1. Ziele,Aufgaben und Systematik der Arbeitswissenschaft 1.1

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1. Ziele,Aufgaben und Systematik der Arbeitswissenschaft 1.1
1. Ziele,Aufgaben und Systematik der Arbeitswissenschaft
1.1 Historischer Abriß
erste Hochkulturen (5. - 1. Jahrtausend v. Chr. Mesapotanien, Ägypten)
Herodot :
- Spezialisierung der Arbeit (Tempelbau,Handwerker,Straßenbau)
- spezifisches Arbeitsregime, ergonomische Spezialwerkzeuge,Untersuchung und Analyse von Arbeitsunfällen, Spezialnahrung für
spezifische Arbeiter
Arbeitswissenschaft
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1-1
. Dr.Risch/Prof. Lindner
• Aristoteles 384 - 322 v. Chr. (Lehrer Alexander d. Gr.)
- Beschreibung der Krankheiten bei Sportlern (Berufsläufer)
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• Hippokrates 466 - 374 v.Chr. (Nestor der abendländischen Medizin)
- exakte Beschreibung von Berufskrankheiten + Therapie
(Seeleute,Gärtner,Bleiarbeiter)
• römisches Reich Plinius d.Ä. 23-79 n.Chr.
- Arbeitsschutzmaßnahmen (Handschuhe,Stiefel,Atemmasken) bei
Schwefel- und Quecksilberherstellung in Sizilien
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Dr.Risch/Prof. Lindner
• Acricola (1499-1655) Stadtrat und Arzt von Joachimsthal
.,
,
„de re metallica“ : wissenschaftliche Behandlung der Bergwerksarbeit
-Stollenbelüftungssysteme, Wasserkünste,
- Beschreibung physischer
Arbeitsschwere, Gnadengroschenkassen, Cuxe ((Knappschaften,
kein Soldatendienst, Steuerbefreiung))
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.
.
• 1650 England : gesetzliche Anwesenheit von Chirurgen auf Segelschiffen
HMS Victory
-900 Mann Besatzung
-100-Kanonen-Boot
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• 1733 Stephan Hale : Blutdruckmessung mit Manometer
• 1750 Friedrich Heckel : erste Luftstaubmessungen
• um 1800 Spiegelherstellung in Nürnberg ; 103 Belegtische, 600 Arbeiter,alle
mercurialkrank
„All die mit Quecksilber hantieren, sind lahm, leicht erstickt und nimmer
keiner rechten Gesundheit wartend „
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• 1819 England :Verbot der Kinderarbeit unter 9 Jahren ; Nachtarbeitsverbot für
Jugendliche 13 - 18 Jahre; maximale Wochenarbeitszeit
69 h !
• 1904 Deutschland : Nachtarbeitsverbot für Jugendliche unter 16 Jahren
• 1910 Deutschland : Einführung von minimal Ruhezeiten = Arbeitspausen
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1-7
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Initiierung der modernen Arbeitswissenschaft
Frederic Winslow Taylor (1856- 1916 )
Frank Bunker Gilbreth (1864- 1924 )
- die amerikanischen Ingenieure Taylor und sein Schüler Gilbreth ( Bethlehem Steel
Corp.) analysieren um die Jahrhundertwende wissenschaftlich das Arbeitsverhalten
des Menschen
- in den Standardwerken „shop management“ (1911) und „princibles of scientific
management (1913) wird der Versuch unternommen, auf der Basis von
Zeit- und Bewegungsstudien den Leistungsgrad der Arbeitskräfte zu bestimmen
Leistungsgerechte Entlohnung= Differentiallohnsysteme
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- mittels der von Mybridge entwickelten Filmtechnik ermittelt Taylor den Ermüdungsgrad in Abhängigkeit der Arbeitsschwere (um 1902)
Studien von Bewegungsabläufen (um 1905)
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Praktische Nutzung
Einführung der Fließfertigung bei Henry Ford in den High-Land-Fabriken
= industrielle Revolution
Verkaufspreis Model T : Senkung von 850 auf 350 $
Mindestlohn der Arbeiter: Erhöhung 2 auf 5 $ /Tag
extreme Arbeitsteilung schafft auch für minder Qualifizierte Arbeitsplätze
Baugruppenmontage bei
Ford durch Auswanderer
um 1908
Aufsetzen der Karosserie
auf Rahmen in Fließfertigung
(Model Ford T um 1908
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Endmontage bei Ford um 1909
Endmontage Opel AG Rüsselsheim 1912
Tagesproduktion bei Ford um 1912
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Kritik am Taylorismus = Protestansätze der Arbeiterbewegung
Schnelligkeit der Bewegung+
maximale Steigerung der
Leistung = Grundprinzip zur
Bewertung der Arbeitskraft
arbeitender Mensch wird zur exakt arbeitenden und
bewusstseinslosen Maschine degradiert
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1-15
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2. Weltkrieg
rasante Entwicklung der Militärtechnik
zum ersten Mal zeigen sich besonders scharf die Grenzen bei der
Interaktion Mensch- Maschine
(Probleme Zusammenspiel zwischen Sensorik und Motorik)
Zwangsweise und
schnelle Entwicklung der
Arbeitswissenschaft
ERGONOMIE
Teams aus Anatomen,Physiologen,Psychologen und Konstrukteuren
entwickeln Kriegsgerät unter extremen Zeitdruck
JU 87, Me262, FI 103, V2 ,U-Boote mit Reichweite bis 40 000 Seemeilen
Missbrauch der Wissenschaft
Versuche am lebenden Organismus
Unterkühlung, Luftdruckexperimente etc.
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1-16
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Sturzkampfbomber (Ju 87)
Do 335
Arbeitswissenschaft
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U-Boot Typ XXI (Elektroboot) Reichweite 20.000 sm, 80m. 90 Mann Besatzung)
Arbeitswissenschaft
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Eisenbahngeschütz „Dora“
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Versuche an Häftlingen in Konzentrationslagern Buchenwald, Ravensbrück und
Auschwitz
Versuchsblock 16 in Auschwitz
Arbeitswissenschaft
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1-20
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Unterkühlungsversuche Konzentrationslager Dachau/Auschwitz
Arbeitswissenschaft
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1-21
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Entwicklung der Arbeitswissenschaft in Deutschland
• um 1910 ZEISS-Werke : Abbe`gelang der Nachweis, dass mit Verkürzung der
Arbeitszeit durch Nutzung der von Taylor praktizierten Arbeitsteilung
(Fließfertigung) eine Steigerung der Tagesleistung möglich ist
Reduzierung der Arbeitszeit von 9h auf 8h/Tag ; Stundenverdienst
0,62 auf 0,75 RM
• 1913 Kaiser-Wilhelm-Institut für Arbeitsphysiologie ( Rubner)
- physiologische + psychologische Reaktionen auf Arbeitsschwere
- Ernährung und Arbeitsleistung
- Antropometrie und Arbeitsleistung
• 1921 Reichsarbeitsausschuss für wirtschaftliche Fertigung
• 1924 Reichsarbeitsausschuss für Arbeitszeitermittlung (jetzt REFA= Verband
für Arbeitsstudien)
- u.a.Richtlinien und Verfahren zur Durchführung von Zeit - und Arbeitsstudien
Arbeitswissenschaft
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1-22
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z.Zt „stürmische Entwicklung und Anwendung der Arbeitswissenschaft in nahezu
allen Segmenten der Wirtschaft
Wichtiges Marketing-Instrument bei der Distribution der Produkte
Ergonomische Produktgestaltung
(Konsumgüter, Autoindustrie)
• Mercedes F 800 Style
Arbeitswissenschaft
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Sicht
• Rundumsicht und Rückspiegel
• Fahrzeugmaße
•I nstrumente (Beleuchtung, Beschriftung und Größe, Sprache, Anordnung Display)
Ein- und Ausstieg
• Kopffreiheit
•Sitzposition/Sitzhöhe
• Bein- Fußfreiheit
• Ausstieg bei engen Parklücken ( Türöffnungswinkel)
• Höhe Ladekante
Erreichbarkeit und Ablesbarkeit der Bedienelemente
• Erreichbarkeit Sicherheitsgurte
• Position/Bedienbarkeit Lenkrad, Pedale, Schalthebel, Handbremese
• Radio Navi etc.
Altersanzug zur Simulation der Mobilitätseinschränkung bei älteren
Menschen bei Ford ( Menschen mit Behinderung)
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1-24
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Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen
Belastungsanalyse Multi-Media-Technik
Arbeitswissenschaft
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Ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen /Fabrikplanung
Erfassung von Umweltbelastungen
Arbeitswissenschaft
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Raketen auf Rädern
Formel-1 Piloten sind Belastungen wie im All ausgesetzt
Hochgeschwindigkeitskurs Silverstone
• 1 kg Wagenmasse wird von 1,23 PS bewegt ( enorme Frontal- und Querbeschleunigung, extreme Höchstgeschwindigkeiten und Bremsverzögerungen)
• Abbremsen auf langen Geraden Spitzenwerte 4 g (Coulthard Mc Laren -Mercedes
wiegt bei 320 in Bridge-Senke plötzlich 320 kg)
• Beschleunigung 0-100 km/h : 2,8 s; 0-180 km/h : 3,8 s ; Bremsen 110-0 km/h:2s
• an 4 Stellen beschleunigen Piloten auf Tempo 320 (Streckenlänge 450 bis 750 m)
60 Rennrunden : 450 Kraftakte(Nackenmuskulatur), ständige Verschiebung
Hirnmasse und Blutmengen, ständige Veränderung Herzdurchblutung
Leistungen nur von top-trainierten Rennfahrern ; Überlegungen zur Einführung
von Druckanzügen (Düsen-Jet)
Arbeitswissenschaft
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1-27
Belastungen der Kampfpiloten extrem ; Gewichtsverlust 5 kg /Flug
Piloten tragen G-Anzüge ( Anzug mit Luftkammern, werden vom Triebwerk
aufgeblasen, verhindern Blutentweichen in Extremitäten)
Arbeitswissenschaft
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1-28
Prof. Dr. H. Lindner
Arbeitswissenschaft
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4
1.2 Arbeitsbegriff, Definition „Arbeitswissenschaft“
Arbeitsbegriff : Ursprung des althochdeutschen Begriffes arabeit
vereinigt 2 Inhalte : 1. Not,Mühsal
2. Werk als Ergebnis einer Tätigkeit
Subjektbezogen := Anstrengung
Objektbezogen : = Wertschöpfung,Ausführbarkeit,Effizienz
• oftmals Identität Arbeit und Strafe : Arbeitslager, Arbeitshaus
• andere Sprachen klare Unterschiede : trud-rabota, work-labour
Begrifflichkeit läßt Humanisierungsaspekte erkennen
Neue Definition des Arbeitsbegriffes nach Stirn
= Tätigkeit des Menschen, bei dem dieser mit anderen Menschen und
technischen Hilfsmitteln in Interaktion tritt, wobei unter wirtschaftlichen
Zielsetzungen Güter und Dienstleistungen erstellt werden, die entweder
vermarktet oder von der Allgemeinheit subventioniert werden
Arbeitswissenschaft
= Systematik der Analyse , Ordnung und Gestaltung der technischen,organisatorischen und sozialen Bedingungen von Arbeitsprozessen mit
dem Ziel, daß die Menschen in produktiven und effizienten Arbeitsprozessen
1. Schädigungslose, ausführbare und beeinträchtigungsfreie
Arbeitsbedingungen vorfinden
2. Erfüllung von Standards hinsichtlich Arbeitsaufgabe, Arbeitsinhalt,
Arbeitsumgebung, Entlohnung und Kooperation
3. Handlungsspielräume zur Entfaltung von Persönlichkeit und Kooperation mit anderen vorfinden
Arbeitswissenschaft
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1-29
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Gegenstand, Kernfrage und Hauptinhalt der Arbeitswissenschaft
- aus der Definition „Arbeitswissenschaft“ ergibt sich deren Gegenstand
Wissenschaftliche, methodische und systematische Behandlung aller Fragen, die sich mit der Planung, Gestaltung
und Leitung der menschlichen Arbeit ergeben
Kernfrage
Was kann der Mensch
im Arbeitsprozess
leisten ?
Ohne exakte Leistungsbeschreibung
• keine exakte Terminbestimmung
• kein reproduzierbarer Betriebsablauf
• keine optimale Auslastung der elementaren Produktionsfaktoren
• keine exakte Kalkulation der Betriebsergebnisse usw.
Arbeitswissenschaft
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1-30
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1.3 Gestaltung von Arbeitssystemen
Arbeitsplatz
Arbeitsmittel
•physische Beanspruchung
• Herz/Kreislauf
• Motorik
• Sinnesorgane
• Lärm
• Klima
• Licht
• Umwelt
Arbeitsumwelt
+
Arbeitsaufgabe
psychische Beanspruchung
Inanspruchnahme
physischer +
psychischer
Funktionssysteme
Beanspruchung
• Affekt
• Angst
• Konzentration
Motivation
Anpassung Mensch
habituell,konsistent
• anatomische + physiologische Voraussetzungen
• Fähigkeiten + Fertigkeiten
• habit. Persönlichkeit
Situativ,aktuell
• Motivation, Wille, Bedürfnis
• situative Eigenschaften
Aktivationsniveau
niedrig
Schlaf
hoch
Ruhe Wachbleiben optimale Leistung Hyperaktivierung Zusammenbruch
physischer
Leistung
Arbeitswissenschaft
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1-31
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Komplexdarstellung Arbeitssystem
Arbeitssystem
Ziele
der
AW
=
Wirtschaftlichkeit
+
Humanität
Arbeitsumgebung
Gestaltungsbereiche
Mensch
(Beanspruchung)
Arbeitsablauf
= Ausbildung
Unterweisung
Eignungsermittlung
Gestaltung
Arbeitsplatz
Arbeitsumgebung
Material
Inform.
ergonomische
Fertigung
und
Produkt-gestaltung
+
+
Bewertung
Arb.System
+
Belastung
Persönlichkeitsförderlich
Zumutbarkeit
Arbeitsmittel
Arbeitsschutz
Arbeitsergebnis
Methoden
Arbeitsaufgabe
Anforderungen
Erträglichkeit
Ausführbarkeit
Arbeitswissenschaft
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Kriterien zur Gestaltung des Arbeitssystems / Birkwald/
Persönlichkeitsförderlichkeit
Zumutbarkeit
Erträglichkeit
Ausführbarkeit
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1-33
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Ausführbarkeit
• keine Gefährdung des Lebens
• Arbeit muss der Sensorik Rechnung tragen
• (AM+AG müssen mit Sinnesorganen erfassbar sein
• Arbeit muss Körpermaßen und Körperkräften entsprechen
Arbeitswissenschaft
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1-34
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Erträglichkeit
• Einhaltung der Dauerleistungsgrenze
(Schicht, Jahr, Arbeitsleben, Männer, Frauen)
• Beachtung der Umwelteinflüsse
(Licht, Lärm, MAK usw.)
Arbeitswissenschaft
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1-35
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Zumutbarkeit
• Beachtung gesellschaftlicher Normen + Werte
• Mehrheit der Betroffenen akzeptiert Arbeitssystem
• Zumutbarkeit kann sich ändern
(Bürohilfsarbeit für Hochqualifizierte auf Dauer
nicht zumutbar)
Arbeitswissenschaft
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1-36
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Persönlichkeitsförderlichkeit
•Arbeit trägt zur positiven Formung der
Persönlichkeit bei (Wohlbefinden)
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1-37
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Charakteristika der persönlichkeitsfördernden Arbeit
Kriterium
Ganzheitlichkeit
Aufgaben beinhalten planende
kontrollierende + ausführende
Anteile
Anforderungsvielfalt
Möglichkeit zur
sozialen Interaktion
Autonomie
Wirkung
Inhalt
Wechsel von intellektuellen
Anforderungen mit Routine
= Mischarbeit
• Nutzung unterschiedlicher
Fertigkeiten
• Vermeidung einseitiger
Beanspruchung
Kooperation,Kommunikation
Teamkonzepte
•Gemeinsame Lösung von
Schwierigkeiten
• Belastung + Streß werden
besser bewältigt
Schaffung von Handlungsspielräumen ermöglicht Kontrolle und
Selbstregulierung der Arbeitsprozesse
Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten
•Stellenwert der Arbeit
wird erkannt
• komplexe Rückmeldung
des Arbeitsfortschrittes
Arbeitsaufgaben enthalten
Problemlösungen
•Steigerung von Selbstwertgefühl
• Bereitschaft der Übernahme von Verantwortung
• Erhaltung der mentalen
Flexibilität
• Weiterentwicklung der
beruflichen Qualifikation
Arbeitswissenschaft
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1-38
Dr.Risch/Prof.Lindner
Beurteilung arbeitsbedingter Belastung – Profildarstellung Putzer
Interpretation der Beurteilungsstufen
Urteil
Stufe
vernachlässigbar oder sehr gering belastend
1
gering belastend
2
belastend
3
Grenzbereich
4
Überbelastung möglich
5
Überbelastung wahrscheinlich
6
Überbelastung sehr wahrscheinlich
7
Arbeitswissenschaft
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1-39
Dr.Risch/Prof.Lindner
Arbeitswissenschaft
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1-40
Dr.Risch/Prof.Lindner
Arbeitswissenschaft
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1-41
Dr.Risch/Prof.Lindner
Negativbeispiele für die Gestaltung von Arbeitssystemen
1. Plazierung der Steueraggregate und des Fensters berücksichtigen nicht die
Maße des menschlichen Körpers
Zwangshaltung ,schwierige Handhabung der Bedienelemente
2. Schlechte Arbeitshaltung, falsch angebrachtes Fußbetätigungselement, direkt
zu schaltende Widerstände ,Beobachten des Transportgutes, Vorbeugen und
Hinauslehnen aus dem Kanzelfenster beanspruchen Muskeln und verlangen
komplizierte Bewegungen
3. Anordnung der Bedienelemente erschweren Bedienung und Übersicht über
den Arbeitsbereich, insbesondere der Last und Bewegung des Anbinders
4. Bauart und offenes Fenster
Umwelteinflüsse wirken unmittelbar auf
die Arbeitskraft (Lärm,Klima,Staub)
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1-42
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Handkonfektionierung
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Globalisierte Wirtschaft
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1.4 Interdisziplinärer Charakter der Arbeitswissenschaft
Hygienos: gesund,unversehrt
Toxikos:Gift vom Pfeil
Pathos: Leiden
Arbeitsmedizin
Anatomie, Arbeitshygiene
Arbeitstoxikologie,Arbeitspathologie
Arbeitsphysiologie
Arbeitsrecht
Arbeitsvertrag, Urlaub,
Versicherung
Muskulatur,Kreislauf,
Sensorik,Energiehaushalt
Arbeitswissenschaft
Ergonomie
Arbeitstechnologie
Arbeitssoziologie
Konfliktforschung,soziale
Hierarchien,Gruppen
Arbeitsstudium,Zeitermittlung
Sozius: gemeinsam,Mitmensch
Arbeitspädagogik
Betriebswirtschaft
Methoden und Techniken
in der Ausbbildung
Arbeitswissenschaft
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Dr.Risch/Prof.Lindner
Arbeitsrecht
Arbeitspsychologie
Arbeitsvertragsrecht
u.a.Arbeitsvertrag,Urlaub,Beendigung
Kollektives Arbeitsrecht
u.a. Tarifvertrag,Betriebsrat,Arbeitskampf(Streik)
(Seele,Gemüt)
U.a. Bestgestaltung Arbeitsmittel,
Arbeitsanforderungen,Mensch-Maschine Kommunikation, psychische
Beanspruchung
Arbeitssoziologie
Rechtsschutz im Arbeitsrecht
u.a. Arbeitsgerichte(Aufbau,
Funktion)
u.a. Konfliktforschung,Betriebshierarchien, Gruppenentstehung,
neue Organisationsformen,
Sozialversicherungsrecht
u.a. Rentenversicherung,Unfallversicherung,Krankenversicherung,
Rechtsschutz,Arbeitslosenversicherung
Arbeitspädagogik
u.a. Methoden und Techniken der
Ausbildung + Erfordernisse,
Jeder Leiter muß Arbeitspädagogik
beherrschen ( Unterweisung,Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz
Arbeitspsychologie
Arbeitspathologie
2004: 90.000 angezeigte Berufskrankheiten(Lärm Nr.1)
Arbeitshygiene
Früherkennung von Belastungsfaktoren, Risikominderung,vorbeugender Gesundheitsschutz
Arbeitstechnologie = Arbeitsstudium
Gestaltung optimaler Arbeitssysteme
unter Beachtung Leistungsfähigkeit
des Menschen(Zeitermittlung-REFA)
Zunehmende Mechanisierung +
Automatisierung
Belastung zunehmend durch
psychische Komponenten ersetzt
- Informationsaustausch Mensch
Maschine
- multimediale Arbeitsplätze
- Aus- und Weiterbildung
- Einsatzberatung in Personalabteilung
- Personalführung
Arbeitswissenschaft
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1-46
Dr.Risch/Prof.Lindner
Arbeitswissenschaft
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