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 Presseinformation Geschichte eines Rennens: Der Grosse Preis von Berlin Es ist das Ereignis der Berliner Rennsaison: Der Grosse Preis von Berlin, eines der nur sieben Rennen der internationalen „Gruppe 1“ in Deutschland ‐ eine Erläuterung finden Sie unten*. Seit 2011 ist er nach langer Unterbrechung wieder zurück an der Stätte seiner Gründung. Von seiner ersten Austragung im Jahre 1888 an war er bis 1908 in Hoppegarten zu Hause. Von 1909 bis 1933 wurde er auf der Rennbahn in Berlin‐Grunewald gelaufen, dann von 1934 bis 1944 wieder in Hoppegarten. Von 1947 bis 2009 er von der Rennbahn in Düsseldorf übernommen, 2010 kam es aus Termingründen zu einer einmaligen Austragung in Hamburg. 2011 kehrte dieses große Rennen an seine Geburtsstätte in Hoppegarten zurück. Der Titel des zuerst über 2.000, später über 2.400 und zeitweise über 2.600 Meter gelaufenen Rennens war bis 1936 „Großer Preis von Berlin“, danach, bis 1944, „Großer Preis der Reichshauptstadt“. In Düsseldorf, wo der Titel jahrzehntelang „Großer Preis von Nordrhein‐Westfalen“ lautete, kam es später zu mehreren Umbenennungen unter Einbeziehung von Sponsorennamen. Es ist nicht die geringste Übertreibung, wenn man sagt, dass dieses Rennen regelmäßig von den größten Turf‐Heroen Deutschlands gewonnen wurde. 1940, mit legendär gewordenem Vorsprung, von der dreijährigen Wunderstute SCHWARZGOLD. Unter den siegreichen Besitzern war mehrfach das Königliche Hauptgestüt Graditz, Vertreter des Hochadels oder Industriemagnaten wie Richard Haniel. Zweimal siegte Freiherr von Münchhausen. Winston Churchill wohnte in Düsseldorf einer Austragung bei, um den Start seines Pferdes zu verfolgen. Ohnehin häuften sich in der Nachkriegszeit die Auftritte ausländischer Galopper, die aber auf Grund der eigentümlichen Anlage der Düsseldorfer Bahn mit einer ausgeprägten Steigung nur unterproportional oft zum Zuge kamen. 1990 aber siegte der Klassegalopper IBN BEY des Saudiprinzen Fahd Salman. Mehrmals gewannen Pferde des Herrschers von Dubai, darunter 2002 der Hengst MARIENBARD, der einige Wochen später zum Sieger im bedeutendsten Rennen der „Alten Welt“, im Prix de l`Arc de Triomphe in Paris wurde. Dieser „121. Grosse Preis von Berlin“ war das beste Rennen der gesamten deutschen Saison 2011 und war mit zehn Startern hervorragend besetzt. Überraschende und überlegene Siegerin wurde die damals dreijährige Stute DANEDREAM. Sie gewann anschließend den Großen Preis von Baden und danach mit fünf Längen Vorsprung und in Rekordzeit den weltberühmten Prix de l`Arc de Triomphe. * Im System der europäischen Gruppe‐Rennen werden zwischen den führenden europäischen Rennsportländern die Ausschreibung und die Abfolge der wichtigsten Rennen genau abgestimmt, auf Qualität kontrolliert und bei Bedarf modifiziert. Dies geschieht jeweils getrennt für die Rennen, bei denen alle Pferde zugelassen sind bzw. für die reinen Stutenrennen, für Rennen für zwei‐, dreijährige sowie ältere Pferde sowie für alle Distanzbereiche. Von den ca. 1350 jährlich in Deutschland gelaufenen Galopprennen sind nur 46 bzw. 3.4% Grupperennen. Davon gehören sieben zur höchsten Stufe, der Gruppe I. Dies sind Championatsrennen von internationaler Bedeutung. In Gruppe I‐Rennen sind keine Aufgewichte oder Gewichtserlaubnisse gestattet, die die Klasse der Pferde ausgleichen könnten. 1 Besonderheiten aus der Siegerliste: Berliner Namen: Von 1888 bis 1935 als „Großer Preis von Berlin“ veranstaltet, 1937 als „Erinnerungspokal von 1867“, 1938 bis 1944 als „Großer Preis der Reichshauptstadt“ Berliner Veranstaltungsorte: 1888‐1908 Hoppegarten, 1909‐1933 Grunewald, 1934‐1944 Berliner Rennstrecken: 1888‐1896: 2000 m. 1897‐1908: 2200 m. 1909‐1926: 2400 m. 1927‐1937: 2600 m. 1938‐1944: 2600 m. Erster Sieger: 4j. Hengst DURCHGÄNGER Besitzer: W. Hiestrich, Züchter: H. Frerichs). Randberliner 1901: Der dreijährige TUKI gewann fraglos standesgemäß, blieb damit in allen sieben Saisonrennen, darunter Deutsches Derby, Hertefeld‐Rennen und St. Leger, ungeschlagen. Über die neue Rekordgewinnsumme von 190.600 Mark durfte sich Besitzer Major Otto von Goßler freuen, der als erfolgreicher Herrenreiter das Gestüt Bindow nahe Königs Wusterhausen unterhielt. Er hatte Tuki für nur 1.000 Mark am 15. Oktober 1899 auf einer Auktion in Breslau erworben… Jahrgangsbester 1928: „OLEANDER marschierte nunmehr durch die Hauptereignisse der Berliner Internationalen Woche, denn so viel stand schon unumstößlich fest, dass OLEANDERS Betätigungsfeld der Kampf mit den Vertretern des Auslandes sein müsse, denn in unseren Landen war kein Vollblüter in Training, den OLEANDER hätte zu fürchten brauchen. So wurde dann auch der Große Preis von Berlin für ihn nicht mehr als ein Gesundheitsgalopp. OLEANDER kanterte fünf Längen vor der Elite der älteren Pferde nach Hause…“ (Aus „Album des Deutschen Rennsports 1928“) Überraschungssieger 1935: „Für das wertvollste Rennen der Reichshauptstadt war aus Paris ADMIRAL DRAKE entsandt worden. Der Hengst des Stalles Volterra war unbedingt ein Gegner von Format, wie man ihn vielleicht noch nie auf einer Berliner Bahn gesehen hat, wenn man nicht gerade bis zu TOKIO oder gar KINSCEM zurückgehen will. (…) Es ist bezeichnend, dass gegen dieses Pferd die ganze Elite der älteren deutschen Klasse antrat, Hengste wie ATHANASIUS, BLINZEN, TRAVERTIN, EHRENPREIS, JANITOR und EBRO, dass aber als einziger Dreijähriger STURMVOGEL aufgeboten wurde, und dieser einzige Dreijährige war schließlich doch das Pferd, das den Sieg des Franzosen verhinderte. Der Verlauf der Prüfung ist allerdings leider nicht ganz einwandfrei gewesen. ATHANASIUS hatte ein besonders unglückliches Rennen gehabt und endete als Letzter. Bei einer Drängelei vor der Distanz war ferner EHRENPREIS TRAVERTIN in die Hacken geraten und auch ADMIRAL DRAKE aufgehalten worden. Der Franzose kam zum Schluss noch in großem Stil auf, aber STURMVOGEL hatte sein Rennen bereits sicher, und ADMIRAL DRAKE konnte nur noch den zweiten Platz vor BLINZEN und TRAVERTIN besetzen.“ (Aus „Album des Deutschen Rennsports 1935“) 2 Sieger ab 1931 (80 Jahre) bis 1944 1931: Sichel (Hauptgestüt Graditz) gewinnt leicht gegen die Franzosen Leonidas und Guernanville. 1932: Wolkenflug (Gestüt Schlenderhan) überrascht zu lohnenden Odds. 1933: Alchimist (Hauptgestüt Graditz) siegt locker vor Palastpage und Unkenruf, unplatziert die Französin Thaouka. 1934: Blinzen (Gestüt Schlenderhan) ringt Athanasius noch nieder. 1935: Sturmvogel (Gestüt Schlenderhan) düpiert nach günstigerem Verlauf den Franzosen Admiral Drake, Dritter wird Blinzen. 1936: Sturmvogel (Gestüt Schlenderhan) gibt Wahnfried erfolgreich acht Kilo vor. 1937: Die Französin Corrida (M. Boussac/Frankreich) lässt Sturmvogel und der Italienerin Amerina abblitzen. 1938: Antonym (H. M. Holdert/Frankreich) überspurtet auf den letzten Metern Abendfrieden und Dardanelles. 1939: Elritzling (Gestüt Ebbesloh) krönt seine Laufbahn mit einem sicheren Treffer über Wehr Dich. 1940: Schwarzgold (Gestüt Schlenderhan) knöpft ihrem besten Altersgefährten Samurai mühelos schier unvorstellbare 100 Meter ab. Der Richterspruch lautet „verhalten eine Weile“. 1941: Niccolo Dell´ Arca (Razza Dormello‐Olgiata/Italien) entführt die Siegprämie gen Italia. 1942: Ticino (Gestüt Erlenhof) zeigt Samurai und Gradivo die Eisen. 1943: Ticino (Gestüt Erlenhof) düpiert mit Allgäu und Samurai starke Schlenderhaner. 1944: Ticino (Gestüt Erlenhof / Jockey Otto Schmidt/Trainer Adrian von Borcke) lässt in einem Fünferfeld Stolzenfels und Poet hinter sich. Das Rennen – dotiert mit 40.000 Reichsmark – wird in 2:45,7/2600 m spielerisch leicht gewonnen. Die Tribünen sind wegen des fehlenden Totalisatorbetriebes gähnend leer, ständig drohen Fliegerangriffe. Im Spätherbst wird die Haupttribüne zur Rüstungsfabrik umfunktioniert. 1945 sollte Ticino nochmals starten, was aber Nachkriegswirren vereiteln. Jockey Otto Schmidt kam vorübergehend ins Rüdersdorfer Kriegsgefangenenlager. Ticino (gez. 1939 v. Athanasius‐Terra v. Aditi). Züchter/Besitzer: Gestüt Erlenhof. Trainer: Adrian von Borcke. Der Hengst holte bei 21 Starts 14 Siege und vier Plätze sowie eine Gewinnsumme von 491 060 RM. In seiner zehnjährigen Decktätigkeit errang er neun (!) deutsche Beschälerchampionate 3 Die Siegerliste bis 1944 Jahr 1888 1889 1890 1891 1892 1893 1894 1895 1896 1897 1898 1899 1900 1901 1902 1903 1904 1905 1906 1907 1908 1909 1910 1911 1912 1913 1914 1915 1916 1917 1918 1919 1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 Sieger/Alter Besitzer/Züchter Durchgänger (4) W. Hiestrich/H. Frerichs Freimaurer (3) V. May/Graf Tschirschky‐Renard Dalberg (3) V. May/Graf Hahn‐Basedow Hawk (3) Frhr. v. Münchhausen/Besitzer Dorn (3) Frhr. Ed. v. Oppenheim/Besitzer Hardenberg (3) R. Spiekermann/Gestüt Harzburg Ausmärker (3) Fürst Fürstenberg/v. Wedemeyer U. v. Oertzen/Besitzer Hannibal (4) Rondinelli (3) V. May/Graf Hahn‐Basedow Tokio (5) A. v. Pechy/J. Frohner Magister (3) Fr. Lemcke/Graf W. Redern Sperbers Bruder (3) Frhr. v. Münchhausen/Besitzer Namouna (3) B. Naumann/Graf W. Redern Xamete (4) Fürst zu Hohenlohe‐Oehringen/Besitzer Tuki (3) Major v. Goßler/Gestüt Bielau Slanderer (4) H. Manske/Besitzer Signor (3) Gestüt Schlenderhan/Besitzer Pathos (3) Kgl. Hauptgestüt Graditz/Besitzer Slaby (3) A. Weinberg/H. Manske Festino (4) A. Weinberg/Besitzer Fels (4) A. Weinberg/Besitzer Horizont II (3) A. + C. v. Weinberg/Besitzer For Ever (4) Frhr. S. A. v. Oppenheim/Besitzer Fervor (4) A. + C. v. Weinberg/Besitzer Icy Wind (4) Fürst zu Hohenlohe‐Oehringen/gez. in England Dolomit (3) Frhr. S. A. v. Oppenheim/Besitzer Majestic (3) Frhr. S. A. v. Oppenheim/Besitzer Orelio (3) A. + C. v. Weinberg/Besitzer infolge des Krieges nicht veranstaltet Anschluß (4) Kgl. Hauptgestüt Graditz/Besitzer Landgraf (3) R. Haniel/Besitzer Traum (3) R. Haniel/Besitzer Eckstein (3) R. Haniel/Besitzer Herold (3) Gestüt Graditz/Besitzer Ossian (3) A. + C. v. Weinberg/Besitzer Wallenstein (5) Frhr. S. A. v. Oppenheim/Besitzer Augias (3) A. + C. v. Weinberg/Besitzer A. + C. v. Weinberg/Besitzer Augias (4) Weißdorn (3) Frhr. S. A. v. Oppenheim/Besitzer Ferro (3) R. Haniel/Besitzer Mah‐Jong (3) Frhr. S. A. v. Oppenheim/Besitzer Oleander (4) Frhr. S. A. v. Oppenheim/Besitzer Oleander (5) Frhr. S. A. v. Oppenheim/Besitzer Alba (3) Frhr. S. A. v. Oppenheim/Besitzer Sichel (3) Hauptgestüt Graditz/Besitzer Wolkenflug (4) Gestüt Schlenderhan/Besitzer Alchimist (3) Hauptgestüt Graditz/Besitzer Blinzen (3) Gestüt Schlenderhan/Besitzer Sturmvogel (3) Gestüt Schlenderhan/Besitzer Sturmvogel (4) Gestüt Schlenderhan/Besitzer Corrida (5) M. Boussac/Besitzer (Frankreich) Antonym (3) H. M. Holdert (Frankreich)/gez. in Frankreich Elritzling (5) Gestüt Ebbesloh/Besitzer Schwarzgold (3) Gestüt Schlenderhan/Besitzer Niccolo Dell´Arca (3) Razza Dormello‐Olgiata (Italien)/gez. in Italien Ticino (3) Gestüt Erlenhof/Besitzer Ticino (4) Gestüt Erlenhof/Besitzer Ticino (5) Gestüt Erlenhof/Besitzer 4