Kiss (Band)

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Kiss (Band)
Kiss (Band)
Kiss
Kiss live in Boston, 2004,
v.l.n.r.:Gene Simmons, Tommy Thayer, Paul Stanley and Eric Singer
Gründung
1973
Genre
Hard Rock
Gründungsmitglieder
Gesang,
Paul Stanley
Rhythmusgitarre
The Starchild
Gesang, E-Bass
Gene Simmons
The Demon
Leadgitarre, Gesang
Ace Frehley
The Spaceman
(bis 1982 & 1995–2002)
Schlagzeug, Gesang
Peter Criss
The Cat (bis 1980
& 1995–2001 & 2003–2004)
Aktuelle Besetzung
Gesang,
Paul Stanley
Rhythmusgitarre
The Starchild
Gesang, Bass
Gene Simmons
The Demon
Leadgitarre
Tommy Thayer
The Spaceman (seit 2000)
Schlagzeug
Eric Singer
The Cat (1991–1995 &
2001–2003 & seit 2004)
Leadgitarre
Ehemalige Mitglieder
Vinnie Vincent (1982–
1983)
Leadgitarre
Bruce Kulick (1985–1995)
Leadgitarre
Mark St. John (1984–1985)
Schlagzeug
Eric Carr (1980–† 1991)
The Fox
Schlagzeug
Anton Fig (1979 - 1981?,
Leadgitarre
Steve Ferris (1982, Studio)
Leadgitarre
Rick Derringer
E-Bass
Jean Beauvoir (1984,
Schlagzeug
Kevin Valentine (1998,
Studio)
(1983,Studio)
Studio)
Studio)
Kiss ist eine US-amerikanische Hard-Rock-Band.
Inhaltsverzeichnis
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

1 Geschminkte Gesichter
2 Biografie
o 2.1 Gründungsjahre
o 2.2 Bühnenshows mit Schminke, Plateauschuhen und Feuer in den Gitarren
o 2.3 Späte 1970er Jahre
o 2.4 Bandkrisen
o 2.5 1980er Jahre
o 2.6 Demaskiert
o 2.7 1990er Jahre
o 2.8 Wiedervereinigt
o 2.9 Die 2000er Jahre
3 Musikgeschichtliche Einordnung
4 Kiss und Wrestling
5 Diskografie
o 5.1 Studioalben
o 5.2 Live-Alben
o 5.3 Soloalben
o 5.4 Videos

Geschminkte Gesichter
Die Bandmitglieder fielen besonders durch ausgefallene, individuelle Kostüme auf
und zeigten sich bis 1983 in der Öffentlichkeit nur geschminkt, wobei jedes
Bandmitglied eine eigene, festgelegte Schminkmaske hatte. Die Gesichter waren
weiß geschminkt. Die aufgemalten Masken waren schwarz oder silbern (bei Ace
Frehley). Peter Criss hatte beispielsweise die Maske einer Katze. Paul Stanley trug
neben der plakatweißen Gesichtsgrundierung (die sein kantiges Kinn betonte) stets
einen blutrot angemalten Mund und einen schwarzen Stern um das rechte Auge. Auf
die Frage, warum sie geschminkt auf die Bühne gegangen seien, sagte Stanley
1994:„Eigentlich nur, weil wir das spaßig fanden. Natürlich schockierten wir die Leute
mit diesen wilden Farben im Gesicht. Aber wir lachten darüber. Und bekamen genau
die Aufmerksamkeit, die wir wollten.“ [1]
Biografie
Gründungsjahre
Die Urspünge von Kiss lassen sich zu der New Yorker Rock 'n' Roll-Band Wicked
Lester zurückverfolgen. Im Jahr 1972 lernten sich der Grundschullehrer Gene Klein
alias Gene Simmons und der Taxifahrer Stanley Eisen alias Paul Stanley kennen und
entschieden, zusammen Musik zu machen. Zunächst übernahmen sie in einigen
Bands Backing Vocals, bevor sie Wicked Lester gründeten. Simmons und Stanley
entließen die anderen Mitglieder der Gruppe, nachdem Epic Records Ende 1972 ein
selbstproduziertes Album der Band abgelehnt hatte.
Nach dem Abgang der Bandmitglieder antwortete Simmons auf eine Suchanzeige im
Rolling Stone, die von Schlagzeuger Peter Criss stammte, der nach einer Band
suchte. Criss absolvierte ein erfolgreiches Vorspielen und stieg bei Wicked Lester
ein. Im Januar 1973 kam Paul „Ace“ Frehley als Leadgitarrist dazu. Im gleichen
Monat änderte man den Gruppennamen und nannte sich fortan Kiss. Die
Namensänderung wird Stanley zugeschrieben, während der Einfall, die Siegrunen im
Logo zu benutzen, von Frehley stammte. Gene Simmons sagte dazu später:„Wir
waren keine Nazis. Das hatte nichts mit der SS zu tun. Ich bin schließlich Jude.“[2]
Der erste Auftritt unter dem neuen Namen Kiss fand am 30. Januar 1973 vor drei
zahlenden Zuschauern im Popcorn Club im New Yorker Stadtteil Queens statt. Im
Juni desselben Jahres nahm die Gruppe unter der Federführung des
Musikproduzenten Eddie Kramer ein Demoband mit fünf Titeln auf. Das Band landete
schließlich auch bei Neil Bogart von Buddah Records.
Im Sommer 1973 wurde Bill Aucoin der Manager der Band. Ihm gelang es, Kiss
einen Plattenvertrag bei Bogarts neuem Label Emerald City Records (kurz darauf
umbenannt zu Casablanca Records) zu verschaffen. Am 10. Oktober 1973
begannen Kiss in den Bell Sound Studios in New York mit den Aufnahmen zu ihrem
ersten Album. Am 31. Dezember 1973 hatten Kiss ihren ersten offiziellen Auftritt in
der Academy of Music in New York. Bei diesem Konzert setzte Simmons bei einer
Feuerspuckereinlage versehentlich seine Haare in Brand. Er vermutete selbst, es
könne das Haarspray gewesen sein, das er in großen Mengen benutzt hatte. [3]
Am 5. Februar 1974 startete die Band ihre erste Tournee durch Nordamerika mit
einem Konzert im kanadischen Edmonton. Am 18. Februar 1974 erschien das
DebütalbumKiss. Das Foto auf dem Cover zeigte die geschminkten Band-Mitglieder.
Das Album erreichte Platz 87 in der Hitparade.
Während des gesamten Frühlings und Sommers 1974 betrieben Casablanca
Records und Kiss Werbung für das Album. Am 29. März 1974 waren Kiss erstmals
im US-amerikanischen Fernsehen zu sehen. In der Sendung Dick Clark's In Concert
spielten sie die Titel Nothin’ to Lose, Firehouse und Black Diamond. Am 29. April
1974 traten Kiss in der Mike Douglas Show auf, wo sie Firehouse spielten und ein
Interview mit Gene Simmons stattfand.
Im August 1974 flog die Band nach Los Angeles, um dort ihr zweites Album Hotter
Than Hell aufzunehmen, das am 22. Oktober 1974 veröffentlicht wurde. Die einzige
Singleauskopplung aus diesem Album Let Me Go, Rock 'n' Roll, war kein
kommerzieller Erfolg. Auch das Album kam über Platz 100 in der Hitparade nicht
hinaus.
Obwohl es Kiss gelungen war, etwas Bekanntheit zu erlangen, waren
Hitparadenerfolge bis 1974 ausgeblieben. So übernahm 1975 Casablanca RecordsChef Neil Bogart persönlich die Aufgabe, das dritte Album zu produzieren. Er änderte
den Sound der Gruppe vom „Garage-Band-Sound“ zu einem sauber
durchproduzierten Studioalbum. Das Ergebnis der Arbeit kam unter dem Titel
Dressed To Kill im März 1975 heraus. Auf dem Album befanden sich das Lied C'm
On And Love Me, das ein erfolgreicher Radiohit wurde.
Bühnenshows mit Schminke, Plateauschuhen und Feuer in den Gitarren
Dressed To Kill erzielte zwar bessere Verkaufszahlen als die beiden Vorgängeralben,
aber es waren vor allem die exzessiven Live-Auftritte der Band, die Kiss bekannt
machten. Zu den Showeinlagen der Gruppe während ihrer Konzerte gehörten das
„Blutspucken“ des Bassisten Gene Simmons (wobei das Blut aus einer Mischung von
Joghurt und Lebensmittelfarbe bestand) und das ebenfalls von Simmons vorgeführte
Feuerspucken. Zu den geschminkten Gesichtern und langen, schwarz gefärbten
Haaren trugen die Bandmitglieder stets aufwändig gestaltete Phantasiekostüme und
hohe Plateau-Schuhe.
Das Instrument des Leadgitarristen Ace Frehley ging während eines Solos scheinbar
in Flammen auf (entsprechende Effekte waren in die Gitarre eingebaut); das in die
Höhe aufsteigende Podest des Schlagzeugers Peter Criss sprühte Funken. Zu Paul
Stanleys Bühnenshow gehörte, unterstützt durch pyrotechnische Effekte, das
Zertrümmern seiner Gitarre im Stile eines Pete Townshends.
Späte 1970er Jahre
Im September 1975 wurde ihr Live-Album mit dem Titel Alive! veröffentlicht. Die
meisten Titel des Albums waren während des Auftritts in der Detroiter Cobo Arena
aufgenommen worden. Das Live-Album verkaufte sich millionenfach. Es wurde
vierfach mit Platin ausgezeichnet und die ausgekoppelte Single Rock and Roll All
Nite brachte Kiss erstmals in die Top 40 der Hitparade.
Für das Nachfolgealbum wählte die Gruppe Bob Ezrin als Produzenten aus. Das
Resultat dieser Zusammenarbeit war das Album Destroyer, das im März 1976
erschien. Es wurde das kommerziell erfolgreichste Studioalbum von Kiss. Das Cover
stammte von Ken Kelly und diente später als Motiv für diverse MerchandisingProdukte, wie T-Shirts, Poster und andere Devotionalien.
Im Oktober 1976 traten Kiss mit den Titeln Detroit Rock City, Beth und King of the
Night Time World in der Sendung The Paul Lynde Halloween Special auf.
Im November 1976 erschien Rock and Roll Over und im Juni 1977 Love Gun. Im
November desselben Jahres veröffentlichte die Gruppe ihr zweites Live-Album Alive
II, das als Doppel-LP erschien und auf der vierten Seite neue Studioaufnahmen
enthielt.
In Japan brach Kiss den Besucherrekord für ein Konzert, der bis dahin von den
Beatles gehalten wurde. Die Gruppe war auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs. Marvel
veröffentlichte zwei Comic-Bände mit der Gruppe als Helden, es gab
Flipperautomaten mit den Konterfeis der Musiker, die Bandmitglieder als Puppen,
Schminkutensilien, um sich im Stil der Band zu schminken, Halloween-Masken,
Brettspiele und vieles mehr.
Ihre Popularität spiegelte sich auch in den Mitgliederzahlen des offiziellen Fanclubs
der Band wider. Inzwischen hatte die Zahl der Mitglieder der Kiss Army eine
sechsstellige Zahl erreicht.
Im April 1978 erschien mit Double Platinum die erste von zahlreichen Greatest-HitsCompilations der Gruppe.
Bandkrisen
Auf dem Höhepunkt ihrer Popularität wuchsen die Spannungen innerhalb der
Gruppe. Im September 1978 wurden gleichzeitig Soloalben jedes der vier
Bandmitglieder veröffentlicht. Auf diesen Alben hatten die Musiker die Gelegenheit,
die jeweiligen musikalischen Vorlieben auszuleben. Frehleys Album war von den
vieren das erfolgreichste und brachte den einzigen Radiohit aller vier Projekte hervor.
New York Groove (eine Coverversion des gleichnamigen, von Russ Ballard
geschriebenen Hits der Gruppe Hello) kam in die Top 20 der US-Charts. Obwohl die
zahlreichen Vorbestellungen für die Alben dafür sorgten, dass jede LP es in die Top
50 der Billboard Album Chart schaffte, brachen die Verkäufe sehr schnell ein und die
Einzelhändler bemühten sich, ihre großen Bestände wieder an die Plattenfirma
zurückzugeben.
Im Oktober 1978 zeigte NBC einen Fernsehfilm mit dem Titel Kiss Meets the
Phantom of the Park. Der Film sollte laut Konzept eine Mischung aus A Hard Day's
Night und Star Wars sein, aber die hohen Erwartungen wurden nicht erfüllt und der
Film erntete vernichtende Kritiken. Trotzdem wurde er einer der meistgesehenen
Fernsehfilme in den USA im Jahr 1978 und kam in einigen Ländern, u. a. in
Deutschland, 1979 sogar in die Kinos.
Im Mai 1979 veröffentlichten Kiss ein neues Album, betitelt Dynasty. Es verkaufte
sich ausgezeichnet und wurde mit Platin ausgezeichnet. Aus der LP wurde der Titel I
Was Made For Loving You ausgekoppelt. Es wurde die meistverkaufte und
erfolgreichste Single der Band und erreichte weltweit die höchsten Plätze der
Hitparaden. Das Lied verband den typischen Sound von Kiss mit Elementen der
mittlerweile dominanten Discomusik.
Auf Dynasty – wie auch auf dem Nachfolgeralbum Unmasked – wurde Peter Criss
auf Anweisung des Produzenten Vini Poncia vom Session-Schlagzeuger Anton Fig
ersetzt. Poncia war der Meinung, Criss Schlagzeugspiel sei qualitativ nicht
ausreichend. So spielte er nur beim Titel Dirty Livin’.
Die Tournee zum Dynasty-Album war 1979 ein Zeichen für die weiter sinkende
Popularität der Gruppe. War man bislang an ausverkaufte Konzerthallen gewöhnt,
spielten Kiss nun häufig in halbleeren Hallen.
1980er Jahre
Im Mai 1980 kam die LP Unmasked auf den Markt. Kurz darauf verließ Peter Criss
Kiss. Obwohl Criss auf dem Cover des Albums zu sehen ist und im Musikvideo zu
Shandi mitwirkte, war er bei den Aufnahmen zum Album in keiner Weise mehr
beteiligt. Schlagzeug spielte ausschließlich Anton Fig.
Obwohl das Album zeitgemäß produziert war, wurde es das erste Album seit
Dressed to Kill, das nicht mit Platin ausgezeichnet wurde. Es gab nur ein Konzert im
New Yorker Palladium Theatre, um den neuen Schlagzeuger der Gruppe Eric Carr
vorzustellen. Die Tour durch Australien war für Kiss sehr erfolgreich..
Im November 1981 erschien das erste Album in der neuen Besetzung mit Eric Carr
am Schlagzeug. Music From the Elder war ein Konzeptalbum. Das Album verkaufte
sich für Kiss-Verhältnisse schlecht und kam über Platz 75 in der Hitparade nicht
hinaus. Ace Frehley war an dessen Gestaltung kaum beteiligt. Er steuerte lediglich
die beiden Lieder Escape From The Island und Dark Light bei.
Im Juni 1982 erschien außerhalb der USA das Compilation-Album Kiss Killers, das
vier bis dahin unveröffentlichte Stücke enthielt. Auf dem Cover war hier zum ersten
und einzigen Mal ein veränderter Schriftzug des Names der Band zu sehen. Um
insbesondere Kritik in Europa und vor allem in Deutschland zu vermeiden, war das
SS-Logo „entschärft“ worden.
Im gleichen Jahr trennten sich Kiss von ihrem langjährigen Manager Bill Aucoin und
verkleinerte die gesamte Organisation, die sich um die Geschäfte der Gruppe
gekümmert hatte. Ungefähr zu dieser Zeit hatte Ace Frehley für sich den Entschluss
gefasst, die Gruppe zu verlassen, aber Gene Simmons und Paul Stanley wollten aus
Imagegründen, dass Frehley noch auf dem Album Creatures of the Night auftauchte.
So kam es, dass er im Oktober 1982 auf dem Cover und im Musikvideo zu I Love It
Loud zu sehen ist, obwohl er bei den Aufnahmen nicht mehr beteiligt war.
Creatures of the Night war das bis dahin härteste Album der Gruppe. Verschiedene
Gitarristen ersetzten Frehley bei den Aufnahmen. Steve Farris, Bob Kulick und
Vincent Cusano (der später unter dem Namen Vinnie Vincent bekannt wurde) sind an
der Gitarre zu hören. Einige der Titel auf dem Album stammten von Bryan Adams
und Jim Vallance. Creatures of the Night verkaufte sich deutlich besser als Music
From the Elder, erreichte aber auch nur Platz 45 der Hitparade. Da Frehley die Band
kurz nach den Dreharbeiten zum Video von I Love It Loud verließ, musste die
Gruppe schnell einen Ersatz für ihn finden um die 10th Anniversary Tour nicht ins
Wasser fallen zu lassen. Vinnie Vincent, der schon bei den Aufnahmen für das
Album mitgewirkt hatte, sprang ein und erhielt eine Maskierung im altägyptischen
Stil.
Obwohl die Tournee in den USA nicht an die alten Erfolge der Gruppe heranreichte,
spielten Kiss vor mehr Zuschauern als je zuvor in ihrer Karriere: Im Juni 1983 sahen
137.000 Zuschauer das Konzert in Brasilien. Während dieser Tournee sah man Kiss
für lange Zeit zum letzten Mal in ihren Masken auftreten. Erst am 28. Juni 1996
legten die Musiker wieder ihr Make-Up auf.
Demaskiert
Um ihr Album Lick It Up zu bewerben, beschloss die Gruppe 1983, bei einem LiveAuftritt im Musiksender MTV ungeschminkt aufzutreten. Dieser Auftritt hatte die
beabsichtigte Wirkung und das Album verkaufte sich besser als die beiden
Vorgänger und zum ersten Mal seit vier Jahren gab es eine Goldene Schallplatte.
Es kam erneut zu einem Wechsel in der Besetzung. Der gerade neu in die Band
gekommene Gitarrist Vinnie Vincent wurde entlassen und durch Mark St. John
ersetzt. Im September kam das Album Animalize auf den Markt und war ähnlich
erfolgreich wie das Vorgängeralbum. Kiss hatten mit den Titeln Heaven’s on Fire und
Thrills in the Night erfolgreiche Singlehits und die Tour zum Album der Gruppe war
gut besucht. Mark St. John erkrankte allerdings zu Beginn der Tournee an Arthritis
und musste die Band verlassen. Bruce Kulick ersetzte ihn an der Leadgitarre und
gehörte für die nächsten zehn Jahre zur Gruppe.
In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre veröffentlichten Kiss eine Reihe erfolgreicher
Alben, so erschienen im September 1985 Asylum, im September 1987 Crazy Nights,
im November 1988 die Compilation Smashes, Thrashes & Hits und im November
1989 schließlich Hot in the Shade. Bei der Crazy Nights Tour bediente Bruce Kulick
bei Reason to Live ein Keyboard. Die restliche Zeit spielte Gary Corbett an
Keyboards, allerdings hinter der Bühne hinter einem Vorhang versteckt. [4] Bei den
RevengeTouren wurde neben Corbett Derek Sherinian als Keyboarder eingesetzt.
1990er Jahre
Die 1990er begannen für Kiss sehr erfolgreich, die Ballade Forever (Michael Bolton
war der Co-Autor gewesen) war die erfolgreichste Single seit I Was Made For Loving
You. Trotz dieser Erfolge in ihrer „demaskierten“ Ära spürten Kiss die Konkurrenz
neuer Gruppen, wie Mötley Crüe, Guns Nû Roses oder Bon Jovi, die deutlich mehr
Alben verkauften und mehr Zuschauer in die Konzerthallen lockten.
Mitten in die Planungen für das neue Album unter der Regie des Produzenten Bob
Ezrin, erfuhren Kiss, dass Eric Carr an Krebs erkrankt sei. Am 24. November 1991
starb der Schlagzeuger im Alter von 41 Jahren. Eric Singer übernahm bei den
Plattenaufnahmen die Position des Schlagzeugers. Mit ihm nahmen sie das Album
Revenge auf, das im Mai 1992 erschien. Revenge erreichte die Top Ten in der
Hitparade und wurde mit Gold ausgezeichnet. Die Tour zum Album führte die Gruppe
dieses Mal in zahlreiche kleinere Clubs und weniger in große Hallen.
Im Mai 1993 veröffentlichten Kiss das dritte Live-Album, Alive III.
Im Juni 1994 erschien Kiss My Ass, ein Hommage-Album, zu dem unterschiedlichste
Künstler ihre Versionen von bekannten Kiss-Titeln beisteuerten. Zu den Künstlern
gehörten u. a. Lenny Kravitz bei Deuce, Yoshiki, der eine Klavier-/Klassik-Version
von Black Diamond beisteuerte. Die Mighty Mighty Bosstones spielten eine SkaVersion von Detroit Rock City ein. Garth Brooks sang Hard Luck Woman. Die in
Deutschland veröffentlichte Version des Albums enthielt einen Bonustrack, auf dem
Die Ärzte mit einer deutschen Fassung von Unholy (das einzige Stück aus der
„unmaskierten Zeit“) zu hören sind.
1995 brachen Kiss zu der Worldwide Kiss Convention Tour auf. Die Conventions
waren Veranstaltungen, die jeweils den ganzen Tag dauerten. Es wurden alte
Bühnenoutfits und Instrumente der Gruppe präsentiert, Cover-Bands traten auf,
Merchandising-Produkte aller Art wurden angeboten und als Höhepunkt waren Kiss
selbst anwesend. Die Bandmitglieder standen für Interviews zur Verfügung, gaben
Autogramme und spielten ein ca. zweistündiges Unplugged-Konzert, wobei die
Darbietungen oft nach Wünschen der Fans ausgewählt wurden. Bei der ersten dieser
Veranstaltungen in den USA, am 17. Juni 1995, gab es ein Wiedersehen mit Peter
Criss, der auch zwei Stücke mit der Gruppe sang: Hard Luck Woman und Nothin’ to
Lose.
Am 9. August 1995 reihten sich Kiss in die Liste der Künstler ein, die in der Sendung
MTV Unplugged auftraten. Stanley und Simmons hatten die ehemaligen Mitglieder
Criss und Frehley eingeladen an diesem Konzert teilzunehmen. Beide sagten zu und
stiegen bei den Zugaben ins Konzert ein. In den Wochen nach dem UnpluggedAuftritt nahmen Kiss das Album Carnival of Souls auf, das zwei Jahre später
erschien.
Wiedervereinigt
Die Erfahrungen beim Auftritt mit Criss und Frehley bei der Unplugged-Show waren
so positiv gewesen, dass die Gruppe 1996 in der Ur-Besetzung und wieder mit
Make-Up auf die Kiss Alive/Worldwide Tour ging.
Kiss zogen bei der Vermarktung der Wiedervereinigung sämtliche Register. Die
Kampagne startete am 28. Februar 1996 mit einem Auftritt bei der 38. Verleihung der
Grammy Awards. Am 16. April 1996 lud die Gruppe zu einer Pressekonferenz an
Bord der USS Intrepid in New York, wo sie ihre „Pläne zur Erringung der
Weltherrschaft“ verkündete. Die Pressekonferenz, moderiert von US-Fernsehstar
Conan OûBrien, wurde in 58 Länder übertragen. Am 28. Juni 1996 begann die Kiss
Alive/Worldwide Tour mit einem Konzert im ausverkauften Tiger Stadium von Detroit.
Bei den Auftritten in Deutschland und der Schweiz traten Die Ärzte im Vorprogramm
auf.
Im September 1998 veröffentlichte die wiedervereinte Band das Album Psycho
Circus. Obwohl es groß als das erste Album in der Originalbesetzung seit dem
1977er Album Love Gun vermarktet wurde, waren die tatsächlichen Beiträge von
Frehley und Criss auf Psycho Circus nur minimal. Die meisten Leadgitarrenparts
stammten von Tommy Thayer und Bruce Kulick. Die Schlagzeugparts wurden vom
Studiomusiker Kevin Valentine eingespielt.
Am 13. August 1999 kam der Spielfilm Detroit Rock City in die US-amerikanischen
Kinos. Der Film spielt im Jahr 1978. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen vier
Teenager, die sich darum bemühen, Tickets für ein bereits ausverkauftes KissKonzert in Detroit zu bekommen. Zwei Tage vor der Premiere des Films hatten Kiss
einen Stern auf dem berühmten Hollywood Walk of Fame erhalten.
Im Frühjahr 2000 kündigten Kiss eine USA-Abschiedstournee an, die im Sommer
stattfinden sollte und zu einer der bestbesuchten Konzertreihen des Jahres wurde.
Anfang des Jahres 2001, kurz vor Beginn der Japan- und Australientournee, verließ
Criss erneut die Band. Er wurde vom vorigen Schlagzeuger Eric Singer ersetzt, der in
Crissû Katzen-Makeup auftrat.
Die 2000er Jahre
Im Jahr 2002 veröffentliche Simmons seine Autobiografie. Er ließ in diesem Buch
kaum ein gutes Haar an Frehley, der aus Protest bei einem Fernsehauftritt der Band
nicht erschien.
2003 gingen Kiss gemeinsam mit Aerosmith auf eine weitere Tour. Criss war
mittlerweile in die Gruppe zurückgekehrt, dafür fehlte Frehley, der nach den
Ereignissen im Jahr 2002 nicht mehr mit Simmons und Stanley spielen wollte. An
seiner Stelle spielte Tommy Thayer (* 7. November 1960 in Portland, Oregon, USA).
In dieser Besetzung nahmen Kiss das vierte Live-Album Alive IV bei einem Konzert
in Australien auf. Begleitet wurde die Gruppe dabei vom Melbourne Symphony
Orchestra.
Im März 2004 musste Criss die Band erneut verlassen. Simmons und Stanley
verlängerten seinen Vertrag nicht. Auf seiner Webseite beschreibt Criss, wie seine
Entlassung stattfand, Stanley habe ihn angerufen und ihm mitgeteilt, dass „die Band
frisches Blut brauche“. Wieder war es Singer, der ihn ersetzte. Die Rock the Nation
2004 World Tour unternahmen Kiss gemeinsam mit Poison.
Im Juni 2004 erschien das zweite Soloalbum von Gene Simmons. Es trug den Titel
Asshole.
Kiss touren noch immer gelegentlich in spezieller Besetzung durch die USA. Von der
Anfangsformation sind nur die Gründer Simmons und Stanley dabei. Zwar versuchte
man, auch Criss wieder zurückzuholen, zumindest für ein paar Auftritte, doch der
sagte immer ab.
Am 27. Juni 2006 eröffnete die Gruppe in Myrtle Beach (South Carolina) unter dem
Namen Kiss Coffeehouse ein Kaffeehaus im Stile der Starbucks-Kette. Bei der
Einweihung waren Simmons und Stanley zugegen.
Am 5. April 2007 starb der Kurzzeit-Gitarrist Mark St. John an einer Hirnblutung.[5]
Musikgeschichtliche Einordnung
Neben Bands wie The Sweet, T. Rex oder Slade wurden Kiss wegen ihrer Kostüme
und Masken oft mit dem Begriff des Glam Rock in Verbindung gebracht. Der
Musikkritiker Stephen Thomas Erlewine schreibt dazu: „Die Musik von Kiss war eine
kommerziell funktionierende Mischung aus hymnischem, gitarrengeprägtem Hard
Rock und Balladen, bei denen die Gitarren dann wegflossen. Das war der Sound, der
den 'Stadion-Rock' und das 'Pop-Metal' ermöglichten, die später in den 1980er
Jahren die Rockmusik beherrschten.“ [6]
Kiss kleideten sich zu Zeiten des Glam-Rock sehr viel dunkler – hauptsächlich in
Leder – und spielten auch härter und lauter. Auch die Horror-Show stand im Kontrast
zum eher süßlichen Image des Glam-Rock.
McFarlane-Action-Figur von Paul Stanley
Kiss gelten als Vorreiter im Erfinden immer neuer Merchandise-Artikel bzw. als die
Band, die das Merchandising im großen Stil erfunden und revolutioniert hat. Allein im
Jahr 1980 wurden damit über 100 Mio. US-Dollar umgesetzt. 1997 veröffentlichte der
Spielwaren-Hersteller McFarlane Toys eine erste Serie von realitätsgetreuen
Miniatur-Figuren der Kiss-Musiker. Diese erwiesen sich in Sammlerkreisen als
Verkaufsschlager, so dass vier weitere Kiss-Serien folgten und auch weitere
Rockstars porträtiert wurden.
Mit ihrem Sound in den 70ern Jahren beeinflussten Kiss nachfolgende Generationen
von Musikern. Die Ärzte, Lenny Kravitz, Mitglieder von Metallica, Nirvana, Lordi
(allesamt Mitglieder der Kiss Army), Pearl Jam und Green Day oder die Sängerin
Doro Pesch nennen Kiss als ihre Idole und den Grund dafür, warum sie damals mit
dem Musikmachen angefangen hätten.
Kiss waren eine kommerziell äußerst erfolgreiche Gruppe, was etwa daran deutlich
wird, dass sie nach den Rolling Stones und den Beatles diejenige Band ist, die
weltweit die meisten Goldenen Schallplatten verliehen bekommen hat. Betrachtet
man nur die USA, führt Kiss diese Rangliste sogar an und trägt den inoffiziellen Titel
American Gold Record Champion Of All Time. Insgesamt hat die Band weltweit 100
Mio. Alben verkaufen können.
Kiss und Wrestling
1999 ging es der US-amerikanischen Profi-Wrestling-Liga WCW immer schlechter.
Um die Zuschauerzahlen zu verbessern, kamen die Veranstalter auf die Idee, Kiss
einzubinden. Man entwickelte die Figur des Demon, eines im Kiss-Stil verkleideten
Wrestlers. Am 23. August traten Kiss bei Nitro auf und stellten den Demon vor. Zwei
Wrestler verkörperten die Figur: Den ersten Auftritt hatte Brian Adams, danach trat
Dale Torborg in der Maske des Demon auf. Das Konzept wurde bereits nach
wenigen Wochen wegen Erfolglosigkeit aufgegeben.
Diskografie
Studioalben
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1974: Kiss; Hotter than Hell
1975: Dressed to Kill
1976: Destroyer; Rock and Roll Over
1977: Love Gun
1978: Double Platinum
1979: Dynasty
1980: Unmasked
1981: (Music From) the Elder
1982: Kiss Killers; Creatures of the
Night
1983: Lick It Up
1984: Animalize
Soloalben
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1978: Paul Stanley; Gene Simmons;
Peter Criss; Ace Frehley; Best of Solo
Albums
1980: Out Of Control, Peter Criss
1982: Let Me Rock You, Peter Criss
1987: Frehley’s Comet, Ace Frehley
1988: Second Sighting, Ace Frehley
1989: Trouble Walkin, Ace Frehley
1994: Cat #1, Peter Criss
2004: Asshole, Gene Simmons
2006: Live to Win, Paul Stanley
1985: Asylum
 2006: Greatest Hits Live, Ace Frehley
1987: Crazy Nights
1988: Chikara (nur in Japan
Videos
veröffentlicht); Smashes, Thrashes and
Hits
 1979: I Was Made For Loving You
 1989: Hot in the Shade
 1985: Animalize Live Uncensored
 1992: Revenge
 1986: The Phantom of the Park
 1997: Greatest Hits (nur in
 1987: Exposed
Großbritannien veröffentlicht);
 1988: Crazy Nights
Greatest Kiss; Carnival of Souls
 1992: X-Treme Close-Up
 1998: Psycho Circus
 1993: Konfidential
 2001: The Box Set
 1994: Kiss my Ass
 2002: The Very Best of Kiss
 1996: Kiss MTV Unplugged
 2003: The Best of Kiss: The
 1998: Psycho Circus
Millennium Collection
 1998: The Second Coming
 2004: The Best of Kiss: The
 1999: Detroit Rock City
Millennium Collection Volume 2; 'Kiss
 2002: Live in Las Vegas
Gold
 2003: The Lost Concert 1976
 2005: Kiss Gold (2 CD Jewel Case
 2003: Kiss Symphony
ohne Exposed DVD); Kiss Chronicles
 2004: The Best of Kiss
 2005: Kiss Gold [= Exposed DVD]
Live-Alben
 2005: Rockin’ the Corps
 2005: Rock the Nation Live!
 1975: Alive!
 2006: Kissology
 1977: Alive II
 1993: Alive III
 1996: MTV Unplugged; You Wanted
the Best, You Got the Best
 2003: Kiss Symphony – Alive IV
 2006: The Millenium Box Set
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