Grabgestaltung und Pflegetipps

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Grabgestaltung und Pflegetipps
Grabgestaltung und Pflegetipps
Individuelle Gestaltungsideen und wichtige Pflegehinweise für
ihr Grab
©Tanja Blind
Allgemeine Informationen
In Zukunft wird es mehr darauf ankommen, ein neues Verständnis vom Friedhof mit
seinen sozialen, kulturellen, ökologischen, stadtgestalterischen, aber auch seinen
wirtschaftlichen Funktionen zu entwickeln. Friedhöfe sind Grünzonen und
Erholungsstätten für alle Bürger und vor allem würdige Stätten der Besinnung und des
Trostes für die Trauernden.
Grabmaße und Grababgrenzung
Die angegebenen Maße verstehen sich einschließlich Grabmal, aber ohne Weg.
Bei der Gestaltung des Grabes sollten die vorhandene Pflanzung sowie das Grabmal in
Höhe und Volumen berücksichtigt werden. Dabei können die Maße nach
Gemeindebestimmungen leicht abweichen.
• Doppelgrab: 2,4m x 2,5m
• Einzelgrab: 1,1m x 2,2m
• Urnengrab: 1m x1m
Gestaltung des Raumes
Ausgangspunkt für die Gestaltung des Raumes sind die mit gärtnerischen Mitteln
erreichbaren Lösungen durch Bepflanzung und Abstimmung von Formen und Farben.
Gestaltung mit Pflanzen
Für die Gestaltung und Bepflanzung ist es wichtig, die Standortfaktoren zu kennen, die
ausschlaggebend für die Wahl der richtigen Bepflanzung sind.
Unterschieden wird zwischen
• Sonne:
Sonnige Grabplätze gibt es oft an neueren Friedhöfen oder Erweiterungen. Hier sind
die Pflanzen den ganzen Tag Sonne und Wind ausgesetzt.
• Halbschatten:
Halbschattige Gräber liegen oft zum Teil im Schatten eines Baumes, d.h. sie werden
den halben Tag beschattet.
• Schatten:
Schattige Grabplätze findet man oft auf alten Friedhöfen oder auf Waldfriedhöfen. Die
Gräber liegen unter großen Bäumen und werden den ganzen Tag beschattet.
Boden, sprich Moorboden, um ihre ganze Schönheit zu entfalten. Da die Pflanzflächen doch rel.
klein sind, lassen sich die entsprechenden Bodenvoraussetzungen ggf. durch Bodenaustausch bzw.
Bodenzuschlagsstoffe, gut anpassen.
 Bodenvorbereitung und Pflanzzeit
Vor jedem Pflanzen ist der Boden gründlich zu
lockern. Schwere Lehmböden aber auch leichte
durchlässige Sandböden können durch Zugabe
von Komposterde oder einer guten Blumenerde
mit Tonanteilen, verbessert werden. Die besten
Pflanzzeiten sind September/Oktober und
März/April.
 Allgemeine Gesichtspunkte
Während sich der umfassende Rahmen nach den
Satzungen der Friedhofsverwaltung richtet, bestehen für die individuelle Grabgestaltung sehr
viele Möglichkeiten, die sich an Grabgröße,
Grabstein, regionalen Gepflogenheiten und nicht
zuletzt an persönlichen Vorlieben orientieren.
Grundsätzlich unterscheidet man 3 wichtige
Gestaltungselemente:
1. Die Rahmenbepflanzung
2. Die Bepflanzung mit Bodendeckern
3. Die Wechsel- oder Saisonbepflanzung
Da es sich um eine Daueranlage auf begrenztem
Raum handelt, sollten die zur Verwendung kommenden Pflanzen nicht wuchern, sondern sich
durch eine kompakte, langsame Entwicklung
auszeichnen. Pflanzen der 1. und 2. Kategorie
benötigen zudem eine gute Frostbeständigkeit.
Eine gelungene Grabanlage, ob symmetrisch oder
asymmetrisch konzipiert, behält über viele Jahre
ihren harmonischen Gesamteindruck, bei nicht
allzu intensivem Pflegeaufwand.
 Flächengliederung und Zuordnung
Der Platz für die Rahmenbepflanzung mit
etwas höheren immergrünen Arten, befindet sich
in unmittelbarer Nähe des Grabsteins, meist
rechts und links davon. Den überwiegenden Teil,
mit 60 % und mehr der Grabfläche, nehmen die
immergrünen Bodendecker ein. Dadurch vermitteln sie ein Bild der Ruhe und Ordnung und
heben gleichzeitig die Farbwirkung der Wechselbepflanzung hervor, die meist in Form eines
Rondells, einer Ellipse, einer Raute oder eines
Rechtecks angelegt wird. Dies gilt zumindest für
symmetrische Anlagen. Asymmetrische Bepflanzungen sind seltener, haben oft geschwungene
unkonventionelle Linienführungen und wirken
dadurch lockerer und lebhafter.
 Aspekte zur Pflanzenauswahl
Hier spielen vor allen die Lichtverhältnisse eine
wichtige Rolle. Pflanzenarten mit hohem Lichtanspruch würden an schattigen Standorten schnell
verkümmern und umgekehrt. Weiterhin von
Bedeutung sind Bodenansprüche, Wasserbedarf
und Schnittverträglichkeit. Beliebte Arten für
die Grabbepflanzung sind diesbezüglich meist
sehr tolerant. Dennoch benötigen Heidegewächse
als Dauerbepflanzung (z.B. Rhododendren,
Azaleen oder Torfmyrten), einen leicht sauren
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 1. Rahmenbepflanzung
Einige Beispiele, die für diesen Zweck gerne
verwendet werden:
Für sonnige Standorte:
Höhe (cm)
Zwerglebensbaum (Thua occidentalis)
200
Zwergwacholder (Juniperus communis)
50
Nestfichte (Picea abies 'Nidiformis')
60 - 100
Kugelkiefer (Pinus mugo 'Mops')
80
Für halbschattige Standorte:
Stechpalme (Ilex crenata)
50
Hemlocktanne (Tsuga canad. 'Nana')
100
Skimmie (Skimmia japonic)
60
Für halbschattige - schattige Standorte
Buchsbaum (Buxus sempervirens)
50 - 150
Schattenglöckchen (Pieris japonica)
50 - 150
Kisseneibe (Taxus baccata 'Repandens') 50
 2. Bodendecker
Mit ihrem flachen, teppichartigen Wuchs überziehen
sie den Boden und geben
der ganzen Grabstätte ihr
charakteristisches Bild.
Bodendecker sollen sich
möglichst gleichmäßig entwickeln. Sie sollen ferner
trittfest sein, Trockenstreß
und notwendige Schnittmaßnahmen, die 2 - 3 mal
jährlich durchgeführt werden,
gut vertragen. Außerdem
den Unkrautbewuchs unterdrücken und selbst nach
mehreren Jahren noch tadel-
Es handelt sich hierbei meistens um reichblühende, recht pflegeleichte Arten, mit kompaktem,
buschigem Wuchs. Bezüglich der Auswahl sind
der eigenen Phantasie kaum Grenzen gesetzt.
Dennoch achtet man darauf, daß die Wechselbepflanzung nicht zu bunt ausfällt. Mehr als 2 3 Farbtöne sollten eigentlich nicht zur Verwendung kommen. Meist beschränkt sich die Bepflanzung pro Saison auf eine Schwerpunktart in einheitlicher Farbe. Um noch einen zusätzlichen
Farbkontrast zu erzeugen, kann eine 2. Art, z.B.
als Einfassungspflanze, mit verwendet werden.
Diese muß nicht unbedingt blühen. Auch Blattschmuckpflanzen wie z.B. das beliebte Silberblatt,
erzeugen schöne optische Effekte. Nachfolgend
einige Beispiele für Saisonbepflanzungen:
 Beliebte Arten für die Frühjahrsbepflanzung
Neben den Klassikern wie Frühlingsprimeln,
Stiefmütterchen, Tausendschön und Vergißmeinnicht, kommen noch einige kompakte Frühlingsstauden in Frage, wie z.B. Glockenblumen und
Blaukissen. Nicht zu vergessen ist freilich das
breite Spektrum an Zwiebelblumen, allen voran
Zwergnarzissen, Hyazinthen und Topftulpen.
los aussehen.
Trotz dieser vielfältigen Anforderungen gibt es
eine ganze Reihe gut geeigneter, immergrüner
Arten, von denen einige hier zu erwähnen
sind.
Für sonnige Standorte:
Höhe (cm)
Grasnelke (Armeria maritima)
20
25 - 30
Kriechwacholder (Juniperus)
Thynmian (Thymus serpyllum)
20 - 25
Für halbschattige - schattige Standorte:
Golderdbeere (Waldsteinia)
10 - 15
Dickmännchen (Pachysandra)
15 - 20
Immergrün (Vinca minor)
10 - 15
Efeu (Hedera helix)
5 - 15
Für sonnige bis schattige Standorte:
Zwergmispel (Coton. dammeri)
10 - 15
Kriechspindel (Euonymus fort.)
10
Mauerpfeffer (Sedum-Arten)
10 - 15
Steinbrech (Saxifraga umbrosa)
15
 Beliebte Arten für die Sommerbepflanzung
Für sonnige Standorte:
Höhe (cm)
Eisbegonien (Beg. semperfl.)
15 - 20
Duftsteinrich (Lobularia mar.)
10 - 15
Teppichverbenen (Verbena)
10 - 15
Für sonnige - halbschattige Standorte:
Eisbegonien (Beg. semperfl.)
15 - 20
Edel-Lieschen (Imp. Neu-Guinea)
20 - 25
Aztekengold (Sanvitaia spec.)
15 - 20
Für halbschattige - schattige Standorte:
Eisbegonien (Beg. semperfl.)
15 - 20
Fuchsien (Fuchsia-Hybriden)
25 - 30
Zwar können Bodendecker im Container fast
ganzjährig gepflanzt werden, jedoch ist dafür der
der Herbst und das Frühjahr am besten geeignet.
 Beliebte Arten für die Herbstbepflanzung
Durch ihre guten Blüheigenschaften und Winterhärte, hat die Knospenheide (Calluna) sehr stark
an Bedeutung gewonnen. Weiterhin zählen Erika,
Stiefmütterchen, Silberblatt,
Veronika, Mini-Alpenveilchen,
Scheinbeeren (Gaultheria),
"Stacheldraht" (Calocephalus) zum Hauptsortiment
für die Herbstbepflanzung.
 3. Saison- oder Wechselbepflanzung
Sie ist ein wichtiges Gestaltungselement, welches
je nach Jahreszeit neu angelegt wird. Rund
3 mal, nämlich im März, im Mai und im Oktober,
wird die Fläche, die für die Wechselbepflanzung
vorgesehen ist, mit Saisonpflanzen neu hergerichtet.
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Gestaltungsmöglichkeiten
Die Gestaltung des Grabes sollte sich den benachbarten Gräbern und dem Umfeld des
Friedhofs anpassen. Die Dauerbepflanzung bzw. eine Abdeckung des Grabes mit Graberde,
ein Beet mit saisonaler Bepflanzung und eventuell ein Platz, um Schnittblumen oder
Gedenkfloristik abzulegen, das sind die Grundlagen für die Gestaltung des Grabes.
Besondere Formen
(Die schraffierten Flächen stellen die Dauer-, die weißen Flächen die Saisonbepflanzung dar)
Einzelgrab:
Doppelgrab:
Urnengrab:
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Wichtige Pflegehinweise
Die Standortgerechte Bepflanzung ist die Grundlage für optimales Pflanzenwachstum.
Fachgerechte Pflege sorgt für gesundes Wachstum – auf dem Friedhof sehr wichtig, da
Pflanzenschutzmittel normalerweise verboten sind
Erde/Boden
Nachdem die Erde sich nach dem Begräbnis gesetzt hat - ungefähr nach einem
halben/dreiviertel Jahr - und das Grabmal aufgestellt wurde, können die vorbereitenden
Arbeiten für die Pflanzung gemacht werden. Zunächst sollte festgestellt werden, um welchen
Bodentyp es sich handelt. Danach werden, um den Boden zu verbessern, die entsprechenden
Zuschlagstoffe bzw. frische Erde in die obersten 20cm eingearbeitet.
• Sandige Böden =>Zuschlagstoffe: Kompost, Pflanzerde mit Tonanteil
• Lehmige Böden => Zuschlagstoffe: Sand, Kompost, Pflanzerde
• Böden unter Bäumen => Zuschlagstoffe: Kompost, Pflanzerde, Kalk bei sehr sauren
Böden
Die Bodenstruktur versorgt die Pflanzen mit Luft und Wasser und ist somit wichtig für das
Pflanzenwachstum. Ohne gute Erde gedeihen auch die Pflanzen nicht.
Gießen
Sind Bodendecker und andere Dauerpflanzen gut eingewachsen, brauchen sie nur an sehr
heißen Tagen zusätzliches Wasser. Ausnahme, wenn Wurzeln von großen Bäumen Wasser
wegnehmen.
Gleiches gilt für Saisonpflanzen, die jedoch bei der Neupflanzung gut angegossen werden
müssen.
Viel Wasser benötigen Schalen, die auf Steinplatten stehen, da sie keinen direkten
Bodenkontakt haben und die Platten sich zusätzlich aufheizen. Vorsicht bei langen
Regenperioden. Wenn der Wasserabzug der Schalen verstopf ist, faulen die Pflanzen sehr
schnell.
Düngen
Im Frühjahr ist die richtige Zeit für eine Düngung der Dauerbepflanzung. Am besten geeignet
sind Depotdünger. Eine Düngergabe reicht aus.
Die Saisonpflanzen werden entweder bei der Pflanzung mit Depotdünger versorgt oder
regelmäßig flüssig gedüngt.
Rückschnitt
Gehölze und Bodendecker benötigen einen regelmäßigen Rückschnitt, um in Form zu bleiben.
Guter Zeitpunkt für den Schnitt ist der Frühsommer (Mai/Juni). Hierbei werden Frostschäden
und überzählige Triebe ausgeschnitten. Formgehölze (Kugeln oder Kegel) aus Buchs und
Eibe sollten im Sommer (August) nachgeschnitten werden. Auch die Bodendecker werden im
Sommer noch einmal geschnitten.
Stauden werden im März, Halbsträucher wie Lavendel, Schneeheide werden ebenfalls im
März bis auf ca. 10 cm zurückgeschnitten.
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Reinigung und Pflege
Zu den wichtigsten Aufgaben bei der Pflege eines Grabes gehört das Jäten von Unkraut. Je
dichter die Bepflanzung ist, desto weniger Chancen haben Unkräuter, doch ganz vermeiden
lässt sich ihr aufkommen nicht. Auf großen Gräbern sollten die Trittplatten regelmäßig auf
Algen und Moose kontrolliert werden (Vorsicht Rutschgefahr!)
Pflanzensymbolik
Pflanzen sollen Trauer vermitteln, Trost spenden und zugleich Hoffnung spenden und die
Erinnerung an Verstorbene wach halten.
Die Bedeutung der Symbolik der Pflanzen kann hierbei behilflich sein.
Beispiele:
Pflanzen
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Abschied in Liebe: Vergissmeinnicht
Anlehnung: Efeu
Ehe: Myrthe
Erinnerung: Immergrün, Lavendel, Stiefmütterchen, Thymian
Ewiges Leben: Buchsbaum, Immergrün, Narzisse
Freundschaft: Efeu, Ginkgo, Nelke, Verbene
Glaube: Iris
Glück: Kiefer, Maiglöckchen, Mistel
Hoffnung: Krokus, Lilie, Primel, Veilchen, Weide
Kraft: Verbene, Wacholder
langes Leben: Chrysantheme, Ginkgo, Kiefer
ewiges Leben: Dachwurz
Lebensfreude: Rose, Wacholder
Liebe: Anemone, Enzian, Bellis, Lilie, Margarite, Rose
Liebe über den Tod hinaus: Buchsbaum, Chrysantheme
Stärke: Thymian
Treue: Buchsbaum, Efeu, Nelke, Vergissmeinnicht
Vergänglichkeit: Schnittblumen, Gräser
Farben
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Violett: Macht
Blau: Treue
Rot: Liebe
Weiß: Unschuld
Schwarz: Trauer
Gelb: Heiterkeit/Lebendigkeit
Formen
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Kreis: Kreislauf des Lebens, Schutz/Abwehr von Unheil
gebrochene Formen: Jähes Ende
Zahlen
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3 : Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit (z.B. 3-farbige Blüten, 3-lappige Blätter)
4 : Kreuz
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Besondere Gedenktage
Totengedenken bedeutet, sich an die vielen schönen Stunden des gemeinsamen Lebens zu
erinnern. Die persönliche Note zum Gedenktag ist ein intensives Zeichen des Andenkens,
zum Beispiel mit einer Schale mit den Lieblingsblumen, einem Strauß in den Lieblingsfarben
oder ein mit Rosen gestecktes Herz.
Für Allerheiligen und Totensonntag werden sowohl Gestecke als auch winterlich bepflanzte
Schalen an das Grab gebracht, wobei auch hier die persönliche Note mit einem integrierten
Herz oder einem eher natürlichen bzw. eher bunten Gesteck berücksichtigt werden kann.
• Geburtstag
• Todestag
• Weihnachten
• Ostern
• Allerheiligen (kath.)
• Totensonntag (ev.)
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ALLGEMEINE GESCHÄFTSBEDINGUNGEN FÜR
FRIEDHOFSGÄRTNERISCHE ARBEITEN
I. Grundsätze
a) Sämtliche gärtnerischen Arbeiten auf dem Friedhof werden nach Maßgabe der
Bestimmungen der geltenden Friedhofsordnung und nach den fachlichen Grundsätzen der
Bundesfachgruppe Friedhofsgärtner des Zentralverbandes Gartenbau ausgeführt.
b) Veränderungen der Grabstätte, insbesondere das Absinken der Erde oder das Umstürzen der
Grabsteine, führen in keinem Falle zu Gewährleistungsansprüchen; es sei denn, die Schäden sind
auf grobfahrlässiges Verhalten des Friedhofsgärtners zurückzuführen.
c) Der Auftraggeber ist zugleich Zahlungspflichtiger außer ein Dritter übernimmt die Zahlungen.
Dies muss jedoch schriftlich bestätigt werden.
d) Der Auftraggeber teilt jede Änderung seiner Anschrift mit, ansonsten trägt er die Kosten der
Anschriftermittlung
II. Bepflanzung
a) Jahreszeitlich bedingte Bepflanzungen und Pflanzungen von Dauergrün werden ausgeführt,
wann und wie es die Natur, Witterung und daraus resultierender Arbeitsanfall gestatten bzw.
erfordern.
b) Eine Gewähr für das Anwachsen wird nur übernommen, wenn gemeinsam mit dem
Bepflanzungsauftrag der Auftrag zur Grabpflege erteilt wird.
c) Eine etwaige Gewährleistungsverpflichtung des Auftragnehmers beschränkt sich zunächst auf
kostenlosen Ersatz. Bei Fehlschlagen der Ersatzlieferung hat der Besteller das Recht, nach seiner
Wahl eine Herabsetzung der Vergütung oder Rückgängigmachung des Vertrages zu verlangen.
d) Eine Haftung für Schäden, die durch höhere Gewalt (z. B. Dürre, Frost, Hagel, Sturm, schweren
Regen, Wild, tierische und pflanzliche Schädlinge) entstehen, erfolgt nicht. Dasselbe gilt für
Schäden, die z. B. durch ungünstige örtliche Lagen der Grabstätten (schattige Lagen,
mangelnde oder schwer bearbeitbare Böden, die einen gesunden Anwuchs der Pflanzen in
Frage stellen) bedingt und vorhersehbar sind und dem Auftraggeber vor Arbeitsbeginn zur
Kenntnis gegeben werden.
e) Grabvasen, Tonschalen und ähnliches werden auf dem Grab belassen, eine Haftung dafür
erfolgt nicht.
III. Grabpflege
a) Die Grabpflege wird mit gärtnerischer Sorgfalt ausgeführt.
b) Die gärtnerische Pflege umfasst: in regelmäßigen Abständen das Säubern und Abräumen der
Grabflächen, Freihalten von Unkraut, Schnitt der Pflanzen nach fachlichen Gesichtspunkten,
Begießen und Düngen soweit ortsüblich und fachlich erforderlich.
c) Arbeiten am Grabstein und der Steineinfassung (Steinreinigung, Neuverlegung, etc.) gehören
nicht zur Grabpflege.
IV. Bepflanzung und Grabpflege
Folgende Leistungen werden auf besonderen Auftrag hin ausgeführt und gesondert in
Rechnung gestellt:
a) Abfahren nicht benötigter Erde;
b) Auffüllen der Grabstätte;
c) Lieferung von Pflanzerde, Bodenverbesserungsmitteln;
d) Winterschutz von Pflanzen;
f) Arbeiten anlässlich von Bestattungen (z. B. Grabschmuck, Transport von Trauergebinden etc.);
g) Sonstige Arbeiten, die nicht zu den üblichen Pflegearbeiten gehören (z. B. das Schneiden,
Ausputzen oder Entfernen größerer Bäume, Heckenschnitt, Schädlingsbekämpfung, Behebung
von Schäden, die durch Dritte verursacht werden);
h) vorübergehendes Entfernen von Pflanzen von der Grabstätte auf Wunsch des Auftraggebers
oder auf Anordnung der Friedhofsverwaltung.
V. Rügefristen
Verlangt der Auftraggeber nach Fertigstellung der Leistung eine Abnahme, so hat sie der
Auftraggeber binnen zwölf Werktagen durchzuführen, eine andere Frist kann vereinbart werden.
Wird keine Abnahme verlangt, so gilt die Leistung als abgenommen mit Ablauf von zwölf
Werktagen nach Durchführung der Bepflanzung.
Vl. Auftragsdauer, Finanzierung und Zahlungen
a) Der Auftrag zur Grabpflege/Grabbepflanzung ist zeitlich unbegrenzt. Eine Kündigung ist
jederzeit zu Quartalsende möglich und muss schriftlich erfolgen.
b) Die Grabpflege und Bepflanzung wird in zwei Abrechnungen pro Kalenderjahr in Rechnung
gestellt, wobei die erste Abrechnung (Frühjahrs- u. Sommerbepflanzung u. die 1. Hälfte der
Grabpflege) zur Jahresmitte und die zweite Abrechnung (Herbstarbeiten u. die 2. Hälfte der
Grabpflege) zum Jahresende erstellt werden.
Bei Grabstätten die nur zur Bepflanzung und nicht in Pflege sind, erfolgt die Abrechnung sofort
nach Ausführung der Leistung.
c) Außergewöhnliche Leistungen (Auffüllen, Abräumen, Sonderbepflanzungen, etc.) können
jeweils nach erfolgter Durchführung sofort in Rechnung gestellt werden.
d) Bei Neukunden werden die Kosten einer Jahrespflege eventuell als Vorauszahlung in
Rechnung gestellt.
e) Die Rechnungen sind sofort nach ihrer Erteilung ohne Skonto und Portoabzug zu begleichen.
Auslandsspesen/gebühren sind vom Zahlungspflichtigen zu begleichen.
f) Nach Ablauf der Einmonatsfrist werden Verzugszinsen sowie anteilige Mahnkosten berechnet.
g) Zahlungen werden stets der ältesten Forderung zugerechnet.
h) Die Verpflichtung zur Zahlung geht auf die Erben des Bestellers über.
i) Erhöhen sich nach Auftragserteilung die Preise der Pflanzen oder die Tariflöhne oder die
ortsüblichen Effektivlöhne, so werden in der Rechnung die erhöhten Preise und Löhne zugrunde
gelegt.
Abweichende Vereinbarungen können getroffen werden. Sie bedürfen aber auf jedem Fall der
Schriftform.
Gerichtsstand und Erfüllungsort ist für beide das Amtsgericht Nürtingen.
Grabpflege
Die Grabpflege, wird auch als Jahrespflege bezeichnet, da sie sich in der Regel über
den Zeitraum eines Jahres erstreckt.
Hierbei übernehmen wir für Sie die fachgerechte und sorgfältige Betreuung Ihrer
Grabstätte. Unsere Leistungen für die Grabpflege beinhalten:

Befreiung der Grabstätte von Verschmutzungen z.B. Laub, Unkraut

Rückschnitt der Bodendecker und eventuell vorhandener Gehölze

Fachgerechter Einsatz von organischem Dünger für die Wechselund Dauerbepflanzung

Gießen der Grabstätte nach Bedarf
(Zeitpunkt und Häufigkeit richten sich nach der Wetterlage)

Entfernen alter Sträuße, Blumen und Gestecke
Preisliste:
Jahrespflege Einzelgrab € 149,Jahrespflege Doppelgrab € 195,Jahrespflege Urnengrab € 79,-
Sonstige Leistungen ( nicht im Preis für die Jahrespflege enthalten):

Jahreszeitliche Bepflanzungen

Abdecken des Grabes im Winter

Gestecke zu Gedenktagen / Wintergestecke / Winterbeet
Der Kostenrahmen für die sonstigen Leistungen richtet sich ganz alleine
nach Ihren individuellen Wünschen und Vorstellungen.
Gerne zeigen wir Ihnen alle Möglichkeiten auf und beraten Sie,
Für die Grabpflege und die sonstigen Leistungen wird ein Jahresvertrag
abgeschlossen, der sich bei Nichtkündigung automatisch um ein
weiteres Jahr verlängert.