Cor Corcooning Wohnwelten 2013 - GRÜNBECK

Transcription

Cor Corcooning Wohnwelten 2013 - GRÜNBECK
CORCOONING
NICE TO SEE › NICE TO KNOW › NICE TO HAVE
GRÜNBECK
einrichtungen
1050 Wien, Margaretenstraße 93
Tel: +43 (0)1 544 83 39
www.gruenbeck.co.at
www.cor.de 2013
Schöne Aussichten
Bright prospects
Unsere Neuheiten haben wir in diesem Jahr in einem
kleinen Wasserschloss im nordrhein-westfälischen
Kempen inszeniert. Das 700 Jahre alte, sorgfältig
­restaurierte Schloss bietet die ideale Umgebung für
zeitlos-modernes Interieur – und jede Menge groß­
artiger Ein- und Ausblicke.
This year we presented our new products at a small
moated castle in the North Rhine-Westphalian town of
Kempen. The 700-year-old, carefully restored castle is
the ideal setting for timelessly modern interiors – and
no end of superb insights and spectacular views.
Bei manchen befindet er sich am Fenster, bei
anderen am Küchentisch, Dritte wiederum schätzen
zuallererst den Platz vorm Kamin. Fast jeder hat
seinen ganz persönlichen Lieblingsplatz, von dem
aus er auf die Welt blickt (oder sich von ihr erholt).
Viele dieser Lieblingsplätze werden von uns ausgestattet, und zwar mit Lieblingsmöbeln, auf denen
es sich besonders tief entspannen lässt.
Dazu gehören ab Mai 2013 auch die Suiten der
exklusiven MS Europa 2, die mit Sesseln und Sofas
von COR auf den Weltmeeren unterwegs sein und
ihren Passagieren ganz neue Ausblicke eröffnen
wird. Inspirationen für ähnlich komfortable, aber
ortsansässige Arbeits-, Meeting- und Hoteleinrichtungen bietet unsere neue „contract“-Ausstellung
im COR und interlübke Haus. Wir zeigen dort unter
anderem, wie sich Arbeitsräume deutlich wohnlicher
und das Arbeiten daheim viel gemütlicher gestalten
lassen. Ein intelligentes Beispiel dafür ist Volt, ein
neuartiger Energie-Versorger, der uns überall dort
Strom liefert, wo wir ihn gerade benötigen. Dank
Volt werden wir künftig vermehrt dort arbeiten, wo
wir es wollen – und nicht mehr dort, wo wir müssen.
Mancher Arbeits- wird sich auf diese Weise zum
echten Lieblingsplatz wandeln (und umgekehrt). Das
ist, wie ich finde, eine überaus erfreuliche Aussicht.
For some it is by the window, for others at the
kitchen table, and others again like the place by
the fireside best of all. Almost all people have their
own personal favourite place from where they look
upon the world (or recover from it). Many of these
favourite places are furnished by us – with favourite
pieces of furniture providing particularly deep
relaxation.
As from May 2013, these will also include the
suites of the exclusive MS Europa 2 which will sail
the seas with easy chairs and sofas from COR and
present its passengers with completely new vistas.
Inspiration for equally comfortable, but more locally
based workplace, meeting and hotel furniture is
provided by our new “contract” exhibition in the
COR und interlübke Haus. Amongst other things,
this is where we show how workspaces can be made
significantly more homely and working at home much
more comfortable. An intelligent example comes in
the form of Volt, a new kind of energy supplier
which provides us with power wherever we happen
to need it. Volt will enable us to work increasingly
where we want to – and no longer where we have to.
In this way, many workplaces will be transformed
into genuine favourite places (and vice versa). And
I consider that to be a very bright prospect.
Leo Lübke, Geschäftsführender Gesellschafter | Managing Partner
› Inhalt Contents
Sinus
Design R. Adolf & H.-J. Schröpfer
› 30
Rawi
Design Kleene & Assmann
Mell
› 24
Design Jehs & Laub
›1 4
Rawi
Design Kleene & Assmann
Neuheiten
New ranges
Mell lounge
Design Jehs & Laub
› 06
Spezifikationen Specifications › 36 Maritimes Mobiliar Seafaring furniture › 38 COR Volt COR Volt › 40
Designerporträt Designer profile › 42 COR Preis Wohnen und Design COR Living and Design Award › 46
› 18
Jalis
Design Jehs & Laub
› 32
Wohnwelten Living worlds › 52 Kollektion Collection › 62 Beziehungskisten Cor-relations › 64
Das COR und interlübke Haus The COR und interlübke Haus › 68 Unternehmen Company › 70
Mell Lounge
Design Jehs & Laub
8
› Neuheit Mell Lounge New range Mell Lounge
9
Mell Lounge ist ein spannungsvoller Charakter: außen kantig, innen rund, dabei durchdacht bis
ins Detail. Das erfährt man nicht nur als lässigen Sitzkomfort, sondern auch durch den grafischen
Verlauf der Nähte. Die Stahlkufen sind zudem so filigran, dass Mell zu schweben scheint. Wer
­genauer hinschaut, entdeckt an ihnen noch gerundete Winkel – Details, die für minimalistische
Eleganz stehen.
Mell Lounge is an engrossing character: angular on the outside, round on the inside, and well thoughtout to the last detail. This is made evident not only in the form of casual seating comfort, but also by
the graphic progression of the seams. In addition, the steel skids are so delicately formed that Mell
­almost appears to be floating. A closer look reveals that it has rounded corners – details that denote
minimalist elegance.
12
› Neuheit Mell Lounge New range Mell Lounge
13
82/75
87/75
Breite/Tiefe
95/95
190/95
120/95
120/95
160/95
190/95
50/95
95/95
160/95
47/92
92/92
157/92
Mell Lounge ist nicht nur Sofa und Sessel, sondern auch Kissen und Kuschelecke, Verbindungs­-­
teil, Hocker und Tisch. Zusammen ergibt das Sitzlandschaften nach eigenem Bedarf: immer
­bequem und von jener besonderen Leichtigkeit, die die feinen Stahlkufen an Tischen und Sitzmöbeln vermitteln.
Mell Lounge is not just a sofa and easy chair, but also cushions and a comfort zone, connection
­element, footstool and table. Taken together, the result is seating landscapes that meet individual
requirements: always comfortable and with a special lightness that is conveyed by the fine steel
skids on the tables and seating furniture.
Mell
Design Jehs & Laub
16
› Neuheit Mell New range Mell
17
Breite/Tiefe
82/75
87/75
75/75
120/75
160/75
190/75
50/75
75/75
160/75
47/72
72/72
157/72
Wer es einfacher mag, für den gibt es Mell in einer etwas strafferen Version. Die Rückkissen
fehlen hier. Die Sitztiefe ist geringer und eine aufrechtere Sitzhaltung damit gewährleistet.
Was gleich bleibt, ist die spannungsvolle Wirkung zwischen der geradlinigen Außenseite und
den haptischen Rundungen der Lehnen, dazu die schmalen Kufen und natürlich der sehr
hohe Sitzkomfort.
For those who like it even simpler, there is a somewhat firmer version of Mell. It has no back
cushions. The seating depth has been reduced, prompting a more upright seating position.
What has remained unchanged is the fascinating effect created between the straight exterior
and the tangible roundness of the armrests, plus the narrow skids and, of course, the high
degree of seating comfort.
Rawi
design Kleene & Assmann
20
› Neuheit Rawi New range Rawi
21
Ob mit oder ohne Armlehnen, Rawi lädt zu aufrechter und definierter Haltung ein. Dafür steigt
die Sitzfläche vorne rundlich an und fällt sanft nach hinten ab: die perfekte Welle für langes
Sitzen und Austausch in gemütlicher Runde. Der Vierbeiner steht für stabile Verhältnisse, der
Freischwinger federt noch etwas schöner, als man es bei diesem Stuhltypus gewohnt ist, dafür
sorgen die nach hinten geöffneten Kufen.
Whether with or without armrests, Rawi encourages an upright, defined posture. The seating
surface rises roundly at the front and drops away gently to the rear: the perfect wave for sitting, for
longer ­periods of sitting and chatting cosily in a group. The four-legged version stands for stability,
while the cantilever variant is sprung even more pleasantly than is usual for this kind of chair,
thanks to the skids which are open to the back.
Rawi
design Kleene & Assmann
26
› Neuheit Rawi New range Rawi
27
Sofa und Sessel, beide mit der prägnant geschwungenen Sitzfläche, stehen für korrektes wie
­komfortables Sitzen. Hier lümmelt man nicht herum, sondern sitzt aufrecht und legt, wenn
Bedarf nach Ruhe besteht, die Beine gepflegt auf den dazugehörigen Hocker. Beide gibt es mit
klassischen Holzfüßen oder eleganten Stahlkufen, das Sofa dazu in drei Breiten.
The sofa and easy chair, both with strikingly curved seating surfaces, are synonymous with correct
and comfortable sitting. They are not for slouching, but for sitting upright or, if rest is required,
putting your feet up in style on the matching stool. Both come with classic wooden feet or elegant
steel skids; the sofa is available in three widths.
30
› Neuheit Sinus New range Sinus
Sinus
design R. Adolf & H.-j. Schröpfer
Sinus ist ein moderner Klassiker von 1976, 2004 wurde er zum 50-jährigen Firmenjubiläum von
COR neu aufgelegt. Heute haben wir seine Polster noch einmal weicher gemacht, so wie es die
­Designer Adolf und Schröpfer vorgesehen hatten. Das Ergebnis ist ein Einzelsessel, der beweist:
Für extreme Bequemlichkeit braucht es keine schweren Fauteuils. Sinus wirkt schwerelos
modern, schwingt leicht, und wer sich einmal auf den markanten Polstern niedergelassen hat,
will nie wieder woanders Platz nehmen.
Sinus is a modern classic from 1976, and in 2004 it was relaunched to mark CORs 50th anniversary.
Today we have made its upholstery even softer, as originally intended by the designers Adolf and
Schröpfer. The result is an individual easy chair which proves that heavy wingbacks are not necessary to ensure extreme comfort. Sinus appears to be airily modern as it rocks lightly. And anyone
who has come to rest on the distinctive upholstery will never want to sit anywhere else.
Jalis
Design Jehs & Laub
35
Jalis ist der Stuhl, dessen Polster wie Kissen wirken und genauso bequem sind. Bislang gab es ihn
mit vier verschiedenen Gestellen, aber das einfachste fehlte noch: vier Beine aus Holz. Das liefern
wir nun nach und wie so oft ist das Einfache gar nicht einfach. Die Beine aus massiver Eiche oder
Nussbaum sind mit einer Stahl-Holz-Konstruktion aufwändig konstruiert und können auch lackiert
oder nach Wunsch gebeizt werden. Sie haben einen trapezförmigen Grundriss, verjüngen sich
nach unten und haben damit das gewisse Etwas, das ein COR Möbel auszeichnet.
Jalis is the chair whose upholstery has the appearance of cushions and is just as comfortable.
Until now it came with four different frames, but the simplest part was still missing: four legs made
of wood. We are now rectifying this situation and, as is so often the case, the simple things are not
­simple at all. The solid oak or walnut legs are intricately designed with a steel and wood construction
and can also be lacquered or stained as required. They have a trapezoidal footprint, taper to the
bottom and therefore possess that certain something which distinguishes a piece of COR furniture.
› Spezifikationen Specifications
36
37
Passt, sitzt und hat Platz – Merkmale und Maße
unserer neuen Modelle Vital statistics – features
and dimensions of our new models
Jalis
57
49
57
60
57
Mell Lounge
160
95
75
75
75
72
72
66
72
75
95
190
75
47
160
120
95
190
120
75
22
22
66
66
66
66
120
22
87
34
72
75
82
75
190
72
95
72
50
160
87
42
42
42
82
72
60
75
72
57
160
72
49
42
75
50
72
87
81
81
87
42
42
Mell
157
72
117
72
55
95
43
78
95
78
190
78
160
78
120
95
66
66
66
66
Rawi
176
196
67
7380
67
73
55
73
80
55
55
34
117
43 85
64
43
64
50
64
58
64
50
55
Sinus
47
92
55
55
92
157
55
67
85
55
58
80
55
92
22
22
92
67
55
85
73
73
48
47
67
78
50 x 50
22
80 x 50
73
85
67
37
43
95
78
78
120
78
66
156
98
72
98
78
57
72
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› Maritimes Mobiliar Seafaring furniture
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Hamburg
Amsterdam
Antwerpen
Honfleur
MS Europa 2
Routen Routes
123 Häfen, 26 Routen 123 ports, 26 routes
Westliches & östliches Mittelmeer, Arabische Halbinsel, Asien
Western and eastern Mediterranean, Arabian Peninsula, Asia
Architektur Architecture
Länge 225 m, Breite 27 m, Tiefgang 6,3 m
225 metres long, 27 metres wide, 6.3 metres draught
11 Decks, 8 Restaurants, 6 Bars und Lounges
11 decks, 8 restaurants, 6 bars and lounges
Planung Design: Partner Ship Design, Hamburg
Bau Construction: STX Europe, Saint-Nazaire, 2013
La Rochelle
251 Suiten Suites
2 Owner-Suiten inklusive Veranda à 114 m²
2 owner’s suites including veranda of 114 m²
Teilweise mit 24-h-Butlerservice und privater Dampfsauna
Partly with 24-hour butler service and private steam sauna
COR Sofa: Conseta (Sonderedition special edition)
COR Einzelsessel Easy chairs: Quant & Shrimp
COR Stuhl chair: Quant
Bordeaux
Bilbao
Leixoes
Luxusliner ahoi!
Luxury liner ahoy!
Noch wird in den Docks im französischen SaintNazaire fieberhaft an ihr gearbeitet. Mit jedem Tag
aber nimmt die EUROPA 2 und damit ein Kreuzfahrtschiff wahrhaft königlichen Zuschnitts Gestalt an.
Nach der Taufe am 10. Mai in Hamburg wird das
zweite Flaggschiff von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten zu
seiner Jungfernfahrt aufbrechen, die von Hamburg
über französische und spanische Häfen bis nach
Lissabon führt. Mit an Bord: 516 Passagiere, mehr
als 370 Crewmitglieder sowie exklusive Sitzgelegenheiten von COR.
Die EUROPA 2 ist das legere und moderne Schwesterschiff des – laut Berlitz Cruise Guide 2013 – weltweit
einzigen Fünf-Sterne-plus-Kreuzfahrtschiffes MS
Europa. Passagieren der EUROPA 2 stehen 251 hochwertig eingerichtete Suiten zur Verfügung, die über
komfortable Maße von 28 bis 99 Quadratmetern,
private Veranden und teils sogar eigene Dampfsaunen verfügen. Entspannen werden sie auf Sesseln,
Bänken und Stühlen der COR Möbelserien Shrimp
und Quant sowie Sofas des COR Klassikers Conseta,
die das verantwortliche Planungsbüro Partner Ship
Design für die Suiten ausgewählt hat. Schon als
Schreinergeselle habe er Consetas in Wohnungen
getragen, sagt Siegfried Schindler, Innenarchitekt
und Geschäftsführer bei Partner Ship Design. „Mit
dem Designklassiker Conseta verbindet mich eine
fast lebenslange Freundschaft.“ In die Bezüge der
Consetas für die EUROPA 2 wurden eigens ChenilleFasern eingewebt, die ihren Oberflächen eine
besonders angenehme Haptik verleihen.
Die Sonder­edition der Conseta können Liebhaber
ab sofort von COR erwerben – und auf diese Weise
daheim einen ähnlichen Luxus wie in den Suiten
der EUROPA 2 genießen.
Lissabon
Work at the docks in the French town of Saint-Nazaire is
still in full swing. With each passing day, however, the
EUROPA 2 is taking shape as a cruise ship of truly regal
proportions. Following the naming ceremony on 10
May in Hamburg, the second flagship of Hapag-Lloyd
Cruises will set off on its maiden voyage from Hamburg
via French and Spanish ports to Lisbon. Also on board:
516 passengers, more than 370 crew members, and
exclusive seating from COR.
The EUROPA 2 is the leisurely and modern sister ship
of – according to the Berlitz Cruise Guide 2013 – the
world’s only five-star-plus cruise ship, the MS Europa.
Passengers on board the EUROPA 2 have 251 superbly
equipped suites at their disposal, featuring comfortable
dimensions from 28 to 99 square metre, private
verandas and in some cases even their own steam saunas.
They will be able to relax on easy chairs, benches and
chairs from the COR furniture series Shrimp and
Quant and sofas from COR’s classic Conseta range, all
selected for the suites by the responsible design agency
Partner Ship Design. In his days as a journeyman
carpenter, Siegfried Schindler, interior designer and
managing director at Partner Ship Design, used to
carry Consetas into people’s homes: “I have enjoyed an
almost lifelong friendship with the design classic
Conseta”. Chenille fibres have been woven specially
into the Conseta covers for the EUROPA 2, making
their surface particularly pleasant to the touch.
Fans can already purchase the special edition of
Conseta from COR – and thus enjoy the luxury of
the EUROPA 2 suites in their own home.
40
› COR Volt COR Volt
41
Arbeitsplatz war gestern. Heute
erledigen wir die Arbeit einfach
dort, wo es uns gefällt.
The workplace was yesterday.
Today we simply work where
we like.
Wir machen es uns gemütlich, klappen unseren
Laptop auf. Klinken uns bequem per WLAN ins
Datennetz ein. Und arbeiten, kommunizieren und
spielen genau dort, wo die Arbeit sich nicht wie
Arbeit anfühlt.
We make ourselves comfortable, open our
laptops. Hook up to the data network easily via
wireless LAN. And work, play and communicate
precisely in those places where work does not
feel like work.
Für die nötige Energie sorgt COR Volt. Drei Meter
Kabel gewährleisten eine zuverlässige Verbindung
ans Stromnetz. Zwei Einsatzfronten lassen sich
wahl­weise mit Stromstecker-Einsatz oder DoppelUSB-Anschluss ausstatten und bieten daher den
besten Anschluss für Laptop, Tablet-PC, Smartphone,
Handy, Klemmlampe und Spielkonsole. Ähnlich
unkompliziert ist die Installation des Energie-Versorgers, denn COR Volts Kabel lässt sich bei vielen
Sofas und Sesseln einfach entlang der Armlehne
unsichtbar zur Steckdose führen. Sein Steckerkopf
wiederum schmiegt sich harmonisch in die Ritze
zwischen Polster und Lehne ein – und sorgt unauffällig für all die Energie, die wir zum Arbeiten,
Kommunizieren und Spielen brauchen.
The necessary power is supplied by COR Volt. A
three-metre cable ensures a reliable connection
to the mains. Two front panels can be fitted
optionally with a power socket element or a dual
USB socket, thus providing the perfect connection for a laptop, tablet PC, smartphone, mobile
phone, clip lamp or games console. The power
supplier is just as convenient to install because
with many sofas and easy chairs Volt’s cable can
simply be laid invisibly along the armrest to the
plug socket. Its plug head also snuggles effortlessly into the gap between cushion and armrest,
discreetly providing all the power we need to
work, communicate and play.
Fast Facts
D/A
› Cremeweißer Einsatz, Kabel und Gehäuse in mattem Schwarz (Soft-TouchOberfläche) Cream-white inset, cable and housing in matt black (soft touch surface)
› Einsatz wahlweise mit Schutzkontakt-Steckdose, Doppel-USB -Anschluss,
F
französischer oder schweizerischer Dose Inset optionally with safety socket, dual
USB connection, French or Swiss socket
› 3,0 Meter hochflexibles, matt schwarzes Anschlusskabel 3.0 metre highly flexible,
CH
matt black mains lead
› 100 % made in Germany 100 % made in Germany
› VDE-geprüft, abgesichert bis 16 A V DE-tested, fused up to 16 A
USB
42
› Designerporträt Designer profile
39
Jetzt wird die
Arbeit gemütlich
Work’s about
to get cosy
Uwe Fischer ist nicht nur der Erfinder von COR Volt,
sondern auch von Scope und Affair – Möbeln, die
das Arbeiten menschlicher und gemütlicher gestalten.
Ein Gespräch mit dem Designer über Lieblingsplätze,
Arbeitswelten und das Verschwinden des Feierabends.
Uwe Fischer is the inventor not only of COR Volt, but also
of Scope and Affair – furniture which makes working more
human and more comfortable. An interview with the
designer about favourite places, working environments
and the gradual disappearance of home time.
CorCooning Wie kommt man eigentlich auf die Idee,
Sofas und Sessel zu elektrisieren?
Uwe Fischer Das ist ganz einfach: Wenn man wie ich viel
auf Reisen ist und unterwegs arbeitet, sucht man immer
wieder vergeblich nach einem Stromanschluss. Nicht
umsonst sieht man auf Flughäfen, in Bahnhöfen, in
Hotellobbys oder Cafés überall Leute, die vor irgendwel­chen Steckdosen hockend ihren Laptop oder ihr Handy
aufladen. Denn mit Daten können wir uns heute vielerorts
per WLAN durch die Luft versorgen. Für Strom jedoch
brauchen wir immer noch einen Anschluss. Den haben
wir jetzt mit COR Volt geschaffen.
CorCooning ... wie bei jeder wirklich sinnvollen Neuheit
fragt man sich, warum eigentlich nicht schon früher
jemand auf die Idee gekommen ist.
Uwe Fischer Nun, etwas Ähnliches gab es ja bereits:
die Verlängerungsschnur. Mit COR Volt aber haben wir das
Ende der Verlängerungsschnur so ausgelegt, dass sie sich
perfekt in Fugen von Sesseln und Sofas einfügen lässt.
Mit COR Volt kann man daher dort arbeiten, wo man mag – und nicht mehr nur dort, wo eine Steckdose in der Nähe ist.
CorCooning What gave you the idea of
electrifying sofas and easy chairs?
Uwe Fischer It’s quite simple: when you
travel a lot like I do, working on the move,
you’re constantly searching in vain for a
power connection. At airports, railway
stations, in hotel lobbies and cafés, you
always see people crouching in front of plug
sockets in order to charge their laptops or
mobile phones. These days we can access
data in many places through the air via
wireless LAN. For power, however, we still
need a connection. Now we have created
one: COR Volt.
CorCooning ... as with every really sensible
new invention, the question arises as to
why no-one came up with the idea before.
Uwe Fischer Well, we did already have some­thing similar: the extension lead. With COR
Volt, however, we have designed the end of
the extension lead so that it can be inte­­grated perfectly into the gaps of easy chairs
and sofas. This means that, with COR Volt,
you can work wherever you want to – and not
only where there is a plug socket nearby.
44
› Designerporträt Designer profile
45
CorCooning Wo arbeiten Sie
persönlich am besten?
CorCooning So COR Volt is the perfect
complement to Scope – a modular and
rather distinctive piece of furniture.
Why does Scope look the way it does?
Uwe Fischer Ich bin da ziemlich konservativ und klappe
meinen Laptop nach wie vor am liebsten an einem Tisch
auf. Aber meine Frau und meine Söhne arbeiten gern
entspannt auf dem Sofa, meine Tochter nimmt ihren
Laptop sogar mit ins Bett – auch wenn sie dort vermutlich
weniger arbeitet, sondern auf Facebook unterwegs ist ...
CorCooning Where do you
personally work best of all?
Uwe Fischer I’m rather conservative in
that respect and still prefer to set up my
laptop at a table. My wife and my sons,
on the other hand, like to work while
relaxing on the sofa, and my daughter
even takes her laptop to bed with her –
though she’s more likely to be on Facebook than working . . .
CorCooning COR Volt ist damit eine perfekte Ergänzung zu Scope –
einem modularen und ziemlich charakteristischen Sitzmöbel.
Warum sieht Scope so aus, wie Scope aussieht?
Uwe Fischer Am Anfang unserer Entwurfsarbeit stand eine Frage:
Was braucht heute ein funktionales, komfortables, sinnvolles
Sitzmöbel für die Arbeitswelt, auf dem man gerne Platz nimmt?
Antwort: Es sind gar nicht so viele Dinge. Man braucht erstens eine
Sitzfläche, auf der man sich nicht eingeschränkt fühlt; zweitens
ein wenig Ablagefläche für Zeitung, Handy oder Arbeitsunterlagen
und drittens ein bisschen Ruhe. Scope bietet all das. Scope ist eine
Insel, auf der man ungestört lesen, telefonieren, arbeiten, ausruhen
und sogar schlafen kann. Das ist heute eine enorme Qualität –
nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch zu Hause, wo Scope zu
unserer großen Freude ebenfalls häufig eingesetzt wird.
CorCooning Was glauben Sie: Wie wird sich unser Arbeiten
in den nächsten Jahren verändern?
Als Gestalter ist Uwe Fischer enorm vielseitig: Der Frankfurter
Industriedesigner entwarf nicht nur erfolgreiche Möbel und
Leuchten, sondern auch das Leitsystem des Frankfurter Flughafens, die Serviceeinrichtungen für die Messe Frankfurt
und die Ausstellungshalle auf der Gipfelstation der Zugspitze.
Nebenbei lehrt er an der Stuttgarter Akademie der Bildenden
Künste Industrial Design.
As a designer, Uwe Fischer is exceptionally versatile: the Frankfurt-based industrial designer
is responsible for creating not only successful
furniture and lamps, but also the guidance system for Frankfurt Airport, the service facilities
for Messe Frankfurt and the exhibition hall at the
Zugspitze summit station. In addition, he teaches
industrial design at the Stuttgart State Academy
of Art and Design.
Uwe Fischer Die Digitalisierung von Arbeitsprozessen wird nach wie
vor als ein enormer Beschleuniger wirken. Aus Büro-Angestellten
werden zusehends Arbeitsnomaden, die ihren Laptop nicht mehr am
persönlichen Schreibtisch, sondern an ganz verschiedenen Orten
aufklappen. Dennoch wird das Büro nicht verschwinden, im Gegenteil: Auch Nomaden suchen Nähe, Zugehörigkeit, eine Heimat und
den persönlichen Austausch mit den Kollegen. Dafür braucht es
immer noch das Büro als sozialen Raum und Heimat.
CorCooning Das klingt alles sehr optimistisch.
Uwe Fischer Das bin ich auch. Allerdings gibt es auch eine Schattenseite der Entwicklung: Wer im Prinzip immer und überall arbeiten
kann, läuft schnell Gefahr, es immer häufiger zu tun. Der klassische
Feierabend, an dem man abschaltet und ausruht, ist akut vom
Aussterben bedroht. Die Digitalisierung hat enorme Vorteile, aber
im Umgang mit ihr müssen wir uns alle noch üben. Ich selbst bin
da keine Ausnahme.
Uwe Fischer When we began working on
the design, we focused on one question:
what does a functional, comfortable,
meaningful piece of seating furniture –
which is also a pleasure to sit on – need
today? The answer is that it doesn’t
require so many things at all. Firstly, you
need a seating surface which doesn’t
make you feel restricted; secondly, some
shelf space for newspapers, mobile phone
or documents; and thirdly, a bit of peace
and quiet. Scope provides all of these.
Scope is an island on which you can read,
talk on the phone, work, rest and even
sleep without being disturbed. These days
that constitutes a very special quality –
not just in the working environment, but
also at home where, to our great delight,
it is also used frequently.
CorCooning What do you think: how
will our way of working change in the
coming years?
Uwe Fischer The digitisation of work processes will continue to have an enormous
accelerating effect. Office staff are increasingly becoming working nomads
who no longer set up their laptops at their
own personal desk, but at all kinds of
locations. Nevertheless, the office will not
disappear. On the contrary, nomads also
want to be close to other people, to have a
sense of belonging, a home and personal
interaction with their colleagues. And this
still requires an office as a social space
and a home base.
CorCooning That all sounds
very optimistic.
Uwe Fischer That’s just how I feel. There is,
however, a downside to this development:
anyone who can basically work anywhere
at any time soon runs the risk of doing so
more and more frequently. The traditional
act of “calling it a day”, i. e. switching
off and resting after work, is acutely
threatened with extinction. Digitisation
has great advantages, but we all still
need time to get used to it. I myself am
no exception.
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› COR Preis Wohnen und Design COR Living and Design Award
47
Brauchen Möbel Patina, müssen sie Geschichte haben? Sind Retro-Trend und Shabby Chic jetzt Zeitgeist?
Max Fellmann und Dr. Till Krause gehen dem neuen Hang zum (künstlich) alten Möbel nach. Ebenso a
­ müsant
wie tiefgründig und informativ. Damit haben sie die Jury überzeugt und den ersten Preis gewonnen. Aber am
besten, Sie lesen selbst ...
Does furniture need a patina, must it have a history? Are retro and shabby chic todays zeitgeist?
Max Fellmann and Dr Till Krause examine the new love of (artificially) old furniture. Amusingly, profoundly
and informatively. This convinced the jury and earned them first prize. Youd best read it for yourself. . .
Läuft ja wie gehobelt: Neue Möbel, die so tun, als seien
sie schon uralt, sind der Renner. Aber warum eigentlich? Sieben Fragen an einen eigenartigen Trend.
Was soll das Ganze?
Am schönsten ist der Trick mit dem Schlüsselbund.
Man nimmt so einen richtig großen Hausmeisterring,
20 bis 30 Schlüssel, und zieht ihn mit Wucht über eine
Tischplatte, immer und immer wieder. Nach einer
Viertelstunde sieht der Tisch aus, als hätten schon fünf
Generationen dran gegessen: überall kleine Dellen,
Kratzer, Löcher, Unebenheiten. Wenn Möbel gebraucht
aussehen sollen, ist Unregelmäßigkeit alles. Würde
man die Ecken einer Kommode von einem Automaten
abschleifen lassen, sähen sie alle gleich aus. Damit
alles echt gebraucht aussieht, hilft nur: selber schleifen,
hauen, kratzen. Von Hand. Stundenlang. Mal heftig,
mal sanft, so uneinheitlich wie möglich.
Aber wozu der ganze Aufwand? Weil heute nichts
so antiquiert wirkt wie Dinge, die neu aussehen. Patina
ist alles. Immer mehr Menschen kaufen am liebsten
Möbel, die zumindest so wirken, als hätten sie Geschichte. Aber klären wir erst mal ein paar Begriffe:
„Vintage“ bezeichnet eigentlich alles, was alt ist
(zum Beispiel den berühmten Eames-Chair).
Sehr häufig aber wird der Begriff auch verwendet für
Gegenstände, die nur so aussehen, als seien sie alt.
„Retro-Design“ bedeutet in der Regel: neu gemacht,
aber nach Vorlagen aus früherer Zeit (ein fabrikneuer
Sessel, der dem Eames-Chair ähnelt).
„Shabby Chic“ bedeutet: künstlich angegammelt
(ein neuer Sessel, der so aussieht, als hätte er schon zu
Charles Eames’ Zeiten in einem Wohnzimmer gestanden).
A chip off the old block: new furniture that pretends to
be ancient is all the rage. But why is this the case? Seven
questions on a peculiar trend.
What’s it all about?
The best example is the trick with the bunch of keys.
You take a really big janitor’s metal key ring with 20 to 30
keys on it and drag it heavily across a table top, again and
again. After a quarter of an hour the table looks as if
people have been eating at it for the past five generations;
it’s covered in little dents, scratches, holes and imperfections. If furniture is supposed to look used, irregularity is
everything. If you were to grind the corners off a chest of
drawers with a machine, they would all look the same. For
everything to look genuinely used, there’s only one thing
for it: grind, bash and scratch it yourself. By hand. For
hours on end. At times vigorously, at others gently, and as
unevenly as possible.
But why go to all this trouble? Because these days
nothing appears more antiquated than things that look
new. Patina is everything. More and more people prefer
to buy furniture that at least looks as if it has a history.
But let us clarify a few terms first:
“Vintage” actually describes anything old (for example
the famous Eames chair). However, the term is also applied
very frequently to objects that only look as if they are old.
“Retro design” usually means newly made, but
following templates from former times (a brand-new easy
chair that is similar to the Eames chair).
“Shabby chic” means artificially scruffy (a new easy
chair that looks as if it was already standing in someone’s
living room in the days of Charles Eames).
Und wer will sowas haben?
Glaubt man den Zahlen der Möbelindustrie: eine
Menge Leute. Franz Hampel, Sprecher der Fachgruppe Möbel im Mittelstandsverbund, sagt: „Shabby
Chic liegt voll im Trend: Unsere Verkaufszahlen zeigen,
dass besonders jüngere Menschen immer mehr Möbel
im alten Stil kaufen.“ Das gute alte Versandhaus Otto
gibt an, die Häufigkeit des Suchbegriffs „Vintage Möbel“
habe sich zwischen Sommer 2011 und Sommer 2012
verdoppelt. Michael Eck vom Hamburger Möbelhaus
„Die Wäscherei“ berichtet, er mache 20 bis 30 Prozent
seines Umsatzes mit Vintage-Produkten, bald sollen
es 40 Prozent werden.
Wem nützt es was?
Der Möbelhändler Jürgen Reiter führt gut gelaunt durch
die Halle im Norden Münchens, in der er die Stücke
seiner Geschäftskette Kare präsentiert. Drei Stockwerke
voller Möbel, viele schreiend bunt und kitschig; immer
mehr aber auch dezent, warme Holztöne, gebrochener
Lack, Gebrauchsspuren. Sie wirken antik – und sind
gerade mal ein paar Wochen alt. Der Rheinländer Reiter
lacht viel und gern, seine Firma war vor 30 Jahren nur
eine kleine, etwas schräge Möbelkette in München,
heute hat Kare 400 Angestellte und Läden in fast 40
Ländern.
SZ-Magazin: Vor ein paar Jahren hatten Sie noch
fast keine Vintage-Möbel im Angebot, heute jede Menge.
Wie viel genau?
Jürgen Reiter: Fast ein Drittel. Wir haben dafür
sogar eine eigene Produktlinie. Die Leute stehen so
sehr auf alte Anmutung, wir kommen kaum hinterher.
And who wants this stuff?
If one believes the figures of the furniture industry, a lot
of people do. Franz Hampel, spokesman for the furniture
section of the Mittelstandsverbund (mid-size industry
association) says: “Shabby chic is all the rage: our sales
figures show that young people in particular are increasingly buying old-style furniture”. The good old mail-order
firm Otto Versand claims that the frequency of the search
term “vintage furniture” doubled between summer 2011
and summer 2012. Michael Eck of the Hamburg furniture
store “Die Wäscherei” reports that he makes 20 to 30 per
cent of his turnover with vintage products, and that
the figure will soon reach 40 per cent.
WHO IS IT OF USE TO?
The furniture dealer Jürgen Reiter is in good spirits as
he leads us through the hall in the north of Munich where
he presents the items of his business chain Kare. Three
storeys full of furniture, much of which is gaudy and
chintzy; but there are also more and more subdued, warm
wooden tones, chipped paint, traces of use. They appear
to be antique – and are actually just a few weeks old.
Reiter, a Rhinelander, likes to laugh and does so frequently.
30 years ago his company was just a small, slightly
eccentric furniture chain in Munich; today Kare has 400
employees and stores in nearly 40 countries.
SZ-Magazin: A few years ago you still had almost
no vintage furniture in your range, now you have it in
abundance. How much exactly?
Jürgen Reiter: Almost a third. We even have our own
product line. People are so much into the old look & feel
that we can hardly keep up.
49
Das kann dauern. Am Ende hat so eine Kommode vielleicht
fast so viel abgekriegt wie eine 100 Jahre alte Kommode –
nur eben innerhalb von ein paar Tagen.
Sie altert also im Zeitraffer.
Genau! Und wenn Sie da in Indien in der Werkstatt
stehen, da geht es zu wie bei der spanischen Inquisition:
Die hauen mit neunschwänzigen Eisenpeitschen auf
Tische ein. Da hab ich selber schon mitgemacht, toll!
Und was sagen die indischen Handwerker dazu, dass
sie für den komischen Mann aus Europa Möbel extra
kaputtmachen sollen?
Die finden das natürlich eigenartig. Aber es gibt
prinzipiell eine Schizophrenie des Marktes: je reicher
ein Land, umso besser gehen da unsere angegammelten
Möbel. Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen
dem Wohlstand und der Sehnsucht nach dem Einfachen.
Warum verkaufen sich die künstlich gealterten
Möbel so gut?
Die Kunden wollen weg vom einfach Reproduzier­
baren. Bei Vintage ist jedes Stück ein Unikat, die
Kratzer sind nie an der gleichen Stelle. Es geht um
Individualisierung.
Aber wie individuell ist es, wenn bei zwei bau­
gleichen Kommoden der Kratzer mal einen Zentimeter
weiter links oder rechts ist?
Das klingt jetzt etwas arg pragmatisch, aber:
Was wollen Sie machen, wenn es nun mal nicht genug
echtes Altes gibt?
Wo lassen Sie die Möbel herstellen?
Wir arbeiten mit Herstellern in der ganzen Welt,
aber am besten sind die Inder – die wissen genau, wie
man Möbel auf alt trimmt.
Welche Techniken kommen zum Einsatz?
Oh, das ist doch quasi unser Coca-Cola-Rezept!
Das geben wir nicht einfach raus.
Ist es denn so kompliziert?
Nur so viel: Bei manchen Möbeln sind es bis zu
sieben Arbeitsschritte, erst Lack, dann mit dem Bunsenbrenner ran, damit er aufspringt, dann die nächste
Lackschicht, die wiederum verkratzen, dann wieder
ein bisschen Thermik …
Why does artificially aged furniture sell so well?
The customers want to get away from the repro­
ducible. With vintage furniture, every piece is unique,
the scratches are never in the same place. It’s about
individualisation.
But how individual is it when the scratches on two
otherwise identically constructed chests of drawers are
a centimetre more to the right or left?
This may sound a bit over-pragmatic, but what are
you going to do if there simply isn’t enough old stuff
around?
Where do you have the furniture made?
We work with manufacturers all over the world,
but the best ones are in India – they know exactly how
to antiquify furniture.
What techniques are used?
Ah, now that is like asking for the Coca-Cola recipe!
It is not something we simply reveal.
Is it that complicated?
I’ll tell you this much: for some furniture it can take
anything up to seven work steps. First the paint,
applying the Bunsen burner until it cracks, then the
next layer, which is scratched, then apply a bit more
heat ... it can take a while. At the end, a chest of drawers
can have gone through almost as much wear and tear
Geht es nur um Möbel?
Absolut nicht! Der Trick mit der Alterung sorgt vor
allem in der Mode schon seit Jahren für Umsatz: Gucci
verkauft handgefärbte Handtaschen und Schuhe mit
Patina-Effekt, Miu Miu hat ein Plisseekleid auf den
Markt gebracht, das wie von Motten zerfressen aussah,
Schmuckdesigner wie Arielle de Pinto setzen auf an­ge­schwärztes Silber. Jeans und Hemden mit Löchern,
ab­genutzten Bündchen oder gekonnt unsauberer
Vernähung gibt es sowieso von allen – Polo Ralph
Lauren, Acne, Closed, Levi’s, Diesel.
Inzwischen werden auch Gegenstände auf alt ge­trimmt, von denen man es nicht erwarten würde. Zum
Beispiel Gitarren. Die E-Gitarren der Marke Fender hat
jeder schon mal gesehen: Jimi Hendrix, Eric Clapton und
Kurt Cobain haben sie gespielt. Doch die Instrumente
der Stars sehen nicht aus wie Gitarren aus dem Laden.
Sondern ziemlich abgeschrammelt – eben so wie ein
Instrument, mit dem man jeden Abend auf der Bühne
steht: Dellen, Kratzer, abgesprungener Lack.
„Viele Menschen wollen eine Gitarre, die genauso
ramponiert daherkommt“, sagt Tim Houben, „also
erfüllen wir ihnen diesen Wunsch.“ Houben ist ge­­lernter Zupfinstrumentenmacher mit Elvis-Frisur und
Turnschuhen, auf seine Unterarme sind F-Löcher
­tätowiert, wie Geigen sie haben. Im Keller der deutschen Fender-Zentrale in Düsseldorf steht er an einer
Werkbank und zeigt, wie man eine neue Gitarre so
zurichtet, als hätte sie 40 Jahre Rock’n’ Roll hinter sich.
Vor ihm liegt ein Gitarrenhals, scheinbar uralt – aber
fabrikneu. Houben beschreibt, was er damit gemacht
hat: Lack mit einer Klinge abziehen, mit grobem Schleif­papier drübergehen, dann eine Mischung aus Ölen und
Pigmenten einreiben, noch mal schleifen, bis das Ahornholz richtig verwittert aussieht. Um den Lack einer
Gitarre schön rissig hinzukriegen, wird sie in einem
speziellen Raum behandelt, den man nur mit Gasmaske
betreten darf, weil dort mit Chemiekeulen wie Wasserstoffperoxid hantiert wird. Von den teuersten handge­
fertigten Gitarren ab 3500 Euro aufwärts werden rund
80 Prozent mit künstlichen Schrammen verkauft,
schätzt Ralf Benninghaus-Fliedner, der DeutschlandChef von Fender.
as one that’s 100 years old – except that it’s only been
a few days.
So it’s fast-motion ageing.
Exactly! And when you’re standing in the workshop in India it’s like the Spanish Inquisition: they’re
thrashing tables with a cat o’-nine-tails. I’ve had a go
myself. It’s great!
And what do the Indian craftsmen think about the
strange man from Europe who asks them to damage
furniture on purpose?
Naturally, they find it odd. But there is a basic
schizophrenia in the market: the richer the country,
the better shabby-looking furniture sells. There is a
definite correlation between prosperity and the desire
for simplicity.
DOES IT ONLY APPLY TO FURNITURE?
Absolutely not! The ageing trick has been boosting sales
for years, particularly in the fashion business. Gucci
sells hand-dyed handbags and shoes with a patina effect,
Miu Miu has launched a pleated dress that looks as if it’s
been eaten by moths, jewellery designers like Arielle de
Pinto are focusing on blackened silver. Jeans and shirts
full of holes, worn cuffs or deliberately clumsy stitching
are already being produced by all the big names – Polo
Ralph Lauren, Acne, Closed, Levi’s, Diesel.
In the meantime, objects are being antiquified that
come as something of a surprise: guitars, for example.
Everyone has seen the electric guitars made by the
Fender company: Jimi Hendrix, Eric Clapton and Kurt
Cobain played on them. But the instruments played by
the stars do not look like the ones in the shops. In fact,
they look pretty beaten up – like an instrument that is
played every night on the stage: dented, scratched, with
the paint chipped.
“Many people want a guitar that looks just as
battered,” says Tim Houben, “so we fulfil this wish for
them.” Houben is a qualified plucked instrument maker
with an Elvis hairdo and sneakers. He has f-holes like
the ones on violins tattooed on his forearms. In the
basement of the German Fender headquarters in
Düsseldorf he stands at a workbench and demonstrates
how to mess up a guitar so that it looks as if it has 40
years of rock ’n’ roll under its belt. In front of him lies
a guitar neck, seemingly ancient, but actually brand
new. Houben describes what he’s done with it: scraped
paint off with a blade, gone over it with rough sand­
paper, rubbed in a mixture of oils and pigments, then
sanded it again until the maple wood looks well and
truly weathered. To make the paint on a guitar nice and
cracked it is treated in a special room which can only
be entered wearing a gas mask because hazardous
chemicals such as hydrogen peroxide are used. Of the
most expensive handcrafted guitars costing upwards
of 3,500 euros, some 80 per cent are sold with artificial
scrapes and scratches, estimates Ralf BenninghausFliedner, the boss of Fender Germany. “The people who
spend that kind of money buy not only an instrument,
but the right history to go with it at the same time.” Or
at least an illusion of it.
50
› COR Preis Wohnen und Design COR Living and Design Award
„Wer so viel Geld ausgibt, kauft nicht nur ein Instru­ment, sondern auch gleich die passende Geschichte
dazu.“ Zumindest die Illusion davon. In Amerika gibt
es eine eigene Fabrik, in der ein gutes Dutzend Fach­
leute nagelneue E-Gitarren mit Eisspray, Bimssteinen,
Schlüsselbund und Feilen ramponiert.
Muss das sein? Houben, der Instru­menten­bauer,
zuckt mit den Schultern. „Am Anfang war es schon
eine Überwindung, ein neues Instrument mit
Werkzeug zu malträtieren.“ Aber viele finden es
nun mal cooler, wenn eine Gitarre so wirkt, als
hätten sie damit schon Hunderte Konzerte gespielt.
Die künstliche Alterung wird auch da immer
populärer, wo es um Dinge geht, die uns eher kühl
und technisch erscheinen. Seit Jahren wächst die
sogenannte Steampunk-Bewegung: Computertüftler
bauen für ihre Rechner Verkleidungen aus Holz und
Gusseisenimitat, bis sie aussehen, als stammten sie
aus einem Roman von Jules Verne. Futurismus einer
vergangenen Epoche. Da verbinden sich Nostalgie
und moderne Technik zu einer Art Parallelgegenwart – der Gedanke dahinter: Es könnte heute eben
auch alles ganz anders sein, als es gerade ist.
WAS SAGT ES ÜBER UNS AUS, WENN WIR
AUF ALT GETRIMMTE SACHEN KAUFEN?
„Der Mensch wird in der funktionellen Umwelt
nicht heimisch.“ Auf dieses Prinzip geht im Grunde
alles zurück. Der Philosoph Jean Baudrillard hat
die Sehn­sucht nach scheinbar individuellen Gegen­
ständen schon in den Sechzigerjahren beschrieben.
Sein Befund von damals: Unser Alltag wird von
Dingen bestimmt, die aus Fabriken kommen;
Massenwaren für einen Massenmarkt. Daraus hat
sich eine typische Verhaltensweise entwickelt: Wenn
wir mit etwas Neuem konfrontiert sind, versuchen
wir immer erst mal, es in etwas Vertrautes zu
verwandeln. Das nimmt uns die Angst vor dem Unbekannten. Die Kulturtheoretikerin Susan Pearce
ging vor ein paar Jahren noch einen Schritt weiter.
Sie bezeichnet die Objekte, mit denen wir uns umgeben, als Zeichen unserer Identität: „Sie erzählen
die eigene Lebens­geschichte in einer Art und Weise,
die sonst unmöglich wäre.“ Ein Schrank oder eine
Gitarre sind also immer mehr als bloße Gegenstände –
sie drücken auch aus, wie wir von anderen gesehen
werden wollen. Künstlich gealterte Dinge sollen
sagen: Seht her, ich habe gelebt. Ein guter Trick in
Zeiten, in denen Möbel nicht mehr von Oma geerbt,
sondern bei Ikea gekauft und nach dem zweiten
Umzug weg­geschmissen werden. Baudrillard nennt
moderne Gegenstände „reich an Funktionalität,
aber arm an Bedeutsamkeit“. Also muss die Be­
deutsamkeit irgendwie rein in die Möbel, in die
Jeans oder die Gitarre – notfalls mit Gewalt. Der
Dreh setzt sich überall in unserem Alltag fort: Wir
fotografieren mit Handys, die ein altbekanntes
Verschlussklicken von sich geben. Und wenn das
Handy klingelt, dann gern mit dem Ton eines
Apparats von 1930.
In America there is a special factory where more than a
dozen specialists assault brand-new electric guitars with
ice spray, pumice stones, bunches of keys and files. Is
that really necessary? Houben the instrument maker
shrugs his shoulders. “At the beginning I really had to
force myself to ill-treat a new instrument with tools.” But
the fact is that a lot of people find it cooler if their guitar
looks as if they’d played hundreds of concerts with it.
Artificial ageing is also becoming more and more
popular when it comes to things that we perceive as being
cold and technical. The so-called steampunk movement
has been growing for years: computer nerds build wooden
and imitation iron cladding for their PCs until they look
like something from a Jules Verne novel. It is the futurism
of a bygone age. Nostalgia and modern technology
combine to form a kind of parallel present – the idea
behind it being that everything today could also be
quite different to how it currently is.
WHAT DOES IT SAY ABOUT US WHEN WE
BUY STUFF THAT IS MADE TO LOOK OLD?
“Human beings do not feel at home in a functional environment.” Basically, everything goes back to this principle.
The philosopher Jean Baudrillard already described the
yearning for seemingly individual objects in the 1960s. His
conclusion at the time: our everyday lives are determined
by things that come out of factories; mass-produced goods
for a mass market. A typical mode of behaviour has
developed out of this: whenever we are confronted with
something new, we always try at first to convert it into
something familiar, to dispel our fear of the unknown.
A few years ago, the cultural theoretician Susan Pearce
went a step further. She described the objects with which
we surround ourselves as indications of our identity.
“They tell our life stories in a way which would otherwise
be impossible.” Things like a cupboard or a guitar are
therefore always more than just objects – they also express
how we want to be seen by others. Artificially aged objects
are saying: look, I have lived. This is a good ruse in times
when furniture is no longer inherited from grandma, but
purchased at Ikea and thrown away when moving for a
second time. Baudrillard described modern objects as being
“rich in functionality, but poor in significance”. So the
significance somehow has to be infused into the furniture,
the jeans or the guitar – by force if necessary. The spin
continues throughout our everyday lives: we take
photographs with mobile phones that make a familiar old
shutter-clicking sound. And when the mobile phone rings,
then preferably sounding like a device from the 1930s.
AND IS THE STUFF ANY GOOD? OR NOT?
It depends how you look at it. Clemens Tissi can get
agitated for hours about the subject of vintage. He is
regarded as one of the pioneers of the vintage boom,
successfully running a gallery for old furniture for
many years in Berlin. Then he closed the place down.
SZ-Magazin: Mr Tissi, why did you get out of the
vintage business?
Clemens Tissi: I’d had enough of the superficiality.
People are no longer focusing on the actual attitudes of
51
UND TAUGT DAS ZEUG JETZT WAS?
ODER EHER NICHT?
Wie mans nimmt. Clemens Tissi kann sich stundenlang
über das Thema Vintage aufregen. Er gilt als einer der
Vorreiter des Vintage-Booms, er hat in Berlin lange eine
erfolgreiche Galerie für alte Möbel betrieben. Dann hat
er den Laden dichtgemacht.
SZ-Magazin: Herr Tissi, warum sind Sie aus dem
Vintage-Geschäft ausgestiegen?
Clemens Tissi: Ich hatte genug von der Oberfläch­
lichkeit. Die Leute widmen sich nicht den tatsächlichen
Haltungen einer anderen Zeit, ihnen genügen die äußerlichen Ausformungen. Das ist ganz billig im Grunde.
Aber muss ein Möbelstück im Wohnzimmer denn
gleich eine Haltung transportieren?
Das tut es doch zwangsläufig. Schauen Sie, die
Freude am Retro-Design spiegelt etwas, was sich
in vielen Bereichen der Gesellschaft findet. Wenn
Menschen vom Glück reden, von ihrem ganz privaten,
eigenen Lebensglück, dann reden sie oft nur von
einem Bild von Glück, das sie irgendwoher haben.
Sie meinen Menschen, die über Träume reden, die
sie angeblich immer schon hatten – und dann kommen
nur Klischees wie „einen Baum pflanzen“, „den Mount
Everest besteigen“.
Ganz genau. Und dazu passen Möbel, die nur so tun,
als hätten sie eine Geschichte. Und der Wahnsinn geht
ja noch weiter! Die Leute kaufen Möbel, die alt aussehen
sollen – und verpacken sie für den Transport in Folie,
um sie vor Kratzern zu schützen!
ALSO?
Vielleicht einfach mal drauf verlassen, dass unsere
Möbel schon ein paar schöne Gebrauchsspuren abkriegen
werden, wenn wir es nur erlauben. Wir geben ihnen ja
nicht mal die Chance, mit uns zu altern. Lieber kaufen wir
Dinge, die nur so tun, als seien sie alt – und stecken dafür
unsere iPhones in Hüllen. Damit sie ja keine Spur von
Leben abkriegen.
another era, but are contented with its mere outer forms.
That is basically just cheap.
Must a piece of furniture in the living room also
transport an attitude?
But it inevitably does so. The enjoyment of retro
design reflects something that we find in many areas
of society. When people talk about happiness, their own
personal, private happiness, then they are often only
speaking about a notion of happiness that they have
picked up somewhere.
You mean people who talk about dreams they
claim they always had – clichés like planting a tree or
climbing Mount Everest.
Exactly. And it’s the same with furniture that only
pretends to have a history. And that’s not the end of the
madness! People buy furniture that is supposed to look
old – then package it for transport in bubble-wrap so
that it doesn’t get scratched!
SO?
Maybe we should simply rely on the fact that our
furniture will collect a few nice signs of wear and tear
if we would just allow it to happen. We’re not even
giving it a chance to age with us. We would rather buy
things that pretend to be old – but we keep our iPhones
in covers. To make sure they don’t pick up even the
tiniest traces of life.
1 www.cor.de/bahir
Wohnwelten Living worlds
Wohnen ist eine echte Herzensangelegenheit, emotional und subjektiv zugleich. Wo und wie auch immer man sich
aber einrichten mag: Mit Möbeln, an die man sein Herz hängen mag, lebt es sich objektiv besser. Wo man die findet?
Ganz einfach: bitte umblättern!
Living is truly a matter of the heart – at once emotional and subjective. But no matter where and how we make ourselves
at home, we can live better, objectively speaking, with furniture we have set our hearts on. Where is it to be found? Quite
simple: keep turning the pages!
1 www.cor.de/shrimp
1 www.cor.de/conseta
1 www.cor.de/jalis
1 www.cor.de/rob
62
› Kollektion Collection
63
Einzelbroschüre Conseta
Individual brochure
Conseta
Polstergruppen
Upholstered furniture
Bahir clou
nuba
quant
Bahir
circo
Conseta
2013 Rawi *
Fossa Jalis
kaja
kelp
ovo
quant
Jalis
Jalis Marabu quant
quant quant 2013 mell *
2013 mell lounge *
Rawi Lounge
Einzelsessel
Easy chairs
Shrimp Cordia 2013 mell *
2013 sinus*
swing zyklus
Conseta
cosma
Fossa trinus
alto
arthe
conic
Conseta
tablo
fino
fino Shrimp Conic 2013 Rawi *
ROB
Shrimp Liegen und Schlafsofas
Chaises longues and sofa beds
Tische und Stühle
Tables and chairs
2013 Jalis *
2013 mell *
orbit
quant 2013 Rawi *
Rawi
Jalis Jalis quant
landa
punto
Teppiche
Carpets
cuvert
dot
Sie können auch ganz bequem von zu Hause aus die Modelle von COR im Internet anschauen unter: www.cor.de/modellname
sensu
tando
You can also look at the furniture from COR in the comfort of your own home on the Internet at: www.cor.de/model name
*2013
new neuheit
nouveau nieuw
64
› Beziehungskisten Cor-relations
Kürzlich stand in der Zeitung, jüngere Menschen
unter 40 Jahren würden die Abwechslung lieben
und sich daher in einer Beziehung kein Sofa mehr
kaufen, das sie ein Leben lang begleiten soll.
Wer über 40 ist und auf seinem durchgesessenen
Dreisitzer solche Meldungen liest, kann darüber
natürlich allenfalls lächeln: Was wissen Jüngere
schon vom Leben, geschweige denn vom Sofa-Kauf?
Unter Menschen mit Erfahrung gilt die
­ge­meinsame Anschaffung von Sitzmöbeln
schließlich als eine der größten Beziehungsfallen, die in ihrer Gefährlichkeit Top-Risiken
wie „zusammen Christbaum schmücken“
und „Kofferraum für den Sommerurlaub
packen“ in nichts nachsteht.
Wer daran zweifelt, muss am Wochenende nur die
Sofa-Abteilung eines Einrichtungshauses auf­suchen.
Erfahrungsgemäß ist dort stets mindestens ein
Ehepaar anzutreffen, das sich zunächst gegenseitig
mangelnden Geschmack vorwirft, bevor zumeist die
Frau davoneilt, um sich mit einem Gästehandtuch
aus der Textilabteilung die Tränen zu trocknen.
Nun muss man sagen: Natürlich spricht grundsätzlich nichts gegen gemeinsames Aussuchen
und Kaufen. Im Gegenteil. Denn die Zeit hat sich
gewandelt und mit ihr das Angebot. Wer heute ein
Geschäft mit dem Wunsch nach einem einfachen
Sofa betritt, blickt überfordert auf ein Meer aus
Loungesofas, Einzelsofas, Schlafsofas, Bigsofas,
Ecksofas, Dreisitzer. Von Sitzlandschaften mit
ungeahnten Ausmaßen ganz zu schweigen. Man
hat schon von Menschen gehört, deren Sitzlandschaft zu ihrem eigenen Entsetzen am Ende flussgleich vom Wohnzimmer durch den Flur bis in
die Küche mäanderte.
Obendrein muss ein Käufer heutzutage wissen:
Will ich Gurt- oder Wellenunterfederung? Atmungsaktive Polyetherschaumpolsterung oder lieber
Polyetherschaum mit Thermovlies?
65
A recent newspaper article claimed that younger people
under 40 years of age like variety and therefore, if they
are in a relationship, no longer buy a sofa to last them
a lifetime. Naturally, anyone over 40 who reads such
articles while sitting on his well-worn three-seater will
smile at best: what do younger people know about life,
let alone about buying sofas?
For people with experience, the joint
purchase of seating furniture is, after all,
one of the greatest relationship traps,
in no way less dangerous than ultra-high
risks such as “decorating the Christmas tree
together” and “packing the car boot for
the summer holiday”.
Anyone who doubts this need only visit the sofa department of a furniture store at the weekend. Experience
shows that you will always find at least one couple who
begin by accusing each other of having no taste, usually
followed by the woman rushing off to dry her tears on
a guest towel from the textile department.
Now it must be pointed out that there is, of course,
nothing wrong with choosing and buying things
together. Quite the contrary: times have changed, and
so have the products on offer. These days, anyone who
walks into a store looking for a simple sofa is overwhelmed by the sea of lounge sofas, single sofas, sofa
beds, big sofas, corner sofas and three-seaters. Not to
mention seating landscapes of startling proportions.
There have been stories of people whose seating
landscapes, to their own horror, end up meandering
like a river from the living room through the hallway
to the kitchen.
In addition, a buyer must now know: do I want
webbing or slatted base springs? Breathable polyether
foam padding or rather polyether foam with thermal
fleece? And as a colour, Mocca-Divine, Hazelnut,
Brown-Shiny, Beige-Shiny, Silver-Shiny? Gold-Shiny?
There are almost as many questions to answer as you
face at Starbucks when you want to buy a coffee.
Und als Farbe Mocca Divine, Hazelnut, Brown Shiny,
Beige Shiny, Silver Shiny? Gold Shiny? Es gibt fast
so viele Fragen zu beantworten wie bei „Starbucks“,
wenn man sich einen Kaffee kaufen will. Daher ist
es gut, im Geschäft mit jemandem seine Ratlosigkeit
teilen zu können.
Doch wäre es unfair, nun den Handel für un­
harmonische Einkäufe verantwortlich machen
zu wollen. Denn der Hauptgrund für diese ist ein
anderer: Sollten Männer und Frauen zunächst
überhaupt eine Vorstellung von ihrem zukünftigen
Sitzmöbel haben, so ist es in jedem Fall nicht dieselbe. Das liegt daran, dass beide völlig gegensätz­
liche Erwartungen an den Neukauf stellen. Wer
jemals die Chance hatte, unbemerkt Frauen beim
Umgang mit einem Sofa zu beobachten, weiß: Eine
Frau nutzt es vorwiegend nicht nur für sich selbst. Besonders gerne teilt sie es am Wochenende mit
stimmgewaltigen Freundinnen, die in dicken Socken
So it is good to be able to share your cluelessness with
someone else in the store.
But it would be unfair to make the trade responsible
for disharmonious shopping trips. Because the main
reason for this is something else altogether: even if
men and women do actually have any preconceptions
regarding their future seating furniture to begin with,
they are most certainly not the same ones. That is
because they both have completely contrary expectations when it comes to the new purchase. Anyone who
has ever had the chance to watch, unnoticed, how
women approach sofas will know that a woman uses it
predominantly not for herself alone. She particularly
likes sharing it at the weekend with voluble girlfriends
who populate the upholstery wearing thick socks
and holding unwieldy teacups, like good-humoured
guillemots sitting on their favourite rock. For a woman,
the sofa practically becomes a cushioned extension of
a slumber party.
66
› Beziehungskisten Cor-relations
67
und mit wuchtigen Teetassen die Polster bevölkern wie
fidele Lummen ihren Lieblingsfelsen. Für eine Frau ist
das Sofa quasi die zu Kissen gewordene Verlängerung
der Pyjamaparty.
Männer hingegen teilen nicht gern. Auch sitzt ein Mann
nicht auf dem Sofa (dafür hat er seinen Lieblingssessel),
sondern rekelt sich im Regelfall darauf wie ein zufriedener,
römischer Feldherr. Das Sofa ist eher eine Art Sänfte, der
die Träger fehlen. Dabei kann – ganz Mann – es ihm nicht
fest und hart genug sein: Möchte die Frau am liebsten mit
dem Sofa verschmelzen, will der Mann eine Oberfläche, auf
der er so uneinsinkbar ruht, als läge er auf der Salzkruste
des Toten Meeres.
Nun ist es aber in der Regel so, dass bereits beim Punkt
Bezugsart/Farbe die Frau entschlossen „Stoff, bordeaux“
sagt, während sich der Mann zeitgleich mit einem „Hauptsache, Leder!“ den Schwarztönen des Musterbuchs widmet.
Und so verschwindet die Hoffnung auf eine rasche Entscheidung schneller als Kleingeld in der Sofaritze.
Stunde um Stunde vergeht fortan im hartnäckigen
Ringen um Kompromisse: Holz- statt Drahtgestell – dafür
normale Tiefe; Schurwolle – dafür doppelt so breit.
Günstigere Kufe – dafür noch ein Teppich. Es soll in Berlin
Politiker geben, die sich von Sofa-Käufern schon Tipps für
erfolgreiche Koalitionsverhandlungen geben lassen. Eine
der wichtigsten Regeln lautet übrigens: erst nach erfolgtem
Kauf auf eine Trennung einlassen. Wer sitzengelassen
wird, soll es wenigstens bequem haben.
Men, on the other hand, do not like to share. Moreover,
a man does not sit on a sofa (he has his favourite arm­chair for that), but usually lolls on it like a contented
Roman general. The sofa is more a kind of sedan chair,
minus the bearers. Having said that, it must be as firm
and hard as possible – like the man himself. While the
woman prefers to become one with the sofa, the man
wants a surface on which he can perch without sinking
in, as if he were lying on the salty crust of the Dead Sea.
However, it is usually the case that, when it comes
to the type and colour of the covering, the woman
resolutely says “ fabric, bordeaux” while the man simulta­neously devotes himself to the black shades of the
pattern book, declaring “as long as it’s leather!”. And
so any hope of a swift decision disappears faster than
small change in the sofa crack.
Hour after hour then goes by in the persistent
struggle for compromise: a wooden frame rather than
one made of wire, but a normal depth; new wool – but
twice as wide. Less expensive skids – but then an
additional carpet. It is said that there are politicians
in Berlin who ask sofa buyers for tips on how to conduct
successful coalition negotiations. Incidentally, one
of the most important rules is this: only agree to a
separation after the purchase has taken place. The
one left sitting should at least do so in comfort.
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› Das COR und interlübke Haus The COR und interlübke Haus
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Alles auf einen Blick Everything at a glance
Im COR und interlübke Haus in unserer Heimat
Rheda-Wiedenbrück erwartet Sie die weltgrößte
Ausstellung von COR und interlübke Möbeln mit
neuen Programmen, zig Varianten und vielen
frischen Ideen fürs Einrichten und Wohnen. Dazu
gibt es kundige Beratung sowie eine Sammlung
mit Möbeln aus mehr als 50 Jahren COR Geschichte.
Und dann ist da noch unsere ostwestfälische Nachbarschaft, die für alle, die Gutes und Schönes schätzen, eine Viel­zahl an Entdeckungen bereithält: zum
Beispiel jene, wie einfach es ist, sein Zuhause zum
schönsten Ort der Welt zu machen.
In the COR und interlübke Haus in our home
town of Rheda-Wiedenbrück, the world’s largest
exhibition of COR and interlübke furniture
awaits you with new programmes, countless
variations and many fresh ideas for furnishing
and living. You can also expect expert advice
and furniture from more than 50 years of COR
history. And then there is our East Westphalian
neigh­bourhood, which offers so much to discover
for all those who appreciate what is good and
beautiful. For example, how easy it is to make
your home the most beautiful place in the world.
COR und interlübke Haus Hauptstraße 74, 33378 Rheda-Wiedenbrück www.cor-interluebke.com
70
› Unternehmen Company
GRÜNBECK
einrichtungen
1050 Wien, Margaretenstraße 93
Tel: +43 (0)1 544 83 39
www.gruenbeck.co.at
Impressum
Herausgeber COR Sitzmöbel, Rheda-Wiedenbrück
Gestaltung & Konzept www.factordesign.com
Artdirektion Fotografie www.factordesign.com
Fotografie Rudi Schmutz
Styling Juliane Bennien
Illustration Dieter Braun, Frank Höhne, Jörn Kaspuhl, Andreas Klammt
Rendering deluma.de
Text Max Fellmann & Till Krause, Helga Sonntag-Kunst, Christian Tröster,
Harald Willenbrock, Markus Wolff
Übersetzung Connect Übersetzungen
Lithografie PX2@Medien GmbH & Co. KG, Hamburg
Druck & Herstellung Raff GmbH, Riederich
Herzenssache A matter of the heart
COR ist das lateinische Wort für Herz und seit der
Unternehmensgründung im Jahre 1954 unser Er­kennungszeichen. Zehn Jahre nach Unternehmensgründung entwarf ein findiger COR Handelsvertreter
namens Friedrich Wilhelm Möller ein Sitzmöbel, das
flexibel wie ein Baukasten, anpassungsfähig wie ein
Chamäleon war und damit ziemlich bald ein Best­
seller werden sollte.
Heute steht COR für eine international aner­
kannte Designmarke und ein Unternehmen, das
sich im Grunde seines Herzens treu geblieben ist.
Noch immer werden COR Möbel ausschließlich in
Rheda-Wiedenbrück gefertigt, mitten im Herzen
der deutschen Möbelindustrie. Auch mit rund 210
Mitarbeitern und Kunden in 65 Ländern der Erde
sind wir noch immer ein reines Familienunter­
nehmen. Und weil das so ist, können wir unseren
Möbeln ausschließlich beste Materialien, Langlebigkeit, schöne Form und all jene Dinge einbauen, die
uns echte Herzensangelegenheiten sind.
COR is the Latin word for heart and has been our
hallmark since the company was established in
1954. Ten years after the company’s foundation,
a resourceful representative by the name of
Friedrich Wilhelm Möller designed a piece
of seating furniture which was as flexible as a
construction kit and as adaptable as a chameleon
and which was soon to become a bestseller.
Today, COR stands for an internationally
recognised design brand and a company which
has ultimately remained faithful to its heart.
COR furniture is still manufactured exclusively
in Rheda-Wiedenbrück, at the very heart of the
German furniture industry. Even with our 210
employees and customers in 65 countries around
the world, we are still a purely family business.
And because that is the case, we can incorporate
into our furniture only the very best materials,
longevity, beautiful shapes and all those things
which, to us, are truly matters of the heart.
cor Sitzmöbel Helmut Lübke GmbH & Co. KG
Nonenstraße 12, 33378 Rheda-Wiedenbrück, Germany
t +49.(0)5242.4102-0 f +49.(0)5242.4102-134
COR und interlübke Haus
Hauptstraße 74, 33378 Rheda-Wiedenbrück, Germany
t +49.(0)5242.4102-400 f +49.(0)5242.4102-900
[email protected] www.cor-interluebke.com
[email protected] www.cor.de
Die Produkte in diesem Katalog entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Drucklegung.
COR behält sich spätere Änderungen auch ohne Ankündigung vor. Alle Farbwiedergaben
können nur eine Orientierung vermitteln und sind keine Referenzmuster.
The products in this catalogue correspond to the status quo at the time of printing. COR
reserves the right to make subsequent changes, also without giving prior notice. All colour
reproductions can only provide orientation and do not constitute reference samples.