Fachbrief Fremdsprachen - Hamburger Bildungsserver

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Fachbrief Fremdsprachen - Hamburger Bildungsserver
Freie und Hansest adt Hamburg
Behörde für Schule und Berufsbildung
Fachbrief
Fremdsprachen
Nr. 1
Inhalt:
1. Vorwort der Redaktion
2
2. Prüfungsformate in der schriftlichen Abiturprüfung der Neueren Fremdsprachen ab 2017
3
3. Englisch –
5
a. Grundschule: Beispielhafte Filmsequenzen aus dem Unterricht
b. Stadtteilschule: Zentrale Prüfungen in den Jahrgängen 9 und 10
c. Gymnasiale Oberstufe: Anmerkungen zum neuen Schwerpunktthema Literary Visions of the Future im Abitur 2017
4. Chinesisch – Erläuterungen zum chinesischen Sprachzertifikat HSK
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5. Französisch – Französisch an Grundschulen
10
6. Latein – Erläuterungen zum Latinum
12
7. Polnisch – Polentag am Völkerkundemuseum
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8. Russisch – Neue Fachdidaktik Russisch; Hinweise zu Hörverstehensaufgaben in
Oberstufenlehrwerken
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9. Spanisch – Anmerkungen zum Schwerpunktthema Realismo Mágico im Abitur
2017
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10. Türkisch – Anmerkungen zum Schwerpunktthema Zusammenleben der verschiedenen Ethnien in der Türkei im Abitur 2016 und 2017
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11. Veranstaltungshinweise des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung
19
Impressum
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
Hamburg, d. 20. März 2015
1. Vorwort der Redaktion
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
mit diesem ersten Fachbrief Fremdsprachen eröffnen wir eine Reihe von regelmäßigen Hinweisen und Informationen zu Fragen des Fremdsprachenunterrichts in Hamburg aus der
Fachabteilung der Behörde für Schule und Berufsbildung. Der Fachbrief kann Sie in Ihrer täglichen Unterrichtsarbeit unterstützen, indem er aktuelle Regelungen und Entwicklungen
rund um das vielfältige Fremdsprachenangebot an den Hamburger Schulen kommentiert
und erläutert. Nach Möglichkeit sollen daher Anregungen und Hinweise zu allen in Hamburg
unterrichteten Neueren und Alten Fremdsprachen publiziert werden. Eine besondere Rolle
spielen dabei z. B. zentrale Prüfungen in den Fremdsprachen sowie länderübergreifende und
bundesweite Veränderungen und Impulse. Der Fachbrief Fremdsprachen der BSB ersetzt
dabei nicht die einzelnen Fachmitteilungen zu Themen der Fortbildung von Seiten des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung (Abt. LIF 11), wie z. B. Château LIF 2015.
Verfasser der Fachteile sind die jeweiligen Referentinnen und Referenten der einzelnen
Fremdsprachen, deren Kontaktdaten Sie am Ende des Fachbriefs finden. In der Regel wird
der Fachbrief Fremdsprachen zwei Mal im Schuljahr erscheinen. Wir hoffen, dass er Ihnen
Anregungen und hilfreiche Orientierung für Ihre unterrichtliche Praxis bieten kann.
Dr. Mark Hamprecht (Fachkoordination Fremdsprachen, B 52-123)
Christian Seydel (Fachkoordination Englisch, B 52-120)
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
2. Prüfungsformate in der schriftlichen Abiturprüfung der Neueren Fremdsprachen ab
2017 (FAQ)
a. Warum ändert sich das Prüfungsformat im Abitur der Neueren Fremdsprachen ab 2017?

Die Bildungsstandards für die fortgeführten Fremdsprachen (Englisch/ Französisch)
von 2012 sehen vor, dass in der schriftlichen Prüfung der Allgemeinen Hochschulreife
neben der bisher auch in Hamburg geprüften Kompetenz Schreiben zwei weitere
Kompetenzbereiche geprüft werden
(vgl. www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2012/2012_10_18Bildungsstandards-Fortgef-FS-Abi.pdf).

In einem Prozess, an dem alle 16 Bundesländer beteiligt sind, werden seit 2014 für
die Sprachen Englisch und Französisch am Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin bildungsstandardgemäße Aufgaben für die schriftliche
Abiturprüfung geprüft und entwickelt. Diese Aufgaben werden in einen Aufgabenpool fließen, aus dem dann ab 2017 für die Abiturprüfungen in den Ländern ggf. einzelne Aufgaben entnommen werden können.

Die Erweiterung der Prüfung für die Allgemeine Hochschulreife entspricht den Zielen
einer möglichst vielfältigen und ausgeprägten Ausbildung aller kommunikativen
Kompetenzen (z. B. Hörverstehen, Sprachmittlung) in der modernen Fremdsprachendidaktik. Entsprechende Materialien und Übungen bilden mittlerweile einen essenziellen Bestandteil aller gängigen Lehrwerke für die Oberstufe.

Hamburg hat im länderübergreifenden Abitur Englisch, einer Kooperation mit sechs
weiteren Bundesländern, bereits erste Schritte auf diesem Weg beschritten, indem
seit 2014 die Sprachmittlung im Fach Englisch (eA) eingeführt wurde. Die Erweiterung auf mehrere Kompetenzen in der schriftlichen Prüfung ist bereits in der Abiturrichtlinie von 2012 in der sogenannten „kombinierten Aufgabe“ abgebildet. Sprachmittlung und Hörverstehen werden neben weiteren Kompetenzen bereits jetzt in der
schriftlichen Überprüfung im Jahrgang 10 in allen Neueren Fremdsprachen sowie in
der schriftlichen Prüfung für den Ersten allgemeinbildenden bzw. Mittleren Schulabschluss in Englisch geprüft.

Die Behördenleitung hat daher Ende 2014 die Entscheidung getroffen, die entsprechenden Anpassungen an die Bildungsstandards auf alle Neueren Fremdsprachen
(sowohl fortgeführt als auch neu aufgenommen) zu übertragen. Diese Veränderung
wurde den Schulen und Fachleitungen am 16. Dezember 2014 per Rundschreiben
des Leiters des Amts für Bildung, Norbert Rosenboom, mitgeteilt.
b. Wie ändert sich das Prüfungsformat im Abitur der Neueren Fremdsprachen ab 2017?

Der Aufbau und die Reihenfolge der schriftlichen Abiturprüfung gestalten sich in den
Neueren Fremdsprachen ab 2017 wie folgt:
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
Nr.
Prüfungsteil
Arbeitszeit
Anteil an der Bewertung der
(incl. Lese-und Auswahlzeit)
Gesamtleistung
1
Hörverstehen
30 Min.
20 %
2
Sprachmittlung
60 Min.
25 %
3
Schreiben
225 Min. (eA)/ 165 Min. (gA)
55 %

Nur im Prüfungsteil Schreiben ist eine integrierte Lese- und Auswahlzeit von 15 Minuten enthalten.

In den Prüfungsteilen Hörverstehen und Sprachmittlung erhalten die Schülerinnen
und Schüler nur eine Aufgabe, die keine themenspezifischen Anforderungen stellt
und nicht den Schwerpunktthemen entsprechen muss.

Die Prüfungszeiten für Latein wurden den Neueren Fremdsprachen angeglichen, sie
betragen insgesamt 255 Minuten für das grundlegende und 315 Minuten für das erhöhte Anforderungsniveau incl. Lese- und Auswahlzeit.
c. Welche Unterstützungsangebote für den Unterricht gibt es?

Die Einführung des neuen Prüfungsformats wird ab dem Schuljahr 2015/16 durch
entsprechende Fortbildungsangebote am Landesinstitut für Lehrerbildung und
Schulentwicklung begleitet.

In den 2012 erschienenen Bildungsstandards E/F sind entsprechende illustrierende
Prüfungsaufgaben sowie Lernaufgaben publiziert und erläutert.

Im Frühjahr 2015 wird das IQB eine Aufgabensammlung herausgeben, die für die Fächer Englisch und Französisch exemplarische bildungsstandardbasierte Aufgaben beinhalten wird.

Das neue Prüfungsformat wird in den Regelungen für die zentralen schriftlichen Prüfungsaufgaben ab 2017 und in den 2015 für die Fremdsprachen, Deutsch und Mathematik neu erscheinenden Fachteilen der Richtlinie für die Aufgabenstellung und
Bewertung der Leistung in der Abiturprüfung ausgewiesen.
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
3. Englisch
Englisch in der Grundschule
Web-Tipp – beispielhafte Filmsequenzen aus dem Unterricht
Die Qualitäts- und UnterstützungsAgentur des nordrhein-westfälischen Landesinstituts hat unter
dem folgenden Link sieben Filmsequenzen aus unterschiedlichen Grundschulstufen veröffentlicht. Sie
veranschaulichen beispielhaft vielfältige Aspekte des Englischunterrichts und verschaffen nicht nur
Grundschullehrkräften, sondern auch Lehrkräften der weiterführenden Schulen einen Einblick in den
Englischunterricht der Grundschule. Die einzelnen Filmsequenzen sind flankiert durch didaktische
Hinweise z. B. zum scaffolding, zum Lernen an Stationen etc.
http://www.schulentwicklung.nrw.de/cms/angebote/egs/praxis-unterrichtsmitschnitte/
Englisch an der Stadtteilschule
Zentrale Prüfungen in den Jahrgängen 9 und 10
In den Jahrgängen neun und zehn werden an den Stadtteilschulen der Erste allgemeinbildende
Schulabschluss (ESA, vormals Hauptschulabschluss) und der Mittlere Schulabschluss (MSA, vormals
Realschulabschluss) nach einer Prüfung mit zentral gestellten Aufgaben für den schriftlichen Teil und
einer dezentralen, von den Schulen organisierten, mündlichen Prüfung vergeben. Auch an den Gymnasien müssen Schülerinnen und Schüler, die zum Halbjahr der 10. Jahrgangsstufe keine Zeugnisprognose zum Übertritt in die gymnasiale Studienstufe bei gleichbleibenden Leistungen erhalten, die
Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss ablegen.
Die Prüfungen erfolgen zu einem vorher bekannt gegebenen Thema, dies stellt sicher, dass die Inhalte im Unterricht behandelt wurden und die Prüflinge sich entsprechenden Wortschatz aneignen können.
Seit 2014 enthält die schriftliche Prüfung für den Mittleren Schulabschluss im Fach Englisch auch
Aufgaben, die einen höheren Schwierigkeitsgrad aufweisen. Von Schülerinnen oder Schülern, die die
Note E 1 anstreben, wird eine anforderungsgemäße Bearbeitung auch dieser Aufgabenanteile erwartet. Diese Zusatzaufgaben können von allen Prüflingen bearbeitet werden und führen, bei korrekter
Bearbeitung, zu zusätzlichen Punkte.
Zur Vorbereitung stehen Aufgabenhefte mit Beispielprüfungen zur Verfügung. Diese ermöglichen die
Selbstkontrolle und stellen einen beispielhaften Notenschlüssel zur Verfügung. Dabei entspricht die
ESA/MSA-Benotung nicht immer den E- und G-Noten der Stadtteilschule.
http://www.hamburg.de/abschlusspruefungen
Gymnasiale Oberstufe
Abitur 2017 - Anmerkungen zum neuen Schwerpunktthema Literary Visions of the Future
Im Rahmen des umfassenden Themas ‚Universelle Themen der Menschheit‘ (Themenbereich B) wird
für die schriftliche Abituraufgabe im Abitur 2017 als neuer Schwerpunkt das Thema Literary Visions
of the Future vorgegeben. Aufgrund der Tatsache, dass sich im Abitur 2017 Änderungen ergeben
(s.o.), und sich die Englischlehrkräfte mit einer neuen Struktur und einer neuen Prüfungskomponente
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
vertraut machen müssen, fiel die Wahl für die Schreibaufgabe bewusst auf ein bereits weitgehend
bekanntes Thema.
Das Schwerpunktthema

war in seinen Grundzügen bereits im Jahr 2011 verpflichtend und Gegenstand des Unterrichts. Nähere Erläuterungen zu den Unterschieden finden sich weiter unten.

ist daher vielen unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen aus ihrer Unterrichtsarbeit bereits
vertraut, es kann in vielen Fällen auf umfangreiches Material zurückgegriffen werden.

wird in den gängigen Veröffentlichungen der Schulbuchverlage ausführlich behandelt.

greift einen Trend auf, indem es sich unter anderem auch auf aktuelle literarische Veröffentlichungen bezieht, denn dystopische Jugendbücher haben zurzeit Hochkonjunktur.
Hieß das Schwerpunktthema 2011 noch Visions of the Future, so hat es für 2017 durch den Zusatz
Literary nun eine explizit literarische Orientierung. Der Fokus liegt ausdrücklich auf den in fiktionalen
Texten verhandelten Zukunftsvisionen. Dies bietet die Möglichkeit, sich mit den Klassikern der englischsprachigen Literatur auseinanderzusetzen, aber auch neuere Erscheinungen in diesem Bereich
im Unterricht zu behandeln. Die im Jahr 2011 auch über Sachtexte vermittelten Aspekte wie etwa
climate change oder genetic engineering stehen nur dann im Zentrum der Auseinandersetzung, wenn
sie literarisch verarbeitet werden.
Im Rahmen der Behandlung des Themas sollen unter anderen folgende Fragen beantwortet werden:

Worin liegt die Faszination von literarischen Zukunftsvisionen und welche Funktion können
sie erfüllen?

Was sagen literarische Zukunftsvisionen über die jeweilige Gegenwart aus?

Welchen zentralen Themen widmen sich literarische Zukunftsvisionen?

Inwiefern haben sich einzelne literarische Zukunftsvisionen bewahrheitet?

Auf welche Herausforderungen reagieren aktuelle literarische Zukunftsvisionen und worin
unterscheiden sie sich gegebenenfalls von älteren?

Was sind Gütekriterien gelungener literarischer Zukunftsvisionen? (für das erhöhte Niveau)
Die letzte Frage zielt auf die literarische Qualität der jeweils behandelten Texte ab. Im Zentrum stehen hierbei die Frage nach der Plausibilität der entwickelten Vision und die Form der Umsetzung:

Inwiefern lassen sich gegenwärtige Tendenzen in der fiktionalen Zukunft wiederfinden?

Wie gelingt es der Autorin/dem Autor, eine eindrückliche und zur Zukunftsvision passende
Atmosphäre zu erzeugen?

Mit welchen Mitteln bzw. wie effektiv wird Spannung erzeugt?

Wie werden die Charaktere dargestellt?

Wie wird auf der Bildebene gearbeitet: Inwieweit wird Metaphorik bzw. Symbolik eingesetzt,
um Bilder entstehen zu lassen?
Anhand dieser und weiterer Fragen können Gütekriterien mit den Lernenden entwickelt und kritisch
hinterfragt werden.
Ein deutlicher Unterschied zwischen aktuelleren literarischen Zukunftsvisionen (z.B. The Circle, The
Hunger Games, The Giver oder Gone) und den bekannten Klassikern (1984, Brave New World, Fah6
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renheit 451) besteht nicht zuletzt im Alter der Protagonisten. Die mehrheitlich jugendlichen Helden
der neueren Texte machen diese zugänglicher und können so zu einer stärkeren Schülerorientierung
beitragen.
Damit die Schülerinnen und Schüler Kenntnisse mehrerer unterschiedlicher literarischer Zukunftsvisionen erhalten, kann es sich anbieten, in der Unterrichtsplanung eine Phase mit Buchpräsentationen
(z.B. in Gruppen vorbereitet) vorzusehen.
Die folgende Liste von Literaturtipps hat ausdrücklich keinen verpflichtenden Charakter, sondern soll
das weite Feld möglicher im Unterricht zu behandelnder Texte exemplarisch verdeutlichen:
Romane
Aldous Huxley: Brave New World (1932)
George Orwell: Animal Farm (1945);
1984 (1949)
Ray Bradbury: Fahrenheit 451 (1953)
Margaret Atwood: The Handmaid’s Tale (1985)
Lois Lowry: The Giver (1993)
Kazuo Ishiguro: Never Let Me Go (2005)
Suzanne Collins: The Hunger Games (series, 2008-2010)
Michael Grant: Gone (series, 2008-2013)
Sally Gardner: Maggot Moon (2012)
Dave Eggers: The Circle (2013)
Rick Yancey: The 5th wave (2013)
Matt Haig: Echo Boy (2014)
Wenngleich die dystopischen Zukunftsentwürfe deutlich in der Mehrzahl sind, so lohnt sich die zumindest auszugweise Behandlung einzelner utopischer Texte wie etwa Charlotte Perkins Gilmans
Herland (1915) oder Aldous Huxleys Island (1962).
Kurzgeschichten
Ray Bradbury: There Will Come Soft Rains (1950)
Philip K. Dick: Minority Report (1956)
Kurt Vonnegut: Harrison Bergeron (1961)
Songs
Zager and Evans: In the Year 2525 (1969)
John Lennon: Imagine (1971)
Metallica: The Unforgiven (1991)
Blur: The Universal (1995)
Porcupine Tree: A Smart Kid (1999)
Alanis Morissette: Utopia (2002)
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Tokyo Police Club: Citizens of Tomorrow (2007)
Filme
Filme sollen im Sinne des erweiterten Textbegriffs das Textangebot ergänzen, jedoch ausdrücklich
nicht im Zentrum der Auseinandersetzung stehen.
Fahrenheit 451 (1966)
Blade Runner (1982)
12 Monkeys (1995)
Gattaca (1997)
The Matrix (1999)
Minority Report (2002)
I, Robot (2004)
Children of Men (2006)
I am Legend (2007)
The Last Bookshop (Kurzfilm, 2012)
Cloud Atlas (2012)
The Hunger Games (2012/13)
Her (2013)
The Giver (2014)
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4. Chinesisch: Erläuterungen zum Sprachzertifikat HSK
Im Folgenden werden die wichtigsten Fragen zum chinesischen Sprachzertifikat HSK (汉语水平考试
Hànyǚ ShuǐpÍng Kǎoshì) kurz beantwortet.
Frage
Antwort
Wer führt diese Prüfung durch?
Das Konfuzius-Institut Hamburg führt jedes Jahr mehrfach
die HSK-Prüfungen durch.
Auf der Webseite des Konfuzius-Instituts findet man ausführliche Informationen über die HSK-Prüfung:
www.ki-hh.de/sprachkurse/hsk
Wo und wann findet diese Prüfung
statt?
Die HSK-Prüfung findet an der Universität Hamburg statt.
Der genaue Prüfungsort wird den angemeldeten Teilnehmern rechtzeitig mitgeteilt.
Termin: 18. April 2015
Ende der Anmeldefrist: 8. März 2015
Termin: 19. Juli 2015
Ende der Anmeldefrist: 7. Juni 2015
Termin: 6. Dezember 2015
Ende der Anmeldefrist: 25. Oktober 2015
Wie viele Niveaustufen gibt es?
Die HSK-Prüfung ist in sechs Niveaustufen unterteilt. Um
herauszufinden, welche Stufe die richtige für die Schülerinnen und Schüler ist, können die Angaben auf der Seite
des Office of Chinese Language Council International verwendet werden.
http://www.chinesetest.cn/index.do
Welche Kosten entstehen?
Prüfungsgebühren:
HSK Stufe 1 20 EUR
HSK Stufe 2 20 EUR
HSK Stufe 3 35 EUR
HSK Stufe 4 35 EUR
HSK Stufe 5 50 EUR
HSK Stufe 6 50 EUR
Wie kann man sich auf die Prüfung
effektiv vorbereiten?
Auf den Seiten Chinese Test und Confucius Institute Online findet man Beispielprüfungen für alle Stufen.
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5. Französisch: Kooperation Grundschulen und weiterführende Schulen – Hinweise und
Aktuelles
Die Behörde für Schule und Berufsbildung hat sich aufgrund der zentralen Bedeutung der französischen Sprache zum Ziel gesetzt, eine engere Zusammenarbeit zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen im Bereich des Französischunterrichts zu etablieren. An einzelnen Grundschulen wird
für interessierte Schülerinnen und Schüler in Kooperation mit den weiterführenden Schulen auch das
Fach Französisch angeboten. Dies bedeutet für beide Schulformen einen Gewinn: Die Grundschulen
unterbreiten den Schülerinnen und Schülern ein zusätzliches attraktives Lernangebot und die weiterführenden Schulen nehmen in Jahrgangsstufe 5 bereits hoch motivierte Schülerinnen und Schüler auf
und können so die Fortsetzung des frühen Zweitspracherwerbs garantieren.
In den vergangenen Monaten wurde seitens der BSB der Aufbau von regionalen Kooperationen zwischen weiterführenden Schulen, die auch in der Sekundarstufe II Französisch anbieten, und ihren
umliegenden Grundschulen gefördert. Ein erstes gemeinsames Treffen der Schul- und Fachleiter interessierter weiterführender Schulen mit den umliegenden Grundschulen führte in der Folge zu festen
Kooperationen zwischen einzelnen Gymnasien und Grundschulen.
Kooperationspartner (Stand Februar 2015):
Gymnasium Bondenwald (Grundschule Hinter der Lieth, GS An der Isebek)
Gymnasium Heidberg (GS Am Heidberg)
Heinrich-Heine-Gymnasium (GS Duvenstedter Markt)
Gymnasium Oldenfelde (GS Neurahlstedt)
Gymnasium Osterbek (GS An der Gartenstadt, GS Eenstock)
Gymnasium Othmaschen (GS Groß Flottbek, GS Klein Flottbeker Weg, GS Windmühlenweg)
Gymnasium Süderelbe (GS Am Johannisland, GS Heidrand, GS Schnuckendrift, Kath. Schule Neugraben, GS
Lange Striepen, Schule Neugraben, GS Quellmoor)
Im Rahmen dieser Kooperationen unterrichten seit Beginn des Schuljahres 2014/15 Kolleginnen und
Kollegen der weiterführenden Schulen sowie ihre Fremdsprachenassistentinnen und -assistenten in
der Jahrgangsstufe 4 Grundschülerinnen und Grundschüler entweder an der Grundschule oder einer
weiterführenden Schule, beispielsweise in Form von AGs. Ersten Umfragen zufolge verspricht das
Konzept ein großer Erfolg zu werden, da durch das immersive Lernen großes Interesse an der französischen Sprache hervorgerufen wurde und durchweg der Wunsch bestand, die Sprache fortzuführen.
Die kooperierenden weiterführenden Schulen, die Französisch als 2. Fremdsprache in Jahrgangsstufe
6 anbieten, werden Französisch ab dem folgenden Schuljahr in Jahrgangsstufe 5 als AG fortsetzen.
Da davon auszugehen ist, dass Lehrkräfte der weiterführenden Schulen meist nicht für den Grundschulunterricht ausgebildet sind, wurde eine Fortbildung aller beteiligten Gymnasiallehrkräfte in Kooperation der Behörde für Schule und Berufsbildung, des Institut français und des DeutschFranzösischen Jugendwerks durchgeführt. Weitere regelmäßige Treffen sollen in Zukunft auch dem
Erfahrungs- und Materialaustausch dienen. Im März bzw. April dieses Jahres soll auf Initiative des
Institut français und der Behörde für Schule und Berufsbildung ein weiteres Treffen einberufen werden. Da die Kooperationsformen sich inzwischen bereits fest etabliert haben, ist auch seitens des
Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung im Mai 2015 eine weitere entsprechende
Fortbildung vorgesehen. In den vergangenen Monaten haben bereits weitere Grund- und weiterfüh-
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
rende Schulen ihr Interesse bekundet, jedoch noch nicht den geeigneten Kooperationspartner gefunden. Entsprechende Wünsche können in der Behörde für Schule und Berufsbildung bei der Fachreferentin für Französisch, Christine Heusinger (B 52-125, [email protected]),
angemeldet werden.
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
6. Latein: Erläuterungen zum Latinum bzw. großen Latinum
Latinum und großes Latinum
Häufig werden an das Fachreferat Alte Sprachen Fragen zum Erwerb des Latinums bzw. des großen
Latinums gestellt – wann und unter welchen Bedingungen können Schülerinnen und Schüler das Latinum/ das große Latinum bekommen? Aus diesem Grund soll hier eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten gegeben werden.
Die rechtlichen Grundlagen für den Erwerb des Latinums bzw. großen Latinums in der Sekundarstufe
I nennen

der § 35 der APOGrundStGy
o (http://www.hamburg.de/contentblob/3013778/data/apo-grundstgy.pdf),

der Bildungsplan Gymnasium Sekundarstufe I Alte Sprachen
o (http://www.hamburg.de/contentblob/2376240/data/alte-sprachen-gym-seki.pdf)

bzw. der Bildungsplan Stadtteilschule Jahrgangsstufen 5 – 11 Latein
o (http://www.hamburg.de/contentblob/2372634/data/latein-sts.pdf),

für den Erwerb des Latinums/großen Latinums in der Sekundarstufe II der § 34 der APO-AH
o (http://www.hamburg.de/contentblob/1332736/data/bsb-apo-ah-18-03-2009.pdf)

sowie der Bildungsplan Gymnasiale Oberstufe Alte Sprachen
o (http://www.hamburg.de/contentblob/1475142/data/altesprachen-gyo.pdf).
Erwerb des Latinums und großen Latinums in der Sek. I
Schülerinnen und Schüler, die fünf Schuljahre aufsteigenden Unterricht in Latein hatten, erwerben
das Latinum, wenn sie am Ende des letzten Schuljahres mindestens die Note „ausreichend“ (Gymnasium 4+, 4, 4- bzw. Stadtteilschule E4+, E4, E4-) erreichen.
Eine weitere Möglichkeit, das Latinum zu bekommen, ist die Teilnahme an einer Latinumsprüfung.
Diese Prüfung kann erst nach Jahrgang 10 abgelegt werden und ist für diejenigen Schülerinnen und
Schüler vorgesehen,
o die erst in Klasse 7 oder 8 mit dem Lateinunterricht begonnen haben,
o die in Jahrgang 10 ganz oder in der zweiten Hälfte des Schuljahres im Ausland waren,
o oder die am Ende von Jahrgang 10 keine ausreichenden Leistungen (s.o.) erreicht haben.
Diese Latinumsprüfung besteht aus einer zentralen schriftlichen Prüfung, die jeweils nach den
Herbstferien im Oktober stattfindet, und einer mündlichen Prüfung, die an den Schulen von den jeweiligen Fachlehrkräften im Laufe der auf die schriftliche Prüfung folgenden Wochen durchgeführt
wird.
Die Klausur ist dreistündig (180 Minuten), davon sind 120 Minuten für die Übersetzung (120 Wörter)
und 60 Minuten für weitere Aufgaben vorgesehen, vergleichbar der schriftlichen Überprüfung in
Latein. Der zeitliche Umfang ergibt sich aus den Regelungen der Vereinbarung über das Latinum und
das Graecum (Beschluss der Kultusministerkonferenz von 2005, 3.2.3).
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
Vgl.
http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2005/2005_09_22_VB_Latinum_G
raecim.pdf).
Sie finden ein Beispiel für eine Latinumsklausur vom Oktober 2014 unter
http://www.hamburg.de/abschlusspruefungen/4466866/latinum/.
Schülerinnen und Schüler, die in der Sekundarstufe I sechs Schuljahre aufsteigenden Unterricht in
Latein hatten, erwerben das Große Latinum, wenn sie am Ende des letzten Schuljahres mindestens
die Note „ausreichend“ (Gymnasien 4+, 4, 4-, Stadtteilschule E 4+, E 4, E 4-) erreichen.
Eine weitere Möglichkeit, das Große Latinum zu bekommen, ist die Teilnahme an einer Prüfung zum
Großen Latinum. Diese Prüfung kann erst nach Abschluss des Jahrgangs 10 abgelegt werden und ist
für diejenigen Schülerinnen und Schüler gedacht, die in Jahrgang 5 mit dem Lateinunterricht begonnen haben und
o in Jahrgang 10 ganz oder in der 2. Hälfte des Schuljahres im Ausland waren
o oder die am Ende von Jahrgang 10 keine ausreichenden Leistungen (s. o.) erreicht haben.
Diese Prüfung zum großen Latinum besteht aus einer zentralen schriftlichen Prüfung, die nach den
Herbstferien im Oktober stattfindet, und einer mündlichen Prüfung, die an den Schulen von den jeweiligen Fachlehrern im Laufe der folgenden Wochen durchgeführt wird. Für die Klausur zum großen
Latinum übersetzen die Schüler einen anspruchsvolleren Cicerotext mit weitergehenden inhaltlichen
Aufgaben auch zu Sallust. Informationen zu Texten und Aufgaben erhalten die Schüler auf der Seite
des Hamburger Bildungsservers (http://bildungsserver.hamburg.de/latein/).
Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an die Fachreferentin Alte Sprachen (B 52-126), Martina
Jeske: [email protected]
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
7. Polnisch: Hinweise zum Polentag 2015 in Hamburg
Auch in diesem Jahr ruft das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) dazu auf, in den polnischen Schulen einen „Deutschlandtag“ und in den deutschen Schulen einen „Polentag“ durchzuführen. Hamburg
nimmt diese Initiative auf und wird diesen Tag zum dritten Mal durchführen. Nach der StS Barmbek
(2013) und der Irena-Sendler-Stadtteilschule (2014) bietet in diesem Jahr das Museum für Völkerkunde seine Räumlichkeiten an.
Datum: Dienstag, 2. Juni 2015
Zeit: ab 10.00 Uhr bis ca. 15.00 Uhr
Motto: Dzien.de/DerTag.pl – Schwerpunkt berufliche Bildung
In Kooperation mit dem Generalkonsulat der Republik Polen, der Deutsch-Polnischen Gesellschaft
Hamburg und dem Fachbereich Slawistik an der Universität Hamburg bieten das Institut für Berufliche Bildung (HIBB) und die BSB unter der Schirmherrschaft des polnischen Generalkonsuls und des
Hamburger Schulsenators ein interessantes Programm für alle allgemein- und berufsbildenden Hamburger Schulen an:

Schulen präsentieren ihre Projekte in und mit Polen

Info-Stände aller beteiligten Organisationen und Akteure

Workshops, unter anderem:

Einführung in die polnische Sprache

Kultur in Polen: Musik, Theater, Kunst, Literatur

Geschichte / Politik

Wirtschaft / Ökologie
Diese Workshops stehen allen Schüler/innen offen. Eine vorherige Anmeldung ist erwünscht.

kulinarische Angebote

Kurzfilme

Podiumsgespräche
Einladungen und genauere Informationen werden demnächst an die Schulen versendet.
Nachfragen gerne an die Fachreferentin Polnisch:
Elisabeth Kalina (B 52-127, [email protected]).
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
8. Russisch:
Neue Fachdidaktik Russisch
In den weit verbreiteten Neueren Fremdsprachen Englisch, Französisch und Spanisch sind in den
vergangenen Jahren eine Reihe von Kompendien erschienen, die den aktuellen Stand der Fachdidaktik übersichtlich und für die Praxis gut handhabbar widerspiegeln. Erwähnenswert sind hier z. B. die
entsprechenden Bände in der Reihe „Tradition – Innovation – Praxis“ des Ernst Klett Verlags (Englisch
2006, Französisch 2006, Spanisch 2009). Für das Unterrichtsfach Russisch lag lange Zeit keine vergleichbare Fachdidaktik vor. Diese Lücke ist nun mit der Zusammenstellung geschlossen, die 2014
von Prof. Anka Bergmann (Humboldt-Universität Berlin) im Narr Verlag herausgegeben wurde.1 Das
Werk bietet nicht nur für Studierende und Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, sondern für alle Fachlehrerinnen und -lehrer Anregungen und Übersichten, die orientierend für den Stand der fachdidaktischen Diskussion wirken können, aber auch aktuelle Ansätze zu einer Optimierung der Unterrichtspraxis bieten. Die Fachdidaktik ist in die vier großen Bereiche Bedingungen des Russischunterrichts
(RU), Grundlagen und Bezüge, Handlungsfelder, Evaluation aufgeteilt. Von Anfang an wird die besondere Rolle des RU aufgrund gravierender Differenzen in der Fachtradition in den alten und neuen
Bundesländern sowie des Spannungsfelds zwischen Fremdsprachenunterricht und herkunftssprachlichem Unterricht berücksichtigt. Für die Unterrichtspraxis sind die Abschnitte Handlungsfelder und
Evaluation von besonders großer Relevanz. Im ersteren Bereich wird das Grundprinzip des aufgabenbasierten Lernens (task-based language learning) aus der fachdidaktischen Diskussion der letzten
Jahre aufgegriffen und auf die Anforderungen des Russischunterrichts übertragen (Anka Bergmann/
Astrid Seidel). Die einzelnen Abschnitte zur Schulung unterschiedlicher Fertigkeiten und Kompetenzen im RU enthalten darüber hinaus eine differenzierte Darstellung zum jeweiligen Spracherwerb mit
Aufgabenbeispielen und methodischen Hinweisen. Eine gute Orientierung gerade auch mit Blick auf
die neuen Prüfungsformate in der Abiturprüfung bietet z. B. das Kapitel zum Hörverstehen bzw. HörSeh-Verstehen (Christine Heyer). Der abschließende Abschnitt Evaluation (Wolfgang Stadler) erläutert übersichtlich den gegenwärtigen Stand der Testforschung im Fremdsprachenunterricht und
schließt ihn an die Bedingungen des RU an. Dabei wird auch ein Seitenblick auf die Anforderungen
des TRKI ermöglicht. Die jeweiligen Kapitel des Werks sind mit umfangreichen Verweisen auf Fachliteratur und Materialien für den Unterricht ausgestattet. Insgesamt bietet das Lehrwerk, das im Wesentlichen von Autoren aus dem Umkreis der Redaktion Praxis Fremdsprachenunterricht – Russisch
verfasst wurde, nicht nur theoretische Orientierung auf dem neuesten Stand der Fremdsprachendidaktik, sondern auch praxisorientierte Anregungen für die Fachlehrkraft.
Hinweise zum Hörverstehen in Lehrwerken der Oberstufe
Wie bereits dargestellt (vgl. 2.), wird ab 2017 das Prüfungsformat der schriftlichen Abiturprüfung
auch in Russisch die Kompetenzbereiche Sprachmittlung und Hörverstehen einbeziehen. Die zurzeit
in Hamburg verbreiteten Oberstufenlehrwerke „Дальше“ (Stuttgart 2012) bzw. „Вместе“ (Berlin
2010) bieten zahlreiche Anregungen und Aufgabenbeispiele für die integrative Schulung der Kompetenz des Hörverstehens (аудирование) auf den Niveaustufen B2 bis C1 im Rahmen verschiedenster
Themenfelder.
In letzterem Lehrwerk dominiert das Aufgabenformat der halboffenen Verständnisfragen, die im
Allgemeinen Antworten von 1-5 Wörtern verlangen. Vgl. zu einem exemplarischen Bewerbungsgespräch (S. 68) mit der Arbeitsanweisung „Прослушайте диалог Собеседование в русской фирме.
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Anka Bergmann (Hg.): Fachdidaktik Russisch. Eine Einführung. Tübingen 2014.
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
Ответьте на вопросы“: 1. Почему Александр пришёл на собеседование в эту фирму? 2. Что
повышает шансы Александра получить хорошую работу? 3. Куда он собирается поступать? usw.
Als Hörmaterial bzw. Hör-Seh-Material werden unterschiedliche Textsorten angeboten (Interviews,
Kurzberichte, Lieder, Filmausschnitte etc.).
Das Lehrwerk „Дальше“ präsentiert Hörverstehensaufgaben meist in erweiterter Form. Die dreiphasige Gliederung nach Vorbereitungs- oder Vorentlastungsphase, eigentlicher Hörphase mit Bearbeitung der Aufgabenstellung und Nachbereitungsphase mit weiterführenden Aufgabenstellungen wird
deutlicher akzentuiert. Es werden unterschiedliche Aufgabentypen angeboten, wie z. B. Ausfüllen
von einfachen Tabellen in Stichpunkten, Anordnung von Themen oder Überschriften in der Reihenfolge des Textes, Vervollständigung von Kurzsätzen sowie stichpunktartige Aufzeichnungen zu wesentlichen Aspekten. Dabei wird das Spektrum zwischen detailliertem Hören und Globalverstehen im
Wesentlichen bedient. Auffällig ist hier, dass die geschlossenen Aufgabenstellungen wie z. B. multiple
choice, eher im dazugehörigen Arbeitsheft als Ergänzung bereitgestellt werden (z. B. S. 27; vgl. auch
S. 37 – Lückentext, im Lehrbuch hingegen halboffene Verständnisfragen zu demselben Hörtext).
Exemplarisch für die drei Phasen der Behandlung von Hörtexten kann hier die Aufgabe 9 in der ersten Einheit „Молодёжь в фокусе“ dienen (S. 19). Im Hörtext wird eine Radiodiskussion zur Einführung eines virtuellen Hausaufgabenhefts bzw. Belegnachweises von mehreren Sprechern durchgeführt. Das Sprechtempo ist natürlich, die einzelnen Aussagen leicht akustisch verzerrt (Telefonanrufe). Die ersten beiden Anweisungen klären das Vorverständnis bzw. entlasten den Text lexikalisch: а)
Что такое электронный дневник, и какие у него функции? (Abbildung eines Screenshots, Bearbeitung eines diskontinuierlichen Textes); б) Найдите к следующим понятиям однокоренные слова и
переведите их: введение, (...) (lexikalisch-morphologische Vorentlastung). Die eigentliche Hörphase
gliedert sich in Global- und Detailverstehen: в) Послушайте радиопередачу и назовите тему
дискуссии. г) Заполните таблицу. (кто - откуда - за/против - аргументы). In der Nachbereitungsphase wird die Kompetenz des Hörverstehens dann mit einer Schreibaufgabe verknüpft: д) Оцените
аргументы участников передачи. Какие из них вы считаете (не)убедительными? Обоснуйте своё
мнение. Positiv ist zum Lehrbuch insgesamt hervorzuheben, dass im Anhang Lernstrategien u. a.
auch zum Hörverstehen für die Schülerinnen und Schüler übersichtlich bereitgestellt werden (S. 116).
Beide genannten Lehrwerke für die Oberstufe bieten vielfältige Anregungen für die eigene Erstellung
von Lernaufgaben zur essenziellen Kompetenz des Hörverstehens auf dem Niveau B 2/C 1.
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
9. Spanisch: Anmerkungen zum Schwerpunktthema Realismo Mágico im Abitur 2017
In der Abiturprüfung 2017 wird es im Fach Spanisch als weitergeführte Fremdsprache zum Schwerpunkt Lateinamerika zum ersten Mal ein literarisches Thema geben: „Gabriel García Márquez y el
realismo mágico“.
Dieses Thema fokussiert den Blick auf einen kolumbianischen Autor, der 1982 den Nobelpreis für
Literatur erhielt, und dessen Romane und Erzählungen in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts die lateinamerikanische Literatur prägten.
Mittels einer spezifischen Haltung des Erzählers zur dargestellten Wirklichkeit konfrontiert Gabriel
García Márquez den Leser mit einer Sichtweise, die erheblich von dessen bisherigen Erfahrungen
abweicht, und in der rationale Alltagserfahrung mit magisch-mythischer Wirklichkeitssicht ineinanderfließt. Diese Sichtweise ist unter dem Begriff Realismo Mágico zu einem spezifischen Kennzeichen
der Werke Márquez´ geworden.
Für die Vorbereitung auf das Thema Realismo Mágico sei hier auf die Vorlesung „Realismo Mágico Magischer Realismus“ von Frau Prof. Dr. Erna Pfeiffer hingewiesen (www.uni-graz.at/erna pfeiffer/vorlesungen02-03.html). Hier wird das notwendige Hintergrundwissen für den Unterricht besonders in den Kapiteln 2 (Geschichte und soziokulturelle Hintergründe) und 3 (Merkmale) hinreichend
und kompakt vermittelt.
Für die verpflichtende Lektüre auf erhöhtem Anforderungsniveau, „Crónica de una muerte anunciada“, gibt es im Schöningh-Verlag in der Reihe „EinFach Deutsch“ von Claudia Pütz und Thomas Molitor hilfreiches Material für die Unterrichtsvorbereitung: „Gabriel García Márquez. Chronik eines angekündigten Todes“.
Die dort für den Deutschunterricht konzipierten thematischen Bausteine mit Hintergrundinformationen für den Lehrer, Tafelbildern, Arbeitsblättern mit Lösungen und Zusatzmaterial können durchaus
auf den Spanischunterricht übertragen werden und dürften die Unterrichtsvorbereitung deutlich
entlasten.
Wer sich durch die Márquez-Lektüre an den faszinierenden Macondo-Kosmos erinnert fühlt und gern
tiefer in die Welt des Autors eintauchen möchte, dem sei die Monographie von Dagmar Plötz empfohlen: „Gabriel García Márquez. Leben und Werk“, 2010 erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.
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10. Türkisch: Anmerkungen zum Schwerpunktthema Zusammenleben der verschiedenen
Ethnien in der Türkei im Abitur 2016 und 2017
Eines der Zentralabiturthemen für 2016 und 2017 im Fach Türkisch ist Zusammenleben der verschiedenen Ethnien in der Türkei. Materialien zu diesem Thema sind kaum in einem Lehrwerk für Türkisch
zu finden. Das liegt zum einen daran, dass für die Oberstufe generell wenig aktuelles Lehrmaterial zur
Verfügung steht, zum anderen an der Brisanz des Themas. Jedoch ist dieses Thema eines der aktuellsten Themen in der heutigen türkischen Gesellschaft. Folglich sind die Lehrkräfte auf eine eigene
Materialsammlung aus Zeitschriften, Büchern und Internet und nicht zuletzt auf die Linklisten auf
dem Bildungsserver angewiesen.
Zum Einstieg in das Thema eignet sich der Text Azınlık olmak demek!2, der eine Karikatur und verschiedene Definitionen des Begriffs Minderheit in der türkischen Gesellschaft beinhaltet. Anhand des
Textes werden die Schülerinnen und Schüler dazu angeregt, sich der Tatsache bewusst zu werden,
dass jeder auf Grund seiner ethnischen, religiösen und sprachlichen Zugehörigkeit, seiner sexuellen
Orientierung, Weltanschauung etc. zur Minderheit erklärt werden kann.
Bei diesem Thema ist es unumgänglich, auf die historischen Ereignisse einzugehen. In dem Text Türkiye’de Azınlıklar – Osmanlı‘da Azınlıklar3 werden die Gesellschaftsstruktur im Osmanischen Reich,
die Minderheitenpolitik der Osmanen und die Frage, warum es in der heutigen Türkei diverse ethnische Minderheiten gibt, erläutert. Zum Ersten Weltkrieg und dessen Folgen für das Osmanische Reich
gibt es mehrere Internetseiten, die aber nicht didaktisiert sind. Sie müssen sorgfältig ausgewählt und
vereinfacht werden.
Die Gründung der Türkischen Republik mit der Staatsideologie „ein Staat – eine Nation; eine Nation –
eine Sprache“ führte zur mangelnden Anerkennung diverser ethnischer Minderheiten bis heute. In
der heutigen Türkei sind Minderheitenorganisationen tätig, die Berichte über die Rechte, den Status
und die Sicherheit der Minderheiten in der Türkei veröffentlichen. In dem Bericht „Die Suche nach
Gleichberechtigung“ – Bir eşitlik arayışı: Türkiye’de azınlıklar4 werden sowohl historische als auch
heutige Ereignisse in den wichtigsten Etappen dargestellt.
Eine detaillierte Auflistung zu Minderheiten und ihren Sprachen in der Türkei findet sich hier:
https://tr.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkiye%27de_konu%C5%9Fulan_diller;
http://www.radikal.com.tr/turkiye/turkiyede_36_dil_konusuluyor-950352
Als literarische Langschrift bietet sich der Roman von Yaşar Kemal Bir Ada Hikayesi 2 an. In dem Roman wird das Zusammenleben verschiedener Ethnien während der Osmanischen Zeit und des Ersten
Weltkriegs emotional und zugleich sachlich korrekt erzählt. Der Roman ist relativ umfangreich für
Schülerinnen und Schüler (495 Seiten). In einem Kurs auf grundlegendem Niveau könnten Auszüge
oder nur der vierte Teil gelesen werden.
Als Kurzgeschichten können verschiedene Geschichten von Sait Faik, z. B. Eleniyle Kalina (4. Band),
Falcı Matmazel Tedori (4. Band), Sivri Ada Geceleri (6. Band), Türk Ülkesi (6. Band), Eftalikus’un Kah-
2
http://blog.radikal.com.tr/turkiye-gundemi/azinlik-olmak-demek-22482 (16.05.2013)
3
https://tr.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkiye%27deki_az%C4%B1nl%C4%B1klar
http://www.minorityrights.org/download.php@id=427
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Fachbrief Fremdsprachen 1, März 2015
vesi (7. Band)5 gelesen werden, in denen Sait Faik aus dem Alltag des „kleinen Mannes“ erzählt. In
seinen Geschichten sind die Protagonisten auch häufig Vertreter der in Istanbul lebenden NichtMuslime (Griechen, Juden, Armenier), die ganz selbstverständlich zum multikulturellen Erscheinungsbild Istanbuls gehören.
Darüber hinaus eignet sich der Film Salkım Hanımın Taneleri, in dem das Drama einer angesehenen
armenischen Familie in Istanbul in den 40er Jahren erzählt wird. Als den Nicht-Muslimen astronomische Steuern auferlegt werden, werden viele Zahlungsunfähige zum Bankrott gezwungen und in ein
Arbeitslager deportiert.
11. Veranstaltungshinweise zu Fortbildungen des Landesinstituts für Lehrerbildung und
Schulentwicklung (LIF 11)
a. Hamburger Fremdsprachentage 2015: Fr. 18.09.2015 (14.00 – 19.00 Uhr) – Sa.
19.09.2015 (9.30 – 13.00 Uhr)
Nach einem zentralen Eingangsvortag von Herrn Prof. Dr. Engelbert Thaler ist ein umfangreiches Workshop-Angebot zu aktuellen Entwicklungen im Fremdsprachenunterricht
unter dem Aspekt „aus der Praxis für die Praxis“ mit vielen auswärtigen und Hamburger
Referentinnen und Referenten geplant.
b. Vorankündigung:
Im September und Oktober 2015 sind Fortbildungen zur Implementation der Bildungsstandards in der schriftlichen Abiturprüfung ab 2017 in den Neueren Fremdsprachen
(Sprachmittlung, Hörverstehen u. a.) geplant. Informationen zu den Sprachen Englisch,
Französisch und Spanisch entnehmen Sie bitte beizeiten dem LI-Programm 1. Schulhalbjahr 2015/16: August 2015 bis Januar 2016 oder der Website des Landesinstituts
http://li.hamburg.de/faecher-und-lernbereiche/
Ansprechpartner LIF 11:
Martin Eckeberg
Landesinstitut Hamburg
Referatsleitung Sprachen
Abteilung Fortbildung
Weidenstieg 29
20259 Hamburg
Tel. 040-42 88 42 511
Fax.040-42 88 42 519
Email: [email protected]
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Sait Faik: Kurzgeschichtensammlung. Vgl. Sait Faik: Bütün Eserleri, Band 1-10, Bilgi Yayınevi, Ankara.
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Impressum des Fachbriefs Fremdsprachen:
Inhaltlich verantwortlich nach § 6 MDStV:
Oberschulrat Heinz Grasmück, Referatsleiter Unterrichtsentwicklung Deutsch, Künste, Fremdsprachen.
Christian Seydel, Fachkoordinator Englisch, Fachreferent Englisch Sek I an Gymnasien und Sek II
(B 52-120), [email protected], 040-42863-3148
Dörte Gudjons, Fachreferentin Englisch Sek I an Stadtteilschulen (B 52-121),
[email protected], 42863-3374
Mareike Ziesing, Fachreferentin Englisch an Grundschulen (B 52-122),
[email protected], 42863-3374
Dr. Mark Hamprecht, Fachkoordinator weitere Fremdsprachen, Fachreferent Russisch (B 52-123),
[email protected], 42863-3375
Ming Chai, Fachreferentin Chinesisch (B 52-124),
[email protected], 42863-3374
Christine Heusinger, Fachreferentin Französisch (B 52-125),
[email protected], 42863-2064
Martina Jeske, Fachreferentin Alte Sprachen (B 52-126),
[email protected], 42863-3374
Elisabeth Kalina, Fachreferentin Polnisch (B 52-127),
[email protected], 42863-3374
Ana-Sofia Almeida-Unkart, Fachreferentin Portugiesisch (B 52-128),
[email protected], 42863-3376
Sabine Dreyer, Fachreferentin Spanisch (B 52-129),
[email protected], 42863-3376
Cemile Niron, Fachreferentin Türkisch (B 52-130),
[email protected], 42863-3376
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