from editorial to market

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from editorial to market
from editorial to market
HERSTELLUNG IM VERLAG
' 2004 Klopotek & Partner GmbH, Berlin
Alle Rechte vorbehalten.
Der Abdruck, auch nur auszugsweise,
bedarf der vorherigen schriftlichen
Zustimmung des Herausgebers.
Bildrechte:
Simone van der Lubbe, Dagmar Klopotek, Sven Paustian
Druckerei:
Druckpunkt, Berlin
Herstellung braucht Standardsoftware
Liebe Leserin, lieber Leser,
kaum eine Abteilung ist in verschiedenen
anderen Seite das Arbeitsumfeld von
Herstellung verwundert: Natürlich ist
Verlagen so unterschiedlich organisiert
Herstellung heute?
Verlagserfolg nicht von der Herstellung
wie die Herstellung. Da es sich aber beim
her zu definieren
wohl aber umgekehrt.
Produktionsprozess um einen zentralen
In den Rubriken Strategie und Neue
Denn es ist das Geschäftsmodell des
Aspekt der Verlagstätigkeit handelt,
Technologien beschreiben wir, welche
Verlages, das Stellenwert und Verant-
haben wir gemeinsam mit unserem Part-
Antworten auf veränderte Anforderungen wortung des Herstellers definiert. Die
ner arvato systems, Bertelsmann AG, im
möglich sind.
April die offene Diskussion Herstellung
im Verlag initiiert:
Verlagserfolgsrechnung ist Ausdruck
genau dieses Geschäftsmodells. Ob ein
Was eine IT-Lösung können muss, um
Verlag den Maßstab für seinen Geschäfts-
diese Prozesse zu unterstützen, ist Thema
erfolg an die Akquise-Entscheidung am
Das Forum Herstellung in Berlin themati-
des zweiten Teils. In diesem Rahmen zei-
Anfang des Prozesses oder an Steuerungs-
sierte unter der Leitlinie “from editorial
gen wir auch, welche Erweiterungen wir
mechanismen der Herstellungsabteilung
to market” den Geschäftsprozess
für das Herstellmodul unseres Produkt-
legt: Die Verlagserfolgsrechnung bettet
Herstellung. Diese Broschüre vermittelt
planungs- und -managementsystems PPM
die Herstellung in den Geschäftsprozess
Ihnen die Eckpunkte der Diskussion rund
vorhaben und welchen Nutzen Sie daraus
des Verlages ein und definiert ihren
um die Frage, ob Herstellung Kernkom-
ziehen können.
Stellenwert.
Diskurs fortsetzen und erweitern, indem
Integrationsfähigkeit ist das Stichwort,
Wir laden Sie ein, sich an der weiteren
wir die unterschiedlichen Beiträge des
wenn man über den Rand der Software-
Diskussion zu beteiligen. Schreiben Sie uns
Forums hier wiedergeben. Sie finden in
lösung für den zentralen Prozess Herstel-
für eine offene und kritische Debatte auf
dieser Broschüre Zusammenfassungen
lung hinausblickt. Unser Artikel gibt
unserer Website. Oder organisieren Sie
und Auszüge, die wir mit freundlicher
Antworten auf die Frage, wie Systeme
mit uns Workshops und Prozessanalysen
Genehmigung der Referenten veröffentli-
kommunizieren können, die heute paral-
zu diesem Thema in Ihrem Haus.
chen. Ausführliche Informationen finden
lel in Verlagen eingesetzt werden, und
Wir stellen uns als Ihr Partner der Heraus-
Sie auf unserer Website unter Forum
wie ein einheitlicher Datenzugriff
forderung, unser Herstellmodul zum
Herstellung (http://www.klopotek.de/pup
gewährleistet wird.
Marktstandard zu entwickeln.
petenz von Verlagen ist. Wir wollen den
tecnet/forumherstellung/deindex.htm).
Mit Kalkulation, Controlling und
Ihr
Wie beeinflussen die Veränderungen von
Verlagserfolgsrechnung diskutieren wir
Ulrich Klopotek von Glowczewski
Technologie auf der einen und Verant-
abschließend einen Zusammenhang, der
wortung für Prozessmanagement auf der
manche im Rahmen der Diskussion über
3
INHALT
06
Branchendiskussion von Klopotek
und arvato systems eröffnet
10
Strategie
Anforderungen an die Herstellung in gewandeltem Umfeld:
Produktstandardisierung / Partnerschaft mit Lieferanten /
Konsequente Prozess-Organisation / Dispositionsprozesse beherrschen /
Automatisierte Verlagsproduktion / Leistungsfähige DV-Systeme
Herstellung heute gestern morgen
Prozess-Standardisierung in der Herstellung
18
Neue Technologien
Integrationsansätze auf Seiten der Dienstleister
Job Definition Format (JDF)
Drupa 2004
Durch Color-Management zur Farbtreue
22
PPM Herstellung – der Marktstandard für
die zentralen Prozesse in der Produktion
Die Standardsoftware für die Herstellung
Was kann PPM Herstellung in der neuen Version?
27
Technologie und Integration
30
Herstellung mit PPM ist mehr
32
Verlagserfolgsrechnung
Der Spielraum jenseits der Herstellungskosten
Verlagserfolg, Kalkulation und Ergebnisrechnung im Projekt
am Beispiel Bildungsverlag EINS
Kalkulation von Datenbank- und Onlineprodukten
am Beispiel Verlag Walter de Gruyter
Verlagserfolg vom Produkt und vom Kunden her messen
Controlling der Rechteakquise am Beispiel S. Fischer Verlag
STRATEGIE
from editorial to market
Wohin geht die Reise in der Herstellung?
Unter dem Motto ‘from editorial to market’ eröffneten Klopotek und
arvato systems das Branchengespräch über einen integrierten und standardisierten Geschäftsprozess für Verlage vom Autor bis zum Marktauftritt. Die Herstellung, einerseits oftmals nicht eingebunden in einen
integrierten DV-gestützten Durchlauf im Verlag, andererseits aber entscheidendes Kettenglied bei der Einführung digitaler Geschäftsprozesse
und neuer Produktformen, spielt hier die zentrale Rolle.
Verlagsexperten, IT-Spezialisten und
Bestimmt vom Thema des Plenums
die
Unternehmensberater trafen sich in der
Herstellprozesse und ihre strategische
modernen Arbeitsatmosphäre der Bertels-
Ausrichtung zu überdenken
mann Repräsentanz Unter den Linden, um
Workflow in den verschiedenen Bereichen
wurde der
zwei Tage über strategische Aufgaben der der Verlagsbranche in Arbeitsgruppen dis-
Über 100 Teilnehmer aus Verlagen
und IT-Unternehmen diskutierten
in Berlin darüber, wohin sich die
Herstellung in Verlagen in den
nächsten Jahren entwickeln wird.
Veranstaltungsort war die ‘Alte
Kommandantur’ in Berlin, die
Hauptstadtrepräsentanz der
Bertelsmann AG.
Herstellung in Buch- und Zeitschriftenver-
kutiert: Fachinformation (Beispiel
lagen und entsprechende IT-Lösungen zu
Bibliographisches Institut & F.A.Brockhaus
diskutieren.
AG), Publikumsverlage (Beispiel Berlin
Das Forum war Auftakt für die Diskussion
Verlag) sowie der Bereich Wissenschafts-
um die Verlagsorientierung in den näch-
verlage (Beispiel Verlag Walter de Gruyter).
sten Jahren und war von vier themati-
Herstellprozesse und Softwareunterstützung
schen Schwerpunkten bestimmt:
wurde am Beispiel Verlagsgruppe Random
Schnelle und standardisierte Geschäftsprozesse vom Autor bis zum Marktauftritt
Auswirkungen auf die Aufgaben und
Organisation der Herstellungsfunktion
House GmbH diskutiert. Zukunftsfähige
DV-Unterstützung, Erweiterungen der
Klopotek Standardsoftware und moderne
Erfolgsrechnung waren Themen des zweiten Teils der Tagung. In vielen Fragen
unterschiedlicher Meinung über den
Zukunftsfähige DV-Unterstützung von
Stellenwert und Verantwortungsbereich
Herstellungsabteilungen
des Herstellers waren die Teilnehmer sich
Leistungsfähige Produktkalkulation
einig darüber, dass dieser offene Diskurs
und integrierte Verlagserfolgsrechnung.
fortgesetzt werden muss.
Die Zusammenarbeit zwischen Klopotek und arvato systems ist in besonderer Weise ein
positives Beispiel, wie zwei Unternehmen zusammen am Markt agieren können. Es sind
hier zwei marktführende Unternehmen zusammengekommen: Klopotek für die
Standardsoftware für Verlage und arvato systems für den Bereich IT-Fullservices für die
Medienbranche. Gemeinsam sind wir in der Lage, unseren Kunden einen kompletten
Service aus einer Hand anzubieten bis hin zu ASP-Lösungen.
Matthias Moeller, Director Project Services arvato systems GmbH
Klopotek und arvato systems eröffnen das Branchengespräch
Starke Partnerschaft für eine
kundenorientierte Komplettlösung
Zur Buchmesse 2002 haben arvato systems, Bertelsmann AG, und
Klopotek eine Entwicklungs- und Vertriebspartnerschaft vereinbart.
Als führende Unternehmen in ihren Bereichen bilden sie Synergien,
die Kunden im Verlagsbereich Standardsoftware und Komplettservice
bieten.
Es ist die Zusammenführung hoher Kompe- Finanzsoftware SAP FI/CO. Beide Partner
und damit deutliche Vereinfachungen
tenz in den jeweiligen Unternehmens-
erzielen.
haben durch die Entwicklung von Schnitt-
bereichen, die die Partnerschaft von arvato stellen zur Kopplung von Klopotek und
Ein weiterer Schwerpunkt der Zusammen-
systems und Klopotek für die deutsche und SAP neue Standards im Verlagsmarkt
arbeit ist die Internationalisierung, insbe-
internationale Verlagsbranche so interes-
geschaffen.
sondere im angloamerikanischen Markt.
sant macht:
In den USA finden seit 2003 gemeinsame
Hier gehen beide Unternehmen davon aus,
arvato systems, internationaler IT-Dienst-
Vertriebsaktivitäten statt.
dass diese Aktivitäten auch positiv auf die
leister im Medienbereich, und Klopotek als Aktuell konzentrieren sich Klopotek und
Kunden im europäischen Markt ausstrahlen.
Entwicklungs- und Beratungsunternehmen arvato systems auf drei gemeinsame
Der dritte Aspekt betrifft die Zusammen-
führend für Standardsoftware für Verlage,
Schwerpunkte, die sie mit Kunden und
arbeit bei der Entwicklung von Standard-
bieten das spezifische Know-how für die
Partnern entwickeln:
software. arvato systems implementiert als
Verlagsbranche mit der hohen Leistungs-
Ein Schwerpunkt ist hier das Thema ASP-
Entwicklungspartner von Klopotek, geführt
kraft der IT-Services. Die Arbeit von arvato
Lösungen, insbesondere mit dem Blick auf von der Routine und dem Know-how des
Consultants in nationalen und internatio-
kleinere und mittelgroße Verlage. Beide
Klopotek Produktmanagements, wesentli-
nalen Einführungsprojekten und die
Unternehmen können hier einen Service
che Teile der Komponente Herstellung.
Verstärkung der eigenen Entwicklungs-
mit komplettem Dienstleistungsumfang
Es ist grundlegendes Element der Unter-
bereiche sind Inhalte der Partnerschaft.
aus einer Hand anbieten: Angefangen von nehmenskultur beider Häuser, partner-
In Klopotek-Einführungsprojekten für den
der Projektierung über Customizing und
schaftlich zusammenzuarbeiten, und es ist
Wolters Kluwer Konzern in den Nieder-
Implementierung bis zu Wartung im
das Angebot, Verlage in ihren Business-
landen (ten Hagen & Stam), Schweden
Betrieb und Betreuung. Kunden, die sich
Prozessen mit der Kompetenz beider
(Liber) und UK (Nelson Thornes) implemen- für diesen Service entscheiden, können
tieren Mitarbeiter von arvato systems die
ihre gesamte Dienstleistung outsourcen
Unternehmen zu unterstützen.
from editorial to market
Erfahrungsaustausch auf dem Forum:
Case Studies Herstellung
Die Arbeitsgruppen auf dem Forum “from editorial to market” haben
den Workflow Herstellung von Wissenschafts-, Fach- und Publikumsverlagen am Beispiel der Verlage Walter de Gruyter, Bibliographisches
Institut & F.A. Brockhaus, Verlagsgruppe Random House und Berlin
Verlag untersucht. Ein guter Schritt, Schwerpunkte für IT-Unterstützung
der Herstellung zu bestimmen, der weitergeführt werden muss.
“Qualität und Kosten in der Balance hal-
Consultant arvato systems GmbH, den
ten” ist das Leitmotiv von Renate Stefan,
aktuellen Stand der IT-Landschaft von
Herstellungsleiterin im Berlin Verlag, für
Random House auf Basis der PPM-
den Workflow im Publikumsverlag. „Ich
Daten vor und erläuterte die Daten-
finde, Herstellung ist das Spannendste im
integration im Heyne Projekt.
Verlag“, war ihr Plädoyer.
Hohe Qualität der Titel bei Senkung der
Ellen Böckmann, Herstellungsleiterin
Prozesskosten, klare Ausrichtung auf
beim Bibliographischen Institut & F.A.
wenige Schlüssellieferanten, Standardi-
Brockhaus, beschrieb den Produkt-
sierung von Formaten und Materialien
workflow von Sachbüchern von der
sowie Volumenbündelung im Druck waren Produktidee bis zur Nachbetrachtung
die Themen dieser Arbeitsgruppe. Und die der produzierten Titel.
Freude am schönen Buch, denn „Warum
Beispielhaft erläuterte sie den Bildwork-
soll man Bücher nicht schön machen,
flow: Bedingt durch die Einführung
wenn es nicht teurer ist?“
einer Bilddatenbank wurde der Prozess
von der redaktionellen Bildauswahl bis
Renate Stefan,
Herstellungsleiterin Berlin Verlag
Herstellung bei Random House war das
zur Honorarabrechnung neu fest-
Thema einer Arbeitsgruppe. Für arvato
gelegt und ein verbindlicher Workflow
systems stellte Olaf Flöthmann, Senior
definiert. Bei der Aufgabendefinition
Olaf Flöthmann,
Senior Consultant arvato systems GmbH
Ellen Böckmann,
Herstellungsleiterin
Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus
Joachim Brunold, Brunold + Partner
Unternehmensberatung GmbH
Klopotek und arvato systems eröffnen das Branchengespräch
im Produktworkflow wird auch das veränderte Berufsbild des Herstellers deutlich.
In seiner früheren Rolle galt der Hersteller
als Spezialist für Typografie und Ausstattung. Sein heutiges Aufgabenprofil ist
die ganzheitliche Projektsteuerung incl.
der Kostenüberwachung. Voraussetzungen
dafür sind Kenntnisse des Projektmanagements und der modernen Technologien in
Vorstufe und Produktion.
”Durchlaufzeiten reduzieren – Kosten
Meinung auf dem Forum:
senken“ – Am Beispiel des Zeitschriften-
Diese Veranstaltung ist wirklich
Workflows im Verlag Walter de Gruyter
wichtig, weil die Themen Herstel-
wurden, moderiert von Joachim Brunold,
lung, IT und Prozessoptimierung
papierloser Produktionsprozess, PDF-
keine singulären Ereignisse sind;
basierte Prozesse unter Ausnutzung von
man muss langsam lernen, in
Author Tracking Systemen und Möglich-
einem Unternehmen prozessorien-
keiten zur Senkung der Produktions-
tiert von A bis B zu denken. Oder eben auch mit Partnern: Ich
kosten, z.B. durch Volumenbündelung in
finde es bemerkenswert, dass es eine so enge Kooperation und
der Gang-Produktion, erörtert.
strategische Partnerschaft zwischen Klopotek und arvato systems
Wesentliches Potential für die Optimie-
gibt. Es kann der Branche nur helfen, in diesen Standardisierungs-
rung des gesamten Workflows sieht man
prozessen voranzukommen. Eine große Schwäche insbesondere
in den Abläufen und der Kommunikation
der Buchverlagsbranche ist ja eben, dass wir noch zu wenig stan-
zwischen Herausgeber, Autor und Gut-
dardisierte Prozesse und Workflows haben. Da kann ein solches
achter sowie der Redaktion, die mit der
Forum wirklich dazu beitragen, dass man a. Standards ermittelt,
Planung für ein neues Heft beginnen und
und b. Strategien entwickelt, wie man optimierte Workflows
mit der Abgabe der produktreifen
erzeugen kann und wer die Spezialisten dafür sind.
Manuskripte enden.
Ich find's gut.
Mehr zu den Arbeitsgruppen des Forums finden Sie
unter: http://www.klopotek.de/puptecnet/forum
herstellung/workshops/deindex.htm
auf dem Forum: Peter Schuck, Geschäftsführer
MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH
STRATEGIE
Anforderungen an die Herstellung
in gewandeltem Umfeld
Nach wie vor lauten die Anforderungen an die Herstellung: kurze Produktionszeiten, geringe Kosten, höchste Qualität und flexibler Einsatz. Das Umfeld
jedoch, in dem die Herstellung diese Anforderungen umsetzen muss, hat sich
in den vergangenen Jahren dramatisch verändert.
Die technische Entwicklung (Stichwort
Bei zunehmender Konzentration der
führt Verlage auf den Weg der Partner-
Digitalisierung) hat erhebliche Auswirkun-
Branche kommt auf viele Herstellungsab-
schaft, selbst mit direkten Konkurrenten.
gen auf die Publikationstätigkeit der
teilungen nicht nur die Anforderung zu,
Die auf diesen Zusammenschlüssen entste-
Verlage und in besonderer Form auf
deren Herstellungsabteilungen. Durch die
sich mit den Kollegen des bisherigen Kon- henden Kombinationsprodukte sind von
kurrenten zu einem neu zu formierenden der Herstellung, über die Grenzen der
Möglichkeit, Texte, Bilder, Grafiken, etc.
Herstellungsbereich zusammenzuschlie-
elektronisch zu erfassen, zu ver- und bear-
ßen.
beteiligten Verlagen hinweg, zu steuern.
Dazu ist ein hohes Maß an Koordinations-
beiten, zu speichern und in unterschiedliNicht nur in Konzernumfeldern werden
fähigkeit und an professionellem Projekt-
interne Substanzen zunehmend zu ge-
management notwendig. Nur dann kann
Verlagshersteller vor der Herausfor-
meinsamen Marktauftritten zusammen-
der gleichzeitige Auftritt von Dutzenden
derung, neue Produktionswege für den
gebracht. Die immer schwierigere Erreich- Produkten im Handel, punktgenau gesteuert, gelingen.
barkeit von Zielgruppen, die steigenden
cher Form auszugeben
nur eine Möglichkeit ist
wobei der Druck
stehen die
Verlag begehbar zu machen.
Marketing-Ausgaben und der hohe
Dies in einer Zeit, in der die kürzer wer-
Finanzbedarf neuer Publikationswege
denden Lebenszyklen der Produkte die
Herstellung bereits unter Druck setzen.
Sie zwingen sie dazu, die Verlagsprodukte
HANDLUNGSFELDER DER RESTRUKTURIERUNG
immer schneller herzustellen und flexibel
alle Anforderungen von Redaktion und
ANFORDERUNGEN DES MARKTES
Vertrieb umzusetzen.
ANFORDERUNG EINER STRATEGISCH ORIENTIERTEN HERSTELLUNG
Marktsynergien durch
Optimale Steuerung der
Starken Einfluss auf die Prozesse der Her-
Partnerschaften erschließen
Wertschöpfungskette
stellung hat auch die Bereitstellung von
Die eigene Beweglichkeit bei
Fremde Partner wirksam in
Inhalten just in time. Ob die Beschickung
Neuprodukten erhöhen
Prozesse einbinden
Immer schneller Produkte auf den
Kostenvorteile weltweit
eines Internet-Portals über ein spezielles
Markt bringen
Content-Management-System oder das
realisieren
Technologien für neue
Balance von Lager- und
printing on demand ist, ständig sind neue
Produktkonzepte einsetzen
Just-in-time-Konzepten
Produktionswege für Verlagsinhalte zu
Produktionsprozesse digitaler
Produkt- und Prozesskosten
erschließen.
Produkte neu denken
optimieren
Der Trend zum individualisierten Printprodukt verlangt ebenso eine geeignete
Antwort, ob das Produkt nun voll im
Digitaldruckverfahren erstellt oder ob der
Schwarzdruck in die im Offset gefertigten
Farbseiten eingebracht wird.
HANDLUNGSFELDER DER RESTRUKTURIERUNG DER HERSTELLUNGS-PROZESSE
Verlagsprodukte standardisieren
Lieferanten strategisch steuern
Geschäftsprozesse reorganisieren
Den automatisierten, digitalen Workflow aufbauen
Leistungsfähige Technik beherrschen
Das eigene Verhalten ändern
Herstellung und ihre Prozesse neu denken
10
STRATEGIE
Strategische Antwort:
Produkt-Standardisierung
Produktqualität zu verhindern, kann etwa
lange ein Heimspiel ist. Chrysler bei-
Forderung nach höherer Flexibilität, nach
eine Gangproduktion die Herstellkosten
spielsweise erreicht beim Modell
Schnelligkeit oder nach individualisierten
im Buch- oder Zeitschriftenbereich um bis
Crossfire einen Anteil von 40% auch in
Produkten lautet: Standardisierung.
zu 25% reduzieren.
anderen Modellen verwendeter bau-
Normierung ermöglicht Größeneffekte
Produktstandards schriftlich festlegen
Autos, d.h. in dessen Wahrnehmung,
Erst normierte Formate, einheitliche
Der erste Schritt der Standardisierung der
welche ja die Herstellung im Verlag
Layouts, eine festgelegte Farbskala oder
Produkte besteht darin, dass Standards
verantwortet, wird der Unterschied
eine definierte Schriftenpalette lassen
definiert werden. Schriftlich festgelegt,
gemacht. Es sollen adäquate Modelle
einerseits die flexible Auskoppelung
sind sie mit allen Mitarbeitern innerhalb
für individuelle Kunden erzeugt wer-
unterschiedlicher Produkte zu und
und außerhalb des Verlages nachvollzieh-
den, bei denen innen immer der glei-
ermöglichen gleichzeitig Größeneffekte
bar zu kommunizieren und verbindlich zu
che Motor den entsprechenden
in der gemeinsamen Produktion von
machen. Eine Handlungswelt, in welche
Kostenvorteil bringt.
Büchern und Zeitschriften. Ohne eine
Verlage sich noch einfinden müssen, wäh-
marktgerechte und zielgruppenadäquate
rend sie für die Automobilindustrie schon
NEUE TECHNOLOGIEN
So paradox es klingt: Die Antwort auf die
gleicher Teile. In der Außenhaut des
STANDARDSOFTWARE
Strategische Antwort:
Partnerschaft mit Lieferanten
Ihre notorisch schwache Stellung im
So wird Einfluss zur entscheidenden
Qualität optimal steuern zu können,
Beschaffungsmarkt verbessern Verlage,
Grundlage nicht nur besserer Preise,
kommt der aktiven Gestaltung der
indem sie ihr geringes Beschaffungs-
vielmehr kann dieser in Richtung
Beziehung zu Lieferanten eine hohe
volumen auf eine kleine Zahl von
beherrschter Qualität eingesetzt wer-
Bedeutung zu.
Lieferanten konzentrieren.
den. Beherrschte Qualität wiederum
Dabei ist ein durchgängiger Ablauf,
tale Workflow umgesetzt wird, weil
vom Auftrag über Wareneingang und
verbundenen höheren Volumen größe-
dieser einen körperlichen Transport ja
Bestandsführung bis hin zum Rech-
re Sicherheit in der Zusammenarbeit
ausschließt und einen physischen
nungseingang und der Nachkalkulation
und eine beherrschte Qualität der
Korrektureingriff immer weniger mög-
zu organisieren. Dass dies mit einer
Produkte.
lich macht. Hinzu kommen praktische
leistungsfähigen Software besser
Argumente. Soll die Durchgängigkeit
gelingt, versteht sich von selbst.
Einfluss erhöhen
Gerade aus Sicht der Qualitätssicherung
ist eine solche Strategie zielführend.
Denn mit seinem wachsenden Volumen
erhöht der Verlag seinen Einfluss auf
den Lieferanten. Und Einfluss bedeutet,
dass er über Produktionstermine verhandeln und mit dem Lieferanten
betreiben kann. Es bedeutet weiter,
Druckmaschine organisiert werden,
dann muss eine enge Abstimmung mit
Lieferanten erfolgen. Diese Abstimmung mit zehn oder zwölf Partnern
erfolgreich zu gestalten, ist auf jeden
Fall schwieriger, als wenn das konzentriert mit wenigen strategischen
Partnern geschieht.
Lieferantendaten im direkten Zugriff
Basis für den Erfolg in den Beschaffungs- und Produktionsprozessen sind
schnell verfügbare und von allen
Herstellern greifbare Stammdaten. Zu
diesen gehören die Lieferanten-Stammdaten, mit Adressen, Vertragsdaten
VERLAGSERFOLG
gemeinsame Produktentwicklung
von Daten-Files vom Verlag bis zur
INTEGRATION
wird immer wichtiger, je mehr der digiNeben Preisvorteilen bringen die damit
und Preislisten, sowie Produkt- und
Projekt-Stamm und die Daten zur
dass er sich das in entsprechende
Lieferanten aktiv steuern
Verwaltung aller Materialien, insbe-
Verträge mit Lieferanten gießen lässt.
Um das magische Dreieck der Ver-
sondere des Papiers.
lagsherstellung, Termin, Kosten und
11
STRATEGIE
STRATEGISCHE PARTNER INTEGRIEREN
Layouter
Grafiker
Autoren
Konsequente ProzessOrganisation
externe
Herstellung
Fotografen
Agenturen
externe
Redaktion
Repro
Satz
Druck
Binden
Strategische Antwort:
LogistikDienstleister
In der Vergangenheit war der Fokus von
Verlag und Herstellung stark auf die
Reduzierung der Herstell-Kosten gerichtet.
Autoren
Konzept
Entwicklung
Realisierung
Herstellung
Auslieferung/
Vertrieb
Die technische Revolution in Vorstufe und
Druckindustrie, sowie neue Formen der
Produktion, z.B. die Gang-Produktion,
gaben dazu gute Ansatzpunkte und nach
Vertrag
Qualität
Termine
Kosten
Zusammenarbeit
Vertrauen
wie vor können bei konsequenter Bedienung aller Stellschrauben in diesem
Bereich Kostensenkungen im zweistelligen
Organisation
Auftragsorientierung
Schnittstellenmanagement
ÜbergabeRegeln
AbnahmeRegelung
Sicherheit
Technik
Systeme
Anwendungen
Standards
Integration
Zuverlässigkeit
Prozentbereich erzielt werden.
Schlanke Prozesse – niedrige Kosten
Dagegen besteht noch ein deutlicher
Nachholbedarf in der Reduzierung der
Partnerschaften erfordern Koordination und
professionelles Projektmanagement von der Herstellung
Durchlaufzeiten der Produkte, von der Idee
bis zur Marktverfügbarkeit, der Flexibilität
der Produktion sowie in der Senkung der
Prozesskosten. In der konsequenten Reorganisation der Prozesse liegt ebenfalls eine
Leistungsfähige Auftragsverwaltung
zugeordnet, womit der Rechnungsbetrag
Ressource, die Einsparungspotentiale im
Mit einer leistungsfähigen Lieferanten-
auch der Nachkalkulation zur Verfügung
zweistelligen Prozentbereich verspricht.
Auftragsverwaltung lassen sich Aufträge
steht.
schnell erzeugen und automatisch (per
eMail oder JDF) weiterreichen.
Leistungsfähige Bestandsverwaltung
Einmal erstellt können Aufträge über
Bleibt die Notwendigkeit der Bestands-
einen Auftrags-Leitstand verfolgt wer-
verwaltung. Einmal bezüglich der Fertig-
den, in dem nicht nur mit Hilfe interner
produkte, für welche die Herstellung die
Auftrags-Übersichten, sondern mit Status-
ständige Verfügbarkeit garantieren und
meldungen vom Lieferanten (geplante,
bei Bedarf die Nachauflage auslösen
aktuelle, abgeschlossene Aufträge) die
muss. Zum anderen die Lagerwirtschaft
gesamte Produktion aktuell und effektiv
für Papier und Materialien (Ordner,
gesteuert werden kann.
Schuber, Register, Tüten usw.). Für beide
Aufgaben ist der Einsatz einer leistungs-
Automatisierter Rechnungseingang
fähigen Software grundlegend, da in
Zentraler Punkt der Abnahme der
schnellen, automatisierten Workflows nur
Lieferanten-Leistung sind Warenlieferung
damit eine souveräne Steuerung der
und Rechnungseingang. Zunehmend
Bestände möglich ist. Insbesondere wich-
werden hier automatisierte Eingangs-
tig ist das Führen von Lägern bei den
verfahren eingesetzt, die digitale Liefer-
Druckereien und Buchbindereien, die
scheine und Rechnungen vereinnahmen
Reservierung von Papier und Materialien
und den Lieferanten-Aufträgen direkt
aus dem Produktionsauftrag heraus
zuordnen. Im weiteren Ablauf werden
sowie eine Alarmmeldung auszulösen,
Rechnungen automatisch in den Zah-
wenn der Mindestbestand erreicht wird.
lungskreis der Buchhaltung eingestellt,
der Kostenstelle und dem Kostenträger
Steuerungshoheit bei der Herstellung
Schnelle Marktauftritte im Print-Bereich,
das gleichzeitige Erscheinen von Buch und
CD oder die Versorgung von Web-Portalen
macht “eine Kraft im Hintergrund” notwendig, die diese Publikationswege koordiniert und deren Beschickung mit Inhalten steuert
Termine früh in Workflows verschenkt werden (Stichwort verspäteter Manuskript-Eingang), da Fehler im Prozess umso höhere
Kosten verursachen, je später sie entdeckt
werden, sind Verlage gut beraten, wenn
sie eine aktive Steuerung des gesamten
Produktions-Workflows installieren und
das Steuerrad und entsprechende Befugnisse in die Hand der Herstellung geben.
Damit wäre diese nicht nur aus der unliebsamen Lage des Letzten, den die Hunde
beißen, heraus. Der gesamte Verlag wäre
Nutznießer davon, dass eine Steuerung
des Workflows vom Ende her am ehesten
Termine sichert und die Prozesskosten
niedrig hält.
12
das ist die Herstellung. Da
heute
STRATEGIE
Herstellung gestern
morgen
NEUE TECHNOLOGIEN
Neue Technologien haben erhebliche Auswirkungen auf die Publikationstätigkeit der
Verlage und Herstellung ist Kernkompetenz, so Ernst-Peter Biesalski, Professor für
Buchhandel/Verlagswirtschaft an der HTWK Leipzig. In seinem Beitrag zum Thema
“Strategische Rolle der Herstellungsfunktion im Verlag” auf dem Forum behandelte
er als einen Aspekt die Veränderungen im Berufsbild des Verlagsherstellers.
Ernst-Peter Biesalski, Professor für
Buchhandel/Verlagswirtschaft an
der HTWK Leipzig, zusammen mit
Reinhold Tokar, Geschäftsführer
Verlag Walter de Gruyter und
Unternehmensberater Joachim
Brunold, Brunold + Partner Berlin,
beim Kamingespräch “Bücher auf
die Welt bringen” (von li. nach re.)
Stellung im Verlag. Woher kommt das?
Herausgebildet hat sich das Berufsbild des
Verlagsherstellers erst im letzten Drittel
des 19. Jahrhunderts in den Wissenschaftsverlagen. Bis dahin war die "Herstellung
der Bücher" Chefsache. Sie wurde vom
Verleger selbst, ggf. mit Unterstützung
von Handlangern bewältigt.
Mit der steigenden Buch- und Zeitschriftenproduktion im wissenschaftlichen Bereich,
neuen Techniken (z.B. im Bereich der
ansprüchen bildete sich die Funktion des
Herstellers / der Herstellungsabteilung im
Verlag heraus. Verantwortungsbereich
war die Organisation der technischen
Herstellung von Büchern bzw. Zeitschriften.
In Publikumsverlagen setzte diese Entwicklung erst sehr viel später ein. Hier
blieb dieser Aufgabenbereich
kompetenz des Verlages
als Kern-
in den Händen
des Verlegers.
sich, dass die Aufgaben des Herstellers
nicht nur die Abwicklung der Produktion
einschließlich Kostenkontrolle betrafen,
sondern bald auch Ausstattung und Gestaltung. bzw. die Zusammenarbeit mit
Grafikern und Buchkünstlern, die vom
Verlag beauftragt wurden.
Die zitierten Beispiele spiegeln aber lediglich die Situation in den großen erfolgreichen Verlagen und wenigen mittleren
Unternehmen.
Was aber war mit dem Rest? Diese Unter-
Als weiteres Beispiel für einen sehr
nehmen verfügten nur in Ausnahmefällen
erfolgreichen Verleger, der viele seiner
über eigene Herstellungskompetenz, die
Bücher selbst herstellerisch betreute,
über das unbedingt notwendige technisch /
sei Gustav Kiepenheuer hier noch
kaufmännische Basiswissen hinausging.
erwähnt.
Man nutzte das Angebot vieler graphi-
Ab den späten 20er Jahren des 20.
scher Betriebe, die Abwicklung der Ge-
Jahrhunderts begannen dann auch die
samtproduktion einschließlich Gestaltung,
großen schöngeistigen Verlage gezielt
von diesen erledigen zu lassen.
Mitarbeiter mit einer Ausbildung im
graphischen Gewerbe einzustellen, um
diese mit den Aufgaben eines Herstellers zu betrauen. So engagierte Anton
Kippenberg vom Insel-Verlag im Jahr
S. Fischer kurz vor dem Ersten Weltkrieg:
1928 Gotthard de Beauclair, der ent-
"Den "Tod in Venedig"habe ich als Buch hergestellt, und ich muss sagen, wenn ich, heute
noch, die erste Auflage sehe, dann freue ich
mich immer, wie gut ich das gemacht habe.
Fischer selbst hat mir immer dadurch so kolos-
scheidenden Einfluss nicht nur auf die
Gestaltung der eigenen Verlagspublikationen hatte.
An diesen und anderen Beispielen zeigt
Diese Praxis änderte sich erst nach dem
zweiten Weltkrieg, als sich das Tätigkeitsprofil des Herstellers im Verlag weiter verfestigte, als einem Mitarbeiter, dem die
Kalkulation und Organisation der Produk-
VERLAGSERFOLG
Ernst Rowohlt schreibt über seine Zeit bei
INTEGRATION
Reproduktion) und gestiegenen Qualitäts-
sal imponiert, dass er von Satz, Papier und
Druck, aber auch von der Kalkulation so
au erordentlich viel verstand, und ich muss
zu seiner Ehre sagen, dass er immer das
gr te Gewicht darauf legte, dass die
Autoren ja nicht zu knapp wegkamen.
Meine Verliebtheit in das Buch als solches
wurde durch S. Fischer gesteigert. Ich sehe
ihn jetzt noch vor mir, wenn er das erste fertige Exemplar in die Hand nahm. Ein
Blumenz chter kann eine neugez chtete
Rose nicht liebevoller ansehen als S.
Fischer das fertige Buch."
STANDARDSOFTWARE
Die Herstellung hat eine sehr eigene
tion oblag, darüber hinaus die Gestaltung
der Verlagsprodukte.
Alles jedoch unter dem ständigen Druck,
Kosten sparen zu müssen. Der qualitative
Verfall der Buchproduktion in den 60er
13
Jahren, als von Materialmangel keine
oder
Rede mehr sein konnte, zeigt diese Ten-
"Die T tigkeit des Herstellers kann mit der
eines Dirigenten verglichen werden. Wie
dieser die Instrumente nicht selbst spielt, er
aber die einzelnen Musiker zu einem
Gesamtwerk zusammenf hrt und leitet, so
wendet der Hersteller die graphischen
Techniken nicht selbst an, sondern steuert
die Beteiligten so, dass zum richtigen
Zeitpunkt das Druckwerk in der gew nschten Form in der angemessenen Qualit t
produziert ist."
denz erstmals deutlich.
In den 70er Jahren kam es durch die
Einführung neuer Technologien (Offsetdruck und Filmsatz) zu einer veränderten
und beschleunigten Buchproduktion, die
sich entsprechend auf die Tätigkeit des
Herstellers auswirkte.
In den 80er Jahren war die Welt noch
in Ordnung
Dennoch war das Herstellerleben noch
Anfang der 80er Jahre aus heutiger Sicht
geradezu beschaulich und von handwerksähnlichen Tätigkeiten geprägt.
Auszeichnen des Manuskriptes mit
1992 Einführung des GSM Standard
oder weniger lyrisch
"Die Herstellungsabteilung sorgt daf r, dass
ein Buchmanuskript samt Bildvorlagen zum
Buchk rper wird."
Was hat sich verändert?
für Mobiltelefonie, der Siegeszug
des Handys beginnt.
1993 Intel bringt den PentiumProzessor auf den Markt.
1996 wird der erste Palm Pilot angeboten.
1999 die ursprünglich für Videorecorder
gedachte DVD-Technik wird für
PCs genutzt.
2002 Drahtlosanwendungen wie
WLAN oder Bluetooth
2003 Multimedia Messaging Service
oder kurz MMS erlaubt Mobiltelefonnutzern den gleichzeitigen Versand von Bildern, Tondokumenten, Text und anderen
verschiedenen Buntstiften,
Mittlerweile hat sich für die Hersteller
multimedialen Elementen in Form
Fahnenkorrekturen,
viel verändert. Nicht nur die Größe der
kompakter MMS-Mitteilungen.
Anfertigen eines Klebeumbruchs
Weihnachtsgeschenke. Denn in den
(denken Sie an den wunderbaren Duft
letzten 25 Jahren hat sich eine bis
Diese wenigen Stichworte genügen wohl,
von Fixogum),
heute nicht abgeschlossene Entwick-
um nochmals in Erinnerung zu rufen, was
Vermaßen und Auszeichnen von
lung vollzogen, die zu gravierenden
für eine unglaubliche Entwicklung in den
Abbildungsvorlagen,
Veränderungen geführt hat.
vergangenen zwei Jahrzehnten stattge-
Kontrolle der Andrucke,
Hier nur einige Schlagworte:
Anfertigung von Reinzeichnungen mit
1981 bringt IBM den ersten PC auf den
Tusche und Papier,
Kontrolle von echten Blaupausen / oder
Aushängern,
um nur einige Beispiele zu nennen.
funden hat.
Markt.
1984 erscheint der Mac von Apple mit
graphischer Oberfläche.
1985 stellen Philips und Sony die CD-
Die technischen Entwicklungen wurden in
vielen Herstellungsabteilungen wohl
wahrgenommen, aber nicht als relevant
für die eigene Tätigkeit empfunden.
Auch an der Einführung neuer Publika-
Tätigkeiten, die es heute noch gibt, aber
ROM vor / bringt Microsoft die
unter völlig geänderten Vorzeichen.
tionsformen, wie zunächst die CD-ROM
erste Windows Version auf den
oder später Online-Publishing, wurde,
Damals verfügte die Herstellungsabteilung
Markt.
wenn überhaupt, dann nur widerwillig
über das alleinige Wissen, wie man Bücher
produziert. Die dort tätigen Kollegen, die
häufig Berufen des graphischen Gewerbes entstammten, trugen dieses "Herrschaftswissen" nicht selten selbstbewusst
1986 wird der SGML Standard eingeführt.
1987 erscheint die Software
QuarkXPress.
1990 die Firma Adobe liefert Photo-
zur Schau. Auch bekamen sie die größten
shop 1.0 aus / das erste Office
Weihnachtsgeschenke von den Zuliefer-
Paket von Microsoft wird an-
betrieben, wie die Kollegen der anderen
geboten.
Abteilungen neidvoll bemerkten.
Wirft man einen Blick in die Fachliteratur
dieser Zeit, finden sich Definitionen des
Herstellerberufes wie:
"Der Hersteller ist die Schnittstelle zwischen
Geist und Materie, er sorgt daf r, dass aus
dem vom Autor geschriebenen Buch das Buch
wird, das Du beim Lesen in der Hand h ltst."
14
1991 entwickelt Tim Berners Lee am
mitgearbeitet. Die liebevolle, ja traditionelle, Beschäftigung mit dem gedruckten
Produkt verstellte vielen Herstellern den
Blick auf neue Entwicklungen und verhinderte, dass sie sich frühzeitig mit diesen
Entwicklungen beschäftigten.
Die Herstellungsabteilungen wurden von
den technischen Entwicklungen überrollt.
Kernforschungszentrum CERN in
So wie die Hersteller von Satzsystemen
Brüssel ein Hypertextsystem
sich den neuen Computertechnologien
(HTML) und schafft damit die
und ihren Möglichkeiten viel zu lange
Grundlage für das heutige
verschlossen – was letztlich zu ihrem
Internet.
Verschwinden führte – so haben auch
Ebenfalls 1991 wird mit der DCS
viele Verlagshersteller viel zu lange ge-
100 von Kodak die erste Digital-
zögert, sich mit Mac und Consorten aus-
kamera zum Preis von rund
einander zu setzen.
50.000,- DM angeboten.
Die dramatischen Veränderungen im
STRATEGIE
Bereich der Druckvorstufe, zunächst im
Strategische Antwort:
Satz, wenig später in der Reproduktion,
Dispositions-Prozesse beherrschen
gingen zwar schnell vonstatten, waren
letztlich für aufmerksame Beobachter
aber nicht überraschend.
beschleunigen, wenn die einem Pro-
welchen Stückzahlen der Markt Neupro-
duktstandard unterworfenen Verlags-
Diese Digitalisierung der Druckvorstufe
dukte und Nachauflagen des Verlages
produkte eine in einer Stückliste
hatte den Herstellungsablauf in den
wohl annehmen wird. Obwohl dieser
festgelegte Struktur erhalten. Eine
Verlagen bereits deutlich verändert und
Planungsschritt immer mit Unsicherheit
einfache Struktur bei Büchern könnte
führte in nicht wenigen Häusern zum
behaftet ist, kann er doch, mit einem
aus Inhalt, Einband und Schutzum-
Beispiel dazu, dass der Satz von Manu-
leistungsfähigen Software-System unter-
schlag bestehen. Eine komplexere
skripten nicht mehr an Dienstleister ver-
stützt, deutlich verbessert werden.
Struktur über mehrere Ebenen wäre
geben, sondern in Eigenregie erledigt
Anhand der Absatzzahlen der Vergangen-
ein Buch mit mehreren Beilagen und
wurde. (Wobei die bislang angelegten
heit, dem Absatzverhalten vergleichbarer
einer CD sowie der Verlinkung der
Qualitätsmaßstäbe plötzlich nicht mehr
Titel, dem typischen Saisonverlauf eines
einzelnen Beiträge zu Buch und CD.
ganz so konsequent gehandhabt wurden).
Marktes oder dem Lebenszyklus einer
Texterfassung und Bildbearbeitung wurden erlernbar, auch für Nichthersteller,
und so haben die neuen Technologien zu
Disposition löst Aufträge aus
lichen ihre Entscheidung auf eine trag-
Aus einer solchen Struktur heraus
fähige Grundlage stellen.
könnten die unterschiedlichsten
Dispositions-Vorgänge erzeugt werden,
Disposition setzt auf Absatzplanung auf
wie Satz, CD-Mastering, Druck oder
Auf Basis der festgelegten Absatzzahlen
Binden. Dies sind Vorgänge, welche
Insbesondere die jüngeren Mitarbeiter in
wiederum kann die Herstellung die
neben der Zuweisung zu hinterlegten
den Lektoraten und Redaktionen verfü-
Disposition ihrer Produktion ableiten.
Lieferanten auch die Reservierung von
gen heute über fundierte Kenntnisse hin-
Die Festlegung von Produktions- und
Papier und Materialien auslösen kön-
sichtlich Text- und Bildbearbeitung, Da-
Beschaffungsaufträgen, die Reservierung
nen. Auf diese wiederum greift die
tenformaten und Publikationsmöglichkei-
von Ressourcen der Lieferanten, die Aus-
Auftragsverwaltung zu, befüllt die aus-
ten, die manchen Hersteller buchstäblich
lastung der eigenen Mitarbeiter
zulösenden Aufträge mit den Daten
alt aussehen lassen.
hängt an den von den Planungsgremien
der Disposition und überstellt die
freigegebenen Produkten und Stück-
Aufträge auf elektronischem Weg an
zahlen.
die Lieferanten. Dies ist kein Traum,
Hersteller um die Produktion geführt.
Hinzu kommt, dass die Wahrnehmung
des Anteils der Herstellung am Verlagserfolg reduziert ist, seitdem sich das
Primat des Marketings in den Verlagen
So wird der Hersteller wahrgenommen als
sondern ein technisch möglicher Weg,
Schnelle Planung mit Produktstückliste
der besonders dann aussichtsreich
Für alle Produktarten, seien es Bücher,
beschritten werden kann, wenn die
Zeitschriften oder CDs, ist die Disposition
Standardisierung der eigenen Produkte
wesentlich zu vereinfachen und zu
weit fortgeschritten ist.
INTEGRATION
durchgesetzt hat.
alles
STANDARDSOFTWARE
einem Verlust des alleinigen Wissens der
Produktgruppe können die Verantwort-
NEUE TECHNOLOGIEN
In der Absatzplanung wird festgelegt, in
Folgen der Digitalisierung
kompetenter Kollege zur Lösung technischer Probleme im Publikationsprozess.
Herstellungsabteilungen haben in
vielen Häusern leider kein wesentliches
Mitspracherecht mehr, ja werden teilweise outgesourct, eine Entwicklung, die ich
Strategische Antwort:
Automatisierte Verlagsproduktion
nicht gut heißen kann.
Verlages bedeutet selbsttätig, dass heute
Großen Duden-Lexikon, durch "geeignete
noch vielfach manuell bediente Prozesse,
Einrichtungen" (Maschinen, Software)
etwa der Manuskripteingang oder die
"technische Vorgänge selbsttätig nach
Datenübergabe an den Satzbetrieb,
einem festgelegten Plan oder in Bezug
zukünftig ohne menschlichen Eingriff und
auf festgelegte Zustände ablaufen" zu
nur von DV-Systemen gesteuert ablaufen
lassen. Für die Herstellungsprozesse des
werden.
15
VERLAGSERFOLG
Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Beitrag
“Strategische Rolle der Herstellungsabteilung im
Verlag” auf dem Forum “from editorial to market”.
Den vollständigen Vortrag mit Verzeichnis der
Quellen und Literatur finden Sie unter
http://www.klopotek.de/mmo/pub/29651-WEB.pdf
Automatisierung ermöglicht nach dem
STRATEGIE
Automatisierte Vereinnahmung
Automatisierte Publikationsplattformen
ben. Sie sollte bei Verlagsentscheidungen
Sie starten an jenem Punkt, an dem
Automatisierte Workflows enden in
mit am Tisch sitzen und früh über
Content in den Verlag eintritt. Im Papier-
Publikationsplattformen, d.h. in
Weichenstellungen im Programm infor-
Workflow kommt das eine Manuskript im
Bereichen, die dazu dienen, einen
miert werden. Auf diese Weise ernst
Briefumschlag in den Verlag, wird ent-
bestimmten Publikationsweg zu versor-
genommen, kann Herstellung nicht nur
nommen, kurz geprüft und dann in eine
gen, etwa einen digitale Druckmaschine
kreative Kraft freisetzen. Vielmehr wird sie
Ablageschale gelegt. In automatisierten
zu beschicken, eine CD zu produzieren
ihren Spielraum dazu nutzen, stabile
Umgebungen liegt der Erfolg im Anfang!
oder ein Web-Portal zu versorgen.
Prozesse zu organisieren und zuverlässige
So etwa beim Prozess der Vereinnahmung
Qualität der Produkte zu erreichen.
des Contents, in dessen Ablauf z.B. ein
Content-Standards definieren
Bild sofort in eine produktionsverwend-
Auf diese automatisierte Weise kann nur
bare Form gebracht wird, um es in
publizieren, wer entsprechende Standards Um ihrer Verantwortung gerecht werden
Publikationen des Verlages einsetzen
einhält, wer für Texte XML auf Basis einer
und alle Aufgaben auch in Zukunft zufrie-
zu können.
"Document Type Definition / DTD" ein-
denstellend bewältigen zu können, bedarf
setzt, Color-Management für seine Bilder
es der fortwährenden Weiterqualifizierung
betreibt etc.
der Mitarbeiter in folgenden Feldern:
Laufende Contentpflege
Wenn ein Verlag, angepasst an seinen
Neues Know-how aufbauen
Daten-Management, mit Bestimmung
Markt und seine Zielgruppen, jederzeit
Voraussetzungen der automatisierten
der Formate, Meta-Daten, Content-Daten
auf seine Inhalte zugreifen können und
Verlagsproduktion
und Verlinkung
diese für unterschiedliche Publikations-
Content-Management, d.h. Strukturierung
formen zu unterschiedlichen Zeitpunkten
Vertrauen und Kommunikation leben
auf Basis von DTDs, Entwicklung von
platzieren möchte, muss er seine Inhalte
Flexibilität, Automation und Schnelligkeit
Style-Sheets und Archivierung
aktuell halten und laufend für eine
in seinen Prozessen erreicht die
Projektmanagement, mit Steuerung der
Aufwertung der Inhalte durch Anreiche-
Herstellung nur, wenn sie, gestützt auf
Prozesse, Kostenkontrolle, Schnittstellen-
rung, Verlinkung etc. sorgen. In der
Rahmenverträge, die Zusammenarbeit
Management und Lieferantensteuerung
Lexikonproduktion beispielsweise pflegen
mit ihren Lieferanten mit Vertrauen lebt.
Workflow-Management, mit Einrichtung
manche Verlage den lexikalischen Inhalt
Wer mit seinen Lieferanten eng im
von Workflows, Test automatisierter
in einer zentralen Datenbank mit einer
Kontakt steht und offensiv mit ihnen
Abläufe oder technischer Schnittstellen
komplett eigenen Redaktion, die aus-
kommuniziert, erhält Sicherheit und
Qualitätsmanagement, mit Sicherung der
schließlich für Aktualisierungen zuständig
Zuverlässigkeit in den Prozessen und
Datenkonsistenz, der Produktionsver-
ist. Auf diesen aktuell gehaltenen Inhalt
Ergebnissen.
wendbarkeit des Content
greift dann eine Spezialredaktion zu und
Beherrschung technischer Systeme, u.a.
erstellt für einen bestimmten Zweck ein
Der Herstellung Verantwortung geben
Systeme der Auftrags- und Warenwirt-
Spezialprodukt.
Aus der strategischen Bedeutung der
schaft, Author-Tracking-Systeme,
Herstellung für den Unternehmenserfolg
Content-Management- und Media-
erklärt sich die Notwendigkeit, ihr in
Asset-Systeme.
hohem Maße Verantwortung zu überge-
Strategische Antwort:
Leistungsfähige DV-Systeme
Technische Basis automatisierter Abläufe
tionssysteme, für die Herstellung etwa die Dispositions- und Produktionsplanung,
im Verlag sind leistungsfähige und inte-
Auftrags- und Beschaffungssysteme, mit
zunehmend auch den Zugriff auf
grierte Informations- und Kommunika-
denen Lieferantenaufträge erteilt und
Internetportale.
tionssysteme.
Lieferanten überwacht werden können.
Mit ihnen ist der Zugriff auf die Lager-
Die Produktionssysteme der Herstellung
Die administrativen DV-Systeme der
bestände und damit auf die Information
Um den Content selbst verwalten und steu-
Herstellung
über Mindestbestände oder Reichweiten
ern zu können, genügen Systeme der
Es gibt die Steuerungs- und Administra-
möglich. Diese Systeme unterstützen die
Auftragsabwicklung nicht. Dazu sind
16
und des Media-Asset-Management
STRATEGIE
neben den Systemen des Content-
Herstellung, quo vadis?
spezielle Plattformen für die
Vereinnahmung und die Publikation
von Inhalten und Substanzen bereit-
Helmut von Berg, Publishing Consulting & Services, München,
zu Prozess-Standardisierung und Kreativität
zustellen, etwa internet-basierte
Author-Tracking-Tools, mit denen
Autoren in die Verlagsabläufe eingeIm Wissenschaftsbereich sieht das so
aus, dass der gesamte Gutachterprozess mit Herausgebern, Gutachtern,
Autoren, Lektoraten über solche
Plattformen abgebildet wird, bis zu
dem Punkt, an dem der begutachtete
und freigegebene Beitrag mit all seinen Assets automatisch an einen
Vorstufenpartner des Verlages übergeben wird, der auf Grundlage eines
Rahmenvertrags und beherrschter,
weil getesteter, Prozesse dem Verlag
zurückliefert.
Integration der DV-Systeme im Verlag
In vielen Verlagen sind solche Systeme
noch nicht durchgängig ausgebildet.
Das heißt, es sind zwar oft die
Administrations-Systeme vorhanden.
Und zum Teil finden sich auch Hochleistungslösungen für das ContentManagement.
Was es jedoch noch sehr wenig gibt,
ist, dass die Administrationssysteme
Management miteinander verbunden
sind. Sollen automatisierte Workflows gebaut werden, ist dies aber
die entscheidende Voraussetzung.
Denn nur dann kann der Auftrag mit
dem, was der Auftrag letztendlich
steuern soll, sprich mit den Inhalten,
die z.B. in die Erscheinungsform eines
Buches gebracht werden sollen,
zusammengekoppelt werden.
VERLAGSERFOLG
17
INTEGRATION
und die Systeme des Content-
Weniger Stress, mehr Kreativität
Damit wird Zeit frei, die vorher durch unplanmäßige Abläufe absorbiert wurde. Für viele
kreative Herausforderungen steht häufig nicht
Herausforderung Standardisierung
genug Zeit zur Verfügung, weil diese durch
Standardisierung von Produkten und Prozessen Verspätungen, Änderungen des geplanten
heißt ja nicht, dass es nur noch vordefinierte
Ablaufs oder Produktes, übermäßigen
Produkte geben kann und sämtliche Abläufe
Korrekturaufwand, etc. gebunden ist.
in einem engen Korsett stecken. Die Herausforderung liegt darin, 80 Prozent Standardisie- Zuverlässige Ergebnisse aus zuverlässigen
Prozessen
rung der Produkte stabil zu erreichen. Dafür
ist Einfluss auf die gesamte Prozesskette erfor- Eine monatliche Taschenbuch-Produktion von,
derlich. Erleichtert wird die Akzeptanz dieser sagen wir, fünfzig Titeln, erfordert einen
außerordentlich robusten Prozess, der sich vor
Zielvorgabe durch immense Vorteile, die
allem durch ein sicheres Ergebnis auszeichnet.
damit einher gehen. Dabei sind vor allem zu
nennen, dass die Standardisierung Entlastung Das Ergebnis beinhaltet sowohl die termingeschafft, dass die Sicherung der Lieferfähigkeit rechte Fertigstellung als auch die Gewährleistung der qualitativen Eigenschaften der
einfacher und damit sicherer wird und dass
das Kostenmanagement wesentlich erleichtert Produkte und die Einhaltung des Kostenrahmens.
wird.
Um das Ergebnis sicherzustellen, ist ein Ter"Freiheit" erwächst aus der "Einsicht in die
minplan wenig hilfreich, weil die Erfahrung
Notwendigkeit" beschreibt in Anlehnung an
das Hegel-Zitat, dass die 20 Prozent Spielraum, lehrt, dass innerhalb der zur Verfügung stehenden kurzen Zeitspanne die Planung stänsprich "Freiheit", aus der Einsicht in die Notwendigkeit von 80 Prozent Standard erwach- dig korrigiert werden müsste ...
In einem anderen Fall ist der Terminplan da
sen. Es wäre dann gut möglich, dass die 80
gegen völlig unverzichtbar. So, wenn ein
Prozent das Brot verdienen und die 20 Prozent das Risiko verkörpern. Allerdings wäre es mehrbändiges Werk über einen relativ langen
ebenso gut möglich, dass in diesen 20 Prozent Zeitraum sicher gesteuert werden muss, sodass
bei jeder Änderung die Konsequenzen für das
Risiko der Erfolg von morgen und übermorgen liegt. Um so wichtiger ist es, dieser Option Gesamtergebnis erkennbar werden müssen.
Gerade durch den ausgefeilten Terminplan
mit einem wirtschaftlich erfolgreichen Basiswird dieser Prozess robust.
geschäft den Weg freizumachen.
Einen Prozess robust zu nennen, drückt aus,
Herausforderung Basisprozesse
dass der Prozess nur durch nachhaltige EinWas sind Basisprozesse und warum müssen sie griffe so beeinträchtigt werden kann, dass
robust sein?
seine Ergebnisse unsicher werden.
"Business as usual" spart Zeit und Geld
Wenn Prozesse in einem ausreichenden AusDen Vortrag, dem dieser Auszug entnommen
maß Routinecharakter haben, ist das nicht
wurde, finden Sie ungekürzt unter
etwa langweilig und ermüdend, sondern lässt
http://www.klopotek.de/puptecnet/forumherstel
lung/vortraegeforumherstellung/deindex.htm
zu, sich mit ihnen weit weniger zu beschäfti-
STANDARDSOFTWARE
das produktionsfähige Material
gen. Es genügt, den sicheren Input zu gewährleisten und ein sicherer Output steht außer
Frage. Die meisten Elemente eines StandardWorkflows sind durch technische oder organisatorische Spielregeln steuerbar. Die anfangs
notwendige Kontrolle entfällt bei einvernehmlich festgestellter Prozesssicherheit alsbald.
NEUE TECHNOLOGIEN
bunden werden können.
NEUE TECHNOLOGIEN
Job Definition
Format (JDF)
Joachim Brunold,
Brunold + Partner Unternehmensberatung GmbH, Berlin
Austauschformat der Zukunft
Das auf XML basierende Job Definition
Format (JDF) wird zum universellen
Integrations-Standard entwickelt. Es verbindet die Produktions- und Auftragssysteme in Vorstufe, Druckerei und
Blick über den Zaun: Integrationsansätze auf
Seiten der Dienstleister
Weiterverarbeitung und integriert die
Daten aus den Systemen der Kunden,
zum Beispiel von Verlagen.
Die notwendige Beschreibung der Prozesse, Datenformate, Übergaberegeln
usw. leistet CIP4 (International
Neue Technologien, Automatisierung der Abläufe und verstärkter
Einsatz des Internets Verlagsberater Joachim Brunold untersuchte
die Möglichkeiten von Mediendienstleistern, ihre Produktivität zu
erhöhen.
Cooperation for the Integration of
Processes in Prepress, Press and
Postpress/CIP4.org). Alle Spezifikationen werden publiziert und jedes von
einem Mitglied entwickelte SoftwareModul wird zur gemeinsamen Nutzung
Vorstufe und Druckindustrie wachsen
Die Druckindustrie kennt die Fehlernester
immer mehr zusammen und sind auf dem
ihres Worflows und beginnt, diese auszu-
Weg zu kompletten Mediendienstleistern. räumen. Ein Beispiel dafür ist die
Organisation der digitalisierten und autoIhr Hauptaugenmerk richtet sich auf die
Erhöhung ihrer Produktivität durch
matisierten Auftragsübernahme. Dieses Ziel
Einsatz neuer Technologien, die Automa-
erhellt sich, wenn man sieht, dass einer der
Anfang 2004 hatten sich 40 Hersteller in
tisierung der Abläufe und den verstärk-
größten deutschen Druckbetriebe die
CIP4 organisiert, darunter Adobe, AGFA,
ten Einsatz des Internets. Bei den Techno-
Auftragsnummer seines Auftraggebers die-
Heidelberger, MAN-Roland, Müller-
logien setzt die Druckindustrie auf opti-
sem nur ‘mit Bleistift’ zurückspielen kann.
Martini u.a. Sie haben sich nicht nur
mierte Druckmaschinen (etwa mit voll-
Oder wenn ein namhafter Drucker es nicht
verpflichtet, die JDF-Norm einzuhalten,
automatischem Plattenwechsel oder
hinbekommt, ein formatiertes, normiertes
sondern darüber hinaus garantieren sie,
schnell trocknenden Farben), auf immer
Auftragsformular des Verlages zu über-
dass jede Maschine, jedes Gerät und
schnellere RIPs oder integrierte Systeme
nehmen und das in seine Software einzu-
jede Software, die sie zukünftig an den
(z.B. komplette Druck- und Bindestraßen).
spielen. Das bedeutet, obwohl der Drucker
Markt bringen, sich auf Basis der JDF-
Immer mehr in den Blickpunkt des
über Hochleistungsmaschinen verfügt,
Spezifikationen ohne weitere Anpas-
Interesses tritt jedoch die Gestaltung der
kann er im Workflow nur mit Hilfe seiner
sung mit denen anderer Hersteller ver-
Prozesse, denn von 100% der Produktions- Sekretärin oder eines Disponenten den
Kundenauftrag in sein eigenes System per
kosten gehen 30% in die Verwaltung
in eine Open Source Library gestellt.
stehen wird.
Besonders diese Garantie nährt die Zuversicht, dass sich JDF zu einem tragfähigen Industrie-Standard entwickeln wird.
(Administration, Disposition, Auftragsvor-
Hand eingeben.
bereitung) und 20% werden durch Makulatur oder Prozessfehler verursacht.
Ein Ziel muss also die digitale und automatisierte Übernahme sein.
Seine bereits fortgeschrittene
Maßnahmen zur Gestaltung der Prozesse
Anwendbarkeit bewies JDF in seiner
und ihrer Schnittstellen beeinflussen
Der nächste Schritt ist eine Kopplung zwi-
Version 1.2 während der Drupa 2004. In
demnach 50% der in der Druckerei ent-
schen Auftrags- und Produktionssystem,
die in der Printcity eingerichteten, auto-
stehenden Kosten.
indem die Auftragsdaten vom Kunden
kommend über die Dispositionssysteme in
matisierten Abläufe, etwa für Zeitungsdruck oder für die Katalog-Produktion,
Aus dieser Erkenntnis heraus wird die
die Produktion reinlaufen, eine lückenlose
waren Maschinen und Software unter-
Äußerung von Gerd Finckbeiner, CEO von
Auftragsverfolgung organisiert wird, ein
schiedlichster Hersteller eingebunden
MAN Roland, anlässlich der DRUPA 2004
automatischer Informationsaustausch mit
und wirkten reibungslos zusammen.
verständlich: "Die Druckindustrie verlangt internen Stellen und womöglich mit
Kunden erreicht wird. Ein Datenaustausch
heute nicht nur qualitativ hochwertige
18
Druckmaschinen, sondern vor allem
zwischen den kaufmännischen und den
höhere Performance im Workflow.".
Produktionssystemen wird organisiert und
STRATEGIE
letztendlich werden auch die aktuellen
herein, wird korrigiert, kommt zur
Steuerungsinformationen für das
Satzabnahme, wandert dann zum Druck
Management, für die Controllingseite,
rüber, welcher wiederum vom Druck-
verfügbar gemacht.
auftrag, der geplant und kalkuliert wird,
über die Datenprüfung, das Einfügen der
Die technischen Systeme dafür sind da.
High-Res-Bilder, das Überfüllen, Montage,
So gibt es die neue Technik, einem Produkt, sprich auch einem Buch, im Druck-
Wenn das als technischer Prozess gese-
vorgang einen über Satellit verfolgbaren
hen wird, dann ist die Idee mit JDF, dass
kleinen Chip einzupflanzen, wodurch der
an jeder Stelle des Workflows die betei-
Weg vom Drucker zur Auslieferung ver-
ligten Komponenten ihre Auftragsstatus-
folgt werden kann. Wenn das Buch dann
und Zustandsinformationen in so etwas
bei der Auslieferung ankommt, erfährt
wie einen JDF-Datenraum hineinstellen,
der Empfänger automatisch: "Ah, der
in eine Art informatorische Schicht also,
neue Konsalik ist da.", Auflage 1, wird
die den Zugriff aller Systeme auf die dort
eingebucht ins Lagersystem, Lagerort ver-
vorhandenen Informationen zulässt.
geben, geht über die Waage, vollautoma-
Höhere Produktivität und
automatisierte Workflows
Zentrale Themen der Drupa 2004 waren
die weitere Erhöhung der Produktivität
mit Hilfe immer leistungsfähigerer
Technik und die ‘höhere Performance
im Workflow’. Um jene 50% der Kosten
des Auftragsablaufs sparen zu können,
die heute durch Administration, Fehler
und Makulatur verursacht werden, wird
der Aufbau automatisierter Workflows,
sowie der verstärkte Einsatz des Internet in Angriff genommen.
NEUE TECHNOLOGIEN
Bogenbelichtung und das Drucken läuft.
Drupa 2004
Neue Technologien
Beispielsweise ist dann über einer
Die Vorstufe stellte neben schnelleren
mal in der Zukunft aussehen, so ist der
Schneidemaschine von Müller Martini
RIPs für die Plattenbelichtung den digi-
Traum.
und einer Druckmaschine von MAN-
talen, farbverbindlichen Proof am Bild-
Roland der JDF-Datenraum und die
schirm vor. Die Druckindustrie investiert
Der erste Schritt dahin ist, dass die Druck-
Druckmaschine und die Schneide-
in leistungsfähigere Druckmaschinen,
industrie sich aufmacht, eine Spezifika-
maschine können Auftragsinformationen
bei denen der Fokus neben der Bebilde-
tion, einen normierten Industriestandard
in diesen Datenraum einstellen und ab-
rung in der Druckmaschine, auf schnel-
zu schaffen, der sich JDF nennt, Job
holen. Die Schneidemaschine sagt zum
lem Papierwechsel, erhöhter Druck-
Definition Format.
Beispiel "Job begonnen", "Job zu 60%
geschwindigkeit, reduzierter Makulatur
fertig", "Job fertig geschnitten" und der
und einfacherer Bedienung der Maschi-
Wenn man den Workflow der Reihe nach
JDF-Datenraum hat die Information und
nen lag.
durchgeht, dann kommt ein Auftragssatz
jedes andere System kann sich dieser
STANDARDSOFTWARE
tische Vereinnahmung, Ende. So soll es
Automatisierte Prozesse
In der Aufmerksamkeit des Fachpublikums ganz oben stand das Thema ‘JDF’.
Kopplung von Auftrags- und Produktionssystemen / Workflow mit JDF-Vernetzung
Workflow mit JDF-Vernetzung
dieser Basis ihre Daten austauschen
können, auch Systeme anderer Dienstleister sollen eingebunden werden. Im
Trend lag daher die Weiterverarbeitung,
die ihre Maschinen und Geräte JDF-
INTEGRATION
Blick über den Zaun
Nicht nur Druckmaschinen sollen auf
fähig macht und so den Aufbau kompletter Druck- und Bindestraßen
ermöglicht.
Internet als Collaborations-Plattform
Seit dieser Drupa dient das Internet zur
Ausdehnung der Geschäftsprozesse bis
zum Kunden. In Bestell-Portalen könKorrekturen können am Bildschirm in
Realzeit durchgeführt und die laufende
Produktion kann überwacht werden.
19
VERLAGSERFOLG
nen Kunden ihre Aufträge übergeben,
NEUE TECHNOLOGIEN
Statusinformation bedienen und kann sie
den kann, sodass Auftragsinformationen
park agiert, der Belichtungssysteme und
für sich im Auftragssystem, im Leitstand,
einfließen können, die noch manuell zu
Schneidemaschinen mit einzubinden hat.
wo auch immer verfolgen, wenn es JDF-
pflegen sind. Denn schließlich ist noch
fähig ist.
Altmaschinenbestand da, dessen
Dabei spielt der Leitstand in der Druckerei
eine überragende Rolle, weil in ihm bis hinunter zur einzelnen Maschine alle auftragsbezogenen Informationen gesammelt und
transparent gemacht werden. Bei einer
großen Rollenoffsetmaschine im Zeitungsdruck steht der Drucker selber ja nur noch
an einem Maschinenleitstand, mit dem er
die Katalog- oder Zeitungsproduktion
steuert. Dieser Leitstandgedanke wird auch
auf die Auftragsebene angewandt, wo
dann in einer hohen Transparenz bis in den
einzelnen Produktionsschritt hinein am
Leitstand der Auftrag verfolgbar wird.
Der entscheidende Schritt für die
Automatisierung, die Vernetzung, den
Zusammenschluss zwischen Verlag und
Vorstufe und Druckerei, ist der Bau von
Integrationsplattformen oder Integrationsumgebungen, basierend auf dem JDF-
Integrationsschicht mit JDF
Standard, die ermöglichen, dass man die
Kunden- und die Lieferantensysteme aneinander anflanscht, ohne dass man das Wort
JDF 1.2 ist einerseits eine universelle
Informationen auf diese Weise in einer
Schnittstelle für alle Produktionssysteme,
Leitstandumgebung zusammenfließen
welche die Auftragssysteme der Druck-
können.
"Schnittstelle" in den Mund nehmen muss.
Wenn ich Schnittstelle sage, muss ich zu
jedem meiner Lieferanten eine eigene
und Vorstufe integriert. Andererseits ist
es ein Informationssystem, das den
In der gesamten Ablaufkette steht die
Schnittstelle bauen. Und wenn ich "bauen"
Zustand der jeweiligen Aufträge über-
gewaltige Aufgabe bevor, alle techni-
sage, erklärt sich von allein, welcher
prüfbar und in ihrem Gesamtablauf ver-
schen Systeme zu integrieren. Also ein-
Aufwand damit entsteht.
folgbar macht.
mal die Kundensysteme, vor allem die
Planungs- und Steuerungsmodule der
Das heißt, eine Aufgabe der Zukunft ist,
Mit JDF sollen alle Prozesse beschrieben
Herstellung mit Beschaffung, Auftrags-
dass auf Standards basierende Integra-
werden, die es in der Vorstufe, den
management und Produktions-, Lager-
tionsumgebungen geschaffen werden, die
Druckereien und der Weiterverarbeitung
bestandsführung sowie die Content
es einfach und wenig aufwendig machen,
gibt. Es ist auch möglich, anwenderdefi-
Management Systeme des Verlages.
solche Systeme miteinander zu verkoppeln.
nierte Workflows damit zu bestimmen.
In der Druckumgebung gibt es, fast spie-
Zusätzlich gibt es die Rückkopplungs-
gelbildlich, vergleichbare Systeme, das
Abschließend zu den Möglichkeiten der
schleife, die technisch ermöglicht, dass
Auftragsmanagement und die
Internet-Nutzung. Sehr spannend für
nicht nur eine Auftragsinformation einge-
Produktionssysteme.
Verlage sind die im Entstehen begriffenen
internetbasierten Plattformen, auch wenn
schleust und bis zur Druckmaschine durchgereicht wird, sondern dass das, was die
Wenn Sie sich eine Branchensoftware in
sie noch nicht durchgängig, noch nicht
Druckmaschine an Statusinformation pro-
der Druckerei anschauen, wie die der
weitreichend, genug sind.
duziert, über dieses Job-Messaging-
Firma HighFlex, dann finden Sie dort
Einfachste Möglichkeit: Ich kalkuliere
Format wieder zurückgekoppelt wird.
auch Routinen der Vereinnahmung für
meinen Druckauftrag im Webportal des
Der Fortschritt wird laufend vermeldet.
den Auftrag. Sie finden dort auch
Lieferanten. Über den Browser gehe ich
Das geht so weit, dass die Auskopplung
Systeme zur Terminverfolgung, nur eben
rein, definiere da meine Druckdaten, kann
dieser Informationen mit dem Betriebs-
auf einen Produktionsbetrieb angewandt, unterschiedliche Auflagenhöhen angeben,
datenerfassungssystem kombiniert wer-
der mit einem heterogenen Maschinen-
20
STRATEGIE
schon kommen die Stückkosten unten
raus. Und wenn das Ergebnis stimmen
würde und wenn ich wollte, dann könnte
ich gleich einen Auftrag auslösen. Alle
Aufträge, die ich dort platziert habe,
kann ich verfolgen. Ich klicke auf die ent-
NEUE TECHNOLOGIEN
sprechende Seite, gehe in mein Verlagsumfeld und sehe, wie der Stand meiner
Druckaufträge ist. Soweit ist heute das
Angebot der Einzellösungen von
Druckunternehmen.
Jedoch dürfen nicht Einzellösungen das
Ziel sein, sonst wird es eine Flut von WebPlattformen der Druckindustrie geben,
jede mit einer eigenen Bedienungslogik,
jede mit ihrem eigenen eProcurementsystem, ihrem eigenem Auftragsabwicklungssystem. Und das soll ja nicht so sein.
Das eigentliche Ziel müsste sein, eine Art
die Druck- und Verlagsindustrie sich aus-
STANDARDSOFTWARE
Clearingeinrichtung zu schaffen, in der
Durch Color-Management zur Farbtreue
tauscht.
Die dafür notwendigen Anwendungen
Wer heute eine Anzeige über eine
definiert wird, welchen Farbraum das
sind nur zukunftsfähig, wenn sie als
Offset-Druckmaschine zu Papier bringt
Gerät darstellen kann. Vorteilhaft ist
Umgebung für mehrere Partner nutzbar
und diese auf dem eigenen Monitor
es, wenn ein CMM im Lab-Farbraum
sind, wenn sie sicher zur Verfügung ste-
betrachtet, erhält für jede dieser
arbeitet.
hen, wenn sie auf einer betreuten
Ausgabeformen einen anderen
Plattform laufen und wenn letztendlich
Farbeindruck.
mehrere Verlage miteinander darüber
Der Lab-Farbraum kann nicht nur alle
dem menschlichen Auge sichtbaren
Diese Unverbindlichkeit des Farb-
Farben darstellen, sondern ist auch der
gemeinsam druckt, sondern dass man eine
eindrucks verhindert nicht nur die
Farbempfindlichkeit des menschlichen
Abwicklungsplattform, eine Austausch-
Automatisierung der Workflows,
Auges angepasst.
plattform gemeinsam nutzen und betrei-
sondern macht die Abnahme der
Er ist im Gegensatz zum RGB-Farbraum
ben würde.
Farbqualität sehr aufwändig.
(für Scanner und Monitore) oder dem
CMYK-Farbraum (z.B. für Druckmaschi-
Um ein gleichmäßiges und von den
nen), nicht von Ein- und Ausgabe-
in die auch investiert wird.
Geräten unterschiedlicher Hersteller
geräten abhängig. Deshalb kann der
unabhängiges Ergebnis der Farb-
Lab-Farbraum als Austauschformat
Und wenn Sie in diese Richtung marschie-
ausgabe möglich zu machen, müssen
zwischen den Geräten des Workflow
ren, werden Sie sich auch als Verlag mit
die unterschiedlichsten Ausgabesysteme
genutzt werden.
solchen internetbasierten Anwendungen
(Offset-Druckmaschinen, Proof-Systeme,
große Vorteile in der Durchgängigkeit
Inkjet-Drucker, Monitore etc.) auf
Für Produktionsunternehmen interes-
der Prozesse mit Ihren Lieferanten holen
Betriebssystemebene ein so genanntes
sant ist auch die Möglichkeit, dass
können.
Color Matching Modul (CMM) erhalten,
sämtliche Lab-Farben mit einem
das für die Farbumrechnung zwischen
Spektralphotometer exakt vermessen
den verschiedenen Geräten verant-
werden können.
Dieser Artikel gibt den Vortrag von Joachim
Brunold in gekürzter und bearbeiteter Form wieder.
Den vollständigen Vortrag finden Sie unter
http://www.klopotek.de/puptecnet/forumherstel
lung/vortraegeforumherstellung/deindex.htm
INTEGRATION
Dafür müsste es eine Trägerschaft geben,
INTEGRATION
kooperieren. Das heißt nicht, dass man
wortlich ist. Diesem CMM wiederum ist
ein ICC-Profil (ICC = International Color
Consortium) beizugeben, mit dem
21
STANDARDSOFTWARE
PPM Herstellung – der Marktstandard für
die zentralen Prozesse in der Produktion
Die Klopotek Standardsoftware stellt mit der Herstellkomponente
des Produktplanungs- und -managementsystems PPM für Verlage
einen hochentwickelten Baustein bereit, der die Kernprozesse der
Herstellung in ein umfassendes Verlags-DV-System integriert.
Wolf-Michael Mehl,
Direktor Klopotek & Partner GmbH, Leiter
der Business Unit Wissenschaft und Bildung
Ganz gleich, ob der Verlag das Geschäfts-
erforderlichen Raum für die verlagsindi-
Woraus ergeben sich die Parameter, nach
modell der Herstellung als das Modell
viduelle Konfiguration freigibt.
denen eine Herstellabteilung Kosten
einer zentralen Dienstleistungseinrichtung
für die darauf zugreifenden Abteilungen
definiert oder ob Herstellung als dezen-
abschätzt und Kennzahlen ermittelt, an
Klopotek & Partner bietet diese Unter-
denen sie ihre Kernprozesse ausrichtet?
stützung und stellt mit der Komponente
Ausgangspunkt ist in jedem Fall das
Herstellung des Produktplanungs- und
tral organisierter Service innerhalb von
Abteilungen, Gruppen oder Teams modelliert wird: Effizientes Arbeiten unter
-managementsystems PPM einen hochentwickelten Baustein bereit, der die Kernprozesse der Herstellung in ein umfassen-
Einhaltung der vereinbarten ökonomi-
des Verlags-DV-System integriert.
schen Rahmenbedingungen erfordert
Verlagsmodell, das beschreibt, wie der
Verlag sich selbst organisiert und definiert.
Daraus ergeben sich notwendig Anforderungen auch an die Ausgestaltung der
Geschäftsprozesse in der Herstellung.
eine DV-Unterstützung, die die Standard-
Doch wodurch definiert sich die Sicht des
Die Bemessung des wirtschaftlichen Ver-
prozesse kennt und gleichzeitig den
Verlags auf die Herstellung?
lagserfolgs erfolgt anhand von Deckungsbeiträgen der durchgeführten Projekte.
Die Bestimmung der Deckungsbeiträge
beschreibt einen Kern der Verlagserfolgsrechnung, die die Struktur der Mess- und
PRODUKTE
Regelgrößen vorgibt, auf deren Basis letztlich der Erfolg des gesamten Modells
DBKalkulation
berechnet wird.
technische
Kalkulation
Absatzplanung
Preise
Parallelkalkulation
Und natürlich hat die kalkulatorische
Bestimmung der zu erwartenden Kosten
Auflagen
ISBN
eines jeden Projekts maßgeblichen Einfluss
Stamm
Nachdrucke
auf Planungsentscheidungen im Verlag.
Insofern determiniert das Verlagsmodell
Aufträge
Bindequoten
die Geschäftsprozesse der Herstellung.
Lieferanten
Rechnungen
HERSTELLUNG
Preislisten
Parallelproduktion
Aufgabenplanung
Kommunikation
Terminkontrolle
Ressourcenzuteilung
Ausstattung
Einband
Umschlag
Produktteile
22
Herstellung meint die Steuerung komplexer
Geschäftsprozesse mit einem Höchstmaß an interner und
externer Kommunikation
Elektronisch einkommende Informationen von
Lieferanten, Autoren oder Herausgebern (per CD, per
mail oder durch Einsatz web-basierter Peer-ReviewSysteme), CMS-Einsatz, medienneutrale Datenhaltung,
Digitalproduktion, Disposition, Auftrags-, Rechnungsund Lieferantenmanagement sind die Stichworte.
Senkung administrativer Aufwände, Verkürzung der
Durchlaufzeiten, kurzfristige Abstimmung mit
Dienstleistern, Bereitstellung von Kennzahlen, Freiräume
für Ausrichtung auf strategische Fragestellungen schaffen sind die Ziele. Diese Aufgabe erfordert eine hoch
integrierte Gestaltung der Geschäftsprozesse. Jeder
Systembruch zwischen den beteiligten Bereichen ist zu
vermeiden. Standards sind zu nutzen.
STRATEGIE
Die Geschäftsprozesse in der Herstellung
Der Blick auf den idealtypischen Entste-
darauf die Verhandlungsstrategie auf-
Die Lieferantenrechnungen werden
hungsweg eines neuen Verlagsproduktes
zubauen.
vereinnahmt, geprüft und die Kosten
führt unmittelbar zu den Kernprozessen
den Projekten zugeordnet. Die Basis
Ist die Entscheidung zur Produktion
für das Herstellcontrolling wie auch ein
Die erste Idee zu einem neuen Projekt
eines neuen Werkes oder zum Fort-
wichtiges Element des Verlagscontrol-
benötigt zur Fundierung in der Planungs-
druck des erfolgreichen Titels gefallen,
lings ist geschaffen.
runde eine einfach zu erstellende erste
ist es Aufgabe der Disposition, die für
Kalkulation. Wird das Projekt weiter ver-
den gedachten Zeitpunkt richtige
Herstellung ist demnach kein isolierter
folgt, bedarf es zur endgültigen Produk-
Auflage zu bestimmen, und Aufgabe
Prozess im Verlag. Herstellung ist
tionsentscheidung in der Redaktionskon-
der Herstellung, zur richtigen Zeit das
bereits in die frühe Planungsphase ein-
ferenz mindestens einer oder zweier wei-
nachgefragte Papier an der erforderli-
gebunden und stellt einen wichtigen
terer, sich zunehmend detailliert ausge-
chen Stelle verfügbar zu halten.
Kommunikationspartner innerhalb und
stalteter Kalkulationen, wie z.B. der Plan-
Beginnend mit der Angebotseinholung
außerhalb des Verlages dar.
und Dispositionskalkulation.
über die Auftragsvergabe bis hin zur
Herstellung organisiert und kalkuliert,
lungsprozesses ist der gesamte Work-
ist Partner für Controlling, Marketing
erlaubt es, die Kalkulationen mit immer
flow innerhalb der Herstellung zu
und Vertrieb, beauftragt und steuert
aktuellen Preisen zu füttern und zur Vor-
überwachen. Einzelprojekte mit über
interne wie externe Lieferanten -
bereitung der anstehenden Verhandlun-
80 zu koordinierenden Einzelterminen
Agenturen, Autoren, Reproanstalten,
gen mit dem Dienstleister auf Knopfdruck
sind keine Seltenheit.
Druckereien, Buchbinder:
die aktuellen Kennzahlen abzurufen und
STANDARDSOFTWARE
Terminkontrolle des laufenden HerstelAusgefeiltes Lieferantenmanagement
NEUE TECHNOLOGIEN
in der Herstellung:
Der Hersteller ist der Prozessmanager.
IDEE
PLAN,
ENTSCHEIDUNG
PRODUKTION
LIEFERUNG
Autor, Inhalt, Markt
Auflage, Preise, Absatz,
Termine, Ausstattung,
Nachdrucke, Kosten
Termine, Budget,
Lieferanten
Werbung, Kataloge,
Versand
PLANUNG
INTEGRATION
HERSTELLUNG
MARKETING
Herstellung als Kernprozess ist eingebunden in den Verlagsworkflow
VERTRIEB
Die Standardsoftware für die Herstellung
Blick und ist darauf ausgerichtet, in jeder Produktionskosten eines Titels. Im weiteren
system PPM stellt in der Version 7.8 eine
Projektphase die benötigte Hilfe zu bie-
Projektfortschritt wird die Kalkulation ver-
voll integrierte Herstellkomponente bereit,
ten.
feinert und in Varianten benötigt, damit
die die angemessene Unterstützung im
modernen Herstellprozess ohne System-
Kalkulation
Entscheidungsalternativen fundiert bewertbar werden. PPM Herstellung erlaubt es,
brüche sichert. PPM Herstellung hat dabei
Die Kalkulation ist zunächst eine grobe
auf einmal definierte Kalkulationsmuster
die Kernprozesse der Herstellabteilung im
Annäherung an Ausstattungsdetails und
aufzusetzen und reduziert so den Arbeits-
23
VERLAGSERFOLG
Das Produktplanungs- und -management-
STANDARDSOFTWARE
Was kann PPM Herstellung in der neuen Version?
PPM IST (Version 7.8)
PPM PLAN
FUNKTIONALITÄT ZUR OPTIMIERUNG DES WORKFLOWS
Definition von Aufgabenrastern für Standardabläufe
Synchrone Anbindung von Redaktion und Content Management Systemen
Bestimmung von Durchlaufzeiten in Abhängigkeit von Projektbeginn
oder Ablieferterminen
Automatisierter Datenaustausch mit Dienstleistern via XML / JDF zu Planung,
Anfragen, Aufträgen, Bearbeitungstatus, Lieferinfos, Rechnungen
Abhängige Termine, Meilensteine, Festtermine, parallele Bearbeitungsstränge
Terminplanung und Monitoring parallel laufender Projekte
(Abhängigkeiten, Bündelungen, Meilensteine, Teilprojekte ...)
Zuordnung interner (Mitarbeiter, Abteilungen) und externer (Dienstleister)
Ressourcen zu Aufgaben
Terminverfolgung, kritische Projekte, Aufgabenpläne je Mitarbeiter
Zusammenspiel zwischen PPM Terminkalender und PPM Vorgangsverwaltung
Betriebskalender, automatisierte Erinnerungen
Automatische Benachrichtigungen
Integrierte Wiedervorlage
Freie Definition von Vorgängen zu Herstellprojekten
FUNKTIONALITÄT VON DER AUFTRAGSVERWALTUNG ZUM LIEFERANTENMANAGEMENT
Auftragserstellung auf Basis kalkulierter Kosten (Lieferantenpreislisten)
Erfassung der Lieferantenrechnungen, Zuordnung zu Auflage/Nachdruck,
Ermittlung HK/Stück, Fertig-/Halbfertigprodukte, Lagerbewertung
Überstellen Rechnungsdaten an FiBu/Einlesen Rechnungsdaten aus FiBu
Brief / eMail-Kommunikation mit Lieferanten
Lieferantenstammdaten incl. indiv. Klassifizierung
Lieferantenleitstand
Kreislauf Lieferantenauftrag:
Festlegung auf Lieferanten durch Kalkulation Dispositionskalkulation
Terminplanung Auftragserteilung (Word, Fax, eMail, XML, JDF) Info an
FiBu; Lieferant meldet Status-Info zurück Teil- oder Komplettlieferung Teiloder Abschlussrechnung Prüfung, Kontierung der Rechnung
Nachkalkulation Rechnung an FiBu
Reporting
Materialverwaltung
Gläserner Lieferant: automatisierte Ermittlung von Kennzahlen zu Termintreue,
Kostentreue, Qualität, Auftragsvolumen geplant – in Arbeit – abgeschlossen;
Lieferantenverträge
Materialdisposition, Produktionsstücklisten
FUNKTIONALITÄT FÜR DIE PLANUNG UND DAS CONTROLLING
Technische Kalkulation / DB-Kalkulation für Einzel- und Parallelprojekte
Nachkalkulation (Vergleich aller Kalkulationsstufen mit Ist-Kosten)
Reporting zur Bewertung Planumsatz / Plankosten gegen Ist-Umsatz / Ist-Kosten
Auswertung Termin/Aufgabenstatus je Mitarbeiter bzw. Lieferant
Kalkulation:
Standardisiertes, justierbares Modell für technische und DB-Kalkulation
nach DB-Stufen für unterschiedliche Produktarten
Controlling auf Knopfdruck und automatisch in einstellbaren Zyklen:
Bewertung zu Lieferanten, Produkten, Projekten, Mitarbeitern, Prozessen
Auswertung von Terminen, Kosten, DB-Stufen, Qualität, Beständen
Vergleich Plan – Soll – Ist; Hochrechnung flexible Selektionen und
Gruppierungen (Projekt, Abteilung, Lieferant, Mitarbeiter, Profitcenter,
Verlag, Produktart, freie Systematik)
Herstell-Controlling als Teil der Verlagserfolgsrechnung
Integration der Zeitschriften-Herstellung
24
STRATEGIE
aufwand bereits erheblich. Kalkulatio-
Lieferantenmanagement
liche administrativen Vorgänge des
Angebots-, Kalkulations- und Rech-
nen können in Varianten gehalten und
in beliebigen Stadien eingefroren wer-
Das Management der Lieferantenbezie-
nungswesens mit der Produktions-
den. Die Transparenz hinsichtlich getrof-
hungen wird einfach und übersichtlich
steuerung.
fener und revidierter Entscheidungen ist
gestaltet. Die Basis der präzisen Kalku-lati-
jederzeit gegeben.
on sind aktuelle Preisdaten Ihrer
Nach der Kalkulation steht die Analyse zu
Lieferanten. Die PPM-Administrations-
erwartender Deckungsbeiträge an. Hier
werkzeuge erlauben eine flexible Defini-
Die Entscheidung zur Produktion eines
zeigt sich der Vorteil der integrierten
tion der zu verwendenden Preiselemente
Titels oder zum Nachdruck des aktuel-
Verlagsanwendung von Klopotek.
und Kostenarten. Das Einspielen der
len Verkaufserfolges ist gefallen, die
Während der Hersteller die erste Kalku-
Preislisten erfolgt mit Hilfe standardisier-
Aufträge an die Lieferanten werden
lation vorbereitet, hat der Planer bereits
ter Verfahren. Das reduziert wiederum
initiiert. Gleichzeitig mit der Anlage
seine Prognosen zu den Absatzzahlen für
den Aufwand im täglichen Betrieb und
eines Druckauftrags in PPM Herstel-
die kommenden Verkaufsperioden, ge-
sichert jederzeitige Aktualität in den
lung wird z.B. das benötigte Papier im
trennt nach unterschiedlichen Absatz-
Preisinformationen.
Papierlager reserviert. Ist bereits mehr
wegen, eingepflegt. Kalkulierte Produk-
Der jeweils optimale Lieferant lässt sich
Papier verplant als zum erforderlichen
tionskosten, veranschlagte Arbeitsstun-
anhand der Lieferantensystematik einfach
Zeitpunkt verfügbar ist, kann die
den und angenommene Erlöse werden in
ein Excel-Dokument transferiert, in dem
bestimmen. Bevorzugte Lieferanten lassen Papierbestellung oder die Umlagerung
sich einzelnen Tätigkeiten bereits im Vor- aus einem anderen Standort veranlasst
die verlagsspezifische Deckungsbeitrags-
feld zuordnen.
werden. Wird der Druckauftrag akti-
betrachtung verankert ist.
Die mächtigen Report-Werkzeuge von
viert, wird der vorreservierte Papier-
PPM bieten Ihnen jederzeit anpassbare
bestand als disponiert markiert und
Auswertungsmöglichkeiten Ihres
kann somit nicht mehr für andere
Lieferantengeschäfts auf Knopfdruck.
Projekte verplant werden.
Ausblick:
Ausblick:
eines Titels, mehrbändige Werke und
Klopotek wird das Job Definition Format
Klopotek wird PPM um eine eigenstän-
Enzyklopädien in Leder gebunden, als
(JDF) als neuen Standard der Kommuni-
dige Komponente Materialdisposition
Studentenausgabe und auf CD-ROM zu
kation zwischen Verlag und Dienstleistern
erweitern. Die Aufgabe der Material-
betrachten. Oder im Schulbuchverlag die
in PPM etablieren. JDF verbindet so sämt-
disposition ist es, projektübergreifend
werden können.
So ist es dank der PPM Parallelkalkula-
STANDARDSOFTWARE
gemeinsam betrachtet und bewertet
NEUE TECHNOLOGIEN
Der Clou dabei ist, dass mehrere Projekte
Materialdisposition
tion möglich, Hardcover und Taschenbuch
Materialien Schulbuch, Lösungs-, Arbeitsund Elternheft im Zusammenhang zu kalkulieren und ebenso den zu erwartenden
Deckungsbeitrag zu bestimmen.
Klopotek wird Informationen aus den
Bereichen Lizenzen und Marketing in
die Kalkulation integrieren. So können
erwartete Lizenzkosten wie auch geplante Lizenzerlöse ebenso in die Deckungsbeitragskalkulation einbezogen werden
wie mit den Klopotek CCM-Komponenten
geplante und mit kalkulatorischen Kosten
versehene Marketingaktionen.
INTEGRATION
Ausblick:
Automatisierte Auftragsabwicklung mit PPM
Die automatisierte Auftragsabwicklung wird möglich:
Redaktion plant Projekte und Termine
Kalkulation und Ausstattung
Herstellung liefert
Herstellung fragt Angebot an
Dienstleister erstellt Angebot an Herstellung
Kalkulation
Herstellung prüft die
Herstellung erteilt Auftrag an Dienstleister
Dienst-
leister sendet Auftragsannahme und Terminbestätigung an
Herstellung
Dienstleister sendet Prüfexemplar an Herstellung
Herstellung und Lektorat prüfen und senden Änderungsmitteilung
oder Freigabe an Dienstleister
Produktion beim Dienstleister wird
VERLAGSERFOLG
angestoßen
Daten zum Bearbeitungsstand werden via PPM Web
Services für den Verlag sichtbar
Dienstleister sendet Lieferinfor-
mation und Rechnung an Verlag
Herstellung erteilt Entlastung
und aktiviert Finanzwesen.
25
STANDARDSOFTWARE
den zukünftigen Materialbedarf zu bestimmen und ihn mit dem aktuellen
Materialbestand, der auf die verarbeitenden Lieferanten und die Versorgungslager
PLANUNG
Stammdaten
Absatzplanung
Auflagenhöhen
Nachdrucke
verteilt ist, unter Einbeziehung der aus
HERSTELLUNG
den Projekten gemeldeten Bedarfszeit-
techn. Kalkulation
DB-Kalkulation
Aufträge/
Rechnungen/
Lieferungen
VERLAGSERFOLGSRECHNUNG
punkte abzugleichen. Die Materialdisposition führt die Materiallager, die Materialbestellungen und die Lieferantenaufträge
in einer einheitlichen Sicht zusammen
VERTRIEB
und liefert so komplette, stets aktuelle
Absatzzahlen
Umsatzzahlen
Bestandsinformationen
Informationen rund um das Materialwesen.
PPM bietet den Einstieg in die integrierte
Verlagserfolgsrechnung.
Die Planung erstellt Absatzprognosen für
den Lebenszyklus eines Titels; die
Herstellung bietet zunächst kalkulierte,
später tatsächliche Produktionskosten; der
Vertrieb steuert die Absatz- und Umsatzzahlen bei. PPM liefert titelübergreifend
die Darstellung der Deckungsbeiträge.
Projektsteuerung
Die optimale Projektsteuerung beginnt
mit der frühzeitigen Information der
Dienstleister über geplante Vorhaben.
PPM Herstellung bietet dazu das XMLbasierte Supplier-Interface, mit dem je
Lieferant die laufenden Planungen aufbereitet zur Verfügung gestellt werden.
Damit wird der zentralen Stellung des
in PPM Rechnung getragen.
Ist ein Projekt angelaufen, gilt es die mitunter komplexen Aufgabenpläne zu koor-
Der Leitstand
Workflow-Controllings im Herstellbereich
PPM Herstellung erhält künftig einen
neuen Zugang, den Herstellungs-Leitstand.
Herstell-Controlling
dinieren und zu kontrollieren. PPM unter-
Der Herstellungs-Leitstand macht auf einen
Blick wesentliche Informationen im Her-
stützt dabei durch die integrierte Termin-
Die Lieferantenrechnungen werden in
und Ressourcenplanung. Sie erlaubt es,
der Buchhaltung erfasst und anschließend bar.
Terminketten wahlweise von Start- oder
in der Herstellung geprüft und kontiert.
Endedaten aus durchzuspielen. Drohen
Oder die Rechnungen werden zunächst in informationen sofort, welches Projekt, wel-
Terminverschiebungen, so wird dies im
der Herstellung geprüft und kontiert und
cher Vorgang, welcher Termin unmittelbar
Terminplan unübersehbar angezeigt. Aus
gehen dann an die Buchhaltung. PPM
zu bearbeiten ist. Der direkte Zugriff auf
Projektplänen lassen sich personenbezo-
Herstellung bietet beide Möglichkeiten:
die benötigten Informationen ist ohne wei-
gene Aktivitätenpläne ziehen, Auslastun-
Erfassung der Rechnungsdaten in PPM
teres Suchen gegeben.
gen von Personen oder Abteilungen sind
mit anschließender Übertragung an die
Im Herstellungs-Leitstand werden Informa-
via Reporting einfach darstellbar.
FiBu oder eine Schnittstelle zur Übertra-
tionen zu Projekten, Aufträgen, Lieferan-
gung der Daten aus der FiBu nach PPM.
ten, Verantwortlichen und Terminen zusam-
Der verantwortliche Hersteller sieht in
mengeführt. Die Struktur des Leit-standes
beiden Fällen in PPM auf einen Blick den
wird je Verlag individuell einstellbar sein.
Ausblick:
stellbereich sichtbar und einfach selektierDer Hersteller erkennt anhand der Status-
Klopotek wird die PPM Terminplanung
Auftrag, die Rechnung und den aktuellen
weiter in Richtung Workflow-Manage-
Stand im Lager. So können Aufträge ent-
ment ausbauen.
lastet und Rechnungen freigegeben wer-
Die Koordination projektübergreifender
den. Der Hersteller hat jederzeit die
Zu den für die gesamte Herstellkompo-
Termine sowie von Teilprojekten in
Kontrolle über offene Aufträge, gestellte
nente angestrebten Verbesserungen gehört
Projekten zeigt sich noch leistungsfähiger.
Rechnungen und über die Bewertung
auch die Benutzungsoberfläche. Sie wird
Automatische Alarmfunktionen werden
von Material und der Fertig- und Halb-
anpassungsfähig und wird es erlauben, die
integriert. Das Zusammenspiel zwischen
fertigprodukte. Kostenkontrolle und
verfügbaren Funktionalitäten in der Dar-
kalkulierten Kosten, die immer auch
Projektauswertungen werden optimal
stellung an die Komplexität des Arbeits-
Prozessschritte abbilden, Angebots- und
unterstützt.
prozesses anzupassen.
Auftragssteuerung sowie der Terminplanung wird weiter verstärkt.
26
Benutzungsoberfläche
STRATEGIE
Integration von Anwendungen
Entscheidende Aufgabe für die Realisierung
des digitalen Workflows
"Technologie für Herstell-Software, kann
wenn verschiedene Hersteller betroffen
Nutzbar ist die Schnittstelle leider nur
ich da nicht gleich aufhören, weiter zu
sind. Wir betreiben zwar jeder heute wie
an genau dieser Stelle. Diese Heran-
lesen?", mag sich der Leser fragen. "Es ist
selbstverständlich mehrere Anwendungen, gehensweise ist in der Summe wenig
doch egal, woraus die Software gemacht
aber die Abgeschlossenheit gegeneinan-
wird, Hauptsache, sie funktioniert."
der ist von uns akzeptiert, und wir sind
Nun, das ist nicht falsch: Wenn etwas
froh, wenn Daten aus einer Anwendung
funktioniert, was interessiert uns dann,
in die andere kommen.
wie es konstruiert ist? Aber es gibt auch
triftige Gründe, weshalb sich das
Weiterlesen lohnt. Denn eine Software
hen als nur aus den "Funktionen", die
der Hersteller selbst für seine Arbeit
nutzt.
flexibel und teuer.
Bevor wir dieses Problem
Lösung
und die
im Zusammenhang mit der
Herstellung betrachten, sollten wir die
Jeder von Ihnen wird schon einmal seine
spezielle Umgebung ansehen, in der
Adresse in irgendeinem Webshop hinter-
eine PPM Software in der Herstellung
lassen haben. Wir empfinden es als nor-
eingesetzt wird; wenn wir im Herstel-
mal, dass dieser Webshop die Adresse in
lungs-Kontext von Technologie spre-
"seiner" Datenbank aufbewahrt. Eine
chen, dann sprechen wir darüber, wie
andere Software (ein ERP-System) wird
wir Schnittstellen eleganter machen,
später die Ware ausliefern und eine
denn mit einer noch so guten Produkt-
Ich möchte deshalb den Kontext von
Rechnung schreiben. Wir finden es ebenso planungssoftware PPM ist es allein
Technologie im Allgemeinen verlassen
normal, dass die ERP-Software die Adresse nicht getan.
und hier darauf eingehen, welche tech-
in "ihrer" Datenbank aufbewahrt.
nologischen Spezifika eine "PPM
Dazwischen erwarten wir "Schnittstellen".
Software für die Herstellung" braucht.
Die Adresse soll vom Webshop an die ERP-
Dabei möchte ich Softwarearchitektur
Software übergeben werden, nachträgli-
und inneren Aufbau außer Acht lassen,
che Änderungen ebenfalls, Änderung der
denn dies nützt dem Hersteller in der Tat
Adresse im ERP-System sollen außerdem
nur insofern, als sie zum schlichten
wieder zurück an den Webshop geleitet
Funktionieren beiträgt. Wir alle betrach-
werden ...
heute als in sich geschlossen. Das ist so
und muss so sein, denken wir, besonders,
Schon an dem noch überschaubaren
Beispiel einer einzigen Adresse erkennen
wir, wie schnell sich das Halten von
eigentlich gleichen Daten in mehreren
Systemen und das Synchronisieren mit
Schnittstellen suboptimal auswirken
kann. Es ist kompliziert, aufwändig und
fehleranfällig, und es erfordert eine
Was ist also die "Umgebung"?
(vgl. Abb. 1)
Bereits im eigenen Haus werden
1) die textorientierten Inhalte mit
einem Content Management System
INTEGRATION
ten einzelne Softwareanwendungen
STANDARDSOFTWARE
"PPM Herstellung" sollte aus mehr beste-
NEUE TECHNOLOGIEN
Der interaktive Metadatenaustausch erfordert neue Technologien,
die auf XML und Webservice-Technologien beruhen
strukturiert, erfasst, bearbeitet, verwaltet und kombiniert;
2) die unstrukturierten Media Assets
von Covern in verschiedenen Auflösungen bis hin zu multimedialen
Assets (Ton, Film, Slides, etc.) in
einem Media Asset Management
System, einer Bilddatenbank, einem
Streaming Server usw. verwaltet.
genaue Absprache der Schnittstelle auf
Wir haben bereits hier einen offen-
beiden Seiten.
sichtlichen Zusammenhang:
Der "Content" im Content Management
VERLAGSERFOLG
System ist genau eine der relevanten
Einheiten, die im PPM Herstellsystem
in die Planung einfließen.
Gregor Wolf,
Geschäftsführer Klopotek & Partner GmbH
27
INTEGRATION
Dies gilt auch für das hochauflösende Cover
im Media Asset Management System, das
I
außerdem noch für die Druckvorstufe mit
N
H
O
S
E
eProcurement
Media
Management
CMS
dem textuellen Content aus dem Content
U
Management System zusammengebracht
werden muss.
PPM
HERSTELLUNG
Wir sehen recht schnell, die Herstellung ist
Groupware
schon im eigenen Verlag darauf angewiesen, dass mehr als ein spezialisiertes DVSystem verwendet wird und funktioniert
Kataloge
und dass Daten und Informationen über
Print
Daten ("Metadaten") mit der Außenwelt
ausgetauscht und abgeglichen werden.
Abb. 1
"Technologie" im Kontext von "Herstellung"
bedeutet, Schnittstellen eleganter zu machen.
Auch hier wieder ein Beispiel:
Wäre es nicht wünschenswert, wenn das
Mit einer noch so guten Planungssoftware "PPM
Herstellung" ist es allein nicht getan. Bereits im
eigenen Haus werden die textorientierten Inhalte
mit einem Content Management System strukturiert und die unstrukturierten Media Assets verwaltet. Zwischen diesen Systemen wird intelligenter Datenaustausch notwendig, der neue
Technologien erfordert.
Content Management System, das ja den
Zustand aller Contents eines Produkts von
"nicht angefangen" bis hin zu "fertig"
kennt, dies dem PPM Planungssystem mitteilen könnte?
Blicken wir über den einzelnen Verlag hinaus (vgl. Abb. 2):
1) Für den Austausch von Daten mit
Autoren, Druckern und Dienstleistern
wird zunehmend Groupware eingesetzt,
eine Software, die Dokumente zwischen
Abb 2
Außerhalb des eigenen Verlags stehen Systeme,
mit denen PPM Daten austauschen wird:
räumlich weit verteilten Akteuren
gemeinsam bearbeiten lässt.
2) Ein enorm wichtiger Datenaustausch
Für den Austausch von Autoren, Druckern und
Dienstleistern wird zunehmend Groupware eingesetzt. In Richtung der Druckerei und verwandter
Dienstleister werden Systeme vernetzt. eProcurementPlattformen werden im Ausschreibungsmanagement
ebenso an Bedeutung zunehmen wie in der
Anbindung strategischer Lieferanten.
findet mit der Druckerei und verwandten Dienstleistern statt (wiederum in
beiden Richtungen).
3) eProcurement-Plattformen werden im
Ausschreibungsmanagement ebenso an
Bedeutung zunehmen wie in der Anbindung strategischer Lieferanten.
Wir werden auch hier einen zunehmenden Bedarf haben, Daten nur einmal zu
halten, Daten und Metadaten auszutau-
I
N
H
O
U
S
E
eProcurement
Media
Management
CMS
schen und gegenseitig über Zustände zu
informieren.
Für unsere strategische Weiterentwicklung
PPM
HERSTELLUNG
Groupware
F
JD
1) Wir positionieren PPM Herstellung als
O
N
IX
von PPM bedeutet das:
das vollständige Planungs-Softwaresystem des Herstellers.
2) Alle Metadaten sollen in PPM verwaltet
und verarbeitet werden. Das erfordert
28
Kataloge
Print
STRATEGIE
komplexe Funktionen mit hohem
2) Wir möchten nicht nur Daten aus PPM,
längst etablierten Austauschformat
Nutzwert, z.B. in der Kalkulation und
sondern auch die Funktionen dazu
für technische Prozesse innerhalb
in der Planung.
bereitstellen. Wenn beispielsweise ein
des "shop floors" zu übergreifen-
Content Management System einen
den Prozessen zwischen Verlag und
3) Contents gehören nicht nach PPM. Da
Contentbearbeitung und -verarbei-
Status in PPM aktualisiert, dann soll es
tung aber Metadaten erzeugen (z.B.
auch in der Lage sein, PPM anzuwei-
4) Die Einheit von Daten und Funktion
Zustände), muss ein neuer, innovativer
sen, den Terminplan neu zu kalkulie-
wird in den Web Services geschaf-
Synchronisationsmechanismus zwi-
ren.
fen und offen gelegt. Drittsysteme
3) Wir möchten die Web Services auf
erhalten Zugang zu PPM Kern-
Systemen entstehen, der die Metada-
neue technische Standards aufsetzen,
ten zu den Contents, die z.B. in der
die mit den Technologien des Internets
Druckerei entstehen, in PPM aktuali-
entstanden sind, und die so neutral
Technologie wird SOAP unterstützt.
siert.
und anerkannt sind, dass sie auf
Der Transport der Daten und die
sehr vielen konkreten Systemumge-
Aufrufbarkeit der Web Services wird
bungen funktionieren.
im LAN, WAN und im Internet
Ohne Anpassungen auf der PPM Seite,
gleichermaßen möglich und ist
Ohne vollständige und konsolidierte
ohne spezielle Konverter und ohne
unabhängig von Hardwareherstel-
Metadaten brauchen wir über geschlos-
spezielle Schnittstellenprogramme soll
sene und effektive Planungs- und Kon-
z.B. jede (!) Druckerei in der Lage sein,
trollprozesse nicht einmal nachdenken.
den Status eines Auftrags an PPM
werden unter dem Begriff
zurückzumelden.
"Klopotek Web Application Server"
Ich halte diese integrierende Herangehensweise für einzig zielführend.
integrierten Metadaten auch die strategische Nutzung von Daten weitgehend als
Ziel abschreiben: Wie oft schon ist eine
Verlagserfolgsrechnung von vorne herein
daran gescheitert, dass die notwendigen
Kernkonzepte und Technologien
Es würde an dieser Stelle den Rahmen
sprengen darzustellen, mit welcher
Softwarearchitektur wir dies erreichen
funktionen.
5) Als plattformübergreifende
lern und Betriebssystemen.
6) Die Klopotek Technologien dazu
technisch zusammengefasst und
entwickelt.
Kehren wir zurück zum "Best of
Breed"?
wollen. Der interessierte Leser sei an die-
Wenn wir im positiven Sinn des
ser Stelle auf unsere weiterführenden
Begriffs darunter verstehen, dass PPM
softwaretechnischen Dokumente verwie-
das Planungskernsystem sein soll, aber
sen (http://www.klopotek.de/puptecnet/
nicht alle Softwareaufgaben in der
Wenn wir den "innovativen Synchronisa-
was/deindex.htm). Ich möchte mich des-
Herstellung und ihrem Umfeld erledi-
tionsmechanismus" für Daten in PPM und
halb auf die überblicksartige Darstellung
gen will, dann, ja.
außerhalb PPM in zukünftigen Versionen
der Kernkonzepte beschränken und die
bereitstellen werden, dann muss dieser
damit verbundenen Schlüsseltechnolo-
übrigens mehr leisten als die altbekannte
gien auflisten:
Daten in 20 Systemen liegen und inhomogen strukturiert sind (davon leben dann
die Data Warehouse Hersteller).
nur Daten austauschen. Wir möchten vielmehr Funktionen offen legen, die Daten
verarbeiten. Um das terminologisch deutlich zu machen, möchte ich im Folgenden
von "Web Services" statt "Schnittstellen"
sprechen und meine damit:
1) Wir möchten Daten zwischen PPM
1) Zukünftige PPM Herstellungsversionen
Wenn wir darunter im negativen Sinn
des Begriffs verstehen, dass für jede
Aufgabe ein beliebiges, aber nur dafür
passendes Softwaretool verwendet
werden über Export- und Import-
werden soll, das ohne Integration mit
schnittstellen hinaus über Web
anderer Software steht, und dass der
Services verfügen, um Drittsysteme
Gesamtplan der Technologielandschaft
besser anzubinden.
eines Verlags dadurch außer Kraft
2) Web Services werden datenseitig auf
XML basieren.
3) Industriestandards, die auf XML basieren, werden implementiert. Zu nennen
also in Echtzeit. Das erlaubt nicht nur
sind insbesondere ONIX und JDF
schnelle Verarbeitungsketten, es redu-
(wenngleich gerade bei JDF eine
ziert auch den Bedarf, Daten an be-
gehörige Portion Skepsis angebracht
liebig viele Stellen zu replizieren. Es
ist, ob und wann JDF den Sprung vom
gesetzt wird, dann, nein.
Das war doch eigentlich auch noch nie
richtig.
VERLAGSERFOLG
und Drittsoftware synchron updaten,
INTEGRATION
Schnittstelle. Wir möchten nicht einfach
STANDARDSOFTWARE
Wir können ohne diese vollständigen und
NEUE TECHNOLOGIEN
schen PPM und den umgebenden
Druckerei schafft).
minimiert auch das Problem, dass
Daten auf dem Transportweg über
Schnittstellen verloren gehen, hängen
bleiben oder falsch konvertiert werden.
Mehr Informationen finden Sie auf der
Klopotek Website unter
http://www.klopotek.de/
puptecnet/was/deindex.htm
29
Produktplanungs- und -managementsystem für Verlage
PRODUKTAUSSTATTUNG
Die Produktausstattung bietet doppelten
Nutzen. Neben den Parametern für den
Produktionsprozess liefert sie gleichzeitig
die Grundlage für die Kalkulation.
PLANDATEN
Plandaten können je Vertriebsweg
über mehrere Jahre erfasst und auf
Monatsebene heruntergebrochen
werden.
PARALLELKALKULATION
Die Parallelkalkulation bietet die Möglichkeit,
mehrere Herstellprojekte gleicher Ausstattung
bzw. verschiedene Ausgaben eines Titels
gleichzeitig zu betrachten. So können z.B.
Übersetzungskosten verteilt und Papierkosten
reduziert werden.
ERWEITERTE KALKULATION
Erweiterte Kalkulation in Excel:
Über einen Button werden Kalkulationsdaten
für mehrere Produktausgaben aus PPM in ein
individuell gestaltbares Excel-Sheet zur
Deckungsbeitragsrechnung übergeben.
30
Herstellung mit PPM ist mehr
STRATEGIE
TERMINPLÄNE
NEUE TECHNOLOGIEN
Terminpläne werden auf der Basis von
Standard-Gerüsten erstellt, Aufgaben
und Abhängigkeiten, verantwortliche
Mitarbeiter und Lieferanten angezeigt.
Zeitfenster werden je Aufgabe berechnet wenn diese nicht eingehalten werden,
werden sie rot angezeigt.
AUFTRÄGE
STANDARDSOFTWARE
Aufträge an Dienstleister unterschiedlicher
Art können vom Herstellprojekt aus
generiert werden, einzelne Posten können
in Bezug zu kalkulierten Kosten vorkontiert
werden. In PPM vorhandene Daten werden
in Word-Templates übergeben.
LIEFERANTENRECHNUNGEN
INTEGRATION
Lieferantenrechnungen können erfasst
und direkt einem oder mehreren Titeln
zugeordnet werden. Sie bilden die
Grundlage für die Ermittlung der
Herstellkosten in der Nachkalkulation.
NACHKALKULATION
VERLAGSERFOLG
Die Nachkalkulation stellt kalkulierte und
tatsächliche Kosten direkt gegenüber und
weist die prozentuale Abweichung aus.
31
VERLAGSERFOLG
Der Spielraum jenseits der Herstellungskosten
Die bis vor wenigen Jahren noch geltende Stetigkeit im Verlagsgeschäft mit Ladenpreisbindung, transparenten Konditionen für Vertrieb, Auslieferung und Handel, leicht kalkulierbaren Honorarkonditionen haben es möglich gemacht, dass z.T. noch bis in heutige
Tage ein einziger Parameter die Kalkulation oder Ermittlung des Ladenpreises für einen
Buchtitel bestimmt hat oder noch bestimmt: die Herstellungskosten.
Mag sich der Multiplikator auf Basis der
Herstellungskosten auch von Verlag zu
Verlag oder von Programm zu Programm
unterschieden haben, mag er auch von
Faktor 5 auf Faktor 7 gestiegen sein, so
galt doch durchgehend für eine erste
Ladenpreisfestlegung, die dann sicher
von Lektorat oder Vertrieb auf Konformität zu den Marktverhältnissen geprüft
und gegebenenfalls verändert worden ist:
Herstellungskosten mal X = Ladenpreis.
Die Ursachen für das lange Festhalten an
solch einer Methode sind zweifelsohne
vielfältiger Natur; aber nicht Thema dieses Überblicksartikels. Wesentlicher scheint
die Fragestellung, was durch solch eine
Methode ausgedrückt wird, ob das Ausgedrückte heutigentags noch Geltung hat
und welche Art von Information unterdrückt wird.
Der ökonomische Verlagserfolg wird
durch die Herstellungskosten bestimmt.
Kein Zweifel, dass die Kalkulation des
Ladenpreises und die darauf basierende
Festlegung dieses Preises den wirtschaftlichen Erfolg eines Titels, eines Programms
und des gesamten Verlages wesentlich
mitbestimmt.
Neuere Entwicklungen stellen tiefer reichende Fragen: Ein geringerer Ladenpreis
hat nach unseren Erfahrungen einen
höheren Absatz zur Folge, nicht notwendigerweise einen höheren Umsatz und
nicht sicher ausreichende Erlöse.
Solche Fragestellungen durch Steuerung
der Herstellungskosten beantworten zu
wollen, muss über kurz oder lang in die
Irre führen. Die Absatzmärkte und Vertriebskanäle, die Geschäftsmodelle, das
Käuferverhalten und die Beschaffung von
Rechten und Lizenzen haben sich in den
letzten Jahren fundamental verändert.
Hinzu kommt, dass der Anteil der Herstellungskosten (indirekt sich niederschlagend in einem steigenden Multiplikator)
auch im traditionellen Verlagsgeschäft
über die Jahre gesunken ist auch und
gerade dank der Anstrengungen der
Herstellungsabteilungen.
Offenbar müssen wir aber feststellen,
dass die Herstellungskosten gegenüber
anderen Sachverhalten und Kostenbestandteilen an Bedeutung verloren
haben.
Früher als gegeben hingenommene
Kosten geraten dagegen als beeinflussbare, entscheidbare und gestaltbare
Kosten in den Blick (Marketingkosten,
Buchhandelsrabatte, Honorarkosten,
Prozesskosten im Verlag). So verlieren
wir im Verlag zunächst einmal die Sicherheit bei der Ladenpreiskalkulation (Was
ist mit mehr Sicherheit kalkulierbar als die
Herstellungskosten?), ohne wirklich etwas
zu gewinnen. Und mit der Sicherheit (die
sicher schon lange eine scheinbare ist) bei
der Ladenpreiskalkulation verlieren wir
gleichzeitig die Sicherheit darüber, wie wir
den wirtschaftlichen Erfolg eines Verlages
steuern können.
Pointiert ausgedrückt geht es damit in
allen Fragen rund um die Verlagserfolgsrechnung, Planungsrechnung und Preiskalkulation heute um die Wiedergewinnung
von Spielraum, der uns infolge der verringerten relativen Bedeutung der Herstellkosten verloren gegangen ist.
Aber wie können wir zuverlässiger über
den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg des
Verlages entscheiden und den Verlagserfolg
mittels bewußter und transparenter Entscheidungen auch ökonomisch beeinflussen?
Genau darüber versuchen aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit unterschiedlichen Fragestellungen die Artikel von Herrn
Dr. Stumpp, von Herrn Tokar, Herrn Hille
und Herrn Wantzen Auskunft zu geben
und in einen Diskurs mit allen Interessierten
zu treten.
Martin Huber
Geschäftsführer Klopotek & Partner GmbH
Podiumsdiskussion Experten im Gespräch: Dr. Henning Stumpp, Kaufmännischer Leiter S. Fischer Verlag, Reinhold Tokar, Geschäftsführer Verlag Walter de Gruyter,
Martin Huber, Geschäftsführer Klopotek & Partner GmbH, Wolf Hille, Kaufmännischer Leiter Bildungsverlag EINS, und Unternehmensberater Stephan Wantzen
(von links nach rechts)
STRATEGIE
Verlagserfolg, Kalkulation und Ergebnisrechnung im Projekt
In der Dimension des Geldes zu entscheiden, kann eine gute Entscheidung bedrohen,
andererseits aber ermöglicht dies erst die richtig gute Entscheidung.
Wolf Hille, Kaufmännischer Leiter, stellte auf dem Forum die Verlags-Ergebnisrechnung
im Bildungsverlag EINS vor.
das Modell der Deckungsbeitrags-
dells das Ineinandergreifen der Klopotek
rechnung mit den entsprechenden
Jahren bei der Verlagserfolgsrechnung auf
Funktionalitäten für die Verlagsprozesse
Verantwortungsbereichen im Unterneh-
die Kombination von Klopotek und SAP.
mit der SAP Finanzsoftware. Umsatz-
men. Geplant wird vom Verlag auf Titel-
Dabei ist SAP das System für Finanzen und
führendes System ist Klopotek; es wird
ebene noch in Excel, eine Klopotek
Controlling, Klopotek wird zur Abwick-
in dieser Hinsicht täglich von allen An-
Erweiterung ist wünschenswert. Frontlist-
lung aller Planungs-, Marketing- und
wendern genutzt. Hervorgehoben wurde
und Backlistanalysen werden ebenfalls in
Vertriebsprozesse eingesetzt. Wie Wolf
die Ergänzung der Klopotek Software (in
Excel mit entsprechenden Downloads
Hille auf dem Forum erläuterte, versteht
Abb. 2: KP) durch Business Objects (BO)
gemacht. Der Herstellpreis pro Nachdruck
der Bildungsverlag EINS seine Verlags-
als Reportingtool, über das der Verlag
wie auch die Honoraraufwände werden
erfolgsrechnung als mehrdimensionales
künftig auch den Umsatz berichten und
innerhalb der Klopotek Software ermittelt.
Modell, das auch nicht ökonomische
analysieren will.
Das Klopotek System ist der Master; die
Größen einbezieht (Abb. 1).
Für die Profit-Center-Rechnung nutzt
Als maßgebliche Einflussgrößen auf die
der Verlag den Standard in SAP. Über
Entwicklung des "Economic profit" (also
Verzweigung in die einzelnen liefernden
einer langfristigen Ertragskraft und
Systeme werden Abweichungen Plan ge-
-fähigkeit von Programm und Gesamt-
gen Ist erkannt, flexible Analysen, z.B.
verlag) sieht Wolters Kluwer Umsatz und
nach Kundengruppen, Regionen, etc.
Ergebnis, die Kapitalbindung, aber eben
können im täglichen Zugriff erfolgen.
auch Veränderungen von Geschäftspro-
Die deckungsbeitragsbezogene Sicht
zessen und marktlichem Umfeld.
wird wiederum im Projektsystem SAP
Kernstück der Verlagserfolgsrechnung
abgebildet.
als konkrete Ausprägung des "Eckes"
ist die mehrstufige
Deckungsbeitragsrechnung, mit der am
teil ist, dass mit der Nutzung der Standardsoftware die Arbeitsprozesse in das
System integriert sind, z.B. werden so fehlende Verträge, fehlende Kalkulationen
pro Nachdruck oder eventuelle zusätzliche
Risiken zeitnah und nicht erst am Jahresende erfasst.
Den großen Vorteil, sämtliche Informatio-
Anhand der Ergebnisrechnung des
Bildungsverlags EINS zeigte Wolf Hille
Ende das Betriebsergebnis ermittelt wird
nen in der Klopotek Software erfasst zu
haben, sieht Wolf Hille am Beispiel
Nachdruck: Die Herstellkosten pro Nachdruck werden in Klopotek berechnet und
(Abb. 2).
Abb. 1
zur Sicht auf Deckungsbeiträge. Der Vor-
INTEGRATION
Umsatz / Ergebnis
regelmäßige Übertragung in SAP ist nötig
STANDARDSOFTWARE
Wolf Hille erläuterte anhand dieses Mo-
Wolters Kluwer Education, setzt seit drei
NEUE TECHNOLOGIEN
Der Bildungsverlag EINS als Teil von
Abb. 2
VERLAGSERFOLG
VERLAGSERFOLG
in SAP gemäß FiFo der Wareneinsatz gem.
Geschäftsführung und Kaufmännischer
notwendig, aber oft auch risikobehaftet,
Umsatzkostenverfahren ermittelt. Für
Leitung gezeichnet werden kann.
sie bedürfen einer genauen Entscheidungs-
jeden Nachdruck gibt es einen Herstellpreis pro Stück, der über mehrere Stufen
hergeleitet ist.
Wenn sich eine Idee entwickelt, wird im
Klopotek System ein Herstellprojekt angelegt. Das bedeutet, für eine Neuauflage
oder Neuerscheinung gibt es einen so
genannten Projektpass, in den sämtliche
relevante Daten wie USP, also Verkaufsargumente, und Kostenplanungen, Terminplanungen und sonstige marketingrelevante Informationen in die Klopotek
Software eingegeben werden. Über eine
bestimmte Funktion können alle wichtigen Datenfelder abgesucht und
nötig
wenn
ein bis zu 20-seitiges Dokument
Die Rolle des ökonomischen Verlagserfolgs als Gestaltungsgröße für die Zukunft
oder die unmittelbare Gegenwart wurde
in der Expertenrunde des Forums angesprochen: Auf die Frage, wie dies im
Bildungsverlag EINS, gerade auch als Konzernunternehmen (mit möglicherweise
Programmsegmente und über Terminplanung usw. abgefragt werden. Ergebnis
ist ein integrierter Entscheidungsprozess
auf Basis einheitlicher Daten über verschiedene Stationen, der am Ende von
Mitte."
Instrumente blieb die Frage, welche Rolle
eine Programmkollektion, über Veröffent-
in diesem Modell dem Hersteller zukommt,
lichungszeitpunkte, etc.), praktiziert wer-
von vielen immer wieder als graue Emi-
de, erläuterte Wolf Hille das Verhältnis
nenz im Verlag angesehen:
von Drei-Jahres- und Ein-Jahresplanung:
Löst das Modell des Bildungsverlags EINS
Der Bildungsverlag EINS entwickelt als
jekt enthält und von den Entscheidungs-
Markt, über Kundenerwartungen, über
Wahrheit liegt immer irgendwo in der
Verlagserfolg und seine Controlling-
besetzenden Marktsegmenten. Darauf
Software in Pflichtfeldern Parameter zum
auch ein Budget zu genehmigen. Die
fluss auf Entscheidungen wie z.B. über
Zielen zu Umsatz, Ergebnis und noch zu
Investitionsentscheidung, für die von der
zu managen, zu steuern und uns dafür
Abschließend zu Wolf Hilles Vortrag über
relevanten Informationen zu einem Pro-
Damit gibt es eine formal abgesicherte
"Insofern versuchen wir die ganzen Ideen
Gesamtunternehmen oder direktem Ein-
Rahmen eine Drei-Jahres-Planung mit
den kann.
ein Projekt weitergeführt wird oder nicht.
bestehenden Ergebnisvorgaben für das
generiert werden, das alle entscheidungs-
trägern geprüft und unterschrieben wer-
findung und Festlegung von Milestones, ob
diese graue Eminenz durch den Controller
ab?
"Da kann ich ja nur "nein" darauf antwor-
ten. Definitiv ist bei uns die Herstellungsaufsetzend erfolgt die Ein-Jahres-Planung, funktion wichtig, enorm wichtig, weil wir
die die Markt-, Umsatz- und Ergebnisziele im Deckungsbeitrag 1 erst mal gucken, ob
feiner herunterbricht und die den Verant-
wir da oben gut sind und was man sich
wortlichen, ausgehend von ihrer Drei-
dann auch unten erlauben kann. Und das
Jahres-Planung, die Ziele vorgibt.
kann nur ein Hersteller; er muss die
Das heißt, es werden Umsatzziele von
Lieferantenkontakte, die Kalkulationen
unten nach oben entwickelt und mit Vor-
durchführen und die Entwicklung im Markt
stellungen von oben nach unten abgegli-
beobachten. Der Controller hat die Zahlen
chen, um sich in der Mitte zu treffen. So
im Auge und greift nur ein, wenn irgend-
wird ein Konsens erreicht, der das
was nicht stimmt."
Commitment der Beteiligten darstellt.
Die Besetzung neuer Marktsegmente ist
Der Bildungsverlag EINS hat die Herstellung Anfang des Jahres dezentralisiert.
Statt der bisherigen Zentralherstellung
Präsentation von Wolf Hille auf dem Forum “from editorial to market”
arbeiten jetzt in den Verlagsbereichen
Herstellerteams. Zentral sind nur noch
Funktionen wie Lieferantenmanagement,
Einkauf oder Qualitätsmanagement.
"Die Hersteller in den Verlagsbereichen
haben eine eminent wichtige Bedeutung in
dem Zusammenspiel zwischen Redaktion
und Vertrieb und müssen auch am Puls der
Zeit sein, was die Verlagsziele angeht.
Also zu der Frage: Ablösung der Rolle des
Herstellers durch den Controller:
Ganz klar nein."
34
STRATEGIE
Kalkulation von Datenbank- und Onlineprodukten
am Beispiel des Verlags Walter de Gruyter
NEUE TECHNOLOGIEN
Seit drei Jahren bietet der Verlag Walter de Gruyter Datenbanken online
an, am bedeutendsten ist hierbei das medizinische Wörterbuch Pschyrembel.
Die Weiterentwicklung einer Onlineversion zu einer Datenbank hat die
komplexen Anforderungen auf Kundenseite und die Unterschiede zur Printproduktion gezeigt. Geschäftsführer Reinhold Tokar referierte auf dem Forum.
Hohe Aktualisierungserwartung, modula-
Reinhold Tokar der Branche allerdings
Hinzu kommen unterschiedliche Ver-
re Produktgestaltung und -varianten so-
noch ein gängiger Standard zur Kalku-
marktungswege, so etwa der Vorrang
wie Schnittstellen, um Kundendaten in
lation der Kosten und Preisfindung;
des Direktvertriebs gegenüber Buch-
verschiedenen Medien (Portale, Intranet,
unterschiedliche Systematiken sorgen
handlungen oder die Zusammenarbeit
Extranet) mit den Verlagsdatenbanken in
zudem für Intransparenz.
mit Vertriebspartnern für diese Produkt-
Beziehung zu setzen, sind Stichworte, die
Reinhold Tokar, Geschäftsführer Verlag
dem Forum zur Herstellung im Verlag
hervorhob.
und Onlineprodukten ist die größere
Vielfalt und Variabilität gegenüber
Printprodukten zu berücksichtigen.
Mehr Kostenarten und unterschiedliche
Zentrales Hosting bringt eine Menge
Kostenkategorien (z.B. hoher Investi-
Vorteile mit sich, weil Einrichtungs- und
tionsanteil mit kalkulatorischen Ab-
Verwaltungskosten um ein Vielfaches
schreibungen), anders geartete Produkt-
sinken können, wenn auf nur eine Daten-
lebenszyklen, verschiedene Preisarten
bank zugegriffen wird.
entsprechend den Geschäftsmodellen
In der Preisgestaltung wird vom Kunden
Transparenz gefordert, um Online-Datenbanken wie andere Medienformen (CDROM oder Buchausgabe) auch vor dem
Hintergrund Preis-/Leistungsverhältnis
und eine Vielzahl von Ausgabeformen
die in der Kalkulation eine Rolle spielen, kommen Herstellungs-, Entwicklungs- und Betriebskosten hinzu.
Produktionssysteme sind am Laufen zu
halten, Servicesysteme, Hostingplattformen usw. zu unterhalten.
Letztendlich
das ist die Erfahrung im
Verlag Walter de Gruyter
führt dies
dazu, dass vielfach Prozesse im Verlag
neu überdacht werden müssen.
abhängig von der Modularität der Pro-
Wenn man sich in einem größeren
dukte und unterschiedlichen Aktualisie-
Umfang darauf einlässt, Online- und
rungszyklen
Datenbankprodukte anzubieten, dann
bilden Parameter für
verschiedene Varianten der Kalkulation.
muss man
so Reinhold Tokar
bereit
INTEGRATION
sein, die Herstellungsprozesse,
prüfen zu können. Hier fehlt nach
Abb. 1
form (Abb. 1). Zu diesen Kostenarten,
STANDARDSOFTWARE
Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, auf
Bei der Kalkulation von Datenbank-
Abb. 2
VERLAGSERFOLG
35
VERLAGSERFOLG
Entwicklung, Produktion und Vermark-
Entscheidend ist, Daten nur einmal zu
tung im Verlag zu verändern (Abb. 2).
erfassen und wiederzuverwenden;
Die hohen Basisinvestitionen, die der
Verlag zu leisten hat (Content Management System, Klopotek Verlagssoftware,
Content-Beschaffung und medienneu-
also die für die Planung erfassten
Daten dann im Soll-Ist-Vergleich zu
verwenden. Unproduktive Daten-
Verlagserfolg vom
Produkt und vom
Kunden her messen!
doppelerfassung entfällt damit.
trale Aufbereitung) führen weg von einer
Als wesentlich dafür sieht Reinhold
Einzelprodukt-orientierten Kalkulation.
Tokar den problemlosen Datenaus-
Seit jeher versucht die Verlagskalkulation
Es ist stärker in Werktypen und Produkt-
tausch bzw. die Datenzusammen-
den Erfolg der Verlagsleistung vom Pro-
gruppen zu denken und zu vermarkten.
führung zwischen den verschiedenen
dukt her zu bewerten.
Das Einzelprodukt an der Spitze der
Systemen. Hier muss der Aufwand für
Dabei sollen Preise unter Berücksichtigung
Pyramide trägt dann nur noch die Anpas-
Pflege, Abgleich und Aktualisierung
geplanter Erlöse, Kosten und herzustellen-
sungskosten des Werktyps. Für Walter de
vermindert werden; Standardschnitt-
der Mengen gefunden werden. Mit Hilfe
Gruyter ist die Integration der Kalkula-
stellen zur FiBu von der Verlagssoft-
der Deckungsbeitragsrechnung hat sich
tion in eine Produktgruppenkalkulation
wareseite her sorgen für diese Ver-
ein Verfahren etabliert, das die Kalkula-
das nächste Ziel bei der Erweiterung der
ringerung des Arbeitsaufwandes.
tionsaufgaben über alle Verlagsmedien
Standard-Deckungsbeitragsrechnung.
Denn Ziel
so Reinhold Tokar
muss
Reinhold Tokar stellte das integrierte
sein, mehr Arbeit in die Analyse und
vierstufige Deckungsbeitragsmodell von
Entscheidungsfindung stecken zu
Walter de Gruyter vor, das in die Erfolgs-
können.
hinweg zufriedenstellend abbildet. Gleich
ob Bücher, Zeitschriften, Loseblatt-Werke
oder CD-ROMs, die Produktkalkulation für
den einzelnen Titel ist als Planungs- und
Steuerungsinstrument in der Verlagspraxis
rechnung eingeht (Abb. 3) und erläuterte
eine feste Größe.
die Erweiterungen und Modifikationen:
Anfangsinvestition, Vertriebskosten,
Dabei werden häufig typische Schwächen
Lizenz- und Wartungsgebühren, Aufwen-
ihrer Darstellung übersehen: Zum einen
dungen für eine Zugangs- und Vertrags-
werden meist nur Aussagen getroffen,
verwaltung.
Mit Herstellungskosten, Umsatz und
Rohbeitrag sind die Grobkosten erfasst,
die bei Walter de Gruyter in die Wirtschaftsplanung einfließen. Es folgt die
Planung für Produktgruppen, für Profitcenter und dann die Zusammenführung
für das Gesamtunternehmen.
Die vollständigen Präsentationsfolien
des Vortrags und den Bericht zur
Arbeitsgruppe Zeitschriften-Workflow im
Verlag Walter de Gruyter finden Sie unter
http://www.klopotek.de/mmo/pub/
30063-WEB.pps
die den Absatz ganzer Auflagen bzw.
vorher geschätzter Mengen voraussetzen,
ohne periodengerechte Abgrenzungen zu
treffen; zum anderen bleiben immer wichtiger gewordene Fragen wie die Beeinflussung des Erfolgs durch Nutzung
unterschiedlicher Vertriebswege genauso
unberücksichtigt wie die durchdachte
Darstellung aller Verwertungsmöglichkeiten erworbener Rechte.
Als besonders unbefriedigend muss allerdings der Übergang von der Einzeltitel-
Abb. 3
kalkulation zu größeren Planungseinheiten wie Produktgruppen- oder ProfitCenter-Rechnungen angesehen werden.
Unter den üblichen Bedingungen der
Mischkalkulation fehlt es an Planungssicherheit und Entscheidungskriterien,
wenn die Verlagserfolgsrechnung beim
einzelnen Titel stehen bleibt und nicht in
der Lage ist, Einflüsse unterschiedlich
hoher Deckungsbeiträge und damit Chancen und Risiken einzelner Programmentscheidungen im Zusammenhang mit dem
Gesamterfolg abzubilden. Hier liegen
große Anforderungen an zukünftige
Modelle der Verlagskalkulation:
36
STRATEGIE
Die Planung des Erfolgs von Produkt und Produktgruppen sollte ergänzt werden durch Instrumente
der Kundenerfolgsrechnung. Die Verlagskalkulation der Zukunft wird nach Auffassung von Stephan
Wantzen ohne Aussagen zur Profitabilität von Kundenbeziehungen nicht mehr auskommen können.
Stephan Wantzen ist seit sechs Jahren Berater für Verlage und hat sich auf Fragen der
Betriebswirtschaft spezialisiert.
Dafür sprechen nach Stephan Wantzen
wahl als bewusste Strategie genutzt
Daten, die sich aus Einzelentscheidungen
unter anderem folgende Gründe:
werden.
ergeben, die aber erst im Zusammenhang
ihre Relevanz auf den Verlagserfolg als
ganzen ausdrücken.
Unterschiedliche Rabatte und Konditionen für Verlagsprodukte erfordern
neben dem Umsatzkriterium weitere
Die Kostenseite der Kundenpflege
wird transparent. Mit ihrer Hilfe
können Werbe- und Marketingmaßnahmen optimiert werden.
Durch die Ausdifferenzierung der Ver-
Qualifikationen im Kundenportfolio.
triebswege und der Kundenbeziehungen
Durch Kundendeckungsbeiträge kön-
wird eine Ergänzung der Perspektive der
nen Kunden in profitable und weniger
Verlagserfolgsrechnung notwendig.
profitable Kunden unterschieden
Die alleinige Planung vom Produkt her
werden.
sollte um Instrumente der Kundener-
Durch eine entsprechende Kunden-
Mit Hilfe der Deckungsbeitragsrechnung
folgsrechnung erweitert werden.
erfolgskontrolle kann die Kundenaus-
kann der Erfolgsbeitrag einzelner Kunden
NEUE TECHNOLOGIEN
Zusammenführung und Verdichtung von
Quantifizierbare und qualifizierbare
Ziele der Kundenbeziehung können
unterschieden und genau definiert
werden.
oder bestimmter Kundengruppen dargezeigt (s. Abb.). Eine solche Rechnung bietet die Chance, neben der Umsatzstärke
eines Kunden zusätzliche Aussagen darüber zu gewinnen, an welcher Stelle welche Kosten in der Kundenpflege entste-
STANDARDSOFTWARE
stellt werden, wie das Beispiel ausführlich
hen.
Sind die Werbekostenzuschüsse angemessen? Sollte der Kunde öfter besucht werden? Ist die erzielte Deckungsspanne auskömmlich?
Die Bedeutung von Kundendeckungsbeiträgen für die Erfolgsrechnung in
zeitig darauf einzustellen, die notwendigen Daten und Informationen so aufzubereiten, dass sie abrufbar sind, wenn sie
INTEGRATION
Verlagen wird wachsen. Es gilt sich früh-
gebraucht werden.
Investitionen in Leistungen und Produkte
müssen sich rechnen. Und das tun sie
nur, wenn die Verlagskunden wirtschaftlich ausreichende Deckungsbeiträge
ermöglichen.
VERLAGSERFOLG
Die ausführliche Präsentation
von Stephan Wantzen zum Thema
Verlagserfolgsrechnung finden Sie unter
http://www.klopotek.de/mmo/pub/31408-WEB.pdf
VERLAGSERFOLG
Controlling der Rechteakquise
Beim S. Fischer Verlag in Frankfurt liegt der Fokus des Controlling auf dem der Herstellung
und dem Vertrieb vorgelagerten Prozess der Akquisition von Rechten. Für den Publikumsverlag gilt, dass die Entscheidungsqualität an dieser Stelle von wesentlicher Bedeutung für
die gesamten weiteren Prozesse ist.
Einen neuen Aspekt brachte
Deshalb steht die Akquisitionsentschei-
Dr. Henning Stumpp, Kaufmännischer
dung für das Controlling im Zentrum
Leiter S. Fischer Verlag in Frankfurt
des Interesses.
und verantwortlich für die Bereiche IT,
Rechnungswesen und Controlling, in
die Diskussion des Forums.
Abb. 1
Position anhand der technischen
Parameter in den Bereichen, die die
Obwohl 30% der Kosten in der
Herstellung verantwortet. Eine Ver-
Herstellung verantwortet werden,
änderung von Ausstattung und
interessiert nach seiner Erfahrung den
Umfang beeinflusst zwar die Stück-
Controller des Publikumverlages
kosten
abhängig von der Auflagen-
zunächst eine ganz andere Größe, die
stärke
hat aber eine weitaus
am Anfang des Prozesses steht: die
geringere Wirkung als die richtige
Akquise von Rechten.
Kalkulation der Absatzwerte (Abb. 2).
Wirkmächtige Faktoren werden nicht
Die Entscheidungsparameter für die
in der Herstellung determiniert, son-
Qualität der Kalkulation der Produkte,
dern wesentliche Entscheidungen kön-
für die eine Akquisitionsentscheidung
nen und müssen zum Akquisitionszeit-
getroffen wurde, sieht Dr. Stumpp zu
punkt bereits getroffen sein (Abb. 1).
ca. 30 % durch den technischen
In der Rechteakquise liegt inzwischen
Wareneinsatz bedingt, weitere
einer der größten Kostenfaktoren, der
Faktoren sind die Deckung hoher
auch dann über Erfolg oder Misserfolg
Vorauszahlungen an den Autor, die
entscheidet, wenn in der Herstellung,
Werthaltigkeit des Rechts und not-
im Marketing oder im Vertrieb Kosten
wendige Wertberichtigungen. Absatz,
und Prozesse optimiert worden sind:
Wareneinsatz, Vertriebs- und Mar-
Es ist nur das wirklich optimierbar, was
Abb. 2
Dr. Stumpp konkretisierte diese
am Anfang in den Prozess eingespeist
wurde.
ketingkosten spielen bereits bei der
Akquiseentscheidung eine Rolle.
Die zentrale Entscheidung, die hier zu
Das Optimierungspotential ist abhängig von den vorhandenen bzw. eingekauften Rechten; falsche Einkaufsentscheidungen können durch noch so
stark verbesserte Prozesse
Aufberei-
treffen ist, erfordert ein Zusammenspiel vieler einflussreicher Größen,
weshalb nicht nur herstellerisches
Know-how erforderlich ist (Abb. 3).
Akquisition ist kein technischer Begriff,
tung in den Lektoraten, Marketing-
der in Form einer Kalkulation konkre-
überlegungen, Nachdrucke und Neu-
tisiert wird. Akquisition ist Ausdruck
auflagen
dafür, dass zum frühestmöglichen
werden.
nicht mehr kompensiert
Zeitpunkt
nämlich zum Zeitpunkt
der Entscheidung über den Erwerb
eines Rechtes und die Konditionen für
Abb. 3
38
diesen Erwerb
die Informationen,
STRATEGIE
die für die Einschätzung des Absatzes
Alle Produkte, die mit
des Titels wichtig sind, gesammelt
einem Recht zusammen-
werden. Zum frühestmöglichen Zeit-
hängen, müssen in der
punkt müssen hier alle Entscheidungen
Gesamtschau betrachtet
getroffen werden können, die für die
werden können.
Entwicklung des Absatzes des Titels
wichtig sind. Außerdem müssen die
daraus resultierenden programmatiden können.
hob Dr. Stumpp besonders
hervor, dass Informationen,
die am Beginn der Prozesskette gewonnen werden,
Das heißt, mit der Akquise des Rechts
im operativen System
wird bereits die programmatische
S. Fischer Verlag die Klopo-
Vorentscheidung getroffen, ob hier
tek Software
z.B. der Schwerpunkttitel für den näch-
gung stehen und bei Ver-
sten Herbst oder ein B-Titel geplant
änderungen angepasst
wird oder welcher Schwerpunkt in
werden müssen.
Marketingaufwendungen gesetzt
werden muss (Abb. 4).
im
zur Verfü-
kann im Prozessverlauf
gen Informationen und die richtigen
und aktuell zugreifen, sei
Informationen, zumindest so weit sie
es der Controller für die
zu diesem Zeitpunkt verfügbar sind,
Jahresplanung, sei es der
an einem Punkt zu sammeln. Das lässt
Programmverantwortliche,
sich durchaus mit systematischer Unter-
der seine Zielvereinbarun-
stützung bewerkstelligen; aber was
gen überprüfen muss.
So wird das Verlags-Know-
STANDARDSOFTWARE
jeder Entscheider zeitnah
ein System?
Abb. 4
Auf diese Informationen
Die Kunst liegt also darin, die wichti-
heißt das für die Anforderungen an
NEUE TECHNOLOGIEN
schen Implikationen abgeleitet wer-
Neben weiteren Faktoren
Abb. 5
how gebündelt, steht in
Anforderungen an die System-
den Operativsystemen zur
unterstützung (Abb. 5)
Verfügung und wird zur
weiteren Beobachtung der
An erster Stelle steht für Dr. Stumpp die
Programmqualität genutzt.
Berücksichtigung aller Einflussfaktoren.
Für den S. Fischer Verlag
einsatz und die genauen Stückkosten
sieht Dr. Stumpp das
betrachtet und kalkuliert, kann eine
Klopotek System als Daten-
Wertberichtigung auf Honorar oder
quelle für viele Informatio-
Bestand eine solche Kalkulation schnell
nen; er würde es aber
hinfällig machen. Alle Produkte und
begrüßen, sämtliche Funk-
sämtliche Verwertungsstufen wie Hard-
tionen dieses komplexen
cover, Taschenbuch, Nebenrechtever-
Prozesses in dem Standard
kauf, Hörbuch etc. müssen berücksich-
abgebildet zu sehen.
INTEGRATION
Wenn man nur den technischen Waren-
Abb. 6
tigt werden. Für die Planung des
Controllers ist es weiterhin wichtig,
eine lebenszyklusübergreifende Betrachtung vornehmen zu können und
Teil im Verhältnis dazu zu sehen. Damit
ist dann ein wichtiger Teil der Jahresplanung unterstützt. Planen, Steuern
VERLAGSERFOLG
den für das Geschäftsjahr relevanten
Die Abbildungen sind der Präsentation von
Dr. Henning Stumpp auf dem Forum
“from editorial to market” entnommen,
die ausführliche Darstellung finden Sie unter
http://www.klopotek.de/puptecnet/
forumherstellung/deindex.htm
und Kontrollieren, d.h. Plan-IstAnalysen, müssen systematisch erfolgen.
39