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Was wir von Einheimischen lernen können
Bei den Buschleuten in der Kalahari
Ein Traum wird real Die Weite Afrikas blinzelt
immer wieder zwischen
strahlend
weißen
„Schäfchenwolken“ hervor.
Ich bin „gefangen“ auf dem
Flugzeugsitz des Airbus,
der mich nach Windhoek
trägt. So wie Wolken, fetzen
Gedanken
aus
der
Vergangenheit
durch
meinen Kopf. Vor mir sehe
ich das Bild des alten
Buschmannes wieder, das
hagere Gesicht, die Falten
und das Leuchten in seinen
Augen. Dieses Foto tauchte mit einer E-Mail Anfang November zwischen vielen
anderen neuen Nachrichten auf meinem Laptop auf und hielt die Zeit für mich an. Da
war er wieder, mein Traum mit den San-Buschleuten durch die Kalahari zu streifen,
einer von ihnen zu sein, zu verschmelzen mit der Savanne, mit ihnen zu jagen, am
Lagerfeuer zu sitzen ... Es tauchten damit Bilder aus der geistigen Schatztruhe
meiner Kindheit auf, Erinnerungen an Filme über Jäger und Sammler in Afrika, in
denen Kinder auf dem Sandboden saßen und lachten. Die Kinder im Film hatten
gespannt beobachtet, wie ein alter Jäger die Bewegungen der Antilope nachmachte,
als sich der Leopard an sie angeschlichen hatte und dann zum tödlichen Sprung
angesetzte. Das war Schule, wie ich sie mir gewünscht hätte! Mehr als 40 Jahre
später sah ich in dieser E-Mail wieder einem Buschmann in die Augen. Es war ein
Blick, der mir tief ins Herz drang. Es war der Moment, in dem ich die Entscheidung
traf und somit alte Muster aus meiner Vergangenheit mit einem einzigen Satz für
immer verbannte. „Ich erlaube mir, die Buschleute in diesem Winter zu besuchen!
Warum nicht?“
Dieser Satz sollte mich in eine neue Freiheit führen und aufgestaute Lebensenergien
frei setzen. Ich spüre jetzt noch das Glücksgefühl, das augenblicklich durch meine
Zellen schoss. Ich sprang auf und jubelte. „Ja, ich fahre zu den Buschleuten, in
diesem Winter!“ Ich tanzte um meinen Schreibtisch herum und sang vor Freude. Ich
weiß bis heute nicht, warum ich mir diesen uralten Wunsch nicht schon längst erfüllt
hatte, ich weiß nur, dass dieses Verbot mit einem alten Gefühl verbunden war, es mir
nicht zu erlauben - als ob der kleine Junge diesen Traum nicht leben dürfte. Damit
war jetzt Schluss! Der gereifte Mann hatte den verletzten Jungen an die Hand
genommen und entschieden, dass sie dort hin fahren würden und zwar bald.
Dann ging alles wie von selbst. Mein Verstand war als erstes an der Reihe: „Wer
kann mir helfen, zu den San zu gelangen?“ Ich wünschte mir einen Menschen, der
den Kontakt zu ihnen vermitteln konnte, sozusagen einen „Türöffner“ in die
Gemeinschaft der San. Sekunden später kamen drei Namen in mein Bewusstsein
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und ich schrieb allen sofort eine E-Mail, in der ich meinen Wunsch so klar wie
möglich formulierte. Es folgte ein „Wunder“ nach dem anderen. Schon einen Tag
später kam eine Antwort unter dem Namen „Werner Pfeifer“. Jetzt erinnerte ich mich,
dass ich diesen Namen schon einmal gehört hatte. Dieser Mann bietet Reisen zu
den San an, doch ich wollte keine Touristentour zu den Buschleuten, ich will mit
ihnen leben. Das teilte ich ihm mit und als kurz darauf eine Antwort kam, sah ich
mich bestätigt, das würde mein Kontaktmann in Namibia sein. Ich bekam seine
Telefonnummer und die Aufforderung: „Du kannst mich heute oder übermorgen
anrufen, ich bin gerade in Deutschland!“ Mir blieb für einen Moment fast die Luft weg.
„So schnell können Wünsche war werden“, dachte ich.
Ich war aufgeregt, als ich die deutsche Telefonnummer wählte. In meinem Kopf hatte
ich klare Fragen abrufbar. Schon nach dem zweiten Klingelton hörte ich: „Hallo!“ und
Werner war schon an der Leitung. Ich fiel sofort mit der Türe ins Haus und erklärte
ihm, dass ich für einige Zeit mit den Buschleuten leben möchte. Seine prompte
Antwort: „Das ist kein Problem“. Werner nannte mir den Namen eines San und einen
Ort, zu dem ich fahren müsse, um sie zu treffen. Im Gespräch stellte sich heraus,
dass Werner ein „Lebendes Museum“ gegründet hatte, um den Buschleuten die
Möglichkeit zu geben, ihre alte Tradition wieder zu praktizieren. Einerseits berührte
mich dies, weil es eine Möglichkeit war, den Ureinwohnern Afrikas ihre Würde wieder
zu geben, auf der anderen Seite war ich skeptisch bei dem Begriff „Museum“.
Werner war bereit, mir bei einem Treffen mehr darüber zu erzählen. Mein Herz
jubelte, während ich ihm am Telefon weitere Fragen stellte. Im Geiste sah ich mich
schon mit Pfeil und Bogen hinter den Buschleuten durch die Savanne schleichen ...!
Doch wie sollte ich von Windhoek in den Norden Namibias kommen? Ich brauchte
ein Fahrzeug und besprach mit dem unbekannten Mann auf der anderen Seite der
Telefonverbindung meinen Plan. Ich wollte für die Zeit einen Landrover kaufen und
ihn vor meiner Abreise wieder verkaufen, so wie ich es in anderen Ländern schon
praktiziert hatte. Das Schweigen auf der anderen Seite der Leitung ließ vermuten,
dass es keine gute Idee war. Dann kam Werner mit dem Vorschlag, mir seinen VWBus für zwei Monate zu leihen - als ob er meine geheimen Wünsche erraten hätte.
Ein Fahrzeug, in dem ich wie ein moderner Nomade unabhängig reisen konnte, war
das Optimale für mein Vorhaben. Ich überlegte nicht lange und sagte zu.
Das Telefonat dauerte keine Viertel Stunde und schon war meine Reise zum Greifen
nahe. Alles andere war Routine: Flug buchen, die Ausrüstung zusammenstellen,
angefangene Aufträge bis dahin abschließen
etc.
Die Boing setzt bereits zum Sinkflug an, als ich
aus meiner Erinnerung wieder in die
Wolkenlandschaft um mich herum eintauche.
Die Maschine schüttelt sich durch den
hellgrauen Nebel und Stück für Stück wird die
Weite Namibias sichtbar. Die Schatten der
Wolken sehen wie Wassertümpel aus. Real
dagegen sind die schnurgeraden Wege, die sich
wie ockerfarbene Linien vom kargen Grün
abheben. Ich erinnere mich an die Zeilen aus
dem Reiseführer, dass Namibia neben der
Mongolei das am dünnsten besiedelt Land der
Welt ist. Vor 200 Jahren war Windhoek noch
nicht „geboren“ und jetzt setzen wir auf einer
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Piste auf, die Namibias Hauptstadt mit dem Rest der Welt verbindet. Grauenvolle
Dinge haben sich im Laufe der Zeit ereignet. Das frei lebende Wild wurde soweit
dezimiert, dass es heute in Nationalparks geschützt werden muss. Zahlreiche
Spezies wurden komplett ausgerottet. Rinder weiden heute zu Hunderttausenden in
den Gebieten, das einst der Lebensraum der Buschleute waren. Zweihunderttausend
allein um Windhoek, dazu Ziegen und Schafe. Die San lebten hier nachweislich seit
hundertachtzigtausend Jahren im Einklang mit der Schöpfung. Der Tisch war reich
gedeckt. Sie waren Teil der Natur und besaßen gerade mal das, was sie zum Leben
brauchten – kleine Grashütten, einfache Werkzeuge, um Wurzeln zu graben und
Bögen zu bauen und spirituelle Tänze, mit denen sie Kontakt in die andere Welt
aufnahmen. Der Kreis der Sippe war noch intakt, als die ersten Weißen das Land
betraten und die Verbindung zu Gott war ein starkes Band.
Heute sind sie ohne Land, ohne Jagdgebiete, ohne Perspektive, das Schlusslicht in
der Hierarchie der Bevölkerung, die sich im Süden Afrikas im Laufe der
Generationen gebildet hat. Aber es gibt sie noch und einige wenige Sippen leben so
ursprünglich, wie es heute noch möglich ist. Genau da werde ich hin fahren, um von
ihnen zu lernen.
Zwei Vagabunden haben sich getroffen. Als sich vor mir die Schiebetüre
des
kleinen
Flughafens
automatisch öffnet, sehe ich
zwischen den Menschen mit
Schildern in der Hand einen Mann,
der durch seinen langen Bart
auffällt. „Das muss Werner sein“,
denke ich, weil mir sofort das Foto
von seinem Bus einfällt, das er mir
per E-Mail geschickt hatte. „Dirk
S.“ lese ich auf dem weißen Blatt vor ihm. Er wirkt noch sympathischer, als ich am
Telefon vermutet hatte. Draußen in der Sonne wartet Anna auf mich. So hat er
seinen VW-Bus getauft, der mit Zeichen der Buschleute und Tieren der Savanne
bemalt ist. Anna wird für die nächste Zeit mein Zuhause sein. Bevor wir in die Stadt
fahren, macht Werner noch einen kleinen Schlenker zu seinem Lager. Es ist ein
Schuppen aus glänzendem Wellblech, den er vor kurzem erst auf der Farm seines
Freundes aufgestellt hat. Hier lagern
seine Ausrüstungsgegenstände für die
Touren, die er als Reiseleiter hin und
wieder führt. Als die Tür von ihm unter
Quietschen geöffnet wird, fallen mir
als erstes einige Bögen und Pfeile der
Buschleute auf und rechts daneben
ein Stapel einfacher Äxte, die ich von
ihrer Machart ebenfall den San
zuschreibe. Noch während ich sie
neugierig betrachte, überreicht mir
Werner eine davon mit den Worten:
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„Die schenke ich Dir, du wirst sie brauchen.“ „Wie bitte? Du schenkst sie mir?“
wiederhole ich überrascht. „Ja, die Buschleute arbeiten viel damit!“ Dann holt er ein
Zelt, Wasserkanister und weitere nützliche Dinge für die Reise aus den Regalen.
Zwischendrin fasst er sich an den Bart und ich „sehe“, wie seine Hirnzellen in
Höchstgeschwindigkeit arbeiten, um sich daran zu erinnern, wo er den nächsten
Gegenstand abgelegt hat. Schließlich fehlen nur noch ein Schlafsack und die weiche
Liegematte.
Die Einladung seines Freundes zu einer Tasse Kaffee lehnen wir ab, weil Werner
heute noch einiges erledigen möchte. Die Zeit reicht gerade, um zu erfahren, dass
Uwe aus Deutschland ist und Rinder züchtet und bis zu 1000 Tiere auf dem Gelände
hat. Die Größe der Farm von Zehntausend Hektar kann ich erst erahnen, als er auf
den Berg am Horizont zeigt, der einen Teil der Begrenzung bildet. In Bruchteilen von
Sekunden geht mir die Geschichte der Kolonialisierung Namibias durch den Kopf ...
1795 übernahmen die Engländer die Macht am Kap und nahmen Besitz von der
Südwestafrikanischen Küste. Um 1800 begannen die Missionare ihr Werk. Von da an
wurden Fakten geschaffen, die das Leben in diesem Land grundlegend verändert
haben ...
Werner und ich reden auf der langen Fahrt bis
Windhoek ununterbrochen und stellen so viele
Gemeinsamkeiten fest, wie ich sie selten bei
einem Mann erlebt habe. Er liebt die Freiheit
und das Abenteuer genauso wie ich. Seine
Leidenschaft ist das Leben der Jäger und
Sammler in der Steinzeit. Und davon redet er
nicht nur, das lebt er im Sommer in
Norddeutschland so authentisch wie möglich.
Den Winter verbringt der Lebenskünstler in
seiner Heimat als Tour-Guide oder wie gerade,
als Handwerker bei seinem Freund Carsten. Er ist ebenfalls aus Deutschland und hat
sich am Rande der Hauptstadt niedergelassen. Hinter Stacheldraht verbirgt sich sein
kleines Anwesen mit Swimmingpool, einigen Gästezimmern und Büroräumen.
Carsten hat sich auf Individualreisen spezialisiert und deckt damit erfolgreich eine
Marktlücke ab. Anna muss heute vor dem Tor parken, weil im Innenhof neben den
vier sandfarbenen Landrovern kein Platz mehr
ist. Gleich neben ihr sehe ich die ersten
Giraffen, Nashörner und verschiedenen Vögel
der Savanne – allerdings aus Blech gefertigt.
Der Künstler steht gleich neben mir, als er mein
Interesse sieht und erzählt, dass er die Tiere
ursprünglich aus Holz geschnitzt hat. Doch weil
sie zum transportieren zu schwer waren, hat er
sich auf die Verwertung von Blechabfällen
spezialisiert. Er verkauft hauptsächlich an die
Weißen aus der Gegend, klärt er mich auf.
Da hier für die nächsten Tage noch ein Zimmer frei ist, klärt sich meine Frage der
Übernachtung wie von selbst. An diesem Ort habe ich alles, was ich für die
Vorbereitung meiner Tour brauche. Zwischendurch kann ich Werner auf seinen
Einkäufen in der Stadt begleiten. So bekomme ich einen ersten Eindruck von der
200.000 Einwohner zählenden Stadt, die mitten im Buschland errichtet wurde. Dass
80 Prozent der Schwarzen arbeitslos sein sollen, fällt mir nicht auf, erklärt aber die
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hohen Mauern und Zäune um den Besitz der
Wohlhabenden.
Neben
Baumarkt,
Holzhändler und Autozubehör-Geschäft
stoße ich auf meine ersten Buschleute, die
mit Pfeil und Bogen auf Passanten zielen –
doch auch sie sind aus Metall und markieren
das Souvenirgeschäft in der City.
Ich bewege mich laut Reiseführer auf 1.650
Metern über dem Meeresspiegel, doch wirkt
es auf mich, als wäre ich ein einer weiten
Ebene gelandet. Das Klima ist angenehm, wie an einem heißen Sommertag bei uns
daheim. So sitzen wir am Abend entspannt unter der Laube im T-Shirt. Neben mir
noch zwei weitere Gäste und viele Mücken, die sich ungefragt dazu gesellen.
Natürlich sprechen wir über die Buschleute, was im mir Reisefieber aufkommen
lässt. Auf einer Karte zeigt mir einer der Gäste die verschiedenen Stämme, die heute
vorwiegend noch in Namibia und Botswana leben, einige in Angola und Südafrika.
Vor genau 10 Jahren ist im Norden das erste lebende Museum der Ju|Hoansi
entstanden (der | kennzeichnet einen der vier Schnalzlaute), das von den dortigen
San selbst geführt wird. Werner und seine Freunde waren nur die „Geburtshelfer“.
Die San haben ihre eigene Form gefunden, die Einnahmen unter sich gerecht
aufzuteilen und sogar Leute eingesetzt, die für einen gleichbleibenden Standard
sorgen. Ich bin überrascht von den Erzählungen und gespannt, was ich dann vor Ort
von ihnen höre. Werner bekam von anderen Weltreisenden berichtet, dass es das
beste Konzept sei, das sie kennengelernt hatten. Meine Skepsis schwindet immer
mehr. „Wir kümmern uns einzig und allein um die Vermarktung wie Webseite,
Broschüren, Schilder etc., darin sind wir schließlich Profis und diese Ausgaben
werden durch die Spenden getragen, die unser kleiner Verein in Deutschland
bekommt“, erklärt mir Werner die Verteilung der Aufgaben.
2010 ist der erste „Ableger“ entstanden. Dieser Wunsch kam von den San selbst.
Genau genommen von ||Oma, der das „Lebende Museum der Damara“, wie es auch
genannt wird, mitbegründet hat. Damals kam der engagierte San mit dem Vorschlag,
ein eigenes lebendes Museum in seiner Heimat, nahe der Grenze zu Botswana zu
gründen. Nicht nur bei Werner hat er damit offene Türen eingerannt. Seine Leute
waren schnell dabei und es geschah das „Wunder“, dass sie in dem Gebiet von
offizieller Seite die Erlaubnis zum Jagen bekommen haben. Damit sind sie bisher die
einzigen mit diesem Privileg. So heißt es auch das „Living Hunters Museum“. Immer
wieder erzählt Werner von seinem Traum, mit den Buschleuten eine Schule zu
gründen, in der das alte Wissen vermittelt wird. Das Wissen über die Pflanzen, die
Medizin. „Wenn du sie erlebst, dann weißt du, dass sie das Wissen über
Jahrtausende bewahrt haben. Dann wird dir klar, dass diese Menschen immer schon
hier gelebt haben!“ Werner sprüht förmlich vor Begeisterung, wenn er von seinem
Konzept spricht und hat mich schnell angesteckt. Lernen hat immer schon so
funktioniert. Das erkennen nun auch die Wissenschaftler, so praktizieren wir es in
den Wildnisschulen ...
Die Träume in der Nacht zeigen mir, dass an diesem Abend mehr passiert ist, als nur
ein Informationsaustausch. Ich spüre, dass meine alte Liebe zu den nativen Völkern
wieder viel Nahrung bekommen hat. Ich vermute, dass Werner mehr als nur ein
„Türöffner“ zu den Buschleuten ist. Ich ahne, dass mit dem Kontakt noch viel mehr
verbunden ist und vermute, dass es mit der Idee der Buschmann-Schule zu tun hat.
Nun muss ich aber erst einmal dort hin ...
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Der Aufenthaltsraum der Lodge gleicht einer Videothek und das Büro einer
Spezialbibliothek für Namibia-Themen. Von der Kolonialisierung bis zu den
Buschleuten gibt es hier für mich viel zu entdecken. Noch bevor die anderen wach
sind, lese ich in einem Buch über die Wildtiere, die Mitte des 19. Jahrhunderts
systematisch gejagt wurden und damit einige Arten aus der Savannenlandschaft
verschwanden. Darunter auch das weiße Nashorn. Farmen wurden über zig
Kilometer mit Wildzäunen eingefasst, um die Rinder zu schützen. Später begannen
einige Farmer wieder Wildtiere auf ihrem Gelände anzusiedeln und setzen heute auf
Trophäenjagd.
Die Reise steht unter einem guten Stern. Am dritten Tag in Windhoek kann ich es kaum noch aushalten. Ich muss endlich los.
Die Gespräche über die Buschleute haben nun mein Feuer so richtig zum lodern
gebracht. Noch die letzten Kleinigkeiten in der Stadt besorgen und dann gleich weiter
über die Westumgehung Richtung Norden auf den „Kalahari Highway“. In keiner
anderen Hauptstadt der Welt ist man so schnell wieder in der Natur, wie hier. Weite,
Weite und nochmals Weite, nur unterbrochen von der zweispurigen, schwarzen
Fahrbahn mit gelben Strichen in der Mitte, die wie mit einem fetten Marker in die
Landschaft gezogen wurde. Die Wassermassen, die kurz vor meiner Ankunft vom
Himmel herabgeschossen sind, haben die Landschaft verändert. Das Buschland ist
nun üppig grün und einige Bäume blühen in kräftigen Farben. Immer öfters sehe ich
Termitenburgen in ocker-rot, die teilweise so hoch sind wie die Bäume.
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...
Am Sonntag, den 23. Februar geht die Reise weiter. Ich stelle dabei fest, dass die
Informationen genau zu dem kommen, worauf meine Aufmerksamkeit gerichtet ist –
die Buschleute!
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