Memminger Zeitung vom 23.08.2012 - All

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Memminger Zeitung vom 23.08.2012 - All
UNABHÄNGIGE TAGESZEITUNG FÜR MEMMINGEN UND DAS UNTERALLGÄU | ALLGÄUER ZEITUNG
...
Memminger Zeitung
Schlagersängerin feiert
Vicky Leandros
wird offiziell 60
Panorama
DONNERSTAG, 23. AUGUST 2012
Seen-Sommeraktion
Übermacht der Männer
Der CSU im Landtag
fehlen starke Frauen
Bayern
Experten: Moorwasser
gut für die Haut
Allgäu-Rundschau
Heiter bis wolkig
Örtlich Schauer oder
Gewitter, 27 Grad
Wetter
www.all-in.de
NR. 194
Regierung
verstärkt Kampf
gegen den Krebs
PREIS ¤ 1,40
Der erste Opel
Blickpunkt Lokales
Die Hemmschwelle sinkt
Immer mehr Menschen stehlen
Benzin an Memminger Tankstellen oder zapfen illegal Diesel an
Baumaschinen und Lastwagen
ab.
» Seite 29
Kommentar
Gesetzentwurf Früherkennung und Therapie
sollen verbessert werden. Ärzte sind zufrieden
VON KARIN SEIBOLD
Berlin/Augsburg Das Bundeskabinett hat gestern einen Gesetzentwurf beschlossen, der zur Heilung
von möglichst vielen Krebs-Patienten beitragen soll. Durch eine Ausweitung der Vorsorge-Untersuchungen soll die Krankheit bei Betroffenen früher erkannt und behandelt werden. Flächendeckende
Krebsregister sollen helfen, die
Wirkung von Therapien zu erforschen und zu verbessern.
Jährlich erkrankt in Deutschland
fast eine halbe Million Menschen
„Dieses Gesetz
wird Leben retten.“
Prof. Wolff Schmiegel,
Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft
neu an Krebs. Tumoren sind zudem
laut Robert-Koch-Institut die Ursache für jeden vierten Todesfall in
der Bundesrepublik. Oft hätten Patienten eine größere Chance auf
Heilung, wenn die Diagnose rechtzeitig gestellt worden wäre. Doch
noch immer gehen nach Angaben
der Deutschen Krebsgesellschaft zu
wenige Menschen zu den empfohlenen Vorsorge-Untersuchungen.
Deshalb sieht das neue Gesetz
vor, dass ab 2016 Angehörige bestimmter Altersgruppen von ihren
Krankenkassen per Brief zur Früh-
Die Änderungen
● Früherkennung Jede Frau ab 20
Jahren kann einmal im Jahr auf
Kosten der Krankenkasse zur „Krebsvorsorge“. Ein einfacher Abstrich
hilft, Zellveränderungen am Gebärmutterhals rechtzeitig zu erkennen. Die Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung wird für Menschen ab 50
Jahren einmal jährlich empfohlen und
von den Kassen bezahlt. Bei frühzeitiger Diagnose ist die Krankheit zu
100 Prozent heilbar.
● Krebsregister Im Osten Deutschlands und auch in Bayern werden
Daten über Krebspatienten schon
länger gesammelt. Jetzt sollen alle
anderen Länder nachziehen. (kold)
Kirchhof für
Vermögensabgabe
Berlin Mit einem radikalen Kurswechsel in der Finanzpolitik will der
frühere Verfassungsrichter Paul
Kirchhof Deutschland aus der
Schuldenkrise führen. In seinem
neuen Buch plädiert er unter anderem dafür, die Erbschaftsteuer und
den Solidaritätszuschlag für das Tilgen von Schulden zu verwenden
und eine einmalige Vermögensabgabe für Reiche einzuführen. Neue
Schulden soll Deutschland erst wieder aufnehmen dürfen, wenn es seine Schuldenlast auf 60 Prozent der
Wirtschaftskraft gedrückt hat. Im
Moment liegt sie bei mehr als 80
Prozent. (rwa)
»Wirtschaft
erkennung von Gebärmutterhalsund Darmkrebs eingeladen werden.
Bisher werden solche Erinnerungen
nur für die Brustkrebs-Früherkennung verschickt. Bis 2018 sollen zudem alle Bundesländer einheitliche
Krebsregister einführen, in denen
die Daten aller Patienten erfasst und
verglichen werden.
Die beiden Änderungen sind zwei
von 13 Zielen, die im Jahr 2008 im
Nationalen Krebs-Plan vom Gesundheitsministerium und den
deutschen Krebsgesellschaften vorgesehen wurden. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat das neue
Gesetz nun auf den Weg gebracht.
Er sagte, es handle sich um „richtungsweisende Maßnahmen“, und
erklärte: „Diese Schritte sind notwendig, da Deutschland wie vergleichbare Industrienationen angesichts des demografischen Wandels
vor wachsenden Herausforderungen
in der Krebsbekämpfung stehen.“
Der Präsident der Deutschen
Krebsgesellschaft, Professor Wolff
Schmiegel, sagte im Gespräch mit
unserer Zeitung: „Dieses Gesetz
wird Leben retten.“ Er hoffe, dass
strukturierte Früherkennungsprogramme helfen, die Krankheit
rechtzeitig zu erkennen, zu therapieren und so die Chancen auf Heilung zu verbessern. Um die richtigen Behandlungsstrategien zu finden, seien zudem Informationen
über möglichst viele Fälle nötig. In
den geplanten klinischen Krebsregistern sollen Daten zur Diagnose,
Behandlung, aber auch zu Nachsorge und zu Rückfällen gesammelt
werden. Das soll auch ermöglichen,
die Therapien in den einzelnen Kliniken besser zu überprüfen.
Professor Günter Schlimok, Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft und Chefarzt am Klinikum
Augsburg, nannte das Gesetz einen
„guten und wichtigen Schritt“.
Kritik kam aus den Reihen der
Opposition. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach etwa erklärte die Pläne für „unzureichend“. Er forderte eine Veröffentlichung der anonymisierten DatenRegister, damit auch Patienten sich
so informieren können. Zudem hieß
es, das Gesetz ziele nicht auf Prävention ab. »Kommentar und Politik
VON KARIN SEIBOLD
» [email protected]
Keine Angst vor
Krebsvorsorge
D
Mit einer Nähmaschine fing vor 150 Jahren alles an
Der erste Opel hatte immerhin zwei Pedale, jedoch
keine Reifen. Der erste Opel war eine Nähmaschine,
die Firmengründer Adam Opel 1862 vollendet hatte.
Der Mann, der dem Unternehmen, das heute vor 150
Jahren gegründet wurde, seinen Namen gab, hatte
mit Autos nichts zu tun. Adam Opel, der von 1837 bis
1895 gelebt hat, verdankt seinen Aufstieg nicht nur
Nähmaschinen. Ebenso könnte an dieser Stelle das
Bild eines Hochrades stehen. Opel-Fahrräder aus
Rüsselsheim gaben der Firma den nötigen Wachstumsschub. Nach dem Tod des Chefs setzen seine
Söhne doch auf das Automobil, obwohl der Vater gesagt hatte: „Aus diesem Stinkkasten wird nie mehr
werden als ein Spielzeug für Millionäre, die nicht
wissen, wie sie ihr Geld wegwerfen sollen!“ Er sollte
sich irren. Opel kam groß raus. Aber auch die schon
lange währende Krise des Unternehmens verschweigen wir auf der Seite Wirtschaft extra nicht. Foto: Opel
Streit um Energiewende
Berlin Die Energiewende sorgt für
neuen Streit in der schwarz-gelben
Koalition.
CSU-Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner lehnt
die Pläne von Umweltminister Peter
Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ab,
dass die Stromkunden zusätzlich zur
Kasse gebeten werden sollen, wenn
die Betreiber von Offshore-Windkraftanlagen auf hoher See wegen
Pannen in den Netzen auf dem Land
ihren Strom nicht einspeisen kön-
nen. Das sei „mit marktwirtschaftlichen Prinzipien nicht vereinbar“,
schrieb die CSU-Ministerin in einer
Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf, der am kommenden Mittwoch
im Kabinett verabschiedet werden
soll.
Die FDP kritisierte Aigner deswegen scharf. „Die CSU torpediert
die Energiewende“, sagte der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner (FDP), der von einem
„Blackout bei Aigner“ sprach. Auch
Sprit Statt Preissenkungen gibt die Politik gut gemeinte Ratschläge
Augsburg Im Kampf gegen die
Spritpreise probiert jedes Land seinen eigenen Weg. In Österreich
dürfen Tankstellen nur noch einmal
am Tag ihre Preise ändern. In
Frankreich will Premierminister
Jean-Marc Ayrault sogar richtig zupacken: Er plant, die Mineralölsteuer zu senken.
Ayrault will den Ölriesen Druck machen. Ob
es klappt, wird sich zeigen. Es ist ein Versuch.
Heute in Ihrer Zeitung
Windkraft Aigner lehnt neue Mehrbelastung für Stromkunden ab
Betreutes Tanken
VON CATRIN WEYKOPF
armkrebs ist zu 100 Prozent
heilbar. Trotzdem sterben daran in Deutschland jedes Jahr mehr
als 25 000 Menschen. Bei ihnen
wurden die Zellveränderungen zu
spät entdeckt. Bei Gebärmutterhalskrebs ist die Situation ähnlich.
In beiden Fällen zahlen die Krankenkassen seit Jahren die Früherkennungs-Untersuchungen für
besonders gefährdete Altersgruppen. Doch zu wenige Menschen
nutzen diese Chance.
Krebsvorsorge ist lästig und ein
bisschen peinlich. Man muss einen
Arzttermin vereinbaren, sich die
Zeit dafür nehmen und dann teils
intime Körperstellen untersuchen
lassen – und das, obwohl man sich
eigentlich gesund fühlt. Auf dem
Weg zur Früherkennung begleitet
einen zudem die Angst, dass tatsächlich eine bösartige Veränderung im Körper gefunden werden
könnte.
Auch die Regierung kann daran
nichts ändern. Und das neue Gesetz kann niemanden zu der Untersuchung zwingen. Aber es sorgt
dafür, dass keiner sagen kann, er
hätte von seiner Chance auf Heilung nichts gewusst. Jetzt ist es an
jedem Einzelnen, Bequemlichkeit
und Angst zu überwinden. Krebs
lässt sich sowieso nicht ignorieren.
Falls er da ist, sollte man ihn deshalb
so bald wie möglich finden – und
bekämpfen.
Auch hierzulande hat sich die Politik wieder eingeschaltet. Aber
nicht gegen die Preise. Die bayerische Verbraucherschutzministerin
Beate Merk hilft den Bürgern anders – mit gut
gemeinten Ratschlägen.
Gestern
etwa gab sie einen davon: „Tun Sie etwas dagegen, dass Ihr Portemonnaie an den Zapfsäulen mehr als
nötig angezapft wird.“ Wie das
geht, sagt die CSU-Ministerin gleich
dazu: Zum Beispiel nicht direkt vor
den Ferien tanken und sich ein verbrauchsarmes Auto kaufen. Viel
mehr hat auch sie nicht zu bieten.
Zumindest, könnte man einwenden, macht die deutsche Regierung
den Sprit nicht noch teurer. In Italien passiert gerade genau das. Obwohl Benzin dort bereits mehr als
zwei Euro kostet, erhebt der Staat
eine Sondersteuer. Zwei Cent pro
Liter werden seit Ende Mai aufgeschlagen. Das Geld geht in den Wiederaufbau der Erdbebenregion
Emilia-Romagna. Zumindest der
Zweck ist ein edler. (mit afp)
FDP-Wirtschaftsminister
Rösler
sagte, die Position Aigners sei „nicht
nachvollziehbar“. Dagegen forderte
der bayerische Umweltminister
Marcel Huber (CSU) ein Gesamtkonzept für die Energiewende. Es
müsse nicht nur das Thema Offshore im Norden gelöst werden,
sondern auch die Versorgungssicherheit im Süden. Regierungssprecher Steffen Seibert zeigte sich zuversichtlich, dass der Konflikt gelöst
werde. (fer)
»Politik
Busunglück:
30 Kinder verletzt
Freising Bei einem Busunglück nahe
Freising sind am Mittwochnachmittag 33 Menschen verletzt worden –
unter ihnen 30 Kinder und Jugendliche aus den Gemeinden Odelzhausen, Pfaffenhofen an der Glonn und
Sulzemoos. Der Bus mit den Zehnbis 16-Jährigen, die auf der Rückfahrt von einer Besichtigung des
Münchner Flughafens waren, ist auf
der Autobahn 92 in Richtung München zwischen Freising-Süd und
Eching-Ost wegen plötzlichen
Starkregens und Hagelschlags ins
Schleudern gekommen. Daraufhin
ist er umgekippt und über die Autobahn geschlittert. (ak)
»Bayern
Stuttgart auf Europakurs
Der VfB Stuttgart nimmt dank
Doppel-Torschütze Ibisevic Kurs
auf die Europa League. Der Fußball-Bundesligist gewann gestern
das Play-off-Hinspiel gegen Dynamo Moskau mit 2:0 (0:0). »Sport
In dieser Ausgabe
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Verbraucherverhalten
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DONNERSTAG, 23. AUGUST 2012
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NR. 194
Mehr Diebstähle
von Benzin
und Diesel
Blickpunkte
OBERSTAUFEN
Experten entschärfen
gefundene Handgranate
Im Bereich des
Präsidiums 645 Fälle
Sehr umsichtig hat sich laut Polizei
ein Mann im Oberallgäuer Oberstaufen verhalten, nachdem er in einem Haus im Ortsteil Weissach einen verdächtigen Gegenstand aufgefunden hatte, der nach einer
Granate aussah. Er machte ein Foto
und schickte dieses per E-Mail zur
Polizeistation, wo der Gegenstand
dann mit Hilfe von Fachleuten des
Sprengmittel-Beseitigungsdienstes
als deutsche Bruchgranate aus dem
Ersten Weltkrieg identifiziert wurde. Bereits wenige Stunden später
konnten die aus München angereisten Spezialisten vermelden, dass
die Granate unschädlich gemacht
worden sei. (az)
Kempten Eine Spitzenposition bei
Benzindiebstählen nimmt der Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West ein. Während in
Augsburg im Vorjahr 288 Fälle gezählt wurden, weist die Statistik für
den Bereich zwischen Lindau und
Neu-Ulm, also das Polizeipräsidium
Schwaben Süd/West, 645 Fälle aus.
Die Vergleichszahl fürs Jahr
2007: Damals waren es nur 120 derartiger Fälle. Seither sind mit steigenden Spritpreisen von Jahr zu
Jahr mehr Benzindiebe unterwegs.
Weniger Gelegenheitsbetrüger als
Profis sind laut Polizei dagegen im
Bereich des Dieseldiebstahls unterwegs. Sie bedienten sich nicht nur an
Tankstellen, sondern zapften auch
abgestellte Lastwagen an, um den
immer teurer werdenden Saft dann
im Ausland zu verkaufen.
Bisweilen sperren Lastwagenbesitzer den Tank gar nicht erst ab,
damit nicht auch noch der Deckel
aufgebrochen wird. (ell)
Tankstellen-Überfall
mit Geiselnahme
Lustenau Mit einem Messer hat ein
Unbekannter in der Nacht zum
Mittwoch eine Tankstelle in Lustenau (Vorarlberg) überfallen. Laut
Polizei hielt er die Waffe einem
Kunden an den Hals und erpresste
mit der Geisel von dem anwesenden
Angestellten Geld. Der Mitarbeiter
händigte dem Täter mehrere hundert Euro aus und dieser flüchtete
zunächst mit der Geisel im Schwitzkasten später allein in unbekannte
Richtung. Verletzt wurde niemand.
Eine sofort eingeleitete Fahndung
blieb bisher ergebnislos. (az)
UNTERALLGÄU
„Biber-Brennpunkte“ sollen
ermittelt werden
Vor allem für Kinder ist das Bad im Moor ein großes Vergnügen. Nach Ansicht von Experten ist das moorige, braune Wasser von Moorseen im Allgäu aber auch gut für die
Haut.
Foto: Jörg Schollenbruch
Schönheitsbad
im Moor
Gesundheit Das braune Wasser sorgt Experten zufolge für
natürliches Gleichgewicht der Haut – Sonnenschutz aber trotzdem wichtig
VON AIMÉE JAJES
Lindenberg Von Fischen ist nichts zu
sehen. Auch nicht von Pflanzen oder
Steinen. Denn tief blicken lässt der
Lindenberger Waldsee (Kreis Lindau) nicht. Da ist das Reinspringen so
eine Sache: Die einen wollen nicht
einmal einen Zeh in das nahezu undurchsichtige, braune Gewässer
strecken. Andere finden Gefallen
daran, den dunklen Schlamm vom
Grund nach oben zu tauchen. Und
wiederum andere schwören sogar
auf die heilende Wirkung des Wassers. Was ist dran an dem Mythos
des gesunden Badens im Moorwasser?
Vor allem für Menschen
mit Chlorallergie ratsam
„Es ist sehr gesund für die Haut“,
sagt Heiderose Brumbauer vom
bayerischen Landesverband der
Kosmetikerinnen zum Planschen im
Moorsee. Deswegen rät sie vor allem Menschen mit Chlorallergie,
aber auch allen anderen zum Sprung
ins kühle, braune Nass. Ein Jungbrunnen sind der Waldsee sowie die
zahlreichen anderen Moorseen im
Allgäu aber nicht, dämpft der Immenstädter Hautarzt Professor Dr.
Torsten Schäfer die euphorische
Hoffnung: „Wunder würde ich
Aktuelle Wetterdaten für den Allgäusender RSA liefert die neue Station in Lindau.
Foto: wnh
Neue Wetterstation
in Lindau
Lindau Seit Kurzem ist der Campingplatz Gitzenweiler Hof in Lindau eine Wetterstation des Radiosenders „RSA – der Allgäusender“. Geplant sind insgesamt 20 solcher
Wetterstationen, von denen aus
künftig aktuelle Vor-Ort-Werte direkt ins Studio des Senders und damit zu den Hörern geliefert werden.
Die Werte sollen stündlich übermittelt und in das Radioprogramm sowie die Internetseite von RSA eingebunden werden. (az)
nicht erwarten.“ Dennoch sei ein
positiver Effekt denkbar. „Klar,
denn im Moor sind Stoffe, die der
Haut gut tun.“ Detaillierte Studien
sind dem Dermatologen aber nicht
bekannt. Er verweist auf Experten
der Balneologie – der Bäderkunde.
Badeärzte etwa beschäftigen sich
mit dieser Lehre, bei der die gesundheitlichen Aspekte von Heilbädern erforscht werden. So auch Dr.
Ottokar Cloos, Vorsitzender des
Landesverbandes Bayern der Deutschen Badeärzte. „Baden in Moorseen wirkt im Sinne des gesundheitlichen Gleichgewichts“, sagt Cloos.
Da das Moorwasser einen niedrigen
pH-Wert hat, demnach also sauer
ist, regeneriert es den normalen pHWert der Haut und schützt somit
vor Bakterien und Viren. „Wenn
man zweimal die Woche in einem
Moorsee badet, ist das definitiv gut
für die Haut“, meint Cloos. „Es hat
eine keimbefreiende Wirkung.“ Ob
jugendliche Frische oder porentiefe
Reinheit – welche Wirkung das Baden im Moorwasser auf die Haut im
Speziellen hat, „das kann man nicht
spezifizieren“.
Wer also seiner Haut etwas Gutes
tun will, sollte vor dem braunen Gewässer nicht zurückschrecken. Wie
ein Schwamm speichert das Torf im
Lindenberger Moorgebiet, das den
Waldsee umgibt, Flüssigkeit. „Die
sickert durch und gelangt in den
See“, sagt Isolde Miller, Gebietsleiterin der Allgäuer Moore beim Naturschutzbund Lindau. Dadurch hat
der See die typische braune Farbe
und den niedrigen pH-Wert.
Bedeutender
Kohlenstoffdioxid-Speicher
Entstanden sind die Allgäuer
Moore, wie das im Lindenberger
Waldseegebiet, Miller zufolge nach
der Eiszeit. Mulden haben sich mit
Pflanzenmaterial gefüllt und durch
die hohe Menge an Niederschlag
blieben sie stets feucht. Da die
Pflanzenmasse nie vollständig verrottet, entsteht Torf. „Dadurch,
dass im Moor kaum Zersetzung
stattfindet, wird viel Kohlendioxid
gespeichert“, sagt Miller. „Ein
Drittel des gesamten Kohlenstoffs
auf der Erde ist in Mooren gespeichert. Dabei decken die nur etwa
drei Prozent der Erdoberfläche ab.“
Das Moorwasser ist ihr zufolge
sehr „weich“, da es kaum Kalk enthält. „Ich könnte mir vorstellen,
dass auch das gut für die Haut ist.“
Doch Baden im Moorsee allein
reicht für einen strahlenden Teint
nicht aus. Die Haut muss auch gepflegt werden – gerade beim Baden.
Egal, ob Baggersee, Moorsee oder
Freibad, Hautarzt Schäfer rät: „Abduschen, um eventuell Rückstände
von Schadstoffen abzuspülen“. Außerdem: „Menschen mit empfindlicher und sehr trockener Haut sollten
sich nach dem Baden mit einer rückfettenden Pflegecreme einreiben.“
Nicht vergessen darf man auch den
Sonnenschutz. Denn selbst das
braune Moorwasser kann die Haut
nicht vor einem Sonnenbrand bewahren.
Der Waldsee
● Der Lindenberger Waldsee wurde
bereits im Mittelalter aufgestaut. Weil Mitte des 18. Jahrhunderts ein Sägewerk an den See gebaut wurde, hieß er zunächst Sägeweiher. Erst nachdem Anfang des
20. Jahrhunderts daraus eine Gaststätte wurde, setzte sich allmählich
der heutige Name durch.
● Der Waldsee ist einer der Seen
unserer diesjährigen Sommeraktion. Die steht heuer ganz im Zeichen des Wassers. Dabei müssen
mindestens vier von neun ausgewiesenen Seen umwandert werden.
I
Weitere Informationen zur Aktion: www.all-in.de/umdieseen
Sommeraktion läuft auf Hochtouren
Um die Seen Viele verbinden Wanderung oder Radeltour mit Badeausflug
Kempten Unsere diesjährige Sommeraktion „Um die Seen“ in Zusammenarbeit mit der Meckatzer
Löwenbräu als Hauptpartner passt
bestens zum derzeit hochsommerlichen Wetter. Denn ob man Allgäuer
Badeseen zu Fuß umrundet oder mit
dem Fahrrad, joggend oder als
Nordic Walker: Fast überall an den
Seen bietet Wasser eine willkommene Möglichkeit zum Abkühlen.
Inzwischen sind schon nahezu
100 abgestempelte Aktionscoupons
eingegangen. Erstaunlich: Die allermeisten Teilnehmer haben alle neun
vorgeschlagenen Routen absolviert
und sich die entsprechenden Stempel geholt. Voraussetzung, um an
der Verlosung wertvoller Preise teilzunehmen, ist, dass mindestens vier
der neun Routen absolviert werden.
Zu gewinnen gibt es Preise im
Gesamtwert von über 6000 Euro,
darunter ein verlängertes Wochenende in einem Allgäu Top und Land
Hotel sowie eine Ballonfahrt mit
Picknick für sechs Personen. Zu
denjenigen,
die alle Touren
bereits absolviert haben,
gehören Christine und Jürgen Gaile aus
dem
Ostallgäuer Pfronten.
„Wir sind
vor wenigen
Jahren ins Allgäu gezogen und so
kam uns die Aktion gerade recht“,
schreiben sie. „Um als neu zugezogenes Ehepaar das Allgäuer Seenland zu entdecken und kennen zu
lernen.“ Auf ihren Touren hätten
sie viel Neues und Schönes erlebt,
schreiben sie weiter. Ihre Erlebnisse
haben sie in Tagebuchform festgehalten.
Die Sommeraktion unserer Zeitung dauert noch bis Anfang November. (az)
In den vergangenen Jahren hat sich
der Biber im Unterallgäu mehr
und mehr ausgebreitet. Das hat für
viele Konflikte zwischen Naturschutz, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft gesorgt hat. Das Unterallgäuer Landratsamt versucht
daher nun, eine Lösung zu finden,
mit der alle Seiten leben können.
Zunächst wurden die Kommunen
aufgefordert, dem Amt alle „BiberBrennpunkte“ zu nennen. In den
kommenden Wochen wird die Untere Naturschutzbehörde sich alle
Konfliktbereiche genau ansehen
und die verschiedenen Interessen
abwägen. Entstehen soll daraus
letztlich eine Übersicht, in der alle
Bereiche eingetragen sind, in denen
Biber in der Zeit vom 1. September bis 15. März bejagt werden
könnten. (az)
BODENSEE
Seepolizei: Wenig Einsätze
trotz Hochbetrieb
Trotz Schönwetter und Hitze hatte
die Seepolizei Hard in den vergangenen Tagen nur wenige Einsätze.
Laut Klaus Marent von der Seepolizei gab es neben kleineren Routineeinsätzen nur einen Schiffsunfall
mit Sachschaden. Bei Temperaturen
über 30 Grad in den letzten Tagen
war der Bodensee Treffpunkt für
alle, die Abkühlung suchten. Grund
für die dennoch wenigen Einsätze ist
laut Marent das Wetter – ohne Gewitter oder Sturm sei die Gefahr in
Seenot zu geraten, relativ gering.
Insgesamt verläuft die Sommersaison
2012 ruhig: Zu 45 Seenoteinsätzen
und 14 Schiffsunfällen musste die
Seepolizei heuer bisher ausrücken.
Insgesamt sind 60 000 Boote für den
Bodensee zugelassen. (az)
GEISENRIED/UNTERTHINGAU
Junge Radfahrerin stirbt
nach Unfall im Krankenhaus
Eine 25 Jahre alte Fahrradfahrerin
ist jetzt ihren schweren Verletzungen durch einen Verkehrsunfall erlegen. Wie die Polizei gestern mitteilte, war die Frau am 16. Juli gegen
19.30 Uhr auf der Kreisstraße zwischen Geisenried und Unterthingau
(Ostallgäu) vom Auto einer vorfahrtberechtigten 32-Jährigen erfasst worden. (az)
OBERSTDORF
Markierungen am
Klettersteig entfernt
In den vergangenen Jahren sind am
Mindelheimer Klettersteig zig
Seilabschnitts-Markierungen abhanden gekommen. Offensichtlich
seien sie als Souvenir mitgenommen
worden, schüttelt Josef Schafnitzel
von der Alpenvereinssektion Mindelheim den Kopf. Dabei seien die
durchnummerierten Markierungen
wichtig: Beispielsweise zur Standortbestimmung und Notfallmeldung
bei einem Unfall. (az)
...
Kneipp
Vor 160 Jahren
Primiz gefeiert
Unterallgäu
Memmingen - Unterallgäu
DONNERSTAG, 23. AUGUST 2012
Uraufführung
Neues Orgelstück
von Georg Piel
Kultur am Ort
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NR. 194
29
Blickpunkte
Aus dem Polizeibericht
MEMMINGEN
KIRCHDORF AN DER ILLER
Abendlicher Rundgang
durch die Altstadt
Einbrecher suchen
Stadion-Kiosk heim
Die Memminger Stadtinformation
veranstaltet am morgigen Freitag,
24. August, einen abendlichen
Stadtrundgang. Dabei werden Sehenswürdigkeiten der südlichen
Altstadt besichtigt. Treffpunkt mit
Stadtführerin Sabine Rogg ist um 19
Uhr am Gerberplatz. Die Führung
findet bei jedem Wetter statt und
dauert ein- bis eineinhalb Stunden.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (mz)
Unbekannte haben sich in der Nacht
auf Mittwoch an der Stadiongaststätte in Kirchdorf zu schaffen gemacht. Kurz nach 3 Uhr wurde
dort ein Einbruchsalarm ausgelöst.
Bei der Überprüfung der Örtlichkeit stellte sich heraus, dass in den
Kiosk bei der Gaststätte eingebrochen wurde. Ins Lokal waren die
Täter nicht gelangt. Vermutlich
wurden sie durch die optische und
akustische Alarmanlage gestört.
Bisherigen Feststellungen zufolge
wurde nichts entwendet. Ein
Fenster wurde bei dem Einbruch
beschädigt. (mz)
MEMMINGEN
Gelegenheit zur Blutspende
beim Roten Kreuz
Gelegenheit zur Blutspende bietet
das Bayerische Rote Kreuz (BRK)
am morgigen Freitag, 24. August, in
Memmingen. Die Mitarbeiter des
Blutspendedienstes sind von 14 bis
18 Uhr im Cineplex-Kino, Fraunhoferstraße 21. Laut BRK werden
auch Krebspatienten regelmäßig
mit Hilfe von Blutspenden versorgt.
So würden beispielsweise bei der
Therapie von Leukämie Blutspenden verwendet. Weitere Informationen unter Telefon (0821)
4 80 02-62 21. (mz)
MEMMINGEN
Geld aus Pkw gestohlen
Tanken – und dann nichts wie weg: Laut Polizei steigt die Zahl der Benzin- und Dieseldiebstähle kontinuierlich an.
Foto: Silvio Wyszengrad
Eine größere Menge Bargeld hat ein
Täter am Dienstagnachmittag aus
einem Auto gestohlen. Der verschlossene Wagen stand in der
Stadtbadallee in der Nähe des Freibadeingangs. Laut Polizei ist bislang nicht bekannt, wie der Dieb in
den Wagen gelangte. (mz)
Die Hemmschwelle sinkt
Kriminalität Immer mehr Menschen stehlen Benzin an Tankstellen oder zapfen illegal Diesel ab
VON KATHARINA MÜLLER
Blutspenden können Leben retten. Gelegenheit zur Spende bietet das Rote Kreuz
am Freitag im Cineplex-Kino in Memmingen.
Foto: oh
Memmingen Hinfahren, tanken, abhauen: Nach diesem Prinzip handeln laut Polizei immer mehr Autofahrer an Tankstellen. Mit den stetig
steigenden Spritpreisen häufen sich
auch in Memmingen derartige Betrugsfälle. Gleichzeitig hat das illegale Abzapfen von Diesel an Baustellenfahrzeugen oder Lastwagen
zugenommen.
Dieser Zusammenhang ist auch
für Christian Owsinski, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben/Süd-West, naheliegend: „Die
Hemmschwelle sinkt immer weiter,
je höher die Preise werden“, sagt er.
Konnte man im August 2010 den
Liter Superbenzin im Schnitt noch
für 140,2 Cent kaufen, lag er gemäß
Mineralölwirtschaftsverband zwölf
Monate später schon bei 154,6 Cent.
Momentan sind sogar Preise über
1,74 Euro keine Seltenheit mehr.
Laut Owsinski sind im Schutzbereich Schwaben/Süd-West die
Tankbetrugsfälle 2011 gegenüber
dem Vorjahr von 521 auf 645 gestiegen. „Die Täter sind zu drei Viertel
männlich und meist über 21 Jahre
alt“, fügt er hinzu.
Unrühmlicher Rekord in Sicht
Dieseldiebstähle gab es im vergangen Jahr 154. Heuer sind bis jetzt
bereits 125 derartige Fälle bekannt.
Deshalb vermutet Owsinski, dass
die Fallzahlen bis Ende des Jahres
eine Rekordhöhe erreichen werden.
Davon geht auch der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizei
in Memmingen, Winfried Dorn,
aus. Genaue Zahlen kann er für
Memmingen zwar nicht nennen,
doch er bestätigt, dass vor allem im
Bereich Dieselklau heuer mehr Fälle
zu verzeichnen sind als 2011. „Hier
ist die Aufklärungsquote leider
niedrig“, bedauert er. Das sei darauf
zurückzuführen, dass diese Taten
oft gut geplant seien und auf unbewachten Baustellen stattfinden würden.
Dagegen seien Tankbetrüger
leichter zu fassen, weil die meisten
Tankstellen gute Überwachungskameras haben. „Da kann man auch
Gesichter gut erkennen, wenn die
Nummernschilder verfremdet oder
gestohlen sind“, sagt Dorn. Die
Aufklärungsquote bei Betrugsfällen
an Tankstellen liegt im Dienstbereich Schwaben Süd-West laut
Owsinski bei 65 Prozent.
Dass die Videoüberwachung gut
funktioniert, bestätigt Marco Scaturro, Inhaber der Aral-Tankstelle
in Memmingen: „Es gibt zwar einige Betrugsfälle, aber die Kameras
schrecken manche sicher ab“, sagt
er. An seiner Tankstelle komme es
zudem oft vor, dass Leute aus Versehen wegfahren und später von selber wieder kommen, um ihre Rechnung zu begleichen. „Das glaubt
man denen dann schon“, erzählt der
Tankstelleninhaber.
Aufmerksame Mitarbeiter
Das komme auch an der Jet-Tankstelle in Memmingen öfter vor, erzählt Mitarbeiterin Elke Wegmann.
„Andererseits sind viele auch so
dreist und kaufen etwas im Laden,
ohne zu sagen, dass sie getankt haben“, berichtet sie. Da müsse man
ganz schön aufpassen.
„Keine Privat-Angelegenheit des CRB“
Seniorenreferat SPD kritisiert den Rückzug von Stadträtin Christiane Wilhelm
und den gleichzeitigen Vorstoß, deren Fraktionskollegen Wolfgang Courage zum Nachfolger zu machen
Memmingen Die SPD-Stadtratsfraktion kritisiert das Vorgehen der bisherigen Seniorenreferentin Christiane Wilhelm vom Christlichen Rathausblock (CRB): Man nehme „mit
Verwunderung“ zur Kenntnis, dass
sie ihr Amt wegen „Unstimmigkeiten mit dem Seniorenbeirat abgibt
und gleichzeitig einen Nachfolger
bestimmt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Sozialdemokraten.
Der Beirat sei schließlich keine
„Privat-Angelegenheit“ des Christlichen Rathausblocks. Wilhelms
Vorschlag lautet, dass CRB-Fraktionschef Wolfgang Courage ihre
Nachfolge antritt.
bekannt, dass sie als Stadtratsreferentin für Senioren nicht weitermachen werde.
Die SPD sei enttäuscht darüber,
wie Christiane Wilhelm „ihren Abgang auf Kosten des Seniorenbeirats
inszeniert“, heißt es in der Pressemitteilung der Fraktion. Mit ihren
„Manches könnte zügiger gehen“
Unzufrieden
Als Seniorenreferentin des Stadtrats
hatte sich Wilhelm für die Gründung eines Seniorenbeirats ausgesprochen. Das Gremium, dem sie als
beratendes Mitglied angehörte, trat
im Januar 2010 erstmals zusammen.
Mit der Rolle des Beirats ist Wilhelm aber nicht zufrieden: Er sei nur
ein „verlängerter Arm der Stadtverwaltung“, zudem würden sich manche Mitglieder zu wenig einbringen,
erklärte sie gegenüber unserer Zeitung. Der Beirat hat die Aufgabe,
den Stadtrat zu beraten und zu unterstützen. Schließlich gab Wilhelm
„öffentlichen Abrechnungen“ habe
sie dem Gremium geschadet. Zudem sei die Nachfolge-Regelung
„nicht Angelegenheit von Frau Wilhelm“. Der gesamte Stadtrat habe
über das Referat zu diskutieren und
abzustimmen. Dies bestätigt Robert
Veitenhansl von der Stadtverwaltung. Beim Christlichen Rathausblock liege aber das Vorschlagsrecht, da er das Senioren-Referat
bislang besetzt habe.
Über die Arbeit des Memminger Seniorenbeirats ist in jüngster Zeit viel diskutiert
worden. Laut dem Gremium sollen zum Beispiel Veranstaltungen organisiert werden,
Archivfoto: dpa
bei denen es um die Sicherheit im Straßenverkehr geht.
Falls der Memminger Stadtrat der
angestrebten Neuregelung zustimme, könne er sich vorstellen, bis
zum Ende der Legislaturperiode im
Jahr 2014 zwei Referate zu führen,
sagt Courage. Er ist auch zuständig
für den Stadtteil Amendingen. Der
CRB-Fraktionschef will sich noch
nicht dazu äußern, wie er die Arbeit
im Seniorenbeirat angehen würde:
„Ich muss erst wissen, was in den
letzten Monaten so alles gemacht
wurde und dann feststellen, wo es
klemmt.“ Es sei aber sicher nicht im
Sinne der Satzung, „dass der Beirat
nur tun muss, was die Verwaltung
will“. Bei der Umsetzung von Projekten müsse man allerdings Geduld
aufbringen, sagt der langjährige
Kommunalpolitiker: „Manches in
Memmingen könnte zügiger gehen.
Aber gut, das ist halt so.“
Die Sozialdemokraten werfen
derweil die Frage auf, ob der Seniorenreferent des Stadtrates künftig
überhaupt noch dem Beirat angehören sollte. Diese Regelung habe „an
sich keinen Erfolg gebracht“, sagt
Fraktionschef Werner Häring.
(hku)
Stadtratsreferate
● Aufteilung Von den Stadtteilen bis
zu den Senioren, vom Landestheater bis zur Landwirtschaft, von den
Feuerwehren bis zu den Finanzen:
Laut der Internet-Seite der Stadt gibt
es insgesamt 37 Referate, die jeweils von einem Stadtrat betreut werden. Zu Beginn jeder Legislaturperiode wird festgelegt, wer welchen Bereich bekommt.
● Aufgaben Ein Referent ist ein Bindeglied zwischen Bürgern und
Verwaltung. Mit Anliegen, die in sein
Ressort fallen, geht er auf die Verantwortlichen im Rathaus zu. Um Informationen für ihren Bereich zu
bekommen, sind Referenten auch bei
Sitzungen dabei, an denen andere
Stadträte nicht teilnehmen. (hku)
MM-STEINHEIM
Auto aufgebrochen
Ein Unbekannter hat ein Auto in der
Steinheimer Frühlingstraße aufgebrochen. Entwendet wurde nach
bisherigen Ermittlungen nichts.
Die Tat ereignete sich in der Nacht
auf vergangenen Dienstag. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon (08331) 1000
entgegen. (mz)
Blickpunkte
MEMMINGEN
Wissenswertes
über Fledermäuse
Der Landesbund für Vogelschutz
(LBV) beteiligt sich an verschiedenen Aktionen im Unterallgäu, die
Einblicke in das Leben der Fledermäuse geben. Wer sich für diese
Tiere, deren Lebensraum und die
Möglichkeiten interessiert, diese zu
schützen, kann sich unter der Telefonnummer (08331) 901182 oder
im Internet unter www.lbv.de informieren. (mz)
MEMMINGEN
60 Kilometer
lange Radtour
Eine Radtour entlang der Oberen
und Unteren Argen veranstaltet
der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) am Sonntag, 26. August. Die Tour ist rund 60 Kilometer lang und startet in Wangen.
Vor dort aus geht es ins Argental,
wo Obere und Untere Argen zusammenfließen. Auch die Hängebrücke „Flunauer Steg“ bei Schloß
Achberg, Pegelberg und Blausee
sind Teil der Route. Abfahrt ist
um 7.30 Uhr am Parkplatz Lidl in
der Schlachthofstraße. Weitere Infos und Anmeldung unter der Telefonnummer (08331) 36 42. (mz)