40-Jahr-Jubiläum des Ingenieurbüros Ernst Moos

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40-Jahr-Jubiläum des Ingenieurbüros Ernst Moos
Baudirektion
40-Jahr-Jubiläum des Ingenieurbüros Ernst Moos AG, Zug
Referat von Heinz Tännler, Baudirektor
Sehr geehrte Damen und Herren
Zunächst möchte ich den Herren Ernst und Stefan Moos für die Einladung zum
heutigen Jubiläumsanlass herzlich danken.
Ich habe mein Referat unter das Motto gestellt: "Dem Ingeniör ist nichts zu
schwör". Wie Sie wissen, stammt das bekannte Zitat von einer ganz aussergewöhnlichen Persönlichkeit. Ich glaube, man darf sagen, von einem der genialsten Erfinder und Ingenieure unserer Zeit. Sein Ideenreichtum dürfte Generationen von Technikbegeisterten nachhaltig beeinflusst haben. Sie ahnen es - ich
spreche von Daniel Düsentrieb aus Entenhausen.
Ich habe das Motto "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör" deshalb gewählt, weil es
auf den Punkt bringt, was erfolgreiche Ingenieure auszeichnet. Es sind typische
Eigenschaften wie: Optimismus, Geschick, Unerschrockenheit und Ausdauer,
um nur einige zu nennen.
Die Parallelen zur Ernst Moos AG sind unverkennbar. Auch ihre Geschichte ist
das Ergebnis von Innovation und Hartnäckigkeit. Auch ihr Erfolg ist geprägt von
persönlichem Engagement und Erneuerungskraft.
Als ich die Geschichte der Ernst Moos AG durchgegangen bin, sind mir zwei Parallelen, aber auch zwei bemerkenswerte Unterschiede zum Schaffen von Daniel Düsentrieb aufgefallen. Lassen Sie mich diese vier Punkte kurz ansprechen.
Parallele 1: Zielstrebigkeit. Daniel Düsentriebs Forschen und Tüfteln war stets
von Widerwärtigkeiten begleitet. Dennoch hat er sich nie von seinen Zielen ab-
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bringen lassen. Ob er nun ein Raketenauto bauen wollte oder ob es um den Apparat ging, der den Tieren das Denken und Sprechen beibringen sollte.
Genauso konsequent haben auch Ernst und Stefan Moos bisher ihre Ziele verfolgt. Bei Ernst kann das nicht erstaunen, denn als begeisterter OL-Läufer ist er
sich gewohnt, die Ziele auf dem kürzesten Weg anzupeilen. Da stören weder
sperriges Unterholz noch Dornenbüsche. Unwägbarkeiten sind für ihn als alten
Hasen vielmehr das Salz in der Suppe.
So gesehen ist es geradezu symptomatisch, dass die Gründung des Ingenieurbüros nicht auf irgend ein Jahr zurückgeht. Nein, es sollte das bewegte Jahr
1968 sein. Jenes Jahr also, in dem vieles ins Wanken geriet, in dem hinter
manches ein Fragezeichen gesetzt wurde. Genau in jenem Jahr setzte Ernst
Moos für sich persönlich kein Frage-, sondern ein deutliches Ausrufezeichen
und wagte den Schritt in die berufliche Selbständigkeit. Mit Erfolg, wie wir heute
wissen. Denn es ist Ernst in all den Jahren gelungen - um es mit einem Bild aus
dem OL-Sport zu sagen - sich dem wechselnden Gelände anzupassen und die
Hindernisse rechtzeitig zu antizipieren.
Dieses Geschick lässt sich an vielen Beispielen festmachen. So hat er der Weiterbildung seiner Mitarbeitenden stets grosse Aufmerksamkeit geschenkt und
die Computerisierung seines Betriebs frühzeitig eingeleitet. Zudem hat er seine
Nachfolge umsichtig geregelt und den Stab mittlerweile an seinen Sohn Stefan
übergeben hat. Seither spielt er offiziell nur noch die zweite Clarinette. Als Verwaltungsratspräsident der AG soll er jedoch noch immer gehörig den Marsch
blasen, wenn es nötig ist.
Die zweite Parallele zum grossen Daniel Düsentrieb, die mir auffiel, ist die
Ausdauer. Die Einwohner von Entenhausen haben ja die Eigenschaft vieler
Comic-Figuren, dass sie weder altern noch an Dynamik einbüssen. Ausdauer ist
also gewissermassen ihre Kernkompetenz. Nun, auch die Ernst Moos AG hat
Ausdauer bewiesen. 40 Jahre und kein bisschen müde, könnte man in Anspie-
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lung auf einen Schlagertitel sagen. Das fordert Respekt, denn Ingenieurbüros
sind genauso wie Bauunternehmen sehr stark der Konjunktur unterworfen. Und
die war in den vergangenen 40 Jahren weissgott nicht immer unternehmerfreundlich. Wohl konnte Ernst Moos bei der Gründung seiner Firma vom
Schwung der Hochkonjunktur profitieren. Die gute Stimmung auf dem Baumarkt
wich jedoch schon bald einer tiefen Depression. Und auch nach der verbesserten Wirtschaftslage in den 80er Jahren sollten nochmals Wellentäler folgen.
In all diesen schwierigen Jahren hat sich die Ernst Moos AG bravourös gehalten. Über die Gründe kann ich nur spekulieren. War es vielleicht der unternehmerische Geniestreich, mit der Fokussierung auf Tragkonstruktionen eine wahrhaft tragende Spezialität gefunden zu haben? Sicher ist: Ein tragendes Element
war ohne Zweifel die Ausdauer des Firmengründers. Denn wer ihn kennt, der
weiss: Ernst Moos ist gewissermassen die Verkörperung des "zähen Hundes".
Das hat er als Geschäftsmann bewiesen. Er hat es aber auch als Sportler bewiesen. Sein Enthusiasmus für Marathons der verschiedensten Art mag geradezu Sinnbild für seinen Durchhaltewillen sein. Wenn man hört, dass Ernst Moos
noch mit 70 als Finisher in die Analen des New York-Marathon einging, dann ist
der Gedanke nicht mehr fern, seine genetischen Wurzeln könnten womöglich
bis nach Entenhausen reichen. Stichwort: For ever young.
Nun, wie eingangs erwähnt, lassen sich neben den Gemeinsamkeiten auch Unterschiede zwischen den Ingenieuren aus Zug und Entenhausen finden. So
kämpfte sich Daniel Düsentrieb stets als Einzeltüftler durchs Ingenieur-Dasein zeitlebens von Donald Duck verlacht und von Onkel Dagobert ausgenützt.
Ganz anders der Teamplayer Ernst Moos. Er wusste schon früh seine Gestaltungskraft mit den Vorzügen des Networking zu kombinieren. Die ideale Plattform dazu bot ihm die Politik. So war er Mitglied des Zuger Bürgerrates und
Chef des Finanzdepartementes der Stadt Zug. Zudem liess er sich als FDPVertreter in den Kantonsrat wählen, dem er von 1967 bis 1998 angehörte. In
meiner eigenen Zeit als Kantonsrat habe ich Ernst Moos als Fraktionsvorsitzen-
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den der FDP erlebt. Und ich habe dabei die Erfahrung gemacht: Ernst Moos ist
nicht nur ein Vollblut-Unternehmer, er ist auch ein Vollblutpolitiker.
Ernst Moos hat als Politiker viel für den Kanton Zug getan. Der Kanton hat dem
Unternehmer Ernst Moos aber auch einiges zurückgegeben und zwar in Form
von Aufträgen. Trotzdem sei nicht verschwiegen, dass der Firmengründer mit
den Behörden nicht immer einer Meinung war, wenn es um neue Projekte ging.
Vor allem der Neubau des Zuger Kantonsspitals, das wir vor einer Woche einweihen durften, war gar nicht nach seinem Geschmack. Als ehemaliger Spitalpräsident hätte er es viel lieber gesehen, wenn man am bisherigen Standort
geblieben wäre. Es mag ihn deshalb getröstet haben, dass ihn sein kürzlicher
Velounfall in Vitznau noch nicht nach Baar zur Behandlung führte, sondern in
SEIN Zuger Kantonsspital an der Artherstrasse in Zug.
Lassen Sie mich mit einem zweiten Unterschied zu Daniel Düsentrieb schliessen. Es ist die Art des Ertrags. Für den Ingenieur aus Entenhausen gab es nur
einen Antrieb für sein Tun: der Ruhm. Geld interessierte ihn nicht.
Das ist bei der Firma Ernst Moos AG wohl und glücklicherweise anders. Obwohl
auch ihre Verantwortlichen schillernde Persönlichkeiten sind, haben sie die Bodenhaftung nie verloren und sich immer als hart arbeitende Unternehmer verstanden. Dank nüchterner Kalkulation, dank Engagement, dank Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Angestellten ist es Ernst und Stefan Moos gelungen, das eigene Ingenieurbüro während 40 Jahren im Geschäft zu halten.
Die Firma geniesst einen sehr guten Ruf, sei es im Tief- oder im Hochbau. Bei
gemeinsamen Projekten mit dem Kanton Zug hat sich das Unternehmen als verlässlicher und kompetenter Partner erwiesen.
In diesem Sinn wünsche ich den Verantwortlichen und den Mitarbeitenden der
Ernst Moos AG weiterhin viel Erfolg. Lassen Sie sich von Rückschlägen bei kantonalen Submissionen nicht entmutigen. Zeigen Sie weiterhin den Biss, den ihr
Team einschliesslich Wachhund Nikki bisher bewiesen hat. Und lassen Sie sich
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von jenem Zitat leiten, das dieses Jahr bereits den Fünfzigsten feiern darf:
"Dem Ingeniör ist nichts zu schwör". In diesem Sinn: Auf eine ertragreiche Zukunft!