Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften

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Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften
soFid
Sozialwissenschaftlicher Fachinformationsdienst
Methoden und Instrumente der
Sozialwissenschaften
2009|1
Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften
Sozialwissenschaftlicher Fachinformationsdienst
soFid
Methoden und Instrumente der
Sozialwissenschaften
Band 2009/1
bearbeitet von
H. Peter Ohly
mit Beiträgen von
Stefanie Eifler
Andreas Schmitz et al.
Jürgen Pfeffer
GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften 2009
ISSN:
Herausgeber:
bearbeitet von:
Programmierung:
Druck u. Vertrieb:
1433-3406
GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Abteilung Fachinformation für die Sozialwissenschaften
H. Peter Ohly
Siegfried Schomisch
GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Lennéstr. 30, 53113 Bonn, Tel.: (0228)2281-0
Printed in Germany
Die Mittel für diese Veröffentlichung wurden im Rahmen der institutionellen Förderung von GESIS
durch den Bund und die Länder gemeinsam bereitgestellt.
© 2009 GESIS. Alle Rechte vorbehalten. Insbesondere ist die Überführung in maschinenlesbare
Form sowie das Speichern in Informationssystemen, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Einwilligung des Herausgebers gestattet.
Inhalt
Vorwort ................................................................................................................................................. 7
Stefanie Eifler
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag –
Eine Studie zur Validität eines faktoriellen Surveys .......................................................................... 11
Andreas Schmitz, Doreen Klein, Jan Skopek, Florian Schulz, Hans-Peter Blossfeld
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse................................. 31
Jürgen Pfeffer
Multiagentensimulation sozialer Phänomene:
Eine praktische Einführung .................................................................................................................45
Sachgebiete
1
Methodologie, Forschungsdesign, Forschungsorganisation.................................................... 61
2
Interpretative Verfahren, Leitfäden..........................................................................................86
3
Inhaltsanalyse, Aktenanalyse, Interaktionsanalyse,
Kategorienschemata...............................................................................................................109
4
Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren,
Messinstrumente....................................................................................................................116
5
Datenanalyseverfahren, Datenaufbereitung........................................................................... 143
6
Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung................................................... 150
7
Evaluation, Interaktion, Intervention..................................................................................... 170
8
Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle,
Datensammlungen, Wissensbasen.........................................................................................215
9
Software, Medien, Apparaturen............................................................................................. 250
Register
Hinweise zur Registerbenutzung....................................................................................................... 255
Personenregister................................................................................................................................. 257
Sachregister........................................................................................................................................265
Institutionenregister........................................................................................................................... 285
Anhang
Hinweise zur Originalbeschaffung von Literatur...............................................................................293
Zur Benutzung der Forschungsnachweise......................................................................................... 293
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Vorwort
7
Vorwort
zum soFid „Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften“
GESIS bietet mit dem „Sozialwissenschaftlichen Fachinformationsdienst“ (soFid) zweimal jährlich aktuelle Informationen zu einer großen Zahl spezieller Themenstellungen an. Jeder soFid hat
sein eigenes, meist pragmatisch festgelegtes Profil. Gewisse Überschneidungen sind deshalb nicht
zu vermeiden.
Quelle der im jeweiligen soFid enthaltenen Informationen sind die von GESIS produzierten Datenbanken SOLIS (Sozialwissenschaftliches Literaturinformationssystem) sowie SOFIS (Forschungsinformationssystem Sozialwissenschaften – bisher FORIS).
Die Datenbank SOLIS stützt sich vorwiegend auf deutschsprachige Veröffentlichungen, d.h. Zeitschriftenaufsätze, Monographien, Beiträge in Sammelwerken sowie auf Graue Literatur in den
zentralen sozialwissenschaftlichen Disziplinen. In SOLIS ist bei einigen Hinweisen unter „Standort“ eine Internet-Adresse eingetragen. Wenn Sie mit dieser Adresse im Internet suchen, finden
Sie hier den vollständigen Text des Dokuments.
Wesentliche Quellen zur Informationsgewinnung für SOFIS sind Erhebungen in den deutschsprachigen Ländern bei Institutionen, die sozialwissenschaftliche Forschung betreiben. Zur Meldung
neuer Projekte steht unter http://www.gesis.org/SOFIS/Erhebung/ permanent ein Fragebogen zur
Verfügung.
Literaturhinweise sind durch ein "-L" nach der laufenden Nummer gekennzeichnet, Forschungsnachweise durch ein "-F". Im Gegensatz zu Literaturhinweisen, die jeweils nur einmal gegeben
werden, kann es vorkommen, dass ein Forschungsnachweis in mehreren aufeinander folgenden
Diensten erscheint. Dies ist gerechtfertigt, weil Forschungsprojekte häufig ihren Zuschnitt verändern, sei es, dass das Projekt eingeengt, erweitert, auf ein anderes Thema verlagert oder ganz abgebrochen wird. Es handelt sich also bei einem erneuten Nachweis in jedem Falle um eine aktualisierte Fassung, die Rückschlüsse auf den Fortgang der Arbeiten an einem Projekt zulässt.
***
Der soFid „Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften“ gibt einen Überblick über die
gegenwärtige Diskussion auf dem Gebiet der sozialwissenschaftlichen Methodenentwicklung und
den aktuellen Stand der für die sozialwissenschaftliche Forschung verfügbaren Instrumente. Er ist
damit vorrangig für Sozialwissenschaftler und Praktiker von Interesse, die selbst spezielle Methoden oder Instrumente entwickeln und anwenden sowie für diejenigen, die im Rahmen von Lehre
und kritischen Hinterfragungen gehalten sind, neben dem Standard-Fachwissen auch neueste Entwicklungen einzubeziehen.
8
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Vorwort
Unter Methoden wird dabei nicht nur der engere Kanon sozialwissenschaftlicher Erhebungstechniken (Befragung, Beobachtung, Experiment) und statistischer Datenauswertungstechniken (Datenaufbereitung, statistische Datenanalyse) verstanden, sondern es werden hier auch allgemeinere
und anwendungsbezogene Diskussionen spezieller Verfahren und der Sozialforschungsmethoden
generell einbezogen.
Hinzu kommen Verfahren, die mehr außerhalb des herkömmlichen, am naturwissenschaftlichen
Ideal orientierten Methodenverständnisses liegen. Hier sind einmal die interpretativen Verfahren
mit ihren verschiedenen Schattierungen zu nennen - wobei formalisierte Inhalts- und Aktenanalyse unter einem getrennten Kapitel aufgeführt werden. Weiter sind Techniken enthalten, die nicht
der Gewinnung von sozialwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten anhand von empirischem Beobachtungsmaterial dienen, sondern etwa in einem betrieblichen Umfeld zur Optimierung, Entscheidung und Vorhersage entwickelt werden oder Möglichkeiten der sozialen Einwirkung in Politik,
Beratung oder Ausbildung schaffen.
Teils als Zusätze zu den mehr methodisch orientierten Kapiteln, teils als eigenständige Kapitel
werden auch die unterschiedlichsten Ansätze zu einer methodischen Sozialtechnologie, die dann
meist auf inhaltliche Spezialgebiete und -probleme bezogen sind, ausgewiesen. Wesentliche Standard-Werkzeuge für Sozialforscher und -praktiker stellen zum einen Fragenkataloge, getestete
Skalen (vgl. das ZUMA-Handbuch sozialwissenschaftlicher Skalen, bzw. das Itemhandbuch ZIS),
Indexbildungen und ähnliche auf mehr oder weniger hohem Niveau messende Instrumente dar
(Kapitel 4.) Weniger metrisch und forschungstechnisch vorgehende, aber nichtsdestoweniger
wertvolle Instrumente sind zum anderen Gesprächsleitfäden, Beurteilungskriterien und Handlungsanweisungen, welche relativ offen Prinzipien und Erfahrungen der Sozialforschung dem
Praktiker als Begleitung an die Hand geben (Kapitel 2).
Häufig können auch umfangreiche, kontinuierliche Datensammlungen, Auswertungen und Informationsbanken bereits als eine gute Ausgangsbasis für die Sozialforschung dienen, etwa um eine
Dauerbeobachtung von gesellschaftlichen Aggregaten durchzuführen, bzw. um diese Daten als
Rahmen für spezielle Untersuchungen heranzuziehen (Kapitel 8). Mit der umfassenden Sammlung
von Daten geht auch oft die Entwicklung formalisierter Modelle einher, die als Modul zur Repräsentation von sozialen Betrachtungsweisen oft genereller für die Analyse von empirischen Datenmengen gleichen Typs geeignet sind. Hier liegen in der Sozialwissenschaft allerdings längst nicht
so viele beschreibende, prognostizierende und planende Regelwerke vor wie von der ökonomischen Staats-, Sektoren- und Betriebsanalyse her bekannt.
Der vorliegende Fachinformationsdienst soll gerade darum auch zu einer besseren Kenntnis der
bereits verfügbaren oder in Entwicklung befindlichen Instrumente, welche auch auf andere sozialwissenschaftliche Anwendungen übertragbar sind, beitragen. Schließlich wird in Kapitel 9 auch
die rein technische Seite verfügbarer Instrumente angesprochen. Hiermit sind Software, Medien
und Apparaturen angesprochen, welche inhaltlich vielseitig verwendbar sind und handhabungstechnisch den für Sozialwissenschaftler geläufigen Standard verbessern helfen.
Natürlich können die entsprechenden Unterteilungen in Kapitel nur Anhaltspunkte bleiben, da
manche Verfahren vielschichtig oder gerade in einem Gebiet zwischen den genannten anzusiedeln
sind. Deshalb sollte bei speziellen Fragen auch das Sachregister herangezogen werden, welches
wegen seiner universellen Gestaltung allerdings auch viele anwendungsbezogene Einträge enthält.
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Vorwort
9
Wer am Einsatz von mehr philosophischen, paradigmatischen und theoriebezogenen Diskussion
interessiert ist, sei auch auf die Dienste „Wissenschafts- und Technikforschung“ (Kap. Wissenschaftstheorie) und „Allgemeine Soziologie“ verwiesen.
Dieser soFid-Ausgabe sind fachwissenschaftliche Beiträge vorangestellt. Dabei handelt es sich
drei Beiträge:
„Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag – Eine Studie zur Validität eines faktoriellen
Surveys“ von Dr. Stefanie Eifler, Hochschuldozentin an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld. „Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse“ von
Andreas Schmitz, Doreen Klein, Jan Skopek, Florian Schulz und Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld,
Lehrstuhl für Soziologie I, Otto-Friedrich-Universität Bamberg sowie „Multiagentensimulation
sozialer Phänomene: Eine praktische Einführung“ von Jürgen Pfeffer, Doktorand an der Technischen Universität Wien.
Wer Textbeiträge (z.B. Überblicke oder Einführungen) zu aktuellen Methodenbereichen für künftige Ausgaben einreichen möchte, sende diese bitte für die Frühjahrsausgabe bis Januar oder für
die Herbstausgabe bis Juli an H. Peter Ohly ([email protected]).
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag –
Eine Studie zur Validität eines faktoriellen Surveys1
Stefanie Eifler
1
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
Im Kontext alltäglicher Handlungsvollzüge entstehen häufig Situationen, in denen sich die Möglichkeit bietet, sich Vorteile auf Kosten anderer zu verschaffen. Die Rede ist hier beispielsweise von
Szenen, in denen Akteure eine gefundene Geldbörse an sich nehmen, irrtümlich erhaltenes Wechselgeld behalten oder einen Schadensfall gegenüber einer Versicherung fingieren können. Jeder
kann als Akteur in solche oder ähnliche Situationen geraten und vor der Entscheidung stehen, Fundsachen an sich zu nehmen, Irrtümer zu unterhalten oder falsche Tatsachen vorzutäuschen. Verschaffen sich Akteure Vorteile auf Kosten anderer, so wird ihr Verhalten möglicherweise als unfair angesehen, sozial missbilligt und in diesem Sinne als abweichend bezeichnet. Mit dem Behalten von
Fundsachen oder dem Vortäuschen falscher Tatsachen verstoßen sie insbesondere gegen kodifizierte Normen und handeln in diesem Sinne kriminell.2
Nicht nur im alltäglichen, sondern auch im kriminologischen Sprachgebrauch werden Situationen,
die die Möglichkeit zur Ausführung krimineller oder abweichender Handlungen in sich bergen, als
Gelegenheiten bezeichnet. Die sprichwörtliche Rede von der Gelegenheit, die Diebe macht, verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass wir in bestimmten Situationen regelrecht dazu verleitet
werden, uns ungerechtfertigt zu bereichern. Katz (1988) hat diese Situationen als Momente der Versuchung beschrieben, als Augenblicke also, denen eine besondere Konflikthaftigkeit innewohnt:
Dem Reiz, bestimmte Dinge zu behalten oder in den eigenen Besitz zu bringen, stehen möglicherweise Verbote oder moralische Bedenken gegenüber. Interessant ist vor dem Hintergrund dieser
Überlegungen die Frage, aus welchen Gründen Akteure der Versuchung nachgeben und günstige
Gelegenheiten im Rahmen ihrer alltäglichen Handlungsvollzüge nutzen.
Während das Konzept der Gelegenheit in der Kriminalsoziologie ursprünglich in einem anomietheoretischen Kontext entstanden ist und auf die Analyse subkulturell geprägter Kriminalität und
Devianz angewandt wurde, wurde es in jüngerer Zeit auf die Analyse des kriminellen und abweichenden Verhaltens der Allgemeinbevölkerung bezogen. Aus dieser Perspektive rückte „die illegale
Handlung unter normalen Lebensvollzügen“ (Heiland 1987: 278) in den Mittelpunkt des Interesses.
Vor allem Cornish und Clarke (1986) haben Gelegenheiten im Rahmen alltäglicher Handlungsvollzüge thematisiert. Kriminelles und abweichendes Handeln wird von den Autoren als Wahlhandeln
konzeptualisiert, das von subjektiven Wert-Erwartungsüberlegungen beeinflusst wird.
Es wird angenommen, dass Akteure stets diejenige von mehreren Handlungsoptionen wählen, die
den höchsten subjektiven Nutzen verspricht. Cornish und Clarke (1986) betrachten eine Gelegenheit
als eine Situation, die aufgrund objektiver Gegebenheiten (physical opportunities) Entscheidungen
für kriminelle und abweichende Handlungen ermöglicht. Merkmale von Situationen, die die Ausführung krimineller Handlungen begünstigen, lassen sich indirekt aus dem viktimologischen Routine Activity Approach (Cohen/Felson 1979) ableiten. Danach werden Entscheidungen für kriminelle
oder abweichende Handlungen getroffen, wenn Situationen einem potentiellen Täter gegenüber als
1
2
Der Beitrag ist zunächst erschienen in: Groenemeyer, A. & Wieseler, S. (Hrsg.)(2008). Soziologie sozialer
Probleme und sozialer Kontrolle. Wiesbaden: VS-Verlag. S. 277-296.
Zu definitorischen Aspekten vgl. ausführlicher Tittle (1995).
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Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
günstige Gelegenheiten erscheinen, als Situationen also, in denen „1) motivated offenders, 2) suitable targets, and 3) capable guardians“ (Cohen/Felson 1979: 589) raum-zeitlich zusammenfallen
(vgl. ausführlicher Eifler 2002). Wenn sich ein attraktives Gut bietet, wenn konformes Handeln
vergleichsweise kostenträchtig wäre und wenn ein potentieller Täter sich unbeobachtet glaubt,
wird kriminelles oder abweichendes Handeln wahrscheinlich. Diese Merkmale von Gelegenheiten
lassen sich auch dann identifizieren, wenn man bei der Klassifikation anstelle objektiver Situationsmerkmale auf subjektive Wahrnehmungs- und Bewertungsleistungen von Akteuren zurückgreift (vgl. Eifler/Kimmel 2003).
Im Rahmen empirischer Untersuchungen wurden Gelegenheiten häufig mit dem Verfahren der Vignettenanalyse modelliert (vgl. stellvertretend für viele andere Fetchenhauer 1998; Piquero/Tibbetts 1996). Als Vignetten werden kurze verbale oder visuelle Darstellungen hypothetischer Situationen bezeichnet, zu denen sich Probanden im Rahmen einer empirischen Untersuchung äußern
sollen. In den genannten Studien wurden Vignetten eingesetzt, um das vermutliche Handeln von
Akteuren angesichts der geschilderten Situation zu erfassen. Die Anwendung von Vignettenanalysen kann im Rahmen eines Factorial Survey Approach erfolgen, bei dem Merkmale sozialer Situationen experimentell manipuliert werden, so dass ihre Wirkungen auf das vermutliche Handeln
untersucht werden können (Rossi/Anderson 1982). Der Einsatz von Vignetten ist allerdings umstritten. Werden Vignetten im Rahmen eines Surveys zur Messung vermutlichen Handelns eingesetzt, so ergibt sich die Frage, ob und inwiefern die mit Vignetten erhobenen Häufigkeiten dieses
Handelns mit Häufigkeiten übereinstimmen, die auf Selbstberichten oder auf der Beobachtung tatsächlichen Handelns beruhen. Fraglich ist darüber hinaus, ob Merkmale von Gelegenheiten ähnliche Einflüsse auf Handlungsentscheidungen haben, wenn sie entweder im Rahmen eines faktoriellen Surveys oder aber mit anderen Verfahren der Datenerhebung analysiert werden. Während die
erste Frage den Aspekt der empirischen Validität anspricht, bezieht sich die zweite Frage auf den
Aspekt der Konstruktvalidität (vgl. Cronbach/Meehl 1955; Schnell et al. 2005).
Da bislang beide Fragen weitgehend unbeantwortet geblieben sind, werden sie im Rahmen einer
eigenen Studie verfolgt. In einem ersten Schritt werden bisherige Strategien einer situationsbezogenen Analyse krimineller und abweichender Handlungen dargestellt und problematisiert. Ein
zweiter Schritt widmet sich sodann der Idee faktorieller Surveys und nimmt Möglichkeiten zur
Bewertung der Validität dieses Verfahrens der Datenerhebung in den Blick. Ein dritter Schritt
stellt sodann die eigene Strategie vor, die in der empirischen Analyse eingesetzt wird, um die beiden Aspekte der Validität eines faktoriellen Surveys systematisch zu analysieren. In weiteren
Schritten werden die Methode der empirischen Untersuchung beschrieben, die Ergebnisse der Datenanalysen dargestellt und abschließend diskutiert.
1.1
Situationsbezogene Analyse krimineller und abweichender Handlungen
Gelegenheiten werden im Sinne des Routine Activity Approach als raum-zeitliche Ausschnitte der
alltäglichen Erfahrung betrachtet, die sich spontan und ungeplant eröffnen, und innerhalb derer
sich Akteure als potentielle Täter ungehindert fühlen, sich angesichts attraktiver Güter ungerechtfertigt zu bereichern. In bisherigen Studien wurden häufig Einflüsse von formellen und informellen Kontrollprozessen auf das Handeln von Akteuren angesichts solcher Gelegenheiten untersucht.
Dabei ist für den vorliegenden Zusammenhang ein Blick auf die dabei angewandten Forschungsstrategien – insbesondere auf die Operationalisierungen von Gelegenheiten – von Interesse.
In der Umfrageforschung finden sich im Wesentlichen vier verschiedene Operationalisierungen
von Gelegenheiten: Eine Untersuchung von Diekmann operationalisierte Gelegenheiten als Häufigkeit der normrelevanten Situation; im Falle der Beförderungserschleichung war dies die Häu-
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Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
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figkeit der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel (Diekmann 1980). In der Studie von Longshore
und Turner diente eine Proxy-Variable, nämlich die Anzahl delinquenter Freunde und Bekannter,
als Maß für die Häufigkeit von Gelegenheiten (Longshore/Turner 1998). Eine andere Messung bestand darin, die Häufigkeit von Gelegenheiten, bestimmte Straftaten auszuführen, zu erfragen
(Longshore 1998). Schließlich hat eine Reihe von Studien mit dem Verfahren der Vignettenanalyse gearbeitet und Gelegenheiten mittels hypothetischer Szenarien simuliert (vgl. z.B. Piquero/Tibbetts 1996; Piquero/ Hickman 1999).
Ein wesentlicher Vorteil der Operationalisierung von Gelegenheiten mittels hypothetischer Szenarien wird darin gesehen, dass sie wegen ihrer detaillierten und präzisen Beschreibung alltäglicher
Handlungszusammenhänge eine Annäherung an die „Realität“ der Routineaktivitäten von Akteuren ermöglichen. Diese Überlegung knüpft an den Begriff der Wirklichkeitsnähe3 an: Danach sind
Surveys, die mit hypothetischen Szenarien arbeiten, weniger anfällig für Antworttendenzen (Neff
1979) und weisen – im Vergleich zu Messungen aufgrund von Selbstberichten – stärkere Übereinstimmungen zu tatsächlichem Verhalten auf (Wentland/Smith 1993). Insbesondere die letztgenannte Überlegung gibt Anlass zu den bereits oben angesprochenen Fragen nach der empirischen
Validität und der Konstruktvalidität von Messungen mit Vignetten. Um diesen Fragen weiter
nachzugehen, wird die Annahme der Wirklichkeitsnähe von Vignettenanalysen im Folgenden weiter ausgeführt.
1.2
Der faktorielle Survey in der Analyse krimineller Handlungen
Vignetten sind Bestandteile faktorieller Surveys, bei denen hypothetische Szenarien einem experimentellen Design oder Versuchsplan entsprechend systematisch variiert werden (Rossi/Anderson
1982; Jasso 2006). Auf diese Weise werden Einflüsse von Situationsmerkmalen auf das vermutliche Handeln von Akteuren angesichts der hypothetischen Situation analysiert. Vignetten können
grundsätzlich in verschiedenen Formen präsentiert werden: Entweder kann die Situation aus der
Perspektive eines Akteurs dargestellt werden, in den sich Probanden hineinversetzen sollen, so
dass Auskünfte über das vermutliche Verhalten dieses Akteurs als stellvertretend für das tatsächliche Verhalten des Probanden interpretiert werden, oder die Situation kann aus der Perspektive des
Probanden geschildert werden, so dass Auskünfte über das vermutliche Verhalten des Probanden
als Daten über sein tatsächliches Verhalten betrachtet werden.
Das Verfahren der Vignettenanalyse basiert auf der Skripttheorie Abelsons (1976; Schank/Abelson 1977). Aus der Perspektive dieser kognitionspsychologischen Theorie ist das Wissen von Personen über alltägliche Handlungsvollzüge in Form so genannter Skripte kognitiv organisiert und
verfügbar. Ein kognitives Skript ist definiert als „a coherent sequence of events expected by the
individual, involving him either as a participant or as the observer“ (Abelson 1976: 33). Skripte
bestehen aus Vignetten die als “encoding of an event of short duration, in general including both
an image (often visual) of the perceived event and conceptual representation of the event” (Abelson 1976: 34) definiert werden. Abelson bezeichnet Vignetten als “raw constituents of remembered episodes in the individual´s experience” (Abelson 1976: 34).
Ausgehend von der Skripttheorie wird angenommen, dass die Präsentation einer Vignette im Rahmen einer schriftlichen Befragung ein Skript evoziert und folglich auch das Handeln, das von diesem Skript informiert bzw. angeleitet wird, auslöst. Angaben von Befragten über ihr vermutliches
Verhalten angesichts einer hypothetischen Situation entsprechen in diesem Sinne dem tatsächli3
Mit Aronson und Carlsmith (1968) kann eine solche Übereinstimmung zwischen Untersuchungs- und
Alltagssituation als die Wirklichkeitsnähe einer Untersuchung bezeichnet werden (vgl. Hammerl 2000).
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Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
chen Verhalten, also dem Verhalten von Personen in realen Situationen. Auch wenn evident ist,
dass Vignetten keine Messungen tatsächlichen Verhaltens erlauben, wird die Äquivalenz von vermutlichem und tatsächlichem Verhalten über eine Hilfsannahme gestützt: Es wird angenommen,
dass Äußerungen von Probanden über vermutliches Verhalten im Anschluss an eine Vignette als
Intentionen im Sinne der Theory of Reasoned Action (Fishbein/Ajzen 1975) interpretierbar sind,
so dass diese Intentionen aufgrund der starken Zusammenhänge zwischen Intentionen und Verhalten (vgl. z. B. Sutton 1998) als Indikatoren für tatsächliches Verhalten angesehen werden können.
Nur wenige Studien haben sich bislang ausgehend von der Idee der Wirklichkeitsnähe systematisch mit der Frage der empirischen Validität von Vignettenanalysen beschäftigt (vgl. Alexander/
Becker 1978; Finch 1987). Eine Ausnahme bildet die Studie von Hammerl (2000). In einer Laboruntersuchung nimmt die Autorin einen systematischen Vergleich zwischen realen und hypothetischen abhängigen und unabhängigen Variablen vor. Die unabhängige Variable wird nach der Art
der Erfahrung mit einer provokativen Situation (hypothetische vs. reale Konfrontation) differenziert, die abhängige Variable nach der Art der Messung (Selbstbericht über Verhalten vs. Beobachtung von Verhalten). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass hypothetische Situationen eher
normative Prozesse und reale Situationen eher affektive Prozesse hervorrufen. In der Studie von
Hammerl (2000) bleibt aber fraglich, ob in Laboruntersuchungen die Anwendung von Vignetten
zu ähnlichen Verhaltensmessungen führt wie die Beobachtung von Verhalten, und ob die Anwendung von Vignettenanalysen gegenüber anderen Versuchsanordnungen zu vergleichbaren theoretischen Schlussfolgerungen führt. Die empirische Validität von Vignettenanalysen ist also ebenso
wenig systematisch untersucht wie die Konstruktvalidität. Eine andere Strategie verfolgt die Studie von Eifler (2007). Hier wird ein systematischer Vergleich zwischen tatsächlichem Verhalten
im Kontext von Gelegenheiten und vermutlichem Verhalten angesichts von Vignetten über vergleichbare Gelegenheiten vorgenommen. Ausgehend von der Überlegung, dass Verhalten, das mit
nicht-reaktiven Methoden gemessen wird, als tatsächliches Verhalten betrachtet werden kann (vgl.
Albrecht 1975; Webb et al. 1981), wurden nichtreaktive Messungen von Verhalten mit Messungen auf der Grundlage von Vignettenanalysen verglichen. Wenn Vignetten empirisch valide Messungen von Verhalten ermöglichen, dann sollten die Ergebnisse beider Verfahren nahezu deckungsgleich sein. Die Häufigkeiten, die mit dem Verfahren der Vignettenanalyse gemessen wurden, sollten denen entsprechen, die auf der Basis nicht-teilnehmender Beobachtungen kodiert wurden. Die Studie führte zu dem Ergebnis, dass Vignettenanalysen für manche Formen abweichenden Verhaltens empirisch valide Messungen erbrachten (z. B. eine Ampel bei Rot überqueren), für
andere jedoch nicht (z. B. die Rückgabe vermeintlich verlorener Briefe). Insbesondere die Situation, in der ein Akteur einen vermeintlich verlorenen Brief findet, scheint im Rahmen einer Vignette eher zu normativ geprägtem Antwortverhalten zu führen (vgl. Eifler 2007).
In der bisherigen Forschungsliteratur zur Validität von Vignettenanalysen finden sich insgesamt
also eindeutige Hinweise darauf, dass Vignetten unter bestimmten Bedingungen normative Prozesse auslösen. Die Annahme, dass Vignetten wegen ihrer Wirklichkeitsnähe eine geringe Anfälligkeit für sozial erwünschtes Antwortverhalten aufweisen, scheint folglich fragwürdig und bedarf
weiterer Untersuchungen. Im Folgenden wird daher ausgehend von der Studie von Eifler (2007)
eine Strategie vorgestellt, die es erlaubt, neben einer Analyse der empirischen Validität auch eine
Untersuchung der Konstruktvalidität durchzuführen.
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
1.3
15
Strategien zur Analyse der Validität eines faktoriellen Surveys
Die Studie knüpft an die vorhandene Untersuchung, die sich der Situation der verlorenen Briefe
widmet, an. Diese Situation hat den Vorteil, dass sie im Sinne des Routine Activity Approach als
Gelegenheit aufgefasst werden kann: Ein Akteur findet einen vermeintlich verlorenen Brief mit
deutlich sichtbarem geldwerten Inhalt und kann sich angesichts dieses Ereignisses kurzfristig für
eine Unterschlagung der Fundsache entscheiden. Ebenso gut kann der Akteur auch den Brief ignorieren oder aber in den nächsten Briefkasten werfen. Die Situation der verlorenen Briefe ermöglicht es außerdem, Situationsmerkmale im Rahmen eines experimentellen Designs systematisch zu
variieren und deren kausale Einflüsse auf das Handeln der Akteure zu untersuchen.
Die Situation der verlorenen Briefe ist außerdem seit langem im Bereich der empirischen Sozialforschung etabliert. Ursprünglich wurde die lost-letter technique im Kontext der Messung sozialer
Einstellungen entwickelt (Milgram et al. 1965). Es handelt sich um ein nicht-reaktives Verfahren
der Datenerhebung, bei dem Forscher einen präparierten Brief im Feld vermeintlich verlieren und
sich sodann für das Verhalten der Finder dieses Briefes interessieren. Wenn beispielsweise als
Empfänger eines vermeintlich verlorenen Briefes eine bestimmte Organisation angegeben ist, so
wird aus der Rückgaberate der Briefe auf soziale Einstellungen der Finder geschlossen (vgl.
Bridges et al. 2000; Waugh et al. 2000). Die Situation der verlorenen Briefe wurde außerdem auf
die Analyse der situativen Bedingungen abweichenden Verhaltens angewandt. In der Arbeitsgruppe um David P. Farrington wurde die Situation der verlorenen Briefe im Rahmen von Feldexperimenten hergestellt. Dabei wurden Briefe verwendet, die mit (für den Finder deutlich sichtbaren)
variierenden Geldwerten präpariert waren. Anhand der Anzahl einbehaltener oder zurückgegebener Briefe wurde das Ausmaß abweichenden oder prosozialen Verhaltens ermittelt. Außerdem
wurden Richtung und Stärke der Einflüsse situativer Merkmale auf abweichende oder prosoziale
Verhaltensweisen bestimmt. Farrington und Knight (1979) haben Beziehungen zwischen Opfermerkmalen und der Unterschlagung vermeintlich verlorener Briefe untersucht. Sie haben gezeigt,
dass Briefe, die an Personen mit höherem sozialem Status adressiert waren, eher unterschlagen
wurden.
Die Einflüsse von Situationsmerkmalen sind in verschiedenen Studien allerdings nicht einheitlich.
Farrington und Knight (1980) berichten zusammenfassend über vier Studien, die teilweise auf der
Situation der verlorenen Briefe beruhen, teilweise aber auch andere Situationen untersuchen. Abweichendes Verhalten wurde aus der Perspektive einer Theorie der rationalen Wahl konzeptualisiert und auf Kosten-Nutzen-Überlegungen von Akteuren zurückgeführt (vgl. Farrington/Kidd
1980). In einer dieser Studien haben die Autoren mit Vignetten gearbeitet. Am Beispiel einer Gelegenheit zu einem Kaufhausdiebstahl fanden sie Unterstützung für die These, dass die Wahrscheinlichkeit von Diebstählen mit steigendem Wert eines Gutes steigt. Eine weitere Teilstudie
entspricht der Untersuchung von Farrington und Kidd (1977). In einem Feldexperiment haben die
Autoren dabei die Bedingungen unehrlichen Verhaltens untersucht. Fußgänger wurden darauf angesprochen, dass sie vermeintlich eine Münze verloren hätten. Es zeigte sich, dass die Art, in der
die Fußgänger angesprochen wurden, einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit hatte, mit der die
Münze zu Unrecht behalten wurde. Eine suggestive Ansprache („I think you dropped this!“) führte
eher zu unehrlichem Verhalten als eine einfache Frage („Did you drop this?“). Ein Einfluss des
Wertes der Münze fand sich in diesem Feldexperiment nicht. Zwei andere Teilstudien haben die
Situation der verlorenen Briefe im Rahmen von Feldexperimenten betrachtet. Dabei fand sich in
einem der Feldexperimente ein Einfluss des Geldwertes, in dem anderen Feldexperiment jedoch
nicht. Die hier berichteten Studien der Arbeitsgruppe um David P. Farrington führten also zu uneinheitlichen und zum Teil widersprüchlichen Ergebnissen. Angesichts der Beobachtung, dass
Einflüsse des Geldwertes sowohl innerhalb als auch zwischen verschiedenen Verfahren der Date-
16
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
nerhebung variieren, fällt eine zusammenfassende Beurteilung der Befunde schwer. Außerdem
weisen die Studien einen eher explorativen Charakter auf und haben sich mit Fragen der Validität
nicht systematisch beschäftigt. Ob also die Beobachtung, dass es Einflüsse von Geldwerten auf die
Wahrscheinlichkeit der Unterschlagung vermeintlich verlorener Briefe sowohl in Feldexperimenten als auch in faktoriellen Surveys gibt, auf die Validität von Vignettenanalysen schließen lässt,
bleibt unbeantwortet.
Diese Überlegungen bilden den Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung. Die Frage der
Validität eines faktoriellen Surveys ließe sich nur dann beantworten, wenn die Ergebnisse einer
Studie, die auf hypothetischen Situationen beruht, anhand eines Außenkriteriums beurteilt werden
könnten. Die hier berichtete Studie knüpft an diese Überlegung an: Sie bezieht sich auf die Situation der verlorenen Briefe und analysiert Einflüsse von Situationsmerkmalen in einem faktoriellen
Survey und einem Feldexperiment zugleich.
1.4
Konzeptualisierung der Studie
Den Ausgangspunkt der Studie bildet zunächst eine detaillierte Beschreibung der Situation der
verlorenen Briefe. In der „Wirklichkeit unserer Alltagswelt“ (Berger/Luckmann 1980) erleben
Personen, die Wertsachen finden, diese Situationen als durch eindeutige Verhaltensanforderungen
strukturiert: Aufgrund zivilrechtlicher Regelungen ergibt sich nämlich die Verpflichtung, den
Fund anzuzeigen, die Fundsache aufzubewahren und sie ihrem rechtmäßigen Besitzer zukommen
zu lassen. Diese Pflichten sind im dritten Band des Bürgerlichen Gesetzbuches in Abschnitt 3 (Eigentum), Titel 3 (Erwerb und Verlust an beweglichen Sachen), Untertitel 6 (Fund) geregelt und
umfassen die Anzeigepflicht (§ 966), die Verwahrungspflicht (§ 967) und die Ablieferungspflicht
(§ 968). Eine Möglichkeit, sich angesichts eines gefundenen Briefes zu verhalten, bestünde in
Übereinstimmung mit diesen Verhaltenserwartungen also darin, den Brief entweder dem Absender oder aber dem Adressaten auf dem Postwege zuzustellen. Diese Verhaltensmöglichkeit wird
im Folgenden als „konform“ bezeichnet (Palandt 2004).
Eine andere Möglichkeit, sich angesichts eines gefundenen Briefes zu verhalten, bestünde abweichend von den oben geschilderten Verhaltenserwartungen darin, den Brief an sich zu nehmen in
der Absicht, seinen geldwerten Inhalt zu behalten. Ein solches Verhalten kann dem Tatbestand der
Unterschlagung subsumiert werden, der § 246 des Strafgesetzbuches zufolge als „kriminell“ definiert und mit negativen Sanktionen belegt ist. Da es sich bei den in den Briefen befindlichen Geldwerten um geringwertige Sachen handelt, tritt im vorliegenden Zusammenhang anstelle des § 246
der § 248a ein, innerhalb dessen die Grenze der Geringwertigkeit bei 25,- € angenommen wird.
Die Person, die diese Option wählt, begeht also eine Straftat, in dem sie es im Sinne des § 13 des
Strafgesetzbuches unterlässt, ihrer Ablieferungspflicht als Finder nachzukommen. Da es sich bei
der Fundsache um einen Brief handelt, den man öffnen muss, um den geldwerten Inhalt an sich zu
nehmen, verletzt ein Finder weiterhin das Briefgeheimnis, das jedem Bürger und jeder Bürgerin
im § 202 als Persönlichkeitsrecht zugesichert wird. Im Folgenden bezeichnen wir das Mitnehmen
des gefundenen Briefes in der Absicht, das Geld darin an sich zu nehmen und zu behalten, als kriminell (Kindhäuser 2002, 2005a, 2005b; Schwarz 2003).
Schließlich besteht angesichts der hier untersuchten Situation die Möglichkeit, die Fundsache zu
ignorieren, nachdem der Brief zwar wahrgenommen wurde, dann jedoch liegen gelassen wurde.
Eine solche Verhaltensweise wäre zwar nicht strafbar, befände sich jedoch nicht im Einklang mit
den oben geschilderten zivilrechtlichen Regelungen, da sie insbesondere die Anzeigepflicht vernachlässigt. Daher bezeichnen wir im Folgenden diese Verhaltensmöglichkeit als „abweichend“.
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
17
Im Anschluss an die Konzeptualisierung der Studien von David P. Farrington (vgl. Abschnitt 1.3
dieser Studie) bildet die Idee, dass das Handeln von Akteuren in der Situation der verlorenen Briefe als das Resultat einer vernünftigen Abwägung positiver und negativer Handlungskonsequenzen
aufgefasst werden kann, den Ausgangspunkt der theoretischen Überlegungen. Akteure entscheiden sich danach für die Ausführung einer bestimmten Handlung, wenn diese mit überwiegend positiven Handlungskonsequenzen verbunden ist (Diekmann/Voss 2004; Esser 1999). Die Theorie
rationaler Wahl wird in dieser Studie eingesetzt, um die Wahl einer der drei oben erläuterten
Handlungsmöglichkeiten zu erklären. In der Situation der verlorenen Briefe resultiert eine Entscheidung für kriminelles Handeln dann, wenn diese Option den subjektiv höchsten Nutzen verspricht.
Die Entscheidung für eine kriminelle Handlung wird dem Routine Activity Approach zufolge
wahrscheinlich, wenn eine Situation einem potentiellen Täter gegenüber als eine günstige Gelegenheit erscheint. Kriminelle Handlungsentscheidungen werden danach begünstigt, wenn in einer
Situation ein attraktives Gut verfügbar scheint, und wenn ein potentieller Täter sich unbeobachtet
glaubt. In der Situation der verlorenen Briefe können die Attraktivität eines Briefes über dessen
geldwerten Inhalt und die potentielle Beobachtung über die An- oder Abwesenheit anderer Personen am Fundort bestimmt werden. Für die Wahl der als abweichend bezeichneten Handlungsoption können Kosten und Nutzen einer solchen Entscheidung unter Rückgriff auf Theorien zur Analyse prosozialen Verhaltens spezifiziert werden, da abweichendes Verhalten im Sinne der hier berichteten Studie als die Unterlassung einer Hilfeleistung aufgefasst werden kann (Bierhoff 1980).
Danach wird prosoziales Verhalten in einer Situation dann wahrscheinlich, wenn die mit diesem
Verhalten verbundenen Kosten gering sind (Piliavin et al. 1969).
In der Situation der verlorenen Briefe können diese Kosten zum einen über den entgangenen geldwerten Inhalt eines Briefe, zum anderen über den Aufwand, den man betreiben muss, um den
Brief ordnungsgemäß an den Adressaten oder Absender zu übermitteln, bestimmt werden. Die
Entscheidung für eine konforme Option schließlich wird ausgehend von der Theorie der rationalen
Wahl dann wahrscheinlich, wenn der Nutzen einer kriminellen Handlung gering wäre, und wenn
auch die Kosten für prosoziales Verhalten gering wären. In der Situation der verlorenen Briefe
wäre also die konforme Handlungsentscheidung dann zu erwarten, wenn der gefundene Brief keinen oder einen nur geringen Geldwert enthielte, und wenn der Aufwand, den Pflichten des Finders
nachzukommen, gering wäre.
Auf der Grundlage der vorgestellten Konzeptualisierungen kann die Situation der verlorenen Briefe nun sowohl in einem faktoriellen Survey simuliert als auch in einem Feldexperiment realisiert
werden. Dabei ist im Hinblick auf die Frage nach der Validität von Vignettenanalysen interessant,
ob ein faktorieller Survey zu vergleichbaren Ergebnissen wie ein Feldexperiment einer entsprechenden Situation führt. Die empirische Validität wäre dann gegeben, wenn sich in beiden Studien
vergleichbare Häufigkeiten krimineller, abweichender und konformer Handlungsentscheidungen
finden ließen, und die Konstruktvalidität wäre dann gegeben, wenn die jeweilige Kosten- und Nutzenstruktur einer Situation der verlorenen Briefe sowohl im Rahmen einer reaktiven als auch einer
nicht-reaktiven Messung gleiche Einflüsse auf die Handlungsentscheidungen der Finder dieser
Briefe hat.
18
1.5
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
Forschungsfragen
In der vorliegenden Studie werden also zwei Fragestellungen verfolgt. Zum einen wird die empirische Validität von Vignettenanalysen untersucht, in dem am Beispiel der Situation der verlorenen
Briefe die Häufigkeiten konformer, abweichender und krimineller Handlungen, die mittels Vignettenanalysen gemessen werden, mit den Häufigkeiten verglichen werden, die aufgrund nichtreaktiver Messungen erzielt werden. Eine Übereinstimmung beider Messungen wird als Hinweis
auf die empirische Validität der Vignettenanalyse interpretiert. Zum anderen wird die Konstruktvalidität eines theoretischen Bezugsrahmens zur situationsbezogenen Analyse abweichenden und
kriminellen Handelns untersucht, der im Rahmen eines faktoriellen Surveys und eines Feldexperiments vergleichend analysiert wird.
Ausgehend von bereichsspezifischen Theorien rationaler Wahl werden situative Bedingungen spezifiziert, die konformes, abweichendes oder kriminelles Verhalten von Akteuren in einer Situation
der verlorenen Briefe jeweils mehr oder weniger wahrscheinlich machen. Als relevante Merkmale
der Situation werden der Wert eines Gutes – der Geldwert eines verlorenen Briefes – und die Kosten für prosoziales Verhalten – der Aufwand einer Zustellung der Fundsache an den Adressaten –
betrachtet. Konformes Verhalten wird erwartet, wenn die Kosten für prosoziales Verhalten gering
sind und wenn der Nutzen, der einem Akteur möglicherweise entgeht, gering ist. Abweichendes
Verhalten ist dann zu erwarten, wenn die Kosten für prosoziales Verhalten hoch sind. Unter diesen Umständen ist zu vermuten, dass ein Akteur die Fundsache ignoriert und die Situation verlässt. Kriminelles Verhalten wird dann gezeigt, wenn der Wert des gefundenen Briefes hoch ist
und wenn kein Briefkasten in der Nähe ist, der Aufwand für konformes Verhalten also hoch ist.
2
Methoden
Die Studie umfasste zwei Datenerhebungen, eine Vignettenanalyse im Rahmen eines faktoriellen
Surveys und ein Feldexperiment.
Stichproben
Der Survey basierte auf einer Registerstichprobe von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Bielefeld. Es handelte sich bei dieser Stichprobe um eine einfache Zufallsauswahl aus dem Melderegister der Stadt Bielefeld. Von den ursprünglich n = 1800 ausgewählten Personen haben 881 Männer
und Frauen der Bitte um Teilnahme an der Untersuchung entsprochen und einen vollständig ausgefüllten Fragebogen zurückgeschickt. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 48,9 Prozent. Die
Befragung wurde der von Dillman (1978) vorgeschlagenen Total Design Method folgend vorgenommen, und das Feldexperiment wurde an verschiedenen zentralen Plätzen in der Innenstadt
Bielefelds durchgeführt. Dabei handelte es sich um Plätze, die stark frequentiert werden und von
denen bekannt ist, dass sie von breiten Teilen der Bielefelder Bevölkerung tatsächlich genutzt
werden. Orte und Zeitpunkte, zu denen Briefe „verloren“ wurden, wurden systematisch variiert.
Insgesamt wurden 395 Personen beobachtet, die einen von insgesamt 63 verlorenen Briefen fanden, so dass die weiteren Analysen auf den Daten von 187 Männern und 208 Frauen beruhen. Die
hohe Fallzahl im Vergleich zu der relativ niedrigen Anzahl verlorener Briefe resultiert aus der Tatsache, dass 332 Probanden den Brief liegen ließen und weitergingen. Von den 63 Briefen wurden
letztlich 41 oder 65 Prozent samt Inhalt an die Absenderin oder die Empfängerin weitergeleitet, 21
oder 33 Prozent der Briefe wurden samt Inhalt von ihren Findern behalten, und 1 Brief (2 %) wurde ohne Inhalt an die Empfängerin weitergeleitet. Die im Rahmen der Vignetten präsentierte Si-
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
19
tuation der verlorenen Briefe korrespondierte mit der im Feld hergestellten und beobachteten Situation, was im Vorfeld der empirischen Untersuchungen durch entsprechende Expertenratings sichergestellt worden war.
Während die Survey-Stichprobe folglich eine Zufallsstichprobe ist, ist die Stichprobe, die im Rahmen des Feldexperiments untersucht wurde, ein Convenience-Sample. Zum einen sind also die
Zuweisungsbedingungen zu einer der beiden Erhebungsmethoden unterschiedlich, zum anderen ist
nicht auszuschließen, dass in der Registerstichprobe Personen ausgewählt wurden, die keinen der
Plätze in der Bielefelder Innenstadt frequentier(t)en. Aus diesen Gründen wurden die beiden Verfahren der Datenerhebung nicht als zweistufiger Faktor in einem experimentellen Design interpretiert, sondern bei der weiteren Analyse jeweils gesondert betrachtet. Wie ein Vergleich mit der
Bielefelder Bevölkerung zeigt, ist die Survey-Stichprobe gegenüber der Bielefelder Bevölkerung
geringfügig verzerrt, was auf die höhere Teilnahmebereitschaft von Frauen im Vergleich zu Männern zurückzuführen ist (vgl. Tabelle 1).
Tabelle 1: Geschlecht der Probanden nach Erhebungsmethode im Vergleich zur Bevölkerung der
Stadt Bielefeld
männlich
weiblich
Faktorieller Survey (n=881)
369
41,9 %
511
58,1 %
Feldexperiment (n=395)
187
47,3 %
208
52,7 %
Bielefelder Bevölkerung
k.A.
49,1 %
k.A.
50,9 %
Operationalisierung
Ausgehend von den oben erläuterten theoretischen Überlegungen wurde die Situation der verlorenen Briefe betrachtet und im Hinblick auf ihre Kosten-Nutzen-Struktur variiert. Die Kosten konformen Verhaltens wurden über den Aufwand für eine ordnungsgemäße Zustellung des Briefes
bzw. die Erreichbarkeit eines Briefkastens operationalisiert, der Nutzen eines Briefes wurde als
Betrag des geldwerten Inhalts gemessen. Der Studie liegt ein zweifaktorielles Design zugrunde,
wobei der Aufwand für eine ordnungsgemäße Zustellung als zweifach gestufter Faktor (Aufwand
hoch: kein Briefkasten in der Nähe; Aufwand gering: Briefkasten in der Nähe), und der Wert des
Briefes als dreifach gestufter Faktor (kein Wert: 0 €; mittlerer Wert: 5 €; hoher Wert: 10 €) 4 in den
Versuchsplan eingingen. Tabelle 2 zeigt den Versuchsplan, der sowohl im Rahmen des Feldexperiments als auch des faktoriellen Surveys realisiert wurde.
4
In einem Pretest wurde die Zuordnung der Geldwerte zu den Kategorien kein Wert, mittlerer Wert und
hoher Wert validiert.
20
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
Tabelle 2: 2x3-faktorielles Design
2. Faktor: Nutzen
1. Faktor: Aufwand
kein
mittel
hoch
gering
11
12
13
hoch
21
22
23
Der faktorielle Survey bediente sich einer Vignette, in deren Rahmen die Situation der verlorenen
Briefe geschildert wurde. Die Befragten wurden instruiert, sich in die beschriebene Situation hineinzuversetzen und anzugeben, wie sie selbst sich in einer solchen Situation vermutlich verhalten
würden. Abbildung 1 gibt die Vignette im Wortlaut wieder; dabei sind die dem Versuchsplan entsprechenden Manipulationen von Aufwand und Nutzen jeweils hervorgehoben.
Beziehungen zwischen Menschen und ihren Gewohnheiten lassen sich am besten
in konkreten Situationen untersuchen. Aus diesem Grund möchten wir Sie zunächst bitten, sich den folgenden Text genau durchzulesen und sich die beschriebene Situation vorzustellen. Sie gehen über einen der großen Plätze Bielefelds,
als Sie plötzlich einen verschlossenen, frankierten und adressierten Brief vor sich
liegen sehen, den offensichtlich jemand an dieser Stelle verloren hat. Auf dem
Briefumschlag sind als Absender und Empfänger jeweils Privatpersonen zu sehen. Im Fenster des Briefumschlags bemerken Sie eine Ecke von einem 5-EuroSchein / 10-Euro-Schein. Es scheint niemand außer Ihnen diesen Brief bemerkt
zu haben. In Ihrer unmittelbaren Nähe befindet sich ein / kein Briefkasten.
Abbildung 1: Vignette zur Situation der verlorenen Briefe
Als abhängige Variable diente die Häufigkeit konformen, abweichenden und kriminellen Handelns. Als konformes Handeln wurde die Zustellung des Briefes an Absender oder Adressaten betrachtet, als abweichendes Handeln wurde das Liegenlassen des Briefes interpretiert, und als kriminelles Handeln galt das Aufheben und Behalten des Briefes mitsamt Inhalt.
Im Rahmen des Feldexperiments wurden präparierte Briefe auf verschiedenen Plätzen in der Bielefelder Innenstadt vermeintlich verloren (für Angaben zur Technik des Verlierens vgl. Lee 2000).
Dem Versuchsplan entsprechend wurden die Briefe mit unterschiedlichen Geldwerten präpariert,
die für den Finder im Fenster des Briefumschlags deutlich sichtbar waren. Der Briefumschlag enthielt ein erkennbar privates Schreiben, außerdem einen als Telefonnummer getarnten Code, der
die nachträgliche Zuordnung zugestellter Briefe ermöglichte. Der Aufwand konformen Handelns
wurde durch das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein eines Briefkastens in der unmittelbaren
Nähe des Fundortes realisiert. Die Handlungen der Finder wurden von einer Konföderierten verdeckt beobachtet und einem Kategorienschema entsprechend als konform, abweichend oder kriminell zugeordnet. Aufgrund vorheriger Expertenratings konnte die Vergleichbarkeit der Messungen
der abhängigen Variablen im faktoriellen Survey und im Feldexperiment angenommen werden.
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
21
Die im Rahmen des faktoriellen Surveys und des Feldexperiments untersuchten Probanden verteilten sich wie in Tabelle 3 gezeigt über die Bedingungen des Versuchsplans.
Für jede Versuchsbedingung wurde es angestrebt, eine möglichst vergleichbare Anzahl von Probanden zu untersuchen. Im faktoriellen Survey wurden von ursprünglich 300 verschickten Fragebögen zwischen 130 und 158 Fragebögen in jeder Versuchsbedingung retourniert, die Ausschöpfung betrug also zwischen 43,3 und 52,7 Prozent. Im Feldexperiment wurden zwischen 61 und 73
Probanden beobachtet.
Tabelle 3: Realisierung des experimentellen Designs
Faktorieller Survey (absolute f(i) und relative p(i) Häufigkeiten)
2. Faktor: Nutzen
1. Faktor: Aufwand
kein
mittel
hoch
fi
pi
fi
pi
fi
pi
gering
144
.16
151
.17
141
.16
hoch
157
.18
130
.15
158
.18
Feldexperiment (absolute f(i) und relative p(i) Häufigkeiten)
2. Faktor: Nutzen
1. Faktor: Aufwand
kein
mittel
hoch
fi
pi
fi
pi
fi
pi
gering
61
.15
64
.16
66
.17
hoch
73
.18
61
.15
70
.18
Verfahren der Datenauswertung
Die Datenanalysen wurden für den faktoriellen Survey und das Feldexperiment getrennt vorgenommen. Die empirische Validität des faktoriellen Surveys wird bestimmt, indem die im Survey
gemessenen relativen Häufigkeiten konformen, abweichenden und kriminellen Verhaltens mit den
entsprechenden Ergebnissen der nicht-reaktiven Messung anhand von Prozentsatzdifferenzen verglichen werden. Die Konstruktvalidität des theoretischen Bezugsrahmens wird analysiert, indem
die Einflüsse der Situationsmerkmale auf konformes, abweichendes und kriminelles Verhalten
mittels multinomialer logistischer Regressionsanalysen für den faktoriellen Survey und das Feldexperiment berechnet und einem systematischen Vergleich unterzogen werden (Long 1997;
Long/Freese 2006).
22
3
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Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
Ergebnisse
Eine erste Betrachtung der Häufigkeiten konformer, abweichender und krimineller Handlungen im
faktoriellen Survey einerseits und im Feldexperiment andererseits weist auf Beschränkungen der
empirischen Validität des faktoriellen Surveys hin.
Tabelle 4 zeigt, dass der überwiegende Teil der Akteure im Rahmen seiner alltäglichen Handlungsvollzüge einen vermeintlich verlorenen Brief liegen lassen und weiter gehen. 84 Prozent aller
im Feldexperiment beobachteten Fußgänger ignorieren den Brief, während nur 10,4 Prozent aller
beobachteten Akteure den Brief aufheben und für eine Zustellung an den Adressaten oder den Absender sorgen. Im Unterschied dazu geben 90 Prozent aller Befragten im Rahmen des faktoriellen
Surveys an, dass sie den Brief nehmen und zum Briefkasten bringen würden, und nur 6 Prozent aller Befragten gestehen ein, dass sie den Brief liegen lassen und ihren Weg fortsetzen würden.
Tabelle 4: Häufigkeiten konformen, abweichenden und kriminellen Handelns in faktoriellem Survey und Feldexperiment
Faktorieller Survey
Feldexperiment
Handeln
fi
pi
fi
pi
konform
794
.90
41
.10
abweichend
48
.06
332
.84
kriminell
39
.04
22
.06
881
1.00
395
1.00
gesamt
Folglich erreicht die Prozentsatzdifferenz eine Größe von -.80 und lässt sich als ein sehr deutlicher
Hinweis auf Unterschiede zwischen den hier verglichenen Messungen konformer und abweichender Handlungsentscheidungen interpretieren. Für den Anteil derjenigen Probanden, der den vermeintlich verlorenen Brief nehmen und das darin enthaltene Geld behalten würde, zeigt sich, dass
er im faktoriellen Survey und Feldexperiment jeweils ähnliche Ausmaße annimmt, nämlich 4 Prozent im faktoriellen Survey und 6 Prozent im Feldexperiment.
Eine weitergehende Analyse der Häufigkeiten abweichender und krimineller Handlungen in den
sechs Versuchsbedingungen, die sowohl im faktoriellen Survey als auch im Feldexperiment realisiert worden waren, führt zu einem unklaren Ergebnis (vgl. Tabelle 5).
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
23
Tabelle 5: Häufigkeiten konformen, abweichenden und kriminellen Handelns nach Nutzen und
Aufwand
Faktorieller Survey
1. Faktor: Aufwand
gering
2. Faktor: Nutzen
hoch
gering
mittel
hoch
gering
mittel
hoch
fi/pi
fi/pi
fi/pi
fi/pi
fi/pi
fi/pi
131/.91
144/.95
130/.92
141/.90
114/.88
134/.85
abweichend
6/.04
6/.04
4/.03
13/.08
9/.07
10/.06
kriminell
7/.05
1/.01
7/.05
3/.02
7/.05
14/.09
Handeln
konform
Feldexperiment
1. Faktor: Aufwand
gering
2. Faktor: Nutzen
hoch
gering
mittel
hoch
gering
mittel
hoch
fi/pi
fi/pi
fi/pi
fi/pi
fi/pi
fi/pi
konform
6/.10
8/.13
7/.11
8/.11
8/.13
4/.06
abweichend
52/.85
54/.84
54/.82
63/.86
51/.84
58/.83
kriminell
3/.05
2/.03
5/.07
2/.03
2/.03
8/.11
Handeln
Über die visuelle Inspektion der Verteilungen hinaus wurde daher eine Analyse der Einflüsse der
beiden Situationsmerkmale, nämlich des Nutzens des vermeintlich verlorenen Briefes sowie des
Aufwandes, den Brief ordnungsgemäß zuzustellen, für den faktoriellen Survey und das Feldexperiment durchgeführt.
Angesichts der Messungen der abhängigen Variablen auf nominalem Skalenniveau wurden multinomiale logistische Regressionsanalysen gerechnet. Einflüsse des Nutzens und des Aufwandes
wurden berechnet, wobei die Ausprägung ‚konformes Handeln’ der abhängigen Variablen als ‚baseoutcome’ bzw. Referenzkategorie benutzt wurde.
Aus Tabelle 6 geht hervor, dass ein Einfluss des Nutzens des vermeintlich verlorenen Briefes auf
die Wahrscheinlichkeit der kriminellen Handlungsentscheidung sowohl im faktoriellen Survey als
auch im Feldexperiment besteht.
Dieses Ergebnis muss jedoch mit Vorsicht weiter bearbeitet werden, da es das multinomiale logistische Regressionsmodell nicht erlaubt, die Richtung und Stärke der Regressionskoeffizienten zu
interpretieren. Stattdessen sind auf der Grundlage der Ergebnisse des multinomialen logistischen
Regressionsmodells die Wahrscheinlichkeiten abweichenden und kriminellen Handelns in Relati-
24
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
on zur Referenzkategorie des konformen Handelns zu bestimmen, und zwar für die verschiedenen
Ausprägungen der unabhängigen Variablen Nutzen und Aufwand.
Tabelle 6: Ergebnisse der Multinomialen Logistischen Regression
Faktorieller Survey
b
se
z
p
Nutzen
-.1388
.1808
-.77
.44
Aufwand
.7338
.3144
2.33
Konstante
-.3101
.3025
-10.25
.00
Nutzen
.4377
.2076
2.11
.03
Aufwand
.5027
.3376
1.49
Konstante
-.3790
.3706
-10.22
.00
b
se
z
p
Nutzen
.0965
.2013
.48
.62
Aufwand
.1256
.3314
.38
Konstante
1.9358
.3018
6.41
.00
Nutzen
.6733
.3387
1.99
.04
Aufwand
.2548
.5329
.48
Konstante
-1.5287
.5744
-2.66
abweichend
.02
kriminell
.14
baseoutcome: konformes Handeln
Feldexperiment
abweichend
.71
kriminell
.63
.01
baseoutcome: konformes Handeln
Tabelle 7 zeigt entsprechend, dass die Wahrscheinlichkeiten krimineller Handlungsentscheidungen mit steigendem Wert des vermeintlich verlorenen Briefes ansteigen. Die Wahrscheinlichkeit,
den gefundenen Brief samt geldwertem Inhalt zu unterschlagen ist insbesondere dann hoch, wenn
der Brief eine Banknote im Wert von 10,- € enthält.
Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt für den faktoriellen Survey und das Feldexperiment in vergleichbarer Weise ermittelt werden kann. Dieser Befund gibt sicherlich einen Hinweis auf eine
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
25
hohe Konstruktvalidität des zugrunde liegenden handlungstheoretischen Ansatzes bzw. des faktoriellen Surveys. Im Unterschied dazu findet sich ein Einfluss des Aufwandes auf die Wahrscheinlichkeit, mit der die abweichende Handlungsoption berichtet wird, lediglich im faktoriellen Survey.
Tabelle 7: Wahrscheinlichkeit kriminellen Handelns nach Nutzen
Faktorieller Survey
Nutzen
Handeln
niedrig
mittel
hoch
konform
66.54
65.89
63.96
kriminell
2.77
4.38
7.15
Feldexperiment
Nutzen
Handeln
niedrig
mittel
hoch
konform
66.44
65.77
64.03
kriminell
2.79
4.42
7.12
Aus Tabelle 8 geht hervor, dass die Wahrscheinlichkeit, einen gefundenen Brief zu ignorieren, höher ist, wenn kein Briefkasten in der Nähe ist. Die konforme Handlungsoption wird mit höherer
Wahrscheinlichkeit in den Situationen berichtet, in denen die Zustellung des gefundenen Briefes
mit einem geringen Aufwand verbunden ist, die also den Hinweis enthalten, dass sich ein Briefkasten in der Nähe befindet.
Tabelle 8: Wahrscheinlichkeit abweichenden Verhaltens nach Aufwand
Faktorieller Survey
Aufwand
Handeln
gering
hoch
konform
67.95
63.01
abweichend
28.08
31.43
Während die Einflüsse des Nutzens eines vermeintlich verlorenen Briefes auf die Konstruktvalidität des Ansatzes hinweisen, deutet der alleinige Einfluss des Aufwandes auf eine stärkere Anfälligkeit des faktoriellen Surveys für sozial erwünschte Antworttendenzen hin.
26
4
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Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
Diskussion
Das Ziel der vorliegenden Studie bestand darin, die empirische Validität und die Konstruktvalidität eines faktoriellen Surveys zur Analyse abweichenden und kriminellen Handelns zu untersuchen. Dabei wurde, ausgehend von der Skripttheorie (Abelson 1976), empirische Validität als ein
hohes Ausmaß an Übereinstimmung zwischen tatsächlichem Verhalten und selbstberichtetem
Verhalten betrachtet. Ein hohes Maß an Übereinstimmung ist vor allem dann zu erwarten, wenn
Vignetten im Rahmen eines faktoriellen Surveys benutzt werden, die sich auf alltägliche Handlungsvollzüge von Akteuren beziehen. Ausgehend von den Überlegungen Cronbach/Meehls
(1955) wird Konstruktvalidität als Übereinstimmung der Resultate von verschiedenen empirischen
Analysen eines theoretischen Bezugsrahmens betrachtet. Die Konstruktvalidität ist folglich dann
gegeben, wenn ein Rational Choice Ansatz auf die Analyse konformen, abweichenden und kriminellen Handelns sowohl in einer feldexperimentellen Studie als auch in einem faktoriellen Survey
angewandt wird und zu vergleichbaren Resultaten führt.
Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen wurde ein Design entwickelt, das sowohl im Rahmen
eines Feldexperiments als auch im Rahmen eines faktoriellen Surveys realisiert werden konnte
und das außerdem die Operationalisierung eines Rational Choice Ansatzes auf abweichende und
kriminelle Handlungsentscheidungen erlaubte. Die Methode der verlorenen Briefe (Milgram et al.
1965) erfüllte diese Anforderungen in geeigneter Weise. Ausgehend von einem Rational Choice
Ansatz wurden Gelegenheiten zur Ausführung von Fundunterschlagungen realisiert, indem das
Ausmaß des Nutzens eines vermeintlich verlorenen Briefes und das Ausmaß des Aufwandes, der
erforderlich ist, um diesen Brief ordnungsgemäß zuzustellen, experimentell manipuliert wurden.
Als Hauptergebnis dieser Untersuchung ist sicher festzuhalten, dass sich das Ausmaß, in dem konforme und abweichende Handlungen beobachtet wurden, von dem Ausmaß unterscheiden, in dem
diese Handlungen berichtet werden. Die Übereinstimmung zwischen tatsächlichem und selbstberichtetem Handeln ist nur für die kriminelle Option hoch. Dieses Ergebnis ist zum einen als Hinweis auf eine eingeschränkte empirische Validität eines faktoriellen Surveys zu deuten, zum anderen zeigt es aber auch eine Tendenz, im Rahmen eines faktoriellen Surveys sozial erwünscht zu
antworten. Diese Tendenz scheint sich jedoch nur auf die Messung abweichender Handlungsentscheidungen zu beziehen, während sich die Messung kriminellen Handelns im Rahmen des faktoriellen Surveys als empirisch valide darstellt. Die Studie führte darüber hinaus zu dem Ergebnis,
dass das Handeln in der Situation der verlorenen Briefe vom Nutzen des vermeintlich verlorenen
Briefes abhängt, und zwar im Feldexperiment ebenso wie im faktoriellen Survey. Dieses Ergebnis
kann als Hinweis auf ein hohes Maß an Konstruktvalidität interpretiert werden. Je höher der Geldwert ist, der in einem vermeintlich verlorenen Brief entdeckt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Akteure diesen Brief an sich nehmen und behalten, und zwar ebenso in einem realen
wie in einem hypothetischen Handlungszusammenhang. Diese Ergebnisse entsprechen den Befunden von Farrington und Knight, die – allerdings in unabhängig voneinander durchgeführten Studien – sowohl in realen als auch hypothetischen Situationen Einflüsse des Nutzens vermeintlich verlorener Briefe auf kriminelle Handlungsentscheidungen gefunden haben (Farrington/Knight 1979;
Farrington/Knight 1980).
Allerdings führte die Studie auch zu sich teilweise widersprechenden Resultaten. Ein Einfluss des
Aufwandes, der eingesetzt werden muss, um einen gefundenen Brief in einen Briefkasten zu werfen, wird zwar im faktoriellen Survey, nicht jedoch im feldexperimentellen Teil der Untersuchung
ermittelt. Im Rahmen des faktoriellen Surveys haben die Befragten offenbar ihre Tendenz, einen
gefundenen Brief zu ignorieren, obwohl ein Briefkasten in der Nähe ist, nicht eingestanden. Vielmehr präsentierten sie sich als höflicher und umsichtiger als die Probanden, die im Rahmen des
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Kriminelles und abweichendes Handeln im Alltag
27
Feldexperiments beobachtet wurden. Auch andere Studien haben gezeigt, dass Vignettenanalysen
in stärkerem Maße als nicht-reaktive Messungen und Messungen tatsächlichen Verhaltens in Laborsituationen zu normativ geprägten Antworten führen (Eifler 2007; Hammerl 2000). Zusammenfassend unterstützen die Ergebnisse dieser Studie also die Idee der Konstruktvalidität eines
faktoriellen Surveys bzw. eines Rational Choice Ansatzes nur teilweise, indem sie zeigen, dass
Antworten von Probanden im Rahmen eines faktoriellen Surveys durch Anteile von Impression
Management geprägt sind.
Insgesamt zeigte die hier vorgestellte Untersuchung, dass der faktorielle Survey angesichts seiner
eingeschränkten empirischen Validität und Konstruktvalidität mit Vorsicht beurteilt werden sollte.
Vor allem wegen der eher als gemischt zu bezeichnenden Resultate scheint es von weitergehendem Interesse zu sein, die hier gewählte Forschungsstrategie auf andere Situationen und andere
Formen sozialen Handelns anzuwenden. Eine derart erweiterte Perspektive müsste sich vor allem
auf eine Reihe anderer alltäglicher Handlungsvollzüge und auf eine Reihe anderer Bevölkerungsgruppen beziehen.
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Zur Person
PD Dr. Stefanie Eifler, Hochschuldozentin an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld.
Kontakt: [email protected]
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer OnlineKontaktbörse
Andreas Schmitz, Doreen Klein, Jan Skopek, Florian Schulz & Hans-Peter Blossfeld
Zusammenfassung
Online-Befragungen stellen mittlerweile ein Standardwerkzeug der empirischen Sozialforschung
dar, dessen Potentiale und Grenzen seit längerem diskutiert werden. Im Kontext vieler Internetanwendungen fallen jedoch zusätzliche Daten an, deren Verwendung für sozialwissenschaftliche und
methodische Fragestellungen noch keine vergleichbare Verbreitung gefunden hat. Es handelt sich
hierbei um prozessproduzierte Daten, die durch (soziale) Handlungen von Nutzern erzeugt und vom
jeweiligen Provider ohne einen ursprünglich wissenschaftlichen Verwendungszweck aufgezeichnet
werden. Am Beispiel des Projektes „Prozesse der Partnerwahl auf Online-Kontaktbörsen“1 wird
argumentiert, dass Verhaltensspuren, die durch Such-, Interaktions- und Kommunikationshandlungen in Social-Web-Applikationen generiert und aufgezeichnet werden, gewinnbringend für die sozialwissenschaftliche Forschung genutzt werden können. Neben einem empirischen Anwendungsbeispiel des ergänzenden bzw. komplementären Gebrauchs nichtreaktiver Beobachtungsdaten und Befragungsdaten, werden methodische Möglichkeiten vorgestellt, mit denen prozessproduzierte Daten
supplementär zur Aufwertung der Qualität von Befragungsdaten verwendet werden können.
1
Einleitung
Die sozialwissenschaftliche Forschung bedient sich des Internets als Erhebungsmedium insbesondere in Form von E-Mail- und Web-Befragungen. Im Kontext vieler Internetanwendungen fallen jedoch zusätzliche Daten an, deren Verwendung für sozialwissenschaftliche und methodische Fragstellungen noch keine vergleichbare Verbreitung gefunden hat. Es handelt sich hierbei um prozessproduzierte Daten, die durch (soziale) Handlungen von Nutzern erzeugt und vom jeweiligen Provider ohne einen ursprünglich wissenschaftlichen Verwendungszweck aufgezeichnet werden. So können beispielsweise im Kontext von Applikationen die unter dem Namen Social Web bzw. Web 2.0
firmieren2, recht einfach Daten aufgezeichnet werden, die Auskunft über Interaktionen, Relationen
und soziale Netzwerke erteilen können (vgl. Stegbauer 2006). Die detaillierten Aufzeichnungen derartiger prozessproduzierter Daten, die durch den Gebrauch von sozialen Online-Applikationen möglich werden, enthalten damit oft reichhaltige Informationen über deren Nutzer.
1
2
Das DFG-geförderte Projekt „Prozesse der Partnerwahl bei Online-Kontaktbörsen“ wird unter Leitung von
Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld am Lehrstuhl für Soziologie I der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
durchgeführt.
Richter und Koch (2007:5f.) fassen unter dem Begriff Web 2.0 die spezifische Kombination aus neuen
Techniken, neuen sozialen Anwendungsmöglichkeiten, neuen Geschäftsmodellen und schließlich einer sozialen Bewegung zusammen, die sich in technischer Hinsicht über die Verfügbarkeit kostengünstiger, hoher Bandbreiten und aus der Perspektive der Anwender über die leichtere Bedienbarkeit und aus dem daraus resultierenden größeren Umfang an Inhalten beschreiben lässt. Schmidt (2006:2 zitiert nach Richter
und Koch 2007:8) definiert Social Software, also aus dem Kontext des Web 2.0 entstehende Anwendungen, als „internetbasierte(n) Anwendungen, die Informations-, Identitäts- und Beziehungsmanagement in
den (Teil-) Öffentlichkeiten hypertextueller und sozialer Netzwerke unterstützen“. Gemein ist den unterschiedlichen Formen sozialer Software, dass sie die Verlagerung sozialer Aktivitäten in das Internet unterstützen, gleichsam vorantreiben und sie der Erzeugung von Inhalten durch die Nutzer selbst bedürfen. Bei
der spezifischen Form „Onlinedating“ der Social Software wird der Nutzer selbst mit seinen öffentlich gemachten Attributen zum zentralen Inhalt.
32
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse
Die beiden prinzipiell unterscheidbaren Datenformen „Befragungsdaten“ und „prozessproduzierte
Daten“ werden jedoch im Zusammenhang der Internetforschung zumeist nicht gemeinsam ausgewertet. Im Folgenden wird argumentiert, dass die Möglichkeiten der Datenauswertung entscheidend verbessert werden können, wenn beide Datenquellen miteinander kombiniert werden.
Der vorliegende Artikel diskutiert daher Möglichkeiten der Verknüpfung von Befragungsdaten
und prozessproduzierten Daten, die auf einer Internetkontaktbörse erhoben wurden. In diesem Zusammenhang wird aufgezeigt, welche Vorzüge sich aus einem komplementären und supplementären Gebrauch dieser beiden Datenquellen in inhaltlicher als auch methodischer Sicht ergeben. Unter einer komplementären oder triangulierenden Verwendung verstehen wir dabei die wechselseitige Ergänzung von Daten aus verschiedenen Quellen in informationeller Hinsicht, unter einer
supplementären Verwendung die Ergänzung in Hinblick auf die Datenqualität.
Im Folgenden werden zunächst Stärken und Schwächen von online erhobenen Befragungs- und
Prozessdaten beschrieben, um dann zunächst die Möglichkeiten der komplementären Verknüpfung dieser beiden Datenquellen zu diskutieren und an einem empirischen Beispiel vorzustellen.
Im Anschluss daran geben wir einen Überblick über Verfahren mit denen Nonresponse als klassisches Problem der Umfrageforschung durch den supplementären Einsatz von prozessproduzierten
Daten korrigiert werden kann.
2
Datenstruktur des Projektes „Prozesse der Partnerwahl von OnlineKontaktbörsen“
2.1
Befragungsdaten
Im Unterschied zu klassischen Datenerhebungstechniken wie schriftlichen, persönlichen oder telefonischen Befragungen stieg seit Ende der neunziger Jahre die Verbreitung von Online-Befragungen stetig an. Mittlerweile gehören Online-Befragungen zum Standardwerkzeug der empirischen
Sozialforschung, dessen Potentiale und Grenzen seit längerem diskutiert werden (vgl. z.B. Couper/Coutts 2006, Welker/Wenzel 2007 oder Baur/Florian 2008).
Zu den Vorteilen von Online-Befragungen gegenüber klassischen Befragungen in Offline-Kontexten zählen die Aspekte der relativ schnellen, flexiblen und preisgünstigen Umsetzung von Forschungsvorhaben, des Wegfalls von Beeinflussungseffekten durch den Interviewer und der damit
verbundenen Abmilderung sozialer Erwünschtheitseffekte (vgl. Baur/Florian 2008) sowie dem sofortigen Vorliegen der Daten in digitaler Form. Weitere Vorteile finden sich in der zeitunabhängigen Alokalität und den größeren Standardisierungsmöglichkeiten dieses Befragungsverfahrens
(vgl. Bosnjak 2003). Zudem besteht bei Web-Befragungen die Möglichkeit der exakten Aufzeichnung des Befragtenverhaltens, also etwa der Anzahl von Kontaktierungsversuchen, der Befragungsdauer oder des Abbruchverhaltens. Diese so genannten Paradaten (vgl. Kaczmirek/Neubarth
2007), die den Erhebungsprozess dokumentieren, finden beispielsweise Verwendung in Nonresponse-Analysen, in Analysen von Befragungsartefakten sowie in Analysen der Panelattrition
(vgl. de Keulenaer 2005).
Demgegenüber stehen die Nachteile von Online-Befragungen. Das augenfälligste Problem stellt
das der Generalisierbarkeit der auf Basis der erhobenen Daten gewonnen Schlüsse dar. So sind
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse
33
Befragungsdaten durch Antwortverweigerungen seitens der Befragten oft nicht vollständig.3 Zudem bilden sie (messfehlerbehaftete) subjektive Präferenzen und Einstellungen nicht aber objektive Handlungen oder Handlungsresultate ab. Da sich die untersuchten Akteure kaum sämtliche
überindividuellen Prozesse vergegenwärtigen können, stellt sich beispielsweise die Frage, inwieweit mit der Datenerhebungsmethode der Befragung, die im Wesentlichen auf bewusste Handlungen fokussiert, beispielsweise unbeabsichtigte Nebenfolgen menschlicher Handlungen eine adäquate methodische Erfassung erhalten können (vgl. Baur 2008:4). Das Problem der Generalisierbarkeit korrespondiert weiterhin mit den Schwierigkeiten einer zufälligen Stichprobenziehung, die
die Grundlage inferenzstatistischer Verallgemeinerungen darstellt. Einer Stichprobenziehung geht
die Definition der Grundgesamtheit voraus, die bei Erhebungen mithilfe von Web-Befragungen in
aller Regel schwierig ist. Aber selbst bei einer klar definierten Grundgesamtheit können durch systematischen Nonresponse-Selection-Bias Probleme der Datenqualität auftreten, die Analysen und
Schlüsse zum Teil erheblich in Frage stellen.
2.2
Prozessproduzierte Daten
Unter prozessproduzierten Daten werden ganz allgemein Daten verstanden, die „als Aufzeichnungen öffentlicher oder privater Organisationen im Rahmen ihrer Tätigkeit anfallen oder gesammelt
werden“ (Müller 1977: 1). Beispiele hierfür sind die IAB Beschäftigtenstichprobe (Haman et al.
2004), Analysen von Rechtsakten, administrativen Erhebungen (Zanutto/Zaslavsky 2002) oder
auch Analysen von Forschungsföderungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (vgl. Bovelet
2006). Bergmann/Meier (2000:429) definieren nun elektronische Prozessdaten als „alle Daten, die
im Verlauf von computergestützten Kommunikationsprozessen und Arbeitstätigkeiten generiert
werden - entweder automatisch oder aufgrund von Einstellungen der Nutzer.“ Auch diese elektronischen Prozessdaten stellen im wesentlichen Nebenprodukte der Datenorganisation des jeweiligen Anbieters dar.
Im Unterschied zu offline gewonnenen Prozessdaten, deren Aufbereitung sich oft über einen erheblichen Zeitraum erstrecken kann (vgl. Hartmann/Krug 2007), können online gewonnene Prozessdaten zeitnah erfasst und verarbeitet werden.
Nicht nur die den Befragungsprozess beschreibenden Paradaten können aufgezeichnet werden,
sondern online vorgenommene Handlungen in Form von „Klicks“ überhaupt, da bei fast allen Online-Aktivitäten Daten anfallen, die für ganz unterschiedliche Forschungszwecke dienlich sein
können. Bei online realisierter Kommunikation können somit insbesondere Kommunikationsbeziehungen automatisch aufgezeichnet werden. So untersuchten Stegbauer und Rausch (1999) Beziehungsstrukturen mit Hilfe von archivierten Nachrichten einer Mailingliste. Berker (1999: 234)
bezeichnet die Erhebung dieser Daten als „geplante Beobachtung“ und hebt die Objektivität und
Ausschaltung der Messfehler als besondere Vorzüge hervor. Im Gegensatz zu Offline-Beobachtungen sind elektronische Prozessdaten viel stärker an die „physische Spur“ ihrer Verursacher gebunden (Berker 1999: 234). Elektronische Prozessdaten können deshalb als nichtreaktive, objektive Verhaltensdaten beschrieben werden, die zudem die Temporalstruktur der ihnen zugrunde liegenden Handlungen abzubilden im Stande sind (vgl. Bergmann/Meier 2000).
Elektronische Prozessdaten sind im Vergleich zu Befragungsdaten in geringerem Umfang von
Problemen der selektiven Teilnahme, sozial erwünschtem Antwortverhalten, Antwortverweige3
Typischerweise unterscheidet man zwischen Unit-Nonresponse und Item-Nonresponse. Während UnitNonresponse den vollständigen Ausfall des Befragten durch Verweigerung der Befragungsteilnahme beschreibt, bedeutet Item-Nonresponse lediglich das Fehlen von Antworten auf spezifische Fragen.
34
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse
rungen oder inkorrekten Angaben betroffen. Um beispielsweise Rückschlüsse bezüglich der Einwirkungen eines Marktes auf die Handlungen der in ihm agierenden Akteure ziehen zu können
(etwa durch differentielle Auswirkungen von Gelegenheitsstrukturen), bedarf es der kompletten
Abbildung des Marktes (etwa der Verteilung relevanter Merkmale). Hierbei können die elektronischen Prozessdaten in ihrer Vollständigkeit von besonderem Wert sein.
Prozessproduzierte Daten entstammen allerdings nicht-operationalisierten Konstrukten und decken damit nicht all jene Bereiche ab, die von inhaltlichem Interesse sind. Insbesondere die mit
den jeweiligen Handlungen verbundenen Wahrnehmungen und Bewertungen seitens der Akteure,
aber auch Dispositionen im Allgemeinen schlagen sich in der strukturalistischen Abbildung prozessgenerierter Interaktionen nicht nieder. Weiterhin benennt Schnell (2005:255) als Probleme
offline-gewonnener prozessproduzierter Daten mögliche Verzerrungen, die durch Behördenmitarbeiter und deren implizite oder explizite Absichten hervorgerufen werden. Er empfiehlt eine Offenlegung des „Entstehungsprozesses der Daten“ (ebenda), was im Zusammenhang mit prozessproduzierten Daten einer Web-Applikation problemlos gewährleistet werden kann, da bei der jeweiligen Aufzeichnung einer Beobachtung die Ermessensspielräume verschiedener Personen nicht
einfließen.
3
Design des Projektes „Prozesse der Partnerwahl auf OnlineKontaktbörsen“
Die im Rahmen des Projektes erhobenen Daten entstehen aus der Kooperation mit einem großen
privatwirtschaftlichen Online-Dating-Anbieter und setzen sich zum einen aus der Aufzeichnung
nichtreaktiver plattforminterner Vorgänge, der sog. Verhaltensspuren der Nutzer, und zum anderen aus reaktiven Befragungsdaten unterschiedlicher Online-Fragebögen zusammen. Die prozessproduzierten Datenbankauszüge werden seitens des Anbieters in anonymisierter Form als SQLDateien für die vorgesehenen Analysezwecke unter Aufsicht eines Datenschutzbeauftragten des
Providers zugänglich gemacht.4 Die Erhebung der Befragungsdaten erfolgt mittels verschiedener
Online-Fragebögen. Die Nutzer der Internetkontaktbörse werden über eine E-Mail, die einen Link
zum jeweiligen Fragebogen enthält, über das plattforminterne Nachrichtensystem sowie über Befragungslinks auf der Plattform zur Teilnahme an den Befragungen eingeladen. Die Fragebogeneingaben werden dann in einer projekteigenen Datenbank ohne Zugriffsmöglichkeit des Anbieters
gespeichert.
4
Die Daten werden dabei anonymisiert weitergegeben, d.h. sie enthalten keine persönlichen Informationen
über den Nutzer wie beispielsweise den realen Vor- und Nachnamen, die E-Mail- oder Postadresse. Weiterhin werden die Nutzer der Internetkontaktbörse in den Allgemeinen Geschäftbedingungen darüber informiert, dass Profildaten sowie plattforminterne Vorgänge im Zuge wissenschaftlicher Analysen zur
Partnersuche und Partnerwahl ausgewertet werden.
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse
Typ A
Prozessproduzierte Daten
Verhaltensspuren der Nutzer
35
Soziale Online-Interaktionen
Profil-Klicks
Nachrichten
Log-Files & Paradaten der Befragung
Profildaten
ID
Typ B
Online-Surveys
Befragungsdaten der Nutzer
Statistische
Informationen
Initialbefragung
Modifikationen
Retrospektivbefragung
Wiederholte Befragung (Panel)
Abgangsbefragung
Abbildung 1: Datenstruktur des Projektes “Prozesse der Partnerwahl auf Online-Kontaktbörsen”
Abbildung 1 veranschaulicht die resultierende Datenstruktur. Jeder Nutzer kann über eine Identifikationsnummer eindeutig den prozessproduzierten Daten (Typ A) und den Befragungsdaten verschiedener Befragungen (Typ B) zugeordnet werden. Die Profildaten nehmen dabei einen Zwischenstatus ein.5 Im Ergebnis entsteht eine relationale Datenstruktur aus der je nach Fragestellung
unterschiedliche Datensätze, wie beispielsweise aggregierte Querschnittsdaten oder Längsschnittsdaten, generiert und in einem herkömmlichen Statistikpaket ausgewertet werden können.
Befragungsdaten werden im Rahmen des Projektes über verschiedene Online-Fragebögen gewonnen, die allen Nutzern der Internetkontaktbörse jeweils zu unterschiedlichen Zeitpunkten über eine
E-Maileinladung und in Form von personalisierten Links zugänglich gemacht werden. Da somit
keine Stichprobenziehung aus der Grundgesamtheit der Nutzer dieser Internetkontaktbörse vorgenommen wird, handelt es sich um den Versuch einer Vollerhebung mit dem Resultat einer selektiven Stichprobe. Mit Eintritt in die Dating-Plattform werden zunächst die für die Nutzung des
Web-Angebotes notwendigen Profilinformationen wie Geschlecht, Geburtsdatum, Bildungsabschluss, Kinderzahl, Art der gewünschten Beziehung, Angaben zu Gewicht und Körpergröße sowie Haar- und Augenfarbe, Rauchgewohnheiten und Postleitzahl abgefragt. Über diese Profilinformationen stellen sich die Nutzer gegenüber anderen Nutzer auf der Internetkontaktbörse dar.
Mit der Registrierung auf der Kontaktbörse erhalten die Nutzer zunächst eine Einladung zur so genannten Initialbefragung. Hier werden Bewertungen, subjektive Wahrnehmungen und Einstellungen zur Partnersuche im Allgemeinen sowie speziell zur Partnersuche im Internet abgefragt. Ausgewählte Aspekte des Initialfragebogens werden im 14-tägigen Rhythmus bei denselben Nutzern
5
Die Profilinformationen sind einerseits den Befragungsdaten zuzuordnen, da sich die Profilmaske den
Nutzern der Kontaktbörse als Profilfragebogen darstellt. Andererseits können diese Profilinformationen
den prozessproduzierten Daten zugeordnet werden, da diese Daten ohne ein ursprünglich wissenschaftliches Interesse im Rahmen der Tätigkeit der Kontaktbörse selbst aufgezeichnet werden.
36
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse
wiederholt abgefragt (Panelbefragung). Im Unterschied zu anderen Panels fallen Non-Respondenten einer Welle dabei nicht aus der Erhebung, sondern werden auch bei Nicht-Teilnahme für darauf folgende Befragungswellen kontaktiert (vgl. Lepowski/Couper 2002).6 Weiterhin werden die
Partnerschafts-, Erwerbs- und Bildungsbiographie der Nutzer mittels einer Retrospektivbefragung
erhoben. Bei längerer Inaktivität auf der Internetkontaktbörse oder bei endgültiger Abmeldung
von der Plattform in Form der Löschung des eigenen Profils erhalten die Nutzer weiterhin eine
Abgangsbefragung. Hier werden Gründe der Abmeldung und mögliche Erfolge der Partnersuche
erfragt.
Zusammenfassend sind die Befragungen des Projektes in inhaltlicher Hinsicht motiviert als Abbildung individueller Lebensverläufe und aktueller Wahrnehmungen in Bezug auf Partnerschaften
und weitere Dispositionen; dabei sind auch externe Ereignisse wie beispielsweise das Eingehen
von Offline-Partnerschaften und Gelegenheitsstrukturen der Partnersuche außerhalb des Internets
relevant.
Die kontinuierlich archivierten Prozessdaten beinhalten demgegenüber die Paradaten der verschiedenen Befragungen ebenso wie die Clickstreams der Nutzer. Insbesondere lassen sich die beschrittenen „Wege“ auf der Plattform, also die Typen und Reihenfolge der unterschiedlichen Seiten des
Webangebotes, Veränderungen der Profilinformationen, Interaktionen bzw. Kommunikationen
mit anderen Nutzern und Suchhandlungen aufzeichnen.
Die Möglichkeiten der Datenanalyse können nun entscheidend verbessert werden, wenn beide Datenquellen miteinander verknüpft werden. Ähnlich der Datenlage von offline-gewonnenen Prozessdaten und Befragungsdaten ist eine Kombination der beiden Datenquellen vielversprechend,
da somit jeder Nutzer über reichhaltigere Informationen beschrieben werden kann. „Durch die
Verknüpfung von prozessproduzierten Daten mit speziell für die Forschungsfrage erhobenen Befragungsdaten kann ein Maximum an Aussagekraft und Validität der Ergebnisse erreicht werden“
(Hartmann/Krug 2007: 10). Ebenso sehen Schnell et al. (2005: 418f) die Fruchtbarkeit von nichtreaktiven Beobachtungsdaten insbesondere im triangulativen Ansatz gegeben, also der komplementären Verwendung von Beobachtungsdaten und beispielsweise Befragungsdaten (vgl. auch
Flick 2004) oder in der Verknüpfung mit anderen Datenquellen.
Bei der für die gemeinsame Verwendung notwendigen Datenintegration unterscheidet man exakte
und nichtexakte Verknüpfungen. Im Unterschied zur Datenfusion, bei der Fälle basierend auf
Ähnlichkeiten unter Verwendung spezifischer Algorithmen zusammengeführt werden, werden im
vorliegenden Fall im Zuge von Datenintegrationen exakt verknüpfte Datensätze erstellt (vgl.
Kiesl/Rässler 2006). Da eine eindeutige Nutzer-ID anbieterseitig geniert wird, ist das im OfflineKontext virulente Problem fehlerhafter Werte der Identifikationsvariablen im vorliegenden Design
nicht gegeben (vgl. Kiesl/Rässler 2005). Im Folgenden liefern wir ein empirisches Beispiel für
eine komplementäre Verwendung der integrierten Daten. Im Anschluss diskutieren wir die Möglichkeiten der supplementären Datenintegration, also der methodischen Möglichkeiten der Verwendung integrierter Daten.
6
Den Befragten wird dabei die Möglichkeit gegeben, eine erneute Kontaktierung generell abzulehnen. In
diesem Fall erfolgt keine weitere Einladung, an der Befragung teilzunehmen.
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse
4
37
Komplementäre Datenintegration
Die bisherigen Ausführungen zeigen, dass Online-Befragungsdaten und elektronische Prozessdaten unterschiedliche informationelle Dimensionen abbilden und spezifische Schwächen und Stärken auf unterschiedlichen Gebieten aufweisen. Bei Befragungen können die im Rahmen der Forschungsfrage notwendigen Konstrukte zielgerichtet abgebildet und die subjektiven Wahrnehmungen der Akteure erhoben werden, mit Hilfe prozessproduzierter Daten hingegen ist es möglich,
tatsächliche Handlungen und entstehende Strukturen zu erfassen. Im folgenden empirischen Anwendungsbeispiel aus der Partnerwahlforschung stellen wir eine komplementäre Verwendung der
beiden Datentypen vor.
Eine zentrale Frage der klassischen soziologischen Partnerwahlforschung widmet sich den relevanten Bestimmungsgründen für das Zustandekommen von Paarbeziehungen. Neben strukturellen
Faktoren werden dabei insbesondere individuelle Faktoren, v.a. Präferenzstrukturen in der Literatur diskutiert. Problematisch ist eine präferenzbasierte Erklärung des Zustandekommens von Paarbeziehungen jedoch dann, wenn sie post hoc vorgenommen wird, das heißt, theoretische Rückschlüsse auf in der Vergangenheit liegende Wahlhandlungen auf Basis der Beobachtung bereits
existierender Beziehungen gezogen werden (vgl. Blossfeld & Timm 1997, 2003). Das hier vorgestellte Projektdesign erlaubt im Unterschied zu herkömmlichen Querschnitts- aber auch Längsschnittdesigns eine Beobachtung und Modellierung von Kontaktereignissen im Zeitverlauf vom
Moment ersten virtuellen Begegnung an.
Unser Beispiel widmet sich der Erklärung der Anzahl der eingehenden Erstkontakte eines Nutzers
anhand der im Profil gemachten Angaben. Dafür verwenden wir die Daten der Internetkontaktbörse im Zeitraum vom 01.01.2008 bis zum 29.06.2008. Wir verzichten an dieser Stelle auf eine theoretische Herleitung und inhaltliche Interpretation der Befunde. Das Beispiel dient lediglich der Illustration einer komplementären Verknüpfungsmöglichkeit der vorhandenen Daten. Wir verwenden in unserem Beispiel die prozessproduzierte Information „erstmalige Kontaktierung eines
Empfängers durch einen Sender“ als abhängige Variable komplementär mit Befragungsinformationen, wie sie auf der Profilseite erfragt wurden. Die Anzahl der bei einem Empfänger eingehenden, voneinander unabhängigen Erstkontaktierungsereignisse wird dabei mit Hilfe eines einfachen
Poissonmodells beschrieben7 Tabelle 1 gibt die Ergebnisse für vier hierarchische Modelle wieder.
Erwartungsgemäß sinkt die Anzahl eingehender Erstkontakte mit steigendem Alter, sinkender Bildung8 sowie von Frauen zu Männern (siehe Modell (1) in Tabelle 1). Ebenfalls aus Modell (1) ist
ersichtlich, dass die Angabe einer unverbindlichen Webfreundschaft als Beziehungsabsicht relativ
zur Angabe einer festen Beziehung zu höherer Eingangsrate und die Angabe von Flirt und Heirat
zu niedrigerer Kontaktrate führen. Bezüglich der familialen Situation lässt sich festhalten, dass die
Angabe verheiratet, aber getrennt lebend oder verwitwet zu sein, zu einer signifikant geringeren
Erstkontaktierung im Vergleich zu ledigen Personen führt. Modell (2) beinhaltet zusätzlich die Information, ob auf die Frage nach dem Vorhandensein von Kindern geantwortet wurde oder nicht.
Die Auslassung dieser Information wirkt deutlich negativ auf die Anzahl der erhaltenen Erstkontakte. In Modell (3) wird zusätzlich der Einfluss der Vollständigkeit der im Profil gemachten Angaben in den „Freitextfeldern“9 als unabhängige Variable modelliert. Der Umfang der angegebe7
8
9
Bei dieser Modellierung wird angenommen, dass die Anzahl der Ereignisse (hier: der eingehenden Nachrichten) einer Poisson-Verteilung folgt.
Das Bildungsniveau wurde ordinal skaliert und hat einen Wertebereich von 0 (geringes Bildungsniveau,
ohne Ausbildung) bis 5 (hohes Bildungsniveau, Promotion).
Dieser Indikator wurde konfirmatorisch mit Hilfe einer Faktorenanalyse aus der jeweiligen Vollständigkeit von drei textuellen Profilangaben („Ich über mich“) definiert,
38
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse
nen Informationen weist in diesem Modell keinen signifikanten Einfluss auf die Anzahl eingehender Erstkontakte auf. Differenziert man den Einfluss der Vollständigkeit in den Freitextfeldern
nach Geschlecht (Interaktionsterm in Modell 4) ergibt sich jedoch ein deutlicher Befund. Für
Frauen sinkt mit dem Grad der persönlichen, qualitativen Angaben die Anzahl der eingehenden
Erstkontakte, während für männliche Nutzer die Eingangsrate wesentlich unberührt bleibt.
Tabelle 1: Erklärung der eingegangenen Kontaktanzahl (Zählratenmodell)
Modell (1)
b (s)
Modell (2)
'b (s)
Modell (3)
b (s)
Modell (4)
b (s)
-.007**
-.008***
-.008**
-.007**
.002
.002
.003
.003
Geschlecht
-.322***
-.305***
-.335***
-.577***
(Ref.: Frau)
.035
.035
.040
.092
.111***
.110***
.134***
.134***
.012
.011
.013
.013
-.231**
-.207***
-.106
-.095
.072
.072
.091
.091
.263***
.289***
.334***
.327***
.055
.055
.066
.066
-.164
-.233
-.364
-.366
.237
.237
.237
.237
Familiäre Situation Verheiratet
.177
.098
.237
.218
(Ref.:Ledig)
.124
.124
.138
.138
-.017
-.095
-.166*
-.176*
.068
.068
.073
.073
Verheiratet, aber
getrennt lebend
-.353*
-.460**
-.585***
-.588***
.169
.169
.175
.175
Verwitwet
-.347*
-.413*
-.520*
-.537**
.169
.169
.204
.204
-
-.274***
-.226***
-.222***
.035
.055
.055
Alter
Bildung
Beziehungswunsch Flirt
(Ref.: Feste Bez.)
Webfreundschaft
Heirat
Geschieden
Keine Angabe zu Kindern
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse
Modell (1)
b (s)
Vollständigkeit des Profils (Decentile)
Interaktion:
-
Modell (2)
'b (s)
-
-
-
39
Modell (3)
b (s)
Modell (4)
b (s)
-.002
-.056**
.008
.020
-
.039**
Geschlecht*Vollständigkeit
Konstante
.013
1.050**
1.167***
1.183***
1.501***
.089
.089
.124
.164
1517
1517
1011
1011
10
11
12
13
McFadden's R2
0.030
0.037
0.043
0.045
Cragg & Uhler's R2
0.157
0.192
0.251
0.258
N
Freiheitsgrade
Quelle: Datenbankauszug einer großen deutschsprachigen Internetkontaktbörse; eigene Berechnungen.
Signifikanzniveaus: * p ≤ 0,1; ** p ≤ 0,05; *** p ≤ 0,01.
Das empirische Anwendungsbeispiel veranschaulicht verschiedene Möglichkeiten einer komplementären Verwendung objektiver Prozessdaten und subjektiver Befragungsdaten. Zum einen werden Prozessdaten in Form beobachteter Interaktionen (Kontaktierungsereignisse) und (subjektive)
Befragungsdaten (Fragen zur Soziodemographie, familiären Situation sowie zum Beziehungswunsch) herangezogen. Die relationale Datenstruktur ermöglicht es zusätzlich, subjektive Angaben durch die Beobachtung der Reaktionen anderer Nutzer zu objektivieren. So können Befragungsdaten (Grad der Profilvollständigkeit) in objektivierter Form verwendet werden. Ähnlich
lassen sich Prozessdaten nun auch subjektivieren, also hinsichtlich ihrer subjektiven Wahrnehmung diskutieren. Die objektive Nicht-Antwort auf die Frage nach dem Vorhandensein von Kindern wird von den potentiellen Kontaktpartnern wahrgenommen und beurteilt, bevor diese (wiederum objektiv beobachtbar) mit Handlung reagieren. Die komplementäre Verwendungsweise ermöglicht also auch fehlende Werte inhaltlich nutzbar zu machen, z.B. um die Reaktionen auf die
Abwesenheit eines relevanten Signals abzubilden. Schließlich sind Interaktionsterme von Befragungs- und Prozessdaten (Interaktion von Geschlecht und Profilvollständigkeit) modellierbar und,
wie in unserem Beispiel, recht aufschlussreich.
Neben der Beschränkung auf den exemplarischen Charakter unserer Analyse liegt eine prinzipielle
methodische Schwäche von Modellen, die auf derartigen Social-Web-Daten fußen darin, dass die
Online-Befragungsdaten extrem selektiv sind. Das Problem der selektiven Befragungsteilnahme
und des methodischen Umgangs mit dieser wird im folgenden Abschnitt diskutiert.
40
5
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse
Supplementäre Datenintegration
Beim Vergleich der unterschiedlichen Stärken und Schwächen prozessproduzierter Daten und Befragungsdaten haben wir bereits darauf verwiesen, dass sich beide Datensätze in einem wesentlichen methodischen Gesichtspunkt unterscheiden: dem Grad ihrer Vollständigkeit. Da die Nutzer
stets Daten im Vollzug einer online getätigten Handlung produzieren, haben sie nicht die Möglichkeit, die Teilnahme zu verweigern. Sind die prozessproduzierten Daten also vollständig und
erschöpfend, so sind die Befragungsdaten demgegenüber als unvollständig und zudem selektiv zu
bezeichnen.
Das Problem fehlender Daten, das in Unit- oder Item-Nonresponse unterschieden werden kann,
besteht nicht nur in dem zahlenmäßigen Ausfall eines Teils der Befragten, sondern auch und gerade in der verzerrten Stichprobe die sich aufgrund systematisch beobachteter und nicht-beobachteter Unterschiede ergibt. Rubin (2004) untergliedert die unterschiedlichen Ausfallmechanismen in
Missing Completely at Random (MCAR), Missing at Random (MAR) und Not Missing at Random (NMAR). Ist die Annahme eines völlig zufälligen Auswahlmechanismus nicht haltbar, so
führt dies gegebenenfalls zu verzerrten Schätzern, da die zur Analyse herangezogenen vollständigen Fälle sich von den nicht-berücksichtigten Fällen und damit von der Aussagegesamtheit systematisch unterscheiden können. Das Problem des Nonresponse-(Selection)-Bias, also des systematischen Ausfalls von Befragungsteilnehmern, wird in einem Paneldesgin verschärft, da mit jeder
Welle nicht nur weniger Respondenten vorliegen, sondern diese auch zunehmend spezifische Eigenschaften besitzen, was inferenzstatistische Verallgemeinerungen weiter erschwert.
Um derartige, systematische Ausfälle handhabbar zu machen, existieren unterschiedliche methodische Ansätze, die herangezogen werden können, wenn die MCAR-Annahme fälschlicherweise getroffen wurde, also fehlende Werte bei den Befragungen von (unbeobachteten) Variablen abhängen (vgl. Schnell 2005:469).
Vollständige Prozessdaten können zunächst deskriptiv verwendet werden, um zu vergleichen, ob
sich die Respondenten von den Nicht-Respondenten unterscheiden. Diese Unterscheidung bezieht
sich dann nicht nur auf die zumeist ebenfalls lückenhaften Profilangaben der Nutzer z.B. zu Alter,
Geschlecht und Bildungsstand oder auf Beobachtungen wie bspw. individuelle Login-Häufigkeiten, sondern insbesondere auf die sinnhaften Aspekte des beobachteten Verhaltens, wie beispielsweise die sozioökonomische Zusammensetzung der Kontakte eines Nutzers bzw. dessen offenbarte Präferenzen. Auch wenn für einen Nutzer keine Befragungsdaten vorliegen, verfügen wir so
über vollständige und valide Records für diesen Nonrespondenten im Zeitverlauf, was für den
Umgang mit fehlenden Werten einen grossen Vorteil darstellt. Diese Datenlage ist recht vorteilhaft, da nun ein Grundstock an Informationen für jeden Nutzer vorliegt, was dem methodischen
Postulat Bethlehems (2002: 277) entspricht: “To be able to asses and remove a nonresponse bias,
it is important to collect as much auxiliary information as possible”.
Im Falle von Antwortverweigerungen können im vorliegenden Fall nun Selektivitäten basierend
auf prozessproduzierten Daten behandelt werden. Insbesondere die Propensity Score Gewichtung
(Rosenbaum/ Rubin 1984), Selektionskorrekturen (Heckmann 1979), und die multiple Imputation
(Rubin 1987), werden als aktuelle Möglichkeiten der statistischen Behandlung fehlender Werte
diskutiert.
Der Propensity Score stellt eine konditionale Wahrscheinlichkeit der Befragungsteilnahme bei gegebenem Vektor beobachteter Kovariaten dar und wird als Kehrwert der Teilnahmewahrscheinlichkeit als Beobachtungsgewicht verwendet. Die prozessproduzierten Daten können dann als ein
zusätzlicher Teil dieses Kovariatenvektors verwendet werden. Tritt der Selektionsbias aufgrund
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse
41
beobachteter Charakteristika auf, ist dann eine Adjustierung über Propensity Gewichtung möglich.
Die Propensity Gewichtung erzeugt jedoch inkonsistente Schätzer, wenn nach Kontrolle der Kovariaten noch „Selection on Unobservables“ vorliegt .
Beim zweiten Korrekturverfahren, der Treatment Selektionskorrektur, wird die Befragung als
Treatment aufgefasst. Dabei werden simultan ein Outcome und die Selektion in die Befragung unter Verwendung eines umfangreichen Datenvektors modelliert. Die prozessproduzierten Variablen
können hier insbesondere als Pre-Treatment-Variablen, also als Kovariaten, die den Selektionsprozess in die Befragung modellieren, dienlich sein. Vorteilhaft an diesem Ansatz ist, dass auch hohe
Ausfallraten kompensiert werden können und ein Test für „Selection on Unobservables“ möglich
ist. Dem steht der Nachteil gegenüber, dass für jedes (Regressions-) Modell eine eigene Selektionsmodellierung erstellt werden muss.
Das dritte Verfahren der multiplen Imputation ist ein auf der Bayes-Statistik beruhendes Datenmehrungsverfahren, bei dem die fehlenden Daten von Nonrespondenten auf Basis theoretischer
Annahmen über den Ausfallmechanismus ersetzt werden können. Im vorliegenden Fall können die
Befragungs- und Prozessdaten vorheriger und zeitgleicher Wellen für Imputationen herangezogen
werden. Die Hinzunahme prozessproduzierter Informationen macht dabei die Missing at RandomAnnahme (MAR) ggf. plausibler, da der Kovariatenvektor umfangreicher wird. Rässler (2000) hat
mit Hilfe einer Simulationsstudie darüber hinaus die relative Robustheit multipler Imputationen
gegenüber der Verletzung der MAR-Vorraussetzung zeigen können. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass gute Ergebnisse auch bei nicht normalverteilten Daten erzielt werden (Graham/Hofer
2000).10
Das Ziel dieser drei Verfahren besteht darin, die zuvor aufgezeigten Probleme systematischer Selektivität unter Verwendung eines Maximums an vorliegenden Informationen zu entschärfen, um
so inferenzstatistische Schlüsse zu ermöglichen.
6
Ausblick
Die Analyse von befragungsbezogenen Paradaten ist ebenso (vgl. Kaczmirek 2008) wie die strukturalistische Verwendung derartiger Daten (vgl. Stegbauer/Rausch 2006) verbreitet, während die
komplementäre und supplementäre Verwendung der Inhalte von Befragungsdaten und elektronischen Beobachtungsdaten ihren Zenit noch nicht erreicht hat. Dies lässt sich darüber verstehen,
dass erst mit Hilfe des Internets und der zunehmenden Verlagerung sozialer Aktivitäten ins Internet die technischen und forschungslogischen Möglichkeiten entstehen, die diese bislang wenig berücksichtigte Form sozialwissenschaftlicher Datenerhebung und -integration betreffen. Gerade im
Social Web-Kontext scheinen jedoch besondere Chancen für die Triangulation von Befragungsund Prozessdaten zu liegen, da Online-Aktivitäten ohnehin digitale Verhaltensspuren hinterlassen,
deren Erhebung im Vergleich zu Offline-Kontexten weniger aufwendig ist. Im Kontext der sozialwissenschaftlichen Erforschung sozialer Formen des Internets sollte dabei in Zukunft vermehrt geprüft werden, welche prozessproduzierten Daten bereits vorliegen und nutzbar gemacht werden
können.
Es ist zu erwarten, dass im Zuge der Ausweitung des Internets auf immer weitere Teile des
menschlichen Alltags auch die Möglichkeiten der komplementären und supplementären Verwen10 Für eine detaillierte Diskussion der Multiplen Imputation vor dem Hintergrund der Datenstruktur des
Projektes vgl. Schmitz et al. (2008).
42
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Die Integration von Befragungs- und Prozessdaten einer Online-Kontaktbörse
dung elektronischer Prozessdaten und klassischer Befragungsdaten in den Werkzeugkoffer der
empirischen Sozialwissenschaften zunehmend Eingang finden.
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Zu den Autoren
Andreas Schmitz, M.A., Dipl. Soz. Doreen Klein, Dipl. Kfm. Jan Skopek,
Dpl. Soz. Florian Schulz, Prof. Dr. Hans Peter Blossfeld
Lehrstuhl für Soziologie I
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kontakt: [email protected]
Multiagentensimulation sozialer Phänomene:
Eine praktische Einführung 1
Jürgen Pfeffer
Zusammenfassung
Simulationen sind Nachbildungen von Abläufen in realen und meist komplexen Systemen. Multiagentensimulationen beschreiben das Verhalten der einzelnen Akteure dieser Systeme. In den Sozialwissenschaften finden Multiagentensimulationen zunehmend Verbreitung (Gilbert & Troitzsch
2005, Gilbert 2007, Miller et al. 2007). Dies ist vor allem durch die fortschreitenden Entwicklungen
im Bereich der Homecomputer ermöglicht, da Multiagentensimulationen ohne moderne EDV-Infrastruktur undenkbar wäre. Dieser Artikel gibt im ersten Teil eine Einführung in die Theorie der Modellbildung und Simulation sowie einen Abschnitt zur Simulation als virtuelles Experiment. Der
zweite Teil dient der praktischen Einführung in die Simulationsumgebung StarLogo. Simulationsumgebungen werden dabei als inhaltsneutrale, computerbasierte Tools verstanden, in denen komplexe, reale Systeme nachgebildet und simuliert werden können. Ziel des vorliegenden Artikels ist
es, Sozialwissenschafterinnen und Sozialwissenschafter ohne Erfahrungen aus dem Bereich der Programmierung in die Programmerstellung von Multiagentensimulationen einzuführen und zur Umsetzung von eigenen Projekten anzuregen und zu motivieren.
Schlagworte: Multiagentensysteme, Modellbildung, Simulation, StarLogo
Modellbildung
Ein Modell wird im Kontext der Computersimulation nach der Richtlinie 3633 des Vereins Deutscher Ingenieure e.V. als „vereinfachte Nachbildung eines geplanten oder real existierenden Systems“ (VDI 1996) verstanden. Simulation wird in der gleichen Richtlinie als „das Nachbilden eines
Systems mit seinen dynamischen Prozessen in einem experimentierfähigen Modell, um zu Erkenntnissen zu gelangen, die auf die Wirklichkeit übertragbar sind“ definiert. Im Kontext der Simulation
sozialer Phänomene bildet ein Modell demnach ein reales System nach, das aus Akteuren und deren
Verhalten besteht. Durch den Vorgang der Nachbildung eines mentalen Modells in eine mathematische Struktur und ihrer Simulation in Simulationsumgebungen entstehen neue Erkenntnisse über das
zugrundeliegende reale System. Von besonderer Bedeutung sind dynamische Modelle, in denen unterschiedliche zeitliche Veränderungen beobachtet werden können. So können Prozesse der Wirtschaftsentwicklung in wenigen Minuten betrachtet werden, die in der Wirklichkeit Jahrzehnte brauchen würden, aber auch molekulare Bewegungen, die sich in der Realität in Mikrosekunden abspielen, menschlichen Beobachtungsmöglichkeiten entsprechend in der Zeit gedehnt und verlangsamt
werden. In manchen Fällen können die provisorischen Resultate der Simulation mit der Realität verglichen werden. Sie erlauben eine Art Nachbildung eines Experiments, in der die Umwelt gezielt
manipuliert wird und die daraus entstehenden Veränderungen mehr oder weniger direkt beobachtet
werden können. Die Simulationen können für unterschiedlichste fachliche Fragestellungen angewendet werden: von politischen, ökonomischen, ökologischen, sozialen, psychologischen, rechtlichen, künstlerischen, religösen Bereichen bis zu physikalischen, chemischen, biologischen und physiologischen Untersuchungen.
1
Teile dieses Artikels werden auch publiziert in Pfeffer, Jürgen; Fleissner, Peter (2009) Modellbildung, in:
Christian Stegbauer, Roger Häußling (Hrsg), Handbuchs Netzwerkforschung, Wiesbaden: VS-Verlag.
46
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Multiagentensimulation sozialer Phänomene
Eine Beschreibung eines Modells wird 1973 von Herbert Stachowiak in seiner allgemeinen Modelltheorie (Stachowiak 1973) vorgenommen. Demnach zeichnet ein Modell drei Kriterien aus:
1. Abbildung. Ein Modell ist immer eine Repräsentation eines realen Systems.
2. Verkürzung. Es ist weder möglich noch erwünscht, alle Eigenschaften des Originals abzubilden. Es wird versucht, die für die Fragestellung oder Aufgabenstellung relevanten Eigenschaften zu extrahieren.
3. Pragmatismus. Ein Modell steht nicht für sich selbst, sondern muss interpretiert werden. Diese
Interpretation orientiert sich an der Nützlichkeit für die ModelliererInnen.
Für die Generierung von Modellen bedeutet das, dass ein Modell zwar einerseits die Struktur der
Wirklichkeit nachbilden soll, aber andererseits auch klarstellt, dass diese Nachbildung nicht umfassend sein kann und auch nicht sein soll. Modelle sind also Nachbildungen und gleichzeitig Entwürfe, die „… eine wirklichkeitsnahe, jedoch einfachere, billigere oder ungefährlichere Untersuchung als das Objekt erlauben.“ (Brockhaus 1983).
Multiagentensimulation
Im Zentrum von Multiagentensystemen stehen die einzelnen Akteure eines Systems und ihr Verhalten. Die Beschreibung der Akteure erfolgt auf lokaler (Mikro-)Ebene. Durch das lokale Wirken
der Akteure kann auf der Makroebene eine qualitative Veränderung des Systems entstehen (Emergenz), die aus dem Verhalten der einzelnen Akteure nicht direkt vorhersehbar bzw. ableitbar ist.
Multiagentensysteme werden für die Nachbildung von Systemen verwendet, die sich aus vielen
Akteuren zusammensetzen (z.B. Verhalten von Ameisenkolonien, die Verbreitung von Informationen oder Krankheiten in der Bevölkerung).
Der Grundgedanke, auf dem Simulationen mit Multiagentensystemen beruhen, ist jener der Dezentralisierung und Individualisierung (Resnick 1994). Steven Johnson (Johnson 2001) beschreibt
verschiedene Phänomene der Emergenz. Darunter versteht man das Entstehen von Strukturen aufgrund lokalen Verhaltens. Ausgangspunkt seiner Schilderungen sind dabei die Forschungen von
Deborah Gordon über das Verhalten von Ameisen (Gordon 1999). Gordon untersuchte über mehrere Jahre rote Ernteameisen (Pogonomyrmex barbatus) in der Wüste von Arizona und beobachtete dabei neben dem Verhalten der einzelnen Ameisen vor allem Eigenschaften und Verhalten unterschiedlicher Ameisenkolonien.
Die Simulation einzelner Akteure auf der Mikroebene mit relativ einfachem lokalem Verhalten
und die Beobachtung der dadurch entstehenden Veränderung des Gesamtsystems auf der Makroebene sind die Kernelemente der Multiagentensimulation. Als Agent in solchen Systemen bezeichnet man die Repräsentation einer realen Einheit (Ameise, Mensch, Firma,…) innerhalb eines
Computerprogramms (Gilbert 2007). Eine wichtige Eigenschaft dieser Agenten ist die Interaktion
mit anderen Agenten oder der Umwelt. Das Verhalten dieser Akteure folgt in jedem Simulationsschritt eindeutigen und meist nach einfachen Regeln.
Modellbildung und Simulation als virtuelles Experiment
Eine zentrale Aufgabe der Modellbildung ist es, Einsicht in das zugrundeliegende reale System zu
erlangen. Mit Modellen in einer Simulationsumgebung experimentieren, indem verschiedene Pa-
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Multiagentensimulation sozialer Phänomene
47
rameter verändert und die dabei entstandene Auswirkung auf einzelne Elemente oder das gesamte
System beobachtet werden, hat einen spielerischen Charakter (vgl. z.B. Colella et al. 2001).
Gleichzeitig ist dies mit dem Sammeln von Erfahrungen über das System verbunden und führt so
zu Erkenntnisgewinn. In Verbindung mit einer Fragestellung, die mit Hilfe des Modells beantwortet werden soll, wird aus dem spielerischen Experimentieren ein Experiment, das dem aus der naturwissenschaftlichen Forschung bekannten und etablierten Experiment in vielem gleicht. Im Folgenden sollen die Übereinstimmungen sowie die Unterscheidungen zwischen herkömmlichen naturwissenschaftlichen Experimenten und Experimenten mit computerunterstützten Modellen herausgearbeitet werden.
Unter einem Experiment versteht man ein Untersuchungsdesign, in dem „der Forscher einzelne
Bedingungsfaktoren (unabhängige Variablen) variiert, um zu sehen, welche Effekte (abhängige
Variablen) sich daraus ergeben.“ (Kühl 2005). Als unabhängige Variablen werden dabei jene bezeichnet, die von den ForscherInnen „absichtsvoll und geplant“ verändert werden. Durch diese gewollte Veränderung geschieht auch die Veränderung von anderen, den abhängigen Variablen. Als
Hypothese bezeichnet man die Vorhersage dieses Effekts. Störvariablen sind jene, die diesen experimentell beobachteten Effekt verfälschen.
Von den verschiedenen Formen des Experiments entsprechen Experimente mit computerunterstützten Modellen der Definition von Laborexperimenten, in denen ein kontrolliertes Verändern
der unabhängigen Variablen sowie eine Kontrolle der Störvariablen möglich sind.
Der Ablauf eines Experimentes folgt in unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen im Kern
dem folgenden Ablauf (Kirkup 1994):
 Festlegen eines Ziels, einer Hypothese
 Erstellen eines Umsetzungsplanes des Experiments
 Vorbereitungen und Organisation des Experiments
 Testphase des Experiments
 Durchführungsphase inklusive Datensammlung
 Wiederholung des Experiments
 Analyse der Daten
 Schlussfolgerungen inklusive Überprüfung der Hypothesen
 Erstellung eines Berichts
Diese Punkte finden sich auch in virtuellen Experimenten wieder, allerdings mit veränderter Bedeutung. Die Vorbereitungen sind weit weniger aufwändig und bestehen bei einem fertigen Modell nur aus der Einrichtung der Startwerte der Variablen. Die Testphase ist bei Simulationen im
Computer nicht notwendig, da aufgrund der Geschwindigkeit, der Verfügbarkeit und der Kosten
von Computern der eigentliche Simulationslauf ein unwesentlicher Aufwand ist. Die Datensammlung verläuft bei Computersimulationen in der Regel automatisch. Wiederholungen sind in Computersimulationen kein zusätzlicher Aufwand, daher werden in vielen wissenschaftlichen Projekten tausende Simulationsdurchläufe durchgeführt.
Einen relevanten Aspekt bei der Verwendung einer Computersimulation als virtuelles Experiment
stellen die Schlussfolgerungen dar. Die folgende Abbildung ist eine Erweiterung der Logik der Simulation aus (Gilbert und Troitzsch 2005). Durch Abstraktion entsteht ein Modell. Durch Simulation werden Daten gewonnen, die mit den durch Beobachtung gesammelten realen Daten des Sys-
48
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Multiagentensimulation sozialer Phänomene
tems verglichen werden. Erweitert man die Simulation um eine Hypothese zu einem Experiment,
wirkt diese ebenfalls auf die Simulation und die daraus erzielten Effekte. Diese Effekte, die in herkömmlichen Experimenten Rückschlüsse auf die Hypothese zulassen und zu einer Adaption dieser
führen können, stehen aber auch in direkter Abhängigkeit zum zugrundeliegenden Modell, und
sind durch die Grundannahmen der Abstraktion determiniert.
Einfach gesagt kann aus einem unerwarteten Ergebnis nicht klar gefolgert werden, ob die Hypothese oder das Modell falsch sind. Das Modell kann als eine Art Störvariable in Experimenten mit
Simulationsumgebungen gesehen werden bzw. mit verzerrenden Einflussfaktoren, wie sie aus der
sozialwissenschaftlichen Forschung bekannt sind (z.B. Interviewereffekt), verglichen werden. Tatsächlich findet die Abstraktion des realen Systems in ein Modell noch zusätzlich über den Umweg
des mentalen Modells statt.
Hypothesen
Effekte
M odell
sim ulierte
D aten
reales
S ystem
gesam m elte
D aten
Abbildung 1: Logik des computersimulierten Experiments
Simulationsumgebungen als Hilfsmittel
Simulationsumgebungen sind, wie eingangs definiert, inhaltsneutrale, computerbasierte Tools, in
denen komplexe, reale Systeme konstruiert und simuliert werden können. Simulationsumgebungen bieten die Möglichkeit, durch Nachbildung eines Systems in ein Modell und durch die darauffolgende Simulation dieses Modells, Erkenntnisse über das zugrundeliegende reale System zu gewinnen. Mit Hilfe von Simulationsumgebungen ist es möglich, unterschiedlichste komplexe Systeme zu erforschen. Bei der Konstruktion von Modellen in Simulationsumgebungen ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem realen System und eine Fokussierung auf dessen essentielle Eigenschaften erforderlich.
Durch den Einsatz von Simulationsumgebungen, die auch ohne Programmierkenntnisse verwendet werden können (vgl. die Übersicht weiter hinten in diesem Artikel), öffnet sich die Multiagentensimulation vielen Forscherinnen und Forschern aus unterschiedlichsten Bereichen. Dabei ist ein
unkomplizierter Einsatz ohne aufwändige Transaktionskosten von zentraler Bedeutung. Es soll
nicht das technische Verständnis der Simulationsumgebung im Vordergrund stehen, sondern die
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
Multiagentensimulation sozialer Phänomene
49
praktische Nutzung und der daraus entstehende Erkenntnisgewinn. Im Rahmen des vorliegenden
Artikels ist die Simulationsumgebung StarLogo als Arbeitsinstrument gewählt worden. StarLogo
ermöglicht einerseits, mit wenigen Befehlen innerhalb kurzer Zeit eigene Simulationen zu erstellen und ist weit verbreitet, wodurch eine große Anzahl an Einführungen und Benutzerhandbücher
für unterschiedliche Zielgruppen verfügbar ist. Im speziellen sei dabei auf das Lehrbuch „Adventures in Modeling“ (Colella et al. 2001) hingewiesen. Im Folgenden werden für StarLogo die
wichtigsten Elemente für die Simulation sozialer Phänomene vorgestellt. Diese Elemente werden
anschließend zu einer Simulation der Diffusion einer Information in einer Population von 100
Agenten zusammengestellt.
StarLogo
StarLogo ist eine “programmierbare Modellierungsumgebung zur Erforschung der Arbeitsweise
von dezentralisierten Systemen“ 2. Das am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelte Programm ist eine Weiterentwicklung der Programmiersprache Logo. Mit der ursprünglichen Logo Programmiersprache (eine Windows Version ist z.B. MSW Logo 3 aus dem Jahr 2002)
können Nutzerinnen und Nutzer, die keine Programmiererfahrungen haben, durch einfache Befehle ein Symbol auf dem Bildschirm bewegen. Dieses Symbol, das zwar keiner Schildkröte gleicht,
aber als „turtle“ bezeichnet wird, hinterlässt eine gezeichnete Spur seiner Bewegungen. So können
einfache, aber auch komplexere geometrische Figuren entstehen. Dieses Grundprinzip, dass ein
Element mit einfachen Befehlen über den Bildschirm bewegt wird, wird in StarLogo um den
Aspekt erweitert, dass es nicht ein Element gibt, sondern viele. StarLogo ist demnach eine Umgebung für Multiagentensimulationen.
Abbildung 2: Turtles aus dem StarLogo Lehrbuch (Colella et al. 2001)
NetLogo4 kann als Weiterentwicklung von StarLogo betrachtet werden, obwohl StarLogo und
NetLogo zwei unterschiedliche Programme von unterschiedlichen Entwicklungsgruppen sind. Die
Aufmachung von NetLogo ist attraktiver und die Modellbibliothek ist sehr viel umfangreicher gestaltet. Diese beiden Programme werden in dieser Aufzählung gemeinsam genannt, da sie in der
Anwendung fast identisch sind. Der Fokus der Beschreibung liegt in diesem Abschnitt auf dem
Programm StarLogo. Ein Argument für den Einsatz von StarLogo als Instrument zum Erlernen
von Multiagentensimulationen ist, dass die Entwicklung dieser Software sehr stark vom direkten
Einsatz im didaktischen Kontext motiviert ist. So schreiben die Autoren in ihrem Lehrbuch, dass
2
3
4
Programm „StarLogo“, Version 2.21, 2008; Quelle: http://education.mit.edu/starlogo/ [10.10.2008].
Programm „MSW Logo“, Version 6.5b, 2002; Quelle: http://www.softronix.com/logo.html [10.10.2008].
Programm „NetLogo“, Version 4.0.4, Quelle: http://ccl.northwestern.edu/netlogo/ [10.1.2009].
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Multiagentensimulation sozialer Phänomene
StarLogo entwickelt wurde „um Menschen zu befähigen, ihre eigenen Modelle komplexer, dynamischer Systeme zu bauen“ (Colella et al. 2001).
Beginnen wir den einführenden Ausflug in die Welt von StarLogo mit der Installation der Software auf Ihrem lokalen Computer. Das Auffinden der Software im Internet verläuft ohne Schwierigkeiten. Die Projekthomepage taucht in allen gängigen Suchmaschinen unter den ersten Treffern
beim Suchwort „StarLogo“ auf. Der Downloadbereich der Software findet sich auf der Homepage
und bietet Downloadversionen für Windows, Macintosh und Unix-Systeme. Der Download erfordert eine Bekanntgabe von Name und E-Mail Adresse und beinhaltet in der Version für Windows
einen automatischen Installer, sodass die Installation von StarLogo ohne irgendwelche Vorkenntnisse möglich und mit keinem zusätzlichen Aufwand verbunden ist.
Für den selbständigen Einstieg in StarLogo bieten sich zwei Varianten an. Zum einen über die von
StarLogo bereitgestellte Dokumentation, die im Rahmen der Installation lokal eingerichtet wird,
aber auch online auf der Projektseite verfügbar ist. Eine andere Variante, die ersten Schritte in
StarLogo vorzunehmen, die sich vor allem für den Einsatz im Unterricht oder für das Lernen von
StarLogo in Gruppen eignet, ist das von den Autoren des Programms geschriebene Lehrbuch zu
StarLogo (Colella et al. 2001).
Praktische Einführung in StarLogo
Im Folgenden wird der Versuch unternommen, eine Einführung in StarLogo unter besonderer Berücksichtung der für die Simulation sozialer Phänomene notwendigen Elemente zu geben. Dabei
soll die Diffusion einer Information ausgehend von wenigen Elementen durch die gesamte Population simuliert werden. Beginnen wir jedoch zuerst mit einem kurzen Überblick über die verwendeten Begriffe. „Turtles“ werden in StarLogo nicht nur Schildkröten genannt. Diese Bezeichnung
wurde aus dem ursprünglichen Programm Logo übernommen und steht ganz allgemein für Agenten bzw. Akteure, egal ob Ameisen, Moleküle oder Menschen simuliert werden. Die Anordnung
der Simulationen in StarLogo erfolgt auf einem Raster, der die Welt darstellt (siehe Punkt „1“ der
folgenden Abbildung). Die einzelnen Felder dieses Hintergrunds werden als „Patches“ bezeichnet.
Was die Agenten in unserer Simulation zu tun haben, wird ihnen mittels Befehlen übermittelt.
Diese Befehle können entweder einzeln direkt im „Command Center“ eingegeben werden (Punkt
„2“ der Abbildung) und als Prozeduren im „Turtle Procedures“ Fenster (Punkt „3“ der
Abbildung). Unter Prozeduren versteht man eine Folge zusammenhängender Befehle. Aber dazu
später mehr. Befehle müssen weiters in Turtles- und Observer-Befehle unterteilt werden. Observer-Befehle umfassen alle Vorgänge, die nicht im Einflussbereich einzelner Agenten stehen, wie
zum Beispiel das Erzeugen von Agenten oder statistische Auswertungen über alle Agenten hinweg. Das Umschalten zwischen Turtles- und Observer-Modus erfolgt mit den Rasterblättern links
oben im Kontrollzentrum (Punkt „4“ der Abbildung).
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Multiagentensimulation sozialer Phänomene
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Abbildung 3: Übersicht der Bereiche in StarLogo
Die vorangehende Abbildung zeigt in der rechten Hälfte die Simulationswelt von StarLogo. In der
Mitte dieser Welt kann man nach dem Start der Software schon den ersten Akteur erkennen. Tatsächlich handelt es sich dabei nicht um einen Akteur, sondern um 100 Akteure, die auf dem gleichen Feld übereinander liegen. Da im Normalfall das Symbol für die Akteure standardmäßig eine
Schildkröte ist und für die Simulation sozialer Phänomene Personen besser geeignet sind, soll die
Umstellung der Darstellung der Akteure der erste Befehl sein, den Sie im Rahmen dieser Einführung kennen lernen. Schreiben sie dazu links oben in das „Command Center“ im Turtle-Modus
folgenden Befehl und bestätigen Sie diesen Befehl mit der Return Taste:
setshape person-shape
Die Darstellung des in der Mitte der Simulationswelt dargestellten Akteurs sollte sich jetzt in ein
kleines Männchen verändert haben. Mit dem nächsten Befehl bringen wir schon Bewegung in unsere Simulationswelt. Geben Sie die folgende Zeile wieder in das „Command Center“ im TurtlesModus ein und bestätigen Sie mit Drücken der Return Taste.
fd 20
Die Abkürzung fd steht für forward und bewirkt, dass sich jeder Akteur 20 Schritte nach vorne bewegt. In welche Richtung sich ein Akteur bewegt, hängt davon ab, in welche Richtung der einzelne Akteur gerade ausgerichtet ist. Um diese Richtung zu ändern gibt es einerseits den Befehl
„right turn“, der in der StarLogo Welt wie folgt abgekürzt wird:
rt 180
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Multiagentensimulation sozialer Phänomene
Die Zahl hinter rt steht dabei für die Anzahl der Grade, mit denen jeder Akteur sich nach rechts
drehen soll. Die oben getätigte Angabe von 180 Grad bewirkt also, dass jeder Akteur sich umdreht
und wieder zur Mitte des von den Akteuren erzeugen Kreises ausgerichtet ist. Mit dem Befehl left
turn,
lt 45
drehen sich die Akteure um 45 Grad nach links. Ganz nebenbei haben Sie mit den ersten Befehlen
eine zentrale Eigenschaft von StarLogo kennengelernt: Jeder Befehl und jede Prozedur gilt für alle
Akteure gleichzeitig.
Im nächsten Schritt werden wir die Verwendung von Prozeduren kennenlernen, damit zusammenhängende Befehle an die Akteure nicht jedes Mal neu eingegeben werden müssen. Geben Sie also
links unten in das „Turtles-Procedures“ Fenster (Punkt „3“ in der Abbildung) folgende Zeilen ein:
to go
rt 10
fd 1
end
Die Einrückungen der zweiten und dritten Zeile sind nicht zwingend, erhöhen aber die Lesbarkeit
des Programms und werden daher dringend empfohlen. Ob diese Einrückungen mit Tabulator
oder Leerzeichen passieren bleibt jedem selbst überlassen. Wenn Sie jetzt links oben im „Turtle
Command Center“ den Befehl
go
eingeben und durch Drücken der Return Taste ausführen, werden alle Befehle ausgeführt, die in
der Prozedur go definiert wurde: eine Rechtsdrehung um 10 Grad und ein Schritt nach vorne. Damit das Gefühl einer automatisch ablaufenden Simulation entstehen kann werden wir im nächsten
Schritt aus der Symbolleiste (Punkt „5“ der Abbildung oben) den zweiten Button („Create or edit
a button“) auswählen und danach in die weiße Fläche neben der Simulationswelt (Punkt „6“ in der
Abbildung oben) klicken. Dadurch wird ein neuer Button erzeugt und das Fenster mit den Eigenschaften des Buttons öffnet sich. Geben Sie jetzt in das Feld „StarLogo Instructions“
go
ein und klicken neben „Forever?“ das Häkchen an. Nach Beenden mit OK ist der Button in der
Arbeitsfläche eingefügt und kann angeklickt werden. Aufgrund der vorher definierten Eigenschaften des Buttons (das Häkchen bei „Forever?“), wird die Prozedur solange ausgeführt, bis der Button erneut gedrückt wird. Das Ändern oder Löschen eines Buttons oder eines anderen Elements in
diesem Bereich ist nicht sehr intuitiv und passiert indem mit der Maustaste durch Drücken und
Ziehen ein Bereich ausgewählt wird, der das zu bearbeitende Element enthält. Danach kann durch
Drücken der Entfernen-Taste das markierte Element gelöscht werden oder durch Doppelklick auf
das Element bearbeitet werden.
In realen sozialen Systemen agieren die Akteure im Normalfall nicht so synchron wie in unserem
Beispiel, sondern wandern scheinbar individuell durch die Welt. Dieser Effekt wird in Multiagentensimulationen in der Regel durch das Hinzufügen von zufälligen Handlungen erreicht. Der Befehl, der eine Zufallszahl erzeugt wird z.B. mit
random 5
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ausgeführt, wobei 5 die nicht erreichte Obergrenze des Bereichs ist, aus dem die Zufallszahl erzeugt wird. Die untere Grenze ist stets 0. Der Befehl von oben erzeugt also zufällig eine Zahl aus
der Gruppe 0, 1, 2, 3 oder 4. Ändern wir die vorher erstellte Prozedur in
to go
rt random 30
lt random 30
fd 1
end
bewegen sich die 100 Akteure unserer ersten kleinen Simulation schon recht authentisch durch die
Simulationswelt. Wie Sie an diesem Beispiel sehen, wird der Befehlt random in Verbindung mit
einer Zahl dort verwendet, wo eine Zahlenangabe erwartet wird. Wenn Sie diese Simulation einige
Sekunden laufen lassen, sehen Sie eine weitere zentrale Eigenschaft von StarLogo Simulationen:
Die Welt hat keine Ränder. Akteure, die den dargestellten Bereich oben verlassen, erscheinen am
unteren Rand wieder und umgekehrt. Ebenso sind der rechte und der linke Rand miteinander verbunden. Das dabei entstehende geometrische Element wird als Ringtorus bezeichnet.
In den nächsten Schritten werden wir die fehlenden Elemente hinzufügen, um die Diffusion einer
Information simulieren zu können. Zuerst betrachten wir die farbliche Erscheinung der Akteure.
Diese wird bei der Erzeugung der Akteure automatisch vergeben und führt zu einer sehr bunten
Simulationswelt. Um eine zentrale unterschiedliche Eigenschaft, wie z.B. besitzt ein Akteur eine
Information oder nicht, darstellen zu können, bietet sich die Projektion dieser Eigenschaft auf die
Akteursfarbe an. Dazu müssen jedoch zuerst sämtliche Akteure auf eine gemeinsame Farbe gesetzt werden. Mit
setcolor gray
im „Turtle Command Center“ eingegeben verändern sämtliche Akteure ihre Farbe auf grau. Im
nächsten Schritt ist es notwendig, eine bestimmte Ausgangsanzahl von Akteuren auf eine andere
Farbe, z.B. rot, zu setzen, um zu simulieren, dass diese Träger der Information sind. Um zufällig
10 Prozent der Akteure rot zu färben bedienen wir uns neben dem eigentlichen Befehl zum Ändern der Akteursfarbe eines zentralen Befehls im Zusammenhang mit Simulationen, der If-Bedingung:
if (10 > random 100) [setcolor red]
Die If-Bedingung ist in StarLogo wie oben angeführt definiert. Hinter dem Befehl if folgt eine
runde Klammer, welche die Bedingung enthält. In unserem Fall wird eine Zufallszahl kleiner 100
erzeugt, also eine Zahl aus der Menge 0, 1, 2, … 98, 99. Diese Zufallszahl wird dann mit der Zahl
10 verglichen. Ist diese Zahl kleiner als 10, wird der Befehl in der eckigen Klammer dahinter ausgeführt. Trifft die Bedingung in den runden Klammern nicht zu, wird kein Befehl ausgeführt. Die
Befehlszeile oben führt also dazu, dass für jeden Akteur mit einer 10%-igen Wahrscheinlichkeit
die Farbe auf rot geändert wird. In unserer Startverteilung sind daher ca. 10% der Akteure rot und
der Rest grau gefärbt.
Um diese und auch weitere Setup-Einstellungen vorzunehmen ist es üblich, eine Setup-Prozedur
zu erstellen und im Fall von StarLogo mit einem Button zu verbinden. Im Fenster für Turtle Prozeduren, in dem sich bereits die go Prozedur befindet fügen wir jetzt eine zweite Prozedur hinzu:
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Multiagentensimulation sozialer Phänomene
to setup_turtle
rt random 360
jump random 100
setcolor gray
if (10 > random 100) [setcolor red]
end
Der einzig neue Befehl in dieser Prozedur ist der jump-Befehl, dieser ist vergleichbar mit dem forward-Befehl fd, allerdings mit dem Unterschied, dass keine 100 Schritte gesetzt werden, sondern
die Akteure direkt zum Ziel springen. Zusammengefasst erledigt unsere Setup-Prozedur, dass jeder Akteur zufällig irgendwo in der Simulationswelt positioniert wird, dass alle Akteure grau eingefärbt werden und dann für ca. 10 % die Farbeigenschaft auf rot gesetzt wird. Analog zur Erstellung des Buttons für die go-Prozedur fügen wir jetzt einen Button hinzu und schreiben in das Feld
„StarLogo Instructions“
setup_turtle
Das Häkchen bei „Forever?“ wird diesmal nicht gesetzt, da diese Prozedur nicht wiederholt, sondern nur einmal ausgeführt werden soll. Im nächsten Schritt wird die Interaktion zwischen den
Akteuren hinzugefügt. Dazu verwenden wir das Konstrukt
color-of one-of-turtles-here
das als Wert die Farbe eines anderen Akteurs zurückliefert, der sich auf dem gleichen Feld der Simulationswelt befindet. In Kombination mit der oben vorgestellten If-Bedingung und dem Einfärben des Akteurs können wir folgenden Befehl zusammenstellen:
if ((color-of one-of-turtles-here) = red) [setcolor red]
Natürlich passiert nach Eingabe dieses Befehls im „Turtle Command Center“ nicht viel, da sich
der Großteil der Akteure alleine auf einem Feld der Simulationswelt befinden. Diese If-Bedingung
muss natürlich nach jedem Schritt unserer Akteure ausgeführt werden. Fügen Sie deshalb diese
Zeile als neuen letzten Befehl in die go Prozedur ein. Nachdem der Akteur zufällig seine Richtung
ändert und einen Schritt nach vorne gegangen ist, wird mit dem neuen Befehl ermittelt, ob sich ein
anderer Akteur auf dem gleichen Feld aufhält und ob dieser rot eingefärbt ist. Ist dies der Fall wird
vom jeweiligen Akteur die Farbe übernommen und ebenfalls auf rot gesetzt. Da wir die Farbe der
Akteure als Metapher für die Verbreitung von Informationen verwenden, müssen Akteure also auf
die Farbe von anderen Akteuren „schauen“. Um die Verbreitung übersichtlich beobachten zu können werden wir jetzt noch mit dem 6. Symbol von links in der Symbolleiste ein Plot-Fenster hinzufügen. Nach Auswahl des Line Chart Typs erscheint das leere Plot-Fenster. Im Menü findet
man unter Format/Data die Einstellungen für Auswertungen. Standardmäßig sollte hier bereits
„Number of Turtles“ ausgewählt sein. Durch Klicken auf das Auswahlfeld neben dem Wort
„with“ wird rechts daneben ein Eingabefeld aktiviert. Fügen Sie in dieses anstelle des Wortes
„true“ die folgende Bedingung ein:
color = red
Die so erstellte Grafik zeigt uns die Anzahl der roten Akteure einmal pro Sekunde an. Im PlotMenü kann zu einem späteren Zeitpunkt unter Edit/Clear Plot die bisherige Ausgabe gelöscht werden. Bestätigen Sie das offene Fenster mit „OK“ und fertig ist die Simulation. Starten Sie die Simulation durch einmaliges Drücken des setup_turtle-Button und des go-Button.
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Multiagentensimulation sozialer Phänomene
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Um unsere Simulation durch Interaktion ein wenig komfortabler und sie auch für andere Menschen zugänglich zu gestalten fügen wir noch das eine oder andere interaktive Element hinzu. Die
folgenden Schritte bewirken keine Veränderungen der bisher erstellten Simulation. Sie können
hier die Übung auch beenden und im nächsten Abschnitt weiterlesen. Ich empfehle Ihnen aber,
sich auch die weiteren Interface-Elemente von StarLogo anzueignen, da diese mit wenigen Handgriffen Ihre Simulationen auf ein professionelles Niveau heben. Als Erstes fügen wir eine SetupFunktion hinzu, die alle Akteure löscht und neu platziert. Zu diesem Zweck wechseln wir zum ersten Mal in den Observer-Modus durch Drücken des Rasterblattes „Observer“ links oben im Kontrollzentrum (Punkt „4“ der Abbildung) und fügen eine Observer Prozedur hinzu:
to setup_observer
ca
crt 100
end
Der erste Befehl ca steht für clear all und löscht die gesamte Simulationswelt. Der zweite Befehl
steht für create turtles und erzeugt in dieser Form 100 neue Akteure, die im Zentrum der Simulationswelt angeordnet werden. Fügen Sie jetzt wie bereits oben zweimal durchgeführt einen Button
ein und geben Sie in das Feld „StarLogo Instructions“
setup_observer
ein. Dieses Mal müssen Sie rechts das Optionsfeld „Observer“ anklicken um StarLogo mitzuteilen, dass dieser Button eine Observer-Prozedur aufruft. Weitere Elemente der Interaktivität stellen
Slider dar. Fügen Sie ein Slider Element (das dritte Symbol von links) aus der Symbolleiste in die
Steuerungsfläche (Punkt „6“) hinzu und tragen Sie im Feld „Variable“
anzahl_akteure
ein. Bei „Minimum“ fügen Sie bitte 10 ein, bei „Maximum“ 200 und bei „Current“ 100. Dieser
Slider dient der Einstellung, wie viele Akteure für eine Simulation verwendet werden sollen, die
Werte für Ober- und Untergrenze können später beliebig geändert werden. Damit die Anzahl der
zu erzeugenden Akteure bei der Betätigung des setup_observer Buttons tatsächlich von der aktuellen Einstellung des Sliders abhängt, ändern wir die Zeile in der Observer Prozedur, in der die Akteure erzeugt werden wie folgt ab:
crt anzahl_akteure
Jetzt wird die Variable aus dem Slider ausgelesen und diese Zahl dem Befehl zur Erzeugung von
Akteuren übergeben. Ein zweiter Slider bietet sich für den Anteil der in der Population ursprünglich mit der Information ausgestatteten Akteure an. Fügen wir also einen weiteren Slider hinzu,
schreiben in das Feld „Variable“:
start_prozent
und geben als „Minimum“ den Wert 0, als „Maximum“ den Wert 99 und als „Current“ den Wert
10 an. Um ähnlich wie bei dem vorangegangenen Slider auf die Variable des Sliders zugreifen zu
können ändern wird in der setup_turtle Prozedure die Zeile mit dem If-Befehl wie folgt ab:
if (start_prozent > random 100) [setcolor red]
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Multiagentensimulation sozialer Phänomene
Die folgende Abbildung zeigt Ihnen abschließend das Ergebnis des einführenden Beispieles
(schön ist die S-Kurve der Diffusion zu sehen) und im Anschluss findet sich zusammengefasst der
Code5 der für diese Simulation verwendeten Prozeduren.
Abbildung 4: Die fertige Simulation
Turtle Prozeduren:
to go
rt random 30
lt random 30
fd 1
if ((color-of one-of-turtles-here) = red) [setcolor red]
end
to setup_turtle
rt random 360
jump random 100
setcolor gray
if (start_prozent > random 100) [setcolor red]
end
5
Eine StarLogo-Datei mit der gesamten Simulation finden Sie unter http://www.pfeffer.at/soFid
[30.1.2009]
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Multiagentensimulation sozialer Phänomene
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Observer Prozedur:
to setup_observer
ca
crt anzahl_akteure
end
Natürlich werden für die Modellbildung realer sozialer Systeme komplexere Vorgänge abzubilden
sein. StarLogo kann viele dieser Vorgänge mit einfachen Befehlen in eine Simulation umsetzen.
Neben den Turtles, also den Akteuren der Simulationswelt, können z.B. auch die Patches (der
Hintergrund) programmiert werden und als Interaktion für die Akteure zur Verfügung stehen. So
ist es zum Beispiel möglich, dass Hindernisse oder bestimmte Zonen definiert werden, die auf darauf befindliche Akteure eine Auswirkung haben. Beispielsweise „finden“ Akteure Elemente und
transportieren diese an einen anderen Ort, usw. Weiters ist es möglich, dass Akteure mehrere Eigenschaften mit sich tragen, z.B. einen Wert, der angibt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Information weitergegeben wird, oder Werte für demographische Eigenschaften. StarLogo beinhaltet standardmäßig einige Beispielsimulationen aus unterschiedlichen Bereichen. Da der Code der
Beispielmodelle offen ist, können diese zum Experimentieren und damit zum Lernen des Umgangs mit StarLogo sehr gut verwendet werden. In NetLogo findet sich zudem noch eine weitaus
größere Ansammlung von Beispielsimulationen aus dem Bereich sozialer Phänomene: Modelle
zur Simulation der Verbreitung von Gerüchten, das Verhalten von Party-Gästen, aber auch die
Modellierung von Phänomenen in sozialen Netzwerken, usw.
Übersicht Simulationsumgebungen
Im Folgenden findet sich eine Übersicht über verschiedene Eigenschaften von drei Simulationsumgebungen für Multiagentensimulationen, welche den Einstieg in diese Art der Simulation vereinfachen soll. StarLogo bzw. NetLogo sind hervorragende Instrumente für den Einstieg in eigene
Projekte. AnyLogic ist die Profiversion, die, was die Anzahl der Akteure betrifft nach oben fast
unbegrenzte Möglichkeiten bietet. Der Nachteil von AnyLogic ist der hohe Preis. Repast ist der
Versuch die Vorteile von AnyLogic in einer Open-Source Software anzubieten. Allerdings erfordert Repast fortgeschrittene Programmierkenntnisse.
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Multiagentensimulation sozialer Phänomene
Tabelle 1: Übersicht von Simulationsumgebungen für Multiagentensimulationen
StarLogo/NetLogo
Repast
AnyLogic
Quelle
http://education.mit.edu/starlogo
http://repast.sourceforge.net
http://ccl.northwestern.edu/netlogo/
http://www.xjtek.com/
anylogic
Zugang,
Kosten
kostenloser Download von der
Projekthomepage
kostenpflichtig (Educational Version $ 330,-), 15
Tage gratis Testversion
kostenloser Download bei
Sourceforge, open-source
Erste Schritte gute Einführung, sehr einfach
funktionierende Beispiele
Beispielprojekt für Anfänger gut nachvollziehbar, trotz
Innen, dennoch sehr
kompliziertem Programm
aufwändig
Dokumenta- online und lokal installiert vorhantion
den
vorhanden, auch FAQ
Sammlung vorhanden
Modellbibliothek
Beispiele aus verschiedenen Berei- Beispielprojekte vorhanden
chen werden lokal installiert, leicht aber schwer zu finden, Instalzu starten
lation erfordert Eclipse
Kenntnisse
online und als Teil des
Programms
ca. 50 Modellbeispiele in
Programm über Startmenü, gute Beschreibung,
leicht zu starten
Motivation, schnelle Erfolgserlebnisse, motiviert für UserInnen ohne Erfahrun- viele Schritte vor eigentliErfolgserleb- zum ausprobieren
gen mit Eclipse-Umgebung cher Simulation notwennisse
demotivierend
dig, dennoch erfolgreiche
Umsetzung möglich
Gesamteindruck
einfach gehaltenes Tool, nicht für
sehr große oder komplexe Simulationen geeignet
sehr aufwändiges professionelles Tool, das nicht für
den schnellen Einstieg geeignet ist
anspruchsvolles und professionelles Tool, eigene
umfassende Simulationswelt
Conclusio
Modellbildungsprozesse sind gleichzeitig Konstruktions- und Abbildungsprozesse. Die ModellbauerInnen trennen durch Abstraktion das Wesentliche vom Unwesentlichen und konstruieren damit aus dem Blickwinkel des Konstruktivismus einen Entwurf eines realen Systems. Zudem sind
Modelle im erkenntnistheoretischen Sinn Abbilder der Wirklichkeit, da diese Eigenschaften des
abzubildenden Objekts beinhalten. Die Menschen spiegeln ihre Umwelt zunächst geistig wider,
indem sie Bilder und Zusammenhänge des Wahrgenommenen, mentale Modelle, im Kopf erzeugen. Dabei handelt es sich um vereinfachte, weniger komplexe und oft auch verfälschte Abbildungen des realen Systems. Diese Widerspiegelungsprodukte sind nie eine objektive Wiedergabe der
„Realität“ (zu der es keinen direkten Zugang gibt), sondern immer gleichzeitig Abbildung und
Entwurf, also menschliche Konstruktionen bestimmter Aspekte der Umwelt. In diesen Konstruktionen finden die Rahmenbedingungen der Menschen ihren Niederschlag, es gehen die bisherigen
Erfahrungen der Einzelnen genauso ein wie deren Interessenslagen und Lebensbedingungen.
Durch Interaktion mit anderen Menschen oder mit der sonstigen Umwelt kann sich die Sicht der
Dinge durchaus verändern. Die Konstruktionen sind daher im Zeitverlauf nicht unbedingt invariant, sondern die Sicht der Dinge ist potentiell variabel.
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Die Welt zu beschreiben, kann mitunter ein sehr komplexes Unterfangen sein. Wenn das zu beschreibende System noch dazu ein soziales ist, ist in vielen Fällen eine zufriedenstellende umfassende Beschreibung nicht möglich, da unzählige Dimensionen ineinander greifen und einander beeinflussen. Diese Beschreibung des realen Systems ist jedoch Voraussetzung für die Übertragung
in ein computerunterstütztes Modell. Die zentrale Herausforderung bei dieser Übertragung ist es,
dass genau so viele Eigenschaften des realen Systems übertragen werden, wie unbedingt zur Beschreibung notwendig sind – und nicht mehr. Keep the model simple.
Die Modellkonstruktion auf der Grundlage von realen Systemen und die darauffolgenden Simulationen sind nicht an naturwissenschaftliche Phänomene gebunden. In jedem Fachgebiet können
Aspekte in Computersimulationen nachgebildet werden, so auch im Bereich der Sozialwissenschaften. Simulationsumgebungen, wie z.B. StarLogo, ermöglichen auch Forscherinnen und Forschern, die keine Ausbildung zum Erstellen von Computerprogrammen haben, Simulationen zu
ihren Forschungsfragen zu erzeugen. Das in diesem Artikel vorgestellte Einführungsbeispiel zeigt,
dass mit StarLogo Multiagentensimulationen mit wenig Aufwand und mit wenigen Befehlen erstellt werden können.
Literaturverzeichnis
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Complex, Dynamic Systems with StarLogo. New York: Teachers College Press.
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New York: Open University Press.
Gilbert, Nigel, 2007: Agent-Based Models, Series: Quantitative Applications in the Social Sciences. Thousand Oaks: Sage Pubn Inc.
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Johnson, Steven, 2001: Emergence. London: The Penguin Press.
Kirkup, Les, 1994: Experimental Methods – An Introduction to the Analysis and Representation
of Data. Brisbane: John Wiley & Sons.
Kühl, Stefan, 2005: Experiment. In: Stefan Kühl, Petra Strodtholz und Andreas Taffertshofer
(Hrsg.), Quantitative Methoden der Organisationsforschung. S. 213-242. Wiesbaden: VS Verlag.
Miller, John H. und Scott E. Page, 2007: Complex Adaptive System – An Introduction to Computational Models of Social Life. Princeton: Princeton University Press.
Resnick, Mitchel, 1994: Turtles, Termites, and Traffic Jams. Cambridge: The M.I.T. Press.
Stachowiak, Herbert, 1973: Allgemeine Modelltheorie. Wien: Springer-Verlag.
VDI-Gesellschaft Fördertechnik Materialfluss Logistik (Hrsg.), 1996: VDI-Richtlinie: VDI 3633,
Simulation von Logistik-, Materialfluß- und Produktionssystemen – Begriffsdefinitionen.
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Multiagentensimulation sozialer Phänomene
Zum Autor
Jürgen Pfeffer, Mag. rer. soc. oec, geb. 3. April 1976. Wiener Netzwerkanalytiker; Doktorand an der Technischen Universität Wien, Unternehmensberater mit
Schwerpunkt auf netzwerkanalytische Verfahren; Wissenschaftlicher Fokus:
Struktur und Dynamik von Mensch-zu-Mensch Kommunikationsnetzwerken.
Details und Kontakt: www.pfeffer.at
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1 Methodologie, Forschungsdesign, Forschungsorganisation
1
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Methodologie, Forschungsdesign, Forschungsorganisation
[1-L] Abraham, Martin; Kopp, Johannes:
Methoden der Familiensoziologie, in: Norbert F. Schneider (Hrsg.): Lehrbuch Moderne
Familiensoziologie : Theorien, Methoden, empirische Befunde, Opladen: B. Budrich, 2008, S. 4164, ISBN: 978-3-86649-966-9
INHALT: Ziel des Beitrags ist es, einerseits die Bedeutung angemessener Methoden für die Familienforschung als empirische Teildisziplin der Sozialwissenschaften herauszuarbeiten und
andererseits spezifische Probleme und ihre Lösung zu benennen. Dabei wird deutlich, dass
eine fundierte Ausbildung in empirischer Sozialforschung die unabdingbare Grundlage darstellt, um mit den in der Familieforschung notwendigen Verfahren und Modellen umgehen zu
können. Eingegangen wird dann auf die methodischen Besonderheiten familiensoziologischer
Fragestellungen. Von besonderem Interesse ist dabei, dass die hier im Mittelpunkt stehenden
Entscheidungen und Entwicklungen meist von mehreren Akteuren beeinflusst werden. So ist
weder die Partnerwahl ein einseitiger Prozess noch entscheidet in der Regel ein Ehepartner allein über die Realisierung von Kinderwünschen. Mit diesen Besonderheiten gehen einige Ansprüche an die benötigte Datenstruktur einher. In einem dritten Kapitel wird dann auf die aus
diesen Besonderheiten abzuleitenden Schwierigkeiten des Untersuchungsdesigns eingegangen. Das vierte Kapitel dient der Darstellung spezifischer Operationalisierungen und Messverfahren und das fünfte Kapitel der Darstellung der entsprechenden Auswertungsverfahren.
In einem gesonderten sechsten Kapitel wird eine kursorische Übersicht über qualitative Verfahren in der Familienforschung gegeben. (ICA2)
[2-L] Ahrens, Johannes; Beer, Raphael; Bittlingmayer, Uwe H.; Gerdes, Jürgen (Hrsg.):
Beschreiben und/oder Bewerten: 1., Normativität in sozialwissenschaftlichen
Forschungsfeldern, (Münsteraner Schriften zur Soziologie, Bd. 1), Berlin: Lit Verl. 2008, 279 S.,
ISBN: 978-3-8258-9211-1
INHALT: "Die Frage, wie eine Gesellschaft beschrieben werden kann, gehört zu den konstitutiven Ausgangspunkten der Sozialwissenschaften. Strittig ist, wie diese Beschreibungen zu bewerten sind und ob sich Bewertungen in den Sozialwissenschaften überhaupt vermeiden lassen. Das Spannungsverhältnis zwischen Beschreiben und Bewerten wird in diesem Sammelband entlang ausgewählter Forschungsfelder von Migrations- und Bildungsforschung bis hin
zur Familien- und Ungleichheitssoziologie genauer bestimmt." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Johannes Ahrens, Raphael Beer, Uwe H. Bittlingmayer, Jürgen Gerdes: Beschreiben
und/oder Bewerten. Zur Einführung (9-74); Raphael Beer, Uwe H. Bittlingmayer: Normativität in der Sozialisationsforschung (75-102); Reinhart Kößler: Normativität in der Entwicklungssoziologie (103-130); Diana Sahrai: Normativität in der Migrationsforschung (131-158);
Jens O. Zinn: Normativität in der Ungleichheitsforschung (159-184); Oliver Geister: Normativität in der Bildungsforschung (185-202); Dieter Hoffmeister: Normativität in der Familiensoziologie (203-230); Nina Oelkers, Ulrich Steckmann, Holger Ziegler: Normativität in der
Sozialen Arbeit (231-256); Katrin Späte: Normativität in der Frauen- und Geschlechterforschung (257-276).
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
1 Methodologie, Forschungsdesign, Forschungsorganisation
[3-L] Albert, Ernest:
Zur Wertekonzeption in den Sozialwissenschaften: Potenzial, fachliche Prägungen und
mögliche Blockaden eines strategisch benutzten Begriffes, (Sociology in Switzerland :
contributions to general sociological theory), Zürich 2008, 54 S. (Graue Literatur;
socio.ch/general/t_ealbert1.pdf)
INHALT: Der vorliegende theoretische Beitrag gibt zunächst einen nach Fachrichtungen geordneten Überblick über einflussreiche sozialwissenschaftliche Wertkonzeptionen auf Basis ihrer
strukturellen und funktionalen Aspekte. Dabei werden - nebst der berücksichtigten fachinternen Vielfalt - einige wichtige Charakteristiken psychologischer, kulturwissenschaftlicher und
soziologischer Begriffstradition in jeweils fachspezifischen synoptischen Kapiteln identifiziert. Der Beitrag macht dann auf Basis dieses Überblicks die immer wieder auftauchenden
Probleme und Ungereimtheiten der Wertkonzeptualisierung als Spielarten einer Subjekt- Objekt-Konfusion erkennbar. Zwei wichtigste Spielarten werden problematisiert. Bei der ersten
wird das Wertfreiheitspostulat in der Wissenschaft dahingehend missverstanden, dass der
Wert als Objekt so weit als möglich zu meiden sei und möglichst viele seiner plausiblen
Funktionen in jeweils fachtypische Nachbarbegriffe auszulagern seien - wodurch gerade kein
Instrument gewonnen wird, eigene Forschung auf ihren Wertgehalt hin kritisch zu reflektieren. Bei der zweiten wird versucht, den Wert schon als Begriff normativ aufzuladen, respektive Meta-Maßstäbe auf ihn anzuwenden und damit mehr oder weniger bewusst über den Begriff zu missionieren. Dies reduziert aber eher die Tauglichkeit desselben zur Abbildung der
normativen Potenziale von Wertsystemen. Im Rahmen einer den Beitrag abschließenden eigenen Konzeptionsempfehlung (in der besonders gut diskutierbaren Form zweier facettierter
Definitionssätze) wird denn auch eher die ungebrochene wertspezifische Relevanz des Bedürfnisses unterstrichen. Sie erweist sich als hartnäckige Überlebende der ausführlichen vorangehenden Analysen und scheint besonders gut auf ein genuin sozialwissenschaftliches Forschungsverständnis beziehbar, das sich für Zusammenhänge, beobachtbaren Wandel und Vergleiche eher als für nicht hinterfragbar vom Himmel Fallendes interessiert. (ICD2)
[4-L] Albert, Hans:
Zur Rolle der Phantasie in der Forschung: eine methodologische Untersuchung im
Anschluss an Max Weber, in: Steffen Sigmund, Gert Albert, Agathe Bienfait, Mateusz Stachura
(Hrsg.): Soziale Konstellation und historische Perspektive : Festschrift für M. Rainer Lepsius,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2008, S. 427-444, ISBN: 978-3-531-15852-5 (Standort: UB
Bonn(5)-20086026)
INHALT: Der Ausgangspunkt der Betrachtungen zum Methodenproblem ist eine Weber'sche
Einsicht, die er selbst in seinen methodologischen Untersuchungen nicht verwertet hat. Aber
es hat sich gezeigt, dass ihre Verwertung im Rahmen einer rationalen Heuristik Konsequenzen hat, die in einem an Weber'schen Ideen orientierten Erkenntnisprogramm ihren Platz finden können. Die Beiträge von M. Rainer Lepsius zur soziologischen Forschung, knüpfen in
origineller Weise an Weber'sche Untersuchungen an, von der Fruchtbarkeit einer methodisch
geschulten Phantasie zeugend. Es wird argumentiert, dass methodologische Regeln auf zwei
Ebenen wirksam werden. Einerseits geht es um die Lösung institutioneller Probleme im Bereich der Wissenschaft und in diesem Zusammenhang um die komparative Bewertung alternativer institutioneller Vorkehrungen im Hinblick auf ihre Wirkungen auf das Erkenntnisgeschehen. Dabei gehört die Wahl methodologischer Regeln zur Lösung dieser Probleme. An-
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dererseits handelt es sich um die Lösung wissenschaftlicher Probleme und daher um die Anwendung solcher Regeln bei der komparativen Bewertung alternativer Theorien, Modelle, Erklärungen, Methoden usw., die als Problemlösungen vorgeschlagen werden. Man kann für die
Lösung der betreffenden institutionellen Probleme selbst wieder auf einschlägige theoretische
Arbeiten und damit auf Problemlösungen der zweiten Ebene zurückgegriffen werden, ohne
dass dabei ein circulus vitiosus entsteht. (ICF2)
[5-L] Angermüller, Johannes:
Gesellschafts- als Diskursanalyse?: der Poststrukturalismus und die Methodenfrage, in:
Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses
der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main:
Campus Verl., 2008, S. 4138-4151, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Ist die 'Gesellschaft' in der Krise? Netzwerk- und Systemtheoretiker reflektieren die
Schwierigkeiten, die Gesellschaft als Ganze zu überblicken; Globalisierungs- und Weltkulturtheoretiker stellen 'Containergesellschaften' nach nationalstaatlichem Vorbild in Frage; politische Theoretiker weisen auf die Verflüssigung und Verschachtelung von Repräsentationsstrukturen und institutionellen Ordnungen hin; und die Kulturwissenschaften problematisieren
homogenisierende und vereinheitlichende Zugänge zu den symbolisch-ästhetischen Ausdrucksformen einer Gesellschaft. Dieser Vortrag sucht den Problemen des Gesellschaftsbegriffs mit einer Theorie des 'Sozialen' zu begegnen. Im Anschluss an bestimmte Diskussionen
der politischen Theorie (Laclau, Butler, Badiou) möchte der Verfasser das Soziale als ein Terrain von sozialen Praktiken einführen, die sich an seinen Lücken und Brüchen ansiedeln. Mit
einem Schuss Lacan'scher Psychoanalyse können diese Orte als ein Mangel (manque) begriffen werden, die ein Verlangen (désir) nach Vernähung (suture) begründen und auf diese Weise immer mehr Diskurs, d.h. kontingente Akte des Politischen notwendig machen. Dieser für
die Kontingenz diskursiver Praxis geöffnete Begriff des Sozialen wirft die Frage nach seiner
methodischen Umsetzung auf. Lässt sich dieser Bedarf mit den Methoden der Diskursanalyse
bedienen? Dieser Beitrag stellt die Möglichkeiten und Grenzen einer Kombination von Diskurstheorie und Diskursanalyse zur Diskussion." (Autorenreferat)
[6-L] Baur, Nina:
Was kann die Soziologie methodisch von der Geschichtswissenschaft lernen?, in: Historical
Social Research : the official journal of Quantum and Interquant ; an international journal for the
application of formal methods to history, Vol. 33/2008, No. 3 = No. 125, S. 217-248 (Standort:
USB Köln(38)-XG05183; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Mit Hilfe einer Metaanalyse historischer Texte wurden Eigenheiten historischer Methodologie herausgearbeitet und mit denen typischer sozialwissenschaftlicher Forschung verglichen. Ausgehend von diesem Vergleich, kommt die Autorin zu dem Ergebnis, dass die Soziologie u.a. von der Geschichtswissenschaft Erkenntnisse über das Verhältnis von qualitativer und quantitativer Forschung, über die praktische Durchführung komplexer, epochenübergreifender empirischer Projekte auf hohem theoretischen Niveau, über die Abschätzung systematischer Fehler bei der Datenauswahl, über den Umgang mit prozessproduzierten Daten sowie über die Datenaufbereitung gewinnen kann." (Autorenreferat)
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[7-L] Bergemann, Niels (Hrsg.):
Wege der Wissenschaft: Einführung in die Wissenschaftstheorie, Berlin: Springer 2007,
XVIII, 244 S., ISBN: 978-3-540-49490-4
INHALT: Chalmers kritische Reflexion über wissenschaftstheoretische Schulen avancierte zum
Standardwerk der universitären Lehre. In über 15 Sprachen übersetzt, verdankt es seine Popularität der Tatsache, dass (der Autor) die komplexe Thematik in eine auch für Laien verständliche Form bringt. So illustrieren zahlreiche Beispiele seinen hervorragenden Überblick über
klassische Ansätze der Wissenschaftstheorie vom Induktivismus über den kritischen Rationalismus bis hin zum Falsifikationismus. (Er) stellt die Theorien von Karl Popper, Imre Lakatos, Thomas Kuhn und Paul Feyerabend vor. Zusätzlich geht er auf aktuelle wissenschaftstheoretische Entwicklungen ein. Sein besonderes Augenmerk richtet er dabei auf die Bedeutung des Experiments und den "Neuen Experimentalismus", den wahrscheinlichkeitstheoretischen Ansatz von Thomas Bayes, das Wesen naturwissenschaftlicher Gesetze und die aktuelle "Realismus versus Anti-Realismus-Debatte". (DIPF/Verlag)
[8-L] Berridge, Sally:
What does it take?: auto/biography as performative PhD thesis, in: Forum Qualitative
Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 20 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802451)
INHALT: "Erst vor Kurzem hat die Verfasserin ihre performative ('kreative') Doktorarbeit an der
School of Creative Communication (mittlerweile Faculty of Design and Creative Practice) der
University of Canberra (Australien) abgeschlossen, an der solche Arbeiten erst seit 2002
möglich sind. Seit die Verfasserin die Arbeit 2006 abgegeben hat denkt sie über einige Dinge
nach, die im Laufe des dreieinhalbjährigen Forschungsprozesses ihre Aufmerksamkeit erregt
haben. Im Verlauf ihres Kontakts mit anderen Promovierenden und Kolleg/innen von drei
englischen Universitäten wurde ihr dann nach und nach klar, dass viele der Probleme, die sie
erlebt haben, ihren eigenen ähnelten und insoweit nicht einfach der innovativen Phase des eigenen Arbeitens geschuldet sind/waren, sondern Teil eines weitergehenden Szenarios zu sein
scheinen. An ihrer eigenen Universität beinhalten die Anforderungen an eine 'kreative Doktorarbeit' eine 'kreative' Komponente (ein Äquivalent von ca. 60.000 Worten) und eine theoretische Komponente ('Exegese') von ca. 30.000 Worten. Der materielle Output ihrer Arbeit.canberra.edu.au/public/adt-AUC20070510.151236/index.html) besteht aus zwei Bänden: Einer, Tissue, ist autobiografisch und befasst sich mit dem Zusammenhang von Autobiografie,
Gedächtnis und Identität. Der andere, Re-Picturing My Life, umfasst die theoretische Komponente, indem die Verfasserin sich mit unterschiedlichen Paradigmen befasst und beispielsweise auch Fragen der Methodologie, der Bedeutung von Kunst als/ in der Forschung sowie
Theorien zu Gedächtnis, Identität, Autobiografie und zu menschlichen Interaktionen mit Objekten behandelt hat. In diesem Beitrag präsentiert die Verfasserin einige Text- und Bildauszüge, um eine Vorstellung von ihrer Doktorarbeit zu geben. Und sie reflektiert die Besonderheiten eines performativen Ansatzes im Kontext akademischer Forschung - die Ausdauer, Bestimmtheit und der Humor, die erforderlich sind, um in dieser ehrenvollen Umgebung eine
Doktorarbeit erfolgreich abschließen zu können." (Autorenreferat)
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[9-L] Bodenmann, Tom:
Was heißt "Die beobachtete Klimaerwärmung ist anthropogen"?: eine
kausalitätstheoretische Analyse der Argumente des Intergovernmental Panel on Climate
Change, in: Gaia : ökologische Perspektiven für Wissenschaft und Gesellschaft, Jg. 17/2008, H.
2, S. 205-212
(www.ingentaconnect.com/content/oekom/gaia/2008/00000017/00000002/art00008)
INHALT: Der Verfasser stellt fest, dass das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)
die notwendigen Daten und das notwendige Argument für einen Kausalnachweis liefert, aber
es weder erklärt, was ein Kausalnachweis ist, noch zeigt, dass seine Argumentation ein Kausalnachweis ist. Die Studie bietet Antworten auf diese beiden Fragen anhand der Kausaltheorie von Graßhoff und May . Diese Theorie liefert, so der Autor, eine formale Basis zur Diskussion von Einwänden und führt zu einem vertieften Verständnis der Funktion des degree of
belief bei Kausalnachweisen. Die konkrete Anwendung zeigt, dass die Definition von Ereignisklassen ein zentraler Schritt des Kausalnachweises ist. Bei einer geeigneten Definition von
"Klimaerwärmung" lässt sich die beobachtete Klimaerwärmung als anthropogen ausweisen.
Zudem wird verständlich, weshalb auf eine Relation 'Ursache-Wirkung' zwischen anthropogenen Treibhausgasemissionen und Klimaerwärmung nur mit Hilfe von Klimamodellen geschlossen werden kann. Es wird argumentiert, dass anhand der vorgestellten Kausaltheorie
viele populäre Einwände gegen die Anthropogenität der Klimaerwärmung ausgeräumt werden können. Die Klimaforschung darf, so die These, die Klimadebatte nicht aufgrund ihres
Konsensus abschließen, da eine abschließende Beurteilung nicht möglich ist. Vielmehr müssen weiterhin Einwände und Alternativen sorgfältig geprüft werden. Es kann zu keiner Zeit
definitiv ausgeschlossen werden, dass in Zukunft eine plausible Erklärung vorgebracht und
akzeptiert wird, die andere Faktoren als kausal relevant auszeichnet. (ICF2)
[10-L] Bude, Heinz:
Phänomene und Probleme: wider das ansatzbezogene Denken, in: Merkur : deutsche
Zeitschrift für europäisches Denken, Jg. 62/2008, H. 8 = H. 711, S. 688-696 (Standort: USB
Köln(38)-AP4481; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Der Autor setzt sich kritisch mit der Tatsache auseinander, dass sich eine jüngere Generation von Wissenschaftlern in den Human-, Sozial- und Geisteswissenschaften auf ein ansatzbezogenes Denken zurückgezogen hat: "Weil nur zu sehen ist, was man zu sehen glaubt,
ist das Operieren mit den Ansätzen wichtiger als die Arbeit an der Wirklichkeit. Beobachtungen referieren auf Beobachtungen, Theorien reagieren auf Theorien, Wissenschaft generiert
Wissenschaft". Dies wirft nach Ansicht des Autors folgende grundlegende Fragen auf: "Ist
der ansatzbezogene Immanentismus wirklich das letzte Wort in der Reflexion auf die Entstehensbedingungen und Verwendungszusammenhänge sozial- und geisteswissenschaftlichen
Wissens? Gibt es aus dem Zirkel der erkenntniskritischen Selbstreflexion keinen Ausweg?
Muss man sich mit der schwermütigen Einsicht in die Unerreichbarkeit der Wirklichkeit zufrieden geben?" Der Autor geht in seinem Beitrag auf zwei Begriffe aus der erkenntniskritischen Philosophie des 20. Jahrhunderts ein, die auf eine ähnlich wahrgenommene geistesgeschichtliche Situation reagiert haben: der Begriff des Phänomens und der des Problems. Im
Blick auf die Phänomene und unter dem Druck der Probleme - so der gemeinsame Gedanke verändern sich die Begriffe und wandeln sich die Theorien, wie der Autor bei seinen philosophischen und wissenschaftstheoretischen Reflexionen näher ausführt. (ICI)
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[11-L] Burzan, Nicole:
Quantitative Methoden der Kulturwissenschaften: eine Einführung, (UTB, 2714), Konstanz:
UVK Verl.-Ges. 2005, 174 S., ISBN: 3-8252-2714-6 (Standort: THB Aachen(82)-Rf/1883)
INHALT: Die Verfasserin gibt einen Einblick in quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung und zeigt, warum und in welcher Form solche Methoden in den Kulturwissenschaften zum Einsatz kommen. Anhand dreier Themenbeispiele (Moderne, Zivilisationsprozess,
Klassenzugehörigkeit und Geschmack) werden empirische kulturwissenschaftliche Studien
vorgestellt. Die Logik quantitativer Forschung wird erläutert und der Forschungsprozess wird
für verschiedene Erhebungsinstrumente beschrieben: Inhaltsanalyse, Beobachtung, Befragung, Sekundäranalyse empirischer Daten. Darüber hinaus werden Auswahlverfahren und die
Darstellung von Forschungsergebnissen behandelt. Den einzelnen Abschnitten sind Übungsaufgaben beigefügt. (ICE2)
[12-L] Cottier, Michelle; Wrase, Michael:
Geschlecht, "Rasse" und Klasse in Gerichtsverfahren: Bericht über ein Forschungsseminar
zur empirischen Rechtssoziologie, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft
: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006.
Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 2339-2348, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Beobachtungen von Gerichtsverfahren und Entscheidungsprozessen gehören zur klassischen empirischen Justizforschung auch im deutschsprachigen Raum (s. etwa Lautmann
1972, Ludwig-Mayerhofer 1997). In den bisherigen Forschungen vernachlässigt wurde allerdings eine Thematisierung und Verbindung mit Theorien und Debatten in den Gender Studies
und aktuellen Forschungen zu gesellschaftlichen Differenzen entlang der Kategorien 'Rasse',
Klasse, Geschlecht und deren Interdependenzen (dazu etwa Klinger 2003). Dabei ist zu vermuten, dass diese Kategorien und die damit verbundenen sozialen Hierarchien und Differenzen in rechtlichen Interaktionen wie insbesondere in Gerichtsverfahren, in denen Erzählungen, Identitäten und Lebenswirklichkeiten hergestellt werden und die Verfügbarkeit verschiedenartiger Ressourcen die Position im Verfahren bestimmt (s. Hoffmann 1989, Löschper
1999, Scheffer 2003), besonders wirkungsmächtig sind. Diesen bislang kaum diskutierten
Fragen möchte ein Forschungsseminar zur empirischen Rechtssoziologie nachgehen, das von
den Einreichenden im Sommersemester dieses Jahres an der Humboldt-Universität Berlin
veranstaltet wird. Das Seminar richtet sich an Studierende der Gender Studies, Rechts-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Es verfolgt einen innovativen Lehransatz, bei dem die Studierenden in die Methoden der qualitativ-empirischen Sozialforschung eingeführt werden und
anschließend selbst ein Forschungsdesign für Gerichtsbeobachtungen und Interviews mit den
Richterinnen und Richtern erarbeiten. Die Verfahrensbeobachtungen werden im Zeitraum
von Ende April bis Ende Juni am Landgericht Berlin an einer Kammer für Strafsachen durchgeführt. In der Ausschreibung des Seminars heißt es: Um der Wirksamkeit der Kategorien
Geschlecht, 'Rasse' und Klasse im Recht auf die Spur zu kommen, genügt es oft nicht, geschriebene Quellen wie die Gesetzgebung, Rechtsprechung und Rechtslehre zu untersuchen.
Zusätzlich muss auch die Umsetzung des Rechts in der sozialen Wirklichkeit - häufig auch
als 'Rechtswirklichkeit' oder 'law in action' benannt - in die Betrachtung einbezogen werden.
Zu deren Untersuchung steht eine Vielzahl von Methoden der empirischen Sozialforschung
zur Verfügung. Die Teilnehmenden des Seminars erproben die praktische Durchführung von
Forschungsvorhaben in der empirischen Rechtssoziologie anhand von in Gruppen unternom-
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menen Projekten. Sie entwickeln eine konkrete Forschungsfrage und deren methodische Umsetzung. Sodann führen sie Beobachtungen von Gerichtsprozessen (wahlweise auch Interviews) durch. Den Abschluss bilden die Analyse des so gesammelten Materials und die Präsentation der Ergebnisse. In dem Paper möchten die Verfasser einen Einblick in die Ergebnisse der Forschungsarbeit im Seminargeben, in erster Linie aber über Erfahrungen, Möglichkeiten und Probleme der Verbindung von Lehre und Forschung im Bereich der empirischen
Rechtssoziologie berichten und diskutieren." (Autorenreferat)
[13-L] Defila, Rico; DiGiulio, Antonietta; Scheuermann, Michael:
Forschungsverbundmanagement: Handbuch für die Gestaltung inter- und
transdisziplinärer Projekte, Zürich: vdF Hochschulverl. an der ETH Zürich 2006, 348 S., ISBN:
3-7281-3042-7
INHALT: "Wie ist die Zusammenarbeit in einem Forschungsverbund, an dem mehrere Disziplinen beteiligt sind, zu gestalten? Was ist zu beachten, wenn Personen aus der Praxis mitwirken? Wie sind gemeinsame Ziele und Fragen zu formulieren? Wie lässt sich die Vernetzung
im Verbund fördern, wie kommt er zu einer Synthese? Wie kann das Engagement für das Gemeinsame erhalten werden? Das Handbuch liefert allen, die für die Planung und Durchführung von inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten verantwortlich sind, handlungsorientierte Grundlagen. Es beschreibt die Anforderungen und Aufgaben des Forschungsverbundmanagements, bietet Managementverantwortlichen zahlreiche Tips und Beispiele und
weist auf drohende Gefahren hin. Das Buch basiert auf einer empirischen Untersuchung von
vier Forschungsprogrammen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Erhebung). Es verbindet Ansätze aus verschiedenen Disziplinen und beruht auf den Erfahrungen
der Autorin und der Autoren im Management von Forschungsverbünden, in der Beratung von
Projekten und wissenschaftlichen Organisationen und in der Durchführung von Weiterbildungsveranstaltungen für Verantwortliche inter- und transdisziplinärer Forschungsprojekte."
(Textauszug)
[14-L] Diekmann, Andreas:
Soziologie und Ökonomie: der Beitrag experimenteller Wirtschaftsforschung zur
Sozialtheorie, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Jg. 60/2008, H. 3, S.
528-550 (Standort: USB Köln(38)-Haa00277-b; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der Artikel diskutiert Befunde aus der experimentellen Wirtschaftsforschung, die an
klassischen soziologischen Erkenntnissen anknüpfen. Insbesondere werden Studien zum Altruismus, über Reziprozität, soziale Normen und Sanktionen behandelt und der Beitrag dieser
Studien zur Weiterentwicklung der Sozialtheorie herausgearbeitet. Darüber hinaus werden
methodische Aspekte angesprochen und es wird dafür plädiert, dass die Soziologie sich wieder darauf besinnen sollte, dass zur Methodenvielfalt auch Experimente und Feldexperimente
gehören. Ökonomen auf der anderen Seite sollten den interdisziplinären Charakter des Forschungsprogramms stärker betonen, an dem Forscherinnen und Forscher verschiedener Disziplinen beteiligt sind." (Autorenreferat)
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[15-L] Diekmann, Andreas:
Empirische Sozialforschung: Grundlagen, Methoden, Anwendungen, (Rowohlts
Enzyklopädie, 55678), Reinbek: Rowohlt-Taschenbuch Verl. 2007, 784 S., ISBN: 978-3-49955678-4
INHALT: "Behandelt werden grundlegende Methoden der modernen empirischen Sozialforschung. Im Mittelpunkt stehen Untersuchungsplanung, Stichproben, Messung und Skalierung
von Einstellungen, Querschnitts-, Panel- und Kohortenstudien, experimentelle und quasi-experimentelle Designs, persönliche, telefonische, schriftliche und online-Befragung, weitere
Methoden der Datenerhebung wie nicht-reaktive Methoden, Datenanalyse. Die Kenntnis dieser Methoden ist unerläßlich für jeden, der sich auseinandersetzen will mit gesellschaftlichen
Entwicklungen und Zusammenhängen, die auf Daten und Zahlen beruhen." (Autorenreferat)
[16-L] Doornbos, Anja; Rooij, Marloes van; Smit, Maaike; Verdonschot, Suzanne:
From fairytales to spherecards: towards a new research methodology for improving
knowledge productivity, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social
Research, Vol. 9/2008, No. 2, 22 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802484)
INHALT: "Mit diesem Beitrag wollen die Verfasser Forschende und Praktiker/innen im Bereich
performativer Sozialwissenschaft zu Forschungsdesigns ermutigen, in denen beide Wissen in
einer Weise ko-produzieren, die zu einer Verbesserung von Theorie und von Praxis in einem
gegeben Feld beiträgt. Das so gewonnene Wissen kann zu weiterer Wissensproduktivität und
zu weiteren Lernprozessen verhelfen. Die Verfasser gehen dabei davon aus, dass die Identifikation, Sammlung und Interpretation von relevanten Informationen und die produktive Nutzung dieser Informationen essenziell ist für Erfolg oder Misserfolg in unserer Wissensgesellschaft. Wissen gemeinsam zu produzieren erfordert persönliches Engagement, und es mündet
in eine persönliche Erfahrung mit bleibendem Eindruck. Forschung, die zur Ko-Produktion
von Wissen beiträgt, ist emergent, flexibel und nicht-linear (Tyler 2006), und sie ermöglicht
Forschenden und Praktiker/innen, miteinander zu arbeiten in einem sich entfaltenden Forschungsprozess, Änderungen in der Umwelt und für Personen als integrale Bestandteile von
Forschung zu erachten und gemeinsam nach verbesserten Ausdrucksweisen für alle im Prozess Beteiligten zu suchen. Der Artikel will auf zweierlei Weise zu einer performativen Sozialwissenschaft beitragen: Zum einen wird ein Modell vorgestellt, das Forschende und Praktiker/innen einbezieht mit ihren kollaborativen Lernerfahrungen im Verlauf des gemeinsamen
Wissensproduktionsprozesses. Zum anderen werden acht Vorgehensweisen präsentiert, die
auf unterschiedlichen Stufen Lernprozesse aufseiten der Forschenden und Praktiker/innen unterstützen. Diese Verfahren verdeutlichen zugleich, wie Kunst aus ästhetischen Gründen und
zur Verbesserung von Forschen und Lernen zum Einsatz kommen kann." (Autorenreferat)
[17-L] Douglas, Kitrina; Carless, David:
Nurturing a performative self, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative
Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 14 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802238)
INHALT: "In diesem Beitrag reflektieren die Verfasser ihre eigene Entwicklung als performative
Sozialwissenschaftler/in in der Hoffnung, dass ihre Erfahrungen auch für jene nützlich sind,
die sich auf eine ähnliche Reise begeben haben oder begeben wollen. Sie denken über die
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Forscher- und Forscherinnenpersönlichkeiten nach, die es braucht, damit performative Projekte tatsächlich ins Leben gerufen werden (können) und kommen dabei zu dem Schluss, dass
es hierfür aufseiten der Forschenden spezifischer Qualitäten und Kompetenzen bedarf, die in
einer deutlichen Spannung zu denen stehen, die für traditionelle Sozialforschung erforderlich
sind. In einem Umfeld, das ganz wesentlich durch Werte, Einstellungen und Praktiken traditioneller Wissenschaft geprägt ist, muss das 'performative Selbst' genährt werden und die erforderlichen Räume und Zeiten finden, die es braucht, um sich zu entwickeln und zu reifen."
(Autorenreferat)
[18-L] Eder, Anselm:
Was ist Soziologie?: Bekenntnisse von einem der es auch nicht weiß, Wien: Facultas-Verl.
2008, 147 S., ISBN: 978-3-7089-0225-8 (Standort: USB Köln(38)-35A4649)
INHALT: "Soziologie ist die Kunst, hinter dem, was Menschen tun, die Regeln zu erkennen,
nach denen sie es tun", so beantwortet der Verfasser die selbstgestellte Titelfrage. Sein Buch,
geschrieben für Menschen, die "auf paradoxe Anforderungen mit Neugier reagieren", vollzieht den Weg zu dieser Antwort nach, wobei der Verfasser immer wieder auf Geschichten
aus dem Alltag zurückgreift. Er erläutert die Schlüsselrolle der Interaktion, erklärt, warum
sich Menschen in sozialen Situationen zurechtfinden und behandelt das Zustandekommen sozialer Ordnung, für das Werkzeuge wie Normen, Rituale, Rollen, Werte, Macht und Kultur
verantwortlich sind. Er behandelt dann das dokumentierend-methodische Vorgehen der Sozialforschung und erläutert den Unterschied von Quantität und Qualität sowie von Deskription
und Induktion, beschreibt den Weg von einer Fragestellung über die Hypothesenaufstellung
zur sozialwissenschaftlichen Studie und ordnet explorative Methoden (Feldbeobachtung, Fallstudien) und quantitativ-standardisierendes Vorgehen (Fragebogen, Zählen und Messen) in
die Logik des sozialwissenschaftlichen Forschungsprozesses ein. (ICE2)
[19-L] Fielding, Nigel G.; Fielding, Jane L.:
Resistance and adaptation to criminal identity: using secondary analysis to evaluate classic
studies of crime and deviance, in: Historical Social Research : the official journal of Quantum
and Interquant ; an international journal for the application of formal methods to history, Vol.
33/2008, No. 3 = No. 125, S. 75-93 (Standort: USB Köln(38)-XG05183; Kopie über den
Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Qualitative Daten bieten reichhaltige Einsichten in die soziale Welt, sei es in alleiniger Anwendung oder im Tandem mit statistischer Analyse. Allerdings ist die Erhebung und
Auswertung qualitativer Daten mit hohen Kosten verbunden. Ferner ist allgemein bekannt,
dass nur ein Teil der so aufwändig erhobenen Daten letztlich Gegenstand der Auswertung und
Veröffentlichung wird. Die Sekundäranalyse ist in der quantitativen Forschung bereits eine
gut etablierte Methode und gewinnt auch für die Anwendung auf qualitative Daten an Wertschätzung. Eine besondere Rolle spielt sie im Zusammenhang mit Forschung zu sensiblen
Themen und/oder schwer zugänglichen Populationen, wie in dem vorliegenden Beispiel erläutert wird. Dieser Artikel leistet einen Beitrag zur Diskussion des Potenzials und der Grenzen der Sekundäranalyse qualitativer Daten, indem er die Ergebnisse einer Sekundäranalyse
einer klassischen Studie zur Soziologie des Gefängnislebens - Cohen und Taylors Forschung
zu Langzeit-Inhaftierung von Männern in Hochsicherheitsverwahrung - berichtet. Auf der
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Grundlage der Nutzung archivierter Daten der Originalstudie betrachtet der Beitrag Cohen
und Taylors Originalanalyse erneut und zeigt Unterstützung für eine alternative Konzeptionalisierung. Unter den diskutierten methodologischen Aspekten befinden sich die Wiederherstellung des Kontextes der originären Feldarbeit sowie die Rolle der Sekundäranalyse innerhalb eines kumulativen Ansatzes von Wissensproduktion." (Autorenreferat)
[20-L] Götzenbrucker, Gerit:
Soziale Netzwerkanalyse als Methode für die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft,
in: Medien-Journal : Zeitschrift für Kommunikationskultur, Jg. 32/2008, Nr. 2, S. 62-73
INHALT: Soziale Netzwerkforschung basiert auf der mathematischen Graphentheorie und wurde
erstmals in soziometrischen Ansätzen angewandt. Verbunden mit gruppendynamischen Ansätzen, der soziologischen Opinion-Leader-, Diffusions- und Innovationsforschung sowie
wirtschaftswissenschaftlichen Modellen entstand eine Forschungsrichtung, die eine Erweiterung der Analyse empirischer Daten mit graphischen Verfahren und mathematischen Modellen darstellt. (KB)
[21-L] Greshoff, Rainer; Lindemann, Gesa; Schimank, Uwe:
Theorienvergleich und Theorienintegration - disziplingeschichtliche und methodische
Überlegungen zur Entwicklung eines paradigmenvermittelnden "conceptual framework"
für die Soziologie, (Diskussionspapiere / Arbeitsgruppe Soziologische Theorie, 1-2007),
Oldenburg 2007, 23 S. (Graue Literatur; www.uni-oldenburg.de/ast/download/dp/ast-dp-1-07.pdf)
INHALT: "In dieser Arbeit geht es darum, eine grundlegende These über den Zustand der multiparadigmatischen verfassten Soziologie vorzustellen und in systematischer sowie disziplingeschichtlicher Perspektive zu entfalten und zu erläutern. Im Anschluss daran werden Überlegungen vorgetragen, einmal, wie dieser Zustand geändert werden kann und des weiteren, welchen methodischen Erfordernissen dabei Rechnung zu tragen ist. Den Abschluss bildet ein
kurzer Ausblick darauf, in welchen Hinsichten eine Änderung des Zustandes der Soziologie
erwartet wird." (Autorenreferat)
[22-L] Greshoff, Rainer:
Das "Modell der soziologischen Erklärung" als Kombination von methodischen und
gegenständlichen Annahmen, um soziale Aggregationen erklären zu können, in: KarlSiegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der
Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus
Verl., 2008, S. 4206-4215, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Das 'Modell der soziologischen Erklärung' (MSE) steht in ontologischer Perspektive
immer wieder in der Kritik. Als Erfindung 'theoretisch unbegabter Amerikaner' (Luhmann)
wird dessen Makro-Mikro-Makro-Ebenenkonzeption als ein nicht systematisch entwickeltes
Instrument eingeschätzt, das wenig geeignet sei, komplexeres soziales Geschehen adäquat erfassen zu können. Ontologischer Vorrang der Mikro- vor der Makroperspektive, einseitiges
Hervorheben der Mikroebene, Verfehlen der Emergenz sozialer Gebilde, deren Eigenständigkeit mit der Ebenenkonzeption nicht erklärt werden könne, sind einige Stichworte für diese
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Kritik. Prüft man diese Kritikpunkte anhand des MSE in der Version von Hartmut Esser, erweisen sie sich als wenig stichhaltig. Vermutlich auf Grund eines geringen Interesses an Kausalerklärungen, werden die systematischen Intentionen des MSE missverstanden. Auf welche
Weise diese darin bestehen, einen materialen Aspekt, nämlich grundlegende Gegenstandsannahmen, sowie einen methodischen Aspekt, nämlich wie die jeweiligen Gegenständlichkeiten
kausal zu erklären sind, miteinander zu verknüpfen und inwiefern gerade die Systematik des
MSE geeignet ist, die Dynamik sozialer Gebilde in den erklärenden Blick zu nehmen, soll im
Vortrag dargelegt werden. Dabei wird auch zu diskutieren sein, ob nicht die konkrete Konzeptualisierung der auf der Makro- bzw. Mikro verorteten Gegenstände verständliche Vorbehalte gegenüber dem MSE nähren kann." (Autorenreferat)
[23-L] Gschwend, Thomas; Schimmelfennig, Frank (Hrsg.):
Mannheimer Jahrbuch für Europäische Sozialforschung: Bd. 11, Forschungsdesign in der
Politikwissenschaft; Probleme - Strategien - Anwendungen, Frankfurt am Main: Campus Verl.
2007, 344 S., ISBN: 978-3-593-38435-1 (Standort: USB Köln (38)-35A73)
INHALT: "Wer eine Qualifikationsarbeit oder ein Forschungsprojekt konzipiert, muss ein Forschungsdesign entwerfen: eine relevante Forschungsfrage formulieren, Begriffe und Theorien
spezifizieren, Fälle und Variablen auswählen und alternative Erklärungen ausschließen. In
diesem Band werden unterschiedliche Strategien für Forschungsdesigns mit ihren Vor- und
Nachteilen vorgestellt. Dabei werden praktische Tipps vermittelt und an konkreten Beispielen
illustriert." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Thomas Gschwend und Frank Schimmelfennig: Forschungsdesign in der Politikwissenschaft: Ein Dialog zwischen Theorie und Daten
(13-38); Matthias Lehnert, Bernhard Miller und Arndt Wonka: Na Und? - Überlegungen zur
theoretischen und gesellschaftlichen Relevanz in der Politikwissenschaft (39-62); Arndt Wonka: Um was geht es? - Konzeptspezifikation in der politikwissenschaftlichen Forschung (6390); Matthias Lehnert: Sinn und Unsinn von Typologien (91-122); Bernhard Miller: Maßvoll
Messen: Zur konzeptorientierten Entwicklung von Messinstrumenten (123-148); Julia Rathke: Identisch und doch verschieden, verschieden und doch vergleichbar? - Zur Äquivalenz
von Sekundärdaten (149-178); Janina Thiem: Zum Umgang mit Selektionsverzerrungen in
Forschungsdesigns mit großer Fallzahl (179-200); Dirk Leuffen: Fallauswahl in der qualitativen Sozialforschung (201-222); Christoph Hönnige: Die mittlere Sprosse der Leiter: Fallauswahl in Forschungsdesigns mit kleiner Fallzahl (223-252); Ulrich Sieberer: "Aber könnte es
nicht auch sein dass...?": Die Auswahl unabhängiger Variablen in X-zentrierten und Y-zentrierten Forschungsdesigns (253-280); Andreas Dür: Einige Anregungen zur Auswahl zwischen konkurrierenden Erklärungsansätzen in Y-zentrierter Forschung (281-304); Dirk De
Bièvre: Über Falsifikation in theoriegeleiteter empirischer Sozialforschung: Wie man während der Fahrt den Reifen wechselt (305-322); Thomas Gschwend und Frank Schimmelfennig: Lehren für den Dialog zwischen Theorie und Daten (323-336).
[24-L] Kalthoff, Herbert; Hirschauer, Stefan; Lindemann, Gesa (Hrsg.):
Theoretische Empirie: zur Relevanz qualitativer Forschung, (Suhrkamp-Taschenbuch
Wissenschaft, 1881), Frankfurt am Main: Suhrkamp 2008, 454 S., ISBN: 978-3-518-29481-9
INHALT: "Die Welt der Soziologie besteht, so scheint es, aus zwei klar voneinander getrennten
Bereichen: aus dem Bereich der Theorie und dem der Empirie. Offenkundig wird dies an den
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Bezeichnungen universitärer Lehrstühle, bei Stellenausschreibungen und an der Konzeption
von Lehrbüchern. Man ist entweder Theoretiker oder Empiriker. Ausgangspunkt der in diesem Band versammelten Beiträge ist die Praxis der qualitativen Sozialforschung und damit
eine empirische Tradition, die in den letzten zwanzig Jahren das Bild der Soziologie grundlegend verändert hat: Sie erforscht die Lebenswelten moderner Gesellschaften und stellt sie in
einem neuen Licht dar. In diesem Band erkunden Empiriker und Theoretiker der Soziologie
die Spannung und wechselseitige Durchdringung von Theoriebildung und empirischer Forschung, um das Verhältnis von Theorie und Empirie neu zu bestimmen." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Herbert Kalthoff: Einleitung: Zur Dialektik von qualitativer Forschung und
soziologischer Theoriebildung (8-34); Karin Knorr Cetina: Theoretischer Konstruktivismus.
Über die Einnistung von Wissensstrukturen in soziale Strukturen (35-78); Armin Nassehi:
Rethinking Functionalism. Zur Empiriefähigkeit systemtheoretischer Soziologie (79-106);
Gesa Lindemann: Theoriekonstruktion und empirische Forschung (107-128); Wolfgang Ludwig Schneider: Systemtheorie und sequenzanalytische Forschungsmethoden (129-164); Stefan Hirschauer: Die Empiriegeladenheit von Theorien und der Erfindungsreichtum der Praxis
(165-187); Andreas Reckwitz: Praktiken und Diskurse. Eine sozialtheoretische und methodologische Relation (188-209); Hubert Knoblauch: Sinn und Subjektivität in der qualitativen
Forschung 210Stephan WolffWie kommt die Praxis zu ihrer Theorie? Über einigeMerkmale
praxissensibler Sozialforschung (234-259); Heinz Bude: Das "Serendipity Pattern". Eine Erläuterung am Beispiel des Exldusionsbegriffs (260-278); Jörg Strübing: Pragmatismus als
epistemische Praxis. Der Beitrag der Grounded Theory zur Empirie-Theorie-Frage (279-311);
Udo Kelle: Strukturen begrenzter Reichweite und empirisch begründete Theoriebildung.
Überlegungen zum Theoriebezug qualitativer Methodologie (312-340); Werner Rammert:
Technographie trifft Theorie. Forschungsperspektiven einer Soziologie der Technik (341367); Thomas Scheffer: Zug um Zug und Schritt für Schritt. Annäherungen an eine transsequentielle Analytik (368-398); Mechthild Bereswill, Peter Rieker: Irritation, Reflexion und
soziologische Theoriebildung (399-431); Elke Wagner: Operativität und Praxis. Der systemtheoretische Operativitätsbegriff am Beispiel ethischer Medizinkritik (432-448).
[25-L] Kauppert, Michael; Funcke, Dorett:
Zwischen Bild und Begriff: wildes Denken nach Lévi Strauss, in: Michael Kauppert, Dorett
Funcke (Hrsg.): Wirkungen des wilden Denkens : zur strukturalen Anthropologie von Claude
Lévi-Strauss, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2008, S. 9-33, ISBN: 978-3-518-29492-5
INHALT: Der einleitende Beitrag zum vorliegenden Sammelband zum Werk Levi-Strauss verdeutlicht Ziel und Reichweite des "wilden Denkens". Dieses ist bestrebt, "auf dem kürzesten
Wege zu einem allgemeinen Verständnis des Universums zu gelangen, und zwar nicht nur zu
einem allgemeinen, sondern auch zu einem totalen. Das heißt, es handelt sich um eine Art des
Denkens, die beinhaltet, dass man, solange man nicht alles versteht, nichts erklären kann. Damit steht es in vollkommenen Gegensatz zum wissenschaftlichen Denken, das Schritt für
Schritt vorgeht und dabei versucht, für ganz begrenzte Phänomene Erklärungen zu liefern"
(Levi-Strauss). Eine solche Art, die Welt zu begreifen, muss zwangsläufig auf eine andere
Methode zurückgreifen, als sie für die partikularistische Vorgehensweise der neuzeitlichen
Wissenschaft charakteristisch ist. Das "wilde Denken" arbeitet hier mit "Analogien und Vergleichen" (Levi-Strauss). Es schlägt sich nicht einfach auf die Seite des Sinnlichen, des Holistischen und des Gleichgewichts, wie es scheint, sondern nimmt, wenn man es von der Warte
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der Theorie aus betrachtet, eine Position zwischen diesen Extremen ein: Es operiert zwischen
Bild und Begriff. (ICA2)
[26-L] Kempf, Wilhelm F.:
Forschungsmethoden der Psychologie: zwischen naturwissenschaftlichem Experiment und
sozialwissenschaftlicher Hermeneutik. 1. Theorie und Empirie, Berlin: Regener 2006, 377 S.,
ISBN: 3-936014-09-4
INHALT: Herausgerissen aus dem Gesamtzusammenhang der Psychologie und reduziert auf Experimentiertechniken und Statistik kann der Stellenwert der Methodenlehre für die Konstitution der Psychologie als einer empirischen Wissenschaft nicht richtig erkannt werden. Die vorliegende Einführung geht einen anderen Weg. In konsequenter Auffassung der Psychologie
als Wissenschaft von der subjektiven Welt des Menschen, deren Gegenstandsbereich von den
physiologischen Ursachen bis hin zu den Prozessen der sozialen Konstruktion von Wirklichkeit reicht, verfolgt es eine wissenschaftstheoretische Konzeption, welche die Methoden der
Psychologie im Spannungsfeld zwischen naturwissenschaftlichem Experiment und sozialwissenschaftlicher Hermeneutik verortet und eine gegenstandsangemessene Umsetzung des galileischen Denkens in der Psychologie zum Ziel hat. Um diesem Anliegen gerecht zu werden,
entwickelt der Autor die behandelten Methodenfragen nicht nur aus ihrer methodologischen
Systematik, sondern auch aus der Psychologie selbst heraus, wofür er insbesondere auf klassische psychologische Theorien, Experimente und Untersuchungen aus den Gebieten der Psychophysik, der Lerntheorie, der differentiellen Psychologie, der kognitiven Psychologie und
der Sozialpsychologie zurückgreift. Aus dem Inhalt: 1. Psychologie als Erfahrungswissenschaft: die Anfänge der wissenschaftlichen Psychologie/ Wissenschaftliche Psychologie und
psychologisches Alltagswissen/ Propädeutische Grundlagen/ Aufgabenverständnis, Gegenstandsverständnis und Wissensideal der Psychologie. 2. Hard Science - das Erbe der Naturwissenschaften: aristotelisches und galileisches Wissensideal/ Deduktiv-nomologische und
statistisch induktive Erklärung/ Messung und experimentelle Hypothesenprüfung. 3. Soft
Science - die Herausforderung an die Sozialwissenschaften: intentionale und narrative Erklärung/ Sinnrationalität, Systemtheorie und Informationsverarbeitungsmodelle/ Strukturelle und
empirische Theorieanteile/ Handlungstheoretische Prozessanalyse/ Qualitative Forschungsmethoden. (DIPF/Verlag)
[27-L] Lindemann, Gesa:
Plädoyer für einen methodologisch pluralistischen Monismus, in: Deutsche Zeitschrift für
Philosophie : Zweimonatsschrift der internationalen philosophischen Forschung, Sonderband,
2006, Bd. 15, S. 401-410
INHALT: Die Teilnehmer an der Debatte "Hirn als Subjekt" lehnen zwar einheitlich ontologischen Dualismus und Reduktionismus ab, kommen jedoch aufgrund unterschiedlicher methodischer Zugriffe zu unterschiedlicher Sichtweisen auf die Realität. Unter Rückgriff auf die
Theorie der Positionalität von Helmuth Plessner formuliert der Verfasser einen Vorschlag,
wie die unterschiedlichen methodischen Zugriffe von Philosophie, Soziologie und Neurobiologie aufeinander bezogen werden können. Er fragt zunächst, um welche Gegenstände es aus
einer soziologisch-sozialtheoretischen Perspektive geht, und diskutiert das Verhältnis von sozialer Ordnung zu Bewusstsein, Selbstbewusstsein und Geist. Vor diesem Hintergrund wird
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1 Methodologie, Forschungsdesign, Forschungsorganisation
untersucht, in wie weit es angemessen ist, von neuronalen Korrelaten für Bewusstsein oder
von einer neuronalen Verursachung von Bewusstseinszuständen zu sprechen. Abschließend
wird das Verhältnis von sozialen Phänomenen und ihren möglichen neuronalen Korrelaten
behandelt. (ICE2)
[28-L] Lipphardt, Veronika; Niewöhner, Jörg:
Unterscheiden - biohistorische Narrative und Praxen menschlicher Diversität, in: KarlSiegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der
Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus
Verl., 2008, S. 1157-1182, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Die These, die 'Natur der Gesellschaft' sei ein soziales Konstrukt, stößt im Rahmen
der deutschen Sozialwissenschaften weitestgehend auf Zustimmung. Diese These ermöglicht
einerseits, Essentialisierungen und Naturalisierungen in den Blick zu nehmen und einer kritischen sozialen und ethischen Bewertung zuzuführen. Andererseits entzieht sie jedoch das
Konstruieren selbst einer genaueren Analyse und beschäftigt sich eher mit den Konsequenzen
einer nur scheinbaren wissenschaftlichen Faktizität. Dieser Vortrag stellt vier Thesen zur Diskussion: 1. Die Produktion naturwissenschaftlicher Erkenntnis basiert auf einer komplexen
Interaktion zwischen Diskursen, Praxen und Technologien, deren Untersuchung als sozialer
Prozess zeigt, dass Naturwissenschaft und Medizin keineswegs monolithisch von einer molekulargenetischen Determiniertheit ausgehen, wie vielfach behauptet wird, sondern versuchen,
'das Soziale' sicht- und beforschbar zu machen. 2. Die zunehmende Molekularisierung naturwissenschaftlicher Methoden vergrößert jedoch die Distanz zwischen Untersuchungsgegenstand und zu erklärendem Phänomen. Die Überbrückung dieser Distanz hängt großteils von
semantischen Brücken ab, deren Bausteine oft implizite Narrative und Vorstellungen von Individualität und Gesellschaft darstellen. 3. Wie 'das Soziale' in der Naturwissenschaft operationalisiert wird, wirkt sich nicht nur auf Erkenntnis, sondern an vielfältigen Schnittstellen
von Wissenschaft und Gesellschaft auch auf soziale Praxis aus. Dabei zeigt sich zum einen
eine zunehmende Präsenz von Formen somatischer Individualität (Rose). Zum anderen führen
die Möglichkeiten, 'Natur' im modernen Sinne zu verstehen, weg von sozio-biologischen Erklärungsversuchen hin zu einer Biosozialität (Rabinow), die Natur als durch kulturelle Praxis
modelliert' versteht (nature modelled on culture as practice). 4. Dieser Wandel sozialer Praxis
verändert wiederum den naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozess und schließt damit einen
Kreis, den man in Anlehnung an Hacking als looping bezeichnen kann. Der Vortrag möchte
am Beispiel der biologischen Geschichte des Europäers zeigen, wie biohistorische Narrative,
d.h. Erzählungen über die Natur, Geschichten über Vererbung, Diversität und Evolution, in
die Produktion naturwissenschaftlich-medizinischen Wissens einfließen. Zum anderen werden die Auswirkungen einer solchen Erkenntnisproduktion sowohl auf medizinische Praxis
als auch auf den Umgang mit Gesundheit und Krankheit verdeutlicht. Diskutiert wird, ob und
wie die Verbindung von historisch fundierter, praxisorientierter Wissenschaftsforschung und
Sozialanthropologie einen konstruktiven Beitrag zu bestehenden soziologischen Theorieangeboten liefern kann, in dem sie Natur als kulturelle Praxis und Kultur als Materialität zugänglich macht." (Autorenreferat)
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[29-L] Maurer, Andrea; Schmid, Michael:
Mechanismen in der erklärenden Soziologie: zur Logik und Forschungspraxis
mechanismischer Erklärungen am Beispiel des Machtmechanismus, in: Karl-Siegbert
Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen
Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl.,
2008, S. 2879-2895, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "In die Klärung der Frage, welche Aufgaben, Arbeitsweisen und Ansprüche die Soziologie haben kann, ist im Anschluss an die Mikro-Makro-Diskussion durch die Entwicklung
mehrstufiger Erklärungsmodelle und die methodologisch eingebundene Diskussion adäquater
Handlungstheorien wieder Bewegung gekommen, und beginnt sich mit der Behandlung sozialer Mechanismen ein integratives Forschungsprogramm abzuzeichnen, das einerseits an
den klassischen Erklärungs- und Analysebestand anknüpft, und andererseits auch Defizite
und Probleme bei der Erklärung sozialer Sachverhalte zu beheben oder doch zumindest zu bearbeiten verspricht. Im Anschluss an die Ausarbeitung einer mehrstufigen Erklärungslogik
und eines soziologischen Erklärungsmodells soll gezeigt werden, dass und in welchem Sinne
die Soziologie ein erklärendes und integratives Programm verfolgen kann, in dessen Mittelpunkt soziale Mechanismen stehen. Die Verfasser wollen dazu einerseits den Vorschlag unterbreiten, soziale Phänomene in vierstufigen Mehrebenenargumenten mit einem handlungstheoretischen Fundament zu erklären und damit zu zeigen, angesichts welcher sozialer Interdependenzen und Situationskonstellationen und auf welchen Wegen und mit welchen Konsequenzen es Akteuren gelingt, soziale Mechanismen in Gang zu setzen. Sie wollen damit behaupten, dass sich Ablaufmuster aus dem situationsgebundenen, intentionalen Handeln der
Akteure (für die unterschiedliche Grade und Formen des Wissens, verschiedene Handlungskapazitäten und Ausstattungen in Rechnung gestellt werden können) erklärt werden können
und dass sich deren Typik aus erwartbaren Rückwirkungen auf die Handlungssituation und
das weitere Tun der Akteure erschließen und auch der empirischen Beobachtung zugänglich
machen lässt. In den Sozialwissenschaften allgemein und in der Soziologie im Besonderen
liegen vielfältige, allerdings weit verstreute und zumeist unverbundene Rekonstruktionen, Erklärungen und Analysen 'typischer Ablaufmuster' in sozialen, ökonomischen, politischen und
kulturellen Handlungsfeldern vor. Für die Ökonomie lässt sich auf die traditionelle Erklärung
und Analyse (pareto-optimaler) Verteilungen knapper Ressourcen über den Markt (was
durchaus verschiedene Marktformen zulässt) verweisen und in der Soziologie auf Prozesse
der Akkumulation von Macht, Anerkennung, Positionen, aber auch von Wissen und Symbolen auf Individuen, die ihren beredten Ausdruck in Strukturen sozialer Ungleichheit finden.
Sie meinen, die in verschiedenen sozialen Kontexten beobacht- und rekonstruierbaren Mechanismen im Rahmen eines mehrstufigen Erklärungsmodells mit Hilfe verschiedener Situationsmodelle und einer kontrollierten Variation des Handlungsmodells zusammenführen, deren
allgemeine Logik handlungstheoretisch erschließen und auf konkrete historische Situationen
übertragen zu können. Am Beispiel des Macht-Mechanismus soll die heuristische Fruchtbarkeit der skizzierten Vorgehensweise exemplifiziert und die daran anschließenden Möglichkeiten zu einer kontinuierlichen Verbesserung und Erweiterung mechanismischer Modelle dokumentiert werden. Damit wollen sie die Möglichkeiten für die Soziologie demonstrieren, theoretisch ausbau- und empirisch bestätigungsfähige 'Forschungsprogramme' zu definieren und
Anschlussmöglichkeiten zu den Nachbardisziplinen herzustellen." (Autorenreferat)
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[30-L] Morikawa, Takemitsu:
Wissen und Konstruktion des Anderen: zwischen Weber und Japan ; gesammelte Aufsätze
zur Philosophie und Soziologie, Kassel: Kassel Univ. Press 2008, 207 S., ISBN: 978-3-89958385-4 (Standort: UB Bonn(5)-2008/6552;
www.upress.uni-kassel.de/online/frei/978-3-89958-385-4.volltext.frei.pdf)
INHALT: Die Texte des Sammelbandes behandeln drei verschiedene Themenstellungen: Wissenschaftstheorie, Max Weber und Japan. Im ersten Beitrag wird eine Abgrenzung der Wissenschaftstheorie Max Webers vom Kritischen Rationalismus vorgenommen. Thema des zweiten
Aufsatzes ist Friedrich Gottls Versuch, den Psychologismus zu überwinden. Der dritte Aufsatz unterstreicht die Modernität des Arguments Gottls über den Individualbegriff im Vergleich zur modernen sprachanalytischen Philosophie. Ein Beitrag zur Neudefinition des Idealtypus als durch Festlegung von logischen Regeln und deren wiederholende Anwendung konstruiert schließt sich an. Weitere Themen sind Nietzsches Wirkung auf Weber im Lichte der
neueren Weber-Forschung in Japan, die wirkungsgeschichtliche Beziehung zwischen Nietzsche und den Sozialwissenschaften und der Stellenwert der Religion in den soziologischen
Theorien. Die abschließenden vier Beiträge behandeln Themen der Japanologie: kulturelle
Moderne und die Romantik in Japan, Fremdbilder und Selbstbilder in der japanischen Öffentlichkeit der Meiji-Zeit, die Entstehung der japanischen Volkskunde und Florian Coulmas'
Buch "Die Deutschen schreien". (ICE2)
[31-L] Redwood, Sabi:
Research less violent?: or the ethics of performative social science, in: Forum Qualitative
Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 12 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802608)
INHALT: "In diesem Beitrag entfaltet die Verfasserin eine Position, die Forschung als immanent
gewalttätiges Handeln versteht: sie ringt dem 'Fremden' Vertrautheit ab, indem sie sein 'Anderssein' in eine Ordnung bringt und das Unbekannte auf diesem Weg zu Erkennbarem transformiert. Durch die Organisation und das (Unter-)Ordnen von Daten - eine Charakteristik jeglicher Analyse und Repräsentation - wird (um eine Foucaultsche Metapher heranzuziehen) die
wilde Komplexität der Dinge gezähmt. Ambiguität und Differenz werden eingeebnet, und
Unbestimmtheit wird durch 'Ergebnisse' verdeckt. Zugleich bleiben moralische Wahlen, ethische und analytische Entscheidungen und die persönliche Beteiligung der Forschenden verborgen bzw. sie erscheinen als etwas quasi Natürliches und Unschuldiges. Genau hier hat performative Sozialwissenschaft die Chance, (sich) an die ethischen Konsequenzen von Analyse
und Repräsentation zu erinnern, und sich der Verantwortung für die 'Gewaltsamkeit des Zähmens' zu stellen. Diese Chance resultiert aus ihrem Potenzial zu zeigen, nicht zu erzählen; offen gegen die Zukunft zu sein - für andere/neue Ereignisse, Inhalte und Formen - statt der
einen finalen Konklusion und dem Abschneiden zusätzlicher Optionen; und auch Kritik, Widerstand und politisches Handeln zu initiieren anstelle des Ringens um Übereinstimmung,
Konformität und Gleichgültigkeit." (Autorenreferat)
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[32-L] Reichertz, Jo:
Ein Pfeil ins Blaue?: zur Logik sozialwissenschaftlicher Zeitdiagnose, in: Ronald Hitzler,
Michaela Pfadenhauer (Hrsg.): Gegenwärtige Zukünfte : interpretative Beiträge zur
sozialwissenschatlichen Diagnose und Prognose, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2005, S.
45-54, ISBN: 3-531-14582-7
INHALT: "Zeitdiagnosen haben Konjunktur. Vor gut einem Jahrzehnt war die Lage nocheine andere. Damals (wenn eine Dekade das Wort "damals" rechtfertigt) versuchte sich jeder Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftler, der etwas auf sich hielt, oder jeder, der mochte, dass
man etwas von ihm hielt, in soziologischer Theoriebildung. Zeitdiagnosen standen nicht hoch
im Kurs. Heute dagegen wenden sich eine Vielzahl von Wissenschaftler von der Konstruktion
der Grand Theory ab und dagegen dem Geschäft der Zeitdiagnose zu. Wohl deshalb gibt esmittlerweile in der Welt schon so viele Zeitdiagnosen, dass Bücher und Artikel auf dem
Markt sehr erfolgreich sind, die leicht verständliche Sammlungen solcher Zeitbefunde bieten
und versuchen, Ordnung in deren Dickicht zu bringen (Ederer & Prisching 2003, Pongs 1999
und 2000, Prisching 2003a und 2003b, Müller 1997, Reese-Schäfer 1996, Lange 2002, Teufel
1996, Reichertz 1999 und Heitmeyer 1997). Pointiert formuliert: Ein Zeichen unserer Zeit ist,
dass es die Zeit der Zeitdiagnosen ist. Weshalb das so ist, dürfte eine soziologisch nicht uninteressanteFrage sein, mit der ich mich allerdings hier nicht auseinandersetzen werde. Michinteressiert dagegen mehr die Frage, auf welche Weise die Zeitdiagnostiker, undhier insbesondere die qualitativ arbeitenden, die von ihnen beobachteten Zeichender Zeit deuten, wie sie
von den Erscheinungen zu allgemeinen Regeln kommenoder anders: wie sie aus schwachen
Spuren starke Thesen entwickeln. DieGroßmeister soziologischer Theoriebildung haben damals bei ihrem Tun vorallem auf die Vernunft und die Intertextualität gebaut, die heutigen
Zeitdiagnostikersetzen dagegen auf die Macht des Faktischen, das sich mehr oder wenigersystematisch beobachten lässt. Inspiration erhofft sich der moderne Zeitdiagnostikervon der
Empirie, nicht von der Bibliothek. Das gilt insbesondere von denqualitativ arbeitenden Diagnostikern. Qualitativ arbeitende Sozialwissenschaftler/innen aller Fachrichtungen, die sich ja
ansonsten eher als Experten für den Mikrobereich, also den sozialen Nahbereich, die kleinen
Welten und Fluchten begreifen, wagen immer häufiger etwas,was noch vor gut einem Jahrzehnt den "Interpretativen" nicht machbarerschien: Sie äußern sich als Wissenschaftler/innen,
also in Ausübung Ihres Berufsund mit der Autorität der Wissenschaft zu dem allgemeinen
Zustand derGesellschaft als Ganzes, deuten Einzelphänomene als Zeichen der Zeit und wagensogar gelegentlich einen Blick in die Zukunft der Gesellschaft. Und: Siegeben aufgrund
ihrer Zeitdiagnose sogar gelegentlich Ratschläge an Politik,Unternehmen und Bürger oder erheben mahnend ihre Stimme. Beides, makrosoziologische Zeitdiagnose wie bewertende Kritik lösen nicht nur bei den Skeptikern großflächiger Sinnschließungen fast reflexartig die Frage nach der Begründbarkeit solchen Tuns aus, sondern auch die, die oft allzu gerne bereit sind
zu glauben, was man ihnen im Gewand der Wissenschaft sagt, fragen sich, wie manche etwas
wissen können, was anderen bislang verborgen gebliebenist. Fragen kann man dann z.B. nach
der empirischen Sättigung der Zeitbefunde also danach ob die Diagnose sich mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit zur Deckung bringen lassen muss, oder ob eine solche Übereinstimmung unnötig ist. Zum anderen kann man (und das ist das viel trockenere Geschäft) nach der
"Logik" des zeitdiagnostischen Erkenntnisurteils fragen, also danach, mit Hilfe welcher gedanklichen Operationen man von den schwachen Spuren zu den starken Thesen kommt. Im
Weiteren möchte ich (so verlockend auch die Frage nach der empirischen Sättigung ist) mich
hier ausschließlich auf das logische Fundament solcherZeitdiagnosen konzentrieren und untersuchen, welche Art des Schlussfolgernshier angewandt wird bzw. werden sollte. Ein sol-
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ches Unterfangen zeigt als Erstes, dass die "Logik" nicht voraussetzungslos operiert, sondern
dass die Logik der Zeitdiagnose wie jede Logik auf einer Reihe von weitreichenden theoretischen Prämissen über die Beschaffenheitdes Gegenstandes aufruht. Von dieser Vielzahl der
Prämissen möchte ich hier nur diejenigen kurz ansprechen, die sich deutlich auf ihren Gegenstand, nämlich den Zustand der Gesellschaft beziehen." (Textauszug)
[33-L] Reitinger, Elisabeth (Hrsg.):
Transdisziplinäre Praxis: Forschen im Sozial- und Gesundheitswesen, Heidelberg: Carl-Auer
2008, 218 S., ISBN: 978-3-89670-903-5 (Standort: UB Siegen(467)-21/IBE/7874)
INHALT: "Sozial- und Gesundheitswesen stehen vor immensen Herausforderungen: demografische Veränderungen, die höhere Pflegebedürftigkeit erwarten lassen; Organisationen, die mit
immer weniger Ressourcen immer individuelleren Bedürfnissen gerecht werden müssen; MitarbeiterInnen, die in diesen Spannungsfeldern gesund bleiben wollen. Dazu querliegende Fragen, wie die nach ethischen Entscheidungen, Nachhaltigkeit und Gendersensibilität, wurden
in Forschungsprojekten, die vom Methodenprogramm TRAFO (transdisziplinäres Forschen)
des österreichischen Wissenschaftsministeriums 2005-2007 gefördert wurden, bearbeitet.
Transdisziplinär heißt, dass PraktikerInnen und ForscherInnen zusammen an gesellschaftlich
sensiblen und relevanten Themen arbeiten. Die Spezifika der unterschiedlichen transdisziplinären Zugänge werden von den AutorInnen aus den Projekten erzählt, beschrieben und problematisiert." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Elisabeth Reitinger: Transdisziplinäres
Forschen als Balancieren von Widersprüchen (9-22); Barbara Smetschka, Veronika Gaube,
Juliana Lutz: Gender als forschungsleitendes Prinzip in der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung (23-34); Milena Bister, Ulrike Felt, Michael Strassnig, Ursula Wagner: Zeit
und Partizipation im transdisziplinären Forschungsprozess (35-46); Ursula Karl-Trummer,
Sonja Novak-Zezula: Transdisziplinäre Tetralemmata (47-60); Bernd Kräftner, Judith Kröll:
Dies ist (k)eine soziotechnische Plastik (61-76); Alexandre Iellatchitch, Eva More-Hollerweger: Chancen und Risiken ergebnisoffenen Forschens am Beispiel des LEDA-Projekts - ein
Erfahrungsbericht (77-88); Elisabeth Reitinger, Katharina Heimerl: Ethische Entscheidungen
im Alten- und Pflegeheim: das Forschungsdesign (89-108); Stefan Dinges: Hürden auf transdisziplinären (Forschungs-)Wegen (109-120); Klaus Wegleitner: Nachhaltigkeit durch transdisziplinäre Forschungsprozesse (121-136); Erich Lehner, Elisabeth Reitinger: Gender-Analyse ethischer Entscheidungen in der Altenbetreuung (137-152); Larissa Krainer, Elisabeth
Reitinger: Wenn Waschen zur Qual wird ... - ethische Widersprüche in Organisationen der
Altenbetreuung. Zur Bedeutung von Hintergrundtheorien am Beispiel der Körperpflege (153166); Georg Zepke: Kommunikationssarchitekturen in der transdisziplinären Forschung - zur
Besonderheit einer transdisziplinären Methodologie (167-178); Sabine Pleschberger, Martin
Fischer: Transdisziplinäre Evaluationsforschung (179-190); Petra Plunger, Sigrid Beyer,
Anne-Elisabeth Höfler: Transdisziplinäre Erfahrungen im qualitativen Interview ((191-204);
Martina Ukowitz: Verantwortung in der transdisziplinären Forschung (205-212).
[34-L] Roberts, Brian:
Performative social science: a consideration of skills, purpose and context, in: Forum
Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 44 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802588)
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INHALT: "Dieser Beitrag beschäftigt sich mit aktuellen Arbeiten, die sich um das 'Performative'
bei der Untersuchung und Darstellung von sozialer Wirklichkeit bemühen. Hierzu versucht
der Verfasser zunächst einige der wesentlichen Konzepte - wie Performanz, Perfomativität
und performativ - ebenso zu präzisieren wie das Spektrum möglicher Ansätze (z.B. andere
künstlerische Ansätze neben dem Drama) und die Beziehung zwischen den 'Forschungssubjekten', den 'Forschenden' und dem 'Publikum'. Ein besonderes Anliegen ist die Reflektion auf
die Rolle der Forschenden - der Verfasser fragt nach (beim Forschen, Schreiben, Dokumentieren und Analysieren, Präsentieren) erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten und erforderlichem Wissen, nach dem Involviertsein in (zumindest tendenziell) künstlerische Aktivitäten, nach dem Wechseln zwischen unterschiedlichen Rollen und sozialen Beziehungen (zu
den 'Beforschten', dem Publikum, der Gesellschaft). Eine sehr wichtige Frage beim Verbinden von Wissenschaft und Kunst in den Sozialwissenschaften und im Rahmen performativer
Ansätze ist: 'Was ist/bleibt das Besondere an Sozialwissenschaft in diesen Zusammenhängen?' Zur Beantwortung dieser Frage zieht der Verfasser - als Quelle für Vergleiche und zur
Inspiration - die Arbeit von Kandinsky heran, der als Ethnograf, Maler, Lehrer, Designer,
Theoretiker und Dichter ein Grenzgänger zwischen verschiedenen Disziplinen und Künsten
war. Es ist, zu diesem Schluss kommt der Verfasser, ein möglicherweise weitgehenderer
Wende, die duch die 'Wende zum Performativen' bei der Untersuchung sozialer Wirklichkeit
sichtbar wird, eine Wende zu einem 'vollständigeren Porträt' des Individuums als einem aktiven, kommunikativen und sinnlichen Wesen." (Autorenreferat)
[35-L] Sattler, Martin:
Gibt es eine Wissenschaft ohne Geist?, in: Petra Huse, Ingmar Dette (Hrsg.): Abenteuer des
Geistes - Dimensionen des Politischen : Festschrift für Walter Rothholz, Baden-Baden: Nomos
Verl.-Ges., 2008, S. 331-343, ISBN: 978-3-8329-3461-3 (Standort: UB Bonn(5)-2008/4818)
INHALT: Der Beitrag hinterfragt die Unterscheidung von Geistes- und Naturwissenschaft aus einer begriffsgeschichtlich Perspektive. Die Unterscheidung wirft Fragen auf, die der Autor in
drei verschiedenen Annäherungen in ihrer Bedeutung zu klären sucht: (1) Kommt Naturwissenschaft, mit Methode und Experiment ausgestattet, ohne Geist aus? (2) Gibt es einen eigenen "Geist" für die Geisteswissenschaften, der sich in den Naturwissenschaften gar nicht ausbreiten kann? (3) Was ist, wenn es denn die trennende Unterscheidung zwischen Geistes- und
Naturwissenschaft überhaupt gibt, von Erkenntnisanstrengungen wie Naturphilosophie, theoretische Physik, theoretische Astronomie zu halten? Wes "Geistes Kind" sind sie? Die Antwort wird wiederum in drei Problemfelder entfaltet: (1) Wie kam es zum Begriff der Geisteswissenschaften als Gegenbegriff zur Naturwissenschaft bei Wilhelm Dilthey? Da wir Menschen, wenn wir Wissenschaft als eine unserer Eigenschaften entfalten, an allen Seinsschichten teilhaben, ist diese Gegenüberstellung zweier wissenschaftlicher Bereiche, zweier Bereiche des Wissens, als eine Spaltung "verhängnisvoll". (2) Die Naturwissenschaften "vergessen" ihr Eingefügtsein in alle Seinsschichten. Bloße Technikfolgenabschätzung ist der "skandalöse Befund der Geistverlassenheit unserer Zeit". (3) Die derzeit geplanten Reformen an
deutschen Hochschulen reduzieren die Verbindung zwischen Technik, Wissenschaft und
Geist durch einen neuen konstruktiven Zugriff. Die tabula rasa hat einen bestimmten Zweck:
"Wirtschaftswachstum ist das Ziel des Menschen und nicht der 'aufrechte Gang des Menschen'." (ICA2)
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1 Methodologie, Forschungsdesign, Forschungsorganisation
[36-L] Savage, Mike:
Changing social class identities in post-war Britain: perspectives from mass-observation, in:
Historical Social Research : the official journal of Quantum and Interquant ; an international
journal for the application of formal methods to history, Vol. 33/2008, No. 3 = No. 125, S. 46-67
(Standort: USB Köln(38)-XG05183; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Die Vorstellung, dass Klassenidentitäten in ihrer Bedeutung über die letzten Jahrzehnte abgenommen haben, ist ein Grundmerkmal vieler zeitgenössischer Sozialtheorien, jedoch
wurde diese Annahme bislang nicht mithilfe der Nutzung historischer Primärdaten systematisch untersucht. Diese Sekundäranalyse verwendet qualitative Daten aus 'MassObservation'-Befragungen, die in den Jahren 1948 und 1990 zum Thema sozialer Klassenidentitäten von Befragten erhoben wurden. Ich verweise dabei auf signifikante Veränderungen
in der Form, wie Klasse in diesen beiden Perioden thematisiert wurde. Es ist nicht einfach ein
Rückgang von Klassenidentitäten festzustellen, sondern eine eher subtile Neuformulierung
der Art und Weise, wie Klasse artikuliert wird. In der früheren Periode verbleibt diese Artikulation ambivalent in Bezug auf den Klassenbegriff als einer 'ascriptive inscription'. 1990 betrachten die Befragten hingegen Klassenidentität nicht als Zuschreibung und Produkt ihrer
Geburt und Erziehung, sondern formulieren einen reflexiven und individualisierten Bericht
von ihrer Mobilität zwischen Klassenpositionen, der die überdauernde Bedeutung von Klassenidentitäten betont. Ebenso wie dieser Artikel einen Beitrag zu Debatten über sich verändernde Klassenidentitäten leistet, stellt er den Wert der Sekundäranalyse qualitativer Daten als ein
Mittel für die Erforschung von Strukturen und Prozessen historischen Wandels heraus." (Autorenreferat)
[37-L] Schimmelfennig, Frank (Hrsg.):
Forschungsdesign in der Politikwissenschaft: ein Dialog zwischen Theorie und Daten, in:
Thomas Gschwend, Frank Schimmelfennig (Hrsg.): Mannheimer Jahrbuch für Europäische
Sozialforschung : Bd. 11, Forschungsdesign in der Politikwissenschaft; Probleme - Strategien Anwendungen, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2007, S. 15-35, ISBN: 978-3-593-38435-1
(Standort: USB Köln(38)-35A73)
INHALT: Die Verfasser definieren die wissenschaftliche Forschung als Dialog zwischen Theorie
und Daten: Wissenschaftlerinnen formulieren eine Theorie, analysieren Daten, um die Theorie zu testen, und modifizieren die Theorie anhand der neugewonnen empirischen Befunde.
Der gleiche Prozess kann auch bei den Daten beginnen: Wissenschaftler machen Beobachtungen, entwickeln Theorien, um diese Beobachtungen zu erklären, und sammeln dann zusätzliche Daten, um ihre Theorien zu testen. Nicht jedes Forschungsprojekt muss alle Schritte innerhalb dieses Zyklus durchlaufen, denn Forschung ist ein kollektives Unterfangen. Während
sich einige Projekte auf das Testen bestehender Hypothesen konzentrieren, erklären andere
einzelne Beobachtungen und generieren neue Hypothesen. Es wird die These vertreten, dass
alle Forschungsprojekte, die Teil des Dialogs zwischen Theorie und Daten sind, die gleichen
Kernprobleme des Forschungsdesigns bearbeiten und lösen müssen: die Definition der Forschungsfrage, die Spezifikation von Konzepten und Theorien, Operationalisierung und Messung, die Auswahl der Fälle und Beobachtungen, die Kontrolle von alternativen Erklärungen
und theoretische Schlussfolgerungen. Diese Fragen stellen einzelne Schwerpunkte der Studie
dar. Abschließend werden die einzelnen Beiträge des Bandes präsentiert. (ICF2)
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1 Methodologie, Forschungsdesign, Forschungsorganisation
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[38-L] Schrage, Dominik; Friederici, Marcus R. (Hrsg.):
Zwischen Methodenpluralismus und Datenhandel: zur Soziologie der kommerziellen
Konsumforschung, (Konsumsoziologie und Massenkultur), Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss.
2008, 201 S., ISBN: 978-3-531-15470-1
INHALT: "Die kommerzielle Konsumforschung unterliegt als Teil der Marktforschung einem
fortwährenden Wandel: Ändern sich die Konsumgewohnheiten der Konsumenten, so müssen
neue 'Sonden' auf den Weg gebracht werden, die den 'Kosmos' Konsum erneut ausleuchten
und verborgene Strukturen aufzeigen. Der Band befasst sich vor diesem Hintergrund mit Methoden und Ansätzen der Konsumforschung, geht aber über bisherige Verfahren der kommerziellen Konsumforschung hinaus, insofern deren Rolle im Konsumgeschehen selbst soziologisch untersucht wird" (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Dominik Schrage: Zur Soziologie
der kommerziellen Konsumforschung - eine Einleitung (11-28); Kay-Volker Koschel: Zur
Rolle der Marktforschung in der Konsumgesellschaft (29-54); Felix Keller: Theorie der feinen Daten - Über den Konsum von Zahlen und Tabelle (55-72); Thomas Heun: Zwischen
Schein und Sein - Die Bedeutung der Marktforschung für die Werbewirtschaft und ihre Werbung (73-96); Edvin Babic und Thomas Kühn: Qualitative Marktforschung als Akteur in der
Produktentwicklung (97-112); Andreas Mühlichen und Jörg Blasius: Der "soziale Raum" der
Lebensstile und Prominenten (113-142); Stefan Meißner: Personalisierter Massenkonsum und
das Internet (143-166); Andreas Schelske: Transparente Märkte in interaktiven Wertschöpfungsprozessen - Synchrone Konsumforschung mit vernetzten Konsumenten (167-190).
[39-L] Stegbauer, Christian (Hrsg.):
Netzwerkanalyse und Netzwerktheorie: ein neues Paradigma in den Sozialwissenschaften,
(Netzwerkforschung, Bd. 1), Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. 2008, 596 S., ISBN: 978-3531-15738-2
INHALT: "In der Netzwerkanalyse und der Netzwerktheorien stehen Muster von Relationen im
Mittelpunkt der Forschung. Die Netzwerkforschung knüpft an Klassiker der Soziologie und
an verschiedene theoretische Richtungen und bekannte Methoden an. Durch das neue Paradigma der Netzwerkforschung ist aber in den letzten Jahren eine Vielfalt an theoretischen und
empirischen Forschungsarbeiten angestoßen worden, die dieses Feld zum vielleicht dynamischsten Bereich in der Sozialforschung aufsteigen ließ. Dies liegt an der Tatsache, dass mit
Hilfe der Netzwerkforschung Antworten auf zahlreiche noch nicht oder noch nicht ausreichend geklärte Fragen gegeben werden können. Im Band werden wichtige Theoriestränge
und methodische Zugänge, sowohl einführend als auch in Form neuester Forschungsergebnisse behandelt." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Christian Stegbauer: Netzwerkanalyse
und Netzwerktheorie. Einige Anmerkungen zu einem neuen Paradigma (11-19); Klaus Liepelt: KorRelationen: Empirische Sozialforschung zwischen Königsweg und Kleiner Welt (2147); Jessica Haas, Sophie Mützel: Netzwerkanalyse und Netzwerktheorie in Deutschland.
Eine empirische Übersicht und theoretische Entwicklungspotentiale (49-62); Roger Häußling:
Zur Verankerung der Netzwerkforschung in einem methodologischen Relationalismus (6578); Jan Fuhse: Netzwerke und soziale Ungleichheit (79-90); Betina Hollstein: Strukturen,
Akteure, Wechselwirkungen. Georg Simmels Beiträge zur Netzwerkforschung (91-103);
Christian Stegbauer: Weak und Strong Ties. Freundschaft aus netzwerktheoretischer Perspektive (105-119); Stefan Bernhard: Netzwerkanalyse und Feldtheorie. Grundriss einer Integration im Rahmen von Bourdieus Sozialtheorie (121-130); Clemens Blümel: Institutionelle Mus-
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ter der Wissensproduktion in den Optischen Technologien: Feldtheoretische Perspektiven zur
Interpretation von Netzwerkstrukturen (131-144); Per Kropp: Methodologischer Individualismus und Netzwerkforschung. Ein Diskussionsbeitrag (145-153); Boris Holzer: Netzwerke
und Systeme. Zum Verhältnis von Vernetzung und Differenzierung (155-164); Steffen Albrecht: Netzwerke und Kommunikation. Zum Verhältnis zweier sozialwissenschaftlicher Paradigmen (165-178); Thomas N. Friemel: Netzwerkanalytische Methoden zur Identifizierung
von Kommunikationsrollen (179-190); Christian Stegbauer: Die Bedeutung des Positionalen.
Netzwerk und Beteiligung am Beispiel von Wikipedia (191-199); Florian Straus, Renate Höfer: Identitätsentwicklung und soziale Netzwerke (201-211); Lothar Krempel: Netzwerkanalyse. Ein wachsendes Paradigma (215-226); Jürgen Pfeffer: Visualisierung sozialer Netzwerke (227-238); Florian Windhager, Lukas Zenk, Hanna Risku: Situated Organizational Mapping (239-249); Sebastian Erlhofer: Missing Data in der Netzwerkanalyse (251-260); Peter
Mutschke: Zentralitätsanomalien und Netzwerkstruktur. Ein Plädoyer für einen "engeren"
Netzwerkbegriff und ein community-orientiertes Zentralitätsmodell (261-272); Cora Schaefer, Bettina Hoser: Die Beeinflussung von Zentralitätsmaßen der sozialen Netzwerkanalyse
durch Gästeaccounts in Internet-Diskussionsforen (273-286); Markus Schubert: Elemente der
Netzwerkanalyse für prognostische Studien. Wie die Netzwerkanalyse deterministische und
stochastische Prognosen ergänzen kann (287-294); Marina Hennig: Mit welchem Ziel werden
bestehende Netzwerke generiert? (295-307); Wolfgang Sodeur, Volker G. Täube: Die Bedeutung der Identifikation von Subgruppen für die Erklärung von Informationsflüssen (309-320);
Matthias Trier, Annette Bobrik: Dynamische Analyse von Netzwerken elektronischer Kommunikation. Kann der Zentralität getraut werden? (323-334); Kai Fischbach, Peter A. Gloor,
Johannes Putzke, Daniel Oster: Analyse der Dynamik sozialer Netzwerke mit Social Badges
(335-345); Jan H. Marbach: Netzwerk und Sozialkapital. Dynamische Zusammenhänge im
Licht von Paneldaten der Umfrageforschung (347-358); Richard Heidler: Zur Evolution sozialer Netzwerke. Theoretische Implikationen einer akteursbasierten Methode (359-372); Michael Mäs, Andrea Knecht: Die Entwicklung von negativen Beziehungen in Schulklassen
(373-384); Dieter Bögenhold, Jörg Marschall: Metapher, Methode, Theorie. Netzwerkforschung in der Wirtschaftssoziologie (387-400); Michael Vyborny, Gunther Maier: Die Regionalforschung als Anwendungsgebiet der Netzwerkanalyse? (401-412); Alexander Mehler,
Barbara Frank-Job, Philippe Blanchard, Hans-Jürgen Eikmeyer: Sprachliche Netzwerke (413427); Carlotta von Bock und Polach: Neue Institutionenökonomie und Netzwerkanalyse.
Theoretische und methodische Anknüpfungspunkte am Beispiel des Spargelanbaus in Brandenburg (429-441); Sam Zeini, Andreas Harrer, H. Ulrich Hoppe: Innovationsprozesse in
Open-Source-Communities aus netzwerkanalytischer Sicht (443-454); Isabel Hatzel, Patric
Üschner: Transparentes Parlament. Informelle Netzwerke der Bundestagsabgeordneten (455466); Reiner Becker: Persönliche Beziehungsnetzwerke und ihre Bedeutung in der Verfestigung von rechtsextremistischen Orientierungen (467-478); Kai Marquardsen, Silke Röbenack: "...der Freundeskreis, der Bekanntenkreis hat sich total verändert". Rekonstruktionen von
sozialen Beziehungskontexten bei Arbeitslosengeld-II-EmpfängerInnen (479-489); Andreas
Wald: Der Netzwerkansatz in der Führungsforschung (493-502); Nicoline Scheidegger: Die
Wirkung struktureller Löcher auf den Karriereerfolg im Management. Eine kontingente Betrachtung (503-516); Philipp Schauwecker: Unternehmen als Akteure egozentrierter Netzwerke (517-527); Claudia Müller: Analyse der Selbstorganisation in virtuellen Wiki-basierten Informationsräumen (529-539); Gerhard Fuchs: Die Steuerung virtueller Projektnetzwerke: email und schlözen (541-553); Birgit Peuker: Untersuchung von Risikokontroversen mittels
netzwerkanalytischer Methoden (557-565); Diana Lindner: Die experimentelle Überprüfung
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dynamischer Vernetzungsprozesse (567-578); Stephan Lorenz: Von der Akteur-NetzwerkTheorie zur prozeduralen Methodologie. Kleidung im Überfluss (579-588).
[40-L] Stegbauer, Christian:
"Die Invasion der Physiker": Naturwissenschaft und Soziologie in der Netzwerkanalyse, in:
Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses
der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main:
Campus Verl., 2008, S. 1060-1077, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Im Jahre 2002 erscheint das Buch 'Linked' von Albert-László Barabasi. Es trägt den
Untertitel 'The New Science of Networks'. Das Buch wird sofort ein wissenschaftlicher Bestseller. Fast noch bekannter wird ein ähnliches Buch 'Six Degrees. The Science of a Connected
Age' von Duncan Watts. Die Berichte und Rezensionen über beide Bücher erscheinen, unter
anderem in der New York Times, im Economist, Science Magazine und in Nature und sorgen
für die Wahrnehmung der Bücher in einer breiten Öffentlichkeit. Barabasi ist Physiker an der
Universität von Notre Dame in Indiana, USA; Duncan Watts ist promovierter Physiker, lehrt
aber auch Soziologe an der Columbia University in New York. Obgleich die soziale Netzwerkanalyse zu diesem Zeitpunkt, je nach dem, wann man ihren Beginn verortet, bereits 50
oder 70 Jahre als ist, offenbart die 'Neuerfindung', dass die Physiker kaum an die vorhandene
Tradition anschließen. Diese Ignoranz der Physiker gegenüber den Entwicklungen in der Ethnologie, Sozialpsychologie und Soziologie führte innerhalb der Fachwelt der Netzwerkforscher zu heftigen Diskussionen. Dabei ist die Geschichte der Netzwerkanalyse durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen geprägt. Neben den Sozialwissenschaften waren schon immer auch Mathematiker und an wesentlicher Stelle auch Physiker
beteiligt. Die neuere Dominanz von Physikern führt dazu, dass naturwissenschaftliche Weltsichten zur Erklärung von sozialen Sachverhalten herangezogen werden. Das bedeutet, dass
Physiker neben Soziobiologen und Hirnforschern sich nun vermehrt auf einem Terrain tummeln, welches ureigenes sozialwissenschaftliches Gebiet ist. Im Vortrag werden einerseits die
Kontroversen um die erfolgreichen Bücher nachgezeichnet, andererseits wird gefragt, warum
eigentlich die Bücher von Naturwissenschaftlern eine offensichtlich größere Aufmerksamkeit
erfahren, als die Werke der Sozialwissenschaftler." (Autorenreferat)
[41-L] Suber, Daniel:
Zum Erfahrungsbegriff in der Soziologie: einige theoriegeschichtliche Anmerkungen, in:
Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses
der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main:
Campus Verl., 2008, S. 5897-5907, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Die Soziologie wurde von ihren Gründervätern im Kontext einer allgemeinen philosophischen Bewegung begründet, der es unter anderem darum ging, einen empirischen und konkreten (im Gegensatz zu einem kantisch-transzendentalen) Erfahrungsbegriff und ein entsprechend erweitertes Wissenschaftsverständnis zu etablieren. Als philosophiegeschichtliche Meilensteine können hier Trendelenburg und Calinich genannt werden, deren Konzepte schließlich durch den Trendelenburg-Schüler Wilhelm Dilthey wirkmächtig in ein System der Geisteswissenschaften transformiert wurden. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht weiter,
den Erfahrungsbegriff etwa in Webers Begründung der 'Wirklichkeitswissenschaften', Sim-
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mels Theorie der historischen Erkenntnis oder auch noch in Karl Mannheims Begriff der konjunktiven Erfahrung an prominenter Position ausgewiesen zu sehen. Häufig gab hierbei auch
die durch die phänomenologische Theorie hervorgerufene Wende entscheidende Impulse. Die
Versuche etwa Tiryakians (1962, 1965), die Tradition der soziologischen Klassiker einer
Existenzialphänomenologie zuzuschlagen, deuteten bereits in diese Richtung. Noch heute treten Interpreten auf den Plan, etwa Georg Simmel als 'eidetic social theorist' (Backhaus 1998)
zu inthronisieren. Da der Erfahrungsbegriff um den Zeitraum der Jahrhundertwende jedoch in
vielen prominenten Wissenschaftskonzeptionen residierte, scheint es bis heute keineswegs
klar, welchem Erfahrungsbegriff nun die 'soziologische Tradition' (Eisenstadt) überhaupt das
Wort redete. Einer uneindeutigen Trennung zwischen den verschiedenen Spielarten und den
damit verbundenen methodologischen Implikationen ist meines Erachtens nach etwa der noch
heute ungeklärte Status in der Verhältnisbestimmung von phänomenologischen und hermeneutischen Ansätzen zuzuschreiben, ganz zu schweigen von den noch heute geführten Debatten um naturalistische und hermeneutische Varianten einer Sozialwissenschaft. Dieser Frage
möchte der folgende Beitrag in kursorischer Form nachgehen. Zu diesem Zweck sollen anhand einer synoptischen Skizze über einige Adaptionen des Erfahrungsbegriffs ausgewählter
Theoretiker (Weber, Simmel, Mannheim, Schütz) Unterscheidungskriterien entwickelt werden." (Autorenreferat)
[42-L] Tatzl, Gabriele:
Web-Experimente in der Kommunikationswissenschaft, in: Medien-Journal : Zeitschrift für
Kommunikationskultur, Jg. 32/2008, Nr. 2, S. 53-61
INHALT: Der Beitrag befasst sich mit den Spezifika und Problemen der Erhebungsmethode des
Web-Experiments. Im Zentrum stehen dabei die Kontrolltechniken des internetbasierten Experimentierens sowie Schwierigkeiten der technischen Umsetzbarkeit. (KB)
[43-L] Titscher, Stefan; Meyer, Michael; Mayrhofer, Wolfgang:
Organisationsanalyse: Konzepte und Methoden, (UTB, 2947), Wien: Facultas-Verl. 2008, 360
S., ISBN: 978-3-8252-2947-4 (Standort: UB Köln(38)-35A5247)
INHALT: Das Buch richtet sich an Studierende der Sozial- und/oder Wirtschaftswissenschaftlichen und an Praktiker. Es bietet einen Extrakt aus der langen Tradition organisationstheoretischen Denkens und macht damit auf die Eigenheiten und Eigenartigkeiten von Organisationen aufmerksam. Die unterschiedlichen Konzepte von Organisationen bieten die Basis, die
jede Beobachtung oder Untersuchung von Organisationen braucht. Der Einsatz der bekannten
empirischen Methoden ist in Organisationen an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Will
man organisatorische Entscheidungen, Prozesse und Strukturen analysieren, muss man vieles
beachten, was etwa bei der klassischen Markt- und Meinungsforschung keine Rolle spielt,
weil es dort meist um Individuen geht. Die Besonderheiten der Analyse von Organisationen,
der Ablauf des Analyseprozesses und alle jene Überlegungen, die im Vorfeld einer Organisationsanalyse anstehen, finden breiten Raum. Auch beim Forschen muss man strategische Entscheidungen treffen, die festlegen und einschränken. So sind bestimmte Analysestrategien
wie die Fallstudie oder das Experiment eben nur für bestimmte Typen von Fragen geeignet.
Bei der Darstellung der üblichen Methoden der Datenerhebung, wie etwa Befragung, Beobachtung oder Dokumentenanalyse konzentrieren sich die Autoren auf einen Überblick und auf
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jene Gesichtspunkte, die für deren Einsatz in Organisationen wichtig sind. Zwölf ausführliche
Beispiele beleuchten jeweils unterschiedliche Aspekte des Einsatzes der verschiedenen Methoden in der Forschungs- oder Beratungspraxis. Diese Beispiele behandeln sehr unterschiedliche Themen; sie reichen von Firmenübernahmen über Beobachtungen des Manageralltags,
von Ist-Analysen eines Beraters bis zur Inhaltsanalyse eines Romans. (LO2)
[44-L] Weins, Cornelia:
Möglichkeiten und Grenzen des internationalen Vergleichs fremdenfeindlicher Vorurteile,
in: Sozialwissenschaftlicher Fachinformationsdienst : Methoden und Instrumente der
Sozialwissenschaften, 2008, Bd. 1, S. 25-43
(www.gesis.org/fileadmin/upload/dienstleistung/fachinformationen/servicepublikationen/sofid/Fac
hbeitraege/Methoden_2008-1-2.pdf)
INHALT: "In wissenschaftlichen Analysen werden regelmäßig vergleichende Aussagen über das
Ausmaß von Vorurteilen in Staaten getroffen, ohne angemessen zu prüfen, ob die verwendeten Instrumente in den untersuchten Staaten auch dasselbe messen. Dies ist erstaunlich, ist
doch das Ausmaß von Vorurteilen in einer Gesellschaft von unmittelbar politischer und wissenschaftlicher Brisanz. Mit Daten des Eurobarometers 53 wird in diesem Beitrag daher die
Prüfung der Messinvarianz dichotomer Vorurteilsindikatoren demonstriert. Eine bisher in der
Literatur nicht ausreichend beachtete Ursache für die fehlende internationale Vergleichbarkeit
von Vorurteilsskalen ist 'item-nonresponse'. Die Verzerrungen durch 'item-nonresponse' können durch den Einsatz theoretisch fundierter Methoden behoben oder zumindest eingrenzt
werden, wie in diesem Beitrag gezeigt wird." (Autorenreferat)
[45-L] Witte, Erich H. (Hrsg.):
Sozialpsychologie und Werte: Beiträge des 23. Hamburger Symposions zur Methodologie
der Sozialpsychologie, Lengerich: Pabst 2008, 300 S., ISBN: 978-3-89967-451-4 (Standort: UB
Siegen(467)-31OCY3424)
INHALT: "Der Aufsatzband gibt zahlreiche Hinweise zum wissenschaftlichen Stand der Werteforschung. Er verbindet die unterschiedlichen Ansätze aus Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaft, Lebenszielforschung und Praxis. Es werden zahlreiche Hinweise auf zukünftige
Entwicklungsmöglichkeiten gegeben. In den zwölf Kapiteln werden von Forschern und Forscherinnen vielfältige Hinweise gegeben, wie bedeutsam die Werteforschung für die wissenschaftlichen Grundlagen, aber auch für die Bewältigung des Alltags ist. Werte sind zentrale
Orientierungspunkte, steuern unser Verhalten und sind Grundlage für eine Kultur. Aus dieser
zentralen Stellung der Werte und Werthaltungen heraus ist es notwendig, dass die unterschiedlichen Disziplinen in Zukunft verstärkt zusammenarbeiten, um sich diesem höchst
komplexen Thema angemessen zuwenden zu können." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis:
Helmut Klages: Entstehung, Bedeutung und Zukunft der Werteforschung (11-29); Markus
Klein: Der Wandel des Wertewandels - Die Entwicklung von Materialismus und Postmaterialismus in Westdeutschland zwischen 1980 und 2006 (30-44); Joachim Behnke: Werte und
Politik (45-62); Wolfgang Bilsky: Die Struktur der Werte und ihre Stabilität über Instrumente
und Kulturen (63-90); Micha Strack, Carsten Gennerich, Norbert Hopf: Warum Werte? (90130); Horst W. Opaschowski: Welche Werte wirklich wichtig sind - Heute und in Zukunft
(131-148); Erich H. Witte, Tobias Gollan: Ethische Rechtfertigung und Empfehlung als prä-
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1 Methodologie, Forschungsdesign, Forschungsorganisation
skriptive Attribution (149-171); Carmen Tanner: Zur Rolle von Geschützten Werten bei Entscheidungen (172-188); Jürgen Maes, Christian Tarnai: Implizite Wertungen in psychologischen Forschungsprogrammen - Das Doppelgesicht der Gerechte-Welt-Motivation (189-208);
Andrea Payrhuber, Stefanie Granzner-Stuhr, Peter Vitouch: Wertevermittlung durch realworld-embedded Fernsehformate (209-242); Tilman Eckloff, Niels van Quaquebeke: Entwicklung und Validierung einer Skala zu respektvoller Führung (243-275); Haci-Halil Uslucan: Die Parallelgesellschaft der Migrantencommunities in Deutschland: Fakt oder Fiktion?
(276-298)."
[46-L] Wittenberg, Reinhard:
Einführung in die empirische Sozialforschung I: Skript, (Arbeits- und Diskussionspapiere /
Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Soziologie und empirische Sozialforschung, insb.
Arbeitsmarktsoziologie, 2008-1), Nürnberg 2008, 101 S. (Graue Literatur;
www.soziologie.wiso.uni-erlangen.de/publikationen/a-u-d-papiere/a_08-01.pdf)
INHALT: Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um die überarbeitete und aktualisierte
sechste Auflage des Skriptes zur "Einführung in die sozialwissenschaftlichen Methoden und
ihre Anwendung in empirischen Untersuchungen I" aus dem Jahr 1999, allerdings mit neuer
Überschrift: "Einführung in die empirische Sozialforschung". Die Überarbeitung bezieht sich
insbesondere auf die erforderliche Aktualisierung in Folge neuerer Entwicklungen von Auswahl- und Befragungsmethoden sowie der Netzwerkanalyse. Außerdem wird die zwischenzeitlich erschienene Methodenliteratur berücksichtigt. Der diesem Skript zugrunde liegende
Stoff bezieht sich auf den ersten Teil der auf zwei Semester angelegten "Einführung in die
empirische Sozialforschung" im Bachelorstudiengang "Sozialökonomik". Es geht darum, z.
T. aufbauend auf den Veranstaltungen zur Einführung in die Soziologie, mit jenem Forschungsinstrumentarium vertraut zu machen, das in der Soziologie für Fragen von Exploration, Deskription und Analyse sozialer Gegebenheiten zur Verfügung steht. Im Zentrum stehen
- neben der Erörterung eher wissenschafts- und messtheoretischer Probleme - grundlegende
Methoden der Datenerhebung und Auswahlverfahren. Sie werden ergänzt durch die Vorstellung spezieller Formen der Datenerhebung sowie ausgewählter Untersuchungsformen.
(ICD2)
2
Interpretative Verfahren, Leitfäden
[47-L] Apitzsch, Ursula; Inowlocki, Lena; Kontos, Maria:
The method of biographical policy evaluation, in: Ursula Apitzsch, Maria Kontos (Hrsg.): Selfemployment activities of women and minorities : their success or failure in relation to social
citizenship policies, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2008, S. 12-18, ISBN: 978-3-81003448-9 (Standort: UB Duisburg(464)-01/OKL/1110+1)
INHALT: Methodologie und Sampling des Forschungsprojekts "Self-Employment Activities of
Women and Minorities" werden beschrieben. Das Forschungsprojekt leistet durch die Analyse unterprivilegierter Selbstständigkeitsprojekte einheimischer Frauen sowie von Männern
und Frauen mit Migrationserfahrungen in sechs europäischen Ländern einen Beitrag zur Erforschung von Mechanismen sozialer Exklusion und korrespondierender Anstrengungen der
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2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
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Selbst-Inklusion. Die im Projekt unternommene biographische Policy-Evaluation von Selbständigkeitsaktivitäten in Mitgliedsländern der EU war die Basis für die Formulierung von
Vorschlägen zur verbesserten sozialpolitischen Unterstützung von Möglichkeiten zur Selbstständigkeit in verschiedenen europäischen Kontexten. Die Methode der biographischen Policy-Evaluation auf der Grundlage der Grounded Theory von Strauss und Barney beinhaltete
eine aufgrund von theoretischem Sampling erfolgte Zusammenstellung und Analyse von biographischen Erzählungen von Männern und Frauen, die von Arbeitslosigkeit betroffen oder
bedroht waren und dieser befürchteten gesellschaftlichen Exklusion durch (teils öffentlich geförderte, teils allein individuell betriebene) Selbständigkeitsprojekte zu begegnen versuchten.
(ICH)
[48-L] Babic, Edvin; Kühn, Thomas:
Qualitative Marktforschung als Akteur in der Produktentwicklung, in: Dominik Schrage,
Markus R. Friederici (Hrsg.): Zwischen Methodenpluralismus und Datenhandel : zur Soziologie
der kommerziellen Konsumforschung, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2008, S. 97-112,
ISBN: 978-3-531-15470-1
INHALT: "Edvin Babic und Thomas Kühn schlagen vor, die Rolle der qualitativen Marktforschung als Akteur bei der Produktentwicklung für die Techniksoziologie fruchtbar zu machen. Die mit der Erhebung sozialer Aneignungs- und Deutungsmuster befasste Marktforschung könne, so die Autoren, der Techniksoziologie angesichts ihres in jüngster Zeit verstärkten Interesses für außertechnische Implikationen der Techniknutzung eine Reihe von Anregungen vermitteln" (Autorenreferat).
[49-L] Berg, Charles; Milmeister, Marianne:
Im Dialog mit den Daten das eigene Erzählen der Geschichte finden: über die
Kodierverfahren der Grounded-Theory-Methodologie, in: Forum Qualitative Sozialforschung
/ Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 27 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802138)
INHALT: "Kodierverfahren in der Grounded-Theory-Methodologie (GTM) sind das Thema des
vorliegenden Beitrags. Ziel ist die Verbesserung der Kodierpraxis und die Explizierung unterschiedlicher Grundannahmen der GTM. Besonders betont wird sowohl die Notwendigkeit eines Dialogs mit den Daten als auch die Entwicklung einer Storyline. Ausgangspunkt des Beitrags ist die allgemeine Beschreibung des Kodierens, der dann eine Diskussion der verschiedenen Kodieretappen (offenes, axiales beziehungsweise theoretisches und selektives Kodieren) folgt. Abschließend wird das Bild eines reflektiv-interpretativen Umgangs mit der GTM
entworfen." (Autorenreferat)
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2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
[50-L] Berg, Harry van den:
Reanalyzing qualitative interviews from different angles: the risk of decontextualization and
other problems of sharing qualitative data, in: Historical Social Research : the official journal
of Quantum and Interquant ; an international journal for the application of formal methods to
history, Vol. 33/2008, No. 3 = No. 125, S. 179-192 (Standort: USB Köln(38)-XG05183; Kopie
über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Qualitative Interviews werden im Unterschied zu Survey-Interviews selten reanalysiert. Neben offensichtlichen Gründen der Behinderung von Sekundäranalysen durch z.B. das
Betonen des Eigentums an Daten - und insbesondere einer individualistischen Kultur der Eigentumswahrung - ist auch ein methodologischer Skeptizismus verbreitet. In diesem Beitrag
möchte ich für einen Datenaustausch für Sekundäranalysen plädieren. Diese Fürsprache basiert teilweise auf - und ist inspiriert von - der Diskussion während der Vorbereitung eines
Gemeinschaftsprojektes von dreizehn Forschern und Forscherinnen, die eingeladen wurden,
den gleichen Satz von Interviews jeweils aus ihrem eigenen theoretisch-methodologischen
Blickwinkel zu analysieren (van den Berg, Wetherell und Houtkoop-Steenstra, 2003). In dieser Diskussion wurden verschiedene methodologische Argumente gegen die Durchführung
von Sekundäranalyse vorgebracht. Mit einigen dieser Argumente werde ich mich auseinandersetzen, insbesondere mit den Zweifeln an der Nützlichkeit von Sekundäranalysen und den
angenommenen Risiken der Dekontextualisierung: Ist eine Sekundäranalyse ohne detailliertes
Kontextwissen möglich? Es werden unterschiedliche theoretische und methodologische Positionen geprüft, die sich auf die Kontextualisierung des Interviewdialogs beziehen. Einerseits
argumentiere ich gegen die Tendenz der Einziehung eines immer weiteren sozialen und historischen Kontextes in die Diskursanalyse von Interviews, die dem Risiko eines spekulativen
Theoretisierens als Rahmen für die Interviewinterpretation ausgesetzt ist. Andererseits glaube
ich nicht, dass die Vernachlässigung jedweden sozialen Kontextes jenseits des Interviews wie sie in einigen Formulierungen der Konversationsanalyse vertreten werden - fruchtbar
oder gar möglich ist. Diese Vernachlässigung birgt das Risiko eines abstrakten Empirismus.
Mein Hauptargument besteht darin, dass Art und Ausmaß der für eine Diskursanalyse notwendigen Kontextualisierung von Interviewdaten von den Forschungszielen und der Beschaffenheit der Daten abhängig gemacht werden sollte." (Autorenreferat)
[51-L] Böhm, Andreas; Legewie, Heiner; Muhr, Thomas:
Kursus Textinterpretation: Grounded Theory, (Forschungsbericht / Technische Universität
Berlin, Interdisziplinäres Forschungsprojekt ATLAS, Nr. 92-3), Berlin 2008, 124 S. (Graue
Literatur; nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-26629)
INHALT: Der vorliegende 'Kursus Textinterpretation: Grounded Theory' entstand im Rahmen
des Interdisziplinären Forschungsprojekts ATLAS (Technischen Universität Berlin 19901993) als Begleitmaterial für ein Seminar zur Einführung in die Qualitative Datenanalyse und
speziell die Grounded Theory. Hauptziel des Forschungsprojektes war die Entwicklung und
Erprobung eines Prototyps des Softwaresystems ATLAS.ti zur Unterstützung der Textinterpretation, insbesondere als Werkzeug für die Datenanalyse und Theoriegenerierung nach der
Methodik der Grounded Theory. Der Kursus Textinterpretation will kreative und zugleich
systematische Formen des wissenschaftlichen Denkens für Texterschließung und -interpretation vermitteln. Anwendungsgebiet der Methoden sind alle Bereiche und Arbeitsgebiete, wo
das Verständnis umfangreicher bzw. einer größeren Menge von Texten wichtig ist, und wo
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2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
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aus den Texten ein vertieftes Verständnis, neue Überlegungen, Konsequenzen oder Handlungsempfehlungen für einen Gegenstandsbereich abgeleitet werden sollen. Textinterpretation ist nach unserem Verständnis mit einem "Kunsthandwerk" zu vergleichen. Die Materialien
sind im Zusammenhang mit einem Seminar an der TU Berlin entstanden, das im Sommersemester 1992 stattfand und an dem Studenten der Psychologie und Informatik teilnahmen. Das
vorliegende Manuskript ist zum Teil noch unvollständig und bedarf weiterer Überarbeitung.
(ICD2)
[52-L] Bohnsack, Ralf; Marotzki, Winfried; Meuser, Michael (Hrsg.):
Hauptbegriffe qualitativer Sozialforschung, (UTB : Erziehungswissenschaft,
Sozialwissenschaft, 8226), Opladen: B. Budrich 2006, 203 S., ISBN: 3-86649-980-9
INHALT: (In diesem Band) "erläutern führende VertreterInnen aus Soziologie und Erziehungswissenschaft die wichtigsten Begriffe qualitativer Methodik und Methodologie. Qualitative
Methoden haben in den letzten Jahren in der empirischen Sozialforschung deutlich an Gewicht gewonnen. Vor allem innerhalb der jüngeren Generation von Studierenden der Sozialwissenschaften konnten sie einen enormen Zuwachs an Popularität erfahren. Umso dringender erforderlich ist eine Klärung der Begrifflichkeiten. (Im Band werden) in kurzen Artikeln
die wichtigsten Begriffe qualitativer Methodik und Methodologie übersichtlich und verständlich erläutert." (Autorenreferat)
[53-L] Bollig, Sabine:
"Praktiken der Instrumentierung": methodologische und methodische Überlegungen zur
ethnografischen Analyse materialer Dokumentationspraktiken in kinderärztlichen
Vorsorgeuntersuchungen, in: Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, Jg.
28/2008, H. 3, S. 301-315 (Standort: USB Köln(38)-XG02735; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich)
INHALT: "Der Beitrag führt in die objektorientierte Analyse von Vorsorgepraktiken in kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen (U1-U9) ein und diskutiert Aspekte der Beobachtbarkeit
materialer Praktiken. Dies geschieht vor dem Hintergrund der aktuellen Kritik an den Instrumenten und ihrem Einsatz in den Untersuchungen. Diese Kritik wird kurz rekapituliert und
im Hinblick auf die 'Praktiken der Instrumentierung' kulturanalytisch gewendet. Ausgehend
vom Verhältnis von Dokumentationspraktiken und Dokumentationsobjekten in Bezug auf das
Gelbe Vorsorgeheft wird die Produktivität des objektorientierten Forschungsansatzes der Actor-Network-Theory (ANT) dargestellt sowie zwei unterschiedliche methodische Operationalisierungen in ethnografischen medizinsoziologischen Studien aufgezeigt und auf Datenmaterial aus der eigenen Forschungsarbeit bezogen. Abschließend wird eine Differenzierung ethnografischer Beobachtungsgegenstände skizziert, die auf die 'praktische und lokale Vermittlungsarbeit' der Dokumentationsobjekte fokussiert und zugleich Anschlüsse für eine analytisch-reflexive Methodenkombination anbietet." (Autorenreferat)
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[54-L] Brückner, Burkhart:
Perspektiventriangulation als qualitativ-methodisches Prinzip in der psychiatriehistorischen
Autobiographieforschung, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft :
Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006.
Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 1602-1609, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Der Vortrag beschreibt ein Konzept zur Analyse von historischen, autobiographischen
Dokumenten, in denen die Autoren über selbst erlebte Erfahrungen des 'Deliriums' und des
Wahns berichten. Grundlage ist eine aktuelle Studie (Brückner 2006) über 121 Fälle von psychischen Grenzerfahrungen aus dem europäischen Raum seit der Antike bis 1900. Das methodische Design soll vorgestellt werden und wird mit Fallvignetten aus dem 18. und 19. Jahrhundert illustriert. Im Zentrum steht eine methodologisch und kulturhistorisch begründete Argumentation für die Realisierung der Subjektperspektive in der Psychiatriegeschichte. Die
medizingeschichtliche Biographieforschung zielt traditionell entweder auf die Viten 'großer'
Ärzte oder auf die Pathographien 'berühmter' Persönlichkeiten. Erst in den letzten 25 Jahren
haben sich auch patientengeschichtliche Untersuchungen durchgesetzt (vgl. Porter 1987). Um
die Sichtweise der historischen Subjekte von Krankheitserfahrungen zu erschließen, bieten
sich Selbstzeugnisse und persönliche Dokumente als empirisches Material an. Mit dem inhaltlichen Fokus auf das Gebiet der Psychosen und speziell auf die Erfahrung des Wahns,
kann die Perspektiventriangulation zum kritischen Leitprinzip einer gültigen und zuverlässigen Auswahl der subjektiven Texte werden. Im Kern handelt es sich um eine qualitative
Stichprobenziehung; charakteristisch dafür ist die ständige Verfeinerung der Auswahlkriterien im laufenden Forschungsprozess durch die Wechselwirkung zwischen Einzelfallrekonstruktion, Hypothesenbildung und Stichprobenerstellung. Am Anfang stehen begriffsgeschichtliche Untersuchungen: Wahnphänomene wurden vor dem 19. Jahrhundert noch nicht
mit dem heute geläufigen, psychiatrischen Wahnbegriff bezeichnet, sondern seit dem 16.
Jahrhundert mit dem umfassenden Begriff des 'Deliriums'. Zu kurz griffe nun eine Selektion
des Materials am Maßstab von heutigen diagnostischen Kriterien (retrospektive Diagnostik)
oder aber allein am Maßstab der früheren historischen Begrifflichkeiten, ersteres würde die
historischen Bedeutungsgehalte 'präsentistisch' unterschlagen, letzteres würde Erkenntnisfortschritte 'kontextualistisch' nivellieren. Demgegenüber gilt es, die Sichtweise der Autoren, das
Urteil ihrer nahen Zeitgenossen und die heute möglichen Interpretationen systematisch zu
vergleichen, um entscheiden zu können, ob ein Text relevante Passagen enthält und damit zur
Stichprobe gehört oder nicht. Die Quellen sollten zudem weiteren Gütekriterien genügen. Die
Untersucherperspektive geht als Expertenperspektive in die Beurteilung ein. Dabei kommt es
nicht darauf an, zu entscheiden, ob eine bestimmte Person tatsächlich krank war, sondern darauf, entsprechende Hypothesen methodengeleitet zu produzieren und die Kriterien zu explizieren. Auf diese Weise kann eine heterogene Vorauswahl von fraglichen Texten in eine vergleichbare Stichprobe überführt werden, die dann weiter untersucht werden kann, etwa hinsichtlich der sozialen Bedingungen des Schreibens, der subjektiven Krankheitstheorien der
Autoren, ihres Sprachverhaltens oder ihrer Bezüge auf die zeitgenössische Theoriebildung."
(Autorenreferat)
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[55-L] Dirksmeier, Peter; Helbrecht, Ilse:
Time, non-representational theory and the "performative turn": towards a new
methodology in qualitative social research, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum:
Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 15 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802558)
INHALT: "Der Gebrauch performativer Techniken in der qualitativen Sozialforschung sieht sich
einer Paradoxie gegenüber. Handeln als 'performance' findet nur in der Gegenwart und damit
einmalig statt. Eine Konsequenz dieser Tatsache ist, dass jede Repräsentation einer 'performance', sei es ein Text, eine Diskussion oder ein Film, auf die Vergangenheit rekurriert. Die
performative Sozialwissenschaft löst diese Paradoxie nur scheinbar, indem sie die 'performance' als liminale Phase eines Rituals konzeptionalisiert. Die leitende These des Beitrags ist,
dass performative Techniken durch diese einfache Auslagerung des Gegenwartsproblems in
die Ritualtheorie dem logischen Irrtum der 'genetic fallacy' unterliegen, d.h. dem Trugschluss
des Vergessens, dass der primäre Wert oder die Bedeutung eines Ereignisses in der Gegenwart keine notwendige Verbindung mit seiner Genese in der Vergangenheit aufweist. Aus
diesem Grund bedarf eine Methodologie der qualitativen Sozialforschung nach der performativen Wende eines theoretischen Ausgangspunktes, der nicht länger auf Kausalität als temporale Verschiedenheit einer 'Ursache' und einer 'Wirkung' rekurriert, wie es die Ritualtheorie
behauptet. Der Beitrag schlägt stattdessen die phänomenologische 'non-representational theory' als theoretische Fundierung vor und zeigt auf, wie eine Methodologie der qualitativen Sozialforschung nach der performativen Wende konstituiert sein könnte." (Autorenreferat)
[56-L] Felden, Heide von (Hrsg.):
Methodendiskussion in der Biographieforschung: klassische und innovative Perspektiven
rekonstruktiver Forschung, (Schriftenreihe des Pädagogischen Instituts der Johannes-Gutenberg
Universität Mainz, Bd. 2), Mainz: Logophon Verl. 2007, 140 S., ISBN: 3-936172-02-1 (Standort:
UB Siegen(467)-21HYN1995)
INHALT: "Der von Heide von Felden herausgegebene Sammelband Methodendiskussion in der
Biographieforschung versammelt Beiträge zur Biographieforschung, die einen Teil der Debatten wiedergeben, die im Rahmen rekonstruktiver Forschung am Pädagogischen Institut geführt werden. Die Aufsätze von Detlef Garz, Sandra Kirsch, Axel Fehlhaber, Nicole Welter
und Sylke Bartmann gruppieren sich thematisch um die jüdische Emigration aus dem nationalsozialistischen Deutschland vor 1940. Neben einer Kontextualisierung des historischen
Materials und Anmerkungen zur rekonstruktiven Sozialforschung (Garz) werden methodenund fallbezogene Reflexionen zu 'Spielarten' der Objektiven Hermeneutik präsentiert (Kirsch:
Themenanalyse; Fehlhaber: Interpretation objektiver Daten). Welter thematisiert in ihrer Abhandlung die moralische Dimension der Identitätsbildung und integriert das Bachtin'sche
Konzept der 'moralischen Stimmen', während Bartmann klassisch narrationsstrukturell arbeitet, darüber hinaus jedoch das Konzept der 'biographischen Ressourcen' als Fokus einer erziehungswissenschaftlichen Biographieforschung entwickelt. Die von Birgit Griese präsentierte
Analyse wendet sich der Untersuchungsgruppe russlanddeutscher Aussiedler zu. Im Paradigma der 'erzählten Identität(en)' eröffnet die Autorin einen spezifischen Blick auf das empirische Material und diskutiert forschungsökonomische Auswertungsstrategien." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Heide von Felden: Einleitung (7-12); Detlef Garz: Zur Rekonstruktion autobiographischer Texte - Methoden im Vergleich (13-24); Sandra Kirsch: Themenanaly-
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se als Erschließungsvariante in der objektiv-hermeneutischen Analyse und Interpretation
(auto-)biographischer Texte (25-44); Axel Fehlhaber: Die Entschlüsselung literarischer Gestaltungen in autobiographischen Texten mithilfe der Analyse und Interpretation objektiver
Daten (45-66); Nicole Welter: "I was victorious". Eine Biographie im Kampf gegen die Ungleichheit (67-80); Sylke Bartmann: Biographische Ressourcen - ein heuristisches Modell für
die erziehungswissenschaftliche Biographieforschung (81-102); Birgit Griese: Forschungsökonomie im Paradigma Narrative Identität: Zur Rekonstruktion der 'Gestalt' autobiographischer Stegreiferzählungen (103-136).
[57-L] Fitzek, Herbert:
Inhalt und Form von Ausdrucksbildungen als Zugangswege zur seelischen Wirklichkeit: ein
Vergleich von Inhaltsanalyse und Morphologie als Methodenkonzepte der qualitativen
Sozialforschung, Lengerich: Pabst 2008, 448 S., ISBN: 978-3-89967-4 (Standort: UB
Greifswald(9)-CM3600F552)
INHALT: Der Verfasser begibt sich auf die Suche nach der traditionell vernachlässigten Methodologie der qualitativen Forschung. Die Fragestellung seiner Untersuchung richtet sich auf
die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Ansätze. Da ein methodenübergreifendes Vergleichskonzept für die geisteswissenschaftlich-hermeneutische Richtung der Psychologie
nicht vorliegt, wird es im ersten Teil der Untersuchung zunächst entwickelt und im Hinblick
auf verschiedene Vergleichskriterien expliziert. Vor dem Hintergrund dieser Kategorien werden dann im Hauptteil der Untersuchung zwei Methoden prototypisch geprüft. Hierfür wird
zum einen ein Konzept gewählt, das sich innerhalb des Kreises der qualitativen Methoden
weitgehend auf die szientifische Tradition zu bewegt und nahezu in der Mitte zwischen qualitativen und quantitativen Kennzeichen gelagert ist, zum anderen ein Konzept, das am äußeren
Ende des Spektrums steht und in Abhebung von der szientifischen Tradition einen eigenständigen qualitativ-psychologischen Standpunkt reklamiert. Im ersten Fall handelt es sich um die
Inhaltsanalyse, die zwischen beiden Forschungstraditionen gewissermaßen die Scharnierstelle
besetzt, im zweiten um die Morphologische Psychologie. Abschließend werden Stärken und
Schwächen der beiden Konzepte einander gegenübergestellt und ihr Stellenwert im Rahmen
der geisteswissenschaftlich-hermeneutischen Denkkultur der Psychologie gewürdigt. Die Gegenüberstellung von Inhaltsanalyse und Morphologie erfolgt auf der Grundlage von acht Methodenstandards: Gegenstandsgewinnung, Problemrealisierung, Materialerschließung, Theoriedurchdringung, Konsequenz der Ableitung, heuristische Tiefe, operative Prägnanz und gegenständliche Relevanz. (ICE2)
[58-L] Garz, Detlef:
Olga Lang-Wittfogel - eine objektiv-hermeneutische Biographieanalyse, in: Zeitschrift für
Qualitative Forschung, Jg. 8/2007, H. 2, S. 207-224 (Standort: USB Köln(38)-XG9044; Kopie
über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der vorliegende Artikel untersucht unter Anwendung des objektiv hermeneutischen
Auswertungsverfahrens die Biographie der 1897 im russischen Ekaterinoslav geborenen Olga
Joffe (später Olga Lang-Wittfogel). Die Analyse endet mit dem durch den Krieg und die sich
daran anschließenden Unruhen verspäteten Abschluss des Universitätsstudiums und der Heirat mit dem Arzt Joseph Meyer. Es wird gezeigt, wie Olga Joffe die anstehenden Bewäh-
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rungsaufgaben im Übergang zum Erwachsenenalter - die Gestaltung des beruflichen und
staatsbürgerlichen Handelns sowie den Aufbau einer privatimen Beziehung - löst. Die im Anhang des Artikels angeführten Daten über ihren weiteren Lebensweg sollen es ermöglichen,
die erarbeitete Hypothese zu prüfen. Methodisch ist hervorzuheben, dass die Interpretation allein anhand der 'objektiven Daten' erfolgt, so dass es aufgrund der 'Raffung' der Angaben
möglich ist, alle biographisch relevanten Knotenpunkte und Weichenstellungen in die Interpretation einzubeziehen." (Autorenreferat)
[59-L] Gebhard, Gunther; Schröter, Steffen:
Zwischen Methode und Methodenkritik: Überlegungen zum Irritationspotential der
foucaultschen Diskursanalyse, in: Sociologia Internationalis : Internationale Zeitschrift für
Soziologie, Kommunikations- und Kulturforschung, Bd. 45/2007, H. 1/2, S. 37-71 (Standort: USB
Köln(38)-XG219; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Seit dem Ende der 1990er Jahre lässt sich im deutschsprachigen Raum eine verstärkte
Auseinandersetzung mit den methodischen Potentialen und Defiziten der foucaultschen Diskursanalyse verzeichnen. Einerseits bemüht sich eine Reihe von Autoren um eine Ausarbeitung einer sozialwissenschaftlichen Methode Diskursanalyse. Andererseits gibt es immer wieder Stimmen, die das Potential der diskursanalytischen Arbeiten Foucaults gerade in der Kritik an den Prämissen und dem Vorgehen der herkömmlichen (qualitativen) empirischen Sozialforschung sowie im Akzentuieren anderer Möglichkeiten des Umgangs mit empirischen
Materialien sehen. Der Beitrag beschäftigt sich mit diesen Positionen und versucht zu zeigen,
dass gerade die Bemühungen um eine Methodisierung der Diskursanalyse einen wesentlichen
Teil der Anregungen Foucaults verfehlen müssen. Zu fragen ist aber, so die Grundüberlegung
des Beitrags, wie diese Anregungen produktiv für soziologisches Arbeiten genutzt werden
können. Gerade Foucaults prinzipielle Skepsis gegen eine Methodisierung bzw. Formalisierung diskursanalytischen Vorgehens könnte ernst genommen werden. Diese Skepsis ist u.a.
darin begründet, dass die Formalisierung von Vorgehensweisen notwendig abstrakt geschieht,
d.h. ohne Bezug auf die zu erforschenden Gegenstände. Stattdessen sollte das jeweilige Vorgehen nur gegenstandsabhängig, nicht aber abhängig von einer vorher fixierten Methode vonstatten gehen. Damit ist gesagt, dass je nach dem zu erforschendem Gegenstand unterschiedliche Vorgehensweisen notwendig sind. Der Vorschlag des Beitrages ist es, Diskursanalysen
als Untersuchungen empirischen Materials mit einem je spezifischen, gegenstandsorientierten
Kategorienraster zu begreifen, das grundsätzlich von einer diskurstheoretischen Perspektive
ausgeht. Diskursanalyse ist ein Vorgehen, das nicht von einer vorab festgelegten Methode angeleitet wird, sondern in ihrem jeweiligen Operieren ihre je eigene Methode exploriert. Die
Methode, mit der das empirische Material beobachtet wird, kann erst in einer post-hoc-Reflexion des Vorgehens fixiert werden. Insofern wird im Beitrag für eine Methode ohne Methode
bzw. eine Methode post hoc plädiert. Damit wird ein zur herkömmlichen empirischen Sozialforschung differenter Umgang mit der Kontingenzproblematik ermöglicht: Statt Kontingenzspielräume über Methodisierung und Formalisierung zu reduzieren und zu invisibilisieren,
wird versucht, die Kontingenz der Untersuchungssituation wieder sichtbar und für Diskursanalyse fruchtbar zu machen." (Autorenreferat)
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[60-L] Gläser, Jochen; Laudel, Grit:
Creating competing constructions by reanalysing qualitative data, in: Historical Social
Research : the official journal of Quantum and Interquant ; an international journal for the
application of formal methods to history, Vol. 33/2008, No. 3 = No. 125, S. 115-147 (Standort:
USB Köln(38)-XG05183; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Sekundäranalysen sind vor allem deshalb von methodologischem Interesse, weil sie
es erlauben, die Konstruktionsleistungen zu vergleichen, die in die Auswertung qualitativer
Daten eingehen und in eine theoretische Interpretation des empirischen Materials münden.
Re-Analysen spitzen diesen Vergleich noch einmal zu, weil sie sich auf dieselbe Datenbasis
beziehen und eine der Primäruntersuchung entstammende Frage behandeln. Die diesem Beitrag zugrunde liegende Re-Analyse nutzte Transkripte von Leitfadeninterviews, die im SFB
186 in Bremen archiviert sind. Ein Ergebnis der Primärstudie wurde auf eine Hypothese zugespitzt, die mit einer qualitativen Inhaltsanalyse geprüft wurde. Der Vergleich von Primärstudie und Re-Analyse deckt einige kritische Entscheidungen auf, die die Datenauswertung in
unterschiedliche Richtungen steuern und zu gegensätzlichen Ergebnissen führen können. Solche Entscheidungen bleiben gewöhnlich implizit und werden nur thematisiert, wenn Widersprüche zwischen Ergebnissen erklärt werden müssen. Ein zweites Ergebnis betrifft typische
Gefahren von Primärstudien und Sekundäranalysen. Erstere scheinen einem "Gestaltschließungszwang" zu unterliegen: Im Bestreben, den Daten einen Sinn zu geben, werden Datenlücken durch Plausibilitätsbetrachtungen geschlossen und Gegenevidenz vernachlässigt. Sekundärstudien haben vor allem das Problem, dass sie durch die vorgängige Erhebung thematisch und methodisch beschränkt werden. Ein Ergebnis betrifft die mit der Archivierung und
Anonymisierung verbundenen Informationsverluste. Sie haben die Re-Analyse anscheinend
wenig beeinträchtigt." (Autorenreferat)
[61-L] Glass, Nel:
Interrogating the conventional boundaries of research methods in social sciences: the role of
visual representation in ethnography, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum:
Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 17 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802509)
INHALT: "Wie die Verfasserin in diesem Beitrag zeigen wird, beinhaltet performative Sozialwissenschaft die Chance, lang dauernde Konventionen etablierter Forschung bewusst zu hinterfragen. Hierzu wird sie die innovative Rolle des Visuellen für die Datensammlung und -analyse und für die Beschäftigung von Öffentlichkeit mit Forschung diskutieren. Beispiele entnimmt sie aus zwei postmodernen, feministisch-ethnografischen Untersuchungen, die sich mit
akademischer Aus- und Weiterbildung, Belastbarkeit, Hoffnung und Optimismus in Großbritannien, den USA, Australien und Neuseeland zwischen 1997-2005 befassten. In diesen Studien wurde visuelles Material für die Datenerhebung und für die Präsentation der Ergebnisse
eingesetzt, um die Stimmen der Forschungsteilnehmer/innen, der Forschenden und der Betrachter und Betrachterinnen dieser Arbeiten zu validieren. Forschungsteilnehmende und Publikum erhielten die Möglichkeit, sich aktiv an dieser Visualierungsarbeit zu beteiligen. Neben den Illustrationen kamen zwei weitere Methoden zum Einsatz: kritische Konversationsanalyse und reflexives Tagebuchschreiben. Im Beitrag skizziert die Verfasserin, in welcher
Weise der Einsatz kunstbasierter Methoden zu einer vertieften Repräsentation und Datenanalyse beigetragen hat. Das Erstellen von und die Beschäftigung mit visuellem Material bedeu-
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tete einen stärkenden und dynamischen Prozess für alle an der Forschung Beteiligten, ein innovatives Potenzial für Intersubjektivität und Reziprozität." (Autorenreferat)
[62-L] Hackel, Monika; Klebl, Michael:
Qualitative Methodentriangulation bei der arbeitswissenschaftlichen Exploration von
Tätigkeitssystemen, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research,
Vol. 9/2008, No. 3, 14 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803158)
INHALT: "Arbeitswissenschaftliche Aufgabenstellungen in interdisziplinären Projekten zeichnen
sich häufig dadurch aus, dass sie entsprechend des Projektauftrages mehrere sehr spezifische
Fragestellungen aufwerfen, deren Beantwortung im Rahmen der gegebenen Ressourcen eine
sorgfältige Abwägung des Methodeneinsatzes hinsichtlich des Aufwandes und der Möglichkeiten erforderlich macht. Im Projekt AQUIMO sollen durch sozialwissenschaftliche Begleitforschung Anforderungen für die ingenieurwissenschaftliche Entwicklung eines computerbasierten Werkzeuges zur Unterstützung des mechatronischen Konstruktionsprozesses und einer
dazugehörigen Qualifizierungsmaßnahme abgeleitet werden. Die formative Evaluation gründet auf dem Ansatz der entwickelnden Arbeitsforschung nach Engeström und ist damit eine
Form der Aktionsforschung. Der Beitrag befasst sich mit der Triangulation mehrerer qualitativer Methoden zur Untersuchung von Schwierigkeiten in der interdisziplinären Zusammenarbeit bei der mechatronischen Konstruktionstätigkeit. Nach einer Beschreibung der Ausgangslage und des Analyseansatzes im Projekt werden die Methoden hinsichtlich ihrer Vorzüge
und kritischen Punkte jeweils kurz dargestellt und ihr Einsatz im Rahmen des Projektes
AQUIMO aus tätigkeitstheoretischer Perspektive begründet." (Autorenreferat)
[63-L] Heaton, Janet:
Secondary analysis of qualitative data: an overview, in: Historical Social Research : the official
journal of Quantum and Interquant ; an international journal for the application of formal methods
to history, Vol. 33/2008, No. 3 = No. 125, S. 33-45 (Standort: USB Köln(38)-XG05183; Kopie
über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Basierend auf einer Arbeit, die das Wesen und die Nutzung dieser Methodik in der
Sozialforschung herausarbeitet, gibt dieser Beitrag einen Überblick über die Sekundäranalyse
qualitativer Daten. Er klärt, was die Methodik ist and wie sie im Verhältnis zu anderen ähnlichen Ansätzen der qualitativen Forschung steht. Er betrachtet die Entwicklung der Sekundäranalyse in der qualitativen Forschung und einige Faktoren, die diese beeinflusst haben. Ferner
untersucht er die Arten und Weisen, in denen Forscher qualitative Daten in bislang veröffentlichten Studien erneut nutzten, beschreibt welche Datenquellen, von wem und für welche
Zwecke dabei genutzt wurden. Ebenso wie die Formen, in denen Forscher bis dato qualitative
Daten in Sekundärstudien nutzten, zu reflektieren, richtet der Beitrag den Blick auch auf einige Herausforderungen, die noch in der Zukunft liegen." (Autorenreferat)
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[64-L] Hollstein, Betina:
Netzwerke, Akteure und Bedeutungen: zur Integration qualitativer und quantitativer
Verfahren in der Netzwerkforschung, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der
Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in
Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 3359-3370, ISBN: 978-3593-38440-5
INHALT: "In der soziologischen Netzwerkforschung bildete der Einsatz qualitativer Erhebungsund Auswertungsverfahren lange Zeit die Ausnahme. Erst in jüngerer Zeit werden qualitative
Verfahren bei der Untersuchung unterschiedlichster Netzwerktypen (wie subkulturelle Szenen, lokale Machteliten, private, informelle oder Interorganisations-Netzwerke) immer häufiger eingesetzt. Der Beitrag gibt einen Überblick über die spezifischen Möglichkeiten und Potentiale qualitativer Forschungsmethoden für die Analyse sozialer Netzwerke. Unter anderem
geben Verfahren, die die konkreten Handlungsvollzüge und die Deutungen der Akteure in
Rechnung stellen, besondere Mittel an die Hand, um ganz aktuelle Herausforderungen der
Netzwerkforschung bearbeiten zu können. Dazu gehören etwa Fragen der Verknüpfung von
Struktur- und Akteursebene sowie der Entstehung und Dynamik sozialer Netzwerke. In dem
Beitrag werden diese Leistungen diskutiert, systematisiert und anhand von aktuellen empirischen Studien und Forschungsergebnissen aus verschiedenen Feldern der soziologischen
Netzwerkforschung illustriert. Der Beitrag schließt mit einem Überblick über die qualitativen
Erhebungs- und Auswertungsverfahren, die sich zur Analyse sozialer Netzwerke eignen."
(Autorenreferat)
[65-L] Janeck, Monique:
Auf verschlungenen Forschungspfaden: Erfahrungen mit der Sekundärnutzung qualitativer
Interviewdaten in induktiven, deduktiven und Triangulationsverfahren, in: Historical Social
Research : the official journal of Quantum and Interquant ; an international journal for the
application of formal methods to history, Vol. 33/2008, No. 3 = No. 125, S. 94-114 (Standort:
USB Köln(38)-XG05183; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Dieser Beitrag schildert Erfahrungen mit der Sekundäranalyse qualitativer Interviewdaten über soziale Beziehungen in virtuellen Gemeinschaften, wobei die Primärdaten in drei
Phasen sowohl induktiven als auch deduktiven Auswertungsmethoden unterzogen und
schließlich in einen ganz neuen Forschungskontext transferiert wurden. Die hierdurch ermöglichte vergleichende Betrachtung und Diskussion verschiedener Vorgehensweisen und Rahmenbedingungen bei Sekundäranalysen zeigt, dass sowohl induktive als auch deduktive Auswertungen gewinnbringend angewendet werden können und auch der (zumindest teilweise)
Kontextverlust bei der Wiederverwendung nicht zwangsläufig zu einer Verarmung der Daten
führen muss. Zudem erwies sich in den hier geschilderten Untersuchungen die Triangulation
von Sekundäranalysen und eigener ergänzender Datenerhebung als besonders geeignete Forschungsstrategie." (Autorenreferat)
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[66-L] Jenkings, Neil K.; Woodward, Rachel; Winter, Trish:
The emergent production of analysis in photo elicitation: pictures of military identity, in:
Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 21
S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803309)
INHALT: "Dieser Beitrag vertritt einen radikal-reflexiven Ansatz bei der Analyse von Interviewdaten. Es wird die These aufgestellt, dass dieser Ansatz, einmal eingenommen, es erlaubt, die
Reflexivität der Forschenden im Interviewverlauf nachzuvollziehen. Die Analyse findet
schon im Prozess des Interviews statt und nicht erst, wie in der Literatur meist unterstellt, in
einer getrennten Phase danach. Wichtig ist auch anzuerkennen, dass die Interviewten selbst
einen reflexiven Ansatz in ihrer Interaktion mit den Interviewenden verwenden; sie führen sozusagen eine reflexive Analyse des ablaufenden Interviews durch und kooperieren dabei mit
dem Forscher bzw. der Forscherin in der Erzeugung der Daten des Forschungsinterviews.
Wenn dies so ist, dann sollte die Definition korrigiert werden, die festlegt, ab welchem Zeitpunkt die Analyse des Interviews beginnt. Zudem muss die reflexive Natur von Interviewdaten anerkannt werden sowie auch der Umstand, dass beide Parteien zu diesem Prozess beitragen: Mithilfe der Foto-Elizitierung können die Autoren zeigen, dass Fotografien nicht bloß
eine Informationsquelle sind, die von den Befragten identifiziert wird, sondern dass eine Interaktion von Interviewenden und Interviewten zur kooperativen Herstellung der Daten und
der Analyse vollzogen wird." (Autorenreferat)
[67-L] Kennerly, Rebecca M.:
Locating the gap between grace and terror: performative research and spectral images of
(and on) the road, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research,
Vol. 9/2008, No. 2, 42 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802526.)
INHALT: "Das Aufstellen von Totenschreinen an Straßen ist eine global zunehmend verbreitete,
aber in den USA schwierige Praxis, die hier trotz Verboten und anderen institutionellen Versuchen der Regulierung fortdauert. Zugleich gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichsten
Stimmen über die Politik - und die Poetik - solcher Praktiken. In ihrer Ethnografie nutzt die
Verfasserin die Möglichkeiten eines netzbasierten Mediums wie FQS, um sich mit einer spezifischen Form populärer Diskurse und Praktiken - der 'road tour' zu Cyberschreinen - als einem Modell für die Präsentation von Schreinen an Straßen und im Internet zu beschäftigen.
Die Verfasserin verwendet hierbei Einsichten und Gedichte aus ihren Feldnotizen und präsentiert im Text auch Landkarten, Fotografien, Links zu Cyberschreinen sowie Transkriptionen
und Übersetzungen ihrer eigenen, audiografierten Stimme. Dieses visuelle, akustische und
imaginative Material eröffnet eine zu traditionellen Repräsentationen alternative Sichtweise
von Schreinen, wobei sie sich bemüht, sich ethisch und rücksichtsvoll dem Leiden individueller und kollektiver 'Anderer' zu nähern an Orten und in (Zwischen-)Räumen, in denen Leben
und Tod, lebendige Erinnerung und selektives Vergessen, Alltagsleben und Ideologie konvergieren und auf einem 'Gespräch' mit uns beharren." (Autorenreferat)
[68-F] Knoblauch, Hubert, Prof.Dr. (Leitung):
Qualitative Research in the Social Sciences (EUROQUAL)
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INHALT: The proposal is for a research programme in qualitative methods, complementing the
existing ESF programme in quantitative methods. It is based on the fact that while qualitative
research is highly visible in many fields of social-science research, it exists within many subspecialisms, and reflects national as well as disciplinary boundaries. There is a clear need for
scholars throughout Europe to share, develop and promote high-level methodological expertise. There is an equally pressing need for capacity-building within the European social
sciences. The proposal addresses these needs through two closely linked activities: expert interdisciplinary and cross-national workshops and associated training events. (S.a. www.esf.org/activities/research-networking-programmes/social-sciences-scss/current-esf-researchnetworking-programmes/qualitative-research-in-the-social-sciences-in-europeeuroqual.html ).
ART: BEGINN: 2006-01 ENDE: 2009-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: European Science Foundation
INSTITUTION: Universität Magdeburg, Fak. für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, Institut für Soziologie Bereich Makrosoziologie (Postfach 4120, 39016 Magdeburg);
Technische Universität Berlin, Fak. VI Planen, Bauen, Umwelt, Institut für Soziologie Fachgebiet Allgemeine Soziologie, insb. Theorie moderner Gesellschaften (Franklinstr. 28-29, FR
2-5, 10587 Berlin)
KONTAKT: Angermüller, Johannes (Dr. Tel. 0391-7337336, Fax: 0391-7337341,
e-mail: [email protected])
[69-L] Kolb, Bettina:
Involving, sharing, analysing - potential of the participatory photo interview, in: Forum
Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 25 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803127)
INHALT: "Der vorliegende Artikel beschreibt die Methode des Fotointerviews und stellt praktische Erfahrungen aus einem partizipatorischen inter- und transdisziplinären Forschungssetting dar. Er zeigt, dass sich das Fotointerview in der Nachhaltigkeits- und Umweltforschung
bewährt hat, wo lokale Bevölkerung eingebunden war und einen wichtigen Beitrag zur Forschung lieferte. Ausgehend von Forschungserfahrungen in verschiedenen Ländern beschreibt
und analysiert die Autorin den Fotointerviewprozess und seinen Einfluss auf das Datenmaterial. Dieser wird in drei Phasen beschrieben: Beteiligen von Forschungspartner/innen, Mitteilen und Teilen von Ergebnissen zwischen Forscher/innen und nichtwissenschaftlichen Partner/innen, Analysieren und Interpretieren von Daten. In der ersten Phase des Fotointerviewprozesses wird die Methode eingesetzt, um Beteiligte aus verschiedenen Gesellschaftsschichten in den Forschungsprozess einzubinden. In der zweiten Phase werden Befragte und Forscher/innen gleichermaßen ermutigt, die jeweiligen Sichtweisen und Perspektiven zu teilen
und an einem gemeinsamen Problemverständnis über lokale Strukturen und Prozesse sowie
an möglichen Lösungen zu arbeiten. Die dritte Phase dient dazu, das visuelle und textliche
Datenmaterial als Repräsentation von sozialen Kontexten zu analysieren. Indem Forscher/innen in Bildern manifeste subjektive Ansichten entschlüsseln, die auch noch von weiteren Methoden begleitet werden, analysieren sie visuelle Kodierungen von Beteiligten und deren soziale Einbettung in das soziale Feld." (Autorenreferat)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
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[70-L] Kuckartz, Udo (Hrsg.):
CAQD 2007: Computergestützte Analyse Qualitativer Daten ; MAXQDA
Anwenderkonferenz, Philipps-Universität Marburg, 7. bis 9. März 2007, Marburg 2007, 83
S., ISBN: 978-3-8185-0443-4 (Graue Literatur; nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-9419)
INHALT: Die neunte MAXQDA/ winMAX Fachtagung stand unter dem Motto "Methodenvielfalt in der computerunterstützten Analyse qualitativer Daten - von der Grounded Theory bis
zu Mixed Methods". Inhaltsverzeichnis: Uwe Flick: Qualitative Evaluation - Methoden, Qualitätsstandards und Bewertung (9-16); Annette von Alemann: Gesellschaftliches Engagement
von Unternehmen - Imagepflege, Luxus oder Bürgerpflicht? Ergebnisse einer qualitativen Inhaltsanalyse (17-33); Sabine Marsch: Metaphern des Lehrens und Lernens - Metaphernanalyse mit MAXQDA (34-43); Susanne Vogl: Alter & Methode: ein Vergleich telefonischer und
persönlicher Leitfadeninterviews (44-55); Stefan Rädiker, Claus Stefer: Qualitative Evaluation in 100 Stunden - Quick and Clean (56-64); Marcus Stumpf: Ermittlung der Erfolgsfaktoren Integrierter Komunikation: Computergestützte Datenanalyse - Umsetzung in einem Bewertungsmodell (65-72).
[71-L] Kuckartz, Udo (Hrsg.):
CAQD 2006: Computergestützte Analyse Qualitativer Daten ; winMAX/MAXqda
Anwenderkonferenz, Philipps-Universität Marburg, 9. und 10. März 2006 ; Tagungsband,
Marburg 2006, 87 S., ISBN: 3-8185-0428-8 (Graue Literatur;
nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-9452)
INHALT: In dem Tagungsband finden sich die Abstracts der Vorträge sowie weitere Informationen rund um die CAQD. Der Konferenzteil der CAQD 2006 stand unter der Überschrift 'Der
qualitative Analyseprozess in der Praxis'. Inhaltsverzeichnis: Udo Kelle: "Emergence" vs.
"forcing" of empirical data? A crucial problem of "Grounded Theory" reconsidered (8-30);
Hildegard Wenzler-Cremer: Vom Interview zur Typenbildung: der Forschungsprozess im
Projekt "Bikulturelle Sozialisation" (31-36); Patricia Bell: Verständnis von Umweltrisiken in
zwei Industriestädten: eine vergleichende Studie in Grangemouth, Schottland und Ludwigshafen am Rhein, Deutschland (37-41); Angelika Kremer (Siegen), Hans-Peter Ziemek (Dortmund): Untersuchungen zum Arbeitsverhalten von Schülern der Klassenstufe 5 in einer strukturierten Lernumgebung (42-44); Ellen Madeker: Zur Anwendung von MAXQDA in der
Deutungsmusteranalyse (45-50); Elisabeth Schilling: Zeitkollage. Erfassung subjektiver Zeitvorstellungen (51-56); Alexandra Schmidt-Wenzel: Wie Eltern lernen. Eine qualitative Studie
zur innerfamilialen Lernkultur (Kurzportrait) (57-67); Claus Stefer: QUASAR: eine OnlineUmfrage zum Einsatz von QDA-Software im Forschungsprozess (68-73); Diana Ziegleder:
Kriminalprävention und Intervention in Unternehmen - qualitativer Projektteil III: Inhaltsanalyse präventionsrelevanter Unternehmensrichtlinien (74-80).
[72-L] Medjedovic, Irena; Witzel, Andreas:
Secondary analysis of interviews: using codes and theoretical concepts from the primary
study, in: Historical Social Research : the official journal of Quantum and Interquant ; an
international journal for the application of formal methods to history, Vol. 33/2008, No. 3 = No.
125, S. 148-178 (Standort: USB Köln(38)-XG05183; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
100
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
INHALT: "Trotz der Möglichkeiten, die eine Sekundäranalyse qualitativer Daten bietet, wird diese Methode mit bedenklichem Blick auf viele methodische und forschungsethische Probleme
versehen sowie aufgrund mangelhafter Zugänglichkeit und Aufbereitung der Primärdaten in
Deutschland wenig angewendet. Die vorherrschende Skepsis gegenüber Sekundäranalysen
hängt unseres Erachtens aber auch mit mangelnder praktischer Erfahrung zusammen. Am
Beispiel biographischer Interviewdaten einer Längsschnittstudie über die Biographiegestaltung des Übergangs junger Erwachsener von der Schule in den Beruf wollen wir daher zeigen, welche Chancen in der Nutzung von bereits vorhandenen Daten unter bestimmten methodologischen Bedingungen bestehen. Die Nachfrage nach Daten für eine Sekundäranalyse
beschränkt sich üblicherweise auf Originaldaten der Primärstudie. Auf Grundlage unserer Erfahrungen kann man jedoch auch Kodierungen und Kategorienschemata des EDV-gestützten
Auswertungsverfahrens der Primärstudie nutzen. Darüber hinaus ist sogar eine eher induktive
Vorgehensweise unter Einbeziehung theoretischer Konzepte der Primärstudie wie Typologien
möglich. Wenn etwa Kategorienschemata die heuristische Funktion eines überdimensionalen
'Karteikastens' mit breiten und nicht a priori theorielastigen Kategorien besitzen, muss deren
Nutzung für die Sekundäranalyse nicht im Widerspruch zu einer eher offenen Kodierung im
Prozess der Entwicklung von in-vivo-Kategorien stehen." (Autorenreferat)
[73-L] Medjedovic, Irena:
Sekundäranalyse qualitativer Interviewdaten - Problemkreise und offene Fragen einer
neuen Forschungsstrategie, in: Historical Social Research : the official journal of Quantum and
Interquant ; an international journal for the application of formal methods to history, Vol. 33/2008,
No. 3 = No. 125, S. 193-216 (Standort: USB Köln(38)-XG05183; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich)
INHALT: "Qualitative Daten stellen eine reichhaltige und oft unausgeschöpfte Quelle von Forschungsmaterial dar. Trotzdem werden sie selten einer erneuten Analyse unterzogen. Die
Analyse einer deutschlandweiten Befragung qualitativer Forscher/innen zeigt, dass mit dieser
neuen, noch unvertrauten Forschungsstrategie Sekundäranalyse einige Probleme und offene
Fragen verbunden werden. Auf der methodologischen Ebene werden die Spezifität sowie die
Kontextgebundenheit qualitativer Forschung als Einwände gegen die Sekundäranalyse vorgebracht. Auf der forschungsethischen Ebene wird eine Gefährdung der sich im Interview konstituierenden vertraulichen Beziehung zum Forschungssubjekt befürchtet. Des Weiteren spielen auch Konkurrenzüberlegungen eine Rolle, wenn es darum geht, eigene Daten für eine Sekundäranalyse bereitzustellen. Der Beitrag leistet einen ersten Schritt für die Diskussion über
die qualitative Sekundäranalyse, indem er anhand der geführten Experteninterviews die kritischen Aspekte der Sekundäranalyse aufzeigt. Sekundäranalytische Erfahrungen der befragten
Forscher zeigen aber auch, dass diese Probleme keine unlösbaren Einwände gegen die Sekundäranalyse darstellen müssen." (Autorenreferat)
[74-L] Mora Salas, Leonor:
El sentido de la familia: una construccion con las tramas de vida de tres generaciones, in:
Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 38
S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs080237)
INHALT: "Gegenstand des Beitrages ist die Frage, wie Familien Sinn und Bedeutung des Begriffes 'Familie' konstruieren. Die hier vorgestellte Theorie geht auf die Analyse von vier frühe-
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
101
ren qualitativen Untersuchungen zurück, in denen individuelle Interviews mit Mitgliedern
von insgesamt 14 Familien unterschiedlicher sozioökonomischer Herkunft in Caracas, Venezuela, durchgeführt wurden. In jedem einzelnen Fall wurden Mitglieder aus drei unterschiedlichen Generationen interviewt, in deren Erzählungen auch Bezüge zu weiteren Familienmitgliedern deutlich wurden. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutsamkeit von Familie in
den Narrationen der Befragten, wobei jeweils nachvollziehbar wurde, in welcher Weise der
jeweilige Familienbegriff mit Herkunft und Struktur dieser sozialen Institution verbunden ist:
Für diejenigen Interviewpartner(innen), die am ehesten der Mittelschicht angehören, spielt die
Familie und deren Struktur eine essenzielle Rolle sowohl für die Erziehung der Kinder als
auch allgemeiner für soziale Stabilität. Im Fall von Unterschichtsangehörigen spielten intergenerationelle Tradition und Erfahrung eine deutlich hervorgehobene Rolle für deren Familienkonstruktion. Zugleich unterstrichen Mitglieder der zweiten und dritten Generation insbesondere die Lebensstil-bezogenen Unterschiede zur ersten Generation." (Autorenreferat)
[75-L] Nonhoff, Martin:
Politische Diskursanalyse als Hegemonieanalyse, in: Martin Nonhoff (Hrsg.): Diskurs - radikale
Demokratie - Hegemonie : zum politischen Denken von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe,
Bielefeld: transcript Verl., 2007, S. 173-193, ISBN: 978-3-89942-494-2 (Standort: UB
Siegen(467)-31OYV3655)
INHALT: Der Fokus des Beitrags liegt auf der Erkundung einer an die Hegemonietheorie von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe anschließenden, diskursanalytischen Methodologie. Dabei
wird in einem ersten Schritt erörtert, welcher Art die Einheiten sind, aus denen sich hegemoniale Diskurse zusammensetzen, und welche Typen von Relationen sich zwischen diesen Einheiten konstatieren lassen. Ausgerüstet mit einer Typologie von fünf Relationstypen (Repräsentation, Differenz, Äquivalenz, Kontrarität, Superdifferenz) und einem an Laclau angelehnten Verständnis der kleinsten Einheit als "Forderung" (demand) untersucht der Autor anschließend das politisch-diskursive Feld in seiner Grundstruktur und kommt zu dem Ergebnis,
dass man Diskurse dann als politische Diskurse bezeichnen kann, wenn in ihnen das Allgemeine konflikthaft bzw. kontrovers verhandelt wird. Abschließend wird mit der Analyse eines
Textes von Alfred Müller-Armack, der im Kontext des wirtschaftspolitischen Diskurses der
deutschen Nachkriegszeit steht, die hegemoniale Praxis um den Signifikanten "Soziale
Marktwirtschaft" nachgezeichnet. (ICA2)
[76-L] Oberdiek, Ulrich:
Das Feld von Going native, in: Sociologia Internationalis : Internationale Zeitschrift für
Soziologie, Kommunikations- und Kulturforschung, Bd. 45/2007, H. 1/2, S. 201-228 (Standort:
USB Köln(38)-XG219; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Dies ist eine Darstellung und Analyse von Arten des 'Going native' - des Versuchs
oder Prozesses, scheinbar 'eins zu werden' mit einer anderen Kultur, oder wenigstens die Vorstellung zu haben, möglichst 'tief' in sie einzutauchen. Aus Gründen der Klarheit werden drei
Arten unterschieden: 1. Going native im Kontext des Zeitalters der Entdeckungen und des
Kolonialismus, d.h. freiwillige und unfreiwillige Prozesse; 2. professionelle Versuche des
Going native in der Ethnologie; und 3. New Age- oder esoterisches Going native. In allen
Fällen werden diese Phänomene beschrieben und analysiert und kritisiert, indem bestimmte
102
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
(teils gemeinsame) Parameter verwendet werden, die die Phänomene verbinden (oder trennen) und sie charakterisieren, wie: Freiwilligkeit, Unfreiwilligkeit, Erkenntnisinteresse oder
Zwecke, erkenntnistheoretische Prozesse und Probleme. Die Kritik behandelt besonders die
politische (Entdeckungen, Kolonialismus), erkenntnistheoretische (Ethnologie und besonders
New Age) und ökonomisch-ausbeuterische (Entdecker, Kolonialismus, New Age) Dimension
des Going native. Der letzte Teil behandelt generellere ('universelle') Aspekte des Going native: den Austausch-Aspekt, der im Fall des Orientalismus/ Occidentalismus und der städtischen bzw. ländlichen Kultur z.B. von Buruma & Margalit (2004) diskutiert wird. Schließlich
wird eine 'Gefahr', oder ein 'pathologischer' Prozess des Going native analysiert, wozu auf
den Fall des Lope de Aguirre (1560/61) und koloniale Ereignisse in Belgisch Kongo im 19.
Jahrhundert eingegangen wird, die auch in der Literatur und in Filmen popularisiert wurden
(Joseph Conrad, Werner Herzog, F.F. Coppola). Das Fazit reflektiert generelle erkenntnistheoretische Fragen und sieht Macht (und damit Hierarchie), Wissensgenerierung und ökonomisches Streben als wesentliche Antriebe von Going native." (Autorenreferat)
[77-L] Pfaff-Rüdiger, Senta; Meyen, Michael (Hrsg.):
Alltag, Lebenswelt und Medien: qualitative Studien zum subjektiven Sinn von
Medienangeboten, (Mediennutzung, Bd. 10), Berlin: Lit Verl. 2007, 296 S., ISBN: 978-3-82580897-6 (Standort: UB Bonn(5)-2008/3951)
INHALT: "Medien sind in den Alltag eingewoben, fungieren als Tagesbegleiter und werden
meist beiläufig und ohne große Anstrengung genutzt. Doch was treibt Menschen dazu, ihre
Zeit medialen Angeboten zu widmen? Von welchen Faktoren wird die Mediennutzung beeinflusst? Gibt es gruppenspezifische Nutzungsmuster? Und warum werden einzelne Formate
und Medien genutzt? In den Beiträgen dieses Buches werden die Bedürfnisstrukturen und die
Alltagsbeanspruchung von Rezipienten in den Mittelpunkt gerückt und dadurch Alltagsmuster einzelner Nutzergruppen und Nutzungsmuster einzelner Formate und Medien präsentiert.
Hieraus werden Mediennutzungsmotive abgeleitet und Rückschlüsse auf den Stellenwert medialer Inhalte gezogen. Der Einsatz von Leitfadeninterviews und Gruppendiskussionen erbrachte eine Vielzahl neuer sowie eine Ausdifferenzierung bereits bekannter Mediennutzungsmotive, wodurch die in diesem Sammelband präsentierten Studien auch für Medienmacher interessant werden" (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Vorwort (7-8); Senta Pfaff-Rüdiger: Medien im Alltag - Methodenprobleme qualitativer Nutzungsforschung (9-46); Myrian
Altmann: Internet im Ruhestand? Oder: "Opa, davon verstehst Du nix." - Nutzungsmuster
und Nutzungsmotive von älteren Onlinern (47-72); Carmen Heubuch: Kämpfer und der "Club
der wilden Pferde" - Die Bedeutung von Zeitschriften für acht- bis elfjährige Kinder (73-96);
Arne Hörmann: "Was interessiert es mich, ob da in München ein Radl umgefallen ist?" - Mediennutzung deutscher Auswanderer am Beispiel Bali (97-124); Sarina Märschel: Welchen
Hunger stillen Medien? - Funktionen von Medien im Leben von Frauen mit Essstörungen
(125-150); Barbara Fuhrmann: Neue Töne für die Stadt - Motive für die Nutzung des nichtkommerziellen Aus- und Fortbildungskanals M94,5 (151-170); Barbara Zmeck: "Dienstagabend ist klar, was ich mache." - Geschlechtsspezifische Motive für die Nutzung von Sex and
the City (171-186); Christine Thonhauser: "Da filtert man sich das Beste raus." - Printmediennutzung von jungen Männern zwischen 16 und 25 Jahren (187-214); Nora Münz: Links und
liebenswert - Nutzungsmotive von Lesern der tageszeitung (taz) (215-236); David Berndt:
"Wo gibt es Baustellen? Was gibt es wieder für einen Ärger? Was macht der Bürgermeister?"
- Nutzungsmotive von Regionalzeitungslesern - Das Beispiel LVZ (237-256); Andreas Scheu
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
103
& Anna Heyl "Sprachrohr der Ossis" - Nutzungsmotive von Lesern des Neuen Deutschlands
(257-274).
[78-L] Raab, Jürgen; Pfadenhauer, Michaela; Stegmaier, Peter; Dreher, Jochen; Schnettler, Bernt
(Hrsg.):
Phänomenologie und Soziologie: theoretische Positionen, aktuelle Problemfelder und
empirische Umsetzungen, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. 2008, 415 S., ISBN: 978-3-53115428-2
INHALT: "Der Band erörtert die Bedeutung der Phänomenologie für die Soziologie. 35 Autorinnen und Autoren erkunden und diskutieren die Anregungen, Chancen und Erträge phänomenologischen Denkens für die Sozialtheorie ebenso wie für die empirische Sozialforschung.
Die Beiträge zu soziologischen Begriffs- und Theorieproblemen, zu methodisch-methodologischen Aspekten und zu aktuellen Gegenwartsfragen vermitteln einen umfassenden Überblick über den augenblicklichen Stand einer in der Soziologie in jüngster Zeit wieder verstärkt geführten Auseinandersetzung mit der Phänomenologie - und sie beziehen auch pointiert Stellung innerhalb dieser Debatte. Denn bei aller Unterschiedlichkeit der Fragestellungen
und Herangehensweisen eint die Autoruinen und Autoren die Einsicht in die konstitutive Bedeutung der Subjektivität für aktuelle soziologische Frage und Problemstellungen." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Einleitung der Herausgeber: Phänomenologie und Soziologie.
Grenzbestimmung eines Verhältnisses (11-29); I. Theoretische Positionen und Perspektiven:
Thomas Luckmann: Konstitution, Konstruktion: Phänomenologie, Sozialwissenschaft (3340); Ilja Srubar: Die pragmatische Lebenswelttheorie (41-51); Hans-Georg Soeffner: Symbolische Präsenz: unmittelbare Vermittlung - zur Wirkung von Symbolen (53-64); Hubert
Knoblauch: Transzendentale Subjektivität. Überlegungen zu einer wissenssoziologischen
Theorie des Subjekts (65-74); Jo Reichertz: Das Ich als Handlung oder das handelnde Ich?
Nachdenken über einen lieb gewonnenen Begriff der Phänomenologie (75-84); Martin Endreß: Reflexive Wissenssoziologie als Sozialtheorie und Gesellschaftsanalyse. Zur phänomenologisch fundierten Analytik von Vergesellschaftungsprozessen (85-95); Andreas Göttlich:
Sociologia Perennis? Überlegungen zur Problematik prototheoretischer Aussagen in der Soziologie (97-107); Daniel Silber: Phänomenologie/Lebensphilosophie. Zu einem zentralen
Kapitel im Streit um die Phänomenologie (109-119); Joachim Fischer: Tertiarität. Die Sozialtheorie des "Dritten" als Grundlegung der Kultur- und Sozialwissenschaften (121-130); Ronald Hitzler: Von der Lebenswelt zu den Erlebniswelten. Ein phänomenologischer Weg in soziologische Gegenwartsfragen (131-140); Bernt Schnettler: Soziologie als Erfahrungswissenschaft. Überlegungen zum Verhältnis von Mundanphänomenologie und Ethnophänomenologie (141-149); Thomas S. Eberle: Phänomenologie und Ethnomethodologie (151-161); Armin
Nassehi: Phänomenologie und Systemtheorie (163-173); Rainer Schützeichel: Transzendentale, mundane und operative (systemtheoretische) Phänomenologie (175-183); II. Problemfelder und aktuelle Debatten: Nico Lüdtke: Intersubjektivität bei Schütz - oder: Ist die Frage
nach dem Anderen aus der Phänomenologie entlassen? (187-197); Jens Bonnemann: Wege
der Vermittlung zwischen Faktizität und Freiheit. Zur Methodologie der Fremderfahrung bei
Jean-Paul Sartre (199-209); Ingo Schulz-Schaeffer: Soziales Handeln, Fremdverstehen und
Handlungszuschreibung (211-221); Gregor Bongaerts: Verhalten, Handeln, Handlung und soziale Praxis (223-232); Jürgen Raab: Präsenz und mediale Präsentation. Zum Verhältnis von
Körper und technischen Medien aus Perspektive der phänomenologisch orientierten Wissenssoziologie (233-242); Michael Kauppert: Wie erschließt sich der Erfahrungsraum? Zur Trans-
104
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
formation des Lebenswelttheorems (243-252); Joachim Renn: Emergenz - Das soziologische
Problem heterogener Ordnungsebenen und die Zeit der Phänomenologie (253-261); Peter
Stegmaier: Normative Praxis: konstitutions- und konstruktionsanalytische Grundlagen (263272); Dirk Tänzler: Repräsentation. Brücke zwischen Phänomenologie und Soziologie des
Politischen (273-282); Thilo Raufer: Politik, Symbolismus und Legitimität. Zum Verhältnis
von Konstitutions- und Konstruktionsanalysen in der empirischen Forschung (283-291); III.
Methodische Reflexionen und Analysen: Jochen Dreher: Protosoziologie der Freundschaft.
Zur Parallelaktion von phänomenologischer und sozialwissenschaftlicher Forschung (295306); Darius Zifonun: Widersprüchliches Wissen. Elemente einer soziologischen Theorie des
Ambivalenzmanagements (307-316); Tobias Röhl: Symbole des Unfalltodes. Eine mundanphänomenologisch informierte Analyse privater Erinnerungsmale (317-325); Sebastian Deterding: Introspektion. Begriffe, Verfahren und Einwände in Psychologie und Kognitionswissenschaft (327-337); Michaela Pfadenhauer: Doing Phenomenology: Aufgrund welcher Merkmale bezeichnen wir ein Handeln als "kompetentes Organisieren"? (339-348); Margarethe
Kusenbach: Mitgehen als Methode. Der "Go-Along" in der phänomenologischen Forschungspraxis (349-358); Thorsten Berndt: Das beobachtende Interview. Zur relevanztheoretischen
Rekonstruktion und innovativen Ergänzung qualitativer Interviews (359-368); Ronald Kurt:
Vom Sinn des Sehens. Phänomenologie und Hermeneutik als Methoden visueller Erkenntnis
(369-378); Anne Honer: Verordnete Augen-Blicke. Reflexionen und Anmerkungen zum subjektiven Erleben des medizinisch behandelten Körpers (379-387); Silvana K. Figueroa-Dreher: Musikalisches Improvisieren: Die phänomenologische Handlungstheorie auf dem Prüfstand (389-399); Siegfried Saerberg: Das Sirren in der Dschungelnacht - Zeigen durch Sichwechselseitig-aufeinander-Einstimmen (401-410).
[79-L] Rieker, Peter:
Perspektiventriangulation und abweichendes Verhalten, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.):
Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für
Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 1585-1593,
ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Die Einbeziehung verschiedener subjektiver Perspektiven ist für die Forschung mit
zusätzlichen Informationen, aber auch mit einem Komplexitätszuwachs verbunden. Verschiedene Perspektiven können durch Triangulation zueinander in Bezug gesetzt werden, wobei
unterschiedliche Bezugskontexte gewählt werden können. Im geplanten Beitrag sollen Elternund Kinder-Perspektiven sowohl in Hinblick auf Generationenspezifika als auch in Hinblick
auf einzelne Familien analysiert werden. Grundlage dieser Triangulation sind Interviews mit
Kindern, die durch delinquentes Verhalten offiziell auffällig wurden und deren Eltern. Diese
Interviews stellen Mischungen aus biografischen und leitfadengestützten Interviews dar, die
sowohl typologisierend als auch im Rahmen von Einzelfallanalysen ausgewertet wurden. Generationenspezifische Differenzen zeigen sich in der Auswertung vor allem hinsichtlich der
Gleichaltrigen. Von den Eltern werden Freundinnen und Freunde vor allem als Anstifter für
abweichendes Verhalten wahrgenommen, während sie für Kinder auch großen Stellenwert für
die produktive Bearbeitung von Delinquenz haben können. Die auf einzelne Familien fokussierte Analyse verdeutlicht in einigen Familien substanzielle Übereinstimmungen zwischen
Eltern und Kindern, während die Darstellungen in anderen Familien durch Diskrepanzen bestimmt sind. Übereinstimmungen und Diskrepanzen lassen sich als Ausdruck miteinander
verschränkter und aufeinander bezogener Darstellungen analysieren. Abschließend werden
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2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
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unterschiedliche Hintergründe für divergierende und übereinstimmende Perspektiven herausgearbeitet sowie hinsichtlich ihres Erkenntnispotenzials und ihrer methodischen Herausforderungen diskutiert." (Autorenreferat)
[80-L] Röhl, Tobias; Herbrik, Regine:
Mapping the imaginary - maps in fantasy role-playing games, in: Forum Qualitative
Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 26 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803255)
INHALT: "Der Artikel beschäftigt sich mit kartografischen Darstellungen als kommunikativer
Vermittlungsstrategie des Imaginären am Beispiel von Karten in Fantasy-Rollenspielen. Im
Rückgriff auf Schützsche Überlegungen zur Intersubjektivität und Kommunikation verstehen
die Autoren Karten als eine der Strategien im Umgang mit der 'mittleren Transzendenz' in der
Kommunikation mit Anderen. Die 'sozialwissenschaftliche Hermeneutik' (Soeffner) wird als
eine methodische Herangehensweise an Karten und die Interaktionen, in denen sie Verwendung finden, vorgestellt. In den Analysen der in Rollenspielen genutzten Karten zeigen die
Autoren, dass Karten nicht nur dazu dienen, sich zu verorten, sondern auch ein Mittel sind,
einen Ort zu erzeugen, zu dem wir in sinnhafter Beziehung stehen. Karten helfen so dabei,
uns das Gefühl zu geben, zu einem (imaginären) - nur mittelbar gegebenen - Territorium hinzugehören." (Autorenreferat)
[81-L] Schlücker, Karin:
Vom Text zum Wissen: Positionen und Probleme qualitativer Forschung, Konstanz: UVK
Verl.-Ges. 2008, 532 S., ISBN: 978-3-86764-122-7
INHALT: "Wie erzeugen Wissenschaftlerinnen an/aus Texten jenes Wissen, das schließlich in
der scientific community präsentiert und anerkannt wird? Dieses Grundlagenproblem nicht
nur der Sozialwissenschaften untersucht die Autorin an Positionen und Texten aus dem Diskurs qualitativer Forschung (Soeffner, Oevermann, Adorno, Lorenzer u.a.) sowie anhand ihrer Erfahrungen in Forschungsprojekten. Gleichfalls 'qualitativ-offen' angelegt, reflektiert die
Studie zudem in 'Selbstanwendung' (Knorr-Cetina) ihren eigenen Prozess der Wissenserzeugung. Als Ergebnis wird ein Modell des 'Tuns' beim Lesen und Auswerten von Texten entwickelt, das neben eingesetzten Wissensbeständen auch die praktischen Voraussetzungen und
Ziele des doing science einbezieht. Damit bietet dieses Modell nicht nur den systematischen
Ansatzpunkt, um weitere programmatische Entwürfe wissenschaftlicher Wissenserzeugung,
etwa von Popper, Gadamer, Haraway u.a. genauer zu untersuchen und anzuschließen. Es öffnet auch den 'Methodendiskurs' für die aktuelle Frage, welche Formen von Wissen unter welchen wissenschaftspolitisch durchgesetzten Handlungsbedingungen produziert werden können." (Autorenreferat)
[82-L] Schmid, Sigrid:
Konsumentennähe durch den innovativen Einsatz qualitativer methodischer Settings, in:
Sozialwissenschaften und Berufspraxis, Jg. 31/2008, H. 1, S. 39-52 (Standort: USB Köln(38)XG05452; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
INHALT: Der Beitrag befasst sich mit einer Form der Marktforschung, die sich Methoden der
Beobachtung und Alltagsforschung, wie sie aus Ethnologie und qualitativer Sozialforschung
bekannt sind, zunutze macht. Bei der ethnografischen Marktforschung geht es um das Verständnis des realen Konsumentenalltags und der ihm inhärenten Logiken. Dies umfasst sowohl die Frage, wie Menschen mit Produkten und Dienstleistungen interagieren, als auch die
Freilegung der Alltagsroutinen, Wissensstrukturen und Relevanzmuster, die ihrem Alltagshandeln zugrunde liegen. Dokumentarische Videoaufzeichnungen spielen dabei in enger Verzahnung mit ethnographischen Methodensettings eine immer bedeutendere Rolle. Vor diesem
Hintergrund beleuchtet der Beitrag zum einen die Gründe für die Popularität dieser Methoden, da dies die Grundlage ist, um ihren potenziellen Nutzen und ihre Einsatzmöglichkeiten
zu beurteilen. Zum anderen wird ein systematischer Überblick über die Methoden, die in der
ethnographischen und video-gestützten Marktforschung zum Einsatz kommen, gegeben. Neben der Analyse ihrer jeweiligen Einsatzfelder werden die damit verbundenen forschungspraktischen Implikationen diskutiert, um abschließend ihren Nutzen und ihre Grenzen vor
dem Hintergrund kommerzieller Forschungslogiken darzustellen. (ICG2)
[83-L] Schnettler, Bernt; Raab, Jürgen:
Interpretative visual analysis: developments, state of the art and pending problems, in:
Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 28
S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803314)
INHALT: "Der Beitrag gibt eine kurze Zusammenfassung der jüngeren Entwicklung im Bereich
der visuellen interpretativen Analyse, mit besonderem Gewicht auf den deutschsprachigen
Raum und auf die Soziologie. Sein Hauptfokus liegt auf der hermeneutischen und gattungsanalytischen Forschung mit audiovisuellen Daten. Angesichts eines alles andere als bereits
klar umrissenen Feldes betonen die Autoren den Umstand, dass der methodologische Fortschritt in der Forschung mit audiovisuellen Daten sich mit einer Reihe von anhängigen Fragen konfrontiert sieht. Sie betreffen unter anderem die Sequenzialität, Komplexität und Natürlichkeit von Videodaten sowie methodische Herausforderungen für die Transkription, Analyse und Präsentation der Ergebnisse." (Autorenreferat)
[84-L] Valentine, James:
Narrative acts: telling tales of life and love with the wrong gender, in: Forum Qualitative
Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 34 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802491)
INHALT: "Dieser Beitrag illustriert die Möglichkeiten performativer Sozialwissenschaft am Beispiel des weltweit ersten Projektes öffentlicher multimedialer Erzählungen einer nationalen
LGBT-Community (LGBT = Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender). Zumeist werden Stimmen aus dieser Community nicht gehört, verborgen oder unterdrückt, Bilder und Darstellungen bleiben oft stereotyp und diskriminierend - eben Konstruktionen 'von außen'. Viele, die
dieser Gemeinschaft zugehören, haben soziale Exklusion und Marginalisierung erfahren, ihre
Geschichten wurden ignoriert oder verzerrt. Ihr Leben und ihr Lieben wurde vielfach als
'falsch' charakterisiert, 'falsch' in medizinischer und moralischer Hinsicht. OurStory Scotland
wurde initiiert, um die Geschichte(n) und die Erfahrungen von Menschen aus der LGBTCommunity in deren eigenen Worten und mit deren eigener Stimme zu erforschen, festzuhalten und zu präsentieren. Hierzu werden Action Research und performative Socialwissenschaft
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
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verbunden. Der Ansatz ist partizipativ und emanzipatorisch; er legt das Wissen einer Community frei und entwickelt es zugleich in unterschiedlichen Weisen erzählerischer Performances.
Hierzu wurden (Erzähl-)Methoden inspiziert, die für Mitglieder marginalisierter Gruppen und
für deren Coming-out bedeutsam sein könnten. Die Erzählhandlungen, die dann für die Präsentation der eigenen Stimme(n) hinzugezogen wurden, kommen aus unterschiedlichsten Traditionen und gehören verschiedenen Gattungen zu. Hierzu gehören beispielsweise Einzeiler
ebenso wie Niederschriften längerer Episoden, Oral-History-Interviews, Gruppenerzählungen, Geschichten, die mit und durch Bilder erzählt werden, Formen visuell-textlichen Coming-outs, 'Supporting Stars'-Modelle als Alternative zu konventionellen Familienstammbäumen, Dramatisierungen und Ceilidh Dancing. Die Geschichten, die so entstanden sind, wenden sich gegen fixierte und stereotype Identität(en) und enthüllen die Zentralität des Erzählens für das eigene Leben. Sie illustrieren zugleich die Nützlichkeit eines performative action
social research sowohl für eine Gemeinschaft, die über sich selbst forscht als auch für die Präsentation und Verbreitung dieser Forschung und ihrer Ergebnisse." (Autorenreferat)
[85-L] Winter, Rainer; Niederer, Elisabeth (Hrsg.):
Ethnographie, Kino und Interpretation - die performative Wende der Sozialwissenschaften,
(Cultural studies, Bd. 30), Bielefeld: transcript Verl. 2008, 295 S., ISBN: 978-3-89942-903-9
INHALT: "Norman K. Denzin hat in den letzten Jahrzehnten entschieden dazu beigetragen, dass
sich unser Verständnis von qualitativer Forschung und auch von Soziologie erheblich verändert hat. Zum einen hat er gezeigt, dass erst eine Abwendung von (post-)positivistischen Kriterien deutlich macht, dass im Zentrum jeder Art von sozialwissenschaftlicher Forschung die
Interpretation steht, die gerade nicht formalisierbar ist, sondern unter ästhetischen Perspektiven beschrieben werden kann. Die Interpretation ist aber nicht nur eine Kunst, sondern hat
auch immer politische Implikationen. Denzin dekonstruiert die Logiken traditioneller Sozialforschung und zeigt, wie sie in interpretative Gemeinschaften eingebunden sind, deren verborgene kulturelle Grundlagen er explizit macht. Zum anderen demonstriert er, wie mit qualitativen Methoden (z.B. der interpretativen Biographieforschung oder der Performance-Ethnographie) nicht nur Gesellschaftskritik geübt werden kann, sondern auch die Möglichkeit zum
radikaldemokratischen Handeln eröffnet wird. An die Stelle der traditionellen Soziologie soll
so eine neue Sozialwissenschaft treten, die sich ihrer ethischen Verantwortung bewusst ist.
Der Reader versammelt - in deutscher Erstübersetzung - die wichtigsten Texte von Norman
K. Denzin zur Begründung einer neuen qualitativen Sozialforschung, so zur performativen
Wende der Sozialwissenschaften, zur Performance-Ethnographie, zum reflexiven Interview,
zur Geburt der Kinogesellschaft und zum Rassismus im zeitgenössischen Hollywood-Kino."
(Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Norman K. Denzin: Programmatische Ansprache des
Vorsitzenden: Ein neuer Blick auf C. Wright Mills' "The Sociological Imagination" (11-48);
Harold und Agnes: Eine feministische narrative Dekonstruktion (49-87); Die Geburt der Kinogesellschaft (89-136) Das reflexive Interview und eine performative Sozialwissenschaft
(137-168); Ein Plädoyer für die performative Dimension (169-202); Lesen und Schreiben als
performativer Akt (203-238); Rassendarstellungen auf der Leinwand (239-270); Rainer Winter und Elisabeth Niederer: Die poststrukturalistische Transformation der Soziologie - Zur
kritischen Analyse der Gegenwart im Werk von Norman K. Denzin (271-290).
108
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
[86-L] Witte, Nicole:
Handeln von Ärztinnen und Ärzten im biographischen Kontext: zur Verknüpfung von
Biographie- und Interaktionsanalyse, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der
Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in
Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 1556-1570, ISBN: 978-3593-38440-5
INHALT: "Die zentrale Fragestellung des Vortrages ist die nach der biographischen Entwicklung
gegenwärtigen Interaktionen der MedizinerInnen mit ihren PatientInnen. Hierbei muss betont
werden, dass es nicht darum geht, lineare Kausalzusammenhänge anzunehmen, sprich von
Ursache- und Wirkungsbeziehungen auszugehen, sondern darum, die wechselseitige Wirkungsbeziehung der beiden Ebenen zu rekonstruieren. Ziel ist es also, die Entwicklungsebenen Biographie und Ablauf einer einzelnen Begegnung in ihrer Interrelation zu untersuchen.
Um sich dieser Interrelation anzunähern bzw. das erwähnte Risiko der Annahme linearer
Kausalitäten auszuschließen, ist eine Verknüpfung interpretativer Methoden notwendig, denn
es gilt sowohl den Lebensverlauf der einzelnen Ärztin/des einzelnen Arztes zu rekonstruieren,
als auch deren/ dessen konkrete Interaktionen mit ihren PatientInnen in den Blick zu nehmen.
Hierzu bietet sich einerseits die Methode der biographischen Fallrekonstruktion an, andererseits eine sequenzielle und abduktive Analyse von videographierten Konsultationen der Ärztin/ des Arztes. Im Rahmen des Vortrags wird ein methodisches Vorgehen vorgestellt, das
eine Verknüpfung beider Betrachtungsebenen und Verfahren ermöglicht. Zunächst sollen
dazu am Beispiel einer niedergelassenen Allgemeinmedizinerin die Ergebnisse der unabhängig voneinander durchgeführten Auswertungen vorgestellt werden. In diesem Zusammenhang
wird auch kurz das genannte Verfahren zur Analyse von Videomaterial erläutert. Im Anschluss daran wird der theoretische und empirische Gewinn aufgezeigt, der mit der Zusammenführung beider genannter Betrachtungsebenen erzielt werden kann." (Autorenreferat)
[87-L] Witzel, Andreas; Medjedovic, Irena; Kretzer, Susanne:
Sekundäranalyse qualitativer Daten: zum gegenwärtigen Stand einer neuen
Forschungsstrategie, in: Historical Social Research : the official journal of Quantum and
Interquant ; an international journal for the application of formal methods to history, Vol. 33/2008,
No. 3 = No. 125, S. 10-32 (Standort: USB Köln(38)-XG05183; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich)
INHALT: "Trotz der Möglichkeiten, die eine Sekundäranalyse qualitativer Daten bietet, wird diese Methode mit bedenklichem Blick auf viele methodische und forschungsethische Probleme
versehen sowie aufgrund mangelhafter Zugänglichkeit und Aufbereitung der Primärdaten in
Deutschland wenig angewendet. Die vorherrschende Skepsis gegenüber Sekundäranalysen
hängt unseres Erachtens aber auch mit mangelnder praktischer Erfahrung zusammen. Am
Beispiel biographischer Interviewdaten einer Längsschnittstudie über die Biographiegestaltung des Übergangs junger Erwachsener von der Schule in den Beruf wollen wir daher zeigen, welche Chancen in der Nutzung von bereits vorhandenen Daten unter bestimmten methodologischen Bedingungen bestehen. Die Nachfrage nach Daten für eine Sekundäranalyse
beschränkt sich üblicherweise auf Originaldaten der Primärstudie. Auf Grundlage unserer Erfahrungen kann man jedoch auch Kodierungen und Kategorienschemata des EDV-gestützten
Auswertungsverfahrens der Primärstudie nutzen. Darüber hinaus ist sogar eine eher induktive
Vorgehensweise unter Einbeziehung theoretischer Konzepte der Primärstudie wie Typologien
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
2 Interpretative Verfahren, Leitfäden
109
möglich. Wenn etwa Kategorienschemata die heuristische Funktion eines überdimensionalen
'Karteikastens' mit breiten und nicht a priori theorielastigen Kategorien besitzen, muss deren
Nutzung für die Sekundäranalyse nicht im Widerspruch zu einer eher offenen Kodierung im
Prozess der Entwicklung von in-vivo-Kategorien stehen." (Autorenreferat)
[88-L] Yardley, Ainslie:
Living stories: the role of the researcher in the narration of life, in: Forum Qualitative
Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 13 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs080337)
INHALT: "Narrative Forschung erlaubt, das 'Innenleben' analytischer Texte 'zu enthüllen', das
sonst üblicherweise im Dunkeln bleibt, und ist insoweit ein machtvolles Instrument in der
Werkzeugkiste der Forschenden. Der interpretative Charakter narrativer Forschung geht über
das bloße Dokumentieren und Wiedergeben von Daten hinaus. In diesem Beitrag beschäftigt
der Verfasser sich mit ethischen Implikationen der narrativen Wende in der Sozialforschung,
so u.a. mit der Frage, wem eine Geschichte gehört, nachdem sie erzählt wurde, und ob die
Wiedergabe einer 'wahren' Geschichte tatsächlich immer als ethisch angemessen angenommen werden kann. Das Herausarbeiten von und das Eigentum an Bedeutung ist essenziell insbesondere in transdisziplinären Forschungsarbeiten und kann nicht von ästhetischen Fragen,
ob eine Geschichte 'schön' ist oder z.B. einem Argument zusätzliches Gewicht gibt, getrennt
betrachtet werden. So sind die ethischen Fragen, mit denen sich der Verfasser hier beschäftigt, im Rahmen einer konkreten Arbeit mit konkreten Personen entstanden, und auch die Frage danach, in welcher Weise kreative Prozesse in das ethische (Er-)Leben der Erzählenden
Eingang finden können." (Autorenreferat)
3
Inhaltsanalyse, Aktenanalyse, Interaktionsanalyse,
Kategorienschemata
[89-F] Barth-Weingarten, Dagmar, Dr.phil.; Heidtmann, Daniela, Dr.phil.; Spranz-Fogasy, Thomas, Prof.Dr.phil.; Reitemeyer, Ulrich, Dr.; Schmitt, Reinhold, Dr.sc.hum. (Bearbeitung); Deppermann, Arnulf, Prof.Dr.phil. (Leitung):
Sprachlich-kommunikative Verfahren der Dokumentation von Verstehen in der verbalen
Interaktion
INHALT: Wie zeigen Gesprächsteilnehmer einander, ob und wie sie ihre Partner verstanden haben? Mit welchen sprachlich-kommunikativen Verfahren erreichen sie ein gemeinsames Verständnis? Dient die Thematisierung von Verstehen im Gespräch wirklich nur zur Klärung von
Verstehensproblemen? In welchem Verhältnis stehen Fragen der Verständigung zu den Handlungsaufgaben und dem sozialen Kontext des Gesprächs? Das Projekt untersucht die sprachlich-kommunikativen Verfahren, mit denen Gesprächsteilnehmer einander in der verbalen Interaktion anzeigen, wie sie Beiträge ihrer Gesprächspartner verstehen und wie ihre eigenen
Äußerungen verstanden werden sollen. Das Projekt will am Beispiel der Untersuchung von
"Verstehen in der verbalen Interaktion" einen Beitrag zur Klärung des Zusammenhangs von
Sprachstruktur (sprachliche Konstruktionen), Interaktionsstruktur (kommunikative Aufgaben
110
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
3 Inhaltsanalyse, Aktenanalyse, Interaktionsanalyse, Kategorienschemata
und interaktive Organisationsformen) und Sozialstruktur (institutionelle Strukturen und Identitäten) leisten. Dabei wird gefragt, wie sich 'Verstehen' in beobachtbaren Aktivitäten manifestiert und damit als zentrales Konzept einer Theorie der verbalen Interaktion erforscht und
konzeptualisiert werden kann. Vier Teilprojekte widmen sich der gesamten Spannweite von
sprachlich-kommunikativen Verfahren, mit denen Verstehen in der verbalen Interaktion dokumentiert wird: 1. sprachliche Konstruktionen des Verstehens von Äußerungen; 2. multimodale Praktiken der Dokumentation von Verstehen; 3. sequenzielle und interaktionstypologische Organisation von Verstehen; 4. (Re-)Produktion sozialer Strukturen in Verstehensprozessen. GEOGRAPHISCHER RAUM: deutsches Sprachgebiet
METHODE: qualitative Forschung: Konversationsanalyse (sequenzanalytische Einzelfallanalysen und Kollektionsanalysen); multimodale Videoanalyse; ethnographische Gesprächsanalyse; ergänzend: quantitative Korpuslinguistik DATENGEWINNUNG: Gesprächs-/ Konversationsanalyse (Stichprobe: 250; Gespräche). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Deppermann, Arnulf; Elstermann, Mechthild: Lexikalische Bedeutung oder Konstruktionsbedeutungen? Eine Untersuchung am Beispiel von Konstruktionen mit verstehen. in: Stefanowitsch, Anatol; Fischer, Kerstin (Hrsg.): Konstruktionsgrammatik II: Von der Konstruktion zur Anwendung. Tübingen: Stauffenburg 2008, S. 103-133.+++
Deppermann, Arnulf: Verstehen im Gespräch. in: Kämper, Heidrun; Eichinger, Ludwig M.
(Hrsg.): Sprache - Kognition - Kultur. Sprache zwischen mentaler Struktur und kultureller
Prägung. Jahrbücher des Instituts für deutsche Sprache 2007. Berlin: de Gruyter 2008, S. 225261.+++Deppermann, Arnulf; Schmitt, Reinhold: Koordination. Zur Begründung eines neuen
Forschungsgegenstandes. in: Schmitt, Reinhold (Hrsg.): Koordination. Analysen zur multimodalen Interaktion. Studien zur deutschen Sprache, 38. Tübingen: Narr 2007, S. 15-54.+++
Schmitt, Reinhold; Deppermann, Arnulf: Monitoring und Koordination als Voraussetzungen
der multimodalen Konstitution von Interaktionsräumen. in: Schmitt, Reinhold (Hrsg.): Koordination. Analysen zur multimodalen Interaktion. Studien zur deutschen Sprache, 38. Tübingen: Narr 2007, S. 95-128.+++Schmitt, Reinhold: Einleitung. in: Schmitt, Reinhold (Hrsg.):
Koordination. Analysen zur multimodalen Interaktion. Studien der deutschen Sprache, 38.
Tübingen: Narr, 2007, S. 7-14.+++Schmitt, Reinhold; Fiehler, Reinhard; Reitemeier, Ulrich:
Audiovisuelle Datenkonstitution und Koordinationsprozesse. in: Schmitt, Reinhold (Hrsg.):
Koordination. Analysen zur multimodalen Interaktion. Studien zur deutschen Sprache, 38.
Tübingen: Narr 2007, S. 377-410.
ART: BEGINN: 2007-01 ENDE: 2012-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Institut für Deutsche Sprache -IDS- (Postfach 101621, 68016 Mannheim)
KONTAKT: Leiter (Tel. 0621-1581-309, e-mail: [email protected])
[90-L] Bohnsack, Ralf:
The interpretation of pictures and the documentary method, in: Forum Qualitative
Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 24 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803267)
INHALT: "Die erheblichen Fortschritte im Bereich qualitativer Methoden sind mit der Entwicklung text-interpretativer Verfahren verbunden, wie sie u.a. im Zusammenhang mit dem linguistic turn entwickelt worden sind. Texte werden hier auf der Grundlage einer genauen Rekonstruktion ihrer Formalstrukturen in ihrer Eigenlogik im Sinne selbst-referenzieller Systeme behandelt. Ein derartiger methodologischer Status wird Bildern im Bereich der sozialwissenschaftlichen Empirie bisher nicht zuerkannt. Die dokumentarische Methode eröffnet einen
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
3 Inhaltsanalyse, Aktenanalyse, Interaktionsanalyse, Kategorienschemata
111
derartigen empirisch-methodischen Zugang nicht nur zum Text, sondern auch zum Bild. Auf
der Grundlage der Wissenssoziologie von Karl Mannheim kann hier auch die sozialwissenschaftliche Relevanz von Methodologien der Kunstgeschichte (Panofsky, Imdahl) erschlossen
und an Reflexionen im Bereich der Semiotik (Barthes, Eco) und der Philosophie (Foucault)
angeschlossen werden. In der Praxis dokumentarischer Bildinterpretation wird das sprachliche Vor- und Kontextwissen methodisch kontrolliert. Demgegenüber gewinnt die Rekonstruktion der Formalstruktur einen zentralen Stellenwert für die Analyse des Bildes in seiner
Eigenlogik und Eigensinnigkeit. All dies wird an Forschungsbeispielen demonstriert." (Autorenreferat)
[91-L] Grady, John:
Visual research at the crossroads, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative
Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 34 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803384)
INHALT: "Der Autor stellt die These auf, dass sich die visuellen Methoden am Scheideweg befinden: Sie können weiterhin in einer Nische existieren oder zielstrebig in die Forschung einziehen und alle beflügeln, die sich mit visuellen Materialien beschäftigen. In den Sozialwissenschaften werden Fotografie, Video und grafische Darstellungen als visuelle Methoden gebraucht. Hinsichtlich der Besonderheit des Visuellen sollte beachtet werden, dass alle auf Fotografien bezogenen Interpretationen besonderen Aufwand erfordern. 'Etwas ansehen' bedeutet 'gerahmt sein durch', und das bezieht diejenigen mit ein, die die Bilder machen und die
von den Betrachter/innen mit gesehen werden. Für die Sozialwissenschaften bieten Bilder sowohl persönliche Einsichten wie auch mit persönlichen Erfahrungen versehene Belege sozialer und räumlicher Beziehungen. Deswegen können Fragen gestellt werden wie: 'Welche
Muster kehren im Laufe der Zeit wieder?', 'Wie sind soziale Vorgänge organisiert?' oder
'Welche Rolle spielen Gefühle im gesellschaftlichen Leben?' Das sind die Fragen, zu deren
Auflösung die Analyse visueller Daten beitragen kann. Es sollte hinzugefügt werden, dass
sich die methodologische Diskussion nicht nur auf die Datenerzeugung und die Datenanalyse
richten sollte, sondern auch darauf, wie Forschungsergebnisse mitgeteilt werden können. Einige dieser Fragen können bspw. durch kontrollierte Foto-Beobachtungen oder durch FotoElizitierung angegangen werden. Abschließend wird gefragt, welche Aufgaben noch zu lösen
sind und auf drei Bereiche hingewiesen: 1. die Bewertung der theoretischen und begrifflichen
Grundlagen der visuellen Forschung; 2. die Schaffung öffentlich zugänglicher Daten für die
Entwicklung und Überprüfung von Theorien; 3. die Kennzeichnungen von 'Best Practices' für
die visuelle Forschung." (Autorenreferat)
[92-L] Greiffenhagen, Christian:
Video analysis of mathematical practice?: different attempts to "open up" mathematics for
sociological investigation, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social
Research, Vol. 9/2008, No. 3, 32 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803323)
INHALT: "Obwohl es schon eine große Zahl soziologischer Untersuchungen der Arbeit in naturwissenschaftlichen Laboratorien gibt, wurde die professionelle Praxis der Mathematik bislang
noch wenig erforscht. Der Autor möchte hier drei verschiedene methodologische Vorschläge
unterbreiten, wie die Mathematik für die soziologische Forschung zugänglich gemacht wer-
112
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
3 Inhaltsanalyse, Aktenanalyse, Interaktionsanalyse, Kategorienschemata
den kann: 1. Livingstons 'demonstrative Soziologie'; 2. Merz und Knorr-Cetinas 'E-mail Ethnography' und 3. meine eigene Video-Ethnografie." (Autorenreferat)
[93-L] Knoblauch, Hubert; Baer, Alejandro; Laurier, Eric; Petschke, Sabine; Schnettler, Bernt:
Visual analysis: new developments in the interpretative analysis of video and photography,
in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3,
14 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803148)
INHALT: "Die Verwendung visueller Forschungsmethoden erfährt in den Sozialwissenschaften
eine immer stärkere Verbreitung. Ausgehend von ihren Ursprüngen in Disziplinen wie der
Sozialanthropologie und Soziologie sind visuelle Forschungsmethoden mittlerweile in zahlreichen Forschungsfeldern fest verwurzelt, unter anderem in der Soziologie, den Gesundheitsund Erziehungswissenschaften, der Kriminologie, der Human- und Kulturgeografie, der Medienforschung und den Cultural Studies, der Diskursanalyse und der Sozialpsychologie, der
Management- und Organisationsforschung sowie der Politikwissenschaft. Die rapide Entwicklung von Informationstechnologie erleichtert die Anfertigung und Bearbeitung von digitalen Medien und bringt die computergestützten Techniken der Speicherung und Bearbeitung
visueller Daten voran. Dies erfordert die Entwicklung neuer methodischer Instrumente für die
Zukunft. In diesem Band werden einige der vielversprechendsten Ansätze der interpretativen
Sozialwissenschaft aus verschiedenen disziplinären Blickwinkeln vorgestellt." (Autorenreferat)
[94-L] Lamnek, Siegfried:
Gruppendiskussion: Theorie und Praxis, (UTB, 8303), Weinheim: Beltz 2005, 315 S., ISBN:
3-8252-8303-8 (Standort: THB Aachen(82)-Ad/6388/+2)
INHALT: Der Verfasser informiert zunächst über Geschichte und Stellenwert der Gruppendiskussion als einer Sonderform der Befragung im Kanon der sozialwissenschaftlichen Methoden. Er benennt die methodologischen Prämissen der Gruppendiskussion und stellt unterschiedliche Konzeptionen dieses Forschungsinstruments dar (Pollock, Mangold, Nießen,
Bohnsack; Einsatz in der Marktforschung). Vor diesem Hintergrund werden die Erkenntnisabsichten der Gruppendiskussion, die Anwendungsbereiche, die Planung und die Durchführung einer Gruppendiskussion behandelt. Weitere Themen sind die Methoden der Datenerfassung, die Analyse von Gruppendiskussionen (meist interpretativ), die computergestützte Auswertung (Inhaltsanalyse) und die Durchführung von Online-Gruppendiskussionen. Abschließend werden ethische Aspekte von Gruppendiskussionen erörtert. (ICE)
[95-L] Laurier, Eric; Strebel, Ignaz; Brown, Barry:
Video analysis: lessons from professional video editing practice, in: Forum Qualitative
Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 21 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803378)
INHALT: "Dieser Artikel nimmt die These auf, dass wir von Videopraktiker/innen über Videoanalyse als Handlungsverlauf lernen können. Anstatt in eine epistemisch-theoretische Diskussion über Video einzusteigen, wie dies viele Videostudien tun, beschäftigt sich der Artikel mit
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
3 Inhaltsanalyse, Aktenanalyse, Interaktionsanalyse, Kategorienschemata
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Film als Handwerk. Die Autoren untersuchen, wie ein professioneller Filmeditor Tonaufnahmen und gedrehte Filmbilder erfasst und codiert, wie am Schneidetisch eine erste zusammenhängende Einheit eines Filmes entsteht und wie die korrekte Abfolge der Aufnahmen mit Fragen der Handlung, der Spannung oder des Genres verbunden ist. Der Artikel schlägt abschließend eine Reihe von Themen vor, die für weitere Studien über die praktische Arbeit von
Film- und Videoeditor/innen von Interesse sein könnten." (Autorenreferat)
[96-L] Meier, Stefan:
(Bild-)Diskurs im Netz: Konzept und Methode für eine semiotische Diskursanalyse im
World Wide Web, Köln: Halem 2008, 473 S., ISBN: 978-3-938258-83-5 (Standort: UB Bonn(5)20085142)
INHALT: Der Verfasser entwickelt in seiner methodologisch angelegten Untersuchung Ansätze
eines Analyseinstrumentariums, um das komplexe Zeichenhandeln und die Dynamik der Datenentwicklung im Netz für ein strukturiertes Analysekorpus operationalisierbar und einer
diskursanalytisch ausgerichteten qualitativen Internetforschung zugänglich zu machen. Unter
semiotischer Perspektive wird Kommunikation im Netzdiskurs als ein multimodales Zeichenhandeln deutlich, das sprachliche, audio-visuelle und hypertextuelle Mittel in bedeutungsgenerierender Korrespondenz zum Einsatz bringt. Online-Diskurse bilden eine Verschränkung
von Makro- und Mikroebene, die sich in den Einzelkommunikaten in multimodaler Intertextualität und diskursmotivierten Codes und Mustern manifestiert. Diskursanalyse im Netz erfordert onlinemedien-adäquate Erhebungsverfahren und semiotische Methoden zur Untersuchung multimodalen Zeichenhandelns auf interpersonaler und überindividueller Ebene - eine
semiotische Diskursanalyse. Das Netz weist eine medienspezifische Relevanzsetzung diskursiver Wissensbestände auf, die im intertextuellen und intermedialen Verbund entsteht. Als
Fallbeispiel dient dem Verfasser der gesellschaftliche Online-Diskurs um die Wehrmachtsausstellung. (ICE2)
[97-L] Morgan, Brian:
Identity presentation: the construction of identity in asynchronous discussion, in: Forum
Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 26 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803185)
INHALT: "Die hier vorgestellte Studie beschäftigt sich mit E-Mails als Medium langdauernder
Kommunikation zwischen Schüler/innen und Lehrer/innen. Hierzu wurden in einem Kurs
verschickte E-Mails gesammelt und mittels konversationsanalytischer Verfahren und im Rahmen eines 'Social Practice'-Modells ausgewertet. Während Identität in einem umfassenderen
Sinne in Kontexten entwickelt werden kann, die körperliche Anwesenheit im Rahmen von
Face-to-Face-Kommunikation erlauben, zeigte diese Studie, dass Identität auch in Kontexten
konstruiert wird, die sich nicht durch diese Merkmale auszeichnen: Identitätsbildung vollzog
sich vielmehr mittels sozialer, kultureller und technologischer Medien und half, durch EMails unterstützt, dass soziale Praktiken entwickelt wurden, die spezifisch für diese Kommunikationsform sind. Zugleich ergeben sich aus der Studie Konsequenzen für ein besseres Verständnis der Beziehung zwischen Identität, Zielen und Anforderungen und der kollaborativen
Entstehung sozialer Praktiken in asynchroner, computervermittelter Kommunikation." (Autorenreferat)
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
3 Inhaltsanalyse, Aktenanalyse, Interaktionsanalyse, Kategorienschemata
[98-L] Nullmeier, Frank; Pritzlaff, Tanja; Weihe, Anne C.; Baumgarten, Britta:
Entscheiden in Gremien: von der Videoaufzeichnung zur Prozessanalyse, (Qualitative
Sozialforschung, Bd. 17), Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. 2008, 110 S., ISBN: 978-3-53116052-8
INHALT: Die Verfasser gehen davon aus, dass eine ausgearbeitete Methode zur Mikroanalyse
von kollektiven Entscheidungen und eine systematische Beschäftigung mit Gremienprozessen
sich in den sozialwissenschaftlichen Disziplinen zurzeit nicht finden lassen. In der Studie
werden konzeptionelle Grundgedanken sowie ein systematisches methodisches Instrumentarium präsentiert, die den Versuch unternehmen, das festgestellte Forschungsdesiderat einzulösen. Zunächst wird eine Einführung in die theoretischen Grundlagen geboten, auf denen der
methodische Ansatz der Gremienanalyse beruht. Es wird erläutert, warum es vor allem die inneren Prozesse des Gremiengeschehens sind, auf die sich eine systematische Erforschung gemeinsamer Entscheidungsfindung in Gremien konzentrieren soll. Anschließend werden die
theoretischen Traditionslinien aufgezeigt, an die in der Studie entfaltete Konzeption anknüpft.
Daran anschließend werden der Begriff des speech-body-acts und ein dreiteiliges Prozessschema, das P-A-C-Schema eingeführt, und erläutert. Darauf aufbauend wird eine Methodik
präsentiert, die nach der Meinung der Autoren eine Möglichkeit eröffnet, Gremiensitzungen
als politische Interaktionsform empirisch zu untersuchen. Eine erste grundlegende Analyse
auf Elementarebene, die so genannte Elementaranalyse, stellt einen weiteren Schwerpunkt der
Untersuchung dar. Um die innere Systematik und den Zusammenhang dieser vier Schritte zu
verdeutlichen, führen die Autoren den gesamten Ablauf der Untersuchungsmethodik an einem empirischen Fallbeispiel vor. Vor diesem Hintergrund wird gezeigt, dass es möglich ist,
sich der Frage nach der Machtverteilung in Gremien mit Hilfe des präsentierten Ansatzes aus
einer neuen Perspektive zuzuwenden. Im Sinne eines Ausblicks werden weitere Forschungsfelder vorgestellt, in denen der vorgeschlagene Ansatz der Gremienanalyse angewendet werden kann. Es werden erste Annäherungen an die Erforschung des institutionellen Rahmens
von Gremienentscheidungen, an einen interkulturellen Gremienvergleich, die Analyse von
Videokonferenzen sowie zur Erfassung von Partizipationsgraden in Gremien vollzogen und
erste Hinweise dazu gegeben, inwiefern die vorgestellte Methodik für das jeweilige Forschungsfeld modifiziert werden muss. (ICF2)
[99-L] Passoth, Jan-Hendrik:
Zum Verstehen von Dingen: die sprachliche Erforschung des Nichtsprachlichen in
verschiedenen Disziplinen, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft :
Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006.
Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 1990-1999, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Seit mehr als einem Jahrzehnt lässt sich in einigen allgemeinen Gesellschafts- und Sozialtheorien und besonders in der Techniksoziologie ein zunehmendes Interesse an der Materialität der Dinge beobachten: neben dem menschlichen Körper sind dabei vor allem Artefakte vom Rand ins Zentrum der Erklärungsmodelle gerückt und werden dort - wie etwa in dem
Konzept der verteilten Handlungsträgerschaft - nach ihren besonderen Beitrag zur Genese,
Reproduktion und Transformation sozialer Zusammenhänge befragt. Maßgebliche Initiatoren
und Träger dieser Bewegung sind vor allem eine spezifische Variante der Kulturtheorien: die
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
3 Inhaltsanalyse, Aktenanalyse, Interaktionsanalyse, Kategorienschemata
115
so genannten Praxistheorien sowie die an die Philosophie des Pragmatismus anschließenden
Sozialtheorien. Die von diesen Theorien betriebene Verschiebung des Erkenntnisinteresses
und die Rekonfiguration elementarer Kategorien (z.B. Materialität, Wissen, Akteure, Artefakte) stellt die qualitative Sozialforschung vor neue Herausforderungen. Bislang hatte man sich
hier vor allem auf den methodischen Zugang zu Sprache und Texten konzentriert und erst in
der jüngsten Vergangenheit wurden einige sozialwissenschaftliche Analysen von Filmen und
Bildern unternommen. Der methodische Zugriff der Sozialwissenschaften auf die Materialiät
von Artefakten erscheint im Vergleich zu Diskursen und Medien noch schwieriger: entsprechende Instrumente und Verfahren sind unterrepräsentiert und kaum vorhanden. Der Beitrag
unternimmt einen Blick über den Tellerrand der Soziologie hinaus auf die methodischen Zugänge zu nichtsprachlichen Quellen einiger benachbarter Disziplinen: Ethnologie und europäische Volkskunde, Cultural Studies und Anthropologie, Geschichtswissenschaften und Archäologie, Medienwissenschaften und Semiotik: sie alle haben auch mit Forschungsmaterial
zu tun, dass nicht sprachlich vorliegt, sondern Dinge - Versammlungen von Material. Kann
sich qualitative Forschung in der Soziologie von deren Methoden anregen lassen? Nach einer
knappen Skizzierung des methodischen Repertoires der genannten Disziplinen soll abschließend die Frage nach ihrer Relevanz für die empirische Sozialforschung der Soziologie diskutiert werden." (Autorenreferat)
[100-L] Przyborski, Aglaja:
Sprechen Bilder?: Ikonizität als Herausforderung für die Qualitative Medienforschung, in:
Medien-Journal : Zeitschrift für Kommunikationskultur, Jg. 32/2008, Nr. 2, S. 74-89
INHALT: Der Beitrag diskutiert die Erforschung formaler Elemente der Bildgestaltung als Träger
ikonischer Semantik als einer Herausforderung für die qualitative Medienforschung. Angesichts der Digitalisierung kommt dieser Frage besondere Bedeutung zu. (KB)
[101-L] Quiring, Oliver; Schweiger, Wolfgang:
Interactivity: a review of the concept and a framework for analysis, in: Communications : the
European Journal of Communication Research, Vol. 33/2008, No. 2, S. 147-167 (Standort: USB
Köln(38)-MXA00767; Kopie über den Literaturdienst erhältlich;
www.reference-global.com/toc/comm/33/2)
INHALT: Die Begriffe "Interaktivität" und "interaktive Medien" wurden in den späten 1980er
und frühen 1990er Jahren, als die Multimediaeuphorie Politiker, Wirtschaftler und Wissenschaftler gleichermaßen faszinierte, zu bezeichnenden Modewörtern. Von Beginn der wissenschaftlichen Debatte an komplizierte der uneinheitliche Gebrauch des Begriffs "Interaktivität"
massiv die Vergleichbarkeit zahlreicher empirischer Untersuchungen. Dies ist der Ausgangspunkt des Beitrags. Dieser beleuchtet zunächst die terminologischen Ursprünge von "Interaktivität" und nimmt eine Unterscheidung zu verwandten Begriffen vor. Anschließend restrukturiert und erweitert er bisherige Forschungsergebnisse auf der Grundlage eines neuen analytischen Bezugsrahmens, der drei Ebenen interaktiver Kommunikation berücksichtigt (Aktionsebene, Ebene der subjektiven Situationsbewertung und Ebene des Bedeutungsaustauschs).
Abschließend wird ein systematischer Überblick über spezifische Kriterien interaktiver Kommunikation gegeben. (UNübers.)
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3 Inhaltsanalyse, Aktenanalyse, Interaktionsanalyse, Kategorienschemata
[102-L] Udris, Linards; Eisenegger, Mark:
Jewish and Muslim actors in the media: presentation of a method for capturing typifications
of inclusion and exclusion, in: Martin Liepach, Gabriele Melischek, Josef Seethaler (eds.):
Jewish images in the media, Wien: Verl. d. Österreich. Akad. d. Wiss., 2007, S. 121-137, ISBN:
978-3-7001-3878-5
INHALT: Es wurde kürzlich die Behauptung aufgestellt, dass die Berichterstattung über den
Nahostkonflikt und die Erinnerung an den Holocaust die Zahl antisemitischer Stereotype ansteigen lässt. Bisher konnte jedoch nur selten geklärt werden, wie man antisemitische Stereotype messen und den Grad von Antisemitismus in der Medienberichterstattung bestimmen
kann. Der Beitrag analysiert systematisch die Medienberichterstattung des Jahres 2003 in 14
deutsch-schweizerischen Medien (Presse, Fernsehen, Hörfunk) und unterbreitet auf der Basis
eines kombinierten induktiven und komparativen Ansatzes den Vorschlag einer neuen Methode zur Erfassung von Typisierungen in der Medienberichterstattung. Typisierungen, die Empathie fördern, werden mit solchen kontrastiert, die Distanz fördern, und auf diese Weise wird
gezeigt, dass die meisten Typisierungen jüdischer Akteure Empathie fördern. Wenn man die
Typisierungen jüdischer und muslimischer Akteure vergleicht, zeigt sich, dass Muslims signifikant negativer dargestellt werden. Nicht nur fehlen bei ihnen Empathie auslösende Typisierungen, sondern negative Typisierungen finden sich auch zu einer größeren Anzahl von Themen als das bei jüdischen Akteuren der Fall ist, bei denen sich negative Typisierungen auf
das Thema Nahost konzentrieren. Die Methode hat sich als zuverlässig erwiesen und kann auf
Diskurse zur Inklusion oder Exklusion aller Minderheiten angewendet werden. (RGübers.)
4
Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren,
Messinstrumente
[103-L] Allemand, Mathias; Sassin-Meng, Angelika; Huber, Stefan; Schmitt, Manfred:
Entwicklung und Validierung einer Skala der Bereitschaft zu verzeihen (SBV): eine
vergleichende Evaluation von Cut-Off-Werten, in: Diagnostica : Zeitschrift für psychologische
Diagnostik und differentielle Psychologie ; Informationsorgan über psych. Tests und
Untersuchungmethoden, Jg. 54/2008, H. 2, S. 71-84
INHALT: "Verzeihen dient der Bewältigung von Kränkungen und zwischenmenschlichen Konflikten. Es werden Definitionen und Operationalisierungen aus dem englischen Sprachraum
vorgestellt. Die Entwicklung eines deutschsprachigen szenarienbasierten Instruments zur Erhebung der Bereitschaft zu verzeihen wird beschrieben. Es wird eine Differenzierung des
Konstruktes in zwei Komponenten vorgeschlagen: (a) die Bereitschaft, anderen Menschen zu
verzeihen, wenn diese ihre Tat bedauern, (b) die Bereitschaft, anderen Menschen zu verzeihen, wenn diese ihre Tat nicht bedauern. Die Messeigenschaften der neu entwickelten Skala
wurden in fünf Studien an insgesamt 1824 Probanden untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass
das Instrument gute psychometrische Eigenschaften besitzt. Die theoretische Differenzierung
des Konstrukts wird empirisch bestätigt. Hinweise auf die Konstruktvalidität der Skala ergeben sich aus Zusammenhängen mit theoretisch einschlägigen Referenzkonstrukten: der habituellen Ärgerneigung, der Wahrnehmung und Klarheit über eigene und fremde Gefühle, positiver und negativer Affektivität, den fünf Persönlichkeitsfaktoren und sozialer Erwünschtheit.
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4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
117
Für die Konstruktvalidität der Skala sprechen ferner konvergente Korrelationen mit anderen
Maßen der Bereitschaft zu verzeihen." (Autorenreferat)
[104-L] Bachleitner, Reinhard; Aschauer, Wolfgang:
Versteckte Artefakte in Umfragedaten, in: SWS-Rundschau, Jg. 48/2008, H. 3, S. 348-355
(Standort: USB Köln(38)-XH05177; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Raum, Zeit und Befindlichkeit gestalten die Befragungssituation und können das Antwortverhalten massiv beeinflussen. Orte der Befragung wirken als Filter im Sinn einer Auswahl von Befragten und erzeugen Befindlichkeiten, da Befragungsorte Atmosphären vermitteln. Zusätzlich beeinflussen sowohl der Zeitpunkt (günstig vs. ungünstig) als auch der Zeitraum der Untersuchung die Urteile je nach dem Stimmungs- und Meinungsbild der Befragten.
Diese Erkenntnisse über den Einfluss von Raum, Zeit und Befindlichkeit sollen sowohl bei
der Planung und Durchführung einer Umfrage als auch bei der Auswertung der Daten Berücksichtigung finden. Wird dies weiterhin vernachlässigt, entstehen auch künftig starke Verzerrungen in den Antworten. Eindrücke eines 'lügenden Befragten' und das Image 'verlogener
Statistiken' werden dann weiterhin - und zwar zu Recht - aufrechterhalten bleiben." (Autorenreferat)
[105-L] Backenstrass, Matthias; Pfeiffer, Nils; Schwarz, Thomas; Catanzaro, Salvatore J.; Mearns,
Jack:
Reliabilität und Validität der deutschsprachigen Version der Generalized Expectancies for
Negative Mood Regulation (NMR) Scale, in: Diagnostica : Zeitschrift für psychologische
Diagnostik und differentielle Psychologie ; Informationsorgan über psych. Tests und
Untersuchungmethoden, Jg. 54/2008, H. 1, S. 43-51
INHALT: "Generalisierten Erwartungen über die Regulation negativer Stimmungen (im englischen Original: generalized expectancies for negative mood regulation; NMR) wird in Bezug
auf die Affektregulation große Bedeutung beigemessen. Catanzaro und Mearns (1990) hatten
zur Messung dieser Erwartungen einen Fragebogen mit 30 Items konstruiert (NMR Scale).
An mehreren Stichproben konnten sie die psychometrische Güte der NMR Scale bestätigen.
Die vorliegende Studie untersuchte mit einer Stichprobe von N=474 Personen die Reliabilität
und Validität der deutschen Form der NMR Scale. Die Gesamtskala wies ein Cronbachs Alpha von .84 und eine Retest-Reliabilität von .88 über ein Zeitintervall von 4 Wochen auf.
Eine explorative Faktorenanalyse legte eine eindimensionale Struktur des Itempools nahe.
Bedeutsame Zusammenhänge zum Geschlecht oder Alter der Probanden ergaben sich nicht.
Die NMR Skala korrelierte signifikant mit Maßen des affektiven und insbesondere depressiven Befindens (PANAS und BDI), was im Einklang mit den theoretischen Annahmen stand.
Weiterhin ergaben sich bedeutsame Zusammenhänge der NMR Skala mit locus-of-control
Variablen (FKK) und den 'Big Five' (NEO-FFI). Die Ergebnisse replizierten somit die Resultate, die mit der Originalversion ermittelt worden waren, so dass auch bei der deutschen Adaptation der NMR Scale von einem reliablen und validen Instrument auszugehen ist." (Autorenreferat)
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4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
[106-F] Berth, Hendrik, Dr.rer.medic. (Bearbeitung); Balck, Friedrich, Prof.Dr.phil. (Leitung):
Entwicklung, Validierung und Erprobung einer Computerversion der Gottschalk-GleserAngstskalen - das Dresdner Angstwörterbuch (DAW)
INHALT: Das Gottschalk-Gleser-Verfahren zur sprachinhaltsanalytischen Messung von Angst
und Aggressivität hat sich in zahlreichen Untersuchungen als valide und reliable Methode zur
Quantifizierung von Affekten erwiesen. Es fand weltweit Verbreitung, deutsche Skalen liegen
seit 1980 vor. Insbesondere im Bereich der psychosomatischen Medizin und medizinischen
Psychologie entstanden viele Studien. Als wesentliches Problem dieser Technik ist der große
Aufwand zum Erlernen und zur Durchführung der Methode zu nennen. Daher existiert seit einigen Jahren für englischsprachige Texte ein Computerprogramm, das die Analysen wesentlich vereinfacht. Für den deutschen Sprachraum war dies bisher nicht der Fall. Ziel der Studie
war die Entwicklung und Überprüfung einer deutschen Computerversion der Gottschalk-Gleser-Angstskalen - das Dresdner Angstwörterbuch (DAW). Ergebnisse: Das DAW besteht aus
4.070 Suchausdrücken. Es handelt sich um ein objektives Verfahren mit hoher Ökonomie und
einfacher Durchführbarkeit. Die Reliabilität erwies sich als gut. Die Validität (Übereinstimmung mit originalen Gottschalk-Gleser-Werten) wurde mit sehr guten Ergebnissen nachgewiesen. Eine vorläufige Normierung des DAW wurde erstellt. Diskussion: Mit dem DAW
existiert erstmal eine geprüfte deutschsprachige Computerversion der Gottschalk-GleserAngstskalen, der ein großes Anwendungsspektrum offen steht. Das DAW konnte bereits in
einer Reihe von Studien Verwendung finden, u.a. im Vergleich von verschiedenen Patientengruppen mit der Normalbevölkerung oder in der Analyse von Zeitungstexten. Weitere Studien zur Ausweitung des DAW auf andere Gottschalk-Gleser-Skalen bzw. zur Anwendung in
weiteren Forschungsfeldern laufen. Kooperationspartner: Institut für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie, Technische Universität Dresden; Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld; Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Ottovon-Guericke-Universität Magdeburg; GB Software Corona del Mar USA; Irvine School of
Medicine University of California USA.
METHODE: Unter Verwendung des Programmpakets Coan für Windows wurde gestützt auf die
Theorie des Verfahrens eine Wortliste erstellt, die in der Lage sein sollte, die sechs Gottschalk-Gleser-Angstskalen (Todesangst, Verletzungsangst, Trennungsangst, Schuldangst,
Schamangst, Diffuse Angst) zu repräsentieren. Die Gütekriterien wurden an N=290 Texten
geprüft, die bereits nach der herkömmlichen Methode des Verfahrens ausgewertet waren.
DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, standardisiert. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des
Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Einflussfaktoren auf das
Angsterleben von Frauen nach einem Schwangerschaftsverlust. Eine Internetstudie mit dem
Dresdner Angstwörterbuch. Diplomarbeit. Siehe unter: forschungsinfo.tu-dresden.de/recherche/s_abschlussdetails.html?abschluss_id=8181&professur_id=67 .+++Das Dresdner Angstwörterbuch (DAW). Entwicklung, Validierung und Erprobung einer Computerversion der
Gottschalk-Gleser-Angstskalen. Dissertation. Siehe unter: forschungsinfo.tu-dresden.de/recherche/s_abschlussdetails.html?abschluss_id=8164&professur_id=67 .
ART: BEGINN: 1997-01 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät, Zentrum für Seelische
Gesundheit Professur für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie (Fetscherstr. 74, 01307 Dresden)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
119
KONTAKT: Leiter (Tel. 0351-4584100, Fax: 0351-4585526,
e-mail: [email protected])
[107-F] Blom, Annelies G., M.A. (Leitung); Lynn, Peter, Prof. (Betreuung):
Analysing differences in cross-national non-response
INHALT: 1. a) Conceptual framework of influences on response outcome codes; b) cross-national codeframe of response outcome codes; c) the effect of differential coding strategies on
case outcomes. 2. Explaining differences in contact rates across countries using the Yun
(2005) decomposition.
METHODE: Non-response as a source of error in survey data has become increasingly important
over the past decades as the magnitude of non-response in many countries has increased. The
concern regarding non-response in sample surveys stems from a concern regarding non-response bias in the survey data. Statistical inference assumes that the data were draw from the
population by means of probability sampling and that each sampled unit is actually interviewed and their data observed. In survey reality however there are always sample units that cannot be interviewed. If the data missing due to non-response are missing systematically, there
will be non-response bias. In cross-national surveys analysis can be hindered by non-response. It is not uncommon for cross-national surveys to have very different response rates in different countries. This raises awareness amongst analysts of the potential for differential nonresponse errors, which might bias estimates of differences between countries. Analysts are sometimes left wondering whether the countries with the lowest response rates should be excluded from their analysis altogether. The magnitude of non-response bias within a country is
defined by the non-response rate and the differences between the characteristics respondents
and non-respondents. Following Groves and Couper (1998) the bias in the mean of a sample
estimate is formalised below. Non-response bias is therefore driven by a) the non-response
rate and b) the difference between the population value for the respondent and the non-respondent. B(yr)=(M/N)(Yr-Yn). To analyse non-response bias the researchers need to herefore consider the response rate as well as the difference between respondents and non-respondents. In cross-national surveys especially the response rate plays a major role, since it is even
more difficult here to find and adjust for auxiliary data on non-respondents that are comparable across countries. Differences in sampling frames, for example, enable some countries to
use register data and compare age and gender distributions in the survey to those in the sample frame, while other countries do not have such data available. Some countries might carry
out additional non-response studies, while others will not have the possibility (for legal or financial reasons) to do so. Response rates can be calculated across countries and, if the same
coding and calculation protocols are followed in all countries, these response rates give some
indication of differences in response bias across countries. DATENGEWINNUNG: Sekundäranalyse von Individualdaten (Kontaktdaten des European Social Surveys).
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Blom, Annelies; Lynn, Peter;
Jäckle, Annette: Understanding cross-national differences in unit non-response: the role of
contact data. ISER Working Paper 2008-01. Download: www.iser.essex.ac.uk/pubs/workpaps/pdf/2008-01.pdf .
ART: BEGINN: 2007-09 ENDE: 2009-09 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution;
Wissenschaftler; Stipendium; Prins Bernhard Cultuurfonds, Amsterdam
INSTITUTION: University of Essex Colchester, Institute for Social and Economic Research
-ISER- (Wivenhoe Park, CO4 3SQ Colchester, Vereinigtes Königreich)
120
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 0621-1246-272, e-mail: [email protected])
[108-F] Coutts, Elisabeth, Dipl.-Psych.; Krumpal, Ivar, M.A.; Wolter, Felix, M.A.; Jann, Ben;
Langer, Wolfgang, Dr.; Rauhut, Heiko, M.Sc.; Schiener, Jürgen, Dr.; Engel, Uwe, Prof.Dr.; Hox,
Joop, Prof.Ph.D.; Leeuw, Edith de, Ph.D.; Scherpenzeel, Annette, Ph.D.; Göritz, Anja, PD Dr.
(Bearbeitung); Diekmann, Andreas, Prof.Dr.; Preisendörfer, Peter, Univ.-Prof.Dr.; Voss, Thomas,
Univ.-Prof.Dr.; Opp, Karl-Dieter, Prof.Dr. (Leitung); Preisendörfer, Peter, Univ.-Prof.Dr. (Betreuung):
Asking sensitive questions: possibilities and limits of randomized response and other techniques in different survey modes (sub-projekt within the DFG-priority programme 1292 "Survey Methodology")
INHALT: Viele Umfragen enthalten "heikle Fragen" nach privatem, illegalem oder sozial unerwünschtem Verhalten oder entsprechenden Einstellungen. Die interviewten Personen machen
zu derlei Fragen, wie z.B. Drogenkonsum, Kriminalität oder Sexualverhalten, vielfach falsche
Angaben, sei es aus Schamgefühl, Gründen der sozialen Erwünschtheit oder Angst vor Sanktionen durch Dritte. Die aus den Erhebungen resultierenden Ergebnisse sind somit nach dem
Grad dieses "Response Bias" verzerrt - negativ konnotiertes Verhalten (z.B. Drogenmissbrauch) wird unterschätzt, positiv konnotiertes (z.B. Energiesparaktivitäten) überschätzt. Die
bisherige methodische Forschung zeigt, dass das Design einer Umfrage und spezielle Fragetechniken (Umfragemodus, Frageformulierung usw.) dazu beitragen können, validere Schätzer zu erhalten. Ziel des Projektes ist es, verschiedene Techniken zur Reduktion des Response
Bias in drei Befragungsmodi - Face-to-Face-, Telefon- und Onlinebefragung - zu entwickeln,
zu testen und vergleichend zu evaluieren. In den ersten beiden Jahren des Projekts (2008,
2009) liegt der Hauptakzent auf verschiedenen Varianten von Randomized-Response-Techniken (RRT). Unterschiedliche Kombinationen von Befragungsmodi und RRT-Varianten werden im Hinblick auf die Reduktion von Non-Response und Response Bias gegenübergestellt.
1. Das Teilprojekt in Zürich widmet sich hierbei der Anwendung von RRT im Rahmen von
Online-Surveys. 2. In Leipzig erfolgt eine Fokussierung auf Telefonumfragen. 3. Das Mainzer Teilprojekt stellt Face-to-Face-Interviews sowie die Validierung der Randomized-Response-Techniken anhand administrativer Daten in den Vordergrund. Der Forschungsverbund
will im Verlauf der ersten Projektphase Lösungen zu offenen Fragen der Randomized-Response-Technik erarbeiten. Im Rahmen des "Access Panel" als integrativer Plattform des
DFG-Schwerpunktprogramms sollen der Forschung praktikable RRT-Instrumente zur Verfügung gestellt sowie weiterführend getestet werden. Als Perspektive für den zweiten Förderungszeitraum des Projekts ergeben sich die Einbindung und Erprobung weiterer spezieller
und unkonventioneller Designs sowie alternative Techniken der Erhebung heikler Sachverhalte (z.B. "Vignettentechnik", "item count method", ACASI). Projekthomepage: www.survey-methodology.de/de/projekt10.html .
METHODE: Analytisch; empirisch; quantitativ. Zeitplan: 2008: Pretestphase zur Vorbereitung
und Erprobung von unterschiedlichen Designs; Datenerhebungen. 2009: Fortsetzung der Datenerhebungen; Datenaufbereitung und -analyse. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: 1.000; Bewohner in
Rheinhessen; Auswahlverfahren: Quota). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: BEGINN: 2008-04 ENDE: 2012-03 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche
Forschungsgemeinschaft
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
121
INSTITUTION: Universität Mainz, FB 02 Sozialwissenschaften, Medien und Sport, Institut für
Soziologie Abt. Organisation von Arbeit und Betrieb (Colonel-Kleinmann-Weg 2, 55099
Mainz); Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, Département Geistes-, Sozial- und
Staatswissenschaften (ETH-Zentrum, 8092 Zürich, Schweiz); Universität Leipzig, Fak. für
Sozialwissenschaften und Philosophie, Institut für Soziologie Lehrstuhl Soziologie, insb.
Theorie und Theoriegeschichte (Beethovenstr. 15, 04107 Leipzig)
KONTAKT: Wolter, Felix (Tel. 06131-3920831, e-mail: [email protected])
[109-L] Dever, Jill A.; Rafferty, Ann; Valliant, Richard:
Internet surveys: can statistical adjustments eliminate coverage bias?, in: Survey research
methods, Vol. 2/2008, No. 2, S. 47-60 (w4.ub.uni-konstanz.de/srm/article/view/128/1653)
INHALT: "The Internet is an attractive mode of data collection to survey researchers due to cost
savings and timeliness in comparison with other modes. However, survey estimates are subject to coverage bias if sampled persons with Internet access are systematically different from
those without Internet access who were excluded from the survey. Statistical adjustments, either through weighting or modeling methods, can minimize or even eliminate bias due to noncoverage. In the current paper, the authors examine the coverage bias associated with conducting a hypothetical Internet survey on frame of persons obtained through a random-digit-dial
(RDD) sample. They compare estimates collected during telephone interviews from households with and without Internet access using data from the 2003 Michigan Behavioral Risk
Factor Surveillance System in the United States. Statistical models are developed such that
the coverage bias is negligible for most of the health outcomes analyzed from the Michigan
survey. Though not definitive, the analysis results suggest that statistical adjustments can reduce, if not eliminate, coverage bias in the situation the authors study." (author's abstract)
[110-F] Dresel, Markus, PD Dr.; Stöger, Heidrun; Schober, Barbara, Univ.-Prof.Dr.
(Bearbeitung); Ziegler, Albert, Prof.Dr. (Leitung):
Motivationstestbatterie für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10 (MTB 510)
INHALT: Konzeption eines umfassenden Diagnostikums unter Maßgabe aktueller motivationspsychologischer Konzepte, mit dem alle wesentlichen Aspekte der schulischen Lern- und
Leistungsmotivation erfasst werden (Komponenten der Motivation mit 12 Subskalen, Attributionen mit je 10 Subskalen für Erfolg und Misserfolg); Normierung anhand einer hinreichend
großen Stichprobe mit über 10.000 Schüler(inne)n, so dass präzise Normwerte auch für Subpopulationen (Schultyp, Jahrgangsstufe, Geschlechtergruppe) zur Verfügung gestellt werden
können.
ART: BEGINN: 2004-01 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Ulm, Fak. für Ingenieurwissenschaften und Informatik, Institut für
Pädagogik Seminar für Pädagogische Psychologie (89069 Ulm)
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
[111-L] Fuchs, Marek:
Standardisierte Interviews mit Kindern: zum Einfluss von Frageschwierigkeit und kognitive
Ressourcen der Kinder auf die Datenqualität, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der
Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in
Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 1933-1948, ISBN: 978-3593-38440-5
INHALT: "Um Informationen über die Lebenssituation von Kindern zu erhalten, wurden bis vor
kurzem in der Regel die Eltern oder andere Stellvertreter um Auskunft gebeten. In jüngerer
Zeit werden jedoch in standardisierten Befragungen immer häufiger die Kinder selbst befragt.
Die methodische Literatur zur Befragung von Kindern zeigt, dass diese bereits ab einem Alter
von etwa 9 oder 10 Jahren an standardisierten Befragungen teilnehmen können. Andererseits
gibt es Hinweise darauf, dass sich der Frage-Antwort-Prozess bei Kindern dieser Altergruppe
problematisch darstellt, was zu einem eingeschränkten Verständnis der Fragen bzw. zu Verzerrungen bei ihrer Beantwortung führen kann. Auf diese Probleme reagieren die Interviewer
z.T. mit einem weichen, sozial orientierten Interviewerstil, der jedoch seinerseits Gefahren für
die Datenqualität beinhaltet. Angesichts dieser Situation soll in dem Vortrag der Frage nachgegangen werden, welche Fragetypen sich für Kinder im Alter von 9 oder 10 Jahren eignen,
welcher Interviewer-Stil zu den vergleichsweise besten Daten führt und wie sich die im Alter
von 9 oder 10 Jahren unterschiedlich ausgeprägten kognitiven Kapazitäten der Kinder auf den
Frage-Antwort-Prozess auswirken. Der Vortrag basiert auf der Analyse von etwa 150 auf Video aufgezeichneten standardisierten Interviews mit Kindern, die mit Hilfe der Methode des
Behavior Coding analysiert wurden. Die verschiedenen Daten werden zusammengeführt und
mehrebenenanalytisch ausgewertet, wobei die durch das Behavior Coding ermittelten Verhaltensweisen von Befragten und Interviewern - als Indikatoren für die Datenqualität - die abhängige Variable bilden, und die kognitiven und sozialen Merkmale des Befragten, der Interviewerstil sowie der Typ der jeweiligen Fragebogenfrage als unabhängige Variablen fungieren." (Autorenreferat)
[112-F] Göritz, Anja, Priv.Doz. Dr. (Bearbeitung):
The effects of incentives on data quality in online panels (subproject within the DFG-SPP
1292 "Survey Methodology")
INHALT: keine Angaben
ART: AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Erlangen-Nürnberg, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für Psychologie, insb. Wirtschafts- und Sozialpsychologie (Postfach 3931,
90020 Nürnberg)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 0911-5302-373, Fax: 0911-5302-243,
e-mail: [email protected])
[113-F] Herrmann, Jana; Krahé, Barbara, Prof.Dr. (Bearbeitung):
Antwortverzerrungen in Persönlichkeitsfragebögen: Verfälschungstendenzen im NEO-FFI:
eine experimentelle Überprüfung
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
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INHALT: Die Anfälligkeit des NEO-FFI für systematische Antwortverzerrungstendenzen wurde
in zwei Studien untersucht. In Studie 1 wurden 96 Probanden instruiert, ihre Antworten auf
den NEO-FFI in Bezug auf die Erzeugung eines von vier Persönlichkeitsbildern zu verzerren:
hohe (1) vs. niedrige (2) Gewissenhaftigkeit oder hohe (3) vs. niedrige (4) Verträglichkeit. In
Studie 2 wurden unwillentliche Antwortverzerrungen als Folge eines "kognitiven Priming"
untersucht. 144 Probanden wurden entweder mit einer sehr gewissenhaften oder einer wenig
gewissenhaften Persönlichkeitsbeschreibung konfrontiert, bevor sie sich auf dem NEO-FFI
unter der Standardinstruktion einschätzten. Eine Kontrollgruppe bearbeitete den NEO-FFI
ohne vorheriges Priming. Die Ergebnisse aus Studie 1 zeigen, dass die Probanden ihre Antwortmuster auf den kritischen Skalen instruktionsgemäß fälschen konnten. Gleichzeitig verzerrten sie auch die übrigen Skalen in die entsprechende positive oder negative Richtung. In
Studie 2 ergab sich nur für den Vergleich der Gruppe mit hoher Gewissenhaftigkeit als Prime
ein signifikanter Unterschied zu Kontrollgruppe: nach der Beschreibung einer sehr gewissenhaften Person schätzten sich die Probanden in Bezug auf Gewissenhaftigkeit höher ein als
Probanden in der Kontrollbedingung. Die Befunde werden im Hinblick auf den Einsatz des
NEO-FFI in solchen Anwendungskontexten diskutiert, die für Antwortverzerrungstendenzen
anfällig sind.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Krahé, Barbara; Herrmann, Jana: Verfälschungstendenzen im
NEO-FFI: eine experimentelle Überprüfung. in: Zeitschrift für Differentielle Diagnostische
Psychologie, 24, 2003, S. 105-117.
ART: AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Potsdam Campus Golm, Humanwissenschaftliche Fakultät, Institut
für Psychologie Abt. Sozialpsychologie (Postfach 601553, 14415 Potsdam)
KONTAKT: Krahé, Barbara (Prof.Dr. Tel. 0331-977-2877 o. -2878, Fax: 0331-977-2795,
e-mail: [email protected])
[114-L] Hosser, Daniela; Lauterbach, Oliver; Camehn, Kerstin:
Validität und Reliabilität des FPI-R beim Einsatz im Strafvollzug, in: Diagnostica : Zeitschrift
für psychologische Diagnostik und differentielle Psychologie ; Informationsorgan über psych.
Tests und Untersuchungmethoden, Jg. 54/2008, H. 3, S. 129-137
INHALT: "Das Freiburger Persönlichkeitsinventar (FPI-R), ein häufig im Strafvollzug verwendeter Test, wird anhand einer Inhaftiertenstichprobe bezüglich seiner psychometrischen Eigenschaften (Validität und Reliabilität) untersucht. Grundlage sind die Testdaten von 775 männlichen deutschen Inhaftierten aus dem Jugendstrafvollzug, die den Test im Rahmen der vollzuglichen Eingangsdiagnostik bearbeiteten. Konfirmatorische Faktoranalysen zeigen, dass
sich die Faktorenstruktur des FPI-R nur teilweise replizieren lässt. Die psychometrischen
Kennwerte der FPI-R-Skalen fallen deutlich schlechter aus als in der Normstichprobe und
sind insbesondere für die Skalen Lebenszufriedenheit und Leistungsorientierung nicht zufriedenstellend. Die Testwerte der Inhaftierten weichen bezüglich der Skalen Aggressivität, Gehemmtheit und Soziale Orientierung in erwartungswidriger Richtung von den altersspezifischen Normwerten ab. Die Befunde werden im Hinblick auf den Einsatz des FPI-R im Strafvollzug diskutiert." (Autorenreferat)
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
[115-L] Houston, Muir:
Tracking transition: issues in asynchronous e-mail interviewing, in: Forum Qualitative
Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 22 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802116)
INHALT: "Der Beitrag hat einen doppelten Fokus: Zum einen geht es um methodologische Fragen, die entstehen, wenn mobile Populationen mit zumindest für einige Zeit eher wechselnden Wohnorten, hier Studierende vor ihrem Universitätsabschluss, Gegenstand der Analyse
sein sollen; zum anderen sollen einige empirische Beispiele aus einer eigenen Studie vorgestellt werden. Hierzu werden in einem ersten Schritt qualitative Erhebungsverfahren diskutiert, die mit Entwicklung der Informationstechnologien (insbesondere im Bereich der Computer-vermittelten Kommunikation) möglich wurden. Danach werden Ergebnisse aus einer
Studie berichtet, in der solche Verfahren (konkreter: asynchrone E-Mails) zum Einsatz kamen, um Informationen für eine Studierenden-Mobilitätsstudie zu erheben. Abschließend
werden Vor- und Nachteile benannt, die aus dem Einsatz dieser neuen Techniken entstehen
(können). In der eigenen Studie spielten Transitionen an unterschiedlichen Stellen eine zentrale Rolle: Die Studierenden sind in einem Prozess des Statusübergangs, mit dem zusätzlich
in vielen Fällen örtliche Änderungen einhergehen. Zugleich vollziehen sich wichtige Wechsel
in ihrem Aktionsradius: sei es, dass sie eine Stelle suchen, sei es, dass sie sich anschicken,
sich universitär weiter zu qualifizieren, Prozesse, mit denen wiederum häufig Änderungen der
Zugehörigkeit zu sozialen Netzwerken verbunden sind." (Autorenreferat)
[116-L] Huber, Stefan:
Der Religiositäts-Struktur-Test (R-S-T): Kernkonzepte und Anwendungsperspektiven, in:
Prävention : Zeitschrift für Gesundheitsförderung, Jg. 31/2008, H. 2, S. 38-39
INHALT: Kurz vorgestellt wird der "Religiositäts-Struktur-Test" (R-S-T). Es handelt sich um ein
47 Items umfassendes interdisziplinäres Instrument, dessen Systematik auf der Verschränkung psychologischer, soziologischer und religionswissenschaftlicher Erkenntnisse und Perspektiven basiert. Die psychologische Hauptachse konstituiert das Zentralitätskonzept. Bei
seiner Messung werden sowohl theistische als auch pantheistische Spiritualitätsmuster in ihrer Bedeutung für das Selbstkonzept einer Person berücksichtigt. Auf dieser Basis kann zwischen "nicht religiösen", "religiösen" und "hoch religiösen" Personen unterschieden werden,
was insbesondere für ein religionspsychologisches Screening im Bereich von Beratung und
Psychotherapie als grundlegend betrachtet wird. Im Bereich der empirischen Religionsforschung hat der R-S-T durch seine Integration in den Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung eine hohe interdisziplinäre, internationale und interreligiöse Vernetzung erreicht.
[117-L] Huth, Radoslaw Miroslaw:
Rational Choice und Altruismus: Hilfsbereitschaft am Beispiel der Teilnahme an
wissenschaftlichen Interviews, Aachen 2008, 370 S. (Graue Literatur;
deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=98922550x&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=9892255
0x.pdf)
INHALT: "Die vorliegende Arbeit behandelt einen Spezialfall des Altruismus, nämlich die Hilfeleistung in Form der Bereitschaft zur Teilnahme an einem wissenschaftlichen Interview. Al-
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
125
truismus beinhaltet sowohl die Einstellungen als auch die Handlungsweisen der Individuen,
deren Ziel das Wohl des Anderen ist. Um sich mit dem Phänomen Altruismus überhaupt befassen zu können, wurde zunächst im theoretischen Teil der Arbeit der Versuch unternommen
den Begriff Altruismus genauer zu bestimmen und ihn von anderen Verhaltensformen wie
Kooperation, Nepotismus und reziproker Altruismus abzugrenzen. Weiterhin wurde die Hilfsbereitschaft als eine der vielen Ausdrucksweisen des Altruismus aus unterschiedlichen theoretischen Richtungen beleuchtet, wobei das Hauptgewicht auf die Erklärung im Sinne der Rational-Choice Theorie gelegt wurde. Die zentrale Aufgabe der Arbeit war der Versuch, die
Hilfeleistung als Handlung eines rational handelnden Individuums zu erklären. Die Entscheidung für oder gegen der Teilnahme an einem Interview, von deren keinerlei materiellen Gewinne und auch keinerlei negativen Sanktionen zu erwarten sind, ist eine Entscheidung über
die Hilfeleistung. Hilfeleistung kann unterschiedlich motiviert sein und die Hauptmotive des
jeglichen Handelns, nämlich das Streben nach physischem Wohlbefinden und sozialer Anerkennung nur ein Teil der möglichen Motivation darstellen. Außer der egozentrierten Motive,
die durch Kosten-Nutzen Überlegungen mitbeeinflusst werden, gibt es noch Empathie, die die
Entscheidung für Hilfe positiv mitbeeinflusst. Dieses Zusammenspiel von Empathie und Entscheidungen nach Kosten-Nutzen Prinzip, die durch Abwehr von Schuldgefühlen, Norm der
Hilfsbereitschaft, Zeitaufwand des Helfens und das Überschreiten des persönlichen Raumes
durch Hilfeempfänger determiniert werden, stellten der Gegenstand der experimentellen Untersuchung im Rahmen dieser Arbeit dar, wobei deren Ergebnisse die Hauptthese der Arbeit,
dass Menschen auch in ihren Entscheidungen über Hilfeleistung nach dem Prinzip der Kostenminimierung handeln, bestätigt werden konnte. Das Feldexperiment bestand aus Versenden von schriftlichen Bitten an zufällig ausgewählte Personen mit der Bitte um die Teilnahme
an einem wissenschaftlichen Interview. An die Versuchspersonen wurden Briefe mit unterschiedlichen sprachlichen Formulierungen versendet, mit dem Ziel unterschiedliche Gefühle
bei ihnen zu induzieren, wobei diese Art der Stimuli in den Bereich der sog. 'schwachen' Anreize eingestuft wurde. Zu dieser Gruppe zählte sowohl der Versuch die Empathie und das
Schuldgefühl zu erzeugen als auch der Appell an die Einhaltung der Norm der Hilfsbereitschaft. Der Bereich der 'harten' Anreize beinhaltete zwei Bedingungen die als hohe und als
niedrige Kosten bezeichnet wurden. Die Bedingung hohe Kosten verlangte naturgemäß von
den Versuchspersonen einen größeren Aufwand der Hilfeleistung als die Bedingung niedrige
Kosten, die sich nur auf das Ausfüllen und Zurücksenden der ausgefüllten Fragebogen zu einem relativ neutralem Thema beschränkte. Durch dieses Feldexperiment konnte die durch
Rational-Choice Theorie postulierte These, dass Menschen in ihren Entscheidungen nach
Nutzenmaximierung streben bestätigt werden und deren Gültigkeit auch auf den Bereich der
altruistischen Handlungen ausgedehnt werden kann. Die These von der besonderen Rolle der
Empathie, als einer stark motivierenden Kraft in Entscheidungsprozessen für/gegen Hilfeleistung konnte durch dieses Experiment nicht bestätigt werden. Der zentrale Fazit aus der Arbeit
lautet: Die Altruismus- bzw. Hilfsbereitschaftsforschung ist im Rahmen der Rational-Choice
Theorie nicht nur möglich, sondern sie führt auch zu sinnvollen Erkenntnissen über die
menschliche Motivation." (Autorenreferat)
126
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
[118-L] Huy, Christina; Schneider, Sven:
Instrument für die Erfassung der physischen Aktivität bei Personen im mittleren und
höheren Erwachsenenalter: Entwicklung, Prüfung und Anwendung des "German-PAQ50+", in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie : Organ der Deutschen Gesellschaft für
Gerontologie und Geriatrie, Jg. 41/2008, H. 3, S. 208-216
(springerlink.metapress.com/content/1435-1269/)
INHALT: "Bisher vorliegende Fragebögen zur körperlichen Aktivität fokussieren entweder auf
Personen im jüngeren bis mittleren Erwachsenenalter oder ältere Senioren. Meist erfassen sie
lediglich einen Ausschnitt der physischen Aktivitätsmöglichkeiten oder beinhalten jeweils nationenspezifische Sportaktivitäten. Da bis dato kein Goldstandard für die fragebogenbasierte
Erfassung der körperlichen Aktivität in der Altersgruppe 50+ existiert, wurde in dieser Studie
versucht, eine Empfehlung für einen solchen Fragebogen bezogen auf den deutschsprachigen
Raum zu entwickeln. Dies umfasste eine systematische Literatur-Recherche, eine ExpertenBefragung in Anlehnung an die Delphi-Methode sowie die Gestaltung des Fragebogens auf
Basis validierter Messinstrumente. Abschließend wurde dieses Instrument in einer telefonischen Befragung inklusive Retest (n=57) eingesetzt, um die Reliabilität und die praktische
Anwendbarkeit zu prüfen. Die Test-Retest-Korrelation betrug r=0,60 für die Gesamtzeit physischer Aktivitäten und r=0,52 für den Gesamt-Energieverbrauch. Das Instrument deckt nach
Einschätzung der Autoren alle für die Altersgruppe 50+ relevanten Aktivitätsbereiche ab, es
ist ökonomisch einsetzbar und erreichte eine gute Akzeptanz bei den Probanden." (Autorenreferat)
[119-F] Imhof, Margarete, Univ.-Prof.Dr. (Leitung):
Validierung des Auswahlverfahrens für eine Hochbegabtenschule
INHALT: Wie lässt sich die Auswahl von Schülern und Schülerinnen für ein Hochbegabten-Internat rational optimieren?
METHODE: Klassische Test-Theorie; Expertendiagnostik. Untersuchungsdesign: Trend, Zeitreihe DATENGEWINNUNG: Aktenanalyse, standardisiert (Stichprobe: 150; Schüler und Schülerinnen; Auswahlverfahren: total). Psychologischer Test. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen
des Projekts.
ART: BEGINN: 2008-10 ENDE: 2010-10 AUFTRAGGEBER: Land Hessen Kultusministerium
FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: Universität Mainz, FB 02 Sozialwissenschaften, Medien und Sport, Psychologisches Institut Abt. Psychologie in den Bildungswissenschaften und Psychologie für Pädagogen (Staudingerweg 9, 55099 Mainz)
KONTAKT: Leiterin (e-mail: [email protected])
[120-L] Johann, David:
Probleme der befragungsbasierten Messung von Faktenwissen, in: Sozialwissenschaften und
Berufspraxis, Jg. 31/2008, H. 1, S. 53-65 (Standort: USB Köln(38)-XG05452; Kopie über den
Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Der Beitrag beschäftigt sich mit der befragungsbasierten Messung von objektivem
Wissen. Im Gegensatz zu subjektivem Wissen, welches dann vorliegt, wenn ein Individuum
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
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glaubt etwas zu wissen, unabhängig davon, ob es richtig oder falsch ist, wird objektives Wissen als faktisch zutreffendes Wissen definiert. Faktenwissen wird somit in Anlehnung an Delli-Carpini und Keeter (1996) von solchen Kognitionen abgegrenzt, die falsch sind oder nicht
hinreichend getestet werden können. Mit objektivem Wissen sind darüber hinaus Kenntnisse
gemeint, die im Langzeitgedächtnis gespeichert sind und sich von solchen unterscheiden, die
nicht hinreichend verarbeitet oder lediglich im Kurzzeitgedächtnis gespeichert wurden. Exemplarisch liegt das Augenmerk in den Ausführungen auf dem Bereich des politischen Wissens. Es gibt einige Divergenzen darüber, wie Wissen methodisch adäquat zu messen ist.
Kontrovers diskutiert wird die Instrumentenkonstruktion und dabei insbesondere die Frage,
ob die Bekundung fehlenden Wissens er- oder entmutigt werden soll. Auf diese Kontroverse
wird hier genauso eingegangen wie auf Operationalisierungsprobleme, die mit dem Schwierigkeitsgrad und der Trennschärfe von Fragen zu tun haben. Thematisiert werden überdies
Probleme, die damit verbunden sind, dass herkömmliche Surveys nur unzureichend motivieren, Informationen abzurufen. Ziel des Artikels ist es somit, die Schwierigkeiten bei der Konstruktion geeigneter Instrumente zur Wissensmessung aufzuzeigen, die Auswirkungen divergierender Methoden darzulegen und den Sinn für zweckmäßige Wissensmessungen zu schärfen. Trotz der Vielzahl an Schwierigkeiten, die mit der befragungsbasierten Messung von
Faktenwissen verbunden sind, können gewissenhaft entwickelte Instrumente wichtige Informationen liefern, so z.B. zur Beantwortung der Frage, wie Wissen in der Bevölkerung strukturiert ist oder wie Wissen Einstellungen beeinflusst. (ICG2)
[121-L] Kirchhoff, Sabine; Kuhnt, Sonja; Lipp, Peter; Schlawin, Siegfried:
Der Fragebogen: Datenbasis, Konstruktion und Auswertung, Wiesbaden: VS Verl. für
Sozialwiss. 2008, 133 S., ISBN: 987-3-531-15955-3
INHALT: Am Beispiel eines Einzelfalls werden die Stationen einer schriftlichen Befragung von
der ersten Idee über die Eingabe der Daten bis zur statistischen Auswertung und Berichterstattung nachgezeichnet. Beginnend mit Überlegungen zur Grundgesamtheit und Wahl der
Stichprobe werden die Arbeitsschritte bei der Erstellung des Fragebogens und der Versand
des Fragebogens dargestellt. Anschließend wird der Weg vom Fragebogen zum Datensatz beschrieben: die Erstellung von Codeplänen oder Vorschaltvariablen, die Grundauswertung, die
Aufbereitung von Ergebnissen sowie multivariate Verfahren der Datenanalyse. Abschließend
werden die schriftliche Dokumentation der Untersuchungsergebnisse behandelt und praktische Tipps für die Durchführung von Befragungsprojekten gegeben. (ICE2)
[122-F] Körner, Dorothee, Dipl.-Psych. (Bearbeitung):
Erfahrungsbasierte Entscheidungen: werden kleine Wahrscheinlichkeiten über- oder untergewichtet?
INHALT: Das in der Entscheidungsforschung am häufigsten eingesetzte Paradigma ist das so genannte Gambling-Paradigma. Hier werden die Personen mit einem Set von Optionen konfrontiert, die durch numerische Konsequenzen und deren exakten Wahrscheinlichkeiten beschrieben werden (decisions from description). Reale Entscheidungen hingegen basieren zumeist
auf einer Informationssuche aus der Umwelt oder aus dem Gedächtnis (decisions from experience). Ein sehr neues Forschungsfeld innerhalb der Entscheidungsforschung beschäftigt sich
mit dem Unterschied dieser zwei Arten von Entscheidungen (Barron & Erev, 2003; Hertwig,
128
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
Barron, Weber & Erev, 2004, 2006). Diese Forschung konnte zeigen, dass in Entscheidungen,
die auf einer Informationssuche basieren, kleine Wahrscheinlichkeiten untergewichtet werden
im Vergleich zu Entscheidungen, die auf einer zusammengefassten Beschreibung von Optionen basieren. Die eigene Forschung (Haberstroh & Körner, 2006) hat hingegen das gegenteilige Muster gezeigt, nämlich die Übergewichtung seltener Ereignisse. In diesem Forschungsprojekt soll dieser Widerspruch aufgelöst werden.
METHODE: Im ersten Teil sollen die Randbedingungen für die Übergewichtung seltener Ereignisse untersucht werden. Im zweiten Teil sollen die vier Faktoren, hinsichtlich derer sich die
bisherigen Experimente unterscheiden, dekonfundiert werden: Stichprobengröße, Stichprobenrepräsentativität, einmalige vs. wiederholte Entscheidungen sowie Beobachtung der Informationssuche vs. selbständiges Sampling.
ART: BEGINN: 2007-05 ENDE: 2009-04 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche
Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Osnabrück, FB 08 Humanwissenschaften, Institut für Psychologie
Fachgebiet Sozialpsychologie (Seminarstr. 20, 49069 Osnabrück)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 0541-969-4090, Fax: 0541-969-4922,
e-mail: [email protected])
[123-F] Krause, Jürgen, Prof.Dr.; Stempfhuber, Maximilian, Dr.rer.nat.; Zwingenberger, Anja,
Dipl.-Verw.Wiss.; Hopt, Oliver, Dipl.-Inform. (Bearbeitung); Schnell, Rainer, Prof.Dr. (Leitung):
QDDS - 3: Software - Werkzeuge zur Dokumentation der Fragebogenentwicklung: Softwareentwicklung zur studienübergreifenden Recherche in Fragebögen
INHALT: Ziel des Projektes ist die Weiterentwicklung des Fragebogendokumentationsprogramms QDDS - 2 zu einem Fragebogendokumentationssystem für Institutionen, in denen
unterschiedliche Fragebögen verschiedenster Projekte über lange Zeit dokumentiert und in
verschiedenster Weise recherchiert und weiterverwendet werden müssen. Dazu soll das bisherige Programm QDDS - 2 um Funktionen erweitert werden. Hierzu gehört vor allem die Implementierung einer Suchfunktion über vorhandene Datenbestände, damit Suchoperationen
über mehrere Projekte hinweg möglich werden. Darüber hinaus sollen Funktionen zur Weiterverwendung dokumentierter Fragebögen implementiert werden. Dazu gehört vor allem
eine graphische Übersicht über verwendete Fragebogenblöcke. Für eine Reihe ausgewählter
Erhebungen, der Import und Export von Fragebögen aus bzw. in die Formate elektronischer
Befragungssysteme wie z.B. CATI Systemen, eine weitgehend automatisierte Formatierung
von Paper&Pencil-Fragebögen in Satzsystemen wie LaTeX. Es sollen ca. 50 der für die empirische Sozialforschung wichtigsten Datensätze als Anwendungsbeispiele innerhalb von
QDDS - 3 implementiert werden und so die Basis für eine weitere Anwendung des Programms durch Datenproduzenten und Datennutzer bilden.
METHODE: Mit Hilfe der zusätzlichen Funktionen soll die Vorhersage der Reliabilität und Validität der Indikatoren auf der Basis formaler Eigenschaften der Fragen im Rahmen des Modells von Saris und Gallhofer 2007 möglich sein.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Fragebogenentwicklung und Dokumentation mit QDDS. in: gesis
report, 2008, 3. Siehe unter: www.gesis.org/ .+++Weitere Veröffentlichungen sind geplant.
ART: BEGINN: 2007-08 ENDE: 2009-08 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche
Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Duisburg, FB Gesellschaftswissenschaften,
Institut für Soziologie Lehrstuhl für sozialwissenschaftliche Methoden, Empirische Sozialfor-
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4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
129
schung (47048 Duisburg); Universität Koblenz-Landau Campus Koblenz, FB 04 Informatik,
Institut für Computervisualistik Arbeitsgruppe Softwareergomomie und Information Retrieval
(Postfach 201602, 56016 Koblenz); GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
(Lennéstr. 30, 53113 Bonn)
KONTAKT: Leiter (Tel. 0203-379-2732, e-mail: [email protected])
[124-L] Krumpal, Ivar; Rauhut, Heiko; Böhr, Dorothea; Naumann, Elias:
Wie wahrscheinlich ist 'wahrscheinlich'?: zur subjektiven Einschätzung und
Kommunikation von Viktimisierungswahrscheinlichkeiten, in: Methoden, Daten und Analysen
: Zeitschrift für empirische Sozialforschung, Jg. 2/2008, H. 1, S. 3-27
(www.gesis.org/Publikationen/Zeitschriften/MDA/pdf/2008_01/2008_MDA1_Krumpal%20et%2
0al.pdf)
INHALT: "Was bedeutet 'wahrscheinlich' wenn Befragte das Risiko einschätzen, Opfer einer
Straftat zu werden? Solche Risiken können einerseits als Gewinne interpretiert und dargestellt
werden, indem man hofft, von Straftaten verschont zu bleiben. Andererseits können solche
Risiken als Verluste interpretiert werden, indem Respondenten ihre Wahrscheinlichkeit einschätzen, Opfer von Straftaten zu werden. Die Verfasser können anhand eines experimentellen Surveys in Leipzig einen Framing-Effekt zeigen: Da ein Verlust schwerer wiegt, werden
im Verlust-Frame niedrigere subjektive Viktimisierungswahrscheinlichkeiten angegeben als
im Gewinn-Frame. Weiterhin variiert die Zuordnung von prozentualen Wahrscheinlichkeitsangaben zu verbalen Antwortkategorien mit der Häufigkeit eines Ereignisses: Das häufige Ereignis ist 'von einer Straftat verschont zu bleiben', das seltene Ereignis ist 'einer Straftat zum
Opfer fallen'. Die Verfasser können zeigen, dass demselben verbalen Wahrscheinlichkeitslabel (z.B. 'unwahrscheinlich' oder 'sehr wahrscheinlich') beim häufigen Ereignis höhere prozentuale Wahrscheinlichkeiten zugeordnet werden als beim seltenen Ereignis. Schließlich sinken mit zunehmender Schwere einer Straftat die den verbalen Antwortkategorien zugeschriebenen prozentualen Wahrscheinlichkeitswerte. Die Ergebnisse zeigen, dass verbale Wahrscheinlichkeitslabel ('Vague Quantifiers') nicht wörtlich zu interpretieren sind. Da kategoriale
Antwortskalen für verschiedene Viktimisierungen nicht einheitlich verwendet werden, ist ein
direkter Vergleich von Anteilswerten über verschiedene Viktimisierungen hinweg als problematisch einzustufen." (Autorenreferat)
[125-L] Leiner, Dominik J.; Quiring, Oliver:
Bedeutung von Interaktivität für den Nutzer: Entwicklung einer Skala zur Messung
wahrgenommener Interaktivität, in: Medien & Kommunikationswissenschaft, Jg. 56/2008, Nr.
2, S. 187-208 (Standort: UuStB Köln (38)-FHM AP11550)
INHALT: "In welcher Weise Medien tatsächlich genutzt werden, hängt maßgeblich davon ab,
wie Nutzer sie wahrnehmen. Ein zentraler Aspekt neuer Mediendienste ist deren Interakivität,
doch eben deren Wahrnehmung wurde in der Forschung bislang wenig beachtet. Die vorgestellte Studie untersucht die Wahrnehmungskomponente des Phänomens Interaktivität und
entwickelt eine kompakte Skala zu deren Messung. Anhand psychologischer Ansätze zur subjektiven Bedeutung wurde dazu ein neues Untersuchungsdesign entwickelt, welches der vermuteten Konfundierung bestehender Operationalisierungen begegnet: Statt zu messen, ob
technische Eigenschaften wahrgenommen werden, wird der praktische Zusatznutzen von In-
130
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
teraktivität für den Nutzer analysiert. An diesem orientiert sich die Wahrnehmung. Um dem
breiten Geltungsbereich von Interaktivität gerecht zu werden, wurde erstmals eine breite Palette internetbasierter Dienste untersucht. Die Ergebnisse bestätigen im Wesentlichen die bislang eher technisch begründeten Konstrukte von Interaktivität, geben aber zugleich neue Hinweise auf den Stellenwert und die Verortung einzelner Aspekte." (Autorenreferat)
[126-F] Leipold, Bernhard; Fröhlich, Gundula; Thoma, Jens; Wachtel, Rebecca (Bearbeitung);
Zank, Susanne, Univ.-Prof.Dr.; Schacke, Claudia, Dr.phil. (Leitung):
Entwicklung des Berliner Inventars zur Angehörigenbelastung - Demenz (BIZA-D) (LEANDER I)
INHALT: Die Längsschnittstudie zur Belastung pflegender Angehöriger von demenziell Erkrankten (LEANDER) hat zum Ziel, eine Verbesserung der Qualitätssicherung in der Altenhilfe zu
gewährleisten. Die Situation der pflegenden Angehörigen demenzkranker Menschen wird an
einer großen Stichprobe (N=888) stresstheoretisch fundiert und differenziert erfasst. Hiermit
sollen Unterschiede in der pflegebedingten Belastung je nach zentralen Merkmalen der Pflegesituation (Geschlecht, verwandtschaftliche Beziehung, Stadium der Demenzerkrankung) ermittelt werden, um bedarfsgerechte Interventionsmaßnahmen zu entwickeln. Der Verlauf der
Pflege wird an fünf Erhebungszeitpunkten im Abstand von neun Monaten über einen Zeitraum von 36 Monaten dokumentiert.
METHODE: In der ersten Phase des Projektes wurde ein standardisierter, stresstheoretisch begründeter Fragebogen entwickelt, der aufgrund hoher Differenzierungsfähigkeit und Veränderungssensitivität in besonderer Weise geeignet ist, die Belastung von Pflegenden abzubilden
und die Effektivität von Entlastungsangeboten für die pflegenden Angehörigen zu erfassen.
(Berliner Inventar zur Angehörigenbelastung-Demenz, BIZA-D). Der Geltungsbereich des
Inventars bezieht sich auf die Situation von pflegenden Angehörigen demenziell Erkrankter.
Da sowohl theoretische Modellvorstellungen als auch empirische Befunde darauf hinwiesen,
dass Belastung ein komplexes Merkmal darstellt, welches sich aus mehreren distinkten Inhaltsdimensionen zusammensetzt, wurde das Instrument als Testbatterie mit verschiedenen
Inhaltsbereichen (Dimensionen) konzipiert. Faktorenanalysen belegen die Mehrdimensionaliät des Inventars, das 20 Subskalen mit 88 Items umfasst. Die Reliabilitäten der Subskalen liegen zwischen .74 und .95 und kann über die Leiterinnen bezogen werden.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Zank, S.; Schacke, C.; Leipold, B.: Berliner Inventar zur Angehörigenbelastung (BIZA-D). in: Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 35,
2006, 4, S. 296-305. ARBEITSPAPIERE: Zank, Susanne; Schacke, Claudia: Entwicklung eines standardisierten Messinstrumentes zur Erstellung von Belastungsprofilen und zur Evaluation von Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige demenzkranker Patienten (BMFSFuJ-Nr. 68432). Abschlussbericht Phase 1. Download: www.uni-siegen.de/fb2/zank/daten/abschlussbericht_leander_phase1.pdf .
ART: AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
INSTITUTION: Universität Siegen, FB 02 Erziehungswissenschaft und Psychologie, Fach Psychologie Lehrstuhl Klinische Psychologie - Beratung, Gesundheit, Prävention (57068 Siegen)
KONTAKT: Schacke, Claudia (Dr. Tel. 0271-40-4356,
e-mail: [email protected])
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
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[127-L] Lipps, Oliver:
A note on interviewer performance measures in centralised CATI surveys, in: Survey
research methods, Vol. 2/2008, No. 2, S. 61-73
(w4.ub.uni-konstanz.de/srm/article/view/310/1654)
INHALT: "Interviewer performance with respect to convincing sample members to participate in
surveys is an important dimension of survey quality. However, unlike in CAPI surveys where
each sample case 'belongs' to one interviewer, there are hardly any good measures of interview performance for centralised CATI surveys, where even single contacts are assigned to
interviewers at random. If more than one interviewer works one sample case, it is not clear
how to attribute success or failure to the interviewers involved. In this article, the author proposes two correlated methods to measure interviewer contact performance in centralised
CATI surveys. Their modelling must take complex multilevel clustering effects, which need
not be hierarchical, into account. Results are consistent with findings from CAPI data modelling, and the author finds that when comparing effects with a direct ('naive') measure of interviewer contact results, interviewer random e ffects are largely underestimated using the naive
measure." (author's abstract)
[128-L] Littig, Beate:
Interviews mit Eliten - Interviews mit ExpertInnen: gibt es Unterschiede?, in: Forum
Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 17 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803161)
INHALT: "Vergleicht man die überwiegend deutschsprachige Literatur zu Experteninterviews
mit den internationalen Beiträgen zu Eliteninterviews, fallen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede auf. Thematisiert werden hier wie dort die großen Zugangsprobleme und Spezifika
der Interaktionssituation und der Gesprächsführung. Auch bei der jeweiligen Definition der
Zielgruppen der Interviews (ExpertInnen und Eliten) gibt es Überschneidungen, wenn auch
nicht Deckungsgleichheit. Der Beitrag diskutiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von
beiden methodischen Ansätzen und will so zu einer Präzisierung der Methodologie des Experteninterviews beitragen. Er endet mit einem wissenssoziologisch begründeten Plädoyer dafür, (professionelle) Funktionseliten aufgrund ihrer Machtpositionen als eine spezifische
Gruppe von ExpertInnen zu betrachten. Methodologisch betrachtet sind ExpertInnen (und somit auch Eliten) aufgrund ihres spezifischen Deutungs- und Handlungswissens für die sozialund politikwissenschaftlich orientierte Forschung bedeutsam. Konsequenterweise sind dann
Interviews mit Eliten, die auf die Generierung expliziten wie impliziten, professionellen oder
berufsbezogenen Wissens abzielen, als Experteninterviews anzusehen." (Autorenreferat)
[129-L] May, Marian:
"I didn't write the questions!": negotiating telephone-survey questions on birth timing, in:
Demographic Research, Vol. 18/2008, Art. 18, S. 499-530
(www.demographic-research.org/volumes/vol18/18/18-18.pdf)
INHALT: "This paper examines interviewer-respondent interaction in the collection of demographic data. Conversation analysis (CA) makes transparent the interaction between an interviewer and 25 respondents on a question about pregnancy and birth timing in an Australian
132
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
telephone survey, Negotiating the Life Course. The analysis focuses on the troubles that occur
and the work interviewers do to fit respondents' answers to the survey researcher's categories.
Interviewers are shown to act as mediators in difficult interaction, with responses often distorted by question format, the imperative of achieving an allowed response, and the need to keep
the respondent in the survey." (author's abstract)
[130-F] Mayerl, Jochen, Dr.; Sellke, Piet, M.A. (Bearbeitung); Urban, Dieter, Prof.Dr. (Leitung):
Antwortreaktionszeitmessungen in der Surveyforschung und die kognitive Analyse von Einstellungen und Prozessen der Informationsverarbeitung (ARIS)
INHALT: Folgende Zielsetzung wird im Rahmen des Projektes verfolgt: 1. Es soll eine valide
und reliable Methode zur Messung von Antwortreaktionszeiten in computergestützten Telefonumfragen entwickelt und erprobt werden, die sowohl kostengünstig als auch zeiteffizient in
der Surveyforschung eingesetzt werden kann (u.a. passive versus aktive Latenzzeitmessung).
2. Es sollen statistische Verfahren zur Bereinigung von Reaktionszeitmessungen um eine
Vielzahl unerwünschter und ergebnisverzerrender Störeinflüsse entwickelt und erprobt werden, um in der Surveyforschung nicht 'rohe' Reaktionszeiten, sondern theoretisch adäquate
Antwortlatenzzeiten analysieren zu können. 3. Es sollen Möglichkeiten der Nutzung von Reaktionszeit- bzw. Latenzzeitmessungen in der sozialwissenschaftlichen Einstellungs- und
Handlungsforschung entwickelt und überprüft werden. Dabei wird von einer kognitiven Modellierung der Beziehung zwischen Einstellungen und Handlungen ausgegangen, bei der die
Zugänglichkeit von Einstellungen sowie Prozesse der Informationsverarbeitung eine zentrale
Rolle spielen. Zur Analyse dieser beiden "Schaltmechanismen" der kognitiven Strukturierung
von Handlungsselektionen soll überprüft werden, ob auf der Basis von Reaktionszeitmessungen geeignete Messmodelle zur Bestimmung des Ausmaßes von Einstellungsstärke und kognitiver Informationsverarbeitung sowie zur Identifikation von Nonattitudes zu erstellen sind.
Damit verbunden sind empirische Tests von zentralen Konzepten neuerer Theoriemodelle der
kognitiven Konstruktion von Einstellungs-, Entscheidungs- und Handlungsprozessen (z.B.
MODE-Modell; Rational Choice-Modellierung der Modus- und Modellselektion -FST-Frame
Selection Theory-).
METHODE: Einstellungstheorie; Rational Choice Theorie; quantitative standardisierte CATI-Erhebung inklusive Antwortreaktionszeitmessungen; Strukturgleichungsmodellierung. Untersuchungsdesign: Panel DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, telefonisch; CATI
mit experimentellem Design (Stichprobe: 2.000; repäsentativ für die Bundesrepublik
Deutschland; Auswahlverfahren: Zufall). Feldarbeit durch ein kommerzielles Umfrageinstitut.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Sellke, P.; Mayerl, J.: How long does it take to be ignorant? Measuring nonattitudes with response latencies in surveys. in: Dijkum, C. van; Blasius, J.; Durand, C. (eds.): Recent developments and applications in social research methodology. Proceedings of the Sixth International Conference on Logic and Methodology (2nd edition).
Opladen: Leske u. Budrich 2006. ISBN 3-938094-44-3.+++Mayerl, J.: Controlling the baseline speed of response latencies. in: Dijkum, C. van; Blasius, J.; Durand, C. (eds.): Recent developments and applications in social research methodology. Proceedings of the Sixth International Conference on Logic and Methodology (2nd edition). Opladen: Leske u. Budrich
2006. ISBN 3-938094-44-3.+++Urban, D.; Mayerl, J.: Antwortlatenzzeiten in der survey-basierten Verhaltensforschung. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 60,
2007, 3, S. 692-713.+++Mayerl, J; Urban, D.: Der Tsunami-Faktor: die Naturkatastrophe als
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
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temporärer Verstärker der Beziehung zwischen Spendenabsicht und Spendenverhalten. in:
Soziale Probleme, 18, 2007, 1, S. 90-108. ARBEITSPAPIERE: Mayerl, J.: Response effects
and mode of information processing. Analysing acquiescence bias and question order effects
using survey-based response latencies. 7th International Conference on Social Science Methodology (RC33). 2008.
ART: BEGINN: 2004-01 ENDE: 2006-09 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche
Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Stuttgart, Fak. 10 Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Institut für
Sozialwissenschaften Abt. IV Soziologie und empirische Sozialforschung (Keplerstr. 17,
70174 Stuttgart)
KONTAKT: Mayerl, Jochen (Dr. Tel. 0711-685-83577,
e-mail: [email protected])
[131-L] Mayerl, Jochen; Urban, Dieter:
Antwortreaktionszeiten in Survey-Analysen: Messung, Auswertung und Anwendung,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. 2008, 136 S., ISBN: 978-3-531-16175-4
INHALT: "Das Buch erläutert das 'Wie und Warum' der Messung und Analyse von Antwortreaktionszeiten für computergestützte Bevölkerungsumfragen. Verfahren zur empirischen Erhebung von Antwortreaktionszeiten (z.B. aktive oder passive Zeitmessmethoden) werden ebenso erläutert wie statistische Methoden zur Behandlung und Bereinigung der erhobenen Reaktionszeiten (z.B. Operationalisierung und Kontrolle individueller Basisgeschwindigkeiten und
statistische Identifizierung ungültiger Zeitmessungen). Das Buch beschreibt viele Anwendungsbeispiele von Reaktionszeitanalysen aus der aktuellen Forschungspraxis. Anwendungen
aus der Einstellungs- und Verhaltensforschung und der Untersuchung von Befragtenverhalten
(z. B. Aufdecken von Response-Effekten) verdeutlichen, welch vielfältige Möglichkeiten die
Auswertung von Reaktionszeitmessungen zur Verbesserung von Survey-Analysen eröffnet."
(Autorenreferat).
[132-L] Mohiyeddini, Changiz; John, Oliver; Gross, James J.:
Der "Berkeley Expressivity Questionnaire": deutsche Adaption und erste
Validierungsbefunde, in: Diagnostica : Zeitschrift für psychologische Diagnostik und
differentielle Psychologie ; Informationsorgan über psych. Tests und Untersuchungmethoden, Jg.
54/2008, H. 3, S. 117-128
INHALT: "Vorgestellt wird eine deutsche Adaption des 'Berkeley Expressivity Questionnaire'
(BEQ; Gross & John, 1995). Das Instrument erfasst mit Hilfe von 16 Items ökonomisch drei
Dimensionen der Expressivität: Negative Expressivität, Positive Expressivität und Impulsintensität. In Studie 1 (n=385) wurden mittels konfirmatorischer Faktorenanalyse die interne
faktorielle Struktur und die psychometrischen Eigenschaften für die Faktoren des BEQ bestimmt. In einer Längsschnittstudie (Studie 2) wurden die Stabilität und Validität des BEQ
untersucht: Zum ersten Messzeitpunkt wurde die selbstberichtete Expressivität von 220 Probanden erhoben. Zum zweiten Messzeitpunkt (sechs Monate später) wurden neben der selbstberichteten Expressivität für jeden Probanden zwei Fremdurteile sowie globale Maße der Persönlichkeit, positive und negative Affektivität und Maße der physischen und psychischen Gesundheit erfasst. Die Dimensionen des BEQ sind zeitlich stabil und positiv mit den Fremdur-
134
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
teilen korreliert. Negative Expressivität und Impulsintensität sind mit Neurotizismus, negativer Affektivität, physischen Beschwerden und Depressivität verbunden. Positive Expressivität ist mit Extraversion, Offenheit und positiver Affektivität assoziiert. Frauen zeigen im Vergleich zu Männern höhere Werte in allen Dimensionen des BEQ, welche mit Alter negativ
korreliert sind." (Autorenreferat)
[133-L] Morton, Jeremy E.; Mullin, Paul A.; Biemer, Paul B.:
Using reinterview and reconciliation methods to design and evaluate survey questions, in:
Survey research methods, Vol. 2/2008, No. 2, S. 75-82
(w4.ub.uni-konstanz.de/srm/article/view/93/1655)
INHALT: "Conducting reinterviews is an effective method to estimate and reduce response errors
in interview surveys. As part of the School Health Policies and Programs Study 2000 (SHPPS), RTI used reinterview methods to assist in designing and evaluating survey questions.
Reinterviews were conducted in the field test with selected respondents to identify discrepancies between the original interviews and reinterviews. Reconciliation interviews were then
conducted to determine the reasons for the discrepancies in terms of comprehension, recall,
encoding, response options, or other problems. In this paper, the authors describe the design
of the reinterview and reconciliation study and discuss the implications of using these methods for questionnaire design and evaluation, specifically in comparison to cognitive interviewing." (author's abstract)
[134-F] Oswald, Frank, Prof.Dr.; Wahl, Hans-Werner, Prof.Dr. (Leitung):
Entwicklung eines Instruments zur praxisnahen Erfassung von Lebensqualität im stationären Kontext (INSEL)
INHALT: Das Konzept der Lebensqualität ist in der stationären Altenhilfe wenig erforscht und
für die Praxis bisher wenig handlungsleitend geblieben. Ziel des Projektes ist es, auf der
Grundlage der Lebensqualitäts-Konzepte von Lawton (1991) und Kane (2001) ein Instrument
zu entwickeln, mit dem Lebensqualität in stationären Wohnformen sowohl praxistauglich als
auch wissenschaftlich fundiert gemessen werden kann. Das Instrument erfasst die subjektiven
individuellen Bedürfnisse der Bewohner/innen in unterschiedlichen Lebensqualitäts-Dimensionen aus der Perspektive der betreuten Person sowie der des Betreuungspersonals. Ebenso
erlaubt das Instrument die Beurteilung der Übereinstimmung zwischen diesen beiden Perspektiven. Das Instrument soll von den Einrichtungen selbständig und routinemäßig eingesetzt und ausgewertet werden, seine Ergebnisse sollen in die Pflege- und Betreuungsplanung
einfließen. Aktueller Stand: Bisher wurden auf der Grundlage von Interviews mit 105 Bewohner/innen und ihrem Betreuungspersonal in drei Einrichtungen eine Arbeitsversionen des Instrumentes (INSEL-3) vorgelegt. Diese umfasst jeweils ein vis-a-vis Interview bei auskunftsfähigen Bewohner/innen oder eine Fremdbeurteilung durch Angehörige bei eingeschränkt
auskunftsfähiger Bewohner/innen sowie eine Beurteilung der 12 Lebensqualitätsdimensionen
durch das Betreuungspersonal. Im Laufe des Jahres 2007 wurden zahlreiche Mitarbeiter/innen
im Rahmen umfangreicher Trainingsprogramme mit dem Instrument vertraut gemacht, so
dass es mittlerweile stiftungsweit erprobt und erfolgreich in den Betreuungsalltag eingebracht
werden konnte. Im Laufe des Jahres 2008 sind zunächst Auswertungen von mindestens 500
Interviews geplant, die sowohl der Verbesserung individueller Lebensqualität von
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
135
Bewohner/innen, als auch der weiteren Optimierung des Instruments (im Jahre 2009) dienen
sollen.
ART: BEGINN: 2005-10 ENDE: 2009-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER:
Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung, Geschäftsstelle Sindelfingen
INSTITUTION: Universität Heidelberg, Fak. für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften, Psychologisches Institut Abt. Psychologische Alternsforschung (Bergheimer Str. 20,
69115 Heidelberg)
KONTAKT: Oswald, Frank (Prof.Dr. Tel. 06221-54-8114, Fax: 06221-54-8112,
e-mail: [email protected])
[135-L] Papastefanou, Georgios:
Ambulatorisches Assessment und Empirische Sozialforschung, in: Sozialwissenschaftlicher
Fachinformationsdienst : Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften, Bd. 2/2008, S. 1120
(www.gesis.org/fileadmin/upload/dienstleistung/fachinformationen/servicepublikationen/sofid/Fac
hbeitraege/Methoden_und_Instrumente_der_Sozialw_2008-2.pdf)
INHALT: "In den letzten Jahren gewinnt eine methodisch-technische Ausrichtung der Datenerhebung zunehmend an Bedeutung, die als Ambulatorisches Assessment bezeichnet wird (Fahrenberg et al. 2007). Nicht zuletzt wearable computing Entwicklungen der elektronischen Datenerhebungstechnologien eröffnen auch für die mit Populationsbefragungen arbeitende empirische Sozialforschung eine neue Perspektive in der Anwendung des Ambulatorisches Assessment, das bisher schwerpunktmäßig in der klinisch-psychologischen Forschung betrieben
wird (Wilhelm/ Perrez 2008). Nach einer kurzen Kennzeichnung des Ambulatorischen Assessment, wird im folgenden die Leistungsfähigkeit dieses Ansatzes für die Messung subjektiver Befindlichkeiten und physischer und physiologischer Parameter dargestellt. Am Ende
wird an einem empirischen Fallbeispiel Machbarkeit und Potential des Ambulatorischen Assessment in der empirische Sozialforschung veranschaulicht." (Autorenreferat)
[136-L] Pfaff, Holger; Bentz, Joachim; Brähler, Elmar:
Die Skala "Mobbingintensität der Kolleginnen und Kollegen" (MOB-K): teststatistische
Überprüfung an einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe, in: Psychosozial, Jg. 30/2007,
H. 3, S. 17-27 (Standort: USB Köln(38)-XG5196; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Mobbing in Form von unfreundlichen oder feindseligen Handlungen am Arbeitsplatz
wird zunehmend als sozialer Stressor begriffen, der belastend wirken und krank machen
kann. Vorgestellt wird eine vom Autor selbst entwickelte Kurzskala (MOB-K) zur Erfassung
der von Kollegen ausgehenden Mobbingintensität, die die erlebte Intensität der sozialen Isolation und die persönlichen Angriffe in den Vordergrund stellt. Die Überprüfung der Reliabilität und Valididät der Skala wurde anhand einer repräsentativen Bevölkerungsstudie durchgeführt, bei der im Jahr 2001 935 erwerbstätige Deutsche im Alter von 18 bis 65 Jahren zu ihren
Mobbingerfahrungen befragt wurden. Ziel war die Klärung der Frage, ob die Mobbing-Skala
in einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe ausreichend gute testtheoretische Kennwerte
erzielen würde. Im Ergebnis zeigt die Skala gute bis akzeptable testtheoretische Kennwerte;
trotz der Kürze weist sie eine interne Konsistenz von .83 auf. Reliabilität und Validität stimmen mit der früheren Untersuchung überein. Die Items sind trennscharf und in der Mehrzahl
136
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
unabhängig von Geschlecht, Alter und Wohnsitz. Die weitere Überprüfung der Konstruktvalidität anhand des "Gießener Beschwerdebogens" in der Kurzform (GBB-24) und der "Skala
zur Allgemeinen Selbstwirksamkeit" ergab eine hohe Korrelation. Erlebtes Mobbing geht mit
hohen Werten auf den Beschwerdenskalen und der Skala für Selbstwirksamkeit einher.
[137-L] Pickery, Jan; Carton, Ann:
Oversampling in relation to differential regional response rates, in: Survey research methods,
Vol. 2/2008, No. 2, S. 83-92 (w4.ub.uni-konstanz.de/srm/article/view/656/1656)
INHALT: "Response rates of face-to-face surveys often show regional variation. In larger cities
e.g., response typically will be lower than in smaller villages. Following current survey practices, substitution of survey non-respondents is no longer recommended. In order to achieve
an adequate regional representation of the population in a survey, differential regional oversampling can be an option. The authors show how regional ineligible rates and response rates
of previous surveys can be used in a multilevel analysis to obtain residuals that form the basis
for the computation of an ineligible correction and a regional oversampling factor for subsequent surveys. They argue that this oversampling design is a good alternative or complement
to nonresponse weighting. The authors illustrate their approach with the sampling procedure
used for the last edition of the yearly survey on social and cultural changes in the Flemish region." (author's abstract)
[138-L] Pöge, Andreas:
Persönliche Codes "reloaded", in: Methoden, Daten und Analysen : Zeitschrift für empirische
Sozialforschung, Jg. 2/2008, H. 1, S. 59-70
(www.gesis.org/Publikationen/Zeitschriften/MDA/pdf/2008_01/2008_MDA1_Poege.pdf)
INHALT: "Bei Längsschnittuntersuchungen mit sensiblen Fragestellungen werden die Fragebogenzuordnungen zwischen den einzelnen Erhebungswellen aus Datenschutzgründen oftmals
mit persönlichen und selbstgenerierten Codes vorgenommen - so auch in dem DFG-Projekt
'Kriminalität in der modernen Stadt'. Die Ergebnisse mit dieser Zuordnungsmethode, insbesondere bezüglich der Probleme bei der Durchführung, der Ausschöpfungsquote und der Verzerrung der resultierenden Paneldaten, waren Gegenstand der Ausführungen in dem Artikel
'Persönliche Codes bei Längsschnittstudien: Ein Erfahrungsbericht' (Pöge 2005b), der sich
auf die Münsteraner Teilstudie bezog. Mittlerweile wurde die Studie auf den Erhebungsort
Duisburg ausgedehnt, wobei die Erkenntnisse aus Münster zu Modifikationen des Verfahrens
führten. Hier sollen die teils sehr deutlichen Verbesserungen der Datenqualität aufgezeigt
werden, die damit in Duisburg erreicht werden konnten." (Autorenreferat)
[139-L] Pollich, Daniela; Kunadt, Susann:
Gewalt im Zeitverlauf und Möglichkeiten ihrer Messung, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.):
Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für
Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 4517-4532,
ISBN: 978-3-593-38440-5
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
137
INHALT: "Die Daten der Längsschnittstudie 'Kriminalität in der modernen Stadt' (Projektleitung:
Prof.Dr. Klaus Boers, Prof.Dr. Jost Reinecke) basieren auf in den Städten Münster und Duisburg durchgeführten Schülerbefragungen. Die methodische Konzeption der Untersuchung
zeichnet sich insbesondere durch ein kombiniertes Panel- und Kohortendesign aus, das es ermöglicht, individuelle Delinquenzverläufe nachzuvollziehen und diese zudem zwischen verschiedenen Städten sowie Alterskohorten zu vergleichen. Im Vortrag soll zunächst die Studie
genauer vorgestellt werden. Im Anschluss wird die Häufigkeit des Auftretens verschiedener
Gewaltdelikte dargestellt und deren jeweilige Entwicklungen im Zeitverlauf nachgezeichnet.
Abschließend werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Gewalthandeln mittels selbst berichteter
Angaben erhoben werden kann. Hierzu wurden in der vorgestellten Untersuchung sowohl Gewaltintentionen anhand von vorgegebenen Reaktionsmöglichkeiten auf eine fiktive Konfliktsituation (Vignettenanalyse), als auch tatsächlich ausgeübtes Gewalthandeln abgefragt. Die
Validität beider Optionen wurde im Längsschnitt sowie im Kohortenvergleich untersucht und
konnte bestätigt werden." (Autorenreferat)
[140-F] Rässler, Susanne, Prof.Dr.; Kiesl, Hans, Dr. (Bearbeitung):
Optimization of sampling design and inference for establishment surveys (subproject within
the DFG-SPP 1292 "Survey Methodology")
INHALT: keine Angaben
ART: AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Bamberg, Fak. Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für
Statistik und Ökonometrie (Feldkirchenstr. 21, 96045 Bamberg); Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit -IAB- (Regensburger Str. 104, 90478
Nürnberg)
KONTAKT: Rässler, Susanne (Prof.Dr. Tel. 0951-2530, Fax: 0951-2532,
e-mail: [email protected]); Kiesl, Hans (Dr. Tel. 0911-179-1358, Fax:
0911-179-3297, e-mail: [email protected])
[141-F] Rendtel, Ulrich, Univ.-Prof.Dr.; Münnich, Ralf, Prof.Dr. (Bearbeitung):
Modelling response propensities in access panel based surveys (subproject within the DFGSPP 1292 "Survey Methodology")
INHALT: keine Angaben
ART: AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Freie Universität Berlin, FB Wirtschaftswissenschaft, Institut für Statistik und
Ökonometrie (Boltzmannstr. 20, 14195 Berlin); Universität Trier, FB IV Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Mathematik, Informatik und Wirtschaftsinformatik, Fach VWL Lehrstuhl
für Wirtschafts- und Sozialstatistik (Universitätsring 15, 54286 Trier)
KONTAKT: Rendtel, Ulrich (Prof.Dr. Tel. 030-838-54205, Fax: 030-838-56629,
e-mail: [email protected]); Münnich, Ralf (Prof.Dr. Tel. 0651-201-2651)
138
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
[142-F] Rohrbacher, Heike, Dipl.-Psych.; Hoyer, Jürgen, Prof.Dr.phil.habil.; Beesdo, Katja, Dr.rer.nat.; Höfler, Michael, Dr.; Bittner, Antje, Dipl.-Psych.; Lieb, Rosalind, Prof.Dr.; Wittchen,
Hans-Ulrich, Prof.Dr.phil.habil. (Bearbeitung):
Psychometric properties of the Retrospective Self Report of Inhibition (RSRI) in a representative German sample
INHALT: The study examines the internal consistency, factorial structure, and construct validity
of the German version of the Retrospective Self Report of Inhibition (RSRI), a questionnaire
measure of behavioral inhibition. Results: Results of confirmatory factor analysis indicated
adequate fit of the two-factor model, suggested by the authors of the original version. Indices
of internal consistency of the RSRI and its subscales "social/ school" and "fear/ illness" were
shown to be sufficient for the total sample and even higher in subgroups of subjects with certain DSM-IV diagnoses. Associations with variables such as mental distress, parental psychopathology, and DSM-IV disorders were in line with theoretical assumptions and confirm different aspects of the validity (convergent, concurrent, predictive) of the instrument. Conclusion: The psychometric properties of the German RSRI were found to be comparable to those
of the English version. The applicability of this questionnaire in German-speaking countries
is therefore recommended for adolescents and young adults.
METHODE: The research was based on data from a German prospective-longitudinal community study of 3,021 adolescents and young adults (aged 14-24 years at baseline). Diagnostic assessment was based on the DSM-IV/ M-CIDI and general psychopathological distress was assessed with SCL-90-R.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Rohrbacher, H.; Hoyer, J.; Beesdo, K.; Höfler, M.; Bittner, A.;
Lieb, R.; Wittchen, H.-U.: Psychometric properties of the retrospective self report of inhibition (rsri) in a representative German sample. in: International Journal of Methods in Psychiatric Research (in press).
ART: AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Technische Universität Dresden, Fak. Mathematik und Naturwissenschaften,
Fachrichtung Psychologie Institut für Klinische, Diagnostische und Differentielle Psychologie
Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie (Chemnitzer Str. 46, 01187 Dresden)
KONTAKT: Höfler, Michael (Dr. Tel. 0351-463-36921, Fax: 0351-463-36984,
e-mail: [email protected])
[143-L] Sauer, Martina:
Methodik und Durchführung von standardisierten Befragungen türkeistämmiger
Migranten in Deutschland durch die Stiftung Zentrum für Türkeistudien, in: Karl-Siegbert
Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen
Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl.,
2008, S. 3901-3907, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Die spezielle Zielgruppe (türkeistämmige Migranten in Deutschland) wirkt maßgeblich auf die Wahl der Datenerhebungsmethode ein. Die telefonische Befragung ist hinsichtlich des Zeit- und Kostenumfangs der Arbeiten die günstigste Methode, sichert darüber hinaus aber auch die bessere Erreichbarkeit von Personengruppen, die mit schriftlichen Befragungen Schwierigkeiten hätten. Allerdings birgt auch sie Nachteile, die die Erreichbarkeit
von mobilen Personengruppen sowie die Erfassung einer möglichst umfassenden Zahl von
Haushalten betrifft. Darüber hinaus sind durch die telefonische Befragung die Themen ebenso
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
139
wie die tiefe der Fragestellung beschränkt. Hauptproblem bei der (telefonischen) Befragung
von Migranten ist die Erfassung der Grundgesamtheit, da ungefilterte Zufallsauswahlen von
Telefonnummern bzw. Adressen mit hohen Fehlkontakten einher gehen und ein enormer finanzieller und zeitlicher Aufwand benötigt würde, um eine angemessene Zahl türkischer
Haushalte zu erreichen. Die Stiftung Zentrum für Türkeistudien hat dafür ein spezielles Verfahren entwickelt, durch das anhand von Vor- und Familiennamen die Haushalte aus elektronischen Telefonverzeichnissen selektiert werden. Dadurch können schätzungsweise die Hälfte
der türkeistämmigen Haushalte erfasst werden. Die Auswahl nach Namen gewährleistet, dass
eine systematische Bevorzugung bzw. Benachteiligung bestimmter sozialer Gruppen ausgeschlossen werden kann. Durch die Namensauswahl werden auch Migranten erfasst, die die
deutsche Staatsbürgerschaft haben. Die Erfahrungen zeigen, dass muttersprachliche Interviewer und die Möglichkeit, das Interview auf Türkisch zu führen, die Bereitschaft zur Teilnahme deutlich erhöhen. Diese ist jedoch stark abhängig vom Thema der Befragung. Problematisch ist jedoch die Teilnahmebereitschaft von weiniger gebildeten Migranten. Gelegentlich entstehen Probleme bei der Definition 'türkisch'." (Autorenreferat)
[144-L] Schaap, Gabi; Konig, Ruben; Renckstorf, Karsten; Wester, Fred:
Measuring the complexity of viewers' television news interpretation: integration, in:
Communications : the European Journal of Communication Research, Vol. 33/2008, No. 2, S.
211-232 (Standort: USB Köln(38)-MXA00767; Kopie über den Literaturdienst erhältlich;
www.reference-global.com/toc/comm/33/2)
INHALT: Interpretation gilt als wichtiger Faktor, wenn es um die Wirkungen von Nachrichten
geht. Konzeptualisierung und Operationalisierung von Interpretation sind allerdings problematisch. In dem Beitrag wird Interpretation mittels des strukturellen Merkmals Komplexität
definiert. In einem früheren Beitrag wurde ein Aspekt der interpretativen Komplexität, nämlich der der Differenzierung, operationalisiert und gemessen, um die Brauchbarkeit des Ansatzes für die Nachrichtenforschung zu testen. Die Nachfolgeuntersuchung stellt eine Methode zur Messung und Analyse eines zweiten Aspekts interpretativer Komplexität vor: Integration. Während Differenzierung die Breite der Interpretationen repräsentiert, steht Integration
für Kohäsion der Interpretationen. Der Beitrag beschreibt zwei Dimensionen von Integration,
die als Mikro- bzw. Makro-Integrationen benannt werden, und versucht deren Brauchbarkeit
durch Operationalisierung und Analyse in einer umfangsmäßig kleinen Studie (N=19) zu testen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Methode durch Messung der Unterschiede in der Kohäsion Daten liefert, die hilfreich dabei sind, systematisch zu untersuchen und zu vergleichen, wie
Zuschauer Nachrichten interpretieren. Die Meriten des Ansatzes, der anzuwendenden Methode und ihre Brauchbarkeit für die Untersuchung der Wirkung von Nachrichten werden evaluiert. (UNübers.)
[145-L] Schmitt, Manfred; Dalbert, Claudia; Montada, Leo; Gschwendner, Tobias; Maes, Jürgen;
Reichle, Barbara; Radant, Matthias; Schneider, Angela; Brähler, Elmar:
Verteilung des Glaubens an eine gerechte Welt in der Allgemeinbevölkerung: Normwerte
für die Skala Allgemeiner Gerechte-Welt-Glaube, in: Diagnostica : Zeitschrift für
psychologische Diagnostik und differentielle Psychologie ; Informationsorgan über psych. Tests
und Untersuchungmethoden, Jg. 54/2008, H. 3, S. 150-163
140
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
INHALT: "Anhand einer Erwachsenenstichprobe von N=4686 Personen (2584 Männer, 2101
Frauen) und einer Schülerstichprobe von N=4382 Personen (1959 Schüler, 2379 Schülerinnen) wurden Normwerte (Prozentränge, T-Werte, z-Werte) für die Skala Allgemeiner Gerechte-Welt-Glaube (GWAL; Dalbert, C., Montada, L. & Schmitt, M. (1987). Glaube an eine
gerechte Welt als Motiv: Validierungskorrelate zweier Skalen. Psychologische Beiträge, 29,
596-615) bestimmt. In der Erwachsenenstichprobe variiert der Gerechte-Welt-Glaube mit
dem Geschlecht, dem Alter, der Herkunft (Ost-West), dem Familienstand, der Schulbildung
und der Erwerbstätigkeit, wobei Herkunft und Schulbildung die größten Effekte haben. Neben unspezifischen Normen für Erwachsene wurden daher auch spezifische Normen für unterschiedliche Schulbildungen (Hauptschule, Realschule/ POS, Fachhochschul-/ Hochschulreife) getrennt für West- und Ostdeutsche ermittelt. Während bei Schüler/innen Geschlechtsund Altersunterschiede nur schwach mit dem Gerechte-Welt-Glauben variieren, determinieren Schultyp und Klassenstufe 9% bzw. 12% der GWAL-Varianz. Deshalb wurden neben unspezifischen Normen auch spezifische Normen für verschiedene Klassenstufen (5./6. Klasse,
7./8. Klasse, 9./10. Klasse und ab 11. Klasse) getrennt für Haupt-/ Realschüler/innen und
Gymnasiasten ermittelt." (Autorenreferat)
[146-F] Schnell, Rainer, Prof.Dr. (Bearbeitung):
Survey nonresponse analysis based on social security administration records (subproject within the DFG-SPP 1292 "Survey Methodology")
INHALT: keine Angaben
ART: AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Duisburg, FB Gesellschaftswissenschaften,
Institut für Soziologie Lehrstuhl für sozialwissenschaftliche Methoden, Empirische Sozialforschung (47048 Duisburg)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0203-379-2732, e-mail: [email protected])
[147-L] Schnell, Rainer:
Antworten auf Nonresponse, in: Sozialwissenschaftlicher Fachinformationsdienst : Methoden
und Instrumente der Sozialwissenschaften, 2008, Bd. 1, S. 11-23
(www.gesis.org/fileadmin/upload/dienstleistung/fachinformationen/servicepublikationen/sofid/Fa
chbeitraege/Methoden_2008-1-1.pdf)
INHALT: Die Ausschöpfungsquote einer Studie wird häufig als alleiniger Qualitätsindikator gesehen. Dies ist bekanntlich aus mehreren Gründen irreführend. Abgesehen von den Möglichkeiten der Manipulation der Ausschöpfungsraten sieht der Verfasser das Problem der Verwendung von Ausschöpfungsraten als Qualitätsindikator vor allem im Verkennen eines elementaren statistischen Fakts: Für die meisten Statistiken resultiert ein möglicher Nonresponsebias aus dem Produkt des Anteils der Nonrespondenten mit der Differenz zwischen Nonrespondenten und Respondenten. Man benötigt neben dem Anteil der Nonrespondenten auch
Angaben über die Differenz zwischen Nonrespondenten und Respondenten. Erst wenn es hier
Unterschiede gibt, ist ein Bias zu erwarten. Nonresponse kann, so der Autor, weder vermieden noch ignoriert werden. Die häufig vorgeschlagene Verwendung anderer Stichprobenverfahren (z.B. Quota), Erhebungsverfahren (z.B. Internetsurveys) oder Gewichtungen bietet
keine Lösung des Nonresponseproblems, sondern verschleiert das Problem lediglich. Die ein-
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
141
zig mögliche Antwort auf Nonresponse kann nur in sorgfältiger Feldarbeit, deren Dokumentation und einer statistischen Analyse, die auf Nonresponse Rücksicht nimmt, bestehen.
Neuere statistische Entwicklungen erlauben die Abschätzung der Unsicherheit der Schlussfolgerungen durch Nonresponse. Um solche Verfahren anwenden zu können, muss ein Datensatz eine Reihe von Informationen enthalten, nämlich Interviewer-ID, Sampling-Point-ID,
Datum und Uhrzeit der Kontaktversuche, Anzahl aller Kontaktversuche (persönlich, telefonisch, schriftlich). Diese Informationen sind nahezu kostenneutral zu gewinnen. Dies gilt
auch für die wichtigste praktische Schlussfolgerung: Für eine Analyse, die Rücksicht auf
Nonresponse nimmt, benötigt man immer Brutto-Datensätze, d.h. Records auch für Nichtbefragte. Ohne diese Brutto-Datensätze sind kaum Nonresponse-Analysen und nur sehr begrenzt eventuelle Korrekturen möglich. (ICF2)
[148-F] Schönfeld, Susanne, Dr. (Bearbeitung); Balck, Friedrich, Prof.Dr.phil. (Leitung):
Entwicklung des Bindungsfragebogens AVN
INHALT: Die Bindungsforschung postuliert einen Einfluss früher Bindungserfahrung auf den
persönlichen Umgang mit sozialen Verlustsituationen. Dieser Umstand inspirierte Forscher
sich mit den Zusammenhängen zwischen frühkindlichen, jugendlichen und erwachsenen Bindungserfahrungen auseinander zu setzen. Trotz einer großen Anzahl an empirischen Arbeiten
zu dieser Thematik hat sich jedoch keine einheitliche Methode zur Erfassung des Bindungsstiles bei Erwachsenen durchgesetzt. Crowell und Treboux setzten sich in einer Übersichtsstudie mit verschiedenen Methoden auseinander und kamen zu dem Schluss, dass Selbsteinschätzungsskalen, Fragebögen und Ratingskalen sich eher auf den Inhalt beziehen und damit
bewusste Gefühle und Wahrnehmungen erfassen. Hingegen legen Main, Kaplan, George in
ihrem Adult Attachment Interview auf die unbewussten Anteile der Antworten Wert. Bindungsverhalten wurde entweder durch Bindungsstile und damit als Typen beschrieben oder in
einem zweidimensionalen Modell abgebildet. Es wurde gefragt, ob sich ein Fragebogen konstruieren lässt, der sich u.a. am Hilfesuch- und Helferverhalten orientiert, um die beiden Bindungsdimensionen zu erfassen. Ergebnisse: Es ergaben sich die zwei Dimensionen: "Vermeiden von Nähe" und "Abhängigkeit". Diese Dimensionen wurden bei anderen Stichproben (behinderte Personen, Lebendnierenspender, chronisch niereninsuffiziente Patienten, Normalstichprobe) bestätigt. In einer zweiten Untersuchung hatte eine Gruppe von 61 Alkoholikerinnen deutlich höhere Werte auf diesen beiden Dimensionen als eine parallelisierte Kontrollgruppe. Zur Konstruktvalidität wurden 72 depressive Frauen und Angstpatientinnen mit dem
AVN, der HADS und einem Prototypenrating nach Asendorpf befragt. Die Angst und die Depressivität kovariierte signifikant mit dem unsicheren Bindungsverhalten. Keine Zusammenhänge ergaben sich zum Prototypenrating. Diskussion: Die beiden Dimensionen des AVN
konnten bei verschiedenen Patientengruppen bestätigt werden. Die Reliabilität des Fragebogens genügt den itemanalytischen Kriterien. Der Fragebogen erwies sich als trennscharf zwischen psychopathologisch auffälligen Personen und Normalpersonen. Kooperationspartner:
Klinik und Poliklinik für Psychosomatik, Universitätsklinikum Dresden; Psychosomatische
Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm; Medizinische Psychologie, Universität Jena; Entwicklungspsychologie Institut für Psychologie I, Universität Leipzig.
METHODE: Aus einem umfänglichen Itempool wurde in Voruntersuchungen ein Fragebogen
konstruiert. Die Itemanalyse und die Überprüfung der Validität erfolgte an verschiedenen
Stichproben. In einer ersten Untersuchung an 182 Medizinstudenten wurde mittels einer Faktorenanalyse die Fragebogenstruktur ermittelt. DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befra-
142
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
gung, schriftlich (unterschiedliche Zielgruppen: Studenten, Diabetiker, Psychosomatik-Patienten). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: BEGINN: 1998-01 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät, Zentrum für Seelische
Gesundheit Professur für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie (Fetscherstr. 74, 01307 Dresden)
KONTAKT: Leiter (Tel. 0351-4584100, Fax: 0351-4585526,
e-mail: [email protected])
[149-L] Smeenk, Sanne G.A.; Selm, Martine van; Eisinga, Rob:
Web surveying academics in six European countries, in: Communications : the European
Journal of Communication Research, Vol. 33/2008, No. 2, S. 191-210 (Standort: USB Köln(38)MXA00767; Kopie über den Literaturdienst erhältlich;
www.reference-global.com/toc/comm/33/2)
INHALT: Das Internet wird zunehmend als Instrument und Plattform für Umfrageforschung verwendet. Es wurden mehrere Prinzipien entwickelt, wie man mit den neuen Herausforderungen, denen sich Forscher, die Online-Umfragen durchführen, stellen müssen, umgehen soll.
In dem Beitrag werden einige dieser Herausforderungen, die in den einzelnen Phasen einer
internetbasierten Umfrage, die 2004/2005 unter nahezu 10.000 Probanden in sechs europäischen Ländern durchgeführt wurde, diskutiert. Es wird beschrieben, wie und in welchem Ausmaß die Prinzipien und Methoden von Online-Umfragen zur Bewältigung der Herausforderungen zur Anwendung kamen. Dies reicht von der Gestaltung repräsentativer Bezugsrahmen, der Fragebogenkonstruktion, dem Ansprechen potentieller Probanden, der Fragebogenverteilung und der Verbesserung der Rücklaufquote bis zur Abklärung von Daten und der Datenverarbeitung. Da wo es relevant ist, werden auch die Unterschiede zwischen den sechs beteiligten Ländern angesprochen. Der Beitrag kommt zu dem Schluss, dass die meisten, wen
nicht alle Probleme, die bei Online-Umfragen auftreten, gelöst werden können, wenn man die
Prinzipien beachtet, die auch für konventionelle Umfragen gelten. (UNübers.)
[150-F] Universität des Saarlandes:
Validität der Einschätzung von Persönlichkeits- und Leistungsmerkmalen im angewandten
Kontext
INHALT: Die Güte eignungsdiagnostischer Verfahren spielt gerade in Zeiten knapper wirtschaftlicher Ressourcen eine wichtige Rolle. Eine fundierte und psychologisch solide Bewerberauswahl sowie eine angemessene Diagnostik individueller Stärken und Schwächen von Mitarbeiterpotentialen kann ein entscheidender Faktor für die Effizienz sein, mit der Unternehmen arbeiten und gleichzeitig mittels eines positiven Einflusses auf die Passung zwischen Tätigkeitserfordernissen und Eignungsprofilen von Arbeitskräften einen Beitrag zur Gesundheit
und Zufriedenheit von Arbeitstätigen leisten. In verschiedenen empirischen Studien (vornehmlich im Rahmen von Diplomarbeiten) wurden Maßnahmen für Unternehmen entwickelt
und/ oder hinsichtlich ihrer Güte überprüft.
ART: AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
4 Datenerhebungstechniken, Auswahlverfahren, Messinstrumente
143
INSTITUTION: Universität des Saarlandes, Fak. 05 Empirische Humanwissenschaften, FR 5.3
Psychologie Professur für Differentielle Psychologie und Psychodiagnostik (Postfach 151150,
66041 Saarbrücken)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0681-302-3338,
e-mail: [email protected])
[151-L] Weichbold, Martin:
Was ist eine "gute" Umfrage?, in: SWS-Rundschau, Jg. 48/2008, H. 3, S. 342-347 (Standort:
USB Köln(38)-XH05177; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der Beitrag geht der Frage nach, wie die Qualität einer Umfrage beurteilt werden
kann. Es gibt sehr unterschiedliche Ansätze, die sich in der Konzeption von Qualität und in
der Umsetzung dieser Konzeption unterscheiden. In diesem Zusammenhang werden folgende
Herangehensweisen erörtert: die klassischen Gütekriterien, die einer inhaltlichen Definition
als Abweichung von einem wahren Wert folgen; Codes of Ethics, die sich auf die moralische
Verantwortung der WissenschafterInnen beziehen; Standards bzw. Richtlinien, die den Forschungsprozess in viele Einzelschritte zergliedern; und die Qualitätssicherung mittels Zertifizierung von Sozialforschungsunternehmen, um Strukturen und Prozesse zu kontrollieren.
Schließlich wird mit dem Total Survey Error ein integratives Konzept vorgestellt, das inhaltliche und prozessorientierte Qualitätskonzeptionen verbindet. Insgesamt zeigt sich, dass die
Frage nach der Qualität einer Befragung sehr vielschichtig ist und sich nicht auf einen einzelnen Bewertungsmaßstab reduzieren lässt." (Autorenreferat)
5
Datenanalyseverfahren, Datenaufbereitung
[152-L] Aebi, Robert; Neusser, Klaus; Steiner, Peter:
Improving models of income dynamics using cross-section-information, in: Schweizerische
Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik, Jg. 144/2008, H. 2, S. 117-151 (Standort: USB
Köln(38)-SA186; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Die Studie unterbreitet auf der Grundlage eines relativen Entropie-Ansatzes einen Methodenvorschlag zur Abschätzung oder Aktualisierung von Übergangsmatrizen mit Hilfe von
Querschnittsbeobachtungen an zwei Punkten zur gleichen Zeit. Diese Methode wird dann angewandt, um die Entwicklung der Einkommensverteilung in den USA zu erklären. Ausgehend von drei hypothetischen Übergangsmatrizen und einer auf Schätzungen von PSID-Daten
beruhenden Übergangsmatrix wird gezeigt, dass diese Matrizen den Querschnittsinformationen angepasst werden müssen. Abschließend wird den Konsequenzen dieser aktualisierten
Übergangsmatrizen für die zukünftige Entwicklung der Einkommensverteilung in den USA
nachgegangen. (IAB)
[153-F] Bachteler, Tobias; Reiher, Jörg; Gramlich, Tobias (Bearbeitung); Schnell, Rainer,
Prof.Dr. (Leitung):
SAFELINK - specification and implementation of a privacy-preserving record-linkage procedure
144
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
5 Datenanalyseverfahren, Datenaufbereitung
INHALT: Background: German data protection laws demand high standards for the use of micro
data. Data linkage is only possible if privacy of the data is preserved. Currently, data protection agencies approve such linkages on a case by case basis. This process is time-consuming
and prone to data loss due to poor linkage procedures. Project aims: The goal of this project is
to develop procedures and programs, which allow record-linkage despite high demands while
at the same time preserving privacy. The project will develop a standardized data trustee protocol for social research in Germany. Additionally, algorithms and programs for privacy-preserving record linkage will be developed. Further collaborative partners: Bremen Cancer Registry and Mammography Centre Bremen; Cancer Registry Rhineland-Palatinate.
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Schnell, R.; Bachteler, T.:
Der Bedarf nach einer Treuhänderlösung für die Verknüpfung von Mikrodaten in der Bundesrepublik. Diskussionspapier. Konstanz: Univ., Zentrum für Quantitative Methoden und Surveyforschung 2006. Unter: www.uni-konstanz.de/schnell/documents/SchnellDatenTreuhandR
atWSD.pdf abrufbar.+++Schnell, R.; Bachteler, T.: Ein Performanzvergleich zwischen der
Kölner und der von Reth-Schek Phonetik. Diskussionspapier. Konstanz: Univ., Zentrum für
Quantitative Methoden und Surveyforschung 2006. Unter: www.uni-konstanz.de/schnell/doc
uments/Phonetiken.pdf abrufbar.+++Schnell, R.; Bachteler, T.; Reiher, J.: Improving recordlinkage-software for survey-data. Presentation accepted for the Second conference of the European Survey Research Association, 25-29 June 2007 in Prague, Czech Republic. Konstanz:
Univ., Zentrum für Quantitative Methoden und Surveyforschung 2007. Unter: www.uni-konstanz.de/schnell/documents/ESRA_MTB.pdf abrufbar.+++Bachteler, T.; Dundler, A.; Engel,
D.; Reiher, J.; Schnell, R.: Record-linkage for assessing re-identification risk in business-surveys. Presentation held on the second conference of the European Survey Research Association, 25-29 June 2007 in Prague, Czech Republic.+++Record linkage using the nerge-toolbox
(Project poster, 2006). Unter: www.uni-konstanz.de/FuF/Verwiss/Schnell/documents/postersa
felink/Poster_RL2007eng.pdf abrufbar.+++Safelink: specification and implementation of a
privacy-preserving record-linkage procedure (Project poster, 2007). Unter: www.uni-konsta
nz.de/FuF/Verwiss/Schnell/documents/postersafelink/Poster_Safelink.pdf abrufbar.+++Hammer, G.P.; Bachteler, T.; Krtschil, A.; Reiher, J.; Schnell, R.: Die Verknüpfung epidemiologischer Datenbanken anhand personenidentifizierender Merkmale: Vergleich zweier stochastischer Record-Linkage Programme mit realistischen Daten (Linking epidemiological data bases using personal identifiers: comparison of two stochastic record linkage programs based on
realistic data). Poster präsentiert auf der 52. Jahrestagung GMDS 2007 (17.-19.09.)/ Kongress
"Medizin und Gesellschaft" (17.-21.09.), Augsburg (2007). Awarded with the poster prize in
the category "Epidemiology" by the GMDS. Unter: www.uni-konstanz.de/FuF/Verwiss/
Schnell/documents/postersafelink/Poster_Augsburg.pdf abrufbar.+++Merge Toolbox (MTB)
(restricted version). Unter: www.uni-konstanz.de/FuF/Verwiss/Schnell/mtb/ abrufbar.+++
Screenshot 1. Unter: www.uni-konstanz.de/FuF/Verwiss/Schnell/images/mtb_shot1.png abrufbar.+++Screenshot 2. Unter: www.uni-konstanz.de/FuF/Verwiss/Schnell/images/mtb_shot
2.png abrufbar.+++Screenshot 3. Unter: www.uni-konstanz.de/FuF/Verwiss/Schnell/images/
mtb_shot3.png abrufbar.+++Screenshot 4. Unter: www.uni-konstanz.de/FuF/Verwiss/Schn
ell/images/mtb_shot4.png abrufbar.
ART: BEGINN: 2005-09 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Duisburg, FB Gesellschaftswissenschaften,
Institut für Soziologie Lehrstuhl für sozialwissenschaftliche Methoden, Empirische Sozialforschung (47048 Duisburg); Universität Konstanz, Rechts-, Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaftliche Sektion, Center for Quantitative Methods and Survey Research -CMS- (D 92,
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
5 Datenanalyseverfahren, Datenaufbereitung
145
78464 Konstanz); Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit - Forschungsdatenzentrum (Regensburger Str. 104, 90478 Nürnberg); Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit -IAB- (Regensburger Str. 104,
90478 Nürnberg)
KONTAKT: Leiter (Tel. 0203-379-2732, e-mail: [email protected]); Bachteler, Tobias
(Tel. 07531-88-4451, Fax: 07531-88-4412, e-mail: [email protected])
[154-L] Blatter, Joachim; Blume, Till:
In search of co-variance, causal mechanisms or congruence? : towards a plural
understanding of case studies, in: Swiss political science review : SPSR = Schweizerische
Zeitschrift für Politikwissenschaft, Vol. 14/2008, Iss. 2, S. 315-356
INHALT: "Die Verfasser schlagen in diesem Artikel vor, drei verschiedene Formen von Fallstudien zu differenzieren. Dabei unterscheiden sich die drei Ansätze vor allem in Bezug auf die
Art und Weise wie kausale Schlussfolgerungen gezogen werden, sowie in Bezug auf das Verständnis und die Richtung von Generalisierung. Zwei Aspekte werden dabei herausgestellt:
Zum einen wird gezeigt, dass es sinnvoll ist, Prozess- und Kongruenzanalyse als unterschiedliche Alternativen zum dominierenden, auf Kovariation basierenden Ansatz zu verstehen.
Zum anderen führt das grundlegende Charakteristikum von Fallstudien, ihre 'thickness', nur
dann zu einem Dilemma in Bezug auf die Generalisierungsfähigkeit der Erkenntnisse, wenn
wir Generalisierung als Übertragung der Erkenntnisse von einzelnen Fällen auf eine spezifische Population von 'weiteren' ähnlichen Fällen begreifen. Wenn wir dagegen von den Fällen
auf 'tiefer' liegende oder enge Verbindungen zwischen kausalen Faktoren oder auf die Relevanz von einzelnen Theorie in einer 'breiten' Palette von theoretischen Ansätzen schließen
wollen, dann stellt die Dichte von Fallstudien kein Dilemma, sondern eine sehr hilfreiche
Grundlage dar." (Autorenreferat)
[155-L] Friemel, Thomas N.:
Anatomie von Kommunikationsrollen: Methoden zur Identifizierung von Akteursrollen in
gerichteten Netzwerken, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Jg.
60/2008, H. 3, S. 473-499 (Standort: USB Köln(38)-Haa00277-b; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich)
INHALT: "Die Identifizierung von generalisierbaren Akteursrollen in sozialen Systemen ist seit
jeher ein zentrales Anliegen der Sozialwissenschaften. Dies gilt insbesondere für die Identifizierung von Kommunikationsrollen, um die überaus komplexen Prozesse der inter-personalen
und massenmedialen Kommunikation systematisch zu beschreiben und zu verstehen. Der vorliegende Beitrag zeigt auf, welche theoretischen und methodischen Überlegungen bei der
Operationalisierung von Akteursrollen in gerichteten Netzwerken zu berücksichtigen sind.
Basierend auf einer netzwerkanalytischen Betrachtung werden zum einen Unzulänglichkeiten
in bestehenden Operationalisierungen von Kommunikationsrollen aufgezeigt und zum anderen neue Konzepte vorgeschlagen. Die diskutierten Konzepte lassen sich zwei unterschiedlichen Ansätzen zuordnen. Einerseits können Mikrostrukturen wie dyadische und triadische
Ego-Rollen als Basis für die Operationalisierung verwendet werden und andererseits kann
man von der Gesamtstruktur des Netzwerks ausgehen. Für den ersten Fall werden unterschiedliche Aggregationsregeln diskutiert, welche eine Anwendung in komplexeren Netzwer-
146
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
5 Datenanalyseverfahren, Datenaufbereitung
ken ermöglichen. Beim zweiten Ansatz, der Berücksichtigung der Gesamtstruktur, werden die
Eignung unterschiedlicher Zentralitätsmaße, das Konzept des Blockmodelling und die hierarchische Strukturanalyse besprochen. Zwecks Anschaulichkeit beschränkt sich dieser Beitrag
auf Rollen in Kommunikationsnetzwerken. Die vorgestellten Konzepte sind jedoch auch auf
andere Netzwerke übertragbar, die aus gerichteten Beziehungen bestehen." (Autorenreferat)
[156-L] Hoem, Jan M.:
The reporting of statistical significance in scientific journals: a reflexion, in: Demographic
Research, Vol. 18/2008, Art. 15, S. 437-442
(www.demographic-research.org/volumes/vol18/15/18-15.pdf)
INHALT: "Scientific journals in most empirical disciplines have regulations about how authors
should report the precision of their estimates of model parameters and other model elements.
Some journals that overlap fully or partly with the field of demography demand as a strict
prerequisite for publication that a p-value, a confidence interval, or a standard deviation accompany any parameter estimate. The author feels that this rule is sometimes applied in an
overly mechanical manner. Standard deviations and p-values produced routinely by generalpurpose software are taken at face value and included without questioning, and features that
have too high a p-value or too large a standard deviation are too easily disregarded as being
without interest because they appear not to be statistically significant. In his opinion authors
should be discouraged from adhering to this practice, and flexibility rather than rigidity
should be encouraged in the reporting of statistical significance. The author would also encourage thoughtful rather than mechanical use of p-values, standard deviations, confidence
intervals, and the like." (author's abstract)
[157-L] Holtmann, Dieter:
Grundlegende multivariate Modelle der sozialwissenschaftlichen Datenanalyse, Potsdam:
Univ.-Verl. Potsdam 2007, 237 S., ISBN: 978-3-939469-65-0
INHALT: "Zur adäquaten Analyse sozialwissenschaftlicher Phänomene ist die Anwendung multivariater Modelle hilfreich, die die Analyse von Zusammenhängen und Abhängigkeiten zwischen vielen Merkmalen ermöglichen. Als grundlegende Modelle werden (in diesem) Band
behandelt: Die Elaboration von Zusammenhängen lässt sich durch Teilgruppenvergleich (Tabellenanalyse) auf nominalem Messniveau und durch partielle Korrelation auf metrischem
Messniveau durchführen. In der multiplen Regression wird die Variation eines interessierenden Phänomens auf die Variation einer Reihe von Erklärungsfaktoren zurückgeführt. Die
wichtigsten Interpretationshilfen dabei sind der Anteil der erklärten Varianz und die Effekte.
In der Pfadanalyse werden alle Mechanismen herausgearbeitet, durch deren Zusammenwirken die Höhe jedes statistischen Zusammenhangs bestimmt wird: Direkte und indirekte Kausaleffekte, scheinkausale Komponenten und Assoziationseffekte. In der Varianzanalyse wird
die Variation eines interessierenden Phänomens auf Haupteffekte und Interaktionseffekte einer Reihe von Erklärungsfaktoren zurückgeführt." (Autorenreferat)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
5 Datenanalyseverfahren, Datenaufbereitung
147
[158-L] Lüdtke, Oliver; Robitzsch, Alexander; Trautwein, Ulrich; Köller, Olaf:
Steht Transparenz einer adäquaten Datenauswertung im Wege?: eine Antwort auf Wuttke
(2008), in: Psychologische Rundschau : offizielles Organ der Deutschen Gesellschaft für
Psychologie (DGPs) ; Informationsorgan des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und
Psychologen (BDP), Jg. 59/2008, H. 3, S. 180-181 (Standort: USB Köln(38)-BP3785; Kopie über
den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: In einer Stellungnahme zum Kommentar von J. Wuttke (in gleichen Heft) zu einem
Beitrag der Autoren zum Umgang mit fehlenden Werten in der psychologischen Forschung
(in Psychologische Rundschau 2007, 58 (2)) wird auf die angesprochenen Probleme der Reproduzierbarkeit und Transparenz bei dem vorgestellten Vorgehen der Multiplen Imputation
eingegangen, die nach Einschätzung von Wuttke mit einem erheblichen Dokumentationsaufwand verbunden sind. Anschließend wird darauf hingewiesen, dass auch bei einer "milden"
Verletzung der "missing-at-random"-Bedingung die Imputationsmethode im Vergleich zum
fall- oder paarweisen Ausschluss fehlender Wertte zu valideren Parameterschätzungen führte.
Wuttkes Vorschlag, verstärkt Sensitivitätsanalysen durchzuführen, um mögliche Verzerrungen durch nichtzufälllig fehlende Daten abzuschätzen, wird positiv bewertet.
[159-L] Mosler, Karl; Schmid, Friedrich:
Wahrscheinlichkeitsrechnung und schließende Statistik, Berlin: Springer 2008, 347 S., ISBN:
978-3-540-77858-5 (Standort: UB Köln(38)-35A7998)
INHALT: Das Lehrbuch gibt eine Einführung in die wichtigsten Methoden der Wahrscheinlichkeitsrechnung und des statistischen Schließens, also der Schätzung von Parametern und des
Testens von Hypothesen. Im einzelnen werden folgende Themenbereiche behandelt: (1) Zufallsvorgänge und Wahrscheinlichkeiten; (2) Zufallsvariable und Verteilungen; (3) Gemeinsame Verteilung und Grenzwertsätze; (4) Stichproben und Stichprobenfunktionen; (5) Schätzverfahren für Parameter; (6) Hypothesentests; (7) Lineare Regression. Die einzelnen Kapitel
sind jeweils durch Rechenbeispiele und Hinweise zur Durchführung der Berechungen am
Computer mit Excel und SPSS ergänzt. (ICE2)
[160-L] Stadelmann-Steffen, Isabelle; Bühlmann, Marc:
Space and time in comparative political research: pooled time-series cross-section analysis
and multilevel designs compared, in: Methoden, Daten und Analysen : Zeitschrift für empirische
Sozialforschung, Jg. 2/2008, H. 1, S. 29-57
(www.gesis.org/Publikationen/Zeitschriften/MDA/pdf/2008_01/2008_MDA1_Stadelmann_Steffe
n.pdf)
INHALT: "Die Kombination von Längs- und Querschnittvergleich ist ein zentrales Thema in der
vergleichenden Politikwissenschaft. In aller Regel wird ein gepooltes Zeitreihen-Design angewandt, um verschiedene politische Einheiten über die Zeit und miteinander zu vergleichen.
Diese Methode, obwohl sehr in Mode, ist allerdings nicht unumstritten. Eine interessante Alternative stellt die Mehrebenenanalyse dar, welche ebenfalls die Kombination von Zeit und
Raum zulässt, indem sie Beobachtungen in der Zeitachse quasi als Eigenschaften verschiedener länderspezifischer Kontexte betrachtet. Das Ziel dieses Beitrags ist es, die Vorteile eines
Mehrebenen-Designs für die vergleichende Politikforschung zu illustrieren. Diese ergeben
148
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
5 Datenanalyseverfahren, Datenaufbereitung
sich v.a. in Bezug auf die Modellierung zeit-invarianter Variablen, die Unterscheidung zwischen querschnitt- und zeitbedingter Varianz sowie die Möglichkeit, Heterogenität zu modellieren statt lediglich zu korrigieren. Als praktisches Anwendungsbeispiel werden die öffentlichen Bildungsausgaben in den 26 Schweizer Kantonen zwischen 1978 und 2003 analysiert.
Es zeigt sich, dass die Mehrebenenanalyse sowohl aus statistischen Gründen, aber auch aufgrund ihrer konzeptuellen Vorteile tatsächlich eine viel versprechende Alternative zu gepoolten Zeitreihen-Designs darstellt." (Autorenreferat)
[161-L] Toutenburg, Helge; Heumann, Christian:
Induktive Statistik: eine Einführung mit R und SPSS, (Springer-Lehrbuch), Heidelberg:
Springer 2008, 483 S., ISBN: 978-3-540-77509-6 (Standort: USB Köln(38)-35A6741)
INHALT: Das Lehrbuch behandelt vier Themenkreise. Der erste dieser Themenkreise umfasst
die Kombinatorik, Elemente der Wahrscheinlichkeitsrechung, die Problematik zufälliger Variablen, diskrete und stetige Standardverteilungen sowie Grenzwertsätze und Approximationen. Im zweiten Teil wenden sich die Verfasser der induktiven Statistik im engeren Sinne zu der Schätzung von Parametern, der Prüfung statistischer Hypothesen und nicht-parametrischen Tests. Modellierungen von Ursache-Wirkung-Beziehungen schließen sich an: lineare
Regression, Varianzanalyse, die Analyse von Kontingenztafeln sowie Lebensdaueranalyse.
Ein gesondertes Kapitel ist der Problematik fehlender Daten gewidmet. Ein letzter Teil gibt anhand praktischer Beispiele - eine Einführung in das Programm SPSS und in die Programmiersprache R. Den einzelnen Kapiteln sind jeweils Übungsaufgaben mit Lösungen beigefügt. (ICE)
[162-L] Weiß, Bernd; Wagner, Michael:
Potentiale und Probleme von Meta-Analysen in der Soziologie, in: Sozialer Fortschritt :
unabhängige Zeitschrift für Sozialpolitik, Jg. 57/2008, H. 10/11, S. 250-256 (Standort: USB
Köln(38)-Haa1098; Kopie über den Literaturdienst erhältlich;
www.atypon-link.com/DH/doi/pdf/10.3790/sfo.57.10-11.250)
INHALT: "In diesem Beitrag werden Möglichkeiten und Probleme der Anwendung von MetaAnalysen in der Soziologie diskutiert. Während in anderen Fächern Meta-Analysen weit verbreitet sind, ist vor allem die deutschsprachige Soziologie noch weit davon entfernt, diese regelmäßig einzusetzen. Es wird eine einfache Systematik von Meta-Analysen eingeführt, mit
der sich disziplinäre Unterschiede gut beschreiben lassen. Anschließend wird dargestellt, dass
Meta-Analysen zur Lösung von vier prototypischen Forschungsproblemen beitragen: 1. Beschreibung und 2. Exploration eines Forschungsfeldes, 3. empirische Überprüfung von Hypothesen und 4. Evaluation von Maßnahmen. Der Beitrag endet mit einer Darstellung von typischen Problemen, wie sie sich bei der Anwendung von Meta-Analysen in der Soziologie ergeben." (Autorenreferat)
[163-L] Winkelmann, Rainer:
Econometric analysis of count data, (Lecture notes in economics and mathematical systems,
410), Berlin: Springer 2008, 333 S., ISBN: 978-3-540-77648-2
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
5 Datenanalyseverfahren, Datenaufbereitung
149
INHALT: "The book provides graduate students and researchers with an up-to-date survey of statistical and econometric techniques for the analysis of count data, with a focus on conditional
distribution models. Proper count data probability models allow for rich inferences, both with
respect to the stochastic count process that generated the data, and with respect to predicting
the distribution of outcomes. The book starts with a presentation of the benchmark Poisson
regression model. Alternative models address unobserved heterogeneity, state dependence,
selectivity, endogeneity, underreporting, and clustered sampling. Testing and estimation is
discussed from frequentist and Bayesian perspectives. Finally, applications are reviewed in
fields such as economics, marketing, sociology, demography, and health sciences. The fifth
edition contains several new topics, including copula functions, Poisson regression for noncounts, additional semi-parametric methods, and discrete factor models. Other sections have
been reorganized, rewritten, and extended." (author's abstract)
[164-F] Woll, Andreas, Dipl.-Soz.; Rupp, Thomas, Dipl.-Math. (Bearbeitung); Dölling, Dieter,
Prof.Dr.; Hermann, Dieter, Prof.Dr.; Entorf, Horst, Prof.Dr. (Leitung):
Metaanalyse empirischer Abschreckungsstudien - ein quantitativer methodenkritischer Vergleich kriminologischer und ökonomischer Untersuchungen zur negativen Generalprävention
INHALT: Der Strafzweck der Abschreckung potenzieller Täter (negative Generalprävention)
liegt dem geltenden Strafrecht und zahlreichen kriminalpolitischen Vorschlägen zugrunde.
Auch die ökonomischen Kriminalitätstheorien weisen dem Strafrecht - via Strafhöhe und
Strafwahrscheinlichkeit - eine abschreckende Funktion zu. Ob das Strafrecht abschreckend
wirkt, ist jedoch ungeklärt. Es gibt zwar zahlreiche Studien dazu, diese haben aber zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt. In der geplanten Untersuchung soll im Wege einer methodenkritischen Metaanalyse in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Kriminologie und Ökonomie ermittelt werden, worauf die Diskrepanzen in den Befunden der bisherigen Studien zurückzuführen sind. Insbesondere soll der Einfluss der empirischen Untersuchungsmethoden
und der Rahmenbedingungen der Untersuchungen (z.B. kulturelle Strukturen) auf die Ergebnisse analysiert werden. Auf dieser Grundlage soll ermittelt werden, inwieweit methodisch
abgesicherte und - im Sinne der Statistik - "robuste" Erkenntnisse über die postulierte Abschreckungswirkung des Strafrechts vorliegen und wie gegebenenfalls ein erfolgreiches Konzept für ein zukünftiges Untersuchungsdesign aussehen könnte.
METHODE: Empirische Kriminologie; ökonomische Theorie der Kriminalität. Untersuchungsdesign: Metaanalyse; Data Mining DATENGEWINNUNG: Sekundäranalyse von Individualdaten; Sekundäranalyse von Aggregatdaten (Stichprobe: 700; Herkunft der Daten: empirische
Primäranalysen; Auswahlverfahren: total).
VERÖFFENTLICHUNGEN: Antony, J.; Entorf, H.: Zur Gültigkeit der Abschreckung im Sinne
der ökonomischen Theorie der Kriminalität: Grundzüge einer Meta-Studie. in: Albrecht, H.J.; Entorf, H. (Hrsg.): Kriminalität, Ökonomie und Europäischer Sozialstaat. Heidelberg u.a.:
Physica-Verl. 2003, S. 167-185. ISBN 3-7908-0012-0.+++Dölling, D.; Entorf, Horst; Hermann, Dieter; Rupp, Thomas; Woll, Andreas: Metaanalyse empirischer Abschreckungsstudien - Untersuchungsansatz und erste empirische Befunde. in: Lösel, Friedrich; Bender, Doris;
Jehle, Jörg Martin (Hrsg.): Kriminologie und wissensbasierte Kriminalpolitik. Entwicklungsund Evaluationsforschung. Mönchengladbach: Forum Verl. 2007, S. 633-648. ISBN 978-3936999-33-4.+++Rupp, T.: Meta analysis of empirical deterrence studies: an explorative contest. Darmstadt Discussion Paper in Economics, No. 174. Darmstadt 2006. Download unter:
150
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
5 Datenanalyseverfahren, Datenaufbereitung
www.bwl.tu-darmstadt.de/vwl/forsch/veroeff/papers/ddpie_174.pdf .+++Rupp, Thomas:
Meta analysis of crime and deterrence. A comprehensive rewiev of literature. Zugl. Darmstadt, Tech. Univ., Diss., 2008. Norderstedt: Books on Demand 2008, 304 S. ISBN 978-38370-1916-2. ARBEITSPAPIERE: Müller, Collin: Die Abschreckungshypothese im ökonomischen Modell der Kriminalität: eine Meta-Analyse. Unveröffentl. Diplomarbeit.
ART: BEGINN: 2003-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche
Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Heidelberg, Juristische Fakultät, Institut für Kriminologie (Friedrich-Ebert-Anlage 6-10, 69117 Heidelberg); Technische Universität Darmstadt, FB 01
Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Institut für VWL FG Empirische Wirtschaftsforschung und Mikroökonometrie (Residenzschloss, Marktplatz 15, 64283 Darmstadt)
KONTAKT: Dölling, Dieter (Prof.Dr. Tel. 06221-547491,
e-mail: [email protected]); Rupp, Thomas (Tel. 06151-16-5512,
e-mail: [email protected])
[165-L] Wuttke, Joachim:
Erhöhter Dokumentationsbedarf bei Imputation fehlender Daten: Anmerkungen zu Lüdtke,
Robitzsch, Trautwein und Köller (Psychologische Rundschau 58 (2), 103-117), in:
Psychologische Rundschau : offizielles Organ der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs)
; Informationsorgan des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), Jg.
59/2008, H. 3, S. 178-179 (Standort: USB Köln(38)-BP3785; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich)
INHALT: Der Beitrag von O. Lüdtke und Koautoren zum Umgang mit fehlenden Werten in der
psychologischen Forschung (in Psychologische Rundschau 2007, 58 (2)) wird kommentiert.
Es wird u.a. verdeutlicht, dass das von den Autoren empfohlene Verfahren der Multiplen Imputation (Datenlücken werden mit Zufallszahlen aufgefüllt, deren statistische Verteilung iterativ an die Gesamtheit aus empirischen und synthetischen Daten angepasst wird) zu Dokumentationsproblemen führt. Zudem wird erläutert, dass Imputation dann gesichert anwendbar
sind, wenn die Bedingungen "missing at random" und "completely missing at random" per
Konstruktion erfüllt sind (etwa dann, wenn ein Fragebogen nur einem zufällig gezogenen Teil
aller Probanden in Langform vorgelegt wird). Die Bedeutung des Standardfehlers bei Studien
mit großen Teilnehmerzahlen wird kritisch diskutiert.
6
Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
[166-L] Allison, Mary Ann:
Measuring urban communication: frameworks and methods for developing the criteria for
the urban communication foundation communicative city award, in: International
Communication Gazette, Vol. 70/2008, No. 3-4, S. 275-289
(gaz.sagepub.com/content/vol70/issue3-4/)
INHALT: Der Beitrag ist eine Antwort auf den Call for Papers der Urban Communication Foundation zur Entwicklung von Kriterien für den Preis für eine kommunikative Stadt (Communicative City Award). Unter Bezugnahme auf Ansätze der Theorie komplexer Systeme, auf
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
151
Modelle der Koppelung globaler Strukturen und auf Literatur zu den "wicked problems" präsentiert die Autorin einen Bezugsrahmen für die Evaluierung vorgeschlagener Kriterien. Zur
Unterstützung der praktischen Anwendung der Ziele des 'Communicative City Program'
macht die Autorin den Vorschlag, die Balanced-Scorecard-Methode einschließlich einiger
Ideen von Bhutans Arbeit an Indikatoren für ein nationales Glücksbrutto (Gross National
Happiness) zu übernehmen. Der Beitrag schließt mit dem vorläufigen Entwurf für eine Balanced Scorecard zum Thema kommunikative Stadt als Anregung für zusätzliche Vorschläge
und eine weiter Zusammenarbeit. (UNübers.)
[167-F] Barth, Volker, Dr.; Bauer, Nico, Dr.; Pahle, Michael, Dipl.-Phys.; Patt, Anthony, Prof.Dr.;
Komendantova, Nadia, Dr. (Bearbeitung); Siebenhüner, Bernd, Prof.Dr.; Edenhofer, Ottmar,
Prof.Dr. (Leitung):
Akteurshandeln und langfristige Investitionsentscheidungen im Kontext von Klimaschutz
und Energie (ALICE)
INHALT: Gut belegte Befunde der Verhaltensökonomie zeigen, dass Individuen sich bei der Entscheidungsfindung systematisch anders verhalten, als dies der rationale Akteur ("homo oeconomicus") der ökonomischen Theorie tun würde. Deutlich wird dies z.B. bei der Zeitpräferenz (also der Bewertung zukünftiger Kosten und Erträge) oder der Selbsteinschätzung eigener Fähigkeiten (overconfidence). Im ALICE-Projekt soll untersucht werden, ob solche Abweichungen vom Verhalten des homo oeconomicus auch bei Entscheidungen von Unternehmen zu beobachten sind, speziell bei langfristigen Investitionen im Elektrizitätssektor. Dies
hat zum einen Auswirkungen auf die Theorie langfristiger Investitionsentscheidungen, aber
auch auf Klimaschutzstrategien. Dieser Themenkomplex soll auf drei Ebenen untersucht werden: 1. Auf der Mikro-Ebene untersuchen wir das tatsächliche Unternehmensverhalten durch
qualitative Fallstudien und ökonometrische Ansätze. Ziel ist es, wesentliche Einflussfaktoren
auf Investitionsentscheidungen zu bestimmen, wobei besonders auf Technologiewahl und
Pfadabhängigkeiten geachtet wird. Auf Basis von Literaturanalysen, vorhandener Daten und
Interviews mit Industrieexperten sollen zunächst Markt- und Industriestrukturen geklärt werden. Im zweiten Schritt werden ausgewählte Investitionsentscheidungen von Firmen detailliert untersucht. Dazu werden Entscheidungsträger aus Elektrizitätsunternehmen mit qualitativen Interviews befragt. Regionaler Fokus ist zunächst Europa, eine Erweiterung auf die USA
und China ist geplant. 2. Auf der sektoralen Ebene untersuchen wir die Auswirkungen der
empirischen Ergebnisse für den Elektrizitätssektor. Ziel ist hier die Entwicklung von Instrumenten zur effizienten Verbesserung von Klimaschutzmaßnahmen. Dazu sollen die empirischen Befunde in ein Modell des Elektrizitätssektors aggregiert werden, mit dem diese wiederum validiert werden können. Dieses Modell soll zur Entwicklung sektoraler Klimaschutzinstrumente genutzt werden. 3. Auf der globalen Ebene werden klimapolitische Implikationen
behandelt, indem das sektorale Modell mit einem Integrated-Assessment-Modell (IAM) gekoppelt wird. Ziel ist es hierbei, verlässlichere Inputs für klimapolitische Entscheidungen bereitzustellen. Das sektorale Modell soll dabei das Energiesektor-Modul des IAM REMIND
verbessern. Mit makroökonomischen Modellen wie REMIND wiederum lassen sich regionale
Entwicklungsunterschiede und Handelseffekte untersuchen. Damit lassen sich also die Auswirkungen verhaltensökonomischer Abweichungen auf makroökonomischer Ebene untersuchen, wobei insbesondere der durch klimapolitische Maßnahmen induzierte technologische
Wandel und die Koalitionsbildung von Hauptemittentenregionen von Interesse sind. GEOGRAPHISCHER RAUM: Europa
152
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
METHODE: Grundlegende Theoriestränge sind die Verhaltensökonomik und die Energieökonomik. Im Rahmen der (numerischen) Modellierung wird auch auf spieltheoretische Ansätze
Bezug genommen. Die Datenerhebung erfolgt über qualitative, leitfadengestütze Interviews,
ggf. angereichert durch ökonometrische Daten, sowie über Expertenbefragungen. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview (Stichprobe: 15);
Dokumentenanalyse, offen. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: BEGINN: 2007-03 ENDE: 2010-02 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dienstsitz Berlin
INSTITUTION: Universität Oldenburg, Fak. 02 Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Institut für BWL und Wirtschaftspädagogik (26111 Oldenburg); Potsdam-Institut
für Klimafolgenforschung e.V. -PIK- (Postfach 601203, 14412 Potsdam)
KONTAKT: Siebenhüner, Bernd (Prof.Dr. Tel. 0441-798-4366,
e-mail: [email protected])
[168-L] Brade, Janet:
Strategisches Management in der außeruniversitären Forschung: Entwicklung einer
Konzeption am Beispiel der Helmholtz-Gemeinschaft, Wiesbaden: Dt. Univ.-Verl. 2005, 389
S., ISBN: 3-8350-0018-7
INHALT: "Zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungsund Wissenschaftssystems - auch im Bereich der außeruniversitären Forschung - ist ein effektives strategisches Management erforderlich. Strategische Steuerungskonzepte kommen bisher allerdings in der außeruniversitären Forschung kaum zum Einsatz. Janet Brade entwickelt auf der Basis bestehender Ansätze des strategischen Managements, z. B. dem markt- und dem ressourcenorientierten Ansatz sowie dem Anspruchsgruppenkonzept, ein umfassendes Steuerungskonzept für
Einrichtungen der außeruniversitären Forschung. Ihr Konzept bezieht sich auf die Bildung
strategischer Ziele, die strategische Analyse und Prognose der Einrichtungen und ihres Umfeldes sowie die Strategiebestimmung, ihre Implementierung und die strategische Kontrolle.
Die Autorin veranschaulicht ihren Ansatz an den Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft,
die Ergebnisse gelten aber auch für andere universitäre und außeruniversitäre Forschungsinstitutionen bzw. sind auf diese übertragbar." (Autorenreferat)
[169-F] Büttner, Kerstin, Dipl.-Geogr.; Fichter-Wolf, Heidi, Dr.phil.; Jähnke, Petra, Dr.rer.nat.;
Held, Gerd, Priv.Doz. Dr.rer.pol.; Mahnken, Gerhard, M.A. (Bearbeitung); Matthiesen, Ulf,
Prof.Dr.rer.pol. (Leitung):
Wissensbasierte Stadtregionsentwicklungen - vergleichende Fallanalysen zur Dynamik und
zu Steuerungsoptionen neuerer Raumentwicklungstendenzen (Leitprojekt der IRS-Forschungsabteilung 3)
INHALT: Seit dem Arbeitsprogramm 2001/2002 bearbeitet die IRS-Milieuforschung mit Nachdruck das Themenfeld der Koevolution von Raum und Wissen. Aktuell gibt es hier mannigfache konkurrierende Forschungsanstrengungen - auch weil auf der EU-Ebene 'knowledge based economies' zur Hoffnungsgestalt für die europäische Gesellschaftsentwicklung gekürt
wurden (Lissabon-Prozess). In der abschließenden Phase 2006/2007/2008 dieses mittelfristig
angelegten Forschungsfeldes hat die IRS- Abteilung 'Wissensmilieus und Raumstrukturen' ihr
Forschungsfeld zugleich dosiert internationalisiert und theoretisch wie praktisch zusam-men-
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6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
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geführt. Ein europaweit operierendes Forschungsnetz zu neuen Governance-Arrangements
(G-FORS - 6. RP, 7. Priorität), das den IRS-Wissensmilieu-Ansatz als untersuchungsstrategische Grundierung übernommen hatte, lieferte dazu die organisatorische Basis. Des Weiteren
wurde 2008 eine theoretisch-praktische Synthese zum international einschlägigen Themenfeld Stadtregion, Wissen und Governance vorgelegt. GEOGRAPHISCHER RAUM: BRD
(Berlin, Brandenburg, Erlangen, Frankfurt/Oder, Jena) Niederlande (Eindhoven), Frankreich
(Toulouse)
METHODE: Die Forschungsabteilung 3 untersuchte bisher Grundfragen milieudifferenzierter
Raumentwicklungen - und zwar quer zu den gesellschaftlichen Teilsystemen und deren raumwirksamen Kräften (Ökonomie, Politik, Sozialsystem). Ein besonderer Fokus lag dabei auf
kulturellen Raumkodierungen (Neu-Profilierungen, Bewertungen und Entwertungen von
Räumen). Die Milieuforschung des IRS integrierte unterschiedliche konzeptionelle Raumzugänge, um einen Kernbereich der "sozialwissenschaftlichen Raumforschung" genauer untersuchen zu können: Interaktionsdynamiken und Kooperationsformen raumrelevanter lokaler
und regionaler Akteure sowie deren raumstrukturierende Effekte. Die hierbei untersuchten
Milieu- und Interaktionsformen reichten von formellen strategischen Akteursnetzen bis zu
Selbstorganisationsformen zivilgesellschaftlicher Akteure. Untersu-chungsdesign: Systematische Verschränkung von Empirie- und Theoriebildung auf Basis minimal und maximal kontrastierender Fallstudien DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse; Dokumentenanalyse; Beobachtung, teilnehmend; Qualitative Interview; Experteninterviews; leitfadengestützte Interviews, problemzentrierte Interviews; Sekundäranalyse von Individualdaten; Sekundäranalyse
von Aggregatdaten; Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Büttner, Kerstin: Stadtentwicklung durch Großkonzerne. Zur
Koevolution von Raum und Wissen am Fallbeispiel Siemens und Erlangen. (im Erscheinen).
+++Büttner, Kerstin: KnowledgeScapes in globalen Innovationsfeldern. Medizintechnik in
Erlangen und Eindhoven und Flugzeugbau in Toulouse und Hamburg (im Erscheinen).+++
Büttner, Kerstin; Held, Gerd; Hölzl, Corinna: KnowledgeScapes in globalen Innovationsfeldern. Medizintechnik in Erlangen und Eindhoven und Flugzeugbau in Toulouse und Hamburg. in: Matthiesen, Ulf (Hrsg.): Coevolution of space and knowledge and milieu / Zur Koevolution von Raum und Wissen und Milieu. DISP special issue (im Erscheinen).+++FichterWolf, Heidi; Knorr-Siedow, Thomas: Fractures of decline and growth. KnowledgeScapes and
cross-border cultures in the twin-city Frankfurt (Oder) - Slubice. in: Marek Nowak; Nowosielski, Michal (eds.): Declining cities/ developing cities: Polish and German perspectives.
Poznan: Institut Zachodni, 2008 (im Erscheinen).+++Held, Gerd: Regionale Entwicklung und
Exzellenzorientierung. Beobachtungen in den Wissenskulturen der Luftfahrtindustrie in Toulouse und Hamburg. in: Matthiesen, Ulf; Mahnken, Gerhard (Hrsg.): Das Wissen der Städte.
Neue stadtregionale Entwicklungsdynamiken im Kontext von Wissen, Milieus und Governance. Wiesbaden: VS-Verl. für Sozialwiss. (im Erscheinen).+++Mahnken, Gerhard: Der diskrete Charme der Provinz. Wissen, Public Branding und Kulturwirtschaftspolitik im "peripheren" Raum. in: Heinrich Böll-Stiftung Brandenburg (Hrsg.): Sammlung kritisches Wissen (im
Erscheinen).+++Mahnken, Gerhard: Kulturpolitik im Kontext von Demographie und räumlicher Markenbildung. in: Kaufmann, Andrea; Körner, Jana: Demographischer Wandel und
Kultur. Europa-Universität Viadrina (im Erscheinen).+++Mahnken, Gerhard: Public Branding und Wissen. Zum Entstehungsprozess einer metropolitanen Raummarke am Fallbeispiel
Berlin-Brandenburg. in: Mahnken, Gerhard; Matthiesen, Ulf (Hrsg.): Das Wissen der Städte neue stadtregionale Entwicklungsdynamiken im Kontext von Wissen, Milieus und Governance. Wiesbaden: VS-Verl. für Sozialwiss. (im Erscheinen).+++Mahnken, Gerhard; Matthiesen, Ulf (Hrsg.): Das Wissen der Städte. Neue stadtregionale Entwicklungsdynamiken im
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Kontext von Wissen, Milieus und Governance. Wiesbaden: VS-Verl. für Sozialwiss. (im Erscheinen).+++Fichter-Wolf, Heidi: Hochschulmilieus in Grenzräumen. Impulsgeber einer
Koevolution von Raum und Wissen. in: Matthiesen, Ulf; Mahnken, Gerhard (Hrsg.): Das
Wissen der Städte. Neue stadtregionale Entwicklungsdynamiken im Kontext von Wissen, Milieus und Governance. Wiesbaden: VS-Verl. für Sozialwiss., 2008 (im Erscheinen).+++
González, Toralf; Jähnke, Petra; Mahnken, Gerhard: "Ich mache jetzt hier einen Wachstumskern" - Raumbindungsstrategien, Wissensmilieus, und räumliche Profilbildungen in BerlinBrandenburg. in: Coevolution of space and knowledge and milieus / Zur Koevolution von
Raum und Wissen und Milieu. DISP special issue, 2008 (im Erscheinen).+++Fichter-Wolf,
Heidi; Knorr-Siedow, Thomas: Border experiences and knowledge-cultures. The example of
Frankfurt on the Oder and Slubice. in: Matthiesen, Ulf (ed.): Coevolution of space and knowledge and milieu. Zur Koevolution von Raum und Wissen und Milieu. DISP special issue,
2008.+++Fichter-Wolf, Heidi: Od przestrzeni przygranicznej do przestrzeni wiedzy. Transgraniczna wspólpraca szkól wyzszych jako wklad do zblizenia europejskich kultur naukowych. in: Bielawska, A., Wojciechowski, K. (red.): Trans-Uni. Problemy zarzadzania
miedzynarodowa wspólpraca szkól wyzszych w regionach przygranicznych. Thematicon
(ISSN 1610-4277), Bd. 12, 2007, S. 58-76.+++Umfangreichere Literaturliste bitte beim Institut anfordern. ARBEITSPAPIERE: Jähnke, Petra: Raumbindungen wissensbasierter unternehmensbezogener Dienstleister in Metropolregionen. Untersuchungen am Beispiel von Berlin
und München. Zugl. Berlin, Univ., Diss., 2007. Berlin, 2006, 193 S.+++Knorr-Siedow, Thomas: The challenge of shrinking cities. A demand for comprehensive housing research. in:
ENHR Newsletter, 2006.+++Mahnken, Gerhard: Wissensnetze im Kontext von räumlichstrategischer Kommunikation und Public Branding: eine heuristische Forschungsperspektive
auf den Fall Brandenburg/ Berlin. Working Paper. Erkner: Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung, 2006 (Download unter: www.irs-net.de/download/wp_wissensnetze.pdf ).
ART: BEGINN: 2006-01 ENDE: 2008-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung e.V. -IRS- (Flakenstr. 28-31, 15537 Erkner)
KONTAKT: Köppen, Monika (Tel. 03362-793-270, e-Mail: kö[email protected])
[170-F] Chen, Wenjuan; Daniels, Tijman; Fehr, Dietmar, M.A.; König, Philipp, Dipl.-Volksw.;
Meyer-Gohde, Alexander, M.A. (Bearbeitung); Heinemann, Frank, Prof.Dr. (Leitung):
Makroökonomische Konsequenzen strategischer Unsicherheit (Teilprojekt C10)
INHALT: Makroökonomische Risiken resultieren auch aus der Unsicherheit von Wirtschaftssubjekten über die Entscheidungen anderer. Die Annahme rationalen Verhaltens führt in vielen
Modellen zu keiner eindeutigen Vorhersage, weil das Modell multiple Gleichgewichte besitzt. Dies gilt insbesondere für Modelle zur Erklärung von spekulativen Attacken, Bankenkrisen, Preissetzung unter Preisänderungskosten, Investitionen in Netzwerke, Refinanzierung
von Unternehmen und Preisblasen auf Finanzmärkten. In den letzten Jahren ist mit der Theorie globaler Spiele ein Instrumentarium entwickelt worden, das dazu dient die strategische
Unsicherheit der Akteure über das Verhalten anderer zu modellieren. Die Theorie globaler
Spiele erlaubt unter relativ allgemeinen Bedingungen eine eindeutige Vorhersage der Wahrscheinlichkeiten für die verschiedenen möglichen Realisationen makroökonomischer Variablen. Aufgrund der Eindeutigkeit lässt sich ein funktionaler Zusammenhang zwischen exogenen Parametern und den Wahrscheinlichkeiten für die Realisation endogener Variablen her-
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6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
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stellen. Dies erlaubt bessere Vorhersagen von Finanzkrisen, sowie Aussagen über optimale
Geldpolitik zur Glättung konjunktureller Schwankungen, Förderung von innovativen Netzwerktechnologien oder optimale Informationspolitik. In den letzten Jahren hat sich auch die
experimentelle Wirtschaftsforschung zunehmend makro-ökonomischen Fragestellungen angenommen. Vor allem spieltheoretische Modelle zur Wirkung von Geldpolitik sind in Laborexperimenten getestet worden. Die dabei zu beobachtenden Verhaltensmuster dienen zum
einen der Auswahl zwischen verschiedenen Gleichgewichtskonzepten. Zum anderen weisen
systematische Abweichungen des Verhaltens vom Gleichgewicht auf Schwachstellen der
Theorie, die ja unabhängig von der Umgebung, also insbesondere im Labor gelten sollte. Die
Ziele des Teilprojektes bestehen in der Weiterentwicklung von Modellen strategischer Unsicherheit, deren experimenteller Prüfung, und der Anwendung auf Währungs- und Bankenkrisen und deren makroökonomische Konsequenzen, auf Modelle der Neuen Keynesianischen
Makroökonomik und auf den Wettbewerb zwischen Handelsplattformen. Projekthomepage
unter: sfb649.wiwi.hu-berlin.de/projects/homepage_de.php?Nummer=C10 .
ART: AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Humboldt-Universität Berlin, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, SFB 649
Ökonomisches Risiko (Unter den Linden 6, 10099 Berlin)
KONTAKT: Leiter (Tel. 030-314-22002, Fax: 030-314-21798,
e-mail: [email protected])
[171-F] Clausen, Thies, Dr.phil. (Bearbeitung); Nida-Rümelin, Julian, Prof.Dr. (Betreuung):
Rationalitätstheoretische Grundlagen der Sozialwissenschaften. Zur Anwendung der Entscheidungstheorie
INHALT: In dem Dissertationsprojekt hat sich der Bearbeiter mit der Frage beschäftigt, ob und
ggf. wie Rationalitäts- und andere Verhaltensannahmen der entscheidungstheoretischen Sozialwissenschaften die Anwendung dieses ursprünglich (mikro-)ökonomischen Paradigmas limitieren. Sind die Standardinstrumente (mikro-)ökonomischer Theorie und ihre Anwendung
wirklich so unproblematisch wie das mangelnde Interesse des ökonomischen mainstreams an
methodologischen Grundlagendebatten es suggeriert? Ist insbesondere der rationalitätstheoretische Kern des aktuellen Paradigmas des methodischen Individualismus, die Entscheidungstheorie (rational choice-theory), geeignet, die sehr unterschiedlichen und oft komplexen
Handlungen ökonomischer, politischer und anderer Akteure zu modellieren? Diese Fragen
stellen sich nicht nur immer mehr methodologisch interessierte Ökonomen. Auch in anderen
Disziplinen wie den Politikwissenschaften, auf deren Gegenstände 'ökonomische Methoden'
in den letzten Jahren vermehrt angewandt wurden, mehren sich kritische Stimmen, die nicht
selten eine radikale Abkehr von entscheidungstheoretischen Methoden fordern. Schließlich
sind Fragen der Adäquatheit ökonomischer Methoden und entsprechender Gutachten Gegenstand umkämpfter politischer Diskurse. Radikale Kritik an dem entscheidungstheoretischen
Ansatz in den Sozialwissenschaften ist seines Erachtens nicht nur wirkungslos, sondern in so
gut wie allen Fällen ähnlich schlecht begründet wie die Argumente, mit denen der wirtschaftswissenschaftliche mainstream nach wie vor jede rationalitätstheoretische Kritik reflexartig zurückweist. In einem ersten Schritt entwickelt der Bearbeiter deshalb eine wissenschaftstheoretisch fundierte Methode der Kritik an entscheidungstheoretisch-sozialwissenschaftlichen Modellen. Diese ist gradualistisch und vermeidet die traditionelle Selbstüberschätzung der Philosophie in Hinblick auf Normen fachwissenschaftlicher Forschung. In Absetzung von beiden o.g. Positionen versucht er dann zu zeigen, dass die Entscheidungstheorie,
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korrekt interpretiert, tatsächlich eine gute Rationalitätstheorie ist. Das heißt aber nicht, dass
sich alle sozialwissenschaftliche Gegenstände mittels ökonomischer Methoden zufriedenstellend erklären und prognostizieren lassen. Die Anwendung der Entscheidungstheorie in sozialwissenschaftlichen Modellen führt nämlich dazu, dass erhebliche Idealisierungen vorgenommen werden müssen, die die Adäquatheit der Modelle gefährden. Dies gilt insbesondere für
Idealisierungen, die der Komplexität rationaler Motivation und der Heterogenität von Akteuren begegnen sollen.
ART: ENDE: 2008-02 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität München, Sozialwissenschaftliche Fakultät, Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft Lehrstuhl für Politische Theorie und Philosophie Prof.Dr.
Nida-Rümelin (Oettingenstr. 67, 80538 München)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 089-2180-5773, Fax: 089-2180-99-5773,
e-mail: [email protected]); Betreuer (Tel. 089-2180-9020, Fax:
089-2180-9022, e-mail: [email protected])
[172-L] Feil, Michael; Klinger, Sabine; Zika, Gerd:
Der Beschäftigungseffekt geringerer Sozialabgaben in Deutschland: wie beeinflusst die Wahl
des Simulationsmodells das Ergebnis?, in: Schmollers Jahrbuch : Zeitschrift für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften, Jg. 128/2008, H. 3, S. 431-460 (Standort: USB Köln(38)-FHM
Haa108; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Die Studie untersucht, inwieweit Empfehlungen in der wissenschaftlichen Politikberatung vom zugrundeliegenden Instrumentarium abhängen können. Beispielhaft wird hier eine
Senkung des Beitragssatzes der Sozialversicherung, finanziert durch eine höhere Mehrwertsteuer bzw. eine Kopfpauschale, mit drei Makromodellen simuliert. Das allgemeine Gleichgewichtsmodell PACE-L, das langfristige Strukturmodell IAB/INFORGE und das kurzfristige
Konjunkturmodell IAB/RWI enthalten zwar alle die Komponenten der vorgeschalteten theoretischen Analyse, d.h. eine lohnabhängige Arbeitsnachfrage und die Lohnsetzung nach Verhandlungen. Allerdings betonen sie im jeweiligen Kreislaufzusammenhang die Faktoren unterschiedlich, die den Beschäftigungseffekt aus der Teilumfinanzierung des Sozialsystems
wesentlich beeinflussen, nämlich Arbeitskosten, gesamtwirtschaftliche Nachfrage und die
Lastverteilung nach Überwälzungen. Als maximale Wirkung für einen umfinanzierten Beitragspunkt ermittelte das allgemeine Gleichgewichtsmodell einen Beschäftigungszuwachs
von 0,56 Prozent im Fall einer Kopfpauschale für alle. Im einzigen ungünstigen Fall verringerte sich die Beschäftigtenzahl um 0,05 Prozent. Eine moderate Lohnpolitik unterstützt die
Wirkung der Reform im Theoretischen und in allen drei Simulationsmodellen." (Autorenreferat)
[173-L] Flache, Andreas; Snijders, Tom A.B.:
Die Modellierung komplexer Netzwerke: zum Nutzen agentenbasierter Modelle in der neuen
Netzwerkforschung, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft :
Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006.
Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 781-797, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Die 'neue Netzwerkforschung' argumentiert, dass große soziale Netzwerke in unterschiedlichsten Kontexten (zum Beispiel das World Wide Web, Sexualkontakte, Koautor-
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6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
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schaften) sehr ähnliche, hocheffiziente Struktureigenschaften aufweisen ('small world' oder
'scale free' Strukturen). Darüber hinaus werden diese Strukturen als das Resultat einfachster
individueller Verhaltensmechanismen gesehen, die die makroskopische Struktur als unbeabsichtigtes Nebenprodukt individueller Beziehungswahlentscheidungen erzeugen. Die Verfasser behaupten, dass diese Forschung aus Sicht der Soziologie zwei Defizite aufweist. Erstens
sind die verwendeten Verhaltensmodelle soziologisch wenig plausibel. Typischerweise werden mechanistische - oftmals an physikalischen Modellen orientierte - individuelle Verhaltensregeln angenommen und die zugrundeliegenden Motive individueller Beziehungswahlen
nicht explizit modelliert. Die Modelle bieten daher wenig Einsicht in die Bedingungen der behaupteten Strukturresultate. Zweitens untersuchen empirische Arbeiten üblicherweise nur, ob
globale Netzwerkmerkmale in dem Bereich liegen, der durch die theoretischen Modelle vorhergesagt wird, testen aber nicht Mechanismen der Netzwerkdynamik auf der individuellen
Ebene. Sie schlagen daher vor, dass soziologische 'neue Netzwerkforschung' das Instrument
'agentenbasierter Modellierung' einsetzt. Agentenbasierte Modelle beschreiben explizit die individuellen Verhaltenziele und -regeln bestenfalls beschränkt rationaler Akteure, die nur über
unvollständige lokale Information verfügen. Sie zeigen an einem Beispiel auf, wie eine agentenbasierte Modellierung der Dynamik großer Netzwerke mit soziologisch plausiblen Verhaltensannahmen nicht nur die Entstehung von 'small world' und 'scale free' Strukturen erklären
kann, sondern darüber hinaus auch Bedingungen identifiziert, unter denen die zugrundeliegenden Verhaltensregeln zu verschiedenen Strukturen führen. Sie gehen dann auf statistische
Ansätze ein, insbesondere auf die 'actor oriented statistics', die es möglich machen, konkurrierende Verhaltenshypothesen an Netzwerkdaten zu testen." (Autorenreferat)
[174-L] Funken, Christiane; Schulz-Schaeffer, Ingo (Hrsg.):
Digitalisierung der Arbeitswelt: zur Neuordnung formaler und informeller Prozesse in
Unternehmen, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. 2008, 266 S., ISBN: 978-3-531-15663-7
INHALT: "Viele Veränderungen betrieblicher Arbeitszusammenhänge und der unternehmensinternen Kommunikation stehen im Zusammenhang mit der Einführung digitaler Informationsund Kommunikationsmedien. Mit den hinzugewonnenen informationstechnischen Möglichkeiten der Steuerung und Kontrolle von Arbeitsabläufen geht eine Formalisierung von Entscheidungswegen und Weisungsstrukturen einher. Zugleich aber werden neue Formen informeller Kooperation möglich. Gleiches gilt für die neuen digitalen Kommunikationsmedien
(E-Mail, Intranet, Instant Messaging). Für die innerbetriebliche Kommunikation eröffnen sie
einerseits neue Möglichkeiten der Formalisierung (z. B. des Berichtswesens). Sie stellen andererseits aber auch neue elektronische Formen des informellen Austauschs 'zwischen Tür
und Angel' bereit, mit denen Dienstwege abgekürzt und Zuständigkeiten umgangen werden
können. Verändert die Nutzung digitaler Medien die jeweils eingespielten Verhältnisse zwischen formalen und informellen Abläufen? Die Publikation führt Befunde aus der Technikund Medienforschung und der Arbeits- und Organisationsforschung zu dieser Frage zusammen." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Ingo Schulz-Schaeffer, Christiane Funken: Das
Verhältnis von Formalisierung und Informalität betrieblicher Arbeitsund Kommunikationsprozesse und die Rolle der Informationstechnik (11-42); Frank Kleemann, Ingo Matuschek:
Informalisierung als Komplement der Informalisierung von Arbeit (43-68); Daniela Ahrens:
Jenseits des Mythos vom "gläsernen Fahrer": Die Rolle der Telematik im Transportprozess
(69-92); Fritz Böhle, Annegret Bolte, Sabine Pfeiffer, Stephanie Porschen: Kooperation und
Kommunikation in dezentralen Organisationen - Wandel von formalem und informellem
158
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6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
Handeln (93-118); Michael Jäckel: Ein Spiel zwischen Personen. Funktionen und Folgen der
elektronischen Kommunikation in Unternehmen (119-142); Michaela Goll: Arbeitsbeziehungen und Beziehungsarbeiten: Zur Gestaltung arbeitsbezogener und informeller Nachrichten in
Unternehmen (143-164); Maria Funder: Emotionen erwünscht? - Emotionalität, Informalität
und Geschlecht in wissensintensiven Unternehmen (165-192); Martin Heidenreich, Brigitte
Kirch, Jannika Mattes: Die organisatorische Einbettung von Informationstechnologien in einem globalen Entwicklungsprojekt (193-220); Arnold Picot, Rahild Neuburger: Arbeitsstrukturen in virtuellen Organisationen (221-238); Edouard J. Simon , Joao Porto de Albuquerque,
Arno Rolf: Notwendige und vorläufige Formalisierungslücken in Organisationen (239-262).
[175-F] Gerards, Lars, Dipl.-Wirtsch.-Ing.; Rülicke, Sascha, Dipl.-Wirtsch.-Ing.; Weber, Birgit
(Bearbeitung); Laumen, Sandra, Dr.; Packebusch, Lutz, Prof.Dr. (Leitung):
ProWare - Modellvorhaben zur Optimierung der Produktionsabläufe und des Warentransports in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) unter Verwendung integrativer Lösungsansätze zur Erhöhung der Gesundheit bei der Arbeit
INHALT: Ziele: 1. Betriebliche Modernisierung von KMU; 2. Berücksichtigung des Arbeits- und
Gesundheitsschutzes bei der Prozessgestaltung und -optimierung; 3. Förderung der Beschäftigungsfähigkeit durch Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in die betrieblichen
Abläufe; 4. moderne Arbeitszeitorganisation und Arbeitsgestaltung; 5. modellhafte Entwicklung und Einführung eines arbeitsschutzrelevanten Kennzahlensystems für den Arbeits- und
Gesundheitsschutz in und mit den beteiligten Betrieben. In Abhängigkeit von Unternehmen:
1. Reduzierung/ Beseitigung vorhandener Belastungen und Gefährdungen im Bereich des
Warentransports und des Produktionsprozesses; 2. Erarbeitung von Maßnahmen der Prozessoptimierung in und mit den Betrieben (bis hin zur Erhöhung der Störungsfreiheit); 3. Optimierung der Schnittstellen; 4. Einführung eines partizipativen Prozessmanagements; 5. Erhöhung der Effizienz ökonomischer Systeme. Die Ergebnisse des Projekts werden in einer
Handlungshilfe für Unternehmen zusammengefasst dargestellt (in Vorbereitung). ZEITRAUM: 2007-2008 GEOGRAPHISCHER RAUM: Krefeld, Mönchengladbach, Viersen/
Nordrhein-Westfalen/ Bundesrepublik Deutschland
METHODE: Das Modellvorhaben ProWare analysiert in sieben KMU verschiedener Branchen
die vor- bzw. nachgelagerten Produktionsabläufe des Warentransports im Unternehmen - oder
beim Kunden vor Ort - und untersucht diese anhand von arbeits- und organisationspsychologischen Verfahren (u.a. arbeitswissenschaftliche Tätigkeitsanalysen, leitfadengestützte Interviews und der Impuls-Test). Auf dieser Grundlage werden auf betrieblicher Ebene in betriebsinternen Workshops Lösungsstrategien zur ganzheitlichen Optimierung der beiden Bereiche erarbeitet und anschließend umgesetzt. Untersuchungsdesign: Panel DATENGEWINNUNG: Aktenanalyse, offen (Stichprobe: 50; Literatur). Beobachtung, teilnehmend (Stichprobe: 35; Mitarbeiter der am Projekt beteiligten Betriebe). Gruppendiskussion. Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: 35; Mitarbeiter, Inhaber, Führungskräfte; Auswahlverfahren: total). Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: 100; Mitarbeiter;
Auswahlverfahren: total). Sekundäranalyse von Aggregatdaten (Literatur, Studien, Betriebsdaten). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Rülicke, S.; Laumen, S.; Gerards, L; Packebusch, L.: Produktion
und Transport - Gesund und Sicher. in: GfA (Hrsg.): Arbeit, Beschäftigungsfähigkeit und
Produktivität im 21. Jahrhundert. 2009 (in Vorbereitung).+++Gerards, L.; Laumen, S.; Packebusch, L; Rülicke, S.: Sichere, gesunde und effiziente Transportprozesse - Was kleine und
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mittlere Unternehmen aus den Kennzahlen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes lernen können. Lengerich: Pabst Science Publishers. ISBN 978-3-89967-520-7 (im Druck).+++Rülicke,
S.; Gerards, L.: Modellvorhaben zur Optimierung der Produktionsabläufe und des Warentransports in KMU. in: GfA (Hrsg.): Produkt- und Produktions-Ergonomie - Aufgabe für Entwickler und Planer. 2008, S. 479-482.+++Laumen, S.; Rülicke, S.; Gerards, L.: Gesünder arbeiten in KMU - ganzheitliche Optimierung des Warentransports und des Produktionsprozesses (Pro Ware). in: GfA (Hrsg.): Arbeitsgestaltung für KMU. Ilmenau: ISLE 2008, S. 207214. ISBN 978-3-938843-39-0.+++Laumen, S.; Rülicke, S.; Gerards, L.: Gesünder arbeiten
in KMU - mit ganzheitlichen Ansätzen den Warentransport und die Produktionsprozesse optimieren. in: Schwennen, Ch.; Ludborzs, B.; Elke, G.; Nold, H.; Rohn, St.; Schreiber-Costa, S.;
Zimolong, B. (Hrsg.): Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit. Perspektiven - Visionen. 15. Workshop 2008. Kröning: Asanger 2008, S. 199-202. ISBN 978-3-89334-499-4.
ART: BEGINN: 2007-05 ENDE: 2008-12 AUFTRAGGEBER: Land Nordrhein-Westfalen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales; Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und
Chancengleichheit -Europäischer Sozialfonds- FINANZIERER: Institution; Auftraggeber
INSTITUTION: Hochschule Niederrhein, Institut für Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Gesundheitsförderung und Effizienz -A.U.G.E.- (Reinarzstr. 49, 47805 Krefeld); IAP - Institut für
Arbeitssystemgestaltung und Personalmanagement GmbH an der Hochschule Niederrhein
(Bolksbuscher Str. 61, 41239 Mönchengladbach)
KONTAKT: Laumen, Sandra (Dr. Tel. 02151-822-6629,
e-mail: [email protected])
[176-L] Goll, Michaela:
Arbeitsbeziehungen und Beziehungsarbeiten: Zur Gestaltung arbeitsbezogener und
informeller Nachrichten in Unternehmen, in: Christiane Funken, Ingo Schulz-Schaeffer
(Hrsg.): Digitalisierung der Arbeitswelt : zur Neuordnung formaler und informeller Prozesse in
Unternehmen, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2008, S. 143-164, ISBN: 978-3-531-15663-7
INHALT: Die technisch vermittelte Kommunikation hat nicht nur Auswirkungen auf die Organisationsstruktur von Unternehmen und auf die Formen des gemeinsamen Arbeitens, sondern
sie prägt auch die soziale Struktur der Mitarbeiter. Im vorliegenden Beitrag wird anhand von
teilnehmenden Beobachtungen und Konversationsanalysen gezeigt, welchen Stellenwert elektronisch vermittelte Kommunikationsformen wie E-Mails, interne Diskussionslisten oder Intranetseiten als Beziehungsmedien in Unternehmen haben. Dabei werden nicht nur die rein
informellen Nachrichten betrachtet, sondern es werden auch die auf arbeitsbezogene Inhalte
ausgerichteten elektronischen Kommunikationsformen dahingehend untersucht, inwiefern sie
soziale Beziehungen fördern. Grundlage der Untersuchung ist eine Fallstudie in einer mittelständischen IT-Unternehmensberatung mit 13 Mitarbeitern. Die zu verrichtenden Aufgaben vorwiegend individuelle Arbeiten am Computer und Beratungstätigkeiten für Kunden - ermöglichen und erfordern die Arbeit an verschiedenen Orten und zu flexiblen Arbeitszeiten.
Die Interaktion zwischen den Mitarbeitern findet aber auch über andere Medien bzw. face-toface statt, was ebenfalls Auswirkungen auf die Beziehungsmuster und die Rollenverteilung in
der Unternehmensberatung hat. (ICI2)
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6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
[177-F] Granigg, Wolfgang, Dr.; Becker, Claudia, Prof.Dr. (Bearbeitung); Ahlert, Marlies,
Prof.Dr.Dr. (Leitung):
Netzwerkeffekte und abgeleitete Koordinationsprobleme bzw. Koordinationsdynamiken in
ein- und zweiseitigen Märkten: Anwendung und Vergleich verschiedener formaler Modellierungs- und Lösungsansätze
INHALT: Seit einigen Jahren spielt der noch relativ junge Forschungsbereich der zweiseitigen
Märkte in der mikroökonomischen Theorie eine herausragende Rolle. Im Rahmen der Dissertation möchte die Bearbeiterin sich mit den sich durch die Netzwerkeffekte ergebenden Koordinationsdynamiken und Koordinationsproblemen in zweiseitigen Märkten auseinandersetzen. Diese Auseinandersetzung soll jedoch nicht nur im Rahmen der mikroökonomischen
Gleichgewichtsbetrachtung erfolgen, sondern auch im Rahmen der spieltheoretischen Methode, der dynamischen Systembetrachtung mittels Differentialgleichungen und der agentenbasierten (Simulations-)Methode.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Granigg, W.: The dynamics of network effects in two-sided and
multi-sided markets: an agent-based approach. in: North, M.J.; Mascal C.M.; Sallach D.L.
(eds.): Proceedings of the Agent 2007 Conference on Complex Interaction and Social Emergence, Argonne National Laboratory and Northwestern University. Argonne 2007, S. 261270.
ART: BEGINN: 2007-05 ENDE: 2010-04 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Universität Halle-Wittenberg, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Wirtschaftswissenschaftlicher Bereich, Institut für VWL und Bevölkerungsökonomie
Lehrstuhl für VWL, insb. Mikroökonomie und Finanzwissenschaft (06099 Halle)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0345-552-3441, Fax: 0345-552-7127,
e-mail: [email protected]); Betreuerin (Tel. 0345-55-23440, Fax:
0345-55-27127, e-mail: [email protected])
[178-F] Henkel, Marco, Dipl.-Volksw. (Bearbeitung); Klein, Martin, Prof.Dr. (Betreuung):
Simulation und Analyse von wirtschaftlichen Problemen mit Hilfe von Multi-Agenten-Modellen
INHALT: Viele wirtschaftspolitischen Vorhaben oder Maßnahmen erfordern die konkreten quantitativen Prognosen ihrer Auswirkungen. Das Projekt entwickelt eine neue Methodik dafür.
Sie fußt auf der rechnerintensiven Simulation von ökonomischen Prozessen im Rahmen von
Multiagentenmodellen. Das Projekt ordnet sich ein in die Disziplin der sog. Agent-Based
Computational Economics (ACE).
ART: BEGINN: 2003-06 ENDE: 2008-05 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Universität Halle-Wittenberg, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Wirtschaftswissenschaftlicher Bereich, Institut für VWL und Bevölkerungsökonomie
Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftsbeziehungen (06099 Halle)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0345-55-233-29, e-mail: [email protected]);
Institution -Sekretariat- (Tel. 0345-55-233-26,
e-mail: [email protected]); Betreuer (Tel. 0345-55-23325,
e-mail: [email protected])
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
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[179-L] Hornung, Bernd R.:
Soziologie zwischen Binarität und Komplexität, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur
der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in
Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 4597-4610, ISBN: 978-3593-38440-5
INHALT: "Soziologie wird, je nach Autor, definiert als Wissenschaft vom sozialen Handeln, sozialen Systemen oder auch (sozialer) Kommunikation. In der 'alten' soziologischen Systemtheorie (e.g. Marx, Parsons) werden soziale Systeme tendenziell als Strukturen aufgefasst.
Mit Luhmanns problemfunktionalistischer Wende wird jedoch das Konzept sozialer Systeme
radikal dynamisiert. Prozess und Dynamik treten klar in den Vordergrund. Dabei erlauben die
systemtheoretischen Konzepte der Systemhierarchie und Emergenz eine schlüssige Integration des Soziologischen mit den anderen (naturwissenschaftlichen) Disziplinen. Dies in den Dimensionen des Objektbereichs und der Wissenschaft und Wissenschaftstheorie selbst. Damit
wird die Konzeption einer konsistenten und durchgängigen theoretischen Struktur von den binären Bits der Informatik und IT bis hin zur Komplexität hochkontingenter sozialer und kultureller Systeme möglich. Soziokybernetik öffnet so den Weg für eine Soziologie als 'Science
of (social) complexity'. Die der Systemwissenschaft inhärente Interdisziplinarität legt es nahe,
eine solche Konzeption in die philosophischen und erkenntnistheoretischen Grundlagen hinein zu verlängern. Dazu liefert der einem großen Teil der neueren Systemwissenschaft zugrunde liegende erkenntnistheoretische Konstruktivismus (von Foerster, von Glasersfeld,
Kjellman) das konzeptuelle Instrumentarium. Spencer-Brown mit seiner Grundlegung der
Mathematik in den 'Laws of Form' steuert ein zuvor fehlendes zentrales Bindeglied zwischen
Mathematik, Erkenntnistheorie und letztlich auch den anderen Wissenschaften bei. Auf den
Grundlagen eines phänomenologisch inspirierten erkenntnistheoretischen Konstruktivismus
verschwinden zwar die Unterschiede zwischen Gesellschaft und Natur oder Geistes- und Sozialwissenschaften und Naturwissenschaften nicht, sie verlieren aber ihren ontologisch-grundsätzlichen Charakter und werden zu Systemgrenzen im Rahmen eines übergreifenden Kontexts, der sich als Einheit der Wissenschaft konzipieren lässt. Die Systemgrenze, ein Kernkonzept der Systemtheorie, kann sowohl geschlossen wie auch offen sein, auch die Grenze
zwischen Natur und Gesellschaft. Diese wird zwar immer weiter hinausgeschoben durch gesellschaftsinterne Problemlösungen und somit geschlossener (Gesellschaft wird autonomer),
sie wird jedoch durch immer massivere Eingriffe in die Natur auch immer offener (Gesellschaft wird verletzlicher). Soziokybernetisch ist das nicht verwunderlich, da Gesellschaft in
das von ihr aus nicht steuerbare globale Ökosystem integriert ist. Der Beitrag konzentriert
sich auf Information als zentrales Konzept zum Verständnis der Komplexitätsbeziehung Gesellschaft-Natur, der Nichtsteuerbarkeit des globalen Ökosystems und der begrenzten Steuerbarkeit sozialer Systeme auch in der Informationsgesellschaft." (Autorenreferat)
[180-L] Jeffres, Leo W.:
An urban communication audit: measuring aspects of a 'communicative city', in:
International Communication Gazette, Vol. 70/2008, No. 3-4, S. 257-273
(gaz.sagepub.com/content/vol70/issue3-4/)
INHALT: Der Beitrag geht davon aus, dass man Gemeinden und Städte wie Kommunikationssysteme behandeln kann, und erläutert die Anwendungsmöglichkeiten des Prüfverfahrensansatzes der International Communication Association (ICA) für die Beschreibung organisations-
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6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
interner Kommunikation, die Kartographie des Forschungsfeldes und die Bereitstellung einer
Stichprobe der Messungen. Dabei gehen Netzwerk- und Systemtheorie eine Verbindung ein,
den es geht darum, in welchem Ausmaß das Kommunikationsnetzwerk die Menschen mit
dem sozialen System einer Gemeinde verlinkt. Dies ist eine der potentiellen Zielsetzungen,
die auch modifiziert werden können, wenn sie zur Analyse einer Gemeinde oder speziellen
Problemen passen sollen. Es wird ein Instrumentarium von zehn methodischen Ansätzen angeboten, das von quantitativen Erhebungen, Inhaltsanalysen und Bestandsaufnahmen bis zu
qualitativen Methoden wie Tiefeninterviews mit Informanten und Entscheidungsträgern oder
Beobachtungen und kritischen Ereignisanalysen reicht. (UNübers.)
[181-L] Menz, Florian; Nowak, Peter; Rappl, Anita; Nezhiba, Sabine:
Arzt-Patient-Interaktion im deutschsprachigen Raum: eine Online-Forschungsdatenbank
(API-on) als Basis für Metaanalysen, in: Gesprächsforschung : Online-Zeitschrift zur verbalen
Interaktion, Jg. 9/2008, S. 129-163 (www.gespraechsforschung-ozs.de/heft2008/px-menz.pdf)
INHALT: "Die Gesprächsforschung zur deutschsprachigen Arzt-Patient-Interaktion hat einige
hundert empirische Studien vorgelegt, die - wie andere Vorarbeiten bereits feststellten - bisher weder systematisch zugänglich noch übergreifend ausgewertet sind. Auf Basis einer neu
entwickelten Metastudienmethodik wurden alle bis Mitte 2007 erschienenen und zugänglichen Studien (n=549) einer qualitätsgesicherten Analyse und systematischen Dokumentation
als Forschungsdatenbank zugeführt. Dargestellt wird neben dem methodischen Zugang und
den Selektionskriterien für die Auswahl der Primärstudien insbesondere die Metadatenstruktur der Forschungsdatenbank. Erste Sekundäranalysen und Syntheseergebnisse der 236 eingeschlossenen Publikationen zu Gesprächskorpora, methodischen Verfahren, Untersuchungsschwerpunkten und theoretischen Zugängen der Primärstudien geben erstmals einen quantitativen Überblick über das gesamte Forschungsfeld. Abschließend werden die Ergebnisse dieser ersten Auswertung diskutiert, Forschungsdesiderata abgeleitet sowie der Open-AccessZugang und die zukünftige Weiterführung der Online-Forschungsdatenbank API-on vorgestellt." (Autorenreferat)
[182-L] Ockenfeld, Marlies (Hrsg.):
Content: 28. Online-Tagung der DGI, 58. Jahrestagung der DGI, Frankfurt am Main, 4.-6.
Oktober 2006 ; Proceedings, (Tagungen der Deutschen Gesellschaft für
Informationswissenschaft und Informationspraxis, 8), Frankfurt am Main 2006, 288 S., ISBN: 3925474-57-9 (Standort: IAB-092.0146; Graue Literatur)
INHALT: Inhaltsverzeichnis: Session 1: Portal & Network - Moderation: Prof.Dr. Ulrike Spree,
Hans-Christoph Hobohm, Christoph Nitrowski: Die Informationswissenschaften in der Virtuellen Fachbibliothek Bibliotheks-, Buch und Informationswissenschaften (ViFa BBI) (9-13);
Saangeeta Kaul: DELNET - an effective resource sharing library network in India (15-24);
Srinivasan Gopalakrishnan, Beeraka Ramesh Babu: Design and development of a web portal
on fashion technology - a case study of the National Institute of Fashion Technology (NIFT)
in Chennai, India (25-34). Session 2: Intercultural Cooperation - Moderation: Dr. Reiner
Schwarz-Kaske, Achim Oßwald, Martina Bartel: Indo-German cooperation in the library and
information field (35-38). Session 3: Suchmaschinen - Moderation: Prof.Dr. Stephan Büttner,
Peter Kostädt: Einsatz von Suchmaschinen für den Zugriff auf das Deep Web (39-44); An-
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6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
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drea Dirsch-Weigand, Ingrid Schmidt, Birgit Rein, Richard Stenzel, Thomas Kamps: ConWeaver - automatisierte Wissensnetze für die semantische Suche (45-56); Manfred Hauer:
Semantische Navigation über Wikipedia-Artikel mittels Thesaurus-Einträgen - neue Entwicklungen bei der wissenschaftlichen Search-Engine dandelon.com (57-60). Session 4: Informationswirtschaft - Moderation: Christiane Wolff, Michael Fanning: Informationen, Freiheit und
Gebühren: Preisstrategien für Behörden im Umgang mit dem Informationsfreiheitsgesetz (6170); Ursula Georgy: Kundenintegration in die Dienstleistungsinnovation im Bereich der Informationswissenschaft (71-81); Barbara Kalumenos, Philippe M. Terheggen: Can Online
Editorial Systems help to improve the efficiency? Experiences from STM industry (83-84).
Session 5: ePublishing - Moderation: Heike D. Gruhl, Dhanashree A. Date: LMS to CMS - so
near yet so far! (85-94); Margit Becher: Vom Buch zum Topic - mit DITA zu besserer Wiederverwendbarkeit (95-102). Session 6: eLearning - Moderation: Prof.Dr. Ursula Georgy,
P.M. Naushad Ali, Samar Iqbal Bakhshi: Problems and prospects of LIS education in India
with special reference to distance mode (103-112); Ursula Schulz, Ulrike Spree: Automatische Inhaltserschließung in der Lehre - das Blended-Learning-Modul a-step (113-122); Thomas Hapke, Sandra Zilles: Benutzerzentrierte Modellierung des Rechercheprozesses in BibTutor (123-133). Session 7: Wikis, Blogs & RSS - Moderation: Marlies Ockenfeld, Peter
Wolff: Zwischen Hype und Wunschdenken - die neuen Kommunikationsinstrumente Weblogs, RSS, Podcasting und Co (135-142); Isabella Peters: Inhaltserschließung von Blogs und
Podcasts im betrieblichen Wissensmanagement (143-151); Ehrhardt F. Heinold: Google,
Blogs, Wikis - welche neuen Herausforderungen gibt es für Verlage? (153-156). Session 8:
Aus- und Weiterbildung - Moderation: Prof.Dr. Ralph Schmidt, Gudrun Behm-Steidel: Akkreditierter Masterstudiengang Informations- und Wissensmanagement der FH Hannover
(157-163); Karin Holste-Flinspach: Berufsperspektiven für Fachangestellte für Medien- und
Fachinformationsdienste - die Weiterbildungsdiskussion zwischen Fachwirt und Fernstudium
(165-170); Christina Thomas: Qualitätsmanagement in der Weiterbildung - die Zertifizierung
des Instituts für Information und Dokumentation nach dem Modell der Lernerorientierten
Qualitätstestierung in der Weiterbildung (LQW) (171-175). Session 9: Standards & Normen Moderation: Dr. Luzian Weisel, Roswitha Poll: Standardisierung von Statistiken und Indikatoren für elektronische Informationsressourcen und deren Nutzung (177-185); Jana False: Informetrische Markenanalysen (187-193); Samyuktha Ravi: Facilitating scientific research by
a biomedical and life sciences gateway - University of Madras, a case study (195-198). Session 10: Informationsprozesse - Moderation: Hermann Köstlbacher, Klaus Mak: Der Einsatz
des prozessorientierten Wissensmanagementwerkzeuges PROMOTE in der Zentraldokumentation der Landesverteidigungsakademie (199-211); Dietrich Rieth: Ein Fachinformationsmanagement System (FMS) für die DGI und ihre Mitglieder - ein technologisch und organisatorisch neuer Ansatz (213-216); Stefan Zillich: Praxisaspekte informationspathologischer Phänomene (217-226). Session 11: Wissensorganisation Moderation - Jutta Bertram, Katrin Weller: Kooperativer Ontologieaufbau (227-234); Martin Leuenberger, Niklaus Stettler: Living
Memory - digitales Bildarchiv mit kombinierten Zugriffsoptionen (235-244); Robert Fugmann: Weltweites Lernen in der Wissensorganisation. Ansprache zum Empfang der Kaula
Gold Medaille (245-250). DVMD-Symposium - Moderation: Gerald Linczak, Markus Stein:
Wandel der medizinischen Dokumentation in den Krankenhäusern im DRG-Zeitalter (251254); Peter Ihle: Routinedatennutzung im Gesundheitswesen (255); Julia Weber: Bedeutung
von Qualitätsberichten nach Paragraph 137 SGB V für Patienten und niedergelassene Ärzte
(257-258); Stefanie Weber: Medizinische Klassifikationen - Vergleich Deutschland und
WHO, Entwicklungs- und Ausbildungsstrategien (259-260); Joachim Dudeck: SNOMED CT
- Terminologie der Zukunft? (261-264); Andreas Goldschmidt: Die Gesundheitskarte - besse-
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
re IT für bessere Gesundheit (265-268); Antje Schütt: Die Kompetenznetze in der Medizin Funktionen, Ziele, Nutzen (269-272); Christiane Fischer: Das Berufsbild des Datenmanagers
in der klinischen Forschung im Wandel (273-276); Bruno Schweizer, Christina König, Volker
Schmitt: Berufe im Informationswesen - ein Online-Wegweiser zur Ausbildung (277-283).
[183-L] Ockenfeld, Marlies (Hrsg.):
Leitbild Informationskompetenz: Positionen, Praxis, Perspektiven im europäischen
Wissensmarkt ; 27. Online-Tagung der DGI, 57. Jahrestagung der DGI ; Frankfurt am
Main, 23.-25. Mai 2005 ; Proceedings, Frankfurt am Main 2005, 279 S., ISBN: 3-925474-54-4
(Graue Literatur)
INHALT: Inhaltsverzeichnis: Session 1: Informationskompetenz & Wirtschaft - Moderation:
Claudia Jüch, Oliver Bendel: Die Geister, die ich rief ... elektronische Hilfe- und Unterstützungssysteme für die betriebliche Kommunikation (11-14); Marianne Ingold: Informationskompetenz: ein (neues) Leitbild für betriebliche Informationsstellen? (15-26); Session 2: Wissensorganisation I - Moderation: Prof.Dr. Ulrike Spree, Simon Holzer: Neue Suchverfahren
für Web Retrieval und Bibliothekenbestände (27-28); Philipp Mayr, Maximilian Stempfhuber, Anne-Kathrin Walter: Auf dem Weg zum wissenschaftlichen Fachportal - Modellbildung
und Integration heterogener Informationssammlungen (29-43); Dirk Lewandowski: Integration von Web-Verzeichnissen in algorithmische Suchmaschinen (45-61); Session 3: Informationskompetenz & Wissenschaft - Moderation: Thomas Hapke, Sandra Zilles: Das BMBF-Verbundprojekt BibTutor (61-72); Sandra Merten: Informationskompetenz vermitteln - das modulare Blended-Learning-Szenario der Bibliothek der Universität Konstanz (73-78); Session
4: Wissensorganisation II - Moderation: Christiane Wolff. Brigitte Jörg, Hans Uszkoreit: The
ontology-based architecture of it world, a comprehensive web information system for a
science and technology discipline (79-90); Robert Strötgen, Udo Riege: Evaluierung von Anfragetransfers für sozialwissenschaftliche Internetdokumente (91-98); Session 5: New information products - Moderation: Karen Falke, Christian Dömich: Praktisches Textmining von
Wirtschaftsinformation (99-102); Kerstin Dix, Christoph Klees, Nina Mönch: Online Platforms der AegisMedia Gruppe Deutschland - Websites, Intranets, Extranets (103-109); Manfred Hauer: Neue Wege in der maschinellen Indexierung, im semantischen Retrieval und in
der interorganisationellen Arbeitsorganisation (111-116); Session 6: Intellectual property Moderation: Dr. Reiner Schwarz Kaske, Beatrix Wicenec: Aus der Praxis der Patentinformation (117); Reinhard Schramm: Patentanalysen mittels kommerzieller und nichtkommerzieller
Datenbanken (119); Session 7: New information services I - Moderation: Prof.Dr. Stephan
Büttner, Wolfgang Sander-Beuermann: Aktuelle Entwicklungen und Probleme internetbasierter Suchtechnologien (121-122); Dirk Tunger: Frühwarnsysteme - über eine strategische Auswertung von Informationen zu einem neuen Mehrwert (123-130); Thomas Mandl, Rene
Schneider, Robert Strötgen: Ein "Fast-Forward"-Ansatz zur Erstellung eines Systems zum
cross-lingualen Question Answering (131-141); Session 8: Digital Rights Management - Moderation: Bernd Meidel, Ulrich Korvvitz, Elke Roesner: Vascoda-Studie "Digital Rights Management Systeme" (143); Andreas Quest: Zugriffs- und Rechteverwaltung in Presseportalen
und Pressearchiven bei Unternehmen und Behörden (145-147); Haike Meinhardt: Regulierung oder Ver-Riegelung von Wissen? Technische, rechtliche und politische Ansatze im Bereich des geistigen Eigentums und ihre Verschränkungen (149-162); Session 9: New information services II - Moderation: Prof.Dr. Christa Womser-Hacker, Claus-Peter Klas, Sascha
Kriewel, Norbert Fuhr, Andre Schaefer: DAFFODIL - Nutzerorientiertes Zugangssystem für
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6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
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heterogene Digitale Bibliotheken (163-173); Fabio Tosques, Philipp Mayr: Web Services Einsatzmöglichkeiten für das Information Retrieval im WWW (175-188); Marc Andre Selig,
Erich Weichselgartner, Christiane Baier: Modulare Architektur zur performanten Anbindung
multipler Retrievalschnittstellen für bibliographische Datenbanken (189-196); Session 10:
Change Management - Moderation: Dr. Gabriele Kirch-Verfuß - Vortrag mit Podiumsdiskussion; Session 11: Informationsraum Europa - Moderation: Patrick Müller, Rainer Michaeli:
Competitive Intelligence zwischen Anspruch und Wirklichkeit - die europäische Perspektive
(199); Michael Düro: EUR-Lex: die Inhaltserschließung für einen besseren Zugang zum EURecht (201); Gesa Büttner: Fakten und Trends zur Kulturpolitik - das Informationssystem
"Compendium" (203-211); Session 12: Trends in der Qualifizierung I - Moderation: Heike D.
Gruhl, Christina Thomas: Das neue Aus- und Fortbildungsangebot des IID (213); Gustav A.
Mohrlüder: Weniger ist mehr: die Vermittlung von mediendokumentarischen Kernkompetenzen im neuen VFM-Fortbildungsprogramm (215); Heike Ditlevsen, Bettina Fischer: Das neue
Fortbildungsportal für Bibliothek und Information www.wissenbringtweiter.de (217-219);
Session 13: 20. newcomer-forum (Genios Award) - Moderation: Prof.Dr. Ralph Schmidt,
Carl Rauch: Langfristige Datenspeicherung - eine Metrik zum Vergleich verschiedener Speicherstrategien (221-229); Julia Drews: Das Intranet als betriebsinternes Informationstool eine Untersuchung zu Nutzung, Akzeptanz und Optimierung des InfoPort der HSH Nordbank
(231-242); Jochen Braun, Jens Fauldrath, Arne Kunisch: Evaluation des T-Online OnComputer und OnComputer Insider anhand eines heuristischen Benchmarkings mit vergleichbaren
Webangeboten (243-258); Session 14: Trends in der Qualifizierung II - Moderation: Prof.Dr.
Ursula Georgy, Barbara Müller-Heiden: Fachwirt/ Fachwirtin für Medien- und Informationsdienste (259-260); Marc Rittberger: Informationskompetenzen. Der Euroguide im Kontext
der Berufszertifizierungen (261-267); Gabriele Freudenberg: Die FAMI-Ausbildung in der
Praxis (269-274).
[184-F] Powalla, Christian, Dipl.-Kfm. (Bearbeitung); Bresser, Rudi K.F., Univ.-Prof.Dr. (Betreuung):
Entscheidungsheuristiken im Strategischen Management
INHALT: Heuristiken dienen dazu, aus unvollständiger Information vernünftige Schlüsse zu ziehen. Sowohl in wirtschaftlichen als auch in außerwirtschaftlichen Kontexten haben sich Entscheidungsheuristiken bei der Problemlösung in unsicheren Umwelten als äußerst effektiv
herausgestellt. Die Praxis des Strategischen Managements verwendet traditionell eine Vielzahl von Frameworks und ähnliche Entscheidungsheuristiken. Unter Rückgriff auf Erkenntnisse der modernen, sozialpsychologisch inspirierten Entscheidungsforschung setzt sich dieses Projekt mit dem Einsatz von Heuristiken im Rahmen des strategischen Managementprozesses auseinander. Dabei soll insbesondere die Prognosekraft dieser Werkzeuge im Unternehmungskontext empirisch untersucht werden. GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland, evtl. USA
METHODE: Ressourcenbasierter Ansatz; Entscheidungsheuristiken. Untersuchungsdesign:
Trend, Zeitreihe DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, standardisiert; Aktenanalyse, standardisiert; Sekundäranalyse von Aggregatdaten. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Powalla, Christian; Bresser,
Rudi K.F.: Can ignorance beat resource-based view? Comparing the vrio-framework to the
recognition heuristic.
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6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
ART: BEGINN: 2005-10 ENDE: 2009-10 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Freie Universität Berlin, FB Wirtschaftswissenschaft, Institut für Management
Lehrstuhl für Strategisches Management (Garystr. 21, 14195 Berlin)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 030-8385-2280, e-mail: [email protected])
[185-F] Ritschel, Falk, Dipl.-Wirtsch.-Inf. (Bearbeitung); Möhlenbruch, Dirk, Prof.Dr. (Betreuung):
Gestaltungsmöglichkeiten des Relationship-Marketing im Einzelhandel auf Basis der Analyse von Kundendaten mittels neuronaler Netze
INHALT: Ziel der Promotion ist es, Gestaltungsmöglichkeiten für das Relationship-Marketing im
Einzelhandel abzuleiten. Insbesondere die methodischen, informationstechnischen und inhaltlichen Möglichkeiten der Erhebung und Analyse von Kundendaten mit Hilfe von neuronalen
Netzen stehen dabei im Zentrum der Überlegungen.
ART: BEGINN: 2004-07 ENDE: 2008-06 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Universität Halle-Wittenberg, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Wirtschaftswissenschaftlicher Bereich, Institut für BWL Lehrstuhl für Marketing und
Handel (Große Steinstr. 73, 06108 Halle)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0345-552-3393, Fax: 0345-552-7192,
e-mail: [email protected]); Betreuer (Tel. 0345-55-23390, Fax: 0345-55-27192,
e-mail: [email protected])
[186-F] Rumpel, Franziska, Dipl.-Kff.; Schaefer, Michael, Ph.D.; Knuth, Michael, Dr. (Bearbeitung); Erichson, Bernd, Prof.Dr. (Leitung); Erichson, Bernd, Prof.Dr. (Betreuung):
Neuromarktforschung
INHALT: 1. Kombination klassischer Marktforschungsmethoden mit Verfahren der Neurologie
und Psychologie, speziell funktionelle Magnetresonanztomographie, Assoziationstests; 2. diese Triangulation der Methoden soll zur Verbesserung bestehender Erhebungsmethoden und
zur Gewinnung neuer Erkenntnisse bezüglich des Konsumentenverhaltens dienen. Ergebnisse
bis jetzt: 1. Low-Involvement-Produkte aktivieren Belohnungsareale; 2. es gibt neuronale Unterschiede zwischen marken- und preissensitiven Käufern bezüglich der Bewertung von Marken als sympathisch/ nicht-sympathisch.
METHODE: Triangulation ökonomischer, psychologischer und neurologischer Methode: Testmarktsimulation, Conjoint-Analyse, Assoziationstest und funktionelle Magnetresonanztomographie. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, face to face. Experiment (Stichprobe: n=12; Studenten; Auswahlverfahren: Akquise.
Stichprobe: n=154; Studenten, Angestellte; Auswahlverfahren: Zufall). Psychologischer Test
(Stichprobe: n=154; Studenten, Angestellte; Auswahlverfahren: Zufall. Stichprobe: n=29;
Studenten; Auswahlverfahren: Akquise). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Rumpel, Franziska; Schaefer, Michael; Knuth, Michael: Nursal
correlates for price involvement in purchase decisions with regards to fast-moving-consumergoods (under review).+++Rumpel, Franziska; Schaefer, Michael; Knuth, Michael: Fast moving consumer goods (FMCG) activate cortical reward areas. in: NeuroPsychoEconomics
Conference Proceedings, 2008, p. 23. ISSN 1861-8243. ARBEITSPAPIERE: Rumpel, Fran-
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6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
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ziska; Schaefer, Michael; Knuth, Michael: FMCG aktivieren kortikale Belohnungsareale (revised and submitted).
ART: BEGINN: 2006-08 ENDE: 2008-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Universität Magdeburg, Fak. für Wirtschaftswissenschaft, Lehrstuhl BWL, insb.
Marketing (Postfach 4120, 39016 Magdeburg); Universität Magdeburg, Fak. für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, Institut für Psychologie I Lehrstuhl für Sozialpsychologie, Differenzielle und Persönlichkeitspsychologie (Postfach 4120, 39016 Magdeburg); Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Klinik für Neurologie II (Leipziger Str. 44, 39120
Magdeburg)
KONTAKT: Rumpel, Franziska (Tel. 0391-67-18313, e-mail: [email protected])
[187-L] Schanne, Norbert; Wapler, Rüdiger; Weyh, Antje:
Regional unemployment forecasts with spatial interdependencies, (IAB Discussion Paper :
Beiträge zum wissenschaftlichen Dialog aus dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung,
28/2008), Nürnberg 2008, 28 S. (Graue Literatur; doku.iab.de/discussionpapers/2008/dp2808.pdf)
INHALT: Die Arbeitslosigkeit für die 176 deutschen administrativen Arbeitsmarktregionen (im
Allgemeinen Arbeitsagenturbezirke) wird auf einer monatlichen Basis prognostiziert. Wegen
ihrer geringen Größe existieren zwischen diesen regionalen Einheiten starke räumliche Interdependenzen. Um diese und auch die Heterogenität der regionalen Entwicklung im Zeitablauf
berücksichtigen zu können, kommen verschiedene Versionen eines eindimensionalen räumlichen GVAR-Modells zur Anwendung. Wenn man die Genauigkeit der Prognose mit eindimensionalen Zeitreihenmethoden vergleicht, zeigt sich, dass das räumliche Modell bessere
oder zumindest gleich gute Ergebnisse erzielt. Folglich bietet das GVAR-Modell eine Alternative oder einen ergänzenden Ansatz zu normalerweise eingesetzten Methoden für die regionale Prognose, die regionale Interdependenzen unberücksichtigt lassen. (IAB)
[188-F] Scheffler, Constance, Dipl.-Kff. (Bearbeitung); Diller, Hermann, Prof.Dr. (Betreuung):
Sequenzanalysen im Marketing (Arbeitstitel)
INHALT: Untersuchung von Kunden- und Wettbewerbsreaktionen auf dauerhafte Veränderungen (Preiserhöhungen und -senkungen); Entwicklung eines Pricing-Cockpits unter Berücksichtigung identifizierter Reaktions-/ Verhaltensmuster zur Durchführung eines dynamischen
Pricings; ausgewählte Fragestellungen: 1. Wie reagieren Kunden auf dauerhafte Preisänderungen eines Anbieters? 2. Wie reagieren Wettbewerber auf dauerhafte Preisänderungen eines
Anbieters? 3. Wie lassen sich Preisänderungen preisstrategisch optimal durchführen?
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Diller, H.; Bauer, T.; Scheffler. C.: Sequenzanalysen als Methoden einer dynamischen Kundenanalyse. Arbeitspapiere
des Lehrstuhls für Marketing der Univ. Erlangen Nürnberg, 2007, Nr. 152.
ART: BEGINN: 2007-09 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Universität Erlangen-Nürnberg, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl BWL, insb. Marketing (Postfach 3931, 90020 Nürnberg)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 0911-5302-215,
e-mail: [email protected])
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[189-L] Schmidt, Robert:
Praktiken des Programmierens: zur Morphologie von Wissensarbeit in der SoftwareEntwicklung, in: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 37/2008, H. 4, S. 282-300 (Standort: USB
Köln(38)-XG01232; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der Beitrag setzt am Empirie-Defizit der aktuellen Diskurse um die Wissensgesellschaft an und stellt mikrosoziologisch-praxeologische Analysen von Arbeitspraktiken in der
Software-Entwicklung - einem Kernbereich zeitgenössischer Wissensarbeit - in den Mittelpunkt. Auf der Grundlage einer videogestützten Ethnografie von Programmierpraktiken im
Stil der Workplace Studies wird dabei die sozio-kulturelle Form der Tätigkeiten fokussiert.
Die Analyse zielt darauf ab, ein soziologisches Deutungsangebot für vornehmlich in technischer Hinsicht thematisierte Probleme der Software-Entwicklung zu unterbreiten. Die These
ist, dass Krisenphänomene, die in diesem Bereich unter den Schlagwörtern 'Softwarekrise'
oder 'Code Decay' diskutiert werden, maßgeblich mit Problemen der sozio-kulturellen Form
der Arbeitspraktiken zusammenhängen. Die Form der Arbeitspraktiken wird als zentraler Bezugs- und Brennpunkt konkurrierender (ingenieursmäßiger bzw. so genannter agiler, d.h. projektförmig-kommunikativer) Entwicklungsmethoden von Software kenntlich gemacht. Die
diesbezüglich im Bereich Software-Entwicklung anhaltenden Kontroversen werden als symbolische Strategien der Auf- bzw. Abwertung des Programmierens gedeutet." (Autorenreferat)
[190-L] Schumacher, Christian:
Measuring uncertainty of the euro area NAIRU: Monte Carlo and empirical evidence for
alternative confidence intervals in a state space framework, in: Empirical economics : journal
of the Institute for Advanced Studies, Vienna, Austria, Vol. 34/2008, No. 2, S. 357-379 (Standort:
USB Köln(38)-XH2775)
INHALT: "This paper investigates uncertainty around point estimates of the euro area NAIRU in
a state space framework. The relative accuracy of alternative measures of uncertainty for state
space models are compared using Monte Carlo simulations. A direct bootstrap method yields
confidence intervals with lower coverage probability than confidence intervals based on mean
squared errors (MSE) approximations. The degree of uncertainty of the euro area NAIRU is
estimated with a trivariate state space model. The direct bootstrap method shows the narrowest confidence interval compared with the MSE approximations. However, the wider intervals based on MSE approximations are narrow enough for the identification of some periods
in time where observed unemployment and the NAIRU differ significantly." (author's abstract)
[191-L] Simon, Edouard J.; Porto de Albuquerque, Joao; Rolf, Arno:
Notwendige und vorläufige Formalisierungslücken in Organisationen, in: Christiane Funken,
Ingo Schulz-Schaeffer (Hrsg.): Digitalisierung der Arbeitswelt : zur Neuordnung formaler und
informeller Prozesse in Unternehmen, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2008, S. 239-261,
ISBN: 978-3-531-15663-7
INHALT: Die Autoren beleuchten den Vorgang der Formalisierung von organisatorischen Strukturen durch Informationstechnik aus der Sicht der Informatik. Sie stellen zunächst den kon-
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struktionsorientierten und den nutzungsorientierten Ansatz aus der informationstechnischen
Forschung dar, die sich den Problemen der IT-gestützten Organisationsgestaltung auf unterschiedlichen Ebenen nähern. Darauf aufbauend schlagen sie eine integrierende Sicht auf die
IT-gestützte Organisationsgestaltung vor, die in einem zyklischen Modell sowohl die Dekontextualisierung von organisatorischen Routinen im Software-Entwicklungsprozess als auch
die Rekontextualisierung von formalisierten Handlungsmustern bei der Aneignung und Nutzung von Softwaresystemen in Organisationen berücksichtigt. Diese Sichtweise bildet die
Grundlage für einen erweiterten Formalisierungsbegriff, anhand dessen die Grenzen der Formalisierbarkeit aufgezeigt werden können. Die Autoren verdeutlichen die Rekonstruktion von
Formalisierungslücken in einem organisatorischen Ablauf ferner an einem Fallbeispiel. Abschließend diskutieren sie offene Fragen im Hinblick auf den vorgeschlagenen Formalisierungsbegriff und zeigen den sich daraus ergebenden Forschungsbedarf auf. (ICI2)
[192-L] Stock, Wolfgang G.; Stock, Mechtild:
Wissensrepräsentation: Informationen auswerten und bereitstellen, (Einführung in die
Informationswissenschaft, Bd. 2), München: Oldenbourg 2008, 441 S., ISBN: 978-3-486-58439-4
INHALT: "Wissensrepräsentation ist die Wissenschaft, Technik und Anwendung von Methoden
und Werkzeugen, Wissen derart abzubilden, damit dieses in digitalen Datenbanken optimal
gesucht und gefunden werden kann. Sie ermöglicht die Gestaltung von Informationsarchitekturen, die - auf der Grundlage von Begriffen und Begriffsordnungen arbeitend gestatten, Wissen in seinen Bedeutungszusammenhängen darzustellen. Ohne elaborierte Techniken der
Wissensrepräsentation ist es unmöglich, das 'semantische Web' zu gestalten. Das Lehrbuch
vermittelt Kenntnisse über Metadaten und beschreibt eingehend sowohl dokumentarische wie
bibliothekarische Ansätze der Inhaltserschließung (Thesauri und Klassifikationssysteme), Bemühungen der Informatik um Begriffsordnungen (Ontologien) als auch nutzerkonzentrierte
Entwicklungen im Web 2.0 (Folksonomies). Es geht um das Auswerten und Bereitstellen von
Informationen bei Diensten im World Wide Web, bei unternehmensinternen Informationsdiensten im Kontext des betrieblichen Wissensmanagement sowie bei fachspezifischen professionellen (kommerziellen) Datenbanken." (Textauszug)
[193-F] Teutsch, Barbara, M.A. (Bearbeitung); Ortwin, Renn, Prof.Dr.Dr.h.c. (Betreuung):
Innovation processes in the field of renewable energies: a multi agent simulation
INHALT: Ziel des Projektes ist es, Innovationsprozesse im Bereich erneuerbarer Energien besser
verstehen zu können, indem die Einflüsse und Abhängigkeiten zwischen einzelnen Akteuren
sowie deren Verhalten genauer analysiert und in eine agentenbasierte Simulation umgesetzt
werden. Die durch die Simulation erzielten Ergebnisse sollen dann mit der "Wirklichkeit abgeglichen" werden, um das Modell dementsprechend zu "kalibrieren" und anzupassen.
METHODE: Als Grundlage dienen verschiedene Ansätze der Innovationsforschung, speziell im
Bereich der Innovationsnetzwerke. Ziel ist es, eher strukturbetonende Ansätze mit akteursbasierten Ansätzen in einem Modell zu kombinieren, das dann (methodischer Ansatz) in eine
agentenbasierte Simulation übertragen werden soll, um Innovationsprozesse im Bereich erneuerbarer Energien abbilden zu können.
ART: BEGINN: 2008-10 ENDE: 2011-09 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution
170
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
6 Simulation, Planungsverfahren, Informationsverarbeitung
INSTITUTION: Universität Stuttgart, Fak. 10 Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Institut für
Sozialwissenschaften Abt. V Technik- und Umweltsoziologie (Seidenstr. 36, 70174 Stuttgart)
KONTAKT: Bearbeiterin (e-mail: [email protected])
[194-F] Witte, Björn-Christopher, M.A. (Bearbeitung); Westerhoff, Frank, Prof.Dr. (Betreuung):
Finanzmärkte im Wandel der Integration: Bedarf und Möglichkeiten der Regulierung auf
Basis heterogener Agentenmodelle
INHALT: Die voranschreitende Öffnung sozialer und wirtschaftlicher Systeme im Rahmen der
Globalisierung betrifft die Finanzmärkte in hohem Maße. Deutlich lassen sich integrative
Tendenzen identifizieren. Dies bedeutet sowohl die Herausbildung internationaler Märkte, als
auch die verstärkte Interpendenz der Märkte untereinander. Dabei birgt die Öffnung eines dynamischen Systems, wie eines Finanzmarktes, die Gefahr der Destabilisierung desselben. Das
Projekt widmet sich daher zunächst der Aufgabe, nach Instabilitäten als Folge von Finanzmarktintegration zu forschen und daraus resultierenden Regulierungsbedarf aufzuzeigen.
Hierauf aufbauend sollen Maßnahmen entwickelt und analysiert werden, welche zur Re-Stabilisierung der Systeme beitragen könnten. Die Untersuchungen werden an künstlichen Modellmärkten durchgeführt, welche per Computer simuliert werden. Dabei scheinen klassische
Gleichgewichtsmodelle von einem unvollkommenen Paradigma auszugehen. Nicht zuletzt die
Kursturbulenzen im Rahmen der weltweiten Finanzkrise legen nahe, dass Finanzmarktteilnehmer nicht allein von fundamentalen Informationen geleitet werden. Der behavioristische
Ansatz der heterogenen Agentenmodelle schließt diese Lücke, indem er die soziologischen
und psychologischen Motive der Akteure explizit berücksichtigt.
METHODE: behavioral finance, Agenten-basierte Modellierung, Computersimulationen
ART: BEGINN: 2008-10 ENDE: 2011-09 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche
Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Bamberg, Fak. Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für
VWL, insb. Wirtschaftspolitik (Feldkirchenstr. 21, 96045 Bamberg); Universität Bamberg,
Fak. Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Graduiertenkolleg "Märkte und Sozialräume in
Europa" (Lichtenhaidestr. 11, 96045 Bamberg)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0176-6408-5065, e-mail: [email protected])
7
Evaluation, Interaktion, Intervention
[195-L] Abs, Hermann Josef:
Nutzung von Evaluation in der Schulentwicklung - eine Rezeptionsstudie zu
Evaluationsrückmeldungen im Rahmen des Programms 'Demokratie lernen und leben', in:
Zeitschrift für Evaluation, Jg. 7/2008, H. 2, S. 213-241
INHALT: "Das Thema der Nutzung von Rückmeldungen aus Schulevaluationen wird vor einem
theoretischen Hintergrund empirisch untersucht. Zunächst werden die spezifischen Merkmale
der untersuchten Rückmeldung und des Rückmeldekontexts im Rahmen eines Schulentwicklungsprogramms dargestellt. Sodann wird der Forschungsstand aufbereitet und in Form von
Bedingungsfeldern für den Nutzungsprozess systematisiert. Die Notwendigkeit eines kombinierten qualitativen und quantitativen Untersuchungsansatzes wird begründet und das metho-
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
171
dische Vorgehen wird dargestellt. Quantitativ wie qualitativ werden jeweils deskriptive als
auch analytische Ergebnisse präsentiert und auf den vorab entwickelten Hintergrund bezogen.
Die Bedeutung schulinterner und schulexterner Bedingungen kann so differenziert aufgezeigt
werden." (Autorenreferat)
[196-L] Adami, Wilfried; Houben, Jan; Rehberg, Frank:
Fakten erfahrbar machen: anwendungsorientierte Möglichkeiten der Informations- und
Qualifikationsvermittlung, in: Wilfried Adami, Christa Lang, Sabine Pfeiffer, Frank Rehberg
(Hrsg.): Montage braucht Erfahrung : erfahrungsbasierte Wissensarbeit in der Montage, München:
Hampp, 2008, S. 195-207, ISBN: 978-3-86618-274-5
INHALT: Bei der Gestaltung und Implementierung eines produktionsweiten Informationssystems
wurde, so die Verfasser, aufgrund der hohen Dynamik und der Menge an Informationen eine
webbasierte Lösung entwickelt. Die Produktionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter können
über in der Produktion aufgestellte Informationsportale alle produktionsrelevanten Informationen schnell und einfach finden. Dabei wurde ein System entwickelt, das durch den Einsatz
eines Touch-Screen sowohl auf eine Tastatur als auch auf eine Computermaus verzichten
kann. Hierdurch werden Störungsquellen und Barrieren vermieden. In einem zweiten Schritt
ist geplant, alle Arbeitsplätze mit solch einem Informationsportal auszustatten und das bisherige System der Anweisungen und der Informationsversorgung in Papierform komplett zu ersetzen. Auf dieser Implementationsstufe sollen zudem die für die Beschäftigten interessanten,
aussagekräftigen Kennzahlen in ansprechender Form in das Informationssystem integriert
werden. Die dargestellten Möglichkeiten zur Qualifizierung und Informierung der Beschäftigten können, so die These, nicht die Bedeutung des Erfahrungswissens zur prozesssicheren Bewältigung der Produktionsschritte ersetzen. Sie unterstützen jedoch die Nutzung, den Erwerb
und die Weitervermittlung des Erfahrungswissens der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und leisten damit einen Beitrag zur Verbesserung des gesamten Produktionsablaufs.
(ICF2)
[197-L] Atzeroth, Jönna; Süß, Waldemar:
Konzeptionelle Überlegungen zur Durchführung eines Städtevergleichs: ein Stufenmodell
zur Qualitätssicherung, in: Waldemar Süß, Ingmar Schäfer, Alf Trojan (Hrsg.): Integrierte
(Gesundheits-)Berichte : konzeptionelle Überlegungen und Umsetzungserfahrungen, Aachen:
Shaker, 2007, 221-233, ISBN: 978-3-8322-4709-6
INHALT: Im vorliegenden Beitrag werden die Herausforderungen an einen städteübergreifenden
Vergleich kommunaler Gesundheitsberichterstattung auf ihren unterschiedlichen Prozessebenen dargestellt. Es wird ein Stufenmodell zur rationalen Steuerung der Umsetzung eines Städtevergleichs beschrieben, welches zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, jedoch
für weitere angestrebte Städtevergleiche eine Richtlinie darstellen kann. In dem Stufenmodell
werden ferner Handlungsempfehlungen zusammengefasst, die aus den Erfahrungen des Städtevergleichs gewonnen werden können. Thematisiert werden die einzelnen Stufen des Vergleichs, das prozessbegleitende Monitoring, die Strukturentwicklung des Projekts, die Indikatorenauswahl, die Erstellung der Einzelberichte und des Vergleichs, die Veröffentlichung des
Städtevergleichs, die Prozessreflexion sowie die Fortsetzung einer kontinuierlichen Gesundheitsberichterstattung. Die konzeptionellen Überlegungen haben zum Ziel, auf bestimmte
172
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
Problemfelder beim Städtevergleich hinzuweisen und somit Fehlerquellen und Hindernisse
von Beginn an einzugrenzen. (ICI)
[198-L] Balthasar, Andreas:
Der Einfluss unterschiedlicher Institutionalisierungsmodelle auf die Verwendung von
Evaluationen: Erfahrungen aus der Schweiz, in: Zeitschrift für Evaluation, Jg. 7/2008, H. 2, S.
243-271
INHALT: "Mit dem wachsenden Interesse an der Institutionalisierung von Evaluation in der öffentlichen Verwaltung stellt sich die Frage nach Institutionalisierungsmodellen, die optimale
Bedingungen für die Verwendung von Evaluationen bieten. Der vorliegende Beitrag geht dieser Frage nach. Dabei stützt er sich auf eine breit angelegte Untersuchung von mehr als 90
Prozent aller rund 300 Evaluationen, die die schweizerische Bundesverwaltung in den Jahren
1999 bis 2002 abgeschlossen hat. Die Datenauswertung schließt deskriptive, bivariate sowie
multivariate Analysen ein. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Verwendung
von Evaluationen von einer Institutionalisierung profitiert, die die Distanz zwischen den Evaluierenden und den Nutzenden von Evaluationen gering hält. Demgegenüber gibt es kaum
Belege dafür, dass sich die Chance auf Verwendung von Evaluationsergebnissen erhöht,
wenn die Institutionalisierung Wert auf Distanz und Unabhängigkeit zwischen Evaluierenden
und Evaluierten legt." (Autorenreferat)
[199-L] Bärisch, Stefan; Hermes, Bernd; Jakowatz, Stefan; Krause, Jürgen; Riege, Udo; Stahl,
Matthias; Stempfhuber, Maximilian; Zens, Maria; Zimmer, Monika:
Pilotstudie Forschungsrating Soziologie: Vorbereitung, Durchführung, Ergebnisse der
Erhebung soziologischer Publikationen, (GESIS-Arbeitsbericht, Nr. 5), Bonn 2008, 86 S.
(Graue Literatur;
www.gesis.org/fileadmin/upload/forschung/publikationen/gesis_reihen/gesis_arbeitsberichte/Pilot
studie_GESIS-AB_5_.pdf)
INHALT: Das GESIS-IZ Sozialwissenschaften hat im Auftrag des Wissenschaftsrates von August 2006 bis April 2007 den publikationsbezogenen Bereich des Forschungsratings Soziologie durchgeführt. Dieses Forschungsrating dient als Pilotprojekt für die Leistungsbewertung
der universitären und außeruniversitären Wissenschaft in der Bundesrepublik. Bei der Darlegung der konzeptionellen und technischen Umsetzung der Pilotstudie stehen drei Schritte im
Fokus: die Bestimmung der Datengrundlage, die Verfahren der Publikationsrecherche und
-validierung zur Erzeugung der Vorlagemenge durch GESIS-IZ, die Bearbeitung der neugemeldeten Publikationen und die Zusammenführung und Auswertung der Daten nach Maßgabe des Wissenschaftsrats. Die von GESIS-IZ entwickelte und implementierte Technologie des
Online-Erfassungssystems wird in ihren Elementen und ihrer Funktion vorgestellt. Es werden
die Anfragen und Anregungen ausgewertet, die während der "Selbstmelde-Phase" über die EMail-Hotline eingingen. Hieran schließt sich eine detaillierte Betrachtung der "Nichtmelder"
an - derjenigen Personen, die sich nicht im Online-System angemeldet, ihre persönliche Seite
weder angesehen, korrigiert noch ergänzt haben. Diese Gruppe ist auf Grundlage der vom
Wissenschaftsrat gemeldeten Daten und weiterer Recherchen nach folgenden Kriterien genauer betrachtet worden: Verteilung nach akademischem Abschluss und Statusgruppe, nach
Disziplinen und nach Alterskohorten. Fragen nach den Gründen für die Teilnahme oder
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
173
Nichtteilnahme an der Pilotstudie können auf dieses Material zurückgreifen. In einer ergänzenden Stichprobenanalyse wird die SOLIS/CSA-Vorlage gegen elf weitere Datenbanken
(u.a. Social SciSearch) und Kataloge (u.a. Dreiländerkatalog des HBZ) geprüft. Die differenzierte Betrachtung der nachgemeldeten Publikationen - aufgeschlüsselt nach Erscheinungsort
und Dokumenttypen und mit Perspektive auf die Diversifizierung sozialwissenschaftlicher
Publikationen - erlaubt Hinweise darauf, wie der Deckungsgrad des Nachweises sozialwissenschaftlicher Publikationen effizient optimiert werden kann. Ein abschließendes Kapitel
fasst die Ergebnisse zusammen und systematisiert die Schlussfolgerungen mit Blick auf den
Ausbau der GESIS-IZ-Informationsdienste. (ICF2)
[200-L] Battisti, Martina; Eiselen, Tanja:
Insights through performative approaches, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum:
Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 21 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802444)
INHALT: "Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage, in welcher Weise gestalterische Methodenansätze in Forschung und Beratung genutzt werden können, um das Verständnis von sozialen Situationen zu vertiefen. Dabei gehen die Autorinnen davon aus, dass die hinter der
'Gestalt' von Darstellungen liegende Bedeutung genutzt werden kann, um Erkenntnis zu generieren. Der vorliegende Artikel ist in Form eines Theaterstücks (Drehbuch) in 6 Akten geschrieben, in dem eine Gruppe von Wissenschaftler/innen und Berater/innen dialogisch versucht, ein gemeinsames theoretisches Verständnis unterschiedlicher gestalterischer Ansätze
zu entwickeln und diese im Folgenden experimentell auf einen Praxisfall aus der Beratung zu
übertragen. Am Ende reflektiert die Gruppe den Erkenntnisgewinn der eingesetzten Methoden. Die Autorinnen konstatieren, dass traditionell rationalistische Methodenansätze nur
schwerlich in der Lage sind, zugrunde liegende - häufig unbewusste - Motive, Bedeutungen
und Emotionen von sozialen Situationen zu explizieren. Gestalterische Methoden können dagegen Bedeutung und Verständnis jenseits von Kognition und Ratio zu entfalten helfen. Insbesondere ermöglichen kreative Zugänge, wie das Malen von Bildern, Metaphern, Rollenspiele oder Märchen, das Einnehmen unterschiedlicher Perspektiven auf soziale Situationen
und generieren damit ein Verständnis auf einem höheren Niveau. Das Drehbuch endet mit
praktischen Implikationen für die Aktionsforschung im Rahmen der Unternehmensberatung
und -entwicklung." (Autorenreferat)
[201-L] Beddies, Sabine; Gamper, Catherine D.:
Equity and political economic challenges in development interventions, in: Journal für
Entwicklungspolitik, Vol. 24/2008, No. 3, S. 77-93
INHALT: "Trotz der Erkenntnis, dass Wachstum, um nachhaltig zu sein, den Armen in der Bevölkerung nützen sollte, gibt es wenige Instrumente, die eine solche Zielimplementierung in
der Praxis unterstützen können. Ökonomischer Nutzen wird bei der Analyse der Effektivität
von Entwicklungsarbeit oft aggregiert betrachtet - gleichzeitig identifizieren disaggregierte
Verteilungswirkungsanalysen jedoch weiterhin bestehende Armut und zunehmende Ungleichheit in vielen Ländern. Es gibt einige Gründe für diese Diskrepanz: das Fehlen von Verständnis für den Länderkontext; die Verschreibung seitens vieler internationalen Entwicklungsorganisationen von einheitlichen Rezepten für verschiedene Länder; und auch die Unterschät-
174
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
zung von politisch ökonomischen Faktoren, wo starke Interessengruppen den Nutzen von
Entwicklungsinitiativen für sich maximieren, oft auf Kosten von verletzlicheren Bevölkerungsgruppen. Antwort auf diese Probleme wollen Instrumente wie Poverty and Social Impact Analysis (PSIA) und ein Conceptual Framework for the Analysis of Political Economy
of Reform in der Praxis bieten. In diesem Beitrag wollen die Autoren diese, von der Weltbank
genutzten, Instrumente aufzeigen, sowohl methodologisch als auch angewandt auf Länderbeispiele. Basierend auf dieser Diskussion, analysieren sie, inwiefern solche Instrumente dazu
beitragen können, den Fokus der Entwicklungspraxis mehr auf armutsreduzierendes Wachstum zu lenken. Sie schließen diese Diskussion mit einem Ausblick auf offene Fragen und verbleibende Herausforderungen, die künftig adressiert werden müssen." (Autorenreferat)
[202-L] Braucks, Diane:
Qualitätsentwicklung in lernenden Organisationen: lernerorientierte Qualitätsentwicklung,
Düsseldorf: VDM Verl. Dr. Müller 2007, 112 S., ISBN: 978-3-8364-0907-0 (Standort: FHB
Hof(1051)-100QP340B825)
INHALT: "Organisationen und Individuen stehen wandelnden Umwelten gegenüber. Durch die
Veränderungsprozesse des 21. Jahrhunderts steigt die Umweltkomplexität und mit dieser die
Zunahme von Wahlmöglichkeiten. Dies kann für die Individuen eine erhöhte Orientierungslosigkeit und Unsicherheit bedeuten. Lernen ist eine Möglichkeit, die der wachsenden Verunsicherung der Individuen entgegenwirken kann. Deswegen müssen Weiterbildungsorganisationen ihren Lernenden optimale Lehr-Lern-Verhältnisse bereitstellen, denn dann kann Lernen
die Handlungs- und Verfügungsmöglichkeiten der Lernenden im Sinne eines erhöhten
Weltaufschlusses erweitern. Infolgedessen müssen Organisationen selbst fortdauernd lernen
und ihre Fähigkeiten zur Umweltbeobachtung steigern, damit sie für die sich verändernden
Bedingungen anschlussfähig sind und bleiben. Die vorliegende Fallstudie untersucht eine
Weiterbildungsorganisation, die sich den Herausforderungen einer Organisationsentwicklung
mit Hilfe eines speziellen selbstreflexiven Qualitätsmodells stellt. Im ersten Kapitel dieser
Arbeit wird auf die allgemeinen gesellschaftlichen Veränderungen und deren Auswirkungen
für Menschen und Organisationen Bezug genommen. Insbesondere wird der Wandel im Weiterbildungsbereich mit seinen Auswirkungen auf den Wissensbegriff, die Profession und Weiterbildungsorganisationen skizziert. Dann folgt eine kurze Projektbeschreibung des 'Lernerorientierten Qualitätsmodells für Weiterbildungsorganisationen' und dem bildungspolitischen
Kontext des Modells. Abschließend wird im ersten Kapitel das Ziel dieser Diplomarbeit im
Rahmen des Qualitätsmodells vorgestellt. Das zweite Kapitel stellt die verschiedenen angewendeten Methoden der qualitativen Sozialforschung für diesen Untersuchungsprozess dar.
Darüber hinaus wird die Beobachtungstheorie von Luhmann und die in dieser Untersuchung
eingenommene systemisch-konstruktivistische 'Forschungshaltung' umrissen. Zum Abschluss
dieses Kapitels folgt eine Beschreibung des konkreten Untersuchungsverlaufs. Das dritte Kapitel beschreibt Organisationen 'als soziale Systeme' nach der Systemtheorie von Luhmann.
Hierfür werden einige zentrale systemtheoretische Begriffe eingeführt. Darauf folgt eine Beschreibung des spezifischen Kontextes des Weiterbildungssystems und ihren Organisationen
sowie ihren typischen Anforderungen. Im vierten Kapitel wird das Lernerorientierte Qualitätsmodell im Einzelnen vorgestellt. Dabei wird auf die Dimension gelingenden Lernens, Lernende Organisation, Selbstbeobachtung und besondere Herausforderungen von Weiterbildungsorganisationen während des Qualitätsentwicklungsprozesses eingegangen. Das fünfte
Kapitel bildet den empirischen Teil. Auf der Grundlage der in den vorherigen Kapiteln vorge-
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
175
stellten Inhalte wird hier die Bearbeitung eines Qualitätsbereichs des Lerner-orientierten Qualitätsmodells exemplarisch untersucht. Dabei soll danach gefragt werden, mit welchen Herausforderungen die Volkshochschule während des Qualitätsentwicklungsprozesses konfrontiert ist und in welcher Weise Entwicklungsprozesse angeregt werden. Allgemeine positive
Veränderungsaspekte des bisherigen Qualitätsentwicklungsprozesses werden am Ende zusammenfassend vorgestellt. Die Ergebnisse fließen im Abschlusskapitel in eine Schlussbetrachtung über die Organisationsentwicklung von Weiterbildungsorganisationen mit Hilfe des
Lernerorientierten Qualitätsmodells ein." (Autorenreferat)
[203-L] Braun, Edith; Gusy, Burkhard; Leidner, Bernhard; Hannover, Bettina:
Das Berliner Evaluationsinstrument für selbsteingeschätzte, studentische Kompetenzen
(BEvaKomp), in: Diagnostica : Zeitschrift für psychologische Diagnostik und differentielle
Psychologie ; Informationsorgan über psych. Tests und Untersuchungmethoden, Jg. 54/2008, H. 1,
S. 30-42
INHALT: "Im Rahmen des Bologna-Prozesses werden europaweit Bachelor-Studiengänge eingeführt, deren Abschlüsse berufsqualifizierend sind. Die beteiligten Länder haben sich auf einen
Qualifikationsrahmen, d.h. auf eine Liste von studienfachunspezifisch formulierten Kompetenzen verständigt, die in Lehrveranstaltungen vermittelt werden sollen. Inwieweit diese
Kompetenzen tatsächlich von den Studierenden erworben werden, ist empirisch nachzuweisen. Bisherige Lehrveranstaltungsevaluationsinstrumente können zu diesem Zweck nur bedingt genutzt werden, denn sie messen eher den Prozess als das Ergebnis einer Veranstaltung.
Deshalb haben wir ein Instrument entwickelt, das in sechs Subskalen mit insgesamt 29 Items
den selbsteingeschätzten Zuwachs an Fach-, Methoden-, Präsentations-, Kommunikations-,
Kooperations- sowie Personalkompetenz erhebt. In einer Stichprobe mit insgesamt 2507 Fragebögen wurde das Instrument entlang der klassischen Testtheorie überprüft. Die Ergebnisse
zeigen gute Reliabilitäten und die Intraclass Correlations bestätigen die Messgenauigkeit auf
Lehrveranstaltungsebene. Eine konfirmatorische Faktorenanalyse bestätigt die Konstruktvalidität. Weiter wurde die diskriminante Validität gegenüber einer Messung von Zufriedenheit
geprüft." (Autorenreferat)
[204-L] Bröchler, Stephan; Schützeichel, Rainer (Hrsg.):
Politikberatung, (UTB, 8351), Stuttgart: Lucius u. Lucius 2008, VII, 528 S., ISBN: 978-3-82528351-3 (Standort: LB Oldenburg(45)-Pol330/082745)
INHALT: "Politikberatung erlebt in den letzten Jahren eine bedeutsame Karriere. Die Beratung
von politischen Akteuren und Institutionen ist ebenso wie die Zahl politikberatender Organisationen und Unternehmen enorm gestiegen. Neue konzeptionelle Ansätze und Methoden
werden entwickelt, Politikberatung wird politisiert und ihre Legitimation und Leistungsfähigkeit wird zunehmend kritisch hinterfragt. In Hochschulen wird 'Politikberatung' als Berufsfeld
und Studienprogramm entdeckt. Angesichts dieser Dynamik und Unübersichtlichkeit vermittelt das Handbuch wichtiges Orientierungswissen über Formen und Funktionen von Politikberatung. In einer bisher einzigartigen Weise legt es besonderen Wert auf die interdisziplinäre,
theoretische Analyse wie auch auf die Beschreibung von aktuellen, praktischen Problemen
der Politikberatung in ihren verschiedenen Feldern und Kulturen." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Rainer Schützeichel: Beratung, Politikberatung, wissenschaftliche Politikbera-
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
tung (5-32); Michael Hader: Die Delphi-Methode (33-46); Silke Schicktanz: Politikberatung
im Kontext der Medizin (47-69); Ursula Breitenfelder, Christoph Hofinger; Isabella Kaupa:
Der Einsatz von Fokusgruppen in der politischen Beratung (70-82); Wilfried Rudloff: Geschichte der Politikberatung (83-103); Adrian Steiner, Jochen Hoffmann: Politikberatung in
kommunikationswissenschaftlicher Perspektive (104-129); Anna Geis: Mediationsverfahren
als alternative Formen von Politikberatung (130-146); Klaus Heine, Karsten Mause: Ökonomik der Politikberatung (147-168); Wolfgang Fach: Kritik und Alternative (169-179); Stephan Bröchler: Politikwissenschaftliche Politikberatung (180-193); Justus Lentsch: Qualitätssicherung in der Wissenschaftlichen Politikberatung (194-216); Martin Schwab: Kooperative
staatliche Entscheidungen und das Demokratieprinzip (217-240); Thomas Gutmann: Rechtswissenschaftliche Beratung der Politik (241-260); Isabel Kusche: Soziologie der Politikberatung (261-281); Armin Grunwald: Technikfolgenabschätzung als wissenschaftliche Politikberatung (282-298); Norbert Malanowski, Axel Zweck: Identifikation neuer Themen im Bereich
Politikberatung (299-309); Fritz Sager, Simone Ledermann: Valorisierung von Politikberatung (310-325); Birger P. Priddat: Wirtschaftliche Beratung der Politik (326-344); Rüdiger
Frohn: Die alltägliche Politikberatung einer Staatskanzlei und ihr Verhältnis zu externer Politikberatung (347-355); Thomas Petermann: Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim
Deutschen Bundestag (TAB) (356-368); Axel Murswieck: Politikberatung der Bundesregierung (369-388); Hans-Joachim Schmidt: Wissenschaftliche Politikberatung: Ein individueller
Erfahrungsbericht aus der HSFK (389-400); Julia von Blumenthal: Kommissionen und Konsensrunden (401-415); Norbert Kersting: Politikberatung im kommunalen Bereich (416-428);
Michael Müller: Politikberatung ja, aber wie und für was? (429-436); Robert Fischer: Vorbild
für Europa? - Wissenschaftliche Politikberatung in der Europäischen Union (437-454); Ferdinand Karlhofe, Anton Pelinka: Politikberatung in Österreich (455-464); Fritz Sager, Isabelle
Stadelmann-Steffen: Politikberatung in der Schweiz (465-479); Martin Gehlen: Kulturen der
Politikberatung - USA (480-492); Stephan Kohns: Der Sachverständigenrat zur Begutachtung
der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (493-507); Stefan Mair, Michael Paul, Ulrich Schneckener: Wissenschaftliche Politikberatung am Beispiel der Stiftung Wissenschaft und Politik
(SWP) (508-523).
[205-F] Bürger, Wolfgang, Dr.; Deck, Ruth, Dr.; Dietsche, Stefan; Koch, Uwe; Raspe, Heiner
(Bearbeitung):
SIBAR - Screeninginstrument Beruf und Arbeit in der Rehabilitation. Entwicklung von Implementierungsmöglichkeiten eines generischen Screeninginstrumentes zur Identifikation
von beruflichen Problemlagen und des Bedarfes an berufsorientierten und beruflichen Rehabilitationsleistungen(Transferprojekt NVRF)
INHALT: Mit SIBAR soll ein geeignetes Screening-Instrument entwickelt werden, um Risikopatienten für eine Frühberentung bzw. nicht-erfolgreiche Wiedereingliederung zu identifizieren
und den Bedarf an entsprechenden berufsbezogenen therapeutischen Maßnahmen festzustellen. Ein solches Screening hätte den Vorteil, Versicherte zielgenauer und schneller bzw. nahtloser im Rehabilitationsprozess geeigneten berufsbezogenen Behandlungsangeboten zuführen
zu können. Im Rahmen des Forschungsvorhabens soll SIBAR im Hinblick auf seine Praktikabilität im Routineeinsatz getestet werden und es sollen geeignete Strategien zur Implementation des Instrumentes für den Routineeinsatz eruiert werden. Hierzu sind zum einen Expertengespräche mit späteren Nutzern in den verschiedenen Kontexten (Rehabilitationseinrichtungen, Träger, Betriebe, MDK) vorgesehen, zum anderen eine praktische Erprobungsphase mit
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7 Evaluation, Interaktion, Intervention
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SIBAR, wobei das Instrument einer großen Stichprobe von ca. 5.000 Versicherten in den genannten Kontexten vorgelegt wird und die Erfahrungen mit dem Einsatz dokumentiert werden
sollen. Im Zentrum dieses Umsetzungsprojekts steht die Entwicklung, Validierung und Implementierung eines Fragebogens mit Manual, dessen Ziel die Identifikation von Patienten,
mit dem Risiko eines vorzeitigen krankheitsbedingten Ausscheidens aus dem Erwerbsleben
darstellt. Gleichzeitig soll der Bedarf an beruflicher Rehabilitation ermittelt werden. Dieses
Umsetzungsprojekt weist Parallelen zum Würzburger Umsetzungsprojekt C2 auf, unterscheidet sich jedoch in den methodischen Arbeitsschritten sowie in der Tatsache, dass das SIBAR
bereichsübergreifend eingesetzt werden soll. SIBAR wird auf der Basis von vorhandenen Instrumente entwickelt und mit Unterstützung zahlreicher Experten aus der Rehabilitation weiterentwickelt. Die Validierung und Erprobung des Instrumentes erfolgt an mehreren tausend
Rehabilitanden. Mithilfe von Expertengespräche sollen Möglichkeiten der flächendeckenden
Implementierung im Routineeinsatz bei Rehabilitationsträgern und in der klinischen Versorgung" (Klosterhuis et al., 2005) erörtert und bewertet werden. Das vorgesehene Manual
schließt die Beschreibung von Risikoprofilen ein. Dieses Screeninginstrument soll für verschiedene Settings beispielsweise Betrieb, MDK, Rehabilitationsklinik oder Nachsorge einsetzbar sein.
ART: AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: LVA Schleswig-Holstein
INSTITUTION: Universität Würzburg, Medizinische Fakultät, Institut für Psychotherapie und
Medizinische Psychologie (Klinikstr. 3, 97070 Würzburg)
KONTAKT: Bürger, Wolfgang (Dr. e-mail: [email protected])
[206-L] Christmann, Gabriela B.:
The power of photographs of buildings in the Dresden urban discourse: towards a visual
discourse analysis, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research,
Vol. 9/2008, No. 3, 18 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803115)
INHALT: "Das 'alte Dresden' wurde in seiner physischen Gestalt im Jahre 1945 zerstört. Das architektonische Bild von der 'alten Stadt' lebte indes ungebrochen im Bewusstsein der Stadtbürger/innen fort. Dies verdankt sich der Visualisierung historischer Bauwerke. Bauwerke
zeichnen sich dadurch aus, dass sie räumlich und ästhetisch erfahrbar sind. Vor diesem Hintergrund 'verlangen' sie danach, dass sie im Rahmen von öffentlichen Diskursen 'artgerecht',
d.h. in visueller und ästhetischer Hinsicht, repräsentiert werden. Im städtischen Diskurs Dresdens spielen Visualisierungen von Bauwerken eine wichtige Rolle. Im Beitrag erläutert die
Autorin ihren methodischen Ansatz für eine visuelle Diskursanalyse. Sie geht davon aus, dass
drei Analyseebenen berücksichtigt werden müssen: 1. die Bildkomposition mit ihren Inhalten
und Formen, 2. der Produktions- und Publikationskontext einschließlich des historischen Ereignishorizonts und 3. die Rezeptionsweisen bzw. die kommunikative Weiterverarbeitung."
(Autorenreferat)
[207-F] Dill, Helga, Dipl.-Soz.; Gmür, Wolfgang, Dipl.-Psych.; Höfer, Renate, Dr.; Straus, Florian, Dr. (Bearbeitung):
Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation der Umsetzung und Einführung der Sozialpädagogischen Diagnose nach dem systemischen Konzept der Problem- und Ressourcenanalyse
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7 Evaluation, Interaktion, Intervention
INHALT: In der Diskussion um soziale Arbeit gibt es seit vielen Jahren eine Auseinandersetzung
um die Frage eines geeigneten Diagnoseverständnisses. Das Ergebnis dieser Diskussion lässt
sich dahingehend zusammenfassen, dass sowohl die Wirksamkeit als auch die Effizienz der
Bezirkssozialarbeit durch eine Vorgehensweise verbessert werden kann, die unter dem Konzept der 'Sozialpädagogischen Diagnose' (Prof.Dr. Geiser) subsumiert wird. Der Lenkungsausschuss des Sozialreferats der Stadt München erteilte am 28.05.2004 der Fachstelle Sozialdienst (jetzt Koordinierungsstelle - Leitung der Sozialbürgerhäuser Soziales) den Auftrag zur
Umsetzung des Projektes 'Einführung der Sozialpädagogischen Diagnose'. Mit diesem Einführungsprojekt soll erreicht werden, dass dieses standardisierte Verfahren bis Ende 2006
verbindlich etabliert ist und in der Bezirkssozialarbeit angewendet wird.
METHODE: Der Auftrag an das IPP umfasst die Erhebung der Wirkung des gewählten Multiplikatorenkonzeptes auf den Einführungsprozess selbst ebenso wie die Wirkung der Sozialpädagogischen Diagnose auf die Qualität der Fallarbeit sowie ihren Einfluss auf Schnittstellen in
der Bezirkssozialarbeit. Die Analyse der Implementierung der Sozialpädagogischen Diagnose
im Prozessverlauf erfolgt über qualitative Interviews und teilnehmende Beobachtungen. Zusätzlich werden über zwei schriftliche Befragungen aller BSA-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Wirkungen auf die Fallarbeit und die Schnittstellen sowie die Akzeptanz des Verfahrens quantitativ validiert.
ART: BEGINN: 2004-05 ENDE: 2006-12 AUFTRAGGEBER: Landeshauptstadt München Sozialreferat FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: Institut für Praxisforschung und Projektberatung -IPP- (Ringseisstr. 8, 80337
München)
KONTAKT: Dill, Helga (Tel. 089-5435977-4, e-mail: [email protected]); Gmür, Wolfgang
(Tel. 089-5435977-6, e-mail: [email protected]); Höfer, Renate (Dr. Tel.
089-5435977-1, e-mail: [email protected]); Straus, Florian (Dr. Tel. 089-5435977-5)
[208-L] Diller, Christian:
Evaluierungen und Regional Governance: Funktionen der Evaluierung von und in
regionalen Steuerungsstrukturen - drei Beispiele, in: Zeitschrift für Evaluation, Jg. 7/2008, H.
2, S. 273-301
INHALT: "Mit der zunehmenden Bedeutung von Regionen als Handlungsarenen wird auch die
Frage nach der Evaluierung von und in regionalen Steuerungsstrukturen wichtiger. In dem
Beitrag werden drei Evaluierungsprozesse regionaler Steuerungsstrukturen auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen - in einem Stadt-Umland- Bereich, in einer Metropolregion und in
einem europäischen transnationalen Kooperationsraum - einander gegenübergestellt. Dabei
geht es vor allem um die Rolle des zentralen Paradigmas der Evaluierung: inwieweit verfolgt
diese Erkenntnis-, Dialog-, Lern-, Kontroll- und Legitimationsfunktionen? Die Beispiele zeigen auf, dass die dominierenden Evaluationsparadigmen den Verlauf, das Ergebnis und die
Konsequenzen von Evaluierungen von und in Regional Governance maßgeblich prägen.
Wenn das Kontrollparadigma vorherrscht, ist auch das Konfliktniveau während der Evaluation am höchsten und sind - nicht zuletzt auch aufgrund des hohen Politisierungsgrades - die
Anforderungen an eine transparente Evaluierungsstrukturierung am größten. Welche Paradigmen dominieren, hängt auch eng mit dem Anreizsystem der Regional Governance zusammen:
Wenn z.B. über hohe Fördersummen für Projekte zu entscheiden ist, so ist eine Ex-ante-Evaluierung nahezu unverzichtbar und im Evaluierungsprozess wird wahrscheinlich das Kontrollparadigma dominieren. Aber auch in den Fällen, in denen es nicht um Fördermittel geht, kann
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eine Evaluierung wichtige Funktionen haben. Auch und vor allem weiche', formative Evaluierung führt zur Auseinandersetzung der Regional Governance mit sich selbst oder ihren Projekten und damit zu kollektiven Dialog- und Lernprozessen; sie stärkt so die gemeinsame
Identität. In allen untersuchten Beispielen stehen Resultate und Wirkungen der Evaluierung in
angemessener Relation zu ihrem Aufwand." (Autorenreferat)
[209-F] Domagk, Steffi, Dr.phil. (Bearbeitung); Niegemann, Helmut M., Prof.Dr. (Betreuung):
Die wirkungsvolle Gestaltung pädagogischer Agenten in multimedialen Lernumgebungen
INHALT: Themenschwerpunkt dieses Dissertationsprojektes ist die Wirkung Pädagogischer
Agenten auf die Motivation der Lernenden und den Lernerfolg. Pädagogische Agenten sind
als lebensechte animierte Charaktere definiert, die den Lernprozess in multimedialen Lernumgebungen unterstützen sollen. Besonderes Augenmerk wird auf die parasozialen Effekte gelegt, die Pädagogische Agenten auslösen können. Dazu wird erhoben, wie sympathisch die
eingesetzte Figur von den Lernenden erlebt wird. Um die Veränderung der Sympathieeinschätzung sowie der aktuellen Motivation während der Bearbeitung des Lernprogramms in
die Analyse einzubeziehen, werden zusätzlich zwei Statemessungen durchgeführt. Zur Überprüfung der angenommenen komplexen Beziehungen zwischen der Sympathie gegenüber
dem Pädagogischen Agenten, der aktuellen Motivation und dem Lernerfolg werden Strukturgleichungsmodelle aufgestellt und mithilfe von Lisrel berechnet.
ART: BEGINN: 2003-10 ENDE: 2006-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER:
keine Angabe
INSTITUTION: Universität Erfurt, Erziehungswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl Lernen und
Neue Medien (Postfach 900221, 99105 Erfurt)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 0361-737-2117 od. 0361-737-2753, Fax: 0361-737-1950,
e-mail: [email protected])
[210-L] Dresel, Markus; Tinsner, Karen:
Onlineevaluation von Lehrveranstaltungen: Methodeneffekte bei der Onlineevaluation von
Lehrveranstaltungen, in: Zeitschrift für Evaluation, Jg. 7/2008, H. 2, S. 183-211
INHALT: "Zur Prüfung möglicher Methodeneffekte der internetgestützten Evaluation von universitären Lehrveranstaltungen führten wir eine empirische Studie mit insgesamt N=1190 Befragungen durch. Realisiert wurde ein Messwiederholungsdesign, bei dem die Studierenden
zwei Mal zur Beurteilung der betreffenden Lehrveranstaltungen aufgefordert wurden, einmal
mittels eines Onlinefragebogens und einmal mittels eines gedruckten Fragebogens. Ungünstige Methodeneffekte der Onlineevaluation waren im Hinblick auf die Beteiligungsquote, die
Selbstselektivität der Befragten, die diskriminante Validität der erfassten Facetten der Lehrqualität sowie die resultierenden Evaluationsergebnisse statistisch nachweisbar. Bis auf die
gravierend niedrigeren Beteiligungsquoten bei der Onlineevaluation handelte es sich dabei
um kleine Methodeneffekte. In Bezug auf den Abbruch der Fragebogenbeantwortung, die Anzahl nicht beantworteter geschlossener und offener Items, die Reichhaltigkeit der Antworten
auf offene Fragen, die Tendenz zur Mitte der Antwortskalen, die Reliabilität sowie die kriteriale Validität der erfassten Konstrukte waren keine Einschränkungen statistisch nachweisbar
oder sogar Hinweise auf eine bessere Datenqualität der internetgestützten Evaluation zu beobachten." (Autorenreferat)
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[211-F] Dünnebier, Katrin, Dipl.-Psych.; Böhmer, Matthias, Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Gräsel,
Cornelia, Prof.Dr.; Krolak-Schwerdt, Sabine, Prof.Dr. (Leitung):
Schulische Leistungsbeurteilung als sozial-kognitiver Prozess: können kognitive Heuristiken
Urteilsfehler erklären und Verarbeitungsziele ihr Auftreten moderieren?
INHALT: Im Mittelpunkt steht die Untersuchung, wie und unter welchen Bedingungen Urteilsverzerrungen in der schulischen Leistungsbeurteilung entstehen. Dabei orientiert sich die Studie theoretisch an der Forschungsrichtung der "sozialen Kognition", in der Entscheidungsprozesse in verschiedenen Kontexten untersucht werden. Ziel ist es, Beurteilungsfehler von Lehrkräften durch das Wirksamwerden von kognitiven Heuristiken (Anker- und Repräsentativitätsheuristik) sowie von Verarbeitungszielen (Eindrucksbildungs- vs. Prognoseziele) zu erklären. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit der University of Luxembourg, Faculty of Humanities, Arts and Educational Science, EMACS Research Unit (L-7201 Walferange; www.emacs.uni.lu ). GEOGRAPHISCHER RAUM: Saarland, Nordrhein-Westfalen
METHODE: In einer Serie von Experimenten mit erfahrenen Lehrern, Referendaren, Studierenden des Lehramtes sowie der Naturwissenschaften als Probanden wird geprüft, 1. inwieweit
Heuristiken die Leistungsbeurteilung steuern, 2. das Verarbeitungsziel die Verwendung von
Heuristiken wirksam moderiert und 3. ab welchem Grad der Ausbildung und Schulerfahrung
die Heuristiken wirksam werden. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG:
Inhaltsanalyse, standardisiert (Stichprobe: ca. 200; Lehrer, Studenten). Experiment (Stichprobe: ca. 1.000; Lehrer, Referendare, Studenten). Psychologischer Test (Stichprobe: ca. 200;
Schüler). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: BEGINN: 2007-06 ENDE: 2009-05 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche
Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Wuppertal, FB G Bildungs- und Sozialwissenschaften, Zentrum für
Bildungsforschung und Lehrerbildung -ZBL- Lehrstuhl für Lehr-, Lern- und Unterrichtsforschung (42097 Wuppertal); Universität Wuppertal, FB G Bildungs- und Sozialwissenschaften, Zentrum für Bildungsforschung und Lehrerbildung -ZBL- Lehrstuhl für Pädagogische
Diagnostik (42097 Wuppertal)
KONTAKT: Gräsel, Cornelia (Prof.Dr. Tel. 0202-439-3132, e-mail: [email protected])
[212-L] Ebbinghaus, Margit:
Qualität betrieblicher Ausbildung sichern: Lösungen aus der Praxis, Bielefeld: Bertelsmann
2007, 63 S., ISBN: 978-3-7639-1096-0
INHALT: "Wie sichern Betriebe die Ausbildungsqualität? In ihrer Pilotstudie ergänzte Margit
Ebbinghaus eine schriftlich Befragung ausbildender Betriebe durch sechs exemplarische Fallbeispiele. Sie zeigen Qualitätssicherung durch Team- und Projektarbeiten wie bei der SutterGruppe; zentrales Ausbildungscontrolling wie beim Gerling-Konzern; Marketing, Auswahl
und Entwicklung wie bei der Landesbank Baden-Württemberg; spezielles Ausbildungsmanagement wie in der Stadtverwaltung Wetzlar; flexibel-dynamische Ausbildungsgestaltung des
Norddeutschen Rundfunk; die Aktionsgemeinschaft 'Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb'
des Maler- und Lackiererhandwerks Schleswig-Holstein." (Autorenreferat)
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[213-L] Eichberger, Adelheid; Pretterhofer, Ingeborg:
Stärken entdecken, Lernkompetenzen entwickeln: Instrumente für die Potenzialanalyse in
der Bildungsarbeit mit lernungewohnten Frauen, o.O. 2007, 66 S. (Graue Literatur;
www.learnforever.at/fileadmin/learn-forever-Downloads/000606.pdf)
INHALT: Der Bericht wurde im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft learn forever von nowa
Netzwerk für Berufsausbildung erstellt und richtet sich an Akteurinnen in der Erwachsenenbildung, an Trainerinnen und Planende in Bildungseinrichtungen, die Lernangebote für die
Zielgruppe lernungewohnter Frauen entwickeln und umsetzen. Im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft werden neue Lernformen und Qualifizierungsmodelle unter zentraler Positionierung der Teilnehmerinnen erprobt, wobei die Verantwortung für den Lernprozess maßgeblich
von den Lernenden übernommen wird. Die zentrale Positionierung der Lernenden und der
kompetenzorientierte Ansatz machen es notwendig, die Ressourcen und Stärken der Teilnehmenden mit besonderem Augenmerk in die Entwicklung und Umsetzung von Lernangeboten
einzubeziehen. Dabei geht es besonders darum, die Zielgruppe lernungewohnter und gering
qualifizierter Frauen für eigene Ressourcen und Potenziale zu sensibilisieren, sie zu Weiterbildung und nachhaltigem Lernen zu motivieren sowie insgesamt ihr Verständnis von Lernen
zu erweitern. Zentrales Element in diesem Prozess ist der Einsatz einer Potenzialanalyse, die
es den Teilnehmerinnen ermöglicht, sich eigener Stärken und Fähigkeiten bewusst zu werden,
Kompetenzen aus anderen Lebensbereichen als solche zu erkennen, weiterzuentwickeln und
sie transferfähig zu machen für selbstgesteuerte Lernprozesse. Der Bericht zu Instrumenten
der Potenzialanalyse für lernungewohnte Frauen ist dreigeteilt: Nach allgemeinen themenrelevanten Aspekten zur Klärung der Ausgangssituation und Begriffsbestimmung folgen die Rechercheergebnisse zu existierenden Instrumenten der Kompetenz- bzw. Potenzialanalyse.
Diesem theoretischen Teil folgt eine umfangreiche Sammlung neu entwickelter und adaptierter Instrumente der Potenzialanalyse für den Einsatz mit der Zielgruppe lernungewohnter
Frauen. (IAB)
[214-L] Ferrándiz, Francisco; Baer, Alejandro:
Digital memory: the visual recording of mass grave exhumations in contemporary Spain, in:
Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 23
S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803351)
INHALT: "Die Exhumierungen von Opfern der repressiven Franco-Politik sind kulturelle Praktiken von großem heuristischem Wert, die eine Analyse des öffentlichen Auftretens, der Verbreitung und der Aneignung eines traumatischen Gedächtnisses im lokalen Kontext erlauben.
Der Einsatz visueller Medien zur Aufzeichnung der sozialen Aktivitäten im Umfeld der Ausgrabungen dient nicht allein als Protokollierungsinstrument, sondern ist häufig sogar der Auslöser für ein entstehendes soziales Gedächtnis. Im ersten Teil des Aufsatzes beleuchten die
Autoren die verschiedenen Formen visueller und audiovisueller Intervention vonseiten der diversen Beteiligten, welche die Exhumierungen von Massengräbern als Veranstaltungen gestalten. Im zweiten Teil fokussieren sie auf die von Sozialwissenschaftler/innen eingesetzten
visuellen Methoden, insbesondere auf die Videoaufzeichnung der narrativen Zeugnisse von
Überlebenden und Augenzeugen." (Autorenreferat)
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[215-L] Fischer, Martina:
Friedenswissenschaftliche Evaluierungs- und Aktionsforschung, in: Wissenschaft und Frieden
: W&F, Jg. 26/2008, H. 4, S. 36-39
INHALT: In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, so die Verfasserin, begannen staatliche und nicht-staatliche Akteure über die Folgen externer Einmischung durch Entwicklungsprojekte und Humanitäre Hilfe kritisch zu reflektieren. In der Folge begannen auch Friedensaktivisten, kritisch über ihre Strategien zu diskutieren. Internationale Organisationen, staatliche Agenturen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und zahlreiche Nichtregierungsorganisationen (NGOs) haben sich zunehmend mit der Frage beschäftigt, wie die Evaluierung von Projektaktivitäten verbessert werden kann. Es wird die These vertreten, dass eine
gewissenhafte Auswertung von Projekten Maßnahmen der Friedensförderung verbessern helfen kann. Zugleich wird auch für einen realistischen Umgang mit dem Instrument der "Evaluierung" geworben. Über Aktions- und Evaluierungsforschung hinaus bedarf es auch einer
grundsätzlichen Weiterentwicklung der friedenswissenschaftlichen Forschung über internationale Friedensmissionen, die sich nicht in erster Linie an praktischen Problemen der Effektivierung orientiert. Außerdem sollen die globalen Governance-Strukturen, die sich im Zuge
dieser Missionen herausbilden, unter Berücksichtigung der in den Internationalen Beziehungen und der Friedensforschung verfügbaren Theorieansätze genauer erfasst werden. (ICF2)
[216-F] Geimer, Alexander, M.A.; Hackenberg, Achim, Dr. (Leitung):
Evaluation des Prüfverfahrens der Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter
e.V. (FSM)
INHALT: Die Evaluation der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V.
(FSM) wurde von den Arbeitsbereichen Qualitative Bildungsforschung und Philosophie der
Erziehung der FU Berlin im Laufe des Jahres 2007 durchgeführt. Ziel der Evaluationstätigkeit
war die Suche nach Optimierungspotenzial des vergleichsweise jungen Prüfverfahrens der
FSM, dies insbesondere hinsichtlich interaktioneller und organisationeller Kontextbedingungen des Prüfgeschehens. Es konnte anhand der Analyse (mittels der Dokumentarischen Methode) von 5 Gruppendiskussionen mit 14 PrüferInnen gezeigt werden, dass vor allem der
Einfluss (berufsbiografisch erworbenen) impliziten Wissens auf die Fallkonstitution und das
Fallverstehen im Prüfverfahren von erheblicher und teils problematischer Bedeutung ist. Die
soziale Standortgebundenheit der PrüferInnen ist daher weitergehend zu berücksichtigen als
dies bisher der Fall ist - was mit aller Wahrscheinlichkeit und anderen empirischen Ergebnissen zufolge nicht nur für das Prüfgeschehen bei der FSM sondern auch andere Einrichtungen
der Freiwilligen Selbstkontrolle gilt.
METHODE: Dokumentarische Methode; qualitativ-rekonstruktive Sozialforschung; Gruppendiskussionen. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Gruppendiskussion
(Stichprobe: 5/14). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Geimer, Alexander; Hackenberg, Achim; Pathe, Imme: Beurteilungsspielräume der Freiwilligen Selbstkontrollen und Fallkonstitution in der Prüfpraxis. Eine
Evaluierung des FSM-Prüfverfahrens durch die FU Berlin. in: Jugendmedienschutz-Report,
3, 2008, S. 9-12.+++Geimer, Alexander; Hackenberg, Achim: Zur Kontrolle impliziten Wissens in Prüfprozessen am Beispiel der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM). in: Bohnsack, Ralf et al. (Hrsg.): Dokumentarische Evaluationsforschung. 2008
(im Erscheinen).+++Geimer, Alexander; Hackenberg, Achim; Walter, Sandra: Das Prüfver-
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fahren der FSM und dessen Evaluation durch die FU Berlin. Zu Aspekten der Fallkonstitution
und Kommunikation im Prüfverfahren und Zusammensetzung des Prüfgremiums. in: tv diskurs, 3, 2008 (im Erscheinen).+++Geimer, Alexander; Hackenberg, Achim: Fallkonstitution
und Fallverstehen in Prüfentscheidungen der Freiweilligen Selbstkontrolle Multimedia und
die Bedeutung impliziten, berufsbiographisch erworbenen Wissens (in Vorbereitung). ARBEITSPAPIERE: Geimer, Alexander; Hackenberg, Achim: Evaluation des Prüfverfahrens der
Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM). Abschlussbericht. Berlin
2007, 105 S.
ART: BEGINN: 2007-04 ENDE: 2007-09 AUFTRAGGEBER: Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. -FSM- FINANZIERER: Institution; Auftraggeber
INSTITUTION: Freie Universität Berlin, FB Erziehungswissenschaft und Psychologie, Wissenschaftsbereich Erziehungswissenschaft Arbeitsbereich Qualitative Bildungsforschung (Arnimallee 11, 14195 Berlin); Freie Universität Berlin, FB Erziehungswissenschaft und Psychologie, Wissenschaftsbereich Erziehungswissenschaft Arbeitsbereich Psychologie in Erziehung
und Bildung (Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin)
KONTAKT: Geimer, Alexander (e-mail: [email protected])
[217-L] Greif, Siegfried; Seeberg, Ilka:
Der Change Explorer - ein Instrumentarium zur Exploration und Beratung von
Veränderungen in Organisationen, in: Gruppendynamik und Organisationsberatung : Zeitschrift
für angewandte Sozialpsychologie, Jg. 38/2007, H. 4, S. 371-387 (Standort: USB Köln(38)XB195; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der Change Explorer ist ein multimethodales Instrumentarium zur Evaluation und
Verbesserung des Change Managements. Er wurde auf der Grundlage einer integrativen systemischen Change Management Theorie entwickelt. Beschrieben werden die theoretischen
Grundlagen und verschiedenen Module, das Interview mit Karten- und Strukturlegetechnik,
die Fragebogen, die Auswertung und der Auswertungsworkshop mit den befragten einflussreichen Schlüsselpersonen. An drei Projektbeispielen, einem wissenschaftlichen zu Veränderungen bei der Polizei, einem praktischen zur Evaluation und Verbesserung des Change Managements bei allen wichtigen Veränderungen einer Unternehmensgruppe und eine explorativen Studie zum Change Management in bikulturell zusammengesetzten Teams, werden flexibel an den jeweiligen Kontext und die Fragestellungen anpassbare Anwendungsmöglichkeiten, die hohe Praxisakzeptanz und typische Ergebnisse gezeigt. Mit dem Instrumentarium
werden gemeinsame Selbstreflexionen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Schlüsselpersonen gefördert. Auf dieser Grundlage können in einem gemeinsamen Workshop besser gemeinsam abgesicherte Verbesserungen des Change Managements erarbeitet werden. Neben den quantitativ erfassten Merkmalen sind dabei insbesondere
die im Interview erfassten konkreten qualitativen Bewertungsmerkmale und Erfolgsfaktoren
von Bedeutung." (Autorenreferat)
[218-F] Grümer, Karl-Wilhelm, Dipl.-Volksw.; Rohlinger, Maria, M.A. (Leitung):
Bewertung soziologischer Fachzeitschriften
INHALT: Es ist da Ziel des Forschungspraktikums, Studierenden der sozialwissenschaftlichen
Fächer eine praktische Einführung in den Ablauf eines empirischen Forschungsprojekts zu
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geben. Inhaltlich geht es darum, aus den konkreten Urteilen und Bewertungen von Fachkollegen über soziologische Fachzeitschriften eine Rangordnung dieser Zeitschriften abzuleiten
und einige Faktoren herauszuarbeiten, die den Prozess der Bewertung beschreiben und erklären können. ZEITRAUM: 2006/2007
METHODE: Methodisch wird im Gegensatz zu den gängigen Rankings auf der Basis von Zitationsanalysen ein Vorgehen gewählt, dass auf den subjektiven Urteilen von Fachwissenschaftlern beruht. Das Projekt stellt einen ersten Versuch im deutschsprachigen Bereich dar, für
einen Aspekt der Evaluation sozialwissenschaftlicher Forschung, nämlich für die Bewertung
des Forschungsoutputs, auf der Basis der Bewertung von und der Urteile über Fachzeitschriften ein gesichertes Rating oder eine Rangordnung dieser Zeitschriften zu erhalten. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, online (Stichprobe: 2.400; Mitglieder des Bundesverbands deutscher Soziologinnen und Soziologen, der
Deutschen Gesellschaft für Soziologie und der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie;
Auswahlverfahren: total).
ART: BEGINN: 2006-04 ENDE: 2009-04 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Universität Köln, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Forschungsinstitut für Soziologie (Greinstr. 2, 50939 Köln); GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (Postfach 410960, 50869 Köln)
KONTAKT: Rohlinger, Maria (Tel. 0221-4769445, e-mail: [email protected])
[219-L] Gülker, Silke:
Evaluation und politisches Lernen: diskursive Zukunftsforschung als Methode der
Politikevaluation, Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 2008, 200 S., ISBN: 978-3-8329-3311-1
(Standort: LB Stuttgart(24)-58C893)
INHALT: Die Untersuchung ist ein Teilprojekt der "Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung
der Vorschläge der Hartz-Kommission". Sie befasst sich zunächst auf konzeptioneller Ebene
mit der Bedeutung wissenschaftlicher Evaluation für politische Entscheidungsprozesse und
benennt neue Perspektiven in der Evaluationsforschung. Die Reform der Arbeitsvermittlung
und die damit verbundenen Zielkonflikte werden im Folgenden im Rahmen unterschiedlicher
theoretischer Kontexte diskutiert (ökonomische Theorien, Sozialstaatsperspektive, Governanceperspektive). Vor diesem Hintergrund werden Ergebnisse einer empirischen Untersuchung vorgelegt, deren Grundaufbau dem einer Delphi-Studie in zwei Wellen entspricht. Behandelt werden die künftigen Anforderungen an die Arbeitsvermittlung, die Funktionsweise
der Arbeitsvermittlung, die Gerechtigkeit und Angemessenheit der Sanktionspolitik, die Verfahrenslogik in der öffentlichen Verwaltung und die Aufgabenteilung zwischen Staat und
Markt. Abschließend wird diskutiert, in wie fern diese Ergebnisse mit ihrer potenziellen Optionenvielfalt sich als Input für politische Lernprozesse eignen. (ICE2)
[220-F] Güntert, Marion, Dipl.-Päd. (Bearbeitung); Schleider, Karin, Prof.Dr. (Leitung):
Inventar Studienbezogener Lern- und Arbeitsstörungen (ISLA)
INHALT: Untersuchungsgegenstand sind Studienbezogene Lern- und Arbeitsstörungen, i.S. kognitiver, emotionaler und motivationaler Prozesse, die die effektive Bewältigung von Studienanforderungen verhindern oder stören. In Ableitung eines lerntheoretisch fundierten Ansatzes interessieren (1) typische Symptome und Folgeerscheinungen, (2) deren Bedingungsfak-
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toren im Rahmen eines multidimensionalen Modells (3) sowie individuelle Bewältigungsstrategien und (4) Möglichkeiten der Intervention und Prävention. Darüber hinaus soll die Bedeutung der Variablen: a) Studienerfahrung, b) Geschlecht sowie c) Studienfach untersucht werden. Hauptziel der Studie ist die Entwicklung eines Screening Verfahrens für psychologische
Beratungsstellen für Studierende aus dem sich Konsequenzen für die Beratung und Intervention ableiten lassen.
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Schleider, K.: Studienbezogene Lern- und Arbeitsstörungen im jungen Erwachsenenalter (Studie I). Forschungsbericht.
Freiburg: PH Freiburg, Institut für Psychologie 2002.
ART: AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Pädagogische Hochschule Freiburg, Fak. I, Institut für Psychologie (Kunzenweg
21, 79117 Freiburg im Breisgau)
KONTAKT: Leiterin (e-mail: [email protected]); Bearbeiterin (
e-mail: [email protected])
[221-L] Hanekop, Heidemarie:
Die Herausbildung neuer Nutzungsformen von IuK-Technologien: ein empirisches
Forschungsdesign basierend auf Nutzungsexperimenten, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.):
Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für
Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 1980-1989,
ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Internet und mobile Kommunikationstechnologien haben weit reichende Veränderungen im Alltag und in den sozialen Beziehungen der Menschen ausgelöst. Dennoch tut sich die
Technik- und Kommunikationssoziologie auch hier nach wie vor schwer damit, Technikentwicklung und Aneignung als wechselseitigen Prozess zu empirisch zu untersuchen. Ein prozessbegleitendes Forschungsdesign bietet sich an, allerdings besteht dessen Schwierigkeit
darin, dass der Endpunkt (des Prozesses) in Form einer reifen Technologie und sozial verfestigten Nutzungspraxen (noch) offen ist. Im Folgenden soll ein qualitatives Forschungsdesign
beschrieben werden, mit dem die Herausbildung neuer Nutzungsformen im Aneignungsprozess von neuen Internetanwendungen untersucht werden kann. Im Mittelpunkt des Designs
stehen qualitative Fallanalysen zur Nutzung innovativer Internetanwendungen. Zwei Gründe
sprechen für den Einsatz qualitativen Methoden: erstens setzen die Untersuchungen in einem
Entwicklungsstadium an, in dem es (noch) keine Massen-Diffusion gibt (nur early adopter).
Zweitens zielt die Fragestellung nicht auf die quantitative Ausbreitung, sondern auf die qualitative Dimension von Nutzungsformen. Nutzungsformen (im Verständnis der Verfasserin)
manifestieren sich in alltäglichen Handlungspraxen im Einsatz der Technologie. Sie sind
i.d.R. routinisierte Handlungen, denen explizite und implizite soziale Regeln zugrunde liegen.
Sie beziehen sich auf ein sozial verfestigtes Set an Handlungsmustern mit einer spezifischen
sozialen Bedeutungszuweisung. Soziale Erwartungen, Konventionen und Regeln, die mit einer bestimmten Technologie verknüpft werden, führen dazu, dass die sich Nutzungsformen
meist pfadabhängig weiterentwickeln. Ziel des empirischen Forschungsdesigns ist es, die
Herausbildung derartiger Nutzungsformen bei neuen Internet- und Mobilkommunikationsanwendungen zu untersuchen. Das empirische Design beruht auf einer Kombination von strukturiertem Nutzungstest und Fokusgruppendiskussion. Die im Test gesammelten Erfahrungen
sind Gegenstand der Fokusgruppendiskussion, in der die Teilnehmer ihre Erfahrungen reflektieren. In der Auswertung werden Kodierungsverfahren eingesetzt, aber auch typologisieren-
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de Beschreibungen von Nutzungspraktiken. In dem Beitrag wird das Forschungsdesign am
Beispiel einer Untersuchung von mobilen TV-Diensten auf dem Handy vorgestellt." (Autorenreferat)
[222-L] Hartmann, Josef; Brink, Kathrin; Jäckle, Robert; Tschersich, Niko:
IAB-Haushaltspanel im Niedrigeinkommensbereich: Methoden- und Feldbericht, (FDZ
Methodenreport, Nr. 7/2008), München 2008, 155 S. (Standort: IAB-0512.0108; Graue Literatur;
doku.iab.de/fdz/reporte/2008/MR_07-08.pdf)
INHALT: "Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat im September 2006 TNS Infratest Sozialforschung mit der Durchführung der Befragung des IAB-Haushaltspanels im
Niedrigeinkommensbereich beauftragt. Die Erhebung soll eine neue Datengrundlage schaffen, die es ermöglicht, Funktionsweise und Folgen des neuen Sozialleistungssystems SGB II
auf der Ebene der betroffenen Haushalte zu untersuchen. Dazu müssen die Lebens- und Problemlagen von Leistungsempfängern und Kontrollgruppen über einen längeren Zeitraum hinweg erfasst werden. In dem Bericht dokumentieren die Autoren die verschiedenen Schritte
der Feldarbeit und die Ergebnisse. Das zweite Kapitel geht kurz auf den Pretest und dessen
Ergebnisse ein. Das dritte Kapitel stellt die Feldarbeit während der Hauptuntersuchung dar
und gibt sowohl einen Überblick über den Ablauf und die Organisation als auch über den
Rücklauf und die Ausschöpfung. Im Anschluss daran wird im vierten Kapitel die Datenaufbereitung erläutert. Dazu gehört auf der einen Seite die Erstellung einheitlicher Datensätze, auf
der anderen Seite die Datenprüfung. Daneben wird kurz die Vercodung der offenen Angaben
zur beruflichen Tätigkeit beschrieben. Im abschließenden fünften Kapitel wird die Gewichtung behandelt." (Autorenreferat)
[223-F] Helmke, Tuyet, Dr.; Schrader, Friedrich-Wilhelm, Dr.; Wagner, Wolfgang, Dr.; Goellner,
Richard; Kleinbub, Iris, M.A.; Pikowsky, Birgit, Dr.; Piskol, Kathleen (Bearbeitung); Helmke,
Andreas, Prof.Dr. (Leitung):
Unterrichtsdiagnostik: Beurteilung des Unterrichts als Bestandteil diagnostischer Kompetenz und pädagogischer Professionalität
INHALT: Fragestellung: Der Schwerpunkt der Forschung zur Diagnosekompetenz von Lehrkräften liegt auf der Analyse von Lernergebnissen von Schülerinnen und Schülern. Verglichen
mit der Diagnostik von Unterrichtsprodukten wurde die Diagnostik von Unterrichtsprozessen
und ihren Bedingungen bisher vernachlässigt. Die Dringlichkeit dieser Frageperspektive ist
von zwei neueren Videostudien (DESI und VERA - Gute Unterrichtspraxis) aufgezeigt worden, die u.a. verdeutlicht haben, dass zwischen subjektiver Sicht des eigenen Unterrichts und
der (mit Videoaufnahmen belegbaren) Realität gravierende Unterschiede bestehen. Auf
Grundlage des von A. Helmke und F.E. Weinert entwickelten Angebot-Nutzungs-Modells
unterrichtlicher Wirkungen, das Faktoren der Unterrichtsqualität in ein umfassendes Modell
der Wirkungsweise und Zielkriterien des Unterrichtes integriert, sind fächerübergreifende
Merkmale des Unterrichts Gegenstand der Beurteilung des Unterrichts im Rahmen von drei
Teilprojekten.
METHODE: Projekt 1: Zielsetzung dieses Teilprojektes ist die Entwicklung und Überprüfung eines Instrumentes für die Selbst- und Fremdbeurteilung des Unterrichtes in 80 Klassen der Sekundarstufe I. Es handelt sich dabei um einen Lehrer- und einen Schülerfragebogen, die die
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Beurteilung einer konkreten Unterrichtsstunde zum Gegenstand haben. Beide Fragebögen
umfassen insgesamt 78 Items und decken die Qualitätsbereiche 'Klassenmanagement' (17
Items), 'Lenrförderliches Klima' (14 Items), 'Motivierung' (13 Items), 'Klarheit/ Verständlichkeit' (16 Items) und 'Aktivierung' (18 Items) ab. Neben den Fragen zur Ausprägung der Kategorien wird - bei Lehrpersonen wie bei Schülerinnen und Schülern - nach der subjektiven Sicherheit des jeweiligen Urteils gefragt. Ziel ist die Entwicklung eines Instrumentes, das von
Lehrpersonen in der Praxis der schulischen Selbstevaluation einsetzbar ist und das nach Abschluss der Analysen allen interessierten Lehrpersonen auf der Homepage des IFB und des
Landesbildungsservers Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt werden soll. Projekt 2: Das
zweite Teilprojekt ist ein Quasi-Experiment, mit dessen Hilfe die Auswirkung eines Trainings
auf die Unterrichtsbeurteilung bei 27 Lehramtsstudierenden (Hauptfach: Deutsch) bzw. Studienreferendaren/innen untersucht werden soll. Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Nutzung von Videografien des Unterrichts einen Mehrwert gegenüber den bloßen Transkripten
des Unterrichts liefert und worin dieser besteht. Projekt 3: Im Rahmen einer Follow-up-Studie
geht es um die Frage, welchen Einfluss ein Diagnostisches Training auf das Urteilsverhalten
von Referenten für externe Evaluation hat, zu deren dienstlichen Aufgabe es u.a. gehört, im
Rahmen der externen Evaluation den beobachteten Unterricht mithilfe eines kategoriebasierten Ratingbogens zu beurteilen. Die Stichprobe umfasst N=169 Koreferenten für externe Evaluation (AQS Rheinland-Pfalz).
VERÖFFENTLICHUNGEN: Helmke, A.; Piskol, K.; Pikowsky, B.; Wagner, W.: Unterrichtsdiagnostik aus Schüler- und Lehrersicht: ein Instrument für die Selbstevaluation des Unterrichts. in: Lernende Schule, 2009, H. 1 (im Druck). ARBEITSPAPIERE: Piskol, K.: Perspektiven der Unterrichtsqualität: Lehrer- und Schülerangaben. Unveröff. Diplomarbeit. Mannheim: Univ. Mannheim (in Vorb.).
ART: BEGINN: 2007-01 ENDE: 2008-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Hochschulsonderprogramm "Wissen schafft Zukunft" der Landesregierung Rheinland-Pfalz
INSTITUTION: Universität Koblenz-Landau Campus Landau, FB 08 Psychologie, Arbeitseinheit Entwicklungspsychologie und Bildungsforschung (Fortstr. 7, 76829 Landau); Institut für
schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung -IFB- (Butenschönstr. 2, 67346
Speyer); Universität Mannheim, Fak. für Sozialwissenschaften (A 5, 6, 68131 Mannheim);
Universität Koblenz-Landau Campus Landau, UnterrichtsProzesse: GRADuiertenschule der
Exzellenz -UPGRADE- (Marktstr. 40, 76829 Landau)
KONTAKT: Leiter -Sekretariat- (Tel. 06341-280225, e-mail: [email protected])
[224-F] Hille, Katrin, Dr.; Herold, Cindy, Dipl.-Päd. (Bearbeitung):
Prozessbegleitung bei der Schulentwicklung mit SOL
INHALT: Selbstorganisiertes Lernen der Lernenden und die Entlastung der Lehrenden in ihrem
Unterrichtsalltag, das sind zwei Zielsetzungen des Instituts für Selbstorganisiertes Lernen
-SOL- ( www.sol-institut.de ) Schulen, die sich mit SOL auf den Weg einer Schulentwicklung machen, können sich durch das ZNL dabei wissenschaftlich begleiten lassen. Das ZNL
ermittelt durch Fragebögen zu zwei bis drei Messzeitpunkten den Status der teilnehmenden
Lehrer und Lernenden bezüglich unterschiedlichen Aspekten, wie z.B. berufliche Belastung
der teilnehmenden Lehrer, Selbstständigkeit der Lernenden, Umgang mit Fehlern, Umgang
mit Autonomie von Lernenden, etc. Die Ergebnisse werden pro Schule verglichen und den
Schulen rückgemeldet und dienen so der Weiterentwicklung der jeweiligen Schule.
ART: AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
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7 Evaluation, Interaktion, Intervention
INSTITUTION: Universität Ulm, Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen -ZNL(Beim Alten Fritz 2, 89075 Ulm)
KONTAKT: Hille, Katrin (Dr. Tel. 0731-500-62003, Fax: 0731-500-62049,
e-mail: [email protected]); Herold, Cindy (Tel. 0731-500-62019, Fax:
0731-500-62049, e-mail: [email protected])
[225-L] Hirschmann, Kathrin; Pfaff, Nicolle:
Reflexion und Moderation: Erfahrungen aus einer partizipativen Evaluationsstudie in der
politischen Bildung, in: Sozialwissenschaften und Berufspraxis, Jg. 31/2008, H. 1, S. 94-108
(Standort: USB Köln(38)-XG05452; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Der Beitrag beschreibt die methodologischen Anforderungen an eine praxistaugliche
und verwendungsorientierte wissenschaftliche Evaluation auf der Basis einer Reflexion der
Erfahrungen aus einer fast vierjährigen begleitenden Evaluationsstudie im Bereich der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung ('Fremd im eigenen Land?', 2003-2006). Ausgehend
von jüngeren Entwicklungen im Bereich der anwendungsorientierten Bildungsforschung vor
allem im Bereich der politischen Bildung werden im ersten Schritt zunächst das Bildungsprojekt und seine wissenschaftliche Begleitung vorgestellt. Im Anschluss daran wird am Beispiel
eines Teilbereichs der Studie, der Analyse der Teilnehmerzufriedenheit in Seminaren mit
Pädagogen und Lehrenden in der beruflichen Erstausbildung gezeigt, wie das Dilemma zwischen wissenschaftlich-analytischer Forschungspraxis und der Darstellung von Evaluationsergebnissen durch die Formulierung konstruktiver Kritik im Rahmen einer diskursiven Zusammenarbeit zwischen Evaluationsforschung und Weiterbildnern bewältigt werden konnte. Im
vierten Schritt wird deutlich gemacht, dass sich die Erhebungs- und Analyseinstrumente sowie Resultate insbesondere der rekonstruktiven qualitativen Sozialforschung im Projektverlauf zu Katalysatoren von Reflexionsprozessen entwickeln, mit deren Hilfe die Evaluationsergebnisse zeitnah und effektiv als Korrektiv in die Projektarbeit integrieren lassen. Abschließend werden die Erfahrungen kritisch reflektiert. (ICG2)
[226-L] Hochschulrektorenkonferenz -HRK- (Hrsg.):
Von der Qualitätssicherung der Lehre zur Qualitätsentwicklung als Prinzip der
Hochschulsteuerung, (Beiträge zur Hochschulpolitik, Bd. 1), Bonn 2006, 656 S., ISBN: 3938738-08-1 (Graue Literatur;
www.hrk.de/de/download/dateien/Beitr1-2006-Qualitaetsicherung-Lehre_Teil1u2.pdf)
INHALT: Inhaltsverzeichnis: 1. Profilbildung an Hochschulen - Grundlage für Qualität und Exzellenz. Eine Veranstaltung des Projekts Qualitätssicherung der HRK am 30. Juni 2004 im
Park Inn Hotel Berlin-Alexanderplatz - Detlef Müller-Böling: Hochschule und Profil - zwischen Humboldt und Markt? (15-24); Fallbeispiele: Leitbild und Profil - Entwicklung, Umsetzung, Bedeutung: Burkhard Rauhut: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (25-34); Hans Jürgen Prömel: Humboldt-Universität zu Berlin (35-41); Horst Kern: Georg-August-Universität Göttingen (42-50); Hartwig Donner: Universität Lüneburg (51-57);
Erich Kohnhäuser: Fachhochschule Regensburg (58-64). 2. Zielvereinbarungen als Steuerungsinstrument. Eine Veranstaltung des Projekts Qualitätssicherung der HRK am 22./23.
November 2004 an der Ruhr-Universität Bochum - Frank Ziegele: Zielvereinbarungen als
Kern des "Neuen Steuerungsmodells" (77-105); Berit Sandberg: Kommentar (106-114); Sek-
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
189
tion 1: Zielvereinbarungen zwischen Hochschule und Staat - Christian Börger: Zielvereinbarungen zwischen Hochschule und Staat (115-125); Elmar W. Weiler: Erfahrungen und Perspektiven aus Sicht einer Hochschulleitung (126-130); Sektion 2: Zielvereinbarungen zwischen Hochschulleitung und Fakultäten/ Fachbereichen - Lothar Zechlin: Interne Zielvereinbarung: von der Zielgenerierung zum Monitoring der Leistungserbringung. Ein Praxisbericht
(131-148); Sektion 3: Vorstellung der Workshopergebnisse - Margret Bülow-Schramm:
Workshop 1 "Zielvereinbarungen gestalten" (149-152); Dietmar Ertmann: Workshop 2 "Zielvereinbarungen verhandeln" (153-155); Klaus Niederdrenk: Workshop 3 "Zielvereinbarungen
umsetzen" (156-158). 3. Qualitätsparameter und Leistungsindikatoren als Instrumente der
Hochschulentwicklung. Eine Veranstaltung des Projekts Qualitätssicherung der HRK am
24./25. Januar 2005 an der Ludwig-Maximilians-Universität München - Ulrich Teichler: Was
ist Qualität? (168-184); Hans-Dieter Daniel: Pro Peer Review: 5 Thesen (185-192); Gerhard
Fröhlich: "Informed Peer Review" - Ausgleich der Fehler und Verzerrungen? (193-204); Stefan Titscher: Pro Leistungsindikatoren - Indikatoren zur Bestimmung der Forschungs- und
Lehrleistung (205-214); Uwe Schimank: Contra Leistungsindikatoren (215-218); Stefan
Hornbostel: Leistungsmessung in der Forschung (219-228); Christof Schiene: Qualitätsbewertung von Forschung in Niedersachsen (229-238); Bahram Bekhradnia: Research funding
and assessment in England (239-244); Viola Peter: "Mapping of excellence" in economics
(245-250); Peer Pasternack: Leistungsindikatoren als Qualitätsindikatoren - eine Wegbeschreibung (251-260); Karl Dittrich: Rating and ranking - what is the value? (261-267); Gerhard Schreier: Indikatoren und Peer Review in der Evaluationspraxis (268-272); Helmut Weber: Leistungsmessung in der Lehre (273-280). 4. Hochschulsteuerung durch indikatorgestützte Mittelzuweisung. Eine Veranstaltung des Projekts Qualitätssicherung der HRK am 17.
März 2005 im Wissenschaftszentrum Bonn - Hanns H. Seidler: Indikatorgestützte Mittelzuweisung als Kernelement des Neuen Steuerungsmodells (288-292); Christian Heimann: Ressourcenzuweisung von leistungs- und belastungsorientierten Parametern (293-306); Anne
Friedrichs: Das niedersächsische Modell für Fachhochschulen (307-312); Marita Hillmer:
Hochschulinterne indikatorengesteuerte Ressourcensteuerungsverfahren an der Universität
Oldenburg (313-326); Ulrike Gutheil: Verfahren zur hochschulinternen indikatorgestützten
Ressourcensteuerung am Beispiel des Sachmittelbudgetierungsmodells der TU Berlin (327337).
[227-L] Holzwarth, Peter; Niesyto, Horst:
Präsentativer und diskursiver Selbstausdruck junger Migranten und Migrantinnen im
Kontext verschiedener (medien-) kultureller Ressourcen, in: Forum Qualitative
Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 28 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803101)
INHALT: "Der folgende Beitrag stellt den Forschungsansatz 'Eigenproduktionen mit Medien' vor
und konkretisiert ihn am Beispiel eines EU-Projekts CHICAM (Children in Communication
about Migration). Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass Kinder und Jugendliche die Chance haben sollten, sich in Forschungskontexten auch mittels Fotos und Videofilmen zu äußern
- ergänzend zu sprachlichen Artikulationsformen. Der Beitrag skizziert zunächst wesentliche
Überlegungen, die sich mit dem Forschungsansatz verbinden. Danach werden am Beispiel
des EU-Projekts Formen des präsentativen und diskursiven Selbstausdrucks in medialen Eigenproduktionen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund dargestellt. Es
wird aufgezeigt, welche Vorteile eine Öffnung in Bezug auf visuelle Dimensionen sowohl im
190
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
Kontext subjektadäquater Forschungsmethoden in der Migrationsforschung als auch im Zusammenhang mit Identitätskonzepten und Selbstnarrationen mit sich bringt. Der abschließende Teil informiert über Analysemethoden (audio-) visueller Materialien, die in Projekten wie
CHICAM angewendet werden." (Autorenreferat)
[228-L] Hornbostel, Stefan; Klingsporn, Bernd; Ins, Markus von:
Messung von Forschungsleistungen - eine Vermessenheit?, in: Publikationsverhalten in
unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen : Beiträge zur Beurteilung von
Forschungsleistungen, 2008, S. 11-32 (Graue Literatur;
www.humboldt-foundation.de/pls/web/docs/F11597/diskussionspapier_publikationsverhalten.pdf)
INHALT: Die Verfasser stellen zusammenfassend fest, dass zwar eine Messung von Forschungsleistungen durchaus möglich ist und eine Fülle von Informationen generieren kann, die aus
der Perspektive auch sehr gut informierter Experten nicht gewonnen werden kann. Zugleich
zeigt sich aber, dass die Güte bibliometrischer Indikatoren stark von Modellannahmen, der
Qualität verfügbarer Daten, der Konstruktion der Indikatoren und einer Reihe von fachspezifischen Besonderheiten abhängt. Diese Indikatoren bedürfen einer fachkundigen Interpretation. Grundsätzlich ist das bei den ökonomischen Indikatoren nicht anders. Der fachwissenschaftliche Diskurs über diese Indikatoren offenbart ähnliche Probleme, wie sie für die bibliometrischen Indikatoren dargestellt werden. Mit der Konventionalisierung und Nutzung von
Indikatoren in Steuerungsprozessen werden methodische Bedenken regelmäßig ausgeblendet.
Allerdings ist der praktische Umgang mit ökonomischen Indikatoren insofern instruktiv, als
kein Nutzer auf die Idee kommt, mit einem einzigen Indikator ein Unternehmen oder eine
Volkswirtschaft zu bewerten. Hinter diesen Stand sollte die Wissenschaft in ihrer Selbstreflexion nicht zurückfallen, auch wenn regelmäßig die ultimative Kennzahl verkündet wird.
(ICF2)
[229-L] Hornbostel, Stefan:
From CRIS to CRIS: integration and interoperability, in: Anne Gams Steine Asserson, Eduard
J. Simons (eds.): Enabling interaction and quality: beyond the Hanseatic League : 8th International
Conference on Current Research Information Systems, Louvain: Leuven Univ. Press, 2006, S. 2938, ISBN: 978-90-5867-536-1
INHALT: "Developments in technology, science policy and within the science sector itself have
meant that there is both an ever increasing supply of research information and also an ever increasing demand for information for a variety of purposes. This has led to a blurring of the
boundaries between information for the research process, evaluation for a public reporting
and benchmarking for control processes. It is, however, not always possible to carry out new
data surveys to satisfy the growing need for information without damaging the science system. Decentralised CRISs (Current Research Information Systems) geared to various different
tasks can take on these tasks if they do not remain restricted at locally or within a sector but
instead gain greater scope and usability through interoperability." (author's abstract)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
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[230-L] Horsfall, Debbie:
Performing communit(y)ies, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social
Research, Vol. 9/2008, No. 2, 29 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802573)
INHALT: "In diesem Beitrag erzählt die Verfasserin die Geschichte einer Gruppe von Gemeindemitarbeiter/innen, Aktivist/innen und Akademiker/innen, die im Rahmen eines partizipativen
Forschungsansatzes zuzammengekommen sind, um 'erfolgreiche Geschichten von Differenz
und Widerstand' zu untersuchen. Anschließend an ein Konzept des 'Wandels von den Rändern' befassten wir uns mit und sammelten wir lokale Erzählungen von Hoffnung und von erfolgreichem, alltäglichem Widerstand. Wir taten dies, indem wir uns Geschichten erzählten,
einander zuhörten, Spaß miteinander hatten, lachten, aßen und kreativ waren - um so unsere
Erfolge und unser solidarisches Miteinander zu zelebrieren, zu dokumentieren, zu analysieren
und für andere sichtbar zu machen. Nach fünf Jahren kamen ca. 40 Personen zusammen, um
eine erste creative community conference in den Blue Mountains (Neusüdwales, Australien)
zu planen und zu organisieren. Im Zuge dieser gemeinsamen Arbeit entstand dann auch eine
creative reflective writing group, die an Winter, Buck und Sobieechowskas (1999) Konzept
der patchwork texts und Richardsons (2000) writing as inquiry als theoretische und methodologische Grundlage der eigenen Arbeit anschloss. Im Verlauf von Gesprächen mit dem (statt
über das) Publikum entwickelte diese Gruppe ein Drehbuch (Ambler et al. 2002) für ein
Stück, das bei bisher vier Konferenzen aufgeführt wurde. In diesem Beitrag befasst sich die
Verfasserin mit dieser Gruppe und ihrer Arbeit, dem Drehbuch und dessen Aufführungen, als
Beispiel für eine performative Sozialwissenschaft in Aktion. Die Verfasserin behandelt dabei
auch theoretische Fragen z.B. nach der geschichtlichen Perspektive einer performativen Sozialwissenschaft als performative Ethnografie. Dies scheint der Verfasserin insbesondere wichtig, da sie als Sozialwissenschaftler/innen an einer 'zukunftsorientierten Forschung' interessiert ist, deren Arbeiten zugleich klar und an Veränderung orientiert sein und die Welt nicht
nur beschreiben sollten (Denzin 2000, S.915)." (Autorenreferat)
[231-L] Imbens, Guido W.; Wooldridge, Jeffrey M.:
Recent developments in the econometrics of program evaluation, (Discussion Paper /
Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit GmbH, No. 3640), Bonn 2008, 94 S. (Graue Literatur;
ftp.iza.org/dp3640.pdf)
INHALT: "Many empirical questions in economics and other social sciences depend on causal effects of programs or policies. In the last two decades much research has been done on the
econometric and statistical analysis of the effects of such programs or treatments. This recent
theoretical literature has built on, and combined features of, earlier work in both the statistics
and econometrics literatures. It has by now reached a level of maturity that makes it an important tool in many areas of empirical research in economics, including labor economics, public finance, development economics, industrial organization and other areas of empirical micro-economics. In this review we discuss some of the recent developments. We focus primarily on practical issues for empirical researchers, as well as provide a historical overview of the
area and give references to more technical research." (author's abstract)
[232-F] Imhof, Margarete, Univ.-Prof.Dr. (Leitung):
Evaluation einer Präventionsmaßnahme zur Prävention aggressiven Verhaltens
192
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
INHALT: Können positive Effekte eines Trainings in gewaltfreier Kommunikation bei Schülern
und Schülerinnen im Grundschulalter nachgewiesen werden? Inwieweit hängen diese Effekte
von den Implementationsbedingungen an den einzelnen Schulen ab?
METHODE: Evaluationsforschung; Transfer von Effekten; Schulentwicklung. Untersuchungsdesign: Trend, Zeitreihe DATENGEWINNUNG: Aktenanalyse, standardisiert (Stichprobe: 900;
Schüler und Schülerinnen, Klassen und zugehörige Lehrer und Lehrerinnen; Auswahlverfahren: total). Psychologischer Test. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: BEGINN: 2008-11 ENDE: 2009-05 AUFTRAGGEBER: Sozialpsychologischer Dienst
Mainz FINANZIERER: Institution; Auftraggeber
INSTITUTION: Universität Mainz, FB 02 Sozialwissenschaften, Medien und Sport, Psychologisches Institut Abt. Psychologie in den Bildungswissenschaften und Psychologie für Pädagogen (Staudingerweg 9, 55099 Mainz)
KONTAKT: Leiterin (e-mail: [email protected])
[233-L] Kaczmarek, Jerzy:
Soziologischer Film - theoretische und praktische Aspekte, in: Forum Qualitative
Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 12 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803343)
INHALT: "Der Artikel beschäftigt sich mit einem neuen Begriff in der visuellen Soziologie, dem
soziologischen Film. Er ist definiert als autonome wissenschaftliche Arbeit, die soziale Wirklichkeit mithilfe soziologischen Wissens analysiert. Es werden die charakteristischen Merkmale und eine Typologie des soziologischen Films dargestellt. Analysiert wird auch der spezifische soziale Prozess des Filmens, in dem die Kamera einen Einfluss auf das Verhalten der
gefilmten Personen ausübt. Einen integralen Teil des Artikels bilden drei beigefügte Filme als
Beispiele für verschiedene Kategorien soziologischer Filme." (Autorenreferat)
[234-L] Kepplinger, Hans Matthias:
Was unterscheidet die Mediatisierungsforschung von der Medienwirkungsforschung?, in:
Publizistik : Vierteljahreshefte für Kommunikationsforschung, Jg. 53/2008, Nr. 3, S. 326-338
(Standort: UB Bonn (5)-Z57/193; USB Köln(38)-FHM AP00663; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich; www.springerlink.de/content/1862-2569)
INHALT: "Die Mediatisierungsforschung ist aus drei Gründen keine Variante der traditionellen
Medienwirkungsforschung, sondern ein eigenständiger Ansatz. Erstens: Im Zentrum des Interesses stehen nicht Individuen, sondern Strukturen, die sich durch die Orientierung der Individuen an den Medien ändern. Das Verhalten der Individuen ist nur ein Indikator für strukturelle Aspekte. Zweitens: Neben den direkten Wirkungen der Medien auf diejenigen, die sie
nutzen. werden die indirekten Wirkungen der Medien in die Analyse einbezogen. Hierbei
handelt es sich um die Auswirkungen der medial hervorgerufenen Verhaltensänderungen der
Mediennutzer auf Dritte, die u. U. die Medienangebote selbst nicht kennen. Besonders bedeutsam sind hierbei, weil sie oft über großen Einfluss verfügen, die Protagonisten der Berichterstattung - jene, über die die Medien berichten. Drittens: Die kausalen Erklärungen der
Medienwirkungen werden durch finale bzw. funktionale Erklärungen ergänzt. Die Akteure
werden als intentional handelnde Individuen betrachtet. Sie orientieren ihr Verhalten an den
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
193
Erfordernissen der sozialen Umgebungen, in denen sie agieren, sowie der Medien, auf deren
Resonanz sie angewiesen sind." (Autorenreferat)
[235-L] Konecki, Krzysztof T.:
Touching and gesture exchange as an element of emotional bond construction: application of
visual sociology in the research on interaction between humans and animals, in: Forum
Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 46 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803337)
INHALT: "Dieser Aufsatz behandelt Probleme der Interaktionsanalyse zwischen Menschen und
Haustieren. Die Forschung zu diesem Gegenstand umfasst die Analyse von Transkripten von
Videoaufzeichnungen, die Interaktionen zwischen Menschen und Tieren zeigen. Die Beobachtung von Berührungen und Gestenaustausch ermöglicht eine Rekonstruktion von sozialen
Ritualen (Begrüßung und Abschied) sowie anderen sozialen Umgangsformen (Spiel, spontaner Gefühlsausdruck, Baden, Zubettlegen, Ausgang, Kämpfe während des Spazierengehens,
nachsichtiges Tadeln), die emotionale und soziale Bindungen herstellen. Die Analyse der visuellen Daten erlaubt, die Körperlichkeit und die unmittelbare körperliche Interaktion in der
Dimension sequenziellen Gestenaustausches als Basisdimension der Schaffung emotioneller
und sozialer Bande und möglicherweise sogar einer sogenannten 'Familienidentität' zu untersuchen. Zur Datenanalyse wurden Prozeduren der Methodologie der Grounded Theory eingesetzt." (Autorenreferat)
[236-L] Krause, Jürgen:
Informationssysteme zu Forschungsprojekten und Evaluationsforschung: neue
Anforderungen und Synergien, in: Wissenschaftsmanagement : Zeitschrift für Innovation, Jg.
14/2008, H. 4, S. 38-40
INHALT: "Informationssysteme zu Forschungsprojekten - 'Current Research Information Systems' (CRIS) - haben eine lange Tradition. In Europa drückt sich diese am besten durch die
Vereinigung euroCRIS aus, die mittlerweile seit 16 Jahren regelmäßig internationale Konferenzen zu den aktuellen Themen von CRIS abhält (Adamczak/ Nase 2002, Asserson/ Simons
2006, Magalhaes et al. 2006). Forschungsinformation dient heute mehr und mehr auch dazu,
Datengrundlagen für die Leistungsbemessung zu generieren." (Autorenreferat)
[237-L] Kromrey, Helmut:
Wissenschaftstheoretische Anforderungen an empirische Forschung und die Problematik
ihrer Beachtung in der Evaluation: oder: Wie sich die Evaluationsforschung um das
Evaluieren drückt, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft :
Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006.
Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 1923-1932, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: Das Ziel von Evaluationen ist die empirisch gestützte Gewinnung von Bewertungen
mit intersubjektivem Geltungsanspruch, d.h. die Gewinnung von Qualitätsaussagen, die zu
bestimmten Werturteilen führen. Unter Rückgriff auf die Annahmen und Methoden der analytisch-nomologischen Wissenschaftstheorie führt dies nach Meinung des Autors jedoch zu
194
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
einem offensichtlichen Dilemma, denn Werturteile sind empirisch nicht begründbar. Dies
wird bei Evaluationen in Forschung und Wissenschaft trotz ihrer quantitativ zunehmenden
Bedeutung als Problem offenbar nicht erkannt oder zumindest nicht thematisiert. Der Autor
zeigt anhand von Beispielen, dass empirisch gestützte Bewertungen mit intersubjektivem Geltungsanspruch in methodologischer Hinsicht nicht ohne Weiteres legitimierbar sind, und dass
normative Aussagen auch aus korrekten empirischen Beschreibungen und Analysen nicht ableitbar sind. Soll also unmittelbar durch Forschung evaluiert werden, müssten Strategien gefunden werden, mit deren Hilfe die empirischen Daten einen quasi normativen Charakter erhalten, so dass sie "für sich selbst sprechen" können. Eine explizite Geltungsbegründung daraus abgeleiteter Wertaussagen durch die Forschung wäre dann nicht mehr notwendig. (ICI2)
[238-L] Läge, Damian; Hirschi, Andreas (Hrsg.):
Berufliche Übergänge: Grundlagen für die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung, Zürich:
Lit Verl. 2008, 243 S., ISBN: 978-3-8258-0536-4
INHALT: Der moderne Arbeitsmarkt verlangt von der Arbeitnehmern weitestgehende Flexibiltät
und die Bereitschaft zur Umorientierung. Von den Beratungspersonen der Berufs-, Studienund Laufbahnberatung werden ein entsprechend breiter Überblick über die Angebots- und
Nachfragesituation sowie diagnostische Fähigkeiten für die Interessen und Möglichkeiten der
jeweiligen Klienten erwartet. Dies stellt neue Anforderungen an die Berufs- und Laufbahnpsychologie, deren aktuelle Erkenntnisse in dem Band vorgestellt werden. Vorgestellt werden
Verfahren der Diagnostik und Wirksamkeitsforschung sowie empirische Verfahren zur Analyse der beruflichen Entwicklung in den unterschiedlichen Phasen der Lebensspanne. Der
Band bietet damit eine Grundlage für die Konzeption, Durchführung und Evaluierung von
systematischen Interventionen in der Praxis der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung.
(IAB) Inhaltsverzeichnis: Im Fokus der Theorie: Laufbahn und Laufbahnberatung - Andreas
Hirschi: Kognitive Laufbahntheorien und ihre Anwendung in der beruflichen Beratung (934); Lisbeth Hurni: Professionalität in der Laufbahnberatung (35-54); Marco Vannotti: Interessenkongruenz und berufliche Selbstwirksamkeit (55-72). Diagnostik und Wirksamkeitsforschung - Daniel Jungo: Diagnostik in der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (73-96);
Rene T. Proyer: Zur Diagnostik beruflicher Interessen in der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (97-112); Hansjörg Künzli, Guido Zihlmann: Wirkungen von Laufbahnberatungen
erfassen (113-134). Berufswahl und berufliche Entwicklung von Jugendlichen - Markus P.
Neuenschwander: Elternunterstützung im Berufswahlprozess (135-154); Andreas Hirschi:
Die Rolle der Berufswahlbereitschaft für eine erfolgreiche Berufswahl (155-172); Marc
Schreiber: Ausbildungs- und Berufswahl als Entscheidung (173-190). Berufliche Entwicklung und Beratung von Erwachsenen - Bettina S. Wiese, Alexandra M. Freund: Vereinbarkeit
von Beruf und Familie (191-212); Sabine Raeder, Gudela Grote: Berufliche Identität und Flexibilität: Lassen sich Vergangenheit und Zukunft verbinden? (213-226); Andreas Hirschi: Berufliche Entscheidungsfindung: Mögliche Schwierigkeiten und Beratungsansätze (227-240).
[239-F] Lenhard, Wolfgang, Dr.; Baier, Herbert, Dr.; Hoffmann, Joachim; Schneider, Wolfgang,
Prof.Dr.; Kintsch, Walter, Prof.; Kintsch Eileen, Prof.; Denhière, Guy, Prof.; Jhean-Larose, Sandra, Prof. (Bearbeitung):
Entwicklung eines computergeleiteten Trainings zur Verbesserung des Lernens aus Texten
(Förderung von Textverständnis)
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INHALT: Ein großer Teil schulischen Wissens wird durch Texte vermittelt. Die Lesekompetenzen deutscher Schüler sind jedoch unzureichend und deutlich schwächer ausgeprägt als in anderen europäischen Ländern. Die breite Förderung des Textverständnisses und des Lernens
aus Texten wird damit zu einer wichtigen schulischen Aufgabe. Textverstehensprozesse werden beim Abfassen von Zusammenfassungen gestärkt. Ein Training im Schreiben von Zusammenfassungen ist damit geeignet, Textverständnis und Lernen aus Texten zu fördern. Ein
computergestütztes Verfahren für das individuelle Training von Zusammenfassungen befindet sich gegenwärtig an der Universität Boulder in Erprobung. Kernbestandteil des Computerprogramms ist die Bewertung der semantischen Ähnlichkeit von Texten mittels Latenter
Semantischer Analyse (LSA). In Zusammenarbeit mit Prof. Eileen und Prof. Walter Kintsch
(Boulder, sowie Prof. Guy Denhière (Paris) wird das Trainingsprogramm auf deutsche Verhältnisse übertragen. Die Anwendung des Trainings an deutschen Schulen wird erprobt und
seine Effektivität überprüft. In Abhängigkeit von den Ergebnissen wird das Trainingsverfahren für einen breiten schulischen Einsatz weiter entwickelt. Projekthomepage: www.summa.psychologie.uni-wuerzburg.de/ .
ART: AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Würzburg, Philosophische Fakultät 02 Philosophie, Psychologie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften, Institut für Psychologie Lehrstuhl für Psychologie IV Pädagogische Psychologie (Röntgenring 10, 97070 Würzburg)
KONTAKT: Lenhard, Wolfgang (Dr. Tel. 0931-31-2626, Fax: 0931-31-2763,
e-mail: [email protected]); Bayer, Herbert (Dr.
e-mail: [email protected])
[240-L] Liebschner, Christin:
Bewertung von Regionalförderprogrammen: Evaluationsmethoden in Theorie und Praxis,
Hamburg: Diplomica Verl. 2007, V, 97 S., ISBN: 978-3-8366-5340-4 (Standort: UB Trier(385)sb42118)
INHALT: Die Verfasserin setzt sich einleitend mit Definition, Zielen, Arten und Indikatoren von
und für Evaluationen auseinander und gibt einen Überblick über die Entwicklung der Regionalpolitik und deren Instrumente und Maßnahmen in Deutschland und Europa. Eine Erweiterung der Perspektive auf den internationalen Maßstab zeigt, dass Evaluationen ihren Ursprung in den USA haben, wo sie erstmals im Bildungsbereich eingesetzt wurden und wo
auch erstmals entsprechende Evaluierungsstandards formuliert wurden. Im Folgenden werden
das Modell HERMIN und das Münsteraner Modell vorgestellt, die zur Untermauerung der
Bewertungen von Regionalförderprogrammen eingesetzt werden. Evaluationsmethoden auf
deutscher und auf europäischer Ebene werden vorgestellt und anhand eines Fallbeispiels erläutert. Abschließend werden die angewandten Bewertungsmethoden der Regionalförderprogramme einander gegenübergestellt und kritisch gewürdigt. Die Verfasserin schätzt die Verbesserungswürdigkeit der Evaluationsmethoden als augenfällig ein. (ICE2)
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7 Evaluation, Interaktion, Intervention
[241-L] Loosveldt, Geert; Sonck, Nathalie:
An evaluation of the weighting procedures for an online access panel survey, in: Survey
research methods, Vol. 2/2008, No. 2, S. 93-105
(w4.ub.uni-konstanz.de/srm/article/view/82/1657)
INHALT: "Opinion research is frequently carried out through the Internet and a further increase
can be expected. The article focuses on the online access panel, in which respondents are previously recruited through non-probability methods. Despite substantial time- and cost-reduction, online access panel research mainly has to cope with limited Internet coverage and selfselection in the recruitment phase of new panel members. The article investigates whether
frequently applied weighting procedures, based on poststratification variables and propensity
scores, make online access panel data more representative of the general population. To address this issue, the answers to identical questions are compared between an online self-administered survey of previously recruited online access panel respondents and a face-to-face survey of randomly sampled respondents of the general population. Both respondent groups
were surveyed at a similar moment in time (2006-2007) in the same geographical region
(Flanders, Belgium). The findings reveal many significant differences, regarding sociodemographic characteristics as well as attitudes towards work, politics and immigrants. The results
can be explained by both the specific characteristics of the respondent groups and mode effects. Weighting adjustment had only a minor impact on the results and did not eliminate the
differences." (author's abstract)
[242-L] Lorenz, Stephan:
Latours "parlamentarisches" Verfahren als Methode: für eine prozedurale Methodologie,
in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33.
Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt
am Main: Campus Verl., 2008, S. 2653-3661, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "In 'Das Parlament der Dinge' entwickelt Bruno Latour ein prozedurales Politikmodell.
Die Einhaltung des Verfahrens soll gewährleisten, dass sich das 'Kollektiv' demokratisch zusammensetzt, was im Wesentlichen bedeutet, dass nichts und niemand im Voraus ausgeschlossen wird. Menschen wie nichtmenschliche Wesen sollen die Möglichkeit haben, in einem immer besser artikulierten Kollektiv zusammen zu finden - oder explizit ausgeschlossen
zu werden. Innerhalb des Verfahrens sind insgesamt sieben Aufgaben zu bewältigen. Dabei
ist weitgehend eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten, wobei kein letztgültiger Abschluss
gefunden wird, sondern Ende und Anfang wiederum ineinander über gehen. Der Vortrag
überprüft, inwieweit sich dieses Verfahren als Methode (mit transdisziplinärem Potenzial) lesen lässt. Plausibel ist die Betrachtung unter methodischer Perspektive aus zwei Gründen: erstens spricht Latour selbst von einem experimentellen Verfahren und von Versuchsprotokollen, d.h. er betrachtet (als Wissenschaftssoziologie) das politische Prozedere in Anlehnung an
wissenschaftliche Experimente; zweitens werden den Wissenschaftlern (neben anderen Berufsständen) besondere Kompetenzen für die Aufgabenbearbeitung zugedacht. In dreierlei
Hinsicht bietet Latours Verfahrensmodell methodische Hinweise, nämlich für den Forschungsprozess insgesamt, als sequenzanalytische Interpretationstechnik sowie für methodische Generalisierungen. Für Vergleichskriterien werden etablierte Methoden der fallrekonstruktiven Sozialforschung herangezogen." (Autorenreferat)
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7 Evaluation, Interaktion, Intervention
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[243-L] Löther, Andrea:
Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten - Erfahrungen und Weiterentwicklung, in:
Anne Dudeck, Bettina Jansen-Schulz (Hrsg.): Zukunft Bologna!? : Gender und Nachhaltigkeit als
Leitideen für eine neue Hochschulkultur, Frankfurt am Main: P. Lang, 2007, S. 357-376, ISBN:
978-3-631-56174-4
INHALT: Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Weiterentwicklung des Hochschulrankings nach
Gleichstellungsaspekten, das das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung
(CEWS) 2003 und 2005 durchgeführt hat, durch die Einbeziehung von qualitativen Faktoren
und die Initiierung von Benchmarking-Prozessen. Dabei geht es auch um die Frage, was ein
Gleichstellungsranking als Instrument der Qualitätssicherung leisten kann. Es zeigt sich, dass
sich qualitative Aspekte mit den derzeit zur Verfügung stehenden Erhebungsinstrumenten
nicht in einem Ranking abbilden lassen. Benchmarking-Prozesse hingegen können einen intensiven Dialog innerhalb und zwischen Hochschulen fördern und Gleichstellungsbemühungen nachhaltig unterstützen. (ICE2)
[244-L] Merkt, Marianne; Mayrberger, Kerstin (Hrsg.):
Die Qualität akademischer Lehre: zur Interdependenz von Hochschuldidaktik und
Hochschulentwicklung, (Festschrift für Rolf Schulmeister, Bd. 2), Innsbruck: Studien-Verl.
2007, 244 S., ISBN: 978-3-7065-4497-9 (Standort: UB Bonn(5)-2007/8029)
INHALT: "Besondere Aktualität hat die Frage nach der Qualität akademischer Lehre vor dem
Hintergrund umfassender Verschiebungen und Umbrüche in der Hochschullandschaft. Der
vorliegende Band vereint den Blick auf die Hochschullehre aus unterschiedlichen Perspektiven. Aktuelle Kernfragen wie die Organisation der Qualitätssicherung, Bologna-Studienstrukturreformen inklusive der Einführung von IT-Systemen, die Frage der hochschuldidaktischen
Personalentwicklung oder Erfahrungen und Entwicklungen aus der Lehrpraxis werden aus
dem Blickwinkel von Vertreterinnen und Vertretern der Hochschulleitung, von Hochschuldidaktikerinnen und -didaktikern, von Hochschullehrenden sowie von Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern in Drittmittelprojekten thematisiert. Trotz der Unterschiedlichkeit der Autorinnen und Autoren, die für verschiedene Perspektiven und Generationen stehen, zieht sich als
roter Faden in den Beiträgen die Erkenntnis durch, dass das Zusammenwirken von wissenschaftlicher Arbeit, von durch Drittmittel finanzierter Projektarbeit und von hochschulpolitischem Engagement eine besonders erfolgreiche Strategie ist, die die Interdependenz von
Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung programmatisch aufzeigt. Rolf Schulmeister
hat mit seiner vierzigjährigen erfolgreichen Arbeit an der Hochschule im Dienste der Qualität
akademischer Lehre diesen Zusammenhang eindrucksvoll nachgewiesen. Ihm ist dieser Band
als Festschrift gewidmet." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Jürgen Lüthje: Von der Hochschuldidaktik zur Qualitätsentwicklung (15-24); Holger Fischer: Wie viel Reform darf oder
muss es sein? Zur Reform von Studium und Lehre an der Universität Hamburg 2003-2007
(25-46); Ada Pellert: Hochschuldidaktik: Personalentwicklung im Dienste der Lehre (47-58);
Johannes Wildt: Praxisbezug revisited - Zur hochschuldidaktischen Rekonstruktion von
Theorie-Praxis-Verhältnissen in Studium und Lehre (59-72); Ludwig Huber: Prüfungen - ein
Problem, zu dem die Hochschuldidaktik manches sagen, aber wenig tun kann? (73-88); Volker Schurig: Wissenschaftsdidaktik: forschendes Lernen in Aktion (89-114); Friedemann
Schulz von Thun: Wie gestalte ich meine Vorlesung - und halte die Hörerschaft und mich
198
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7 Evaluation, Interaktion, Intervention
selbst bei Laune? (115-132); Alexander Redlich, Jens J. Rogmann: Soziale Kompetenzen
durch computer- und tutoriell gestütztes Lernen fördern (133-156); Margret Bülow-Schramm:
Von Bergen nach London - Ungeschützte Anmerkungen zur Rolle der Hochschuldidaktik im
aktuellen Bologna-Prozess (157-170); Klaus Nuyken, Burkhard Vollmers, Robert Gücker:
Von der Statistik-Angst zum Methodenlehre-Baukasten (171-188); Kerstin Mayrberger:
Hochschuldidaktik und eLearning - eine förderliche Allianz für die Veränderung von akademischer Lehr- und Lernkultur (189-216); Marianne Merkt: Fragen zur Professionalisierung
der Hochschullehre im Kontext des Studiengangs "Master of Higher Education" (217-242).
[245-L] Miller-Day, Michelle:
Translational performances: toward relevant, engaging, and empowering social science, in:
Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 14
S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802541)
INHALT: "In diesem Beitrag hinterfragt die Verfasserin die Annahme, dass schriftliche Berichte
das wesentlichste Medium für die Distribution sozialwissenschaftlicher Befunde sind und optiert dagegen für eine Umsetzung von Forschungsergebnissen mittels unterschiedlichster multimedialer Varianten. Hierzu beschreibt die Verfasserin verschiedene Präsentationsformen,
gibt Beispiele ausgewählter Projekte und schlägt Richtlinien für die Umsetzung solcher Vorhaben vor." (Autorenreferat)
[246-L] Mondada, Lorenza:
Using video for a sequential and multimodal analysis of social interaction: videotaping
institutional telephone calls, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social
Research, Vol. 9/2008, No. 3, 35 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803390)
INHALT: "Dieser Artikel zielt darauf, einige analytische Möglichkeiten von Videodaten für die
Interaktionsforschung aufzuzeigen. Grundlage sind Videoaufzeichnungen natürlicher situierter Aktivitäten in ihrem alltäglichen Setting - wobei 'natürliche Daten' im Sinne der naturalistischen Perspektive erzeugt werden, wie sie von Harvey Sacks und die an ihn anschließende
Forschung in der Ethnomethodologie, der Konversationsanalyse, der interaktionalen Linguistik und den Workplace Studies entwickelt worden ist. Im Mittelpunkt der Analyse stehen Videoaufzeichnungen, die durch Feldarbeit in Callcentern gewonnen wurden. Sie zeigen den
Nutzen von Telefongesprächen, die in beruflichen und institutionellen Kontexten aufgezeichnet werden. Audioaufzeichnungen wurden in der Literatur bislang als angemessenes Verfahren für Telefongespräche angesehen, um das zu erfassen, was den Teilnehmenden wechselseitig zugänglich ist. Videoaufzeichnungen von Telefongesprächen in deren Arbeitsumfeld zeigen indes, dass diese Gespräche mehr sind als 'talk at work' oder 'talk as work'. Videoaufzeichnungen erlauben, die komplexen Arbeitstätigkeiten zu studieren, die simultan zum Telefongespräch und der durch es vermittelten Leistung stattfinden, d.h. die Multiaktivität, in die
die Sprecher/innen involviert sind. In diesem Beitrag werden die zeitlichen und strukturellen
Eigenheiten professioneller Multiaktivität während drei Phasen in der Arbeitssequenz analysiert: Bei Vor-Eröffnungen (pre-beginnings), bei Internetrecherchen, die während des Telefonats initiiert werden sowie in Nach-Schlusssequenzen (post-closings). Diese Phasen zeigen
sowohl die feine Abstimmung zwischen Telefonieren und anderen Aktivitäten der Telefonie-
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
199
renden als auch die Kontinuität über die Gespräche hinweg, die einen kontinuierlichen Arbeitsprozess im Callcenter herstellen." (Autorenreferat)
[247-L] Mutz, Rüdiger; Daniel, Hans-Dieter:
Nutzung von Lehrevaluationsdaten für die Qualitätssicherung der Evaluationsinstrumente
am Beispiel der Universität Zürich, in: Beiträge zur Hochschulforschung, Jg. 30/2008, H. 2, S.
34-41 (Standort: USB Köln(38)-EWA Z 2516; Kopie über den Literaturdienst erhältlich;
www.ihf.bayern.de/?download=2-2008_Mutz-Daniel.pdf)
INHALT: "Die Kernintention dieses Beitrags ist es, am Beispiel eines Pilotprojekts der Universität Zürich sowohl konzeptionell als auch empirisch aufzuzeigen, wie Daten studentischer
Lehrevaluationsbeurteilungen für die Qualitätssicherung der Lehrevaluationsinstrumente genutzt werden können, insbesondere für die Prüfung der drei Testgütekriterien der Reliabilität,
Validität und Fairness. Eine solche Sicherung der Qualität des Instrumentariums ist dabei
nicht Selbstzweck, sondern im Rahmen von 'Quality Audits' oder Systemakkreditierungen
auch explizite Aufgabe von Universitäten." (Autorenreferat)
[248-L] Neef, Andreas; Friederichsen, Rupert; Neubert, Dieter:
Juggling multiple roles or falling between all stools?: insider action research in a
collaborative agricultural research program in Southeast Asia, in: Sociologus : Zeitschrift für
empirische Ethnosoziologie und Ethnopsychologie, Jg. 58/2008, H. 1, S. 73-98 (Standort: USB
Köln(38)-BP4430; Kopie über den Literaturdienst erhältlich;
www.atypon-link.com/DH/doi/abs/10.3790/soc.58.1.73)
INHALT: "Handlungsforschung gehört seit langem zum sozialwissenschaftlichen Methodenspektrum. Nach einem ersten Höhepunkt in den 1970er und 1980er Jahren ist aber die Diskussion
ruhiger geworden. Aktuell sind es vor allem zwei anwendungsbezogene Felder, in denen
Handlungsforschung propagiert wird. Zum einen innerhalb der Organisationsforschung, zum
anderen innerhalb der entwicklungsbezogenen Agrarforschung (unter dem Etikett der partizipativen Forschung). Die Verfasser untersuchen in diesem Beitrag die Möglichkeiten der
Handlungsforschung innerhalb der eigenen Organisation am Beispiel eines Verbundforschungsprojekts, das sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, die Möglichkeiten von Handlungsforschung innerhalb der Agrarforschung auszuloten und zu fördern und zugleich deren
Grenzen aufzuzeigen. Dabei werden die Forscher selbst und die Innovation des Forschungsprozesses zum Gegenstand der Untersuchung. Das Projekt bewegt sich damit an der Schnittstelle zwischen Organisationsforschung, Organisationsethnologie, Wissenschaftssoziologie
und Agrarforschung. Die Erfahrungen der Verfasser zeigen, dass Handlungsforschung 'innerhalb einer Forschungsorganisation' in besonderer Weise in den Forschungsalltag eindringt
und die ansonsten geschützte Hinterbühne der Forschungspraxis ausleuchtet und in die methodische Debatte einbezieht. Die Positionalität der Aktionsforscher, damit verbundene
Machtasymmetrien, und die Vermeidungsstrategien seitens der solcherart exponierten Akteure stellen besondere Herausforderungen an die Aktionsforscher." (Autorenreferat)
200
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
[249-L] Neuwirth, Erich; Ponocny, Ivo; Grossmann, Wilfried (Hrsg.):
PISA 2000 und PISA 2003: vertiefende Analysen und Beiträge zur Methodik, Graz: Leykam
2006, 132 S., ISBN: 3-7011-7569-1 (Standort: UB Hagen(708)-HYN/NEU)
INHALT: "Als Ende 2004 die Ergebnisse der PISA 2003-Studie veröffentlicht wurden, löste dies
in Österreich heftige Diskussionen aus: Die Werte für Österreich zeigten im Vergleich zu den
Resultaten der drei Jahre zuvor erstmals durchgeführten PISA 2000-Erhebung große Unterschiede. In der Öffentlichkeit war häufig von 'Absturz' in allen Kompetenzbereichen die
Rede. Doch Bildungssysteme verändern sich langsam. In Fachkreisen wurden die deutlichen
Veränderungen bei den gemessenen Leistungen in nur drei Jahren daher als klärungsbedürftig
angesehen. Um wissenschaftlich abgesicherte Aussagen dafür zu erhalten, worauf die Unterschiede in den PISA 2000- und PISA 2003-Ergebnissen zurückzuführen sind, beauftragte das
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ein Konsortium von Statistikern
mit der Analyse der PISA-Daten. Der vorliegende Band präsentiert wesentliche Ergebnisse
dieser Untersuchungen. In einer Einführung werden die einzelnen Elemente des mehrstufigen
statistisch-theoretischen Modells, auf dem das Design der PISA-Studien beruht, überblicksartig dargestellt. Drei Beiträge des Buches befassen sich mit Detailuntersuchungen zur österreichischen Stichprobe; diese Arbeiten waren Grundlage für Vorschläge, welche Modifikationen
an den österreichischen Werten vorgenommen werden sollten, um die Vergleichbarkeit der
Daten zu gewährleisten. Die Modifikationsvorschläge wurden mit der OECD und dem internationalen PISA Konsortium abgestimmt. Im dritten Buchteil wird auf der Grundlage der entsprechend dieser Vorschläge korrigierten Werte ein methodisch abgesicherter Vergleich zwischen PISA 2000 und PISA 2003 durchgeführt, und die dabei errechneten Ergebnisse werden
dargestellt. Die beiden letzten Beiträge widmen sich den sozioökonomischen Einflussgrößen
auf die Leistungen der Schüler/innen." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Wilfried Grossmann, Thomas Ledl, Erich Neuwirth, Ivo Ponocny, Peter M. Steiner: Methodisch-statistische
Grundlagen von PISA (17-27); Erich Neuwirth: Stichprobe PISA 2000 und PISA 2003 (2838); Johann Bacher: Stichprobendesign, Sozialstruktur und regionale Unterschiede (39-51);
Erich Neuwirth: Imputation und Synthese fehlender Werte (52-61); Erich Newirth: Korrigierte Hauptergebnisse PISA 2000 und PISA 2003 für Österreich (62-70); Ivo Ponocny: Leistungsabfall bei den Naturwissenschaften: Misst man die Leistung wirklich ein dimensional?
(71-91); Peter M. Steiner, Angela Wroblewski: Sozioökonomische Einflussgrößen (92-104);
Erich Neuwirth: Schulkarrieren und Bildung der Eltern (105-112).
[250-F] Niederauer, Christian, Dipl.-Kfm. (Bearbeitung); Voeth, Markus, Prof.Dr. (Betreuung):
Messung von Zahlungsbereitschaften bei industriellen Dienstleistungen
INHALT: Stellt die Messung von Zahlungsbereitschaften bereits generell ein zentrales Problem
beim Pricing von Unternehmen dar, so ist diese bei (industriellen) Dienstleistungen mit zusätzlichen Schwierigkeiten verbunden, da bei Dienstleistungen u.a. der Vermarktungsprozess
vor deren Erstellung stattfindet. Hierdurch entsteht für Nachfrager das Problem, dass sie eine
Zahlungsbereitschaft für eine zum Kaufzeitpunkt noch nicht vorliegende Leistung bilden
müssen, ohne dass die erst später erbrachte Leistung im Hinblick auf deren Qualität eingestuft
werden kann. Gerade angesichts der für industrielle Dienstleistungen typischen Dienstleistungskomplexität stellt das Phänomen nachfragerseitiger Unsicherheit einen besonders gewichtigen Sachverhalt dar, dessen Auswirkungen auf die Zahlungsbereitschaft von Kunden
von erheblicher Bedeutung sind. Aus diesem Grund soll im Rahmen des Forschungsprojektes
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
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"Messung von Zahlungsbereitschaften bei industriellen Dienstleistungen" eine Methodik entwickelt werden, die zusätzlich erhobene, individuelle Unsicherheitsinformationen auf Merkmalsebene in die Berechnung der Nutzenwerte in einem merkmalserweiternden Verfahren der
Conjoint-Analyse integriert.
METHODE: Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, face to face; Standardisierte Befragung, online (Stichprobe: 194).
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Voeth, Markus; Niederauer,
Christian; Rentner, Björn: Angebot und Relevanz von produktbegleitenden Dienstleistungen
in der der Bauindustrie. Projektbericht. Stuttgart 2007, 39 S.
ART: BEGINN: 2005-10 ENDE: 2008-10 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution;
Stipendium, Landesgraduierten-Förderung Baden-Württemberg
INSTITUTION: Universität Hohenheim, Fak. Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Institut für
BWL Lehrstuhl für Marketing (70593 Stuttgart)
KONTAKT: Rentner, Björn (e-mail: [email protected])
[251-L] Nusche, Deborah:
Assessment of learning outcomes in higher education: a comparative review of selected
practices, (OECD education working papers, 15), Paris 2008, 47 S. (Graue Literatur;
www.oecd.org/dataoecd/13/25/40256023.pdf)
INHALT: "Higher education institutions (HEIs) have experienced increasing pressures to provide
accountability data and consumer information on the quality of teaching and learning. But
existing ratings and rankings of HEIs tend to neglect information on student learning outcomes. Instead, they focus on inputs, activities and research outputs, such as resources used,
classes taught, and articles published. Such indicators provide no indication of the degree to
which HEIs actually develop the knowledge and skills of their students. In most countries,
hardly any comparable information is available on the educational quality of different programmes and institutions. In some countries, approaches to assess higher education learning
outcomes have been developed, but little cross-country information is available on the characteristics of the instruments used. This paper provides an overview of experience gained in this
domain across OECD and partner countries. Based on illustrative evidence collected for 18
assessment instruments, it examines conceptual, organizational and methodological aspects of
existing assessments. It proposes a typology of higher education learning outcomes and reviews the ways in which these have been assessed across countries. Examples are drawn from
Australia, Brazil, Mexico, the United Kingdom and the United States." (author's abstract)
[252-F] Pleiger, Doris; Lembeck, Hans-Josef; Behn, Sabine; Schaffranke, Dorte; Kügler, Nicolle;
Wink, Stefan; Michel, Andrea (Bearbeitung):
Konfliktbearbeitung in interkulturellen Kontexten in Jugendhilfe und Schule
INHALT: Das Projekt "Konfliktbearbeitung in interkulturellen Kontexten" setzt sich als Ziel,
vorhandene Konzepte und Erfahrungsmodelle in diesem Bereich zu bewerten und auf dieser
Grundlage Zukunftsmodelle zu entwickeln, wie interkulturelle und interethnische Konflikte
in unterschiedlichen Feldern der Jugendhilfe und insbesondere an der Schnittstelle zur Schule
und im Rahmen von Ganztagsschulen bearbeitet werden können. Denn die Veränderungen
der Lebenswelten und -perspektiven von Jugendlichen verlangen nach Innovationen. Neue
202
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
Handlungs-/ Problemfelder erfordern allerdings nicht immer neue Arbeitsansätze, sondern
häufig können bewährte Konzepte auf die neue Situation hin modifiziert, weiterentwickelt
und neu kombiniert werden. Thema des Forschungsvorhabens ist Konfliktbearbeitung in interkulturellen Kontexten. Interkulturelle Kontexte definieren wir als soziale Situationen im
Rahmen von Institutionen oder außerhalb von Institutionen, in denen Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zusammentreffen. Kultureller Hintergrund wird dabei
nicht als feststehende, unveränderliche Größe verstanden, sondern - gerade in Einwanderungsgesellschaften - als sich ständig verändernde und je nach Situation unterschiedlich identitätsrelevante Zugehörigkeit, die sich an nationalen oder ethnischen Kriterien orientiert. Mit
dem Projekt soll ein Beitrag geleistet werden, die gegenseitige Toleranz zu fördern und auf
der Grundlage der Vielfalt von kulturellen, ethnischen und religiösen Lebensformen Modelle
für ein Miteinander von Jugendlichen deutscher und nichtdeutscher Herkunft zu entwickeln.
Wichtige Aspekte hierbei sind die Stärkung des Elements der Praxisentwicklung, die Stärkung des Vernetzungs- und Multiplikationsgedankens und die Stärkung der Jugendhilfe in
Kooperationen und an Schnittstellen vor allem zur Schule.Im Einzelnen werden bei der
Durchführung des Forschungsvorhabens folgende Ziele verfolgt: Gewinnung eines Überblicks über Projekte, Konzepte und Erfahrungswissen zu Konfliktbearbeitung in interkulturellen Kontexten in Deutschland und im europäischen Ausland; differenzierte Beschreibung und
Bewertung ausgewählter Modelle im Sinne einer "Good Practice"; Entwicklung von Zukunftsmodellen zur Bearbeitung von Konflikten in interkulturellen Kontexten für Jugendhilfe
und Schule; Beratung und Begleitung des Implementierungsprozesses dieser Modelle in interessierten Einrichtungen; Evaluation des Implementierungsprozesses; Entwicklung von Qualitätsstandards für die interkulturelle Konfliktbearbeitung in Jugendhilfe und Schule; Rückspiegelung der Ergebnisse in die Praxis mittels Fachtagung, Workshops und Internetplattform.
GEOGRAPHISCHER RAUM: Deutschland und europäisches Ausland
METHODE: Es wird auf verschiedene anerkannte Methoden der empirischen Sozialforschung
zurückgegriffen, wobei qualitative und quantitative Verfahren miteinander verknüpft werden.
Dabei dienen die quantitativen Verfahren eher zur Gewinnung von generellen Basisinformationen, während die qualitativen tiefergehenden Aufschlüsse über strukturelle Zusammenhänge und Wirkungsweisen von Konzepten ermöglichen. Neben der Aufbereitung der vorhandenen Daten bilden standardisierte Befragungen und qualitative leitfadengestützte Interviews
die Basis des Praxisforschungsvorhabens. Der Schwerpunkt liegt dabei auf qualitativen Herangehensweisen. Das Forschungsprojekt soll in verschiedenen Schritten bearbeitet werden:
Erste Forschungsphase: Recherche, Gewinnung eines Überblicks und Bewertung der vorhandenen Konzepte. Zweite Forschungsphase: Entwicklung von Zukunftsmodellen in enger Zusammenarbeit mit Praktiker/innen. Dritte Forschungsphase: Begleitung und Evaluation des
Umsetzungsprozesses von gemeinsam entwickelten Zukunftsmodellen/ Zukunftskonzepten.
Vierte Forschungsphase: Intensiver Transfer der Ergebnisse. Untersuchungsdesign: Feldforschung DATENGEWINNUNG: Beobachtung, teilnehmend; Gruppendiskussion; Qualitatives
Interview; Standardisierte Befragung, face to face; Standardisierte Befragung, telefonisch;
Standardisierte Befragung, online. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Zwischenbericht. März 2007.
Siehe unter: www.kik-projekt.de .
ART: BEGINN: 2005-11 ENDE: 2008-10 AUFTRAGGEBER: Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: Institut des Rauhen Hauses für Soziale Praxis gGmbH (Horner Weg 170, 22111
Hamburg); Camino - Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
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203
Bereich gGmbH (Scharnhorststr. 5, 10115 Berlin); Institut für Sozialpädagogische Forschung
Mainz e.V. -ism- (Flachsmarktstr. 9, 55116 Mainz)
KONTAKT: Pleiger, Doris (Tel. 040-65591-292, e-mail: [email protected])
[253-L] Pohlenz, Philipp:
Lehrevaluation und Qualitätsmanagement: neue Anforderungen für die
Hochschulsteuerung, in: Sozialwissenschaften und Berufspraxis, Jg. 31/2008, H. 1, S. 66-78
(Standort: USB Köln(38)-XG05452; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Hochschulen stehen zunehmend vor einem Legitimationsproblem bezüglich ihres Umgangs mit (öffentlich freigestellten) Ressourcen. Die Kritik bezieht sich hauptsächlich auf den
Leistungsbereich Lehre, der als ineffektiv organisiert gilt und durch schlechte Studienbedingungen zu langen Studienzeiten und hohen Abbruchquoten beitragen. Vor diesem Hintergrund leistet der Artikel einen Beitrag zu der Frage nach den angemessenen Leistungsbeurteilungen von Universitäten. So werden im ersten Schritt zunächst die hochschulpolitischen
Rahmenbedingungen beschrieben. Der zweite Schritt widmet sich den beiden Ansätzen der
Evaluation und des Qualitätsmanagements, indem hier erörtert wird, ob es sich um ergänzende oder konkurrierende Konzepte für die Hochschulentwicklung handelt. Der dritte Schritt
beleuchtet mit Blick auf die Hochschulforschung und das Hochschulmanagement die Anforderungen an die Praxis von 'Lehr-Evaluatoren'. Der Wandel der Hochschule von einer Institution zu einer Organisation bringt einen hohen Bedarf an Professionalisierung der mit dem
Management und der Hochschulsteuerung befassten Mitglieder mit sich. Im Bereich der Lehrevaluation und des Qualitätsmanagements scheint dieser Professionalisierungsbedarf über
den sachgemäßen Methodeneinsatz bei der Sammlung von steuerungsrelevanten Informationen hinauszugehen. So sind im Sinne einer Akzeptanzsteigerung auch kommunikative Kompetenzen des Evaluators gefragt, die es ihm erlauben, unterschiedliche Qualitätsvorstellungen
und fachspezifische Problemlagen diskursiv zu ermitteln. (ICG2)
[254-L] Rademacher, Christian:
Zentrierung als Untersuchungsinstrument zur Evaluation von Bewältigungsstrategien, in:
Reinold Sackmann, Bernadette Jonda, Maria Reinhold (Hrsg.): Demographie als Herausforderung
für den öffentlichen Sektor, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2008, S. 257-268, ISBN: 978-3531-15429-9
INHALT: Die systematische Bewertung kommunalen Verwaltungshandelns auf der Basis von
Kennzahlen hat eine lange Tradition. Trotzdem gibt es auf diesem Gebiet noch einige ungelöste Probleme. Der vorliegende Beitrag thematisiert einige dieser Schwierigkeiten der Evaluation von Verwaltungspolitik und -reform. Der Autor schlägt vor, sie durch "Zentrierung",
einem methodischen Verfahren aus dem Bereich der Mehrebenenanalyse, zu bearbeiten. Damit soll die Qualität von Evaluationen mit Hilfe sozialwissenschaftlicher Methoden verbessert werden. Die Bewältigung des demographischen Wandels auf kommunaler Ebene bildet
den Schwerpunkt des vorliegenden Sammelbandes. Daher werden zunächst die konzeptionellen Implikationen, die aus der Evaluation dieses spezifischen Gegenstandes erwachsen, diskutiert. Im Anschluss daran wird dargelegt, wie Evaluationshindernisse durch Zentrierungen zu
überwinden sind. Dabei wird Evaluation als "Kunst des Möglichen" aufgefasst. Anhand ausgewählter Indikatoren zur lokalen Lebensqualität wird das Konzept der Zentrierungen als
204
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
pragmatische Lösungsstrategie exemplarisch erläutert und präsentiert. Ziel des Beitrages ist
es, die Nützlichkeit und Anwendbarkeit dieser Methodik transparent und für den weiteren Gebrauch nachvollziehbar darzustellen. (ICA2)
[255-L] Radunovic, Filip:
Text- und Rezeptionsanalyse revisited, in: Medien-Journal : Zeitschrift für
Kommunikationskultur, Jg. 32/2008, Nr. 2, S. 90-97
INHALT: Der Aufsatz stellt die Prognosefähigkeit werbesemiotischer Ansätze in Bezug auf die
Rezeption von Werbung dar. (KB)
[256-L] Rapport, Frances:
The poetry of Holocaust survivor testimony: towards a new performative social science, in:
Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol. 9/2008, No. 2, 16
S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802285)
INHALT: "Performative Sozialwissenschaft gewährt Forschenden eine lange erwünschte Plattform, um über traditionelle Wege der Datenerhebung, Analyse und Präsentation ihrer Ergebnisse hinauszugelangen hin zu einer Art der Beschäftigung mit und Beantwortung von Forschungsfragen, die den besonderen Charakter des Ausgangsmaterials nicht aus den Augen
verliert. Damit die sozialwissenschaftliche Stimme Gehör findet, müssen neue Wege erprobt
werden, um soziale Wirklichkeit darzustellen; Weg, die alte und rigide Vorstellungen von
qualitativer Sozialforschung 'entkrampfen' zugunsten moderner und flexibler Ansätze, die
auch für die interdisziplinäre Zusammenarbeit taugen. Indem der Verfasser die theoretischen
und paradigmatischen Grenzen seiner Arbeit neu definiert, kann er andere einladen, die Welt
aus zusätzlichen Blickwinkeln zu betrachten. In diesem Beitrag werden die Potenziale eines
performativen Ansatzes genutzt, um die Lebenserfahrungen einer Überlebenden des Holocaust vorzustellen, zu denen auch die Internierung im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gehörte. Aus der visuellen und textlichen Reise eines 'Forschungsgesprächs' mit der
Überlebenden, in die auch Fotografien und Gedichte eingegangen waren, ist eine 'Foto-TextMontage' entstanden, die eine auch empathische Beschäftigung mit deren Zeugnis und Vermächtnis ermöglichen soll. Der Verfasser bemüht sich dabei um ein neues Nebeneinanderstellen von Bildern und Worten mit dem Ziel eines besseren Nachvollzugs der Beziehung
zwischen ihr und mir, des Forschungsprozesses und seiner Ergebnisse. Es werden Aspekte
von Forschung als Prozess des chronologischen, zeitlichen und räumlichen Vertrautwerdens
mit den Daten ebenso behandelt wie die Bedeutung der Präsentation (Formate, Layout). Und
es wird auf diese Weise sichtbar, was in traditionellen Ansätzen zumeist unsichtbar bleibt die eigene 'Reise' als Forscherin und die Einsichten, die in ihrem Verlauf gewonnen wurden."
(Autorenreferat)
[257-F] Sander, Kirsten, Dr. (Bearbeitung); Hanses, Andreas, Prof.Dr. (Leitung):
Evaluation und wissenschaftliche Begleitung zum Modellprojekt Gesundheitsförderung
"BodyGuard - das IB-Gesundheitsprogramm für Jugendliche"
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INHALT: Die qualitative Evaluations- und Begleitforschung setzt sich zum Ziel, die innerhalb
der Bodyguard-Angebote gemachten Erfahrungen aus der Perspektive der Jugendlichen zu
beschreiben. Ihre Orientierungen, Einlassungen und Aneignungsweisen zu den Gesundheitsförderungsangeboten werden ausgewertet. In der Analyse und Interpretation der Aussagen der
Jugendlichen wird deutlich, dass eine innerhalb der beruflichen Bildung angestrebte Gesundheitsförderung vor allem als sozialer und interaktiver Bildungsprozess erfolgreich ist. Die
Empfehlungen für eine Weiterentwicklung der Bodyguard-Angebote heben die Merkmale der
sozialen Situationen, in der die Bodyguard-Gesundheitsthemen verhandelt werden, hervor. In
diesen Situationen, so das Zwischenergebnis der Begleitforschung, liegen die spezifischen
Potentiale zur Gesundheitsförderung mit sozial benachteiligten Jugendlichen im Setting von
Berufsausbildung.
METHODE: Das Forschungsprojekt wird mit einem rekonstruktiven Ansatz durchgeführt. Orientiert an der "Grounded Theory" (Strauss) werden die gewonnenen Daten offen kodiert und
sukzessive zu Kategorien verknüpft sowie in Beziehung zu sensibilisierenden Konzepte gesetzt. Als Forschungsmethoden werden thematisch gelenkte Gruppendiskussionen, biographisch-narrative Interviews und ExpertInneninterviews durchgeführt. Untersuchungsdesign:
Querschnitt DATENGEWINNUNG: Gruppendiskussion (Stichprobe: 54; sozial benachteiligte
Jugendliche; Auswahlverfahren: theoretical sampling). Qualitatives Interview (Stichprobe:
25; sozial benachteiligte Jugendliche; Auswahlverfahren: theoretical sampling). Feldarbeit
durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Hanses, Andreas; Sander,
Kirsten: Evaluation und wissenschaftliche Begleitung zum Modellprojekt Gesundheitsförderung "BodyGuard - das IB-Gesundheitsprogramm für Jugendliche". Zwischenbericht. Dresden 2008.
ART: BEGINN: 2006-04 ENDE: 2008-03 AUFTRAGGEBER: Internationaler Bund -IB- Freier
Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit e.V. FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: Technische Universität Dresden, Fak. Erziehungswissenschaften, Institut für Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Wohlfahrtswissenschaften Professur für Sozialpädagogik,
insb. Prävention und Gesundheitsförderung (01062 Dresden)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 0351-463-34970, e-mail: [email protected])
[258-L] Sattler, Sebastian:
Plagiate in Hausarbeiten: Erfassung über Direct-Response und Validierung mit Hilfe der
Randomized-Response-Technique, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der
Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in
Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 5446-5461, ISBN: 978-3593-38440-5
INHALT: "Bislang fehlt eine systematische theoretische und empirische Auseinandersetzung mit
dem Thema 'Plagiate' im deutschsprachigen Raum. Zwei zentrale Fragen stehen daher im
Mittelpunkt des Vortrags: 1. Wie gestaltet sich die Bereitschaft unter Studierenden, Plagiate
anzufertigen? 2. Warum sind Studierende bereit, Plagiate anzufertigen? Für die Beantwortung
wurden Leipziger Studierende des Faches Soziologie befragt. Im Vortrag wird zuerst die deskriptive Frage bezüglich Qualität und Quantität der Plagiatbereitschaft beantwortet. Dazu
wurden die Befragten direkt (via Direct-Response - DR) nach ihrer Plagiatbereitschaft gefragt. Da diese Frage heikel ist, musste bei der Beantwortung mit sozialer Erwünschtheit gerechnet werden. Die Randomized-Response-Technique (RRT) ist ein Verfahren, dass objektiv
206
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
vollständige Anonymität garantiert. Anhand eines zweiten Datensatzes, der mittels dieser
Technik erhoben wurde, konnten die DR-Daten validiert werden. Trotz potentieller Anonymitätsprobleme überrascht die hohe Bereitschaft der Studierenden, Plagiate anzufertigen. Jeder
Zweite ist beispielsweise bereit, 'hier und da ein paar Gedanken/ Sätze' für seine Hausarbeit
zu übernehmen, ohne die Quelle zu nennen. Wie lässt sich diese hohe Bereitschaft erklären?
Die im struktur-individualistischen Ansatz dominante Rational Choice Theorie integriert die
vorhandenen Erklärungsansätze zu Plagiaten. Ökonomische Kriminalitätstheorien, Normen
und Framing-Ansätze erweitern den theoretischen Korpus und ermöglichen so die Ableitung
verschiedener Hypothesen. Um die allgemeine Rational Choice Theorie einem empirischen
Test zugänglich zu machen, musste sie zunächst für den untersuchten Kontext spezifiziert
werden. Dies gelang unter Einbezug bisheriger Forschungsergebnisse und einer qualitativen
Vorstudie. Abschließend werden Modellschätzungen vorgestellt, die direkt gemessene Theoriebestandteile wie Nutzen, formale Kosten, negative interne Sanktionen und Opportunitätskosten enthalten. Diese werden Modellen einer indirekten Operationalisierung mit Variablen
wie der bisherigen Plagiataktivität und dem Notendurchschnitt gegenübergestellt." (Autorenreferat)
[259-L] Schade, Edzard:
Wege zur Analyse von Radio- und Fernsehwandel: publizistische Programmierung von
Rundfunkorganisationen, in: Medien & Zeit : Kommunikation in Vergangenheit und
Gegenwart, Jg. 23/2008, Nr. 2, S. 28-43
INHALT: Der Beitrag hebt die erweiterte Programmgeschichte auf eine Metaebene und betont
die Notwendigkeit einer reflektierten Analyseperspektive, die sich nicht nur auf den Wandel
in der Planung und Kontrolle des Programms sondern auch auf den Wandel der Organisationen stützen soll. Am Beispiel von Organisationsanalysen werden verschiedene Wege aufgezeigt, wie die publizistische Entwicklung von Rundfunkmedien nachgezeichnet werden kann.
Nach Meinung des Autors können weiterführende Einzel- bzw. Vergleichsstudien nur auf
diese Art und unter der stetigen Reflexion der eigenen Beobachtungen und Restriktionen mit
historischen Quellen verbunden werden. Damit soll die Vergleichbarkeit unterschiedlicher
"Fernsehgeschichten" gesteigert werden und Programmwandel als Wandel verschiedener
Ebenen sichtbar werden. Der Beitrag plädiert dafür, die Komplexität programmhistorischer
Studien einerseits aufzubauen, indem Programmgeschichte als "Geschichte der Programmierung" verstanden wird. Zugleich aber spricht er sich bei der Entwicklung von Analysedesigns
für ein theoretisch und methodisch reflektiertes Komplexitätsmanagement aus. "Je nach
Theoriewahl richtet sich der Analysefokus stärker auf die organisationsspezifischen Entwicklungen oder auf den organisationsübergreifenden institutionellen Wandel". (UN)
[260-L] Scheufele, Bertram:
Das Erklärungsdilemma der Medienwirkungsforschung: eine Logik zur theoretischen und
methodischen Modellierung von Medienwirkungen auf die Meso- und Makro-Ebene, in:
Publizistik : Vierteljahreshefte für Kommunikationsforschung, Jg. 53/2008, Nr. 3, S. 339-361
(Standort: UB Bonn (5)-Z57/193; USB Köln(38)-FHM AP00663; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich; www.springerlink.de/content/1862-2569)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
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INHALT: "Ausgehend vom deduktiv-nomologischen Erklärungsschema, dem Prinzip der Varianzzerlegung, Klassifikationen von Medienwirkungen und einer Mehr-Ebenen-Heuristik entfaltet der Beitrag eine varianzanalytische Logik zur Modellierung von Medienwirkungen jenseits des einzelnen Rezipienten. Daran lässt sich das Erklärungsdilemma erläutern, vor dem
die Wirkungsforschung bei der Analyse von Medienwirkungen auf Mesound Makro-Einheiten steht. Der Beitrag beschäftigt sich damit sowohl formal-logisch als auch anhand ausgewählter Wirkungsbeispiele (Aktienmarkt, öffentliche Meinung, rechte Gewalt). Das Erklärungsdilemma ist ernst zu nehmen. Denn es umfasst Probleme, die z.B. weit über die simple
Frage von Individual- und Aggregatdaten hinausgehen. Dazu gehört die Modellierung von
Mikro-MakroVerknüpfungen und deren Dynamik, die ihrerseits Folgefragen aufwerfen etwa die Frage, wo Medienwirkungen aufhören." (Autorenreferat)
[261-F] Schilling, Jan, Dr. (Bearbeitung):
Entwicklung und Evaluation eines Instruments zur Erfassung des Führungsklimas
INHALT: Viele Führungskräfte gerade in größeren Unternehmen erleben angesichts der wachsenden Anforderungen, die an sie gestellt werden, zunehmend das Problem, sich um ihre 'eigentliche' Tätigkeit des Führens nicht mehr kümmern zu können. Ihre zeitlichen Ressourcen
werden durch eine Vielzahl von Terminen und ihre Einbindung in Projektaufgaben so weitgehend in Beschlag genommen, dass die Betreuung der eigenen Mitarbeiter zur Restkategorie
wird. Im Konzept des Führungsklimas wird dieses Dilemma der organisationalen Praxis aufgenommen. Führungsklima beschreibt dabei nicht etwa den durchschnittlichen Führungsstil
einer Abteilung oder gar eines Unternehmens, sondern die Wahrnehmung und Bewertung der
unterstützenden und hinderlichen Faktoren für das Erfüllen der Führungsaufgaben aus Sicht
der Betroffenen - der Führungskräfte selbst. Insoweit lässt sich - ähnlich wie das in den Bereichen Service und Qualität schon üblich ist - auch von einem 'climate for leadership' sprechen.
Damit wird auch deutlich, dass Führungsarbeit in ein soziales System eingebunden ist und
eine alleinige Betrachtung des Führungshandelnden zu kurz greift.
ART: AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Technische Hochschule Aachen, Philosophische Fakultät, Institut für Psychologie Lehrstuhl Betriebs- und Organisationspsychologie (Jägerstr. 17-19, 52066 Aachen)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0511-1609-456, e-mail: [email protected])
[262-F] Schilling, Jan, Dr. (Bearbeitung):
Diagnose und Entwicklung des Organisationalen Lernklimas
INHALT: Ausgehend von der intensiven Diskussion um Organisationales Lernen und Wissensmanagement einerseits und der wachsenden Bedeutung des Kompetenzerwerbs von Mitarbeitern für die Unternehmen andererseits ist in Wissenschaft und Praxis ein starkes Interesse am
Aufbau von 'Lernkulturen' oder eines 'Lernklimas' zu vernehmen. Grundlegende Frage dabei
ist, wie Unternehmen ihre Prozesse, Strukturen und Kultur gestalten müssen, um Lernen,
Kompetenzerwerb und -anwendung ihrer Mitarbeiter zu fördern. Dem praktischen Interesse,
das diesem Teilaspekt des Organisationalen Lernens entgegengebracht wird, steht aus wissenschaftlicher Sicht eine eher schwache theoretische und empirische Basis gegenüber. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wird deshalb zurzeit eine theoretische Grundlage zur Erfassung eines Organisationalen Lernklimas erarbeitet. Im weiteren Verlaufe werden dann Dia-
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
gnose- (in Form eines Fragebogeninventars) und darauf aufbauende Interventionsmethoden
entwickelt und empirisch erprobt werden.
ART: AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Technische Hochschule Aachen, Philosophische Fakultät, Institut für Psychologie Lehrstuhl Betriebs- und Organisationspsychologie (Jägerstr. 17-19, 52066 Aachen)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0511-1609-456, e-mail: [email protected])
[263-L] Schophaus, Malte:
Qualitätsentwicklung von Forschung durch Evaluation: Institutionen und Verfahren, in:
Sozialwissenschaften und Berufspraxis, Jg. 31/2008, H. 1, S. 79-93 (Standort: USB Köln(38)XG05452; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Der Beitrag liefert einen Überblick über Funktion und Verfahren von Forschungsevaluationen sowie ihrer Institutionen in Deutschland. Die Darstellung der Forschungsevaluation
beschränkt sich weitgehend auf Verfahren und Institutionen des Informed Peer Review, ergänzt durch Indikatoren zur Erstellung von Forschungsindikatoren. So werden im ersten
Schritt zunächst die gängigen Indikatoren der Forschungsqualität kurz dargestellt. Im zweiten
Schritt werden anschließend die wichtigsten Institutionen (Wissenschaftsrat, Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen, Zentrum für Evaluation und Methoden -ZEM - an der Universität Bonn), die Forschungsevaluationen in Deutschland durchführen, benannt und kategorisiert. Sodann wird das grundlegende Verfahren der auf Peer Review basierenden Forschungsevaluationen beschrieben und unterschiedliche Ausprägungen dargestellt. Im vierten
Schritt werden schließlich Aspekte der Akzeptanz von Forschungsevaluationen identifiziert.
Abschließend wird ein Ausblick auf die Entwicklung von Forschungsevaluation gegeben, der
ein informations- und kontrollorientiertes Verständnis von Forschungsevaluation einem entwicklungsorientierten Verständnis gegenüberstellt. (ICG2)
[264-L] Schügl, Steffanie; Oldigs, Beenhard; Grotlüschen, Anke:
Ohrfeige für Pflichtkurse und Bestnoten für Lehrkräfte?: Chancen und Grenzen der
Kursevaluation in der beruflichen Weiterbildung, in: Der pädagogische Blick : Zeitschrift für
Wissenschaft und Praxis in pädagogischen Berufen, Jg. 16/2008, H. 1, S. 11-26
INHALT: "Schwerpunkt dieses Beitrags ist die Auswertung der Evaluierungsbögen von Qualifizierungen des bfw Bremen für Teilnehmende in Beschäftigungsmaßnahmen. Um dementsprechend nach dem Bremischen Weiterbildungsgesetz von 1996 anerkannt - und damit finanziell
gefördert - zu werden, müssen Weiterbildungseinrichtungen regelmäßig Evaluationen vorweisen (BremWBG, 1996, Paragraph 4). Als anerkannte Weiterbildungseinrichtung führt das Berufsfortbildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes - bfw - seit 1999 ein eigenes Qualitätsmanagement durch. Ein Mittel der Erhebung ist ein hausintern entwickelter 'Evaluierungsbogen '. Ziel der Analyse ist, die Erkenntnismöglichkeiten und Grenzen einer solchen
Erhebungsmethode aufzuzeigen. Theoretische Grundlagen zum Thema 'Evaluation' und die
Positionierung der vorliegenden Arbeit sind vorangestellt. Anschließend gehen wir auf die
Erhebung und Auswertung selbst ein. Eine Diskussion der Ergebnisse und der Möglichkeiten
und Grenzen einer solchen Teilnehmendenbefragung schließt den Beitrag ab." (Autorenreferat)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
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[265-F] Seitz, Nicki-Nils, Dipl.-Stat. (Bearbeitung); Frey, Andreas, Dr. (Leitung):
Multidimensionale adaptive Kompetenzdiagnostik
INHALT: Das Vorhaben untersucht den Einsatz von multidimensionalem adaptivem Testen
(MAT) bei der Überprüfung von Bildungsstandards. MAT ist ein aktuelles computerbasiertes
Messkonzept auf Basis der Item-Response-Theorie, bei dem die Aufgabenauswahl vom Antwortverhalten der Probanden abhängt, wobei mehrere Dimensionen simultan betrachtet werden. MAT lässt im Vergleich zum konventionellen Testen drastische Effizienzsteigerungen
erwarten, wirft aber einige noch nicht beantwortete Fragen auf. Für den ersten Antragszeitraum sind drei Simulationsstudien und eine Echtdatensimulation (mit Daten der Erprobung
von Aufgaben zur Messung der Bildungsstandards in Mathematik) mit folgenden Fragestellungen geplant: Ausmaß der Effizienzsteigerung (Anzahl nötiger Aufgaben bei fixer Messpräzision), Güte der Schätzung von Populationsparametern (Erwartungswerte, Varianzen, Kovarianzen), Empfehlung eines MAT-Ansatzes zur Aufgabenauswahl und Kontrolle von Content Shift (unerwünschte leistungsabhängige Variation des Aufgabeninhalts). Die Ergebnisse
ermöglichen einerseits eine Anwendung von MAT bei der Überprüfung von Bildungsstandards und liefern andererseits wichtige allgemeine Erkenntnisse zum MAT. Projekthomepage: www.mat.ipn.uni-kiel.de/ .
METHODE: Die Arbeit verwendet den formal-mathematisch von Segall (1996) vorgelegten Ansatz multidimensionalen adaptiven Testens. Es werden experimentelle Versuchspläne unter
Verwendung von künstlich erzeugten Daten sowie Echtdaten eingesetzt. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Sekundäranalyse von Individualdaten (Stichprobe:
9.577; Daten der Erprobung von Aufgaben zur Überprüfung der Anforderungen der Bildungsstandards in Mathematik für den Mittleren Schulabschluss; Auswahlverfahren: stratifiziert/ Zufall). Experiment (Stichprobe: 10.000.000; künstlich erzeugte Daten). Feldarbeit
durch ein kommerzielles Umfrageinstitut.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Frey, A.; Seitz, N.N.: Assessing the attainment of educational
standards: gains in measurement efficiency by multidimensional adaptive testing. in: International Journal of Psychology, 43, 2008, special issue 3/4. ISBN 978-1-84169-860-1.+++Frey,
A.; Ehmke, T.: Hypothetischer Einsatz adaptiven Testens bei der Messung von Bildungsstandards in Mathematik. in: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 2007, Sonderh. 8, S. 169184.
ART: BEGINN: 2007-11 ENDE: 2009-11 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche
Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften -IPN- an der Universität Kiel Abt. Erziehungswissenschaft (Olshausenstr. 62, 24098 Kiel)
KONTAKT: Leiter (Tel. 0431-8803245, e-mail: [email protected])
[266-F] Stöver, Martina, Dipl.-Berufspäd.; Bomball, Jaqueline; Schmitt, Svenja, Dipl.-Berufspäd.;
Schwanke, Aylin (Bearbeitung); Görres, Stefan, Prof.Dr. (Leitung):
Evaluationsstudie Berliner Modell: generalistische Pflegeausbildung
INHALT: Das Modellvorhaben basiert auf den in Deutschland eingeführten neuen gesetzlichen
Rahmenbedingungen für die Pflegeausbildung: Die Novellierung des Krankenpflegegesetzes
(2004) und die erstmalige bundeseinheitliche Regelung des Altenpflegegesetzes (2003). Experimentierklauseln in den neuen Gesetzen erlauben es auf der Grundlage modellhafter Er-
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
probungen, den Forderungen nach einer Pflegeausbildung, die den aktuellen und zukünftigen
Anforderungen einer zeitgemäßen Pflege gerecht wird, nachzukommen. Erwartete Ergebnisse
und deren Relevanz: Durch die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Modellvorhabens "Generalistische Pflegeausbildung" der Wannsee-Schule e.V. in Berlin können entscheidende Ergebnisse gesichert und das Projekt hinsichtlich der Konzeption, der Ausgestaltung, der Umsetzung, des Nutzens und des Zielerreichungsgrades beurteilt werden. Durch
eine Evaluation können für die weitere (bildungs-)politische Planung sowohl für Berlin als
auch bundesweit Daten zur Verfügung gestellt werden, die insbesondere im Zusammenhang
mit einer Modernisierung der Pflegeausbildung und zur Stärkung der Innovationsfähigkeit
von Pflegeschulen einen wichtigen Beitrag leisten können. Dies gilt auch in Hinsicht auf die
Frage der Bewährung und Akzeptanz einer generalistischen Pflegeausbildung auf dem Arbeitsmarkt. GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland, Berlin
METHODE: Die Evaluation gliedert sich in drei Phasen: Struktur-, Prozess- und Ergebnisevaluation. Ferner kommen unterschiedliche qualitative und quantitative Verfahren wie Fragebogenerhebungen und Gruppendiskussionen sowie Akten- und Dokumentenanalysen bei unterschiedlichen Zielgruppen zum Einsatz. Strukturevaluation: Hier wird eine Ist-Analyse der
Rahmen- und Ausbildungsbedingungen des Modells durchgeführt. Prozessevaluation: Diese
Phase sieht eine Analyse und Bewertung des Implementations- und Prozessverlaufs vor: Ablaufende Prozesse und deren Rahmenbedingungen werden dokumentiert und bereits im Verlauf des Projekts auf ihre Wirkungsweise und Effektivität im Hinblick auf die gesetzten innovativen Ziele analysiert und evaluiert. Ergebnisevaluation: Es wird der Frage nachgegangen,
inwieweit und in welcher Form die intendierten Ziele und Maßnahmen erreicht werden konnten, bzw. welche Umsetzungswiderstände und Programmwirkungen und -nutzen festzustellen
waren und wie diese gelöst werden konnten. DATENGEWINNUNG: Gruppendiskussion
(Stichprobe: 22; Modellkursteilnehmer; Auswahlverfahren: total). Standardisierte Befragung,
schriftlich (Stichprobe: 100; Modellkurs/ Vergleichsgruppen/ Praxisanleiter; Auswahlverfahren: total). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Schmitt, Svenja; Bomball, Jacqueline: Kompetenzerfassung im
Rahmen der Evaluation des Berliner Modellversuchs "Generalistische Pflegeausbildung". in:
PrInterNet, 2006, 12, S. 373-378. Unter: www.printernet.info/show.asp?id=669 abrufbar. ARBEITSPAPIERE: Görres, S.; Stöver, M.; Schmitt, S.; Bomball, J.; Stolle, C.; Mazzola, R.:
Evaluation Berliner Modell - generalistische Pflegeausbildung. Zeitraum: 01.01.200631.12.2006. Unveröff. dritter Zwischenbericht.
ART: BEGINN: 2004-01 ENDE: 2008-12 AUFTRAGGEBER: Bundesministerium für Gesundheit
FINANZIERER: Land Berlin
INSTITUTION: Universität Bremen, FB 11 Human- und Gesundheitswissenschaften, Institut für
Public Health und Pflegeforschung Abt. Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung -iap(Postfach 330440, 28334 Bremen)
KONTAKT: Stöver, Martina (Tel. 0421-218-4990, Fax: 0421-218-9668,
e-mail: [email protected])
[267-L] Süß, Waldemar; Schäfer, Ingmar; Trojan, Alf (Hrsg.):
Integrierte (Gesundheits-)Berichte: konzeptionelle Überlegungen und
Umsetzungserfahrungen, Aachen: Shaker 2007, 307 S., ISBN: 978-3-8322-4709-6
INHALT: Inhaltsverzeichnis: Alf Trojan, Waldemar Süß, Wibke Glisman: Das Forschungs- und
Entwicklungsprojekt zu integrierter kommunaler nachhaltigkeitsorientierter Berichterstattung:
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
211
Hintergrund, Vorarbeiten und Einführung für das vorliegende Buch (13-24); Alf Trojan, Ines
Zimmermann: Handlungsorientierte Berichterstattung: Erfahrungsbilanz unter besonderer Berücksichtigung von Kinder- und Jugendgesundheitsberichterstattung (25-64); Waldemar Süß:
Integrierte Gesundheitsberichterstattung: Konzeptionelle Ideen und normative Anforderungen
(67-80); Gerhard Hartmuth: Entwicklung eines kommunalen Nachhaltigkeits-Indikatorensystems auf der Grundlage des "Integrativen Nachhaltigkeitskonzepts" (81-92); Ursula Beilke:
Indikatoren zur Bewertung der Zielerfüllung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes
(INSEK) der Landeshauptstadt Dresden (93-106); Jeffrey Butler: Klassifikationskriterien für
sozialräumliche Differenzierung (107-112); Michael Bretschneider: Kommunale Umfragen
als Instrument für spezifische Datengewinnung: Konzepte und Beispiele (113-130); Waldemar Süß: Integrierte Gesundheitsberichterstattung: Datenquellen, Datenhalter, Datenqualität
(131-146); Monika Meusel: Lücken und Tücken der Datensammlung beim Städtevergleich
(149-178); Johann Gerdes: Chancen und Hürden in der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Verwaltung (179-190); Wibke Glismann: Chancen und Probleme in der Umsetzung einer kommunalen integrierten Berichterstattung: Ergebnisse einer Prozessanalyse (191200); Jönna Atzeroth, Waldemar Süß: Ein Vergleich ausgewählter Indikatoren aus den Gesundheitsberichten der zehn Praxispartner (201-220); Jönna Atzeroth, Waldemar Süß: Konzeptionelle Überlegungen zur Durchführung eines Städtevergleichs: Ein Stufenmodell zur
Qualitätssicherung (221-234); Julia Muschner: Was erwarten die Politiker und die Öffentlichkeit von der Gesundheitsberichterstattung? (237-246); Angelika Baumann: Kinderberichterstattung, Kinderfreundlichkeitsprüfung und Kindergesundheitsziele als Ansatz des AgendaSettings (247-258); Alf Trojan, Waldemar Süß: Hürden und Chancen handlungsorientierter
integrierter Berichterstattung: Von der Problembilanz zum Zukunftsmodell (261-290).
[268-L] Szameitat, Jörg:
Begleitforschung zum ESF-BA-Programm: Daten zur Förderentwicklung von 2000 bis 2007
; Datenstand 13. März 2008, (IAB-Projektbericht), Nürnberg 2008, 197 S. (Standort: IAB-90309.0988, 0; Graue Literatur)
INHALT: "Aufgabe des Projekts 'Individualdatenbank' der Begleitforschung zum ESF-BA-Programm ist die Erschließung der von der Bundesagentur für Arbeit (BA) generierten Prozessdaten ('Verwaltungsdaten') zur ESF-BA-Förderung und ihre Aufbereitung zu Forschungsdaten für die spezifischen Zwecke der Begleitforschung. Die Individualdatenbank enthält für
jede ESF-BA-geförderte Person Angaben zur Teilnahme nach Maßnahmeart, zu personellen
Merkmalen und zur Erwerbsbiographie vor und nach der Teilnahme im Sinne des so genannten 'Stammblattverfahrens' für das Monitoring und die Evaluation der deutschen ESF-Programme. Damit werden zwei Ziele verfolgt. Erstens ergänzt die Begleitforschung das Monitoring der BA (die ESF-BA-Geschäftsstatistik St 38) durch differenzierte Auswertungen auf
Grundlage einer Individualdatenbasis zur Umsetzung des Programms und zu den Förderergebnissen (z.B. Verbleib nach der Teilnahme). Zweitens liefert die Individualdatenbank die
Grundlage für die verschiedenen, insbesondere für die instrumentenbezogenen Einzelprojekte
der Begleitforschung und wird dabei mit Daten zu Vergleichsgruppen, z.B. für mikroanalytische Wirkungsuntersuchungen, ergänzt. Mit dem hier vorgelegten Projektbericht der Begleitforschung wird - wie schon in den vergangenen Berichtsjahren - in Form eines Tabellenbandes über die Förderentwicklung seit Programmbeginn 2000 nun bis Ende 2007 - jetzt aktualisiert mit Datenstand 13. März 2008 - als Beitrag zum differenzierten Monitoring informiert.
Aufgrund der Umstellung von IT-Verfahren der BA und des Instituts für Arbeitsmarkt und
212
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
Berufsforschung (IAB) haben sich in den Jahren 2005 und 2006 einige bedeutende Änderungen ergeben. Einleitend wird kurz beschrieben, wie der Datenfluss von der Eingabe der Prozessdaten in den Agenturen bis zur Ziehung für die ESF-BA-Geschäftsstatistik und die Aufbereitung für die Individualdatenbank bis 2004 erfolgte, und welche Konsequenzen die ITÄnderungen von 2005 und 2006 nach sich zogen." (Autorenreferat)
[269-F] Tödt, Katia, Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Zech, Rainer, Prof.Dr. (Leitung):
Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung (LQW)
INHALT: Evaluation der Wirkungen des Qualitätsmanagementsystems der Lernerorientierten
Qualitätstestierung in der Weiterbildung (LQW) zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung
des QM-Systems LQW. In abgeschlossenen Untersuchungen konnten folgende Auswirkungen bei der Anwendung von LQW in den Weiterbildungsorganisationen ermittelt werden: 1.
Bei allen abgefragten Items ergeben sich signifikante Verbesserungen in den Weiterbildungsorganisationen. 2. Die Organisationen konnten mit der Einführung des Lernerorientierten
Qualitätsmodells eine kontinuierliche und langfristige Qualitätsarbeit etablieren. 3. Vor allem
die strategische Zielausrichtung, das Controlling und die Schlüsselprozesse sowie der LehrLern-Prozess und die Führung konnten von dem LQW-Modell umfassend und überdurchschnittlich profitieren. 4. Diese strukturellen Verbesserungen schaffen die weiteren Voraussetzungen für bereits begonnene Verhaltensänderungen aller Beschäftigten. 5. Entwicklungschancen, aber auch Entwicklungsnotwendigkeiten zeigen sich ebenso deutlich im Projektmanagement und in der Netzwerkarbeit sowie im Marketing und in der Bedarfserschließung.
(S.a. www.artset-lqw.de ). ZEITRAUM: ab 2006 fortlaufend GEOGRAPHISCHER RAUM:
Bundesrepublik Deutschland, Österreich
METHODE: Das Projekt verfolgt einen mehrdimensionalen Forschungsansatz, bestehend aus:
repräsentativen Fragebogenerhebungen, qualitativen Telefoninterviews, Expertenbefragungen. DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: 100; alle
LQW-Anwenderorganisationen; Auswahlverfahren: total). Qualitatives Interview (Stichprobe: 15-20; Qualitätsmanager und/ oder Leiter von Weiterbildungsorganisationen; Auswahlverfahren: thematisch). Gruppendiskussion (Stichprobe: 10-12; Experten, d.h. erfahrene Gutachterinnen und Gutachter; Auswahlverfahren: thematisch). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Zech, R.: Handbuch Lernerorientierte Qualitätstestierung in der
Weiterbildung (LQW). Grundlegung - Anwendung - Wirkung. Bielefeld: Bertelsmann 2006,
243 S.+++Weitere Literatur unter: www.artset-lqw.de/html/literatur.html .
ART: BEGINN: 2006-01 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: ArtSet Institut für kritische Sozialforschung und Bildungsarbeit e.V. (Ferdinand-Wallbrecht-Str. 17, 30163 Hannover)
KONTAKT: Leiter (Tel. 0511-90969830, e-mail: [email protected])
[270-F] Vogel, Heiner, Dr.; Löffler, Stefan, Dipl.-Psych.; Wolf, Hans-Dieter, Dipl.-Psych. (Bearbeitung):
Entwicklung & Validierung eines generischen Screening-Instruments zur Identifikation von
beruflichen Problemlagen und des Bedarfs an berufsorientierten und beruflichen Rehabilitationsleistungen (Projekt C2 im Rahmen des Förderungsschwerpunkts Rehabilitationswissenschaften)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
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INHALT: Im Rahmen des vorliegenden Projektes wurde das Würzburger Screening als Selbstbeurteilungsinstrument entwickelt. Dabei handelt es sich um einen einfach handhabbaren Screening-Fragebogen zur Erhebung von beruflichen Problemlagen und des Bedarfs an berufsorientierten Rehabilitationsmaßnahmen. Das Würzburger Screening soll sowohl im Zugangsverfahren zur Rehabilitation als auch in den medizinischen Rehabilitationseinrichtungen Verwendung finden. In zwei bundesweiten Bestandsaufnahmen in den sozialmedizinischen
Diensten der Rentenversicherungsträger und den Einrichtungen/ Fachabteilungen der medizinischen Rehabilitation wurde nach dem Einsatz von Screening-Verfahren zu beruflichen Problemen gefragt. Weniger als die Hälfte der sozialmedizinischen Dienste und etwa 57% der
Rehabilitationseinrichtungen, die antworteten, gaben an, Screenings zu diesem Themenbereich einzusetzen. Die genannten Instrumente waren zumeist entweder lang, für andere Zwecke entwickelt oder nicht in ihrer Qualität als Screening evaluiert worden. Ein wichtiges Kriterium für die Messung beruflicher Problemlagen und des Bedarfs an berufsbezogenen Leistungen ist die Rückkehr zur Arbeit nach einer Reha-Maßnahme. Im Rahmen der Entwicklung
des Screenings wurden mit Hilfe einer Literatur- und Internetrecherche bereits bestehende Instrumente und auch einzelne Items erfasst, zu denen Untersuchungsergebnisse vorlagen. Dabei wurden hauptsächlich Items berücksichtigt, welche sich in früheren Studien als gute Prädiktoren für eine gelungene/ nicht gelungene Wiedereingliederung ins Erwerbsleben nach Rehabilitationsaufenthalt erwiesen haben. Die Vorversion des Würzburger Screenings wurde zur
Validierung in acht Kliniken der medizinischen Rehabilitation in den Indikationsbereichen
Orthopädie, Kardiologie, Pneumologie und Psychosomatik sowie im sozialmedizinischen
Dienst der Deutschen Rentenversicherung Unterfranken eingesetzt. Als Stichprobe in RehaEinrichtungen der Indikationen Orthopädie und Kardiologie standen die Probanden in den
Kliniken des Projekts C1 zur Verfügung. Bei dem Würzburger Screening handelt es sich um
ein kurzes, reliables und valides Instrument, das sowohl bei der Reha-Zugangssteuerung
durch die sozialmedizinische Dienste als auch bei der Aufnahmeuntersuchung in der RehaKlinik eingesetzt werden kann. Mit dem Algorithmus kann der Erwerbsstatus sechs Monate
nach Rehabilitationsaufenthalt indikationsübergreifend sehr gut vorhergesagt werden. Die
drei Skalen des Würzburger Screenings können einen wichtigen Beitrag bei der Identifikation
von beruflichen Problemlagen und dem Bedarf an berufsbezogenen Rehabilitationsangeboten
leisten. Die in den sozialmedizinischen Diensten zum Einsatz kommende Version des Würzburger Screenings besteht aus den Skalen "Subjektive Erwerbsprognose" und "Berufliche Belastungen". Die Skala "Interesse an berufsbezogenen Therapieangeboten fehlt. Damit sollten
Unklarheiten bei denjenigen Antragstellern vorgebeugt werden, deren Antrag auf Rehabilitation später abgelehnt wird. Eine ausführlichere Beschreibung der Ergebnisse der Fragebogenvalidierung sowie Angaben zur Anwendung des Würzburger Screenings finden sich im Manual (Download unter: www.rehawissenschaft.uni-wuerzburg.de/bo/projekt-c2.html ).
METHODE: Mit Hilfe einer explorativen Faktorenanalyse konnten die drei Skalen des Würzburger Screenings "Berufliche Belastungen", "Subjektive Erwerbsprognose" und "Interesse an
berufsbezogenen Therapieangeboten" identifiziert werden. Die interne Konsistenz und die
Test-Retest-Reliabilität der Skalen sowie die Trennschärfe der Items waren zufriedenstellend.
Mit Hilfe eines einfachen Algorithmus bestehend aus dem Erwerbsstatus zu Rehabilitationsbeginn und der Kurzskala "Subjektive Erwerbsprognose" gelang eine korrekte Klassifikation
von 86% der Personen, die sechs Monate nach Beendigung der Rehabilitationsmaßnahme
nicht erwerbstätig waren (Sensitivität). Von den Personen, die an den Arbeitsplatz zurückkehrten, konnten 82% korrekt identifiziert werden (Spezifität). Bei der Konstruktvalidierung
ergaben sich zwischen den Skalen des "Würzburger Screenings" und weiteren berufs- und ge-
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
sundheitsbezogenen Fragebögen z.B. mit der Skala "Berufliche Sorgen" (IRES-BS) aus dem
IRES-Fragebogen (Indikatoren des Reha-Status, Gerdes & Jäckel, 1992) Zusammenhänge im
mittleren Bereich.
VERÖFFENTLICHUNGEN: S. unter: www.rehawissenschaft.uni-wuerzburg.de/bo/projektc2.html . ARBEITSPAPIERE: S. unter: www.rehawissenschaft.uni-wuerzburg.de/bo/projektc2.html .
ART: BEGINN: 2005-01 ENDE: 2007-10 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER:
Deutsche Rentenversicherung Bund; Bundesministerium für Bildung und Forschung
INSTITUTION: Universität Würzburg, Medizinische Fakultät, Institut für Psychotherapie und
Medizinische Psychologie (Klinikstr. 3, 97070 Würzburg)
KONTAKT: Löffler, Stefan (Tel. 0931-201-71543, Fax: 0931-31-6091,
e-mail: [email protected]); Wolf, Hans-Dieter (Tel. 0931-31-6092, Fax:
0931-31-6091, e-mail: [email protected])
[271-F] Wendland, Mirko, Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Schubarth, Wilfried, Prof.Dr.; Speck,
Karsten, Dr.; Seidel, Andreas, Dr. (Leitung):
Evidenzbasierte Professionalisierung der Praxisphasen in außeruniversitären Lernorten Forschung zu Praxiskonzepten unterschiedlicher Fachdisziplinen und deren berufsorientierende Wirksamkeit (ProPrax)
INHALT: Zentrales Ziel des Forschungsvorhabens ist es, einen wissensbasierten Beitrag zur Professionalisierung der Praxisphasen in außeruniversitären Lernorten zu leisten, indem die Qualität und Wirksamkeit von Praxiskonzepten in unterschiedlichen Fachdisziplinen systematisch
und empirisch-vergleichend untersucht und Folgerungen für eine Verbesserung der Praxisphasen gezogen werden. Damit wird das Forschungsvorhaben zentralen Anliegen der Hochschulreform und des Bologna-Prozesses gerecht, die berufsorientierende und berufsbefähigende Funktion des Studiums zu erhöhen und die gestiegene Bedeutung außeruniversitärer
Lernorte in der curricularen und formal-organisatorischen Ausgestaltung des Studiums adäquat zu beachten. Mit der empirisch ausgerichteten Untersuchung sollen - aufbauend auf
dem gewonnenen Steuerungswissen - Folgerungen für die Professionalisierung der Hochschullehre mit Blick auf die Praxisphasen unter den Bedingungen gestiegener Studierendenzahlen gezogen werden (Gestaltungswissen). Darüber hinaus sollen Lücken im Bereich der
Hochschulforschung zum Kompetenzaufbau von Studierenden durch Praxisphasen und zu
den Möglichkeiten der Senkung von Studienabbrüchen durch eine stärkere Praxisorientierung
im Studium geschlossen werden. Das zentrale Ziel "Professionalisierung der Praxisphasen in
außeruniversitären Lernorten" wird durch drei Feinziele präzisiert: Erstens sollen mittels einer
Dokumentenanalyse die anvisierten, curricularen Praxiskonzepte in unterschiedlichen Fachdisziplinen und Hochschulen vergleichend analysiert werden. Zweitens soll die organisatorische Umsetzung der Praxisphasen, insbesondere deren didaktisch-methodische Umsetzung,
fachliche Begleitung und Überprüfung sowie deren Unterstützung durch Supportstrukturen,
multiperspektivisch erforscht werden. Drittens schließlich sollen durch längsschnittlich angelegte empirische Untersuchungen Erkenntnisse über den Erwerb berufsorientierender und -befähigender Kompetenzen in den Praxisphasen durch Studierende und über mögliche förderliche bzw. hinderliche Faktoren gewonnen werden. GEOGRAPHISCHER RAUM: Brandenburg
METHODE: Untersuchungsdesign: Trend, Zeitreihe DATENGEWINNUNG: Aktenanalyse, offen; Standardisierte Befragung, schriftlich. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
7 Evaluation, Interaktion, Intervention
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ART: BEGINN: 2008-12 ENDE: 2011-11 FINANZIERER: Bundesministerium für Bildung und
Forschung
INSTITUTION: Universität Potsdam Campus Golm, Humanwissenschaftliche Fakultät, Institut
für Erziehungswissenschaft Professur für Erziehungs- und Sozialisationstheorie (Karl-Liebknecht-Str. 24-25, 14476 Potsdam)
KONTAKT: Schubarth, Wilfried (Prof.Dr. Tel. 0331-977-2176,
e-mail: [email protected])
[272-L] Wilde, Thomas; Hess, Thomas; Hilbers, Konrad:
Methodische Probleme der Akzeptanzforschung bei nicht marktreifen Technologien: eine
empirische Analyse am Beispiel interaktiven Fernsehens, in: MedienWirtschaft : Zeitschrift für
Medienmanagement und Kommunikationsökonomie ; Printmedien, Hörfunk, Fernsehen,
Telekommunikation, Multimedia, Jg. 5/2008, Nr. 3, S. 6-13
INHALT: Die Einführung des interaktiven Fernsehens setzt eine breite Akzeptanz auf Seiten der
Nutzer voraus. Um diese zu erforschen wurden drei charakteristische Problemfelder bei der
Akzeptanz neuer Medientechnologien herausgegriffen und mit den üblichen Forschungsdesigns untersucht. Diese erweisen sich als wirksamer gegenüber den neueren "early
adopter"-Stichproben, die oft Validitäts- oder Theoriebasisprobleme mit sich bringen. (KB)
8
Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle,
Datensammlungen, Wissensbasen
[273-L] Barabas, György; Döhrn, Roland:
Kurzfristige Arbeitsmarktanalyse und -projektionen: Weiterentwicklung, Aktualisierung
und Anwendungsberatung der Arbeitsmarkt (IAB)-Version des RWI-Konjunkturmodells ;
Projekt im Auftrag des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung - Endbericht,
(RWI-Projektbericht), Essen 2008, 32 S. (Graue Literatur;
www.rwi-essen.de/pls/portal30/docs/FOLDER/PUBLIKATIONEN/GUTACHTEN/IAB-KOMO.
PDF)
INHALT: "Seit 2000 hat das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI Essen) im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit (BA) und in Zusammenarbeit mit dem Institut
für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine Arbeitsmarktversion des RWI-Konjunkturmodells entwickelt. In zwei Folgeaufträgen wurde das Modell jeweils aktualisiert und erweitert. Im Sommer 2006 wurde ein weiterer Folgeauftrag erteilt. In dessen Mittelpunkt steht,
neben der Aktualisierung des Modells, zum einen die Anpassung des Modells an die durch
die Arbeitsmarktreformen der vergangenen Jahre geänderten Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes. So sollen die neuen arbeitsmarktpolitischen Instrumente (insbesondere Hartz I
bis IV) systematisch in das Modell eingearbeitet werden. Zum anderen soll auch in Anbetracht der neueren Erwerbsformen (Minijobs, Ein-Euro-Jobs) - überprüft werden, wie der Einsatz des Produktionsfaktors Arbeit im Modell am zweckmäßigsten abgebildet werden kann.
Um die neuen arbeitsmarktpolitischen Instrumente berücksichtigen zu können, musste die
Datenbasis des Modells erweitert werden. Einen Überblick über die neu aufgenommenen Da-
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
ten gibt Abschnitt 2. Die folgenden Abschnitte stellen die Ergebnisse erster Schätzungen unter Einbeziehung der neuen Daten vor. In Abschnitt 3 wird auf die Schätzung des Arbeitsvolumens eingegangen, Abschnitt 4 zeigt die erstmalige Modellierung der Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Abschnitt 5 dokumentiert die neue Schätzgleichung für die Zahl
der Selbständigen. Der sechste Abschnitt geht kurz auf die nun in der Datenbasis enthaltene
Trennung der Zahl der Arbeitslosen nach Rechtskreisen des Sozialgesetzbuchs ein und zeigt
mögliche Folgen für das Modell auf. Im siebten Abschnitt werden die Simulationseigenschaften des Modells dargestellt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse und ein Ausblick auf weitere Arbeitsschritte beschließen den Projektbericht." (Autorenreferat)
[274-L] Beckers, Tilo:
Das Recht und der homosexuelle Körper: ein weltweiter Vergleich der Zusammenhänge von
Sozialverfassung, sozialen Chancen und Einstellungen in einer Mehrebenenanalyse, in: KarlSiegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der
Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus
Verl., 2008, S. 1097-1113, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Das Recht greift insbesondere unter nicht-demokratischen Herrschaftsformen in die
Privatsphäre häufig in starkem Maße ein. Dabei geht es etwa unter Berufung auf die Natur als
Norm unter anderem um rechtliche Eingriffe in die Intimsphäre und die Sexualität, also auch
den Körper. Besonders weite Verbreitung hat in der Vergangenheit aber auch gegenwärtig
das Verbot homosexueller Handlungen, die als widernatürlich bzw. against nature verurteilt
werden. Im überwiegenden Teil der Welt ist die soziale Lage Homosexueller weiterhin durch
Kriminalisierung im Recht oder offene soziale Ausgrenzung geprägt. Der Vortrag untersucht
auf der Basis von über 50 Ländern von allen Kontinenten die Wirkung des Rechts auf die
Einstellungen der Bevölkerung zur Homosexualität mit den Daten des World Values Survey
und Rechtsdaten aus den Ländern im Rahmen einer Mehrebenenanalyse. Die Untersuchungsanlage ist also ein variablenorientierter Ansatz im Sinne des most-dissimilar designs. Neben
den Rechtsdaten gehen auf der Kontextebene auch weitere Indikatoren in die Analysen ein,
die die sozialen Chancen wie etwa Human Development und Geschlechtergleichheit ebenso
wie die religiöse Tradition der Länder betreffen. Auf der Individualebene finden unter anderem Geschlechtsrolleneinstellungen und Religiosität Eingang in die statistischen Berechnungen im Rahmen hierarchisch linearer Regressionsmodelle. Die Analysen zeigen, dass das
Strafrecht zum Verbot homosexueller Handlungen allein betrachtet in erheblichem Maße zur
Erklärung der Einstellungen beiträgt. Kontrolliert man allerdings die sozialen Chancen, so
wird die Wirkung des Rechts übertroffen. Der gesellschaftliche Entwicklungsstand (insbesondere die Gleichstellung der Geschlechter) gewinnt an Bedeutung und teilt die Länder entlang
der Niveaus des Human Development und etwa in Übereinstimmung mit dem Fortschritt der
Rechtslage zur Homosexualität. Das Recht ist so betrachtet der Spiegel der gesellschaftlichen
Verhältnisse und entfaltet in diesem sozialen Rahmen erst seine Wirkung. Der homosexuelle
Körper wird erst dann legal anerkannt, wenn die gesellschaftlichen Chancen seine soziale Legitimität zulassen. Die soziale und rechtliche Akzeptanz der Homosexualität setzt den Ergebnissen der Untersuchung nach die Gleichstellung der Frau (und ihres Körpers) voraus." (Autorenreferat)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
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[275-F] Behr, Dorothée, Dipl.-Übers. (Leitung); Stoll, Karl-Heinz, Prof.Dr. (Betreuung):
Translationswissenschaft und international vergleichende Umfrageforschung im interdisziplinären Dialog: eine prozessanalytische Untersuchung des Team-Ansatzes zur Übersetzung
von Fragebögen anhand der Übersetzung des ISSP 2007 ins Deutsche
INHALT: Das Ziel dieser Arbeit ist es, den Team-Ansatz zur Übersetzung von Fragebögen prozessanalytisch zu untersuchen. Bei diesem Ansatz handelt es sich um eine besondere Übersetzungs- und Qualitätssicherungsmethode, die in der international vergleichenden Forschung
angewandt wird, um qualitativ hochwertige und vergleichbare Übersetzungen von einem
Ausgangsfragebogen zu erstellen. Als Datengrundlage dient die Review-Diskussion zur Erstellung der deutschen Übersetzung des ISSP 2007. Diese Diskussion wurde aufgenommen
und transkribiert. Zum einen soll die Arbeit dazu dienen, den Team-Ansatz empirisch zu untermauern, Empfehlungen für die Evaluation von Fragebogenübersetzungen auszusprechen
sowie auf die besondere Interdependenz zwischen Ausgangstextgüte und Zieltextgüte hinzuweisen. Hierbei handelt es sich um die Bedeutung der Ergebnisse für die international vergleichende Umfrageforschung. Zum anderen sollen der Bereich des Qualitätslektorats empirisch erforscht sowie Anforderungen an Fragebogenübersetzungen zusammengestellt werden.
Darüber hinaus soll eine allgemeine Hinterfragung des funktionalen Übersetzungsprinzips erfolgen. Hierin liegt die Bedeutung der Ergebnisse für die Translationswissenschaft.
METHODE: keine Angaben DATENGEWINNUNG: Gruppendiskussion (Stichprobe: 1).
ART: BEGINN: 2006-01 ENDE: 2008-01 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Wissenschaftler
INSTITUTION: Universität Mainz, FB 06 Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft, Institut
für Anglistik, Amerikanistik und Anglophonie (Postfach 1150, 76711 Germersheim)
KONTAKT: Leiterin (e-mail. [email protected])
[276-L] Bender, Stefan; Hartmann, Benedikt; Herrlinger, Dagmar:
FDZ-Jahresbericht 2007, (FDZ Methodenreport, 02/2008), Nürnberg 2008, 28 S. (Graue
Literatur; doku.iab.de/fdz/reporte/2008/MR_02-08.pdf)
INHALT: "Nach den beiden Evaluationen 2006 durch den Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten
und 2007 durch den Wissenschaftsrat möchte das Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (FDZ) in Zukunft regelmäßig über seine Aktivitäten berichten. Wir starten mit diesem FDZ-Jahresbericht 2007, der ...
auf wenigen Seiten die wesentlichen Ereignisse der letzten 12 bzw. 24 Monate zusammenfassen soll. Der Jahresbericht dient auch der Transparenz für unsere Nutzer, die die Existenzberechtigung des FDZ begründen... Der Bericht teilt sich in die Kapitel 'Allgemeine Aufgaben',
'Basisinformationen', 'Das serviceorientierte FDZ', 'Das internationale FDZ' und zum guten
Schluss 'Das forschende FDZ'." (Textauszug)
[277-L] Berger, Eva M.:
The power of monthly data in the GSOEP: how the Chernobyl catastrophe affected people's
life satisfaction and environmental concerns, (SOEPpapers on Multidisciplinary Panel Data
Research, 73/2007), Berlin 2007, 13 S. (Graue Literatur;
www.diw.de/documents/publikationen/73/77357/diw_sp0073.pdf)
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
INHALT: Das "Deutsche Sozioökonomische Panel" (GSOEP) ist eine jährlich durchgeführte
Haushaltsbefragung, welche das erste Mal 1984 mit einer repräsentativen Stichprobe deutscher Haushalte durchgeführt wurde. Die Größe der Stichprobe und die Tatsache, dass die Interviews für eine Stufe der Studie über einen Zeitraum von mehreren Monaten geführt werden
und dabei der genaue Zeitpunkt der einzelnen Interviews im Datensatz aufgeführt wird, gibt
Forschern die Möglichkeit, die Folgen unerwartete Ereignisse, wie z.B. von Naturkatastrophen, genauer zu analysieren. Vor diesem Hintergrund stellt der Beitrag das analytische Potential der GSOEP-Studie in Bezug auf ihre monatliche Datenerhebung dar. Als Fallstudie
wird der Einfluss der nuklearen Katastrophe in Tschernobyl 1986 auf die Lebenszufriedenheit
und die Sorgen um weitere Umweltkatastrophen analysiert. Der zweite Teil der Arbeit beschreibt die GSOEP-Daten und die Methoden, welche für die Regressionsanalysen verwendet
worden sind. Abschließend werden die Ergebnisse der Fallstudie zusammenfassend diskutiert. (ICG)
[278-F] Berlemann, Michael, Dr.; Grundig, Beate, Dipl.-Volksw.; Vogt, Gerit, Dipl.-Volksw.;
Schirwitz, Beate, Dipl.-Volksw. (Bearbeitung); Berlemann, Michael, Dr. (Leitung):
Ausbau des Systems zur Konjunktur- und Mittelfristprognose für Sachsen und die neuen
Bundesländer insgesamt
INHALT: Aufbauend auf den Ergebnissen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung der Länder
wird mit dem System das Bruttoinlandsprodukt und die Beschäftigung in den neuen Ländern
und in Sachsen berechnet. Die sektorale Entwicklung der Arbeitsproduktivität fungiert als
Kontrollgröße. Die Schätzungen auf sektoraler Ebene basieren auf Frühindikatoren, Plan- und
Erwartungsdaten, sowie auf makroökonomischen Verknüpfungen mit volkswirtschaftlichen
Aggregaten. Ein Schwerpunkt der Arbeit wird darin liegen, die Basis für die Prognose der
Dienstleistungszweige auszubauen. ZEITRAUM: seit 1990 GEOGRAPHISCHER RAUM:
Bundesrepublik Deutschland, neue Bundesländer, Sachsen
VERÖFFENTLICHUNGEN: Gerstenberger, W.: Perspektiven für Konjunktur und Arbeitsmarkt
in Sachsen. in: ifo Dresden berichtet, Jg. 8, 2001, 6, S. 15-24.+++Ders.: Wachstumsbremse
Bau - wann kehrt Ostdeutschland wieder zum Aufholpfad zurück? in: ifo Dresden berichtet,
Jg. 8, 2001, 5, S. 36-44.+++Ders.: Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Sachsen
2003/2004. in: ifo Dresden berichtet, Jg. 10, 2003, 6, S. 12-18.+++Ders.: Sachsen 2030 Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung Sachsens in der laufenden Dekade und der ferneren Zukunft. in: ifo Dresden berichtet, Jg. 10, 2002, 5, S. 9-26.+++Ders.: Entwicklung von
Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Sachsen 2003/2004. in: ifo Dresden berichtet, Jg. 10, 2003, 4,
S. 25-31.+++Ders.: Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Sachsen. in: ifo Dresden
berichtet, Jg. 9, 2002, 6, S. 14-21.+++Ders.: Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt in
Sachsen 2003/2004. in: ifo Dresden berichtet, Jg. 10, 2003, 4, S. 25-31.+++Vogt, G.: Prognose von Umsatz und Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes in Sachsen. in: ifo
Dresden berichtet, Jg. 11, 2004, 4, S. 23-31.+++Berlemann, M.; Rother, D.; Vogt, G.: Konjunkturprognose des sächsischen und ostdeutschen Baugewerbes 2004/2005. in: ifo Dresden
berichtet, Jg. 11, 2004, 5, S. 13-22. ARBEITSPAPIERE: Gerstenberger, W.: Wachstumsbremse Bau - Wo liegt die untere Widerstandslinie für die Bauinvestitionen in Ostdeutschland? Internes Arbeitspapier. Dresden 2001.
ART: BEGINN: 2001-01 ENDE: 2006-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V. Niederlassung Dresden (Einsteinstr. 3,
01069 Dresden)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
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KONTAKT: Leiter (Tel. 0351-26476-17, e-mail: [email protected])
[279-L] Blien, Uwe; Phan, thi Hong Van:
Die regionale Evaluation von Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik, in: Marc Ant, Andreas
Hammer, Oded Löwenbein; Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg (Hrsg.): Nachhaltiger Mehrwert
von Evaluation, Bielefeld: Bertelsmann, 2008, S. 207-216, ISBN: 978-3-7639-3659-5
INHALT: "Regionale Evaluationen von Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik sind ein wichtiger
Teilbereich der Wirkungsforschung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
(IAB). Regionale Analysen vermögen eigenständige Information zu der Wirksamkeit von
Maßnahmen zu geben, die z.B. aus Evaluationen mit Individualdaten nicht entnommen werden können. Bei konkreten Analysen des IAB zu den Regionen des deutschen Arbeitsmarktes
ergeben sich auf der Grundlage verschiedener Erfolgskriterien Ergebnisse, die für Bildungsmaßnahmen günstiger ausfallen als für ABM." (Autorenreferat)
[280-L] Börsch-Supan, Axel; Hank, Karsten; Jürges, Hendrik; Schröder, Mathis:
Longitudinal data collection in continental Europe: experiences from the survey of health,
ageing and retirement in Europe (SHARE), (Discussion Paper / Mannheimer
Forschungsinstitut Ökonomie und Demographischer Wandel (MEA), 162), Mannheim 2008, 19 S.
(Graue Literatur; www.mea.uni-mannheim.de/publications/meadp_162-08.pdf)
INHALT: Um den Herausforderungen der rapiden Alterung der europäischen Bevölkerung begegnen zu können, ist es wichtig, die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Ökonomie,
Gesundheit und sozialen Faktoren, die die Lebensqualität älterer Menschen bestimmen, besser zu verstehen. Diese Interaktionen auf der individuellen Ebene müssen zu den in den einzelnen Ländern geltenden wohlfahrtsstaatlichen Regelungen in Beziehung gesetzt werden.
Bislang fehlt es jedoch an international vergleichbaren Langzeitdaten auf der Mikroebene zur
wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Situation älterer Menschen in Europa. Diese
Lücke soll mit SHARE ('Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe') geschlossen
werden. Der Beitrag erläutert den methodischen Ansatz von SHARE und gibt einen Überblick über Verlauf und Ergebnisse der bisherigen Befragungswellen. 2004 wurde eine erste
Befragungswelle in elf Ländern aus Skandinavien (Dänemark, Schweden), Mitteleuropa (Österreich, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Belgien, Niederlande) und dem Mittelmeerraum
(Spanien, Italien, Griechenland) durchgeführt. 2005 und 2006 kam Israel hinzu und in einer
zweiten Welle, die 2006-07 durchgeführt wurde, die Tschechische Republik, Polen und Irland. Die für 2008-2009 geplante dritte Welle wird sich auf detaillierte Lebensgeschichten der
Teilnehmer der vorangegangenen Befragungswellen konzentrieren. Ziel von SHARE ist es,
der Forschung mittels Daten zum individuellen und gesellschaftlichen Alterungsprozess die
Möglichkeit zu geben, die Fragen danach zu beantworten, wer wir sind, wohin wir gehen und
wie wir im Verlauf des Alterns Einfluss auf unsere Lebensqualität nehmen können. (IAB)
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
[281-L] Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Hrsg.):
Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit 2007: Chancen
nutzen, Zusammenhalt sichern, Berlin 2007, 159 S. (Graue Literatur;
www.bmvbs.de/Anlage/original_1013253/Jahresbericht-zur-Deutschen-Einheit-2007.pdf)
INHALT: Der Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit 2007 kommt
zu dem Ergebnis, dass die neuen Länder 'auf einem guten wirtschaftlichen Entwicklungspfad'
sind. Der jährlich vorgelegte Bericht bilanziert die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in den neuen Bundesländern und gibt einen Überblick über die Förder- und Entwicklungsstrategie der Bundesregierung. Darüber hinaus werden die Programme und Maßnahmen des Aufbaus Ost vorgestellt. Der Bericht zeigt, dass die Wirtschaft im Osten wächst
und dass die verfolgte Förderstrategie 'Stärken stärken' in den neuen Bundesländern spürbare
Erfolge zeigt. Zentrales Problem bleibt die hohe Arbeitslosigkeit. 2006 ist das Bruttoinlandsprodukt in den neuen Ländern um 3,0 Prozent gewachsen, in Westdeutschland dagegen um
2,7 Prozent. Damit hat sich die Schere der wirtschaftlichen Leistungskraft zwischen Ost und
West um weitere 0,9 Prozentpunkte geschlossen. Die Langzeitarbeitslosigkeit geht zurück:
Die Arbeitslosenquote betrug 2006 17,3 Prozent gegenüber 18,3 Prozent in 2005; mittlerweile
ist sie auf 14,7 Prozent gesunken. Dennoch ist die Quote doppelt so hoch wie im Westen. Die
Arbeitslosigkeit stellt mithin eines der größten Probleme in den neuen Bundesländern dar.
Die Bundesregierung erklärt, dass sie ihre Unterstützung der neuen Länder fortsetzen und im
Zeitraum von 2005 bis 2019 weitere 156 Milliarden Euro bereit stellen wird um die Folgen
von Teilung und staatswirtschaftlicher Misswirtschaft zu überwinden. (IAB)
[282-L] Christoph, Bernhard; Müller, Gerrit; Gebhardt, Daniel; Wenzig, Claudia; Trappmann,
Mark; Achatz, Juliane; Tisch, Anita; Gayer, Christine:
Codebuch und Dokumentation des 'Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung' (PASS):
Welle 1 (2006/2007), (FDZ Datenreport, Nr. 5/2008), Nürnberg 2008, 636 S. (Graue Literatur;
www.iab.de/de/389/section.aspx/Publikation/k080804n22)
INHALT: "Mit dem Panel 'Arbeitsmarkt und soziale Sicherung' (PASS) baut das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) einen neuen Datensatz für die Arbeitsmarkt-, Sozialstaats- und Armutsforschung in Deutschland auf, der eine neue empirische Grundlage für
Wissenschaft und Politikberatung schafft. Dieser Datenreport gibt einen Überblick über die
erste Befragungswelle, für die zwischen Dezember 2006 und Juli 2007 18.954 Personen in
12.794 Haushalten befragt wurden. Die Studie ist im Rahmen der SGB II-Forschung am IAB
angesiedelt, deren gesetzlicher Auftrag es ist, die Wirkungen der Leistungen zur Eingliederung und der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts des SGB II zu untersuchen. Sie
erlaubt jedoch aufgrund des komplexen Stichprobendesigns auch die Beantwortung von Fragen, die über diesen Rahmen weit hinausgehen. Bei der Entwicklung der neuen Studie waren
vor allem fünf Kernfragestellungen leitend: 1. Welche Wege führen aus dem Bezug von Arbeitslosengeld II? 2. Wie verändert sich die soziale Lage der betroffenen Haushalte im Leistungsbezug? 3. Wie entwickeln sich Bewältigungsprozesse und Handlungsorientierungen betroffener Personen? 4. Wie gestalten sich Kontakte zu den Trägern der Grundsicherung und
wie sieht die institutionelle Handlungspraxis aus? 5. Welche Erwerbsverlaufsmuster oder
Haushaltsdynamiken führen in den Bezug von Arbeitslosengeld II? In dem Codebuch sollen
die Motivation für die Durchführung der Befragung, die Befragungsinhalte und das Studiendesign in einem kurzen Überblick dargestellt werden." (Textauszug)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
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[283-L] Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung -DIW Berlin- (Hrsg.):
25 Wellen Sozio-oekonomisches Panel, in: Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung /
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Jg. 77/2008, H. 3, 211 S. (Standort: USB Köln(38)FHM Haa 00374; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Fünfundzwanzig Wellen SOEP - das ist ein Vierteljahrhundert an Erfahrungen mit einer Längsschnitterhebung, mit der Aufbereitung sowie der Analyse von sozial-, wirtschaftsund verhaltenswissenschaftlichen Haushalts-Paneldaten. Dieses Heft nimmt die 25. Erhebungswelle des SOEP im Jahr 2008 zum Anlass, um nicht nur eine aktualisierte methodische
Gesamtdarstellung des SOEP zur Verfügung zu stellen, sondern erstmals auch die 'Geschichte
des SOEP' von den Anfängen bis zum heutigen Zeitpunkt zusammenfassend darzustellen. Damit wird zugleich ein Stück Wissenschaftsgeschichte der Bundesrepublik geschrieben; nämlich im Hinblick auf die empirisch orientierten Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie
die Verhaltenswissenschaft. Die historischen Beiträge würdigen nicht zuletzt auch das Wirken einzelner Akteure im Rückblick, ohne die das SOEP nicht seine heutige Gestalt und seinen Stellenwert in der internationalen Forschungsinfrastruktur gefunden hätte." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Silke Anger, Deborah A. Bowen, Michaela Engelmann, Joachim R.
Frick, Jan Goebel, Markus M. Grabka, Olaf Groh-Samberg, Hansjörg Haas, Bruce Headey,
Elke Holst, Peter Krause, Martin Kroh, Christine Kurka, Henning Lohmann, Rainer Pischner,
Uta Rahmann, Christian Schmitt, Jörg-Peter Schräpler, Jürgen Schupp, Ingo Sieber, Thomas
Siedler, C. Katharina Spieß, Martin Spieß, Ingrid Tucci, Gert G. Wagner: 25 Wellen SozioOekonomischen Panel (9-14); Hans-Jürgen Krupp: Die Anfänge: zur Entstehungsgeschichte
des SOEP (15-26); Ute Hanefeld, Jürgen Schupp: Die ersten sechs Wellen des SOEP - das
Panelprojekt in den Jahren 1983 bis 1989 (27-42); Gert G. Wagner: Die Längsschnittstudie
Sozio-Oekonomischen Panel (SOEP) - die Jahre von der Wende zur Jahrtausendwende (4362); Jürgen Schupp, C. Katharina Spieß, Gert G. Wagner: Die verhaltenswissenschaftliche
Weiterentwicklung des Erhebungsprogramms des SOEP (63-76); Jan Goebel, Markus M.
Grabka, Peter Krause, Martin Kroh, Rainer Pischner, Ingo Sieber, Martin Spieß: Mikrodaten,
Gewichtung und Datenstruktur der Längsschnittstudie Sozio-Oekonomischen Panel (SOEP)
(77-109); Joachim R. Frick, Stephen P. Jenkins, Dean R. Lillard, Oliver Lipps, Mark Wooden: Die internationale Einbettung des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) im Rahmen des
Cross-National Equivalent File (CNEF) (110-129); Deborah A. Bowen, Michaela Engelmann, Sabine Kaltwitz, Christine Kurka, Uta Rahmann: Entwicklung des SOEPservice (130141); Bernhard von Rosenbladt: Datenerhebung im SOEP - die ersten 25 Jahre (142-156);
Silke Anger, Joachim R. Frick, Jan Goebel, Markus M. Grabka, Olaf Groh-Samberg, Hansjörg Haas, Elke Holst, Peter Krause, Martin Kroh, Henning Lohmann, Rainer Pischner, Jürgen Schupp, Ingo Sieber, Thomas Siedler, Christian Schmitt, C. Katharina Spieß, Martin
Spieß, Ingrid Tucci, Gert G. Wagner: Zur Weiterentwicklung von SOEPsurvey und SOEPservice (157-177); Bernhard Schäfers: Zur Institutionalisierung des Sozio-Oekonomischen Panels (178-180); Hartmut Esser: Das SOEP und die Lindenstraße (181-186); Klaus F. Zimmermann: 25 Jahre SOEP: Politikrelevant, forschungsorientiert, exzellent (187-191); Daniel S.
Hamermesh: A (Very Slightly Critical) Encomium to the SOEP (192-194); Gisela Trommsdorff: 25 Wellen des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP): Gewinn für interdisziplinäre Forschung (195-202); Anhang 1: SOEP-Beiratsmitglieder 1983-2007 (203-205); Anhang 2: Bundespräsidenten werden über das SOEP informiert (206-207); Anhang 3: Finanzierungsgeschichte des SOEP (208); Anhang 4: Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen, Service-Mitarbeite-
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
rinnen und Doktorandinnen der Längsschnittstudie SOEP im DIW Berlin seit 1983 (209);
Anhang 5: Das multidisziplinäre Forschungsnetzwerk des SOEP am DIW Berlin (210-211).
[284-L] Diefenbacher, Hans:
Umweltbezogene Gerechtigkeit: Ansätze zur statistischen Messung, in: Karl-Siegbert Rehberg
(Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen
Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl.,
2008, S. 3754-3765, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Der Beitrag versucht zunächst zu zeigen, dass Umweltgerechtigkeit in den bislang
vorliegenden empirischen Arbeiten im Grunde überwiegend als Gleichheit begriffen wurde.
Es wird sodann argumentiert, dass es - wenn der Begriff mehr als ein nur temporärer Modebegriff sein soll - notwendig ist, seine Operationalisierung an den Erkenntnisstand der theoretischen Diskussion um den Begriff der Gerechtigkeit zurückzubinden. Es wird die These aufgestellt, dass der 'Capability-Ansatz' von Amartya Sen sich hier als ein möglicher Zugangsweg erweisen könnte. Neben der Möglichkeit, Indikatoren der Umweltgerechtigkeit auf kommunaler und regionaler Ebene anzuwenden, erscheint eine Integration des Konzepts in das
nationale System der umweltökonomischen Gesamtrechnung (UGR) - etwa als ein eigenständiges Modul - als eine wichtige Möglichkeit, das Konzept der Umweltgerechtigkeit in den
etablierten statistischen Berichtssystemen zu verankern. Vor diesem Hintergrund wird im
zweiten Teil des Beitrages ein Ansatz der Operationalisierung des Begriffs in Form von Indikatoren zur Diskussion gestellt, das die Anforderung der Kompatibilität für die verschiedenen
Ebenen - kommunal, regional und national - erfüllen könnte. Abschließend wird erörtert, inwieweit diese Form der Operationalisierung sich für eine Integration in die UGR als Satellitensystem zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung der Bundesrepublik Deutschland tatsächlich eignen könnte." (Autorenreferat)
[285-L] Diehl, Claudia:
"Neuzuwandererbefragung-Pilotstudie": methodische Anmerkungen, in: Karl-Siegbert
Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen
Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl.,
2008, S. 3908-3918, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "In vielen klassischen Einwanderungsländern werden seit einiger Zeit Befragungen
von Neuzuwanderern durchgeführt. In Deutschland liegen bislang keine gesonderten Erhebungsdaten für diese Gruppe vor. Dies hat zur Folge, dass wichtige Informationen über die
sozialstrukturelle Zusammensetzung und die frühen Eingliederungsverläufe der derzeit Zuziehenden weitgehend fehlen. In dem Vortrag wird zum einen ein Überblick über die Ergebnisse
der 'Neuzuwandererbefragung - Pilotstudie' gegeben, zum anderen wird die Frage nach einem
möglichen Design für ein deutsches Neuzuwandererpanel diskutiert. Mit der Pilotstudie wurde das Ziel verfolgt, Informationen über die Modalitäten der Stichprobenziehung, das Teilnahmeverhalten und die Wiederbefragbarkeit von Personen ausländischer Staatsbürgerschaft,
die zeitnah ihren Wohnsitz aus dem Ausland nach Deutschland verlagert haben, zu erhalten.
Dazu wurden in Essen und München jeweils 300 Neuzuwanderer auf der Grundlage einer
melderegisterbasierten Personenzufallsstichprobe mündlich nach ihren Zuzugsmotiven, ihrer
Migrationsbiographie und ihrer Bleibeabsicht befragt. Die Pilotstudie hat gezeigt, dass sich
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8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
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problemlos eine melderegisterbasierte Stichprobe dieses Personenkreises ziehen lässt, dass
sich keine gravierenden Sprach- und Verständigungsprobleme stellen und dass es keine Hinweise darauf gibt, dass dieser Personenkreis besonders große Vorbehalte gegen eine Befragung hat. Problematisch war indes der hohe Anteil so genannter 'stichprobenneutraler Ausfälle' durch falsche und nicht mehr existierende Adressen. Diese waren insofern systematischer
Natur, als sie mit dem Geschlecht, der Nationalität und dem Wohnort der Zielpersonen variierten." (Autorenreferat)
[286-L] Drews, Nils:
Das Regionalfile der IAB-Beschäftigtenstichprobe 1975-2004: Handbuch-Version 1.0.0,
(FDZ Datenreport, r. 02/2008), Nürnberg 2008, 87 S. (Graue Literatur;
doku.iab.de/fdz/reporte/2008/DR_02-08.pdf)
INHALT: "Die IAB-Beschäftigtenstichprobe 1975-2004 (IABS 1975-2004) ist eine 2ProzentStichprobe aus der Gesamtheit aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Beobachtungszeitraum mindestens einen Tag sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Zu diesen Personen enthält die IABS jeweils tagesgenau den Verlauf ihrer sozialversicherungspflichtigen und seit 1999 auch geringfügigen Beschäftigungen sowie Zeiten des Bezugs von
Arbeitslosengeld, -hilfe oder Unterhaltsgeld. Der Beobachtungszeitraum erstreckt sich von
1975 bis 2004 für Beschäftigte in Westdeutschland und von 1992 bis 2004 für Beschäftigte in
Ostdeutschland. Quellen der IABS 1975-2004 sind zum einen die von den Arbeitgebern im
Rahmen des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung übermittelten Beschäftigungsinformationen und zum anderen die Verwaltungsdaten der BA über die Gewährung von Arbeitslosengeld, -hilfe und Unterhaltsgeld. Die IABS 1975-2004 umfasst die Erwerbsverläufe von über
1,3 Mio. Versicherten (1.183.108 Personen in West- und 177.841 Personen in Ostdeutschland), deren Beschäftigungs- und Leistungsbezugszeiten in insgesamt 24.936.176 Datenzeilen
dokumentiert sind (davon entfallen 22.266.708 Datenzeilen auf West- und 2.669.468 Datenzeilen auf Ostdeutschland). Der vorliegende Datenreport beschreibt die Variablen des Regionalfiles der IABS 1975-2004 (im folgenden IABS-R04), das Forscherinnen und Forschern an
wissenschaftlichen Einrichtungen übermittelt werden kann. Im Unterschied zur schwach anonymisierten Version (IABS 1975- 2004), welche die Basis für den hier beschriebenen Datensatz darstellt, handelt es sich bei dieser Version um ein faktisch anonymisiertes ScientificUse-File. Im Rahmen der Anonymisierung wurden die originalen Identifikatoren (Individuen,
Betriebe) durch systemfreie ersetzt, Variablen gelöscht oder vergröbert. Bevor die Merkmale
der IABS-R04 einzeln vorgestellt werden, wird kurzer Überblick über die Quellen und den
Aufbau der Stichprobe gegeben. Dieser Abschnitt dient hauptsächlich dazu Begriffe zu erläutern, die in der nachfolgenden Variablenbeschreibung häufig verwendet werden. Nicht eingegangen wird auf das Stichprobendesign und die Aufbereitung der IABS. Teilweise finden Sie
kurze Informationen zur Datenaufbereitung in den Abschnitten zu den einzelnen Variablen, in
denen allerdings nur auf die für das jeweilige Merkmal bedeutsamen Bereinigungsmaßnahmen Bezug genommen wird. Einen Überblick über die Datenaufbereitungsmaßnahmen für
die IABS-R04, die analog zur IABS-R01 sind, gibt Hamann et al. 2004 (S. 40-42). Diesem
vorangestellt wird ein kurzer Überblick über die Veränderungen der IABS-R04 gegenüber der
Vorgängerversion IABS-R01 um Nutzern dieser Version einen schnellen Umstieg zu ermöglichen." (Autorenreferat)
224
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
[287-L] Ehling, Manfred; Kron, Andrea:
Methoden und Verfahren zur systematischen Bewertung der Datenqualität, in: Wirtschaft
und Statistik, 2008, H. 4, S. 281-286 (Standort: UB Bonn(5)-4Z50/35; USB Köln(38)-TXZ126;
Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Auf europäischer Ebene wurde unter Leitung des Statistischen Bundesamtes ein
Handbuch zu Methoden und Verfahren der Bewertung von Datenqualität erarbeitet. Das im
September 2007 auf der Eurostat-Homepage veröffentlichte Handbuch stellt diverse Ansätze
und die dazugehörigen Werkzeuge vor, mit denen die Datenqualität von Statistiken bewertet
werden kann. Es zielt darauf ab, die nationalen statistischen Ämter bei der Implementierung
eines effizienten Systems zur Qualitätsbewertung zu unterstützen und bildet eine Grundlage
für die Verbesserung der Datenqualität." (Autorenreferat)
[288-F] Elschner, Christina, Dr.; Ernst, Christof, Dipl.-Kfm.; Kraus, Margit, Dr.; Naess-Schmidt,
Sigurd; Schwager, Robert, Prof.Dr.; Spengel, Christoph, Prof.Dr.; Thöne, Michael, Dr. (Bearbeitung); Thöne, Michael, Dr. (Leitung):
Evaluierung von Steuervergünstigungen
INHALT: Eine systematische Erfolgskontrolle staatlicher Subventionen leistet einen wichtigen
Beitrag zur Verbesserung von Effektivität und Effizienz der öffentlichen Mittelverwendung,
die als ein Aspekt des Themenkomplexes "Qualität der öffentlichen Finanzen" auch auf der
Agenda der deutschen EU-Präsidentschaft stand. Insbesondere bei den Steuervergünstigungen
besteht externer Evaluierungsbedarf. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung einer
systematischen Erfolgskontrolle der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Steuervergünstigungen. Hierzu werden auf Basis des 20. bzw. 21. Subventionsberichts der Bundesregierung
ausgewählte Steuervergünstigungen im Rahmen eines einheitlichen Prüfschemas evaluiert.
ART: BEGINN: 2007-08 ENDE: 2008-08 AUFTRAGGEBER: Bundesministerium der Finanzen
FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH -ZEW- (Postfach
103443, 68034 Mannheim); Universität Mannheim, Fak. für BWL, Lehrstuhl für Allgemeine
BWL und Betriebswirtschaftliche Steuerlehre II (Schloss, Ostflügel, 68131 Mannheim); Finanzwissenschaftliches Forschungsinstitut an der Universität Köln -FiFo- (Postfach 420520,
50899 Köln); Universität Göttingen, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Volkswirtschaftliches Seminar Professur für Finanzwissenschaft (Platz der Göttinger Sieben 3, 37073 Göttingen)
KONTAKT: Spengel, Christoph (Prof.Dr. Tel. 0621-181-1704,
e-mail: [email protected])
[289-L] Engelhardt, Astrid; Oberschachtsiek, Dirk; Scioch, Patrycja:
Datengenese zweier Datenkonzepte: MTG (Maßnahme-Teilnahme-Grunddatei) und ISAAK
(Instrumente Aktiver Arbeitsmarktpolitik) ; eine Betrachtung ausgewählter Fälle am
Beispiel der Förderung im Rahmen des ESF-BA-Programms, (FDZ Methodenreport, Nr.
8/2008), Nürnberg 2008, 45 S. (Graue Literatur; doku.iab.de/fdz/reporte/2008/MR_08-08.pdf)
INHALT: "Der Beitrag dokumentiert die Datengenese der für wissenschaftliche Zwecke aufbereiteten Teilnahmemeldungen der Bundesagentur für Arbeit am Beispiel von Förderleistun-
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
225
gen im Rahmen des ESF-Programms. 2004 und 2005 wurden systematische Änderungen in
den datenliefernden Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit eingeführt. Diese Umstellung hatte eine neue Datenstruktur für die Erfassung von Maßnahmeteilnahmen durch das
IAB zur Folge. Dies bedeutet, dass die Maßnahmeteilnahmen seit 2005 nicht mehr über die
(alte) MTG-Struktur (MTG: Maßnahme-Teilnahme-Grunddatei) aufbereitet werden, sondern
über eine neue Datenbasis namens ISAAK (Instrumente Aktiver Arbeitsmarktpolitik). Ein
Vergleich zeigt, dass die Datenmengen bei ISAAK umfangreicher sind. Dies liegt zum einen
an dem Ziehungsverfahren bei ISAAK, dass auch ältere Datenstände durch eine vollständige
Neuladung aktualisiert. Zum anderen dürfte es damit zu tun haben, dass bisherige Regeln keine Verwendung mehr finden. In der MTG wurden Sätze nur dann als gültig angenommen,
wenn auch ein Zugangssatz existiert - unabhängig davon ob Bestandssätze und Abgangssätze
existieren. Die Ergebnisse lassen keinen materiellen Bruch in den Datenreihen zwischen
ISAAK und MTG erwarten." (Autorenreferat)
[290-L] Fele, Giolo:
The collaborative production of responses and dispatching on the radio: video analysis in a
medical emergency call center, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative
Social Research, Vol. 9/2008, No. 3, 44 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803408)
INHALT: "Was geschieht, wenn jemand bei einer Notfallnummer um Hilfe anruft? Wie wird mit
dem Notfall umgegangen? Wie wird der Notfalldienst in Gang gesetzt? Eine unverzügliche
und kompetente Intervention sowie die Einschätzung der Schwere der Situation innerhalb weniger entscheidender Sekunden markieren die Qualitätsstandards, welche die Organisation
von Notfallzentralen regulieren. Seit einigen Jahren führen verschiedene sozialwissenschaftliche Forschungsgruppen ein Programm der systematischen Untersuchung von Arbeitstätigkeiten durch, bei dem ethnografische und naturalistische Methoden eingesetzt werden. Das Interesse an Arbeitstätigkeiten ist zweifellos in den Sozialwissenschaften und besonders in der Soziologie keineswegs neu. Neu ist allerdings die spezifische analytische Perspektive, unter der
diese Forschungen durchgeführt werden: Dieses Programm verzichtet auf 'großartiges Theoretisieren' und konzentriert sich stattdessen auf die empirische Untersuchung von Aktivitäten
und Praktiken. Dabei wird eine beispiellose Detailgenauigkeit und analytische Feinheit erreicht. In der Tat hat erst dieses Vorgehen auf der Ebene feinster Details, die durch den Einsatz von Videoaufzeichnungen zugänglich werden, ermöglicht, die außerordentliche und subtile kollaborative 'Herstellung von Arbeit' zu dokumentieren, und zwar auf eine Ebene ausgedehnt, die sich jenseits dessen erstreckt, was Menschen in ihren Alltagsroutinen bewusst
wahrzunehmen vermögen. Dieser Aspekt betrifft insbesondere die Befähigung der jüngsten
'Studies of Work', jene stillschweigenden Prozeduren und Formen des Common-Sense-Denkens zu dokumentieren, die in die Ausführung von Tätigkeiten in bestimmten Arbeitsfeldern
involviert sind. Dieser Aufsatz fokussiert darauf, wie die Auftragsabwicklung in medizinischen Notfallzentralen erfolgt. Obwohl aus vorangegangenen Untersuchungen über die Interaktion zwischen Anrufenden und Angerufenen bekannt ist, wissen wir über die soziale Organisation, die die Auftragsabwicklung ermöglicht, sehr viel weniger. Die Daten, über die hier
berichtet wird, stammen aus einem Forschungsprojekt über Einsatzzentralen der 118-Notfallrufnummmer in Italien, an dem der Autor seit einigen Jahren beteiligt ist. Durch den Kontrast
von Audio- und Videoaufzeichnungen wird der Autor zeigen, dass die Auftragsabwicklung
nicht aus reinem Informationstransfer besteht, sondern dass Ergebnisse aus einer intensiven
Koordinationsarbeit zwischen den beteiligten Handelnden resultieren, die sowohl Face-toFace also auch medial vermittels technischer Apparate erfolgt." (Autorenreferat)
226
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
[291-L] Fischer, Gabriele; Janik, Florian; Müller, Dana; Schmucker, Alexandra:
The IAB establishment panel - from sample to survey to projection, (FDZ Methodenreport,
No. 01/2008), Nürnberg 2008, 38 S. (Graue Literatur;
doku.iab.de/fdz/reporte/2008/MR_01-08_en.pdf)
INHALT: "The IAB Establishment Panel is an annual survey of establishments and is unique in
Germany, as it represents all industries and establishment sizes nationwide and can also be
analysed on a longitudinal basis. The design of the IAB Establishment Panel was developed
in the early 1990s and subjected to a wide range of tests. This process also involved parallel
development activities taking place on the Hannover Firm Panel, which were carried out on
behalf of the 'Forschungsstelle Firmenpanel' at the University of Hanover (Gerlach et al.:
1998) and the Institute for Applied Economic Research in Tübingen (IAW). The survey began in West Germany in 1993, with the aim of building up a representative information system for continuous analysis of labour demand. It has been carried out in East Germany since
1996, making it a nationwide survey. The IAB Establishment Panel is conceived as a longitudinal survey, i.e. a large majority of the same establishments are interviewed every year. Consequently, it enables both analysis of developments across time through comparison of crosssectional data on different points in time, and also longitudinal studies of individual establishments. Now in the IAB Establishment Panel approx. 16,000 establishments are surveyed on a
large number of employment policy-related subjects, including employment development,
business policy and business development, investment activities, innovations in the establishment, public funding, personnel structure, vocational training and apprenticeships, new and
exiting personnel, recruitment, wages and salaries, working times in the establishment, further
training and general data on the establishment. The survey also includes varying focal topics
every year. With the exception of Hamburg, all the German federal states (Bundesländer)
currently contribute regional extension samples to the IAB Establishment Panel. This firstly
enables evaluations on the federal state level, and secondly results in a total range of samples
that significantly widens the evaluation options on the nationwide level. The IAB Establishment Panel contains high data quality, achieved by means of the high-quality sample, the high
exploitation level and the sophisticated process of data monitoring and error correction. The
survey is carried out by TNS Infratest Sozialforschung GmbH on behalf of the IAB. A general introduction to the IAB Establishment Panel is contained in German in Bellmann (2002)
or in English in Kölling (2000). The IAB Establishment Panel is based on a complex study
design, which also presents challenges for users of the dataset. This paper provides an overview of the methodology of the IAB Establishment Panel. It goes into detail on the design of
the samples and survey, the weighting process, and data access at the Research Data Centre
(FDZ) of the Federal Employment Agency (BA) at the Institute for Employment Research
(IAB). The most important points are presented at the beginning of each chapter. It is intended for users of the IAB Establishment Panel, firstly as a collection of methodological aspects
of the IAB Establishment Panel, and secondly to make it easier for first-time users in particular to start using the data. This paper is also aimed at users of the IAB Linked-Employer-Employee Dataset (LIAB1), in which the IAB Establishment Panel is an important component."
(author's abstract)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
227
[292-F] Garcia-Wülfing, Isabel; Münchhausen, Gesa, Dr.; Zinnen, Heike; Hupfer, Barbara; Weber, Susanne M., Prof.Dr. (Bearbeitung); Schemme, Dorothea, Dr. (Leitung):
Reflexive Meta-Evaluation von Modellprogrammen zum betrieblichen Lernen
INHALT: Das multiperspektivisch und multimethodisch angelegte Forschungsprojekt zielt auf
Grundlage der Analyse von drei Modellversuchsreihen ("Prozessorientierung", "Erfahrungswissen - die verborgene Seite beruflichen Handelns" und "Wissensmanagement") darauf ab,
eine übergreifende Bestandsaufnahme der Modellversuchspraxis und -forschung vorzunehmen, Programmtheorie und Programmpraxis weiterzuentwickeln sowie zu einer konzeptionellen und methodischen Weiterentwicklung von Programm- und Projektevaluation beizutragen. Erkenntnisse werden auf inhaltlicher, methodischer, methodologischer und theoretischer
Ebene angesteuert als Beitrag zu einer konzeptionell rückgebundenen Evaluationsforschung nicht nur - im Bereich der beruflichen und betrieblichen Bildung zur Unterstützung von
Transparenz, Qualitätsentwicklung und Theoriebildung. Projekthomepage unter: www2.bibb.de/tools/fodb/fodb_info.php?fpvNr=3.02.201&typ=2&freie_suche= .
METHODE: Im Projekt zielen die verschiedenen Teilprojekte und ihre methodischen Zugänge
auf verschiedene Erkenntnisbereiche ab. Es werden sowohl summative als auch formative
Ziele verfolgt, und es wird dabei im Methodenmix gearbeitet, so z.B. neben inhaltsanalytischen Vorgehensweisen in der Dokumentenanalyse insbesondere mit kommunikativen und
dialogischen Evaluationsdesigns. Zudem wurden Verfahren wie Visualisierung oder Strukturvisualisierung mit Aufstellungen eingesetzt, um auch Teile des impliziten Wissens der Experten/ Expertinnen zu erfassen. Die Evaluationssequenzen werden sukzessive systematisch dokumentiert und an die Teilnehmenden rückgemeldet. Der Auswertungsprozess insgesamt ist
noch nicht abgeschlossen. Entwickelte und erprobte Instrumente und Verfahren werden als
Reflexionsinstrumente für künftige Programm- und Projektbegleitung sowie -evaluation mit
Hinweisen auf Möglichkeiten und Grenzen ihres Einsatzes weiterentwickelt und aufbereitet.
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Schemme, Dorothea; GarciaWüplling, Isabel; Münchhausen, Gesa: Reflexive Meta-Evaluation von Modellprogrammen
zum betrieblichen Lernen. Zwischenbericht. Bonn: BIBB 2008, 19 S. Download unter:
www2.bibb.de/tools/fodb/pdf/at_32201.pdf .
ART: BEGINN: 2006-04 ENDE: 2009-06 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER:
keine Angabe
INSTITUTION: Bundesinstitut für Berufsbildung -BIBB- (Postfach 201264, 53142 Bonn);
Hochschule Fulda (Marquardstr. 35, 36039 Fulda)
KONTAKT: Leiterin (Tel. 0228-107-1512, e-mail: [email protected])
[293-L] Gerster, Mette; Keiding, Niels:
Biological and sociological interpretations of age-adjustment in studies of higher order birth
rates, in: Demographic Research, Vol. 19/2008, Art. 31, S. 1205-1216
(www.demographic-research.org/volumes/vol19/31/19-31.pdf)
INHALT: Several studies of the effect of education on second or third birth rates (e.g. Hoem et
al. (2001)) have used the concept of relative age at previous birth (B.Hoem (1996)). B.Hoem's
idea was to focus on the social meaning of age at previous birth. We broaden the discussion
by considering other interpretations of the explanatory power of the age at previous birth, particularly via known trends in biological fecundity. A mathematical analysis of the approach
reveals side effects that have not been taken sufficiently into account. Our recommendation is
228
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
not to use the relative age approach without supplementing it with the more traditional approach which includes the actual age at previous birth." (author's abstract)
[294-F] Göritz, Anja, Prof.Dr. (Leitung):
WiSo-Panel
INHALT: Infolge der beschleunigten Marktdynamik, dem Bedarf an spezifischen Zielgruppen
und anwachsenden Repräsentativitätsproblemen bei konventionellen Datenerhebungsverfahren rückt die Forschung mit einem Online Panel immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses von wissenschaftlich und marktforscherisch Tätigen. Bei einem Online Panel handelt es
sich um einen festen Kreis von Personen, der sich bereit erklärt hat, wiederholt an online Untersuchungen teilzunehmen. Online-Panels bieten ökonomische und methodische Vorteile gegenüber offline Untersuchungen einerseits und online Untersuchungen mit jeweils neu angeworbenen Probandlnnen andererseits. Die Bearbeiter führen Studien durch, um die Grenzen
und Möglichkeiten der Forschung mit Online-Panels, insbesondere in Bezug auf methodologische und medienspezifische Gesichtspunkte, besser einschätzen zu können.
METHODE: Forschungsparadigma: quer- und längsschnittliche Experimente; Meta-Analyse.
Untersuchungsdesign: Panel; Querschnitt DATENGEWINNUNG: Experiment (Stichprobe:
n=500; Online-Panellisten; Auswahlverfahren: Zufall). Sekundäranalyse von Individualdaten
(Stichprobe: n=130; veröffentlichte und unveröffentlichte Primärstudien; Auswahlverfahren:
total). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Göritz, A.S.; Wolff, H.-G.; Goldstein, D.G.: Individual payments
as a longer-term incentive in online panels. in: Behavior Research Methods (in print).+++Göritz, A.S.: The long-term effect of material incentives an participation in online panels. in:
Field Methods, 20, 3, pp. 211-225.+++Göritz, A.S.; Wolff, H.-G.: Lotteries as incentives in
longitudinal Web studies. in: Social Science Computer Review, 25, 2007, 1, pp. 99-110.
ART: AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Würzburg, Philosophische Fakultät 02 Philosophie, Psychologie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften, Institut für Psychologie Lehrstuhl für Psychologie II Professur für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie (Röntgenring 10, 97070
Würzburg); Universität Erlangen-Nürnberg, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für Psychologie, insb. Wirtschafts- und Sozialpsychologie (Postfach 3931,
90020 Nürnberg)
KONTAKT: Leiterin (Tel. 0931-31-6060, e-mail: [email protected])
[295-L] Grimm, Jürgen; Schmidt, Peter; Kneidlinger, Bernadette; Winkelnkemper, Phillip:
Individualisierung oder Aggregierung?: zur Anwendung von Strukturvergleichsmodellen im
Rahmen der Agenda-Setting-Foschung, in: Medien-Journal : Zeitschrift für
Kommunikationskultur, Jg. 32/2008, Nr. 2, S. 7-52
INHALT: Der Aufsatz kombiniert die Erörterung von methodischen Fragen der Medienwirkungsforschung mit der Präsentation von empirischen Forschungsergebnissen zum AgendaSetting in Österreich. Die vorgestellte Studie kommt zum Ergebnis, dass sich Agenda-Setting
in Österreich mit Hilfe von Strukturvergleichsmodellen eindeutig nachweisen lässt. (KB)
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8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
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[296-F] Hausen, Cornelia, Dipl.-Erziehungwiss.; Pollak, Reinhard, Dipl.-Soz.; Jungblut, Jean-Marie; Bauer, Gerrit; Wirth, Heike, Dipl.-Soz. (Bearbeitung); Müller, Walter, Prof.Dr. (Leitung):
Die Entwicklung eines sozio-ökonomischen Klassifikationsschemas für Europa (ESeC)
INHALT: Das Projekt hat in Kooperation mit Forschergruppen aus mehreren anderen europäischen Ländern (Leitung David Rose, Universität Essex) ein neues Instrument zur Messung
der sozio-ökonomischen Position von Personen und Haushalten entwickelt und validiert. Das
als EseC (European Socio-economic Classification) bezeichnete Instrument basiert theoretisch auf dem weit genutzten Klassenschema von John Goldthorpe. Dieses wurde im Hinblick
auf seine Vergleichbarkeit für die Länder des erweiterten Europas weiterentwickelt, auf Verlässlichkeit und Gültigkeit geprüft und seine substantielle Tragfähigkeit für verschiedene inhaltliche Problemfelder der international vergleichenden soziologischen Forschung erprobt.
Die Mannheimer Gruppe hat die entsprechenden Analysen für Deutschland durchgeführt.
Wie verschiedene Publikationen zeigen, hat EseC hohe Konstrukt- und Kriteriumsvalidität
und erfüllt auch hohe Standards der internationalen Vergleichbarkeit. Als Ergebnis liegen außerdem detaillierte Empfehlungen für die Erhebung von Daten zur standardisierten Konstruktion des Instruments in Bevölkerungsumfragen vor sowie Codierungsroutinen für seine Umsetzung in Datenanalysen. Sie werden bereits im Rahmen des European Social Survey, des
Europäischen Haushaltspanels ECHP, des Allbus und weiterer Datenbasen genutzt. Das Europäische Statistische Amt EUROSTAT hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Übernahme des Instruments als Standard in den verschiedenen regelmäßig stattfindenden großen Datenerhebungen (z.B. Arbeitskräfteerhebungen, Einkommens- und Verbrauchserhebungen) der
Europäischen Statistischen Ämter zu prüfen. Insgesamt hat damit das Projekt einen wichtigen
Beitrag für die Verbesserung der komparativen Forschung in verschiedenen Feldern der Analyse von Sozialstruktur und sozialem Wandel geleistet. ZEITRAUM: Europäische Union
GEOGRAPHISCHER RAUM: gegenwärtige und zukünftige Mitgliedsstaaten der EU
METHODE: Mikrodaten statistischer Ämter zur sozialen und ökonomischen Entwicklung
VERÖFFENTLICHUNGEN: Müller, Walter; Wirth, Heike; Bauer, Gerrit; Pollak, Reinhard;
Weiss, Felix: Entwicklung einer Europäischen Sozioökonomischen Klassifikation. in: Wirtschaft und Statistik, 2007, H. 5, S. 527-530. ARBEITSPAPIERE: Bauer, Gerrit; Jungblut,
JeanMarie; Müller, Walter; Pollak, Reinhard; Weiss, Felix; Wirth, Heike: Issues in the Comparative Measurement of the Supervisory Function. Workshop on the Application of ESeC
within the European Union and Candidate Countries, Bled, Slovenia, 29.-30. June 2006.
Bled: 2006 (Download unter: www.mzes.uni-mannheim.de/publications/papers/Supervisor_
Function.pdf ).+++Hausen, Cornelia; Jungblut, Jean-Marie; Müller, Walter; Pollak, Reinhard;
Wirth, Heike: Validation of ESeC: The Effect of Coding Procedures and Occupational Aggregation Level. Mannheim: 2006 (Download unter: www.mzes.uni-mannheim.de/publications/
papers/Validation_german_paper_lisboa.doc ).+++Hausen, Cornelia; Jungblut, Jean-Marie;
Müller, Walter; Pollak, Reinhard; Wirth, Heike: Validation of the European Socio-economic
Classification for Germany. Mannheim: 2005 (Download unter: www.mzes.uni-mannheim.de/publications/papers/ESeC_Validation_Germany_Oct_2005.doc ).
ART: BEGINN: 2004-01 ENDE: 2007-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Europäische Union; Universität Mannheim
INSTITUTION: Universität Mannheim, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung
-MZES- Arbeitsbereich A Die Europäischen Gesellschaften und ihre Integration (68131
Mannheim); Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH FSP Bildung, Arbeit
und Lebenschancen Abt. Ungleichheit und soziale Integration (Reichpietschufer 50, 10785
Berlin); Universität Mannheim, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung
230
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
-MZES- Forschungsarchiv EURODATA (68131 Mannheim); Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (Lentzeallee 94, 14195 Berlin); GESIS-ZUMA (Postfach 122155, 68072
Mannheim)
KONTAKT: Pollak, Reinhard (Tel. 030-25491-383, Fax: 030-25491-360,
e-mail: [email protected])
[297-L] Hess, Doris:
Neue Technik der Codierung der International Standard Classification of Occupations ISCO-88, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33.
Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt
am Main: Campus Verl., 2008, S. 4028-4037, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Die 'International Standard Classification of Occupations' von 1988 (ISCO-88) stellt
das Instrument dar, dass für die Harmonisierung der Klassifikation von Berufen in der international vergleichenden Forschung verwendet wird. ISCO-88 ist ein hoch komplexes Instrument, das etwa 30.000 Berufe in 390 Kategorien für definierte berufliche Tätigkeiten abbildet. Vorgestellt wird das Ergebnis der Entwicklung eines für Umfragen in Deutschland einsetzbaren Instrumentariums zur computerunterstützten Feldverschlüsselung der Berufe nach
ISCO-88. Das entwickelte Instrument bietet insgesamt eine vollständigere Vercodung, als
dieses aufgrund der offenen Berufsbeschreibungen der Vercoder leisten kann. Denn die
Selbstverortung durch die Befragten selbst ist etwa so umfangreich wie die Zuordnung der
Angaben durch die Vercoder. Durch offene Restfälle und deren Zuordnung durch Vercoder
lassen sich die nicht zuzuordnenden Fälle drastisch reduzieren. Damit ist das neu entwickelte
Instrument nicht nur kostengünstig sondern auch qualitativ besser als die nachträgliche Handvercodung. Berichtet wird die Entwicklung des Instrumentes, die Güte der Vercodung und
eine Analyse der möglicher Fehler." (Autorenreferat)
[298-L] Himmelreicher, Ralf K.; Gaudecker, Hans-Martin von:
Differentielle Sterblichkeit von Männern: ein Beispiel der Nutzungsmöglichkeiten des
Forschungsdatenzentrums der Rentenversicherung (FDZ-RV), in: Karl-Siegbert Rehberg
(Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen
Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl.,
2008, S. 1367-1378, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Das Forschungsdatenzentrum der Rentenversicherung (FDZ-RV) verfolgt vier Kernziele: 1. die Bereitstellung von Mikrodaten der Rentenversicherung und 2. die Betreuung der
Wissenschaft bei methodischen Fragen sowie 3. die Bereitstellung von Informationen und 4.
die Diskussion zwischen Wissenschaft und Datenproduzent anzuregen. Dieser Beitrag beschreibt an Hand des Projektes 'Differentielle Sterblichkeit', in welcher Form die Daten der
Rentenversicherung über das FDZ-RV genutzt werden können: zunächst wurde der Scientific
Use File (SUF) Demografie genutzt. Am Beginn einer wissenschaftlichen Nutzung der FDZRV-Daten sollten stets SUFs stehen. Sind insbesondere größere Fallzahlen und spezielle Differenzierungen von Merkmalen wichtig, dann können Analysen auf Gastwissenschaftler-Arbeitsplätzen eine Alternative darstellen. Als dritte Form der Datennutzung wurde hier das
kontrollierte Fernrechnen, bei dem Wissenschaftler keinen Kontakt mit den Daten haben, vorgestellt. Die Befunde, die die Untersuchungen zur 'Differentielle Sterblichkeit' ergeben haben
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
231
verweisen darauf, dass auf Sterbetafeln basierende Sterblichkeitsanalysen sehr hohe Fallzahlen benötigen, die von Bevölkerungsumfragen nicht erreicht werden können. Im Ergebnis zeigen die Berechnungen für die fernere Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren für in
Deutschland lebende Männer, dass die mittlere Lebenserwartung bei 15,7 Jahren liegt. Bezieht man das Lebensarbeitseinkommen in Form von Entgeltpunkten bei der gesetzlichen
Rentenversicherung in die Analysen ein, dann zeigt sich eine positive statistisch signifikante
Assoziation zwischen Lebenseinkommen und Lebenserwartung. Die Lebenserwartungen variieren allerdings bei der überwiegenden Mehrheit der Männer lediglich plus minus eineinhalb Jahre um die durchschnittliche Lebenserwartung." (Autorenreferat)
[299-L] Hoffmann, Nick:
MIPEX: ein Instrument zur Messung der Integration von Zuwanderern, in: Ifo-Schnelldienst
: Wochenberichte, Jg. 61/2008, H. 15, S. 46-51 (Standort: USB Köln(38)-FHM XG1454; Kopie
über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der Migrant Policy Index (MIPEX) versucht, anhand von 140 Indikatoren zu zeigen,
wie westliche Gesellschaften mit ihren Zuwanderern umgehen und wie gut die Zuwanderer in
die Gesellschaft integriert sind. Der MIPEX wird alle zwei Jahre erstellt und bildet die Entwicklung der Integrationspolitik in Europa ab. Er umfasst sechs Politikfelder: Zugang zum
Arbeitsmarkt, Familiennachzug, langfristige Aufenthaltserlaubnisse, politische Partizipation,
Einbürgerungsregeln und Anti-Diskriminierung. Die beste Bewertung erzielt die schwedische
Integrationspolitik. Deutschland liegt im Mittelfeld der betrachteten Länder." (Autorenreferat)
[300-L] Hoffmeyer-Zlotnik, Jürgen H.P.; Warner, Uwe:
Privater Haushalt: Konzepte und ihre Operationalisierung in nationalen und
internationalen sozialwissenschaftlichen Umfragen, Mannheim 2008, 144 S., ISBN: 3-92472513-6 (Graue Literatur; nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-26601)
INHALT: Der Begriff des "Privathaushalts" ist über die nationale Kultur definiert. Hinter einer
spezifischen Definition steht eine spezifische Struktur. Damit führen unterschiedliche Definitionen zu unterschiedlichen Strukturen mit unterschiedlichen Zusammensetzungen der Gruppe, die als Haushalt definiert werden kann, und damit auch zu unterschiedlicher Größe von
Privathaushalten. Im nationalen Survey gilt dieses als unerheblich. Im Prinzip ist damit für
die Stichprobe eine unterschiedliche Haushaltsdefinition, solange man die Größe von Haushalt kennt, uninteressant. Auch für die Analyse ist eine unterschiedliche Haushaltsgröße zunächst uninteressant, sofern Einstellungen des Individuums untersucht werden. Wichtig wird
die Haushaltsdefinition und eine damit variierende Haushaltsgröße dann, wenn die Struktur,
in die das Individuum eingebunden ist, zum Gegenstand der Analyse wird. Sichtbar wird dieses vor allem dann, wenn die soziologischen Tatbestände untersucht werden sollen, die einen
wesentlichen Einfluss auf die definitionsgemäße Zusammensetzung von Privathaushalten haben: Haushaltseinkommen und sozio-ökonomischer Status (SES) eines Haushaltes. In dem
vorliegenden Beitrag wird untersucht, wie die Unterschiede in den Definitionen für "Privathaushalt" aussehen, welche unterschiedlichen Definitionen von "Privathaushalt" es in den unterschiedlichen Ländern der Europäischen Union gibt und was die zentralen Elemente dieser
länderspezifischen Definitionen sind. (ICD2)
232
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
[301-L] Hoffmeyer-Zlotnik, Jürgen H.P.; Warner, Uwe:
Der Vergleich von Bildung in internationalen Umfragen, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.):
Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für
Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 4018-4027,
ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Bildung ist in der international vergleichenden Forschung zu Sozialstruktur und Ungleichheit eine der wichtigen sozio-demographischen Variablen. Wenn man die Effekte des
Bildungssystems über mehrere Länder vergleichen will, sind Kenntnisse der strukturellen
Ähnlichkeiten und/ oder der funktionalen Äquivalenzen von Bildung notwendig. Dieser Vortrag veranschaulicht den Weg von den Bildungskonzepten zu nationalen Strukturen und zu einem harmonisierten Kategoriensystem, das es erlaubt, Bildung international zu vergleichen.
Hier diskutieren die Verfasser die häufig für den Vergleich herangezogenen Variablen 'years
of schooling' und ISCED97 (International Standard Classification of Education). ISCED97
wird im European Social Survey angewandt, eine europäisch vergleichende Umfrage, die für
die international vergleichende Forschung immer populärer wird. Die Verfasser schlagen jedoch eine neue Matrix vor, die Allgemeinbildungabschlüsse und Ebenen von Ausbildungsabschlüssen kreuzklassifiziert und diese am möglich zu erwerbenden mittleren Berufsprestige,
das in einer Gesellschaft mit zu erwerben ist, ausrichtet. Sie argumentieren, dass diese eine
Klassifikation von Bildung als Einstieg zum Arbeitsmarkt mit einer am beruflichen Prestige
ausgerichteten Perspektive den besten Vergleich ermöglicht." (Autorenreferat)
[302-L] Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.):
Mittelstand von A bis Z, (Dossier / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, 34), Köln: Dt. Inst.Verl. 2008, 52 S., ISBN: 978-3-602-14785-4
INHALT: "Der Mittelstand ist die größte Stütze des deutschen Arbeitsmarkts. Zwischen 2003
und 2007 erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern um 300.000 oder 3,1 Prozent. Die Großunternehmen haben
dagegen in diesem Zeitraum ihre Stammbelegschaften um 150.000 Arbeitnehmer (2,7 Prozent) verkleinert. Auch in den kleineren Betrieben wurden unterm Strich in den vergangenen
vier Jahren mehr Stellen gestrichen als neu geschaffen. Wie sich die Beschäftigtenzahlen im
Mittelstand künftig entwickeln, hängt auch von den Rahmenbedingungen ab. Sorgen bereitet
z.B., dass die Banken angesichts der Finanzkrise die Bedingungen für die Vergabe von Krediten verschärfen dürften - obwohl gerade die kleinen und mittleren Unternehmen nichts mit
den Verlusten der Geldinstitute zu tun haben. Ein zweites Problem ist die Bürokratie, die den
deutschen Unternehmen Dokumentations- und Meldepflichten im Umfang von schätzungsweise 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auferlegt. Kleine und mittlere Betriebe dürften
den Großteil dieser Lasten schultern - einer Untersuchung zufolge beliefen sich die Bürokratiekosten in Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern im Schnitt zuletzt auf etwa 4.400
Euro je Beschäftigten. In Betrieben mit 100 bis 499 Mitarbeitern kamen pro Kopf knapp
1.000 Euro, in Großbetrieben ab 500 Mitarbeitern dagegen nur 350 Euro zusammen." (Autorenreferat)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
233
[303-L] Jacobebbinghaus, Peter; Mohrenweiser, Jens; Zwick, Thomas:
Wie kann die durchschnittliche Ausbildungsquote in Deutschland korrekt gemessen
werden?, (Discussion Paper / Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH, No. 08-55),
Mannheim 2008, 22 S. (Graue Literatur; doku.iab.de/externe/2008/k080805p01.pdf)
INHALT: "In den politischen Diskussionen über die Ursachen der Lehrstellenlücke in Deutschland während der letzten Jahre wurde häufig eine zu geringe Ausbildungsneigung der Unternehmen thematisiert, die sich in einer zu geringen Ausbildungsquote niederschlage. In diesem
Beitrag wird gezeigt, dass Lehrstellenlücke und Ausbildungsquote nur bedingt miteinander
zusammenhängen. Die Lehrstellenlücke kann aufgrund größerer Kohorten, die auf den Arbeitsmarkt drängen sowie gesunkener Beschäftigungszahlen steigen, während die Ausbildungsquote gleich bleibt oder sogar steigt. Außerdem wird thematisiert, dass die bisher gängige Berechnung der Ausbildungsquote an Stichtagen zu stark abweichenden Ergebnissen führt.
Dies liegt daran, dass die Ausbildungsquote zyklisch über das Jahr schwankt mit einem Maximum zum Jahreswechsel und einem Minimum im Juli. Im Maximum liegt die Ausbildungsquote circa einen Prozentpunkt oberhalb des Durchschnitts und im Minimum circa einen halben Prozentpunkt darunter. Hinzu kommt, dass die saisonalen Muster zwischen den Berufsgruppen abweichen, da manche Berufe Abschlussprüfungen am Ende des Ausbildungsjahres
vorsehen und andere Berufe nach dem Halbjahr. Dies bedeutet wiederum, dass die Abweichungen vom Jahresmittelwert für einzelne Berufe je nach Messzeitpunkt unterschiedlich
sind. Um die durchschnittliche Ausbildungsquote in Deutschland korrekt zu berechnen, schlagen wir eine Aggregation der täglich erhobenen Ausbildungsquoten vor. Die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit ist dabei die beste Datenbasis für die Berechnung der
täglichen Ausbildungsquote. Der Beitrag zeigt, dass deutliche Verzerrungen auftreten können, wenn man die Ausbildungsquote auf Basis anderer Datenquellen berechnet." (Textauszug)
[304-L] Kaiser, Ulrich; Wagner, Joachim:
Neue Möglichkeiten zur Nutzung vertraulicher amtlicher Personen- und Firmendaten, in:
Perspektiven der Wirtschaftspolitik : eine Zeitschrift des Vereins für Socialpolitik, Bd. 9/2008, H.
3, S. 329-349
INHALT: "Die Arbeit mit Mikrodaten - Daten über einzelne Personen oder Firmen - gehört seit
langer Zeit zum Alltagsgeschäft empirisch arbeitender Ökonomen und vieler anderer Sozialwissenschaftler. Hierfür werden vor allem Daten aus Stichproben verwendet, bei denen die
Teilnahme freiwillig ist. Hierbei beeinträchtigen oft fehlende Teilnahmebereitschaft und Verweigerung von Auskünften bei als sensibel eingeschätzten Fragen das Analysepotenzial des
Datenmaterials. Darüber hinaus sind die Fallzahlen dieser Datensätze aus Kostengründen in
der Regel so klein, dass differenzierte Analysen für spezifische Gruppen wie etwa Hochschulabsolventen einer bestimmten Fachrichtung oder Firmen aus einer bestimmten Industrie nicht
möglich sind. Prominente Beispiele für solche Stichprobendaten aus Deutschland sind die
Personen- und Haushaltsdaten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften ALLBUS (Terwey 2000) und des Sozio-ökonomischen Panels SOEP (Wagner, Frick und
Schupp 2007) sowie die Betriebsdaten aus dem IAB Betriebspanel (Kölling 2000). Neben
diesen in verschiedener Hinsicht eingeschränkten Stichproben gibt es eine Vielzahl von Datensätzen, die sich durch eine sehr große Anzahl von Merkmalsträgern (oft in Form der
Grundgesamtheit) auszeichnen und die auf der Grundlage gesetzlicher Regelungen erstellt
234
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
werden, in denen eine Auskunftspflicht der Personen oder Firmen vorgeschrieben ist. Diese
Daten, die aus Erhebungen der amtlichen Statistik stammen (wie z.B. aus regelmäßigen Befragungen von Betrieben) oder die als 'prozessproduzierte' Daten Ergebnis von Verwaltungshandlungen sind (wie die Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten), sind für
umfassende und methodisch angemessene wissenschaftliche Untersuchung zahlreicher Fragestellungen die einzig verlässliche Datenbasis. Ein Zugang zu diesen Mikrodaten ist für Wissenschaftler, die nicht Mitarbeiter der datenproduzierenden Institutionen sind, nicht ohne weiteres möglich. Hierfür gibt es neben den gesetzlichen Regelungen auch weitere gut nach-vollziehbare Gründe - kein Unternehmer will z. B. Geschäftsgeheimnisse, die er den statistischen
Ämtern mitteilen muss, seiner Konkurrenz zugänglich machen, und niemand will seinen neugierigen Nachbarn Einblick in seine Steuererklärung geben. Eine Nutzung der vertraulichen
Mikrodaten aus der amtlichen Statistik ist aber für externe Wissenschaftler in vielen Fällen
durchaus möglich - wenn auch nicht immer ohne eine vorherige Anonymisierung, die eine
Reidentifikation von Merkmalsträgern verhindert, und oft verbunden mit einigem (wenn auch
geringem) bürokratischen Aufwand. Gegenüber der Situation am Anfang dieses Jahrhunderts,
die ausführlich im Gutachten der Kommission zur Verbesserung der informationellen Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Statistik (KVI) aus dem Jahr 2001dokumentiert ist, haben sich die Zugangsmöglichkeiten zu diesen Daten in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Heute kann jeder Wissenschaftler, der in einer Einrichtung mit der Aufgabe der unabhängigen wissenschaftlichen Forschung arbeitet, mit geringem Aufwand einen umfangreichen
und ständig wachsenden Bestand an Mikrodaten aus Erhebungen der amtlichen Statistik und
an prozessproduzierten Mikrodaten für Untersuchungen nutzen. Wie dies möglich ist und
welches Potential für empirische Untersuchungen damit erschlossen wird, darüber informiert
unser Beitrag." (Textauszug)
[305-L] Kleinert, Corinna; Matthes, Britta; Jacob, Marita:
Die Befragung "Arbeiten und Lernen im Wandel": theoretischer Hintergrund und
Konzeption, (IAB Forschungsbericht : Ergebnisse aus der Projektarbeit des Instituts für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 05/2008), Nürnberg 2008, 46 S. (Graue Literatur;
doku.iab.de/forschungsbericht/2008/fb0508.pdf)
INHALT: "Angesichts der aktuellen Diskussionen um die Bedeutung kognitiver Grundkompetenzen wie Lesen und Rechnen bei Kindern und Jugendlichen überrascht es, wie wenig empirische Studien es gibt, die sich mit der Bedeutung solcher Kompetenzen für berufliche Karrieren und Erwerbsverläufe Erwachsener befassen. An dieser Forschungslücke setzt die IABStudie ALWA an. Unser Ziel ist es, mit diesen neuen Daten Zusammenhänge von Bildungszertifikaten, kognitiven Grundkompetenzen und Erwerbsverläufen bei Erwachsenen in einer
Längsschnittperspektive zu untersuchen. Das Projekt hat drei zentrale Forschungsfragen: erstens das Verhältnis von Grundkompetenzen und Zertifikaten bei verschiedenen Erwerbsgruppen, zweitens die Bedeutung von Kompetenzen im Vergleich zu formalen Bildungsabschlüssen für den Erwerbserfolg und deren je unterschiedlicher Einfluss im Erwerbsverlauf und
drittens die Wechselwirkung zwischen Erwerbssituation, Bildungsbeteiligung und der Veränderung von Kompetenzen. Theoretisch setzt das Vorhaben an humankapital- und signaltheoretischen Überlegungen an und greift deren konzeptionelle und empirische Lücken auf. Methodisch schließt es an das Kompetenzkonzept der Schulleistungsforschung an, bei der unter
Kompetenz Grundbildung, also in erster Linie schulisch vermittelte kognitive Fertigkeiten
und Wissen, verstanden wird. In diesem Forschungszweig liegen breite Ergebnisse empiri-
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
235
scher Forschung vor, so die internationalen Schulleistungsvergleiche PISA, TIMSS und
IGLU, aber mit IALS und ALL auch zwei internationale Vergleichsstudien von Erwachsenen.
Der vorliegende Forschungsstand zu Kompetenzen Erwachsener bezieht sich deswegen auch
stark auf diese beiden Datenquellen. Deutschland hat sich nur an der IALS-Studie beteiligt;
deren Daten sind jedoch bis heute unterausgewertet. Untersuchungen, die explizit Zusammenhänge zwischen Grundkompetenzen und Aspekten der Erwerbssituation untersuchen und eine
konsequente Längsschnittperspektive einnehmen, fehlen bis heute auch international. ALWA
greift diese Forschungslücken auf: Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen einerseits auf der
Erfassung kognitiver Grundkompetenzen mittels Lese- und Mathematiktests und andererseits
auf der differenzierten Abbildung der Bildungs- und Erwerbsbiographien der Befragten. Die
Untersuchung ist als Panelbefragung konzipiert, die umfangreiche Retrospektiverhebungen zu
Bildungs- und Erwerbsverläufen sowie wiederholt durchgeführte Leistungstests enthält. Das
Design kombiniert diese beiden Bestandteile in Form computergestützter Telefoninterviews
(CATI) und persönlicher Interviews (PAPI). Zielgruppe der ersten Befragungswelle, die von
September 2007 bis März 2008 durchgeführt wurde, ist die Wohnbevölkerung der Geburtsjahrgänge 1956 bis 1988 in Deutschland, also zum Zeitpunkt der Befragung 18- bis 51-jährige. Daraus wurden in der ersten Untersuchungswelle ca. 10.000 Personen auf Basis einer Einwohnermeldeamtsstichprobe befragt. Die Kompetenztests wurden bei 4.000 Befragten durchgeführt, die im Telefoninterview ihre Einwilligung zu einem persönlichen Interview gegeben
hatten." (Autorenreferat)
[306-L] Kruppe, Thomas; Müller, Eva; Wichert, Laura; Wilke, Ralf A.:
On the definition of unemployment and its implementation in register data: the case of
Germany, in: Schmollers Jahrbuch : Zeitschrift für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Jg.
128/2008, H. 3, S. 461-488 (Standort: USB Köln(38)-FHM Haa108; Kopie über den
Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der Beitrag stellt unterschiedliche Implementationen geläufiger internationaler und
deutscher Definitionen von Arbeitslosigkeit in den Datensatz 'Stichprobe der Integrierten Erwerbsbiografien' (IEBS) vor. Die IEBS gehört zu einer neuen Generation von zusammen geführten Registerdaten, die umfassender sind als bisherige Datenquellen. Die vorgelegten deskriptiven Analysen zeigen beträchtliche Unterschiede hinsichtlich der Anzahl der Arbeitslosigkeitsepisoden und der Arbeitslosigkeitsdauer. Hieraus wird geschlossen, dass empirische
Ergebnisse der Arbeitsmarktforschung in hohem Maße von der zugrundeliegenden Definition
von Arbeitslosigkeit und ihrer Implementation abhängig sind." (Autorenreferat)
[307-F] Lutz, Roman, Dipl.-Volksw. (Bearbeitung):
Geht die Arbeitslosenversicherung in Rente? Eine kombinierte, private Arbeitslosen- und
Rentenversicherung als neues Sozialversicherungsmodell
INHALT: Die intrapersonell negative Korrelation von individuellem Arbeitslosigkeitsrisiko und
Langlebigkeitsrisiko macht eine Versicherung dieser beiden Risiken innerhalb eines Versicherungsproduktes sinnvoll. Hierdurch würde zum einen die private Versicherbarkeit des Arbeitslosigkeitsrisikos gestärkt, zum anderen negativen Umverteilungseffekten in der (gesetzlichen und privaten) Rentenversicherung entgegengewirkt. Ziel ist es - basierend auf empirischen Analysen des SOEP sowie von Rentenversicherungsdaten und Daten der Bundesagen-
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
tur für Arbeit - ein Prämienkalkulationsmodell zu entwickeln, welches beide Risiken individuell risikoäquivalent berücksichtigt und dadurch neue Diversifikationspotentiale erschließt.
METHODE: Die Risiken arbeitslos zu werden und arbeitslos zu bleiben sowie die individuell zu
erwartende Rentenbezugsdauer werden mittels ökonometrischer Modelle geschätzt, um ein
Prognosemodell für die zu erwartenden individuellen Kosten aus Arbeitslosigkeit und Rentenbezug zu erstellen. DATENGEWINNUNG: Sekundäranalyse von Individualdaten. Sekundäranalyse von Aggregatdaten.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Lutz, Roman: Was spricht eigentlich gegen eine private Arbeitslosenversicherung. in: Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissenschaft, Bd. 96, 2007, H.
2, S. 169-208.
ART: BEGINN: 2005-04 ENDE: 2008-07 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institut für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit -IABINSTITUTION: Universität Erlangen-Nürnberg, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für Arbeitsmarkt- und Regionalpolitik (Lange Gasse 20, 90403 Nürnberg)
[308-L] Matyas, Laszlo; Sevestre, Patrick (Hrsg.):
The econometrics of panel data: fundamentals and recent developments in theory and
practice, (Advanced studies in theoretical and applied econometrics, Vol. 46), Berlin: Springer
2008, 950 S., ISBN: 978-3-540-75889-1
INHALT: "This completely revised and enhanced edition of the volume first published in 1992
provides a general overview of the econometrics of panel data, both from a theoretical and
from an applied viewpoint. Part I is concerned with classical linear models and their extensions; Part II deals with nonlinear models and related issues: logit and probit models, latent variable models, incomplete panels and selectivity bias, point processes, etc. Nine additional
chapters about instrumental variables and generalized method of moments estimators, duration models, count data models, simulation methods, etc. have been included. This volume also
provides insights into the use of panel data in empirical studies. Part III deals with surveys in
several major fields of applied economics, such as labour and investment demand, labour supply, consumption, transitions on the labour market, and finance. Two new chapters about foreign investment and production frontiers have been included." (excerpt). Contents: Marc Nerlove, Patrick Sevestre, Pietro Balestra: Introduction (3-22); Pietro Balestra, Jayalakshmi Krishnakumar: Fixed effects models and fixed coefficients models (23-48); Badi H. Baltagi; Laszlo Matyas, Patrick Sevestre: Error Components models (49-87); Rachid Boumahdi, Alban
Thomas: Endogenous regressors and correlated effects (89-112); Bruno Crepon, Jacques
Mairesse: The chamberlain approach to panel data - an overview and some simulations (113183); Cheng Hsiao, M. Hashem Pesaran: Random coefficient models (185-213); Michael
Lechner, Stefan Lollivier, Thierry Magnac: Parametric Binary choice models (215-245);
Mark N. Harris, Laszlo Matyas, Patrick Sevestre: Dynamic models for short panels (249278); Jörg Breitung, M. Hashem Pesaran: Unit roots and cointegration in panels (279-322);
Erik Björn, Jayalakshmi Krishnakumar: Measurement errors and simultaneity (323-367);
Marno Verbeck: Pseudo-panels and repeated cross-sections (369-383); Bo Honore, Francis
Vella, Marno Verbeck: Attrition, selection bias and censored regression (385-418); Roman
Liesfeld, Jean-Francios Richard: Simulation techniques for panels - efficient importance
sampling (419-450); Chunrong Ai, Qi Li: Semi-parametric and non-parametric methods in
panel data models (451-478); Siddhartha Chib: Panel data modeling and inference - a bayesian primer (479-515); Badi H. Baltagi, Georges Bresson, Alain Prirotte: To poold or not to
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8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
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pool? (517-546); Jean-Pierre Florens, Denis Fougere, Michel Mouchart: Duration models and
point processes (547-601); Frank Windmeijer: GMM for panel data count models (603-624);
Luc Anselin, Julie Le Gallo, Hubert Jayet: Spatial panel econometrics (625-660); Pierre Blanchard, Carl Gaigne, Claude Mathieu: Freign direct investment - lessons from panel data (663696); Christopher Cornwell, Peter Schmidt: Stochastic frontier analysis and efficiency estimation (697-726); John M. Abowd, Francis Kramarz, Simon Woodock: Econometric analyses of
linked employer-employee data (727-760); Bertrand Koebel, Francois Laisney, Winfried
Pohlmeier, Matthias Staat: Life cycle labor supply and panel data - a survey (761-794); Jaap
H. Abbring, James J. Heckman: Dynamic policy analysis (795-863); Denis Fougere, Thierry
Kamionka: Econometrics of individual labor market transitions (865-905); Pierre Blanchard:
Software review (907-950).
[309-F] Maul, Katharina, M.A. (Bearbeitung); Huinink, Johannes, Prof.Dr.; Schröder, Torsten, Dr.
(Leitung):
Das Timing der Familiengründung. Determinanten familiären Planungs- und Entscheidungsverhaltens im Lebensverlauf (Teilprojekt im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms "Beziehungs- und Familienentwicklung")
INHALT: Ziele des Projekts sind die Weiterentwicklung einer Theorie der biographisch nachhaltigen Entscheidungen zur Familiengründung im Lebensverlauf sowie die Entwicklung und
Validierung von geeigneten Messmodellen für die empirische Analyse. Das Timing der Familiengründung soll erklärt werden. Es soll auf der Grundlage eines mehrebenen- und lebensverlaufsanalytischen Modellansatzes eine Antwort auf die Frage gegeben werden, warum sich
Personen bzw. Paare im Lebensverlauf vor dem Hintergrund der jeweils aktuell perzipierten
Lebensbedingungen und Handlungserfordernisse sowie unter Berücksichtigung einer antizipierenden Lebensplanung für oder gegen den Start in eine Familie entscheiden. Dabei wird
besonders beachtet, dass die Familienentwicklung im Kontext der anderen Lebensbereiche
(Ausbildung, Beruf, Freizeit, Paarbeziehung) erfolgt. Eine empirische Analyse des lebensphasenspezifischen Entscheidungsverhaltens und Handelns erfordert die Entwicklung neuer, paneltauglicher Messinstrumente. In diesem Projekt wird auf Instrumente zur differenzierteren
Erfassung der generativen Intention, zur Erfassung der Relevanzstrukturen in Bezug auf lebensbereichsbezogene Anspruchsniveaus und daraus resultierender Anreize zur Familiengründung, zur Erfassung lebensbereichsbezogener Zukunftsperspektiven, -pläne und -erwartungen sowie damit verbundener, wahrgenommener Risiken der Realisierungschancen einer
Familiengründung fokussiert.
METHODE: Untersuchungsdesign: Panel DATENGEWINNUNG: Gruppendiskussion (Stichprobe: 25). Qualitatives Interview (Stichprobe: 10). Standardisierte Befragung, face to face;
Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: ca. 600; deren Eltern und deren Partner
-Städtestichproben in Bremen, Mannheim, München, Chemnitz-; Auswahlverfahren: Zufall).
Feldarbeit erfolgte durch andere Projekte im Schwerpunktprogramm.
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Huinink, J.; Schröder, T.:
Das Timing der Familiengründung. Antrag auf Gewährung einer Sachbeihilfe im Rahmen des
DFG-Schwerpunktprogramms "Beziehungs- und Familienentwicklung". Bremen 2003, 29 S.
Download unter: www.tess.uni-bremen.de/_files/projekte/Antrag_Huinink_Schroeder_Timing.pdf .
ART: BEGINN: 2004-04 ENDE: 2008-05 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche
Forschungsgemeinschaft
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soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
INSTITUTION: Universität Bremen, FB 08 Sozialwissenschaften, EMPAS Institut für Empirische und Angewandte Soziologie Arbeitsgebiet Theorie und Empirie der Sozialstruktur (Celsiusstr., 28359 Bremen)
KONTAKT: Huinink, Johannes (Prof.Dr. e-mail: [email protected]); Schröder,
Torsten (Dr. e-mail: [email protected])
[310-L] Meßmann, Susanne; Bender, Stefan; Rudolph, Helmut; Hirseland, Andreas; Bruckmeier,
Kerstin; Wübbeke, Christina; Dundler, Agnes; Städele, Daniela; Schels, Brigitte:
Lebenssituation und Soziale Sicherung 2005 (LSS 2005): IAB-Querschnittsbefragung SGB
II ; Handbuch-Version 1.0.0, (FDZ Datenreport, Nr. 04/2008), Nürnberg 2008, 68 S. (Graue
Literatur; doku.iab.de/fdz/reporte/2008/DR_04-08.pdf)
INHALT: "Der Datenreport dokumentiert die IAB Querschnittsbefragung 'Lebenssituation und
Soziale Sicherung 2005', die aus zwei Samples besteht (LSS 2005-I und LSS 2005-II)1. Er
stellt damit eine Dokumentation des IAB Projekts 'Zusammenlegung von Arbeitslosen- und
Sozialhilfe mit Einführung des SGB II: Übergangsmuster, Strukturen und Folgen für die Betroffenen' dar. Auf Grund der Datenlage zum Ziehungszeitpunkt (Januar 2005) - noch nicht
abgeschlossene Anbindung der Systeme der sog. optierenden Kommunen an das Datennetzwerk der BA - hat das IAB zwei Erhebungen durchgeführt: LSS 2005-I mit den Daten der Arbeitsgemeinschaften und zu einem etwas späteren Zeitpunkt LSS 2005-II mit den Daten der
Kunden der optierenden Kommunen. Beide sind hier in diesem Datenreport dargestellt. Über
die Querschnittsbefragung hinaus beinhaltet die Erhebung einen retrospektiven Längsschnitt,
welcher in dieser Dokumentation nicht enthalten ist, da er momentan noch aufbereitet wird.
Da die Zielgruppe der LSS 2005 die hilfebedürftige Erwerbsfähige im Alter von 15 bis unter
65 Jahren sind, befinden sich in der Grundgesamtheit der Untersuchung auch Minderjährige.
Für diese gesondert zu behandelnde Zielgruppe wurde der Fragebogen modifiziert, sowie
durch einen Eltern-Fragebogen ergänzt. In Bezug auf die Minderjährigen beschränkt sich der
vorliegende Datenreport in seiner Dokumentation auf die in Hauptstudie und modifizierter
Variante übereinstimmenden Merkmale. Die Ergebnisse des Eltern-Fragebogens sind nicht
enthalten. Der Report ist wie folgt gegliedert: Inhaltliche und methodische Hintergründe der
Studie; Abbildung der theoretischen Grundgesamtheit in den Befragungsdaten; Erstellung des
Scientific Use Files aus der LSS 2005; Datenaufbereitung: Bereinigungen, Filter und fehlende
Werte; Variablenbeschreibung und -verteilung; Anhang." (Autorenreferat)
[311-L] Moultrie, Tom A.; Dorrington, Rob:
Sources of error and bias in methods of fertility estimation contingent on the P/ F ratio in a
time of declining fertility and rising mortality, in: Demographic Research, Vol. 19/2008, Art.
40, S. 1635-1662 (www.demographic-research.org/Volumes/Vol19/46/19-46.pdf)
INHALT: "Almost all commonly used indirect fertility estimation methods rely on the P/ F ratio.
As originally conceived, the ratio compares cumulated cohort fertility with cumulated period
fertility on the basis of three, fairly strong, assumptions. The intention of this paper is to interrogate what happens to the results produced by the P/ F ratio method as each of these three
assumptions is violated, first independently, and then concurrently. These investigations are
important given the generally poor quality of census data collected in developing countries,
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
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particularly sub-Saharan Africa, and the radically altering demographic conditions associated
with a generalised HIV/ AIDS epidemic in the region." (author's abstract)
[312-L] Müller, Walter; Wirth, Heike; Bauer, Gerrit; Pollak, Reinhard; Weiss, Felix:
Die Europäische sozio-ökonomische Klassifikation (ESeC): zukünftiges Standardinstrument
für internationale Vergleiche im Bereich sozialer Ungleichheit, in: Karl-Siegbert Rehberg
(Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen
Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl.,
2008, S. 2614-2623, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Die europäische und auch bundesdeutsche Ungleichheitsforschung steht aus guten
Gründen in der Tradition, in erster Linie kategoriale Konzepte zur Messung sozialer Ungleichheit zu verwenden (z.B. Klassen, Schichten, Milieus, Berufsgruppierungen). Während
sich im nationalen Kontext einige Deutschland-spezifische Konzepte etablieren konnten (z.B.
Stellung im Beruf/ Betrieb), ist es in internationalen Untersuchungen vor allem das EriksonGoldthorpe-Klassenschema (EGP), das eine vergleichbare Messung von sozialer Ungleichheit
herstellen kann. Das Problem des EGP-Klassenschemas besteht jedoch in der zum Teil mittlerweile veralteten Klasseneinteilung und der je nach Land unterschiedlichen Generierung des
Klassenschemas. In Deutschland beispielsweise werden Informationen (u.a. Stellung im Beruf/ Betrieb) zur Generierung dieses Klassenschemas herangezogen, die es in dieser Detailliertheit in vielen anderen Ländern nicht gibt. Ziel der neuen Europäischen Sozio-ökonomischen Klassifikation (ESeC) ist es, die Vergleichbarkeit sozialer Disparitäten in Europa deutlich zu verbessern. Die Klassifikation stellt konzeptionell eine Weiterentwicklung des bisherigen EGP-Klassenschemas dar und garantiert eine einheitliche Messung der sozio-ökonomischen Positionen von Individuen und Haushalten in Europa. Die neue Klassifikation wird aller Voraussicht nach in die amtlichen Statistiken aller 25 EU-Staaten eingehen (für Deutschland z.B. in den Mikrozensus, die Arbeitskräfteerhebung, EU-SILC) und soll eine möglichst
große Verbreitung in europaweiten und nationalen wissenschaftlichen Umfragen finden. Sie
ermöglicht somit einen genaueren deskriptiven Vergleich zwischen den EU-Ländern und eröffnet insbesondere für Wissenschaftler/innen eine Vielzahl von Möglichkeiten für Zusammenhangsanalysen in den verschiedensten Bereichen der Ungleichheitsforschung. Entwickelt
wird diese neue Klassifikation als EU-Projekt von einem Konsortium, in dem international erfahrene Ungleichheitsforscher unter der Leitung von David Rose vereinigt sind ( http://www.iser.essex.ac.uk/esec ). Im Rahmen der Sektionssitzung zu aktuellen Forschungsprojekten
möchten die Verfasser als deutsche Vertreter/innen des Konsortiums den Prototypen dieser
neuen Klassifikation vorstellen und die Klassifikation einer kritischen Diskussion der Sektionsmitglieder aussetzen. Der Vortrag soll sich in fünf Teile aufgliedern: Im ersten Schritt
möchten sie die konzeptionellen Grundlagen der Klassifikation erläutern und dabei vor allem
die Weiterentwicklungen im Vergleich zu dem EGP-Klassenschema hervorheben. Es folgt
zweitens eine kurze Darstellung der Operationalisierung von ESeC. Als Schwerpunkt werden
drittens mehrere Analysen zur Kriteriums- und Konstruktvalidität des neuen Klassenschemas
für Deutschland vorgestellt, basierend auf Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung
(BIBB-IAB-Erhebung 1998/1999) und des sozio-ökonomischen Panels. Viertens erfolgt ein
Vergleich der Performanz der neuen Klassifikation zu bestehenden nationalen und internationalen Konzepten zur Messung sozialer Ungleichheit. Eine ausführliche Diskussion über die
Vor- und Nachteile der neuen Klassifikation für Analysen im nationalen und internationalen
Kontext beschließen die Vorstellung der neuen Klassifikation." (Autorenreferat)
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8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
[313-L] Nauenburg, Ricarda:
Qualitätskontrolle bei Erhebungen durch Rohdatenanalyse am Beispiel des Mikrozensus, in:
Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses
der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main:
Campus Verl., 2008, S. 1950-1955, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Erhebungen der amtlichen Statistik sind für ihre hohe Datenqualität bekannt. Die amtliche Statistik kommt damit ihrem gesellschaftlichen Auftrag nach, statistische Informationen
bereitzustellen und zu verbreiten, die objektiv, unabhängig und qualitativ hochwertig sind. In
Zeiten knapper öffentlicher Kassen sind jedoch auch hier neue Ideen gefragt, um diesem Anspruch weiter gerecht werden zu können bzw. ihn auszubauen. Der Mikrozensus ist die bedeutendste Erhebung zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bevölkerung in Deutschland. Auf seiner Grundlage werden weitreichende politische Entscheidungen getroffen. Auch
die wissenschaftliche Nutzung des Mikrozensus nimmt seit der Einrichtung der Forschungsdatenzentren der amtlichen Statistik stetig zu. Allerdings sind die gegenwärtig angewendeten
Methoden zur Qualitätssicherung sowohl zeit- und personalintensiv als auch verbesserungsfähig. So lag es nahe, ein Verfahren, das bereits im Sozioökonomischen Panel dazu eingesetzt
wurde, fälschende Interviewer mittels statistischer Analyse ihrer Interviews zu identifizieren,
auf seine Eignung für die Mikrozensuserhebung zu testen. Die Aufgaben des Verfahrens sollten jedoch umfangreicher sein. Das Ergebnis des Eignungstests ist sehr vielversprechend. Die
Methode war fähig, im Mikrozensus 2004 u.a. unvollständige oder inkonsistente Kodierungsvorgaben, unklare Frageformulierungen, Filterfehler und unterschiedliche Plausibilisierungsstufen zu erkennen. Daraus konnten konkrete Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung
des Erhebungsprogramms abgeleitet werden. Zum Beispiel ist ein computergestütztes Interview mit dynamischer Filterführung dem normalen Face-to-Face-Interview vorzuziehen, weil
Filterfehler vermieden und Filterfragen komplett ausgefüllt werden. Selbstausfüller-Interviews sind dagegen so weit wie möglich zu vermeiden, weil sie am fehleranfälligsten sind.
Die neue Methode ist eine reine Softwareanwendung und wertet die Rohdaten einer Erhebung
aus. Für den Mikrozensus wurden die Variabilitäten von Merkmalen in verschiedenen Befragtengruppen der Erhebung (Gruppen nach Interviewern, nach Erhebungsmodi, mit Zusatzprogramm oder ohne) berechnet und untereinander bzw. mit der Gesamtvariabilität unter bestimmten Annahmen verglichen. Das Statistische Landesamt Berlin hat die Absicht, aus dieser Methode ein anwenderfreundliches, universelles Software-Tool entwickeln zu lassen und
dieses für die Mikrozensuserhebung einzusetzen." (Autorenreferat)
[314-L] Pausch, Markus:
Die Eurobarometermacher auf der Zauberinsel: Konstruktion einer europäischen
öffentlichen Meinung durch Umfrageforschung, in: SWS-Rundschau, Jg. 48/2008, H. 3, S.
356-361 (Standort: USB Köln(38)-XH05177; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Eurobarometer ist das Umfrageinstrument der Europäischen Kommission. Zweimal
jährlich werden in allen Mitgliedstaaten Face-to-Face-Befragungen mit jeweils ca. 1.000 Personen durchgeführt. Dabei werden verschiedene Fragen zu unterschiedlichen, die EU betreffenden Themen gestellt - von der Zufriedenheit mit der Demokratie bis hin zu den Zukunftsvorstellungen der EuropäerInnen. Dieser Artikel wirft einen kritischen Blick auf die Euroba-
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8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
241
rometermacher und deren Umfragen, denn sowohl demokratiepolitisch als auch methodologisch sind Zweifel an der Wissenschaftlichkeit und Objektivität angebracht." (Autorenreferat)
[315-L] Rengers, Martina; Körner, Thomas; Klass, Johannes:
Telefonerhebung "Arbeitsmarkt in Deutschland" 2005 bis 2007: Ziele, Umsetzung und
Erkenntnisse, in: Wirtschaft und Statistik, 2008, H. 7, S. 553-580 (Standort: UB Bonn(5)4Z50/35; USB Köln(38)-TXZ126; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Auf der Grundlage der Telefonerhebung 'Arbeitsmarkt in Deutschland' hat das Statistische Bundesamt ab Januar 2005 erstmals monatliche Ergebnisse zur Erwerbslosigkeit nach
dem international vereinbarten Labour-Force-Konzept veröffentlicht. Mithilfe der Telefonerhebung konnten wertvolle neue Erkenntnisse über die unterjährige Entwicklung der Erwerbslosigkeit in den Jahren 2005 bis 2007 sowie die Arbeitsmarktdynamik in Deutschland gewonnen werden. Zudem wurden in der Telefonerhebung eine Reihe methodischer Neuerungen
erstmals in der amtlichen Statistik eingesetzt. Der Beitrag stellt zunächst Hintergrund und
Zielsetzung der Telefonerhebung dar und geht im Anschluss auf die Operationalisierung der
Erwerbslosigkeit im Fragebogen sowie die Erhebungstechnik und die Grundzüge des Hochrechnungsverfahrens ein. Da die Zeitreihe aus der Telefonerhebung zwischenzeitlich durch
die monatlichen Ergebnisse der EU-Arbeitskräfteerhebung ersetzt worden ist, dokumentiert
dieser Beitrag zudem nochmals die Ergebnisse und erläutert ausgewählte Aspekte der monatlichen Zeitreihe. Schließlich werden zentrale methodische Erkenntnisse der Telefonerhebung
dargestellt." (Autorenreferat)
[316-L] Rohwer, Anja:
Kann man Globalisierung messen?: ein Vergleich zweier unterschiedlicher Indizien zur
Messung der Globalisierung, in: Ifo-Schnelldienst : Wochenberichte, Jg. 61/2008, H. 10, S. 3137 (Standort: USB Köln(38)-FHM XG1454; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Im Zentrum des Artikels steht die Frage nach der Definition und Messung von Globalisierung. "Sowohl das Beratungsunternehmen A.T. Kearney als auch die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich entwickelten je einen Index zur Messung der Globalisierung
der Länder. Beide Indizes werden hier verglichen und beurteilt." (IAB)
[317-L] Rolf, Gabriele; Wagner, Gert G.; Zwick, Markus:
Fortschritte und Herausforderungen der informationellen Infrastruktur in Deutschland,
(Working Paper Series des Rates für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD), No. 41), Berlin
2008, 21 S. (Graue Literatur; www.ratswd.de/download/workingpapers2008/41_08.pdf)
INHALT: Der Beitrag zeichnet die Schritte, die zum Aufbau einer informationellen Infrastruktur
in der Bundesrepublik Deutschland und der Berufung des Rates für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) führten, nach. Die ersten Anfänge mündeten 1988 in ein Memorandum zu
'Erfolgsbedingungen empirischer Wirtschaftsforschung und empirisch gestützter wirtschaftsund sozialpolitischer Beratung'. 1999 wurde von der Bundesregierung eine Kommission zur
Verbesserung der informationellen Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Statistik (KVI)
mit dem Auftrag eingesetzt, Vorschläge zur Verbesserung der informationellen Infrastruktur
242
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8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
zu machen. Dabei ging es insbesondere um das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Statistik. Im Herbst 2001 fand die konstituierende Sitzung des 'Gründungsausschusses des Rates
für Sozial- und Wirtschaftsdaten' statt und mit Wirkung vom 1. November 2004 wurde der
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) berufen. Zu den Aufgaben des RatSWD gehören unter anderem die Beratung von Bund und Ländern bei der Weiterentwicklung der Dateninfrastruktur, die Verbesserung des Datenzugangs durch Empfehlungen zur Einrichtung
und Evaluation von Forschungsdaten- und Datenservicezentren, die Initiierung und Unterstützung von Projekten zur Verbesserung der Dateninfrastruktur, die Förderung der empirischen
Methodenkenntnisse von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern und die Verstärkung des Informationsaustauschs zwischen Wissenschaft und amtlicher Statistik. Aufgrund der Tätigkeit des RatSWD wurde die Gründung von Forschungsdatenzentren (u.a. dem
Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) initiiert, Methodenprojekte wurden vorgeschlagen und Nachwuchsförderung
wurde intensiviert. Neben einer Bestandsaufnahme der Tätigkeit und der Erfolge des RatSWD werden Herausforderungen und Zukunftsperspektiven diskutiert. Die Autoren definieren
als Ziel der Förderung und Entwicklung der informationellen Infrastruktur in der Bundesrepublik Deutschland eine verbesserte Governance nach der Leitlinie 'So viel zentrale Koordination wie nötig, so viel Freiheit und Wettbewerb wie möglich'. (IAB)
[318-L] Rolf, Gabriele; Zwick, Markus; Wagner, Gert G. (Hrsg.):
Fortschritte der informationellen Infrastruktur in Deutschland: Festschrift für Johann
Hahlen zum 65. Geburtstag und Hans-Jürgen Krupp zum 75. Geburtstag, Baden-Baden:
Nomos Verl.-Ges. 2008, 446 S., ISBN: 978-3-8329-3540-5
INHALT: "Die informationelle Infrastruktur hat sich in Deutschland in den letzten zehn Jahren in
nicht erwarteter Weise deutlich positiv weiter entwickelt. Die Mikrodaten stehen über die
Forschungsdatenzentren der großen Datenproduzenten der Wissenschaft zur Verfügung. Die
Einzeldaten von Personen, Haushalten und Unternehmen werden in anonymisierter Form
breit und erfolgreich genutzt. Die Festschrift ehrt mit Herrn Prof. Krupp und Herrn Staatssekretär a.D. Hahlen zwei Persönlichkeiten, die in herausragender Weise diesen Prozess geprägt
haben. Als gemeinsame Vorsitzende der Kommission zur Verbesserung der informationellen
Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Statistik haben sie gemeinsam mit ihrer Arbeit die
heute schon fast selbstverständlichen Forschungsdatenzentren, aber auch den Rat für Sozialund Wirtschaftsdaten erst ermöglicht. Die 23 aktuellen Beiträge der Festschrift erlauben einen
breiten Blick auf die informationelle Infrastruktur in Deutschland." (Autorenreferat)
[319-L] Schneider, Silke L. (Hrsg.):
The International Standard Classification of Education (ISCED-97): an evaluation of
content and criterion validity for 15 European countries, Mannheim 2008, 330 S., ISBN: 9783-00-024388-2 (Standort: IAB-0512.0111; Graue Literatur)
INHALT: "The International Standard Classification of Education (ISCED-97) is a cross-national
classification framework for harmonising educational programmes and qualifications, the first
version of which was developed by the UNESCO in the 1970s. It has been extensively used
for international statistical reporting e.g. by the OECD and increasingly also for measuring
educational attainment in cross-national surveys, e.g. the European Union Labour Force Sur-
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8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
243
vey (EU-LFS), the Programme for International Student Assessment (PISA) and the European Social Survey (ESS). Nevertheless, to date it has not yet been thoroughly evaluated. In
this book, country experts from all parts of Europe evaluate the application of the ISCED-97
to national educational qualifications in 15 European countries: the Netherlands, Germany,
France, Spain, Italy, Slovenia, Bulgaria, Hungary, the Czech Republic, Poland, Estonia, Finland, Sweden, the UK and Ireland. An introductory chapter introduces the ISCED-97 in some
detail and synthesizes the results from the country chapters. Each country chapter starts out
with a description of the respective country's educational system, including the most important past reforms. Then, the OECD's and Eurostat's assignment of ISCED categories to country-specific educational qualifications is described and evaluated. The authors finally validate
the distribution of educational attainment as measured by the ISCED-97 found in the EU-LFS
with distributions they individually derive from national education variables in national
(usually labour force) surveys." (author's abstract). Contents: Silke L. Schneider, Irena Kogan: The International Standard Classification of Education 1997 - challenges in the application to national data and the implementation in cross-national surveys (13-46); Ruud Luijkx,
Manon de Heus: The educational system of the Netherlands (47-75); Silke L. Schneider: Applying the ISCED-97 to the German educational qualifications (76-102); Annick Kieffer: Applying the ISCED-97 to France - some issues and propositions (103-124); Luis Ortiz: Evaluation of the ISCED-97 for the Spanish system of education (125-148); Carlo Barone, Antonio
Schizzerotto: The application of the ISCED-97 to Italy (149-161); Dobrinka Kostova: The
Bulgarian educational system and evaluation of the ISCED-97 implementation (162-175);
Angela Ivancic: International comparability of the outcomes of the Slovenian education system - national vs international classification of education (176-199); Erzsebet Bukodi, Peter
Robert, Szilvia Altorjai: The Hungarian educational system and the implementation of the
ISCED-97 (200-215); Jana Strakova: The Czech educational system and evaluation of the
ISCED-97 implementation (216-225); Bogdan W. Mach, Maciej D. Kryszczuk: The ISCED97 in the Polish context (226-235); Ellu Saar: The Estonian educational system and the
ISCED-97 (236-252); Karin Hallden: The Swedish educational system and classifying education using the ISCED-97 (253-267); Elina Kilpi: Education in Finland and the ISCED-97
(268-280); Silke L. Schneider: The application of the ISCED-97 to the UK's educational qualifications (281-300); Emer Smyth: The Irish educational system: a note on classification
(301-310); Silke L. Schneider: Suggestions for the cross-national measurement of educational
attainment: refining the ISCED-97 and improving data collection and coding procedures
(311-330).
[320-L] Schoen, Robert; Nau, Claudia:
A behaviorally-based approach to measuring inequality, in: Demographic Research, Vol.
19/2008, Art. 40, S. 1727-1748 (www.demographic-research.org/Volumes/Vol19/49/19-49.pdf)
INHALT: "The measurement of inequality is often made using observed population-based distributions, such as the distribution of income or the distribution of members of different groups
across neighbourhoods. Unfortunately, such distributions confound the behaviour of a given
year with earlier events that influence the composition of the population. The authors advocate measuring inequality using current behavioural measures and their compositional implications, and show how such measures may be obtained from frequently available data. The approach is then applied to trends in inequality between men and women in the distribution of
ages at death. Observed death distributions indicate that, since 1970, mortality in 4 Western
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8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
countries experienced increases in inequality that recently levelled off. In contrast, life table
death distributions, which solely reflect the implications of a given year's mortality rates, reveal a peak in inequality followed (in 3 of the 4 countries) by appreciable declines. The results are insensitive to whether inequality is measured by entropy, the Gini Index, or the Index of Dissimilarity. However, the type of distribution analyzed - whether observed or behaviourally derived - can make a significant difference in the results obtained. Because behaviourally derived distributions reflect the inequality implications of actual behaviour, they are
recommended for greater use in analyses of inequality." (author's abstract)
[321-F] Schöppe, Michael, Dipl.-Kfm. (Bearbeitung); Klein, Martin, Prof.Dr. (Betreuung):
Analyse der internationalen Wirtschaftsbeziehungen auf der Basis der Input-Output-Rechnung
INHALT: Arbeitshypothese des Projekts ist es, dass die Input-Output-Rechnung sich als Grundlage für sog. CGE-Modelle einsetzen lässt. CGE-Modelle sind "Computable General Equilibrum"-Modelle, d.h. volkswirtschaftliche Gleichgewichtsmodelle mit einer Vielzahl von interdependenten Variablen, die hauptsächlich für die Simulation von ökonomischen Prozessen
eingesetzt werden. Das Projekt hat zwei Ziele: 1. Fruchtbarmachung der Methoden der InputOutput-Rechnung für die Entwicklung von CGE-Modellen. 2. Einsatz der entwickelten CGEModelle zur Analyse außenwirtschaftlicher Probleme mittels Simulation.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Klein, Martin: Ein Input-Output-Ansatz für die Außenhandelstheorie. Diskussionsbeiträge, Nr. 54. Siehe unter: www.wiwi.uni-halle.de/forschung/volkswirtschaftliche diskussions/ .
ART: BEGINN: 2005-01 ENDE: 2008-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Universität Halle-Wittenberg, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Wirtschaftswissenschaftlicher Bereich, Institut für VWL und Bevölkerungsökonomie
Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftsbeziehungen (06099 Halle)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0345-55-233-27, e-mail: [email protected]);
Betreuer (Tel. 0345-55-23325, e-mail: [email protected])
[322-L] Skaaning, Svend-Erik:
The civil liberty dataset: conceptualization and measurement, in: Zeitschrift für Vergleichende
Politikwissenschaft, Jg. 2/2008, H. 1, S. 29-51 (www.zfvp.de/)
INHALT: "Dieser Artikel präsentiert ein neues Datenset zu Messung von bürgerlicher Freiheit
und diskutiert dieses in methodologischer Hinsicht bezüglich Reliabilität, Validität und Dimensionalität. Der Datensatz umfasst jährliche Angaben von Ende der 1970er bis 2003 für 28
(post-)kommunistische und 20 lateinamerikanische Länder. Theoretische Grundlage bildet die
liberale Theorie. Zur Messung von bürgerlicher Freiheit werden fünf Indikatoren bestimmt:
(1) Unabhängigkeit der Gerichte; (2) freie Meinungsäußerung; (3) Versammlungs- und Organisationsfreiheit; (4) Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; (5) Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit. Mittels statistischer Tests wird gezeigt, dass die Daten eine hohe Intercodiererreliabilität besitzen und eine gemeinsame latente Dimension aufweisen. Die Studie stellt
nicht nur ein neues Messverfahren und einen neuen Index für bürgerliche Freiheit vor, sie bietet auch einen genauen Leitfaden für die Erstellung subjektiver Messungen, der Fragen des
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8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
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Fokus, des Umfangs, der Konzeptualisierung, der Messung und der Aggregation abdeckt."
(Autorenreferat)
[323-L] Spengler, Anja:
The Establishment History Panel, in: Schmollers Jahrbuch : Zeitschrift für Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften, Jg. 128/2008, H. 3, S. 501-509 (Standort: USB Köln(38)-FHM Haa108;
Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "The Establishment History Panel (BHP), in contrast to the Establishment Panel, consists of person-related data from the registration for social security contributions which were
aggregated on the establishment level. In contrast to the Establishment Panel and the LinkedEmployer-Employee Data (LIAB), the BHP is not a random sample but covers the total population. Each year, the BHP includes between 1.5 and 2.5 million establishments. The data are
available for the years 1975 up to 2005. In comparison, Establishment Panel and LIAB data
start in 1993 only. The BHP's yearly cross-sections can be merged to form a panel data set because the BHP includes the necessary identifiers. Comprehensive empirical studies concerning workplace dynamics are possible with this data set. A further considerable advantage of
the BHP is that questions based on regional characteristics can be analysed and that the founding or closing date of an establishment can be identified. The possibility to combine the annual data sets into a single panel data set opens up a wide range of research questions. This
article is intended to provide an outline of the data content, data access and possible research
questions. The main topic of the text is a description of the BHP base file. I will also sketch
some of the future steps we will take to extend the data set by means of so-called extension files. Finally, I will describe a new FDZ project which uses BHP data." (author's abstract)
[324-L] Statistik Austria (Hrsg.):
Arbeitskosten 1996-2006: Erhebungen und jährliche Statistik, Wien: Verl. Österreich 2008,
281 S., ISBN: 978-3-902587-57-2
INHALT: "Die Publikation informiert detailliert über Höhe, Struktur und Entwicklung der Arbeitskosten 1996 bis 2006 in Österreich und der EU. Arbeitskosten sind jene Aufwendungen,
die Unternehmen und sonstigen Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen im Zusammenhang mit
der Beschäftigung von Arbeitskräften entstehen (Bruttolöhne und -gehälter, gesetzliche und
freiwillige Sozialbeiträge, berufliche Aus- und Weiterbildungskosten etc.). Darüber hinaus
werden die geleisteten und bezahlten Arbeitsstunden sowie die Anzahl der Arbeitnehmer und
Arbeitnehmerinnen dargestellt. Die präsentierten Ergebnisse stammen aus der vierjährlichen
Arbeitskostenerhebung und der jährlichen Arbeitskostenstatistik. Im Berichtszeitraum wurden
- auf EU-Verordnungen basierende - Arbeitskostenerhebungen für die Jahre 1996, 2000 und
2004 durchgeführt und dabei der Erfassungsbereich sukzessive auf den gesamten Produzierenden Bereich und fast alle Teile des Dienstleistungssektors ausgedehnt. Unternehmen mit
weniger als zehn unselbständig Beschäftigten blieben davon ausgenommen. Einen Mindestbedarf an Arbeitskostendaten für die Zeiträume zwischen den Erhebungen (die nächste wird
für das Jahr 2008 erfolgen) stellt die jährliche Arbeitskostenstatistik zur Verfügung, die auf
einer Vereinbarung zwischen dem Statistikamt der EU (EUROSTAT) und den Mitgliedstaaten basiert." (Autorenreferat)
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8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
[325-L] Stoiber, Michael:
Ein neues, kontextualisiertes Maß für Demokratie: Konzeptualisierung und
Operationalisierung, in: Zeitschrift für Politikwissenschaft : Journal of Political Science, Jg.
18/2008, H. 2, S. 209-231 (Standort: USB Köln(38)-EWA Z3338; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich)
INHALT: "In der empirischen Demokratieforschung wird mit der Identifikation von Defiziten
bzw. der Suche nach einer Varianz in der Demokratiequalität etablierter Demokratien einem
neuen Aspekt der Demokratiemessung vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Mit diesem Beitrag wird die Idee einer kontextualisierten Demokratiemessung weiter vorangetrieben, die es
ermöglichen soll, auch Unterschiede in der Qualität etablierter Demokratien zu bestimmen.
Der Verfasser verfolgt das Ziel dabei in zwei Stufen: Zunächst soll es mittels eines neu entwickelten kontextualisierten Modells ermöglicht werden, aufgrund der vorgenommen Operationalisierung qualitativ für jedes (demokratische) Land Defizite in der demokratischen Qualität
zu identifizieren. Darüber hinaus wird ein quantitativer Index eingeführt, sodass auch ein
Vergleich der demokratischen Qualität zwischen Staaten möglich wird." (Autorenreferat)
[326-L] Trappmann, Mark; Christoph, Bernhard; Achatz, Juliane; Wenzig, Claudia:
Labour market and social security: a new panel study for research on German Social Code
II, (International Conference of the German Association of Political Economy (CAPE 2007)
"Unemployment and Labour Market Policies - Novel Approaches", 2007, Nürnberg), Nürnberg
2007, 15 S. (Graue Literatur; doku.iab.de/veranstaltungen/2007/cape_2007_trappmann.pdf)
INHALT: Die zentrale Zielsetzung des Forschungsvorhabens 'Panel Study Labour Market and
Social Security' (PASS) des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist die Untersuchung der individuellen und gesellschaftlichen Folgen der Einführung des neuen Arbeitslosengeldes II im Kontext privater Haushalte. Mit PASS steht eine wichtige neue Datenbasis für Forschungen zur Arbeitslosigkeit im allgemeinen und zu den Arbeitslosengeld IIEmpfängern und Bedarfsgemeinschaften im besonderen zur Verfügung. Die Veröffentlichung
gibt einen Überblick über die methodischen Charakteristika der Studie und einige der Themen, die von dieser abgedeckt werden. PASS kombiniert eine Teilstichprobe, für die Bedarfsgemeinschaften aus Prozessdaten der BA gezogen wurden, mit einer zweiten Teilstichprobe,
bei der es sich um eine Bevölkerungsstichprobe mit überproportionaler Berücksichtigung einkommensschwächerer Haushalte handelt. Um Neuzugänge zu berücksichtigen und um die
Folgen der Panelmortalität auszugleichen, werden Ergänzungsstichproben gezogen. Zur Minimierung von Antwortausfällen wird zur Durchführung ein Mixed Mode aus telefonischem
und persönlichem Interview gewählt. (IAB)
[327-L] Tucci, Ingrid:
Was ist ein Immigrant?: theoretische Überlegungen und methodische Anmerkungen für
Analysen mit Bezug zu Migration mit dem Sozio-Ökonomischen Panel (SOEP), in: KarlSiegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der
Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus
Verl., 2008, S. 3891-3900, ISBN: 978-3-593-38440-5
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INHALT: "Die MigrationsforscherInnen haben lange Zeit eine 'Ausländerforschung' betrieben.
Die Abgrenzung der Untersuchungspopulation erfolgte dementsprechend mit dem Kriterium
der Nationalität. Es gibt verschiedene Gründe, weshalb die inhaltliche Bedeutung des Begriffes des 'Ausländers' für die Migrationsforschung an Aussagekraft verloren hat. Auch wenn
der Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft den Zugang zu den Statuspositionen einer Gesellschaft fördert, reicht erstens eine solche Operationalisierung nicht mehr aus, um die besondere Wirkung der Migrationserfahrung auf die Lebenschancen der Individuen zu untersuchen.
Zweitens hat die Reform des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts die Möglichkeiten des Zugangs zur nationalen Gemeinschaft erweitert, so dass innerhalb der deutschen Bevölkerung
zunehmend auch Personen mit persönlichem oder familienbezogenem Migrationshintergrund
zu finden sind. Nur eine adäquate Abgrenzung macht es möglich, die Mechanismen der Inklusion und Exklusion dieser Bevölkerungsgruppe zu untersuchen. Die Schwierigkeiten, mit
denen die NachfolgerInnen der MigrantInnen konfrontiert sind, machen die Notwendigkeit
der Analyse ihrer Lage am besten deutlich. Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist eine
seit 1984 jährlich laufende Längsschnitterhebung, die repräsentative Längsschnittdaten auf
Haushalts- und Personenebene liefert. Das SOEP enthält eine überproportional große Stichprobe von MigrantInnen: Zum einen umfasst das seit 1984 realisierte Sample B die MigrantInnen aus den Mittelmeerstaaten und zum anderen repräsentiert das seit 1995 realisierte
Sample D die Zuwanderung seit Mitte der 80er Jahre nach Westdeutschland. Die SOEP-Daten sind für Struktur- und Kausalanalysen mit Bezug zu Migration besonders geeignet, weil
sie eine Vielzahl von objektiven und subjektiven Indikatoren zur Lebenssituation privater
Haushalte (und aller darin lebenden Personen) enthalten. Die Tatsache, dass im SOEP jährlich alle erwachsenen Haushaltsmitglieder ab 17 Jahren persönlich befragt werden, ermöglicht eine effektive Kontrolle der Migrationserfahrung sowohl der Individuen selbst, als auch
des gesamten Haushaltes. Damit kann insbesondere auch die Lage von Personen in Mehr-Personen-Haushalten mit gemischt nationaler Herkunft untersucht werden. Mit dieser Methode
bzw. anhand der Information zur Einbürgerung können auch die NachfolgerInnen der MigrantInnen identifiziert werden." (Autorenreferat)
[328-L] Vogel, Alexander:
Zur Analyse von Aktivitäten mit Hilfe der Zeitbudgeterhebung 2001/2002 am Beispiel der
Arbeitszeit, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des
33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2,
Frankfurt am Main: Campus Verl., 2008, S. 5011-5021, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "Unter Verwendung von aktuellen Zeitbudgetdaten geht der Vortrag der Frage nach,
inwieweit unterschiedlich gemessene Arbeitszeiten (normal, gewünscht, tatsächlich) die Untersuchungsergebnisse zur Frauenerwerbstätigkeit beeinflussen. Die meisten Untersuchungen
zu Fragestellungen im Bereich der Erwerbstätigkeit greifen auf die Erhebung der normalerweise geleisteten Arbeitszeit zurück. Damit sind jedoch zwei Probleme verbunden: Erstens
kommt es bei der Erhebung der normalen Arbeitszeit zu Messfehlern, da die Befragten nur
sehr schwer einschätzen können, wie viel sie tatsächlich in einer bestimmten Periode gearbeitet haben. Vielmehr neigen sie dazu, anormale Ereignisse zu vernachlässigen, was sich in einer geringen Varianz der normalen Arbeitszeit widerspiegelt. Zweitens ergibt sich durch die
Erhebung der aktuell beobachteten Arbeitszeit ein Problem der Theoriekonformität, da das
neoklassische Arbeitsangebot die von den Individuen präferierte Arbeitszeit zur Grundlage
hat. Diese muss jedoch nicht zwingend mit der am Markt zu Stande kommenden Arbeitszeit
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übereinstimmen. Diese Probleme werden aufgegriffen, indem der herkömmlichen Arbeitszeiterhebung zwei alternativ erfasste Arbeitszeitvariablen gegenüber gestellt werden. Am Beispiel der Erwerbstätigkeit von Frauen, welche in Partnerschaften leben, werden Indizien dafür
geliefert, inwieweit die Ergebnisse vom gewählten Erhebungsansatz der Arbeitszeit abhängen. Für die ökonometrische Untersuchung wurde neben dem Tobit-Modell und dem Heckman-Ansatz ein Double-Hurdle-Modell für die speziellen Anforderungen der Tagebuchdaten
geschätzt. Dies erlaubt eine adäquatere Spezifikation hinsichtlich möglicher Nicht-Erwerbstätigkeit an Tagen der Befragung. Die Datengrundlage bildet die Zeitbudgeterhebung
2001/2002 des Statistischen Bundesamtes, da sie durch ihr Erhebungsdesign insbesondere mit
ihren Zeittagebüchern erstmalig die Möglichkeit bietet, drei unterschiedliche Arbeitszeitvariablen miteinander zu vergleichen: Erstens die vorwiegend in Studien verwendete normale Arbeitszeit, welche auf der Frage nach der normalerweise geleisteten Wochenarbeitszeit basiert,
zweitens die mit Hilfe von synthetischen Tagebuchwochen generierte tatsächliche Arbeitszeit
auf der Basis der individuellen Zeittagebücher und drittens die gewünschte Arbeitszeit." (Autorenreferat)
[329-F] Vogt, Gerit, Dipl.-Volksw.; Schirwitz, Beate, Dipl.-Volksw. (Bearbeitung); Berlemann,
Michael, Dr. (Leitung):
Auswertung und Detailanalyse des ifo Konjunkturtestes (KT) für die neuen Bundesländer
und Sachsen
INHALT: In diesem Projekt geht es um Vergleiche der Ergebnisse des ifo Konjunkturtests (KT)
mit Ergebnissen der amtlichen Statistik, Erhebungen der Kammern und anderer Institutionen,
den Einfluss regionaler Spezifika auf die Güte der Prognose, die Entwicklung von Schätzfunktion für die Prognose von Produktion und Beschäftigung der Industrie und des Baugewerbes. ZEITRAUM: seit 1990 GEOGRAPHISCHER RAUM: Deutschland, Neue Bundesländer, Sachsen
VERÖFFENTLICHUNGEN: Berlemann, M.; Rother, D.; Vogt, G.: Konjunkturprognose des
sächsischen und des ostdeutschen Baugewerbes 2004/2005. in: ifo Dresden berichtet, 11,
2004, 5, S. 13-22.+++Vogt, G.: Prognose von Umsatz und Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes in Sachsen für das Jahr 2004. in: ifo Dresden berichtet, 11, 2004, 4, S. 2330. ARBEITSPAPIERE: Kosselleck, M.: Vergleich der ifo-Konjunkturtestdaten mit dem Konjunkturbericht der IHK Sachsen für die Bereiche Industrie, Groß- und Einzelhandel sowie das
Baugewerbe. Praktikumsarbeit. Dresden 2002 (unveröffentlicht).+++Kosselleck, M.: Der
EDV-Dienstleistungssektor. Ifo-Konjunkturtest und ZEW-Branchenreport im Vergleich.
Praktikumsarbeit (unveröffentlicht). Dresden 2002.+++Richter, D.: Ursachen für unterschiedliche Investitionsdaten der jährlichen Investitionserhebung und der GA Förderstatistiken für
das verarbeitende Gewerbe im Freistaat Sachsen. Praktikumsarbeit (unveröffentlicht). Dresden 2002.+++Gerstenberger, W.; Maucher, A.: Vorausschätzung der Beschäftigungsentwicklung in Sachsen und Ostdeutschland auf der Basis von Planungsangaben aus dem ifo-Konjunkturtest. Praktikumsarbeit (unveröffentlicht). Dresden 2002.
ART: BEGINN: 2001-01 ENDE: 2006-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V. Niederlassung Dresden (Einsteinstr. 3,
01069 Dresden)
KONTAKT: Leiter (Tel. 0351-26476-17, e-mail: [email protected])
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
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[330-L] Wagner, Joachim:
Improvements and future challenges for the research infrastructure in the field: firm level
data, (Working Paper Series in Economics, No. 88), Lüneburg 2008, 19 S. (Graue Literatur;
www.leuphana.de/vwl/papers/wp_88_Upload.pdf)
INHALT: "This paper discusses issues related to the use of confidential firm level data in Germany. It starts by defining firm level data (in section 1) and reminding us what they are good for
(in section 2), who produces firm level data in Germany, and how researchers can access these data today (in section 3). In section 4, new and ongoing developments are discussed that
are leading to new products - new types of firm level data that will enhance the research potential available to researchers considerably in the near future. Section 5 concludes with a
wish-list." (author's abstract)
[331-L] Warner, Uwe; Hoffmeyer-Zlotnik, Jürgen H.P.:
Einkommensmessung in international vergleichenden Umfragen, in: Karl-Siegbert Rehberg
(Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft : Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen
Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2, Frankfurt am Main: Campus Verl.,
2008, S. 4006-4017, ISBN: 978-3-593-38440-5
INHALT: "In den letzten Jahren haben international vergleichende empirische Studien an Bedeutung gewonnen. Hier diskutieren die Verfasser die Stärken und Schwächen der Einkommensabfrage in Umfragen mit Hilfe eines über die teilnehmenden Länder harmonisierten Fragebogens. Sie zeigen den Einfluss von nationalen Besonderheiten der Sozialordnung, der Wirtschaftsordnung und der nationalen Steuergesetzgebungen auf das Antwortverhalten des Befragten und die Einkommensmessung. Der European Social Survey misst das gesamte Nettohaushaltseinkommen mit einem einfachen Umfrageinstrument. Sie vergleichen die Resultate
dieser Umfrage mit der Einkommensmessung des European Community Household Panels,
das ein umfangreiches und detailliertes Feldinstrument benutzt. Zur Erhebung international
vergleichender Umfragedaten über das Nettohaushaltseinkommen schlagen sie ein Instrument
vor, das die nationalen Besonderheiten in den jeweiligen Einkommensstrukturen und den nationalen Gewohnheiten berücksichtigt und so vergleichende Daten der Sozialforschung bereitstellt." (Autorenreferat)
[332-L] Wijst, Nina van der:
Weiterentwicklung der Schnellschätzung in der Erwerbstätigenrechnung, in: Wirtschaft und
Statistik, 2008, H. 5, S. 388-397 (Standort: UB Bonn(5)-4Z50/35; USB Köln(38)-TXZ126; Kopie
über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der steigende Bedarf an aktuellen Informationen kennzeichnet die heutige Zeit, wobei
die Datenqualität ebenfalls nicht vernachlässigt werden darf. Bezogen auf die Erwerbstätigenrechnung im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen hat das Statistische Bundesamt diesen Zielkonflikt gelöst, indem die Schnellschätzungen in der Erwerbstätigenrechnung weiterentwickelt wurden. Die monatlichen Zahlen zur Erwerbstätigkeit werden nun bereits 30 Tage nach Ende des Berichtsmonats veröffentlicht. Der frühe Veröffentlichungstermin der monatlichen Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit wurde mit Berichtsmonat Januar 2005
im Zuge der neuen ILO-Arbeitsmarktstatistik eingeführt. Der Beitrag beschreibt das in der
250
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
8 Gesellschaftliche Indikatoren und Modelle, Datensammlungen, Wissensbasen
Erwerbstätigenrechnung eingesetzte 3-Wege-Modell und die Weiterentwicklungen der
Schnellschätzungen im Einzelnen." (Autorenreferat)
9
Software, Medien, Apparaturen
[333-L] Engel, Bernhard; Müller, Dieter K.:
Zeitversetzte Nutzung im AGF/GfK-Fernsehpanel: Maßnahmen zur vollständigen
Abbildung der Fernsehnutzung, in: Media Perspektiven, 2008, Nr. 8, S. 410-419 (Standort: UB
Bonn(5)-Z91/28; USB Köln(38)-FHM XD00257; Kopie über den Literaturdienst erhältlich;
www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/08-2008_Engel-Mueller_01.pdf)
INHALT: Die zeitversetzte Nutzung des Fernsehens spielte bisher keine große Rolle, auch wenn
in Deutschland zeitweise bis zu 80 Prozent der Fernsehhaushalte mit einem Videorecorder
ausgestattet waren. Diese Situation hat sich geändert, seit DVD-Recorder und zunehmend
auch Festplattenrecorder in den Haushalten eingesetzt werden, die gegenüber dem VHS-Videorecorder über erheblich mehr Funktionen verfügen. Vor dem Hintergrund einer sich immer stärker fragmentierenden und differenzierenden Fernsehlandschaft wird das Archivieren
(und Anschauen) von Fernsehsendungen jenseits der Echtzeit-Ausstrahlung stark an Bedeutung gewinnen und kann künftig nicht mehr als "Randphänomen" abgetan werden. Im
AGF/GfK-Fernsehpanel wird derzeit nur ein Teil der zeitversetzten Fernsehnutzung gemessen. In den publizierten Reichweiten sind diese Werte zudem nicht berücksichtigt. Im Auftrag
der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) wird die Ausrüstung aller Haushalte im
GfK-Fernsehpanel mit neuen Messgeräten vorbereitet, die in der Lage sind vielfältige Anforderungen zu erfüllen. Leitgedanke der Anpassungen ist es, eine möglichst hohe Kompatibilität zu den Analysen für das lineare Fernsehen zu erhalten und die gemessenen Nutzungsvorgänge in den Analysen vollständig zu verwenden. Um diese Anforderungen zu erfüllen, ist
das Konzept des so genannten gemeinsamen Nutzungsanteils entwickelt worden, so dass ab
1. Juli 2009 auch die zeitversetzte Fernsehnutzung komplett in den Leistungswerten der
AGF/GfK-Fernsehforschung enthalten sein wird. (UN)
[334-L] Erlhofer, Sebastian:
Informationssuche im World Wide Web: Taktiken und Strategien bei der Nutzung von
Suchmaschinen, Berlin: WVB-Verl. 2007, 231 S., ISBN: 978-3-86573-292-7
INHALT: Das Internet ist in den letzten Jahren zum zentralen Punkt der Informationsbeschaffung
herangewachsen. Tausende von täglich neu erscheinenden Seiten bergen immenses Wissen
und unzählige Informationen. Schon jetzt wirkt das Dickicht an Inhalten schier undurchsichtig und es stellt sich schnell die Frage, wie die Nutzer ihre Informationssuche im Web überhaupt bewältigen und wie sie dabei vorgehen. Dieser Frage wird in drei Schritten nachgegangen. Zunächst werden bereits bestehende Forschungsbefunde zusammengefasst und erörtert.
Im zweiten Schritt wird ein handlungstheoretisches Nutzungsmodell entwickelt, das schließlich im dritten Schritt empirisch erforscht wird. Das angewandte Forschungsdesign integriert
qualitative wie quantitative Methoden. So kommen das Laute Denken und die Blickaufzeichnung im Labor mit 30 Probanden zum Einsatz. Ferner werden Logfiles von über acht Millionen Suchanfragen von Suchmaschinen sowie Fragebögen ausgewertet. Eine teilnehmende
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
9 Software, Medien, Apparaturen
251
Beobachtung von 18 Probanden über einen größeren Zeitraum wird theorieverifizierend eingesetzt. Als Ergebnis der Untersuchung werden Taktiken und Strategien beschrieben, die bei
der Informationssuche im World Wide Web angewandt werden. (DIPF/Verlag)
[335-L] Geser, Hans:
Vom Brockhaus zum WorldwideWiki, in: Herbert Willems (Hrsg.): Weltweite Welten :
Internet-Figurationen aus wissenssoziologischer Perspektive, Wiesbaden: VS Verl. für
Sozialwiss., 2008, S. 119-142, ISBN: 978-3-531-15314-8
INHALT: Das Internet erweist sich zunehmend als Basis für offene globale Kooperationsnetzwerke ("Open Source Communities"), in denen durch eine Synthese unzähliger Einzelbeiträge sehr komplexe Gesamtprodukte entstehen. "Wikipedia" ist in diesem Zusammenhang von
besonderer Bedeutung, weil sich dieses netzbasierte Projekt einer Universalenzyklopädie
weltweit in den meisten Sprachkulturen erfolgreich entwickelt und der Behauptung, dass derartige Produktionen nur auf der Basis selektiver Rekrutierung, erwerbsmäßiger Arbeitsrollen
und hierarchisch organisierter Formalorganisation möglich sind, weitgehend widerspricht.
Dies führt nach Meinung des Autors zu einer neuen "asymmetrischen Konkurrenz" zwischen
"Open Source"-Netzwerken und kommerziellen Unternehmen. Er listet in seinem Beitrag zunächst die Eigenschaften auf, die "Open Content Communities" von konventionellen bürokratischen Organisationen diametral unterscheiden. Er beleuchtet im Anschluss daran die innovativen Potentiale sowie die Grenzen und Risiken wikibasierter Enzyklopädien. Diese beziehen sich z.B. auf die freie Selbstrekrutierung der Mitarbeiter, die extensive Ausschöpfung intrinsischer Leistungsmotivationen, den drastisch reduzierten Bedarf an Kapital und Organisation und auf die neuartigen Gebrauchsmuster und Nutzerrollen. Der Autor thematisiert ferner
die unplanbaren Prozesse konsensualistischer Wahrheitsfindung und "memetischer Evolution". (ICI2)
[336-L] Guenther, Tina:
Web 2.0 als Ressource für sozialwissenschaftliche Forschung und Berufspraxis, in:
Sozialwissenschaften und Berufspraxis, Jg. 31/2008, H. 1, S. 109-125 (Standort: USB Köln(38)XG05452; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Nach einer knappen Einführung in die Internet-Software Web 2.0 geht der Beitrag der
Frage nach, wie Web 2.0 für typische Arbeitsaufgaben der sozialwissenschaftlichen Forschung, Lehre und Praxis genutzt werden kann. Im ersten Abschnitt wird der Arbeitsplatz
Web 2.0 vorgestellt. Im zweiten Abschnitt werden die Potenziale des unter dem Schlagwort
Web 2.0 bekannten Internet für typische Aufgabenzusammenhänge der Soziologie diskutiert.
Im Vordergrund steht zum einen das Interesse, eine wünschenswerte Öffentlichkeit für die soziologische Profession zu generieren, zum anderen die Frage, wie Web 2.0 für die Aufgabenbewältigung der sozialwissenschaftlichen Forschung, Lehre und Berufspraxis nutzbar gemacht werden kann. Der dritte Abschnitt ist dem professionellen Auftreten der Sozialwissenschaftler in der Öffentlichkeit mit der Zielsetzung einer wünschenswerten Wahrnehmbarkeit
gewidmet. Im abschließenden vierten Abschnitt unterbreitet die Autorin Vorschläge zur Verbesserung des internetöffentlichen Auftretens der soziologischen Profession. (ICG2)
252
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
9 Software, Medien, Apparaturen
[337-L] Konopásek, Zdenek:
Making thinking visible with Atlas.ti: computer assisted qualitative analysis as textual
practices, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Vol.
9/2008, No. 2, 21 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802124)
INHALT: "Wie entsteht eine neue Qualität, die als 'soziologisches Verstehen' bezeichnet werden
kann, im Prozess der qualitativen Datenanalyse? Die (konventionelle) methodologische Antwort auf diese Frage lautet: durch mentale Prozesse und konzeptuelle Arbeit. In diesem Beitrag schlägt der Verfasser eine zusätzliche, eher soziologische als methodologische Sichtweise vor, genauer: eine Sichtweise, die der zeitgenössischen Wissenssoziologie verpflichtet ist.
In diesem Sinne versteht der Verfasser qualitative Datenanalyse als ein Set materialer Praktiken. Beispielhaft ausgehend von der Methodologie der Grounded Theory (GTM) und der
Analyse-Software Atlas.ti versucht er zu zeigen, dass Denken und Handeln auch in diesem
spezifischen Bereich untrennbar verbunden sind, und dass eine wissenssoziologische Perspektive hilft, sonst schwer greifbare Prozesse besser nachzuvollziehen. Software ist dann
nicht mehr ein einfaches Kodier- und Suchwerkzeug, sondern wird zur komplexen virtuellen
Umgebung für körperliche und praxisbasierte Prozesse der Wissensgenerierung. Und auch die
GTM erscheint in einem teilweise neuen Licht, wenn sie nicht (nur) als Set methodologischer
und theoretischer Konzepte diskutiert wird, sondern (auch) als das, was wir praktisch tun,
wenn wir Daten analysieren. GTM wird auf diese Weise kompatibel mit radikal-konstruktivistischen, textuellen und teilweise sogar post-strukturellen Paradigmen der Interpretation
(von denen sie sich lange entfernt zu halten versucht hat)." (Autorenreferat)
[338-L] Kramp, Leif:
Millionen für das AV-Erbe: das neu eröffnete National Audio-Visual Conservation Center
der Library of Congress in Culpeper, Virginia, will Maßstäbe in Archivierung,
Restaurierung und Zugänglichkeit von Bewegtbild-, Ton- und Datenmaterial setzen, in:
Rundfunk und Geschichte : Mitteilungen des Studienkreises Rundfunk und Geschichte, Jg.
33/2007, Nr. 3-4, S. 33-35
INHALT: Der Beitrag gibt einen Überblick über den Sammlungsbestand, das Digitalisierungsprogramm, den Stand der archivarischen Erfassung von Programmmaterial und die Zugriffsmöglichkeiten des National Audio-Visual Conservation Centers (NAVCC) der Library of
Congress in den USA. Die Einrichtung in der Kleinstadt Culpeper im Bundesstaat Virginia
soll das audiovisuelle Erbe der Vereinigten Staaten für die Zukunft sichern, "die angesichts
der Anfälligkeit magnetischer Speichermaterialien ungewisser nicht sein könnte." Mit einem
jährlichen Etat von 235 Millionen US-Dollar sollen pro Jahr 6,3 Millionen Archivtitel mit einem Digitalisierungsvolumen von sieben bis acht Petabyte gespeichert werden. (UN)
[339-L] Machill, Marcel; Beiler, Markus:
Die Bedeutung des Internets für die journalistische Recherche: Multimethodenstudie zur
Recherche von Journalisten bei Tageszeitung, Hörfunk, Fernsehen und Online, in: Media
Perspektiven, 2008, Nr. 10, S. 516-531 (Standort: UB Bonn(5)-Z91/28; USB Köln(38)-FHM
XD00257; Kopie über den Literaturdienst erhältlich;
www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/10-2008_Machill_Beiler.pdf)
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
9 Software, Medien, Apparaturen
253
INHALT: Das Internet hat einige offensichtliche Vorteile für die journalistische Arbeit: Es kann
die Vorrecherche erleichtern, einfache Fakten können leicht kontrolliert werden, Informationen sind zeitlich und räumlich unbeschränkt verfügbar. Die Onlinerecherche birgt aber auch
Risiken, insbesondere wenn auf Recherchemethoden außerhalb des Internets weitgehend verzichtet wird. Es besteht die Gefahr einer verzerrten Wirklichkeit. In der Studie wurde versucht, mit Hilfe eines Methodenmixes aus Beobachtung, Befragung und explorativem Experiment eine Forschungslücke zu füllen und einen qualitativen Einblick in den komplexen journalistischen Rechercheprozess zu gewinnen. Insgesamt wurden 235 Journalisten bei 34 Medienangeboten (teilweise mit mehreren Redaktionen) beobachtet. Die Beobachtung in den Redaktionen ergab, dass die computergestützte Recherche bezogen auf die Nutzungshäufigkeit
einen größeren Anteil als die nicht computergestützte hat. Umgekehrt überwiegen die klassischen Recherchemittel bezüglich der Nutzungsdauer. Dabei deutet das explorative Experiment auf eine nur mittelmäßige Suchmaschinenkompetenz von Journalisten hin. Anlass zur
Sorge gibt die starke Selbstreferenzialität der Medien, etwa beim Beobachten der Nachrichten- und Themenlage, aber auch beim Einholen zusätzlicher Informationen. Nachdenklich
stimmt, dass eine Überprüfungsrecherche selten stattfindet, die Validierung von Quellen im
Grunde gar nicht. Eine Ausnahme machen nur die finanziell gut ausgestatteten und qualitativ
anspruchsvollen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. (UN2)
[340-L] Sebald, Gerd:
Vergesellschaftungsprozesse in der "Free/ Open Source-Softwareentwicklung", in: Michael
Jäckel, Manfred Mai (Hrsg.): Online-Vergesellschaftung? : mediensoziologische Perspektiven auf
neue Kommunikationstechnologien, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2005, S. 91-103, ISBN:
3-531-14583-5 (Standort: UuStB Köln(38)-32A3906)
INHALT: Der Autor arbeitet am Beispiel der Vergesellschaftungsprozesse in der "Free/Open
Source-Softwareentwicklung" heraus, wie eine virtuelle Vergesellschaftungsform mit Gemeinschaftssemantik soziologisch beschrieben werden kann. Er skizziert zunächst das Leitprinzip der "Free/Open Source-Softwareentwicklung", das auf der kooperativen Entwicklung
von Computerprogrammen durch das Veröffentlichen der Quellcodes beruht. Er weist anschließend auf die zentralen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Gruppierungen
der "Free/Open Source-Softwareentwicklung" und anderen virtuellen Gruppen hin und zieht
Vergleiche zur Vergesellschaftungsform von nationalen Gemeinschaften. Er stellt ferner exemplarisch einige Semantiken in den medialen Beziehungen der Softwareentwickler vor und
zeigt, dass die "imagined communities" Hinweise auf eine neue Form der Vergesellschaftung
mit Gemeinschaftssemantiken geben, die für eine internationale und in Bezug auf Alter, Geschlecht und Wissen relativ homogene Gruppe funktioniert. Der Autor schlägt für diese Gruppenbildungen den Begriff der "homogenen Medialvergesellschaftung" vor. (ICI)
[341-L] Weber, Stefan:
Die Ethik wissenschaftlicher Textproduktion im Zeitalter des Internets: wie Google und
Wikipedia zunehmend die Recherche in der Bibliothek ersetzen, in: Communicatio Socialis :
internationale Zeitschrift für Kommunikation in Religion, Kirche und Gesellschaft, Jg. 41/2008,
Nr. 1, S. 14-35 (Standort: USB Köln(38)-M XA 01287; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
254
soFid Methoden und Instrumente der Sozialwissenschaften 2009/1
9 Software, Medien, Apparaturen
INHALT: "Der Verfasser beschäftigt sich in seinem Beitrag mit den Veränderungen der Textund Wissensproduktion, die vor allem mit der Verbreitung des Internets zusammenhängen. Er
sieht mehrere problematische Aspekte im Kontext der Wissenschaftsethik: einerseits den zunehmenden Trend, Textpassagen aus dem Internet als eigene auszugeben ('Copy-Paste-Syndrom'), andererseits auch Probleme mit der 'Googleisierung' der wissenschaftlichen Recherche und der Informationsqualität in der Online-Enzyklopädie 'Wikipedia'. Der Autor stellt
fest, dass durch das Internet sukzessive die Fähigkeit verloren zu gehen scheint, zwischen
wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen, seriösen und unseriösen Quellen zu unterscheiden. Damit liegt ein Qualitätsverlust der textbasierten Wissenschaft insgesamt vor, der
durch eine aktuelle Studie des Autors belegt wird. Neue Richtlinien für den Umgang mit Webquellen, Strategien der Plagiatsprävention und die aktive Erforschung der Veränderung der
Wissenskultur (Stichwort 'Copy & Paste Studies') seien dringend erforderlich." (Autorenreferat)
Register
255
Hinweise zur Registerbenutzung
Sachregister
Grundlage für das Sachregister sind die Schlagwörter, die zur gezielten Suche der Literatur- bzw.
Forschungsnachweise in unseren Datenbanken SOFIS und SOLIS vergeben wurden.
Um eine differenzierte Suche zu ermöglichen, werden dabei nicht nur die Haupt-, sondern auch
Nebenaspekte der Arbeiten verschlagwortet.
●
Bei einem maschinell erstellten Verzeichnis wie dem obigen Sachregister führt das zwangsläufig zu einem Nebeneinander von wesentlichen und eher marginalen Eintragungen.
Manche Begriffe machen erst in Verbindung mit anderen Sinn oder wechseln ihren Sinn in Abhängigkeit vom jeweiligen Zusammenhang.
●
Solche Zusammenhänge gehen aber bei einem einstufigen Register typischerweise verloren.
Vermeintliche Fehleintragungen gehen fast immer aufs Konto eines dieser beiden Effekte, die sich
bei der maschinellen Registererstellung grundsätzlich nicht vermeiden lassen.
Personenregister
Aufgeführt sind
●
bei Literaturnachweisen: alle aktiv an dem Werk beteiligten Personen;
●
bei Forschungsnachweisen: alle als Leiter, Betreuer oder wissenschaftliche Mitarbeiter
(„Autoren“) eines Projekts angegebenen Personen.
Institutionenregister
Aufgeführt sind nur die forschenden Institutionen. Institutionelle Auftraggeber, Finanzierer, Förderer oder dergleichen sind zwar in den Forschungsnachweisen selbst aufgeführt, nicht jedoch im
Register.
Sortierung
Die Sortierung folgt den lexikalischen Regeln, d.h. Umlaute werden wie der Grundbuchstabe sortiert. Numerische Angaben (z.B. „19. Jahrhundert“) sind ganz ans Ende sortiert, also hinter Buchstabe Z.
Nummerierung
Alle in den Registern angegebenen Zahlen beziehen sich auf die laufenden Nummern der Literatur- und Forschungsnachweise.
Personenregister
257
Personenregister
A
Abraham, Martin 1
Abs, Hermann Josef 195
Achatz, Juliane 282, 326
Adami, Wilfried 196
Aebi, Robert 152
Ahlert, Marlies 177
Ahrens, Johannes 2
Albert, Ernest 3
Albert, Hans 4
Allemand, Mathias 103
Allison, Mary Ann 166
Angermüller, Johannes 5
Apitzsch, Ursula 47
Aschauer, Wolfgang 104
Atzeroth, Jönna 197
B
Babic, Edvin 48
Bachleitner, Reinhard 104
Bachteler, Tobias 153
Backenstrass, Matthias 105
Baer, Alejandro 93, 214
Baier, Herbert 239
Balck, Friedrich 106, 148
Balthasar, Andreas 198
Barabas, György 273
Bärisch, Stefan 199
Barth, Volker 167
Barth-Weingarten, Dagmar 89
Battisti, Martina 200
Bauer, Gerrit 296, 312
Bauer, Nico 167
Baumgarten, Britta 98
Baur, Nina 6
Becker, Claudia 177
Beckers, Tilo 274
Beddies, Sabine 201
Beer, Raphael 2
Beesdo, Katja 142
Behn, Sabine 252
Behr, Dorothée 275
Beiler, Markus 339
Bender, Stefan 276, 310
Bentz, Joachim 136
Berg, Charles 49
Berg, Harry van den 50
Bergemann, Niels 7
Berger, Eva M. 277
Berlemann, Michael 278, 329
Berridge, Sally 8
Berth, Hendrik 106
Biemer, Paul B. 133
Bittlingmayer, Uwe H. 2
Bittner, Antje 142
Blatter, Joachim 154
Blien, Uwe 279
Blom, Annelies G. 107
Blume, Till 154
Bodenmann, Tom 9
Böhm, Andreas 51
Böhmer, Matthias 211
Bohnsack, Ralf 52, 90
Böhr, Dorothea 124
Bollig, Sabine 53
Bomball, Jaqueline 266
Börsch-Supan, Axel 280
Brade, Janet 168
Brähler, Elmar 136, 145
Braucks, Diane 202
Braun, Edith 203
Bresser, Rudi K.F. 184
Brink, Kathrin 222
Bröchler, Stephan 204
Brown, Barry 95
Bruckmeier, Kerstin 310
Brückner, Burkhart 54
Bude, Heinz 10
Bühlmann, Marc 160
Bürger, Wolfgang 205
Burzan, Nicole 11
Büttner, Kerstin 169
C
Camehn, Kerstin 114
Carless, David 17
Carton, Ann 137
Catanzaro, Salvatore J. 105
Chen, Wenjuan 170
Christmann, Gabriela B. 206
258
Christoph, Bernhard 282, 326
Clausen, Thies 171
Cottier, Michelle 12
Coutts, Elisabeth 108
D
Dalbert, Claudia 145
Daniel, Hans-Dieter 247
Daniels, Tijman 170
Deck, Ruth 205
Defila, Rico 13
Denhière, Guy 239
Deppermann, Arnulf 89
Dever, Jill A. 109
Diefenbacher, Hans 284
Diehl, Claudia 285
Diekmann, Andreas 14, 15, 108
Dietsche, Stefan 205
DiGiulio, Antonietta 13
Dill, Helga 207
Diller, Christian 208
Diller, Hermann 188
Dirksmeier, Peter 55
Döhrn, Roland 273
Dölling, Dieter 164
Domagk, Steffi 209
Doornbos, Anja 16
Dorrington, Rob 311
Douglas, Kitrina 17
Dreher, Jochen 78
Dresel, Markus 110, 210
Drews, Nils 286
Dundler, Agnes 310
Dünnebier, Katrin 211
E
Ebbinghaus, Margit 212
Edenhofer, Ottmar 167
Eder, Anselm 18
Ehling, Manfred 287
Eichberger, Adelheid 213
Eiselen, Tanja 200
Eisenegger, Mark 102
Eisinga, Rob 149
Elschner, Christina 288
Engel, Bernhard 333
Engel, Uwe 108
Engelhardt, Astrid 289
Entorf, Horst 164
Personenregister
Erichson, Bernd 186
Erlhofer, Sebastian 334
Ernst, Christof 288
F
Fehr, Dietmar 170
Feil, Michael 172
Felden, Heide von 56
Fele, Giolo 290
Ferrándiz, Francisco 214
Fichter-Wolf, Heidi 169
Fielding, Jane L. 19
Fielding, Nigel G. 19
Fischer, Gabriele 291
Fischer, Martina 215
Fitzek, Herbert 57
Flache, Andreas 173
Frey, Andreas 265
Friederichsen, Rupert 248
Friederici, Marcus R. 38
Friemel, Thomas N. 155
Fröhlich, Gundula 126
Fuchs, Marek 111
Funcke, Dorett 25
Funken, Christiane 174
G
Gamper, Catherine D. 201
Garcia-Wülfing, Isabel 292
Garz, Detlef 58
Gaudecker, Hans-Martin von 298
Gayer, Christine 282
Gebhard, Gunther 59
Gebhardt, Daniel 282
Geimer, Alexander 216
Gerards, Lars 175
Gerdes, Jürgen 2
Gerster, Mette 293
Geser, Hans 335
Gläser, Jochen 60
Glass, Nel 61
Gmür, Wolfgang 207
Goellner, Richard 223
Goll, Michaela 176
Göritz, Anja 108, 112, 294
Görres, Stefan 266
Götzenbrucker, Gerit 20
Grady, John 91
Gramlich, Tobias 153
Personenregister
Granigg, Wolfgang 177
Gräsel, Cornelia 211
Greif, Siegfried 217
Greiffenhagen, Christian 92
Greshoff, Rainer 21, 22
Grimm, Jürgen 295
Gross, James J. 132
Grossmann, Wilfried 249
Grotlüschen, Anke 264
Grümer, Karl-Wilhelm 218
Grundig, Beate 278
Gschwend, Thomas 23
Gschwendner, Tobias 145
Guenther, Tina 336
Gülker, Silke 219
Güntert, Marion 220
Gusy, Burkhard 203
H
Hackel, Monika 62
Hackenberg, Achim 216
Hanekop, Heidemarie 221
Hank, Karsten 280
Hannover, Bettina 203
Hanses, Andreas 257
Hartmann, Benedikt 276
Hartmann, Josef 222
Hausen, Cornelia 296
Heaton, Janet 63
Heidtmann, Daniela 89
Heinemann, Frank 170
Helbrecht, Ilse 55
Held, Gerd 169
Helmke, Andreas 223
Helmke, Tuyet 223
Henkel, Marco 178
Herbrik, Regine 80
Hermann, Dieter 164
Hermes, Bernd 199
Herold, Cindy 224
Herrlinger, Dagmar 276
Herrmann, Jana 113
Hess, Doris 297
Hess, Thomas 272
Heumann, Christian 161
Hilbers, Konrad 272
Hille, Katrin 224
Himmelreicher, Ralf K. 298
Hirschauer, Stefan 24
259
Hirschi, Andreas 238
Hirschmann, Kathrin 225
Hirseland, Andreas 310
Hoem, Jan M. 156
Höfer, Renate 207
Hoffmann, Joachim 239
Hoffmann, Nick 299
Hoffmeyer-Zlotnik, Jürgen H.P.
331
Höfler, Michael 142
Hollstein, Betina 64
Holtmann, Dieter 157
Holzwarth, Peter 227
Hopt, Oliver 123
Hornbostel, Stefan 228, 229
Hornung, Bernd R. 179
Horsfall, Debbie 230
Hosser, Daniela 114
Houben, Jan 196
Houston, Muir 115
Hox, Joop 108
Hoyer, Jürgen 142
Huber, Stefan 103, 116
Huinink, Johannes 309
Hupfer, Barbara 292
Huth, Radoslaw Miroslaw 117
Huy, Christina 118
I
Imbens, Guido W. 231
Imhof, Margarete 119, 232
Inowlocki, Lena 47
Ins, Markus von 228
J
Jäckle, Robert 222
Jacob, Marita 305
Jacobebbinghaus, Peter 303
Jähnke, Petra 169
Jakowatz, Stefan 199
Janeck, Monique 65
Janik, Florian 291
Jann, Ben 108
Jeffres, Leo W. 180
Jenkings, Neil K. 66
Jhean-Larose, Sandra 239
Johann, David 120
John, Oliver 132
Jungblut, Jean-Marie 296
300, 301,
260
Jürges, Hendrik
Personenregister
280
K
Kaczmarek, Jerzy 233
Kaiser, Ulrich 304
Kalthoff, Herbert 24
Kauppert, Michael 25
Keiding, Niels 293
Kempf, Wilhelm F. 26
Kennerly, Rebecca M. 67
Kepplinger, Hans Matthias 234
Kiesl, Hans 140
Kintsch, Eileen 239
Kintsch, Walter 239
Kirchhoff, Sabine 121
Klass, Johannes 315
Klebl, Michael 62
Klein, Martin 178, 321
Kleinbub, Iris 223
Kleinert, Corinna 305
Klinger, Sabine 172
Klingsporn, Bernd 228
Kneidlinger, Bernadette 295
Knoblauch, Hubert 68, 93
Knuth, Michael 186
Koch, Uwe 205
Kolb, Bettina 69
Köller, Olaf 158
Komendantova, Nadia 167
Konecki, Krzysztof T. 235
König, Philipp 170
Konig, Ruben 144
Konopásek, Zdenek 337
Kontos, Maria 47
Kopp, Johannes 1
Körner, Dorothee 122
Körner, Thomas 315
Krahé, Barbara 113
Kramp, Leif 338
Kraus, Margit 288
Krause, Jürgen 123, 199, 236
Kretzer, Susanne 87
Krolak-Schwerdt, Sabine 211
Kromrey, Helmut 237
Kron, Andrea 287
Krumpal, Ivar 108, 124
Kruppe, Thomas 306
Kuckartz, Udo 70, 71
Kügler, Nicolle 252
Kühn, Thomas 48
Kuhnt, Sonja 121
Kunadt, Susann 139
L
Läge, Damian 238
Lamnek, Siegfried 94
Langer, Wolfgang 108
Laudel, Grit 60
Laumen, Sandra 175
Laurier, Eric 93, 95
Lauterbach, Oliver 114
Leeuw, Edith de 108
Legewie, Heiner 51
Leidner, Bernhard 203
Leiner, Dominik J. 125
Leipold, Bernhard 126
Lembeck, Hans-Josef 252
Lenhard, Wolfgang 239
Lieb, Rosalind 142
Liebschner, Christin 240
Lindemann, Gesa 21, 24, 27
Lipp, Peter 121
Lipphardt, Veronika 28
Lipps, Oliver 127
Littig, Beate 128
Löffler, Stefan 270
Loosveldt, Geert 241
Lorenz, Stephan 242
Löther, Andrea 243
Lüdtke, Oliver 158
Lutz, Roman 307
Lynn, Peter 107
M
Machill, Marcel 339
Maes, Jürgen 145
Mahnken, Gerhard 169
Marotzki, Winfried 52
Matthes, Britta 305
Matthiesen, Ulf 169
Matyas, Laszlo 308
Maul, Katharina 309
Maurer, Andrea 29
May, Marian 129
Mayerl, Jochen 130, 131
Mayrberger, Kerstin 244
Mayrhofer, Wolfgang 43
Mearns, Jack 105
Personenregister
Medjedovic, Irena 72, 73, 87
Meier, Stefan 96
Menz, Florian 181
Merkt, Marianne 244
Meßmann, Susanne 310
Meuser, Michael 52
Meyen, Michael 77
Meyer, Michael 43
Meyer-Gohde, Alexander 170
Michel, Andrea 252
Miller-Day, Michelle 245
Milmeister, Marianne 49
Mohiyeddini, Changiz 132
Möhlenbruch, Dirk 185
Mohrenweiser, Jens 303
Mondada, Lorenza 246
Montada, Leo 145
Mora Salas, Leonor 74
Morgan, Brian 97
Morikawa, Takemitsu 30
Morton, Jeremy E. 133
Mosler, Karl 159
Moultrie, Tom A. 311
Muhr, Thomas 51
Müller, Dana 291
Müller, Dieter K. 333
Müller, Eva 306
Müller, Gerrit 282
Müller, Walter 296, 312
Mullin, Paul A. 133
Münchhausen, Gesa 292
Münnich, Ralf 141
Mutz, Rüdiger 247
N
Naess-Schmidt, Sigurd 288
Nau, Claudia 320
Nauenburg, Ricarda 313
Naumann, Elias 124
Neef, Andreas 248
Neubert, Dieter 248
Neusser, Klaus 152
Neuwirth, Erich 249
Nezhiba, Sabine 181
Nida-Rümelin, Julian 171
Niederauer, Christian 250
Niederer, Elisabeth 85
Niegemann, Helmut M. 209
Niesyto, Horst 227
261
Niewöhner, Jörg 28
Nonhoff, Martin 75
Nowak, Peter 181
Nullmeier, Frank 98
Nusche, Deborah 251
O
Oberdiek, Ulrich 76
Oberschachtsiek, Dirk 289
Ockenfeld, Marlies 182, 183
Oldigs, Beenhard 264
Opp, Karl-Dieter 108
Ortwin, Renn 193
Oswald, Frank 134
P
Packebusch, Lutz 175
Pahle, Michael 167
Papastefanou, Georgios 135
Passoth, Jan-Hendrik 99
Patt, Anthony 167
Pausch, Markus 314
Petschke, Sabine 93
Pfadenhauer, Michaela 78
Pfaff, Holger 136
Pfaff, Nicolle 225
Pfaff-Rüdiger, Senta 77
Pfeiffer, Nils 105
Phan, thi Hong Van 279
Pickery, Jan 137
Pikowsky, Birgit 223
Piskol, Kathleen 223
Pleiger, Doris 252
Pöge, Andreas 138
Pohlenz, Philipp 253
Pollak, Reinhard 296, 312
Pollich, Daniela 139
Ponocny, Ivo 249
Porto de Albuquerque, Joao 191
Powalla, Christian 184
Preisendörfer, Peter 108
Pretterhofer, Ingeborg 213
Pritzlaff, Tanja 98
Przyborski, Aglaja 100
Q
Quiring, Oliver
101, 125
262
R
Raab, Jürgen 78, 83
Radant, Matthias 145
Rademacher, Christian 254
Radunovic, Filip 255
Rafferty, Ann 109
Rappl, Anita 181
Rapport, Frances 256
Raspe, Heiner 205
Rässler, Susanne 140
Rauhut, Heiko 108, 124
Redwood, Sabi 31
Rehberg, Frank 196
Reichertz, Jo 32
Reichle, Barbara 145
Reiher, Jörg 153
Reitemeyer, Ulrich 89
Reitinger, Elisabeth 33
Renckstorf, Karsten 144
Rendtel, Ulrich 141
Rengers, Martina 315
Riege, Udo 199
Rieker, Peter 79
Ritschel, Falk 185
Roberts, Brian 34
Robitzsch, Alexander 158
Röhl, Tobias 80
Rohlinger, Maria 218
Rohrbacher, Heike 142
Rohwer, Anja 316
Rolf, Arno 191
Rolf, Gabriele 317, 318
Rooij, Marloes van 16
Rudolph, Helmut 310
Rülicke, Sascha 175
Rumpel, Franziska 186
Rupp, Thomas 164
S
Sander, Kirsten 257
Sassin-Meng, Angelika 103
Sattler, Martin 35
Sattler, Sebastian 258
Sauer, Martina 143
Savage, Mike 36
Schaap, Gabi 144
Schacke, Claudia 126
Schade, Edzard 259
Schaefer, Michael 186
Personenregister
Schäfer, Ingmar 267
Schaffranke, Dorte 252
Schanne, Norbert 187
Scheffler, Constance 188
Schels, Brigitte 310
Schemme, Dorothea 292
Scherpenzeel, Annette 108
Scheuermann, Michael 13
Scheufele, Bertram 260
Schiener, Jürgen 108
Schilling, Jan 261, 262
Schimank, Uwe 21
Schimmelfennig, Frank 23, 37
Schirwitz, Beate 278, 329
Schlawin, Siegfried 121
Schleider, Karin 220
Schlücker, Karin 81
Schmid, Friedrich 159
Schmid, Michael 29
Schmid, Sigrid 82
Schmidt, Peter 295
Schmidt, Robert 189
Schmitt, Manfred 103, 145
Schmitt, Reinhold 89
Schmitt, Svenja 266
Schmucker, Alexandra 291
Schneider, Angela 145
Schneider, Silke L. 319
Schneider, Sven 118
Schneider, Wolfgang 239
Schnell, Rainer 123, 146, 147, 153
Schnettler, Bernt 78, 83, 93
Schober, Barbara 110
Schoen, Robert 320
Schönfeld, Susanne 148
Schophaus, Malte 263
Schöppe, Michael 321
Schrader, Friedrich-Wilhelm 223
Schrage, Dominik 38
Schröder, Mathis 280
Schröder, Torsten 309
Schröter, Steffen 59
Schubarth, Wilfried 271
Schügl, Steffanie 264
Schulz-Schaeffer, Ingo 174
Schumacher, Christian 190
Schützeichel, Rainer 204
Schwager, Robert 288
Schwanke, Aylin 266
Personenregister
Schwarz, Thomas 105
Schweiger, Wolfgang 101
Scioch, Patrycja 289
Sebald, Gerd 340
Seeberg, Ilka 217
Seidel, Andreas 271
Seitz, Nicki-Nils 265
Sellke, Piet 130
Selm, Martine van 149
Sevestre, Patrick 308
Siebenhüner, Bernd 167
Simon, Edouard J. 191
Skaaning, Svend-Erik 322
Smeenk, Sanne G.A. 149
Smit, Maaike 16
Snijders, Tom A.B. 173
Sonck, Nathalie 241
Speck, Karsten 271
Spengel, Christoph 288
Spengler, Anja 323
Spranz-Fogasy, Thomas 89
Städele, Daniela 310
Stadelmann-Steffen, Isabelle 160
Stahl, Matthias 199
Stegbauer, Christian 39, 40
Stegmaier, Peter 78
Steiner, Peter 152
Stempfhuber, Maximilian 123, 199
Stock, Mechtild 192
Stock, Wolfgang G. 192
Stöger, Heidrun 110
Stoiber, Michael 325
Stoll, Karl-Heinz 275
Stöver, Martina 266
Straus, Florian 207
Strebel, Ignaz 95
Suber, Daniel 41
Süß, Waldemar 197, 267
Szameitat, Jörg 268
T
Tatzl, Gabriele 42
Teutsch, Barbara 193
Thoma, Jens 126
Thöne, Michael 288
Tinsner, Karen 210
Tisch, Anita 282
Titscher, Stefan 43
Tödt, Katia 269
263
Toutenburg, Helge 161
Trappmann, Mark 282, 326
Trautwein, Ulrich 158
Trojan, Alf 267
Tschersich, Niko 222
Tucci, Ingrid 327
U
Udris, Linards 102
Urban, Dieter 130, 131
V
Valentine, James 84
Valliant, Richard 109
Verdonschot, Suzanne 16
Voeth, Markus 250
Vogel, Alexander 328
Vogel, Heiner 270
Vogt, Gerit 278, 329
Voss, Thomas 108
W
Wachtel, Rebecca 126
Wagner, Gert G. 317, 318
Wagner, Joachim 304, 330
Wagner, Michael 162
Wagner, Wolfgang 223
Wahl, Hans-Werner 134
Wapler, Rüdiger 187
Warner, Uwe 300, 301, 331
Weber, Birgit 175
Weber, Stefan 341
Weber, Susanne M. 292
Weichbold, Martin 151
Weihe, Anne C. 98
Weins, Cornelia 44
Weiß, Bernd 162
Weiss, Felix 312
Wendland, Mirko 271
Wenzig, Claudia 282, 326
Wester, Fred 144
Westerhoff, Frank 194
Weyh, Antje 187
Wichert, Laura 306
Wijst, Nina van der 332
Wilde, Thomas 272
Wilke, Ralf A. 306
Wink, Stefan 252
Winkelmann, Rainer 163
264
Personenregister
Winkelnkemper, Phillip 295
Winter, Rainer 85
Winter, Trish 66
Wirth, Heike 296, 312
Wittchen, Hans-Ulrich 142
Witte, Björn-Christopher 194
Witte, Erich H. 45
Witte, Nicole 86
Wittenberg, Reinhard 46
Witzel, Andreas 72, 87
Wolf, Hans-Dieter 270
Woll, Andreas 164
Wolter, Felix 108
Woodward, Rachel 66
Wooldridge, Jeffrey M. 231
Wrase, Michael 12
Wübbeke, Christina 310
Wuttke, Joachim 165
Y
Yardley, Ainslie
88
Z
Zank, Susanne 126
Zech, Rainer 269
Zens, Maria 199
Ziegler, Albert 110
Zika, Gerd 172
Zimmer, Monika 199
Zinnen, Heike 292
Zwick, Markus 317, 318
Zwick, Thomas 303
Zwingenberger, Anja 123
Sachregister
265
Sachregister
A
Abduktion 32
abhängig Beschäftigter 324
Abhängigkeit 148
Abschreckung 164
abweichendes Verhalten 60, 79, 164
Affektivität 103, 105, 132
Afrika 76, 311
Afrika südlich der Sahara 311
agenda setting function 295
Aggregation 22, 303, 323
Aggressivität 106, 232
Agrarbetrieb 248
AIDS 311
Akademikerin 61
Akteur 29, 40, 48, 53, 64, 99, 155, 167,
169, 173, 193, 215, 248, 325
Aktionsforschung 62, 84, 200, 215, 248
Aktivität 246, 328
Akzeptanz 263, 272, 274
Akzeptanzforschung 272
Allgemeinbildung 301
Allgemeinmedizin 86
Alltag 43, 67, 77, 221
Alltagskultur 67
Alltagswissen 81
alte Bundesländer 45, 212, 279
Altenheim 33, 134
Altenhilfe 126, 134
alter Mensch 77, 118, 134, 280
Altern 118
Alterskrankheit 126
altersspezifische Faktoren 134
Altruismus 14, 117
amtliche Statistik 276, 304, 306, 313, 315,
317, 318, 329, 330, 332
Analyse 5, 15, 19, 31, 50, 51, 58, 59, 60,
63, 65, 66, 69, 70, 79, 80, 83, 87, 90,
92, 93, 95, 96, 99, 121, 137, 154,
155, 157, 159, 162, 163, 188, 189,
198, 201, 227, 235, 264, 273, 290,
291, 298, 304, 315, 318, 328, 337
Analyseverfahren 51, 54, 59, 60, 63, 65,
71, 80, 83, 86, 90, 92, 93, 95, 157,
213, 225, 227, 253, 263, 328, 337
Angst 106, 124, 148
Anonymität 15, 286, 304
Anreizsystem 112
Anthropologie 35, 99
Antidiskriminierungsgesetz 299
Antisemitismus 102
Antwortverhalten 15, 107, 108, 112, 113,
120, 129, 130, 131, 133, 137, 141,
146, 285, 291, 315, 331
arabische Länder 102
Arbeit 241, 290, 308
Arbeitnehmer 273, 286
Arbeitsablauf 246
Arbeitsagentur 187
Arbeitsbelastung 175, 224
Arbeitsbeschaffungsmaßnahme 273
Arbeitsbeziehungen 174, 176
Arbeitsförderung 268
Arbeitsforschung 62
Arbeitsgelegenheit 273
Arbeitsgestaltung 175
Arbeitsgruppe 230
Arbeitskosten 172, 302, 324
Arbeitskräfteangebot 308
Arbeitskräftenachfrage 273
Arbeitslosengeld II 273, 310, 326
Arbeitslosenversicherung 307
Arbeitsloser 273, 306, 315
Arbeitslosigkeit 187, 190, 306, 307, 326
Arbeitsmarkt 187, 273, 279, 281, 301
Arbeitsmarktentwicklung 187, 273, 281
Arbeitsmarktforschung 279, 326, 330
Arbeitsmarktpolitik 47, 231, 268, 273,
279, 281, 289
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 276
Arbeitsmethode 189, 339
Arbeitsorganisation 174, 176, 191, 290,
335
Arbeitsplatz 136, 189, 336
Arbeitsprozess 189, 246
Arbeitsschutz 175
Arbeitssicherheit 175
Arbeitsstatistik 324, 330
Arbeitsuchender 315
Arbeitsverhalten 246
266
Arbeitsvermittlung 219
Arbeitsverwaltung 219
Arbeitsvolumen 273, 324
Arbeitswelt 174
Arbeitswissenschaft 62
Arbeitszeit 273, 328
Arbeitszeitflexibilität 302
Arbeitszeitwunsch 315
Architektur 206
Archiv 338
Argumentation 4, 98
Armut 201
Artefakt 99, 104
Arzt 53, 86, 181
Arzt-Patient-Beziehung 86, 181
Asien 30, 102, 167, 182, 201, 280
Ästhetik 206
audiovisuelle Medien 83, 96, 98, 214, 338
Aufenthaltserlaubnis 299
Auftragsforschung 199
Auftragsvergabe 189
Ausbildung 61, 212, 266, 303
Ausbildungsbetrieb 212
Ausbildungsförderung 281
Ausbildungsplatz 303
Ausland 77
Ausländer 252, 299, 316
Ausländerpolitik 299
ausländischer Arbeitnehmer 268
Auslandsinvestition 302, 308, 316
Außenhandel 308, 316
Australien 61, 129, 230, 251
Auswirkung 112, 178, 293, 311, 320
Autor 189
B
Baden-Württemberg 110, 212
Bank 330
Bankgewerbe 182, 212
Bauberuf 303
Baugewerbe 329
Bayern 72, 270, 285
Bayes-Statistik 7
Bedarf 317
Bedeutung 192
Beeinflussbarkeit 104
Befragung 6, 11, 15, 18, 36, 43, 50, 60,
65, 66, 73, 104, 107, 108, 109, 111,
112, 115, 120, 121, 127, 129, 131,
Sachregister
135, 138, 140, 141, 143, 146, 147,
151, 195, 210, 222, 241, 264, 277,
280, 285, 287, 291, 294, 300, 305,
311, 313, 315, 326
Beitragssatz 307
Belastung 126
Belgien 137, 241
Benachteiligung 257
Benchmarking 229, 243
Benutzer 272
Benutzerforschung 182
Beobachtung 11, 15, 43, 59, 82
Berater 43, 200
Beratung 238
Beratungserfolg 238
Beratungsmethode 238
Beratungspsychologie 238
Beratungstheorie 238
Bericht 9, 137, 245, 276
Berichterstattung 9, 102, 197, 267
Berlin 12, 216, 266, 313
Beruf 72, 297
berufliche Integration 299
berufliche Rehabilitation 205
berufliche Reintegration 205
berufliche Weiterbildung 182, 183, 264,
268, 273, 292, 302
Berufsaussicht 182
Berufsberatung 238
Berufsbildung 212, 238, 257, 292, 302,
303
Berufsbildungspolitik 281
Berufseinmündung 87, 238
Berufserfolg 305
Berufsforschung 297
Berufsgruppe 303
Berufsorientierung 238, 271
Berufspraxis 336
Berufsprestige 301
Berufsschule 60
Berufssituation 270
Berufsverlauf 238, 268, 305
Berufswahl 238
Berufswunsch 238
Beschaffung 334, 339
Beschäftigung 72, 278, 302, 303, 329, 332
Beschäftigungseffekt 172, 279
Beschäftigungsentwicklung 279, 302, 330
Beschäftigungsfähigkeit 268
Sachregister
Beschäftigungsförderung 281
Beschäftigungspolitik 289
Bestandsaufnahme 338
Besteuerung 302
Best Practice 91
Betrieb 174, 175, 183, 212, 292, 302, 303,
330
Betriebsstillegung 302
Betriebswirtschaft 168
Betrug 258
Beurteilung 134, 211, 223, 247
Beurteilungskriterium 166, 237
Bevölkerung 69, 107, 135, 137, 274
Bevölkerungsentwicklung 254, 311
Bevölkerungsstatistik 15, 156, 280, 318
Bewerber 150
Bewertung 2, 133, 195, 213, 218, 236,
240, 241, 247, 251, 305
Bewohner 134
Bewusstsein 27
Bibliothekswesen 182
Bild 8, 25, 66, 84, 90, 91, 99, 100, 200
bildende Kunst 25
Bildmaterial 66, 69, 95
Bildung 202, 249, 265, 293, 301
Bildungsabschluss 305
Bildungsangebot 264
Bildungsarbeit 213
Bildungseinrichtung 202, 264
Bildungsforschung 225, 251, 319
Bildungsinvestition 160
Bildungsniveau 305, 319
Bildungsökonomie 305
Bildungspolitik 281, 301, 318
Bildungsverlauf 305
Bildungswesen 160, 301, 319
Bindung 148
Biographie 8, 54, 56, 58, 85, 86, 87, 256,
280
biographische Methode 8, 47
biologische Faktoren 293
Bisexualität 84
Bologna-Prozess 203, 244
Brasilien 251
Bremen 72, 264
Bruttoinlandsprodukt 278, 281
Buch 199, 228
Bundesagentur für Arbeit 276, 289, 318
Bundesanstalt für Arbeit 268
267
Bundesverwaltung
Bürger 314
Bürgerrecht 322
Bürokratie 302
198
C
Call Center 246
CAQ 70, 71
CATI 123, 127, 131
Coaching 217, 268
Codierung 49, 72, 121, 138, 189, 297
Computer 62, 70, 71, 93, 94, 115, 336,
337, 340
computerunterstützter Unterricht 239, 244
computerunterstütztes Lernen 209, 239,
244
computervermittelte Kommunikation 65,
97, 101, 115, 176, 340
Controlling 168, 212, 269
Coping-Verhalten 134, 220
Cultural Studies Approach 99
Curriculum 271
D
Daten
6, 15, 23, 37, 49, 60, 63, 65, 69, 83,
87, 111, 121, 123, 135, 157, 158,
163, 165, 188, 195, 235, 264, 290,
291, 296, 298, 304, 311, 315, 318,
326, 329, 330, 337
Datenaufbereitung 6, 15, 46, 49, 82, 98,
120, 121, 195, 196, 222, 276, 282,
286, 291, 304, 310, 315, 318, 323,
330
Datenaustausch 50, 73
Datenbank 181, 199, 236, 298
Datendokumentation 91, 121, 181, 192,
290
Datenerfassung 23, 37, 98, 120, 121, 135,
196, 198, 199, 215
Datengewinnung 1, 15, 31, 43, 46, 61, 66,
69, 82, 91, 120, 121, 123, 129, 185,
222, 225, 268, 280, 282, 283, 289,
291, 296, 303, 304, 310, 315, 317,
318, 319, 323, 326, 329, 330, 332
Datenorganisation 268, 286
Datenqualität 23, 104, 111, 112, 120, 135,
138, 147, 199, 210, 286, 287, 300,
304, 306, 308, 311, 313, 318, 323,
332
268
Datenschutz 73, 138, 153, 276, 304, 318,
330
Datenspeicherung 93, 183
Datenverarbeitung 153, 263
Datenverbund 276, 306, 317, 318, 323,
330
Deduktion 65
Definition 37, 76, 151, 300
Dekonstruktivismus 85
Delinquenz 79
Demographie 311
demographische Faktoren 241, 280
Demokratie 195, 314, 325
Demokratieverständnis 195, 325
Demokratisierung 322
Denken 25
Depression 148
Design 23, 37, 133
Determinanten 104, 298
Deutsch als Fremdsprache 264
Deutsche Bundesbank 330
Deutscher 77
deutscher Sprachraum 59, 83, 89, 128,
181, 258
deutsche Sprache 142
deutschsprachige Schweiz 247
Deutung 10
Diagnose 207, 262
Diagnostik 54, 211, 223, 238, 265, 311
Dialog 37, 49, 181
Didaktik 223
Dienstleistung 182, 183, 250
Diffusion 221
Diffusionsforschung 20
Digitalisierung 93, 100, 174, 338
Diktatur 214, 325
Dilthey, W. 35, 41
Diskriminierung 84, 274
Diskurs 5, 24, 28, 40, 50, 59, 93, 96, 206
Diskussion 40, 45, 50, 73
Dokumentar 183
Dokumentation 53, 61, 90, 123, 182, 183,
192, 338
Dokumentationssystem 123
Dokumentationswesen 182, 183, 192
Dorf 33
dritte Generation 74, 327
Drittes Reich 56, 256
Druckmedien 77
Sachregister
Drucktechnik 182
duales System 303
Dyade 155
E
EDV 135, 182, 302
EDV-Programm 106, 340
Effektivität 127, 201, 288
Effizienz 168, 207, 265, 288
Ehe 58
Eignung 150
Eignungsdiagnostik 150
Einbürgerung 299
Einfluss 69, 104, 108, 164, 198
Einkommen 72, 152, 331
Einkommensunterschied 152
Einkommensverhältnisse 331
Einstellung 107, 117, 120, 134, 241, 274,
314
Einstellungsforschung 120, 130
Einwanderung 299, 327
Einwanderungsland 285
Einzelhandel 185
Electronic Business 170
Electronic Learning 182, 209
Elektrizitätswirtschaft 167
elektronischer Handel 170, 302
Elite 128
Eltern 58, 79, 249
E-Mail 97, 115, 176
Emigration 56, 58
Emotionalität 106, 148, 200, 235
Empathie 102
Empirie 6
empirische Forschung 2, 6, 11, 20, 24, 32,
46, 64, 68, 87, 135, 163, 164, 245,
277, 295, 304, 308, 317, 318, 326,
330
empirische Sozialforschung 1, 12, 15, 17,
18, 26, 31, 39, 46, 52, 55, 57, 59, 67,
78, 120, 123, 135, 157, 225, 230,
231, 237, 245, 256, 301, 304, 318,
323, 331
Energie 193
Energiepolitik 281
Energiewirtschaft 167
Entscheidung 43, 45, 98, 117, 122, 167,
170, 309
Entscheidungsfindung 98, 122, 167, 184,
Sachregister
238
Entscheidungshilfe 184
Entscheidungsprozess 43, 98, 130
Entscheidungstheorie 171, 184
Entwicklung 17, 32, 38, 48, 97, 152, 188,
189, 191, 202, 213, 244, 253, 261,
263, 273, 281, 297, 302, 303, 305,
308, 316, 330, 340
Entwicklungsförderung 201
Entwicklungsland 74, 102, 167, 182, 201,
248, 251, 280, 311, 322
Entwicklungspolitik 201
Epidemie 311
Erfahrung 26, 41, 72, 74, 122, 192, 211
Erfolg 8, 127
Erfolg-Misserfolg 16, 110, 127
Erfolgskontrolle 212, 231, 264, 268, 279,
281, 288, 289, 308, 317
Erhebungsmethode 15, 46, 107, 108, 115,
135, 186, 210, 222, 264, 280, 282,
283, 291, 294, 305, 315, 324, 326,
332
Erinnerung 67
Erkenntnis 4, 28, 200, 208
Erkenntnisinteresse 28, 29, 54, 76, 99,
200
Erkenntnistheorie 10, 76, 179, 192
Erklärung 21, 22, 29, 157
erneuerbare Energie 193
Erwachsenenbildung 225
Erwachsener 118, 145, 238, 305
Erwerbsbeteiligung 281
Erwerbsbevölkerung 332
Erwerbslosigkeit 315
Erwerbstätiger 273, 315
Erwerbstätigkeit 315, 328
Erzählung 49, 56, 74, 84, 88, 230
Erziehung 74
Erziehungswissenschaft 93
Esoterik 76
Essstörung 77
ESVP 314
Ethik 24, 31, 45, 67, 73, 85, 88
ethnische Beziehungen 252
ethnische Herkunft 252
Ethnographie 53, 82, 85, 92, 230
Ethnologie 25, 40, 76, 99, 248
Ethnomethodologie 76, 81
EU 47, 183, 204, 240, 252, 280, 288, 296,
269
300, 314, 319, 324, 331
EU-Politik 183
Europa 28, 47, 54, 149, 167, 280, 296,
299, 312, 331
europäische Integration 281
Europäischer Sozialfonds 268, 289
Europäischer Strukturfonds 281
Eurozone 190
Evaluation 133, 162, 166, 195, 198, 208,
210, 215, 218, 219, 225, 236, 237,
240, 241, 247, 253, 254, 263, 269,
288, 292
Exklusion 47, 84, 274
Experiment 7, 14, 15, 26, 42, 43, 242
Experte 128
Expertenbefragung 128
Exploration 18, 162
F
Facharbeiter 72
Fachinformation 182, 183, 192
Fachliteratur 218
Fachwissen 120, 213, 251
Fairness 247
Faktorenanalyse 142
Fallstudie 18, 37, 43, 154
Falsifikation 23
Familie 74, 79, 235, 309
Familienangehöriger 126
Familienforschung 1
Familiengründung 309
Familienpolitik 281
Familiensoziologie 1
Familienzusammenführung 299
Fehler 108, 109, 133, 138, 158, 165, 211,
224, 297, 308, 313
Fehlertheorie 109
Feldforschung 18, 44, 76, 147
Fernsehen 144, 272, 333
Fernsehprogramm 259
Fernsehsendung 45
Fertigungsberuf 303
Feyerabend, P. 7
Film 85, 95, 99, 216, 233
Filmforschung 233
Finanzmarkt 194
Finanzwissenschaft 304
Fitness 118
Folgen 178
270
Förderung 13, 168, 213, 268, 273, 281
Förderungsprogramm 240, 252
Formalisierung 174, 191
Formatierung 123
Forschungsansatz 2, 4, 10, 12, 16, 17, 24,
34, 40, 53, 59, 61, 63, 66, 69, 73, 78,
79, 84, 85, 91, 92, 173, 191, 200,
215, 227, 230, 245, 248, 256, 305,
312
Forschungsbericht 245
Forschungsdefizit 87, 147
Forschungsdokumentation 181, 192, 236
Forschungseinrichtung 168, 318
Forschungsergebnis 23, 31, 147, 218, 228,
245
Forschungsgegenstand 23
Forschungsplanung 13
Forschungspolitik 281, 317, 318
Forschungspraxis 2, 4, 10, 16, 225, 336
Forschungsprojekt 12, 13, 37, 181, 225,
227, 236, 252, 290
Forschungsprozess 6, 18, 23, 31, 33, 37,
229, 256
Forschungsreaktivität 40
Forschungsstand 1, 23, 24, 43, 45, 78, 83,
162, 195
Forschungsumsetzung 23
Forschung und Entwicklung 168, 302,
308
Fotografie 66, 69, 91, 93, 206, 227, 256
Foucault, M. 59, 90
Fragebogen 111, 121, 123, 129, 133, 142,
165, 210, 222, 223, 262, 264, 275,
291, 305, 331
Franco, F. 214
Frankreich 239
Frau 12, 36, 47, 58, 77, 84, 86, 213, 256,
281, 320
Frauenerwerbstätigkeit 302, 328
Freiheit 322
Freiheitsrecht 322
freiwillige Gerichtsbarkeit 216
Fremdbild 30
Fremdeinschätzung 223
Freud, S. 81
Freundschaft 39, 79
Friedensforschung 215
Fruchtbarkeit 311
Frührentner 205
Sachregister
Führung 196, 261
Führungskraft 45, 261
Führungsstil 13, 195, 261
Funktionalismus 24
G
Gadamer, H. 81
Ganztagsschule 252
Geburt 129, 293
Gedächtnis 8, 122, 214
Gehirn 40
Geisteswissenschaft 10, 35, 41, 92
geistige Behinderung 126
geistiges Eigentum 183
Geldpolitik 170, 308
Geldtransfer 316
Gemeinde 267
Gemeinschaft 65, 340
Gemeinschaftsaufgaben 281
Gemeinwesen 230
Generation 74
Gerechtigkeit 45, 145, 201, 219, 284
Gerichtsverfahren 12, 322
Geschichtswissenschaft 6
Geschlecht 12, 274
Geschlechtsrolle 84
geschlechtsspezifische Faktoren 77, 220,
249
Gesellschaft 2, 5, 18, 27, 28, 32, 179, 274
Gesellschaftskritik 85
Gesellschaftstheorie 5, 32
Gesetzgebung 12
gesetzliche Regelung 266
Gespräch 89, 246, 256
Gesprächsanalyse 181, 246
Gestaltpsychologie 57
Gestik 235
Gesundheit 33, 308
Gesundheitsbericht 197, 267
Gesundheitserziehung 257
Gesundheitspolitik 133, 267
Gesundheitsverhalten 109, 133
Gesundheitsvorsorge 175, 257
Gesundheitswesen 33, 182
Gesundheitswissenschaft 93
Gesundheitszustand 280
Gewalt 139
Gewaltkriminalität 139
Gewaltlosigkeit 31, 232
Sachregister
Gewichtung 122, 137, 162, 241
Gewinn 302
Gewissensfreiheit 322
Glaube 145
Glaubensfreiheit 322
Gleichgewicht 170
Gleichgewichtsmodell 321
Gleichstellung 243, 274
Globalisierung 5, 194, 316
Governance 169, 204, 208
Grafik 91
Graphentheorie 20
Grenzgebiet 208
grenzüberschreitende Zusammenarbeit 208
Großbetrieb 212
Großbritannien 19, 36, 61, 84, 251
Großstadt 104, 137, 138, 206
Grounded Theory 24, 49, 51, 65, 72, 235,
337
Grundbegriff 41
Grundschule 97, 232
Gruppe 230
Gruppenbildung 340
Gruppendiskussion 94
Gruppendynamik 20, 217
H
Häftling 114
Hamburg 208, 212, 244
Handbuch 205
Handel 185
Handlung 29, 86, 89, 95, 130, 248
Handlungsorientierung 86, 197, 267
Handlungstheorie 26, 29, 171
Handwerk 95
Handwerksberuf 303
Hartz-Reform 219
Haushaltseinkommen 300, 331
Hegemonialpolitik 75
Hegemonie 75
Heirat 58
Hermeneutik 26, 41, 56, 57, 81, 83, 192
Hessen 212
Heuristik 4, 184, 211
Hilfeleistung 117
Hilfsbedürftigkeit 310
historische Analyse 36, 41, 54, 56, 58,
256
271
historische Sozialforschung 6
Historisierung 206
Hochbegabung 119
Hochbetagter 134
Hochrechnung 291
Hochschulbildung 226, 251, 319
Hochschuldidaktik 244
Hochschule 12, 115, 210, 226, 228, 243,
244, 247, 253, 258, 263, 271
Hochschulforschung 253, 263
Hochschulpolitik 35, 244, 253, 281
Hochschulwesen 251
homo oeconomicus 167
Homosexualität 84, 274
Humankapital 305
Hypertext 96
Hypothese 162
Hypothesenprüfung 18, 26, 161
I
IAB 172, 276, 279, 318, 323, 330
Ich-AG 273
Identität 8, 19, 36, 56, 66, 97, 227, 235,
252
ILO 306, 315
Implementation 153, 197, 207, 232, 252,
267, 319
Indexbildung 325
Indexierung 192
Indianer 76
Indien 182
Indikator 9, 44, 175, 228, 273, 278, 281,
284, 299, 316, 325
Indikatorenbildung 273, 287, 316, 322
Individualität 28
Individuum 30, 34, 312
Indonesien 201
Induktion 7, 32, 65, 161
Industrie 250, 329
Informatik 179, 191
Information 16, 38, 183, 196, 317, 334,
339
information retrieval 236, 334
Informationsaustausch 176, 196
Informationsberuf 182, 183
Informationsfluss 183, 196, 317
Informationsgewinnung 122, 318
Informationsmittel 334
Informationspolitik 170, 317
272
Informationsprozess 182
Informationsquelle 66
Informationssystem 169, 183, 189, 229,
236, 304
Informationstechnik 174
Informationstechnologie 93, 115, 176,
179, 191, 221, 244, 340
Informationsverarbeitung 26, 130
Informationsverhalten 334
Informationsvermittlung 192
Informationswesen 182, 183, 192
Informationswirtschaft 182, 183
Informationswissenschaft 182, 192, 236
Information und Dokumentation 182, 183,
192, 236
informelle Gruppe 39
informelle Struktur 174, 176
Infrastruktur 281
Inhaltsanalyse 11, 15, 43, 57, 61, 71, 94
Innovation 308, 335
Innovationsforschung 20
Institution 98
Institutionalisierung 4, 15, 198, 325
institutionelle Faktoren 198, 317
institutioneller Wandel 259
Institutionenökonomie 39
Intention 29
Interaktion 18, 66, 80, 86, 89, 101, 103,
129, 136, 181, 235, 246, 340
Interaktionsforschung 86, 235, 246
Interaktionsmuster 235
interaktive Medien 101, 125, 272
Interdependenz 12, 48, 169, 244, 298
interdisziplinäre Forschung 14, 33
Interdisziplinarität 13, 14, 179
Interessenkonflikt 189
interkulturelle Faktoren 98, 252
interkultureller Vergleich 61
Internat 119
internationale Arbeitsteilung 316
internationale Beziehungen 316
internationale Interdependenz 9
internationale Organisation 9
internationaler Konflikt 102
internationaler Vergleich 44, 102, 107,
128, 149, 251, 274, 280, 297, 299,
301, 312, 319, 320, 322, 324, 331
internationale Wanderung 316
internationale Wirtschaftsbeziehun-
Sachregister
gen 321
internationale Zusammenarbeit 182, 281,
316
Internet 38, 42, 67, 77, 96, 101, 109, 149,
155, 173, 182, 183, 192, 199, 210,
221, 241, 302, 334, 335, 336, 339,
341
interpersonelle Kommunikation 103, 181,
232
Interpretation 50, 66, 81, 83, 85, 90, 93,
144, 157, 314, 337
Intersubjektivität 61, 80
Intervention 201, 214, 262
Interview 66, 69, 70, 81, 85, 109, 111,
115, 117, 127, 128, 129, 131, 133,
277, 280
Intranet 176
Investition 167, 281
Investitionsgut 250
Investitionsquote 281
Investitionsverhalten 308
Israel 102, 280
Italien 290
J
Japan 30
Journalismus 339
Jude 56, 102
Judentum 58
Jugend 225
Jugendhilfe 252
Jugendlicher 45, 114, 139, 142, 227, 238,
252, 257, 273
Jugendschutz 216
junger Erwachsener 77, 87, 142
Justizvollzugsanstalt 19
K
Kanada 251
Kanton 160
Kapitalbewegung 316
Karriere 72, 73
Kategorie 233
kaufmännischer Beruf 303
Kausalanalyse 15, 231
Kausalität 9, 154
Kennzahl 196
Kind 53, 74, 77, 79, 111, 227
Kino 85
Sachregister
Klassengesellschaft 36
Klassifikation 192, 301, 312, 319
Kleinbetrieb 175, 212
Kleinstadt 137
Klimaschutz 167
Klimawandel 9
Know-How 189
Kognition 211
kognitive Fähigkeit 251, 305
kognitive Faktoren 111, 113, 130, 220
Kohortenanalyse 15, 139
Kolonialismus 76
Kommerzialisierung 38
Kommission 204
Kommunalplanung 254
Kommunalpolitik 254
Kommunalverwaltung 212, 254
Kommunikation 42, 69, 80, 96, 97, 100,
155, 166, 174, 180, 181, 204, 206,
227, 255
Kommunikationsforschung 166, 180, 234,
259, 333
Kommunikationsmittel 96
Kommunikationsraum 166
Kommunikationssoziologie 39, 221
Kommunikationstechnologie 174, 176,
221
Kommunikationsverhalten 89, 176, 191
Kommunikationswissenschaft 20, 42,
100, 155, 255, 295
kommunikatives Handeln 89
Kompetenz 17, 72, 203, 211, 213, 223,
251, 262, 305
Kompetenzverteilung 98
Konfliktforschung 215
Konfliktlösung 103, 252
Konfliktregelung 252
Konfliktsituation 139
Kongruenztheorie 154
Konjunktur 273, 278, 281, 329
Konsistenz 142
Konstrukt 312
Konstruktion 62, 314
Konstruktivismus 24, 35, 179
Konsum 48, 82
Konsumforschung 38, 82
Konsumgesellschaft 38
Konsumverhalten 82, 186
Kontakt 185
273
Kontextanalyse 73
Kontingenz 5, 59, 161
Kontrollsystem 42
Konzentrationslager 256
Körper 28, 274
Körperlichkeit 235
Korrelation 44, 147, 157
Kostenentwicklung 324
Kostensenkung 172
Kostenstruktur 324
Krankenhaus 33, 53, 182, 189, 290
Krankheit 311
Kreativität 8, 230
Kriminalität 19, 124, 138
Kritischer Rationalismus 30
Kritische Theorie 81
Kuhn, T. 7
Kultur 5, 18, 28, 30, 44, 48, 76, 78
Kulturanthropologie 93
kulturelles System 179
kulturelle Vielfalt 252
Kulturerbe 338
Kulturpolitik 281
Kultursoziologie 99
Kulturwandel 137
Kulturwissenschaft 3, 11
Kunde 185, 188, 189, 250
Kunst 16, 34, 200
Kunstgeschichte 90
Künstler 34, 200
künstlerischer Beruf 95
künstliche Intelligenz 169
Kurzarbeit 268
L
Lacan, J. 5
Laie 69
Lakatos, I. 7
ländliche Entwicklung 33
ländlicher Raum 281
Landwirtschaft 248
Längsschnittuntersuchung 15, 112, 138,
139, 141, 280, 283, 291, 305, 308
Lateinamerika 74, 251, 322
Lebensalter 77, 293, 320
Lebensbedingungen 309
Lebensdauer 161
Lebenseinkommen 298
Lebenserwartung 298
274
lebenslanges Lernen 213, 305
Lebenslauf 1, 56, 58, 129, 280, 309
Lebensplanung 309
Lebensqualität 134
Lebenssituation 134, 280
Lebensstil 38, 74
Lebensweise 76, 252
Lebenswelt 78
Legitimation 204, 208, 314
Legitimität 274
Lehrbuch 52
Lehre 12, 203, 244, 247, 253, 336
Lehrer 97, 195, 211, 224, 264
Lehrer-Schüler-Beziehung 97
Lehrerurteil 211
Lehrmethode 182, 183, 212, 223
Lehrplan 271
Lehrveranstaltung 203, 210, 226
Leistungsbewertung 211, 236, 237
Leistungsfähigkeit 150
Leistungskontrolle 226
Leitbild 202, 226
Lernen 110, 202, 209, 213, 219, 224, 292
lernende Organisation 195, 202, 262
Lernerfolg 209, 251
Lernfähigkeit 213
Lerninhalt 213
Lernkultur 213, 262
Lernprozess 16, 61, 213, 292
Lernschwierigkeit 220
Lerntheorie 26
Lesen 85, 249, 305
Lesenlernen 239
Levi-Strauss, C. 25
Liberalismus 322
Liebe 84
lineares Modell 161, 308
Linguistik 192
Literatur 97
Literaturdokumentation 192, 236
Logik 4, 32, 85
Lohn 308
Lohnpolitik 172
Luhmann, N. 179, 202
M
Macht 18, 29, 76, 98
Magie 25
Makroebene 22, 167, 170
Sachregister
Management 13, 168, 253, 269
Manager 43
Mann 19, 36, 84, 298, 320
Mannheim, K. 41, 56, 90
Marketing 185, 188, 272
Markt 38, 167, 219
Marktforschung 38, 48, 82, 94, 182, 186
Marktmechanismus 177
Marktorientierung 168
Massenkommunikation 20, 295
Massenkultur 38
Massenmedien 42, 100, 102, 216, 234,
255, 260, 272
Massenmord 214
Materialismus 45
Mathematik 92, 179, 249, 265, 305
mathematische Methode 20, 332
Mediatisierung 234
Medien 77, 101, 227
Medienberuf 182, 183
Mediendienst 216
Mediengeschichte 259
Medienökonomie 272
Medientechnik 272, 333
Medienwirtschaft 272
Medizin 24, 28, 290, 311
medizinische Faktoren 311
medizinische Versorgung 33, 53, 290
Medizinsoziologie 53
Mehrebenenanalyse 29, 160, 254, 260, 274
Mehrwertsteuer 172
Meinungsforschung 94, 107, 314, 318
Meinungsfreiheit 322
Meinungsführer 20
Meldewesen 199
Mensch 35, 235
Mensch-Maschine-System 101, 118
Mensch-Umwelt-Beziehung 9
Messinstrument 37, 103, 106, 118, 134,
148, 164, 205, 223, 228, 261, 265,
270, 296, 297, 309, 331
Messtheorie 23
Messung 23, 26, 37, 125, 130, 131, 139,
156, 157, 180, 190, 228, 229, 250,
261, 265, 284, 296, 303, 306, 316,
320, 325, 327, 331, 333
Metapher 200
Methodenvergleich 6, 21, 54, 60, 62, 65,
109, 128, 154, 210, 241, 311, 328
Sachregister
Methodologie 1, 4, 6, 15, 19, 25, 26, 27,
29, 32, 37, 38, 39, 48, 49, 50, 52, 53,
54, 55, 57, 58, 59, 60, 63, 72, 73, 76,
78, 79, 83, 86, 90, 91, 92, 94, 109,
115, 128, 138, 151, 200, 225, 235,
237, 242, 254, 326, 337
Metropole 208
Mexiko 251
Migrant 45, 47, 143, 285, 327
Migration 241, 299, 327
Migrationsforschung 227
Mikroebene 22, 167
Mikrozensus 313, 318
Militär 66
Minderheit 325
Mitarbeiter 33, 176
mithelfender Familienangehöriger 273
Mittelamerika 251
Mittelbetrieb 175, 176, 212
Mittelschicht 36, 74
Mittelstand 281, 302
Mobbing 136
Mobilität 36, 115
Mobilitätsforschung 115
Modellanalyse 44, 157
Modellentwicklung 152, 202, 234, 260,
293
Modellvergleich 127, 293, 312
Modellversuch 257, 292
Moderne 30
Modernisierung 266
Montagearbeit 196
moralisches Urteil 84
Morphologie 57
Motiv 77, 200
Motivation 13, 110, 209, 220
Multimedia 209, 216, 245
multivariate Analyse 15, 121, 137, 157,
198
Museum 104
Muslim 102
Mythologie 25
N
Nachhaltigkeit 33, 69, 267
Nachkriegszeit 75
Nachrichten 144
Nahost 102, 280
Narration 56, 74, 84, 85, 88, 214, 227
275
narratives Interview 214
Nationalsozialismus 56
Natur 28, 179, 274
Naturwissenschaft 28, 35, 40, 179, 249
Nebenbeschäftigung 273
Netzgemeinschaft 335, 340
Netzwerk 39, 40, 53, 64, 155, 169, 173,
177, 180, 193, 335
Netzwerkanalyse 15, 20, 39, 40, 53, 64,
155, 236
Netzwerkgesellschaft 39
neue Bundesländer 212, 258, 278, 279,
329
neue Medien 213, 340
neue Technologie 115, 290
Neurologie 27, 186
neuronales Netz 185
Neurophysiologie 27
Neurotizismus 132
Neuseeland 61
New Age 76
nichtstaatliche Organisation 215
Niederlassungsfreiheit 322
Niedrigeinkommen 222
Niedrigqualifizierter 213
Nietzsche, F. 30
Non-Profit-Organisation 33
Nordamerika 40, 61, 67, 109, 133, 152,
167, 239, 240, 251, 338
Nordrhein-Westfalen 138, 139, 175, 211,
285
Norm 14, 265
Normativität 2, 237
Normierung 4, 145
Notlage 290
Nutzen 117, 173, 199, 229, 250, 266
Nutzung 77, 101, 125, 191, 195, 221, 333,
334, 335
O
Oberösterreich 104
Oberschicht 36
Objektivität 120
OECD 306
offene Stellen 273
öffentliche Förderung 288
öffentliche Meinung 314
öffentliche Verwaltung 198, 219
Öffentlichkeit 30, 204, 229, 336
276
ökologisches System 179
Ökonometrie 163, 231, 308, 328
Ökonomie 14, 187
ökonomische Entwicklung 194
ökonomische Faktoren 280
ökonomisches Modell 167, 170, 177, 178,
321
ökonomisches Verhalten 167, 170, 188,
193
ökonomische Theorie 171
Ökonomisierung 35
Online-Befragung 94, 112, 149, 210, 241,
294
Online-Medien 77, 96
Ontologie 22, 192
Operationalisierung 155, 229, 284, 312,
325
Opfer 124, 256
Optimierung 119, 126, 140, 212
Organisationen 43, 174, 191
Organisationsanalyse 43, 98
Organisationsentwicklung 43, 217
Organisationsforschung 43, 93, 248
Organisationshandeln 43, 191
Organisationskultur 217
Organisationsmodell 13
Organisationspsychologie 13
Organisationssoziologie 13, 39
Organisationsstruktur 13, 43
Organisationstheorie 43, 202
organisatorischer Wandel 174
Ostasien 30, 167
Österreich 13, 33, 104, 181, 204, 213,
249, 295, 324
Ostseeraum 208
Ozeanien 251
P
Panel 1, 138, 277, 282, 283, 294, 308, 323
Paradigma 6, 8, 15, 21, 34, 55, 56, 81,
122, 202, 208, 256, 337
Parameter 161
Parlament 39, 204
Partei 204
Partizipation 33, 69, 98, 195, 230, 248
Patent 183
Patentrecht 183
Patentwesen 183
Patient 33, 54, 86, 126, 181, 205
Sachregister
Pazifischer Raum 61, 129, 230, 251
Peer Group 79
Personalentwicklung 244
Personalführung 261
Personendaten 153, 268, 286, 304
Persönlichkeit 113, 114, 116, 150
Persönlichkeitsmerkmal 150
Perspektive 21, 79
Pflege 33, 126, 266
Pflegeberuf 266
Pflegeheim 33
Phänomenologie 10, 41, 55, 78
Phantasie 4, 80
Philosophie 9, 10, 27, 90, 99
Physik 40
physische Belastung 118
PISA-Studie 249
Planung 129, 215, 238, 309
Plessner, H. 27
Pluralismus 27, 37
Polen 134
Policy-Ansatz 254
Politik 242
Politikberatung 172, 204
Politikfeld 325
Politikwissenschaft 23, 37, 75, 160
politische Bildung 58, 225
politische Einstellung 58, 241
politische Elite 128
politische Ökonomie 201
politische Partizipation 299
politischer Akteur 314
politisches Handeln 31, 58
politisches Programm 204
politische Steuerung 204
politisches Verhalten 193
politische Theorie 5, 75, 322
Politisierung 9
Popper, K. 4, 7, 81
Popularität 228
Positivismus 15
postkommunistische Gesellschaft 322
Postmaterialismus 45
postsozialistisches Land 58, 134, 201, 322
Poststrukturalismus 5, 75, 85
Pragmatismus 24
Praktikum 271
Prävention 134, 164, 220, 232
Praxis 16, 24, 28, 34, 53, 67, 90, 95, 189,
Sachregister
201, 221, 271
Praxisbezug 24, 267, 271, 292
Preis 188
Preisbewusstsein 188
Preisbildung 188, 250
Preispolitik 188
Primarbereich 319
private Vorsorge 307
Privathaushalt 109, 222, 296, 300, 312
Privatisierung 307
Privatsphäre 153
Problembewältigung 184, 220
Problemlösen 37, 196, 249, 254
Produkt 38, 48
Produktion 48, 95, 304, 329, 341
Produktionsprozess 175
Produktivität 16, 278, 281, 308
Professionalisierung 244, 271
Prognose 170, 178, 187, 255, 273, 278,
329
Prognosemodell 187, 273, 307
Prognoseverfahren 187, 332
Prognostik 187, 273
Programmierung 189
Programmplanung 259
Projektgruppe 212
Projektmanagement 13
Promotion 8
Propädeutik 26
Prophylaxe 134
Prozess 197
prozessproduzierte Daten 6, 222, 304,
306, 326
Psychiatrie 54
psychische Faktoren 194, 220
psychische Gesundheit 132
psychische Krankheit 54
Psychoanalyse 81
Psychodiagnostik 136
Psychologie 3, 26, 57, 158, 165, 186
psychologische Theorie 26
Psychometrie 103, 114
Publikation 199, 218, 228
Q
Qualifikation 68, 72, 196, 213, 223, 251,
264, 268, 292, 305
Qualifikationsanforderungen 62
Qualität 17, 104, 127, 151, 202, 210, 226,
277
228, 244, 250, 251, 258, 271, 297,
313, 325, 341
qualitative Methode 1, 6, 15, 17, 18, 19,
24, 31, 32, 37, 38, 46, 48, 49, 50, 52,
55, 57, 59, 63, 64, 65, 68, 70, 71, 73,
76, 80, 81, 82, 87, 92, 95, 99, 100,
200, 206, 214, 243, 246, 256
qualitatives Interview 50, 73
Qualitätskontrolle 151, 203, 287, 313, 339
Qualitätssicherung 104, 126, 151, 182,
195, 197, 202, 203, 204, 212, 226,
237, 243, 244, 247, 251, 253, 263,
264, 269, 275, 313
Quantität 258, 293
quantitative Methode 1, 6, 11, 15, 18, 23,
37, 46, 64, 143
Quellenanalyse 228
Querschnittuntersuchung 15, 280, 291
Quote 190, 303, 306, 315, 316
R
Rahmenbedingung 21, 65, 164, 266
Ranking 218, 228, 243, 251
Rasse 12
Rational-Choice-Theorie 117, 171, 258
Rationalisierung 35
Rationalismus 4, 7
Rationalität 35, 171
Raum 67, 80, 104, 169
Raumplanung 169
Realismus 7
Realität 26
Realschule 265
Recherche 123, 334, 339, 341
Recht 183, 274
rechtliche Faktoren 266
Rechtslage 274
Rechtsprechung 12, 274, 322
Rechtssoziologie 12
Rechtswissenschaft 12
Reflexivität 10, 24, 66, 85, 292
Reform 201, 244
Reformpolitik 254
Regierung 204
Regime 214
Region 137, 187, 208, 241, 279
regionale Entwicklung 169, 281
regionale Faktoren 77, 208, 241
regionale Herkunft 252
278
regionaler Unterschied 137, 187, 268
regionaler Vergleich 137, 212, 249, 279,
281
regionale Verteilung 187, 279
regionale Wirtschaftsförderung 281, 302
Regionalförderung 240
Regionalforschung 39
Regionalplanung 187
Regionalpolitik 240, 281
Regression 159
Regressionsanalyse 157, 159, 161, 162
Regulierung 194
Rehabilitation 270
Reichweite 333
Reintegration 270
Reliabilität 106, 114, 118, 136, 148, 210,
247, 306, 308
Religion 30, 116, 322
Religiosität 116
Rente 273
Rentenversicherung 205, 298, 307, 318
Repräsentation 31, 55, 61, 67, 69, 325
repräsentative Demokratie 325
Repräsentativität 122
Rezeption 30, 144, 239, 255
Rezipientenforschung 125, 333
Reziprozität 14, 61
Richter 12
Risiko 73, 109, 124, 170, 250, 307
Risikoabschätzung 124
Risikoverhalten 170
Ritual 18, 235
Rolle 18, 19, 34, 74, 155, 248
Rollenspiel 80
Rollenverständnis 80
Romantik 30
Ruhrgebiet 138
Rumänien 201
Rundfunk 212
Rundfunkprogramm 259
Russland 58
S
Saarland 211
Sachsen 124, 206, 258, 278, 329
Saisonbereinigung 303
Salzburg 104
Sanktion 14, 219
Schätzung 159, 190, 278, 303, 311, 329,
Sachregister
332
Schleswig-Holstein 208, 212, 264
schließende Statistik 159
Schlüsselqualifikation 183, 213
Schreiben 85, 230
Schrift 245
Schulart 119
Schulbildung 249, 319
Schule 72, 81, 195, 252
Schulentwicklung 195, 224
Schüler 60, 97, 110, 119, 138, 139, 145,
195, 224, 232, 249, 252
Schülerin 97, 138, 249
Schulklasse 39
Schulleistung 249
Schütz, A. 80
Schweiz 13, 102, 160, 181, 198, 204, 247,
280
sektorale Verteilung 281
Sekundäranalyse 11, 19, 23, 50, 60, 63, 65,
72, 87, 123
Sekundarbereich 319
Sekundarstufe I 110, 265, 319
Sekundarstufe II 319
Selbständiger 47, 273
Selbständigkeit 47, 224
Selbstbeobachtung 217
Selbstbewusstsein 27
Selbstbild 30
Selbstdarstellung 227
Selbsteinschätzung 116, 217, 223, 270
Selbstkontrolle 216
Selbstorganisation 224
Selbstreferenz 339
Selbststeuerung 51, 213, 224
Selektionsverfahren 119
Semantik 28, 100
Semiotik 90, 96, 99
Sexualforschung 84
Sexualität 84, 274
Sicherheit 104, 170, 250
Signifikanz 156
Signifikanztest 15
Simmel, G. 39, 41
Simulation 172, 178, 196, 321
Sinn 24
Skalenkonstruktion 44, 103
SOEP 277, 283, 312, 318, 327
Software 123, 161, 189, 191, 313, 336,
Sachregister
340
Sozialabgaben 172
Sozialarbeit 207
soziale Beziehungen 34, 39, 65, 74, 173,
176, 185, 235, 256
soziale Chance 274
soziale Erwünschtheit 103, 108
soziale Faktoren 20, 27, 28, 29, 89, 111,
194, 200, 241, 280, 293
soziale Gerechtigkeit 201, 284
soziale Herkunft 252
soziale Indikatoren 197, 267, 299
soziale Institution 74
soziale Integration 47, 299
soziale Isolation 148
soziale Klasse 12, 36, 296
soziale Konstruktion 26
soziale Lage 252
soziale Marktwirtschaft 75
soziale Norm 3, 14, 18
soziale Partizipation 299
soziale Position 296
sozialer Prozess 233, 257, 340
sozialer Status 36
sozialer Wandel 36, 45, 74, 137, 202, 230,
280
soziale Sicherung 146
soziales Milieu 169
soziales Netzwerk 15, 20, 39, 64, 115
soziales Problem 10
soziales System 179
soziales Verhalten 136, 235
soziale Umwelt 122
soziale Ungleichheit 29, 201, 301, 312,
320
soziale Verantwortung 281
soziale Wirklichkeit 10, 28, 34, 256
Sozialforschung 6, 16, 17, 31, 52, 55, 76,
81, 84, 85, 88, 91, 99, 153, 256, 337
Sozialgesetzbuch 310
Sozialisation 58
Sozialisierung 340
Sozialkapital 39
Sozialmedizin 270
Sozialordnung 4, 18, 331
Sozialpsychologie 26, 40
Sozialstatistik 222, 280
Sozialstruktur 39, 296, 301
Sozialversicherung 146, 172, 304, 307
279
Sozialversicherungspflicht 273, 286
Sozialwesen 33
Sozialwissenschaft 2, 3, 10, 17, 28, 31, 32,
34, 41, 49, 52, 59, 61, 68, 85, 93,
117, 120, 157, 171, 179, 200, 236,
245, 336, 337
Sozialwissenschaftler 17, 31, 49, 61, 88,
230
Soziobiologie 40
soziokulturelle Faktoren 241
Soziologe 22, 29
Soziologie 3, 6, 14, 18, 21, 27, 28, 40, 41,
59, 78, 83, 85, 92, 93, 162, 173, 179,
199, 218, 233, 258, 336
soziologische Theorie 14, 21, 22, 29, 32,
39, 41, 78, 85, 99, 162, 173, 179,
233, 293
Soziometrie 15, 20
sozioökonomische Entwicklung 296
sozioökonomische Faktoren 249, 280, 312
sozioökonomische Struktur 312
Spanien 214
Spätaussiedler 56
Spiel 80, 235
Spieltheorie 170, 177
Spiritualität 116
Sport 118
Sprache 89, 227, 228
Sprachförderung 273
Sprachunterricht 268
Staat 219
Staatsangehörigkeit 327
Staatsgebiet 80
Stabilisierung 194
Stabilität 74, 194
Stadt 138, 139, 166, 180, 197, 206, 267
Städtebau 281
Stadtentwicklung 169, 281
Stadtregion 169
Stadt-Umland-Beziehung 208
Standardisierung 114, 196
Standortfaktoren 281
stationäre Versorgung 134
Statistik 26, 147, 156, 157, 158, 159, 161,
165, 173, 222, 287, 289, 298, 302,
303, 315, 324, 332
statistische Analyse 121, 147, 157, 159,
161, 249, 296, 298, 320
statistische Methode 15, 147, 152, 156,
280
158, 159, 162, 165, 173, 182, 231,
287, 306, 332
statistischer Test 159, 231
Statistisches Bundesamt 287, 318, 330
Statistisches Landesamt 313
Statuswechsel 72, 115
Sterblichkeit 298, 320
Stereotyp 84, 102
Steuerentlastung 288
Steuererhöhung 172
Steuern 304, 331
Steuerung 169, 208
Steuerungsprozess 169
Stichprobe 6, 11, 15, 107, 121, 140, 147,
159, 222, 272, 282, 285, 291, 315,
326
Stichprobenfehler 107
stille Reserve 273, 306
Stochastik 308
Strafe 164
Strafgefangener 19
Strafrecht 164, 274
Straftat 124
Strafvollzug 114
Strafzumessung 164
Straße 67
strategisches Management 184
Stress 126, 136
Strukturalismus 25
Strukturförderung 273
Strukturpolitik 281
Student 12, 65, 115, 238, 251, 258
Studienanforderung 220
Studienberatung 238
Studienerfolg 251
Studienfach 220
Studiengang 182, 271
Studienverlauf 238
Studium 58, 203, 210, 220, 244, 271
Subjektivität 24, 78, 79, 120, 135
Subvention 288
Suchmaschine 334
Südamerika 74, 251
Südasien 182
Südostasien 201
Supervision 81
Sympathie 209
Systemtheorie 21, 24, 26, 179, 180, 202,
254
Sachregister
T
Tageszeitung 77
Tarifpolitik 302
Täter 164
Tätigkeit 196
Tätigkeitsanalyse 196
Team 275
Teamarbeit 212
Technik 35, 42, 48
Technikfolgenabschätzung 204
Techniksoziologie 24, 48, 99, 221
technische Entwicklung 221
technischer Wandel 167
Technologie 28, 167
Technologiepolitik 281
teilnehmende Beobachtung 15
Teilnehmer 264, 268, 273, 289
Teilzeitarbeit 273
Teilzeitarbeitnehmer 273
Telefon 246, 290
Telefoninterview 15, 109, 127, 129, 130,
143, 315
Telekommunikation 316
Terrorismus 104
Test 105, 113, 114, 116, 132, 136, 145,
173, 265
Testauswertung 105
Testbatterie 110
Testkonstruktion 105, 106, 113, 114, 118,
132, 145, 148
Text 8, 51, 81, 84, 239, 256, 341
Textanalyse 51, 54, 56
Theater 200
Theoriebildung 10, 24, 32, 41, 75, 309
Theorie-Praxis 15, 233, 244
Theorievergleich 21, 40, 41, 56
Therapie 205
Thesaurus 192
Thüringen 209
Tier 235
Tod 67, 320
Tontechniker 95
Tourismus 316
Tradition 74
Training 68, 232, 239
Transformation 115
Transsexualität 84
Transzendenz 80
Sachregister
Trauma 214
Trend 249
Türke 143
Typologie 23, 44, 75, 147, 154, 221, 233
U
Überalterung 254
Übersetzung 275
UdSSR-Nachfolgestaat 58
Umfrageforschung 87, 104, 107, 108,
112, 129, 140, 141, 146, 149, 151,
275, 297, 300, 314
Umsatz 302
Umverteilung 290, 307
Umwelt 284
Umweltbewusstsein 277
Umweltforschung 69
Umweltkrise 277
Umweltökonomie 284
Umweltpolitik 167, 281
Umweltverhalten 193
UNESCO 319
Ungleichheit 201, 301, 312, 320
Unternehmen 150, 168, 170, 174, 175,
176, 184, 185, 191, 196, 262, 330,
335
Unternehmensberatung 43, 176, 182, 200
Unternehmensform 302
Unternehmensführung 261
Unternehmensgründung 47, 268, 273,
281, 302
Unternehmenskultur 261, 262
Unternehmensübernahme 302
Unterricht 223, 224
Unterrichtsfach 97
Unterschicht 36, 74
Urheberrecht 341
USA 40, 61, 67, 109, 133, 152, 204, 239,
240, 251, 338
V
Validierung 118, 119, 125, 132
Validität 103, 106, 113, 114, 132, 136,
139, 142, 148, 150, 199, 205, 210,
247, 272, 296, 306, 312, 319
Varianzanalyse 157, 161
Venezuela 74
Verantwortung 31, 45, 85
Verantwortungsethik 31, 45
281
Verbraucher 38, 82
Vergleich 6, 34, 36, 41, 50, 60, 65, 74,
124, 127, 128, 133, 197, 208, 210,
249, 295, 301, 311, 312, 322, 328,
329, 331
vergleichende Forschung 44, 65, 259, 275,
297, 312
vergleichende Politikwissenschaft 160
Verhalten 117, 131, 167, 170, 188, 193,
232, 238, 320
Verhaltensmodell 171
Verhaltensmuster 170
Verhaltensprognose 170
Verhaltensstörung 142
Verhaltenstheorie 173
Vernetzung 13, 38, 252
Vernunft 35
Versammlungsfreiheit 322
Versicherungsbeitrag 172
Versicherungsgewerbe 212
Versicherungsleistung 307
Verständnis 89, 239
Verstehen 81, 89, 99
verstehende Soziologie 21, 30, 56
Versuchsperson 117
Verteilung 15, 152, 159, 201, 290
Verteilungsgerechtigkeit 201
Vertrauen 73
Verwaltung 13, 168, 189, 198, 204
Video 61, 82, 83, 86, 91, 92, 93, 95, 98,
214, 223, 227, 245, 246, 290
Videofilm 95
Videokonferenz 98
Viktimisierung 124
virtuelle Gemeinschaft 65
virtuelle Realität 340
Visualisierung 61, 67, 69, 82, 83, 91, 98,
196, 206, 214, 227, 245
visuelle Wahrnehmung 206
Völkermord 256
Volkskunde 30, 99
volkswirtschaftliche Gesamtrechnung 278,
281, 332
Vorbild 58
Vorruhestand 273
Vorschule 319
Vorsorgeuntersuchung 53
Vorurteil 44
282
W
Wahl 325
Wahnvorstellung 54
Wahrnehmung 15, 125, 277
Wahrscheinlichkeit 7, 9, 122, 124, 156,
159, 161
Währung 170
Weber, M. 4, 30, 41
Website 170
Weiterbildung 61, 202, 213, 264, 269, 319
Welt 145
Weltanschauung 58
Weltbank 201
Weltgesellschaft 5
Weltwirtschaft 316
Weltwirtschaftssystem 316
Werbewirtschaft 38
Werbung 38, 212, 255, 272
Wert 3, 18, 45, 250
Wertanalyse 3
Wertorientierung 3, 4
Wertschöpfung 38, 281
Wertsystem 3
Werturteil 3, 237
Wertwandel 45
Wettbewerb 73, 170, 335
Widerstand 19, 31, 230
Wiedervereinigung 281
Wirkung 12, 164, 207, 208, 215, 223,
255, 274
Wirkungsanalyse 9, 215
Wirkungsforschung 9, 144, 234, 255, 260,
295
Wirtschaft 272
wirtschaftliche Folgen 178
wirtschaftliche Integration 194
wirtschaftliche Lage 302
wirtschaftliche Zusammenarbeit 193
Wirtschaftlichkeit 288
Wirtschaftsentwicklung 178, 273, 278,
281, 316, 329
Wirtschaftsförderung 302
Wirtschaftsforschung 14, 308, 318, 330
Wirtschaftskrise 170
Wirtschaftsordnung 331
Wirtschaftspolitik 75, 178, 194, 281
Wirtschaftssoziologie 38, 39
Wirtschaftsstatistik 302, 330
Wirtschaftswachstum 35
Sachregister
Wirtschaftswissenschaft 20
Wirtschaftszweig 152
Wissen 16, 19, 34, 59, 72, 78, 81, 99, 120,
169, 189, 192, 202, 229, 335, 341
Wissenschaft 17, 25, 26, 28, 32, 34, 35,
73, 183, 200, 229, 236, 237, 312,
317, 318, 319
Wissenschaftler 8, 16, 31, 33, 40, 69, 73,
88, 200, 230, 236, 248, 256, 330
wissenschaftliche Arbeit 8, 156, 258, 336,
341
wissenschaftliche Begleitung 225, 268,
289
wissenschaftliche Beratung 204
wissenschaftliche Institution 263
Wissenschaftlichkeit 4, 229
wissenschaftlich-technische Intelligenz 35
Wissenschaftsdisziplin 40, 99, 218, 228
Wissenschaftsethik 73, 94
Wissenschaftsforschung 7, 28, 228
Wissenschaftsgeschichte 21, 41, 179
Wissenschaftsrat 199, 263
Wissenschaftstheorie 7, 30, 32, 59, 237
Wissenschaftsverständnis 10, 41, 179, 256
Wissensgesellschaft 16, 318
Wissensmanagement 120, 182, 183, 192,
262, 263, 292, 336
Wissenssoziologie 81, 90, 337
Wissenstransfer 120, 192, 263, 336
Wochenarbeitszeit 328
Wohlbefinden 104, 134
Wohlfahrtsstaat 280
Wörterbuch 106, 335
Z
Zeichen 96
Zeit 104, 131
Zeitbudget 328
Zeitfaktor 333
Zeitreihe 188
Zeitschrift 156, 199, 218, 228
Zeitung 77
Zertifizierung 151, 287
Zeuge 214
Zielanalyse 168
Zielerreichung 266
Zielgruppe 213
Zielsetzung 168
Zielvereinbarung 226
Sachregister
283
Zufallsauswahl 11
Zufriedenheit 277, 314
Zukunftsfähigkeit 230
Zukunftsforschung 219
Zukunftsorientierung 230
Zukunftsperspektive 309
Zuschuss 268, 273
Zuwanderung 285, 327
zweite Generation 74, 327
18. Jahrhundert
19. Jahrhundert
54
54, 76
Institutionenregister
285
Institutionenregister
ArtSet Institut für kritische Sozialforschung und Bildungsarbeit e.V. 269
Bundesinstitut für Berufsbildung -BIBB-
292
Camino - Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich gGmbH
252
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, Département Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften 108
Finanzwissenschaftliches Forschungsinstitut an der Universität Köln -FiFo- 288
Freie Universität Berlin, FB Erziehungswissenschaft und Psychologie, Wissenschaftsbereich Erziehungswissenschaft Arbeitsbereich Psychologie in Erziehung und Bildung 216
Freie Universität Berlin, FB Erziehungswissenschaft und Psychologie, Wissenschaftsbereich Erziehungswissenschaft Arbeitsbereich Qualitative Bildungsforschung 216
Freie Universität Berlin, FB Wirtschaftswissenschaft, Institut für Management Lehrstuhl für Strategisches Management 184
Freie Universität Berlin, FB Wirtschaftswissenschaft, Institut für Statistik und Ökonometrie
GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
141
123, 218
GESIS-ZUMA 296
Hochschule Fulda
292
Hochschule Niederrhein, Institut für Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Gesundheitsförderung und
Effizienz -A.U.G.E.- 175
Humboldt-Universität Berlin, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, SFB 649 Ökonomisches Risiko 170
IAP - Institut für Arbeitssystemgestaltung und Personalmanagement GmbH an der Hochschule
Niederrhein 175
ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V. Niederlassung Dresden
Institut des Rauhen Hauses für Soziale Praxis gGmbH
278, 329
252
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit - Forschungsdatenzentrum 153
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit -IABInstitut für Deutsche Sprache -IDS-
89
Institut für Praxisforschung und Projektberatung -IPP-
207
Institut für schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung -IFBInstitut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. -ism-
252
223
140, 153
286
Institutionenregister
Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften -IPN- an der Universität Kiel Abt. Erziehungswissenschaft 265
Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung e.V. -IRSMax-Planck-Institut für Bildungsforschung
169
296
Pädagogische Hochschule Freiburg, Fak. I, Institut für Psychologie
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V. -PIK-
220
167
Technische Hochschule Aachen, Philosophische Fakultät, Institut für Psychologie Lehrstuhl Betriebs- und Organisationspsychologie 261, 262
Technische Universität Berlin, Fak. VI Planen, Bauen, Umwelt, Institut für Soziologie Fachgebiet
Allgemeine Soziologie, insb. Theorie moderner Gesellschaften 68
Technische Universität Darmstadt, FB 01 Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Institut für
VWL FG Empirische Wirtschaftsforschung und Mikroökonometrie 164
Technische Universität Dresden, Fak. Erziehungswissenschaften, Institut für Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Wohlfahrtswissenschaften Professur für Sozialpädagogik, insb. Prävention
und Gesundheitsförderung 257
Technische Universität Dresden, Fak. Mathematik und Naturwissenschaften, Fachrichtung Psychologie Institut für Klinische, Diagnostische und Differentielle Psychologie Lehrstuhl für
Klinische Psychologie und Psychotherapie 142
Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät, Zentrum für Seelische Gesundheit Professur für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie 106, 148
Universität Bamberg, Fak. Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Graduiertenkolleg "Märkte und
Sozialräume in Europa" 194
Universität Bamberg, Fak. Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für Statistik und
Ökonometrie 140
Universität Bamberg, Fak. Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für VWL, insb. Wirtschaftspolitik 194
Universität Bremen, FB 08 Sozialwissenschaften, EMPAS Institut für Empirische und Angewandte Soziologie Arbeitsgebiet Theorie und Empirie der Sozialstruktur 309
Universität Bremen, FB 11 Human- und Gesundheitswissenschaften, Institut für Public Health
und Pflegeforschung Abt. Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung -iap- 266
Universität des Saarlandes, Fak. 05 Empirische Humanwissenschaften, FR 5.3 Psychologie Professur für Differentielle Psychologie und Psychodiagnostik 150
Universität Duisburg-Essen Campus Duisburg, FB Gesellschaftswissenschaften, Institut für Soziologie Lehrstuhl für sozialwissenschaftliche Methoden, Empirische Sozialforschung
123, 146, 153
Universität Erfurt, Erziehungswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl Lernen und Neue Medien
209
Universität Erlangen-Nürnberg, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl
BWL, insb. Marketing 188
Institutionenregister
287
Universität Erlangen-Nürnberg, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für
Arbeitsmarkt- und Regionalpolitik 307
Universität Erlangen-Nürnberg, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für
Psychologie, insb. Wirtschafts- und Sozialpsychologie 112, 294
Universität Göttingen, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Volkswirtschaftliches Seminar Professur für Finanzwissenschaft 288
Universität Halle-Wittenberg, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Wirtschaftswissenschaftlicher Bereich, Institut für BWL Lehrstuhl für Marketing und Handel 185
Universität Halle-Wittenberg, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Wirtschaftswissenschaftlicher Bereich, Institut für VWL und Bevölkerungsökonomie Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftsbeziehungen 178, 321
Universität Halle-Wittenberg, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Wirtschaftswissenschaftlicher Bereich, Institut für VWL und Bevölkerungsökonomie Lehrstuhl für
VWL, insb. Mikroökonomie und Finanzwissenschaft 177
Universität Heidelberg, Fak. für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften, Psychologisches Institut Abt. Psychologische Alternsforschung 134
Universität Heidelberg, Juristische Fakultät, Institut für Kriminologie
164
Universität Hohenheim, Fak. Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Institut für BWL Lehrstuhl
für Marketing 250
Universität Koblenz-Landau Campus Koblenz, FB 04 Informatik, Institut für Computervisualistik
Arbeitsgruppe Softwareergomomie und Information Retrieval 123
Universität Koblenz-Landau Campus Landau, FB 08 Psychologie, Arbeitseinheit Entwicklungspsychologie und Bildungsforschung 223
Universität Koblenz-Landau Campus Landau, UnterrichtsProzesse: GRADuiertenschule der Exzellenz -UPGRADE- 223
Universität Köln, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Forschungsinstitut für Soziologie 218
Universität Konstanz, Rechts-, Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaftliche Sektion, Center for
Quantitative Methods and Survey Research -CMS- 153
Universität Leipzig, Fak. für Sozialwissenschaften und Philosophie, Institut für Soziologie Lehrstuhl Soziologie, insb. Theorie und Theoriegeschichte 108
Universität Magdeburg, Fak. für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, Institut für Psychologie I Lehrstuhl für Sozialpsychologie, Differenzielle und Persönlichkeitspsychologie
186
Universität Magdeburg, Fak. für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, Institut für Soziologie Bereich Makrosoziologie 68
Universität Magdeburg, Fak. für Wirtschaftswissenschaft, Lehrstuhl BWL, insb. Marketing
Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Klinik für Neurologie II
186
186
Universität Mainz, FB 02 Sozialwissenschaften, Medien und Sport, Institut für Soziologie Abt.
Organisation von Arbeit und Betrieb 108
288
Institutionenregister
Universität Mainz, FB 02 Sozialwissenschaften, Medien und Sport, Psychologisches Institut Abt.
Psychologie in den Bildungswissenschaften und Psychologie für Pädagogen 119, 232
Universität Mainz, FB 06 Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft, Institut für Anglistik,
Amerikanistik und Anglophonie 275
Universität Mannheim, Fak. für BWL, Lehrstuhl für Allgemeine BWL und Betriebswirtschaftliche Steuerlehre II 288
Universität Mannheim, Fak. für Sozialwissenschaften
223
Universität Mannheim, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung -MZES- Arbeitsbereich A Die Europäischen Gesellschaften und ihre Integration 296
Universität Mannheim, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung -MZES- Forschungsarchiv EURODATA 296
Universität München, Sozialwissenschaftliche Fakultät, Geschwister-Scholl-Institut für Politische
Wissenschaft Lehrstuhl für Politische Theorie und Philosophie Prof.Dr. Nida-Rümelin
171
Universität Oldenburg, Fak. 02 Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Institut für
BWL und Wirtschaftspädagogik 167
Universität Osnabrück, FB 08 Humanwissenschaften, Institut für Psychologie Fachgebiet Sozialpsychologie 122
Universität Potsdam Campus Golm, Humanwissenschaftliche Fakultät, Institut für Erziehungswissenschaft Professur für Erziehungs- und Sozialisationstheorie 271
Universität Potsdam Campus Golm, Humanwissenschaftliche Fakultät, Institut für Psychologie
Abt. Sozialpsychologie 113
Universität Siegen, FB 02 Erziehungswissenschaft und Psychologie, Fach Psychologie Lehrstuhl
Klinische Psychologie - Beratung, Gesundheit, Prävention 126
Universität Stuttgart, Fak. 10 Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Institut für Sozialwissenschaften Abt. IV Soziologie und empirische Sozialforschung 130
Universität Stuttgart, Fak. 10 Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Institut für Sozialwissenschaften Abt. V Technik- und Umweltsoziologie 193
Universität Trier, FB IV Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Mathematik, Informatik und
Wirtschaftsinformatik, Fach VWL Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialstatistik 141
Universität Ulm, Fak. für Ingenieurwissenschaften und Informatik, Institut für Pädagogik Seminar
für Pädagogische Psychologie 110
Universität Ulm, Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen -ZNL-
224
Universität Wuppertal, FB G Bildungs- und Sozialwissenschaften, Zentrum für Bildungsforschung und Lehrerbildung -ZBL- Lehrstuhl für Lehr-, Lern- und Unterrichtsforschung
211
Universität Wuppertal, FB G Bildungs- und Sozialwissenschaften, Zentrum für Bildungsforschung und Lehrerbildung -ZBL- Lehrstuhl für Pädagogische Diagnostik 211
Universität Würzburg, Medizinische Fakultät, Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie 205, 270
Institutionenregister
289
Universität Würzburg, Philosophische Fakultät 02 Philosophie, Psychologie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften, Institut für Psychologie Lehrstuhl für Psychologie II Professur
für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie 294
Universität Würzburg, Philosophische Fakultät 02 Philosophie, Psychologie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften, Institut für Psychologie Lehrstuhl für Psychologie IV Pädagogische Psychologie 239
University of Essex Colchester, Institute for Social and Economic Research -ISER-
107
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH FSP Bildung, Arbeit und Lebenschancen Abt. Ungleichheit und soziale Integration 296
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH -ZEW-
288
ANHANG
Hinweise
293
Hinweise zur Originalbeschaffung von Literatur
Die in der Datenbank SOLIS nachgewiesene Graue Literatur enthält nahezu vollständig einen Bibliotheksstandort zur Erleichterung der Ausleihe; dies gilt auch für einen Teil (40%) der nachgewiesenen Verlagsliteratur. In SOLIS nachgewiesene Zeitschriftenaufsätze sind zu über 60% mit
einem Standortvermerk versehen.
Beschaffung von Literatur über den Deutschen Leihverkehr
Die Standortvermerke in SOLIS (Kürzel, Ort und Sigel der besitzenden Bibliothek sowie Signatur
der Arbeit) beziehen sich auf Bibliotheken, die dem normalen Fernleihverkehr angeschlossen sind.
Sollte die gewünschte Arbeit bei Ihrer örtlichen Bibliothek nicht vorhanden sein, ersparen Ihnen
die Standortvermerke für die Fernleihe („Direktbestellung“) den u.U. sehr zeitraubenden Weg
über das Bibliothekenleitsystem.
Elektronische Bestellungen sind ebenfalls möglich, z.B. über subito - einen bundesweiten Dokumentlieferdienst der deutschen Bibliotheken für Aufsätze und Bücher.
Literaturdienst der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln
Aufsätze aus Zeitschriften, die für SOLIS ausgewertet werden und in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln vorhanden sind, können über den Kölner Literaturdienst (KÖLI) als Kopie bestellt
werden. Diese Aufsätze enthalten den Standortvermerk „UuStB Koeln(38) - Signatur der Zeitschrift“ sowie einen Hinweis auf den Kopierdienst. Die Bestellung kann mit gelber Post, per Fax
oder elektronisch erfolgen
Kosten für den Postversand bis zu je 20 Kopien pro Aufsatz betragen 8,- Euro, für Hochschulangehörige 4,- Euro (bei „Normalbestellung“ mit einer Lieferzeit von i.d.R. sieben Tagen); gegen
Aufpreis ist eine „Eilbestellung“ (Bearbeitungszeit: ein Arbeitstag) oder auch eine Lieferung per
Fax möglich.
Zur Benutzung der Forschungsnachweise
Die Inhalte der Forschungsnachweise beruhen auf den Angaben der Forscher selbst.
Richten Sie deshalb bitte Anfragen jeglicher Art direkt an die genannte Forschungseinrichtung
oder an den/die Wissenschaftler(in).
Das gilt auch für Anfragen wegen veröffentlichter oder unveröffentlichter Literatur, die im Forschungsnachweis genannt ist.
Dienstleistungsangebot der Abteilung
„Fachinformation für die Sozialwissenschaften“
Das Dienstleistungsangebot der Abteilung Fachinformation dient der Verbreitung, Förderung und
Fundierung sozialwissenschaftlicher Forschungsergebnisse sowie dem Wissensaustausch auf nationaler wie internationaler Ebene. Gleichzeitig macht die Fachinformation die sozialwissenschaftliche
Forschung des deutschsprachigen Raumes international sichtbar.
Zentrale Aktivitäten sind Aufbereitung, Bereitstellung und Transfer von Wissen durch:
● Konzeption, Aufbau und Pflege von Datenbanken und Serviceangeboten zu Forschungsstrukturen, -aktivitäten und -ergebnissen in den Sozialwissenschaften im deutschsprachigen und östlichen europäischen Forschungsraum und zu wissenschaftsbezogenen chancengleichheitsrelevanten Themen im deutschsprachigen, europäischen und internationalen Rahmen
● Aufbau von und Beteiligung an kooperativen Informationssystemen (Portalen, Themenschwerpunkten, Kommunikationsplattformen und Netzwerken) zur Unterstützung der Wissenschaftskommunikation, insbesondere auf ost-westeuropäischer Ebene und zu wissenschaftsbezogenen
chancengleichheitsrelevanten Themen
● Kontinuierlicher Ausbau der Vernetzung von Informationsangeboten und Services durch Erweiterung und Einbeziehung kompetenter Partner auf nationaler wie internationaler Ebene
● Erstellung servicebasierter Publikationen und Informationsdienste zu ausgewählten Themen in
Kooperation mit der Wissenschaft
● Nationales Referenzzentrum für das Politikfeld „Gleichstellung in der Wissenschaft“ gegenüber
Wissenschaftsorganisationen, Bundes- und Landesministerien, Politik und Medien in Bezug auf
Konzept- und Programmentwicklung, Monitoring und Evaluation von Politiken und Maßnahmen
Basisprodukte der Abteilung sind Informationen über Forschungsstrukturen, -aktivitäten und -ergebnisse, die in Datenbanken aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden. Neben den nachfolgend skizzierten Datenbanken zu sozialwissenschaftlichen Forschungsprojekten und Publikationen
werden Datenbanken mit Informationen zu nationalen und internationalen sozialwissenschaftlichen
Forschungseinrichtungen, Zeitschriften, Netzwerken, Veranstaltungen und Internetquellen aufgebaut und gepflegt. Sie sind Bestandteil einer von GESIS entwickelten und zur Verfügung gestellten
integrierten Suche, die weitere internationale Informationssammlungen und solche externer Partner
mit einbezieht.
Datenbanken
Die von der Abteilung Fachinformation produzierten Datenbanken SOLIS und SOFIS bilden die
Grundlage für den sozialwissenschaftlichen Fachinformationsdienst soFid.
SOFIS (Forschungsinformationssystem Sozialwissenschaften)
Inhalt: SOFIS informiert über laufende, geplante und abgeschlossene Forschungsarbeiten der letzten zehn Jahre aus der Bundesrepublik Deutschland, aus Österreich und der Schweiz. Die
Datenbank enthält Angaben zum Inhalt, zum methodischen Vorgehen und zu Datengewinnungsverfahren sowie zu ersten Berichten und Veröffentlichungen. Die Namen der am Projekt beteiligten Forscher und die Institutsadresse erleichtern die Kontaktaufnahme.
Fachgebiete: Soziologie, Politikwissenschaft, Sozialpolitik, Sozialpsychologie, Psychologie, Bildungsforschung, Erziehungswissenschaft, Kommunikationswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Demographie, Ethnologie, historische Sozialforschung, Sozialgeschichte, Methoden der Sozialforschung, Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie weitere interdisziplinäre Gebiete der Sozialwissenschaften wie Frauenforschung, Freizeitforschung, Gerontologie, Sozialwesen oder Kriminologie.
Bestand der letzten 10 Jahre: rund 47.000 Forschungsprojektbeschreibungen
Quellen: Erhebungen bei Institutionen, die sozialwissenschaftliche Forschung betreiben. In
Deutschland wird die Erhebung von GESIS durchgeführt, in der Schweiz von FORS - der
Schweizer Stiftung für die Forschung in den Sozialwissenschaften. Für Österreich hatte bis
2001 die Universitätsbibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien diese Aufgabe inne; ab
2006/07 wurde diese vom Wiener Institut für Sozialwissenschaftliche Dokumentation und
Methodik - WISDOM - übernommen.
Die Ergebnisse der GESIS-Erhebung werden ergänzt durch sozialwissenschaftliche Informationen fachlich spezialisierter IuD-Einrichtungen sowie von Forschungsförderern; ein nicht
unerheblicher Teil an Ergänzungen wird schließlich durch Auswertung von Internetquellen
sozialwissenschaftlicher Forschungsinstitute gewonnen.
SOLIS (Sozialwissenschaftliches Literaturinformationssystem)
Inhalt: SOLIS informiert über die deutschsprachige fachwissenschaftliche Literatur ab 1945, d.h.
Aufsätze in Zeitschriften, Beiträge in Sammelwerken, Monographien und Graue Literatur
(Forschungsberichte, Kongressberichte), die in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich
oder der Schweiz erscheinen. Bei Aufsätzen aus Online-Zeitschriften und bei Grauer Literatur ist im Standortvermerk zunehmend ein Link zum Volltext im Internet vorhanden.
Fachgebiete: Soziologie, Politikwissenschaft, Sozialpolitik, Sozialpsychologie, Bildungsforschung,
Kommunikationswissenschaften, Demographie, Ethnologie, historische Sozialforschung,
Methoden der Sozialforschung, Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie weitere interdisziplinäre Gebiete der Sozialwissenschaften wie Frauenforschung, Freizeitforschung, Gerontologie oder Sozialwesen.
Bestand: Anfang 2009 ca. 385.000 Literaturnachweise
Jährlicher Zuwachs: zwischen 16.000 und 18.000 Dokumente
Quellen: Zeitschriften, Monographien einschließlich Beiträgen in Sammelwerken sowie Graue Literatur. SOLIS wird von GESIS in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, den Herausgebern der Zeitschrift
für Politikwissenschaft und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung hergestellt. Absprachen über einen regelmäßigen Datenaustausch bestehen darüber hinaus mit dem
Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation in Trier und mit dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt/Main.
Zugang zu den Datenbanken
An nahezu allen Hochschulstandorten sowohl in Deutschland als auch in Österreich und der
Schweiz sind SOLIS und SOFIS in der Bibliothek oder über Institutsrechner für die Hochschulangehörigen frei zugänglich. Des Weiteren stehen SOLIS und SOFIS über von GESIS betriebene Portale
für Recherchen zur Verfügung:
www.sowiport.de
SOLIS und SOFIS können im sozialwissenschaftlichen Fachportal sowiport einzeln oder gemeinsam mit 13 weiteren Datenbanken durchsucht werden. sowiport enthält zurzeit folgende Datenbanken:
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Sozialwissenschaftliches Literaturinformationssystem SOLIS
Sozialwissenschaftliches Forschungsinformationssystem SOFIS
Literaturdatenbank DZI SoLit des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen
Katalog der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
Katalog des Sondersammelgebietes Sozialwissenschaften der Universitäts- und Stadtbibliothek
Köln
Katalog der Bibliothek des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung
Datenbank GeroLit des Deutschen Zentrums für Altersfragen
Publikationen der Bertelsmann Stiftung
ProQuest-CSA-Datenbanken (im Rahmen von DFG-Nationallizenzen): Sociological Abstracts,
Social Services Abstracts, Applied Social Sciences Index and Abstracts, PAIS International,
Worldwide Political Science Abstracts, Physical Education Index
Fachinformationsführer SocioGuide mit Informationen zu Institutionen, Fachzeitschriften,
Sammlungen, Netzwerken und Veranstaltungen
Insgesamt sind in und über sowiport mehr als 2,5 Millionen Quellen zu Literatur, Forschungsprojekten, Institutionen, Zeitschriften, Veranstaltungen sowie Themenschwerpunkte und Links zu Portalen
erreichbar.
www.infoconnex.de
Der interdisziplinäre Informationsdienst infoconnex bietet Individualkunden günstige Jahrespauschalen für den Zugang zur Datenbank SOLIS – singulär oder im Verbund mit den Literaturdatenbanken zu Pädagogik (FIS Bildung) und Psychologie (Psyndex). Im infoconnex-Bereich „Sozialwissenschaften“ kann darüber hinaus in der Forschungsdatenbank SOFIS und in der Literaturdatenbank DZI SoLit recherchiert werden; zudem stehen auch hier im Rahmen von DFG-Nationallizenzen die sechs Datenbanken des Herstellers ProQuest/CSA zur Recherche an Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung.
Auftragsrecherchen und Beratung bei der Datenbank-Nutzung
In Ihrem Auftrag und nach Ihren Wünschen führt GESIS kostengünstig Recherchen in den Datenbanken SOFIS und SOLIS durch. Darüber hinaus werden Informationen aus weiteren nationalen
und internationalen Datenbanken zu sozialwissenschaftlichen und/oder fachübergreifenden Themengebieten zusammengestellt.
Zur Unterstützung Ihrer eigenen Suche beraten wir Sie selbstverständlich jederzeit bei der Umsetzung sozialwissenschaftlicher Fragestellungen in effektive Suchstrategien in unseren Datenbanken.
Sozialwissenschaftlicher Fachinformationsdienst – soFid
Regelmäßige Informationen zu neuer Literatur und aktueller sozialwissenschaftlicher Forschung
bietet GESIS mit diesem Abonnementdienst, der sowohl in gedruckter Form als auch auf CD-ROM
bezogen werden kann. Ältere Jahrgänge stehen unter www.gesis.org/sofid zum kostenfreien Download zur Verfügung. Der Dienst ist vor allem konzipiert für diejenigen, die sich kontinuierlich und
längerfristig zu einem Themenbereich informieren wollen.
soFid ist zu folgenden Themenbereichen erhältlich:
● Allgemeine Soziologie
● Berufssoziologie
● Bevölkerungsforschung
● Bildungsforschung
● Familienforschung
● Frauen- und Geschlechterforschung
● Freizeit - Sport – Tourismus
● Gesellschaftlicher Wandel in den neuen
Bundesländern
● Gesundheitsforschung
● Industrie- und Betriebssoziologie
● Internationale Beziehungen / Friedensund Konfliktforschung
● Jugendforschung
● Kommunikationswissenschaft: Massenkommunikation – Medien – Sprache
● Kriminalsoziologie + Rechtssoziologie
● Kultursoziologie + Kunstsoziologie
● Methoden und Instrumente der Sozialwis●
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senschaften
Migration und ethnische Minderheiten
Organisations- und Verwaltungsforschung
Osteuropaforschung
Politische Soziologie
Religionsforschung
Soziale Probleme
Sozialpolitik
Sozialpsychologie
Stadt- und Regionalforschung
Umweltforschung
Wissenschafts- und Technikforschung
Recherche Spezial und sowiport-dossiers: aktuelle Themen im Internet
Zu gesellschaftlich relevanten Themen in der aktuellen Diskussion werden in der Reihe „Recherche
Spezial“ Informationen über sozialwissenschaftliche Forschungsprojekte und Veröffentlichungen
zusammengestellt. In den Dossiers in sowiport (hervorgegangen aus der Reihe sowiPlus bzw. den
thematischen Dokumentationen der Virtuellen Fachbibliothek Sozialwissenschaften) werden solche
Informationen darüber hinaus mit Internetquellen unterschiedlichster Art (aktuelle Meldungen, Dokumente, Analysen, Hintergrundmaterialien u.a.m.) angereichert. Alle Themen sind inhaltlich gruppiert zu finden unter www.sowiport.de/themen.
Informationstransfer von und nach Osteuropa
Der Bereich Informationstransfer Osteuropa fördert die Ost-West-Kommunikation in den Sozialwissenschaften. Er unterstützt die internationale Wissenschaftskooperation mit einer Vielzahl von Informationsdiensten.
Eine wichtige Informationsquelle für Kontakte, Publikationen oder Forschung bietet in diesem Zusammenhang auch der Newsletter „Sozialwissenschaften in Osteuropa", der viermal jährlich in englischer Sprache erscheint.
Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung – CEWS
Als integraler Bestandteil der Fachinformation bietet CEWS disziplinenübergreifend Zugänge zu
Themen, Informationen und aktuellen Fragen der Gleichstellung in der Wissenschaft. Durch das
Sichtbarmachen des Potentials hoch qualifizierter Wissenschaftlerinnen unterstützt die Datenbank
FemConsult die Erhöhung des Frauenanteils bei der Neubesetzung von Professuren und Führungspositionen in Wissenschaft und Forschung und die Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen.
Das CEWS-Themenportal integriert Informationen zu allen gleichstellungsrelevanten Themen im
Bereich Wissenschaft und Forschung (z.B. Chancengleichheit im Hochschul- und Wissenschaftsprogramm HWP, Statistik und Gleichstellungsrecht an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen).
Internet-Service der GESIS
Umfassende Informationen zu GESIS und zum Angebot an Dienstleistungen finden Sie unter
www.gesis.org
GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Abteilung Fachinformation für die Sozialwissenschaften
Lennéstraße 30
GESIS-Servicestelle Osteuropa
53113 Bonn
Schiffbauerdamm 19 • 10117 Berlin
Tel.:+49 (0)228-2281-0
Tel.:+49 (0)30-23 36 11-0
E-mail:[email protected]
E-mail:[email protected]

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