Praktikumsbericht - Biologische Station Kreis Paderborn

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Praktikumsbericht - Biologische Station Kreis Paderborn
Ein Praxissemester
in der
Biologischen Station Kreis Paderborn - Senne e. V.
von
Anabelle Vogt
Praxissemesterbericht
im Rahmen des Studiums
Landschaftsarchitektur
Wintersemester 2015/2014
Praktikumsstelle:
Biologische Station Kreis Paderborn - Senne e.V.
Betreuer:
Prof. Dr. Winfried Türk
B.Sc. Florian Hoedt
Hochschule Ostwestfalen-Lippe
Fachbereich 9: Landschaftsarchitektur und Umweltplanung
Verfasser:
Anabelle Vogt
(Matrikel.-Nr. 15299013)
Höxter, 14.04.2015
Inhalt
Abbildungsverzeichnis ........................................................................................................... 2
Abkürzungsverzeichnis ......................................................................................................... 3
1 Einleitung ............................................................................................................................ 4
2 Wahl der Praxissemesterstelle ........................................................................................... 5
3 Die Praxissemesterstelle .................................................................................................... 6
3.1 Biologische Stationen in NRW..................................................................................... 6
3.2 Biologische Station Kreis Paderborn – Senne e.V...................................................... 7
3.2.1 Finanzierung ......................................................................................................... 7
3.2.2 Aufgaben ............................................................................................................... 7
3.2.3 Arbeitsgebiet ......................................................................................................... 8
4 Aufgaben und Tätigkeiten .................................................................................................. 9
4.1 Bearbeitung von GIS-Projekten ................................................................................. 10
4.2 Datenpflege mit CMS ................................................................................................. 10
4.3 Dateneingabe von ornithologischen Fundmeldungen .............................................. 12
4.4 Praktische Arten- und Landschaftsschutzmaßnahmen ............................................ 13
4.4.1 Obstbaumpflanzung ............................................................................................ 13
4.4.2 Artenschutzmaßnahme: Küchenschelle ............................................................. 14
4.5 Kartierungen ............................................................................................................. 14
4.5.1 Rotmilan .............................................................................................................. 15
4.5.2 Gänsesynchronzählung ...................................................................................... 16
5 Artenschutzprojekt: Fledermäuse .................................................................................... 18
5.1 Kontrolle Sommerquartiere ........................................................................................ 18
5.1.1 Kontrolle der Fledermauskästen ......................................................................... 18
5.1.2 Kontrolle von Gebäuden ..................................................................................... 20
5.2 Kontrolle der Winterquartiere..................................................................................... 21
5.3 Bestimmung der Fledermäuse .................................................................................. 23
6 Werkzeuge und Methode ................................................................................................. 25
7 Resümee .......................................................................................................................... 26
7.1 Meine Erwartungen.................................................................................................... 26
7.2 Haben sich meine Erwartungen erfüllt ...................................................................... 26
Literaturverzeichnis ............................................................................................................. 28
Anhang................................................................................................................................. 28
Abbildungsverzeichnis
Deckblatt:
Foto NSG Steinhorster Becken: JONES HOEPS, erstellt am 22.02.15
Foto NSG Moosheide: ANABELLE VOGT, erstellt am 06.10.14
Foto Senner Pferde: ANABELLE VOGT, erstellt am 06.10.14
Abb. 01
Abb. 02
Abb. 03
Abb. 04
Abb. 05
Abb. 06
Abb. 07
Abb. 08
Abb. 09
Abb. 10
Abb. 11
Abb. 12
Abb. 13
Abb. 14
Abb. 15
Abb. 16
Abb. 17
Abb. 18
Abb. 19
Abb. 20
Abb. 21
Abb. 22
Abb. 23
Abb. 24
Abb. 25
Abb. 26
Abb. 27
Abb. 28
Abb. 29
Abb. 30
Abb. 31
Abb. 32
Abb. 33
Abb. 34
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 14.10.14
Karte: ANABELLE VOGT, erstellt am 20.02.15
Karte: ANABELLE VOGT, erstellt am 20.02.15
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 16.10.14
Foto: GERD LAKMANN, aufgenommen am 13.10.14
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 16.09.14
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 29.09.14
Karte: ANABELLE VOGT, erstellt am 04.02.15
Screenshot: ANABELLE VOGT, erstellt am
Screenshot: ANABELLE VOGT, erstellt am
Screenshot: ANABELLE VOGT, erstellt am
Screenshot: ANABELLE VOGT, erstellt am
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 20.11.14
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 20.11.14
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 06.02.15
Foto: GERD LAKMANN, aufgenommen am 11.11.14
Foto: GERD LAKMANN, aufgenommen am 11.11.14
Foto: CHRISTIAN VENNE, aufgenommen 2010
Foto: HTTP://ROTMILAN.ORG/STECKBRIEF/, abgerufen am 03.04.15
Foto: GERD LAKMANN, aufgenommen am 07.03.15
Foto: JONAS HOEPS, aufgenommen am 22.02.15
Foto: GERD LAKMANN, aufgenommen am 07.03.14
Foto: GERD LAKMANN, aufgenommen am 09.10.14
Foto: GERD LAKMANN, aufgenommen am 09.10.14
Foto: GERD LAKMANN, aufgenommen am 09.10.14
Foto: GERD LAKMANN, aufgenommen am 09.10.14
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 10.10.14
Foto: JUTTA BERGENER, aufgenommen am 08.10.14
Foto: JUTTA BERGENER, aufgenommen am 08.10.14
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 23.10.14
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 05.02.15
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 04.02.15
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 04.02.15
Foto:
HTTP://WWW.STRASSENKATALOG.DE/PANORAMIO/EINSTIEG_GRUNDSTEINHEIME
R_HOEHLE,107597171.HTML, abgerufen am 13.02.15
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 13.02.15
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 13.02.15
Foto: JUTTA BERGENER, aufgenommen am 13.02.15
Foto: JUTTA BERGENER, aufgenommen am 03.11.14
Foto: ANABELLE VOGT, aufgenommen am 04.11.14
Abb. 35
Abb. 36
Abb. 37
Abb. 38
Abb. 39
2
Abb. 40
Abb. 41
Abb. 42
Abb. 43
Foto: ANDREA DRECHSLER, aufgenommen am 20.11.14
Screenshot: ANABELLE VOGT, erstellt am 28.10.14
Screenshot: ANABELLE VOGT, erstellt am 28.10.14
Screenshot: ANABELLE VOGT, erstellt am 28.10.14
Abkürzungsverzeichnis
BFD
Bundesfreiwilligendienst
BS
Biologische Station
CMS
Content-Management-System
DO-G
Deutsche Ornithologen-Gesellschaft
FFH
Flora-Fauna-Habitat
FÖBS
Förderrichtlinie der Biologischen Stationen
FÖJ
Freiwilliges ökologisches Jahr
GIS
Geoinformationssystem
mdl.
mündliche
Mitt.
Mitteilung
NABU
Naturschutzbund
NRW
Nordrhein-Westfalen
NSG
Naturschutzgebiet
WB/WT
Westfälische Bucht / Westfälisches Tiefland
WKA
Windkraftanlagen
vgl.
vergleiche
3
1 Einleitung
Der folgende Bericht ist eine begleitende Dokumentation eines Praktikums im fünften
Semester des Studiums Landschaftsarchitektur. Dieser Studiengang sieht laut
Modulhandbuch und Prüfungsordnung ein Praktikum vor, welches die Studenten in die
Arbeitswelt hineinführen und ihnen ein Bild von zukünftigen Aufgaben und Tätigkeiten
verschaffen soll.
Dieser Erfahrungsbericht dokumentiert die verschiedenen Aufgaben und Projekte, welche
während des Praktikums angefallen sind oder begleitet wurden. Darüber hinaus werden
die angewandten Methoden und Werkzeuge vorgestellt und erläutert.
Neben der Dokumentation der Tätigkeiten werden die Erfahrungen gesammelt und
geschildert. In einem abschließenden Resümee werden diese reflektiert und in Bezug auf
das Studium und die Berufsperspektive bewertet. Das Resümee dient dazu die
Erwartungen mit den Erfahrungen zu vergleichen und somit zu prüfen ob die zu Anfang
gesetzten Ziele erreicht wurden. Der Einfluss des Praxissemesters auf das Studium sowie
die Berufsperspektive sollen herausgestellt werden.
Der Bericht kann somit den betreuenden Dozenten einen Überblick über die erfüllten
Aufgaben der Studierenden verschaffen und Lernerfolge feststellen. Darüber hinaus dient
er zukünftigen Praktikanten als Hilfestellung bei der Wahl und Suche der
Praxissemesterstelle.
Das Praktikum lief mit 22 Wochen vom 22.09.2014 bis zum 20.02.2015 und wurde auf 25
Wochen verlängert. Die Praktikumsstelle war die Biologische Station Kreis Paderborn Senne e.V.
4
2 Wahl der Praxissemesterstelle
Das Studium Landschaftsarchitektur lässt den Studierenden die Möglichkeit einen
Themenschwerpunkt zu setzten. So können Wahlpflichtfächer, Projekte und Stegreife der
Landschaftsplanung oder der Freiraumplanung gewählt werden.
In meinem bisherigen Studium habe ich mich auf den Bereich der Landschaftsplanung
konzentriert. Damit ich nun Einblicke in die Berufswelt bekomme und mehr Erfahrung in
den Gebiet erlangen kann, soll auch das Praktikum in diesem Bereich absolviert werden.
Ziel ist es, das bisher Erlernte anzuwenden, aber vor allem auch neue Kenntnisse in
diesem Gebiet zu erlangen.
Das Praktikum soll sich vor allem mit dem wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigen, aber
auch Einblicke in den Naturschutz und seine Instrumente sowie die praktische Ausführung
geben.
Für mich kam schnell die Einrichtung „Biologischen Station“ in Frage. Sie sind eine in
Deutschland einzigarte Einrichtung, welche es nur im Bundesland Nordrhein-Westfalen
(NRW) gibt. Sie betreuen die Naturschutzgebiete (NSG) in ihren jeweiligen
Arbeitsgebieten, führen Naturschutz-Monitoring und praktische Landschaftspflege durch.
Schon lange interessiere ich mich für die Arbeit der Biologischen Stationen und möchte
daher einen Einblick in die Tätigkeitsfelder und Arbeitsgebiete der Stationen bekommen.
Ich habe mich für ein Praktikum in der Biologischen Station Paderborn - Senne e.V.
entschieden. Das Arbeitsgebiet liegt im Kreise Paderborn und beinhaltet zusätzlich den
kreisübergreifenden Landschaftsraum Senne. Da das Arbeitsgebiet dieser Station meinen
Heimatort darstellt, ist das Interesse groß sich intensiver mit den Naturschutzgebieten
sowie der Senne zu beschäftigen. Weiterhin waren die vielfältigen Projekte der
Biologischen Station ein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl der
Praxissemesterstelle.
5
3 Die Praxissemesterstelle
In diesem Kapitel wird die Praxissemesterstelle
– Die Biologische Station Kreis Paderborn - Senne e. V. –
mit ihren Aufgabenfeldern, Projekten und ihrem Arbeitsgebiet kurz vorgestellt. Da die
„Biologische Stationen“ im Bundesland Deutschland eine besondere Stellung einnehmen
und ihre Organisation einzigartig ist, wird die Einrichtung zunächst allgemein erläutert.
3.1 Biologische Stationen in NRW
Die Biologische Station (Biostation) ist eine einzigartige und besondere Einrichtung
NRWs, welche sich für den Naturschutz einsetzt. Biostationen werden größtenteils vom
Land NRW und den zuständigen Kreisen finanziert, können aber durch Projekte oder
Aufträge weitere Mittel beziehen. Auch Spenden und ehrenamtliche Mitarbeiter leisten
einen wertvolle Beiträge für die Stationen. Hieraus ergibt sich eine einzigarte Einrichtung,
die sich die wichtige Belange des Naturschutzes zur Aufgabe macht.
„Kein anderes Bundesland in Deutschland verfügt über eine vergleichbare Struktur
der Verzahnung von ehrenamtlichem Engagement, fachlicher Qualifikation und
staatlicher Förderung für den Naturschutz.“
(VGL. WWW.BIOSTATIONEN-NRW.COM, 2009)
Wie das Zitat verdeutlicht sind Biostationen eine einzigartige Einrichtung aus
Fachpersonal und Ehrenamtlichen die für den Naturschutz tätig sind. Das Land NRW hat
ca. 43 Biostationen in verschiedenen Kreisen oder Kreisfreien Städten. Mehr als die
Hälfte der Naturschutzgebiete NRWs werden von diesen Stationen betreut. Auch die
Natura 2000-Gebiete fallen unter diese Betreuung.
Mit etwa 80% Förderung vom Land und 20% Förderung von den jeweiligen Kreisen, stellt
der Staat die Hauptfinanzierung dar. Diese Förderung umfasst konkrete Gegenstände,
welche in der Förderrichtlinie der Biologischen Stationen (FÖBS) formuliert werden.
Es lassen sich drei Aufgabenbereiche nach der FÖBS zusammenfassen:
-
Schutzgebietsbetreuung (Flora-Fauna-Habitat – Gebiete, Vogelschutzgebiete,
Naturschutzgebiete)
Vertragsnaturschutz (Einwerben von Verträgen, Beratung der Landwirte und
Landwirtinnen und fachliche Betreuung)
Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung
(VGL. WWW .BIOSTATIONEN-NRW.COM, 2009)
Konkrete Maßnahmen werden jedes Jahr mit den zuständigen Behörden und der
Bezirksregierung in einem Arbeits- und Maßnahmenplan vereinbart.
6
3.2 Biologische Station Kreis Paderborn – Senne e.V.
Die
Ausgewählte
Praxissemesterstelle
ist
die
Biologische
Station
Kreis
Paderborn – Senne e.V. Die
Biologische Station ist ein
eingetragener Verein, welcher
sich im Jahr 2007 aus drei
Vereinen zusammengeschlossen
hat. Die Gründervereine sind die
„Biologische Station Paderborner
Land ALA e.V.“, die „Biologische
Station Senne e.V.“ und die
„Gemeinschaft für Naturschutz im
Altkreis Büren e.V.“.
Abb. 1 Geschäftsstelle der BS (VOGT, 2014)
Seit 2012 hat die Geschäftsstelle ihren Sitz in Delbrück-Ostenland (s. Abb. 1). Neben dem
Hauptgebäude für die Büros, die Bibliothek und dem Seminarraum befindet sich die
Remise. Dort werden die landwirtschaftlichen Geräte sowie sonstige Arbeitsmaterialien
und Fahrzeuge untergebracht.
3.2.1 Finanzierung
Die Biostation Paderborn Senne hat 14 Angestellte und erhält jedes Jahr Unterstützung
vom Bundesfreiwilligendienst (BFD) und dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ).
Finanziert wird die Biostation wie bereits erwähnt durch staatliche Förderung, aber auch
durch Projekte und Aufträge. Darüber hinaus wird sie von Spenden und ehrenamtlichen
Engagement unterstützt.
3.2.2 Aufgaben
Zur den Aufgaben zählen die bereits erwähnten Aufgabenbereiche der FÖBS (s.o.). Somit
ist die Betreuung der Schutzgebiete ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit der Biostation.
Dies beinhaltet z. B. die Erhebung von Daten zu ausgewählten Pflanzen- und Tierdaten
aber auch die Umsetzung von Landschaftspflege- und Artenschutzmaßnahmen in den
zuständigen Schutzgebieten. Darüber hinaus ist die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger
Arbeitsbereich für die Biostation. Umgesetzten Maßnahmen und erreichte Ziele werden so
für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Darüber hinaus hat die Biostation weitere Projekte, Aufträge und Aufgaben wie zum
Beispiel:
- Kulturlandschaftsschutz: Senner Pferde, Heidschnuckenschäferei
- Naturverträglichen Tourismus: „Naturerlebnis in NATURA 2000-Gebieten am
Sintfeld-Höhenweg“
- Renaturierung: „Life+-Projekt Eggemoore“
- Artenschutzprojekte: Rotmilan
7
3.2.3 Arbeitsgebiet
Zuständig ist die Station für den gesamten
Kreis
Paderborn
sowie
für
den
Landschaftsraum
Senne
und
dem
Truppenübungsplatz
innerhalb
der
Senne. Die Senne liegt sowohl im Kreis
Paderborn, also auch in den Kreisen
Gütersloh, Lippe und in Teilen der
Kreisfreien Stadt Bielefeld (s. Abb. 2). Das
Arbeitsgebiet setzt sich somit der aus
mehreren
Kreisen
und
Städten
zusammen. Folglich sind die unteren
Landschaftsbehörden
dieser
Kreise
ebenfalls im Arbeits- und Maßnahmenplan
vertreten.
Insgesamt umfasst das Arbeitsgebiet der
Station
1500km².
(VGL.
WWW .BSPADERBORN-SENNE.DE [1], 2014)
Das Arbeitsgebiet ist vom Norden über
den Westen bis hin zum Süden
eingerahmt
von
einer
abwechslungsreichen Berglandschaft. Im
Abb. 2 Arbeitsgebiet der BS (VOGT, 2015)
Norden
stellt
der
Osning
die
Gebietsgrenze dar. Das Eggegebirge prägt den Südosten des Gebietes. Im Süden ragt
das Alme-Afte-Bergland als Ausläufer des Sauerlandes in das Gebiet hinein (VGL. A WWW .BS-PADERBORN-SENNE.DE [1], 2014).
Während im Südosten das Berg- und
Hügelland
vorherrscht,
ragt
die
Westfälische Bucht im Westen des
Gebietes hinein. Diese unterteilt sich in die
Hellwegbörde und das Ostmünsterland
(VGL. A - WWW.BS-PADERBORN-SENNE.DE [1],
2014).
Die unterschiedlichen Landschaften sind
auch von unterschiedlichen Lebensräumen
geprägt. Im Flachland kommen zahlreiche
Feuchtwiesen vor sowie die feuchte „Untere
Senne“. Die „Obere Senne“ besteht aus
trockenen Lebensräumen. (vgl. AHNFELDT
et. a,1995: 9) Das Bergland setzt sich aus
Wäldern und Grünland aber auch den
Eggemooren zusammen.
Abb. 3 Landschaftsräume im Arbeitsgebiet (VOGT,
2015)
8
4 Aufgaben und Tätigkeiten
Das Praktikum in der Biostation war sehr
abwechslungsreich und spannend. Zwar habe ich
aufgrund der Jahreszeit nicht jederzeit draußen
arbeiten können, konnte aber dennoch an
zahlreichen Aktivitäten, Projekten, Terminen und
Aufgaben teilnehmen.
Da es für mich interessant war, die vielseitigen
Aufgaben und Projekte der Biostation kennen zu
lernen und vor allem auch die Funktionsweise
dieses Vereins zu verstehen, wurde ich stets
gefragt
an
interessanten
Meetings
oder
Außenterminen teilzunehmen. So bin ich gerne mit
in die Naturschutzgebieten wie das NSG
Steinhorster Becken gefahren, habe aber auch
Pressetermine,
Meetings
oder
sonstige
Veranstaltungen wie den Obstbaumschnittkurs oder
eine Exkursion der Deutschen OrnithologenGesellschaft (DO-G) mitnehmen dürfen.
Im
Rahmen des Life+-Projektes „Eggemoore“ durfte
ich sogar eine Exkursion in die Eifel und den
Abb. 4 Moor in der Eifel (VOGT, 2014)
Abb. 5 BBC berichtet über
Truppenübungsplatz (LAKMANN, 2014)
Hunsrück
begleiten,
um
die
umgesetzten
+
Maßnahmen eines Life -Projektes renaturierter
Moore zu besichtigen.
Die Tätigkeiten im Büro setzte sich größtenteils aus
der Arbeit mit dem Geoinformationssystem (GIS)
zusammen, sowie das Einpflegen von Daten.
Darüber hinaus habe ich weitere Aufgaben
entgegengenommen die spontan anfielen. So
zählten auch der Telefondienst oder Botengänge zu
meinen Aufgaben.
Abb. 6 Mulcher für die
Landschaftspflege (VOGT, 2014)
Während des Praxissemesters hatte ich trotz der
ungünstigen Jahreszeit die Möglichkeit mich im
Freien aufzuhalten. Dort habe ich Kartierungen
unterstützt
oder
in
der
Praktischen
Landschaftspflege mitgeholfen.
In folgendem Kapitel werden einige ausgewählte
Tätigkeiten und Aufgaben, die während meines
Praktikums angefallen sind kurz beschreiben.
Abb. 7 Zauneidechse Schlüpfling (VOGT,
2014)
9
4.1 Bearbeitung von GIS-Projekten
Im Verlauf des Praktikums bei der
Biologischen Station habe ich
fortwährend mit GIS (ArcGIS10.1)
gearbeitet. Meine Hauptaufgaben
bestanden darin erhobene Daten zu
digitalisieren, Daten einzupflegen
und Karten zu erstellen. Neben
kleineren
Projekten
wie
der
Kartenerstellung für die erfassten
Brutvögel 2014, der Gelege des
Großen Brachvogels oder der
durchgeführten
und
geplanten
Landschaftspflegemaßnahmen, habe
ich
ein
größeres
GIS-Projekt
umsetzen können.
Abb. 8 Karte des FFH-Gebiets Rietberger Emsniederung
mit Steinhorster Becken (VOGT, 2015)
In diesen Projekt habe ich die Bearbeitung für das GIS in den Bericht zum
Vogelschutzgebiet „Rietberger Emsniederung mit Steinhorster Becken“ übernommen. Der
Bericht wurde, da das FFH-Gebiet auch im Kreis Gütersloh liegt, in Zusammenarbeit mit
der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld e.V. erstellt. In ihm werden die erhobenen
Daten (Vogelarten der Roten Liste, Gastvögel, Biotoptypen) der Jahre 2013 und 2014
sowie Maßnahmenvorschläge dargestellt und erläutert. Da die Daten von den Stationen
im jeweiligen Zuständigkeitsgebiet bereits erhoben wurden, war es meine Aufgabe einen
Großteil dieser zu digitalisieren und mit den Daten der anderen Station
zusammenzuführen („mergen“), um die Karten des gesamten Vogelschutzgebietes zu
erstellen und zu layouten. Dies geschah in regelmäßiger Absprache mit der Biostation
Gütersloh/Bielefeld und meinem Kollegen Gerd Lakmann, welcher für das NSG
Steinhorster Becken zuständig ist.
4.2 Datenpflege mit CMS
Zu meinen Aufgaben im Praktikum zählte auch die Bearbeitung der Webseite der
Biostation, sowie der neuen Webseite für das Projekt „Naturerlebnis in NATURA 2000Gebieten am Sintfeld-Höhenweg“.
Da die Webseite der Biostation neu aufgelegt wurde, mussten alle Daten übertragen
werden. Dies ist zum Großsteil schon geschehen, so dass ich nur noch Einzelheiten
korrigiert habe. Mit dem Programm TYPO3, einem Programm zur schnellen Erstellung und
Bearbeitung von Internetseiten mittels Vorlagen, konnte die neue Webseite leicht
bearbeitet werden. TYPO3 ist ein CMS (Content-Management-System), mit dem die
Inhalte der Webseite in ein vorgefertigtes Layout eingefügt und verwalten werden können.
Das Programm habe ich in einem Webbrowser benutzt, wo das Back-End der Webseite
bearbeitet wird. Gleichzeitig habe ich die Internetseite, das Front-End, aufgerufen und
parallel zu den Veränderungen aktualisiert. Hauptsächlich bestand meine Aufgabe darin,
Bildunterschriften zu bearbeiten und Textfehler zu korrigieren.
10
Auf ähnliche Weise habe ich auch die Webseite des Projekts „Naturerlebnis in NATURA
2000-Gebieten am Sintfeld-Höhenweg“ mit dem CMS WordPress bearbeitet. Das Projekt
soll die NATURA 2000-Gebiete, welche um und an dem Wanderweg Sintfeld-Höhenweg
liegen erlebbar machen. Hierzu wurden eine Webseite und eine dazugehörige App
erstellt. Sie sollen dazu dienen den Wanderern alle wichtigen und interessanten
Informationen des Wanderweges zu vermitteln.
Auf einer Karte werden die Route sowie einzelne Etappen dargestellt, welche von der App
oder der Webseite aufgerufen werden können. Außerdem werden alle interessanten
Sehenswürdigkeiten (Natur, Landschaft, Kultur, Freizeit) sowie Unterkünfte und sonstige
wichtige Informationen (Parkplätze, Rettungspunkte etc.) auf der Karte abgebildet.
Abb. 9 Kartenausschnitt des Wanderweges mit "points of interest" (VOGT, 2015)
Die App dient dazu die Wanderer zu begleiten. Mittels GPS kann die App bei den
sogenannten „points of interest“ dem Nutzer eine Meldung geben, so dass dieser über
das Umfeld des Wanderweges informiert wird und die Sehenswürdigkeiten in seiner Nähe
erleben kann.
Damit diese Information auch den Nutzer
erreicht, müssen die Koordinaten der „points of
interest“ in das Programm zur Verwaltung der
Webseite und App eingepflegt werden. Folglich
habe ich zu den bereits vorhandenen
Informationen
der
verschiedenen
Sehenswürdigkeiten die Koordinaten in das CMS
Abb. 10 Eingabe der Koordinaten (VOGT,
2015)
eingetragen. Die Koordinaten habe ich mit Hilfe
von GoogleMaps ermittelt. Sobald die Koordinaten im Back-End eingetragen waren
erschien nach Aktualisierung des Front-Ends das kennzeichnende Symbol der
Sehenswürdigkeit auf der Karte.
11
4.3 Dateneingabe von ornithologischen Fundmeldungen
Die Biologische Station sammelt mit Hilfe von ehrenamtlichen Mitarbeitern Vogeldaten
aus dem Kreis Paderborn und der Senne. Ziel ist es Vogeldaten außerhalb der
Naturschutzgebiete oder Truppenübungsplätze zu erhalten, da dort bereits
Datenerhebungen von der Biologischen Station vorgenommen werden. Aber auch
außerhalb der Naturschutzgebiete kommen Vogelarten vor, die gefährdet oder
planungsrelevant sind. Mit Hilfe der Vogelmeldungen können so mehr Informationen über
Gebiete eingeholt werde, welche nicht dem Naturschutz-Monitorings unterliegen. Mit Hilfe
der Ornithologischen Arbeitsgruppe (OAG) werden diese Daten gesammelt und verwaltet.
Über eine Webseite können Vogelbeobachtungen gemeldet werden. Diese werden
daraufhin in eine Datenbank eingepflegt. Aus den gesammelten Daten entsteht ein
jährlicher Sammelbericht.
Abb. 11 Vogelmeldungen auf der Internetseite (VOGT, 2014)
Meine Aufgabe war es die gemeldeten Vogelbeobachtungen auf der Webseite der OAG
zu sichten und in eine Datenbank, erstellt mit Microsoft Access, einzupflegen. Hierzu ist
eine Maske in Microsoft Access mit
verschiedenen Daten auszufüllen.
Hierfür werden die gesichtete Art, der
Fundort, das Datum sowie die Anzahl
eingetragen. Wenn möglich, wird eine
Angabe
über
das
Geschlecht
gemacht. Weiterhin werden die
Melder der Beobachtung angegeben.
Darüber hinaus werden besondere
Verhaltensweisen eingetragen, falls
diese angegeben sind. Dies können
zum Beispiel Balzverhalten, Nestbau,
Nahrungssuche oder Flug- und
Zugrichtung sein.
Abb. 12 Maske in Microsoft Access (VOGT,
2014)
12
4.4 Praktische Arten- und Landschaftsschutzmaßnahmen
Da das Praxissemester leider im Winter stattfindet, habe ich viel Zeit im Büro verbracht.
Dementsprechend habe gerne habe die Chance wahrgenommen im Freien zu sein. So
habe ich bei der Artenschutzmaßnahme für die Küchenschelle und der Bachmuschel
geholfen,
eine
Obstbaumpflanzung
geplant
und durchgeführt
sowie
die
Nistkastenkontrolle unterstützt. Die Artenschutzmaßnahme der Küchenschelle und die
Obstbaumpflanzung werden im Folgenden kurz beschrieben.
4.4.1 Obstbaumpflanzung
Während meines Praktikums habe ich das
Anlegen zweier Streuobstwiesen begleiten und
unterstützen dürfen. Diese sollten in Etteln für
einen Landwirten angelegt werden. Geplant
waren 130 Obstbäume verschiedenster Sorten
auf diesen zwei Flächen zu pflanzen. Die Flächen
lagen jeweils am Hang. Während die eine Südlich
exponiert war, war die kleinere Fläche Richtung
Norden exponiert. Der Boden war sehr lehmig, so
dass zur Bodenverbesserung die Beimischung
von Sand notwendig war.
Abb. 13 Graben der Pflanzlöcher (VOGT,
2014)
Doch zunächst sollte die Verteilung und
Anordnung der Bäume festgelegt werden. Hierzu
sind wir in das Gebiet gefahren und haben die
Flächen vermessen. Ziel war es möglichst viele
Bäume auf der Fläche unterzubringen. Dabei
sollte jedoch ein Mindestabstand von 12 Metern
eingehalten werden, um den Bäumen eine gute
Entwicklung,
aber
auch
spätere
Pflegemaßnahmen (Ernten, Obstbaumschnitt,
Mahd) zu ermöglichen. Auch der Abstand zu
benachbarten Flächen sollte ausreichend sein.
Abb. 14 Erster gepflanzter Obstbaum
(VOGT, 2014)
Mit Hilfe eines Maßbandes und Kunststoffpfählen
haben wir die Fläche vermessen und Baumreihen
festgelegt. Die einzelnen Standorte der Bäume
haben wir anschließend auf dem Boden markiert.
Dort wurden dann mit einem Bagger Löcher für
die einzelnen Obstbäume vorgegraben. Für die
spätere Pflanzung wurden außerdem Holzpfähle
sowie etwas Sand zur Bodenverbesserung
verteilt.
Nachdem alle Bäume gepflanzt wurden, sollte
eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Abb. 15 Obstwiese bei der Inventarisierung
(VOGT, 2015)
Obstsorten gemacht werden. Die verschiedenen
Obstsorten sollten auf der Fläche verortet und in GIS digitalisiert werden. Dazu habe ich
eine Tabelle angelegt in der alle Obstbaumarten aufgelistet und nummeriert sind.
13
4.4.2 Artenschutzmaßnahme: Küchenschelle
Die Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) kommt laut der Roten Liste lediglich noch in den
Großlandschaften Eifel und Westfälische Bucht / Westfälisches Tiefland (WB/WT) vor
(RAABE U. et. al, Rote Liste Stand 2010: 153). Ihr Vorkommen in der Großlandschaft
WB/WT beschränkt sich lediglich auf die Senne (RAABE U. et. al, Rote Liste Stand 2010:
153) und wird daher in der ROTEN LISTE mit dem Status „1-vom Aussterben bedroht“
angegeben. In der Senne ist die Küchenschelle vor allem durch Wildfraß gefährdet
(LAKMANN, 2014, mdl. Mitt.). Das Wild in der Senne frisst gerne die jungen Pflanzen,
verhindert damit die Vermehrung der Art. Daher wurde eine Artenschutzmaßnahme zur
Stärkung und zum Erhalt der Population in der Senne ergriffen. Die Samen der
Küchenschelle wurden gesammelt und angezogen, um sie anschließen in der Senne zu
verpflanzen. Hier wurde zum einen ein Bereich für die Pflanze zum Schutz vor Wild
eingezäunt und zum anderen der Oberboden abgeschoben um den Pflanzen für die
Vermehrung optimale Bedingungen zu schaffen. In Kooperation mit dem Bundesforst
haben wir die 41 Jungpflanzen dort verpflanzt.
Abb. 17 Jungpflanzen der Küchenschelle
(LAKMANN, 2014)
Abb. 16 Gepflanzte Küchenschelle (LAKMANN,
2014 )
14
4.5 Kartierungen
Meine Arbeit in der Biologischen Station bestand außerdem aus Kartierprojekten. Die
Kartierungen der Zauneidechse, des Rotmilans sowie die Horst- und
Höhlenbaumerfassung und die Gänsesynchronzählungen habe ich sehr gerne
Unterstützt. Im Folgenden gehe ich kurz auf die Mitarbeit der Erfassung des Rotmilans
sowie die Gänsesynchronzählung ein.
4.5.1 Rotmilan
Die Biologische Station wird zum
größten Teil vom Land NRW und
den
zuständigen
Kreisen
finanziert, nimmt aber darüber
hinaus auch Aufträge an um
weitere Mittel zu akquirieren.
Ein Auftrag ist die BestandsMonitoring des Rotmilans im
Kreis Paderborn. Der Rotmilan ist
im
Anhang-I
der
Vogelschutzrichtlinie
aufgeführt
und gilt daher in Europa als
Abb. 18 Rotmilan (VENNE, 2010)
besonders schützenswert (VGL.
WWW .NABU.DE, 2014). In Deutschland ist der Greifvogel eine streng geschützte Art.
Zudem ist die Verantwortung für die Art in Deutschland groß, da rund 50% der
Weltpopulation hier vorkommt (VGL. WWW .BS-PADERBORN-SENNE.DE [2], 2014)
In NRW hat die Art ihren
Verbreitungsschwerpunkt im Kreis
Paderborn
(VGL.
WWW.BSPADERBORN-SENNE.DE [2], 2014).
Dies führt zu Konflikten mit der
Windenergie. Diese hat, wie ich
selbst beobachten konnte, in den
letzten Jahren mit zahlreichen
Windkraftanlagen (WKA) im Kreis
Paderborn zugenommen. Doch es
sind noch weitere WKAs geplant
(VGL. SCHNELL 2014: 1). Daher hat
die
Windenergie
GmbH
WestfalenWIND einen Auftrag an
die Biologische Station Paderborn Senne vergeben, um den Bestand des Rotmilans zu
beobachten. Seit 2010 erhebt die Biostation jährlich Daten diesem Greifvogel, um diese
als Planungshilfe für die Entstehung der Windkraftanlagen zur Verfügung zu stellen. Ziel
ist es negative Entwicklungen wahrzunehmen und gegebenenfalls mit Maßnahmen
entgegenzuwirken (VGL. SCHNELL 2014: 1).
Abb. 19 Schlafplatz (WWW.ROTMILAN. ORG, 2015)
15
Für die Rotmilankartierung werden die Revierstandorte der Vögel erfasst. Neben der
Ermittlung der Brutstandorte werden erstmalig im Jahr 2014 auch der Bruterfolg
kontrolliert und die Schlafplätze der Greifvögel aufgesucht. (VGL. SCHNELL 2014: 1)
Die Ermittlung der Revierstandorte erfolgt im Frühjahr, wenn die Tiere aus ihrem
Winterquartier zurückkehren und ihre Horste aufsuchen. Der Kontrolle des Bruterfolges
findet Mitte Juni statt. Die Schlafplätze werden im Herbst in den Abendstunden
aufgesucht.
Während meines Praktikums hatte ich die Möglichkeit an der Schlafplatzzählung und der
ersten Kontrolle der Horststandorte teilzunehmen. Die Schlafplatzzählung erfolgte von vier
Mitarbeitern der Biologischen Station zeitgleich. Das Gebiet wurde aufgeteilt und
abgefahren, um synchron die Tiere an ihren Schlafplätzen zu zählen und einen Eindruck
des Bestandes zu erhalten.
Für die Kontrolle der Horststandorte wurden die bereits bekannten Reviere angefahren
um zu überprüfen ob die Horste noch da sind oder wieder besetzt wurden.
4.5.2 Gänsesynchronzählung
Die Gänsesynchronzählung
wird im Kreis Paderborn in
den
Naturschutzgebieten
sowie
an
allen
Abgrabungsgewässern
durchgeführt. Die Zahlen
sollen einen Überblick über
den Bestand der Gänse
geben, welche in den
Gebieten brüten aber auch
rasten. Ähnlich wie die
Schlafplatzzählung
des
Rotmilans
soll
die
Gänsezählung
zeitgleich
Abb. 20 Graugänse am Steinhorster Becken (LAKMANN, 2015)
stattfinden, um möglichst
genaue Zahlen des Bestandes zu erhalten.
Ich habe an der Zählung im
Naturschutzgebiet Steinhorster
Becken
teilgenommen.
Das
Steinhorster Becken liegt im
Bereich des Ostmünsterlandes,
also im Flachland des Kreises
Paderborn. Es ist ein von
Menschen
erschaffenes
Wasserrückhaltebecken,
welches
früher
zum
Hochwasserschutz der Ems
Abb. 21 Sicht auf das Steinhorster Becken (HOEPS, 2015) diente. Heute dient es vor allem
16
zahlreichen Vogelarten als Lebensraum und ist daher auch als Vogelschutzgebiet
ausgewiesen. Neben zahlreichen Limikolen finden auch Graureiher, Silberreiher, Storche,
Gänse und Enten einen ansprechenden Lebensraum.
Die Gänsesynchronzählung fand am 07.03.15 statt. Dazu
haben sich viele ehrenamtliche Mitarbeiter, Landwirte,
Jäger und Mitarbeiter der Biologischen Station am
Steinhorster Becken um 9 Uhr morgens getroffen. Neben
den Zählern fand sich außerdem ein Filmteam des WDRs
ein, welches für die Lokalzeit einen kurzen Naturbeitrag
drehen wollte. Das Filmteam begleitete uns an diesem Tag
und hat die Gänsezählung filmisch dokumentiert. Für die
Zählung hat sich das Team im Naturschutzgebiet
aufgeteilt. Mit Hilfe von Spektiven und Ferngläsern haben
wir die Gänse im und um das Gebiet herum gezählt. Am
Ende wurden alle Zahlen zusammengetragen. Über 800
Gänse wurden im Steinhorster Becken gezählt. Darunter
befanden sich Graugänse, Kanadagänse sowie Hybriden
dieser
Arten,
Blässgänse,
Nilgänse
und
eine
Weißwangengans.
Abb. 22 Dreharbeiten (LAKMANN,
2015)
17
5 Artenschutzprojekt: Fledermäuse
In diesem Kapitel möchte ich ein Projekt der Biologischen Station vorstellen, an dem ich
viel mitwirken durfte.
Der
Arbeitsund
Maßnahmenplan
(AMP)
der
Biologischen Station PaderbornSenne
sieht
eine
Artenschutzmaßnahme
der
Fledermaus vor. Für diese
Maßnahme werden die Sommerund Winterquartiere der Tiere
kontrolliert. Die Fledermäuse
haben ihre Sommerquartiere in
Fledermauskästen oder auch in
Dachstühlen
von
alten
Gebäuden. Die Winterquartiere
stellen meist Höhlen, Stollen,
Brunnen oder alte Keller dar
(VGL. WWW .BS-PADERBORN-SENNE.DE). Das Artenschutzprojekt dient der Erfassung von
Fledermäusen sowie der Kontrolle der Optimierungsmaßnahmen und Planung von
weiteren Schutzmaßnahmen.
Abb. 23 Großes Mausohr im Fledermauskasten (LAKMANN,
2014)
5.1 Kontrolle Sommerquartiere
Die Kontrolle der Sommerquartiere kann erst
ab August eines Jahres beginnen, da die Tiere
sonst während der Aufzucht der Jungen
(Wochenstube) gestört werden können. Dies
sind zum einen die Fledermauskästen, welche
von der Station aufgehängt wurden und nun
zur Erfolgskontrolle gesichtet werden. Zum
anderen
werden
verschiedene
Kirchen
besichtigt,
um
sie
auf
mögliche
Fledermausvorkommen zu prüfen.
5.1.1 Kontrolle der Fledermauskästen
Die Fledermauskästen befinden sich in den
NSGs des Kreises Paderborn, für welche die
Biostation zuständig ist sowie in der Senne.
Folglich werden neben den NSGs, wie z. B.
das NSG Rabbruch, auch Kastenkontrollen auf
dem Truppenübungsplatz durchgeführt.
Abb. 24 Kontrolle von Fledermauskästen
(LAKMANN, 2014)
18
Da die Kästen während des
Sommers von verschiedenen
Tieren genutzt werden, sind
dementsprechend
Rückstände
vorhanden.
Neben
Fledermauskot können auch
Vogeloder
Wespennester
vorhanden sein. Bei der Kontrolle
haben wir die Kästen gesäubert,
damit diese im nächsten Jahr
wieder
von
Fledermäusen
genutzt werden können. Defekte
Fledermauskästen
wurden
Abb. 25 Dokumentation der Funde (LAKMANN, 2014) ausgetauscht oder repariert. An
günstigen Stellen haben wir weitere Kästen aufgehängt. Die Standorte der Kästen wurden
auf Karten festgehalten und die Funde werden notiert.
Neben der Kontrolle der Kästen der Biostation wurden auch Kästen überprüft, welche im
Zuge einer Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme aufgehängt wurden. Da ein Gebäude,
welches den Fledermäusen Quartiersmöglichkeiten bot, für ein neues weichen musste,
musste
eine
Ausgleichsmaßnahme
stattfinden.
Neben
neu
angebrachten
Fledermauskästen wurden zudem am neu erbauten Gebäude Spalten für Fledermäuse
integriert. Diese wurden jedoch nicht angenommen. Die Spalten waren zu groß und die
Materialien boten den Tieren keinen Halt.
In den Fledermauskästen haben wir vor allem
im NSG Rabbruch viele Große Abendsegler
entdeckt. In weiteren Kästen kamen das
Braune Langohr und die Fransenfledermaus
vor. Aber nicht nur Fledermäuse haben sich in
den Kästen wohlgefühlt. In Naturschutzgebiet
Erdgarten-Lauerwiesen haben sich Mäuse in
einem Fledermauskasten eingenistet.
Abb. 26 Mehrere Große Abendsegler in einem
Fledermauskasten (LAKMANN, 2014)
Abb. 27 Waldmäuse in einem Fledermauskasten
(Vogt, 2014)
19
5.1.2 Kontrolle von Gebäuden
Für die Artenschutzmaßnahme haben wir,
neben den Fledermauskästen, Kirchen und
weitere Gebäude (Schlösser, Burgen etc.)
auf Spuren von Fledermäusen untersucht.
Die alten Gebäude bieten aufgrund vieler
Öffnungen
Quartiermöglichkeiten,
im
Dachstuhl oder auch im Keller, für die
Fledermäuse an. Öffentliche Gebäude die
aufgrund ihrer Lage und ihrem Umfeld für
Fledermäuse in Frage kämen, wurden
folglich auf Spuren untersucht, um mögliche
Quartiere zu erhalten. So kann zum Beispiel
Abb. 28 Kirche in Schloss Neuhaus (BERGENER,
2014)
bei
einer
eventuellen
Renovierungsmaßnahme eines Gebäudes,
welches von Fledermäusen genutzt wird,
eine fachliche Begleitung verhindern, dass
die Einflugöffnungen der Tiere geschlossen
werden. Weiterhin lässt sich die Störung der
Lebewesen,
unter
Beratung
von
Fachexperten,
vermeiden,
indem
die
richtigen Zeitpunkte der Maßnahmen
gewählt werden. Bereitwillige Partner haben
außerdem
die
Möglichkeit
mit Abb. 29 Einflugmöglichkeiten für die Fledermaus
(BERGENER, 2014)
unterstützenden Maßnahmen ihr Haus für
Fledermäuse attraktiv zu gestalten.
So wurde zum Beispiel die Wewelsburg in
Büren vom Naturschutzbund (NABU) als
erstes Fledermausfreundliches Haus im
Kreis Paderborn ausgezeichnet. Sie haben
mit Hilfe der Biologischen Station und
wenigen Maßnahmen den Dachstuhl der
Burg für Fledermäuse geöffnet. In Zukunft
werden dort Hangbretter angebracht um den
Tieren ein optimales Quartier zu schaffen.
Abb. 30 Maßnahme in der Wewelsbrug (VOGT,
2014)
20
5.2 Kontrolle der Winterquartiere
Das Monitoring der Winterquartiere
dient der Erfolgskontrolle von bereits
hergerichteten Quartieren. Außerdem
können weitere Schutzmaßnahmen für
die Tiere getroffen werden um die
Quartiere weiter zu optimieren.
Während meines Praktikums habe ich
mehrere Winterquartiere besichtigen
können. Neben einer Höhle in
haben
wir
Abb. 31 Tür zum Wasserhochbehälter Paderborns Grundsteinheim,
(VOGT, 2015) Eisenbahntunnel, alte Bergstollen und
Wasserhochbehälter untersucht. Dies
musste jedoch mit großer Vorsicht geschehen, um die Tiere während des Winterschlafes
nicht zu wecken.
Der alte Stollen in Altenbeken ist ein ehemaliger
Luftschutzstollen mit einer Länge von 85m. Er befindet
sich
nahe
den
Eisenbahngleisen.
(vgl.
WWW .NATURSCHUTZINFORMATIONEN-NRW .de, 2013) Der
Stollen hat zwei Eingänge, von dem einer verschlossen
und der andere mit einer Tür verriegelt wurde. Sie
gewährleistet, dass lediglich die Tiere in die Höhle
gelangen und ein geschütztes Winterquartier nutzen
können.
Der Stollen wurde von einem Büro für
Fledermauskunde,
Landschaftsökologie
und
Umweltbildung (Echolot) für die Tiere hergerichtet. Der
Tunnel bietet zwar bereits durch seine vielen Spalten
Schlafplatzmöglichkeiten,
wurde
aber
mit
Hohlblocksteinen
für
neue
Hangmöglichkeiten
aufgebessert.
Abb. 32 Bartfledermaus im
Winterschlaf (VOGT, 2015)
Nicht
wenige
Fledermausarten
nutzen
dieses
Winterquartier. Das Büro Echolot hat mehrere Arten im
Stollen, aber auch vor ihm schwärmend nachweisen
können.
Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus)
Teichfledermaus (Myotis dasycneme)
Großes Mausohr (Myotis myotis)
Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
Braunes Langohr (Plecotus auritus)
Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)
(vgl. MEIER et al. 2011: 7)
Abb. 33 Großes Mausohr im
Winterquartier (VOGT, 2015)
21
Während der Besichtigung haben wir ein freihängendes Großes Mausohr entdeckt, eine
Kleine Bartfledermaus und noch weitere Tiere vorgefunden, welche jedoch nicht ohne
weiteres zu bestimmen sind.
Der Eisenbahntunnel, welcher
sich ebenfalls in Altenbeken
befindet, wurde von der Station
mit Hohlblocksteinen versehen.
Auch dieser wurde von uns
kontrolliert. Die Steine und der
Tunnel
selber
wurden
von
mehreren
Fledermäusen
(Breitflügelfledermaus,
Kleine
Bartfledermaus) genutzt.
In den Höhlen in Grundsteinheim
haben wir leider nur ein Großes
Mausohr zu sehen. Dennoch war
die Besichtigung der Höhlen
außergewöhnlich und spannend.
Die Höhlen befinden sich im
Sauertal innerhalb der Kalkfelsen
und sind durch Verkarstung
entstanden. In Begleitung eines
Höhlenforscher-Teams haben wir
sie betreten können. Eine der
Höhle wurde erst vor kurzer Zeit
entdeckt und wird noch erforscht.
Aufgrund des Bodengesteins
befinden zahlreiche Tropfsteine
(Stalagmiten, Stalaktiten) in der
Höhle.
Abb. 34 Eingang zur Grundsteinheimer Höhle
(www.strassenkatalog.de, 2015
Abb. 35 Blick in einen niedrigen Gang der Höhle
(WWW.STRASSENKATALOG.DE, 2015)
Abb. 36 Großes Mausohr in der Grundsteinheimer Höhle
(VOGT, 2015)
Abb. 37 Ausstattung für die Erkundung der Höhle (BERGENER, 2015)
22
5.3 Bestimmung der Fledermäuse
Eine eindeutige Spur von Fledermäusen
stellt der Kot der Tiere dar. Aber auch
Fraßreste können Hinweise auf das
Vorhandensein von Fledermäusen geben.
Fraßreste können, zum Beispiel Flügel von
Tag- oder Nachtfaltern. Diese werden nicht
von den Tieren verspeist und liegen somit
unterhalb der Hangplätze, wo auch der Kot
aufzufinden ist.
Da alle europäischen Fledermausarten
Abb. 38 Fledermauskot auf einem Dachstuhl
(BERGENER, 2014)
Insektenfresser (insektivor) sind, ist ihr Kot
leicht von dem einer Maus zu unterscheiden. Dies hängt mit der Nahrung zusammen.
Während Fledermäuse sich von Insekten ernähren, fressen Mäuse vor allem Pflanzen.
Dies macht ihren Kot hart. Aufgrund des Chitins in
den Insekten, ist der Kot der Fledermäuse eher porös.
Außerdem ist er im frischen Zustand leicht glänzend.
(vgl. DIETZ, ) Mit einer „Krümelprobe“ kann der
Unterschied eindeutig festgemacht werden. Dazu wird
der Kot einfach zwischen den Fingerspitzen zerdrückt.
Zerfällt dieser, so kann von Fledermauskot
ausgegangen werden. Werden die Kotpellets
weiterhin hinsichtlich ihrer Breite und Länge
betrachtet, können eventuelle Arten an ihnen
festgemacht werden. Darüber hinaus kann die
Zusammensetzung des Kots zur genaueren
Bestimmung der Art untersucht werden. Dies ist
jedoch nicht ohne weiteres möglich und benötigt
spezialisiertes
Fachwissen
über
die
Abb. 39 Kotpellets und Literatur zur
Bestimmung (VOGT, 2014)
Nahrungspräferenzen der Arten und über die
Bestimmung von den Insekten aus den im Kot
vorhandenen Überresten.
Um einen Überblick über die vorhandenen
Arten in den Kirchen zu bekommen haben wir
dort Kotproben gesammelt. Diese habe ich
mittels Millimeterpapier vermessen. Mit
bereits vorhandenen Kotproben habe ich
versucht Aufschluss über die Art zu erhalten.
Dies erfordert jedoch mehr Erfahrung und
eine größere Sammlung, um eindeutige
Aussagen treffen zu können. Jedoch lassen
sich einige Arten anhand des Kotes
ausschließen. So haben wir festmachen
,
können, dass das Große Mausohr oder die Abb. 40 Vermessung der Kotpellets (DRECHSLER
2014)
Breitflügelfledermaus in einigen Kirchen
vorkommen.
23
Neben der Bestimmung der Fledermäuse
anhand des Kotes, können die Tiere auch an
ihren Rufen identifiziert werden. Mit einem
Batcorder, haben wir Fledermausrufe in einer
Kirche sowie vor den Winterquartieren
aufgenommen und diese an einem Computer
ausgelesen. Für das Auswerten der Daten
gibt es zwei Programme (bcAdmin und
batIdent). Sie dienen zum einen der
Verwaltung der Daten und zum anderen der
Bestimmung der Arten. Da die Programme
erst neu erworben wurden, habe ich es mir zu
Aufgabe gemacht diese zu Installieren und
kennen zu lernen. Für die leichtere
Handhabung habe ich eine Klickanleitung
verfasst.
Abb. 41 Klickanleitung (VOGT, 2014)
Abb. 43 bcAdmin zur Verwaltung der Daten (VOGT, 2014)
Abb. 42 batIdent zur Identifizierung der Rufe (VOGT, 2014)
24
6 Werkzeuge und Methode
In diesem Kapitel werden kurz die angewandten Programme und Methode aufgelistet.
Aufgrund der zahlreichen Aufgabenfelder wurden viele verschiedene Programme
angewandt.
Dazu zählten:






ArcGIS10.1
Microsoft Excel
Microsort Access
batIdent, bcAdmin
CMS: TYPO3 und WordPress
adlib
Mit ArcGIS10.1 wurden hauptsächlich Karten erstellt und gelayoutet sowie
Digitalisierungen und Datenpflege vorgenommen. Auch mit Microsoft Excel wurden
Daten wie die der Nistkastenkontrolle, der Kotproben Auswertung und der Zauneidechsen
Kartierung eingepflegt.
Die Programme bcAdmin und batIdent dienen zum einen der Verwaltung von
Aufnahmen der Fledermausrufe (bcAdmin) mittels eines Batcorders sowie der
Zuordnung der Art anhand der Rufe (batIdent).
Die Programme TYPO3 und WordPress wurden zur Bearbeitung und Datenpflege von
Internetseiten verwandt. Das Programm adlib ist ebenfalls ein Programm zur Verwaltung
von Daten, dient aber speziell der Archivierung von Literatur. Mit diesem Programm wurde
eine Datenbank für das Senne-Archiv angelegt und verwaltet.
Für die unterschiedlichen Kartierungen wurden verschiedene Methoden angewandt:






Fledermauserfassung anhand der Kontrolle der Winter- und Sommerquartiere
Fledermausbestimmung anhand ihres Kotes und ihrer Rufe
Bestands-Monitoring des Rotmilans mittels Schlafplatzzählungen und
Revierkartierung
Zauneidechsen-Monitoring anhand der Bestimmung der Individuen mittels
Fotodokumentation
Horst- und Höhlenbaumkartierung anhand der Ermittlung der GPS-Koordinaten
Gänsesynchronzählung
25
7 Resümee
Mein Praxissemester war mit seinen vielfältigen Aufgaben eine sehr interessante und
spannende Erfahrung für mich. Vor allem die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen hat
mir einen großen Spaß bereitet. Ich wurde von ihnen stets zu interessanten Terminen
mitgenommen und habe vieles von ihnen lernen und erfahren dürfen. An dieser Stelle
möchte ich mich für die tolle Zusammenarbeit sowie die Unterstützung und Aufnahme im
Verein bedanken.
Im Weiteren möchte ich auf meine Erwartungen an das Praxissemester eingehen und ein
abschließendes Resümee geben.
7.1 Meine Erwartungen
Von meinem Praktikum habe ich einerseits erwartet genaue Einblicke in die Arbeit,
Aufgaben und Projekte einer Biologischen Station zu bekommen. Speziell habe ich mich
für die Biologische Station Paderborn-Senne und somit ihren Betreuungsgebieten
interessiert. Auch war mir wichtig die Abläufe und Arbeitsweise aber auch die
Finanzierung und Förderung einer Biostation kennen zu lernen.
Auf der anderen Seite war mir wichtig die Umsetzung des Naturschutzes zu erleben. Auch
die praktische Landschaftspflege war ein interessanter Aspekt für mich.
In Bezug auf das Studium habe ich mir erhofft Erlerntes anwenden zu können, bzw. die
Theorie in der Praxis zu erleben.
Ich habe außerdem gehofft mit dem Praktikum einen guten Überblick über die beruflichen
Chancen und Möglichkeiten eines Landschaftsarchitekten im Bereich der
Landschaftsplanung zu bekommen.
7.2 Haben sich meine Erwartungen erfüllt
Während meines Praxissemester in der Biologischen Station habe ich viele Einblicke in
die Aufgaben und das Arbeitsgebiet der Station bekommen können. Da ich zahlreiche
Termine begleiten durfte, habe ich viele verschiedene Bereiche kennen gelernt. Ich
konnte außerdem sehr viele Partner, Förderer und Mitglieder kennen lernen.
Insgesamt haben sich meine Erwartungen an das Praktikum in der Biologischen Station
mehr als erfüllt.
Auch für meine berufliche Zukunft hat sich das Praktikum gelohnt. Ich habe einen guten
Überblick der Instrumente und Methoden des Naturschutzes bekommen können. Zudem
hat es mich bestärkt weiterhin den Themenschwerpunkt der Landschaftsplanung in
meinem Studium zu verfolgen. Darüber hinaus habe ich interessante Themenfelder
kennen gelernt, wie zum Beispiel den Artenschutz der Fledermäuse, auf das ich mich nun
weiter spezialisieren möchte. Außerdem habe ich mich intensiver mit dem Tourismus und
der Kulturlandschaft beschäftigt, was ebenso mein Interesse geweckt hat.
26
Alles in allem hat das Praktikum meinen Berufswunsch gefestigt und mir einen guten
Überblick über zukünftige berufliche Werdegänge verschafft.
Abschließend kann ich das Praktikum in der Biologischen Station Paderborn-Senne e.V.
sehr empfehlen. Ich habe mich stets gut aufgehoben gefühlt. Die Vielfältigen Aufgaben
einer Biologischen Station geben einen guten Einblick in die Landschaftsplanung.
Lediglich den Zeitraum des Wintersemesters als Praktikum empfinde ich als unglücklich
gewählt. Viele Interessante Aufgabenfelder einer Biologischen Station finden leider im
Sommer statt. Aufgrund dessen habe ich mein Praktikum um drei Wochen verlängert.
27
Literaturverzeichnis
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MEIER F., L. GROSCHE, S. PAWLIK, G. GERDING & M. GÖTZ (2011): Untersuchung zur
Nutzung des FFH-Gebietes DE-4219-304 und NSG „Stollen am großen Viadukt
westlich Altenbeken“ durch Fledermäuse als Grundlage für
Optimierungsmaßnahmen. - Münster unveröff. 31 S.
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SCHNELL, KARSTEN (2014): Erfassungsbericht des Rotmilans im Kreis Paderborn. Paderborn 12 S.
Anhang
Qualifiziertes Praktikumszeugnis
Bescheinigung
28
29