Diplomarbeit

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 TECHNISCHE UNIVERSITÄT DRESDEN Fakultät Informatik Institut für Software‐ und Multimediatechnik Lehrstuhl für Mediengestaltung Prof. Dr.‐Ing. habil. Rainer Groh Diplomarbeit zum Thema Ambience‐supported Chat Integration von Umgebungsinformationen in das Interaktionsdesign eines Groupware‐Chats Steffen Schröder (Geboren am 05. Mai 1982 in Strausberg) Betreuer: Prof. Dr.‐Ing. habil. Rainer Groh Dresden, den 30.07.2009 2 Inhalt Abkürzungsverzeichnis ..................................................................................................................... 5 1 Einleitung ....................................................................................................................................... 7 1.1 Motivation .............................................................................................................................. 7 1.2 Zielsetzung und Aufgabenstellung ......................................................................................... 7 1.3 Aufbau der Arbeit ................................................................................................................... 8 2 Grundlagen und Begriffe ............................................................................................................. 11 2.1 Groupware ............................................................................................................................ 11 2.2 Gruppendynamik .................................................................................................................. 14 2.3 Kommunikation .................................................................................................................... 19 2.4 Zusammenfassung ................................................................................................................ 21 3 Der Chat als Kommunikationswerkzeug ...................................................................................... 23 3.1 Was ist ein Chat .................................................................................................................... 23 3.2 Chatspezifische Stilelemente ................................................................................................ 25 3.3 Untersuchung aktueller Systeme ......................................................................................... 27 3.4 Untersuchung im Bezug zum Offline‐Bereich ...................................................................... 39 3.4 Zusammenfassung ................................................................................................................ 42 4 Umgebungsinformationen .......................................................................................................... 43 4.1 Definition von Umgebungsinformationen............................................................................ 43 4.2 Teamdiagnose für Gruppendynamik .................................................................................... 44 4.3 Informationsanalyse ............................................................................................................. 47 4.4 Informationsabbildung ......................................................................................................... 58 4.5 Zusammenfassung ................................................................................................................ 61 5 Konzeption zur Integration .......................................................................................................... 63 5.1 Das Integrationsmodell ........................................................................................................ 63 5.2 Datensicht ............................................................................................................................. 68 5.3 Beziehungssicht .................................................................................................................... 72 5.4 Informationssicht ................................................................................................................. 78 5.5 Zusammenfassung ................................................................................................................ 81 6 Realisierung ................................................................................................................................. 83 6.1 Wahl des Werkzeugs ............................................................................................................ 83 6.2 Datensicht ............................................................................................................................. 83 6.3 Programmsicht ..................................................................................................................... 91 3 6.4 Informationssicht ................................................................................................................. 94 6.5 Zusammenfassung ............................................................................................................. 101 7 Evaluation des Prototyps .......................................................................................................... 103 7.1 Fragebogen ........................................................................................................................ 103 7.2 Auswertung ........................................................................................................................ 105 8 Zusammenfassung und Ausblick ............................................................................................... 109 Anhang ......................................................................................................................................... 113 1. Datensicht ............................................................................................................................ 113 2. Beziehungssicht .................................................................................................................... 120 3. Evaluation............................................................................................................................. 124 4. CD‐Inhalt .............................................................................................................................. 126 A Literaturverzeichnis .................................................................................................................. 127 B Abbildungsverzeichnis .............................................................................................................. 130 C Tabellenverzeichnis ................................................................................................................... 131 D Quellcode .................................................................................................................................. 132 Ehrenwörtliche Erklärung ............................................................................................................ 133 Danksagung .................................................................................................................................. 134 4 Abkürzungsverzeichnis 3K Kommunikation‐Koordination‐Kooperation‐Modell CSCW Computer Supported Cooperative Work HTTP Hypertext Transfer Protocol IPO Input‐Process‐Output IRC Internet Relay Chat IM Instant Messenger vgl. vergleiche 5 6 1 Einleitung Das erste Kapitel bildet die Einleitung zu dieser Diplomarbeit und soll zunächst einmal mit der Motivation das Interesse des Lesers dieser Diplomarbeit wecken. Daraufhin werden die Zielsetzung der Arbeit und die genaue Aufgabenstellung erläutert und zum Abschluss der Aufbau und Inhalt der nachfolgenden Kapitel der Arbeit beschrieben. 1.1 Motivation In einer Zeit, in der die Kommunikation im privatem, sowie beruflichem Umfeld vermehrt über das Internet von statten geht, stellt sich die Frage, ob die heutigen Möglichkeiten und Systeme die face‐to‐face‐Kommunikation ausreichend ersetzen können oder es noch an Unterstützungen für die Nutzer mangelt. Sind die Unmengen an Systemen, sei es Chat, Weblogs, Forum, Instant Messaging oder andere, für jedermann intuitiv und leicht nutzbar, unterstützen sie den Nutzer bei der Kommunikation oder fehlen diesen Systemen noch Erweiterungen, um die natürliche Kommunikation noch besser darzustellen und dem Nutzer die Kommunikation über solch ein System zu erleichtern. Bei der natürlichen Kommunikation kommt es nicht nur auf die rein sprachlichen Informationen an, es entstehen nebenbei viel mehr Informationen (Umgebungsinformationen) die eine Person bewusst oder unbewusst aufnimmt und verarbeitet. Beim Eintritt in ein Geschäft, Büro, Konferenzraum oder eine andere Umgebung, nimmt der Mensch automatisch Informationen in sich auf, seien es Bekanntschaften erkennen, Emotionen, Mimik und Gestik, soziale Beziehungen von Personen oder Gesprächsthemen. Diese Umgebungsinformationen erleichtern der Person den Einstieg in ein Gespräch oder unterstützen sie während der Kommunikation. Es sind aber auch noch andere Umgebungsinformationen vorhanden, die eine Person nicht wahrnehmen kann, wie Eigenschaften und Informationen zu Personen oder zurückliegende Gesprächsthemen, welche jemand nicht mitbekommen hat. Auch solche Umgebungsinformationen unterstützen den Menschen bei der Kommunikation. Noch wichtiger werden diese Informationen beim kooperativen Arbeiten, wenn sich unbekannte Menschen in kurzer Zeit eine Beziehung zueinander aufbauen und gemeinsam eine Aufgabe oder ein Projekt bewältigen müssen. Sollte diese Arbeit dann auch noch über eine Groupware erledigt werden und Kommunikation nur mit Hilfe eines Chats möglich sein, wird dieser Beziehungsaufbau schwieriger und instabiler, als bei natürlichen Gruppen, die sich zu face‐to‐
face‐Sitzungen treffen können. Oft kommt es dabei zu internationalen Teams, wo alle Teammitglieder auf dem Globus verteilt sind. Hier kommen neue Einflussfaktoren hinzu, auf die reagiert werden muss, wie zum Beispiel zeitliche, sprachliche und kulturelle Unterschiede in einer Gruppe, die zu zwischenmenschlichen Problemen und Verzögerungen führen können. Solche Einflussfaktoren müssen den Teammitgliedern bewusst gemacht werden, damit sie darauf reagieren können. Hierzu werden Unterstützungsfunktionen benötigt, die die Teammitglieder auf Beziehungs‐ und Kommunikationsprobleme hinweisen und bei der Arbeit in der Gruppe unterstützen. 1.2 Zielsetzung und Aufgabenstellung Diese Diplomarbeit befasst sich mit dem Thema der Integration von Umgebungsinformationen in das Interaktionsdesign eines Groupware‐Chats. Im Einzelnen sollen dabei neun Punkte verwirklicht werden, die mit der Erarbeitung der theoretischen Grundlagen zu Kommunikation, Gruppenarbeit und Chatsysteme beginnen. Daraufhin muss der aktuelle Stand der Forschung 7 untersucht und die unterschiedlichen Systeme analysiert werden. Punkt drei befasst sich mit einer genaueren Untersuchung des Chats als Kommunikationswerkzeug im Bezug zum Offline‐
Bereich. Desweiteren soll erarbeitet werden, welche Umgebungsinformationen von Nutzen sind und wie deren Anwendbarkeit ist, worin auch die Analyse einflussgebender Bereiche auf das Design und die Umgebungsinformationen fällt. Das ganze wird dann in die Entwicklung eines Konzeptes zur Darstellung und Integration von Umgebungsinformationen einfließen, welches wiederum in einem Prototyp realisiert und evaluiert werden soll. Das Ziel dieser Arbeit ist es, ein Prototyp zu entwickeln, der die Nutzer eines Groupware‐Chats bei der Kommunikation unterstützen soll, indem ihm weitere Umgebungsinformationen zur Hand gegeben werden, die nicht hinderlich sein oder die Arbeit beeinträchtigen dürfen. 1.3 Aufbau der Arbeit Nachdem in Kapitel 1 die Motivation und die Ziele dieser Diplomarbeit beschrieben worden sind, werden in Kapitel 2 die Grundlagen gelegt und die wichtigsten Begriffe erläutert. Zunächst wird geklärt was eine Groupware ist, wo sie zum Einsatz kommt und wie der aktuelle Trend in diesem Bereich aussieht. Daraufhin wird genauer beschrieben, was man unter Gruppendynamik versteht und welche Modelle und Probleme existieren. Der dritte Abschnitt befasst sich mit der Kommunikation und geht auf die Formen der Kommunikation, sowie die Probleme ein. Das Kapitel 3 behandelt allein den Chat, als Kommunikationsmittel. Hier wird zunächst geklärt was ein Chat ist, welche Formen beziehungsweise Systeme es momentan gibt und was für spezifische Stilelemente sich entwickelt haben. Daraufhin werden die aktuellen Systeme untersucht, wofür vorher Soll‐Funktionen definiert werden, sowie versucht eine Einteilung zu finden und Probleme aufzuzeigen. Als letztes wird der Chat im Bezug zum Offline‐Bereich analysiert, wozu zuerst geklärt wird, was der Offline‐Bereich ist und wie der Chat sich dazu abgrenzt. Danach wird überprüft ob es Elemente und Funktionen aus dem Offline‐Bereich gibt, die dem Chat dienlich wären und in diesen integriert werden können. In Kapitel 4 werden die Umgebungsinformationen, welche in den Chat integriert werden, betrachtet. Hierzu wird zunächst einmal eine Arbeit zum Thema „Diagnose von Gruppendynamik in virtuellen Teams“ herangezogen und die wichtigsten Punkte aus dieser hervorgehoben. Daraufhin wird analysiert welche Informationen für die Arbeit in einem Groupware‐Chat wichtig sind und benötigt werden, wozu ebenfalls eine Struktur zur besseren Gliederung der Informationen gefunden werden muss. Zum Abschluss wird die Darstellung der vorher bestimmten Informationen betrachtet, wobei untersucht wird, welche Informationen angezeigt oder abgebildet werden können und dürfen, wozu die Bereiche des Datenschutzes und der Ergonomie mit herangezogen werden.. Das 5. Kapitel beinhaltet die Konzeption für die Integration der im dritten und vierten Kapitel besprochenen Informationen in einen Chat. Hierzu wird zunächst ein Integrationsmodell entwickelt und deren Aufbau beschrieben. Daraufhin wird auf die einzelnen Komponenten eingegangen und erläutert welche Erweiterungen am System vorgenommen werden müssen, wie diese aussehen und wie die Abbildung und Visualisierung der neuen Informationen umgesetzt wird. 8 Kapitel 6 befasst sich dann mit der Realisierung des Konzeptes und der Entwicklung des Prototyps. Hierzu wird zunächst geklärt, welche Werkzeuge und Technologien zum Einsatz kommen. Daraufhin wird die Umsetzung der Datensicht und der Beschaffung der benötigten Daten besprochen. Der nächste Punkt beschäftigt sich mit der Entwicklung der Grundstruktur und der Funktionalitäten, die in jedem Chat zu finden sind. Der letzte Abschnitt beschreibt dann die Umsetzung und Anzeige der Umgebungsinformationen, wie sie zum Teil bereits im Kapitel 5 aufgezeigt wurden. Im Kapitel 7 wird der Prototyp getestet und evaluiert. Hierzu wird ein Fragenbogen entwickelt und verschiedene Personen gebeten diese Fragen zur Usability des Programms und der neuen Umgebungsinformationen zu beantworten. Die Ergebnisse dieser Umfrage werden darauf beschrieben und ausgewertet. Abschließend werden in Kapitel 8 die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick zu geben. 9 10 2 Grundlagen und Begriffe In diesem Kapitel werden die Grundlagen für die nachfolgenden Kapitel geschaffen und Begriffe zum besseren Verständnis der Arbeit erklärt. Zunächst wird der Begriff der Groupware erläutert und wo diese zum Einsatz kommt. Danach wird aufgezeigt, was die Gruppendynamik ist und ihre wichtigsten Modelle beschrieben. Zum Abschluss wird auf die Kommunikation eingegangen und erläutert, welche Formen und Probleme existieren. 2.1 Groupware Das Interesse dieser Diplomarbeit liegt auf der Integration von Umgebungsinformationen in einen Groupware‐Chat. Daher soll hier beschrieben werden, was man sich unter einer Groupware vorstellen kann und wo diese im Alltag zum Einsatz kommt. 2.1.1 Was ist eine Groupware Die Kommunikationsunterstützung in einem Groupware‐Chat fällt in den Bereich des CSCW – des Computer Supported Cooperative Work, der sich durch die Unterstützung des kooperativen Arbeitens mit Hilfe von Rechnern auszeichnet. Als Synonym für die eingesetzten Hilfsmittel dieser Unterstützung, hat sich aus vielen anderen, der Begriff Groupware etabliert (Burger, 1998). Aus mehreren Definitionen zusammengefasst, wird Groupware folgendermaßen definiert: „Groupware sind aus Software und eventuell spezifischer Hardware bestehende Systeme, durch die Gruppenarbeit unterstützt oder ermöglicht wird.“ (Teufel, et al., 1995) Da die Kommunikationsprozesse eine entscheidende Grundlage jeder Gruppenarbeit bilden und diese mit unterschiedlichen Techniken unterstützt werden können, hat es sich angeboten, eine Klassifikation aus technologischer Sicht anzufertigen. Als Charakteristika wurden dafür die verwendeten Medien, die örtliche und zeitliche Verteilung, die Anzahl der Kommunikationspartner und die Art der Kommunikation gewählt (Teufel, et al., 1995). Raum‐Zeit‐Matrix Die bekannteste Klassifikation bildet dabei die sogenannte Raum‐Zeit‐Matrix nach Johansen. Wie in Abbildung 1 zu erkennen ist, wurde hier der Raum (x‐Richtung) und die Zeit (y‐Richtung) kombiniert und jeweils einmal unterteilt. Hierbei unterscheidet man den Raum in benachbart und entfernt, sowie die Zeit in synchron und asynchron. In dieses Schema wurden die verschiedenen Groupware‐Applikationen eingeordnet, was nicht immer eindeutig möglich war und zu Überschneidungen führte. 11 Abbildung 1: Raum‐Zeit‐Matrix (vgl. Teufel, et al.,1995) Klassifikation nach Unterstützungsfunktionen Das zweite wichtige Schema ist aus der Klassifikation nach den Unterstützungsfunktionen entstanden. Das in Abbildung 2 erkennbare Dreieck bildet sich aus einer gleichmäßigen Gewichtung der drei Unterstützungsfunktionen Kommunikation, Kooperation und Koordination. Hierin wurden ebenfalls die verschiedenen Groupware‐Systeme je nach ihrer Gewichtung zu einer der drei Unterstützungsfunktionen positioniert (Teufel, et al., 1995). Abbildung 2: Klassifikationsschema nach Unterstützungsfunktionen (vgl. Teufel, et al., 1995) 12 Aus der Abbildung 2 kann eine Unterteilung der Anwendungen in die vier Systemklassen Kommunikation, gemeinsame Informationsräume, Workflow Management und Workgroup Computing erkannt werden. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit ruht auf der Kommunikationsunterstützung in Groupware‐Chats und da jene vorwiegend in der Systemklasse Workgroup Computing vorkommen, liegt der Fokus auf dieser Systemklasse und wird hier am häufigsten benötigt, weshalb die anderen drei Systemklassen eher vernachlässigt werden. Zur Begründung soll erwähnt werden, dass eine Kommunikationsunterstützung für die Kommunikationsklasse nicht benötigt wird, bei den gemeinsamen Informationsräumen kaum bzw. gar keine Chat‐Systeme zum Einsatz kommen und das Workflow Management eine serielle Arbeit unterstützt und keine parallele Arbeit in einer Gruppe. Daher sind die wichtigsten Systeme die Gruppeneditoren, die Planungssysteme und die Entscheidungs‐ und Sitzungsunterstützungssysteme, wo neben der Kooperationsunterstützung die Kommunikation eine wichtige Rolle spielt und entscheidend für die Gruppenarbeit ist. 2.1.2 Einsatz von Groupware‐Systemen Im vorherigen Abschnitt wurden bereits einige Groupware‐Applikationen aufgezeigt, bei denen man auf ihren Einsatz schließen kann, wie zum Beispiel die E‐Mail oder Videokonferenzen. Die Einsatzgebiete von Groupware‐Systemen sind aber viel zahlreicher und umfassen ein weites Spektrum, wobei sie meist abhängig von ihrer Unterstützungsfunktion eingesetzt werden. So ist zum Beispiel die Kommunikationsunterstützung mit Hilfe der E‐Mail oder Chat‐Systemen, sowohl im beruflichen als auch privaten Bereich, nicht mehr wegzudenken und findet eine immer größere Bedeutung in unterschiedliche Sektoren. Burger(Burger, 1998) hat hierfür die wichtigsten Einsatzgebiete von Groupware‐Systemen einmal zusammengefasst. Das größte Anwendungsgebiet liegt bei der Unterstützung der Zusammenarbeit bei Planungs‐ und Designfragen, wie sie bei Architekten, bei der Konstruktion von Bauteilen und Automobilen oder in der Softwareentwicklung vorkommen. Ebenso häufig werden Groupware‐Systeme im wissenschaftlichen Bereich, zwischen Universitäten oder anderen Institutionen eingesetzt. Immer öfter findet sich ein Nutzen bei Kooperationen im medizinischem Sektor, Hotline‐Diensten oder Überwachungsaufgaben. Ein anderer Anwendungsbereich ist die Automatisierung in Büros oder Fabriken, durch geeignete Workflow‐
Managementsysteme. Weitere Einsatzgebiete sind beim Teleworking, wie zum Beispiel Heimarbeit oder beim Außendienst, sowie im Bereich des Teleteaching (Ausbildung und Schulung). Neuere Anwendbarkeit fand sich beim Teleshopping und Telespielen, was sich durch die immer weitere Vernetzung der Haushalte erklären lässt (Schwabe, et al., 2001). Groupware‐Systeme gibt es massenweise auf dem Markt, egal für welches Einsatzgebiet. Die E‐
Mail oder Foren sollen hierbei gar nicht mit betrachtet werden. Zu den bekanntesten Groupware‐Systemen für das kooperative Arbeiten gehören Lotus Notes von IBM (Notes, 2009), BSCW von OrbiTeam (BSCW, 2009) oder OpenGroupware (OpenGroupware, 2009), um nur drei zu nennen. Dazu soll noch die eher unbekanntere Groupware Group‐E Collaboration Software (Group‐E, 2009) genannt werden. Alle vier Systeme, wie auch die meisten ungenannten, haben gemeinsam, dass sie die kooperative Arbeit unterstützen sollen. Zur Unterstützung bieten sie unter anderem einen Kalender, einen E‐Mail‐Versand, eine Adressenverwaltung, ein Projektmanagement oder einen Dateimanager. Zur Kommunikation wird vorwiegend die E‐Mail 13 verwendet, da nur die Group‐E Collaboration Software ein eingebautes Message‐System anbietet, was allerdings nur einen kleinen Funktionsumfang besitzt, wie in Abbildung 3 zu sehen ist. Abbildung 3: Group‐E Collaboration Software: Messager (Group‐E, 2009) Wie die Beispielanwendungen zeigen, ist der Einsatz eines Chats als Kommunikationsmittel in heutigen Groupware‐Systemen nicht wirklich vorhanden und wird vorwiegend durch die E‐Mail erledigt. Daher benutzen die meisten Projektgruppen für die synchrone Kommunikation externe Chat‐Systeme von anderen Anbietern. Deswegen werden im Kapitel 3 aktuell auf dem Markt existierende Chat‐Clients untersucht und die vereinzelten Message‐Funktionen in den Groupware‐Systemen, wie sie in Abbildung 3 zu sehen ist, nicht separat untersucht, sondern zu den Chat‐Systemen des Web‐Chats gezählt. Deshalb wird im weiteren Verlauf der Arbeit nicht mehr von einem Groupware‐Chat zu sprechen sein, sondern vom Chat als Groupware und dieser weiter untersucht werden. Jetzt wurde geklärt wo und wofür Groupware‐Systeme zum Einsatz kommen und der Chat als eigenständiges Groupware‐System betrachtet werden muss. Als nächstes geht es um die Gruppendynamik, die ein wesentliches Konzept darstellt und die Prozesse innerhalb der Gruppenarbeit und in einer Groupware beschreibt. 2.2 Gruppendynamik Die Gruppendynamik ist ein entscheidender Punkt in dieser Arbeit und wichtig für das Verständnis der Prozesse während der Gruppenarbeit. Im Folgenden wird zunächst beschrieben, was man unter Gruppendynamik verstehen kann, bevor dann die wichtigsten Modelle der Gruppendynamik erklärt werden, die später eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Umgebungsinformationen spielen. 14 2.2.1 Was ist Gruppendynamik Eine eindeutige Definition für Gruppendynamik ist nicht zu finden, da sich über die Zeit verschiedene Wissenschaftler Gedanken zu diesem Thema gemacht haben und sich unterschiedliche Ansichten entwickelt haben. Rechtien (Rechtien, 1992) beschriebt sehr gut, welche unterschiedlichen Bedeutungen der Gruppendynamik zugeschrieben werden. Er hat sich dabei auf drei Bedeutungsdefinitionen entschieden, die im folgendem kurz genannt werden sollen. Der ersten Bedeutung nach, versteht man unter Gruppendynamik eine Bezeichnung für die Kräfte, welche durch psychologisch beschreibbare Veränderungen (Lokomotionen) hervorgerufen werden. Dazu zählen unter anderem Phänomene wie Gruppenbildung, Rollenentwicklung, Führung, Macht und Beeinflussung (Rechtien, 1992). Eine weitere Bezeichnung begreift Gruppendynamik als einen eigenen Bereich in der Sozialpsychologie, der sich mit der Erforschung der Natur von Gruppen befasst. Dazu werden außerdem die in Gruppen ablaufenden Prozesse und Beziehungen untersucht, sei es zwischen Gruppenmitgliedern, anderen Gruppen oder sogar zu Institutionen. Dorst hat dazu folgendes formuliert: „Gruppendynamik beschäftigt sich damit, das Miteinander von Menschen als einen dynamischen Prozess zu analysieren, zu beschreiben, zu begreifen und zu verändern. Diese Prozesse durchlaufen regelhaft bestimmte Phasen, bilden Strukturmuster und funktionale Rollen aus. Die gruppendynamischen Phänomene sind jedoch aufgrund der Komplexität der menschlichen Interaktion nicht eindeutig vorhersagbar und in einfachen Modellen abbildbar ...“ (Rechtien, 1992) In diesen Bereich fällt auch die Kleingruppenforschung, die sich unter anderem mit folgenden Punkten befasst (Rechtien, 1992): ƒ Erfassung von Gruppenstrukturen und ihrer Veränderung, ƒ Entstehen und Veränderung von Gruppennormen, ƒ Herausbildung und Funktion von Rollenstrukturen wie Führer‐ oder Außenseiterrolle, ƒ Bedeutung von Kommunikationsstrukturen, ƒ Zusammenhänge von Gruppenproduktivität mit Struktur und Größe der Gruppe, ƒ Bedeutung von Interaktionshäufigkeit für die Gruppe und ihre verschiedenen Merkmale usw. Und die dritte Bedeutung ist auch gleichzeitig die am gebräuchlichsten über die Gruppendynamik. Diese bezieht sich auf unterschiedliche Techniken zur Verdeutlichung und Beeinflussung des Geschehens in Gruppen. Darunter versteht man Methoden wie Prozessanalyse, Brainstorming, Rollenspiele, Soziogramm oder Kommunikationsübungen, womit man die Möglichkeit hat Gruppenprozesse zu steuern und so Einfluss auf den Verlauf der Gruppenarbeit auszuüben (Rechtien, 1992). 15 Da sich die Zusammenarbeit in einer Gruppe im Verlaufe des Arbeitsprozesses verändert, ist für ein effektives Management von Gruppen, wichtig zu wissen, in welcher Phase sich die Gruppe aktuell befindet und dementsprechend die richtigen Werkzeuge bzw. Informationen anzubieten (Teufel, et al., 1995). Durch die Diagnose solcher Veränderungen lassen sich auch spezielle Probleme in der Gruppe aufdecken und beheben, seien es Kommunikationsprobleme, Koordinationsprobleme oder andere, worauf in Kapitel 4 genauer eingegangen wird. 2.2.2 Modelle der Gruppendynamik Zur besseren Verdeutlichung der Zusammenhänge in der Gruppendynamik sind einige Modelle entwickelt worden, wovon hier nur kurz die wichtigsten erläutert werden sollen. Zunächst wird das Phasenmodell von Tuckman beschrieben, als zweites das Input‐Prozess‐Output‐Modell von West und zum Schluss das Rollenmodell. 2.2.2.1 Das Phasenmodell von Tuckman Das Phasenmodell von Tuckman gehört zu den wichtigsten Modellen und ist auch als Modell der Teamuhr bekannt. Es gehört zu den Modellen der zeitlichen Veränderung von Teams und wird vorwiegend auf permanente Teams angewandt. Das Modell von Tuckman nimmt an, dass ein Team in seiner Entwicklung fünf Phasen durchläuft. Dabei werden folgende fünf Phasen unterschieden (van Dick, et al., 2005): • Forming ƒ Phase des Zusammenfindens und des Sich‐miteinander‐Bekanntmachen ƒ Unsicherheit, Konfusion, Ausloten der Situation, Einführen erster Regeln • Storming ƒ Gekennzeichnet durch Machtkämpfe um die Führungsrolle ƒ Unstimmigkeiten über Prioritätensetzung ƒ Bildung von Subcliquen möglich • Norming ƒ Finden eines Konsensus ƒ Etablierte und akzeptierte Führungsperson ƒ Rollen sind verteilt und es wird kooperiert • Performing ƒ Man arbeitet erfolgreich zusammen (kooperiert) ƒ Aufgabenbearbeitung verläuft erfolgreich • Adjourning ƒ Auseinandergehen nach erfolgreicher Erledigung eines Auftrages Nachdem die einzelnen Phasen kurz benannt und die jeweiligen Charakteristika aufgezählt wurden, sieht man in Abbildung 4 die Grundannahmen des Modells nochmals zusammengefasst. Man kann darin erkennen, wie sich die Beziehungen zwischen den Teammitgliedern während 16 der fünf benannten Phasen verändern und wie die Aufgabenorientiertheit, sowie Effektivität in jeder Phase steigt. Abbildung 4: Phasenmodell der Teamentwicklung (vgl. van Dick, et al., 2005) Das Phasenmodell ist für den konzeptionellen Teil der Arbeit sehr entscheidend, da es für die Informationswahl und Informationsanzeige einflussgebend ist. Dem Benutzer soll bewusst gemacht werden, in welcher Phase er sich befindet und wie sich die Beziehung zu den anderen Teammitgliedern entwickelt, um mögliche Probleme aufzudecken. Dazu wird später untersucht, was in jeder Phase wichtig ist und wie die Informationen bereitgestellt werden könnten. 2.2.2.2 Das Input‐Prozess‐Output‐Modell Das Input‐Prozess‐Output‐Modell (IPO‐Modell), gehört zu den Modellen der Teamarbeit, mit denen man versucht, die Gruppenleistung zu analysieren. Das Modell wird dazu in die drei Bereiche Inputs (Voraussetzungen), Prozesse und Outputs unterschieden. Inputs und Prozesse beinhalten Fakten, die zur produktiven Arbeit beitragen, während die Outputs, die Faktoren des Teamerfolgs beschreiben (van Dick, et al., 2005). Nachfolgend werden die drei Bereiche kurz erläutert und die wichtigsten Faktoren genannt. Dazu sieht man in Tabelle 1 das Modell noch einmal in einem Überblick zusammengefasst. 17 Inputs Gruppenzusammen‐ setzung Gruppengröße Heterogenität Ausbildung und Background Art der Aufgabe Kultureller Kontext Organisationaler Kontext … Prozesse Führung Kommunikation Entscheidungsfindung Autonomie Partizipation Minderheiteneinfluss Kohäsion / Identifikation …
Outputs Leistung Qualität Quantität Effizienz Innovation Zufriedenheit und Wohlbefinden der Teammitglieder Team‐Lebendigkeit Tabelle 1: Input‐Prozess‐Output‐Modell des Teamerfolges (vgl. van Dick, et al., 2005) Inputs: Die Inputs beinhalten Voraussetzungen, die ein Team für ein effektives Arbeiten mitbringen sollte, aber auch ungünstige Faktoren, die vermieden werden sollten. Zu den Inputs gehören unter anderem die Teamgröße, Ausbildung, Background und kulturelle Unterschiede (van Dick, et al., 2005). Prozesse: Um aus den Inputs die gewünschten Outputs herauszubekommen, benötigt man bestimmte Mechanismen, die diese Unterstützen. Solche Prozesse sind vor allem Führung, Kommunikation, Problemorientierte Entscheidungsfindung, Autonomie, Partizipation und Identifikation (van Dick, et al., 2005). Outputs: Die Outputs sind dadurch gekennzeichnet, dass verschiedene Möglichkeiten gegeben werden, um Erfolg und Leistung zu messen. Dazu zählen nicht nur Qualität und Quantität, sondern auch wie effizient ein Team gearbeitet hat. Für die Zukunft und deren Gruppenerfolge, ist es besonders wichtig, wie innovativ das Team war, da hierdurch ein langfristiger Erfolg erreicht werden kann und Stagnation kontraproduktiv ist. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der einzelnen Teammitglieder, da es sonst zu zwischenmenschlichen Konflikten kommen kann. Im Extremfall droht sogar ein Burnout (van Dick, et al., 2005). Vom IPO‐Modell sind vorwiegend die Input‐Faktoren von entscheidender Bedeutung, da sie auch auf die Kommunikation Einfluss ausüben, sei es die Teamgröße oder die kulturellen Hintergründe. Aus dem Prozess‐Bereich werden die Faktoren Kommunikation und Minderheiteneinfluss später genauer untersucht. Der Output übt kaum Einfluss auf die Kommunikationsunterstützung aus, da er das Ergebnis und Leistung des ganzen Teams wiederspiegelt, dazu aber später mehr. 18 2.2.2.3 Das Rollenmodell Das Rollenmodell soll der letzte Ansatz sein, der hier besprochen wird. Dieses Modell besagt, in welcher Rolle sich ein Teammitglied im Laufe einer Gruppendynamik wiederfindet. Dabei können die einzelnen Teammitglieder verschiedene Rollen ausfüllen. Der Teamleiter ist in dieser Reihe die wichtigste Rolle. Die weiteren Rollen sind (van Dick, et al., 2005): ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Der Koordinator Der Macher Der Erfinder Der Wegbereiter Der Teamarbeiter Der Beobachter Der Umsetzer Der Perfektionist Der Spezialist Der Teamrollenansatz findet aber nicht nur Unterstützer, sondern wird aus einigen Reihen kritisiert. Man ist sich aber einig, dass er dennoch wichtig ist, um grundlegende Prozesse in einem Team besser zu verstehen. Daher wird es auch nur leicht in die Arbeit einfließen, um zu verstehen, welche Rollen für die Kommunikation wichtig sind und wie man diese erkennen kann. 2.3 Kommunikation Die Kommunikation ist die wichtigste Komponente beim kooperativen Arbeiten, da die Koordination und die Kooperation auf ihr aufbauen. Unter der Kommunikation versteht man als erstes immer die Informationsvermittlung von einem Sender an einen Empfänger, was auch stimmt, aber nur ein Teil des Ganzen ist. So entstanden nach und nach neue Modelle, welche versuchen die Kommunikation genauer zu erklären. Für die Kommunikationswissenschaftler gehört zur Kommunikation zum Beispiel auch immer ein kognitiver Beziehungsaspekt. Welche weiteren Modelle der Kommunikation noch existieren, wird im ersten Abschnitt erläutert. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit den Formen der Kommunikation. 2.3.1 Modelle der Kommunikation In diesem Abschnitt werden verschiedene Modelle und Theorien der Kommunikation kurz vorgestellt, um ein besseres Verständnis für die Kommunikation zu bekommen und Grundlagen für die weiteren Kapitel zu legen. 2.3.1.1 Der kommunikative Ausdruck Einer der Grundbausteine der menschlichen Sprache ist der Ausdruck, welcher aus Zeichen aufgebaut ist, die man unter drei Aspekten betrachten kann. Der erste Aspekt ist die Syntax, welche regelt wie die Zeichen kombiniert werden können. Der zweite Aspekt, die Semantik, entspricht der Bedeutung des Ausdrucks, also das, was der Kommunizierende meint. Zur Semantik gehören ebenfalls Bedeutungsverschiebungen, wozu unter anderem auch die Metapher zählt. Und der dritte Aspekt, die Pragmatik eines Ausdruckes, beschreibt, was die Nachricht beim Empfänger bewirken soll (Schwabe, et al., 2001). 19 2.3.1.2 Sprechakttheorie Die Sprechakttheorie stammt aus dem Bereich der Linguistik und stellt ein Modell der menschlichen Sprache dar. Die Grundannahme, von der man dabei ausgeht, ist, dass jede Äußerung einen bestimmten Zweck erfüllen soll. Das Modell der Sprechakttheorie enthält drei Elemente, welche als Akt benannt werden. Das erste Element ist der lokutionäre Akt, der die Artikulation eines Satzes beschreibt. Die im Satz enthaltene Absicht wird als illokutionärer Akt bezeichnet und der dritte Akt, der perlokutionäre Akt, entspricht dem entsprechenden Verhalten des Nachrichtenempfängers. Aus diesen Elementen lässt sich ein Sprechakt aus dem Satzinhalt (lokutionärer Akt), der Kategorie des illokutionären Aktes und dem Präsentationsgrad (z.B. höflich, fordernd, etc.) definieren (Burger, 1998). 2.3.1.3 Mitteilungskonzept Wie es schon bei der Sprechakttheorie genannt wurde, spielt der Inhaltsaspekt eine wichtige Rolle bei der Kommunikation. Ein anderer wichtiger Aspekt ist der Beziehungsaspekt, der das soziale Verhältnis der Kommunizierenden beschreibt. Hierbei wird die Mitteilung in der Regel an den sozialen Status angepasst. Bei sozial gleichrangigen Partnern werden zum Beispiel andere Ausdrücke verwendet als bei einer sozialen Abhängigkeit. Bei einer Falscheinschätzung solch einer Beziehung, kann es oft zu Störungen in der Kommunikation kommen (Schwabe, et al., 2001). „Bezüglich des Einsatzes von Groupware ist zu beachten, dass die Mitteilungskonzeption mit zunehmender Distanz zwischen den Kommunikationspartnern schwieriger wird, etwa bei sozialer oder kultureller Distanz (Schwabe, et al., 2001 S. 17).“ 2.3.2 Formen der Kommunikation Die Kommunikation ist in unterschiedlichen Formen präsent und kann mit Hilfe bestimmter Charakteristika unterschieden werden. Burger (Burger, 1998) hat die unterschiedlichen Formen und deren Charakteristika zusammengetragen und einen Überblick über die Kommunikation und deren Interaktion geliefert. Die wichtigste Einteilung der Kommunikation, ist die Unterscheidung in verbale und nonverbale Kommunikation. Zur verbalen Kommunikation gehört der gesprochene und geschriebene Text. Formen der nonverbalen Kommunikation sind das Bild, die Lautäußerungen, wie lachen, weinen oder musizieren, sowie die Lautstärke und der Tonfall der Lautäußerungen. Außerdem zählen die Körperhaltung, Gestik und Mimik, Berührungen und Gerüche zur nonverbalen Kommunikation. Die beiden letzten Formen, die Berührungen und Gerüche, bedürfen einer besonderen Erwähnung, da sie bei der rechnergestützten Kommunikation kaum oder gar nicht umgesetzt werden, jedenfalls nicht zum aktuellen Zeitpunkt. Weitere Formen sind die Proxemik, welche sich mit der Distanz zwischen Kommunizierenden beschäftigt, und die paralinguistischen Phänomene, wie Sprechpausen oder Interjektionen (Burger, 1998). „Nonverbale Zeichen haben im Verhältnis zur Sprache nicht nur begleitenden oder verstärkenden Charakter, sondern stellen zum Teil eine unentbehrliche Vervollständigung dar (Schwabe, et al., 2001 S. 20).“ 20 Welchen Einfluss die nonverbale Kommunikation ausmacht, hat Prof. Albert Mehrabian in seiner Studie von 1971 versucht zu verdeutlichen. In dem Werk „Silent Messages“ (Mehrabian, 1971) behandelt er das Thema der nonverbalen Kommunikation und stellt darin seine 55‐38‐7‐Regel vor. Diese Regel besagt, dass die Wirkung einer Präsentation vor Gruppen zu 55% aus der Körpersprache, zu 38% aus der Stimmlage des Vortragenden und nur zu 7% aus dem Inhalt bestimmt wird. Da sich diese Regel auf die Präsentation vor Gruppen bezieht und die genauen Prozentangaben von manchen Wissenschaftlern angezweifelt wird, soll sie hier nicht als gültig anerkannt werden, sondern nur darstellen, welchen Anteil die nonverbale Kommunikation hat und man diese nicht unterschätzen darf. Speziell, wenn es um die Computergestützte Kommunikation geht, spielt dieser Faktor eine wesentliche Rolle und muss besonders betrachtet werden. Eine weitere Charakterisierungsform bildet die Adressierung, bei der man zwischen der direkten Adressierungsform und der anonymen Form unterscheidet. Bei der direkten Adressierung wird genau bestimmt, für wen die Information bestimmt sein soll, wohingegen bei der anonymen Form dem Informanten nicht interessiert, wer die Information erhält (Burger, 1998). Dieser Punkt wird später nochmals aufgegriffen, da er bei der Chatkommunikation ebenfalls von Bedeutung ist. Durch die Eigenschaft der Synchronität lassen sich die zwei Formen der synchronen und der asynchronen Kommunikation unterscheiden, das heißt, dass die Kommunikationspartner ihre Informationen entweder zur gleichen Zeit (synchron) oder zeitlich versetzt (asynchron) erhalten (Burger, 1998). Die Synchronität wird im Kapitel 3 genauer untersucht werden. Als eine letzte Möglichkeit zählt die Anzahl der Personen, welche an einer Kommunikation beteiligt sind. Hierbei unterscheidet man zwischen der unilateralen, der bilateralen und der multilateralen Kommunikation (Burger, 1998). 2.4 Zusammenfassung In diesem Kapitel ging es darum, die Grundlagen für die weiteren Kapitel zu legen und die wichtigsten Begriffe zu erwähnen und zu erklären. Dazu wurde zunächst erläutert, was man unter einer Groupware versteht und in welchen Bereich diese Arbeit fällt, beziehungsweise welcher Bereich des kooperativen Arbeitens damit unterstützt werden soll. Dazu wurden die wesentlichen Modelle erklärt und genannt, weshalb sie für diese Arbeit entscheidend sind. Im Abschnitt zwei wurde auf die Gruppendynamik eingegangen, welche ein wichtiger Bestandteil des kooperativen Arbeitens darstellt und zum grundlegenden Verständnis für diese Arbeit benötigt wird. Auch hier wurden die wichtigsten Modelle vorgestellt und auf ihre Notwendigkeit für diese Arbeit hingewiesen. Im letzten Abschnitt erfolgte eine kurze Einführung in die Kommunikation und deren entscheidenden Modellen und Formen, auf die später aufgebaut wird. 21 22 3 Der Chat als Kommunikationswerkzeug In diesem Kapitel wird zunächst allgemein geklärt, was man unter einem Chat versteht, welche Arten von Chatsystemen es gibt und wo sie zum Einsatz kommen. Außerdem wird auf die wichtigsten chatspezifischen Stilelemente eingegangen, die sich mit dem Chat entwickelt haben. Daraufhin werden aktuelle Systeme untersucht und versucht eine Einteilung zu finden, sowie Probleme aufzuzeigen. Zum Abschluss wird der Chat noch einmal im Bezug zum Offline‐Bereich analysiert und geprüft ob Elemente und Funktionen des Offline‐Bereichs in den Chat integriert werden können. 3.1 Was ist ein Chat Der Chat ist ein Werkzeug der computervermittelten Kommunikation und gehört heutzutage zu den beliebtesten Werkzeugen, neben der E‐Mail oder dem Forum. Die Kommunikation in einem solchen Chat, bezeichnet man als „Chatten“, was man als plaudern oder schwatzen übersetzen kann. Der Chat gehört zur Form der synchronen Kommunikation und dient der Kommunikation von räumlich voneinander getrennten Personen. Da die Teilnehmer eines Chat‐Dialogs gleichzeitig anwesend sind und miteinander kommunizieren, zählt man den Chat zwar zur synchronen Kommunikation, aber eine genauere Sicht zeigt, dass die Informationsaufnahme und die Informationsausgabe mit einer nicht zu vernachlässigen zeitlichen Verzögerung auftritt, im Gegensatz zu tatsächlichen synchronen Werkzeugen, wie den Videokonferenzen oder Internet‐
Phone‐Systemen (Thaler, 2003 S. 12 ff.). Die Umgebung in der sich die Teilnehmer, auch Chatter genannt, treffen, wird als Chat‐Room bezeichnet und hat meist ein festgelegtes Thema. Man kann sich einen solchen Chat‐Raum als einen virtuellen textbasierten Ort vorstellen, indem man sich trifft, um über ein bestimmtes Thema zu reden oder neue Leute kennen zu lernen. Die Themen sind dabei so unterschiedlich und weitläufig, dass sie jeden Punkt des Lebens betreffen können. Einsatz Das Einsatzgebiet von Chats ist genauso umfangreich wie dessen Themen. Chats kommen sowohl im privatem wie beruflichem Umfeld zum Einsatz. Im privaten Bereich werden Chats unter anderem zur Kommunikation mit Freunden verwendet, zum Austausch über Hobbys und Interessen, sowie zum Flirten, was in den letzten Jahren immer mehr an Zulauf gewonnen hat. Im beruflichen Umfeld werden Chats unter anderem genutzt zum Support und Hilfe bei technischen Problemen, im Bildungsbereich und beim kooperativen Arbeiten verwendet. Der letzte Punkt, das kooperative Arbeiten, ist der zentrale Punkt in dieser Arbeit und daher werden die Chat‐Systeme im Folgenden auf die Nutzbarkeit in diesem Bereich hin betrachtet und die anderen Verwendungszwecke eher weniger Betrachtung finden. Charakteristika Nachdem nun geklärt wurde, was ein Chat ist und wo er eingesetzt wird, soll nun auf die Charakteristika des Chats eingegangen werden. Als erstes muss hier die räumliche Distanz genannt werden, welche zwischen den Kommunikationspartnern überbrückt wird. Die Nutzer sitzen an ihrem jeweiligen Computer und können synchron miteinander kommunizieren, unabhängig ihrer aktuellen räumlichen Position. Durch diese textbasierte Kommunikation 23 zwischen räumlich getrennten Personen, kann im Gegensatz zur face‐to‐face‐Kommunikation, keine nonverbale oder paraverbale Kommunikation stattfinden. Wie man diese dennoch übertragen könnte, wird in Abschnitt 3.2 genauer beschrieben. Die Anonymität ist ein weiteres typisches Merkmal von Chat‐Systemen. Es ist möglich vollkommen anonym im Chat zu sein und seine wahre Identität zu verbergen, was bei der face‐
to‐face‐Kommunikation nicht möglich ist. Man kann hierbei zwei Arten von Chat‐Nutzern unterscheiden. Die einen, welche in einen Chat anonym eintreten und neue Leute kennen lernen wollen und daher für die meisten User unbekannt sind. Und die andere Seite von Nutzern, will mit Freunden kommunizieren und haben dafür spezielle Freundeslisten oder treffen sich in speziellen Chat‐Room‘s und kennen die Identität des jeweils anderen. Dies wiederum hat ebenfalls Einfluss auf die Kommunikation zwischen den Gesprächspartnern. Bei der anonymen Kommunikation ist die Vertrautheit untereinander eher gering und es steigt die Risikobereitschaft und setzt die Hemmschwelle herab (Thaler, 2003). Dies führt oft auch zu verbalen Aggressionen und Beleidigungen, sowie Übertreibungen und Unwahrheiten, was bei der kooperativen Arbeit, verheerende Folgen haben kann. Bei der Nicht‐Anonymen Kommunikation, zwischen sich bekannten Nutzern, seien es Freunde, Familienangehörige oder Arbeitskollegen, ist die Vertrautheit bereits vorhanden und es hat sich gezeigt, dass die Kommunikation mit dem selben Umgangston von statten geht, wie bei der face‐to‐face‐
Kommunikation (Dorta, 2005). Daher ist es entscheidend für das kooperative Arbeiten, mit Hilfe eines Chat‐Systems, dass diese Vertrautheit zwischen unbekannten Teammitgliedern schnell aufgebaut wird und eine Anonymität nach und nach abgebaut werden muss, welche zu Beginn, in der Forming‐Phase noch von Vorteil sein kann. Die Interaktivität als weiteres Merkmal wird in Thaler als wichtig betrachtet und wie folgt beschrieben: „Der Chat bietet erstmals in der Mediengeschichte räumlich getrennten Personen die Möglichkeit, schriftlich, aber dennoch direkt und wechselseitig miteinander zu kommunizieren.“(Thaler, 2003 S. 21) Mit dem transitorischen Charakter wird der Chat‐Kommunikation ein Flüchtigkeit verliehen, da die einzelnen Gesprächsbeiträge nur vorübergehend zu sehen sind und durch das Hinzukommen neuer Beiträge, nach und nach vom Bildschirm verschwinden, was daher fast mit der gesprochenen Sprache vergleichbar ist (Thaler, 2003). Aus dem transitorischen Charakter und der Begrenztheit des menschlichen Gedächtnisses, geht man von einer hohen kognitiven Anforderung für den Nutzer aus. Durch diese kontinuierliche Folge von neuen Beiträgen, gerät der Chatter teilweise unter enormen zeitlichen Druck alle Beiträge zu lesen, zu verarbeiten und wenn nötig sogar zu beantworten (Thaler, 2003). Vor allem in Abhängigkeit von der Anzahl und Aktivität der Teilnehmer, kann es zu enormen Geschwindigkeiten kommen, die einem den Überblick verlieren lassen können. Zum kognitiven Aufwand, alle Beiträge zu lesen und zu verarbeiten, kommt auch noch das Beantworten hinzu, was von Teilnehmer zu Teilnehmer unterschiedlich lange dauern kann, je nachdem wie schnell der Teilnehmer tippen kann (Thaler, 2003). Unter Umständen kann dies sogar zu Informationsverlust führen, wenn neue Beiträge während des Tippens nicht wahrgenommen werden und den Adressaten damit verfehlen. Dies kann bei der kooperativen Arbeit zu 24 erheblichen Verzögerungen oder auch Problemen führen, vor allem mit der steigenden Anzahl an Gruppenmitgliedern. Aus diesem Zeitdruck wiederum, kommt es zum Charakteristikum des geringen Planungsgrades, was sich in weitgehend spontanen Antworten wiederspiegelt. Die Planung einer Formulierung verläuft häufig unmittelbar vor der Realisierung oder sogar während der Äußerung selber, was zu einem hohen Grad an emotionaler Beteiligung führt (Thaler, 2003). Wie sich diese Spontanität und andere Einflüsse auf die Chatsprache auswirken, wird in Abschnitt 3.2, den Chatspezifischen Stilelementen, genauer benannt. Chatiquette Wie bei der direkten Kommunikation, existieren auch in der Chat‐Community keine Regeln für den Umgang miteinander. Es hat sich allerdings eine Etiquette für den Chat‐Bereich entwickelt, die sich allgemein durchgesetzt hat und als Chatiquette bezeichnet wird, nach dem Zusammenschluss aus „Chat“ und „Etiquette“ (Dorta, 2005). Chat‐Systeme Durch die zunehmende Beliebtheit der computervermittelten Kommunikation, entstanden im Laufe der Zeit zunehmend mehr Arten von Chat‐Systemen, welche hier kurz aufgezählt und später genauer untersucht werden. Aus technischer Sicht, werden drei Formen von Chat‐
Systemen unterschieden. Hierzu zählen der Internet Relay Chat (IRC), der Web‐Chat und das Instant Messaging. Der IRC ist aus zeitlicher Sicht, das erste System und wurde schon in der 80er Jahren entwickelt und benötigt für die Kommunikation einen speziellen IRC‐Client. Der Web‐
Chat ist mit der rasanten Ausbreitung des World Wide Web entstanden und bietet die Möglichkeit, prinzipiell jede Webseite als Chat zu deklarieren (Thaler, 2003). Da die Nachrichten über das WWW versendet werden, benötigt man nur einen Browser und keine weiteren Systemanforderungen, wodurch ein Web‐Chat schnell und einfach aufgesetzt und ebenfalls schnell angepasst werden kann. Die Nutzung ist einfacher als die des IRC‐Chats, da man keine speziellen Befehle benötigt. Die dritte Möglichkeit, das Instant Messaging, entstand als letztes und wurde anfangs als Online‐Dienst von Internet‐Providern angeboten. Das besondere ist eine sofortige Nachrichtenübermittlung, mit Hilfe eines Push‐Verfahrens. Auch hierfür benötigt man einen speziellen Client für die Kommunikation. Welche Systeme zu den drei Chat‐Formen existieren wird in Abschnitt 3.3 genauer besprochen. 3.2 Chatspezifische Stilelemente Wie bereits erwähnt wurde, gehört der Chat zur textbasierten Kommunikation und ermöglicht es, dass räumlich getrennte Personen mit einander kommunizieren können. Im Unterschied zur face‐to‐face‐Kommunikation zwischen Personen, gibt es durch diese auf rein textliche Form beruhende Kommunikation und der räumlichen Distanz keine Möglichkeit der nonverbalen oder paraverbalen Kommunikation, wie sie noch beim Video‐ und teilweise beim Audio‐Chat vorhanden sind. Durch dieses Fehlen, haben sich im Laufe der Zeit neue Stilelemente entwickelt, welche die nonverbale Kommunikation ermöglichen sollen und der Kommunikation dienlich sind. Einige dieser Stilmittel haben sich auch auf andere Kommunikationsmittel übertragen, wie E‐Mail, Foren oder SMS. Nachfolgend, werden die wichtigsten Stilelemente veranschaulicht. 25 Zunächst einmal soll die Orthographie betrachtet werden. Hier haben sich einige charakteristische Elemente entwickelt, welche großen Einfluss auf die Kommunikation ausüben. Als erstes Stilelement ist die Missachtung orthographischer Normen und die Verwendung einer phonetisch orientierten Schreibweise zu nennen. Hierzu gehört zum Beispiel, dass der Chatter eine verkürzte Schreibweise nutzt oder eine Lautgestalt imitierende Schreibweise (Thaler, 2003). Bekannte Beispiele sind das „c u“ für „see you“, „4 u“ anstatt „for you“ oder „thx“ statt „thanks“. „Der Chatter ist nicht, wie der Verfasser herkömmlicher medial schriftlicher Texte, an der orthographisch und grammatikalisch korrekten Form interessiert; erlaubt ist alles, was vom Kommunikationspartner verstanden wird.“ (Thaler, 2003 S. 50) Als weiteres nutzen die Chatter Akronyme zum Ausdruck von Zustands‐ und Gefühlsäußerungen (Thaler, 2003). Bekannte Beispiele sind „lol“ (für „laughing out loud“), *g* und *fg* (für „grinsen“ und „frech grinsen“). Ebenfalls zur Gefühlsäußerung, werden die sogenannten Inflektivkonstruktionen verwendet, wie *seufz*, *lach* oder *ganzliebguck* (Thaler, 2003). Als ein häufig genutztes Stilelement, haben sich die Smileys oder auch Emoticons (aus dem Englischen „emotion“ und „icons“) durchgesetzt. Anfangs wurden mit Hilfe von Satzzeichen versucht, Gesichter zu symbolisieren, in denen man den Ausdruck von Emotionen erkennen kann (Dorta, 2005). In der nachfolgenden Tabelle 2 werden einige Variationen solcher Smileys veranschaulicht und deren Bedeutung zugeordnet: Smiley / Emoticon Bedeutung :‐) lächeln :‐)) sehr fröhlich :‐( traurig, enttäuscht ;‐) zwinkern :‐p Zunge rausstrecken Tabelle 2: Smiley‐Varianten In den neueren Chat‐Systemen, vor allem bei Instant Messenger, wird oft eine Extra‐Sammlung an Emoticons angeboten, die der Chatter nutzen kann (Abbildung 5). 26 Abbildung 5: Sammlung von Emoticons (Skype, 2009) Neben den bisher genannten Stilelementen, haben sich noch weitere entwickelt, deren Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde und keinen Einfluss auf diese Arbeite haben. Die hier erwähnten Stilmittel, aber auch die anderen nicht benannten, haben sich vorwiegend aus dem Fehlen der nonverbalen Kommunikation entwickelt, um dennoch Gefühlsäußerungen oder paraverbale Äußerungen tätigen zu können. Als weiteres geht die Forschung davon aus, dass die Entwicklung mit einem schnelleren Tippen in Verbindung gebracht und als eine Selbstdarstellung gesehen werden kann (Dorta, 2005). In Bezug zum kooperativen Arbeiten, muss man diese Stilelemente noch einmal genauer auf ihre Verwendbarkeit untersuchen. Nicht jeder Nutzer eines Chats, sei es IRC, Web‐Chat oder Instant Messenger, kennt sich mit der Chatsprache, mit all ihren Abkürzungen, Smileys oder Akronyme, aus. Ebenso kann es in jeder Sprache zu Unterschieden kommen oder Personen mit den englischen Bezeichnungen nicht zu recht kommen. Daher kann es zu Missverständnissen, Unverständnis oder aber auch zu falschen Interpretationen kommen, was wiederum zu Problemen und Verzögerungen bei der Kommunikation und zu Konflikten im zwischenmenschlichen Bereich führen kann. Darum sollte man bei der Verwendung chatspezifischer Sprachelemente vorsichtig sein. Zunehmend mehr Chat‐Nutzer sind mit dem Chat nicht aufgewachsen und haben mit dieser Chatsprache Schwierigkeiten, was wiederum zu Problemen in einem Team führen kann, deren Mitglieder aus unterschiedlichen Altersgruppen stammen oder Background haben. 3.3 Untersuchung aktueller Systeme In diesem Abschnitt wird untersucht, welche Systeme aktuell angeboten werden und ob diese für den Einsatz in einer Groupware verwendet oder angepasst werden können. Dazu werden zunächst Funktionen definiert, welche ein System erfüllen können sollte. Daraufhin werden die hier betrachteten Systeme unter Berücksichtigung dieser Funktionen analysiert und auf ihre Verwendung hin überprüft. 27 3.3.1 Definition der Soll‐Funktionen Um die aktuellen Chat‐Systeme untersuchen und auf ihre Verwendbarkeit für einen Groupware‐
Chat überprüfen zu können, müssen zunächst Funktionen definiert werden, welche die Systeme erfüllen sollten. Hierzu werden nun nachfolgend die einzelnen Funktionen aufgeführt und ihr Nutzen beschrieben. Anzeige von Teilnehmer Die Funktion alle Teilnehmer anzuzeigen, welche in diesem Moment aktiv im Chat sind, auch als online bezeichnet, gehört zu den wichtigsten Funktionen bei einem Chat. Kommunikation ist nur bei Anwesenheit von Teammitgliedern möglich und wenn man nicht weiß, wer gerade online ist, kann kein Dialog entstehen und Kommunikation ist somit nicht möglich. Direkte /Anonyme Kommunikation In Abschnitt 2.3 wurde bereits kurz auf die direkte und anonyme Kommunikation eingegangen. Diese Funktion ist wichtig für die Gruppenarbeit und der Kommunikation unter den einzelnen Gruppenmitgliedern. Eine Gruppensitzung wird vorwiegend durch die anonyme Kommunikation bestimmt, da in der Regel alle Teammitglieder angesprochen werden und eher selten einzelne Personen. Die direkte Kommunikation ist ein wichtiger Teil in der Kennen‐Lernen‐Phase (Forming), da man seinen gegenüber direkt anspricht und kennen lernen möchte. Ohne eine direkte Kommunikation in einem Chat, kann es zum ersten zu keiner privaten Kommunikation zwischen zwei Teilnehmern kommen, da andere Teammitglieder immer zuhören könnten, und zum zweiten könnte es zu Missverständnissen und Verzögerungen kommen, wenn sich niemand angesprochen fühlt und nicht weiß für wen genau eine Nachricht bestimmt ist. Awareness Mit der Awareness ist das Bewusstsein über die Aktivität anderer Chatteilnehmer gemeint. Bei der face‐to‐face‐Kommunikation oder einem Telefongespräch ist man sich bewusst darüber, ob sein Gegenüber gerade spricht, zuhört oder abwesend ist. Bei einem Chatgespräch sind diese Aktivitäten nicht ersichtlich und man muss dem Nutzer diese Information zur Hand geben. Es ist wichtig zu wissen, ob sein Gegenüber gerade etwas schreibt oder nicht an seinem Platz sitzt, da ohne diese Informationen Probleme bei der Kommunikation auftreten können. So kann bei gleichzeitigem schreiben zweier oder mehrerer Teilnehmer, der Gesprächsfaden gestört werden oder sogar Informationen verloren gehen, vor allem bei einer größeren Anzahl an Chat‐
Teilnehmern. Bei unbekannter Abwesenheit eines Gesprächspartners kann es zu Verzögerungen in der Arbeit oder sogar zu negativen Stimmungen kommen. Unterstützung nonverbaler Kommunikation Die Unterstützung verbaler Kommunikation ist schon durch die Textmitteilungen gegeben, aber wie sieht es mit der nonverbalen Kommunikation aus. Wird diese unterstützt und wenn ja, welche Möglichkeiten besitzen die Nutzer hierfür. Wie schon in Abschnitt 2.3 erwähnt wurde, ist die nonverbale Kommunikation ein wichtiger Teil der Kommunikation und liefert zusätzliche Informationen zum Verständnis und über die Emotionen der anderen Chatteilnehmer. 28 Installation Die Installation ist entscheidend für eine eventuelle Einbindung in eine Groupware, daher ist zu untersuchen, ob das Chat‐System ein eigenständiges Programm ist und separat installiert werden muss oder in eine Groupware eingebunden werden kann. Gruppenbildung Hierbei wird untersucht, ob es möglich ist, Gruppen zu bilden oder separate Gespräche zu führen. In der Gruppenarbeit kommt es oft vor, dass kleinere Gruppen gebildet werden müssen, um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Hierfür soll den Teilnehmern die Möglichkeit geboten werden, sich ungestört auszutauschen und ihre spezielle Aufgabe zu erledigen. Andernfalls kann es zu Verzögerungen in der Arbeit oder Missverständnissen, durch parallele Gruppengespräche, kommen. Bedienbarkeit Die Bedienbarkeit ist eine elementare Eigenschaft eines Systems. Wenn sich die Nutzer erst in ein System einarbeiten müssen oder es zu Verzögerungen, durch fehlerhafter Bedienung oder anderen Problemen, kommt, kann dies erheblichen Einfluss auf die Arbeit und den Projektverlauf nehmen. Im Mittelpunkt steht der Informationsaustausch und dieser sollte problemlos möglich sein und nicht durch zusätzliche Funktionen gestört werden. Anpassbarkeit Die Anpassbarkeit des Systems ist wichtig für die spätere Integration von Informationen und die Einpassung in die Groupware. Wenn das System keine Möglichkeit bietet erweitert zu werden oder an eine Groupware angepasst zu werden, wird die Integration von Umgebungsinformationen schwer, wenn nicht sogar nicht implementierbar. Genauso wichtig ist es, vom System mitgebrachte Funktionen, welche die Gruppenkommunikation behindern könnten, ausschalten zu können. 3.3.2 Aktuelle Systeme Da jetzt die Funktionen benannt wurden, auf die die Systeme untersucht werden sollen, kann es nun zur eigentlichen Untersuchung aktueller Systeme kommen. Wie schon in Abschnitt 3.1 erwähnt wurde, kann man Chat‐Systeme in die drei Formen IRC (Internet Relay Chat), Web‐Chat und Instant Messenger unterteilen. Diese Unterteilung soll nun hier dienlich sein, um ein Ordnung zu erhalten und die Systeme besser unterscheiden zu können. Da eine Untersuchung aller Systeme den Rahmen sprengen würde, werden nur die erfolgreichsten und am meist verbreiteten Systeme betrachtet. 3.3.2.1 IRC Der IRC (Internet Relay Chat) kann als ein virtueller Treffpunkt verstanden werden, in dem Leute Nachrichten und Gedanken in Schriftform austauschen. Durch eine anfängliche Anonymität ist es möglich, schnell und einfach Kontakt zu anderen Leuten zu bekommen. Da es zu einem Durcheinander kommt, wenn tausende Benutzer gleichzeitig reden, ist das IRC in Kanäle unterteilt. Diese Kanäle kann man sich als virtuelle Orte vorstellen, an denen man sich treffen und unterhalten kann. Der Name der Kanäle ist frei wählbar, muss jedoch in der Regel mit einem 29 Doppelkreuz (#) beginnen. Hat jemand das Interesse über ein bestimmtes Thema zu reden oder Kontakt zu suchen, so kann er einfach einen bestehenden Kanal betreten, oder einen neuen IRC‐
Kanal erzeugen. Typische Kanalnamen sind zum Beispiel: #berlin oder #linux. Es gibt neben diesen öffentlichen Kanälen auch private Kanäle, in denen man sich in stiller und heimlicher Weise unterhalten kann, ohne in die breite IRC‐Öffentlichkeit zu treten. Die offizielle Sprache des IRC ist Englisch, so gibt es unter anderem Channels (Kanäle), Nicknames (Spitznamen) und Messages (Mitteilungen). Dennoch können nationale Eigenheiten gepflegt werden und die jeweilige Landessprache gesprochen werden (ircfibel, 2009). Als Beispiel‐System für einen Internet Relay Chat soll mIRC (mirc, 2009) dienen, einer der beliebtesten IRC‐Clients für Windows und weltweit Millionen von Benutzern hat. Der Client ist mit vielen Features ausgestattet, mit denen man kommunizieren, spielen und Dateien austauschen kann. Außerdem ist es möglich mit anderen Leuten aus der ganzen Welt in sogenannten IRC Networks zusammen zu arbeiten, entweder in Konferenzen mit mehreren Benutzern oder in privaten Eins‐zu‐Eins‐Diskussionen. Das Interface ist konfigurierbar und bietet als Funktionen, eine Buddy‐Liste oder auch Freundes‐Liste oder Kontakt‐Liste genannt. Ebenso ist der Dateitransfer möglich, eine SSL Verschlüsselung zur sicheren Kommunikation und ein UTF‐8 Display für die globale Kommunikation. Desweiteren werden gesprochene Mitteilungen unterstützt und anpassbare Sounds, sowie viele andere mehr. In Abbildung 6 kann man ein typisches Chat‐Fenster des mIRC‐Client sehen. Auf der rechten Seite befindet sich die Buddy‐
Liste, mit allen Usern, die aktuell im Chat‐Room sind. Abbildung 6: Chat‐Fenster eines mIRC‐Client (mirc, 2009) In der nachstehenden Tabelle 3 werden anhand des Chat‐Systems mIRC die Soll‐Funktionen, welche im vorherigen Abschnitt definiert wurden, untersucht und erläutert, ob sie unterstützt werden oder nicht. 30 Funktion Teilnehmeranzeige Direkte/Anonyme Kommunikation Awareness Unterstützung nonverbaler Kommunikation Installation Gruppenbildung Bedienbarkeit Anpassbarkeit Anmerkung Vorhanden. Die Teilnehmer werden in der sogenannten Buddy‐Liste angezeigt. Es ist eine direkte und anonyme Kommunikation möglich. Die Awareness wird nicht unterstützt. Die nonverbale Kommunikation wird teilweise unterstützt. Es gibt die Möglichkeit Emoticons zu verwenden oder Dateien auszutauschen, wie Bilder. Zudem kann der Benutzer gesprochene Mitteilungen übertragen. Es muss ein eigenständiger Client installiert werden. Zurzeit ist dieser Client nur für Windows erhältlich, es gibt aber auch für Linux entsprechende Clients. Eine Gruppenbildung ist realisierbar. Hierfür muss nur ein neuer Channel eröffnet werden. Die Bedienbarkeit des Clients ist schnell zu erlernen. Schwieriger ist die Benutzung der speziellen Befehle von IRCs, mit denen man die Farbe und Schrift beeinflussen kann. Da sowohl mIRC, als auch die anderen IRC‐Clients eigenständige Programme sind und von jemandem vertrieben werden, ist eine Anpassung oder Integration von zusätzlichen Informationen schwer realisierbar. Tabelle 3: Soll‐Funktionen im IRC Der Internet Relay Chat hat eine große Community und ist sehr gut fürs chatten geeignet. Für das kooperative Arbeiten ist er aber eher nicht hilfreich, da ein paar Funktionen, die das Kommunizieren erleichtern nicht unterstützt werden, wie die Awareness oder die geringe Unterstützung der nonverbalen Kommunikation. Weitere Nachteile sind die schlechte Anpassbarkeit und die Bedienung mit Hilfe spezieller Befehle, was zu Verzögerungen im Arbeitsablauf führen kann. 3.3.2.2 Web‐Chat Der Web‐Chat ist das am meisten genutzte System, da er schnell und einfach in eine Webseite integriert werden kann. Zurzeit gibt es tausende Chats online, zu fast jedem Thema, wobei sich die Flirt‐Chats in den letzten Jahren zu den beliebtesten entwickelt haben und es zahllose von 31 diesen im Netz zu finden sind. Die Kommunikation läuft dabei stets über den Webbrowser und benötigt keine weiteren Clients oder Systemanforderungen. Eines der größten Chatportale in Deutschland ist ChatCity (ChatCity, 2009) mit über 2 Millionen Benutzern. Hier hat der Nutzer die Möglichkeit zwischen sechs Themenbereichen zu wählen, und zwar den Bereichen Gäste, Flirt & Dating, Städte, Fantasy, Erotik und International. Diese sechs Bereiche sind jeweils wieder unterteilt in mehrere Channels, in denen sich der Nutzer einloggen und mit Gleichgesinnten reden kann. In Abbildung 7 kann man ein Chat‐Fenster bei ChatCity sehen. Die Namen wurden aus Datenschutzrechtlichen Gründen unkenntlich gemacht. Abbildung 7: Chat‐Fenster des Anbieters ChatCity (ChatCity, 2009) Neben der Möglichkeit in Portalen den richtigen Chat für sich zu finden, gibt es auch noch andere Formen des Chattens im Web. In den Online‐Communitys, wie zum Beispiel Facebook (Facebook, 2009) und studiVZ (StudiVZ, 2009) entstanden eine neue Form des Chats, was dort als Plauderkasten bezeichnet wird. Hier hat der Nutzer die Möglichkeit mit Freunden, welche ebenfalls aktuell in diesen Communitys eingeloggt sind, zu sprechen bzw. zu plaudern. Diese Form des Chats geht aber bereits in die Richtung des Instant Messaging. Der nachfolgenden Tabelle 4 kann man entnehmen, welche Funktionen vom Web‐Chat unterstützt werden. Durch die immense Auswahl an Web‐Chats ist eine detaillierte Untersuchung nicht möglich und daher wird hier nur eine allgemeine Übersicht geliefert. 32 Funktion Teilnehmeranzeige Direkte/Anonyme Kommunikation Awareness Unterstützung nonverbaler Kommunikation Installation Gruppenbildung Bedienbarkeit Anpassbarkeit Anmerkung Es werden alle Teilnehmer des aktuellen Chats angezeigt. Eine Trennung ist nicht einfach möglich. Die Kommunikation ist vorwiegend anonym, da alle Teilnehmer mitlesen können. Durch eine direkte Anrede an einen Teilnehmer oder das voranstellen eines @Teilnehmer, kann eine direkte Kommunikation erzeugt werden, aber dennoch können alle anderen Teilnehmer ebenfalls mitlesen. Da der Web‐Chat in einem Browserfenster läuft, kann dies nur über mehrere Fenster gelöst werden. Auf der anderen Seite wird im Plauderkasten von Facebook oder studiVZ nur die direkte Kommunikation unterstützt und es ist nicht möglich mit mehreren Personen gleichzeitig zu sprechen. Die Awareness wird noch nicht überall unterstützt, ist aber durch neuere Web‐Technologien realisierbar. Eine nonverbale Kommunikation wird nur durch Emoticons oder anderen sprachlichen Stilmitteln unterstützt. Hierfür ist keine Installation notwendig und man benötigt nur einen Webbrowser für die Nutzung. Eine Gruppenbildung ist realisierbar. Hierfür müssten die Gruppen aber unterschiedliche Chaträume benutzen. Die Bedienbarkeit ist sehr einfach, da man nur ein Chatfenster hat und wenige zusätzliche Funktionen, deren Bedienung leicht zu erlernen sind. Da der Web‐Chat in jede Webseite integriert werden kann und auf den gängigen W3C‐Techniken basiert, ist eine Anpassung sehr einfach möglich. Tabelle 4: Soll‐Funktionen im Webchat Der Web‐Chat findet immer größere Verbreitung im Internet, auch im beruflichen Umfeld. Man kann ihn sehr leicht in eine Webseite integrieren und nach den jeweiligen Bedürfnissen anpassen. Durch die einfache Bedienung und wegfallende Installation ist er ein gutes Werkzeug. Der Nachteil ist, dass man auf ein Browserfenster beschränkt ist und mehrere Fenstern oder Tabs benutzen muss, wenn man parallel mehrere Gespräche führen möchte. Zudem werden die Awareness und die nonverbale Kommunikation noch kaum unterstützt, was aber durch heutige Techniken schon realisiert werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die Anbindung an eine Groupware‐spezifische Datenbank mit allen Informationen, welche in den Chat integriert werden könnten. Darauf wird aber später noch einmal genauer eingegangen. 33 3.3.2.3 Instant Messenger Als letztes System gibt es den Instant Messenger (IM), welcher in den letzten Jahren eine wachsende Beliebtheit gefunden hat. Unter dem Instant Messaging versteht man einen direkten Nachrichtenaustausch, bei dem die Textnachrichten direkt an den Empfänger gesendet werden. Zur Benutzung benötigt man entweder einen eigenständigen Client, der auf dem Rechner installiert werden muss oder es gibt auch die Möglichkeit, diesen im Webbrowser über eine Java‐Engine zu benutzen. Zur Auswahl steht eine Reihe von Clients, aus denen sich der Nutzer seinen eigenen auswählen kann. Die verschiedenen Clients sind untereinander nicht nutzbar, weshalb man für jedes System ein eigenes Profil benötigt. Zu den beliebtesten Clients zählen heute ICQ (ICQ, 2009), Skype (Skype, 2009), AIM (AOL Instant Messenger) (AIM, 2009) oder der Windows Live Messenger (Windows Live, 2009). Da viele Nutzer mehrere Profile, bei unterschiedlichen Clients besitzen, wurden zur Erleichterung und besseren Kontrolle, Clients entwickelt, mit denen man alle Profile verwalten kann und nur über ein System mit allen anderen kommunizieren kann und nicht für jedes einzelne System, ein eigenständiges Programm starten muss. Zu diesen Clients zählen zum Beispiel Trillian (Trillian, 2009) oder Miranda (Miranda, 2009). Als anschauliches Beispiel soll hier der Instant Messenger von Skype dienen, deren Aufbau in Abbildung 8 zu erkennen ist. Abbildung 8: Kontaktliste und Chat‐Fenster von Skype (Skype, 2009) 34 Im rechten Fenster befindet sich die Kontaktliste und im linken Fenster das Chat‐Fenster. Die Namen wurden hier ebenfalls unkenntlich gemacht. Eine besondere Form des Instant Messaging bietet das Second Life (Life, 2009), das den Nutzern die Möglichkeit bietet, in einer virtuellen 3D‐Welt mit ihren Avataren, neben vielen weiteren Funktionen, auch mit anwesenden Teilnehmern kommunizieren zu können. Es sind sowohl öffentliche, wie auch private Gespräche möglich, und seit neuerem wird auch ein Audio‐Chat unterstützt. Dieses System ist aber weitaus komplexer, als die anderen Clients und dient vor allem dem ausleben eines zweiten Lebens und nicht der direkten Kommunikation mit Freunden und Arbeitskollegen. Funktion Teilnehmeranzeige Direkte/Anonyme Kommunikation Awareness Unterstützung nonverbaler Kommunikation Installation Gruppenbildung Anmerkung Die Teilnehmeranzeige ist durch eine Kontaktliste realisiert, in denen der Status der Kontakte angezeigt wird und woraus man ersehen könnte wer für ein Gespräch bereit wäre und wer nicht. Es werden beide Arten unterstützt. Die direkte Kommunikation wird unterstützt, indem man seinen Gesprächspartner direkt auswählt und sich an ihn wendet. In einer Gruppensitzung gilt die Information allen Teilnehmern, man kann sie aber direkt ansprechen. Auch hier wurde vorher direkt ausgewählt wer an der Konferenz teilnehmen soll. Die Awareness ist hier sehr gut umgesetzt. Man kann erkennen wenn der Gesprächspartner im Moment etwas schreibt, löscht oder inaktiv ist. Außerdem ist durch die Anzeige des Status, den jeder Nutzer selbstständig einstellen kann, die Möglichkeit gegeben, dem Gesprächspartner zu signalisieren, ob man gerade aktiv ist und für ein Gespräch bereit ist, oder beschäftigt beziehungsweise kurz abwesend ist. Die nonverbale Kommunikation wird hier sehr gut durch Emoticons, sprachlichen Stilmitteln, sowie Audio‐ und Videoübertragung, ermöglicht. Für die Installation benötigt man einen eigenständigen Client, der auf dem Rechner installiert werden muss. Es gibt auch erste Ansätze, diesen Client in eine Webseite zu integrieren und dadurch eine Installation nicht mehr benötigt wird. Die Gruppenbildung kann durch Konferenzen realisiert werden. Es sind sogar mehrere Konferenzen parallel möglich, wodurch private und Gruppengespräche gleichzeitig durchgeführt werden können, was der natürlichen Konferenzsituation schon sehr ähnlich kommt. 35 Die Bedienbarkeit der Clients ist einfach und schnell zu erlernen. Es gibt keine speziellen Befehle oder schwierige Funktionen. Zudem ist das Interface sehr einfach gehalten. Da die Clients eigenständige Programme und keine Open‐
Source‐Produkte sind, ist eine Anpassung sehr schwierig, wenn nicht teilweise sogar unmöglich. Bedienbarkeit Anpassbarkeit Tabelle 5: Soll‐Funktionen im Instant Messenger Wie man aus Tabelle 5 erkennen kann, sind die Instant Messenger gut für das kooperative Arbeiten geeignet, vorne Weg der Skype‐Messenger, da sie die Awareness und nonverbale Kommunikation gut umsetzen und dazu die Möglichkeiten der Gruppenbildung unterstützen. Nachteilig sind eine separate Installation und Anpassbarkeit des Systems. Zudem muss sich jeder Teilnehmer ein eigenständiges Profil beim jeweiligen Anbieter anlegen. Durch diese Bindung an einen Anbieter, ist auch keine Möglichkeit vorhanden, eigene Daten aus einer möglichen Groupware‐Datenbank zu benutzen, worauf aber im nächsten Abschnitt genauer eingegangen wird. 3.3.3 Vergleich der Systeme Im vorhergehenden Abschnitt wurden die drei Chat‐Systeme beschrieben, einige aktuelle Beispiele genannt und erläutert, ob sie die Soll‐Funktionen erfüllen oder nicht. Hier soll nun geklärt werden, inwieweit die Systeme für die Nutzung in einer Groupware geeignet sind. Alle drei Systeme können für die Nutzung beim kooperativen Arbeiten genutzt werden, wie auch die Analyse der Soll‐Funktion schon gezeigt hat. Eine parallele Nutzung der Chat‐Systeme zu einer Groupware ist daher immer möglich, benötigt aber bei der Installation wohlmöglich einen Mehraufwand. So müssen IRC‐Clients und IM‐Clients separat auf den Rechner installiert werden, was bei Firmennetzwerken zu Sicherheitslücken führen könnte. Zudem müsste bei einer Browser‐basierten Groupware ein separater Client installiert werden, was nicht heißen soll, dass eine Trennung von Groupware und Chat‐System als Nachteil gesehen werden soll. Eine Nutzung ist aber vorwiegend durch die Anpassungsfähigkeit der Chat‐Systeme bestimmt, da sich diese Arbeit mit dem Thema der Integration von Umgebungsinformationen in einen Groupware‐Chat beschäftigt. Wenn sich das System schwer oder gar nicht anpassen lässt, wird eine Integration von neuen Informationen nicht möglich und das System ist fürs erste nicht geeignet. Als Alternative könnte das System, vorwiegend der IRC‐Clients und der IM‐Clients, in ein eigenes Groupware‐System integriert werden, was aber unter Umständen zu rechtlichen Schwierigkeiten führen könnte. Hier hat eindeutig der Web‐Chat klare Vorteile, durch seine leichte Integration in eine Webseite und seine gute Anpassbarkeit. Ein wichtiger Punkt ist die Anbindung an eine wohlmöglich vorhandene Groupware‐Datenbank, mit den wichtigen Projektdaten und Informationen zur Kommunikationsunterstützung. Hier hat der Web‐Chat ebenfalls einen Vorteil, da man diesen leicht an eine Datenbank anbinden könnte. Bei den IRC‐
Clients und Instant Messenger ist dies nicht so einfach möglich, vor allem nicht bei den im Internet angebotenen Versionen. Hier wäre ein eigener Client, speziell auf die Groupware 36 angepasst, besser geeignet und wäre auch für die Nutzung in einem internen Firmennetzwerk anwendbar. Ein weiterer Punkt, der mit betrachtet werden muss, sind die unterschiedlichen Groupware‐
Systeme. Für eine Groupware, welche vollständig mit Hilfe des Webbrowser benutzt wird, bietet sich die Nutzung des Web‐Chat als Lösung an. Für eigenständige Systeme, wird es schon schwieriger, ob sich ein solches System integrieren lässt. Eine andere Frage ist, ob schon ein Chat vorhanden ist, was heutzutage selten der Fall wäre. Bei bestehenden Chat‐Modulen muss man diese separat betrachten und ihre Anpassungsfähigkeit überprüfen. Bei speziellen Groupware‐
Systemen, welche nicht im Browser ausgeführt werden und kein eigenes Chatmodul besitzen, bietet sich wieder ein eigenständiger Client für Instant Messenger, aber auch IRC an. Im Abschnitt 3.3.2 wurde bereits kurz aufgeführt was die Vor‐ und Nachteile der einzelnen Systeme sind und ob sie für das kooperative Arbeiten geeignet sind. Nachfolgende wird aufgezeigt, welches System bei den entsprechenden Soll‐Funktionen einen Vorteil hat und welche Nachteile bestehen. Alle Unterstützen sie die Anzeige von Teilnehmern, welche aktiv im Chat teilnehmen bzw. angesprochen werden können. Hier haben der Web‐Chat und der IRC einen Vorteil, da man hier in einen aktiven Chatroom eintreten muss und alle darin befindlichen Teilnehmer am Chat partizipieren. Beim Instant Messenger kann der Teilnehmer nur durch den Status erkennen, wer für ein Gespräch zur Verfügung stehen könnte und muss diesen direkt ansprechen und zu einer Gruppensitzung einladen, es sei denn, er wird selber in eine solche Sitzung eingeladen. Die anonyme Kommunikation ist bei allen drei Systemen vorhanden und nutzbar. Die direkte Kommunikation hingegen, ist beim Instant Messenger am besten umgesetzt. Während beim IRC und im Web‐Chat alle Teilnehmer des Chatrooms mitlesen können und eine direkte Kommunikation nur über ein direktes Ansprechen möglich ist oder durch einen separaten Chatroom, mit nur gewollten Teilnehmern, was nicht wirklich sicher ist, kann man beim Instant Messenger jedem Teammitglied getrennt von einander eine Nachricht schreiben und privat mit diesem kommunizieren. Die Awareness‐Funktion ist am besten beim Instant Messenger umgesetzt und findet bei den anderen beiden Systemen kaum Betrachtung. So sieht man zwar beim IRC und dem Web‐Chat wer online oder entsprechend nicht online ist, aber weitere Informationen werden nicht angeboten. Beim Instant Messenger, hier am Beispiel von Skype (Skype, 2009), hat der Nutzer die Möglichkeit verschiedene Status der anderen Teilnehmer zu unterscheiden. So gibt es die Status Offline, Online, als Offline anzeigen, Abwesend, Nicht verfügbar, SkypeMe und Beschäftigt, welche man in dieser Reihenfolge in Abbildung 9 sehen kann. Desweiteren wird dem Nutzer in jedem Chatfenster angezeigt, wenn ein Chatpartner gerade eine Nachricht in sein Eingabefeld eintippt oder eine Nachricht wieder löscht hat, was, wie in Abbildung 10 ersichtlich, mit einem schreibenden Stift und einem Stift der etwas wegradiert symbolisiert wird. Durch diese Awarenessinformationen hat ein Nutzer ein besseres Bewusstsein für sein Gegenüber und besitzt ein Wissen über seine aktuelle Aktivität. 37 Abbildung 9: Status‐Icons eines Users in Skype (Skype, 2009) Abbildung 10: Status‐Icons im Nachrichten‐Fenster in Skype (Skype, 2009) Die Unterstützung der nonverbalen Kommunikation ist bei allen Systemen in etwa gleich, da sie alle die Chatsprache und ihre spezifischen Stilelemente verwenden, welche bereits in Abschnitt 3.2 näher erläutert wurden. Zu diesen Möglichkeiten, bieten ein paar Instant Messenger, darunter als Vorreiter Skype, eine Audio‐ und Videounterstützung an, was der face‐to‐face‐
Kommunikation schon näher kommt. Dadurch haben die Nutzer noch einmal extra die Möglichkeit, neben einer textuellen Konferenz, auch eine Audio‐ oder Videokonferenz durchzuführen. Diese Möglichkeit könnte man in einem Webchat ebenfalls realisieren und wäre unter Umständen auch im IRC nutzbar. Die Installation der Systeme wurde bereits angesprochen und ist abhängig von der vorhandenen Groupware, sowie der Netzwerkinfrastruktur. So ist die Installation von einem firmenfremden Instant Messenger oder IRC‐Client in einem Intranet oder einem sicheren Firmennetzwerk, aus Sicherheitsgründen, nicht möglich. Desweiteren bietet sich ein Web‐Chat eher bei einer browserbasierten Groupware an und nicht bei einer Desktop‐Anwendung. Man muss also auf die Groupware und die Infrastruktur achten, welches Chat‐System sinnvoll wäre. Die Möglichkeit der Gruppenbildung ist bei allen Systemen gegeben, wird aber am besten beim Instant Messenger umgesetzt, da hier Gruppen‐ und Privatgespräche parallel abgehalten werden können, wie es in natürlichen Konferenzen oft vorkommt. Dies ist in einem Web‐Chat eher schwieriger, durch seine Beschränkung auf ein Fenster. Bei der Bedienung hat der IRC leichte Nachteile, da er durch seine speziellen Befehle, die man im Chat nutzen kann oder muss, für Laien eher schwieriger zu verstehen ist und unter Umständen zu Verzögerungen führen kann. Hier liegen die Vorteile eindeutig, beim Web‐Chat und dem Instant Messenger, durch ihre einfache Oberfläche und leichte Bedienbarkeit. Zur Anpassbarkeit wurden ebenfalls schon ein paar Worte gesagt und der Vorteil des Web‐Chat klar dargestellt. Daher sind die angebotenen IRC‐Clients und Instant Messenger der verschiedenen Anbieter von Nachteil, dem bei einem eigens entwickelten Client nicht so wäre, da man diesen auf die speziellen Bedürfnisse anpassen könnte. Welches System nun am besten für das kooperative Arbeiten geeignet wäre, kann nicht eindeutig beantwortet werden und soll auch nicht Teil dieser Arbeit sein. Es sollte nur aufgezeigt werden, welche aktuellen Systeme vorhanden sind, wie gut sie zum kooperativen Arbeiten geeignet sind und wo noch Probleme liegen. Wobei die Tendenz zum Web‐Chat und den Instant Messenger geht, da diese in den letzten Jahren immer weiter entwickelt wurden und bereits 38 Einzug in die Berufswelt gefunden haben. Vor allem der Instant Messenger bietet viele Funktionen für das kooperative Arbeiten und könnte mit verschiedenen Anpassungen und Erweiterungen ein sehr gutes Instrument werden. Dafür muss aber ein unabhängiger Client entwickelt werden, der nicht von einem fremden Anbieter abhängig ist und eine Schnittstelle zur Groupware bzw. zur Projektdatenbank bietet. Der Web‐Chat kann gut in ein Firmennetzwerk integriert werden und die Anpassungen, sowie die Datenbankanbindung sind ebenfalls einfach von Statten. Was noch fehlt sind ein paar Erweiterungen, welche aber ebenfalls mit heutiger Technik umgesetzt werden könnten. Bisher wurde geklärt, welche Funktionen heutzutage bereits unterstützt werden. Als nächstes muss geschaut werden, welche Informationen noch fehlen, um dem Nutzer bei der Kommunikation zu unterstützen, immer im Bezug zum kooperativen Arbeiten und der Gruppenarbeit. Dazu wird zunächst einmal geschaut, ob man aus anderen Kommunikationsmitteln noch Funktionen in den Chat übertragen kann, was im nächsten Abschnitt genauer untersucht wird, bevor sich Kapitel 4 mit dem Thema befasst, welche Umgebungsinformationen benötigt werden und wie man diese abbilden kann. 3.4 Untersuchung im Bezug zum Offline‐Bereich In den letzten Abschnitten wurden gezeigt was ein Chat ist, wodurch er charakterisiert ist, welche aktuellen Systeme existieren und welche spezifischen Stilelemente der Chat beinhaltet. Daraufhin wurden die aktuellen Systeme auf ihre Eignung für das kooperative Arbeiten untersucht und gezeigt welche Funktionen vorhanden sind und welche Informationen dem Nutzer zur Verfügung stehen. In diesem Abschnitt soll der Chat mit dem Offline‐Bereich verglichen werden, welcher noch näher erläutert wird. Durch diesen Vergleich könnte man Schlüsse ziehen, ob es noch weitere Informationen gibt, die noch in den Chat integriert werden könnten, beziehungsweise müssten. 3.4.1 Online‐Offline‐Kommunikation Zunächst einmal soll geklärt werden, was man unter dem Online‐ und Offline‐Bereich überhaupt verstehen kann, da hierzu noch keine genaue Definition vorhanden ist. Im traditionellen Sinne kann man Online und Offline mit der direkten und indirekten Kommunikation vergleichen. Wer online ist, sei es im Internet oder am Telefon, kann direkt mit seinem Gegenüber kommunizieren und muss nicht indirekt über einen Vermittler, wie Post, E‐Mail, Telegramm usw., seine Nachricht an den Anderen übertragen. Heute wird online meistens damit verbunden, ob jemand mit dem Internet verbunden und ansprechbereit ist. Bezieht man dies auf den Chat‐Bereich bezieht sich online und offline auf die synchrone und asynchrone Kommunikation zwischen zwei Beteiligten. Die face‐to‐face‐Kommunikation zählt durch seine Direktheit und der Synchronität, ebenfalls zum Online‐Bereich. Zum Offline‐Bereich zählen hingegen, wie bereits erwähnt, die E‐
Mail oder der Postversand, aber auch SMS und Forenbeiträge, also Kommunikationsmittel, die durch ihre Indirektheit und Asynchronität charakterisiert sind. 3.4.2 Vergleich zum Offline‐Bereich Als nächstes soll analysiert werden, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Chat zum Offline‐Bereich besitzen und mögliche Erweiterungen gefunden werden. Das am besten untersuchte Kommunikationsmittel des Offline‐Bereichs ist die E‐Mail, aber auch das Forum und 39 die Newsgroup, eignen sich gut zum Vergleich der Systeme. Wie bereits erwähnt wurde, zählt der Chat zur synchronen Kommunikation, wie die face‐to‐face‐Kommunikation auch. Die E‐Mail hingegen zählt zur asynchronen Kommunikation, was zu einer Art Zeitunabhängigkeit führt. Die Teilnehmer können sich gegenseitig Nachrichten zusenden und diese auch lesen, wenn man die Zeit dazu hat. Es ist nicht nötig, einen Termin zu vereinbaren oder sich zu Synchronisieren um gleichzeitig im Chat zu sein. Durch die Verfügbarkeit von E‐Mails, Foren oder ähnlichem im Internet, kann ein Teammitglied einfach und von überall, eine Nachricht versenden oder einen Eintrag im Forum hinterlassen, was bei einem Web‐Chat ebenfalls möglich wäre, aber nur bei gleichzeitiger Anwesenheit des gewünschten Kommunikationspartners. Betrachtet man das Übertragungsmedium dieser Kommunikationswerkzeuge, stellt man fest, dass sowohl der Chat, als auch die asynchronen Werkzeuge hauptsächlich den Text zur Kommunikation nutzen und Audio‐ beziehungsweise Videounterstützung nicht oder in Ausnahmen (Skype) vorhanden ist. Nach der Media‐Richness‐Theorie von Daft und Lengel gehören sie damit zu den armen Medien, deren Übertragungskapazität von Informationen gering ausfällt (Buzzi di Marco, 2000). Zu den Komponenten dieser Media‐Richness‐Theorie gehören folgende (Fischer, 2005): ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Die Geschwindigkeit, mit der Feedback‐Prozesse möglich sind Die Anzahl der verfügbaren Kanäle bzw. Cue‐Systeme Die Vielfalt verwendbarer Sprachcodes Die Möglichkeit zur Personalisierung und Vermittlung persönlicher Gefühle Nach dieser Theorie wird der Text als armes Medium mit wenig Feedback und wenigen Kommunikationskanälen eingestuft. Darauf folgt das Medium Audio und am höchsten wird das Video betrachtet (Buzzi di Marco, 2000). Deshalb besitzt die face‐to‐face‐Kommunikation die höchste Kapazität an Informationsübertragung, da sie neben der Sprache, noch Mimik, Gestik und so weiter übertragen kann und ein unmittelbares Feedback liefert. Darauf folgt das Telefongespräch, welches der face‐to‐face‐Kommunikation schon sehr nahe kommt, aber durch teilweises Fehlen der nonverbalen Kommunikation, weniger Informationen übertragen kann. Die nächste Stufe bilden die Textnachrichten, beginnend mit dem Chat und nach und nach folgen die E‐Mail und das Forum. Der Chat wird hierbei höher gewertet, da er ein unmittelbares Feedback liefern kann und heutzutage teilweise Audio‐ und Videounterstützung anbietet. Die E‐Mail wird, wegen der zeitlichen Abweichung zwischen Senden und Abrufen der Nachricht, niedriger eingestuft. Und als letztes kommt das Forum, auf Grund seiner zeitlichen Unbestimmtheit des Feedbacks und fehlender Personalisierung (Fischer, 2005). Hieraus kann man erkennen, dass die Übertragung von Informationen immer weiter abnimmt, je asynchroner die Kommunikation verläuft. Daher eignen sich Texte zur Kommunikation von Details und einfachen Tatsachen mit wenig Interpretationsspielraum. „Es hat sich gezeigt, dass es bei E‐Mail‐Kommunikation oft zu Missverständnissen kommt, wenn Humor oder Sarkasmus im Spiel sind [vgl. Arianson und Hjelmquist 1999]“ (Buzzi di Marco, 2000) Wie man aus dieser Theorie ebenfalls ablesen kann, geht Information verloren je weniger Möglichkeiten bestehen die nonverbale Kommunikation zu übertragen. Wie schon in Abschnitt 40 3.2 erwähnt wurde, haben sich daher beim Chat spezielle Stilelemente entwickelt, welche auch auf den Offline‐Bereich übertragen wurden. So werden Emoticons, Abkürzungen und Akronyme ebenfalls in E‐Mails und Foren benutzt, aber weitaus nicht so häufig wie im Chat. Bei der räumlichen Distanz wiederum gibt es bei den Systemen keine Unterschiede, da alle unabhängig vom Standort der Teammitglieder zu benutzen sind, sei es synchron oder asynchron. Der Vorteil liegt aber hier bei der Anzahl an Teammitgliedern, welche man ansprechen möchte. Während es beim Chat in Abhängigkeit vom Gesprächsverlauf, also uni‐ oder multilateral, mit steigender Nutzeranzahl unübersichtlicher und chaotischer werden kann, kommt es bei den asynchronen Werkzeugen eher selten zu solchen Phänomenen. Bei der E‐Mail ist es möglich mit einem E‐Mail‐Verteiler eine große Anzahl an Personen parallel anzusprechen und mehrere E‐
Mails nacheinander abzuarbeiten, ohne die Übersicht zu verlieren. Und im Forum können die Beiträge ebenfalls von allen Besuchern gelesen und beantwortet werden. Am Anfang des Kapitels wurde über den transitorischen Charakter des Chats gesprochen, was bedeutet, dass die Beiträge nur vorübergehend auf dem Bildschirm zu sehen sind und von neuen Beiträgen verdrängt werden. Nach dem Verlassen des Chatgesprächs sind die Nachrichten ganz verschwunden und sind nur schwer oder gar nicht reproduzierbar. Bei der asynchronen Kommunikation hingegen, werden alle Nachrichten zwischengespeichert und dann vom Empfänger abgerufen, sei es als E‐Mail, SMS oder Forenbeitrag. Dadurch ist die Lebensdauer der Nachrichten nicht auf das Gespräch begrenzt, sondern lang andauernd und können jederzeit wieder hergestellt oder abgerufen werden, außer es wurde unwiderruflich gelöscht. Dies wiederum führt zu einer geringeren kognitiven Anforderung, da die Nachrichten nicht sofort und schnell verarbeitet und beantwortet werden müssen, wie es beim Chat oder der face‐to‐face‐
Kommunikation der Fall ist. Wie bereits im Abschnitt 3.1 erwähnt wurde, wird auf den Nutzer ein erheblicher zeitlicher Druck ausgeübt, um die Flut an Nachrichten in kurzer Zeit zu lesen, zu verarbeiten und wenn nötig auch noch zu beantworten, was mit steigender Teilnehmeranzahl, auch zu steigendem Druck und steigender kognitiven Anforderung führt. Dies ist bei der E‐Mail oder im Forum nicht so, da der Nutzer Zeit genug hat, sich die Nachricht durchzulesen, zu verarbeiten und ausreichend Zeit zum Beantworten dieser Nachricht. Dies wiederum hat dazu geführt, dass sich beim Chatten ein schnelleres Tippen herausgebildet hat und dadurch ein verkürzter Schreibstil entwickelt wurde, welcher bereits in Abschnitt 3.2 bei den chatspezifischen Stilelementen genauer beschrieben wurde. Durch das Fehlen dieses zeitlichen Drucks bei der asynchronen Kommunikation ist der Planungsgrad der Antworten sehr hoch und nicht so spontan wie beim Chat (Thaler, 2003). Die Formulierungen sind wohl überlegt und nicht mit einer sparsamen Versprachlichung durchzogen. Desweiteren ist die Nutzung von typografischen Gestaltungsmitteln, wie Schrifttyp oder Schriftgröße, bei der asynchronen Kommunikation einfacher möglich und wird auch öfter angewandt, als bei der spontanen Chat‐
Kommunikation, wodurch wiederum mehr Informationen übertragbar sind, vergleichbar mit der Stimmlage oder der Lautstärke der Stimme. Jetzt wo der Chat mit dem Offline‐Bereich, in Form der E‐Mail und des Forums, verglichen wurde, kann man erkennen, dass der große Vorteil der asynchronen Kommunikationswerkzeuge ihre Asynchronität ist. Durch diese kommt der Nutzer nicht unter zeitlichen Druck und benötigt auch keinen hohen kognitiven Aufwand um dem Gespräch zu folgen, was beim Chat schnell passieren kann, vor allem bei steigender Anzahl an Teilnehmern. Zudem kann sich der Nutzer 41 seine Antworten wohl überlegen und strukturieren, ebenso benötigt er keine verkürzte Aussprache oder Abkürzungen, die vielleicht nicht alle Teilnehmer verstehen können. Daher sollte man überlegen, wie man es schaffen könnte, den Chat‐Nutzer zu entlasten und die kognitive Belastung zu verringern, die durch eine starke Informationsflut entstehen und unter Umständen auch zu Informationsverlust führen kann. Hierunter zählt auch der Versuch, die bereits erwähnten chatspezifischen Stilelemente zu minimieren oder dem unwissenden Nutzer zu helfen diese zu verstehen. 3.4 Zusammenfassung In diesem Kapitel wurde ausgiebig auf den Chat und seine Verwendung für das kooperative Arbeiten eingegangen. Zunächst ist beschrieben worden, was der Chat ist, wo er eingesetzt wird und welche charakteristischen Merkmale er besitzt. Daraufhin wurden die chatspezifischen Stilelemente, die sich mit dem Chat entwickelt haben, benannt und erläutert, vorwiegend Stilelemente der Orthografie, sowie die Emoticons, auch Smileys genannt. Daraufhin wurden die existierenden Chatsysteme untersucht, die da wären, Internet Relay Chat, der Web‐Chat und der Instant Messenger. Dazu wurden zunächst Soll‐Funktionen definiert, welche wichtig für das kooperative Arbeiten sind und diese beschrieben. Diese Soll‐Funktionen sind dann auf die drei Systeme übertragen und auf ihr Vorhandensein hin untersucht worden, sowie kurz auf deren Vor‐ und Nachteile eingegangen, bevor dann alle Systeme noch einmal miteinander verglichen wurden. Dadurch hat man einen Überblick bekommen, welche Systeme vorhanden sind und welche Funktionen sie erfüllen und welche Funktionen noch nicht unterstützt werden. Zum Abschluss wurde der Chat zum Offline‐Bereich verglichen, um zu untersuchen, ob es noch weiterer Funktionen oder Elemente aus anderen Bereichen gibt, die in den Chat integriert werden könnten, um das kooperative Arbeiten zu verbessern. Dazu wurde zunächst erklärt, was der Offline‐Bereich darstellt und welche Systeme dazugehören. Daraufhin wurde der Chat mit den typischen Vertretern des Offline‐Bereichs, der E‐Mail und dem Forum, verglichen und versucht Vorteile dieser zu finden, welche im Chat fehlen und ob man diese in den Chat integrieren könnte. 42 4 Umgebungsinformationen Im vierten Kapitel werden die Umgebungsinformationen, welche in den Chat integriert werden sollen, untersucht. Zunächst wird auf eine Belegarbeit zum Thema Teamdiagnose für Gruppendynamik eingegangen und die wichtigsten Fakten zusammengetragen. Danach geht es darum, welche Informationen wichtig sind und wo man sie herbekommt. Und als letztes wird erläutert, welche Informationen überhaupt angezeigt werden können oder dürfen, wobei die Bereiche des Datenschutzes und der Ergonomie mit herangezogen werden. 4.1 Definition von Umgebungsinformationen Als erstes soll hier einmal der Begriff der Umgebungsinformationen genauer definiert und geklärt werden, was sich dahinter verbirgt. Die im Titel dieser Arbeit angesprochenen Umgebungsinformationen beziehen sich nicht allein auf die räumliche Umgebung, sondern hierunter zählen alle Informationen, die ein Teilnehmer an einer Gruppensitzung bewusst oder unbewusst wahrnimmt, sowie Informationen, welche er durch gezieltes Fragen herausfinden kann. So gehören zu diesen Informationen zum Beispiel die Zeit, Räumlichkeiten, anwesende Personen und deren äußerlichen Merkmale, wie Mimik, Gestik und andere nonverbale Kommunikationsmerkmale, sowie die Personendaten, wie Name, Alter, Beruf oder andere Hintergrunddaten. Desweiteren zählen auch die Beziehungen zwischen zwei Personen, die Stimmung in einer Gruppe zu diesen Informationen oder die Aktivitäten der einzelnen Teilnehmer, also was machen sie in diesem Moment, auch als Awarenessinformationen genannt. Bei dieser Vielfalt an Informationen wird nun versucht, diese, verschiedenen Aspekten zuzuordnen. So gibt es zum ersten den Subjektiven Aspekt, dessen Informationen sich speziell auf ein Subjekt beziehen und dieses genauer beschreiben. Hierunter zählen im Fall des kooperativen Arbeitens, die Informationen über eine Person, die Gruppen und das aktuelle Projekt. Der nächste Aspekt beleuchtet die Beziehungen zwischen Subjekten, sowie die Abhängigkeiten dieser untereinander. So sind die Beziehungen zwischen zwei Personen oder den Teilnehmern in einer Gruppe interessant oder zwischen Gruppen innerhalb eines Projektes. Die bisher genannten Aspekte sind abhängig von den Subjekten, also einer Person, einer Gruppe oder einem Projekt. Es gibt aber auch Informationen, welche unabhängig von diesen sind und keinen Einfluss auf diese ausüben. Diese Informationen bilden den dritten und letzten Aspekt, den Objektiven oder Subjektunabhängigen Aspekt. Hierunter fallen Informationen, wie Raum, Zeit, Wetter usw., sowie Hilfeinformationen zum besseren Verständnis beziehungsweise Hilfe, bei fehlendem Wissen oder zur Konfliktvermeidung. Was sich dahinter genau verbirgt, sind zum Beispiel im Fall des Chatsystems, die Bedeutung von Abkürzungen, Akronymen oder Emoticons, also den bereits mehrfach erwähnten chatspezifischen Stilelementen, was bei Unwissenheit, zu Problemen führen kann. Genauso zählen darunter Länder‐ oder Kulturspezifische Eigenheiten und worauf man achten muss bei verschiedenen Kulturen, was ebenfalls in Kapitel 2 erwähnt wurde. In Abbildung 11 sieht man noch einmal alle Aspekte im Überblick und wie diese zueinander stehen. Die Subjektbezogenen Informationen bilden eine gemeinsame Datenmenge und können auch voneinander abhängig sein, was durch die geschlossene Form dargestellt wird. Sie bilden zusammen das Grundwissen, was man benötigt für das kooperative Arbeiten. Die Anordnung der drei Subjekte Person, Gruppe und Projekt, folgt hier der Wichtigkeit ihrer Informationen. Die Person steht im Mittelpunkt und liefert die meisten und wichtigsten Informationen für die Kommunikation und steht deshalb über der Gruppe und dem Projekt. Die 43 Gruppeninformationen sind nur ein kleiner Teil und dienen eher dem Überblick und werden später bei der Beziehung zwischen Personen von Nöten sein. Die Projektspezifischen Informationen werden nicht über den Chat vermittelt, sondern über die Groupware abgewickelt und bieten nur grundlegende Informationen, was später genauer beschrieben wird. Der Beziehungsaspekt veranschaulicht die Beziehung zwischen den einzelnen Subjekten, welche ebenfalls in Abhängigkeit eines anderen Subjekts unterschiedlich ausfallen kann, wie zum Beispiel die Beziehung zwischen zwei Personen, welche je nach Gruppe oder Projekt unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Dies wird in der Grafik durch den gestrichelten Kreis mit den Pfeilen symbolisiert, welcher die drei Subjekte mit einander verbinden und eine Beziehung oder auch Abhängigkeit darstellen soll. Und als letztes existieren noch die Objektinformationen (objektive Informationen), welche unabhängig von den subjektiven Informationen sind und in der Grafik deshalb getrennt von diesen gekennzeichnet werden. Abbildung 11: Aufbau der Umgebungsinformationen Nachdem geklärt wurde was die Umgebungsinformationen in dieser Arbeit darstellen und wie sie unterteilt sind, werden die Aspekte als nächstes einzeln daraufhin untersucht, welche Informationen wichtig sind beziehungsweise benötigt werden. Einige Anregungen wurden bereits in den letzten Kapiteln gegeben, welche auch hier wieder aufgegriffen werden. Zunächst wird aber im nächsten Abschnitt auf die Arbeit von Steffen Schröder (Schröder, 2008) eingegangen, die sich bereits mit der Analyse und Darstellung von Informationen in einer Groupware befasst hat. 4.2 Teamdiagnose für Gruppendynamik In diesem Abschnitt geht es um ein Diagnosewerkzeug für die Gruppendynamik in virtuellen Teams. Die Arbeit stammt von Steffen Schröder (Schröder, 2008) und entstand während einer Belegarbeit im Jahre 2008 an der Dozentur für kooperative multimediale Anwendungen an der TU Dresden. In der Arbeit wurde ein Diagnosewerkzeug entwickelt, welches dem Moderator der Groupware „Joined‐Forced‐Groups“ bei der Arbeit mit virtuellen Teams unterstützen soll und Probleme innerhalb des Teams erkennt und den Moderator darauf hinweist. 44 In der Arbeit wurde die Unterstützung für den Moderator realisiert, indem man ihm zusätzliche Informationen anbietet und er mit dessen Hilfe Probleme schneller entdecken und besser lösen kann. Dem gegenüber geht es nun in dieser Arbeit darum, die Mitglieder eines virtuellen Teams zu unterstützen und diesen durch zusätzliche Informationen, die Arbeit zu erleichtern. Dazu dient die Arbeit von Schröder als Grundlage und liefert gute Ansätze zur Kommunikationsunterstützung. In der Arbeit wurden die Bereiche Teamklima, 3K‐Modell (Kommunikation, Koordination und Kooperation), sowie die gruppendynamischen Rollen untersucht und versucht Probleme aufzuzeigen. Daraus wurde dann die aktuelle Effektivität des Teams bestimmt, welche von den drei Bereichen abhängig ist. In Abbildung 12 erkennt man den Zusammenhang unter den Grundsäulen, wie sie in der Arbeit benannt wurden. Abbildung 12: Zusammenhang unter den Grundsäulen (Schröder, 2008) Die Ergebnisse des Diagnosewerkzeugs werden dem Moderator in grafischer Form angeboten und die Teammitglieder bekommen diese Informationen im Moment noch nicht zur Verfügung gestellt. Daher soll versucht werden, die wichtigsten Punkte aus der Arbeit herauszufiltern und diese den Teammitgliedern anzubieten. Da diese Arbeit die Unterstützung eines Groupware‐
Chats als Ziel hat, werden nicht alle Informationen benötigt und es wäre auch nicht ratsam, alle Informationen, aus der Arbeit von Schröder, in einem Chat‐Modul einer Groupware anzuzeigen, sondern besser auf einer Übersichtsseite der Groupware. Die Kommunikation steht im Mittelpunkt, diese soll verbessert werden, daher ist das Teamklima, die gruppendynamischen Rollen, sowie die Koordination und Kooperation eher vernachlässigbar, obwohl auch diese Einfluss auf die Kommunikation nehmen können. Das Teamklima wird unter anderem durch einen Fragebogen bestimmt, was im Chat eher störend und nicht hilfreich wäre und daher nicht entscheidend ist. Es ist von wichtigerer Bedeutung, wie das Klima unter den einzelnen Teammitgliedern ist und daher sollten die Beziehungen unter diesen genauer untersucht und dem Teilnehmer präsentiert werden. Die gruppendynamischen Rollen müssen nicht mehr auf 45 alle Rollen, wie in Abschnitt 2.2 schon genannt, untersucht werden, sondern es reicht bestimmte Rollen zu identifizieren, um zum Beispiel Außenseiter zu erkennen, welche unter einer fehlenden beziehungsweise mangelnden Kommunikation leiden. Die Koordination und Kooperation können ebenfalls zum großen Teil reduziert werden, da diese Felder von der Groupware abgedeckt werden und nicht vom Chat. Entscheidende Informationen können genutzt werden, um bei der Gruppenbildung entsprechend Einfluss ausüben zu können. Welche Informationen genau genutzt werden können, wird in den kommenden Abschnitten geklärt werden. Schröder hat auch gezeigt, dass die Grundsäulen nicht nur voneinander abhängig sind, sondern in Abhängigkeit von der aktuellen Phase, in dem das Team sich gerade befindet, unterschiedlich stark gewichtet sind. Die besagten Phasen, nämlich Forming, Storming, Norming und Performing, wurden bereits in Abschnitt 2.2 beschrieben und werden im Folgenden immer gemeint sein, wenn von Phasen oder Teamphasen die Rede ist. In Tabelle 6 sieht man in einem Überblick, wie die einzelnen Grundsäulen in den verschiedenen Phasen gewichtet wurden. Phase Teamklima Gruppendynamische Rollen 3K‐Modell Forming Mittel Schwach Stark Storming Schwach Stark Mittel Norming Stark Mittel Schwach Performing Mittel Mittel Mittel Tabelle 6: Gewichtung der Grundsäulen in den einzelnen Phasen (Schröder, 2008) Es hat sich gezeigt, dass in Abhängigkeit von der jeweiligen Phase, in dem sich das Team befindet, unterschiedliche Informationen wichtig sind. So ist das 3K‐Modell, mit Kommunikation, Koordination und Kooperation in der ersten Phase, dem Forming, sehr wichtig, da sich die Teammitglieder erst einmal kennen lernen müssen und eine Beziehung oder Verbindung zwischen diesen entstehen muss. In der Storming‐Phase sind die gruppendynamischen Rollen am stärksten gewichtet, da sich hier der Teamleiter und alle weiteren Rollen herausbilden. Die Norming‐Phase ist eher durch das Teamklima geprägt, denn hier muss das Team zu einem Konsensus über den weiteren Verlauf des Projektes kommen und dafür Einigkeit im Team entscheidend ist. Während der Arbeitsphase, dem Performing, ist alles wieder ausgeglichen und gleich stark entscheidend. Der Ansatz der Phasenabhängigkeit ist ein zentraler Punkt der Arbeit und soll im konzeptionellen Teil dieser Arbeit wieder aufgegriffen werden. Als nächstes hat Schröder aufgezeigt, dass die Grundsäulen noch von anderen Einflussfaktoren abhängig sind, die das Ergebnis verfälschen könnten. So nennt er als Einflussfaktoren die Subcliquen, Bekanntschaft, Zeit/Ort, Rollenverteilung, sowie die Input‐Größen, welche bereits vom Input‐Prozess‐Output‐Modell aus Abschnitt 2.2 bekannt sind. Einige dieser Einflussfaktoren, üben diesen auch auf die Kommunikation aus und sind deshalb wichtig für nachfolgende Betrachtungen. So ist zum Beispiel entscheidend, ob sich die Teammitglieder schon vorher kannten oder noch nicht, an welchem Ort sich ein Teammitglied befindet oder in welcher 46 Zeitzone er gerade verweilt, was vor allem bei internationalen Teams entscheidend ist, wo öfters vorkommt, dass mehrere Zeitzonen zwischen den Mitgliedern liegen und daher einer von diesen auch mitten in der Nacht an einem Gespräch teilnehmen muss, was wiederum Einfluss auf seine Aufmerksamkeit nehmen könnte und damit auch auf die Gruppenarbeit. Welche Faktoren genau wichtig sind und wie diese mit einfließen, wird im nächsten Abschnitt genauer benannt. Für die Kommunikation wurden die Module Chat, Forum und Teamspiel der Groupware „Joined‐
Forced‐Groups“ der Dozentur für kooperative multimediale Anwendungen an der TU Dresden analysiert. Das Teamspiel ist ein interaktives Spiel, bei dem sich die Teammitglieder besser kennen lernen können, indem sie sich gegenseitig einen Ball zuwerfen und sich Fragen stellen können. Aus den ausgewerteten Daten konnte man erkennen, wer mit wem kommuniziert und wie häufig. Dadurch war es möglich, ungewollte Gruppenbildungen und das Entstehen von Außenseitern zu vermeiden. In dieser Arbeit werden ebenfalls diese Daten betrachtet, aber es wird nur der Chat berücksichtigt. Interessant könnte es werden den Nutzer darauf hinzuweisen, dass er selber nicht aktiv genug im Chat vertreten ist und dadurch vielleicht angespornt werden kann, sich mehr zu beteiligen. Welche und wie diese Informationen dargestellt werden, wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit geklärt werden. Soweit wurden die wichtigsten Punkte aus der Arbeit benannt und versucht herauszufiltern, welche Informationen man übernehmen kann und welche Ansätze übertragbar sind. Im nächsten Abschnitt wird genauer darauf eingegangen, welche Informationen wichtig sind. 4.3 Informationsanalyse Wie im letzten Abschnitt schon erwähnt wurde, soll hier analysiert werden, welche Informationen bzw. Umgebungsinformationen wichtig sind, für die Unterstützung in einem Groupware‐Chat. Einiges wurde bereits im letzten Abschnitt erwähnt und darauf soll hier aufgebaut werden. Dazu werden die in Abschnitt 4.1 genannten Aspekte einzeln untersucht und deren Informationen zusammengetragen. Begonnen wird mit dem Subjektbezogenen Aspekt, gefolgt vom Beziehungsaspekt und zum Schluss der Objektbezogene Aspekt. 4.3.1 Der Subjektbezogene Aspekt In diesem Abschnitt geht es nun darum die Subjektbezogenen Informationen zusammenzutragen und um möglichst alle relevanten Informationen zu finden und dennoch den Überblick zu halten, bietet es sich an, eine erste Grobstruktur zu nutzen, in die man die verschiedenen Informationen einordnen kann. Betrachtet man nun die Chat‐Kommunikation in einer Groupware, so besteht diese, wie auch schon in Abschnitt 4.1 erwähnt wurde, aus den einzelnen Teammitgliedern beziehungsweise Personen welche am aktuellen Projekt teilnehmen, der Gruppe oder Gruppen und dem aktuellen Projekt. Zunächst wird erst einmal versucht, alle Informationen zusammenzutragen, die von Interesse und hilfreich sein könnten. Ob diese Daten genutzt werden können oder nicht, wird im einem späteren Abschnitt geklärt werden, so können Informationen zum Beispiel aus Datenschutzgründen nicht genutzt oder möchte von der Person nicht herausgegeben werden. 47 Person Zur Person gehören zuerst einmal alle personenbezogenen Daten, wie Name, Geburtstag, Muttersprachen etc. Desweiteren sind die beruflichen Informationen von Interesse, was zu einer optimaleren Ausnutzung aller Potentiale führt und zu einer besseren Ergänzung im Team. Ein weiterer Punkt sind eher private Informationen, wie Hobbys, Religion oder kulturelle Hintergründe. Diese Informationen dienen dem besseren kennen lernen und mit einander vertraut werden, da man sich auf einer emotionalen Ebene näher kommt. In Tabelle 7 sind einmal die wichtigsten Informationen, welche zu einer Person gehören, zusammengetragen und werden dann darauffolgend genauer beschrieben und ihr Nutzen erklärt. Personeninformationen Name E‐Mail‐Adresse Geburtstag Muttersprache Standort Hobbys Interessen Kulturelle Hintergründe Besonderheiten Beruf Firma Qualifikationen Fremdsprachen Projekterfahrung Stimmung Bekanntschaften Awarenessinformationen Tabelle 7: Personenbezogene Informationen Die eben genannten personenbezogenen Informationen sind vor allem in der Forming‐Phase entscheidend, da sich die Teammitglieder in dieser Phase kennen lernen und versuchen eine Beziehung zueinander aufzubauen. Dieser Beziehungsaufbau könnte durch das gegenseitige erforschen und über Gemeinsamkeiten erleichtert werden. Hierfür sind unter anderem der Beruf, Projekterfahrungen, Hobbys und Interessen gut geeignet, da hierdurch ein leichter Einstieg in ein Gespräch ermöglicht wird und sich daraus wohlmöglich neue interessante Gespräche ergeben. Die Muttersprache und erlernte Fremdsprachen sind weitere entscheidende Punkte, da sie benötigt werden, um sich auf eine gemeinsame Sprache zu einigen oder schon im Voraus Verständigungsschwierigkeiten vorzubeugen bzw. zu erkennen. Der Standort eines Teammitglieds bietet sich unter anderem auch als Gesprächseinstieg an, indem man vielleicht eine gemeinsame regionale Zugehörigkeit findet oder sich für andere Länder und Sitten interessiert, was bei internationalen Teams sehr interessant erscheint. Es ist aber auch wichtig, über den Standort auf die aktuelle Uhrzeit bzw. Zeitzone des Gesprächspartners zu schließen. Bei internationalen Teams kann es vorkommen, dass die Teammitglieder über den ganzen Globus verteilt sind und mehrere Zeitzonen dazwischen liegen. Dies könnte Einfluss auf den Verlauf eines Gesprächs oder einer Konferenz nehmen, aber auch die Aufmerksamkeit einzelner behindern, wenn zum Beispiel bei einem Teammitglied gerade früher Morgen ist und ein anderes Teammitglied bereits den ganzen Tag gearbeitet hat oder sogar in der Nacht für ein Treffen aufstehen muss. Daher sollten die Teammitglieder auf solche Szenarios vorbereitet werden und dies bei Gesprächen berücksichtigen. 48 Die kulturellen Hintergründe wurden bereits in Abschnitt 2.2 beim IPO‐Modell erwähnt. Hierzu gehören unter anderem die Religion, Sitten und Gebräuche, wo es leicht zu Missverständnissen kommen kann. Wenn man hier nicht darauf hingewiesen wird oder sich vorher erkundigt, kann es schnell zu Problemen im Team kommen und vorher aufgebaute Beziehungen kaputt machen. So ist zum Beispiel das zu spät kommen in den USA negativ bewertet, während es in Brasilien eher positiv gesehen wird (van Dick, et al., 2005). Solche und andere Missverständnisse heißt es vorzubeugen oder mit Verständnis entgegenzugehen. Unter den Besonderheiten kann man sich nicht viel drunter vorstellen, aber hierzu zählen zum Beispiel besondere Fähigkeiten, Störungen oder Behinderungen, die eine Person haben könnte. Durch die immer besser werdenden Bedienungen der Arbeitsrechner, haben auch immer häufiger Personen mit einer Behinderung die Möglichkeit an der kooperativen Arbeit teilzunehmen. Es wäre hilfreich zu wissen, ob man bestimmte Restriktionen zu beachten hat oder Rücksicht auf ein Teammitglied nehmen muss, auf Grund von zum Beispiel Legasthenie (Lese‐Rechtschreibstörung) oder ähnlichen Erkrankungen. Ein weiteres Beispiel wäre das Auftreten einer Verzögerung, wenn ein blindes Teammitglied durch den Funktionsumfang einer vielleicht vorhandenen Braille‐Tastatur benachteiligt ist oder je nach Art der Behinderung nicht alle Medien benutzen könnte. Auch hier sollte, wie bei den kulturellen Hintergründen Rücksicht genommen werden und darauf hingewiesen werden. Berufliche Informationen, wie Qualifikationen und Projekterfahrung, sind in den Phasen Storming und Norming von Interesse, da sie Einfluss auf die Rollenverteilung und Aufgabenverteilung haben. Dies zeigt sich auch im Chat‐Verhalten, da Teammitglieder mit mehr Erfahrung, Neueinsteigern behilflich sein und die Führungsrolle in einem Gespräch übernehmen können. Zudem könnte es positiv sein, wenn man Erfahrungen austauschen und somit das Optimum aus der Arbeit herausholen kann. Die Stimmung eines Teammitgliedes ist in einem reinen Text‐Chat schwer zu erkennen, einzige Hilfe sind im Moment Emoticons oder andere sprachliche Stilmittel. Die Emotionen eines Teammitglied sind wichtig bei der Kommunikation, da sie einen entscheiden Anteil einnehmen und erkennen lassen, ob zum Bespiel Zustimmung, Unzufriedenheit usw. herrscht. Ob diese Informationen allein durch die Emoticons schon ausreichend gegeben sind, muss noch untersucht werden. Zur Stimmung gehört aber nicht nur Emotionen, sondern auch, wie sich das Teammitglied im Team sieht und zu Recht findet. Wird ein Teammitglied ignoriert oder nur selten angesprochen übt ebenfalls Einfluss auf die Stimmung aus und muss, den anderen Mitgliedern mitgeteilt werden, damit es nicht zu Störungen im Projekt kommt. Zur Bekanntschaft zählt nicht nur, ob sich zwei Teammitglieder kennen oder nicht, sondern auch ob sie gemeinsame Bekanntschaften besitzen, was oft als guter Einstieg in ein Gespräch dienen kann. Genauso beschleunigt die Bekanntschaft untereinander die Kennen‐Lern‐Phase und es kann zeitiger zum Projektstart kommen. Unter den Awarenessinformationen versteht man ein sich bewusst werden über eine andere Person. So zählt unter anderem die Aktivität der Nutzer dazu, woraus man erkennen kann, ob ein Chat‐Nutzer gerade online, offline, aktiv oder abwesend ist, aber auch ob im Moment eine Nachricht verfasst wird. Diese Aktivitäten wurde bereits bei den Soll‐Funktionen der Chat‐
Systeme in Kapitel 3 genannt und ist bereits in manchen Instant Messengern umgesetzt (siehe Abschnitt 3.3.3). Wie schon öfters gesagt wurde, sind diese Informationen nützlich, um Kommunikationsprobleme vorzubeugen. Solche Probleme könnten zum Beispiel sein, dass mehrere Teilnehmer gleichzeitig Nachrichten verfassen und dadurch der Gesprächsverlauf 49 gestört wird oder jemand öfters ein anderes Teammitglied versucht zu erreichen und ihm nicht bewusst ist, das er gerade abwesend ist oder nicht gestört werden möchte. Um an die eben beschriebenen Informationen zu gelangen, benötigt es verschiedene Methoden. So sind viele Informationen nur vom Teammitglied persönlich zu erhalten, während andere Informationen durch das System geliefert werden müssen. Natürlich beruht die Aussage über diese Informationen auf die Zustimmung des Teammitglieds und deren Kooperation. Man kann niemand dazu zwingen diese Daten anzugeben, obwohl sie für die Arbeit und die Kommunikation innerhalb des Teams von Vorteil wären. Die in Spalte 1 und Spalte 2 aus Tabelle 7 stammenden Informationen sind alle nur durch eine Befragung des Teammitglieds zu erlangen und könnten zu Beginn eines Projektes von statten gehen. Einige Groupware‐Systeme nutzen diese Möglichkeit bereits und verwenden diese Daten als Profil. Die Informationen aus Spalte 3, also die Stimmung, Rolle, Bekanntschaft und Awarenessinformationen werden teilweise oder voll vom System bereitgestellt. Wie schon erwähnt, gehören zur Stimmung nicht nur Emotionen, sondern auch das Gefühl der Zugehörigkeit eines Teammitglieds. Diese Information, sowie die Information über die Rolle innerhalb des Gesprächs sind wichtige Faktoren und können durch die Analyse der Chatgespräche ermittelt werden. Die Awareness wird zur Laufzeit vom System angeboten oder durch das Teammitglied bestimmt. So sieht das System, dass ein Teammitglied gerade etwas schreibt und liefert die Information aus oder nach minutenlanger Inaktivität, wird der Status des Nutzers auf abwesend gesetzt. Genauso gut könnte das Teammitglied selbst, den Status bestimmen und diesen auf zum Beispiel beschäftigt setzen, um nicht gestört zu werden. Anders sieht es mit der Bekanntschaft zwischen den Teammitgliedern aus. Hier könnte das System erstens auf die Daten älterer Projekte zurückgreifen, falls diese vorhanden sind, und vergleichen, wer schon einmal ein Projekt zusammen bearbeitet hat oder über welche Person man bekannt sein könnte. Diese Methode wird schon heute in Communitys wie Facebook (Facebook, 2009) oder StudiVZ (StudiVZ, 2009) angewendet, wo dem Nutzer angezeigt wird, über welche Personen man mit einer anderen Person bekannt ist. Ebenso hat man bei diesen Communitys die Möglichkeit Bekannte zu bestimmen oder einzuladen, woraus man in der Groupware nur die Möglichkeit betrachten könnte, das ein Teammitglied beim Einstieg in ein neues Projekt, die anderen Teammitglieder als bekannt oder nicht bekannt einstuft. Durch diese Variante erspart man sich nicht nur Zeit in der Forming‐Phase, sondern könnte das Teammitglied auch vor vielleicht ungewollten Mehrinformationen verschonen, da es wohlmöglich bereits alles über ein anderes Teammitglied kennt. Bis hierher wurde geklärt, welche Informationen von einer Person wichtig wären, wofür sie nützlich sind und woher man sie bekommen könnte. Welche Informationen später angezeigt werden dürfen oder dargestellt werden können, wird im Abschnitt 4.4 geklärt werden, unter Berücksichtigung unter anderem des Datenschutzes und der Ergonomie. Gruppe Welche Informationen von der Gruppe von Interesse sind und in wie weit sie nützlich sein könnten, kann man in Tabelle 8 nachlesen und werden nachfolgend erläutert. Das wichtigste, was man zu einer Gruppe erfahren möchte, ist, wer in dieser Gruppe ist, also die Teilnehmer der Gruppe kennen lernen. Damit man einen ersten Kontakt aufbauen kann und 50 weiß an wen man sich wenden muss, ist es wichtig alle Teilnehmer zu kennen und zu wissen, wer von diesen im Moment online ist, um ein Gespräch anzufangen. Diese Information bzw. Funktion kennt man schon von den bekannten Chat‐Systemen, in denen die Freunde angezeigt werden oder Personen, die sich im selben Chatroom befinden. Als nächstes ist es hilfreich zu erkennen, welche Untergruppen es gibt und wer an ihnen teilnimmt. Bei der kooperativen Arbeit kommt es oft zu Gruppenbildung, um bestimmte Aufgaben schnell und effektiv zu erledigen. Wie in (Schröder, 2008) gezeigt wurde, kann es zu Problemen führen, wenn es zu Cliquenbildung kommt und einzelne Personen ausgeschlossen werden. Um dies zu erkennen und zu verhindern, ist es wichtig zu wissen, wer gerade in einer Untergruppe zusammen arbeitet und wer nicht, damit man Rückschlüsse ziehen kann, ob sich einzelne Teilnehmer aufgabenbezogen gruppieren oder eher aus privaten beziehungsweise sozialen Gründen, und dadurch andere Teilnehmer unter Umständen ausschließen. Desweiteren ist es dienlich die Teilnehmer im vorherein zu Informieren, da es bei fehlender Vorankündigung zu minderwertigen Sitzungen kommen kann (Bozek, 1991). Bozek ist der Meinung, dass es wichtig ist, die Beginn‐ und Endzeiten einer Sitzung anzugeben, das Ziel einer Sitzung vorzugeben oder die Tagesordnung bekannt zu geben. Gruppeninformationen Teilnehmer Untergruppen Sitzungsinformationen Tabelle 8: Gruppenbezogene Informationen Die Teilnehmer, welche zur Gruppe bzw. zum Projekt gehören, werden vom System bereitgestellt, obwohl sie natürlich zuerst vom Moderator oder dem Initiator des Projektes angelegt werden müssen. Diese Funktion wird aber bereits standardmäßig von allen Chat‐
Systemen unterstützt, wie es in Kapitel 3 festgestellt wurde. Die Informationen, welche Untergruppen es gibt und die Sitzungsinformationen, werden ebenfalls vom Moderator oder einem Teammitglied angelegt oder in irgendeiner Form dem System beschrieben, und können daher schnell und einfach aus vom System erfragt werden. Mehr Informationen werden von der Gruppe erst mal nicht benötigt oder bereit gestellt, da die Teilnehmer in einer Gruppe von größerem Interesse sind, als die Gruppe selbst, was im nächsten Abschnitt, zum Projekt, noch deutlicher wird. Projekt Projektbezogenen Informationen, welche Einfluss auf die Kommunikation ausüben oder wichtig bei dieser sind, gibt es wenige, wie man in Tabelle 9 erkennen kann, da die Personen selbst am wichtigsten sind und die Projektinformationen keinen Einfluss auf die Kommunikation zwischen diesen ausübt. Das wichtigste, was auch schon in der Arbeit von (Schröder, 2008) genannt wurde und hier öfters erwähnt wurde, sind die Teamphasen, in denen sich das Team aktuell befindet. In Abhängigkeit von dieser Phase, wird bestimmt welche Informationen für die Teammitglieder wichtig sind, da diese sich von Phase zu Phase ändern. Daher muss festgelegt werden, in welcher 51 Phase sich das Team befindet und davon abhängig, werden die benötigten Informationen den Teammitgliedern angezeigt oder wie in (Schröder, 2008) dem Moderator entscheidende Informationen zur Hand gegeben. Zu den Teamphasen gehört ebenfalls der Zeitplan, falls einer vorhanden ist. Dieser bestimmt den Verlauf des Projektes und der Arbeit und damit auch die Kommunikation im Team, da man gewillt sein sollte, Termine einzuhalten. Der Zeitplan bestimmt auch, wann, welche Phase beginnen sollte, wobei hier der Moderator ebenfalls Einfluss hat, falls einer vorhanden ist. Entscheidend kann ein solcher Zeitplan oder aber auch einfach ein Zeitabschnitt sein, wenn Sitzungen mit einer vorgegebenen Länge oder ein Brainstorming betrieben wird, wo die Zeit entscheidend ist und sich die Teammitglieder auf die Arbeit konzentrieren sollten, um die Zeiten einzuhalten, da es sonst zu Verzögerungen kommen kann. Projektinformationen Teamphase Zeitplan Tabelle 9: Projektbezogene Informationen Die Teamphase und der Zeitplan sind Informationen die meistens vom Moderator oder Teamleiter gepflegt werden und daher nicht vom System gestellt werden, sondern nur verwaltet. Man muss aber davon ausgehen, dass nicht alle Groupware‐Systeme und Projektleiter, mit den Teamphasen arbeiten oder diese kennen, weshalb die Teamphasen nur unter Vorbehalt beachtet werden können. Soweit wurden die wichtigsten Informationen benannt, wozu sie nützlich sein könnten und woher man sie bekommt. Als nächsten werden die Informationen untersucht, die durch die Beziehung zwischen den Subjekten, vor allem zwischen Personen, entstehen. 4.3.2 Der Beziehungsaspekt Der nächste Aspekt ist die Beziehung zwischen den im letzten Abschnitt genannten Subjekten Person, Gruppe und Projekt, sowie die daraus entstehenden Informationen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei aber ganz klar auf der Beziehung zwischen Personen, entweder einzeln oder in einer Gruppe. Desweiteren werden die existierenden Abhängigkeiten in diesem Abschnitt mit aufgezeigt. 4.3.2.1 Person – Person Die Beziehung zwischen zwei Personen in einem Chat ist die wichtigste und auch informativste. Die entscheidende Frage hierbei ist natürlich, wie verläuft die Kommunikation zwischen diesen Personen, ist sie gut oder gibt es Probleme. In aktuellen Chatsystemen wird diese Beziehung nicht dargestellt, sondern immer nur der aktuelle Zeitpunkt, also das JETZT, betrachtet. So könnte man in öffentlichen Chaträumen des IRC oder im Web‐Chat erkennen, ob zwei Personen miteinander kommunizieren, aber diese Information fehlt bereits bei privaten Chaträumen oder beim Instant Messenger. Interessant wäre im Bezug zum kooperativen Arbeiten, wie die Kommunikation zwischen zwei Personen über einen längeren Zeitraum verläuft. In der Arbeit 52 von Schröder (Schröder, 2008) wurden solche Informationen bereits ausgewertet und dem Moderator mitgeteilt, wie die Kommunikation zwischen den einzelnen Teilnehmern verläuft. Dadurch konnte man beobachten, ob es Spannungen geben könnte oder die Kommunikation normal verläuft. Hierzu hat man die Häufigkeit der Gespräche in Beziehung zu den anderen Teilnehmern verglichen und konnte erkennen, mit welchem Teammitglied wie viel oder wenig gesprochen wurde. Dieser Ansatz wäre für den Teilnehmer selbst ebenfalls interessant, da er eigenständig entscheiden könnte, ob Kommunikationsprobleme mit einem anderen Teilnehmer existieren oder nicht. Ebenso informativ wäre die Möglichkeit zu wissen, wann das letzte Gespräch mit einem Teammitglied gewesen ist, um die wohlmöglich bereits aufgebaute Beziehung nicht wieder zu vernachlässigen oder eine Beziehung wieder neu zu stärken, was sich positiv auf das Klima und das Arbeiten im Team auswirken würde. Die eben genannten Beziehungen sollen nun genauer betrachtet und geordnet werden, dazu wird eine Zweiteilung vorgeschlagen. Zum ersten wird die kurzfristige Kommunikation zwischen zwei Personen betrachtet und darauf die Beziehung zweier Teilnehmer über einen langen Zeitraum, was sich über den kompletten Projektverlauf ziehen kann. Die kurzfristige Kommunikation Die kurzfristige Kommunikation bezieht sich, wie der Name schon sagt, auf einen kurzen Zeitraum, der je nach Projektdauer unterschiedlich lang ausfallen kann. Der Zeitraum umfasst mehrere Tage, sollte allerdings nicht mehr als ein oder zwei Wochen andauern, was von der Dauer des Projektes abhängig ist, aber auch vom Moderator einer Groupware selbst festgelegt werden könnte. Bei dieser Form der Informationsdarstellung geht es eher um die Kommunikation an sich und die Anzahl an Gesprächen zwischen den Teilnehmern. Ein Teammitglied kann daraus erkennen, wie viel es mit einem anderen Mitglied spricht beziehungsweise dieser mit einem selbst, und daraus Rückschlüsse über die gemeinsame Kommunikation schließen. Als eine angemessene Einteilung könnten die Werte „viel“, „normal“, „wenig“ oder „gar nicht“ verwendet werden. Aus dieser Information kann ein Teilnehmer direkt erfassen, ob er zum Beispiel mit einer Person viel kommuniziert, was ein gutes Zeichen für das gemeinsame Arbeiten sein könnte oder ob die Kommunikation gestört ist, weil vielleicht beide nicht miteinander sprechen oder man nur selbst Nachrichten schreibt und ein zweiter nicht darauf reagiert, was auf ein Problem im zwischenmenschlichen Bereich hindeuten könnte. Hierbei muss beachtet werden, dass diese Information abhängig von der aktuellen Teamphase unterschiedlich gedeutet werden kann. So könnte es als Hilfe in der Forming‐Phase dienen, um dem Teammitglied zu zeigen, das es eine andere Person wahrscheinlich noch nicht genau kennt oder kennengelernt hat, da sie beide noch nicht miteinander kommuniziert haben. Im späteren Projektverlauf deutet es auf Kommunikationsprobleme hin, vor allem wenn beide Personen in einer Gruppe sind und gemeinsam eine Aufgabe erledigen sollen. Durch die Angabe dieser Information für die Teammitglieder, wird das Problem noch nicht behoben, aber es würde darauf hinweisen, dass ein Problem vorliegen könnte, dem sich eine Person vielleicht noch nicht bewusst geworden ist und es als Motivation nutzt, um das Problem zu lösen oder anzusprechen. Als Datengrundlage dienen hier die bisherigen Chatgespräche zwischen zwei Personen. Dabei kommt es nicht auf den Inhalt der Gespräche an, als viel mehr um die Anzahl und Zeiten der Gespräche. Desweiteren muss noch mit einbezogen werden, ob die Gespräche privat waren 53 oder öffentlich in einer Gruppensitzung, was Einfluss auf das Ergebnis hat. Dies wird aber später, zusammen mit der Informationsdarstellung, genauer beschrieben werden. Die langfristige Beziehung Die langfristige Kommunikation umfasst, im Gegensatz zur kurzfristigen Kommunikation, die komplette Projektdauer beziehungsweise die bisher verlaufende Projektzeit. Hierbei geht es in erster Linie zwar auch um die Kommunikation, aber über einen so langen Zeitraum, kann man eher über die Beziehung zwischen zwei Personen sprechen. Daher wird diese Form der Information ab jetzt die langfristige Beziehung genannt, damit es nicht zu Missverständnissen kommt. Als Grundlage soll hierbei die Häufigkeit der Gespräche dienen, wobei nicht die Häufigkeit an einem Tag genommen werden soll, sondern ob täglich oder an festgelegten Sitzungstagen ein Gespräch stattgefunden hat. Dies wiederum soll über den ganzen Zeitraum untersucht werden, wie das Verhalten oder die Beziehung sich über die Dauer verändert. So könnte man eine Werte‐Skala von „oft“, „regelmäßig“, „selten“ oder „nie“ verwenden, was aber im nächsten Kapitel genauer untersucht wird. Hieraus ersieht man ob zwei Personen öfters reden oder vielleicht einmal die Woche. Genauso erkennt man im Verlauf, ob die Gespräche zurückgehen oder schon eine längere Zeit her sind. Aus diesen Informationen kann man ersehen, wie der Beziehungsverlauf zwischen zwei Personen sich entwickelt. In der Forming‐
Phase existiert noch keine Beziehung und muss daher erst einmal aufgebaut werden. Wenn in einer späteren Phase jedoch die Gespräche weniger werden, erkennt man dies, und könnte darauf reagieren, da sich eine Beziehung über die Zeit meistens verändert. So kann eine am Anfang aufgebaute Beziehung durch fehlende Kommunikation schnell wieder verloren gehen oder sich abschwächen, was sich auch in der Kommunikation wiederspiegelt. Daher könnte ein Teammitglied motiviert werden, mit einer anderen Person zu reden, wenn es merkt, dass die Beziehung allmählich zurückgeht oder sich verschlechtert. Desweiteren ist es möglich, dass man durch diesen Verlauf deuten kann, ob die Kommunikation im Verlaufe des Projektes sich verbessert oder verschlechtert hat und darauf entsprechend reagieren. Auch hier soll erwähnt werden, dass es nicht der Problem lösen soll, sondern der Erkennung möglicher Probleme dient und der Motivation diese zu beseitigen. Als Datengrundlage dienen auch hier die Chatgespräche und werden auf ihren zeitlichen Verlauf hin untersucht, wobei nicht die Anzahl gespeichert wird, sondern ob und wann eine Kommunikation stattfand. Des Weiteren muss man die Gruppensitzungen mit beachten, da es auch möglich sein kann, dass die komplette Projektzeit über keine privaten Gespräche stattfanden, sondern ausschließlich Gruppengespräche genutzt wurden, was dass Ergebnis verfälschen könnte. Die genaue Informationsbeschaffung und ihre Darstellung wird später genauer beschrieben werden. 4.3.2.2 Person – Gruppe Nachdem auf die Beziehung zwischen zwei Personen eingegangen wurde, geht es jetzt um die Beziehung zu mehreren Personen, also einer Gruppe. Dabei kann die Gruppe aus mehreren Teilnehmern bestehen, aber ebenso aus nur zwei Personen, man selbst eingeschlossen. Dies würde zwar der Beziehung Person – Person nahe kommen, aber es geht um die Beziehung zur beziehungsweise in der Gruppe, wodurch wiederum andere neue Informationen entstehen. Vorwiegend geht es um die Stellung oder die Rolle in der Gruppe, die sich durch die 54 Kommunikation innerhalb der Gruppe entwickelt. Im letzten Kapitel wurde bereits die hohe kognitive Anforderung an den Chatteilnehmer angesprochen und von den asynchronen Werkzeugen angeregt, zu versuchen die Last zu verringern. Weshalb hier auch der Gesprächsverlauf von Interesse wäre und versucht werden sollte diesen zu unterstützen. Dazu werden die einzelnen Punkte angesprochen und genauer erläutert. Rollenverteilung Zunächst einmal soll die Rollenverteilung in der Gruppe betrachtet werden. Eine Rolle wird zwar einer Person zugeschrieben, steht aber im Kontext zur Gruppe und ist ohne diese nicht relevant. Welche Rollen bei der Gruppenarbeit verwendet werden, wurde bereits in Abschnitt 2.2 benannt und in (Schröder, 2008) werden diese ebenfalls verwendet für die Analyse der Gruppendynamik. In der Kommunikation sind diese Rollen nicht zu vernachlässigen, auch wenn nicht alle Rollen vorkommen und betrachtet werden müssen. So ist es aber von Bedeutung, dass für eine geordnete Gruppenkommunikation klar feststeht, wer welche Rolle besitzt, sei es der Teamleiter, der Macher, der Teamarbeiter oder der Beobachter. Wenn nicht klar ist, wer die Leitung in einer Sitzung inne hat, kann es schnell zu Problemen und vor allem Verzögerungen kommen, da entweder ein interner Machtkampf entstehen könnte oder niemand die Führung übernehmen möchte und es damit nicht effektiv vorangeht. Zudem kann man aus den Rollen schnell erkennen, wer sich einsetzt oder eher beobachtet und somit die Arbeit beeinflussen, indem man andere stärker integriert oder bei der Führung unterstützt. Es könnte auch den Fall geben, dass sich ein Teammitglied zu engagiert zeigt und die Rolle des Teamleiters zu ernst nimmt, was zu Unstimmigkeiten führen kann. Hier wäre es hilfreich die Rollen besser zu verteilen und Kompetenzen abzugeben oder aufzuteilen, dass es nicht zu einem Ungleichgewicht im Team kommt. Die Rollenverteilung basiert dabei wie die kurzfristige Kommunikation auf die Anzahl der Kommunikation und betrachtet die Gesprächsbeteiligung eines jeden Mitglieds. Daher kann man die Rollenverteilung in der Gruppe und die kurzfristige Kommunikation zwischen zwei Personen in ähnlicher Weise sehen und auch auswerten. Hierbei werden allerdings die Gruppengespräche analysiert und nicht die Einzelgespräche. Daraus kann man ableiten, wer sich beteiligt und wer eher zurückhaltender agiert und weniger Antworten gibt, was dann auch direkt auf wichtige Rollen schließen lässt, wenn auch nicht auf alle. Als Problemerkennung dient es in erster Linie nicht, aber man kann daraus ersehen, wie die Mitarbeit der einzelnen Mitglieder ist und Rückschlüsse daraus ziehen. Personen mit geringer Beteiligung sollten motiviert werden, sich öfter zu Wort zu melden oder von den anderen Teammitgliedern dabei unterstützt werden und bei zu engagierten Mitgliedern wäre es hilfreich, wenn sie vielleicht Verantwortung abgeben. Es liegt aber dennoch alles im Ermessen des Einzelnen und soll nur als Unterstützung dienen. Zugehörigkeit Die Zugehörigkeit, konnte man bereits ein wenig bei der Rollenverteilung heraushören und soll hier nochmal genau benannt werden. Hierbei geht es darum zu erkennen, ob sich jemand zur Gruppe gehörig fühlt oder eher außen steht. Dies hat erheblichen Einfluss auf das Teamklima, wie auch schon in (Schröder, 2008) beschrieben wurde. Hierunter fällt nicht nur, ob diese Person absichtlich oder unabsichtlich von Gesprächen ausgeschlossen wird, sondern es ist auch wichtig zu erkennen, ob jemand aktiv nicht an Gesprächen teilnimmt, sei es aus Desinteresse, Angst oder einem anderen Grund. Durch diese Information können andere Teammitglieder auf diesen 55 Einfluss nehmen, indem sie diesen mehr in Gespräche einbeziehen, direkt auf die Situation ansprechen oder auf eine andere Art und Weise versuchen, ihn wieder ins Team zu integrieren. Ebenso sollte man vermeiden, dass sich ein Teammitglied in den Mittelpunkt stellt und versucht alles zu kontrollieren, was hiermit ebenfalls erkannt werden könnte und angesprochen werden muss. Diese Informationsdarstellung ist vergleichbar mit der langfristigen Beziehung zwischen zwei Personen aus der Person‐Person‐Beziehung. Auch hierbei geht es darum wie oft sich ein Teammitglied an den Gruppensitzungen beteiligt, um eventuelle zwischenmenschliche Probleme mit den anderen Gruppenmitgliedern zu erkennen. Als Grundlage dienen wiederum die Gruppengespräche und die Beteiligung eines Teammitglieds daran, also ob es sich aktiv beteiligt hat oder überhaupt anwesend gewesen ist, was einen wichtigen Unterschied darstellt. Daraus kann man erkennen wie die Stellung innerhalb der Gruppe ist, ob man integriert ist, eher ein Außerseiter oder sich in den Mittelpunkt drängt. Auch diese Information kann wieder zur Motivation dienen, um über die aktuelle Situation nachzudenken und die Initiative zu ergreifen, mögliche Probleme zu verhindern oder zu beseitigen, sei man es selbst oder ein anderes Teammitglied. Die Darstellung wird zusammen mit der Rollenverteilung, sowie der kurz‐ und langfristigen Kommunikation im Kapitel 5 genauer erläutert. Historie Wie am Anfang dieses Abschnittes bereits erwähnt wurde, soll auch versucht werden, die kognitiven Anforderungen an die Chatteilnehmer zu verringern. Dazu bietet sich als erste Unterstützung die Chat‐Historie an, vor allem in Gruppensitzungen, wo man schnell den Überblick verlieren kann. Außerdem ist die Historie hilfreich, um den Gesprächsverlauf nachzuvollziehen, wenn ein Teilnehmer später an der Sitzung teilnimmt und ihm das Vorwissen über den bisherigen Inhalt fehlt und eine Wiederholung des kompletten Gespräches wahrscheinlich zu zeitintensiv wäre. Zum anderen ist es nützlich um zum Beispiel Vereinbarungen, Abstimmungen oder bisher besprochene Themen noch einmal zu kontrollieren, falls es zu Unstimmigkeiten kommt oder nicht mehr nachvollzogen werden kann, was vor einem geraumen Zeitabschnitt beschlossen wurde. Zur Protokollierung der Arbeit, die ein wichtiger Bestandteil der Projektarbeit darstellt, kann es ebenfalls verwendet werden. Die Historie muss in irgendeiner Form gespeichert werden und dort wieder ausgelesen und analysiert werden, was im Diagnosewerkzeug von (Schröder, 2008) durch eine Datenbank realisiert wurde. Eine andere Variante wäre die Speicherung auf dem Client selber, was in dieser Art bereits von einigen Systemen unterstützt wird, so zum Beispiel den Instant Messenger, aber auch nur bei privaten Gesprächen und über eine begrenzte Zeitdauer. Ungelesene Nachrichten Ein weiteres Problem der getrennten Kommunikation ist der mögliche Informationsverlust, bei Abwesenheit, sei es weil man sich in einem anderen parallelen Gespräch befindet oder kurz vom Rechner abwesend ist. Bei der Rückkehr in das Chatgespräch, ist es oft nicht gleich erkennbar, welche Nachrichten man versäumt hat und wie viele, vor allem bei einer größeren Gruppe kann dies schnell dazu führen, dass man dem Gesprächsverlauf nicht mehr nachverfolgen kann. Hierzu wäre es hilfreich dem Teilnehmer zu informieren, welche Nachrichten in seiner Abwesenheit verfasst wurden, um auch diese Informationen zu erhalten. Dazu existiert bereits in manchen Instant Messengern eine andere hilfreiche Funktion, die mit der E‐Mail zu 56 vergleichen ist. Dabei ist es möglich Nachrichten an andere Teilnehmer zu senden, welche aktuell nicht anwesend oder offline sind, aber diese Nachricht dennoch erhalten, und zwar wenn sie wieder online gehen. Dies verhindert, dass Informationen verloren gehen und aktuelle Fragen nicht vergessen und gestellt werden können, aber später erst beantwortet werden, wenn derjenige, an den die Nachricht gerichtet ist, wieder dafür zur Verfügung steht. 4.3.2.3 Weitere Beziehungen Zwischen den anderen Subjekten existiert entweder nur eine schwache Beziehungen oder gar keine, weshalb die Beziehungen Person – Projekt, Gruppe – Gruppe, Gruppe – Projekt und Projekt – Projekt hier nicht weiter untersucht werden, da sie zu keinen relevanten Informationen führen und keinen Einfluss auf die Chat‐Kommunikation ausüben. 4.3.3 Der Objektbezogene Aspekt Die hier beschriebenen objektiven Informationen beziehen sich nicht wie die anderen Informationen auf ein Subjekt, sondern haben eher objektiven Charakter und dienen eher dem besseren Verständnis und der Informations‐Hilfe. In Tabelle 10 sind die nachfolgend beschriebenen Informationen noch einmal als Übersicht zu sehen. Chatsprache Als erste Information in diesem Bereich gehört die Beschreibung der Chatsprache beziehungsweise die Erklärung der chatspezifischen Stilelemente, wie sie in Kapitel 3 beschrieben wurden. Da man davon ausgehen muss, dass nicht alle Teilnehmer der Chatsprache geläufig sind oder es auch zu Unterschieden zwischen Ländern und Kulturen kommen kann, muss man dem Nutzer Informationen bereitstellen, um diese Wissenslücken zu füllen, da es sonst Probleme oder Missverständnisse in der Kommunikation geben könnte. Als eine Möglichkeit bietet sich eine Übersicht über die einzelnen Abkürzungen, Akronyme oder Emoticons an, die in der Chatsprache geläufig sind. Kulturelle Eigenheiten Die nächsten Informationen beziehen sich auf die bereits genannten kulturellen Unterschiede, die zwischen Personen auftreten können. Welchen kulturellen Hintergrund eine Person hat, gehört zu den subjektbezogenen Informationen, aber nicht jeder weiß, was dahinter steht. Auch hier würde sich deshalb eine Informationshilfe anbieten, die dem Nutzer mitteilt, welche Eigenheiten eine Kultur besitzt und worauf man achten sollte, da es sonst schnell zu ungewollten Beleidigungen oder Verletzungen kommen kann, was sich wiederum auf die Kommunikation auswirkt. Auch hier würde sich eine Übersicht anbieten oder eine Hilfe über die speziellen kulturellen Hintergründe, die ein Teammitglied besitzt. Umgebung Das Gesprächsklima wird nicht nur von den anwesenden Personen bestimmt, sondern auch von der räumlichen Umgebung beeinflusst. So wirken sich Sitzungsräume mit einem freundlichen, ordentlichen und einladenden Ambiente positiv auf das Gesprächsklima aus (Bozek, 1991). Diese Information nimmt der Teilnehmer in einer realen Sitzung unbewusst auf und könnte bei einer Chat‐Sitzung mit dem Hintergrund der Anwendung verglichen werden. 57 „Dieser Zusammenhang zwischen Tätigkeit und Umgebung ist in den vorhandenen Lebensräumen des Menschen sichtbar und wird beim menschlichen Handeln intuitiv genutzt.“ (Schwabe, et al., 2001) Daraus entstand die Behavior‐Setting‐Theorie, die besagt, dass eine Umgebung und eine dazu auftretende Standardverhaltensform eine Einheit bilden, die Behavior‐Setting (Schwabe, et al., 2001). Diese Erkenntnisse könnte man verwenden, um das Ambiente des Chats an die jeweilige Situation anzupassen. Zum Beispiel könnte das Kennen lernen in einer sozialen Umgebung stattfinden oder die Arbeitstreffen in einem geschäftlichen Ambiente mit Konferenzcharakter. So würde man unbewusst das Verhalten der Teammitglieder steuern und vielleicht positiv beeinflussen. Objektbezogenen Informationen Beschreibung der Chatsprache Beschreibung kultureller Eigenheiten Räumlichkeiten Tabelle 10: Objektbezogene Informationen Bis hierher wurde versucht die wichtigsten Informationen aus den drei Aspekten zusammenzutragen und beschrieben wozu sie dienlich wären. Als nächstes soll geklärt werden, ob diese Informationen dargestellt werden können und dürfen, was sich auf die Ergonomie und den Datenschutz bezieht, und inwiefern sie abbildbar sind, also direkt, mit Metaphern oder gar nicht. Dieses wird Thema im nächsten Abschnitt werden, bevor in Kapitel 5 dann untersucht wird, wie die Informationen in einen Chat integriert werden können. 4.4 Informationsabbildung Dieser Abschnitt behandelt die Abbildung der Umgebungsinformationen und die Frage, ob alle Informationen dargestellt werden dürfen und ob sie abgebildet werden können. Dazu werden neben der Gestaltung, auch der Datenschutz und die Ergonomie mit betrachtet. Wichtig bei der Abbildung der Informationen ist es, dem Nutzer nicht zu viele Informationen zuzumuten und den Bildschirm nicht zu überladen. Die Umgebungsinformationen sollen den Teammitglied zwar unterstützen, aber nicht aufgezwungen werden, er soll sich nicht bedrängt fühlen alle Informationen zu nutzen. 4.4.1 Subjektbezogene Informationen Die meisten Informationen die sich auf ein Subjekt beziehen, sei es zur Person, Gruppe oder Projekt, lassen sich in Textform darstellen, so wie sie auch gespeichert wurden. Daher ist es wichtiger die Informationen zu betrachten, die nicht in Textform vorhanden sind oder nicht in Textform darstellbar sind. 58 Person Die Personeninformationen sind fast alle in Textform vorhanden und können auch so wiedergegeben werden. Hierbei ist darauf zu achten, welche Informationen an alle Teilnehmer weitergegeben werden können oder was eher kritische Informationen sind. So muss man vorsichtig bei der Weitergabe von beruflichen oder kulturellen Informationen sein, da dies unter Umständen falsch verwendet werden oder zu zwischenmenschlichen Problemen führen könnte. Daher wäre es hier angebrachter, die Angabe solcher Informationen zum ersten dem Nutzer zu überlassen, ob er sie dem System mitteilen möchte und zum zweiten wäre es sicherer, das Mitglied um die Erlaubnis der Weitergabe zu fragen. So hätte eine Person es selbst in der Hand wer seine Daten bekommen darf und wer nicht, da man vielleicht erst bereit dazu ist, wenn man eine andere Person erst einmal näher kennt. Eine weitere interessante Überlegung ist die, dass man die aktuelle Uhrzeit oder Zeitzone eines anderen Teammitglieds nicht textlich, sondern bildlich veranschaulicht. Durch ein Bild könnte man dieser Information mehr Ausdruck verleihen, zusätzliche Informationen mit einbringen und stärker darauf aufmerksam machen. Anstatt die Uhrzeiten 09.30 Uhr, 13.00 Uhr, 19,00 Uhr und 01.00 Uhr als Angabe zu verwenden, könnte man dies zum Beispiel bildlich mit einer Morgensonne, Mittagssonne, Abendsonne oder einem Mond signalisieren. Hierdurch realisiert eine Mitglied wohlmöglich schneller, in welche Situation sich sein gegenüber gerade befindet und könnte besser darauf reagieren und Rücksicht nehmen. Ein Beispiel wäre, wenn man selbst noch frisch an der Arbeit ist und ein anderes Mitglied für eine Sondersitzung nachts aufstehen musste. Dieser Umstand, zu welcher Uhrzeit ein Teammitglied an der Sitzung teilnimmt, wirkt sich auf die Motivation aus und somit auch auf die Mitarbeit, was hierdurch von den anderen Teilnehmern beachtet und berücksichtigt werden könnte. Die Stimmung eines Teilnehmers ist nicht einfach abbildbar und müsste selbst von ihm eingestellt werden, was man den Teilnehmern nicht zu muten kann. Auch hier wäre es sinnvoller dies mit Hilfe von Metaphern darzustellen, wofür mit den Emoticons bereits eine geeignete Wahl vorhanden ist. Um dem Teilnehmer ein ständiges Wechseln oder Einstellen der Stimmung zu ersparen, wäre von der Nutzung dieser Information abzuraten. Eine Umsetzung der Awarenessinformationen wäre kein Problem, da sie in manchen Chat‐
Systemen bereits vorhanden sind und geeignete Metaphern bereits im Kapitel 3 gezeigt wurden. Gruppe Die Gruppeninformationen sind nicht so zahlreich und können alle dargestellt werden. Welche Mitglieder in einem Team oder im aktuellen Projekt sind, kann man mit Hilfe einer Liste veranschaulichen, wie sie bereits in allen Chat‐Systemen verwendet wird. Und die Informationen für die Vorankündigung, die der Nutzer im Vorherein erhält, sind rein textlicher Natur und können daher direkt dargestellt werden, sollten aber nicht zu überladen sein und ablenken, weshalb entscheidend ist, an welcher Stelle man solche Informationen anbringt. Projekt Die Projektinformationen sind ebenfalls übersichtlich und alle in Textform darstellbar. Sowohl die Teamphasen, wie auch der Zeitplan können kurz gefasst werden und sollen nicht von der eigentlichen Aufgabe ablenken. Ob sie überhaupt dargestellt werden müssen ist hier Frage, da 59 sie wohlmöglich in der Groupware bereits angezeigt werden, falls die Teamphasen überhaupt verwendet werden, was nicht immer der Fall ist oder die Teilnehmer die Teamphasen nicht kennen oder darüber aufgeklärt wurden. Der Zeitplan wäre in einem Kalendermodul besser aufgehoben und damit in einem Chat eher nebensächlich und nur zur Erinnerung dienlich. Daher wäre es ratsamer diese Informationen aus dem Chat herauszulassen, da sie nur mehr Informationen liefern, aber nicht unbedingt einen Mehrwert haben. 4.4.2 Beziehungsinformationen Wie es bereits im Abschnitt 4.3.2 zum Teil angesprochen wurde, sind Beziehungsinformationen abbildbar, müssen aber erst aus verschiedenen Informationen zusammengetragen und verarbeitet werden und unterliegen bestimmten Einflussgrößen. Da fast alle Informationen sich auf die Kommunikation zwischen zwei Personen oder mehreren bezieht, und die wichtigsten Daten aus den Gesprächen gezogen werden, muss man hier untersuchen ob alle Gespräche mit gespeichert werden dürfen oder es besser wäre eine andere Form der Speicherung zu wählen. Weil nur der Eintrag und das Datum einer Nachricht benötigt wird, aber der Inhalt nicht relevant ist und er nicht ausgewertet werden kann oder unter Umständen auch nicht darf, aus Schutz der Intimsphäre, wäre es sinnvoll den Inhalt nicht mitzuspeichern oder zu verändern. Eine solche Veränderung könnte eine zufällige Buchstabenkombination sein, die den Längen der einzelnen Worte entspricht, für den Fall, das man eine verfeinerte Analyse unternehmen möchte und nicht nur die Nachrichten berücksichtigt, sondern Wortgenau analysiert, wer wie viel kommuniziert, was aber zu viel Aufwand für eine solche Information wäre und deshalb erst einmal verworfen werden kann. Person – Person Zu diesen Informationen gehören die kurzfristige Kommunikation und die langfristige Beziehung zwischen zwei Personen. Da es sich bei beiden um die Darstellung über einen bestimmten Zeitraum handelt, soll eine Art Verlauf erkennbar sein, was mit Hilfe von Graphiken und Metaphern besser zu verdeutlichen ist. Da es sich bei beiden Formen eher um Zahlenwerte handelt, also die Anzahl und die Häufigkeit von Gesprächen, kann dies einfach durch Diagramme oder einer ähnlichen Darstellungsform abgebildet werden. Eine genauere Beschreibung und die Entwicklung einer Darstellungsform werden im nächsten Kapitel unternommen. Person – Gruppe Wie bei der kurz‐ und langfristigen Kommunikation, wird die Rollenverteilung und die Zugehörigkeit ebenfalls von Zahlen und Prozentwerten bestimmt und kann daher auch mit Hilfe von Diagrammen oder einer eigenen Darstellungsform abgebildet werden. Diese Form wird ebenfalls im nächsten Kapitel genauer Besprochen werden. Als weitere Informationsform wurde die Historie genannt, die es dem Nutzer ermöglichen soll, den Gesprächsverlauf zu folgen oder zu rekapitulieren. Dazu werden die Gespräche auf bestimmte Worte hin untersucht, wie es bei den TagClouds heutzutage schon benutzt wird und diese dem Nutzer präsentiert. Hierzu müssen alle Nachrichten berücksichtigt werden, die in einer Sitzung vorhanden sind, auch jene, die vor Eintritt in diese Sitzung entstanden sind, für den Fall, dass ein Teammitglied später kommt. Aber wie schon am Anfang gesagt wurde, wäre aus datenschutzrechtlichen Gründen und auch aus Performancegründen, es nicht ratsam alle 60 Nachrichten zu speichern, da sie nach Beendigung der Sitzung nicht mehr vorhanden sind. Daher ist eine lokale Speicherung der Nachrichten für den Zeitraum der Sitzung ratsam, was sowieso schon angewandt wird, solange das Chat‐Fenster geöffnet ist. Darum wäre eine Umsetzung der Historie in einer solchen Form am ratsamsten. Der letzte Punkt waren die sogenannten ungelesenen Nachrichten, was Beiträge sind, die in Abwesenheit eines Chat‐Teilnehmers geschrieben worden sind und deren Empfang dieser nicht mitbekommen hat, wodurch Informationen verloren gehen können. Diese Informationen können durch markieren oder kenntlich machen, leicht für den Nutzer identifizierbar gemacht werden, damit er diese Nachrichten schnell und ohne großen Suchaufwand nachlesen kann. 4.4.3 Objektbezogene Informationen Zu den Objektbezogenen Informationen wurde zuerst die Beschreibung der Chatsprache genannt, dem Nutzer sollen demnach chatspezifische Stilelemente erklärt werden, die er nicht kennt und versteht. Da diese Informationen rein textlich sind, kann man sie leicht in einer Hilfe unterbringen und dem Nutzer je nach Wunsch anbieten. Als nächsten kamen die Eigenschaften der unterschiedlichen Kulturen, damit man sich einen Überblick verschaffen kann, welche Eigenheiten die jeweilige Kultur besitzt oder worauf man achten sollte. Auch diese Informationen sind in schriftlicher Form vorhanden und können dem Nutzer je nach Wunsch angezeigt werden. Auch hier gilt, wie bei der Beschreibung der Chatsprache, das es zur Unterstützung dient und dem Nutzer nicht aufgedrängt werden soll. Es dient auf alle Fälle dem besseren Verständnis und kann Missverständnisse verhindern, und sollte daher mit integriert werden. Die Abbildung der Umgebung ist nicht so trivial, da sie nicht vergleichbar mit der realen Umgebung ist und auch nicht realistisch wiedergegeben werden kann. Als Darstellung können Bilder beziehungsweise Umgebungsfotos verwendet werden, die das gewünschte Ambiente simulieren, was aber nicht dasselbe wäre, da man es nicht unbewusst wahrnimmt und die Realität nicht ersetzen kann. Des Weiteren muss man das richtige Ambiente finden und darstellen, da es sonst eher störend und überladen wirken würde. Daher wäre die Integration einer simulierten Umgebung nicht sinnvoll und sollte eher mit Hilfe einer passenden Farbauswahl unterstützt werden, indem man freundliche und offene Farben verwendet, die die Teilnehmer unbewusst wahrnehmen und nicht stören. 4.5 Zusammenfassung In diesem Kapitel wurden die im Titel genannten Umgebungsinformationen besprochen, welche zunächst definiert wurden und was für Informationen sich dahinter verbergen. Als Ordnung wurden die drei Aspekte der Subjektbezogenen Informationen, der Beziehungsinformationen und der Objektbezogenen Informationen entwickelt. Daraufhin wurde kurz auf die Teamdiagnose der Gruppendynamik von Schröder eingegangen, dessen Arbeit hilfreiche Ansatzpunkte liefern konnte, bevor die drei eben genannten Aspekte genauer untersucht und die dazugehörigen Informationen benannt und ihr Nutzen verdeutlicht wurden. Und zum Abschluss ist dargestellt worden, welche Informationen genutzt werden dürfen oder können und ob diese Informationen im System abbildbar sind. Als nächstes werden die Konzeption zur Integration und die Darstellungsmöglichkeit dieser Umgebungsinformationen besprochen. 61 62 5 Konzeption zur Integration Nachdem in den letzten beiden Kapiteln die Chat‐Systeme und Umgebungsinformationen behandelt wurden, geht es in diesem Kapitel um die Integration dieser Umgebungsinformationen in einen Chat. Es soll konzeptionell erarbeitet werden, wie die Informationen in ein Chat integriert werden können und wie diese im System darstellbar sind. Wie bereits häufiger erwähnt wurde, soll es in dieser Arbeit vorwiegend um die Kommunikationsunterstützung in einem Groupware‐Chat gehen und daher muss berücksichtigt werden, dass die hier besprochenen Informationen dem Nutzer nicht aufgezwungen werden und erst recht nicht bei der Kommunikation stören. Nach wie vor steht die Nachrichtenübertragung oder ‐vermittlung im Mittelpunkt und sollte auch nicht verrückt werden. Aus Tabelle 6 konnte man bereits erkennen, dass das 3K‐Modell oder im Falle dieser Arbeit, besonders die Kommunikation am wichtigsten für den Beginn eines Projektes ist und für den weiteren Verlauf des Projektes entscheidend sein kann. Daher ist das Anliegen dieser Arbeit, zum einen das Forming zu unterstützen und damit die Phase des Kennen‐Lernens und zum zweiten die Beziehungen zwischen Teammitgliedern oder in der Gruppe zu verbessern, was allerdings nicht heißt, dass es den anderen Teamphasen nicht dienlich sein kann. Es soll aber vorwiegend Helfen die Kommunikation unter einander zu verbessern und Probleme im vorherein zu erkennen, sowie zu verhindern. Als nächstes wird ein Modell entwickelt, das die Integration der in Kapitel 4 benannten Umgebungsinformationen beschreibt. Hierbei soll darauf geachtet werden, dass die Kommunikation nicht behindert wird und die vorhandenen Systeme nicht zu stark eingeschnitten werden. Die Integration sollte dabei nicht störend sein und auch in jedes weitere Programm beziehungsweise Chat‐System realisierbar sein. 5.1 Das Integrationsmodell Wie bereits erwähnt wurde, steht die Nachricht im Mittelpunkt und das ausgewählte Chat‐
System soll kaum merklich verändert werden und leicht anpassbar sein. In Kapitel 3 wurden die drei Arten von Chat‐Systemen beschrieben und verglichen. Die Vorteile lagen hier beim Instant Messenger und dem Web‐Chat, obwohl der IRC ebenfalls geeignet wäre. Wenn man sich die Programmstruktur anschaut, bestehen alle Systeme aus drei Hauptkomponenten, die das Grundgerüst eines Chat‐Systems bilden. Die erste Komponente ist das Chatfenster, in dem man alle Nachrichten lesen und den Gesprächsverlauf anzeigen und verfolgen kann. Die zweite Komponente ist die Eingabemaske, mit der man die Nachrichten an die anderen Nutzer schreibt. Hierzu gehören auch die Auswahl von Emoticons oder die Schrifteinstellungen. Und die letzte Komponente wäre die Kontaktliste, in der entweder alle Kontakte eines Nutzers enthalten sind, wie beim Instant Messenger, oder alle aktiven Teilnehmer eines Chatrooms angezeigt werden, wie es beim Web‐Chat und dem IRC der Fall ist. In Abbildung 13 sind die Grundbausteine eines Chatsystems noch einmal grafisch dargestellt. Diese Elemente sollte auf alle Fälle erhalten bleiben und individuell erweitert und mit Informationen bestückt werden, damit die Nutzer weiterhin mit dem vertrauten System weiterarbeiten können und nicht gezwungen werden, sich auf ein neues System umzustellen. 63 Abbildung 13: Grundbausteine eines Chatsystems Diese drei Komponenten oder Grundbausteine bilden eine Sicht auf das Programm, die im weiteren Verlauf als Programmsicht bezeichnet wird, eine andere ist die Datensicht, die alle Informationen bereithält und meist in Form einer Datenbank auf einem externen Server liegt. Zu den aktuellen Chat‐Systemen werden wenige Informationen gespeichert, da der Server größtenteils die Weiterleitung von Nachrichten, die Profilspeicherung und teilweise die Statusänderungen der Teilnehmer übernimmt. Wichtiger sind die Groupware‐bezogenen Informationen über die Teilnehmer, Gruppen oder Projekte. Diese Daten und auch verwendeten Bezeichner können in jeder Groupware unterschiedlich sein und sollten auch beibehalten werden und nicht für die Chat‐Erweiterung verändert werden. Daher bietet sich eine Datenbankerweiterung an, die alle weiteren Informationen benötigt, die noch nicht abgebildet werden, wodurch die Integration in jedes System realisierbar sein könnte. Im letzten Kapitel wurde bereits auf die Informationsstruktur eingegangen und wie man diese unterteilen kann. Dazu wurden die drei Formen der Subjektbezogenen Informationen, der Beziehungsinformationen und der Objektbezogenen Information entwickelt. Die Subjektbezogenen Informationen sind zum Teil bereits in den Groupware‐Systemen vorhanden und können daraus extrahiert werden. So sind Informationen über eine Person, die Gruppen und Projekte bereits abgebildet, da sie auch in der Groupware benutzt werden. Hier muss man prüfen, welche Informationen noch fehlen und diese gegebenenfalls ergänzen. Die Beziehungsinformationen sind noch nicht vorhanden und müssen deshalb in dem Groupware‐
System ergänzt werden, genau wie die Objektbezogenen Informationen auch. Damit bildet die Groupware‐Datenbank den nächsten Grundbaustein, welche erhalten bleiben und ergänzt werden sollte. In Abbildung 14 sieht man noch einmal die Datensicht, mit ihren spezifischen Informationen zum Projekt, Gruppen und Personen, sowie dessen Erweiterungen. Die hier erkennbare Aufteilung ist so gewählt, da sich die Personendaten für jedes Projekt oder Gruppe ändern können, wie zum Beispiel die Position oder Aufgabe. Ergänzt wird die Datensicht mit den Objektbezogenen Informationen. Die Beziehungsinformationen werden in einer gesonderten Sicht abgehandelt, aber die benötigten Daten werden in der Datensicht dennoch abgebildet, entweder bei den Personen‐ oder Gruppendaten. So werden Nachrichten zu einer Person gespeichert, mit der Information an wen die Nachricht gerichtet ist, sei es eine Person oder Gruppe. Daraus kann man später alle Informationen gewinnen, die man für die Beziehungen benötigt. Wie die Datensicht genau aussieht wird im Abschnitt 5.2 geklärt werden. 64 Abbildung 14: Datensicht Nachdem nun geklärt wurde welche Bausteine vorhanden sind, geht es als nächstes darum zu klären, wie man die neuen Informationen in das vorhandene System integrieren könnte. Dazu wird das bisherige Modell um eine Informationssicht erweitert, die sich mit der Darstellung der neuen Umgebungsinformationen beziehungsweise den Unterstützungsfunktionen beschäftigt. Die Informationssicht ist direkt an die Programmsicht angegliedert und soll diese erweitert. Dabei werden die einzelnen Bausteine Chatfenster, Texteingabe und Kontaktliste individuell angepasst und mit den dafür vorgesehenen Informationen bestückt. Das bedeutet, dass jeder Baustein seine speziellen Informationen erhält, um dem Nutzer bei der Kommunikation zu unterstützen. In Abbildung 15 kann man die Anbindung der Informationssicht an die Programmsicht erkennen. Wie diese genau ausschaut, wird in Abschnitt 5.4 verdeutlicht. Abbildung 15: Informationssicht Die hierfür benötigten Informationen werden entweder direkt aus der Datensicht (z.B. eine Datenbank) geholt und sofort dargestellt oder müssen vorher noch einmal weiterverarbeitet werden. Dies geschieht vorwiegend bei den Beziehungsinformationen, die auf verschiedenen Daten basieren und dementsprechend kombiniert und ausgewertet werden müssen. Für solche Schlussfolgerungen und Auswertungen von Informationen wird eine weitere Schicht eingefügt, die zwischen der Datensicht und der Informationssicht positioniert wird. Hier werden die 65 benötigten Informationen aus der Datensicht geholt, weiterverarbeitet und an die jeweilige Stelle in der Informationssicht weitergeleitet. Hierdurch bekommt man nochmals eine Trennung von den Daten, welche bereits in der Groupware vorhanden sind und direkt angezeigt werden können und jenen Daten, die speziell für die Kommunikationsunterstützung gedacht sind und deshalb besonders behandelt werden müssen. Dadurch ist ein Funktionieren und Benutzen des Systems auch ohne Erweiterung der Datensicht möglich. Wie die Beziehungssicht sich in das Modell integriert und alle Sichten miteinander kombiniert werden, kann man im Integrationsmodell in Abbildung 16 sehen. Die Komponenten, welche mit einer gestrichelten Linie gezeichnet wurden, deuten auf eine Erweiterung des Ausgangsmodells hin und dienen der Kommunikationsunterstützung, im Gegensatz zu den vorhandenen Komponenten, welche mit Hilfe einer durchgezogenen Linie gekennzeichnet sind. Zudem ist durch den dicken senkrechten schwarzen Balken, in der Mitte der Abbildung, eine Trennung von Client‐ und Serverseite beziehungsweise von Front‐ und Backend erkennbar. Auf der Frontend‐Seite stehen das Programm und seine Zusatzinformationen, während auf dem Backend die Daten gespeichert werden und direkt an das Programm weitergeleitet werden oder erst durch die Beziehungssicht weiterverarbeitet werden müssen. Des Weiteren kann man erkennen, das die Information aus der Datensicht entweder unmittelbar an die Programmsicht gesendet werden, wie es bei Nachrichten und den Teilnehmerlisten der Fall ist, was schon im Programm vorhanden ist, oder an die Informationssicht weitergeleitet und dort angezeigt werden, wenn der Nutzer es erwünscht, wie zum Beispiel zusätzliche Personen‐ oder Gruppeninformationen, aber auch Hilfsfunktionen aus den Objektdaten. Und zum dritten werden einige Daten, wie schon eben erwähnt wurde, auch über die Beziehungssicht an die jeweilige Komponente weitergeleitet. Was in der Beziehungssicht passiert und welche Informationen dabei entstehen, wird im Abschnitt 5.3 genauer erklärt werden. Zunächst einmal geht es noch einmal zurück zur Datensicht und deren Funktionsumfang. 66 Abbildung 16: Das Integrationsmodell 67 5.2 Datensicht Nachdem das Integrationsmodell allgemein erklärt wurde, wird als nächstes auf die einzelnen Komponenten genauer eingegangen und beschrieben, welche Erweiterungen notwendig sind. Die Datensicht ist abhängig von der verwendeten Groupware‐Datenbasis, auf deren Datenbestand zurückgegriffen und erweitert werden soll. Hierbei wäre eine Datenbank am günstigsten geeignet, da sie schnell und unkompliziert angesprochen und erweitert werden kann. Einige Subjektbezogene Informationen sind dem System bereits bekannt, da sie für die Arbeit in der Groupware von Nöten sind. Diese Daten sollen auch erhalten bleiben und nicht verändert werden. Für die zusätzlichen Informationen die im letzten Kapitel angesprochen wurden, müssen aber extra in die Datenbank ein gepflegt werden. Hierbei sollen die öffentlichen und die privaten beziehungsweise kritischen Informationen getrennt behandelt oder extra kennzeichnet werden, damit diese nicht jeder zu sehen bekommt, der sie nicht sehen soll. Des Weiteren ist es wichtig, dass der Nutzer selbst entscheidet, ob er die Daten angibt oder lieber nicht ausfüllen möchte und wer sie sehen darf und wer nicht. Daher ergeben sich für die Subjektbezogenen Informationen folgende Erweiterungen. 5.2.1 Person Bei den Personendaten kann man davon ausgehen, dass der Name und die E‐Mail‐Adresse bereits vorhanden sind. Als Erweiterung zu diesen Daten kommen noch die Awarenessinformationen, also wie ist die Erreichbarkeit eines Teammitglieds im Moment, da diese wichtig für die Arbeit sind und nicht unter öffentliche und kritische Informationen fallen. Zum Teil werden diese Daten bereits gespeichert, so bei den Instant Messengern. Die anderen Informationen, wie der aktuelle Standort einer Person, hierzu zählen der Ort und die Zeit, der Beruf eines Mitglieds, seine Muttersprache und Fremdsprachenkenntnisse, sowie eventuelle Qualifikationen, zählen eher zu den öffentlichen Informationen, sollten aber dennoch vom Nutzer selbst bestimmbar sein, ob sie als öffentlich oder kritisch betrachtet werden sollen. Zu den kritischen Informationen zählen eher die aktuelle Firma, die Projekterfahrung, eventuelle Hobbys und Interesse, obwohl diese Daten weniger kritisch sind, aber dennoch nicht sofort von jedem Mitglied zu sehen sein sollten, und zum Schluss noch die kulturellen Hintergründe und mögliche Besonderheiten, wie Behinderung oder ähnliches, wie bereits im Kapitel 4 beschrieben wurde. Auch gilt wieder, dass die Person selbst wählen kann ob er die Daten angibt und als öffentlich oder kritisch einstuft. Alle Daten können direkt in die Datenbank geschrieben und ausgelesen werden und sind daher leicht mit einer zusätzlichen Datenbanktabelle ins System integrierbar. Neben der Information an sich, muss noch ein Flag gesetzt werden, ob es sich um eine öffentliche oder kritische Information handelt, damit dem Nutzer die Entscheidung selbst überlassen wird, welche Information er für kritisch oder nicht hält. In Tabelle 11 kann man die eben genannte Aufteilung noch mal im Überblick sehen, obwohl diese Aufteilung nur ein Vorschlag ist und vom Moderator und dem Teammitglied selbst eingestellt werden sollte. 68 vorhanden Name E‐Mail‐Adresse Awarenessinformationen öffentlich Geburtstag Beruf Muttersprache Fremdsprachen Qualifikationen Standort kritisch Firma Projekterfahrung Hobbys Interessen Kulturelle Hintergründe Besonderheiten Tabelle 11: Aufteilung der Personendaten Zusätzlich wird noch eine Datentabelle benötigt, welche festlegt, wer die kritischen Informationen sehen darf und wer nicht. Existiert kein Eintrag für einen Nutzer, wird eine Anfrage gestartet und der Besitzer der Informationen kann dieser Anfrage zustimmen oder ablehnen, was dann in dieser Tabelle gespeichert wird. Hierdurch ist gewährleistet, dass nur ausgewählte Teammitglieder die Informationen erhalten dürfen. Natürlich kann dieses Recht jederzeit geändert werden, zum Beispiel nachdem man sich besser kennen gelernt hat, und auch für jedes Projekt neu entschieden werden. In Tabelle 12 kann man ersehen, wie eine solche Rechtetabelle aussehen könnte. Beispielhaft wurden hierfür zwei Einträge angelegt, die jeweils die Anfrage von einem Teammitglied mit der Benutzer‐Nummer 2 an den Besitzer der Informationen mit der Nummer 1 darstellt. Dabei hat der Benutzer 2 in Projekt 1 kein Recht die kritischen Informationen von Benutzer 1 zu sehen, dagegen aber in Projekt 2 schon, da man sich wohlmöglich nun besser kennt und einander vertraut oder aber auch die Daten wichtig geworden sind für die weitere Arbeit. Eintrag‐Nr. 1 2 Besitzer‐Nr. 1 1 Benutzer‐Nr. 2 2 Projekt‐Nr. 1 2 Rechte 0 1 Tabelle 12: Rechte für kritische Informationen 5.2.2 Gruppe Die Gruppeninformationen bestehen nur aus der Gruppenaufteilung und die dazu gehörigen Teilnehmer. In manchen Groupware‐Systemen ist die Gruppenbildung und Bildung von Untergruppen nicht möglich, weshalb auf diese Daten nicht zurückgegriffen werden kann. Sollte dies nicht möglich sein, müsste in der Datenbank gespeichert werden, welche Gruppen es gibt, für Untergruppen gilt noch dazu, dass angegeben wird, zu welcher Obergruppe beziehungsweise Projekt diese gehört. Außerdem sollte beim einrichten der Gruppe noch gespeichert werden, ab welchem Zeitpunkt die Gruppe beginnt und wieder geschlossen werden soll, damit dies bei der Gruppenkommunikation berücksichtigt werden kann. Wie eine solche Datenstruktur aussehen könnte und Beispiele dafür, kann man in Tabelle 13 erkennen. Es wurde ein Projekt A angelegt, welches vom 01.07.2009 bis zum 31.07.2009 verläuft. Zu diesem Projekt gehören noch zwei 69 Untergruppen X und Y, in denen bestimmte Aufgaben erledigt werden könnten und deren Dauer auf einen bestimmten Zeitraum festgesetzt wurden. Gruppen‐Nr. Gruppen‐Name Obergruppe 1 2 3 Projekt A Gruppe X Gruppe Y 0 1 1 Beginn Ende 01.07.2009 02.07.2009 10.07.2009 31.07.2009 09.07.2009 31.07.2009 Tabelle 13: Beispiel von Gruppendaten Als Ergänzung dazu, wird noch eine Verbindung der Teilnehmer zu den Gruppen benötigt, in der ein Nutzer einer Gruppe zugeteilt werden kann. In Tabelle 14 sieht man, wie so etwas aussehen könnte. In diesem Beispiel wurden die Teammitglieder mit der Nummer 1, 2 und 3 dem Projekt A aus Tabelle 13 zugeteilt. Des Weiteren wurden die Nutzer 1 und 2 der Gruppe X zugeteilt, während Nutzer 3 dieser Gruppe nicht angehört. Eintrag‐Nr. 1 2 3 4 5 Nutzer‐Nr. 1 1 2 3 2 Gruppen‐Nr. 1 2 1 1 2 Tabelle 14: Benutzerzuteilung zu einer Gruppe Zur Vorankündigung einer Gruppensitzung, kann der Teamleiter, Moderator oder ein Teammitglied, welches die Sitzung vorbereitet, den anderen Teilnehmern Informationen bereitstellen, damit sie sich besser auf eine Sitzung vorbereiten können. Hierfür, wird eine Datentabelle benötigt, in der die Gruppe zugeteilt, der Beginn und das Ende der Sitzung festgelegt wird und zusätzliche Informationen angehängt werden können. Ein Beispiel für zwei solcher Sitzungen ist in Tabelle 15 dargestellt. Die beiden Sitzungen wurden für dieselbe Gruppe zu verschiedenen Zeiten angelegt und besitzen unterschiedliche Tagesordnungspunkte. Die Anzahl der Informationen kann man noch variieren, wird aber hier nicht weiter betrachtet werden. Nr. Gruppen‐Nr. 1 1 2 1 Beginn 01.07.2009 13:30:00 12.07.2009 17:00:00 Ende 01.07.2009 16:30:00 12.07.2009 18:00:00 Tabelle 15: Daten zu Gruppensitzungen 70 Informationen Kennen lernen aller Teammitglieder Abschluss Analysephase 5.2.3 Projekt Die Projektinformationen werden aus dem Chat herausgelassen, wie es in Kapitel 4 erklärt wurde. Benötigt werden nur der Beginn und das Ende des Projektes, was in jeder Groupware abgebildet werden sollte und aus dessen Datenbasis verwendet werden kann. 5.2.4 Beziehungsinformationen Für die Beziehungsinformationen werden die Gespräche zwischen Personen oder innerhalb einer Gruppe untersucht. Darum wird als Datenbasis eine Tabelle benötigt, in der alle Nachrichten gespeichert werden. Zum ersten braucht man die Daten, von wem die Nachricht kommt, wann sie geschrieben wurde und an wen die Nachricht ging, wobei hier noch das Projekt oder die Gruppe mit einbezogen werden soll, da es auch zu parallelen Projekten kommen kann und dies nicht das Ergebnis beeinflussen sollte. Ob der Inhalt der Nachricht mit gespeichert werden soll, wurde bereits im letzten Kapitel hinterfragt und wird deshalb erst mal nicht mitgespeichert werden, da der Inhalt bisher noch nicht verwendet werden kann. In Tabelle 16 sind einmal vier Nachrichten beispielhaft in einer Datentabelle dargestellt. Die Nachricht 1 wurde direkt von Person 1 an Person 2 aus demselben Projekt A (vgl. Tabelle 13) gesendet. Nachricht 2 ist die Antwort von Teammitglied 2 an Teammitglied 1. Nachricht 3 wurde wieder von Nutzer 1 an Nutzer 2 gesendet, aber diesmal in einem anderen Projekt B. Und Nachricht 4 geht an alle Teilnehmer der Gruppe 2 aus Projekt A, was mit der Empfänger‐Nr. 0 gekennzeichnet ist. So könnte die Datenbasis für die Nachrichten aussehen und damit auch für die Beziehungssicht genutzt werden. Das Datum ist hierbei in Tagen angegeben, da eine genauere Angabe erst einmal nicht von Nöten wäre. Nr. 1 2 3 4 Absender‐Nr. 1 2 1 1 Empfänger‐Nr. 2 1 2 0 Gruppen‐Nr. 1 1 4 2 Datum 01.07.2009 01.07.2009 02.07.2009 03.07.2009 Tabelle 16: Datenansicht von Nachrichten 5.2.5 Objektbezogenen Informationen Nun kommen wir zu den Objektbezogenen Informationen, welche noch nicht in einer Groupware abgebildet sind und daher neu hinzugefügt werden müssen. Zur Speicherung dient ebenfalls eine Datenbank oder da es sich um statische Informationen handelt, die sich kaum oder nie ändern, wäre auch eine lokale Variante auf dem Client‐Rechner möglich, zum Beispiel in einer XML‐Datei oder eines anderen Datenformates, was leicht ausgelesen werden kann. Die Chatsprache wird dabei in Zweier‐Paaren abgebildet, mit dem spezifischen Stilelement und dessen Bedeutung. Als Stilelemente dienen hier Abkürzungen, Akronyme, Emoticons usw., deren Bedeutung bei Teammitgliedern nicht bekannt ist oder falsch interpretiert werden könnten. Als 71 kurzer Überblick dient die Tabelle 17, in der ein paar Beispiele mit ihrer Bedeutung genannt werden. Hierbei sind sowohl international bekannte, wie auch deutsche Beispiele aufgeführt. Element lol n8 cu thx hdl :‐) ;‐) :‐( :‐D Bedeutung Laughing out loud Nacht See you Thanks Hab dich lieb Fröhlich, glücklich Zwinkernd Traurig Sehr freudig Tabelle 17: Stilelemente und ihre Bedeutung Zu den kulturellen Eigenheiten sehe es ähnlich aus, nur das es zu jeder Kultur mehrere Hinweise geben könnte, sowie ausführliche Texte. Hierbei wäre es sinnvoller nicht alle Informationen und Eigenheiten zu betrachten, sondern nur diese, die Einfluss auf das kooperative Arbeiten oder die Kommunikation haben könnten. So wäre es nicht hilfreich zu erfahren ob eine Kultur diesen oder jenen Ackeranbau bevorzugt, sondern eher wie es mit der Begrüßung, Pünktlichkeit oder Anrede von Personen in dieser Kultur gehandhabt wird, damit es in diesem Bereich zu keinen Missverständnissen kommen kann. Jetzt wurden alle Erweiterungen der Datensicht genannt und beschrieben, damit sind nun alle Informationen die benötigt werden an einem zentralen Punkt gespeichert und können von dort problemlos angefordert und dorthin auch gespeichert werden. Als nächstes geht es um die Informationen die in der Beziehungssicht neu entstehen und wie diese dargestellt werden könnten. 5.3 Beziehungssicht Nachdem im letzten Abschnitt beschrieben wurde, welche Daten in der Datensicht erweitert werden müssen, geht es in diesem Abschnitt darum, mit diesen Daten neue Informationen zu erzeugen. Wie bereits im letzten Kapitel erklärt wurde, werden die Beziehungsinformationen größtenteils aus der Nachrichtenkommunikation zwischen zwei Personen oder einer Gruppe gewonnen. Diese neuen Informationen werden aus den Daten der Datensicht gewonnen, in der Beziehungssicht weiter verarbeitet und in der Informationssicht dargestellt. Dazu werden nun nacheinander alle bisher genannten Beziehungsinformationen besprochen und auf die Möglichkeit der Darstellung hin untersucht. 5.3.1 Kurzfristige Kommunikation Die kurzfristige Kommunikation bezieht sich auf die Kommunikation zwischen zwei Personen in einen Zeitraum von weinigen Tagen bis höchstens zwei Wochen. Die benötigten Daten erhält man aus den gespeicherten Nachrichten zwischen diesen Personen. Hierbei wird die 72 Gesprächsbereitschaft der beiden Personen vergleichend gegenüber dargestellt. Es soll ersichtlich sein, wer, wie viel mit dem anderen kommuniziert. In der Regel sollte die Anzahl der Nachrichten in etwa ausgeglichen sein, auf Grund des Frage‐Antwort‐Prinzips oder der normalen face‐to‐face‐Kommunikation. Sollte sich herausstellen, dass es zu extremen Unterschieden kommt, könnte man auf ein Kommunikationsproblem zwischen diesen Personen schließen. Für die Datengewinnung werden die privaten Nachrichten von Person A an Person B, sowie die Nachrichten von Person B an Person A aus der Datensicht ausgelesen mit der Gesamtanzahl in einem bestimmten Zeitraum verglichen, was zu einem informativen Verhältnis führt, welches man dem Nutzer in einer grafischer Form anbietet. Als Einteilung oder Skala, für diese grafische Darstellung, werden vier Punkte verwendet, die bereits im letzten Kapitel genannt und erklärt wurden, und zwar die Werte „viel“, „normal“, „wenig“ oder „gar nicht“. Hierbei wird der Wert viel mit 3 Punkten und der Wert gar nicht mit 0 Punkten belegt. Diese Werte beziehen sich ausschließlich auf die Kommunikation zwischen zwei Personen, davon ausgenommen sind Gruppengespräche. Wie die grafische Umsetzung aussehen könnte, sieht man in Abbildung 17. Als Darstellung wurden Sprechblasen verwendet, da man diese schnell erkennt und leicht mit der Kommunikation assoziieren kann. In der Abbildung erkennt man zwei Säulen in Form von jeweils drei übereinanderliegenden Sprechblasen. Die linke Säule beschreibt die eigene Kommunikation, was durch die blaue Farbe gekennzeichnet ist, die sich durch das Programm zieht und immer auf die eigene Person hindeutet. Und die rechte Säule stellt den Gesprächspartner dar, hier mit einer orangen Färbung dargestellt, was sich stets auf den aktuell ausgewählten Partner bezieht. Die Säulen sind von einander abgewandt, damit man leicht eine Gegenüberstellung der Gesprächspartner vermutet, wie es bei der normalen Kommunikation ebenfalls der Fall ist. Zudem erkennt man, dass auf der linken Seite alle Sprechblasen einen blauen Rahmen besitzen und auf der rechten Seite nur eine Sprechblase eine orange Farbe, während zwei Sprechblasen grau umrahmt sind. Dies soll verdeutlichen, dass man selbst eine volle Skala besitzt, also „viel“ kommuniziert, und der Gesprächspartner eher wenig mit einem kommuniziert, also selten antwortet. Damit man dennoch erkenn kann, wie hoch die maximale Wertung liegen kann und man einen Vergleich hat, bleiben die Sprechblasen sichtbar, werden aber grau umrahmt und ohne Textlinien dargestellt, da man sonst nicht sofort erkennen kann, bei welchem Wert man auf der Skala liegt. Bei gar keiner Kommunikation werden alle Sprechblasen grau umrahmt. Aus dieser Grafik kann zum Beispiel entnommen werden, das ein Gesprächspartner viel kommuniziert und immer wieder das Gespräch sucht, während der zweite Gesprächspartner eher wenig redet und selten antwortet, was auf ein Problem hindeutet und angesprochen werden sollte. Abbildung 17: Kurzfristige Kommunikation 73 Als zusätzliche Information dient der Eigenanteil der Kommunikation mit einer Person an dem Gesamtumfang der Gespräche mit allen Teilnehmern in diesem Zeitraum. Hieraus kann das Teammitglied zusätzlich erkennen, wie viel er mit einer bestimmten Person im Vergleich zu allen anderen redet. Damit wird dem Nutzer die Information gegeben, ob er sich zu viel oder zu wenig mit dieser Person unterhält und seine Aufmerksamkeit auch den anderen Teilnehmern widmen sollte oder einer bestimmten Person. Zur Darstellung dient hier am einfachsten die Angabe eines Prozentwertes, wie sie in Abbildung 17 zu sehen ist, da man diesen am schnellsten interpretieren und verarbeiten kann. Die Schriftgröße des Prozentwertes variiert mit seinem Wert und wird bei großen Prozentwerten größer und bei kleinen Prozentwerten kleiner, damit der Nutzer neben dem reinen Prozentwert, noch die Größe als Indikator erhält und noch schneller realisieren kann, ob der Kommunikationsanteil zu groß oder zu klein ist. 5.3.2 Langfristige Beziehung Die langfristige Beziehung, bezieht sich wie die kurzfristige Kommunikation, auf die Nachrichten zwischen zwei Personen, aber diesmal wird die ganze Projektdauer betrachtet und es geht nicht mehr um die Anzahl, sondern die Häufigkeit von Gesprächen. Als Werteskala wird auch hier eine Viererskala gewählt, mit den Werten „oft“, „regelmäßig“, „selten“ oder „nie“. Als Bezug sollen hier die Distanzzonen verwendet werden, die der Proxemik zugeordnet werden. Hierbei teilt man die Distanzzonen des Menschen, vorwiegend in westlichen Ländern, in vier Zonen ein, die sich auf die räumliche Distanz beziehen, die man zu einer Person einnimmt. Die vier Zonen lauten „intime Zone“, „persönlich Zone“, „soziale Zone“ und „öffentliche Zone“. Je besser man eine Person kennt und die Beziehung zu einer Person ist, desto näher lässt man diese an sich heran. Dies soll hier nicht direkt übertragen werden, soll aber als Bezug dienen, da jeder diese Relationen kennt und versteht, wenn jemand einem nah steht oder nicht. Daher werden die vier Distanzzonen auf die Werteskala übertragen, was in Tabelle 18 besser zu erkennen ist. So zählen neue Teammitglieder, welche man noch nicht kennt, eher zur öffentlichen Zone, Teammitglieder eher zur persönlichen Zone und Freunde und Verwandte, die man schon lange und gut kennt eher in die intime Zone. Skala‐Wert Distanzzone oft regelmäßig selten nie Intime Zone Persönliche Zone Soziale Zone Öffentliche Zone Tabelle 18: Relation von Skala‐Wert zu Distanzzone Zur Darstellung eignet sich eine Form, in der man diese Trennung der Zonen schnell und leicht erkennen sollte und eventuell ein Verlauf beziehungsweise ältere Werte mit integriert werden könnten. In Abbildung 18 kann man einmal eine solche grafische Darstellung der langfristigen Beziehung erkennen, in der drei Zonen dargestellt sind und die vierte Zone nach rechts raus fällt. Zur deutlicheren Unterscheidung wurde mit der Helligkeit der grünen Farbe gearbeitet, damit der Nutzer schneller erkennen kann, in welchem Bereich die Beziehung, ob positiv oder eher negativ, sich aktuell befindet, wobei je intensiver der grüne Bereich ist, desto positiver wäre die 74 Beziehung und andersrum, wäre die Beziehung im weißen Feld rechts außen, am schlechtesten. Die Werte der Kommunikation reichen hierbei von oft – 100% grünen Bereich, regelmäßig – 60% grüner Bereich, selten – 30% grüner Bereich und nie – 0% grüner Bereich . Abbildung 18: Langfristige Beziehung Die Punkte in der Darstellung repräsentieren die unterschiedlichen Zeitabschnitte, womit die Beziehung im Verlaufe der Projektdauer zu erkennen sein soll. Der obere orangene Punkt stellt den aktuellen Zeitpunkt dar, während der hellorangene Punkt am unteren Rand der Abbildung 18 den ersten Zeitabschnitt oder allerfrühesten Zeitpunkt darstellt. Die anderen beiden Punkte bilden jeweils die Zeitabschnitte dazwischen, mit einer gleichmäßigen Abstufung jeweils. Dadurch hat der Nutzer die Möglichkeit zu erkennen, wie sich die Beziehung zu dem letzten Zeitabschnitt oder im Verlaufe des Projektes verändert hat und kann dementsprechend darauf reagieren. 5.3.3 Rollenverteilung Die Rollenverteilung entspricht in etwa der kurzfristigen Kommunikation, nur auf eine Gruppe bezogen. Hierbei entsteht die Information, wer sich in den Gruppensitzungen wie viel engagiert und daher eher der Wortführer, Teamleiter oder Beobachter ist und kaum antworten gibt. Sollte sich dabei herausstellen, dass ein Teammitglied nur sehr wenig mitspricht, Vorschläge macht oder Sonstiges vorbringt, könnte dies unter Umständen auf ein Problem hindeuten und man sollte diese Person mehr integrieren oder darauf ansprechen. Als Datengrundlage dienen die Nachrichten zwischen den Teammitgliedern innerhalb der Gruppensitzungen während eines bestimmten Zeitabschnitts, meist ein paar Tage bis höchstens zwei Wochen. Als Rollen können hier nicht alle identifiziert werden, wie sie in Abschnitt 2.2 genannt wurden, da nicht alle Informationen hierfür vorhanden sind oder nicht aus den Nachrichten extrahiert werden können. So sind nur die Rollen Teamleiter, Teamarbeiter und Beobachter identifizierbar. Der Teamleiter steht meist im Mittelpunkt, dirigiert und leitet die Sitzung, weshalb auf ihn in der Regel die meiste Kommunikation fällt. Der Beobachter nimmt an den Sitzungen teil, aber redet kaum, beobachtet das Geschehen und meldet sich für Nachfragen oder zu Abstimmungen. Der Teamarbeiter ist zwischen diesen positioniert, er meldet sich regelmäßig, aber nicht zu oft und kann unter Umständen auch mit dem Teamleiter verwechselt werden. Genauso könnte der Beobachter nur beobachten und zu wichtigen Entscheidungen sich melden, aus Schüchternheit sich selten melden oder aus Beziehungsproblemen zu den anderen Teammitgliedern. Man kann die Rollen also nicht genau erkennen, was auch nicht der Sinn sein soll, sondern es geht darum 75 mögliche Probleme zu erkennen, sei es der Beobachter, der sich nicht traut oder nicht will oder eine Teamleiter der sich zu stark engagiert und im Mittelpunkt stehen möchte. In einer erfolgreichen Gruppensitzung sollte das Verhältnis ausgeglichen sein, sollte dies nicht der Fall sein und es zu extremen Schwankungen kommen, könnte man dies hiermit erkennen und darauf eingehen. Zur Informationsdarstellung dient wiederum das Verhältnis aller Teamteilnehmer zum Gesamtumfang aller Gruppennachrichten. In Abbildung 19 ist eine Möglichkeit der Darstellung ersichtlich, die das Verhältnis der Nachrichten in der Gruppe unter den Mitgliedern darstellt. Hierbei entspricht die Größe der Sprechblase, den Anteil an der Gruppenkommunikation. Das bedeutet, je größer die Sprechblase ist, desto mehr Kommentare schreibt ein Teammitglied in einer Gruppensitzung, und entsprechend weniger bei kleinen Sprechblasen. Zur Zuordnung werden noch die Namen der Teammitglieder mit hingeschrieben. Die eigene Sprechblase ist wieder blau umrahmt, wie es bereits bei der kurzfristigen Kommunikation zwischen zwei Personen angewandt wurde und die orangene Farbe kennzeichnet alle anderen Teammitglieder. Wenn keine Kommunikation stattfand, also ein Teammitglied keine Nachrichten verfasst hat, wird dessen Sprechblase klein und grau dargestellt, damit man sofort erkennt, dass hier keine Daten vorhanden sind. Aus dem grafischen Beispiel kann man erkennen, dass Peter gar nicht spricht und er vermutlich entweder eher beobachtet und sich zurückhält, oder ein Problem mit den anderen Teammitgliedern oder sie mit ihm haben, weswegen man ihn ansprechen oder mehr integrieren sollte. Hans und man selbst sind die Wortführer in der Gruppe, was zu einem ausgleichenden Verhältnis führt, während Gabriele sich nicht so viel äußert, aber öfters als Peter und daher eher als Teamarbeiter angesehen werden kann. Abbildung 19: Rollenverteilung 5.3.4 Zugehörigkeit Die Zugehörigkeit besagt, wie sehr sich ein Teammitglied in die Gruppe integriert und wie die Beziehung einer Person zur Gruppe ist, was mit der langfristigen Beziehung zwischen zwei Personen vergleichbar ist. Deshalb wird auch hier auf die Gruppenkommunikation über den gesamten Projektverlauf geschaut und dargestellt, wie häufig sich eine Teammitglied an den Gruppensitzungen beteiligt. Deswegen gelten als Skala ebenfalls die vier Werte oft, regelmäßig, selten und nie, aus der langfristigen Beziehung. Aus diesen Informationen kann man auslesen, wer an den Gruppensitzungen teilnimmt oder eher selten etwas sagt. Da sich das Verhältnis 76 über einen Zeitraum ändert, kann es am Anfang dazu führen, dass sich Teammitglieder selten zu Wort melden und sich erst später immer öfter beteiligen, oder umgekehrt, am Anfang häufig teilnehmen und dann sich zurückziehen. Im Normalfall sollten sich alle Teammitglieder verstehen und niemand ausgeschlossen werden, was aber nicht immer der Fall ist. Um solche Außenseiter zu finden oder um mögliche Cliquenbildung zu erkennen, kann aus der Darstellung der Beziehung, unter den Teammitgliedern, hilfreiche Informationen gewonnen werden. Zur Informationsdarstellung werden wiederum die Distanzzonen herangezogen, wie es auch schon bei der langfristigen Beziehung zwischen zwei Personen getan wurde. Diesmal wird die grafische Darstellung allerdings auf einen Halbkreis ausgeweitet, wie man in Abbildung 20 erkennen kann, der an ein Amphitheater erinnern soll. Durch diese Form kann man alle Teammitglieder einfacher darstellen, anordnen und bekommt einen schnelleren Überblick, wer sich wo im Halbkreis oder außerhalb befindet. Dies kann man mit der Position in einem Amphitheater vergleichen, wo die besten Plätze dicht an der Bühne sind und je schlechter vielleicht die Beziehung war, desto weiter hinten musste man sitzen. Auch hier gilt, dass die intime Zone oder die Zone in der die Zugehörigkeit am stärksten ist, innerhalb des grünen Kreises, mit der hundertprozentigen Helligkeit liegt. Fortlaufend gehen die Zonen weiter nach außen, bis außerhalb des Halbkreises, wo keine Farbe mehr erkennbar ist (0% Helligkeit) und die Zugehörigkeit zum Team am geringsten ist, was durch die Farben eindeutig zu erkennen ist. Desweiteren werden die einzelnen Teammitglieder mit einem Punkt dargestellt, der eigene Punkt ist wieder blau dargestellt, um ihn schneller zu erkennen und von den anderen zu unterscheiden, welche wie schon vorher eine orangene Farbe besitzen. Außerdem nimmt die Größe der Punkte nach außen zu und nach innen ab, da es sonst erstens zu unübersichtlich wird und sich die Punkte sogar überdecken könnten, und zweitens fallen dadurch die Punkte sofort ins Auge, welche weiter außen liegen, jene ohnehin die wichtigsten Informationen tragen, da diese auf ein Problem mit der Zugehörigkeit zur Gruppe hinweisen. Am günstigsten wäre eine gleichmäßige Verteilung aller Punkte innerhalb einer Zone, am besten der inneren grünen Zone. Abbildung 20: Zugehörigkeit 5.3.5 Historie Die Historie soll den Gesprächsverlauf zwischen zwei Personen oder in einer Gruppensitzung noch einmal zusammenfassen und einen Überblick liefern, damit man den Inhalt rekapitulieren oder versäumte Inhalte schnell in Erfahrung bringen kann. Zur Darstellung bietet sich am günstigsten die immer beliebter werdenden TagClouds an, mit deren Hilfe man einen schnellen Überblick bekommt und dazu erkennt, welche Inhalte häufiger angesprochen wurden und 77 welche eher selten. Als Beispiel soll die in Abbildung 21 dargestellte TagCloud von Flickr.com (Flickr, 2009) dienen, auf der die beliebtesten Tags für hochgeladene Fotos zu erkennen sind. Da die Nachrichteninhalte nicht gespeichert werden sollen, wird die TagCloud stets vom aktuellen Gespräch gebildet und existiert nach Sitzungsende nicht mehr. Damit diese Übersicht wohlmöglich später nochmals angesehen oder zur Protokollierung genutzt werden kann, könnte man bei allen Teammitgliedern nachfragen, ob man diese für diese Zwecke speichern darf, was nur mit Zustimmung aller Mitglieder möglich wäre. Dies soll aber hier nicht weiterverfolgt werden. Abbildung 21: Beliebte Tags in Flickr (Flickr, 2009) 5.3.6 Ungelesene Nachrichten Als letzten Punkt oder letzte Information in der Beziehungssicht, wurden die ungelesenen Nachrichten genannt, die ein Mitglied versäumt hat zu lesen, wegen Abwesenheit oder einem parallelen Gespräch mit jemand anderem. Diese Information dient dem Nutzer, um besser zurückzuverfolgen, was er noch nicht gelesen hat, um eventuelle Informationsverluste vorzubeugen. Wie bereits in Kapitel 3 erwähnt wurde, müssen die Chatbenutzer mit einem hohen kognitiven Aufwand rechnen, vor allem bei größeren Gruppen kann es schnell unübersichtlich werden und Informationen verloren gehen. Dies soll hiermit versucht werden zu verhindern und gleichzeitig den Nutzer entlasten. Zur Darstellung dient eine einfache Markierung des Eintrages im Chatfenster, die der Nutzer schnell erkennen kann. 5.4 Informationssicht In den letzten beiden Abschnitten wurden die Datensicht und die Beziehungssicht genauer beschrieben und wie die Informationen gespeichert und erstellt werden könnten. In diesem Abschnitt geht es um die Darstellung der Informationen, also um die Integration in den Chat. Hierzu wurde bereits beim Integrationsmodell gesagt, dass die Informationen in der 78 Informationssicht angezeigt werden und an die Programmsicht angeschlossen sind, welche nicht groß verändert werden soll. Hierzu wird versucht, die Informationen so zu integrieren, dass sie den Nutzer bei der normalen Nutzung nicht stören, aber dennoch leicht zu finden sind. Dazu wird nun auf alle drei Grundbausteine eines Chatsystems, wie sie im Abschnitt 5.1 genannt wurden, eingegangen und erklärt welche Informationen darin integriert werden und in welcher Weise. 5.4.1 Chatfenster Das Chatfenster beinhaltet alle Nachrichten eines Gesprächs, daher werden hier alle Informationen integriert, die mit den Nachrichten oder dem Gesprächsverlauf zu tun haben. Dazu gehören die Historie, die Unterstützung der Chatsprache und die Markierung ungelesener Nachrichten. Wie schon erwähnt, soll die Historie in Form einer TagCloud realisiert werden, welche der Nutzer je nach Gebrauch öffnen kann, um sich einen Überblick zu verschaffen, weshalb jedes Chatfenster seine eigene Historie besitzen muss. Wie eine solche TagCloud aufgebaut, wurde bereits in Abbildung 21 ersichtlich, die Erzeugung einer solchen TagCloud findet man in unterschiedlichen Büchern und Arbeiten und soll hier nicht weiter vertieft werden. Wichtig ist das man bestimmte Schlagworte aus den Texten herausfiltern können sollte, um eine Übersicht zur Gruppensitzung zu erhalten. Die Unterstützung der Chatsprache sieht vor, dass ein Nutzer eine Beschreibung eines bestimmten Elementes bekommt, wenn er dies nicht versteht, sofern es in der Datensicht gespeichert wurde. Hier bietet es sich an, dass die Hilfe nur bei direktem Wunsch erfolgt, also eine Art Übersichtsliste zur Hilfe bekommt, oder noch hilfreicher wäre es, wenn der Nutzer mit der Maus über das gewünschte Element fährt oder dieses direkt auswählt, und dann eine Erklärung zum Element erhält. Diese Variante ist leicht mit Hilfe von ToolTip‘s zu realisieren, die in fast allen Software‐Lösungen und auf Webseiten zur benutzt werden, um dem Nutzer eine Hilfe zu geben. Die Markierung der ungelesenen Nachrichten erfolgt, wie es schon im letzten Abschnitt beschrieben wurde, mit einer Markierung des Eintrags, die der Nutzer schnell erkennen kann, aber dennoch nicht zu auffällig herüberkommt. Hierfür bietet sich eine farbliche Abtrennung zu den bereits gelesenen Nachrichten an, was in Kapitel 6 beispielhaft demonstriert wird. 5.4.2 Texteingabe In die Texteingabe werden keine Sonderinformationen integriert. Die einzigen Elemente, welche auch schon in den aktuellen Chatsystemen vorhanden sind, sind die Auswahl von Emoticons und die Möglichkeit die Schrift zu ändern. Als Unterstützung für internationale Teams, würde sich eine Sprachunterstützung, in Form eines Übersetzungstool anbieten, was aktuell noch nicht so ausgereift ist, aber in den nächsten Jahren bestimmt realisierbar sein wird. 5.4.3 Kontaktliste Die restlichen Informationen gehören alle zur Kontaktliste oder zur Erweiterung der Liste. Da die Kontaktliste nicht mit Informationen überfüllt werden und seinen ursprünglichen Charakter 79 verlieren soll, werden die meisten Informationen in einem separatem Detailfenster angezeigt, das der Nutzer auf Wunsch aus der Kontaktliste heraus öffnen kann. Die Kontaktliste an sich, besteht zum ersten aus einer Liste mit allen Teilnehmern des Projektes, außer einem selbst, und den dazugehörigen Statusinformationen, also online, offline usw. Der zweite Teil der Kontaktliste besteht aus einer Liste mit allen Gruppen des Projektes, wozu das Projekt selbst gehört und alle Untergruppen. Hierdurch hat der Nutzer die Möglichkeit mit allen Teilnehmern einer Gruppe eine Sitzung zu starten und muss dies nicht über die einzelnen Mitglieder regeln. Außerdem gehört zu beiden Listen die Möglichkeit für jeden Kontakt, sei es eine Teammitglied oder eine Gruppe, eine Nachricht zu schreiben beziehungsweise Sitzung zu starten und sich die Details anzuschauen, also die Zusatzinformationen, über die im letzten Kapitel gesprochen wurde. Die als Detailfenster beschriebene Ansicht der Zusatzinformationen besteht aus drei Teilen. Zum ersten aus den Subjektbezogenen Informationen, die man direkt als Text darstellen kann, wie es im Kapitel 4 beschrieben wurde, zum zweiten aus der Information zur kurzfristigen Kommunikation zwischen zwei Personen beziehungsweise Rollenverteilung in einer Gruppe, und zum dritten aus der langfristigen Beziehung zwischen zwei Personen oder der Zugehörigkeit in der Gruppe. Diese Informationen werden in Abhängigkeit vom ausgewählten Subjekt angezeigt. Im Informationsfeld werden zu einem Teammitglied, dessen Personendaten angezeigt, dazu die aktuelle Tageszeit und es soll möglich sein, sich auf Anfrage die kritischen Informationen über diese Person anzuschauen, wenn diese zugestimmt hat. Außerdem hat der Nutzer hier die Möglichkeit, sich über die möglichen kulturellen Eigenheiten zu der Kultur einer Person zu informieren, falls dieser eine Kultur oder ähnliches angegeben hat und Informationen dazu in der Datensicht gespeichert sind. Zur Gruppe werden die Teilnehmer einer Gruppe angezeigt und wenn es angelegt wurde, der nächste Sitzungstermin, mit Start‐ und Endzeitpunkt, sowie deren Schwerpunkt, damit sich die Gruppenmitglieder darauf vorbereiten können. Zum Projekt werden nur Informationen zur nächsten Projektsitzung angezeigt, falls diese angegeben wurden. Die kurzfristige Kommunikation wird, wie es im Abschnitt 5.3 erklärt wurde, dargestellt, dazu erhält der Nutzer noch die Möglichkeit den Zeitraum anzugeben, der betrachtet werden soll, welcher zwischen 1 Tag und 14 Tagen liegen kann. Die langfristige Beziehung wird auch direkt übernommen, wie es im Abschnitt 5.3 besprochen wurde, desweiteren hat der Nutzer auch hier die Möglichkeit, ein Sitzungsintervall anzugeben, um die Grafik zu beeinflussen, falls zwischen den vereinbarten Sitzungen mehrere Tage liegen. Hierfür hat er die Wahl, sich für einen Abstand von 1 Tag bis 5 Tagen zwischen den einzelnen Sitzungen zu entscheiden, da eine Sitzung pro Woche mindestens vereinbart werden sollte. Die Rollenverteilung und die Zugehörigkeit werden ebenfalls wie besprochen dargestellt, aber hier enthält nur die Rollenverteilung eine Möglichkeit, den betrachteten Zeitraum zu bestimmen, welcher wiederum zwischen 1 Tag und 14 Tagen liegen kann, während es bei der Zugehörigkeit diese Möglichkeit nicht mehr gibt. 80 Bis hierher wurden nun alle Erweiterungen und die Integration besprochen, sei es in der Datensicht, Beziehungssicht oder Informationssicht. Wie diese konkret aussehen und umgesetzt werden können, wird im nächsten Kapitel an Hand eines Prototyps gezeigt. 5.5 Zusammenfassung Dieses Kapitel befasste sich mit der Konzeption und versuchte die Integration der im letzten Kapitel genannten Umgebungsinformationen in einen Chat zu beschreiben. Dazu wurde zunächst das Integrationsmodell entwickelt, da sich aus den vier Sichten, Programmsicht, Informationssicht, Beziehungssicht und Datensicht aufbaut und erklärt wo die Daten gespeichert, verarbeitet und angezeigt werden sollen. Daraufhin wurde genauer auf die Datensicht eingegangen und erklärt, welche Erweiterungen in der Datenstruktur vorgenommen werden müssen, wobei hier von einer Datenbank ausgegangen wurde. Danach ging es um die Verarbeitung der Informationen, welche entweder direkt an die Informationssicht oder Programmsicht geschickt werden, oder vorher in der Beziehungssicht zu neuen Informationen weiterverarbeitet und dann an die Informationssicht weitergeleitet werden. Zum Abschluss wurde beschrieben, welche Informationen an welcher Stelle in der Informationssicht integriert werden sollen, wobei die drei Grundbausteine Chatfenster, Texteingabe und Kontaktliste jeweils um einen Teil der Informationssicht erweitert werden. Zur Realisierung dieses Konzeptes wird nun im nächsten Kapitel ein Prototyp nach diesen konzeptionellen Vorgaben entwickelt werden und aufgezeigt, wie diese Integration aussehen könnte. 81 82 6 Realisierung Dieses Kapitel befasst sich mit der Realisierung der konzeptionellen Arbeit der letzten Kapitel und der Entwicklung eines Prototyps. Hierfür wird zunächst geklärt mit welchem Werkzeug der Prototyp entwickelt werden soll, bevor dann die bisher angesprochenen Konzepte in einen eigenen Chat umgesetzt werden sollen. Der hier entwickelte Chat kann sowohl für den Browser als auch für den Desktop entwickelt werden und benötigt nur wenige Änderungen. Der Prototyp wird aber eine Desktopvariante werden und damit dem System des Instant Messenger entsprechen. 6.1 Wahl des Werkzeugs Für die Realisierung des Prototyps, fiel die Wahl auf Adobe Flex (Flex, 2009) und Adobe AIR (AIR, 2009) von der Firma Adobe Systems Incorporated. Adobe Flex ist ein Open‐Source‐Framework für die Entwicklung von Web‐Anwendungen, die sich auf allen gängigen Browsern, Desktops und Betriebssystemen konsistent ausführen lassen. Das Programmiermodell von Adobe Flex basiert auf anerkannten Standards und unterstützt gängige Entwurfsmuster. Desweiteren bietet es die deklarative Programmiersprache MXML, welche auf XML basiert und mit der man das Layout und das Verhalten von Benutzeroberflächen definieren kann (Flex, 2009). Durch die Wahl von Adobe Flex und mit Hilfe des Adobe Flash‐Players, ist es möglich, den Prototyp in jedem gängigen Browser zu benutzen und ist zudem unabhängig vom Betriebssystem. Außerdem ist es durch seine einfache Oberflächenbeschreibungssprache leicht zu erweitern oder anzupassen und kann dynamisch auf wechselnde Inhalte reagieren. Adobe Air ist eine Laufzeitumgebung mit der es möglich ist Web‐Technologien zu nutzen, um Rich‐Internet‐Anwendungen für den Desktop zu entwickeln (AIR, 2009). Adobe Air soll verwendet werden, um den in Adobe Flex entwickelten Prototyp für den Desktop zu entwickeln und unabhängig vom Flash‐Player und Browser nutzbar zu machen. Hiermit besteht die Möglichkeit den Chat, je nach Groupware‐System, entweder im Browser laufen zu lassen oder als Desktop‐Anwendung, wodurch man flexibler auf die jeweilige Situation und die vorhandene Groupware reagieren kann. Als Server und Datenbank wird die Distribution XAMPP (XAMPP, 2009) verwendet, welches einen Apache Webserver und eine MySQL‐Datenbank beinhaltet. Zur Client‐Server‐
Kommunikation werden vom Client PHP‐Skripte auf dem Server angesprochen, welche wiederum die Ergebnisse aus der Datenbank holen und diese in XML‐Format zurück an den Client senden. 6.2 Datensicht Mit der Datensicht soll die Realisierung beginnen und beschrieben werden, wie die Daten gespeichert und wieder ausgelesen werden. Hierzu wurde eine SQL‐Datenbank verwendet, in der die in Abschnitt 6.2.1 beschriebenen Tabellen angelegt wurden, dessen Strukturen im Anhang unter dem Punkt Datensicht zu finden sind. Im Abschnitt 6.2.2 wird verdeutlicht wie die Daten beschafft werden, also wie sie aus der Datenbank ausgelesen und weiterverarbeitet werden, bevor sie zur Anzeige kommen. 83 6.2.1 Datenbanktabellen In der Datenbank wurden die in Tabelle 19 aufgelisteten Datenbank‐Tabellen angelegt, die zum einen die Struktur realer Groupware‐Systeme besitzen und zum anderen der Erweiterung des Programms und zur Integration der Umgebungsinformationen dienen. Die genaue Struktur der einzelnen Datenbank‐Tabellen ist im Anhang unter Abschnitt 1.1 zu finden. Datenbank‐Tabellen users groups members messages rights sessions sessioninfos infofields infos Tabelle 19: Datenbank‐Tabellen Die erste Tabelle users entspricht der Benutzertabelle einer Groupware und enthält alle Benutzerdaten, die zur Identifizierung benötigt werden, wie Name, Username, Password, Userid und E‐Mail, außerdem wurde hier aus Zweckgründen noch der Status der Person angegeben. groups beinhaltet alle Gruppen einer Groupware, was in jeder Groupware realisiert sein sollte und daher hier nicht als Erweiterung zu sehen ist, sondern als Basis einer Groupware. Hierin enthalten sind die GroupId, der Gruppenname, die übergeordnete Gruppe, sowie Beginn und Ende der Gruppe. Auch die Tabelle members sollte in einer Groupware vorhanden sein, da hier die Teammitglieder den Gruppen zuordnet werden, jeweils mit die userid mit einer groupid. Die Tabelle messages wird neu hinzugefügt, da in ihr die Nachrichten gespeichert werden. Als Datenfelder besitzt sie den Absender der Nachricht, den Empfänger der Nachricht, die Gruppe oder das dazugehörige Projekt, sowie das Erstellungsdatum der Nachricht. Sollte eine Nachricht an eine Gruppe gesendet werden, bleibt das Empfängerfeld leer und im Gruppenfeld wird die entsprechende Gruppe eingetragen, ansonsten wird der Empfänger angegeben und in welchem Projekt beide Nutzer sind. Die Tabelle rights wird ebenfalls zur Datenbank hinzugefügt und speichert, ob ein Teammitglied die kritischen Daten eines anderen Teammitglieds sehen darf. Als Eintrag können die drei Werte 0 (kein Recht), 1 (Recht) und 2 (Anfrage gestartet) verwendet werden. 84 In der Tabelle sessions werden alle Gruppensitzungen gespeichert, mit der dazugehörigen Gruppennummer, dem Beginn und Ende der Sitzung. Die nächste Tabelle, sessioninfos, beinhaltet Informationen zu Gruppensitzungen, falls ein Teammitglied eine Vorankündigung abgeben möchte, so wird hier die Gruppe, der Start‐ und Endzeitpunkt, sowie zusätzliche Informationen gespeichert. In der Tabelle infofields werden alle Bezeichner für eine Information eingetragen, die ein Teammitglied angegeben kann und möchte. Hierzu zählen zum Beispiel der Beruf, das Alter, Fremdsprachenkenntnisse oder Qualifikationen. Die Datenbanktabelle selbst, besteht nur aus einer ID und dem Bezeichner, womit es besser anpassbar und wart bar wird. Und zum Schluss gibt es noch die Tabelle infos, in der die Daten zu einer Person gespeichert werden können, die dieser angeben möchte, zusammen mit einem Flag, ob es sich um öffentliche oder kritische Daten handelt. Hierin wird kein Bezeichner gespeichert, sondern nur die ID zum entsprechenden Bezeichner aus der Tabelle infofields und dessen Wert später bei der Anfrage mit der Information zusammengesetzt. 6.2.2 Datenbeschaffung Im letzten Abschnitt wurde beschrieben, welche Erweiterungen in der Datensicht vorgenommen wurden, wie die Datenbank aufgebaut ist und welche Tabellen und Datenfelder vorhanden sind. Als nächstes geht es um die Beschaffung der Daten und die Weiterverarbeitung zu neuen Informationen, bevor sie in der Informationssicht angezeigt werden können. Die Anfrage wird vom Client mit Hilfe von HTTPServices vorgenommen, die bestimmte PHP‐Skripte auf dem Server aufrufen und als Antwort die gewünschten Informationen in XML‐Format erhalten. Die PHP‐Skripte lesen die Informationen mit Hilfe von SQL‐Abfragen aus der Datenbank aus und generieren einen XML‐String, der an den Client zurückgesendet wird. Anmeldung Die erste Abfrage behandelt die Anmeldung des Benutzers in das System. Hierzu werden der Benutzername und das Passwort an den Server gesendet und überprüft, ob beide korrekt sind, was im positiven Falle dazu führt, das als Antwort die Benutzerdaten übermittelt werden, während bei einer falschen Anmeldung eine leere Antwort zurück kommt und der Benutzer informiert wird, dass die Anmeldung fehlgeschlagen ist. Wie die Abfrage und die Antwort aufgebaut sind, kann man im Anhang im Abschnitt 1 (Quellcode 3) sehen. Projektauswahl Nach der erfolgreichen Anmeldung werden dem Nutzer alle möglichen Projekte angezeigt, zu denen er Zugang hat. Hierzu wird geschaut, in welchen Gruppen der Nutzer Mitglied ist und ob es sich um ein Projekt handelt oder um eine Untergruppe, die nicht angezeigt werden sollen. Die Unterscheidung wird darüber getroffen, ob die Gruppe eine Obergruppe besitzt oder keine, wobei es sich dann um ein Projekt handelt. Im Anhang im Quellcode 4 ist der dazugehörige Code dargestellt. 85 Teilnehmer und Gruppen Nachdem der Nutzer ein Projekt ausgewählt hat, startet die Anwendung und die Kontaktliste wird geladen. Dazu werden zum ersten alle Teilnehmer aus dem Projekt gesucht und angezeigt, wozu der Name und der Status der Person gehört (Quellcode 5). Und zum zweiten werden alle Gruppen in denen der Nutzer Mitglied ist, gesucht und in einer zweiten Liste angezeigt (Quellcode 6) Informationsanzeige Jetzt wo der Nutzer angemeldet ist und alle Teilnehmer und Gruppen vor sich hat, kann er sich die Detailinformationen zu jedem Mitglied oder jeder Gruppe anschauen. Angefangen wird dabei mit den Subjektbezogenen Informationen über eine Person oder Gruppe. Je nachdem was der Nutzer ausgewählt hat, werden ihm unterschiedliche Informationen angeboten. Zur Person werden zunächst alle öffentlichen Informationen angezeigt, die dieser als öffentlich ausgewählt hat. Hierzu werden alle Informationen zu einem Teammitglied aus der Tabelle infos gesucht, welche als public gesetzt sind, also als öffentlich gekennzeichnet, und mit dem aus der Tabelle infofields entsprechende Bezeichner für die Information versehen, wie es in Quellcode 7 im Anhang zu sehen ist. Für die Gruppe wird es ebenso gehalten, nur dass die Informationen aus der Tabelle sessioninfos erfolgt, in der der Beginn, das Ende und die Sitzungsinformationen zu finden sind (Quellcode 8). Kommunikationsanzeige Hierbei handelt es sich um die Informationen über die kurzfristige Kommunikation bei zwei Personen oder die Rollenverteilung in einer Gruppe, welche im letzten Kapitel besprochen wurden. Diese Beziehungsinformationen werden mit Hilfe von mehreren Abfragen zusammengestellt und dann auf dem Client weiter verarbeitet, bevor sie angezeigt werden. Kurzfristige Kommunikation Für die kurzfristige Kommunikation benötigt man die Information wie viel zwei Teilnehmer miteinander gesprochen haben, wie groß der Anteil am Gesprächsverlauf ist, sowie wie viel der Nutzer von seiner Gesamtkommunikation mit diesem Teammitglied geredet hat, jeweils in einem bestimmten Zeitabschnitt. Hierzu werden zuerst alle Nachrichten gesucht, die vom Nutzer an den jeweils anderen Teilnehmer gesendet wurden, daraufhin wie viele Nachrichten vom Teilnehmer an den Nutzer gesendet wurden und zu letzt wie viele Nachrichten der Nutzer insgesamt versendet hat. Hierbei werden immer nur Nachrichten berücksichtigt, die in einem bestimmten Zeitabschnitt liegen, der vom Client mit gesendet wird, und die direkt an diese Person gesendet wurden, und nicht innerhalb einer Teamsitzung. Den Zeitraum kann der Nutzer, mit Hilfe eines Sliders im Programm selbst wählen, dessen Wert zwischen 1 und 14 Tagen liegen kann. Wie die Abfrage für die Informationen aussehen, ist im nachfolgenden Code‐Abschnitt (Quellcode 1) ersichtlich, der nur beispielhaft hier dargestellt sein soll, während alle restlichen Code‐Beispiele ansonsten im Anhang zu finden sind. 86 1.
$Return = "<user>"; 2.
$time = time() ‐ $_POST['time']; 3.
$Query = "SELECT messages.id, messages.date from messages where userid = '".$_POST['id']."' and addresseeid = '".$_POST['addresseeid']."' and date > ".$time." and groupid = '0'"; 4.
$Result = mysql_query( $Query ); 5. $countMess = 0; 6. while ( $Mess = mysql_fetch_object( $Result ) ) { 7. $countMess += 1; } 8. $Query = "SELECT messages.id, messages.date from messages where userid = '".$_POST['addresseeid']."' and addresseeid = '".$_POST['id']."' and date > ".$time." and groupid = '0'"; 9. $Result = mysql_query( $Query ); 10. $countMessOther = 0; 11. while ( $Mess = mysql_fetch_object( $Result ) ) { 12. $countMessOther += 1; } 13. $Query = "SELECT messages.id from messages where userid = '".$_POST['id']."' and date > ".$time." and groupid = '0'"; 14. $Result = mysql_query( $Query ); 15. $countMessAll = 0; 16. while ( $Mess = mysql_fetch_object( $Result ) ) { 17. $countMessAll += 1; } 18. $Return .= “<messages><countMessAll>".$countMessAll."</count MessAll><countMessUser>".$countMess."</countMessUser><countMessOther>".
$countMessOther."</countMessOther></messages></user>"; 19. print($Return); Quellcode 1: Datenbank‐Abfrage für die kurzfristige Kommunikation An den Client wird ein User‐Objekt zurückgegeben, mit den Werten „countMessAll“, „countMessUser“ und „countMessOther“ wie in Zeile 1 und 18 ersichtlich ist. Der Zeitabschnitt wird vom Client an den Server mit übergeben und dann von der aktuellen Uhrzeit abgezogen 87 (Zeile 2). Für diesen Zeitraum werden alle Nachrichten gesucht, welche jünger als dieses Intervall sind. Zuerst werden alle Nachrichten vom Nutzer an das entsprechende Teammitglied gesucht (Zeile 3) und dann die Anzahl in der Variable countMess hochgezählt (Zeile 7) bis alle Nachrichten gefunden wurden. Darauf werden die Nachrichten vom Teammitglied an den Nutzer gesucht (Zeile 8) und in der Variable countMessOther gespeichert. Und als letztes werden noch alle privaten Nachrichten des Nutzer im angegeben Zeitabschnitt gesucht, die er an jedes Teammitglied gesendet hat (Zeile 13) und in der Variablen countMessAll gespeichert. Daraufhin wird das XML‐Objekt zusammengebaut (Zeile 18) und an den Client zurückgesendet (Zeile 19). Auf dem Client werden die Daten dann weiterverarbeitet und zur Anzeige gebracht, wie es im nachfolgenden Quellcode (Quellcode 2) zu sehen ist. 1.
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88 var mess:XML = new XML(user.messages.toXMLString()); var countMessUser:Number = parseInt(""+mess.countMessUser,0); var countMessOther:Number = parseInt(""+mess.countMessOther,0); var messAllBetween:Number = countMessUser + countMessOther; var count:Number = Math.round((countMessUser / messAllBetween)*3); if(count > 3) count = 3; var actY:Number = 115; for(var i:Number = 0; i<3; i++){ var myImg:Image = new Image(); if((count‐i)>=0 && countMessUser>0){ myImg.source = "Images/sprechblase_text_left_self.swf"; }else{ myImg.source = "Images/sprechblase_grau_left_self.swf"; } myImg.x = 60; myImg.y = actY; actY ‐= 45; myDetailList.kom_graphic.addChild(myImg); } var count2:Number = Math.round((countMessOther / messAllBetween)*3); if(count2 > 3) count2 = 3; actY = 125; for(var i2:Number = 0; i2<3; i2++){ var myImg2:Image = new Image(); if((count2‐i2)>=0 && countMessOther>0){ myImg2.source = "Images/sprechblase_text_right.swf"; }else{ myImg2.source = "Images/sprechblase_grau_right.swf"; } myImg2.x = 120; myImg2.y = actY; actY ‐= 45; myDetailList.kom_graphic.addChild(myImg2); } 29.
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var percentMess:Number = Math.round((countMessUser/mess.countMessAll)*100); if(!percentMess) percentMess = 0; var percentText:Label = new Label(); percentText.text = percentMess+"%"; percentText.x = 110; percentText.y = 170; myDetailList.kom_graphic.addChild(percentText); Quellcode 2: Datenverarbeitung zur kurzfristigen Kommunikation Zunächst werden alle Daten aus der Server‐XML ausgelesen und gespeichert (Zeile 1 – 3), danach werden alle Nachrichten zwischen den beiden Beteiligten gespeichert (Zeile 4), was für das Verhältnis der Nachrichten benötigt wird. In Zeile 5 wird berechnet, wie der Anteil der Nachrichten des Nutzers an der Gesamtanzahl beträgt und dies mit 3 multipliziert, was den in Kapitel 4 besprochenen Skala‐Wert entspricht, von 0 ‐ 3 (gar nicht – viel). Daraufhin werden die Skala‐Werte in einer Schleife abgearbeitet (Zeile 8) und jeweils geschaut ob der Wert erreicht wurde (Zeile 10) und dementsprechend entweder eine ausgefüllte Sprechblase oder eine graue Sprechblase angezeigt (Zeile 9 – 19). Dasselbe wird auch mit dem anderen Teammitglied durchgeführt und seine Sprechblasen dementsprechend angezeigt oder nicht (Zeile 17 – 28). Am Schluss wird noch der Prozentwert berechnet und ausgegeben, der das Verhältnis der Nachrichten des Nutzers zu allen Nachrichten mit allen Mitgliedern darstellt (Zeile 29 ‐ 35). Rollenverteilung Für die Rollenverteilung wird es ähnlich gehandhabt, wie bei der kurzfristigen Kommunikation. Zuerst werden alle Nachrichten gezählt, die in dem gesuchten Zeitabschnitt von allen Teammitgliedern in der Gruppensitzung geschrieben wurden, und dann als XML‐Objekt an den Client zurückgesendet und dort weiterverarbeitet. Der Quellcode für die Datenbeschaffung der Rollenverteilung ist im Anhang unter Abschnitt 1.2.9 (Quellcode 11) zu finden. Zunächst wird wieder ein XML‐Objekt angelegt (Zeile 1) und das Zeitintervall, welches der Nutzer im Programm ausgewählt hat, berechnet (Zeile 2). Daraufhin werden alle Mitglieder der angegebenen Gruppe gesucht (Zeile 3) und für jedes gefundene Mitglied die userid in das XML‐Objekt integriert (Zeile 6) und die Nachrichten gesucht, die dieses Mitglied in der Gruppe verfasst hat (Zeile 8). Die gefundenen Nachrichten werden in der Variablen countMess gespeichert (Zeile 11), in das XML‐Objekt zum jeweiligen User gespeichert (Zeile 12) und am Ende wird alles wieder zurück an den Client gesendet (Zeile 13). Auf dem Client werden diese Daten wieder aus dem XML‐Objekt ausgelesen, wie es der Quellcode 14 im Anhang unter Abschnitt 2.1 zeigt. Als nächstes wird die Gesamtanzahl an Nachrichten aller Mitglieder in dieser Gruppe berechnet (Zeile 14 ‐ 18) und die Teilnehmer nach deren Nachrichtenanteil sortiert (Zeile 19), damit man eine Ordnung erhält, und schneller erkennen kann, wer sich viel und wer sich wenig beteiligt hat. Nun wird die sortierte Liste nach und nach abgearbeitet und für jedes Mitglied deren Kommunikationsanteil berechnet (Zeile 25) und dementsprechend die Größe der Sprechblase gesetzt (Zeile 38 ‐ 39). Der restliche Code befasst sich mit der Anordnung der Sprechblasen und der Darstellung der Namen. 89 Beziehungsanzeige Zur Beziehungsanzeige gehören zum einen die langfristige Beziehung zwischen zwei Personen und zum anderen die Zugehörigkeit zur Gruppe. Hierbei liegt das Interesse nicht bei der Anzahl der Nachrichten an ein anderes Teammitglied oder in der Gruppe, sondern bei der Häufigkeit von Kontakten oder Aktivitäten. Deshalb wird untersucht, wie oft die Mitglieder in einem bestimmten Zeitintervall Kontakt hatten und wie lange dieser zurück liegt. Langfristige Beziehung Für die langfristige Beziehung wird der komplette Projektverlauf betrachtet, daher fällt hier die Suche nach Nachrichten in einem bestimmten Zeitabschnitt weg. Der dazugehörige Code ist in Quellcode 12 im Anhang dargestellt. Als erstes wird der Projektstart ermittelt (Zeile 2) und gespeichert (Zeile 6). Daraufhin erst werden alle Nachrichten vom Nutzer an das Teammitglied seit Projektbeginn gesucht (Zeile 8) und gespeichert (Zeile 13), und danach alle Nachrichten vom jeweiligen Teammitglied an den Nutzer gesucht (Zeile 14) und gespeichert (Zeile 19). Die Ergebnisse werden wieder in Form eines XML‐Objektes an den Client zurückgesendet (Zeile 20 – 21). Für die Weiterverarbeitung, im Anhang unter Abschnitt 2.2 (Quellcode 15) zu finden, wird zunächst der Zeitabschnitt berechnet, der seit Projektbeginn vergangen ist (Zeile 2) und in vier Intervalle geteilt (Zeile 3), wie es den Distanzzonen aus Kapitel 4 entspricht. Daraufhin wird berechnet wie viele Nachrichten in diesem Zeitraum zwischen den Teammitgliedern gesendet wurden (Zeile 6). Als nächstes werden alle Nachrichten der beiden nach ihrem Datum sortiert und in einem Array, zu den jeweiligen Zeitabschnitten gespeichert (Zeile 9‐15), damit man alle Nachrichten, welche innerhalb der vier Zeitabschnitte gesendet wurden, zusammen hat, um sie dann weiter verarbeiten zu können. Danach wird berechnet wie groß der Abstand zwischen den Sitzungen sein soll, den der Nutzer selbstständig im Programm auswählen kann. Dazu werden die vier Zeitabschnitte wiederum in ein Tagesintervall unterteilt, in dem man die Zeitsequenz durch die Tagesangabe des Nutzers teilt (Zeile 17‐18), was zwischen 1 und 5 Tagen liegen kann. Jetzt wo die vier Zeitabschnitt bekannt sind und die Unterteilung dieser in Tagesintervalle oder Sitzungsintervalle, kann man diese Intervalle durchlaufen und schauen, wie viele Nachrichten in diesen Intervallen zwischen den Teammitgliedern gesendet wurden. Man ordnet also jedem Tagesintervall in allen vier Zeitabschnitten die entsprechende Anzahl an gesendeten Nachrichten zu, was auch Null sein kann (Zeile 19‐25). Der nächste Schritt ist die Berechnung der Anzahl an Tagesintervallen pro Zeitabschnitt (Zeile 26‐30), an denen eine Nachricht versendet wurde, um das Verhältnis von aktiven zu inaktiven Sitzungen in einem der vier Zeitabschnitte darzustellen. Und als letztes werden die vier Zeitabschnitte durchlaufen und für jeden Abschnitt das entsprechende Verhältnis in der Grafik angezeigt (Zeile 31‐39). Zum besseren Verständnis soll hier ein kleines Beispiel gezeigt werden und mit Hilfe der Tabelle 20 erklärt werden. In diesem Beispiel dauert der Projektverlauf bereits 4 Monate, was zu vier Zeitabschnitten von jeweils 1 Monat führt. Diese vier Zeitabschnitte werden wiederum in vier Tagesintervalle oder Sitzungsintervalle unterteilt, da der Nutzer angegeben hat, dass alle 5 Tage, also einmal in der Woche, eine Sitzung stattfindet, was zu vier Intervallen pro Zeitabschnitt führt. Für diese Intervalle werden nun alle Nachrichten ausgewertet und dem entsprechenden Intervall zugeordnet, was in der Tabelle in der dritten Zeile zu erkennen ist. Hierbei kann man 90 sehen, dass im ersten Monat nicht so häufig kommuniziert wurde wie in den anderen Monaten und im letzten und aktuellen Zeitabschnitt, am häufigsten mit einander gesprochen wurde. Diese Daten werden dann in grafischer Form umgewandelt und dem Nutzer dargestellt, wie es im letzten Kapitel beschrieben wurde. 1 9 1. Monat 2 3 4 0 6 19 2. Monat 1 2 3 4 23 32 26 19 3. Monat 1 2 3 4 24 27 25 32 4. Monat 1 2 3 4 45 54 49 62 Tabelle 20: Beispiel für die langfristige Beziehung Zugehörigkeit Für die Zugehörigkeit zu einer Gruppe gelten dieselben Anforderungen, wie für die langfristige Beziehung, und zwar wird geschaut, wie häufig sich ein Teammitglied an Gruppensitzungen aktiv beteiligt. Hierbei wird ebenfalls der gesamte Projektverlauf betrachtet, aber nur eine Gesamtsituation wiedergegeben und keine Unterteilung in vier verschiedene Zeitabschnitte, wie bei der langfristigen Beziehung. Die Datenbeschaffung verläuft dabei in Folgenden Schritten ab (Quellcode 13). Zunächst werden alle Teammitglieder der Gruppe gesucht (Zeile 2) und für jedes Mitglied geschaut, ob es in den Sitzungen eine Nachricht geschrieben hat und diese gegebenenfalls gespeichert (Zeile 13). Hierzu wird jede Sitzung einzeln durchlaufen (Zeile 6) und alle Nachrichten betrachtet, die in innerhalb von Start und Ende der Gruppensitzung in dieser Gruppe geschrieben wurden (Zeile 10), was andere Nachrichten ausschließt, die nichts mit der Sitzung zu tun haben. An den Client wird wieder ein XML‐Objekt gesendet mit der Anzahl an Sitzungen in dieser Gruppe und allen Nachrichten, die während dieser geschrieben wurde, jeweils dem entsprechenden Teammitglied zugeordnet (Zeile 21). Auf dem Client werden die ankommenden Daten wieder weiterverarbeitet und zur Anzeige gebracht (Quellcode 16). Zuerst wird für jedes Teammitglied berechnet, an wie vielen Sitzungen es aktiv teilgenommen hat, also eine Nachricht geschrieben hat, und gespeichert (Zeile 9‐20). Daraufhin wird für jedes Mitglied das Verhältnis von aktiven zu inaktiven Sitzungen ausgerechnet (Zeile 23) und in der Grafik aus Kapitel 5 angezeigt (Zeile 28‐39). Nachdem bisher beschreiben wurde, wie die Informationen aus der Datenbank herausgelesen, an den Client gesendet und weitererarbeitet werden, wird im nächsten Abschnitt die Darstellung der Informationen besprochen. 6.3 Programmsicht Die Programmsicht besteht aus den drei Grundbausteinen Chatfenster, Texteingabe und Kontaktliste, wie sie bereits im letzten Kapitel benannt wurden. Als erstes nach dem Programmstart erfolgt eine Anmeldung, mit der sich der Nutzer in das System anmelden muss. 91 Daraufhin folgt eine Auswahl an Projekten, in denen der soeben eingeloggte Nutzer Mitglied ist, und wählt eines davon aus. In Abbildung 22 kann man links die Anmeldung und rechts die Projektauswahl sehen. Abbildung 22: Anmeldung und Projektauswahl Nachdem der Nutzer sich eingeloggt und ein Projekt ausgewählt hat, startet das eigentliche Chatprogramm. Zuerst wird nur die Kontaktliste geöffnet und das Chatfenster nur auf Wunsch und Interaktion des Nutzers. Die Kontaktliste besteht zum ersten aus der Angabe über den Nutzer, zum zweiten aus der Liste aller Teammitglieder des Projektes und zum dritten allen Gruppen des Projektes, das Projekt mit eingeschlossen, für Projektsitzungen (Abbildung 23 ). Im oberen Teil wird der Name des Nutzers angezeigt und dessen aktueller Status, den er mit Hilfe eines Dropdown‐Menüs selbstständig einstellen kann. Zur Auswahl stehen ihm die vier Status online, offline, abwesend und beschäftigt zur Verfügung, die in Abbildung 24 nochmals zu sehen sind. Der Name des Nutzers ist mit blauer Schrift geschrieben, da diese Farbe den Nutzer kennzeichnen soll und sich durch das ganze Programm zieht. Im letzten Kapitel wurde bereits auf die Darstellung des Nutzers mit Hilfe der blauen Farbe hingewiesen, sowohl bei der Kommunikations‐ als auch bei der Beziehungsanzeige. Unter dem Nutzernamen befinden sich die Liste aller Teammitglieder und darunter die Liste aller Gruppen. Die Teammitglieder werden jeweils mit ihrem Namen und aktuellen Status angezeigt, der vor dem Namen platziert ist. Außerdem hat der Nutzer die Möglichkeit einem Teammitglied oder einer Gruppe eine Nachricht zu schreiben, dargestellt durch das linke Icon aus Abbildung 25, wohingegen bei einem bereits geöffneten Nachrichtenfenster ein ausgegrautes oder inaktives Symbol angezeigt wird, wie es das zweite Symbol von links aus Abbildung 25 darstellt. Möchte man sich die Details zu einer Person oder Gruppe anschauen, wird dies durch das zweite Symbol von rechts in Abbildung 25 dargestellt und befindet sich in der Kontaktliste zu jeder Person und Gruppe, jeweils rechts vom Nachrichtenicon. Ist die Detailansicht bereits geöffnet, wird die ausgewählte Person oder Gruppen, dessen Detailansicht aktuell zu sehen ist, durch eine orangene Färbung des Icons verdeutlicht, wie es in Abbildung 25 rechts zu sehen ist. Die verwendete Farbe Orange wird ebenfalls in den Grafiken der Detailansicht befindet, wie es im letzten Kapitel beschrieben wurde, und kennzeichnet stets die ausgewählte Person oder Gruppe. Zudem ist der Name des aktuell ausgewählten Subjekts, dessen Details man sich gerade anschaut, noch einmal vergrößert dargestellt, wie in Abbildung 23 für Hans Schmidt zu erkennen ist. 92 Abbildung 23: Kontaktliste Abbildung 24: Status‐Symbole online, offline, abwesend und beschäftigt Abbildung 25: Nachricht senden, Nachrichtenfenster offen, Details an und Details aus 93 Wählt der Nutzer das Symbol zum schreiben einer Nachricht, öffnet sich ein neues Fenster, in dem sich das Chatfenster und die Texteingabe befindet. Wie in Abbildung 26 zu erkennen ist, können mit Hilfe einer Tab‐Leiste mehrere Chatfenster parallel geöffnet werden, was der besseren Übersichtlichkeit dient. Der Nutzer hat damit die Möglichkeit zwischen den Chatfenstern hin und her zu wechseln, womit ein schnelleres Arbeiten ebenfalls gegeben ist, im Gegensatz zu mehreren separaten Fenstern. Die Texteingabe, die sich im unteren Teil des Fensters befindet, wie in Abbildung 26 zu erkennen ist, bleibt beim Wechsel zwischen den Tabs erhalten und wird für jedes Chatfenster verwendet. Zur Texteingabe gehört noch eine Auswahl an Emoticons und die Möglichkeit die Schrift zu ändern, um einer Nachricht etwas mehr Ausdruck zu verleihen. Abbildung 26: Chatfenster mit Texteingabe Bis hierher gehört alles zur Grundstruktur des Programms, wie sie in den meisten Chat‐Systemen vorhanden ist und ohne weitere Informationen zum Chatten und für Gruppensitzungen nutzbar wäre. Im nächsten Abschnitt geht es um die Erweiterung dieser Struktur und die Darstellung der Umgebungsinformationen, wie sie in Kapitel 4 und 5 besprochen wurden. 6.4 Informationssicht In diesem Abschnitt geht es um die Erweiterung der im letzten Abschnitt beschriebenen Programmansicht und die Darstellung der Informationen in der Informationssicht. Es wird 94 zunächst aufgezeigt, wie die Informationen im Chatfenster dargestellt werden und danach geht es weiter mit der Detailansicht der Kontaktliste. 6.4.1 Chatfenster Als erstes soll erklärt werden, wie die Erweiterungen im Chatfenster umgesetzt wurden. Zu den Zusatzinformationen, welche hier integriert werden sollen, gehören die Historie, die Chatsprachen‐Unterstützung und die Anzeige ungelesener Nachrichten. Im letzten Kapitel wurde bereits versucht zu beschreiben, wie eine Darstellung dieser Informationen aussehen könnte und man sie ins System integriert. Historie Die Historie besteht aus einer TagCloud und muss daher gut erkennbar eingesetzt werden, weshalb entschieden wurde, sie im unteren Teil des Chatfensters einzubauen, wo sie je nach Wunsch des Nutzers geöffnet werden kann. Dazu befindet sich im Chatfenster ein Symbol für die Historie, wie es in Abbildung 27 links zu sehen ist und signalisieren soll, dass sich die Historie nach oben aufschiebt, wenn man die Funktion ausführt. Nach der Auswahl dieses Symbols, öffnet sich die Historie am unteren Rand des Chatfensters und kann mit dem rechten Symbol aus Abbildung 27 wieder geschlossen werden. Abbildung 27: Symbol Historie auf und Historie zu In der nachfolgenenden Abbildung 28 kann man erkennen, wie die Historie ins System eingefügt wurde und sich am unteren Teil des Nachrichtenfensters eingliedert (vgl. Abbildung 26). Als Beispiel wurden hier einige allgemeine Begriffe verwendet, wie sie in einem Gespräch über diese Arbeit hätten fallen können. Zudem verdeutlicht dieses Beispiel, wie die Begriffe gewichtet werden und mit Hilfe von unterschiedlichen Schriftgrößen die Häufigkeit dieser dargestellt wird. Abbildung 28: Ansicht der Historie 95 Unterstützung der Chatsprache Das nächste Element betrifft die Verständnishilfe der Chatsprache, für alle Nutzer denen die chatspezifischen Abkürzungen und anderen Stilmittel nicht vertraut sind. Dazu ist in Abbildung 29 ein Beispiel zu erkennen, bei dem ein Nutzer die Abkürzung „lol“ verwendet, was so viel heißt wie „laughing out loud“. Durch das überfahren des Wortes mit dem Mauszeiger, wird dem Nutzer durch ein ToolTip, einem kleinen Hilfe‐PopUp, die Beschreibung dieser Abkürzung angezeigt. Als Datenquelle dient in diesem Programm eine XML‐Datei, man könnte dies aber genauso gut in eine Datenbank integrieren. Hiermit hat der Nutzer die Möglichkeit, sich eine Beschreibung von unbekannten Abkürzungen oder Emoticons geben zu lassen, falls es dazu einen Eintrag in der Datensicht gibt. Abbildung 29: Verständnishilfe zur Chatsprache Ungelesene Nachrichten Und als letzte Information, wird dem Nutzer kenntlich gemacht, welche Nachrichten er versäumt hat zu lesen, da er gerade nicht im Chatfenster aktiv war, sondern wohlmöglich mit einem anderen Teammitglied gesprochen hat oder abwesend war, und so versäumt hat die Nachricht zu lesen. In Abbildung 30 kann man erkennen, dass Nachrichten, die der Nutzer noch nicht gelesen hat, mit einem leichten Grauton hinterlegt wurden, um sie von den bereits gelesenen Nachrichten zu unterscheiden, aber nicht zu sehr vom Inhalt ablenkt. 96 Abbildung 30: Kennzeichnung ungelesener Nachrichten 6.4.2 Kontaktliste Die zweite Informationsintegration findet in der Kontaktliste statt, wobei es möglich ist, sich zu jedem Kontakt zusätzliche Informationen anschauen zu können. Damit dies nicht direkt in der Kontaktliste angezeigt wird, wurde eine Detailansicht erstellt, deren Aufbau hier erklärt wird. Aufgerufen wird die Detailansicht aus der Kontaktliste heraus, in dem der Nutzer den Detail‐
Button (siehe Abbildung 25) auswählt, sowohl bei Teammitgliedern als auch bei Gruppen. Die Detailansicht besteht aus drei Teilen und veranschaulicht, in Abhängigkeit von dem jeweils gewählten Subjekt (Person, Gruppe, Projekt) verschiedene Informationen. In der nachstehenden Abbildung 31 sieht man das Fenster der Detailansicht einer Person, mit seinen drei Komponenten. Als erstes werden die Subjektbezogenen Informationen angezeigt, also über eine Person oder Gruppe. Darauf folgt die Kommunikation, mit der kurzfristigen Kommunikation zwischen zwei Personen oder der Rollenverteilung in einer Gruppe. Und die dritte Komponente betrachtet die Beziehungen, also die langfristige Beziehung zweier Teammitglieder oder die Zugehörigkeit in der Gruppe. Diese drei Komponenten bleiben stets erhalten und werden nur dynamisch mit anderen Inhalten gefüllt oder angepasst. Im Titel des Fensters ist nochmals der Name der ausgewählten Person oder Gruppe ersichtlich, damit man immer erkennen kann, wessen Details aktuell offen sind. 97 Abbildung 31: Detailansicht
Subjektinformationen Die erste Komponente beinhaltet alle Subjektbezogenen Informationen, zu einer Person, Gruppe oder dem Projekt. Diese werden fast alle in textlicher Form dargestellt, mit Ausnahme der Tageszeitanzeige eines Teammitglieds. In Abbildung 32 ist einmal beispielhaft dargestellt, wie die Informationsanzeige für ein Teammitglied aussehen könnte. Zur Person werden alle öffentlichen Daten angezeigt, die diese Person als öffentlich ausgewählt hat. Desweiteren ist die Tageszeit des Teammitglieds oben rechts in der linken Abbildung zu erkennen, was in diesem Fall die Abendzeit darstellen soll. Im unteren Teil der Anzeige befindet sich ein zusätzlicher Button, mit dem der Nutzer zusätzliche Informationen anfragen kann, wobei es sich hier um die kritischen Informationen eines Teammitglieds handelt. Sollte eine Anfrage schon einmal mit ja beantwortet worden sein, werden die Daten sofort angezeigt ( Abbildung 32 – rechts), falls eine Anfrage abgelehnt wurde, wird dies dem Nutzer mitgeteilt. Bei einer Erstanfrage wird die 98 Anfrage zunächst an das entsprechende Teammitglied gesendet und auf desen Antwort gewartet. Solange die Anfrage noch nicht beantwortet wurde, wird der Nutzer darauf hingewiesen, dass das Teammitglied angefragt wird. Bei erfolgter Beantwortung, werden die Daten entweder angezeigt oder dem Nutzer eine Ablehnung mitgeteilt. Im rechten Bild der Abbildung 32 ist zu erkennen, dass dem Nutzer die kritischen Daten angezeigt werden. Zudem ist bei der Angabe zur Kultur zu sehen, dass sich hinter der Angabe ein [+]‐Symbol befindet, wodurch der Nutzer zusätzliche Informationen zur Kultur des Teammitglieds, wie Eigenheiten, Sitten oder ähnliches in einem PopUp‐Fenster erhält, je nachdem, ob es dazu passende Informationen in der Datensicht gibt. Abbildung 32: Informationsanzeige zu einer Person Für die Tageszeitanzeige wurden die vier Tageszeiten „morgens“, „mittags“, „abends“ und „nachts“ ausgewählt und versucht mit Hilfe von entsprechenden Icons darzustellen, welche in Abbildung 33 zu erkennen sind. Es wurde versucht die Tageszeiten entsprechend dem Sonnenstand und des Tageslichts zu verdeutlichen. Abbildung 33: Tageszeitanzeige: morgens, mittags, abends, nachts Für die Gruppe und das Projekt werden die Informationen ebenfalls in rein textlicher Form dargestellt und bestehen nur aus dem Gruppennamen, den Gruppenteilnehmern und falls es angegeben wurde, die Sitzungsinformationen. In Abbildung 34 kann an einem Beispiel gesehen werden, wie die Informationsanzeige für das Team Umfrage aussieht. 99 Abbildung 34: Informationsanzeige zu einer Gruppe Kommunikation Die zweite Komponente der Detailliste betrachtet die Kommunikation zwischen zwei Personen oder innerhalb einer Gruppe. Hier werden die Daten zur kurzfristigen Kommunikation und zur Rollenverteilung angezeigt, wie sie in Kapitel 4 besprochen und dargestellt wurden. In Abbildung 35 kann man die Realisierung dieser Daten einmal beispielhaft sehen, wie sie auch im Kapitel 4 beschrieben wurden. Zum einstellen des Zeitintervalls, welches betrachtet werden soll, wurde unter der Grafik noch ein Slider angebracht, mit dem der Nutzer das Zeitintervall verändern kann. Die Skala geht von 1 Tag bis 14 Tagen und die Grafik passt sich automatisch nach dem Verändern des Sliders an und zeigt die Kommunikation in diesem Zeitraum. Als Hilfe kann der Nutzer sich die Grafik nochmals erklären lassen, indem er die Hilfe in der rechten oberen Ecke auswählt und sich ein PopUp‐Fenster mit dem Hilfetext öffnet. Abbildung 35: Kommunikationsanzeige Beziehung Die dritte und letzte Komponente zeigt die Beziehung in einer Gruppe oder zwischen zwei Personen an, was durch die langfristige Beziehung und die Zugehörigkeit visualisiert werden soll. Wie eben schon bei der Kommunikation, wurde auch hier die grafische Darstellung exakt, wie im 100 Kapitel 4 beschrieben, umgesetzt und ist in Abbildung 36 dargestellt, wie es im Programm veranschaulicht wurde. Zur langfristigen Beziehung zwischen zwei Personen wurde ebenfalls ein Slider hinzugefügt, wodurch der Nutzer die Möglichkeit hat, den betrachteten Zeitabschnitt zwischen den Sitzungen zu verändern. Die Skala reicht dabei von 1 Tag bis zu 5 Tagen zwischen den Sitzungen. Hierdurch hat der Nutzer die Möglichkeit die Grafik zu beeinflussen, falls ein Gespräch zwischen diesen Personen nur einmal pro Woche zum Beispiel stattfindet, was einen Unterschied darstellt, zu der Grafik mit einem Zeitabschnitt von 2 Tagen oder einer täglichen Sitzung. Zur Zugehörigkeit wird dieser Slider nicht angezeigt, da die Gruppensitzungen bekannt sind und genau untersucht werden kann, wer wann aktiv teilgenommen hat. Da bei der Zugehörigkeit die Namen der Gruppenmitglieder aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht angezeigt werden können, kann der Nutzer durch überfahren der Punkte in der Grafik mit der Maus, sich die Namen der einzelnen Teammitglieder anzeigen lassen, damit er erkennt, wer sich hinter jedem Punkt verbirgt. Wie schon bei der Kommunikation, wird dem Nutzer auch hier wieder eine Hilfe angeboten, in der die Grafik beschrieben wird. Abbildung 36: Beziehungsanzeige 6.5 Zusammenfassung Dieses Kapitel befasste sich mit der Realisierung eines Prototyps und der Umsetzung der in Kapitel 4 beschriebenen Informationen. Zu Beginn wurde erklärt, welche Werkzeuge für die Realisierung und welche Technologien auf dem Server benutzt werden. Daraufhin wurde die Umsetzung der Datensicht erläutert, in dem zunächst genannt wurde, welche Erweiterungen auf der Datenbank vorgenommen wurden und welche Daten aus der Groupware vorhanden sein sollten, bevor dann genauer auf die Datenbeschaffung eingegangen wurde, die sich mit der Datenbankabfrage und der Weiterverarbeitung der Daten auf dem Client befasst, was der Beziehungssicht aus dem Integrationsmodell entspricht. Nach der Datensicht wurden die Programmsicht und deren Umsetzung beschrieben, wie sie in Kapitel 4 dargestellt wurde. Und zum Schluss wurde ausführlich die Umsetzung der Informationssicht mit all seinen Umgebungsinformationen, die in Kapitel 4 aufgezeigt wurden, erläutert und dargestellt, wie die Integration in die Programmsicht aussieht, angefangen mit den Informationen im Chatfenster, weiter zur Kontaktliste, mit seiner Detailansicht. Im nächsten Kapitel soll evaluiert werden, wie gut die Bedienung des Prototyps ist und wie leicht verständlich und hilfreich die integrierten Umgebungsinformationen sind. 101 102 7 Evaluation des Prototyps In diesem Kapitel soll der entwickelte Prototyp evaluiert und auf seine Anwendbarkeit hin untersucht werden. Eine ausführliche Evaluation benötigt eine Projektgruppe, deren Teammitglieder sich nicht oder nur zum Teil kennen, und eine Dauer von mehreren Wochen, um alle Phasen der Gruppenarbeit durchlaufen und beobachten zu können, ob die Darstellung der Kommunikation und Beziehung mit der Realität übereinstimmt beziehungsweise sich gleiche Tendenzen ablesen lassen können. Auf Grund des Zeitmangels und einer fehlenden Projektgruppe, wird für die Evaluation nur eine subjektive Evaluation, in Form einer mündlichen Befragung von Test‐Personen stattfinden. Daher wird zunächst ein Fragebogen entwickelt werden und deren Ergebnis daraufhin ausgewertet. 7.1 Fragebogen Der Fragebogen soll feststellen, wie die Usability des Prototyps ist und ob die integrierten Umgebungsinformationen verständlich und der Kommunikation dienlich sind. Hierzu wurden mehrere Fragen entwickelt, die an verschiedene Test‐Personen nach dem Benutzen des Prototyps gestellt werden sollen. Nachfolgend werden die 7 erstellten Fragen benannt und erklärt, was sich hinter der Frage verbirgt und was man durch sie erfahren möchte. Frage 1: Wie oft benutzen Sie ein Chat‐Programm? Die erste Frage befasst sich mit der Chat‐Erfahrung der Test‐Personen, was einen Einfluss auf die nachfolgenden Fragen haben kann, da man bereits mit der Bedienung eines Chats Erfahrung gesammelt hat oder vielleicht noch nie einen benutzt hat, und somit langsamer bedienen und verstehen kann, besonders die Zusatzfunktionen betreffend. Zudem soll gezeigt werden, dass die Test‐Personen unterschiedliche Erfahrungsgrade besitzen, wie es im natürlichen Bereich oft der Fall ist. Als Antwortmöglichkeiten hat die Test‐Person die folgenden 5 Antworten: täglich mehrmals in der Woche 1‐mal in der Woche 1‐3 im Monat seltener oder gar nicht Frage 2: Wie kommen Sie mit der Bedienung des Chat‐Prototyps zurecht? Diese Frage zielt darauf ab, zu erfahren, wie gut die Test‐Personen mit der Bedienung des Prototyps zu Recht kommen, im Bezug auf die Benutzung des Chat als Kommunikationswerkzeug mit anderen Personen, wie sie es von ihrem Chat‐System her kennen. Es soll gezeigt werden, dass der Prototyp keine neuen oder anderen Funktionen bereitstellt und die Arbeit nicht gestört wird, durch zusätzliche Informationen. Auch hier stehen dem Befragten wieder 5 Antwortmöglichkeiten zur Auswahl. sehr gut gut befriedigend schlecht sehr schlecht 103 Frage 3: Können Sie die Integration von neuen Umgebungsinformationen erkennen und finden? Mit dieser Frage soll beantwortet werden, ob die Test‐Person die neuen Informationen im Prototyp erkennt und auch finden kann. Hieraus kann abgeleitet werden, ob die Informationen gut sichtbar angebracht wurden oder eher unübersichtlich versteckt sind und daher nicht benutzbar sind. Als Antworten gibt es folgend Möglichkeiten. ja, alle ja, einige teils teils nein, wenige nein, keine Frage 4: Finden Sie die neuen Informationen störend oder hilfreich? In dieser Frage geht es um Frage, ob die integrierten Informationen behilflich oder störend wirken, bei der Arbeit mit dem Chat‐Programm. Hierbei soll untersucht werden, ob die Informationen gut integriert wurden und den Nutzer bei dessen Kommunikation nicht stören, sondern behilflich sein sollten. Als Antworten werden folgende angeboten. sehr hilfreich hilfreich teils teils störend sehr störend Frage 5: Sind die neuen Informationen für sie schnell verständlich? Mit dieser Frage möchte man wissen, ob die neuen Informationen gut und schnell verständlich sind, vor allem die Grafiken zur kurzfristigen Kommunikation, langfristigen Beziehung, Rollenverteilung und Zugehörigkeit. Hieraus kann man Rückschlüsse auf das Verständnis der Grafiker ziehen und schauen, ob dies durch eine Hilfe verbessert werden kann. Sollten die nicht verständlich sein, müsste man über eine Neuentwicklung dieser nachdenken. Die Antworten auf diese Frage sind wie folgt: sofort verständlich verständlich teils teils langsam verständlich unverständlich Frage 6: Wie gut würden die neuen Informationen Sie bei der Kommunikation unterstützen? Das Ziel dieser Frage ist es, zu erfahren, ob die Test‐Personen sich durch die neuen Informationen unterstützt fühlen und die Kommunikation mit den anderen Teammitgliedern dadurch verbessert werden kann. Man kann hieraus ablesen, ob die Unterstützungsfunktion der neuen Informationen zum tragen kommt beziehungsweise die Kommunikation positiv beeinflusst werden kann. sehr gut 104 gut teils teils etwas gar nicht Frage 7: Würden die neuen Informationen die Arbeit in der Gruppe verbessern? Und die letzte Frage bezieht sich auf das kooperative Arbeiten und hinterfragt, ob die Arbeit in der Gruppe mit Hilfe der neuen Informationen verbessert werden könnte und es Probleme verhindern könnte. Das Ergebnis spiegelt wieder, ob der Einsatz eine Verbesserung brächte oder es ohne die neuen Informationen ebenso gut verlaufen würde. ja eher ja teils teils eher nein nein Wie der Fragebogen genau aufgebaut ist, kann man im Anhang im Abschnitt 3 erkennen. 7.2 Auswertung In diesem Abschnitt sollen die Ergebnisse der Befragung ausgewertet werden und versucht werden, ein Fazit abzugeben. Für die Umfrage wurden 12 Menschen mit unterschiedlichen Chat‐
Gewohnheiten und Groupware‐Erfahrungen an den Prototyp gesetzt und ihnen Zeit gelassen, das Programm zu testen und alles auszuprobieren. Sobald sie der Meinung waren, alles gesehen und getestet zu haben, wurden sie mit Hilfe des Fragebogens über den Prototyp befragt. Die Ergebnisse sind in den nachfolgenden Tabellen übersichtlich zusammengefasst und zu jedem Antwort‐Typ wurde die entsprechende Anzahl an Antworten notiert. Frage 1: Wie oft benutzen Sie ein Chat‐Programm? täglich 4 mehrmals in der Woche 6 1‐mal in der Woche 2 1‐3 im Monat 0 seltener oder gar nicht 0 Frage 2: Wie kommen Sie mit der Bedienung des Chat‐Programmes zurecht? sehr gut 2 gut 10 befriedigend 0 schlecht 0 sehr schlecht 0 Frage 3: Können Sie die Integration von neuen Informationen erkennen und finden? ja, alle 1 ja, einige 10 teils teils 1 nein, wenige 0 nein, keine 0 Frage 4: Finden Sie die neuen Informationen störend oder hilfreich? sehr hilfreich 0 hilfreich 12 teils teils 0 störend 0 sehr störend 0 105 Frage 5: Sind die neuen Informationen für sie schnell verständlich? sofort verständlich 0 verständlich teils teils 8 4 langsam verständlich 0 unverständlich 0 Frage 6: Wie gut würden die neuen Informationen Sie bei der Kommunikation unterstützen? sehr gut 1 gut 11 teils teils 0 etwas 0 gar nicht 0 Frage 7: Würden die neuen Informationen die Arbeit in der Gruppe verbessern? ja 10 eher ja 2 teils teils 0 eher nein 0 nein 0 Aus der Frage 1 kann man erkennen, dass alle Befragten regelmäßige Chat‐Nutzer sind und ihn mindestens einmal pro Woche benutzen. Daraus kann man für die weiteren Fragen ableiten, dass sie Erfahrung mit der Bedienung eines Chat‐Programms haben und auch wissen mit diesem umzugehen, was in Frage 2 bestätigt wird. Hier haben alle angegeben, dass sie entweder „gut“ oder „sehr gut“ mit der Bedienung zu Recht kommen, was vorwiegend daran liegt, dass sie Nutzer eines Instant Messenger sind und daher die Funktionalitäten bereits kennen. Die Frage 3 deutet darauf hin, dass nicht alle neu integrierten Umgebungsinformationen gefunden werden konnten, außer von einer Test‐Person. Die meisten Befragten haben „einige“ Integrationen erkannt und eine Person nur „teilweise“. Dies lag daran, dass die Informationen zur Chatsprache und die ungelesenen Nachrichten nur während eines längeren laufenden Betriebes hätten gefunden werden können. Dies könnte man durch eine anfängliche Einführung in das Programm umgehen, was auch empfehlenswert wäre, bei Einsatz von neuen Prorammen in einer Firma. Die Frage 4 wurde von allen Befragten eindeutig mit „hilfreich“ beantwortet und zeigt, dass die Integration hilfreich ist und so umgesetzt wurde, dass sie den Nutzer nicht stören oder bei der Arbeit behindern. Die 5. Frage über die Verständlichkeit der neuen Informationen wurde zum Großteil mit „verständlich“ beantwortet und zu einem kleineren Teil mit „teils teils“. Dies lag daran, dass die meisten Befragten nicht gleich deuten konnten, was mit den Grafiken zur Kommunikation und Beziehung ausgedrückt werden soll. Durch die Verwendung der Hilfe konnten alle, bis auf eine Person, die Grafik verstehen und deuten. Durch die Verwendung einer Hilfe konnte hier die Verständnisschwierigkeiten beseitigt werden, was darauf hindeutet, dass die Informationen die hier präsentiert werden sollen, gut und verständlich durch die Grafik umgesetzt wurden. 106 Die Frage 6 ist wieder eindeutig beantwortet und mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet worden. Hiermit ist ersichtlich, dass die Kommunikation durch die neuen Informationen unterstützt und keine Störung oder Ablenkung auf die Nutzer ausgeübt wird. Dadurch kann man sagen, dass die Kommunikation mit Hilfe der neuen Informationen verbessert werden konnte. Und aus der letzten Frage 7 kann man ablesen, dass alle Test‐Personen denken, dass die Arbeit in der Gruppe durch Verwendung der neu integrierten Umgebungsinformationen verbessert werden kann. Wobei nicht alle Befragten Gruppenarbeitserfahrung besitzen oder eine Groupware benutzt haben, könnten sie sich vorstellen, dass die Arbeit positiv beeinflusst werden kann. Das Fazit aus der Befragung liefert ein positives Feedback und verdeutlicht, dass die Kommunikation und die Gruppenarbeit durchaus verbessert werden können, wenn die in dieser Arbeit untersuchten und entwickelten Umgebungsinformationen in einem Groupware‐Chat integriert wären. Ob dies wirklich der Fall wäre kann nur mit Hilfe einer längeren Beobachtung stattfinden oder der Verwendung von Mustergruppen, in denen bestimmte Verhaltensmuster von den Teilnehmern übernommen werden und verschiedene Szenarios durchgespielt werden müssten. Eine erste Auswertung zeigt aber bereits die Unterstützungsfunktion des hier erarbeiteten Konzeptes und keine Störung oder Behinderung der Kommunikation, so wie es in der Aufgabenstellung verlangt wurde. 107 108 8 Zusammenfassung und Ausblick Das letzte Kapitel dieser Arbeit soll noch einmal eine übersichtliche Zusammenfassung der letzten Kapitel liefern und ein abschließendes Fazit ziehen. Zudem wird ein Ausblick auf die Zukunft und mögliche Weiterentwicklungen gegeben. Zusammenfassung Diese Diplomarbeit befasste sich mit dem Thema Integration von Umgebungsinformationen in das Interaktionsdesign eines Groupware‐Chat. Hierfür ist zu Beginn in das Thema eingeführt und die erforderlichen Grundlagen geschaffen worden. Es wurde beschrieben was Groupware‐
Systeme sind und wo sie zum Einsatz kommen, woraufhin die Gruppendynamik näher erläutert worden ist, die ein wesentliches Grundkonzept darstellt und die entscheidenden Prozesse der Gruppenarbeit wiederspiegelt, die ebenso Einfluss auf diese Arbeit nahmen. Danach wurde wiederholt, was alles zur Kommunikation gehört und wichtig für den Nachrichtenaustausch ist. Nachdem die Grundlagen geschaffen worden sind, ist es mit der Untersuchung des Chats weiter gegangen, indem zunächst geklärt wurde, was ein Chat ist, welche Charakteristika er besitzt und wie sich mit der Entwicklung des Chats, neue Stilelemente und eine eigene Chatsprache entwickelt haben. Daraufhin wurden die drei Chat‐Systeme IRC, Web‐Chat und Instant Messenger gesondert untersucht und mit Hilfe von vorher definierten Soll‐Funktionen auf ihre Tauglichkeit für die Gruppenarbeit analysiert und mit einander verglichen. Um festzustellen ob die heutigen Chat‐Systeme für das kooperative Arbeiten in Gruppen geeignet sind oder es vielleicht noch Verbesserungsmöglichkeiten aus anderen Bereichen gibt, wurde der Online‐
Bereich, wozu der Chat und die face‐to‐face‐Kommunikation gehören, mit dem Offline‐Bereich (E‐Mail, Forum) gegenübergestellt und versucht die Vorteile zu erkennen und Möglichkeiten der Übertragung in den Online‐Bereich zu finden. Nach der Untersuchung des Chats, ging es weiter mit den Umgebungsinformationen, die für eine Integration erst einmal benannt und analysiert werden mussten. Hierzu wurde zunächst definiert, was in dieser Arbeit hinter dem Begriff der Umgebungsinformationen verstanden wird und welche Daten alle mit hineinspielen. Zum besseren Verständnis dieser Umgebungsinformationen und des Themas der Arbeit, wurde auf eine vorher entstandene Arbeit zum Thema Entwicklung eines Diagnosewerkzeugs zur Gruppendynamik in virtuellen Teams Bezug genommen, in der eine Unterstützungshilfe für den Moderator einer Groupware erarbeitet wurde und auf deren konzeptionelle Ideen hier nochmals eingegangen wurde, da sie eine wichtige Grundlage für diese Diplomarbeit darstellten. Daraufhin wurde eine Struktur für die Umgebungsinformationen entwickelt und alle benötigten Daten in diese Struktur eingeordnet und auf deren Nutzen und Beschaffung hin untersucht. Um zu wissen, welche Informationen angezeigt werden können und dürfen, wurden nochmals alle Aspekte betrachtet und geschaut, welche Daten überhaupt abbildbar sind oder mit Hilfe grafischer Möglichkeiten umgesetzt werden können, wobei auch auf die Ergonomie und den Datenschutz geachtet wurde. Nachdem geklärt wurde, welche Unterstützungsfunktionen von den aktuellen Chat‐Systemen bereitgestellt werden und welche Umgebungsinformationen benötigt werden, kam es zur entscheidenden Integration dieser Umgebungsinformationen in den Chat. Hierzu wurde zunächst ein Integrationsmodell entwickelt, welches aus den vier Komponenten der Datensicht, Programmsicht, Beziehungssicht und Informationssicht besteht. Diese vier Sichten sind nacheinander untersucht und deren Bestandteile erläutert worden. 109 Hierzu wurde beschrieben, welche Erweiterungen benötigt werden und wie die Umgebungsinformationen integriert und dargestellt werden können. Besonders die Beziehungssicht und die Informationssicht wurden hierbei betrachtet, da sie die Erweiterung der bereits in einem Chat vorhandenen Datensicht und Programmsicht darstellen. Um sich die Funktionsweise der konzeptionellen Integration besser visualisieren und verstehen zu können, wurden die hier entwickelten Ansätze in einen Prototyp umgesetzt. Dieser beinhaltet alle vorher besprochenen Ideen und ist in Form eines Instant Messenger für den Desktop entwickelt worden. Zur Überprüfung der Bedienbarkeit und der Unterstützungsfunktion der neu integrierten Informationen, wurde eine Evaluation mit Hilfe eines Fragebogens durchgeführt, deren Ergebnisse ausgewertet und gedeutet wurden. Dies hat zu einem ersten positiven Fazit geführt und gezeigt, dass die Gruppenarbeit mit dem entwickelten Prototyp verbessert werden könnte. Eine genauere Evaluation und Test‐Phase ist hier aus Zeitgründen nicht möglich gewesen und sollte für ein genaueres Ergebnis über eine längere Phase wiederholt werden. Fazit Als Fazit zu dieser Arbeit kann man sagen, dass als Ergebnis ein zufriedenstellender Prototyp entstanden ist, mit deren Hilfe die Gruppenarbeit verbessert werden kann. Der Chat und seine gängigen Systeme wurden auf die heutigen Bedürfnisse des kooperativen Arbeitens untersucht und dessen Schwachstellen analysiert. Um diese Schwachstellen zu schließen, sind die Vorteile des Offline‐Bereichs und die benötigten Umgebungsinformationen zusammengenommen und in den Chat integriert worden. Das Ergebnis konnte als Prototyp umgesetzt werden und ist von verschiedenen Test‐Personen als hilfreich eingestuft worden. Leider war eine exaktere Test‐
Phase nicht realisierbar, weswegen eine genauere Aussage über die Umsetzung und den Einfluss der Arbeit nicht möglich ist. Ausblick Als Ausblick kann man sagen, dass eine ausführlichere Test‐Phase durchgeführt werden muss, mit Hilfe einer Test‐Gruppe über einen längeren Zeitraum, da einige Informationen erst über einen längeren Zeitraum ihre volle Wirkung erzielen und anfangs noch wenige Informationen liefern. Zudem muss geschaut werden, ob sich das hier entwickelte Integrationsmodell auch so umsetzen lässt und in die aktuellen Chat‐Programme integriert werden kann. Ansonsten wäre eine Weiterentwicklung des Prototyps ratsam, indem man ihn entweder als eine eigenständige Anwendung separat benutzt oder ihn modular aufbaut beziehungsweise als Plug‐In‐Variante anbietet. Als Erweiterung wäre eine Fremdsprachenunterstützung hilfreich, wie es bereits in der Arbeit erwähnt wurde, vor allem bei internationalen Teams könnte mit einer schnellen Übersetzungshilfe in der Texteingabe die Kommunikation und Arbeitszeit verbessert werden. Hierfür wäre auch eine weitere Untersuchung der nonverbalen Kommunikation zu überlegen, da es neben den chatspezifischen Stilmitteln und der Schriftbearbeitung vielleicht noch weitere, nicht entdeckte Möglichkeiten gibt, die nonverbale Kommunikation in einem Text‐Chat zu übertragen und besser zu vermitteln. Aber die interessanteste Aussicht wäre eine Übertragung der hier entwickelten Konzepte und Informationen auf den privaten Bereich. Da es bestimmt einige Punkte gibt, die man in einem privaten Chat ebenfalls so anwenden könnte oder etwas bearbeiten müsste, um sie einsetzen zu können. Vor allem die Unterstützung der Chatsprache ist für unerfahrene Personen hilfreich. Das Anzeigen ungelesener Nachrichten vereinfacht die 110 Kommunikation nicht nur bei der kooperativen Arbeit, sondern hilft jedem, der gerne lange und viel chattet und deshalb meistens mehrere Gespräche parallel abhält. Und die Darstellung der Beziehung zwischen zwei Personen wäre interessant, um zu Erfahren wie lange man mit bestimmten Freunden oder Bekannten nicht mehr gesprochen hat und hiermit vielleicht motiviert wird, wieder Kontakt aufzunehmen. Als letzter Satz soll hier gesagt werden, dass eine genauere Umsetzung und längere Test‐Phase erstrebenswert wären und diese Arbeit vielleicht dazu bei trägt, das Computergestützte kooperative Arbeiten zu verbessern. 111 112 Anhang 1. Datensicht 1.1 Datenbanktabellen 1.1.1 users id username password name email status 1.1.2 groups groupid name parentgroupid begin end 1.1.3 members id userid groupid 1.1.4 messages id userid addresseeid
groupid date ownerid userid right begin end begin end info infoid info public 1.1.5 rights id 1.1.6 sessions id groupid 1.1.7 sessioninfos id groupid 1.1.8 infofields id name 1.1.9 infos id userid 113 1.2 Datenbeschaffung 1.2.1 Anmeldung 1.
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$Query = “SELECT * from users where username = ‘”.$_POST[‘username’].”’ And password = ‘”.$_POST[‘password’].”’”; $Result = mysql_query( $Query ); $User = mysql_fetch_object( $Result ); if ($User == “”){ $Return = “<user></user>”; } else { $Return = “<user><id>”.$User‐>id.”</id><username> . $User‐>username.“</username><name>“.$User‐> name.“</name> <status>“.$User‐>status.“</status> </user>“; } print($Return) Quellcode 3: Dantenbank‐Abfrage zur Anmeldung 1.2.2 Projektauswahl 1.
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$Query = "SELECT groups.* from groups, members where members.userid='".$_POST['userid']."' and members.groupid = groups.groupid and groups.parentgroupid = 0"; $Result = mysql_query( $Query ); $Return = "<projects>"; while ( $Project = mysql_fetch_object( $Result ) ) { $Return .= "<project> <id>".$Project‐>groupid."</id> <projectname>".$Project‐>name."</projectname> </project>"; } $Return .= "</projects>"; print($Return) Quellcode 4: Datenbank‐Abfrage zur Projektauswahl 114 1.2.3 Teilnehmer 1.
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$Query = "SELECT users.* from users, members where users.id = members.userid and members.groupid = '".$_POST['id']."'"; $Result = mysql_query( $Query ); $Return = "<users>"; while ( $User = mysql_fetch_object( $Result ) ) { $Return .= "<user> <id>".$User‐>id."</id> <username>".$User‐> username."</username> <name>".$User‐>name."</name> <status>".$User‐>status."</status> </user>"; } $Return .= "</users>"; print($Return) Quellcode 5: Teilnehmer‐Abfrage 1.2.4 Gruppen 1.
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$Query = "Select groups.groupid,groups.name from groups, members where members.userid = ".$_POST["id"]." and members.groupid = groups.groupid and (groups.groupid = '".$_POST["projectid"]."' or groups.parentgroupid = '".$_POST["projectid"]."')"; $Result = mysql_query( $Query ); $Return = "<groups>"; while ( $Group = mysql_fetch_object( $Result ) ) { $Return .= "<group><id>".$Group ‐>groupid."</id> <name>".$Group ‐>name."</name></group>"; } $Return .= "</groups>"; print($Return); Quellcode 6: Alle Gruppen des Projektes 115 1.2.5 Personeninformationen $Return = "<user><publicInfos>"; 2. $Query = "SELECT infos.*, infofields.* from infos, infofields where infos.userid = '".$_POST['addresseeid']."' and infos.infoid = infofields.id and public = '1'"; 3. $Result = mysql_query( $Query ); 1.
4.
while ( $Info = mysql_fetch_object( $Result ) ) { $Return .= "<".$Info‐>name.">".$Info‐>info."</".$Info‐>name.">"; } 5. $Return .= "</publicInfos></user>"; 6.
print($Return); Quellcode 7: Personeninformationen 1.2.6 Gruppeninformationen 1.
$Return = "<group><users>"; 2.
3.
$Query = "SELECT DISTINCT members.userid from members where members.groupid = '".$_POST['groupid']."'"; $Result = mysql_query( $Query ); 4.
while ( $User = mysql_fetch_object( $Result ) ) { $Return .= "<user><id>".$User‐>userid."</id></user>"; } 5.
$Return .= "</users><session>"; 6.
$Query = "SELECT sessioninfos.* from sessioninfos where sessioninfos.groupid = '".$_POST['groupid']."'"; $Result = mysql_query( $Query ); while ( $Info = mysql_fetch_object( $Result ) ) { $Return .= "<Beginn>".$Info‐>begin."</Beginn><Ende>".$Info‐
>end."</Ende><Info>".$Info‐>info."</Info>"; } $Return .= "</session></group>"; 7.
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10. print($Return); Quellcode 8: Gruppeninformationen 116 1.2.7 Rechte 1.
$Query = "SELECT rights.right from rights where ownerid = '".$_POST['ownerid']."' and userid = '".$_POST['userid']."'"; 2.
$Result = mysql_query( $Query ); 3.
$User = mysql_fetch_object( $Result ); 4.
if($User == ""){ $Return = "<right>2</right>"; }else{ $Return = "<right>".$User‐>right."</right>"; } 5.
print($Return) Quellcode 9: Datenbank‐Abfrage für Benutzer‐Rechte 1.2.8 Kritische Informationen 1.
$Query = "SELECT infos.*, infofields.* from infos, infofields where infos.userid = '".$_POST['userid']."' and infos.infoid = infofields.id and public = '0'"; 2.
$Result = mysql_query( $Query ); 3.
$Return = "<infos>"; 4.
while ( $Info = mysql_fetch_object( $Result ) ) { $Return .= "<".$Info‐>name.">".$Info‐>info."</".$Info‐>name.">"; } 5.
$Return .= "</infos>"; 6.
print($Return) Quellcode 10: Datenbank‐Abfrage für kritische Informationen 1.2.9 Rollenverteilung 1.
$Return = "<group><users>"; 2.
$time = time() ‐ $_POST['time']; 117 3.
4.
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$Query = "SELECT DISTINCT members.userid from members where members.groupid = '".$_POST['groupid']."'"; $Result = mysql_query( $Query ); while ( $User = mysql_fetch_object( $Result ) ) { $Return .= "<user><id>".$User‐>userid."</id><messCount>"; $messCount = 0; 8.
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$Query = "SELECT messages.date from messages where userid = '".$User‐>userid."' and addresseeid = '0' and date > ".$time." and groupid = '".$_POST['groupid']."'"; $Result2 = mysql_query( $Query ); while ( $Message = mysql_fetch_object( $Result2 ) ) { $messCount += 1; } $Return .= $messCount."</messCount></user>"; } 13. $Return .= "</users></group>"; Quellcode 11: Datenbank‐Abfrage für die Rollenverteilung 1.2.10 Langfristige Beziehung 1.
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7.
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$Return = "<user><messages>"; $Query = "SELECT groups.begin from groups where groupid = '".$_POST['groupid']."'"; $Result = mysql_query( $Query ); $groupBegin = 0; while ( $Group = mysql_fetch_object( $Result ) ) { $groupBegin = $Group‐>begin; } $lastMess = 0; $Query = "SELECT messages.id, messages.date from messages where userid = '".$_POST['id']."' and addresseeid = '".$_POST['addresseeid']."' and date > '".$groupBegin."' and groupid = '0'"; 9. $Result = mysql_query( $Query ); 10. while ( $Mess = mysql_fetch_object( $Result ) ) { 11.
if($lastMess < $Mess‐>date){ 118 12.
13.
$lastMess = $Mess‐>date;
} $Return .= "<message>".$Mess‐>date."</message>"; } 14. $Query = "SELECT messages.id, messages.date from messages where userid = '".$_POST['addresseeid']."' and addresseeid = '".$_POST['id']." ' and date > '".$groupBegin."' and groupid = '0'"; 15. $Result = mysql_query( $Query ); 16. while ( $Mess = mysql_fetch_object( $Result ) ) { 17.
if($lastMess < $Mess‐>date){ 18.
$lastMess = $Mess‐>date; } 19.
$Return .= "<message>".$Mess‐>date."</message>"; } 20. $Return .= "</messages><lastMessages><lastMess>".$lastMess."</lastMess> <groupBegin>".$groupBegin."</groupBegin></lastMessages></user>"; 21. print($Return); Quellcode 12: Dantenbank‐Abfrage zur langfristigen Beziehung 1.2.11 Zugehörigkeit 1.
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$Return = "<group><users>"; $Query = "SELECT DISTINCT members.userid from members where members.groupid = '".$_POST['groupid']."'"; $Result = mysql_query( $Query ); while ( $User = mysql_fetch_object( $Result ) ) { $Return .= "<user><id>".$User‐>userid."</id><messages>"; $Query = "SELECT sessions.begin, sessions.end from sessions where groupid = '".$_POST['groupid']."'"; $Result2 = mysql_query( $Query ); while ( $Session = mysql_fetch_object( $Result2 ) ) { $Return .= "<session>"; $Query = "SELECT messages.date from messages where userid = '". $User‐>userid."' and addresseeid = '0' and (date < '".$Session‐>end ."' and date > '".$Session‐>begin."') and groupid = '".$_POST['groupid']."'"; $Result3 = mysql_query( $Query ); while ( $Message = mysql_fetch_object( $Result3 ) ) { 119 13.
$Return .= "<message>".$Message‐>date."</message>";
} $Return .= "</session>"; 14.
} $Return .= "</messages></user>"; 15.
} 16.
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$Query = "SELECT sessions.id from sessions where groupid = '".$_POST['groupid']."'"; $sessionCount = 0; $Result = mysql_query( $Query ); while ( $Session = mysql_fetch_object( $Result ) ) { 20.
$sessionCount += 1; } 21. $Return .= "</users><sessionCount>".$sessionCount."</sessionCount> </group>"; 22. print($Return); Quellcode 13: Datenbank‐Abfrage für die Zugehörigkeit 2. Beziehungssicht 2.1 Rollenverteilung 1.
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120 var item:XML; var i:int = 0; var messages:int = 0; var x:int = myDetailList.kom_graphic.width/2 ‐ 10; var y:int = 30; var radius:int = 0; var count:int = userList.length(); var step:Number = 2*Math.PI/count; var angle:Number = 0; var user:Object; var messCount:Number = 0; if(count > 0){ var messArray:Array = new Array(); for each(item in userList) { user = this.userArray[item.id]; user.messages = parseInt(""+item.messCount,0); messCount += user.messages; messArray.push(user); 19.
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}
messArray.sortOn('messages',Array.DESCENDING | Array.NUMERIC); if(messCount == 0) messCount = 1; var leftSide:Boolean = true; var odd:Boolean = true; for(var j:uint = 0; j < messArray.length; j++) { user = messArray[j]; var thisRadius:Number = parseInt(""+(user.messages / messCount),0); var myImg:Image = new Image(); if(odd){ if(thisRadius == 0){ myImg.source = "Images/sprechblase_grau_left.swf"; }else if(user.id == this.currentUser.id){ myImg.source = "Images/sprechblase_left_self.swf"; }else{ myImg.source = "Images/sprechblase_left.swf"; } }else{ if(thisRadius == 0){ myImg.source = "Images/sprechblase_grau_right.swf"; }else if(user.id == this.currentUser.id){ myImg.source = "Images/sprechblase_right_self.swf"; }else{ myImg.source = "Images/sprechblase_right.swf"; } } myImg.width = 20 + (35 * thisRadius); myImg.height = 16 + (29 * thisRadius); myDetailList.kom_graphic.addChild(myImg); 41.
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var nameLabel:Label = new Label(); nameLabel.text = user.name; nameLabel.initialize(); if(user.id != this.currentUser.id){ myDetailList.kom_graphic.addChild(nameLabel); } 46.
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myImg.y = y; nameLabel.y = y + myImg.height; if(leftSide){ if(odd){ myImg.x = x ‐ 10 ‐ myImg.width; nameLabel.x = 10; 121 }else{ myImg.x = 10; nameLabel.x = 10; } odd = !odd; }else{ if(odd){ myImg.x = 2*x ‐ myImg.width; nameLabel.x = x + 10; }else{ myImg.x = x + 10; nameLabel.x = x + 10; } y += 80; } leftSide = !leftSide; 52.
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} } Quellcode 14: Datenverarbeitung auf dem Client für die Rollenverteilung 2.2 Langfristige Beziehung 1. var date:Date = new Date(); 2. var time:Number = Math.round(date.time / 1000) – parseInt(messInfo.groupBegin,0); 3. var timeSeq:Number = Math.round(time/4); 4. var item:XML; 5. var countMess:Array = new Array(new Array(), new Array(), new Array(), new Array()); 6. var countMessAll:Number = messages.length(); 7. for each(item in messages){ 8.
var itemDate:Number = Math.round(date.time / 1000) ‐ parseInt(item,0); 9.
if( itemDate > timeSeq * 3){ 10.
countMess[3].push(item); 11.
}else if( itemDate > timeSeq * 2){ 12.
countMess[2].push(item); 13.
}else if( itemDate > timeSeq * 1){ 14.
countMess[1].push(item); }else { 15.
countMess[0].push(item); } } 16. var countMessDays:Array = new Array(new Array(), new Array(), new Array(), new Array()); 17. var daySlider:Number = myDetailList.dayCount_slider.value; 18. var daySeq:Number = Math.round(timeSeq/(86400*daySlider)); 19. for(var j:Number = 0; j < 4; j++){ 122 20.
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var arrayLength:Number = countMess[j].length;
for(var k:Number = 1; k < daySeq+1; k++){ for(var l:Number = 0; l < arrayLength; l++){ var itemDate:Number = Math.round(date.time / 1000) ‐ parseInt(countMess[j][l],0); if(itemDate <= (86400 * daySlider * k) && itemDate > (86400 * daySlider * (k‐1))){ countMessDays[j][k] = 1; } } } } 26. var countDays:Array = new Array(0,0,0,0); 27. for(var j:Number = 0; j < 4; j++){ 28.
for(var k:Number = daySeq; k > 0; k‐‐){ 29.
if(countMessDays[j][k] == 1){ 30.
countDays[j] += 1; } } } 31. for(var j:Number = 0; j < 4; j++){ 32.
var point:Canvas = new Canvas(); 33.
relation = 1‐(countDays[j]/daySeq); 34.
point.x = 53+(150*relation); 35.
point.y = 30 + (j*20); 36.
point.graphics.beginFill(colorArray[j]); 37.
point.graphics.drawCircle(8,8,8); 38.
point.graphics.endFill(); 39.
myDetailList.rel_graphic.addChild(point); } Quellcode 15: Datenverarbeitung für die langfristige Beziehung 2.3 Zugehörigkeit 1.
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var i:Number = 1; var messages:Number = 0; var count:Number = userList.length(); var sessionCountAll:Number = parseInt(group.sessionCount,0); if(sessionCountAll == 0) sessionCountAll = 1; var step:Number = 90/count; var angle:Number = step; var item:XML; for each(item in userList) { var user:Object = this.userArray[item.id]; var bigDate:Number = 0; var messageList:XMLList = item.messages.children(); var item2:XML; var countSessions:Number = 0; 123 15.
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for each(item2 in messageList) {
if(item2.children().length() > 0){ countSessions += 1; } } var myDate:Date = new Date(); user.lastDay = ((myDate.time / 1000) ‐ bigDate)/86400; user.sessions = countSessions; } 21. for each(item in userList) { 22.
user = this.userArray[item.id]; 23.
var radius:Number = (1‐(user.sessions / sessionCountAll))*90; 24.
if(radius > 90){ 25.
radius = 90; } 26.
if(radius < 10){ 27.
radius = 10; } 28.
var thisX:Number = x+(Math.cos(angle * Math.PI/180)*radius); 29.
var thisY:Number = y‐(Math.sin(angle * Math.PI/180)*radius); 30.
var myCircle:Canvas = new Canvas(); 31.
if(user.id == this.currentUser.id){ 32.
myCircle.graphics.beginFill(0x0071BC,1); 33.
myCircle.graphics.lineStyle(1,0x0071BC,1); }else{ 34.
myCircle.graphics.beginFill(0x000000,1); 35.
myCircle.graphics.lineStyle(1,0x000000,1); } 36.
myCircle.graphics.drawCircle(thisX,thisY,(3+((radius/90)*6))); 37.
myCircle.graphics.endFill(); 38.
myCircle.toolTip = user.name; 39.
myDetailList.rel_graphic.addChild(myCircle); 40.
angle += 2*step; } Quellcode 16: Datenverarbeitung für die Zugehörigkeit 3. Evaluation Fragebogen Dieser Fragebogen dient der Evaluation des in der Diplomarbeit entwickelten Prototyps und soll Rückschlüsse über die Usability des Programms und die Unterstützungsfunktion der integrierten Umgebungsinformation liefern. 124 1. Wie oft benutzen Sie ein Chat‐Programm? täglich mehrmals in der 1 mal in der Woche Woche 1 ‐ 3 mal im Monat 2. Wie kommen Sie mit der Bedienung des Chat‐Prototyps zurecht? sehr gut gut normal schlecht seltener oder gar nicht sehr schlecht 3. Können Sie die Integration von neuen Umgebungsinformationen erkennen und finden? ja, alle ja, einige teils teils nein, nur nein, keine wenige 4. Finden Sie die neuen Informationen störend oder hilfreich? hehr hilfreich hilfreich teils teils störend sehr störend 5. Sind die neuen Informationen für sie schnell verständlich? sofort verständlich teils teils langsam unverständlich verständlich verständlich 6. Wie gut würden die neuen Informationen Sie bei der Kommunikation unterstützen? sehr gut gut teils teils etwas gar nicht 7. Würden die neuen Informationen die Arbeit in der Gruppe verbessern? ja eher ja teils teils eher nein nein 125 4. CD‐Inhalt In diesem Abschnitt wird beschrieben, wie der Inhalt und die Struktur auf der beigepackten CD aufgebaut sind. •
Prototyp ƒ
Ambient_Chat_AIR ƒ
Server ƒ
•
ambient_chat •
mysql‐datei.txt Ambient_Chat.air •
Quellen •
Diplomarbeit.pdf Auf der CD befinden sich die Diplomarbeit als pdf‐Datei, ein Ordner mit dem Prototyp und ein Ordner mit allen Online‐Quellen. Im Ordner Prototyp ist einmal die Anwendung als installierbare air‐Anwendung, ein Ordner mit dem Programmquellcode und ein Ordner mit den Server‐Dateien. Im Server‐Ordner befinden sich eine sql‐Datei (mysql‐datei.txt) mit der exportierten Projektdatenbank und ein Ordner mit allen PHP‐Dateien für die Client‐Server‐Kommunikation. Zur Installation wird eine XAMPP‐Distribution (XAMPP, 2009) benötigt. Mit Hilfe von phpmyadmin wird der Inhalt der Datenbank‐Datei mysql‐datei.txt in die Datenbank importiert und die benötigten Benutzer und Gruppen angelegt. Der Ordner ambient_chat wird in den Ordner /htdocs der XAMPP‐Installation kopiert. Daraufhin kann die AIR‐Anwendung durch starten der Datei Ambient_Chat.air installiert und ausgeführt werden. 126 A Literaturverzeichnis AIM. 2009. http://www.aol.de/AIM/. http://www.aol.de/AIM/. [Online] 22. April 2009. http://www.aol.de/AIM/. AIR, Adobe. 2009. http://www.adobe.com/de/products/air/. http://www.adobe.com/de/products/air/. [Online] Adobe Systems Incorporated, 1. Juli 2009. Ardelt‐Gattinger, Elisabeth, Lechner, Hans und Schlögl, Walter. 1998. Gruppendynamik ‐ Anspruch und Wirklichkeit der Arbeit in Gruppen. Göttingen : Verlag für Angewandte Psychologie, 1998. Beck, Klaus. 2006. Computervermittelte Kommunikation im Internet. München : Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2006. Beißwenger, Michael. 2001. Chat‐Kommunikation ‐ Sprache, Interaktion, Sozialität & Identität in synchroner computervermittelter Kommunikation. Stuttgart : ibidem‐Verlag, 2001. —. 2000. Kommunikation in virtuellen Welten: Sprache, Text und Wirklichkeit. Stuttgart : ibidem‐
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Teufel, et al.,1995)............................................................... 12 Abbildung 2: Klassifikationsschema nach Unterstützungsfunktionen (vgl. Teufel, et al., 1995) ... 12 Abbildung 3: Group‐E Collaboration Software: Messager (Group‐E, 2009) .................................. 14 Abbildung 4: Phasenmodell der Teamentwicklung (vgl. van Dick, et al., 2005) ........................... 17 Abbildung 5: Sammlung von Emoticons (Skype, 2009) ................................................................. 27 Abbildung 6: Chat‐Fenster eines mIRC‐Client (mirc, 2009) ........................................................... 30 Abbildung 7: Chat‐Fenster des Anbieters ChatCity (ChatCity, 2009) ............................................. 32 Abbildung 8: Kontaktliste und Chat‐Fenster von Skype (Skype, 2009) .......................................... 34 Abbildung 9: Status‐Icons eines Users in Skype (Skype, 2009) ...................................................... 38 Abbildung 10: Status‐Icons im Nachrichten‐Fenster in Skype (Skype, 2009) ................................ 38 Abbildung 11: Aufbau der Umgebungsinformationen .................................................................. 44 Abbildung 12: Zusammenhang unter den Grundsäulen (Schröder, 2008) .................................... 45 Abbildung 13: Grundbausteine eines Chatsystems ....................................................................... 64 Abbildung 14: Datensicht ............................................................................................................... 65 Abbildung 15: Informationssicht .................................................................................................... 65 Abbildung 16: Das Integrationsmodell .......................................................................................... 67 Abbildung 17: Kurzfristige Kommunikation ................................................................................... 73 Abbildung 18: Langfristige Beziehung ............................................................................................ 75 Abbildung 19: Rollenverteilung ..................................................................................................... 76 Abbildung 20: Zugehörigkeit .......................................................................................................... 77 Abbildung 21: Beliebte Tags in Flickr (Flickr, 2009) ....................................................................... 78 Abbildung 22: Anmeldung und Projektauswahl ............................................................................ 92 Abbildung 23: Kontaktliste ............................................................................................................. 93 Abbildung 24: Status‐Symbole online, offline, abwesend und beschäftigt ................................... 93 Abbildung 25: Nachricht senden, Nachrichtenfenster offen, Details an und Details aus ............. 93 Abbildung 26: Chatfenster mit Texteingabe .................................................................................. 94 Abbildung 27: Symbol Historie auf und Historie zu ....................................................................... 95 Abbildung 28: Ansicht der Historie ................................................................................................ 95 Abbildung 29: Verständnishilfe zur Chatsprache ........................................................................... 96 Abbildung 30: Kennzeichnung ungelesener Nachrichten .............................................................. 97 Abbildung 31: Detailansicht ........................................................................................................... 98 Abbildung 32: Informationsanzeige zu einer Person ..................................................................... 99 Abbildung 33: Tageszeitanzeige: morgens, mittags, abends, nachts ............................................ 99 Abbildung 34: Informationsanzeige zu einer Gruppe .................................................................. 100 Abbildung 35: Kommunikationsanzeige ...................................................................................... 100 Abbildung 36: Beziehungsanzeige ............................................................................................... 101 130 C Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Input‐Prozess‐Output‐Modell des Teamerfolges (vgl. van Dick, et al., 2005) ............... 18 Tabelle 2: Smiley‐Varianten ............................................................................................................ 26 Tabelle 3: Soll‐Funktionen im IRC ................................................................................................... 31 Tabelle 4: Soll‐Funktionen im Webchat ......................................................................................... 33 Tabelle 5: Soll‐Funktionen im Instant Messenger .......................................................................... 36 Tabelle 6: Gewichtung der Grundsäulen in den einzelnen Phasen (Schröder, 2008) .................... 46 Tabelle 7: Personenbezogene Informationen ................................................................................ 48 Tabelle 8: Gruppenbezogene Informationen ................................................................................. 51 Tabelle 9: Projektbezogene Informationen .................................................................................... 52 Tabelle 10: Objektbezogene Informationen .................................................................................. 58 Tabelle 11: Aufteilung der Personendaten .................................................................................... 69 Tabelle 12: Rechte für kritische Informationen ............................................................................. 69 Tabelle 13: Beispiel von Gruppendaten ......................................................................................... 70 Tabelle 14: Benutzerzuteilung zu einer Gruppe ............................................................................. 70 Tabelle 15: Daten zu Gruppensitzungen ........................................................................................ 70 Tabelle 16: Datenansicht von Nachrichten .................................................................................... 71 Tabelle 17: Stilelemente und ihre Bedeutung ................................................................................ 72 Tabelle 18: Relation von Skala‐Wert zu Distanzzone ..................................................................... 74 Tabelle 19: Datenbank‐Tabellen..................................................................................................... 84 Tabelle 20: Beispiel für die langfristige Beziehung ......................................................................... 91 131 D Quellcode Quellcode 1: Datenbank‐Abfrage für die kurzfristige Kommunikation ......................................... 87 Quellcode 2: Datenverarbeitung zur kurzfristigen Kommunikation .............................................. 89 Quellcode 3: Dantenbank‐Abfrage zur Anmeldung ..................................................................... 114 Quellcode 4: Datenbank‐Abfrage zur Projektauswahl ................................................................. 114 Quellcode 5: Teilnehmer‐Abfrage ................................................................................................ 115 Quellcode 6: Alle Gruppen des Projektes .................................................................................... 115 Quellcode 7: Personeninformationen ......................................................................................... 116 Quellcode 8: Gruppeninformationen .......................................................................................... 116 Quellcode 9: Datenbank‐Abfrage für Benutzer‐Rechte ............................................................... 117 Quellcode 10: Datenbank‐Abfrage für kritische Informationen .................................................. 117 Quellcode 11: Datenbank‐Abfrage für die Rollenverteilung ....................................................... 118 Quellcode 12: Dantenbank‐Abfrage zur langfristigen Beziehung ................................................ 119 Quellcode 13: Datenbank‐Abfrage für die Zugehörigkeit ............................................................ 120 Quellcode 14: Datenverarbeitung auf dem Client für die Rollenverteilung ................................ 122 Quellcode 15: Datenverarbeitung für die langfristige Beziehung ............................................... 123 Quellcode 16: Datenverarbeitung für die Zugehörigkeit ............................................................. 124 132 Ehrenwörtliche Erklärung Ich, Steffen Schröder, erkläre hiermit ehrenwörtlich, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig und alleine angefertigt habe. Die aus fremden Quellen direkt oder indirekt übernommenen Gedanken sind als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit wurde bisher keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegt und auch noch nicht veröffentlicht. Ich bin mir bewusst, dass eine unwahre Erklärung rechtliche Folgen haben wird. Dresden, den 30.07.2009 Steffen Schröder 133 Danksagung An dieser Stelle möchte ich mich bei all denjenigen bedanken, die mich bei der Anfertigung dieser Diplomarbeit unterstützt haben. Ein ganz besonderer Dank gilt meinem Betreuer, Herrn Prof. Rainer Groh, der es mir ermöglicht hat diese Arbeit anzufertigen und mich durch seine hilfreichen Anregungen immer wieder unterstützt hat. Weiterhin möchte ich mich bei meiner Mutter und Bernd bedanken, die mir dieses Studium überhaupt erst ermöglicht haben. Außerdem möchte ich mich bei Jörn Schmidt und Michael Zitzmann für ihre Unterstützung und hilfreichen Verbesserungsvorschläge bedanken. Ein herzliches Dankeschön geht an Matthias Dodt, Martin Hetzer, Anna Mittermüller und Katharina Bour, die mich während der gesamten Diplomarbeitsphase moralisch unterstützt und mir den Rücken gestärkt haben. 134