Pressemappe zur Eröffnung der Akademie der Künste der Welt

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Pressemappe zur Eröffnung der Akademie der Künste der Welt
PRESSEKONFERENZ „Eröffnung der Akademie der Künste der Welt“
Inhaltsübersicht:
- Presse-Information
- Programmüberblick „Cutting Edge“
- Ausführliches Programm „Cutting Edge“ inkl. biografischer
Informationen
- Erste Fellows des Stipendiatenprogramms
- Reihe „Reden über Europa“ der Allianz Kulturstiftung
- Die Akademie der Künste der Welt (allgemeiner Text)
- Kurzbiografien der Akademiemitglieder
- Chronologie
- Die Junge Akademie
- Ausschreibung Junge Akademie
Beilage:
- Programmheft „Cutting Edge“
- Postkarte „Take a seat“
Fotos zu den Teilnehmern und Künstlern des Cutting Edge-Programms sowie von den
Akademiemitgliedern finden Sie unter:
www.academycologne.org Service Presse
Pressekontakt:
Janine Hüsch
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Press and Public Relations
Akademie der Künste der Welt/Köln, gGmbH
c/o Stadt Köln, Dezernat für Kunst und Kultur
Richartzstraße 2-4 | 50667 Köln
Tel. +49 (0)221-22129362
[email protected]
Presse-Information
anlässlich der Pressekonferenz am 25.10.2012
Eröffnung der Akademie der Künste der Welt
Es ist endlich soweit: Am 27.10.2012 wird die Akademie der Künste der Welt in Köln
offiziell eröffnet.
Die Akademie der Künste der Welt ist eine bundesweit neuartige Einrichtung. Sie
versammelt renommierte Künstler, Theoretiker und Kuratoren aus aller Welt und allen
Sparten, die als Künstlergesellschaft das Programm der Akademie bestimmen und
gestalten. Die Akademie möchte mit ihren Aktivitäten auf den gesellschaftlichen Wandel
reagieren, sich gezielt mit globalen Themen in Kunst und Gesellschaft auseinandersetzen
sowie den interkulturellen Dialog voranbringen. In ihrer dezidiert globalen Ausrichtung und
mit einem expliziten Auftrag, sich auch mit Fragen zur Migrationsgesellschaft
auseinanderzusetzen, ist die Kölner Akademie deutschlandweit bisher einmalig. Die
Akademie steht für ein kosmopolitisches Kulturleben und eine künstlerische und politische
Arbeit jenseits nationalstaatlicher Dogmatik.
Die Akademiemitglieder realisieren eigene künstlerische Projekte, fördern Projekte lokaler
und internationaler Partner, wählen Stipendiaten für das Fellowship-Programm der
Akademie aus und bringen sich auch in die Gestaltung der Jungen Akademie ein, bei der
Jugendliche aus Köln eigene künstlerische Aktivitäten setzen.
Die Akademie der Künste der Welt ist dezentral organisiert, d.h. sie realisiert künstlerische
Projekte in Kooperation mit den verschiedenen Kultureinrichtungen der Stadt Köln. Mit der
Vernetzung internationaler Künstlerpersönlichkeiten in Köln möchte sie nicht nur einem
interkulturellen Zugang zu Kunst und Kultur Vorschub leisten. Sie will vielmehr auch neue
Formen des künstlerischen Zusammenwirkens entwickeln, die beispielhaft für eine
Überwindung eurozentristischer Perspektiven in der Kunst stehen können.
Zu ihrer Eröffnung am 27.10.2012 im COMEDIA Theater widmet sich die Akademie mit
dem eintägigen Festival „Cutting Edge. Ein Tag in Köln zum Thema Beschneidung“
bewusst der durch das Kölner Urteil ausgelösten Beschneidungsdebatte. Künstler und
Wissenschaftler verschiedener Disziplinen beleuchten die Bedeutung der Beschneidung als
Motiv in der Kunst und bringen mit aktuellen Ansätzen der Gender- und Queerforschung
neue Zugänge in eine verfahrene und emotionalisierte Debatte.
Das Programm beginnt um 13 Uhr und geht bis in den späten Abend hinein. Es umfasst
Lesungen von Kamal Ben Hameda, Robert Schindel und Najem Wali, ein Konzert
der Kölner Vokalsolisten mit Interpretationen christlich-jüdischer Beschneidungsmusik von
Pérotin, Tomás Luis de Victoria und Steve Reich sowie den Auftritt der senegalesischen
Hip-Hop-Künstlerin Sister Fa. Die rezente Beschneidungsdebatte wird in einer
Podiumsdiskussion aus der Gender- und Queerperspektive (mit Antke Engel, Mimi Levy
Lipis, Mithu Sanyal, Tanja Scheiterbauer und Michael Thomson) beleuchtet sowie aus
der interkulturellen Sicht arabischer Künstlerinnen und Feministinnen hinterfragt (mit
Nermin Mollaoglu, Marwa Sharafeldin und Maya Zbib). Eine Lecture Performance
von Ins A Kromminga nähert sich dem Thema mit intersexuellem Zugang. Das
ausführliche Programm gibt es unter www.academycologne.org.
Während des Eröffnungswochenendes findet auch die zweite Mitgliederversammlung der
Akademiemitglieder statt, auf der weitere Pläne und Projekte für die Akademie besprochen
werden.
Im Moment wird auch die Junge Akademie aufgebaut. Sie richtet sich an junge Kölner
Erwachsene zwischen 16 und 21 Jahren, die daran interessiert sind, kulturell und sozial
etwas in Köln zu bewegen. Interessierte können sich bis zum 15. November als
Gründungsmitglied bewerben (www.academycologne.org/TakeASeat.html). Unter dem
Titel „Colognize the World“ findet am 28. Oktober um 16 Uhr ein Informationsnachmittag
zur Jungen Akademie im Club Bahnhof Ehrenfeld statt.
Die ersten Fellows des Stipendiatenprogramms der Akademie der Künste der Welt
werden bereits im Dezember 2012 nach Köln kommen: Es sind Basel Abbas und Ruanne
Abou-Rahme, ein palästinensisches Künstlerpaar, das seine Arbeiten an der Grenze von
Sound-Art, bildender Kunst und Performance realisiert.
Im Januar 2013 folgt der chinesische Schriftsteller Ye Fu. Er veröffentlicht neben Lyrik und
Prosa auch Essays und Reportagen sowie Drehbücher und Manuskripte für Fernsehserien.
Die Akademie plant außerdem eine Salon-Reihe, in der aktuelle Themen der Mitglieder und
Fellows öffentlich verhandelt werden. Die ersten Salons finden noch dieses Jahr statt.
Ab Beginn des nächsten Jahres wird die Reihe „Reden über Europa“ der Allianz
Kulturstiftung nach Berlin, Wien und München in Kooperation mit der Akademie der
Künste der Welt nun auch in Köln stattfinden. Die Diskursreihe wird Fragestellungen
aufwerfen, die im Zusammenhang mit der Akademie stehen sowie die Bedeutung der
Migration für Europa behandeln.
Fotos zu den Teilnehmern und Künstlern des Cutting Edge-Programms sowie von den
Akademiemitgliedern finden Sie unter:
www.academycologne.org Service Presse
Pressekontakt:
Janine Hüsch
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Press and Public Relations
Akademie der Künste der Welt/Köln, gGmbH
c/o Stadt Köln, Dezernat für Kunst und Kultur
Richartzstraße 2-4 | 50667 Köln
Tel. +49 (0)221-22129362
[email protected]
PROGRAMMÜBERBLICK
Eröffnung der Akademie der Künste der Welt am 27.10.2012
Cutting Edge. Ein Tag zum Thema Beschneidung in Köln
im COMEDIA Theater Köln
13.00 Uhr: „Get Togehter“
14.00 Uhr: Literaturprogramm
16.30 Uhr: Podiumsdiskussion 1: Cutting Gendered Edge
18.30 Uhr: Offizielle Eröffnung
19.00 Uhr: Konzert – Cutting Through Sound
21.00 Uhr: Podiumsdiskussion 2: Die feministische und die interkulturelle Perspektive
22.30 Uhr: Lecture Performance von Ins A Kromminga
Veranstaltungsort:
COMEDIA Theater
Vondelstraße 4-8
50677 Köln
Tickets:
Vorverkauf und Tages-/Abendkasse:
Tel. 0221-88877222
Tickets online:
www.offticket.de
www.koelnticket.de
Eintritt
Tagespreis: 15 , ermäßigt 12 Literaturprogramm: 7 , ermäßigt 5 Konzert: 10 , ermäßigt 8 Lecture Performance: 5 , ermäßigt 3 Podiumsdiskussionen: freier Eintritt
Infos
Akademie der Künste der Welt
Tel. 0221-97133651 oder www.academycologne.org
[email protected]
Festivalidee: Stefan Weidner; Produktion: Elissavet Hasse; Eine Veranstaltung der Akademie
der Künste der Welt; Gefördert durch die Stadt Köln und das Ministerium für Familie, Kinder,
Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.
Eröffnungsprogramm der Akademie der Künste der Welt am 27.10.2012
Cutting Edge. Ein Tag zum Thema Beschneidung in Köln
im COMEDIA Theater Köln
Seit ein Gericht in Köln im Mai 2012 das Urteil gefällt hat, dass die Beschneidung von
Babies und jungen Knaben eine schwerwiegende Körperverletzung darstellt, ist eine
hitzige Debatte entfacht.
Bewusst wendet sich die Kölner Akademie der Künste der Welt bei ihrer Eröffnung diesem
von Köln ausgegangenen Thema zu, ohne jedoch die öffentliche Diskussion reproduzieren
oder ihr eine neue Welle der Polemik hinzufügen zu wollen. Das eintägige Festival
behandelt das Thema Beschneidung vielmehr aus multidisziplinärer Perspektive, um den
Diskurs mit den Mitteln der Kunst und Wissenschaft zu erweitern und zu verrücken:
Cutting Edge geht auf die Suche nach der Bedeutung der Beschneidung als Motiv in der
Kunst und schlägt vor, über Obsessionen und Orthodoxien von Beschneidung als
physischer Markierung hinauszudenken. Ein Fokus der Diskussion wird auf Gender und
Biopolitik gelegt – stellen Beschneidungen doch auch eine Festlegung und Regulation
sexueller Identität und Erfahrung dar.
In Lesungen, Lecture Performances, Podiumsdiskussionen, Konzerten und der Interaktion
mit dem Publikum hinterfragen Künstler und Wissenschaftler die aktuelle Debatte, indem
sie ihr Augenmerk auf Aspekte richten, denen bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt
wurde.
Ausführliches Programm 27. Oktober 2012
13.00 Uhr
„Get Together“ in der Wagenhalle des COMEDIA Theaters
Beim Kaffee vor der Veranstaltung freuen sich die Mitglieder der Akademie der Künste der
Welt auf ein persönliches Kennenlernen mit allen an der Akademie Interessierten.
Dabei können Sie Fragen stellen, die Sie schon immer gerne über die Akademie der
Künste der Welt beantwortet wissen wollten.
14.00 Uhr
Literaturprogramm
Das Thema Beschneidung taucht häufig als Topos in der zeitgenössischen Literatur auf.
Ob als Sinnbild für die Revitalisierung jüdischen Lebens, als Zeichen der Identität oder als
Kritik an paternalistischen Strukturen islamischer Gesellschaften – die semantische
Bedeutung des Wortes hängt vom Kontext und seiner spezifischen Verwendung ab. Drei
prominente Autoren haben Beschneidung als literarisches Motiv verwendet: Kamal Ben
Hameda, Robert Schindel und Najem Wali. Sie stellen dies in kurzen Lesungen vor und
gehen in der Diskussion auch auf die aktuelle Beschneidungsdebatte ein.
Kamal Ben Hameda liest aus seinem Roman „Sieben Frauen aus Tripolis“ (Graf Verlag
2011). Robert Schindel liest aus seinem Roman „Gebürtig“ (Suhrkamp 1992).
Najem Wali liest aus seinem Text „Von der Macht des Messers“ (2012 veröffentlicht in
DiePresse.com und taz.de)
Lesungen und Diskussion: Kamal Ben Hameda, Robert Schindel, Najem Wali.
Moderation: Jenny Friedrich-Freksa. Kuratiert von Sigrid Gareis und Bettina Fischer. In
Kooperation mit dem Literaturhaus.
Kamal Ben Hameda
Kamal Ben Hameda, geboren 1954 in Tripolis (Libyen), verließ seine Heimat schon mit Anfang Zwanzig. Er
ging nach Frankreich, um intellektuellen Enge zu entkommen und ohne Angst vor Zensur und Restriktionen
frei als Schriftsteller arbeiten zu können. Er studierte in Südfrankreich und lebt inzwischen seit vielen Jahren
als freier Schriftsteller und Jazzmusiker in den Niederlanden. Bisher veröffentlichte er vor allem Lyrik.
Spätestens seit der Revolution in Libyen wird Kamal Ben Hameda als intellektuelle Stimme aus Nordafrika
gehört. Zuletzt erschien sein Roman „La compagnie des Tripolitaines“ (Elyzad Verlag, Tunesien) in
deutscher Übersetzung unter dem Titel „Sieben Frauen aus Tripolis“ im Graf Verlag (2011).
Robert Schindel
Robert Schindel, geboren 1944 in Bad Hall bei Linz (Österreich), ist Lyriker, Autor und Regisseur. Als Kind
jüdischer Kommunisten überlebte er den Nationalsozialismus in Wien. Während sein Vater im
Konzentrationslager starb, überlebte seine Mutter und fand ihren Sohn wieder, den sie ausgerechnet in
einem Wiener Kinderheim der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt hatte verstecken können. Schindel
wuchs in Wien auf. Nach einer abgebrochenen Buchhändlerlehre holte er seine Matura nach, studierte von
1967-73 Philosophie und Jura und engagierte sich in maoistischen Kreisen. Er war Mitbegründer der nach
Berliner Vorbild aufgebauten Studentenbewegung „Kommune Wien“ und der Literaturzeitschrift
„Hundsblume“, in der er auch seine lyrischen Texte publizierte. 1970 veröffentlichte er den Roman
„Kassandra“ und 1986 seinen ersten Gedichtband „Ohneland“. Es folgte die Veröffentlichung mehrerer
Werke, u.a. „Im Herzen die Krätze. Gedichte“ (1988), „Nacht der Harlekine. Erzählungen“ (1994), „Mein
liebster Feind. Essays, Reden, Miniaturen“ (2004) sowie der Essay- und Redenband „Man ist viel zu früh
jung“ (2011), allesamt im Suhrkamp Verlag erschienen. Sein 1992 veröffentlichter Roman „Gebürtig“ wurde
aufgrund seines Erfolges 2001 verfilmt.
Zentrale Themen seines Œuvres sind die Auseinandersetzung mit der Erinnerung an die Shoa sowie sein
Verhältnis zu Wien, und dessen nationalsozialistischer Vergangenheit.
2009 wurde er als Professor an die Wiener Universität für angewandte Kunst berufen. Schindel erhielt
zahlreiche Preise, darunter 1993 den Erich-Fried-Preis und 2000 den Eduard-Mörike-Preis. Robert Schindel
lebt in Wien.
http://www.schindel.at
Najem Wali
Der Autor und Journalist Najem Wali wurde 1956 im Süden Iraks geboren. Nach einem Studium der
deutschen Literatur an der Universität Bagdad wurde er 1978 zum Militär eingezogen. 1980, noch während
seines Militärdienstes, wurde er als „politisch Andersdenkender“ und Kriegsgegner inhaftiert und gefoltert.
Als er kurz nach Ausbruch des Irak-Iran-Krieges im September 1980 erneut zum Militärdienst einberufen
wurde, entschied er sich, den Irak zu verlassen und kam in die BRD. In Hamburg setze er sein GermanistikStudium fort. Es folgten Studienaufenthalte in Madrid, Oxford und Florenz. Najem Wali lebt seit 2006 in
Berlin und ist als Autor für die Tageszeitungen Al Hayat und Al Mada sowie das Tatoo Magazin in Bagdad
tätig. Najem Wali zählt zu den führenden Schriftstellern der jüngeren Generation der arabischen Welt. Seine
Romane und Erzählungen (u.a. „Engel des Südens“, Hanser Verlag 2011; „Reise in das Herz des Feindes.
Ein Iraker in Israel“, Hanser Verlag 2009; „Jussifs Gesichter“, Hanser Verlag 2008; „Die Reise nach Tell alLahm“,Hanser Verlag 2004; „Der Krieg im Vergnügungsviertel“, Perspol Verlag 1989; „Hier in dieser fernen
Stadt ”, Galgenberg Verlag 1990) wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Sein Roman „Die Reise nach Tell
al-Lahm“, wurde zu einem Bestseller und mehrmals neu aufgelegt. Das Buch avancierte insbesondere in
den Golfstaaten, Saudi Arabien, Irak und in Ägypten zu einem Kultroman. Regelmäßig schreibt Najem Wali
für die Süddeutsche Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung und Die Zeit. 2009 erhielt er den American Jewish
Press Association Award.
Jenny Friedrich-Freksa (Moderation)
Jenny Friedrich-Freksa ist Chefredakteurin der Zeitschrift Kulturaustausch. Die Journalistin setzt sich u.a. mit
dem Wandel der Geschlechterrollen auseinander und schreibt darüber u.a. in der FAZ und der
Süddeutschen Zeitung.
Bettina Fischer (Kuratorin)
Bettina Fischer, geboren 1967 in Hamburg, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Geschichte in
Hamburg und Berlin. Nach mehrjähriger Verlagstätigkeit ist sie seit 2000 Geschäftsführerin des Literaturhaus
Köln e.V., seit Sommer 2012 hat sie die alleinige Leitung inne.
Sigrid Gareis (Kuratorin)
Sigrid Gareis, geboren 1959 in Illertissen, ist Generalsekretärin der Akademie der Künste der Welt. Von
1990 bis 2000 arbeitete sie beim Siemens Arts Program. Von 2000 bis 2009 war sie Gründungsintendantin
und Co-Geschäftsführerin beim Tanzquartier Wien, ab Juli 2009 Kuratorin für Tanz und Theater.
16.30 Uhr
Podiumsdiskussion 1: Cutting Gendered Edge
Die aktuelle Debatte macht deutlich, dass die Praxis der Beschneidung über Zeitalter und
Kulturen hinweg in religiösem, kulturellem und medizinischem Kontext existierte. Mehr
noch: Sie zeigt, dass das Geschlecht eine wichtige Rolle bei der Wahrnehmung der
Beschneidung spielt – und zwar abhängig davon, ob männliche, weibliche oder
zwischengeschlechtliche Individuen betroffen sind. Die von Staat und Kirche,
Wissenschaft und Religion, von Verfechtern der Menschenrechte und medizinischen
Organisationen behauptete (und geteilte) Bio-Macht beeinflusst unmittelbar GenderPositionen, sexuelle Erfahrungen sowie Themen von Zugehörigkeit und Ausschluss.
Expertinnen mit unterschiedlichem wissenschaftlichen und kulturellen Hintergrund
ergründen Beschneidung aus Gender- und Queer-Perspektiven, die einen neuen Zugang
zu einer offensichtlich verfahrenen Debatte schaffen könnten.
Teilnehmer_innen: Antke Engel, Mimi Levy Lipis, Mithu Sanyal, Tanja Scheiterbauer,
Michael Thomson. Moderation: Stephanie Sera. Kuratiert von Stephanie Sera und Tom
Holert. In Kooperation mit Gender Studies Ruhr-Universität Bochum.
Antke Engel
Antke Engel ist promovierte Philosophin, feministische Queer Theoretikerin und freiberuflich in Wissenschaft
und Kulturproduktion tätig. Sie leitet das „Institut für Queer Theory“ in Berlin, das seit 2006 Projekte initiiert,
in denen sich akademische und aktivistische, philosophische, politische und künstlerische Praxen
verflechten. Sie war Gastprofessorin für Queer Studies an der Universität Hamburg (2003/2005) sowie der
Universität Wien (2011) und Research Fellow am Institute for Cultural Inquiry (ICI-Berlin, 2007-2009). Sie hat
zahlreiche Aufsätze sowie die zwei Monographien „Wider die Eindeutigkeit“ (2002) und „Bilder von Sexualität
und Ökonomie“ (2009) publiziert.
Mimi Levy Lipis
Mimi Levy Lipis, geboren 1974 in Köln, studierte Kunst, Design und Architektur in London, New York, Boston
und in Berlin, wo sie 2008 promovierte. Bis heute arbeitet sie als Architektin u.a. für Sauerbruch Hutton in
Berlin. Sie ist jedoch nicht nur Architektin, sondern auch Kuratorin, Künstlerin und Kulturforscherin. In ihrer
Arbeit setzt sie sich mit den materiellen und symbolischen Aspekten von Raum und deren Wechselwirkung
auseinander. Sie verbindet kreative Praxis mit theoretischer Analyse und überschreitet dabei oft die Grenzen
einzelner Disziplinen. Sie lehrte Gender Studies, Architektur und Jüdische Studien an verschiedenen
Universitäten in Europa und Nordamerika, u.a. Berliner Humboldt Universität, IES Institut Berlin,
Internationale Leo-Baeck-Sommer-Universität Berlin. Mimi Levy Lipis ist Autorin folgender Publikationen:
„Symbolic Houses in Judaism: How Ritual Objects and Metaphors Create Hybrid Places of Belonging“
(2011); „Home Is Anywhere: Jewish Culture and the Architecture of the Sukkah“ (2010); „A hybrid place of
belonging: constructing and siting the sukkah.“ (In: „Jewish Topographies: visions of space, traditions of
place“, edited by Julia Brauch, Anna Lipphardt and Alexandra Nocke, 27-42, 2008).
Mithu Sanyal
Mithu Melanie Sanyal, geboren 1971 in Düsseldorf, studierte Germanistik und Anglistik an der HeinrichHeine-Universität Düsseldorf, Poetik und Ästhetik an der Kunstakademie Düsseldorf sowie
Literaturvermittlung und Medienpraxis an der Universität Duisburg-Essen. Als promovierte Kulturwissenschaftlerin nimmt sie seit 2011 Lehraufträge an verschiedenen Universitäten wahr. Ihr besonderes Interesse
gilt dem Postkolonialismus und Genderthemen.
Seit 1996 ist sie Autorin diverser Hörspiele und Features für den WDR, freie Autorin für u.a. NDR, BR, SWR,
RB, RBB, Frankfurter Rundschau, Literaturen, taz, EMMA, Missy Magazine, Bundeszentrale für politische
Bildung. Bereits dreimal erhielt Mithu Sanyal den Dietrich-Oppenberg-Medienpreis der „Stiftung Lesen“ für
Radio-Features über die Kulturleistung des Lesens. Seit 2012 sitzt sie in der Jury des Dietrich-OppenbergMedienpreises. Ihre Kulturgeschichte „Vulva – die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts“ (2009) wurde
in zahlreiche Sprachen übersetzt. Zurzeit arbeitet sie an einer Kulturgeschichte der Vergewaltigung.
Tanja Scheiterbauer
Tanja Scheiterbauer studierte von 1991-1998 Islam-, Politik- und vergleichende Religionswissenschaften an den Universitäten Bonn, Marburg und Damaskus, Syrien. 2000 war sie DAAD-Stipendiatin
der Internationalen Frauenuniversität in Hannover im Bereich Migration, ein weiteres Stipendium im
DFG geförderten Graduiertenkolleg „Öffentlichkeiten und Geschlechterverhältnisse. Dimensionen von
Erfahrung“ führte sie von 2003-2005 an die Universitäten in Frankfurt und Kassel. Zwischen 2005 und
2010 erhielt sie Lehraufträge im Bereich der Geschlechterforschung an den Universitäten in Hamburg,
Marburg, Köln, Frankfurt und Bonn.
2010 beendete Tanja Scheiterbauer ihre Dissertation „Die islamistische Frauenbewegung in der Türkei
aus der Perspektive der sozialen Bewegungsforschung“ und war Preisträgerin des Cornelia Goethe
Preises der Universität Frankfurt. Bis Juli 2012 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und
Koordinatorin der Marie-Jahoda-Gastprofessur der Ruhr-Universität Bochum tätig.
Tanja Scheiterbauer veröffentlichte u.a. folgende Ausätze: „Feministische Perspektiven auf Staat und
Geschlecht in islamisch geprägten Ländern. (mit Christine Holike). In: Kleevesath, Lino/Zapf, Holger
(Hg.), „Staatsdenken in der islamischen Welt. Zwischen Fundamentalismus und politischer
Emanzipation“ (2012); Rezension zu „Feminismus in der Türkei. Die Geschichte und Analyse eines
Widerstandes gegen hegemoniale Männlichkeit“. In: Das Argument. (2012); „Deutschland als
Integrationsland? Anmerkungen zur Islamkonferenz“. (zusammen mit Marcus Meier). In: Femina
Politica, Heft 2/2007, S. 101-103.; „Geschlecht – Islam – Zivilgesellschaft: Hegemonietheoretische
Überlegungen zur zivilgesellschaftlichen Partizipation Kopftuch tragender Frauen in der Türkei”. In:
Femina Politica, Heft 2/2007, S. 82-89.
Michael Thomson
Michael Thomson studierte Recht an der University of Southampton, anschließend promovierte er an der
University of Birmingham. 1995 trat er eine Stelle an der Keele University an. Er war Visiting Fellow an der
University of Sidney, der Cornell University und der Emory University in den USA. Eine Gastprofessur führte
ihn an die Université Paris Ouest Nanterre. Von 2004 bis 2011 leitete Michael Thomson die School of Law
der Universität Southampton. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Forschung sind Gesundheitsrecht, Recht
und Gender sowie Recht und Literatur/Populärkultur.
Der Fokus seiner neuesten Veröffentlichungen ist auf die Maskulinität und die Regualtion des biologisch
männlichen Körpers gerichtet. Er veröffentlichte u.a. „Reproducing Narrative: Gender, Reproduction and
Law“ (1998) und „Endowed: Regulating the Male Sexed Body“ (2007).
In seiner Forschung beschäftigt er sich insbesondere mit der männlichen Beschneidung, Maskulinität und
feministischer Rechtstheorie, mit dem Künstler Matthew Barney sowie der Verweigerung von medizinischen
Behandlungen aus ethischen Gründen, mit der rechtlichen Situation von gleichgeschlechtlichen Paaren, dem
regulativen Zusammenspiel von Gender und reproduktiver Technologie und religiösen Minderheiten im
Gesundheitswesen.
Stephanie Sera (Moderatorin und Kuratorin)
Stephanie Sera, geboren 1984 in Zwickau, studierte Anglistik und Komparatistik (Bachelor) sowie Gender
Studies und Komparatistik (Master mit Auszeichnung) an der Ruhr-Universität Bochum Seit Mai 2011
arbeitet sie als Studienfachkoordinatorin im Fachbereich Gender Studies der Ruhr-Universität Bochum.
Parallel dazu promoviert sie zu narrativen Diskursen in Lebenszeugnissen intersexueller Menschen. Ihre
Forschungsschwerpunkte sind: Gender und Erzähltextanalyse, Körper in der Wissenschaftsgeschichte,
Gender Studies an Hochschulen.
Tom Holert (Kurator)
Tom Holert, geboren 1962 in Hamburg, ist Kunsthistoriker, Publizist und Künstler. Er studierte
Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literaturwissenschaften und Philosophie in Hamburg und Paris.
Promotion 1995 in Frankfurt am Main. 2000 gründete er mit Mark Terkessidis das „Institute for Studies in
Visual Culture“ (ISVC). Er war Redakteur bzw. Mitherausgeber von Texte zur Kunst (Köln) und Spex (Köln),
zudem Professor an der Merz Akademie Stuttgart. Holert ist Honorarprofessor an der Akademie der
bildenden Künste in Wien und gehört zu den Gründungsmitgliedern der Akademie der Künste der Welt. Er
lebt in Berlin.
18.30 Uhr
Offizielle Eröffnung der Akademie der Künste der Welt
Grußworte von Oberbürgermeister Jürgen Roters und Staatssekretär a.D. Prof. Klaus
Schäfer.
19.00 Uhr
Konzert: Cutting Through Sound
Das Konzertprogramm erforscht die Verwendung von Musik im Zusammenhang mit
Beschneidung. Es stellt Werke des westlichen Chor-Repertoires, die den jüdischen
Beschneidungsritus zelebrieren, einer zeitgenössischen afrikanischen Sicht gegenüber.
Seit Mitte des 6. Jahrhunderts war das christliche „Beschneidungsfest“ (gefeiert am 1.
Januar in Erinnerung an die Beschneidung Christi) fest etabliert, was auch ein großes
Repertoire an christlicher Beschneidungsmusik belegt. Im römisch-katholischen Kalender
war das Fest bis 1969 verankert und in der griechisch-orthodoxen Kirche sowie in einigen
anglikanischen und lutherischen Gemeinden wird es weiterhin gefeiert. Im Jahr 1199 ließ
der Bischof von Paris in der Kathedrale von Notre Dame Pérotins Viderunt Omnes
aufführen, um diesen Festtag zu begehen. Auch Tomás Luis de Victorias O Magnum
Mysterium wurde speziell für das Beschneidungsfest geschrieben. Musikwissenschaftler
vermuten, dass seine Partitur direkte theologische Referenzen zur Beschneidung
aufweist.
Der zeitgenössische Komponist Steve Reich griff das Thema Beschneidung in seiner
multimedialen Oper The Cave (1994) auf, welche die Wurzeln von Judaismus und Islam
untersucht. Aus derselben Zeit stammt seine Komposition Proverb, die direkt von der
mittelalterlichen Polyphonie in Pérotins Viderunt Omnes inspiriert wurde. Als Kontrast zur
jüdisch-christlichen Musiktradition steht die zweite Hälfte des Konzerts im Zeichen einer
Frauenstimme, die sich im Protest gegen die Verstümmelung der weiblichen Genitalien
erhebt. Die senegalesische Hip-Hop-Künstlerin Sister Fa (Fatou Diatta) setzt ihre Musik
ein, um westafrikanische Gemeinschaften anzusprechen und für Frauenrechte zu
kämpfen.
Mit den Kölner Vokalsolisten und Sister Fa & Band. Kuratiert von Liza Lim. In Kooperation
mit der Kölner Philharmonie.
Programm der Kölner Vokalsolisten
Perotinus Magnus (um 1170-1246): „Viderunt omnes“ (Organum quadruplum für Stimmen a-cappella);
Tomás Luis da Victoria (1548-1611): „O magnum mysterium“ (Motette für vierstimmigen gemischten
Chor a-cappella);
Steve Reich (*1936): „Proverb“ (für 3 Soprane, 2 Tenöre, Vibraphone und Keyboards).
Ausführende:
Kölner Vokalsolisten:
Judith Mohr (Sopran), Julia Reckendrees (Sopran), Dominique Bilitza (Mezzosopran), Alexandra Thomas
(Alt), Fabian Strotmann (Tenor), Raimund Fürst (Tenor), Martin Lindsay (Bass), Peter Rembold (Bass),
Instrumentalisten:
Rie Watanabe (Vibraphon I), Norbert Krämer (Vibraphon II), Nuno Sampaio Pereira (Sampler I), Gregor
Schwellenbach (Sampler II)
Leitung:
Ansgar Eimann
Programm von Sister Fa&Band
Ausschnitte aus der Filmdokumentation „Education sans Excision“ über Sister Fas gleichnamige Tournee
durch den Senegal, auf der sie sich gegen die genitale Beschneidung der Frau einsetzt.
„Excision“ und „Sadio“ (beides Songs von ihrem noch unveröffentlichten Album) sowie „Milyamba“ von ihrem
Album „Sarabah – Tales from the Flipside of Paradise“.
Ausführende
Sister Fa (Gesang)
Audrey Ledjou Badjo (Background-Gesang)
Sebastian Strahl (Keyboard)
Sebastian Konkol (Gitarre)
Philipp Schulz (Percussion)
Kölner Vokalsolisten
Die Kölner Vokalsolisten haben sich 2007 gegründet. Sie sind ein im Kern sechsstimmiges Vokalensemble,
das sich bevorzugt der vokalen Kammermusik des 20. und 21. Jahrhunderts widmet. Damit setzten sie einen
für diesen Klangkörper und diese Region einzigartigen Schwerpunkt. Die Sänger, allesamt versierte
Ensemblesänger und Solisten, arbeiteten bereits mit vielen namhaften anderen Ensembles zusammen, u.a.
Klangforum Heidelberg, SWR Vokalensemble Stuttgart.
Klassiker der Moderne wie Poulenc, Britten, Strawinsky und Berio gehören ebenso zum Repertoire des
Ensembles wie zeitgenössische Werke und Uraufführungen durch Kompositionsaufträge.
Zu den Höhepunkten ihrer bisherigen Arbeit zählen u.a. die Aufführungen von „Cantum“ von Luciano Berio
im Rahmen der MusikTriennale 2007 unter der Leitung von Marcus Creed, von György Ligetis „Aventures“ in
der Düsseldorfer Tonhalle 2010 sowie von Ernst Kreneks A-Capella-Werk „Lamentatio Jeremiae Prophetae“
innerhalb der Reihe Festa Paschalia 2011 ebenso wie ihre Auftritte im Rahmen der illuminierten KonzertReihe Friday Nights im Kulturforum in Herz Jesu, Köln 2011 und 2012.
Kennzeichnend für die Arbeit der Vokalsolisten ist die enge Zusammenarbeit mit den Komponisten und die
große Zahl an Uraufführungen. So erklangen u.a. bereits neue Werke von Michael Langemann, Anno
Schreier und Henrik Albrecht.
Rie Watanabe (Vibraphon)
Rie Watanabe, geboren 1979 in Hokkaido (Japan), begann 1999 ihr Schlagzeug- und Percussionsstudium
an der National University of Fine Arts and Music in Tokio. 2005 setzte sie ihr Studium an der Hochschule für
Musik in Karlsruhe fort.
1999-2005 war sie Mitglied des Ching-Dong Orchesters Chanchiki tornade sowie seit 2003 des Ensembles
für Neue Musik Ensemble Bois in Tokio. Sie arbeitete mit zahlreichen Ensembles und Orchestern
zusammen, u.a. Musikfabrik Köln, Klangforum Wien, Kammermusikensemble für Neue Musik Berlin,
Ensemble Laboratorium, Ensemble 2x2. Als Schlagzeugerin nahm sie an verschiedenen internationalen
Festivals teil, u.a. ISCM (Yokohama, Stuttgart), Wittener Tage für neue Kammermusik, Klangwerkstatt
(Berlin), Wiener Festwochen. Sie erhielt Stipendien für die Sommerakademie für Neue Musik in Darmstadt
(2006) und für die Internationale Ensemble Modern Akademie (2009/2010 über die Kulturstiftung des
Bundes und 2010/2011 über die Nomura Foundation, Japan). 2006 gründete Rie Watanabe mit Shingo Inao
(Japan/Berlin) Rhyngo, ein Duo für Schlagzeug und elektronische Musik. 2012 mit Mirjam Schröder MiRi, ein
Duo für Harfe und Schlagzeug, und das Schlagzeug-Duo 232 Percussion mit Jens Ruland. Seit 2012 ist sie
Mitglied im Ensemble Garage.
Norbert Krämer (Vibraphon)
Norbert Krämer studierte von 1997-2006 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und an der
Musikhochschule Köln. Er ist Lehrbeauftragter für Schlagzeug/ Percussion und Rhythmische Gehörbildung
an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und künstlerischer Leiter der Rochus-Musikschule e.V.
in Köln. Er leitet das Ensemble anthos, das sich insbesondere den Werken des Komponisten Karlheinz
Stockhausen widmet. Norbert Krämer ist Mitglied der Percussions-Ensembles MP6 Multipercussion und
Ensembles S sowie des niederländischen-deutschen Klavier-Percussionquartetts Quatour Attaque. Darüber
hinaus arbeitet er als Vibraphonist, Drummer und Percussionist in verschiedenen Jazz-, Funk-, Avantgardeund Big Bands und ist musikalischer Leiter, Arrangeur und Vibraphonist bei Senor Coconut & His Orchestra.
Nuno Sampaio Pereira (Sampler)
Nuno Miguel Sampaio Pereira, geboren 1977 in Vila Real (Portugal), studierte Klavier an der Musikakademie
Vila Real, der „Music Foundation of Friends of Children“ und dem Nationalen Musikkonservatorium in
Lissabon. Sein Diplom erhielt er an der School of Applied Arts in Castelo Branco unter der Leitung von
Professor Caio Pagano. 2002-2005 unterrichtete er an der Professional School of Music of Beira Interior in
Covilha. Von Oktober 2005 bis Juli 2008 studierte er Dank eines Stipendiums an der Musikhochschule Köln
in der Klasse für Klavier und Improvisation. Im Oktober 2008 begann er das Masterstudium „Interpretation
neuer Musik“, das er 2011 abschloss. Seit 2010 promoviert Nuno Sampaio Pereira an der Universität von
Aveiro in Portugal.
Gregor Schwellenbach (Sampler)
Gregor Schwellenbach studierte Tonsatz, Komposition und Schulmusik in Hannover. Als Live- und StudioInstrumentalist an Klavier, Keyboards und Kontrabass ist er in verschiedenen Bereichen von Neuer Musik
über Kabarett bis zu Pop tätig. So performte er mit dem Ensemble a rose is mehrfach beim Festival
MaerzMusik Berlin und im Berliner Radialsystem V, spielte aber auch für die Popsänger Maria Mena und
Maxim.
Daneben komponiert er Fernsehsoundtracks für arte, WDR und phoenix und Bühnenmusiken für Theater in
ganz Deutschland. Für das Kölner Acht Brücken Festival produzierte er regelmäßig musikpädagogische
Hörstücke. Zurzeit zeigt das Bonner Theater im Ballsaal sein Musiktheaterwerk „Zucker“.
Ansgar Eimann (Leitung)
Ansgar Eimann studierte an der Kölner Musikhochschule Schulmusik mit Hauptfach Klavier sowie
Chorleitung bei Prof. Marcus Creed. Zusätzlich absolvierte er ein privates Gesangsstudium bei Lia MontoyaPalmen, Köln.
Nachdem er einen Lehrauftrag für Chordirigieren an der Friedrich-Schiller-Universität Jena inne hatte, leitete
Ansgar Eimann mehrere Chöre im Rheinland. Er war Mitglied verschiedener Ensembles, u.a. Kölner
Kammerchor, Kammerchor Stuttgart, Gächinger Kantorei Stuttgart, Gewandhaus-Kammerchor Leipzig,
ChorWerkRuhr, Nederlandse Bachvereniging, Klangforum Heidelberg und Rheinische Kantorei. Er ist
außerdem Gründungsmitglied der Kölner Vokalsolisten.
Seit 2009 arbeitet Ansgar Eimann als Kantor und Organist der Alt-Katholischen Gemeinde in Bonn. Daneben
ist er freiberuflich als Sänger, Dirigent und Lehrbeauftragter an der Musikwissenschaftlichen Fakultät der
Universität Bonn tätig. Im Auftrag des Deutschen Musikrats organisierte er das Rahmenprogramm für den 8.
Deutschen Chorwettbewerb in Dortmund 2010 und den 8. Deutschen Orchesterwettbewerb in Hildesheim
2012.
Sister Fa
Sister Fa, 1982 geboren in Dakar (Senegal), begann im Jahr 2000 in der lokalen Rap-Szene Musik zu
machen. Inspiriert von der Energie und Kreativität der westafrikanischen Hip-Hop-Metropole, entwickelte sie
ihren ganz eignen, unnachahmlichen Stil. 2005 veröffentlichte sie ihr erstes Album im Senegal und wurde
dafür mit dem senegalesischen Hip-Hop-Award (Beste Neuentdeckung des Jahres) ausgezeichnet. Sie gilt
als eine der wichtigsten Vertreterinnen der senegalesischen Hip-Hop-Szene und ist der erste weibliche RapStar, der vielen jungen Frauen als Vorbild dient. Inzwischen umgezogen nach Deutschland spielt Sister Fa
mir ihrer Berliner Band auf vielen wichtigen nationalen und internationalen Festivals und in renommierten
Clubs und hat 2009 ihr zweites Album „Sarabah – Tales from the Flipside of Paradise“ auf dem
internationalen Markt herausgebracht. Ihr einzigartiger musikalischer Mix aus senegalesischen Rhythmen,
Soul, Reggae, Jazz und HipHop begleitet von sozial engagierten Texten begeistert ihr Publikum.
Sister Fa engagiert sich im Kampf gegen die genitale Beschneidung der Frau. Mit dem Wunsch, die
Bevölkerung ihres Heimatlandes für dieses Thema zu sensibilisieren, reiste sie mit ihrer Band bereits drei
Mal sehr erfolgreich auf einer selbstorganisierten Tour mit dem Titel „Education sans Excision“ für drei
Wochen durch den Senegal. In Zusammenarbeit mit der NRO Tostan gelang es ihr, die Bevölkerung ihres
Heimatdorfs Thionck Essyl dazu zu bewegen, diese tief in der Bevölkerung verankerte Praxis offiziell zu
beenden. Für ihr unermüdliches Engagement für die Situation von Frauen und Mädchen im Senegal wurde
Sister Fa 2011 in Kapstadt (Südafrika) mit dem Freedom-To-Create-Award ausgezeichnet.
http://www.sisterfa.com/
Liza Lim (Kuratorin)
Liza Lim, geboren 1966 in Perth (Australien), ist Komponistin. Sie studierte Musik an der Melbourner
Universität und promovierte an der Universität von Queensland in Philosophie. Zu ihren wichtigsten Lehrern
zählt sie den australischen Komponisten und Zukunftsforscher Richard Hames und den Niederländer Ton de
Leeuw. Sie realisierte Auftragskompositionen für namhafte Orchester (z.B. Los Angeles Philharmonic
Orchester, musikFabrik, Arditti String Quartet, Ensemble InterContemporain, Ensemble Modern, Sydney
Symphony Orchestra) und erhielt Einladungen zu renommierten Festivals (u.a. Salzburger Festspiele,
Luzern Festival, Festival d’Automne/Paris).
Charakteristisch für Lim ist auch ein transkultureller Zugang zur Musik. In ihren Kompositionen bringt sie
Klangwelten der australischen Ureinwohner, den spezifischen Sound alter Instrumente, den Kosmos
elektronischer Töne und die Wurzeln ihrer chinesischen Herkunft miteinander in Verbindung.
Sie wurde mit zahlreiche Preisen ausgezeichnet (u.a. Paul Lowin Prize, Fromm Foundation Award, Ian
Potter Foundation und Australia Council Senior Composer Fellowships). 2007/8 war sie Gast des Berliner
DAAD-Künstlerprogramms.
Liza Lim ist Gründungsmitglied der Akademie der Künste der Welt.
21.00 Uhr
Podiumsdiskussion 2: Die feministische und interkulturelle Perspektive
Die Akademie der Künste der Welt hat Künstlerinnen und Feministinnen aus islamischen
Ländern eingeladen, die durch das Kölner Urteil ausgelöste Beschneidungsdiskussion aus
ihrer Sicht zu kommentieren. Im Zentrum steht der interkulturelle Blick, der die aktuelle
Debatte nicht nur hinterfragt, sondern ihr aus feministischer Perspektive auch neue
Anregungen und Einsichten geben möchte. Es moderiert das Akademiemitglied Stefan
Weidner.
Teilnehmerinnen: Nermin Mollaoglu, Marwa Sharafeldin, Maya Zbib.
Moderation: Stefan Weidner. Nach einer Idee von Hans Ulrich Obrist.
Nermin Mollaoglu
Nermin Mollaoglu studierte Literatur und Sprachen an der University of Connecticut. Von 2002 bis 2005
arbeitete sie bei YKY, einem der größten türkischen Verlage, bevor sie 2005 eine eigene Literaturagentur,
die Kalem Agency, gründete. Hier betreut sie etwa 80 türkische Autoren weltweit. Darüber hinaus vertritt sie
zahlreiche ausländische Publizisten und Agenturen auf dem türkischen Markt. Im Jahr 2010 richtete sie mit
Kalem Agency zum ersten Mal das ITEF – Istanbul Tanpınar Literature Festival aus, das nach wie vor das
einzige Literaturfestival in Istanbul ist.
Marwa Sharafeldin
Die Frauenrechtlerin Marwa Sharafeldin aus Kairo engagiert sich für eine Reform des Personenstandsgesetzes in Ägypten. Darüber hinaus ist sie Mitglied des Vorstands der Internationalen Bewegung
Musawah, die sich für eine Reform des muslimischen Familienrechts einsetzt. Sie ist Mitbegründerin
mehrerer Nichtregierungsorganisationen, wie dem Netzwerk für Frauenrechtsorganisationen und dem
Jungen Arabischen Feministischen Netzwerk. Neben ihrer politischen Tätigkeit promoviert sie an der
juristischen Fakultät der University of Oxford.
Marwa Sharafeldin ist zudem als Geschichtensammlerin und Autorin. Sie war Mitglied der Ana Masry Band,
die sich für die Gleichberechtigung aller Ägypter einsetzt. Ihre Erzählungen und Gedichte beschäftigen sich
mit der Situation der Frauen in Ägypten und der arabischen Welt.
Maya Zbib
Maya Zbib, geboren 1981 in Beirut (Libanon), ist Autorin, Regisseurin und Performerin. Sie ist Mitbegründerin der Zoukak Theatre Company in Beirut, zu deren Leitungsteam sie gehört. Zoukak ist ein Netzwerk von
libanesischen und internationalen Künstlern verschiedener Disziplinen. Die Kompanie veranstaltet sowohl in
ihrem Laborraum in Beirut als auch in anderen libanesischen Städten Performances, Seminare und
Workshops.
Nach ihrem Theaterstudium (BA) am Institute of Fine Arts der Libanesischen Universität 2003 und ihrem
Masterabschluss in Performance Making an der Kunstakademie Goldsmith der Universität London 2007
intensivierte sie ihre Arbeit als Performancekünstlerin. Viele ihrer eigenen Arbeiten, darunter die
Performance-Installation „The Music Box“ (2008), waren bei zahlreichen internationalen Festivals zu sehen.
Die aktuellste Produktion der Zoukak Theatre Company, „Silk Thread“, beschäftigt sich mit patriarchalen
Gesellschaftsstrukturen, Rollenstereotypen und Gender-Fragen. Sie wurde im Mai 2012 in Beirut
uraufgeführt und im Rahmen des Festivals „Voicing Resistance“ im Ballhaus Naunynstraße in Berlin gezeigt.
Ihre Arbeiten versuchen einen Brückenschlag zwischen Schauspiel und Performance, indem sie
gesprochenen Text mit physischer und audio-visueller Installation verbinden. Aktuell hat Maya Zbib einen
Lehrauftrag am Institute of Fine Arts an der Libanesischen Universität in Beirut. Auf Einladung des British
Council nimmt sie derzeit am Cultural Leadership International Programme teil.
Stefan Weidner (Moderation)
Stefan Weidner studierte Islamwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Göttingen, Damaskus,
Berkeley und Bonn. Er ist Mitglied der Akademie der Künste der Welt und arbeitet als Autor, Übersetzer und
Literaturkritiker. Seit 2001 ist er Chefredakteur der Zeitschrift „Fikrun wa Fann/Art & Thought“, die vom
Goethe-Institut für den Dialog mit der islamischen Welt herausgegeben wird. Er hat zahlreiche Lyriker aus
dem Arabischen übersetzt, darunter Adonis und Mahmud Darwisch.
Hans Ulrich Obrist (Idee)
Geboren 1968 in Weinfelden, Schweiz. Kurator für zeitgenössische Kunst, Autor und Co-Direktor der
Serpentine Gallery in London; Studium der Ökonomie und Politik. Obrist war Kurator des museum in
progress in Wien und von 2000-2006 Kurator am Musée d’Art Moderne de la Ville in Paris. Kurator von über
250 Ausstellungen (u.a. 1. Berlin Biennale, Lyon Biennale, Moscow Biennale, Utopia Station.) Beiträge zu
über 200 Buchprojekten.
22.30 Uhr
Lecture Performance von Ins A Kromminga
Ein Großteil der Kinder, deren Geschlecht bei der Geburt nicht der Norm entspricht, wird
im Kindesalter chirurgisch und hormonell zu scheinbar „richtigen“ Jungen oder Mädchen
gemacht. Dass inter- und transgeschlechtliche Menschen (Inter*/Trans*) nicht als zu
regulierende Normabweichungen betrachtet werden dürfen, ist Ins A Kromminga ein
großes Anliegen. Deshalb spricht die_der intergeschlechtliche Künstler_in und Aktivist_in
sich gegen diese Praktiken aus, die der kulturellen Vorannahme von zwei klar
unterscheidbaren Geschlechtern geschuldet ist. Bei aller Ernsthaftigkeit des Themas
verliert sie_er dabei ihren_seinen Humor nicht.
Ins A Kromminga
Ins A Kromminga, geboren 1970 in Emden, lebt und arbeitet in Berlin. Kromminga studierte von 1991-1998
an der Hochschule für Künste Bremen und von 2000-2002 an der Tulane University in New Orleans/USA.
Krommingas Arbeiten, vor allem Zeichnungen und Installationen, sind stark vom persönlichen Lebensweg
und dem politischen Aktivismus als intersexueller Mensch beeinflusst.
Sie können im Bereich der „abject art“ angesiedelt werden, denn sie decken in verstörenden Bildern die
Zurichtungspraxis an intersexuellen Menschen auf und machen die nach wie vor klaffende Leerstelle für
nonkonforme Geschlechterkonstrukte in der Gesellschaft bewusst.
Ins A Krommingas Arbeiten werden in vielen namhaften nationalen und internationalen Ausstellungshäusern
und Galerien gezeigt, u.a. in Berlin, Frankfurt, Bremen, USA, Indien, Spanien, Schottland/UK, Irland.
2011 war Kromminga Visiting Artist an der University of Georgia in Athens, GA USA. 2008 erhielt Ins A
Kromminga ein Stipendium des Künstlerhaus Schloss Balmoral in Bad Ems.
Das Projekt „1 – 0 – 1 [one 'o one] intersex – Das Zweigeschlechtersystem als Menschenrechtsverletzung“
wurde mit einer Projektförderung der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin unterstützt.
Regelmäßig präsentiert Kromminga ihre_seine Arbeiten auch im wissenschaftlichen Kontext als Referent_in
oder im Rahmen von Lecture Performances, u.a. Hygiene Museum/TU Dresden; University of Georgia –
Athens, GA USA; Freies Museum, Berlin.
2010/2011 nahm Kromminga einen Lehrauftrag an der Muthesius-Kunsthochschule Kiel wahr.
Ins A Kromminga ist Sprecher_in der deutschen Vertretung der Internationalen Vereinigung
Intergeschlechtlicher Menschen, einer grassroots-Menschenrechtsorganisation für Inter*Liberation.
www.abject.de und www.intersexualite.de
Das Fellowship Programm der Akademie der Künste der Welt
Die Akademie der Künste der Welt unterhält ein Residenzprogramm für Künstler,
Theoretiker und Kuratoren, die überwiegend aus außereuropäischen Ländern kommen.
Diese Fellows der Akademie, die von den Akademiemitgliedern selbst vorgeschlagen und
ausgewählt werden, erhalten die Einladung, zwischen drei und zwölf Monaten in Köln zu
arbeiten und zu leben. Das Residenzprogramm wird ohne Verpflichtung, ein spezifisches
Projekt zu realisieren angeboten. Seitens der Akademie können aber Projektmittel zur
Verfügung gestellt werden. Gewünscht ist eine Vernetzung mit den in Köln ansässigen
Künstlern und Institutionen sowie der Freien Szene.
Die ersten Fellows der Akademie werden ab Winter 2012 in Köln wohnhaft sein.
Die ersten Fellows
Basel Abbas und Ruanne Abou-Rahme
Basel Abbas und Ruanne Abou-Rahme, beide Jahrgang 1983, leben und arbeiten
zusammen in Ramallah. Mittels Sound, Bild, Text, Installation und Performance setzen sie
sich mit den Themen Raumpolitik, politics of desire and disaster, Subjektivität und der
Absurdität der heutigen Machtpolitik auseinander.
Sie untersuchen die raum-zeitlichen Resonanzen in Bezug auf das Reale, das Imaginierte
und das Erinnerte. In interdisziplinären Installationen und audio-visuellen LivePerformances ergründen sie die Erfahrungsmöglichkeiten von Sound, (Ab)Bild und
Umwelt.
Sie präsentieren ihre Arbeiten meist als großformatige Installationen, die sie oft in
Performances übertragen und teils auch online veröffentlichen.
Ihre Arbeiten werden international ausgestellt und aufgeführt. Kürzlich haben sie in
Ramallah zusammen mit dem lokalen Künstler boikutt das Performancekollektiv
Tashweesh gegründet.
Ausstellungen und Performances u.a. im Rahmen der 4. Gangzhou Triennale (2012), TBA
21 (Wien, 2012), 5. Jerusalem Show (2011), New Art Exchange (Nottingham, 2011),
Homeworks V (Beirut, 2010), 6. Liverpool Biennale (2010) und auf der 53. Biennale von
Venedig (2009).
Basel Abbas und Ruanne Abou-Rahme werden ab Dezember 2012 bis August 2013
Fellows der Akademie der Künste der Welt in Köln sein.
http://vimeo.com/ruanneandbasel
Ye Fu
Ye Fu wurde 1962 in der Hubai Provinz, in Enshi (China) geboren.
Als Intellektuelle wurden seine Eltern und er während der Kulturrevolution aufs Land
umgesiedelt. Von 1978 bis 1981 studierte er chinesische Literatur und Sprache am Hubei
Institute für Ethnologie, von 1986 bis 1988 folgte ein Studium im Writer’s Program der
Wuhan University.
Während seines Studiums in Hubei begann er zu schreiben und war schnell innerhalb der
„Underground“-Literaturszene Chinas bekannt.
Ye Fu wurde nach seinem Studium eine Stelle in der Einheit für öffentliche Sicherheit in
Hainan zugeteilt, die er 1989 verließ, um die Studenten auf dem Platz des Himmlischen
Friedens zu unterstützen. Nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung
wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt. Aus dem Gefängnis entlassen, arbeitete er im
Verlagswesen und als Lektor in China.
Heute ist er als freier Schriftsteller in ganz China bekannt. Er veröffentlicht neben Lyrik und
Prosa auch Essays und Reportagen sowie Drehbücher und Manuskripte für
Fernsehserien.
In seiner Tätigkeit als Autor fühlt sich Ye Fu der Wahrheit verpflichtet und hat es sich zur
Aufgabe gemacht, die jüngere Geschichte Chinas so zu erzählen, wie sie passiert ist und
nicht, wie sie von offizieller Seite vermittelt wird.
Ye Fu erhielt 2010 den Sachbuch-Preis der Internationalen Buchmesse Taipeis und 2011
den Freedom of Writing Prize des Independent Chinese PEN Centers.
Ab Januar 2013 wird Ye Fu Fellow der Akademie der Künste der Welt in Köln sein.
Debate on Europe 2013 in Cologne !
In 2013 the discussion series DEBATE ON EUROPE will be held in Cologne organised by Academy of the Arts of the World,
Allianz Kulturstiftung and the City of Cologne in partnership with Kölner Stadtanzeiger and WDR3. The first guest speaker will
be Luxembourg’s Prime Minister Jean-Claude Juncker speaking at Cologne’s City Hall (Rathausplatz). Since 2006, The Allianz
Cultural Foundation has successfully held the ‘Debate on Europe’ series of lectures annually hosting a wide variety of
European guest speakers, ranging from statesmen, scholars, and philosophers to corporate directors, filmmakers, writers, and
politicians, to pursue their visions of Europe’s identity. ‘Debate on Europe’ has aimed to address diverse topics with an array of
subjects, basically to understand where Europe stands today and where its future is headed.
Guest speakers since 2006
Photographs from Panel Debates at (left to right) Deutsches Theater, Berlin (2011+2010) and Burgtheater Vienna (2008)
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Past Project Partners:
ARTE, Deutsche Welle, RBB, Der Standard, Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel, European Council on
Foreign Relations, Institute for Human Sciences Vienna (Institut für die Wissenschaften vom Menschen), BMW
Group Kulturkommunikation, Bayerisches Staatsschauspiel, Burgtheater Vienna, Deutsches Theater Berlin,
Komische Oper Berlin, Staatsoper Unter den Linden Berlin, Tanzquartier Vienna
Topics covered in past lectures (per year):
2006
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Europe at the Crossroads,
Europe in the Face of Global Competition
European Identities
Cosmopolitan Europe
The Infiltrated Continent
2007
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•
•
•
•
Visions for Europe
Europe's changed Face
Europe’s Route to becoming a global Player
The divided Memory
Christian Western Europe
Where does Europe end?
2008
•
•
•
•
The World Disorder and the Role of Europe
A Europe of Religions – Dialogue instead of Exclusion
Being With – Europe as a potential Community
What holds a Society together?
2009
•
•
•
•
•
The World at the Crossroads – What is Europe’s position?
Europe Offshore or New Centers of Global Culture in the Gulf?
Who are the Rescue Packages rescuing? How much Regulation does the ‘Free Market’ need?
Which New Global (Green) Deal for the Future?
Europe after the NATO Summit – which Answers to the new Threats of the 21st Century?
2010
•
•
•
•
Opera – European Awareness in Search of a Stage
Europe's New Slaves
Climate policy failed – straight ahead into the catastrophe?
United in Hatred – Europe's New Right
2011
•
•
•
•
Europe – From Special Purpose Entity to a Community of Shared Values?
Germany in Europe: Migration Loser and Integration Winner?
What Do You Mean by ‘Gypsy’? – How Europe is Treating its Largest Minority
Mild Monster Brussels? – How Europe can overcome the crisis
2012
•
More Europe! For a new culture of European foreign relations (02 May 2012)
Venues of the ‘Debate on Europe’ lectures:
Burgtheater, Vienna
•
•
•
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
Residenz Theater, Munich
Burgtheater, Vienna
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
•
•
•
Allianz Forum, Berlin
Allianz Forum Pariser Platz, Berlin
Komische Oper Berlin
Deutsches Theater Berlin
Die Akademie der Künste der Welt
Die Akademie der Künste der Welt ist eine bundesweit neuartige Einrichtung. Sie
versammelt renommierte Künstler, Theoretiker und Kuratoren aus aller Welt und allen
Sparten, die als Künstlergesellschaft das Programm der Akademie bestimmen und
gestalten.
Als Künstlergesellschaft neuen Typus, die den klassischen Akademiebegriff gegen den
Strich bürstet, reagiert die Akademie auf den gesellschaftlichen Wandel infolge von
Migration und Globalisierung und richtet ihren Blick gezielt auf die internationalen und
außereuropäischen Künste. In dieser dezidiert globalen Ausrichtung befördert die Kölner
Akademie den interkulturellen Dialog. Somit steht die Akademie für ein kosmopolitisches
Kulturleben und eine künstlerische und politische Praxis jenseits nationalstaatlicher,
ethnischer und religiöser Grenzen.
Die Gründungsmitglieder der Akademie sind die Dokumentarfilmerin Madhusree Dutta aus
Indien, die in Amsterdam lebende israelische Kuratorin Galit Eilat, die in Peru geborene
und in Berlin lebende Theaterregisseurin Monika Gintersdorfer, der deutsche Künstler und
Theoretiker Tom Holert, die an einer englischen Universität lehrende australische
Komponistin Liza Lim, der kongolesische Choreograph Faustin Linyekula, der in London
wirkende Schweizer Kurator Hans Ulrich Obrist, der in Samoa geborene, in Neuseeland
arbeitende Choreograph Lemi Ponifasio, der heute in New York beheimatete libanesische
bildende Künstler Walid Raad, der Kölner Filmemacher Ali Samadi Ahadi, gebürtiger
Iraner, die bildende Künstlerin Rosemarie Trockel und der Schriftsteller und
Islamwissenschaftler Stefan Weidner – beide aus Köln – sowie der im Berliner Exil
lebende chinesische Schriftsteller Liao Yiwu und der brasilianische Musiker Tom Zé.
Die Akademie der Künste der Welt verzichtet auf einen eigenen repräsentativen Bau, ist
dezentral organisiert und realisiert künstlerische Projekte in Kooperation mit den
verschiedenen Kultureinrichtungen der Stadt Köln. Ihre inhaltliche Programmarbeit besteht
aus vier „Säulen“: den künstlerischen Aktivitäten der Mitglieder der Akademie in Köln, dem
Fellowship-Programm der Akademie, der Unterstützung externer Projekte, für die ein
eigener Projektfonds eingerichtet ist, sowie der Jungen Akademie, bei der Jugendliche
aus Köln eigene künstlerische Projekte realisieren können.
Auch startet die Akademie eine eigene Salon-Reihe, in der aktuelle Themen der Mitglieder
und Fellows öffentlich verhandelt werden. In Kooperation mit der Allianz Kulturstiftung und
den Medienpartnern Kölner Stadtanzeiger und WDR 3 veranstaltet die Akademie 2013 die
Reihe „Reden über Europa“ nach Berlin, Wien und München nun auch in Köln. Diese
Diskursreihe wird Fragestellungen aufwerfen, die im Zusammenhang mit der Akademie
stehen sowie die Bedeutung der Migration für Europa behandeln.
Mit der Vernetzung internationaler Künstlerpersönlichkeiten in Köln möchte die Akademie
nicht nur einem interkulturellen, transnationalen Zugang zu Kunst und Kultur Vorschub
leisten. Sie will vielmehr auch neue Formen des künstlerischen Zusammenwirkens
entwickeln, die beispielhaft für eine Überwindung eurozentristischer Perspektiven in der
Kunst stehen.
Die Akademiemitglieder haben sich dabei für ihre Arbeit folgendes Mission
Statement gegeben:
Die Akademie der Künste der Welt ist eine internationale Institution zur Förderung des
interkulturellen Dialogs in der Kunst. Die Akademie mit Sitz in Köln charakterisiert ein
dynamisch interdisziplinärer Ansatz, der sich schwerpunktmäßig auf Themen konzentriert,
die durch die Bewegung von Völkern, Ideen und Praktiken hervorgerufen wurden. Aus
sowohl lokaler wie globaler Perspektive regt sie die kritische Auseinandersetzung an,
Wege zu finden, die es kreativen Gemeinschaften unterschiedlicher Herkunft und Kontext
möglich machen, untereinander in Verbindung zu treten, Kommunikationsbarrieren
abzubauen und voneinander zu lernen.
Die Akademie der Künste der Welt umfasst eine Gruppe von max. 40 international
renommierten Künstlern und Intellektuellen, die aus allen fünf Kontinenten stammen und
allen Kunstrichtungen angehören. Die Mitglieder der Akademie treffen sich jährlich, um
neue Formen der künstlerischen Zusammenarbeit in Auseinandersetzung mit den
verschiedenen Kölner Kultur- und Künstlergemeinschaften zu entwickeln. Die Aktivitäten
der Akademie finden im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen, spezifischen Projektund Residenz-Programmen sowie der angeschlossenen Jungen Akademie statt.
Die Akademiemitglieder – Kurzbiografien
Madhusree Dutta
geboren 1959 in Jamshepur/ Jharkhand, Indien.
Filmemacherin (v.a. Dokumentarfilm), Produzentin, Kuratorin, Dozentin und Aktivistin;
Gründerin und Direktorin von „Majlis“, einem interdisziplinären Kunst- und
Forschungszentrum in Mumbai/ Bombay; arbeitete im Regiebereich auch für die
Bollywood-Filmindustrie.
Themen ihrer Arbeit sind u.a. Identität/ Identifikation, Gender, Demokratisierung
künstlerischer Praktiken, Interdisziplinarität. Ihre Filme werden international auf
Filmfestivals und Kunstevents gezeigt. Madhusree Dutta erhielt zahlreiche Auszeichungen,
u.a. 1994 Filmfare Award for Best Documentary; 1996 National Award for Best
Documentary on Social Issues; 1998 RAPA Best Public Service Advertisement Award;
2001 Indian Documentary Producers’ Association Award; 2007 Special Jury Award, Film
South Asia.
http://majlislaw.com/
Galit Eilat
Freie Kuratorin und Gründungdirektorin von „DAL – The Israeli Center for Digital Art“;
Chefredakteurin von Maarav, einem Online Kunst- und Kulturmagazin; Kuratorin am Van
Abbemuseum in Eindhoven, Dozentin am Department für Fotografie, Video & Computerbildgestaltung der Bezalel Akademie für Kunst und Design in Jerusalem; Beraterin für das
israelische Museum in Jerusalem; Mitglied des künstlerischen Vorstands von „Amanut
Haaretz“, einem jährlich stattfindenden Festival für junge israelische Kunst.
Eilats Projekte beschäftigen sich mit Themen wie der geopolitischen Situation im Mittleren
Osten, dem Aktivismus und der politischen Imagination in der Kunst.
Ausgewählte Ausstellungen als Kuratorin bzw. Co-Kuratorin: „Yael Bartana, and Europe
will be stunned“, Van Abbemuseum, Eindhoven (2012); „Strange and Close“ (Co-Kurator
Charles Esche) CAPC, Bordeaux in Zusammenarbeit mit dem Van Abbemuseum (2011);
„Black and White“ (Co-Kurator ukasz Ronduda), Museum of Modern Art in Warschau
(2011); „Yael Bartana, and Europe will be stunned“ (Co-Kurator Sebastian Cichocki),
polnischer Pavillon auf der 54. Internationalen Kunstausstellung, Venedig (2011); „Politics
of Collection, Collection of Politics“, Van Abbemuseum, Eindhoven (2010); „The Real War“,
Soloshow mit Sean Snyder, Israelisches Zentrum für digitale Kunst, Holon (2010); „Never
Looked Better“, Beth Hatefutsoth, Tel Aviv (2008–2009).
Monika Gintersdorfer
Monika Gintersdorfer, in Peru geboren, Theaterregisseurin; studierte Germanistik,
Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln sowie Regie in Hamburg. 2000 bis
2004 realisierte sie Inszenierungen am Hamburger Schauspielhaus, an den Münchner
Kammerspielen und bei den Salzburger Festspielen. Sie ist Mitbegründerin der
aktionistischen Künstlergruppe Rekolonisation und Regisseurin der 2005 gegründeten
deutsch-französisch-westafrikanischen Theater/ Performance-Gruppe
Gintersdorfer/Klaßen mit Inszenierungen u.a. an der Volksbühne Berlin, Kampnagel
Hamburg, FFT Düsseldorf, sophiensaele Berlin, Schauspiel Köln, Ringlokschuppen
Mülheim, Deutsches Theater Berlin. Gintersdorfer/Klaßen arbeiten häufig zusammen mit
dem KVS Brüssel in Kinshasa. 2010 veranstalteten sie das Festival „Rue Princesse“ in
Abidjan, Berlin und Hamburg. 2011 tourten sie durch Westafrika mit ihrer Reihe „Logobi“.
Ihre Projekte rücken die Lebensstrategien und Ausdrucksformen der Darsteller ins
Zentrum und versuchen einen möglichst direkten Transport von Leben ins Theater und
Theater/ Performance ins Leben. In einer Kombination aus Bewegung, Tanz, Text und
synchroner Übersetzung lassen Gintersdorfer/Klaßen die politischen und persönlichen
Realitäten ihrer Darsteller – in Deutschland und an der Elfenbeinküste – gegeneinander
prallen und erreichen auf diese Weise eine Ebene der Kultur- und Gesellschaftskritik
jenseits des „schöngeistigen“ Bildes interkultureller Völkerverständigung.
Für die Spielzeiten 2012/2013 und 2013/2014 sind Gintersdorfer/Klaßen Artists in
Residence am Theater Bremen, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen
des Programms „Doppelpass“.
Gintersdorfer/Klaßen wurden für ihre Arbeiten mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet:
Gewinner Impulse Festival 2009, George Tabori Förderpreis 2010, Tanzkompanie des
Jahres 2010, Faustpreis als bester Tänzer für Richard Siegal in Gintersdorfer/Klaßen
„Logobi 05“.
http://www.gintersdorferklassen.org/
Tom Holert
geboren 1962 in Hamburg; lebt in Berlin.
Kunsthistoriker, Publizist und Künstler. Holert studierte Kunstgeschichte, Neuere deutsche
Literaturwissenschaften und Philosophie in Hamburg und Paris. 2000 gründete er mit Mark
Terkessidis das „Institute for Studies in Visual Culture“ (ISVC). Von 1992-1996 war er
Redakteur von Texte zur Kunst (Köln), von 1996-1999 Redakteur und Mitherausgeber von
Spex (Köln). Holert war Professor an der Merz Akademie Stuttgart und ist
Honorarprofessor an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Beiträge zu
kulturtheoretischen Sammelbänden und Veröffentlichungen u.a. in Texte zur Kunst,
Artforum, Camera Austria, taz, Bidoun, Süddeutsche Zeitung, Jungle World.
Neben Publikationen zu zeitgenössischer und nachmoderner Kunst veröffentlichte Holert
zu visueller Kultur, Politik, Krieg, Mobilität, Glamour und zur Gouvernmentalität der Gegenwart, darunter „Mainstream der Minderheiten; Pop in der Kontrollgesellschaft“ (hg. mit
Mark Terkessidis, Berlin/Amsterdam: ID Archiv, 1996); „Imagineering. Visuelle Kultur und
Politik der Sichtbarkeit“ (Köln, 2000); „Entsichert. Krieg als Massenkultur im 21. Jahrhundert“ (mit Mark Terkessidis, Köln, 2002); „Fliehkraft. Gesellschaft in Bewegung – von
Migranten und Touristen“ (mit Mark Terkessidis, Köln 2006).
Mit künstlerischen Beiträgen war Holert u.a. beteiligt an „Mimétisme“ (Extra City,
Antwerpen, 2007), „Manifesta 7“ (Trento 2008), „Fake or Feint“ (Berlin 2009), „8th
Gwangju Biennale“ (Gwangju, Südkorea, 2010), „Forum Expanded“ (Berlinale, 2011).
„Animism“ (Haus der Kulturen der Welt, Berlin 2012).
http://www.isvc.org
Liza Lim
geboren 1966 in Perth, Australien; lebt in Manchester (UK).
Komponistin; Studium der Musik an der Melbourner Universität und Promotion an der
Universität von Queensland in Philosophie. Zu ihren wichtigsten Lehrern zählt sie den
australischen Komponisten und Zukunftsforscher Richard Hames und den Niederländer
Ton de Leeuw.
Auftragskompositionen für namhafte Orchester (z.B. Los Angeles Philharmonic Orchester,
musikFabrik, Arditti String Quartet, Ensemble InterContemporain, Ensemble Modern,
Sydney Symphony Orchestra) und Einladungen zu renommierten Festivals (u.a.
Salzburger Festspiele, Luzern Festival, Festival d’Automne/Paris).
Charakteristisch für Lim ist auch ein transkultureller Zugang zur Musik. In ihren
Kompositionen bringt sie Klangwelten der australischen Ureinwohner, den spezifischen
Sound alter Instrumente, den Kosmos elektronischer Töne und die Wurzeln ihrer
chinesischen Herkunft miteinander in Verbindung.
Zahlreiche Preise (u.a. Paul Lowin Prize, Fromm Foundation Award, Ian Potter Foundation
und Australia Council Senior Composer Fellowships). 2007/8 war sie Gast des Berliner
DAAD-Künstlerprogramms.
http://lizalimcomposer.wordpress.com/
Faustin Linyekula
geboren 1974 in der Demokratischen Republik Kongo.
Tänzer, Choreograf und Tanzpädagoge, der zwischen Kisangani und Kinshasa in der
Demokratischen Republik Kongo und Paris lebt und arbeitet. Nach seinem Studium der
Literatur- und Theaterwissenschaften in seiner Heimatstadt Kinsangani ging er 1993 nach
Nairobi, wo er seine erste Tanz-Kompanie Gàara gründete. Er arbeitete als Tänzer,
Choreograf und Lehrer in Frankreich, Südafrika, La Réunion und Slowenien und war Artistin-Residence bei Mathilde Monnier und Régine Chopinot.
2001 kehrte er in sein Heimatland zurück und gründete die Studios „Kabako“, ein Zentrum
für den künstlerischen Austausch im Bereich Tanz und Theater. Er schuf zahlreiche Stücke
mit der gleichnamigen Kompanie, die weltweit auf internationalen Festivals gezeigt
werden. Er inszenierte an der Comédie-Française und wurde 2007 ausgezeichnet mit dem
Hauptpreis der niederländischen „Prinz-Claus-Stiftung für Kultur und Entwicklung“.
www.kabako.org
Hans Ulrich Obrist
Geboren 1968 in Weinfelden, Schweiz.
Kurator für zeitgenössische Kunst, Autor und Co-Direktor der Serpentine Gallery in
London; Studium der Ökonomie und Politik. Obrist war Kurator des museum in progress in
Wien und von 2000-2006 Kurator am Musée d’Art Moderne de la Ville in Paris.
Kurator von über 250 Ausstellungen (u.a. 1. Berlin Biennale, Lyon Biennale, Moscow
Biennale, Utopia Station). Beiträge zu über 200 Buchprojekten.
Obrist ist bekannt für seine „Interview Marathons", die zu unterschiedlichen Themen
stattfinden sowie für seine publizierten Interviews mit Künstlern, Architekten,
Filmemachern, Wissenschaftlern, Philosophen und Musikern. 2009 wählte ihn das
Fachmagazin Art Review zur einflussreichsten Person in der Kunstbranche.
Lemi Ponifasio
Lemi Ponifasio, auf Samoa geboren, Choreograph und Theaterregisseur. Ponifasio gilt
heute international als einer der innovativsten und umstrittensten Choreographen und
Theaterregisseure. 1995 gründete er die Gruppe MAU als Label für seine Arbeit und als
Plattform für kritische Reflexion und Kreativität mit Künstlern, Wissenschaftlern, Aktivisten,
Intellektuellen und führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. MAU bedeutet
eine Erklärung an die Wahrheit einer Sache oder Revolution als Streben nach Wandel.
Als High Chief von Samoa trägt Ponifasio den Titel Sala und zählt zu den führenden, intellektuellen Persönlichkeiten des pazifischen Raums. Seine radikalen Inszenierungen
durchqueren und transzendieren konventionelle Vorstellungen von Theater, Zeremonien,
Tanz und Bürgeraktivismus. Ponifasios Arbeit wird an vielen renommierten Theatern und
auf Festivals präsentiert, darunter Ruhrtriennale, Théâtre De La Ville Paris, Holland Festival und Edinburgh International Festival.
http://mau.co.nz/
Walid Raad
Geboren 1967 im Libanon; lebt in New York.
Visueller Künstler und außerordentlicher Professor für Kunst an der Cooper Union New
York. Zu Raads Arbeiten gehören „The Atlas Group“, ein fünfzehn Jahre (von 1989 bis
2004) andauerndes Projekt zur zeitgenössischen Geschichte des Libanon sowie die noch
laufenden Projekte „Scratching on Things I Could Disavow: A History of Art in the Arab
World“ und „Sweet Talk: Commissions“ (Beirut). Zu Raads Buchpublikationen zählen: „The
Truth Will Be Known When The Last Witness Is Dead“, „My Neck Is Thinner Than A Hair”,
„Let’s Be Honest“, „The Weather Helped” und „Scratching on Things I Could Disavow”.
Raads Werke wurden ausgestellt in der Kunsthalle in Zürich, in der Whitechapel Art Gallery in London, beim Festival d’Automne in Paris, beim Kunsten Festival des Arts in Brüssel,
bei der Documenta 11 und 13 in Kassel, auf der Biennale in Venedig, im Hamburger
Bahnhof in Berlin, bei Homeworks in Beirut und in zahlreichen weiteren Museen und Veranstaltungsorten in Europa, im Mittleren Osten und in Amerika.
Walid Raad ist Preisträger des Hasselblad Award (2011). 2009 erhielt er das Guggenheim
Stipendium, 2007 den Alpert Award in Visual Arts und den Fotografie-Preis der Deutschen
Börse sowie 2005 den Camera Austria Award.
Ali Samadi Ahadi
Geboren 1972 in Täbris, Iran; lebt in Köln.
Regisseur, Drehbuchautor und Cutter; 1985 floh er infolge des Ersten Golfkriegs, in dem
er als Kindersoldat zwangsrekrutiert werden sollte, ohne Eltern aus seiner Heimat nach
Deutschland. Studium u.a. der Sozialwissenschaften und der Visuellen Kommunikation mit
Schwerpunkt Film.
Für seine Dokumentation „Lost Children“ über das Schicksal von Kindersoldaten im
Konflikt zwischen ugandischen Regierungstruppen und Rebellen erhielt Ali Samadi Ahadi
2006 den Deutschen Filmpreis. 2009 legte Samadi Ahadi seine Culture-Clash-Komödie
„Salami Aleikum“ vor, mit der er unter anderem den Preis der deutschen Filmkritik als
„Bestes Spielfilmdebüt“ und den NDR-Filmpreis für den Nachwuchs beim 20. Internationalen Filmfest Emden-Norderney gewann. 2010 folgte die Fernsehdokumentation „Iran:
Elections 2009“ über die Proteste nach den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009, für
die er 2011 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Unter dem Titel „The Green
Wave“ kam 2011 eine 80-minütige Fassung des Films in die Kinos und lief beim Sundance
Film Festival im Wettbewerb „World Cinema Documentary“.
www.ali-samadi-ahadi.de
Rosemarie Trockel
geboren 1952 in Schwerte; lebt in Köln
Künstlerin; von 1974 bis 1978 studierte sie an den Kölner Werkschulen, seit 1998
Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf für den Bereich Bildhauerei; zahlreiche
Ausstellungen im In- und Ausland. Beteiligung an der documenta x und 13 und 1999 an
der Biennale von Venedig als erste Künstlerin im deutschen Pavillon.
Themen ihrer Arbeiten sind gesellschaftskonstituierende Elemente, Normen, Klischees,
Symbole und Codes, die sie in Zeichnungen, Bildern, Keramiken, Videos, Skulpturen und
Objekten konsequent in ihrer Funktion und Selbstverständlichkeit befragt und hinterfragt.
Ihre Werke sind aber weder auf eine bestimmte Ikonografie noch auf eine bestimmte
kunsttheoretische Richtung festzulegen.
Zahlreiche Preise (u.a. Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen, Wolfgang-HahnPreis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Kölner Museum Ludwig, Kunstpreis der
Landeshauptstadt Düsseldorf, Goslarer Kaiserring).
Stefan Weidner
Geboren 1967 in Köln; lebt in Köln.
Autor, Übersetzer, Literaturkritiker. Weidner studierte Islamwissenschaft, Germanistik und
Philosophie an den Universitäten Göttingen, Damaskus, Berkeley und Bonn. Seit 2001 ist
er Chefredakteur der Zeitschrift „Fikrun wa Fann“, die vom Goethe-Institut herausgegeben
wird und zum Dialog zwischen westlicher und islamisch geprägter Kultur beitragen soll.
Autor zahlreicher Publikationen, Herausgeber von Anthologien und Übersetzer
insbesondere von arabischer Lyrik.
Veröffentlichungen, u.a. „Und sehnen uns nach einem neuen Gott. Religion und Poesie im
Werk von Adonis“ (Berlin 2005), „Aufbruch in die Vernunft. Islamdebatten und islamische
Welt zwischen 9/11 und den arabischen Revolutionen“ (Bonn 2011).
Gastprofessuren an der FU Berlin und an der Universität Bonn.
Zahlreiche Preise, u.a. 2006 Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg; 2007 JohannHeinrich-Voß-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für das
übersetzerische Gesamtwerk.
Liao Yiwu
geboren 1958 in der Provinz Sichuan, China.
Schriftsteller und Dichter; lebt im Exil in Berlin. Liao Yiwu wuchs als Kind von Eltern „ohne
dauerhafte Aufenthaltserlaubnis“ in der großen Hungersnot der 60er Jahre auf und schlug
sich jahrelang mit verschiedensten Tagelöhner-Jobs und als Dichter durch. 1989 verfasste
er das vielbeachtete Gedicht „Massaker“ über die Ereignisse am Tian’anmen-Platz. Hierfür
wurde er vier Jahre inhaftiert und schwer misshandelt. 2007 wurde Liao Yiwu vom Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrum mit dem Preis „Freiheit zum Schreiben“ ausgezeichnet, dessen Verleihung in letzter Minute verhindert wurde. 2009 erschien sein bei
Kritik und Publikum euphorisch aufgenommenes Buch „Fräulein Hallo und der Bauerkaiser
– Chinas Gesellschaft von unten“ auf Deutsch. Aufgrund seiner kritischen Haltung zur chinesischen Regierung sind Liaos Werke in der Volksrepublik verboten. Viele seiner Bücher
sind in verschiedene Sprachen übersetzt worden. Er erhielt Einladungen zur Frankfurter
Buchmesse 2009 und zur Lit.Cologne 2010, die er wegen Ausreiseverboten nicht annehmen konnte. Yiwu wurde mit verschiedenen Literatur- und Menschenrechtspreisen ausgezeichnet, darunter der Geschwister-Scholl Preis (2011) und im Mai 2012 die Ryszard Kapuciski Auszeichnung in Warschau. Er ist Träger des Friedenspreises des deutschen
Buchhandels 2012.
Tom Zè
geboren 1936 in Irará, Brasilien; lebt in São Paulo.
Sänger, Komponist, Autor, Performance-Künstler. Studium der Musik in Salvador da Bahia,
u.a. bei Hans-Joachim Koellreutter, der ihn mit dem Werk deutschsprachiger Avantgardisten (Schönberg, Bill, Stockhausen) konfrontierte und ihn ermutigte, die traditionelle
Musik seiner Heimat zu erforschen. Gemeinsam mit Caetano Veloso, Gilberto Gil, Gal
Costa u.a. gründete er Mitte der 60er Jahre die Tropicália-Bewegung, die der ästhetischeleganten musikalischen Revolution des Bossa Nova die Eruption der „Beat-Generation“
entgegensetzte, die in ihrem respektlosen Freiheitsdrang Konflikte mit der brasilianischen
Militärdiktatur heraufbeschwörte.
Seine künstlerische „Wiedergeburt“ verdankt er dem New Yorker Pop-Avangardisten David
Byrne von Talking Head, der Tom Zé 1989 neu entdeckte und dessen Werk weltweit über
sein Label „Luaka Bop" vertreibt. Es folgen hymnische Kritiken in USA und Europa,
internationale Touren und Kooperationen, eine Präsentation im Museum of Modern Art,
New York und die preisgekrönte Tanztheatermusik für die „Companie Grupo Corpo“.
www.tomze.com.br
Chronologie
27.10.2012
offizielle Eröffnung der Akademie der Künste der Welt
25. bis 28.10.
2012
2. Mitgliederversammlung
September 2012
Die Theaterregisseurin Monika Gintersdorfer wird neues Akademiemitglied
Juli 2012
Eigenständigkeit und Geschäftsfähigkeit der gGmbH - dem rechtlichen
Träger der Akademie der Künste der Welt
28.6. bis 1.7.
2012
1. Mitgliederversammlung (Gründungsversammlung)
Mit öffentlichem Musikprogramm kuratiert von Manos Tsangaris am 30.06.2012,
20 Uhr, in Kolumba Kunstmuseum des Erzbistums Köln.
Mit NeoBarock, hand werk, Michael Beil und Lena Willikens.
21.6.2012
Bekanntgabe der Gründungsmitglieder der Akademie:
Madhusree Dutta (Dokumentarfilmerin, Indien), Galit Eilat (Kuratorin, Israel),
Tom Holert (Kunst- und Migrationstheoretiker Berlin), Liza Lim (Komponistin,
Australien), Faustin Linyekula (Choreograf, Republik Kongo), Hans Ulrich Obrist
(Kurator, Schweiz), Lemi Ponifasio (Choreograf, Neuseeland), Walid Raad,
(bildender Künstler, Libanon), Ali Samadi Ahadi (Filmregisseur, Köln),
Rosemarie Trockel (bildende Künstlerin, Köln), Stefan Weidner (Schriftsteller,
Köln), Liao Yiwu, (Schriftsteller, China), Tom Zè (Musiker, Brasilien).
Februar 2012
Ratsbeschluss zur Gründung der Akademie als gemeinnützige GmbH.
Dezember 2011
Berufung der Generalsekretärin Sigrid Gareis.
Mai 2011
Herausgabe der wissenschaftlichen Studie "Kulturwelten in Köln. Eine
empirische Analyse des Kulturangebots mit Fokus auf Internationalität und
Interkulturalität" im Auftrag des KunstSalon e.V., gefördert durch das Kulturamt
der Stadt Köln als vorbereitende Maßnahme.
Frühjahr 2011
Benennung einer Findungskommission durch den Kölner Oberbürgermeister
Jürgen Roters zur Berufung der Gründungsmitglieder der Akademie mit
folgenden Personen: Ralph Christoph (Strategischer Leiter des
Popkulturfestivals c/o pop), Amelie Deuflhard (Intendantin der Internationalen
Kulturfabrik Kampnagel), Prof. Kasper König (Direktor des Museum Ludwig
Köln), Jan Krauthäuser (Veranstalter und Musikjournalist), Louwrens
Langevoort (Intendant der Kölner Philharmonie) und Regina Wyrwoll
(ehemalige Generalsekretärin der Kunststiftung NRW).
Juni 2009
Ratsbeschluss zur Aufnahme vorbereitender Maßnahmen zur Gründung der
Akademie der Künste der Welt (Studie, Konzept, Findungskommission).
Kölner Kulturschaffende setzen sich in einem offenen Brief an die Mitglieder des
Rates der Stadt Köln für die Realisierung der Akademie der Künste der Welt in
Köln ein.
März 2009
Präsentation der Ergebnisse der im Initiativkreis neu entwickelten Idee einer
Akademie der Künste der Welt mit ca. 130 Teilnehmern und darauf folgender
Workshop zur Diskussion des Konzeptes mit ca. 90 Teilnehmern.
November 2008
Workshop zur Ermittlung der Vorstellungen und Wünsche bezüglich eines
Hauses der Kulturen der Welt in Köln mit ca. 120 Teilnehmern.
Einsetzung eines Initiativkreises zur Entwicklung von Idee und Konzept zu
einem Kölner Haus der Kulturen der Welt in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt
der Stadt Köln. Mitglieder waren: Dr. habil. Navid Kermani (Schriftsteller,
Orientalist), Andreas Freudenberg (Global Music Academy / Berlin), Dr.
Matthias Hamann (Leiter des Museumsdienstes der Stadt Köln), Hans
Nieswandt (DJ und Musikjournalist), Jürgen Nordt (ehemaliger Kulturamtsleiter
der Stadt Köln), Prof. Dr. Erwin Orywal (Ethnologe), Dr. Mark Terkessidis
(Autor, Migrationsforscher), Manos Tsangaris (Komponist).
Juni 2008
Der Rat der Stadt beauftragt die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Haus
der Kulturen der Welt in Berlin ein Konzept für einen "selbstständigen Ort des
Dialogs und der kulturellen, interreligiösen und gesellschaftlichen
Auseinandersetzung" in Köln zu erarbeiten.
2007
Während seiner Zeit als permanent fellow am Haus der Kulturen der Welt in
Berlin, entwirft der Kölner Schriftsteller Navid Kermani zusammen mit dem
Intendanten Bernd Scherer Pläne bezüglich einer Dependance des Hauses
in Köln. Zusammen mit Franz Sommerfeld (Verlag Neven/DuMont) und Michael
Hirz (Phoenix) können sie den damaligen Oberbürgermeister Fritz Schramma
und den Kölner SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Börschel von einer
Intensivierung des internationalen künstlerischen Dialogs in Köln überzeugen.
Die Junge Akademie
Die Junge Akademie ist ein Teil der Akademie der Künste der Welt. Sie ist eine Plattform,
die junge Künstlerinnen und Künstler aus Köln vernetzt und sie bei der Realisierung ihrer
Ideen unterstützt.
Sie richtet sich an junge Erwachsene zwischen 16 und 21 Jahren, die kulturell und sozial
etwas in Köln bewegen möchten, sich für Themen der Zuwanderungsgesellschaft
interessieren und/oder selbst migrantischer Herkunft sind. Als Mitglieder der Jungen
Akademie erhalten sie die Möglichkeit, künstlerische und wissenschaftliche Prozesse nicht
nur kritisch beurteilen und begründen zu lernen, sondern auch eigene Projekte
umzusetzen und mit den Mitgliedern der Akademie der Künste der Welt zusammenzuarbeiten.
Ausschreibung
16-21-Jährige Kölnerinnen und Kölner als Mitglieder für die Junge
Akademie der Künste der Welt gesucht
Die Junge Akademie, Teil der neugegründeten Kölner Akademie der Künste der Welt,
sucht kreative Kölnerinnen und Kölner zwischen 16 und 21 Jahren, die sich für das Thema
Migration interessieren oder von Haus aus mit anderen Kulturen vertraut sind und kulturell
wie sozial etwas in Köln bewegen möchten. Sie können sich als Mitglieder der Jungen
Akademie der Künste der Welt bewerben und erhalten die Möglichkeit, eigene
künstlerische Projekte zu verwirklichen und mit international bekannten Künstlern
zusammenzuarbeiten.
Die Junge Akademie ist eine Plattform, die junge Künstler aller Sparten aus Köln vernetzt
und sie bei der Realisierung ihrer Ideen unterstützt.
Im Rahmen des Info-Nachmittags „Colognize the World“ am 28.10.2012 um 16 Uhr im
Club Bahnhof Ehrenfeld gibt es die Möglichkeit, sich ausführlich über die Junge Akademie
zu informieren.
Bewerben kann man sich bis zum 15.11.2012 mit folgenden Unterlagen:
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tabellarischer Lebenslauf mit Porträt
ausführliche Beschreibung eigener Interessen und Lebensziele sowie des eigenen
kulturellen oder sozialen Engagements
kurzes Schreiben zur Motivation und zu den eigenen Erwartungen gegenüber der
Jungen Akademie
Referenz einer Person wie z.B. einem Mentor, Projektleiter, Lehrer, Professor
(ausreichend ist Name und Telefonnummer der betreffenden Person)
Nur sofern vorhanden: Informationen bzw. Arbeitsproben bisheriger Aktivitäten im
Kultur- oder Sozialbereich
Die Bewerbungsunterlagen sind per Email zu richten an
[email protected]
oder postalisch an:
Kosta Dodoras
Akademie der Künste der Welt/Köln, gGmbH
c/o Stadt Köln, Dezernat für Kunst und Kultur
Richartzstraße 2–4 | 50667 Köln
Ansprechpartner für Rückfragen:
Kosta Dodoras, Tel. 0221-97133651, [email protected]