Uhren als Geldanlage

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Uhren als Geldanlage
PT Asset Management GmbH
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Uhren als Geldanlage
Intro:
In
der
Aprilausgabe
renommierten
Manager-Magazins
folgende Anekdote zu finden:
4/2014
Uhren zu sprechen, die sicher mehr sind,
als nur eine Geldanlage.
des
ist
Am Uhrenmarkt gibt es zwei Typen von
Geldanlegern. Die einen verstehen etwas
von der Materie, und die anderen nicht.
Die ersten setzen, um eine möglichst
sichere Wertsteigerung zu erzielen, vor
allem auf zwei Market: Patek Philippe und
Rolex. Die anderen informieren sich, wenn
sie klug sind, zunächst gründlich und
suchen sich dann einen Experten, der
etwas von der Materie versteht. Der wird
ihnen schließlich in aller Regel raten, vor
allem auf zwei Marken zu setzen: auf
Patek Philippe und auf Rolex.
Weltweit
werden
Jahr
für
Jahr
Milliardenbeträge mit Uhren umgesetzt.
Allein die Schweiz, Stammland der
Branche, exportierte im vergangenen Jahr
Uhren im Wert von gut 21 Milliarden
Franken (ca. 18 Milliarden EURO). Immer
mehr Käufer haben dabei auch die
Rendite im Sinn und geht es um diesen
Aspekt, so fallen vor allem die Namen der
beiden besagten Nobelmarken.
Die Fangemeinde von Nobeluhren trifft
sich alljährlich auf der „Baselworld“, der
weltgrößten Messe für Uhren und
Schmuck in der Schweiz. Ein guter Kenner
der Szene und exzellenter Fachmann für
Uhren und Schmuck ist der Juwelier Jens
Keller, der das in Esslingen am Neckar
ansässige
Traditionsunternehmen
„Juwelier Lepple“ seit vielen Jahren
erfolgreich führt. Ich hatte Gelegenheit,
mit ihm über die Baselword und über
Dialog:
Ralf Pfann: 100.000 Fachbesucher aus
allen Kontinenten, eine Ausstellungsfläche
von 20 Fußballfeldern, geballte Expertise
einer Branche, die jährlich zweistellige
Zuwachsraten erzielt und deren Produkt
streng genommen doch eigentlich keiner
so richtig nötig braucht – warum ist die
Baselworld und das Thema Uhren denn so
erfolgreich?
Jens Keller: Ich gehe seit über 20 Jahren
auf die Baselworld. Dort sind außer der
Richmont Gruppe alle namhaften Uhrenund Schmuckhersteller der Welt vertreten.
Es ist die wichtigste Messe der Branche.
Hier werden die Neuheiten für das nächste
Jahr vorgestellt. Und wenn ich hier meine
Termine mit den großen Uhren-Brands
wahrnehme, kann dabei die eine oder
andere besondere Uhr für mein Geschäft
herausspringen – außerdem erhalte ich
wichtige Informationen zu den Neuheiten.
Warum ist das Thema Uhren so
erfolgreich?
Uhren
wecken
seit
Generationen Emotionen und sind weit
mehr als nur ein Instrument zum Ablesen
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der Zeit. Sowohl Frauen als auch Männer
schmücken
sich
gerne
mit
außergewöhnlichen und hochwertigen
Zeitmessern. Diesen Trend haben die
Uhrenhersteller aufgegriffen und dank
moderner
Fertigungsprozesseund
methoden die Qualität gesteigert und die
Quantitäten erhöht.
Ralf Pfann: Ich habe gelesen, dass immer
neue
Materialien
wie
Karbon,
mikrogestrahltes Titan, kratzfeste Keramik
und sogar gebackener Kautschuk zum
Bau von Uhren verwendet werden. Wie
gelingt den Uhrenbauern der Spagat
zwischen Tradition und Innovation und wie
wichtig ist diese?
Jens Keller: Tradition und Innovation
stehen in keinem Widerspruch. Ganz im
Gegenteil. Die Uhren werden dank
innovativer Materialien oder Materialmix
immer besser. Die Uhrentechnik entwickelt
sich wie alle technischen Produkte immer
weiter, obwohl man das gar nicht glauben
mag. Eine mechanische Uhr ist seit 200
Jahren immer das Spiegelbild dafür, zu
was der Mensch in der Lage ist.
Lass mich hierzu einige Beispiele nennen:
TAG HEUER ist heute in der Lage, eine
4/2014
Sekunde mechanisch in 1000 Teile zu
splitten. OMEGA produziert seit kurzem
eine Unruhe, die 20-mal antimagnetischer
ist als alles was es bis dato gab. ROLEX
baut eine Taucheruhr, welche einen Druck
von über 400 Bar aushält. ZENITH
produziert eine Uhr mit einem kardanisch
gelagerten Turbillon – hier interagieren
über 900 mechanische hochpräzise
Bauteile miteinander – alleine die
Entwicklung dieser Uhr nahm viele
tausend Ingenieursstunden in Anspruch.
Aber um auf die eigentliche Frage
zurückzukommen:
Die
genannten
Beispiele zeigen wie moderne Technik
und alte Tradition verschmolzen werden
und so ein neues, begehrtes Produkt
entsteht.
Ralf Pfann: Ich finde, der Kauf einer Uhr
hängt oft mit persönlichen Ereignissen und
Erfolgen zusammen. So habe ich mir nach
meinem erfolgreichen Studienabschluss
einen langjährigen Wunsch erfüllt und eine
IWC Mark XV bei Dir gekauft. Sind es oft
emotionale Gründe, die einen zum Kauf
einer Uhr veranlassen?
Jens Keller: Ralf, an Deine Mark XV
erinnere ich mich noch sehr gut. Falsch,
ich erinnere mich, wie Du Dich gefreut
hast, als Du sie zum ersten Mal in die
Hand genommen hast. Für mich ist die
Freude das wichtigste und nachhaltigste
Argument für eine Uhr. Wir Männer tragen
im Vergleich zu unseren Frauen sehr
wenig Schmückendes. Eine schöne Uhr,
mit der ich mich im Vorfeld befasst habe,
mit der ich mich identifiziere und die noch
einen Milestone verankert, löst pure
Freude aus. Wenn ich nun gehetzt durch
den Alltag auf MEINE Uhr schaue und sich
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ein kleiner „Glücksmoment“ einstellt, dann
ist es die richtige Uhr – die Genauigkeit
oder gar die Uhrzeit sind wahrlich
nebensächlich.
Ralf Pfann: Zurück von der Emotion zur
Sachlichkeit. Über die letzten Jahre
hinweg sind die Preise für Luxusuhren
deutlich gestiegen. Welche Erfolge
konnten Anleger damit erzielen?
Jens Keller: Ein konkretes Beispiel: Ich
selbst habe mir 1998 eine ROLEX
Daytona, Baujahr 1972 aus Stahl mit
Handaufzug gekauft. Ein Kunde bat mir
diese Uhr damals für DM 11.000,-- an.
Dies war zwei Jahre nach meinem Weg in
die Selbstständigkeit. Ich überprüfte
Uhrwerk und Echtheit und merkte schnell
„sie will zu mir“ – nach zwei Tagen kaufte
ich diese Uhr. Ich legte die Uhr viele Jahre
in den Safe und holte sie immer wieder zu
Dekorationszwecken heraus. Mir war
bewusst, dass diese Uhr Potential hat. Vor
zwei
Jahren
hielt
ich
einen
Auktionskatalog vom Antiquorum, Genf in
Händen. Dort war exakt MEINE ROLEX
Daytona abgebildet – auch Referenz und
Baujahr stimmten überein. Der Preis SFR
32.000,--. Doch Vorsicht, nirgends gibt es
so viele Fälschungen wie bei VintageUhren.
8 von 10 dieser Vintage-Uhren gelten als
nicht 100%-ig original und sind somit nicht
werthaltig. Außerdem – glaube ich – sind
diese extremen Renditen, mit wenigen
Ausnahmen,
heute kaum mehr zu
erzielen. Nichts desto trotz kaufe ich
weiterhin „echte“ Uhren, ob neu oder alt,
weil ich fest daran glaube, dass diese auf
längere Sicht nicht an Wert verlieren.
4/2014
Ralf Pfann: Was sollte ich als Kunde
beachten, der nicht nur eine Uhr sondern
auch eine mögliche Kapitalanlage im
Hinterkopf hat. Sind es tatsächlich nur die
beiden Marken Patek und Rolex, die
Wertsteigerungen versprechen oder gibt
es noch einige „Hidden Champions“?
Jens Keller: Natürlich gibt es auch andere
Marken, neben Patek Philippe und
ROLEX, in denen Sammlerpotential
steckt. In den letzten 5 Jahren waren bei
diesen beiden Marken die Renditen sehr
hoch, da sich hier ein gewisser Mythos
entwickelt hat. Die beiden Marken geben
den Käufern Sicherheit und es ist sehr
leicht, diese wieder zu verkaufen. Ein
preiswerter Einstieg ist hier allerdings nicht
mehr möglich. Natürlich gibt es auch
andere Marken in denen Potential steckt,
z.B. IWC, OMEGA, HUBLOT, limitierte
TAG Heuer-Modelle, A. Lange & Söhne,
Panerai, AP, TUDOR. Folgende Punkte
sind zu beachten: Marke mit langjähriger
Tradition,
Manufakturwerke
und/oder
limitierte Auflagen. Das alles sind
Merkmale für Uhren mit Potential. Und
sehr wichtig ist auch die Herkunft – das
Zertifikat. Wie bei allen Wertanlagen muss
man Geduld und Zeit mitbringen sowie
den richtigen Moment zum Verkauf
abwarten.
Ralf
Pfann:
Anlässlich
der
Fußballweltmeisterschaft
2006
in
Deutschland
brachte
IWC
ein
Sondermodell an den Markt, von dem
glaube ich nur 400 Stücke gebaut wurden.
Jogi Löw trug diese auch auf der FanMeile bei der WM-Feier in Berlin. Ein
besseres Marketing kann es für IWC wohl
nicht geben. TAG Heuer ist seit vielen
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Jahren der Zeitmesser der Formel eins.
Gehören Uhren und Sport zusammen?
Jens Keller: Ja, Uhren und Sport treten
seit vielen Jahren gemeinsam erfolgreich
in der Öffentlichkeit auf. Begonnen als
reine Zeitmessinstrumente sind Uhren in
der Zwischenzeit vielmehr ein LifestyleProdukt, der jeweiligen Sportart – sei es
Golf, Segeln, Reiten, Rennsport oder als
aktuellstes Fußball.
HUBLOT – offizieller Partner der
diesjährigen
FIFA
–
brachte
zur
diesjährigen Fußball- Weltmeisterschaft in
Brasilien
einen
strenglimitierten
Chronographen auf den Markt. Dieser war
in Deutschland nur 40-mal erhältlich. Eine
tolle Chance für jeden echten Fan, ein
Stück WM-Geschichte zu erwerben.
Ralf
Pfann: Sind es vor allem
Chronografen, die für Sammler von
Interesse sind oder gibt es noch andere
Themen wie z.B. Mondphasen die eine
Rolle spielen?
Jens Keller:
Die Kunst zuverlässige
Chronographen in Serie zu entwickeln und
zu produzieren ist in der Uhrenwelt fast
schon zur Normalität geworden. Dabei
darf man nicht vergessen, dass sämtliche
Komplikationen
wie
beispielsweise
Mondphase,
Turbillon
oder
der
Chronograph allesamt Meisterleistungen
des Uhrmacher-Handwerks sind und den
Wert einer Uhr somit entsprechend
steigern können. Jedoch sind bei
Sammlern Uhren mit einer oder mehreren
zusätzlichen
Funktionen
besonders
beliebt.
4/2014
Ralf Pfann: beim Kauf einer Immobilie
entstehen erstmal Kosten, die ich
verdienen muss. Beim Kauf einer Uhr
verdienen ja auch der Händler und der
Hersteller. Wie lange sollte ich die Uhr
liegen lassen, bevor ich einen Verkauf in
Erwägung ziehe?
Jens Keller: Wie oben bereits erwähnt, ist
es wichtig, dass man auch bei der
Wertanlage „Uhr“ den richtigen Zeitpunkt
zum
Verkauf
abwartet.
Kurzfristige
Gewinne werden sich in den seltensten
Fällen erzielen lassen, daher gilt auch
hier: Langfristig lassen sich die besten
Renditen erzielen.
Ralf Pfann: Wenn ich mir eine Uhr gekauft
habe und mir die Möglichkeit eines
späteren Verkaufs offen halten möchte,
darf ich diese dann tragen? Wie sind
Sammleruhren zu behandeln?
Jens Keller: Hier gibt es zwei
gegensätzliche Meinungen bei den
Uhrensammlern. Die eine, dass die Uhr
ungetragen im Safe zu platzieren ist und
ungetragen
den
höchsten
Wiederverkaufswert erzielt. Die zweite
Meinung – hinter welcher auch ich stehe –
ist, die Uhr mit Freude zu tragen, um somit
eine
echte
Vintage-Uhr
mit
entsprechender Patina entstehen zu
lassen.
Selbst wenn durch diese
Tragespuren eine kleine Wertminderung
entstehen sollte, so ist doch die Freude an
der Uhr ein Vielfaches mehr wert.
Ralf Pfann: Wie ich gelesen habe
Online-Händler
ebay
der
Transaktionsplatz für gebrauchte
Ist dabei nicht ein großes
ist der
größte
Uhren.
Risiko
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vorhanden, einem gefälschten Angebot
auf den Leim zu gehen?
Jens Keller: ebay war vor Jahren
sicherlich eine Fundgrube für das eine
oder andere besondere Sammlerstück.
Seit einigen Jahren stelle ich allerdings
fest, dass die Preise sich auch hier
entsprechend
angepasst
haben.
Außerdem unterliegt der Uhrenkauf im
Internet auch gewissen Risiken. Hier
finden sich ein Großteil der bereits
angesprochenen
82%
nicht
sammelwürdigen Uhren – so genannte
„Sandwich-Uhren“ und/oder Fälschungen
wieder. Auch das Thema der Herkunft
spielt hier eine entscheidende Rolle. So
muss der Träger der Uhr dem Zoll auf
Wunsch nachweisen, dass diese Uhr
bereits in Deutschland versteuert wurde.
Das kann bei Uhren, mit nicht eindeutig
geklärter Herkunft zum Problem werden.
Und bedenken Sie, die Verjährungsfrist
beträgt 30 Jahre!
4/2014
kleinen mechanischen Meisterwerke am
Handgelenk. Die kleine Pflege braucht ein
mikromechanisches Gebilde wie eine Uhr
von Zeit zu Zeit. Es ist ein Garant für den
Werterhalt einer mechanischen Uhr.
Bilder mit freundlicher Genehmigung von:
Firma Rudolf Lepple, Innere Brücke 18,
73728 Esslingen Tel. 0711/357392 oder
via Internet unter www.lepple.de.
Ich empfehle
immer den Einkauf im
Fachhandel vor Ort. Hier ist die Echtheit
der
Uhren
gewährleistet,
das
Einkaufserlebnis
und
der
Service
garantiert.
Ralf Pfann: Welchen generellen Rat
kannst Du als Experte einem möglichen
Interessenten geben?
Jens Keller: Zusammenfassend empfehle
ich, sich im Fachhandel in Ruhe und in
angenehmer Atmosphäre beraten zu
lassen und verschiedene Uhren zu
vergleichen. Der Fachhändler Ihres
Vertrauens bietet neben „echten“ Uhren
auch den entsprechenden Service für die
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