Wilde Fahrt bei Madame Tussauds

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Wilde Fahrt bei Madame Tussauds
ARBEITSSCHUTZ UND SICHERHEITSTECHNIK
Wilde Fahrt bei Madame Tussauds
In die Betriebsautomatisierung integriertes Sicherheitssystem
Moderne Fahrgeschäfte und Produktionseinrichtungen
haben
einiges
gemeinsam: Hier wie dort sorgen
dynamische Antriebe für automatisierte Bewegungen. Und: Stillstand
ist absolut unerwünscht, sonst geht
die Wirtschaftlichkeit in den Keller.
Klar, dass trotz aller Gewinnsucht die
Sicherheit der Menschen an oberster
Stelle steht.
Bild 2: Bei Madame Tussauds sorgt moderne Technik für Sicherheit
Ein Besuch bei Madame Tussauds in
London umfasst neben der obligatorischen Wachsfigurenausstellung auch
eine so genannte „Spirit of LondonFahrt”. Besucher werden auf eine Zeitreise schickt, in der sie London von
seinen frühen Anfängen bis in die Gegenwart erleben (Bild 2). In einem von
87 Londoner Taxis „fahren” Passagiere
durch die Geschichte Londons. Damit
ihnen dabei nichts zustößt, hat Siemens
Automation and Drives (A&D) die Sicherheit und Kontrolle der Erlebnisfahrt
auf den neuesten Stand der Sicherheitstechnik gebracht (Bild 1).
Interdisziplinäre Technik
Der Leistungsumfang der Anlage ist
sehr vielschichtig und umfasst jede
Menge mechanischer und elektrischer
Antriebe, synchronisierte Beleuchtung,
Klang- und Spezialeffekte sowie eine
gezielte mehrsprachige Erläuterung.
Um dieses einzigartige Indoor-Fahrgeschäft aufzubauen, wurden die verschiedenen Technologien automatisierter,
fahrerloser Systeme, der Industrieautomatisierung und der Theaterwerkstätten
kombiniert. Die Sicherheitssysteme sind
so konzipiert, dass sie bei jeder StöBild 1: Sicherheitsmonitor nach
neustem Stand der Technik
rung Sicherheit gewährleisten können –
egal ob diese durch die Anlage selbst,
durch die Besucher oder äußere Ereignisse ausgelöst wurde.
Die Betreiber von Madame Tussauds
haben das lokale Ingenieurbüro
D.B. Brooks, das sich auf Fahrgeschäfte spezialisiert hat, beauftragt, einen
detaillierten Entwurf für die erforderliche Sicherheitstechnik zu erstellen. Eine gemeinsame Überprüfung der Alternativen hat schnell gezeigt, dass die Installation von Siemens AS-Interface
Safety at Work (im System AS-Interface
integrierte Sicherheitstechnik) die Kombination von höchstmöglicher Sicherheit und Zuverlässigkeit bei betrieblicher Flexibilität erlaubt. Möglich ist dies
durch die Einführung der neuen internationalen Standards EN-954-1 und IEC,
die jetzt erlauben, dass alle Sicherheitsund Betriebsführungssysteme vollständig integriert werden können.
Zertifizierte Sicherheit
Mit AS-Interface Safety at Work werden
diese technischen Voraussetzungen erfüllt und in die Praxis umgesetzt. Dabei
setzen Sicherheitsfunktionen so weit
wie möglich auf Komponenten der seit
Jahren bewährten Betriebsautomation
auf. Im Fall des AS-Interface werden auf
hardwaremäßig unveränderten Kommunikationswegen neben den Signalen der
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Betriebsautomation nun parallel auch
die Signale mit Sicherheitsverantwortung übertragen. Eigens entwickelte
und zertifizierte Sicherheitsbauteile
zum Senden, Empfangen und Auswerten der sicheren Signale sind mit dem
bestehenden Kommunikationskonzept
kompatibel. Dies ermöglicht durch Einsparung bei Verdrahtung und einfacherer Diagnose einen entscheidenden
Vorsprung bezüglich der Wirtschaftlichkeit. Die Anwendung bei Madame Tus-
monitor ausgewertet (Bild 3). An jedem
Einsatzort, geben die Bediengeräte
OP7 von Siemens Zugang zu allen Kontrollelementen – von normalen Bedienungs- und Wartungsarbeitsschritten
über sicherheitstechnische Elementen
bis hin zu Feueralarm- und Evakuierungssystemen. Umfangreiche Diagnoseinformationen sind darin inbegriffen.
Lichtvorhänge der Baureihe Siguard,
ein Safety-Integrated-Produkt für Anwendungen bis zu EN954-1 Kategorie 4, errichten ein optisches
Integriertes System erhöht die Sicherheit
Schutzfeld, das Personen sicher detektiert, falls diese
Safety Integrated heißt ein Konzept aus dem
während der Fahrt aussteiHause Siemens, das alle Aspekte der Ablaufgen. Für den Fall, dass eine
steuerung und des Datenmanagements vereint
Notfallsituation eintritt, dauert
um höchstmögliche Sicherheitsstandards für
es weniger als zwei SekunMenschen, Maschinen und Umwelt zu bieten. Es
ist ein durchgängig in die Betriebsautomatisieden, bis das Fahrgeschäft gerung integriertes Sicherheitssystem von Totally
stoppt ist und die BeleuchIntegrated Automation. Durch diesen Ansatz intung angeht. Parallel wird die
novativer Sicherheitstechnologie ergeben sich
Notfallevakuierung gestartet,
für die Anwender Vorteile in Sachen Wirtschaftdie
Sicherheitsbeleuchtung
lichkeit, Flexibilität und Sicherheit.
und Durchsagen beinhaltet.
sauds ist vor allem deswegen von besonderer Bedeutung, weil es in England
die erste Anwendung von AS-Interface
Safety at Work im Bereich der „hochentwickelten Technologiefahrgeschäfte”
im Markt der Besucher-Attraktionen ist.
Eine Steuerung Simatic S7-300, die
zentrale Schaltstelle der neuen Installation, hat über AS-Interface Zugriff auf
alle Aktuatoren und Sensoren und ist
zudem mit den sechs Bediengeräten
verbunden, die jeden Aspekt der Fahrt
kontrollieren. Parallel werden die sicherheitgerichteten Signale kontinuierlich
über einen unabhängigen Sicherheits-
Das System kommt gut an
Die Ingenieure von Madame Tussauds
haben das AS-Interface Safety at WorkNetz selbst installiert und mussten die
Einrichtung während der vierwöchigen
Installationsperiode nur für fünf Tage
schließen. Die installierte Ausrüstung
ist wie maßgeschneidert für diese spezielle Anwendung. Alle eingesetzten
Komponenten wie beispielsweise die
Lichtvorhänge sind unempfindlich gegen EMV-Einflüsse, Staub und Feuchtigkeit. Ein beträchtlicher Nutzen – nicht
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Bild 3: Gruppenbildung sicherer Komponenten mit
Safety at Work
nur für die Betreiber solcher Attraktionen wie Tussauds, sondern vor allem
auch für industrielle Anwender.
David Joy, Anlagenmanager von Madame Tussauds, meint dazu: „Das verbesserte Sicherheitsniveau auszunutzen, ist für den Betreiber von Besucherattraktionen keine Option, sondern von
essentieller Bedeutung. Die vollständige Integration von Sicherheits- und Betriebsführungssystemen auf jeder Ebene unserer Fahrt hat außerordentliche
Verbesserungen bei der Verfügbarkeit
gebracht. So wurden die Stillstandszeiten bis zu 60 Prozent reduziert und unser Betriebspersonal hat die Verbesserung ebenfalls willkommen geheißen.
Wir können nun alle audiovisuellen und
mechanischen Effekte von einem zentralen Gerät aus bedienen.”
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