Maurice Koechlin - Neue Zürcher Zeitung

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Maurice Koechlin - Neue Zürcher Zeitung
-Z Nr. 1110
B.
Okfobar
(i,
1687.
-'im) 1888
14.
tainladian
dtf
s.pi.mbar
23.6.194-6
1888
der groljan AMrakfion
Zum Tode des schweizerischen Erbauers der
1M4 worfle In Parti mit der Planung der inf das JaJir
1889 vorgesehenen Weltausstellung begonnen. Damals
faßte Maurice Koechlin den Gedanken, für diese Ausstellung ein Bauwerk tu schaffen,
dai ihr ein markant«
Gepräge geben
lollte. Seine gante Freiteit verwendete et
darauf, das Projekt für einen in Baukonstruktion tu errichtenden Turm von 3O0 Meter Hohe austuarbelten. Für
den ihm unterbreiteten Vorschlag konnte sich Gustave
Eiffel tunächst durchaus nicht begeistern. Die achlichte
Eisenkonstruktion erschien Ihm tu nüchtern, dem Gelehmaek jener Zeit «Hm fern. Andere Ingenieure und
verichledene Architekten befaßten sieh ebenfalls miedern
Studium ähnlicher Turmprojekte; keine« fand jedoch rlir
Zustimmung der
Baukommission. Aufsehen rrrr.gtalthinjcgen dann doch d&s von Eiffel eingereichte Projekt
uniere» Landimannes Maurice Koechlin, das iniwischen
architektonisch dem damals herrschenden Schönheitsempfinden einigermaßen angepaßt worden war. Es wurde
angenommen. Nnrh aber waren viele Einwände
m entüberwinden,
kräften und unendliche Schwierigkelten
bl« endlich am 8. Januar 1887 der Vertrag iwischrn der
Firma Eiffel und dem französischen Staat und der Stadt
Paris unterzeichnet wurde, der die Bedingungen festlegte,
unter denen auf dem Champ de Mars ein 300 Meter hoher
v.
30. Januar
dir
Paris« Waltitmtarluna,
It. Mira
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de 300 Metros" Maurice Koechlin
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Maurlca Koachlln
In Veytaux am Gonfanee, wo »t minen
Lebaniaband varbrachla
nn'd Reiseführer, die wir anter dem Stichwort ..Eiffelturm" konsultieren, nennen um al» SchöpHandtücher
fer »ml Erbauer dieser genial erdachten Eisenkonstruktion
Gustave Eiffel. Das geschlrht ni Unrecht. Weder hat er
dai Projekt für diese« einzigartige Bauwerk geschaffen,
noch die Arheltcn bei Eratellung de« Turme« geleitet. In
Diensten itantl ein junger Schweller Ingenieur,
Maurice Koechlin; Ihm allein gebührt Hie Ehre, Urheber
Projektes m lein. Auch an »einer Verwirklichung
de«
maßgebend beteiligt.
war er
Vor wenigen Tngen nun iit Maurice Koechlin In Verrat» am Genfersee Im Alter von 90 Jahren geatorben.
ursprünglich aua Bflhl im Klsafl, Sein Studitrm
Er «lammte
absolvierte er all Schüler von Prof, Cutmann am Polytechnikum In Zürich, dessen Bürgerrecht er I87fi erwarb.
Dlplom-Ingenleur betätigte er lieh tiinächst
AI« junger
bei den Chemins de fer de 1'Es.t und übernahm dann
wenige
«pater In der Konstruktionsfirma Gustave
Jahre
Eiffel In Levallols-Perret bei Parli die Leitung de«
.iii,
Bureau d'jtudei.
Kit.
Court HtmizoNTAir. montaani
it
ihFVwiCau
Elierner Oalarleabiehluli Im Zsllgaichmick
dar Naunilgarjihr«
Klsenhirm errichtet werden sollte. UnvertflgMeh wurde
das Werk nun in Angriff genommen. In einem in der
Gesellschaft ehemaliger Studierender dei Eidgenossischen
Polytechnikums Zürich In Paris gehaltenen Vortrag schilderte Ingenieur Koechlin die anter leiner Leitung geleistete große Prnjektlonsarbelt, Dieter Vortrag wurde
damals In der Schwelzerischen Bauzeitung veröffentlicht.
Wir
lesen
dorli
dessins du projet definltlf an nombre de 7AA et
let calcul« linien! falls au bureau det etudei par 10 a 16
Ingenieurs et dessinateurs. Ces dessins passaient ensuite au
bureau de details ni'i le faisaient lei desilni d'aleller et
les dessins de monlageg 20 dessinateurs y Maien! occupe» a
detailler toutes lc* pieres au nombre de 18 000 represented rar 4000 denim, En meW tempi 3 architectes
lluriialent la dekoration et le» amenagementi des restaurant»."
Unter den Mitarbeitern Koechlins verdienen genannt tu
werden sein Jüngerer Bruder, Henri Koechlin, ebenfalls
Abiolvent de» Polytechnikums Zürich, und Ingenieur
Notiguler, der die außerordentlich schwirrigen Montage,
arbeiten leitete
In verhältnismäßig kurzer Zelt wurde
die rissige Arbeit bewältigt, Am I. Mai 880 konnte der
Turm durch den Präsidenten der Republik, Sadi Carnot)
eingeweiht werden, und
all sich die Tore der Austeilung
1
Varllkalpro]akllon tlnei dar vlar ichrjgon Turmlülja
»lonilniMloniikliian
lOr
ilan Einbau dar "«rionanaufiOg*
am 8. Mal für das Publikum öffneten, wurde diese unleugbar gräßtc Attraktion der Ausstellung von den Besuchern erstürmt.
Von der Gesellschaft der Zivilingenieure Frankreichs
wurde dem Schöpfer des Eiffclturmprnjcktes die Goldene
Medaille überreicht für »eine in der Metallkonstruktion
enteilen überziehenden Fortschritte. Anläßlich der Feier
des iOj.ihrigen Bestehens de» Eiffelturms In Paris am
April 191» erlebte Maurice Koechlin noch die Genug12.
tuung, als Erbauer der
de 300 Metrci" gebührend
gefeiert und mm
Präsidenten der Societi de la Tour
q_
ernannt tu werden,
j^ii
Neue Zürcher Zeitung vom 22.06.1946

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