University of Texas 2013/14

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University of Texas 2013/14
Erfahrungsbericht: Fall 2013 and Spring 2014
at the University of Texas at Austin (Economics)
Registration an der UT
Nachdem ich von der International Office der Uni Würzburg die erfreuliche Zusage für mein
Auslandsstudium an der UT erhalten hatte, immatrikulierte ich mich für die UT online mitsamt den
erforderlichen Unterlagen. Schon bald darauf ging ein Schreiben per Post mit meinen Anmeldedaten
(UTEID) ein. Die UTEID dient als Identifier für sämtliche elektronische Abwicklungen an der Uni wie
etwa für die Anmeldung bei UTDirect (vergleichbar mit SB@Home), in den Lernportalen Canvas und
Blackboard (vergleichbar mit WueCampus), an den Uni-Rechnern oder den Druckern. Im neben dem
UT-Tower gelegenen FAC lässt man sich am besten zügig nach der Ankunft einen Studentenausweis,
auf dem die UTEID gespeichert ist und mit dem man sich z.B. Zutritt zu den Computer Labs und dem
Gregory-Gymnasium verschaffen kann, erstellen.
Visum
Kurze Zeit später erreichte mich auch mein DS-2019-Formular, die Bescheinigung der UT für meinen
rechtmäßigen USA-Aufenthalt. Damit beantragte ich dann online mein J-1-Visum, indem ich alle
relevanten Daten in das Formular eingab, ein aktuelles Foto von mir hoch lud, die SEVIS-I-901Gebühr zahlte, meine I-94-Nummer für die Einreise beantragte und einen Termin beim Konsulat in
Frankfurt vereinbarte. Am Tag des Termins führte ich nach etwa halbstündiger Wartezeit in der
Warteschlange vor dem Konsulat ein harmloses etwa zweiminütiges Interview mit einem Beamten.
Dann wurde ich zu einem anderen Beamten weitergeleitet, wo man mein zuvor hochgeladenes Foto
nach anfänglicher Kritik zur Belichtung dann doch akzeptierte und mein Visum unter Entgegennahme
meines Passes in Auftrag gab. Einige Zeit später traf mein um das Visum ergänzter Pass per Post bei
mir ein.
Flug
Anfang Juli buchte ich Hin- und Rückflug für den 20. August bzw. 20. Mai zusammen für 975€ bei US
Airways in einem Reisebüro. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass es online noch günstigere
Angebote gegeben hätte und es sinnvoll ist, die Flüge so zu terminieren, dass man am helllichten Tag
in Austin ankommt. Dann kann man nämlich z.B. die Buslinie 100 ohne Sicherheitsbedenken vom
Flughafen bis zur Uni nutzen, um zu seiner Unterkunft in Campusnähe zu gelangen.
Mein Hinflug ging von Frankfurt über den Einreiseflughafen in Philadelphia nach Austin und mein
Rückflug von Austin über Charlotte nach Frankfurt. In Philadelphia hatte ich vier Stunden Aufenthalt
und da es allein zwei bis drei Stunden dauerte, um die Warteschlange für die Einreise zu passieren,
war meine Aufenthaltsdauer angemessen. Verpasst man den Anschlussflug ohne Eigenverschulden,
so bucht einen die Fluggesellschaft allerdings kostenfrei auf einen späteren Flug ggf. mit
Übernachtung in einem Hotel um. Für den Fall, dass es zeitlich knapp wird, steht aber auch schon am
Ankunftsgate ein Angestellter, an den man sich dann wenden sollte. Die Ausreise hingegen wurde
direkt am Check-In-Schalter in Austin abgewickelt, sodass in Charlotte bei pünktlicher Ankunft eine
Umsteigezeit von 40 Minuten ausreichend gewesen wäre.
Unterkunft Taos (Collegehouses)
Mitte Mai vor dem Auslandsaufenthalt beschaffte ich mir eine Unterkunft in einem Cooperative, kurz
Coop, der Organisation Collegehouses. Ich entschied mich für ein Einzelzimmer im Coop namens
"Taos", das sich direkt neben dem Campus befand und mit alten, aber recht großzügigen Zimmern
ausgestattet war. Meine Online-Bewerbung auf der Webseite der Collegehouses wurde zeitnah mit
einem Vertragsangebot entgegnet. Ich unterschrieb den vergleichbar günstigen Vertrag mit einer
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monatlichen Miete von $742, in dem Frühstück, Mittagessen, Abendessen und Snacks enthalten
waren und durch den man sich zu einer gemeinnützigen wöchentlichen Arbeit von vier Stunden
verpflichtete. Abhängig von seinen Wünschen bestand diese Arbeit hauptsächlich aus Kochen, Putzen
und Verwaltungsaufgaben, wodurch die regelmäßige Essensausgabe sowie Organisation im Coop
gewährleistet wurden und man leicht mit den anderen Bewohnern in Kontakt kam. Zu etwa einem
Drittel waren die Bewohner internationaler und zu etwa zwei Dritteln amerikanischer Herkunft. Neben
der Arbeit und Essensaufnahme wurden auch viele Freizeitaktivitäten wie Ausflüge oder Partys, auch
coop-übergreifend, miteinander verbracht und, wobei man so einige gute Freundschaften schließen
konnte.
Voraussetzungen und Registration für Kurse
Bevor man sich für Kurse an der UT einschreiben kann, muss man dafür sorgen, dass man keine sog.
Riegel ("Bars") im System UTDirect hat. Jeder Riegel steht für eine für die Registration erforderliche
Prozedur. So muss man etwa an einer Informationsveranstaltung der International Office teilnehmen,
die damit verbundene Gebühr bezahlen, eine Gesundheitsuntersuchung absolvieren und einen
Versicherungsnachweis liefern, um jeweils einen Riegel aus dem System zu entfernen.
Es empfiehlt sich sehr, den Insurance Waiver, d.h. das Formular für den Nachweis einer vorhandenen
Auslandskrankenversicherung, frühzeitig online bei der UT einzureichen, da die Bearbeitung lange
dauern kann. Bei nicht rechtzeitiger Bearbeitung muss man nämlich vorbehaltlich die teure sofort zu
zahlende universitätseigene Versicherung abschließen, um sich für die Kurse registrieren zu können,
da man andernfalls den entsprechenden Riegel nicht los wird. Zwar erhält man eine Rückerstattung
der bezahlten Versicherungskosten in Form eines Schecks nach Bearbeitung des eingereichten
Insurance Waivers, nicht aber von der Zahlungsgebühr. Für die Gesundheitsuntersuchung und die
Einführungsveranstaltung der International Office muss man vorher online Termine vereinbaren.
Wenn dann kein Riegel mehr vorhanden ist, kann man sich online für die Kurse anmelden. Da sollte
man möglichst keine Zeit verlieren, aber auch nicht verzweifeln, wenn man auf der Warteliste steht. In
der Regel melden sich die Studenten nämlich zunächst in deutlich mehr Kursen an, als sie schließlich
belegen können.
Für Graduate-Kurse ist für die Registration notwendig, im Gebäude seines Colleges ein dafür
bestimmtes Formular zu besorgen, dies vom Professor des Kurses unterschreiben zu lassen, dann an
den Graduate Advisor zur Unterschrift zu geben und schließlich zur Freischaltung der Registration
wieder zurück zur Ausgangsstelle zu bringen.
Meine Kurse
Mein erster Graduate-Kurs im Fall-Semester "Academic Writing (M)" von Professor Anne Duncan
war unbenotet und wurde von der International Office über das Programm "English as a Second
Language" angeboten. Ich habe in dem Kurs gelernt, wie man akademische Texte in Englisch schreibt.
Die Hausaufgaben in dem Kurs bestanden hauptsächlich aus fünf "Shortwritings" (Reflexionen über
akademische Texte, ca. 300 Wörter) und vier "Writing Projects" (zwei Reflexionen, zwei 6-7-seitige
Paper aus unserer Disziplin). Für die Paper habe ich die Themen "Why Risk Insurance Companies
Seem to Offer Especially Low Prices" und "The Environmental and Long-Run Growth Impact of a
Carbon Tax in Light of Efficiency" gewählt. Das erste Paper ist an ein allgemeines Publikum adressiert
und rein hypothetisch und das zweite sollte für Undergraduate Economics Studenten zu verstehen
sein. Das zweite Paper konnte ich gleichzeitig auch im Kurs "Environmental und Natural Resources
Economics" einreichen. Dadurch, dass die Shortwritings und Writing Projects teilweise in mehreren
Versionen von der Professorin auf sprachliche Fehler durchkämmt wurden und man so auf die
persönlichen sprachlichen Schwachstellen hingewiesen wurde, war dieser Kurs sprachlich wirklich
lohnenswert.
Im Undergraduate-Kurs "Environmental und Natural Resources Economics (B)" von Professor
Dale O Stahl ging es um Externalities, Public Goods, Market Failure, Measuring Social Costs and
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Benefits, Regulation, Permits and Pigovian Fees und Adverse Selection and Moral Hazard (Recycling,
Congestion, Number of Members in a Golf Club, Population).
Von Kommilitonen habe ich erfahren, dass dieser Kurs sehr formal für einen Undergraduate
Economics-Kurs sei. Mir hat der Kurs auch ziemlich gut gefallen, weil die Herleitungen der
Bedingungen (z.B. für Pareto-Optimalität) immer sehr allgemein gehalten wurden. D.h., es wurden, wo
zur Lösbarkeit des Problems nicht unbedingt notwendig, anstatt konkreter Funktionen stets allgemeine
Funktionen in Abhängigkeit der Variablen (z.B. Wohlfahrtsfunktion) benutzt. Dadurch sind die
Resultate/Mechanismen besonders klargeworden.
In dem Kurs waren drei Hausaufgaben abzugeben und eine Debatte zu führen (zusammen 10%), ein
Paper (s. oben) (30%), ein Midterm Exam (30%) und ein Final Exam (30%) zu schreiben. Alles war mit
etwas Arbeitseinsatz sehr gut zu lösen. Da die Vorlesung sehr viele umweltökonomische, politisch
relevante Themen abdeckt, rate ich Umweltpolitikinteressierten definitiv zu einem Besuch.
Der Kurs "Microeconomics I (M)" von Professor Svetlana Boyarchenko richtete sich an alle
Economics-PhD-Studenten im ersten Jahr und behandelte die Themen Consumer Theory, Choice
under Uncertainty, Producer Theory, General Equilibrium and Welfare sowie Financial Economics und
orientierte sich stark an der Literatur "Microeconomic Theory" (1995) von A. MasColell, M. Whinston
und J. Green.
Die Ergebnisse wurden stets ausführlich nach dem Schema "Definition-Satz-Beweis" präsentiert und
erinnerten mich strukturell sehr an meine Mathe-Vorlesungen. Die Theorien wurden immer unter teils
ökonomisch und teils mathematisch motivierten Annahmen konstruiert. Ich habe in dem Kurs jetzt
nichts wirklich Neues gelernt, da alle Themen weitgehend durch meine Würzburger Veranstaltungen
"Mikroökonomik I", "Ökonomische Grundlagen des Risikomanagements" und "Einführung in die
Stochastische Finanzmathematik" bereits abgedeckt worden waren. Dennoch war es insbesondere für
mich als Wirtschaftsmathematikerin auch einmal ganz interessant zu sehen, wie man diese
ökonomischen Themen auf einem teilweise höheren bzw. "mathematischeren" Niveau behandeln
kann.
In dem Kurs waren wöchentlich ein Aufgabenblatt mit durchschnittlich etwa vier Aufgaben, darunter
auch häufig Beweise, abzugeben (10%), zwei Midterm Exams (20% + 20%) und ein Final Exam (50%)
zu schreiben. Die Exams waren zwar nicht trivial, aber machbar, wenn man was tat. Zu empfehlen ist
der Kurs, wenn man teils Bekanntes auf einem hohen Niveau betreiben möchte.
→ Anrechnung für "Theoretische Industrieökonomik II"
Mein letzter Kurs im Fall-Semester "Introduction to Game Theory (M)" von Professor Thomas
Wiseman war an Economics PhD-Studenten im zweiten Jahr adressiert, die in ökonomischer Theorie
oder angewandter ökonomischer Theorie zu forschen beabsichtigten, und basierte vor allem auf der
Literatur "Game Theory" (1991) von D. Fudenberg und J. Tirole. Die behandelten Themen waren im
Großen und Ganzen Games with Complete Information: Nash Equilibria, Rationalizable Strategies,
Correlated Equilibria, Iterated Deletion of Strictly Dominated Actions, Supermodular Games,
Extensive-Form Games, Backward Induction, Trembling Hand Perfect Equilibria, Strategic Stability;
Information: Information Structures with Noise, Common Knowledge, Almost-Common Knowledge;
Games with Incomplete Information: Bayesian Nash Equilibria, Sequential Equilibria und Repeated
Games: Folk Theorems, Imperfect Public Monitoring, Private Almost-Perfect Monitoring.
Auch hier erfolgte die Präsentation der Ergebnisse nach dem Schema "Definition-Satz-Beweis", im
Gegensatz zu "Microeconomics I" aber nicht mehr ganz so penibel. Auf rein technische
Angelegenheiten wurde hier weniger Wert gelegt, sodass es oftmals auch nur Beweisskizzen mit den
wesentlichen Ideen gab, wenn überhaupt. Ziel in diesem Kurs war das Verständnis für die
Anwendbarkeit der verschiedenen Gleichgewichtskonzepte und dabei die Herausarbeitung der
Unterschiede zwischen den Gleichgewichtskonzepten und ihren Verfeinerungen. Das äußerte sich
auch an den sehr geschickt gewählten, niemals trivialen Beispielen. Das Niveau dieses Kurses
erschien mir ziemlich hoch. Das gewissenhafte Lösen der anspruchsvollen Hausaufgaben (im Schnitt
alle zwei Wochen ein Aufgabenblatt mit sieben Aufgaben), wovon übrigens etwa die Hälfte aus "Game
Theory" von Fudenberg und Tirole stammte, war für die Entwicklung eines Gefühls für die Konzepte
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notwendig. Die Hausaufgaben mussten allerdings weder abgegeben werden noch gab es Lösungen
dafür.
Immerhin orientierten sich aber sowohl die beiden Midterm Take Home Exams (20% + 20%), als auch
das Final Take Home Exam (40%) stark an ihnen (Partizipation (20%)). Ich habe etwa Dreiviertel der
Übungsaufgaben bearbeitet, was im Hinblick auf die Exams, wenn auch sehr arbeitsaufwändig, sehr
vernünftig war. Wenn man einen Sinn für Rätsel hat und gerne knobelt, ist dieser Kurs unheimlich
spannend.
→ Anrechnung für "Prinzipien der Regulierung in Europa"
Im Spring-Semester habe ich den Undergraduate-Kurs "Macroeconomic Theory (B)" von Professor
Olivier Coibion besucht, der Consumption and Investment Theory, The IS-LM Model of Aggregate
Demand, Aggregate Supply, The AS-AD Model, Assessing the Model, Business Cycle,
Countercyclical/Fiscal/Monetary Policy, Depressions and the Liquidity Trap, Long-Run Inflation and
Hyperinflations, Growth and Development, The Solow Model of Economic Growth und Growth and
Development Accounting behandelte.
Die Vorlesung erläuterte zunächst die Zusammenhänge im AS-AD-Modell mit Hilfe komparativer
Statik sehr ausführlich und verständlich. Danach wurde das Modell durch zahlreiche aktuelle und
historische Beispiele unter Einbezug von Politikempfehlungen illustriert, analysiert und variiert. Am
Ende wurde noch etwas Growth Theory gelehrt.
Es gab zwei Midterm Exams (30% + 30%) und ein Final Exam (40%), die mit viel Vorbereitung lösbar
waren. Insgesamt eine sehr schön strukturierte Makro-Vorlesung, in der man viel über die
Weltwirtschaft lernen kann.
Der Undergraduate-Kurs "Health Theory (B)" von Professor Michael Geruso beinhaltete die Themen
Efficiency and Equity in Health Care, Cost Benefit Analysis, Production of Health, Supply of Health
Care, Demand for Health and Health Care, Demand for Insurance, Healthcare Labor, Asymmetric
Information in Insurance, Moral Hazard, Supplier Induced Demand, Employer Provision of Insurance,
Managed Care, Hospitals, US Regulation, Social Insurance: Medicare and Medicaid, Affordable Care
Act 1 & 2 und Comparative Health Care Systems.
Das Skript wurde auf der Grundlage von "The Economics of Health and Health Care" von Folland,
Goodman und Stano (7th edition) und einigen Forschungspapieren an der Tafel entwickelt. Während
die Buchinhalte vollständig zu verstehen waren, wurden in der Regel nur Ausschnitte aus den
Papieren beleuchtet. Der Professor hat sehr viel Wert auf die aktive Teilnahme gelegt und daher sehr
viele Fragen gestellt und stellen lassen. Dies tat dem Umfang des Stoffes keinen Abbruch, da es ihm
immer gut gelang, die wesentlichen Inhalte geschickt zu komprimieren. Ohne guten ökonomischen
Sinn und das Lesen der Literatur war die Vorlesung vielleicht an manchen Stellen nicht sofort zu
durchschauen.
Die wöchentlichen Hausaufgaben (15%), die zwei Midterm Exams (22.5% + 22.5%), das Final Exam
(35%) sowie die Partizipation (5%) waren sehr gut zu erfüllen. Jedem, der Interesse an
Gesundheitsökonomie hat oder seine Mikro-Kenntnisse in einer alleinigen Fachrichtung anwenden
möchte, kann ich die Vorlesung sehr empfehlen.
Mein letzter Kurs im Spring-Semester "Econometrics I (M)" von Professor Stephen Donald, der vor
allem von Economics PhD-Studenten im ersten Jahr besucht wurde, basierte abgesehen von Kapitel
12 weitgehend auf Bruce E. Hansens online verfügbaren Skript "Econometrics". Behandelt wurden
Conditional Expectation and Projection, The Algebra of Least Squares, Least Squares Regression, An
Introduction to Large Sample Asymptotics, Asymptotic Theory for Least Squares, Restricted
Estimation, Hypothesis Testing, Regression Extensions, NonParametric Regression, Generalized
Method of Moments, Empirical Likelihood, Endogeneity, Time Series Analysis, Limited Dependent
Variables, Panel Data und Nonparametric Density Estimation.
In Econometrics wurde aus Notationsgründen meist mit Vektoren und Matrizen gearbeitet, die
mathematische Modellierung war stets ökonomisch motiviert und wurde an Beispielen in Stata
veranschaulicht. Aussagen über Signifikanz basierten auf den asymptotischen Verteilungen und
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wurden mit dem Gesetz der großen Zahlen gerechtfertigt. Fundierte Statistikkenntnisse waren hier von
Vorteil, aber nicht notwendig.
Hier mussten insgesamt fünf Übungen (20%), die vor allem aus Beweis- und Stata-Aufgaben
bestanden, abgegeben werden, zwei Midterm Exams (20% + 20%) und ein Final Exam (20%)
geschrieben werden. Da Altklausuren einige Tage vor dem entsprechenden Exam zur Verfügung
gestellt wurden, waren die Exams stets sehr fair, wenngleich dabei aber von Geschenken keine Rede
sein kann. Für alle wissbegierigen Econometrics-Begeisterten ist der Kurs ratsam.
→ Anrechnung für "Ökonometrie I"
Zusammenfassend lassen sich die Undergraduate Economics-Kurse (B) etwa auf dem Niveau der
nichttrivialen Wiwi-Kurse und die Graduate Economics-Kurse (M) etwa auf dem Niveau der MatheKurse der Uni Würzburg einordnen. Im Undergraduate-Bereich sind die Professoren tendenziell
bemühter, den Stoff verständlich darzustellen und die Veranstaltung spannend zu gestalten. Die
Graduate-Kurse sind methodisch sehr sinnvoll und die Undergraduate-Kurse haben fachlich viel zu
bieten. Hoher Arbeitseinsatz und solides Grundwissen werden in den Undergraduate-Kursen mit sehr
guten Noten belohnt und sind in den Graduate-Kursen Voraussetzung ;-).
Integration an der Uni, Land und Leute
Die International Office der UT bot gegen eine faire Gebühr einige Samstagstrips zu sehenswerten
Plätzen in Texas wie beispielsweise zum Texas State Fair in Dallas oder dem Houston Space Center
an. Auf diesen Trips war es ziemlich einfach, Anschluss zu anderen internationalen Studenten zu
finden.
Da die Zielgruppe von "Academic Writing" internationale Studenten waren und dort häufig Partneroder Gruppenarbeit stattfand, kam man auch dort leicht mit den anderen Kursteilnehmern ins
Gespräch. In den anderen Veranstaltungen war es am einfachsten, mit exotischen (weniger
fachnahen) Studenten in Kontakt zu kommen, oder neue Leute über Gruppenarbeiten kennenzulernen.
Man bekam als Austauschstudent fachlich natürlich keinerlei Extrabehandlung, spürte aber meist die
Freude des Professors darüber, dass man sich für seinen Kurs entschieden hatte.
Zur Uniausstattung und den öffentlichen Verkehrsmitteln hatten wir Austauschstudenten
gleichermaßen Zugang wie reguläre UT-Studenten, d.h. wir konnten diverse Computer Labs, das sehr
gut ausgestattete Gregory-Gymnasium und die Busse in Austin mit unserem Studentenausweis ohne
Weiteres nutzen.
Außerhalb des universitären Umfelds fand man als Austauschstudent durch die gemeinsamen
Aktivitäten gut im Coop Anschluss und konnte so sein Englisch auf natürliche Weise verbessern.
Für das Leben im liberalen, musikalischen und schönen Austin brauchte man kein Auto, da die
wesentlichen Ziele Campus, Kapitol und Downtown für amerikanische Verhältnisse sehr dicht
beisammen lagen und Austin zudem über ein anständiges Busnetz verfügte.
Für Reisen in weitere Teile der USA boten sich die Zeit zwischen dem Fall- und Spring-Semester,
Springbreak und die Zeit bis zur Rückreise nach Deutschland nach dem Spring-Semester an.
Gesamteindruck
Ich kann ein Auslandsstudium an der UT sehr empfehlen. Zwar ist der Arbeitsaufwand zeitweise
gerade in den Graduate-Kursen sehr hoch, allerdings lernt man dadurch auch enorm viel. Dadurch,
dass man zwei Semester an der UT verbringt, kommt man auch wirklich in die Situation, sich in Austin
einzuleben. Auf diese Weise ist es möglich, wirklich ein neues Leben in einem anderen Land mit
anderen Leuten kennenzulernen und wertzuschätzen sowie die englische Sprache über einen
längeren Zeitraum zu verinnerlichen. Für all die Erlebnisse und Erfahrungen, die man so machen kann,
gibt es keine Substitute und sie prägen einen definitiv nachhaltig. Sie sind für mich derartig
bedeutungsvoll, dass ich jedem, der unentschlossen ist, eindeutig zu dem Abenteuer rate.
Kontakt: [email protected]
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