.90
4.3. Standards, Normen & Zertifizierung
Energieeffizienzstandards auf gesamtstaatlicher Ebene in den USA sind Teil des
Building
Regulatory
Program
des
U.S.
Department
of
Energy
(DOE,
U.S.-
Energiebehörde). Die drei Hauptteile des Programms sind die Geräte- und
Anlageneffizienzstandards (Appliance and Equipment Efficiency Standards), ENERGY
STAR und das Programm zum Gebäudeenergiekennwert (Building Energy Codes
Program). Appliance Efficiency Standards beziehen sich auf Geräte in Wohngebäuden,
gewerblichen Gebäuden, sowie auf Industrieanlagen. Das ENERGY STAR-Programm
fördert die Installation hochenergieeffizienter Geräte dadurch, dass es speziell diese
auszeichnet, die über die Minimumstandards hinausgehen. Das Building Energy Codes
Program
bezieht
sich
auf
alle
neuen
Gebäude
und
schließt
zudem
die
Geräteausstattung mit ein.91
4.3.1. Effizienz-Standards für Geräte, Anlagen- und Gebäudetechnik:92
Das DOE ist seit dem 1978 festgelegten National Energy Conservation and Policy Act
(NECPA),
für
verantwortlich.
93
das
Festlegen
von
Energieeffizienz-Standards
bei
Geräten
Während der folgenden drei Jahrzehnte wurden Rechtsvorschriften,
Initiativen sowie die Rolle des DOEs ständig angepasst. Der Energy Policy Act, aus dem
Jahr 2005, erweiterte die Liste der Richtlinien für Anlagen in Richtung gewerbliche und
90
DOE http://buildingsdatabook.eren.doe.gov/
DOE Building Regulatory Programs
http://apps1.eere.energy.gov/buildings/publications/pdfs/corporate/regulatory_programs_mypp.pdf
92
DOE Building Regulatory Programs
http://apps1.eere.energy.gov/buildings/publications/pdfs/corporate/regulatory_programs_mypp.pdf
93
DOE EERE http://www1.eere.energy.gov/femp/regulations/necpa.html
91
55
industrielle
Anwendungen,
einschließlich
der
kommerziellen
Kühlschränke
und
Gefrierschränke, Ampeln sowie der illuminierten Stoppschilder.94 Zwei Jahre später
wurden durch den Energy Independence and Security Act (EISA 2007) die
Produktstandards nochmals erweitert.
95
Außerdem beinhaltet das Gesetz, die
festgelegten Normen zur Energieeinsparung mindestens alle sechs Jahre zu überprüfen.
Derzeit enthält das Equipment Efficiency Standards-Programm des DOE vier Bereiche:
rechtliche
Normen
für
Energieeinsparung,
Prüfverfahren,
Zertifizierung
und
Durchsetzung sowie Etikettierung.
Das DOE implementiert Standards auf Bundesstaatenebene um einheitliche und
nationale Absprachen zu etablieren, welche auf Energieeffizienz setzen. Diese
Standards beziehen sich auf ausgewählte Geräte und Gebäudetechniken. Laut Gesetz
ist das DOE stets verpflichtet, das Niveau an Energieeffizienz auf ein Maximum zu
steigern, das sich aus technischer wie auch wirtschaftlicher Sicht umsetzten lassen.
Das DOE gibt einen Überblick über die Testverfahren, die Hersteller verwenden
müssen, um zu sehen, ob ihre Geräte den Standards entsprechen. Das Testverfahren
misst die Energieeffizienz, den Energieverbrauch und gibt eine Einschätzung der
jährlichen Betriebskosten von jedem Gerät. Häufig werden Testverfahren von
Verbänden der entsprechenden Industrie unterhalten, in Verbindung mit den Regeln des
DOE.
Damit ihre Bemühungen bezüglich des Energiesparens eingehalten werden, verfolgt das
DOE Zwangsvollstreckungen. Nach den geltenden Vorschriften des DOE können
Bußgelder erlassen werden, wenn Hersteller ihre Produkte nicht ordnungsgemäß
zertifizieren.
94
95
EPA http://www.epa.gov/oust/fedlaws/publ_109-058.pdf
GPO http://frwebgate.access.gpo.gov/cgi-bin/getdoc.cgi?dbname=110_cong_bills&docid=f:h6enr.txt.pdf
56
Neben der Entwicklung von Testverfahren und der Implementierung von Standards zur
Energieeinsparung, schreibt die EPCA eine Angabe der Verbrauchsdaten für 13
verschiedene Produktgruppen vor. Das DOE und die Federal Trade Commission (FTC)
teilen sich die Verantwortung für die Beschriftung dieser Geräte. Die FTC ist befugt,
Reglementierungen bezüglich Etikettierungen von Produkten für den Wohnbereich
festzulegen. Gemeinsam mit dem DOE teilt sich die Behörde die Verantwortung für die
Auszeichnung gewerblicher Produkte mit den entsprechenden Verbrauchsdaten.
Die
FTC-Etikettierungsregel
legt
fest,
dass
Gerätehersteller
die
jeweiligen
Energieverbrauchsdaten an jedem Gerät im Verkauf durch eine gelbe Etikettierung,
einem sogenannten energy guide, kenntlich machen müssen. Diese Informationen
müssen bei allen Bezugsquellen angegeben werden, auch in Katalogen und auf
Internetseiten. Die Beschriftungen für die meisten Geräte müssen die geschätzten
jährlichen Verbrauchskosten als primäre Angabe enthalten. 96
Nach dem Gesetz können Hersteller- und Handelsmarken keine Produkte in den Handel
bringen, die nicht den Vorschriften zur Energieeinsparung, Gewässerschutz oder den
Baustandards entsprechen. Das DOE fordert alle Hersteller auf, nachzuweisen, dass
ihre Produkte die geltenden Normen erfüllen. Werden diese Normen nicht eingehalten,
müssen die Hersteller entsprechend nachbessern.
Bundesstaaten sind befugt, eine Befreiung der DOE-Reglementierungen zu beantragen,
allerdings zieht dies einen strengen Bestätigungsprozess nach sich. Die EffizienzStandards auf staatlicher Ebene müssen strenger sein als die auf Bundesebene.
Allerdings müssen diese auch nachweisen, dass diese Reglementierung keine
erhebliche Belastung für die Hersteller darstellt oder zu einer Nichtverfügbarkeit von
Waren führen würde.
96
FTC http://www.ftc.gov/appliances/
57
4.3.2. ENERGY STAR97
ENERGY STAR ist ein Gemeinschaftsprogramm der Environmental Protection Agency
(EPA) und des DOE. Seit 1992 zeichnet die EPA solche Computer und Monitore mit
dem ENERGY STAR aus, die deren Reglementierungen entsprechen. Dieses Modell
wurde später auf zusätzliche Artikel wie Büro- und Heimprodukte sowie auf neue
Gebäude ausgeweitet. Das Programm umfasst mittlerweile eine breite Palette von
Produkten, darunter Beleuchtung, Heizung, Geräte und Elektronik. Seit September 2009
ist das DOE verantwortlich für die Umsetzung aller Programm-Erweiterungen,
einschließlich der Entwicklung und Aktualisierung von Produkttestverfahren. Die EPA
tritt als Vermarkter des ENERGY STAR auf.
ENERGY
STAR
ist
ein
freiwilliges
Programm.
Es
gibt
keine
behördlichen
Bestimmungen, sich diesem Prüfverfahren zu unterziehen. Jedoch gibt es hinsichtlich
der Prüfung einige Mindestanforderungen. Die Prüfung muss wiederholbar sein,
repräsentativ und reproduzierbar sein, was nicht allzu schwer nachzuweisen ist. Das
Verfahren muss gewährleisten, dass Technologieänderungen nicht die Standards
mindern.
Für das Testen der verschiedenen Produkte ist eine dritte und unabhängige
Organisation zuständig, welche vom DOE kontrolliert und unterstützt wird. Zum Beispiel
werden Fenster, Türen und Oberlichter von einer gemeinnützigen Organisation, des
National Fenestration Rating Council, getestet. Die EPA und DOE führen zudem Tests
an der Produktendkette durch, indem sie die entsprechenden Produkte im Einzelhandel
erwerben und diese in Labors testen. 98
4.3.3. Gebäudeenergie-Richtlinien
Gebäudeenergie-Richtlinien in den USA müssen auf staatlicher und lokaler Ebene
umgesetzt und durchgesetzt werden. Das Ziel des Building Energy Codes Program
97
ENERGY STAR http://www.energystar.gov/
DOE Building Regulatory Programs
http://apps1.eere.energy.gov/buildings/publications/pdfs/corporate/regulatory_programs_mypp.pdf
98
58
(BECP, Programms zum Gebäudeenergiekennwert) ist es, eine Orientierungs-Richtlinie
für die Bundesstaaten bereitzustellen, die dort angewendet werden kann. Außerdem
sollten die Staaten bei der Umsetzung unterstützt werden. Manufactured housing
(Fertighäuser), die in einer Fabrik gebaut werden, bevor sie dann auf den
entsprechenden Grundstücken montiert werden, fallen direkt unter die Zuständigkeit des
DOE. Das BECP gilt unmittelbar für diese Baugruppe.99
Der veraltete Standard für kommerzielle Gebäude ist der Standard 90,1-2007, welcher
von der American Society of Heating, Refrigerating and Air Conditioning Engineers
(ASHRAE) entwickelt wurde. Diese Reglementierungen für Gebäudetechnik verbessert
die Energieeffizienz um 5 bis 8% im Vergleich zum Vorgänger aus dem Jahr 2004 (90.12004). Der neueste Standard 90.1-2010 fordert, dass Gebäude um 20 bis 25%
effizienter sind als diese aus dem Standardjahr 2004.
Der Standard für Wohngebäude ist die Version von 2009 des International Energy
Conservation Code (IECC) welcher durch den International Code Council (ICC)
veröffentlicht worden ist. Diese Standards gelten für alle Wohngebäude, die weniger als
4 Stockwerke hoch sind. Die IECC-2009-Version konnte eine Steigerung der
Energieeffizienz aller Gebäude um 5 bis 8% erreichen, im Vergleich zur Version aus
2006.
100
Die 2012-Version wurde bereits zur öffentlichen Diskussion freigegeben und
wird im Oktober 2011 erscheinen. Die Ergebnisse der Regelungen dieser Version
werden die 2006-Version um 30% steigern. 101
4.3.4. Internationale Richtlinien ökologischen Bauens
Die ICC ist ein Mitgliederverein, der sich der Gebäudesicherheit und dem Brandschutz
widmet. Die ICC entwickelt Richtlinien und Standards, die dazu verwendet werden,
gewerbliche so wie nicht-gewerbliche Gebäude zu errichten – Wohnhäuser und Schulen
eingeschlossen.
99
DOE Building Regulatory Programs
http://apps1.eere.energy.gov/buildings/publications/pdfs/corporate/regulatory_programs_mypp.pdf
100
ICC http://www.iccsafe.org/store/pages/doeregistration.aspx
101
DOE EERE http://www.energycodes.gov/status/2012_Final.stm
59
Die International Codes, auch I-Codes genannt, die vom ICC veröffentlicht werden,
liefern den Menschen zu Hause, in der Schule oder am Arbeitsplatz MinimalSicherheitsklauseln. Diese I-Codes sind eine vollständige Zusammenstellung von
ausführlichen, aufeinander abgestimmten Richtlinien zur Gebäudesicherheit und
Brandschutz. Solche Baurichtlinien fördern die öffentliche Sicherheit und unterstreichen
den Bedarf an einheitlichen Richtlinien in der Industrie ohne regionale Limitierungen.
50 Bundesstaaten so wie Washington D.C. haben die I-Codes auf staatlicher oder
gerichtlicher Ebene mit aufgenommen. Auch Bundesagenturen wie der Architect of the
Capitol, die General Services Administration, der National Park Service, das Department
of State (Auswärtige Amt), der U.S. Forest Service und die Veterans Administration
tragen für die Einhaltung der I-Codes Sorge. Auch das U.S.-Verteidigungsministerium
richtet sich bei dem Bau von Militäranlagen, inklusive der Unterbringungen der U.S.Truppen, nach den International Codes – im In- und Ausland. Puerto Rico und die U.S.
Virgin Islands machen ebenso eine oder mehrere dieser Richtlinien geltend. 102
2009 begann die ICC die Entwicklung eines neuen International Green Construction
Code (IGCC) mit dem Untertitel Safe and Sustainable: By the Book („Sicher und
nachhaltig: nach Vorschrift“). Die ICC verpflichtet sich damit, ein Regelmuster zu
entwickeln für neue und bereits existierende gewerblich genutzte Gebäude, die sich mit
„grüner“ Gebäudeplanung und –leistung befassen.
Der IGCC dient zur Ergänzung des International Building Code (IBC) der ICC. Dieses
neue Dokument bietet eine Vorlage für Staaten und Agenturen, um höhere Standards
der Energieeffizienz und Umweltverantwortung in ihre Bau-Richtlinien einzuführen. Der
IGCC wurde von einem Rat von Experten aus Industrie, Wissenschaft und
Regierungspolitik entworfen und hat zudem auch öffentliche Eingaben erhalten, um
sicherzustellen, dass es auf lokaler Ebene auch angewendet werden kann. Diese
Regeln decken alle Gebäude aus dem Wohn- und Gewerbebereich ab, die mehr als drei
Stockwerke hoch sind. Alle anderen Wohnhäuser sind davon ausgenommen und fallen
102
ICC http://www.iccsafe.org
60
unter die Zuständigkeit des International Residential Code (IRC). Zusätzlich zu den
Anforderungen der Richtlinien erlaubt der IGCC den beaufsichtigenden Agenturen auch
die Hinzugabe von sog. project electives, d.h. von freiwilligen Projektkriterien. Diese
Kriterien lassen zu, dass Gebäude als Hochleistungsgebäude bezeichnet werden
können. 103
Eines der Hauptziele der Richtlinien ist es, bei gleichzeitiger Reduzierung des CO2Ausstoßes die Energieleistung zu erhöhen. Sie empfehlen auch ausdrücklich den
Gebrauch eines Energiezählers, hochgradig energieeffizienter Gebäudesysteme und
erneuerbarer Energiesysteme. Der International Energy Conservation Code (IECC), der
ebenfalls von der ICC entworfen wurde, wurde in den IGCC integriert und es wurde
darauf aufgebaut.104 Die neuen Green Codes finden nicht nur bei Neubauten
Anwendung, sondern ebenfalls auch bei Renovierungen von bereits bestehenden
Strukturen.
4.4. Förderprogramme & Initiativen
Der Kauf von energieeffizienten Geräten wird durch beide Kanäle gefördert: mittels
bundesstaatlicher Rabatte sowie durch Steuergutschriften. Das State Energy Efficient
Appliance Rebate Program (SEEARP) ist ein Programm, das im Januar 2010 eingeführt
wurde und voraussichtlich bis Juni 2011 weiterlaufen soll. Es wird durch den ARRA
finanziert und stellt Geldmittel in Höhe von US$ 300 Mio. für insgesamt 56 verschiedene
Programme in jedem Bundesstaat und Gebiet zur Verfügung. Es soll Verbraucher dazu
anregen, energieeffiziente Haushaltsgeräte zu kaufen, indem ihnen Rabatte von US$ 50
bis 200 für Produkte, die den ENERGY STAR-Standard erfüllen, eingeräumt werden.
Jeder Bundesstaat oder jedes Gebiet ist selbst dafür verantwortlich, das Programm
durchzuführen und die Gelder bis Februar 2012 auszulösen. Normalerweise wird dies
durch die Energiefachstellen der einzelnen Bundesstaaten überwacht.105
103
ICC http://www.iccsafe.org/cs/IGCC/Pages/default.aspx
DOE http://www.energycodes.gov/status/2012_Final.stm
105
GRANTS.GOV http://www.grants.gov/search/search.do?mode=VIEW&oppId=48463
104
61
Ein Programm mit dem Namen Federal Tax Credits for Energy Efficiency räumt den
Verbrauchern einen 30%-igen Nachlass (bis zu US$ 1.500) auf die Kosten von
Bauprodukten ein, die von ENERGY STAR zertifiziert sind. Dieses Programm setzt
voraus, dass geeignete Produkte bis zum 31. Dezember 2010 verarbeitet sein müssen.
Bisher wurde noch nicht bekannt gegeben, ob es 2011 erneuert oder überarbeitet
werden soll. Produkte, die das Programm abdeckt sind: Heizungen, Ventilation und
Klimaanlagen, Brennkesseln, Isolierungen, Warmwasserbereiter, Fenster und Türen.
Diese Produkte müssen für ein bereits bestehendes Wohnhaus, das den Hauptwohnsitz
des beantragenden Hauseigentümers darstellt, zur Nachrüstung bestimmt sein.106
Ein weiteres Programm wurde für den privaten Haushalt für Energiesysteme aus
erneuerbaren Energien eingerichtet. Geothermale Heizpumpen, kleine Windturbinen
sowie Solarstrom- und Solarthermie-Systeme erhalten eine Steuerbegünstigung von bis
zu 30% ihres Preises ohne Limit nach oben. Brennstoffzellen aus solchen Anlagen im
Haushalt und Mikroturbinen erhalten ebenfalls eine 30%-ige Steuererleichterung, jedoch
mit einem Limit von US$ 500 pro 0,5 kW Leistungskapazität. Diese Anreize sind bis
zum 31. Dezember 2016 gültig. Die Produkte müssen in einem bereits bestehenden
oder neuen Wohnhaus, das den Hauptwohnsitz des beantragenden Hauseigentümers
darstellt, angebracht werden.107
Weitere Förderungsmaßnahmen werden regelmäßig vom Bureau of Energy Efficiency &
Renewable Energy (EERE) des DOE aktualisiert. Die aktuellsten Industrie-, Wohn- und
Bundesprogramme
können
auf
der
Homepage
unter:
http://www1.eere.energy.gov/financing/ eingesehen werden.108
4.5. Behörden, Verbände & Organisationen
In den vereinigten Staaten gibt es zahlreiche Behörden, Verbände und Organisationen,
die sich mit dem Thema Energie und Energieeffizienz beschäftigen und Unternehmen
106
ENERGY STAR http://www.energystar.gov/index.cfm?c=tax_credits.tx_index
ENERGY STAR http://www.energystar.gov/index.cfm?c=tax_credits.tx_index
108
DOE EERE http://www1.eere.energy.gov/financing/
107
62
sowie Konsumenten bei Fragen und Projektvorhaben in diesem Bereich unterstützen.
Zu einer der wohl wichtigsten und bekanntesten Behörden für die Umsetzung von
Energiemaßnahmen gehört das DOE mit seinem EERE.
Im Folgenden sollen die verschiedensten Behörden, Verbände und Organisationen der
Baubranche und für den Bereich Energie und Energieeffizienz mit einer Angabe von
Kontaktdaten vorgestellt werden. Für weitere Informationen einzelner Organisationen
und bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die angegebene
Kontaktadresse/-telefonnummer.
U.S. Energy Information Administration (EIA)
Die EIA ist ein Ableger des DOE und Verantwortlich für statistische und analytische
Angelegenheiten.
Energy Information Administration
Renee Miller - Statistical Methods
1000 Independence Ave., SW, Washington, DC 20585
Tel: 202-586-6070
http://www.eia.gov
[email protected]
Department of Energy (DOE)
Das DOE ist ein Ministerium innerhalb der Bundesregierung der Vereinigten Staaten
verantwortlich für Energie und Nuklearsicherheit.
U.S. Department of Energy / Energy Efficiency & Renewable Energy
Scot Gregory Minos - Senior Policy & Communications Specialist
1000 Independence Ave, SW 6B – 111 MS EE-12
Tel: +1 202-586-2097
http://www.energy.gov
[email protected]
63
U.S. Environmental Protection Agency (USEPA)
Die EPA bzw. USEPA ist eine unabhängige Behörde der Regierung der Vereinigten Staaten von
Amerika zum Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit.
USEPA Headquarters
Lisa P. Jackson - Administrator
Ariel Rios Building
1200 Pennsylvania Avenue, N. W., Mail Code: 1101A, Washington, DC 20460
Tel: +1 202-564-4700
http://www.epa.gov/
[email protected]
National Council of Architectural Registration Boards (NCARB)
Das NCARB ist eine nonprofit Corporation, welche die Architectural Registration Boards der 50
Staaten, dem District of Columbia, Guam, Puerto Rico und der U.S. Virgin Islands vereinigen.
Das Aufgabenspektrum umfasst das Gesundheitswesen die allgemeine Sicherheit und das
Gemeinwohl zu schützen, beispielsweise durch Reglementierungen der Architektur.
National Council of Architectural Registration Boards
Greg G. Hall - Director, Education
1801 K Street NW Suite 700K, Washington, DC 20006
Tel: +1 202-783-6500
http://www.ncarb.org
[email protected]
4.6. Messen und Veranstaltungen 2011 in den USA
März 2011
April 2011
BuildingEnergy 11
Green Festival
08-10.3. 2011
09-10.4. 2011
Boston, MA
San Francisco, CA
http://www.nesea.org/be11/
www.greenfestivals.com
64
Mai 2011
Juni 2011
Lacey Alternative Energy Fair
Energy Fair
7.5.2011
17-19.6. 2011
Woodland Square, WA
Custer, Wisconsin
www.ci.lacey.wa.us
www.themrea.org/energy_fair.php
Living Green Expo
Juli 2011
7-8.5.2011
Intersolar North America
Minnesota State Fair Grounds, MN
12-14.7. 2011
www.livinggreenexpo.mn
San Francisco, California
www.intersolar.us
Green Festival
14-15.5. 2011
Chicago, Illinois
www.greenfestivals.com
Alternative Fuels & Vehicles Conference
& Expo
15-18.5.2011
Fort Worth, TX
www.afvi.org
4th Annual Maryland Heartland
Sustainable Living Fair
21.5.2011
Maryland
www.sustainablelivingmd.org
AWEA Windpower 2011 Conference &
Exhibition
22-25.5. 2011
Chicago, Illinois
www.windpowerexpo.com
65
5. Energieeffizienz in Boston (Greater Boston Area)
5.1. Energiemarkt Massachusetts
Massachusetts belegt Platz 26 beim Vergleich des Energieverbrauchs in den
Bundesstaaten.109 Die Strompreise in Massachusetts sind die vierthöchsten in den
USA.110
Energiemix zur Stromerzeugung Massachusetts
0,59%
4,75%
1,82%
12,69%
27,75%
Kohle %
Erdgas %
Petroleum %
Atomenergie %
Wasserkraft %
Biomasse %
Importe %
7,52%
44,88%
Abb. 9 EIA - Energiemix im Bundesstaat Massachusetts111
Bis 1990 wurde der größte Anteil der benötigten Energie aus der Ölverbrennung
gewonnen. Seither wurde diese Form der Energiegewinnung mehr und mehr durch die
umweltfreundlichere Ressource Erdgas ersetzt. Wie das Kuchendiagramm (Abb. 9)
darstellt, stellt Erdgas bis heute die wichtigste Säule der Energieversorgung dar. Was
die erneuerbaren Energien anbetrifft, ist Massachusetts einer der am stärksten
109
110
111
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/states/hf.jsp?incfile=sep_sum/plain_html/rank_use_gdp.html
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/states/hf.jsp?incfile=sep_sum/plain_html/rank_pr_cl_es.html
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/states/hf.jsp?incfile=sep_sum/plain_html/sum_btu_eu.html
66
involvierten Bundesstaaten in den Bereichen Biomasse und der Biogasgewinnung aus
organischem Abfall.
Windenergie hat in Massachusetts großes Wachstumspotential, jedoch kommt diese im
Kuchendiagramm aufgrund der zu geringen Größe noch nicht vor. Zurzeit hat
Massachusetts nur 16 Megawatt an installierter Windenergie zu verzeichnen, wovon die
Hälfte dieser Generierungsleistung erst im Jahr 2009 hinzugefügt wurde.112 Zudem ist
der Bundesstaat der erste, in dem ein Offshore-Windprojekt einen Grundstücksvertrag
erhalten
hat.
Das
Cape
Wind-Projekt
plant,
130
Windturbinen
mit
einer
Spitzengenerierung von 454 MW ungefähr 6,5 km vom Seeufer entfernt zu installieren.
Der Windpark würde eine Fläche von ca. 62 km² einnehmen.113
Während der letzten 10 Jahre des Zulassungsprozesses stand das Projekt Cape Wind
jedoch in der Kritik. Jüngste Bedenken kommen seitens einiger Industriegruppen, die die
Auffassung vertreten, dass der Vertrag, der zwischen Cape Wind und dem
Stromversorger National Grid über den Erwerb von 50% der Stromgenerierung des
Windparks abgeschlossen wurde, ungerecht und wettbewerbsschädigend sei. Obwohl
die bundesstaatliche Stromversorgungsbehörde Massachusetts Department of Public
Utilities dem Vertrag zugestimmt hat, hat der Industriebund Associated Industries of
Massachusetts (AIM) im Dezember 2010 angekündigt, gegen diese Vereinbarung vor
dem Massachusetts Supreme Court zu klagen. Sollte dieser Klage stattgegeben
werden, würde der Windpark zwar trotzdem gebaut, der Stromabnahmevertrag, das
sogenannte power purchase agreement (PPA) müsste jedoch neu verhandelt werden.114
Der Massachusetts Strommarkt ermöglicht dem Verbraucher die Wahl zwischen Strom
von einem Energieversorger oder von einem preisgünstigen Konkurrenzanbieter. Die
Distribution des Stroms wird jedoch weiterhin alleinig durch die Stromversorger
angeboten. Das Stromangebot durch Konkurrenzanbieter ist in Massachusetts seit 1998
möglich. Seitdem haben sich 85% der großen gewerblichen und industriebezogenen
Abnehmer für einen anderen Anbieter als den Distributionsanbieter entschieden. Für
112
113
114
AWEA http://archive.awea.org/projects/projects.aspx?s=Massachusetts
Cape Wind http://www.capewind.org/
AIM http://www.aimnet.org/AM/Template.cfm?Template=/CM/ContentDisplay.cfm&ContentID=22039
67
Privatabnehmer sind die Preisunterschiede nicht allzu signifikant, daher liegt die
Konkurrenzanbieterrate bei privaten Haushalten nur bei 10%.115
5.2. Greater Boston im Überblick
Boston
ist
politisch
sowie
wirtschaftlich
die
Hauptstadt
des
Bundesstaates
Massachusetts. Inoffiziell wird Boston auch als Hauptstadt der Gesamtregion von
Neuengland angesehen. Die Stadt wurde 1630 von Puritanern aus England gegründet,
und ist damit eine der ältesten Städte in den USA.116 Laut dem U.S.-Census Bureau hat
Boston ca. 625.000 Einwohner. Boston ist zudem Teil eines größeren ökonomischen
Wirtschaftsraums, auch Greater Boston Area genannt. Diese Region umfasst Teile von
New Hampshire und Massachusetts und hat eine Einwohnerzahl von über 4,5
Millionen.117 Zudem schließt die sogenannte Larger Boston Commuter Region 6
Landkreise in Massachusetts und den gesamten Bundesstaat Rhode Island mit ein. 118
Die Wirtschaft Massachusetts basiert zum großen Teil auf Dienstleistungen, die über
80% der Arbeitsplätze im Staat ausmachen.119 Bildung und das Gesundheitswesen sind
weitere beachtliche Beschäftigungsbranchen. Boston ist besonders für das intellektuelle
Zentrum mit über 100 Hochschulen und Universitäten für über 250.000 Studenten
bekannt. 120 Hierbei sind insbesondere die Boston University, der viertgrößte Arbeitgeber
der Stadt, sowie das 1865 gegründete und international anerkannte Forschungs- und
Bildungsinstitut, das Massachusetts Institute of Technology (MIT) zu nennen. Bevor das
MIT 1916 in die Region Greater Boston nach Cambridge, MA umzog, hieß es Boston
Tech und war mitten in Boston angesiedelt. Im Jahr 2008 hat das Fraunhofer Institute,
eine mit dem MIT verbundene Forschungsgruppe, das Fraunhofer Center for
115
Massachusetts Executive Office of Energy and Environmental Affairs
http://www.mass.gov/?pageID=eoeeaterminal&L=3&L0=Home&L1=Energy%2c+Utilities+%26+Clean+Technolo
gies&L2=Electric+Power&sid=Eoeea&b=terminalcontent&f=doer_pub_info_summary_competitive_market_200
7&csid=Eoeea
116
City of Boston http://www.cityofboston.gov/visitors/about/
117
US Census http://www.census.gov/popest/metro/CBSA-est2009-annual.html
118
US Census http://www.census.gov/econ/census07/pdf/maps/ma/metro/33000us148m.pdf
119
Massachusetts Executive Office of Labor and Workforce Development
http://www.mass.gov/?pageID=elwdterminal&L=4&L0=Home&L1=Government&L2=EOLWD+Data+and+Statisti
cs&L3=Labor+Market+Information&sid=Elwd&b=terminalcontent&f=dua_economic_data_occupations&csid=El
wd
120
Bunker Hill Community College http://www.bhcc.mass.edu/inside/54
68
Sustainable Energy Systems (Fraunhofer CSE) ins Leben gerufen. Das Fraunhofer CSE
ist eine Forschungs- und Entwicklungsorganisation mit einem Fokus auf erneuerbare
Energie-Technologien.121 Das TechBridge-Programm unterstützt diese Technologien bei
der Vermarktung.122
Boston liegt in der Region mit dem kältesten Klima in den USA, ausgenommen vom
Bundesstaat Alaska. Die USA kommen im Durchschnitt auf 4.500 Heating Degree-Days
(HDD, Heizgradtage). Diese Zahl drückt die akkumulierte Zahl an Grad Fahrenheit an
Tagen, an denen die Temperatur unter 65 Grad Fahrenheit liegt, aus. Die NeuenglandRegion kommt auf ein Rekordhoch von 6.600 HDDs pro Jahr.123 Boston hat zudem eine
hohe Niederschlagsrate, die insbesondere im Winter zu viel Schneeanreicherung führt.
Der durchschnittliche jährliche Schneefall in der Stadt liegt bei mehr als 100 cm.124
5.3. Gebäude in Boston
Boston hat über 220 Hochhäuser.125 Im Jahr 2007 waren Gebäude für 72% der CO²Emissionen der Stadt verantwortlich, davon sind 3 von 4 Gebäude Gewerbe- oder
Industriegebäude. Die ca. 256.000 privaten Wohngebäude tragen zu 25% dieser
gebäudebezogenen CO²-Emissionen bei. Ein-Personen-Wohneinheiten sind in Boston
weniger typisch als in anderen Teilen der USA. Diese machen 18% der Wohneinheiten
aus. Häufiger sind dagegen 2-4-Zimmer-Wohneinheiten bzw. Mehrfamilienhäuser, die
ca. 40% der Wohngebäude ausmachen.126
5.3.1. Standards, Normen & Zertifizierung auf Bundeslandebene
Der Massachusetts Global Warming Solutions Act von 2008 sieht vor, dass
Treibhausgase bis zum Jahr 2020 um 25%, bis 2050 um 80% gesenkt werden müssen,
um unter Werte vom Jahr 1990 zu sinken.127 Um diese Ziele durchzusetzen, beinhaltet
es Programme für erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Viele dieser Programme
121
Fraunhofer CSE http://cse.fraunhofer.org/about/
Fraunhofer CSE http://cse.fraunhofer.org/techbridge/
123
EIA http://www.eia.gov/aer/txt/ptb0109.html
124
NOAA http://cdo.ncdc.noaa.gov/climatenormals/clim20/ma/190770.pdf
125
Emporis http://www.emporis.com/en/wm/ci/bu/sk/li/?id=101045&bt=2&ht=2&sro=0
126
City of Boston http://www.cityofboston.gov/climate/pdfs/MitigationMeasures.pdf
127
The 186th General Court of the Commonwealth of Massachusetts
http://www.malegislature.gov/Laws/SessionLaws/Acts/2008/Chapter298
122
69
wurden in der Exekutive Order 282 des Gouverneurs mit dem Titel Leading by Example
(LBE), was soviel heißt wie „mit gutem Beispiel vorangehen“, niedergeschrieben.
5.3.2. Geräte- und Anlageneffizienzstandards
Leading by Example umfasst vielfältige Standards, u.a. Ziele zur Reduzierung des
Energieverbrauchs der Gebäude, die dem Bundesstaat gehören oder durch ihn
angemietet wurden. Insbesondere in Fällen, in denen es wirtschaftlich angemessen ist,
sind energieeffiziente Gebäudetechnologien, wie programmierbare Temperaturregler
oder
Bewegungsmelder
vorgeschrieben.
Das
LBE-Programm
umfasst
alle
bundesstaatlichen Behörden sowie öffentliche Hochschulinstitutionen in Massachusetts.
Zu diesen Ämtern und Institutionen gehören eine Gebäudefläche von ca. 6,5 km², sowie
8.000 Fahrzeuge und über 65.000 Angestellte; ebenso 29 Universitätsgelände.128
Massachusetts hat zudem einen strengen Energieeffizienzstandard für Geräte und
Anlagen. Mit der Erlassung des EISA-Gesetzes sind diese Standards jedoch durch die
DOE-Standards (siehe Abschnitt 4.3.1.) ersetzt worden. Diese gesamtstaatlichen
Standards sind ähnlich wie die vorhergegangen Standards, jedoch in einigen Teilen
weniger
strikt.
Insbesondere
beim
Heizöl-Energieeffizenz-Standard
gibt
es
Unterschiede. Während der DOE-Standard nur bei 80% liegt, lag der Standard in
Massachusetts bei 90%. Im Oktober 2009 legte der Bundesstaat bezüglich des
Heizbrennstoff-Energieeffizenz-Standards eine Petition beim DOE ein, um den Cold
State-Standard in Massachusetts beizubehalten. Da Massachusetts 50% mehr
Heizgradtage
als
der
U.S.-Durchschnitt
verzeichnet,
würden
die
Einwohner
Massachusetts langfristig durch geringere Brenn- und Heizstoffkosten von dem
effizienteren Heizstoff profitieren. Das DOE hatte ein Jahr Zeit, dem Antrag
128
Massachusetts Executive Office of Energy and Environmental Affairs
http://www.mass.gov/?pageID=eoeeaterminal&L=4&L0=Home&L1=Grants+%26+Technical+Assistance&L2=G
uidance+%26+Technical+Assistance&L3=Greening+State+Government&sid=Eoeea&b=terminalcontent&f=eea
_lbe_lbe_program&csid=Eoeea
70
stattzugeben, jedoch wurde bislang keine Antwort seitens DOE gegeben (Stand
Dezember 2010) .129
5.3.3. Gebäudeenergiekennwert
Das Board of Building Regulations and Standards (BBRS) ist die Behörde im
Bundesstaat
Massachusetts,
die
u.a.
die
Energieeffizienz-Maßstäbe
für
Gebäudestandards festlegt. Die Implementierung dieser Energiekennwerte wird auf
Stadt-
und
Gemeindeebene
von
entsprechenden
Verwaltern
beaufsichtigt.
Massachusetts hat zudem Minimalanforderungen wie Zertifizierungen für diese
Positionen
gesetzlich
festgelegt.
Die
jeweilige
Amtsperson
wird
von
der
Gemeindeverwaltung bestimmt.
Der neueste Gebäudeenergiekennwert ist der IECC 2009. Dieser wurde durch die BBRS
festgelegt und muss jährlich auf den neuesten Stand gebracht werden. Es gibt zudem
einen zusätzlichen Stretch-Kennwert, der an das 2012 IECC angelehnt ist, und ca. 30%
effizienter ist als das 2006 IECC oder das ASHRAE 90.1-2004 (Stand Mai 2010). Damit
eine Stadt oder eine Gemeinde offiziell als Green Community bezeichnet werden kann,
ist die Anwendung dieses Stretch-Kennwerts ein zwingendes Kriterium.130 Ein Vorteil
der Kennzeichnung als Green Community ist der Zugang zum Green Community Grant
Fund. Im Mai 2010 gab es insgesamt 35 Green Communities in Massachusetts.131
5.4. Förderprogramme & Initiativen
5.4.1. Förderprogramme & Initiativen auf Bundeslandebene
Der Green Community Grant Fund wurde im März 2010 etabliert. Der Fonds gibt
Gemeinden und Städten, die den Green Community-Status erreicht haben, die
Möglichkeit, sich um ein Darlehen von bis zu US$ 1 Million für Projekte im Bereich
129
Massachusetts Executive Office of Energy and Environmental Affairs
http://www.mass.gov/?pageID=eoeeapressrelease&L=1&L0=Home&sid=Eoeea&b=pressrelease&f=091005_pr
_furnace&csid=Eoeea
130
Massachusetts Executive Office of Public Safety and Security
http://www.mass.gov/?pageID=eopsmodulechunk&L=3&L0=Home&L1=Public+Safety+Agencies&L2=Massach
usetts+Department+of+Public+Safety&sid=Eeops&b=terminalcontent&f=dps_bbrs_building_code&csid=Eeops
131
Massachusetts Executive Office of Energy and Environmental Affairs
http://www.mass.gov/energy/greencommunities
71
erneuerbare Energien oder Energieeffizienz zu bewerben. Obwohl das Programm zum
21. Januar 2011 ausläuft, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Fonds erneuert wird,
hoch.132
Andere Förderungsmöglichkeiten in Massachusetts sind beispielsweise Fonds, Kredite,
und Preisnachlässe für energieeffizientes Bauen, sowie für Geräte und Anlagen. Viele
dieser Programme werden durch die Gemeinden und Stromversorger verwaltet. Alle
Organisationen, die daran interessiert sind, energiegefördernde Programme anzubieten,
müssen vom staatlich ernannten Energy Efficiency Advisory Council befürwortet werden.
Das Department of Energy Resources (DOER) von Massachusetts betreut alle
Programme. Detaillierte Beschreibungen der im Bundesstaat vorhandenen Programme
bietet der International Renewable Energy Council (IREC) mit seiner Database of State
Incentives for Renewables & Efficiency (DSIRE).133
Diese Programme erhielten Fördermittel von einem öffentlichen Fonds, der 1997 durch
elektrizitätsbezogene Gesetzgebung ins Leben gerufen und 2008 überarbeitet wurde.
Der Fonds hat verschiedene Einkommensquellen, wie z.B. einen vorgeschriebenen
Aufpreis von US$ 0.0025 pro Kilowattstunde für alle Abnehmer investorengeführter
Elektrizitätsversorger in Massachusetts. Weitere Cap-and-Trade EmissionskontrollProgramme, wie die Regional Greenhouse Gas Initiative (RGGI)134 und das NOx
Allowance Trading Program tragen ebenso dazu bei.135 Alle Einkommensquellen des
Fonds müssen vom DOER genehmigt werden.136
Auch das Massachusetts ENERGY STAR Homes Program wird durch den
Unterstützungsfonds gefördert. Dieses staatliche Preisnachlass-Programm setzt neuen
Privatwohnhäusern Anreize, Gebäudeenergiekennwerte des nationalen ENERGY
STAR-Programms zu erreichen. Hierbei gibt es verschiedene Grade der Förderung je
nach erreichtem Energieeffizienz-Standard (4 Level); abhängig davon, ob es sich um ein
132
Massachusetts Executive Office of Energy and Environmental Affairs
http://www.mass.gov/energy/greencommunities
133
DSIRE http://www.dsireusa.org/incentives/index.cfm?re=0&ee=1&spv=0&st=0&srp=1&state=MA
134
RGGI http://www.rggi.org/home
135
MassDEP http://www.mass.gov/dep/air/laws/pbsareg.pdf
136
DSIRE http://www.dsireusa.org/incentives/incentive.cfm?Incentive_Code=MA11R&re=0&ee=1
72
Einfamilienhaus oder einen Mehrfamilienkomplex für 5-99, 100-199, bzw. für mehr als
200 Wohneinheiten handelt. Die maximale Leistungszuzahlung liegt bei US$ 8.000 für
ein Einfamilienhaus, das den höchsten ENERGY STAR-Standard erreicht.137
ENERGY
STAR-Programme
unterstützende
für
Stromversorger
Sanierungsprojekte
verfügbar.
Generell
sind
zudem
werden
bis
direkt
zu
75%
durch
der
Ausbesserungskosten für die Gebäudeisolierung und Wärmedämmung übernommen.
Die
Programme
fördern
daneben
Gebäudeisolierungsverbesserungen,
auch
15%
der
Kosten
also
Ausbesserungen,
für
die
above-codeüber
den
Minimalanforderungen der Gebäudekennwerte liegen. Individuelle Projekte sind auf eine
Förderung von US$ 2.000 begrenzt.
5.4.2. Regionale Förderprogramme & Initiativen
Mit Hilfe des ARRA von 2009, konnte die Stadt Boston seit September 2010
Preisvergünstigungen für Verbesserung der Wohnhaus-Gebäudeeffizienz anbieten. Das
Programm verfügt über ein Budget von US$ 900.000, welches, soweit nicht
aufgebraucht, für Projekte eingesetzt werden kann. Förderungswürdige Projekte sind
bezogen auf die Beleuchtung, Abdichtung, Isolierung, Leitungs-, Röhren- und
Luftabdichtung, Gebäudeisolierung und Energieverbrauchsprüfungen. Das Programm ist
nur für Wohngebäude gedacht, zu denen auch Mehrfamilienbauten zählen.138
Das Programm wird durch Renew Boston verwaltet und beaufsichtigt. Renew Boston ist
eine öffentlich-private Partnerschaft, die 2009 durch den Bürgermeister Bostons,
Thomas Menino, gegründet wurde. Renew Boston hat das Ziel, bis zum Jahr 2020 zwei
Milliarden Kilowattstunden an Strom zu sparen und die Treibhausemissionen der Stadt
bis 2050 um 80% zu senken.139 Die Organisation bietet zudem durch eine Kooperation
mit
RISE
Engineering
Förderanreize
für
Unternehmen,
Verbesserungen vornehmen.140
137
Massachusetts ENERGY STAR Homes http://www.massenergystarhomes.com/
Renew Boston http://renewboston.org/residents.htm
139
Renew Boston http://renewboston.org/
140
RISE Engineering http://www.riseengineering.com/commercial_rebates.htm
138
73
die
energieeffiziente
Zudem gibt es in ganz Massachusetts Stromversorger, die bestimmte Anreize für
energieeffiziente
Upgrades
z.B.
bei
der
Beleuchtung
oder
bei
Geräten
in
Wohngebäuden und gewerblichen Gebäude anbieten. Diese Firmen sind Berkshire
Gas141, Chicopee Electric Light142, Columbia Gas of Massachusetts143 und Concord
Municipal Light Plant144. Eine vollständige Auflistung dieser Förderprogramme findet
man auf der Website von DSIRE. 145
5.5. Behörden, Verbände & Organisationen
5.5.1. Massachusetts
The Massachusetts Office of International Trade & Investment (MOITI)
Das MOITI fördert die Wirtschaft von Massachusetts durch das Vermarkten der staatseigenen
Wirtschaft auf internationaler Ebene mittels gezielter Anreize zur Exportförderung, damit
ausländische Unternehmen in Massachusetts investieren.
Massachusetts Office of International Trade & Investment
Tom Gradel - Program Manager - Protocol
212 Northern Avenue, East Building I - Suite 300, South Boston, MA 02210
Tel: 001-617-830-5402
http://www.moiti.state.ma.us
[email protected]
Northeast Sustainable Energy Association (NESEA)
Die NESEA fördert das öffentliche Verständnis sowie die Entwicklung und Annahme von
Energiesparen, umweltfreundlichen Technologien und erneuerbaren Energien.
141
Berkshire Gas http://www.berkshiregas.com/UsageAndSafety/energyefficprog.html
Chicopee Electric Light http://www.celd.com/
Columbia Gas of Massachusetts http://www.columbiagasma.com/en/save-energy-money/Energy-EfficiencyBusiness.aspx
144
Concord Electric Light http://www.concordma.gov/pages/ConcordMA_LightPlant/index
145
DSIRE http://www.dsireusa.org/incentives/index.cfm?re=0&ee=1&spv=0&st=0&srp=1&state=MA
142
143
74
Northeast Sustainable Energy Association
Mary Biddle - Director of Professional Development
50 Miles Street, Greenfield, MA 01301
Tel: 001-413-774-6051 Ex22
http://www.nesea.org
[email protected]
Fraunhofer Center for Sustainable Energy Systems (CSE)
Das 2008 neu gegründete CSE soll dazu beitragen, in Europa etabliertes Knowhow und
Technologien im Bereich erneuerbarer Energien für den U.S.-Markt weiterzuentwickeln und dort
einzuführen. In Boston arbeiten Forscher des Fraunhofer ISE in enger Kooperation mit
Wissenschaftlern des CSE sowie des Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Fraunhofer Center for Sustainable Energy Systems CSE
Kurt W. Roth, Ph.D. - Group Leader, Building Energy Efficiency
25 First Street, Cambridge, MA 02141
Tel: +1 617-575-7256
http://cse.fraunhofer.org
[email protected]
Fraunhofer Techbridge
TechBridge verbindet Unternehmer der Umwelttechnik, Venture Capitals und führende Forscher
um erfolgversprechende erneuerbare Technologien zu kommerzialisieren.
Fraunhofer Center for Sustainable Energy Systems
B. Eric Graham - Director, TechBridge
25 First St., Cambridge, MA
Tel: +1 617-834-9506
http://cse.fraunhofer.org/techbridge
[email protected]
75
Massachusetts Clean Energy Center (MassCEC)
Die Zielsetzung des MassCEC ist es, eine gesamte Generation für erneuerbare Energien zu
sensibilisieren.
Massachusetts Clean Energy Center
Kate Plourd - Communications Manager
55 Summer Street 9th Floor, Boston, MA 02110
Tel: 001-617-315-9339
http://www.masscec.com
[email protected]
New England Clean Energy Council
Die Aufgabe des New England Clean Energy Council ist es der staatseigenen erneuerbaren
Energiewirtschaft einen globale Führungsposition zu geben. Dieses soll erreicht werden durch ein
aktives Netzwerk von Interessengemeinschaften und eine Ansammlung der führenden
Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien im eigenen Staat.
New England Clean Energy Council
Trish Fields - Director of Operations
10 High St., Suite 610, Boston, MA 02110
Tel: 001-617-500-9990
http://www.cleanenergycouncil.org
[email protected]
5.5.2. Boston
Renew Boston
Renew Boston wurde von Bürgermeister Thomas M. Menino gegründet, um die Ereichugn der
ehrgeizigen Ziele in Sachen Energiesparung, Reduzierung der Treibhausgasemission sowie der
Schaffung grüner Arbeitsplätze zu unterstützen.
76
Renew Boston
James W. Hunt - Chief, Environmental and Energy Services, City of Boston
Environmental & Energy Services
1 City Hall Square, Room 603, Boston, MA 02201
Tel: 001-617-635-3425
http://renewboston.org / http://www.cityofboston.gov/contact/?id=164
[email protected]
Boston Society of Architects
Die Boston Society of Architects (BSA) verwaltet Förderprogramme und bietet Ressourcen an,
welche architektonische Ausführungen, sowie das öffentliche Verständnis von neuen Bauweisen,
fördern.
Boston Society of Architects
Billy Craig - Director of Business Development
Boston Society of Architects / AIA
The Architects Building
52 Broad Street, Boston MA 02109-4301
Tel: +1 617-951-1433 x244
www.architects.org
[email protected]
City of Boston Environmental Department
Das City of Boston Environmental Department zielt darauf, die erbaute und natürliche Umwelt zu
schützen und Informationen zu Umwelt-Themen, die die Region Bosten betreffen, bereit zu
stellen.
Environmental Department
Jacob Glickel - City of Boston, Office of the Mayor
Boston City Hall, Room 805, Boston, MA 02201
Tel: +1 617-635-3850
www.cityofboston.gov/environment
[email protected]
77
6. Schlussbetrachtung: Hürden und Potenziale für deutsche
Unternehmen Im Bereich Energieeffizienz
6.1. Hürden
Die U.S.-Bau- und Immobilienbranche hat sich nach der Finanzkrise in 2008 noch nicht
vollständig erholen können. Die Projektfinanzierung gestaltet sich weiterhin schwierig
und die Regierung steht weiteren staatlichen Finanzhilfen für erneuerbare Energien und
Energieeffizienz gespalten gegenüber.
Zwar gibt es wichtige Meilensteine der U.S.-Regierung zur Unterstützung im Bereich
erneuerbare Energien und Energieeffizienz, jedoch konzentrieren sich diese auf
Unternehmen aus den USA. Selbst Förderungen, die beim Kunden auf Anreize zum
Kauf von energieeffizienten Bauprodukten zielen, sind speziell für Produkte, die in den
USA hergestellt werden. Dies wird auch durch die Erneuerung des ARRA 2009
beibehalten, um die inländischen Produktionen zu erhöhen und so das Handelsdefizit
zu mindern; es ist beispielsweise geregelt, dass für öffentliche Vorhaben nur Eisen,
Stahl und ähnlich verarbeitete Erzeugnisse aus lokaler Herstellung Verwendung finden
dürfen. Ausnahmen, wie z.B. Lieferengpässe etc., sind jedoch möglich. Außerdem
stehen alle Maßnahmen aus dem Hilfspaket im Einklang mit amerikanischen
Verpflichtungen aus internationalen Abkommen. Nach Aussagen von Experten bedeutet
diese Einschränkung jedoch kein Rundumschutz für deutsche Unternehmen.
Neben den Hürden im Bereich der Projektförderung und -finanzierung werden deutsche
Unternehmen in den USA zudem auch auf Unterschiede im Käuferverhalten treffen. Im
Gegensatz zu Deutschland werden in den USA Häuser grundsätzlich nicht als
Investition bzw. lebenslange Anschaffung betrachtet. Gebäude wechseln über die
Jahrzehnte hinweg durchaus mehrfach den Eigentümer. Deshalb sind viele Gebäude
nur rudimentär isoliert und mit veralteten Kühl- und Heizungssystemen sowie einfach
verglasten Fenstern ausgestattet. Aufgrund der kostentreibenden Wirkung von
energieeffizientem Bauen und Renovieren werden energieeffiziente Produkte durch die
78
Konsumenten bisher weniger als in Deutschland nachgefragt. Für den preissensiblen
Amerikaner ist es deshalb wichtig, dass sich Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz
schon kurzfristig nach wenigen Jahren rentieren.
6.2. Potenziale
Mit der Amtsübernahme des U.S.-Präsidenten Barack Obama ist eine neue Ära in der
Energie-
und
Umweltpolitik
der
USA
angebrochen.
Im
Rahmen
des
Konjunkturprogramms 2011 kündigte Obama massive Investitionen (knapp US$ 74
Mrd. für energiebezogene Ausgaben über zehn Jahre, davon ungefähr US$ 16 Mrd.
für Energieeffizienz) zur Verringerung des Energieverbrauchs und zum Kampf gegen
den Klimawandel an. Unter Anderem sollen Regierungsgebäude sowie rund 1 Mio.
Haushalte jährlich energieeffizienter werden und dabei in den nächsten 10 Jahren
gleichzeitig rund 5 Mio. Arbeitsplätze entstehen.
Die Erneuerung der Programme im Rahmen der Reid-McConnell Tax Relief
Unemployment Isurance Reauthorization and Job Creation Act 2010 bestärkt die
Bemühungen, die die Behörde in Sachen umweltfreundlicher Energie leistet. Weitere
Unterstützung erfolgt durch den State of the Union Address 2011, in welchem
Präsident Obama sein Ziel verkündete, den Anteil der erneuerbaren Energien für die
USA bis zum Jahr 2035 auf bis zu 80% anzuheben. Direkt nach dieser Kundgebung
begann der Präsident die Zusammenarbeit mit dem UC-Kongress, um einen Plan zu
entwickeln, diese Vorgaben zu erreichen und eine offizielle Auflage festzulegen, die
einen prozentualen Anteil an erneuerbaren Energien voraussetzt. Dieses bietet
deutschen Unternehmen Chancen auf dem Umweltschutz- und Energiemarkt.
Das Potential des U.S.-Markts für Energieeffizienz ist auch ungeachtet der
Staatssubventionen groß. 2007 wurde erstmalig von der American Solar Energy
Society (ASES) und der Management Information Services, Inc., einer international
anerkannten Wirtschaftsforschungsgesellschaft, eine umfassende Analyse zum Markt
für erneuerbare Energien und Energieeffizienz in den USA durchgeführt. In der Studie
wurde der U.S.-Markt für Energieeffizienz 2007 auf rund US$ 1.000 Mrd. geschätzt,
was eine reale Steigerung von über 4% im Vergleich zum Vorjahr (mit US$ 961 Mrd.)
79
darstellt. In diesem Segment wurden im Jahr 2007 rund 8,6 Mio. Arbeitsplätze
geschaffen. Damit ist die Energieeffizienzsparte von 2006 auf 2007 doppelt so stark
gestiegen wie die gesamte U.S.-amerikanische Wirtschaft.
Zudem sind Gebäude in den USA für knapp 39% des Energieverbrauches und 72%
des Elektrizitätskonsums verantwortlich, was bedeutet, dass Energieeffizienz in
Gebäuden bei steigenden Energiepreisen und knappen Energieressourcen eine immer
wichtigere Rolle einnimmt. Die EIA schätzt, dass bis 2025 Gebäude 75% der
Elektrizität verbrauchen werden. Sobald Städte und Baufirmen das Potenzial der
Energieeinsparung in Gebäuden erkennen und beginnen effizientere Bauweisen und
Baumaterialien anzuwenden,
wird der
U.S.-Markt für
Energieeffizienz einen
bedeutenden Aufschwung erleben.
Insbesondere in den Ballungsräumen im Nordosten mit Großstädten wie New York,
Washington D.C., Philadelphia und Boston besteht ein großes Potenzial für auf
Gebäude spezialisierte Unternehmen der Energieeffizienzbranche.
In Anbetracht des Klimawandels und der politischen Diskussion zur Verringerung der
Abhängigkeit der USA von fossilen Brennstoffen aus dem Ausland haben Maßnahmen
zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Ausbau erneuerbarer Energien
Hochkonjunktur. Das steigende Qualitäts- und Umweltbewusstsein amerikanischer
Auftraggeber begünstigt die Position deutscher Unternehmen. Die deutsche Industrie
hat frühzeitig in energieeffiziente Technik investiert. Laut einer Umfrage des
Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) stammen ein
Fünftel aller umwelttechnologischen Anwendungen in der Welt aus Deutschland.
Deutschland besitzt besonders im Bereich des energieeffizienten Bauens einen hohen
Technologie- und Wissensvorsprung gegenüber den USA. Dies ist der U.S.-Industrie
bewusst,
daher
genießen
deutsche
Produkte
sowie
Architektur-
und
Ingenieursdienstleistungen ein großes Ansehen. Wie der Hauptverband der deutschen
Bauindustrie der AHK - New York mitteilte, zeigt auch der Anstieg von
Auftragseingängen aus dem Ausland von € 4,9 Mrd. im Jahr 1990 auf € 8,3 Mrd. im
Jahr 2007 die Bedeutung deutscher energieeffizienter Produkte und Dienstleistungen
in der Bauwirtschaft weltweit.
80
7. Anhang
7.1. Quellenverzeichnis
AIM
http://www.aimnet.org/AM/Template.cfm?Template=/CM/ContentDisplay.cfm&ContentID=22039
ANSI http://www.ansi.org/about_ansi/overview/overview.aspx?menuid=1
Auswärtiges Amt http://www.auswaertigesamt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/UsaVereinigteStaaten/Aussenpolitik_node.html
AWEA http://archive.awea.org/projects/projects.aspx?s=Massachusetts
BEA http://www.bea.gov/national/#gdp
Berkshire Gas http://www.berkshiregas.com/UsageAndSafety/energyefficprog.html
BLS http://data.bls.gov/PDQ/servlet/SurveyOutputServlet
BLS http://www.bls.gov/ro3/apne.htm
BLS http://www.bls.gov/news.release/cpi.nr0.htm
BrightSourceEnergy http://www.brightsourceenergy.com/projects
Bundeszentrale für Politische Bildung http://www.bpb.de/themen/LYW388,0,0,USA.html
Bunker Hill Community College http://www.bhcc.mass.edu/inside/54
Cape Wind http://www.capewind.org/
Chicopee Electric Light http://www.celd.com/
CIA Factbook http://databank.worldbank.org/ddp/home.do?Step=12&id=4&CNO=2
CIA http://www.lexolino.de/c,geographie_kontinente_europa
CIA https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/us.html
CIA https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/gm.html
City of Boston http://www.cityofboston.gov/visitors/about/
City of Boston http://www.cityofboston.gov/climate/pdfs/MitigationMeasures.pdf
Columbia Gas of Massachusetts http://www.columbiagasma.com/en/save-energy-money/EnergyEfficiency-Business.aspx
Concord Electric Light http://www.concordma.gov/pages/ConcordMA_LightPlant/index
Dachgärtnerverband http://www.dachgaertnerverband.de/dachbegruenungsarten/index.php
Die AHK USA kann Sie dabei gerne beraten und unterstützen.
DOE Building Regulatory Programs
http://apps1.eere.energy.gov/buildings/publications/pdfs/corporate/regulatory_programs_mypp.pdf
DOE EERE http://www.energysavers.gov/your_home/lighting_daylighting/index.cfm/mytopic=11980
DOE EERE http://www1.eere.energy.gov/femp/regulations/necpa.html
DOE EERE http://www.energycodes.gov/status/2012_Final.stm
DOE EERE http://www1.eere.energy.gov/financing/
DOE http://www.energy.gov/news/9884.htm
DOE http://www.energy.gov/energysources/index.htm
DOE http://www.buildingsdatabook.eren.doe.gov/
DOE http://buildingsdatabook.eren.doe.gov/
81
DOE http://www.energycodes.gov/status/2012_Final.stm
DOI http://www.doi.gov/news/doinews/Secretary-Salazar-Announces-Approval-of-Cape-WindEnergy-Project-on-Outer-Continental-Shelf-off-Massachusetts.cfm
DOI http://www.doi.gov/news/pressreleases/Salazar-Approves-Sixth-and-Largest-Solar-ProjectEver-on-Public-Lands.cfm
DSIRE http://www.dsireusa.org/incentives/index.cfm?re=0&ee=1&spv=0&st=0&srp=1&state=MA
DSIRE http://www.dsireusa.org/incentives/incentive.cfm?Incentive_Code=MA11R&re=0&ee=1
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftnref22
EIA http://tonto.eia.doe.gov/cfapps/ipdbproject/IEDIndex3.cfm?tid=44&pid=44&aid=1
EIA http://tonto.eia.doe.gov/cfapps/ipdbproject/IEDIndex3.cfm?tid=44&pid=44&aid=2
EIA http://www.eia.doe.gov/aer/pecss_diagram.html
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/fig7p2.pdf
EIA http://tonto.eia.doe.gov/cfapps/ipdbproject/IEDIndex3.cfm?tid=2&pid=2&aid=2
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/esr/esr_sum.html
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html
EIA http://tonto.eia.doe.gov/cfapps/ipdbproject/IEDIndex3.cfm?tid=2&pid=2&aid=12
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/figes1.pdf
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/figes2.pdf
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn8
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn11
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn13
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn15
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn16
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn17
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn19
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn20
EIA http://eia.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html#_ftn21
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/epa/epa_sum.html
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/international/elecprih.html
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/esr/esr_sum.html
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/international/elecprii.html
EIA http://www.eia.doe.gov/cneaf/electricity/esr/esr_sum.html
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/steo/pub/1tab.pdf
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/cbecs2003/introduction.html
EIA http://www.eia.doe.gov/aer/pdf/aer.pdf
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/reps/enduse/er01_us_tab1.html
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/states/hf.jsp?incfile=sep_sum/plain_html/rank_use_gdp.html
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/states/hf.jsp?incfile=sep_sum/plain_html/rank_pr_cl_es.html
82
EIA http://www.eia.doe.gov/emeu/states/hf.jsp?incfile=sep_sum/plain_html/sum_btu_eu.html
EIA http://www.eia.gov/aer/txt/ptb0109.html
Emporis http://www.emporis.com/en/wm/ci/bu/sk/li/?id=101045&bt=2&ht=2&sro=0
ENERGY STAR http://www.energystar.gov/
ENERGY STAR http://www.energystar.gov/index.cfm?c=tax_credits.tx_index
EPA http://www.epa.gov/oust/fedlaws/publ_109-058.pdf
ExxonMobil http://www.exxonmobil.com/Corporate/energy.aspx
FPL http://www.fpl.com/environment/solar/desoto.shtml
Fraunhofer CSE http://cse.fraunhofer.org/about/
Fraunhofer CSE http://cse.fraunhofer.org/techbridge/
FTC http://www.ftc.gov/appliances/
GACC http://www.gaccny.com/fileadmin/ahk_gaccny/Communications/Documents/gabo/20102011/GABO_PressRelease.pdf
Good Energies http://www.goodenergies.com/files/files/view/508
Google http://www.google.org/investments.html
GPO http://www.gpo.gov/fdsys/pkg/PLAW-110publ140/content-detail.html
GPO http://frwebgate.access.gpo.gov/cgibin/getdoc.cgi?dbname=110_cong_bills&docid=f:h6enr.txt.pdf
GRANTS.GOV http://www.grants.gov/search/search.do?mode=VIEW&oppId=48463
GTAI https://www.gtai.de/ext/anlagen/PubAnlage_8536.pdf
Helaba - USA aktuell: Haushaltspolitik nach den Wahlen: Was nun?
https://www.helaba.de/de/MaerkteUndAnalysen/ResearchUndVolkswirtschaft/Laender/Downloads/2
0101206-USAaktuell.pdf
ICC http://www.iccsafe.org/store/pages/doeregistration.aspx
ICC http://www.iccsafe.org
ICC http://www.iccsafe.org/cs/IGCC/Pages/default.aspx
Library of Congress http://thomas.loc.gov/cgi-bin/bdquery/z?d111:h6144:
Massachusetts ENERGY STAR Homes http://www.massenergystarhomes.com/
Massachusetts Executive Office of Energy and Environmental Affairs
http://www.mass.gov/?pageID=eoeeaterminal&L=4&L0=Home&L1=Grants+%26+Technical+Assist
ance&L2=Guidance+%26+Technical+Assistance&L3=Greening+State+Government&sid=Eoeea&b
=terminalcontent&f=eea_lbe_lbe_program&csid=Eoeea
Massachusetts Executive Office of Energy and Environmental Affairs
http://www.mass.gov/?pageID=eoeeapressrelease&L=1&L0=Home&sid=Eoeea&b=pressrelease&f
=091005_pr_furnace&csid=Eoeea
Massachusetts Executive Office of Energy and Environmental Affairs
http://www.mass.gov/energy/greencommunities
Massachusetts Executive Office of Labor and Workforce Development
http://www.mass.gov/?pageID=elwdterminal&L=4&L0=Home&L1=Government&L2=EOLWD+Data+
83
and+Statistics&L3=Labor+Market+Information&sid=Elwd&b=terminalcontent&f=dua_economic_dat
a_occupations&csid=Elwd
Massachusetts Executive Office of Energy and Environmental Affairs
http://www.mass.gov/?pageID=eoeeaterminal&L=3&L0=Home&L1=Energy%2c+Utilities+%26+Clea
n+Technologies&L2=Electric+Power&sid=Eoeea&b=terminalcontent&f=doer_pub_info_summary_c
ompetitive_market_2007&csid=Eoeea
Massachusetts Executive Office of Public Safety and Security
http://www.mass.gov/?pageID=eopsmodulechunk&L=3&L0=Home&L1=Public+Safety+Agencies&L
2=Massachusetts+Department+of+Public+Safety&sid=Eeops&b=terminalcontent&f=dps_bbrs_build
ing_code&csid=Eeops
MassDEP http://www.mass.gov/dep/air/laws/pbsareg.pdf
Nations Encyclopedia http://www.nationsencyclopedia.com/WorldStats/EIA-energy-primaryconsumption-capita.html
NEMA http://www.nema.org/media/pr/20100921a.cfm
NOAA http://cdo.ncdc.noaa.gov/climatenormals/clim20/ma/190770.pdf
NY Times http://www.nytimes.com/2010/12/07/us/politics/07cong.html?pagewanted=all
Proportionen der Weltbevölkerung http://www.pdwb.de/di_usa-d.htm
Renew Boston http://renewboston.org/residents.htm
Renew Boston http://renewboston.org/
RGGI http://www.rggi.org/home
RISE Engineering http://www.riseengineering.com/commercial_rebates.htm
The 186th General Court of the Commonwealth of Massachusetts
http://www.malegislature.gov/Laws/SessionLaws/Acts/2008/Chapter298
The White House http://www.whitehouse.gov/issues/foreign-policy
United States Senate - Committee on Finance
http://finance.senate.gov/legislation/details/?id=10874ed6-5056-a032-52cd-99708697eff0
USA.gov http://www.usa.gov/visitors/about.shtml
US Census 2010 http://2010.census.gov/2010census/data/
US Census Bureau http://www.census.gov/const/www/newresconstindex.html
US Census http://www.census.gov/foreign-trade/Press-Release/current_press_release/ft900.pdf
US Census http://www.census.gov/foreign-trade/Press-Release/2009pr/final_revisions/09final.pdf
US Census http://www.census.gov/hhes/www/housing/ahs/ahs09/ahs09.html
US Census http://www.census.gov/const/www/totpage.html
US Census http://www.census.gov/popest/metro/CBSA-est2009-annual.html
US Census http://www.census.gov/econ/census07/pdf/maps/ma/metro/33000us148m.pdf
US Embassy http://usa.usembassy.de/government-parties.htm
White House http://www.whitehouse.gov/sites/default/files/nei_report_9-16-10_full.pdf
Wikipedia http://en.wikipedia.org/wiki/Europe
Wikipedia http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_continents_by_population#Area_and_population
84
7.2. Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 USA Wirtschaftsdaten November 2010 .............................................................. 12
Abb. 2 GTAI - „Wirtschaftstrends USA Jahreswechsel 2010/11“ - SWOT Analyse USMarkt ................................................................................................................. 19
Abb. 3 EIA - U.S. Primary Energy Flow by Source and Sector, 2009 .......................... 29
Abb. 4 EIA - Annual Electric Power Industry Report – “U.S. Electric Industry Total Retail
Sales by State, 2009” ....................................................................................... 30
Abb. 5 U.S.-Netto-Stromerzeugung 2009 ...................................................................... 34
Abb. 6 EIA - U.S.-Netto-Stromkapazität im Sommer 2009 ............................................. 36
Abb. 7 EIA - Geplante Kapazitätsergänzungen, 2010-2014 in den Bereichen: Kohle,
Erdgas, Wind, Andere........................................................................................ 41
Abb. 8 EIA - Kosten für fossile Brennstoffe bei der Stromerzeugung, 1998-2009 .......... 45
Abb. 9 EIA - Energiemix im Bundesstaat Massachusetts .............................................. 66
7.3. Tabellenverzeichnis
Tab. 1 EIA – International Energy Statistics - Total Primary Energy Production ............ 27
Tab. 2 EIA - International Energy Statistics - Total Primary Energy Consumption ........ 27
Tab. 3 EIA - Primary Energy Trade by Source, 1949-2009 ............................................ 28
Tab. 4 EIA - International Statistics - Total Electricity Net Consumption ....................... 31
Tab. 5 EIA – International Energy Statistics - Total Electricity Net Generation............... 33
Tab. 6 EIA - Elektrizitätspreise der Haushalte - USA und Deutschland im Vergleich, .... 42
Tab. 7 EIA – Elektrizitätspreise der Industrie - USA und Deutschland im Vergleich, ...... 43
Tab. 8 BLS - Veränderungen des Verbraucherindex aller Verbraucher (Stadt) (CPI-U):
US-Städtedurchschnitt ....................................................................................... 43
Tab. 9 BLS - Verbraucherindex aller Verbraucher (Stadt), (nicht saisonbereinigt). ........ 44
Tab. 10: BLS - Durchschnittliche Energiepreise, U.S.-Städte und Nordost-Region. ....... 44
Tab. 11 EIA - U.S. Energy Markets Summary ............................................................... 46
Tab. 12 DOE - Isolation je Material in den USA ............................................................. 48
Tab. 13 Dachgärtnerverband - Dachbegrünung "Green Roofs" pro Jahr ...................... 49
Tab. 14 DOE - Anwendung der Glasisolierung nach Sektor .......................................... 50
Tab. 15 DOE - US Hersteller-Lieferungen von Heizungs- und Klimaanlagensystemen in
den USA ............................................................................................................ 50
Tab. 16 DOE - Gerätebesitz .......................................................................................... 53
Tab. 17 DOE - Solarwärmekollektor-Lieferungen .......................................................... 54
Tab. 18 DOE - US Kleinwindkapazität ........................................................................... 54
85
7.4. Abkürzungsverzeichnis
AC
AER
AIM
ANSI
ARRA
ASHRAE
=
=
=
=
=
=
BBRS
BECP
BIP
BLM
BLS
Brd.
BSA
BTU
Cft
CO2
CSE
d.h.
DOE
DOER
DSIRE
EERE
EIA
EISA
EPA
ESP
FERC
Fraunhofer CSE
FTC
GTAI
GW
H
HDD
HVAC-Markt
IBC
ICC
I-Codes
IEC
IECC
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
Klimatisierung
Annual Energy Review)
Associated Industries of Massachusetts
American National Standards Institute
American Recovery and Reinvestment Act
American Society of Heating, Refrigerating and Air
Conditioning Engineers
Board of Building Regulations and Standards
Building Energy Codes Program
Bruttoinlandsprodukt
Bureau of Land Management
U.S. Bureau of Labor Statistics
Billiarde
Boston Society of Architects
British thermal unit
Kubikfuss
Kohlenstoffdioxid
Center for Sustainable Energy Systems
das heißt
U.S. Department of Energy
Massachusetts Department of Energy Resources
Database of State Incentives for Renewables & Efficiency
Office of Energy Efficiency & Renewable Energy
Energy Information Administration
Energy Independence and Security Act
Environmental Protection Agency
Early Site Permit
Federal Energy Regulatory Commission
Fraunhofer Center for Sustainable Energy Systems
Federal Trade Commission
German Trade and Invest
Gigawatt
Heizung
Heating Degree-Days
Heizungs- Lüftungs- und Klimatisierungsmarkt
International Building Code
International Code Council
International Codes
International Electrotechnical Commission
International Energy Conservation Code
86
IGCC
IRC
IREC
ISO
Km2
LBE
MA
MassCEC
MD
Mio.
MIT
MMBtu
MOITI
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
Mrd.
MW
MWh
NCARB
NECPA
NESEA
NJ
NOx
NY
o.g.
PA
PPA
RGGI
SEEARP
sf
SO2
sog.
SWOT
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
u. a.
u. U.
USA
USEPA
V
VA
z. B.
=
=
=
=
=
=
=
International Green Construction Code
International Residential Code
International Renewable Energy Council
International Organization for Standardization
Quadratkilometer
Leading by Example
Massachusetts
Massachusetts Clean Energy Center
Maryland
Millionen
Massachusetts Institute of Technology
Million British thermal unit
Massachusetts Office of International Trade &
Investment
Milliarde
Megawatt
Megawattstunde
National Council of Architectural Registration Boards
National Energy Conservation and Policy Act
Northeast Sustainable Energy Association
New JerseyMaryland
Stickoxide
New York
oben genannt
Pennsylvania
Power Purchase Agreement
Regional Greenhouse Gas Initiative
State Energy Efficient Appliance Rebate Program
square foot (Quadratfuß)
Schwefeldioxid
so genannt
Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen),
Opportunities (Chancen) und Threats (Bedrohungen)
unter Anderem
unter Umständen
United States of America
U.S. Environmental Protection Agency
Lüftung
Virginia
zum Beispiel
87