Hinweise für den Schüler

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Hinweise für den Schüler
Abitur 2003 Sport Lk
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Hinweise für den Schüler
Aufgabenwahl:
Ihnen werden zwei Prüfungsarbeiten vorgelegt (Block A und Block B).
Wählen Sie einen Block aus und bearbeiten Sie diesen.
Bearbeitungszeit : Die Bearbeitungszeit beträgt 300 Minuten. Zusätzlich werden 30 Minuten Einlesezeit für die Wahl des Aufgabenblocks gewährt.
Hilfsmittel :
Duden (Deutsche Rechtschreibung)
Sonstiges :
Alle Prüfungsunterlagen sind geschlossen zurückzugeben.
Entwürfe zur Reinschrift können ergänzend zur Bewertung nur herangezogen werden, wenn sie zusammenhängend konzipiert sind und die
Reinschrift etwa 3/4 des erkennbar angestrebten Gesamtumfangs umfasst.
Wertigkeit der Themen
Block A
- Trainingslehre und sportbiologische Grundlagen (70 %)
- Bewegungslehre (30 %)
Block B
- Bewegungslehre (70 %)
- Sport und Gesellschaft (30 %)
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Block A
Thema: Trainingslehre und sportbiologische Grundlagen
1
„Es ging Schlag auf Schlag an diesem Super-Sonntag. Im Fokus des Interesses lag das
Olympiastadion, wo vor 110000 Zuschauern binnen zehn Minuten die schnellste Frau
und der schnellste Mann der Welt gekürt wurden. Marion Jones, die strahlende 24jährige Kalifornierin, benötigte 49 Schritte bis zum geplanten 100-m-Olympiasieg...
Jones war überraschend schnell aus den Startblöcken gekommen und nach 10,75 Sekunden die halbe Ewigkeit von 37 Hundertstelsekunden vor der Griechin Ekaterini
Thanou am Ziel. Überlegener hatte nur die Australierin Majorie Jackson 1952 ein
olympisches 100-m-Finale gewonnen... Marion Jones durchschritt die Sprintdistanz
mit ihren fließenden Bewegungen wie ein schwebender Engel. Ihr Landsmann Maurice Greene gleicht dagegen einer Lokomotive, die mühsam in Fahrt kommt, aber
dann wie ein Hochgeschwindigkeitszug über die Ziellinie braust. Bei leichtem Gegenwind trommelte er die Bahn in 9,87 Sekunden hinunter, acht Hundertstel über seinen Weltrekord.“
(Sydney 2000, OSB Olympische Sport Bibliothek, Pro Sport Verlag, München 2000)
1.1
Nehmen Sie eine Begriffsbestimmung der motorischen Fähigkeit Schnelligkeit vor
und erklären Sie deren Verlaufsformen an je einem Beispiel.
1.2
Erläutern Sie fünf trainingsmethodische Prinzipien des Schnelligkeitstrainings.
1.3
In Abbildung 1 ist der typische Geschwindigkeits-Zeit-Verlauf eines 100-m-Laufs
schematisch dargestellt.
Abbildung 1
(Hartmann, P.; Senf, K.: Sport verstehen-Sport erleben, Stoba-Druck, Lampertswalde 1997)
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1.3.1
Teilen Sie die 100-m-Strecke anhand des v-t-Verlaufs in charakteristische Teilabschnitte ein und ordnen Sie jedem Teilabschnitt eine dominierende Komponente der
Sprintschnelligkeit zu.
1.3.2
Erörtern Sie die Belastungsstruktur (Reizstärke, -dichte, -dauer, -häufigkeit), die Methoden und Trainingsmittel zur Entwicklung der Schnelligkeit im leichtathletischen
Sprinttraining.
1.4
Charakterisieren Sie das Schnelligkeitstraining in Spielsportarten.
Gehen Sie dabei auf Belastungsstruktur und Methoden ein.
1.5
Abbildung 2 zeigt die Versuchsergebnisse von sechs Versuchspersonen beim Bankanziehen mit von 10 bis 100 kg ansteigenden Lasten. Die Geschwindigkeit wurde auf
einer definierten Strecke mit Lichtschranken gemessen. Im Ergebnis der Versuchsauswertung wurde auf eine relative Unabhängigkeit der Schnelligkeitsleistung
von der Maximalkraft geschlussfolgert.
Können Sie diese Auffassung bestätigen?
Begründen Sie Ihre Meinung.
Abbildung 2
(Martin, D.: Trainingslehre, Limpert-Verlag, Wiesbaden 2000)
1.6
Definieren Sie den Begriff Antizipation und diskutieren Sie, inwieweit diese die
Schnelligkeitsleistung beeinflusst.
1.7
Schnelligkeitsleistungen werden unter anderem auf Muskelqualitäten zurückgeführt.
1.7.1
Erklären Sie die Abläufe bei der Kraftbildung im Muskel, wenn ein Aktionspotential
an der motorischen Endplatte auf die Muskelmembran übertragen wird.
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1.7.2
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5
Die Energiebereitstellung bei Belastung lässt sich bis zum vollständigen Abbau der
Energieträger in drei Abschnitte einteilen.
Nennen Sie die Abschnitte und beschreiben Sie den Ablauf der Energiebereitstellung
bei einem 200-m-Sprintlauf.
1.7.3 Stellen Sie in einer Übersicht die Muskelfaserstruktur des Menschen dar und erörtern
Sie Trainingseinflüsse.
Thema: Bewegungslehre
2
In der Praxis der Leichtathletik finden gegenwärtig zwei konkurrierende Kugelstoßtechniken Anwendung. Zahlreiche Athleten, die von der Angleittechnik zur Dreh-
stoßtechnik wechseln wollten, sind nach einer gewissen Zeit des Übens dieser Technik
wieder zu der erlernten Angleittechnik zurückgekehrt. Dabei ist, theoretisch anerkannt, aus biomechanischer Sicht die Drehstoßtechnik zu favorisieren.
2.1
Setzen Sie sich mit dieser Aussage auseinander.
2.2
Erläutern Sie anhand der Abbildung 1 das Modell der Steuerung und Regelung der
Bewegung. Gehen Sie dabei auch auf den Anteil und die Bedeutung einzelner
Analysatoren in den unterschiedlichen Bewegungsphasen ein.
Begründen Sie Ihre Aussagen.
Abbildung 1 Drehstoßtechnik
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www.sportunterricht.de/lksport/lksport.html
2.3
Charakterisieren Sie anhand der Abbildung 1 die Phasenstrukur. Gehen Sie auf die
Bedeutung der einzelnen Teilphasen für einen optimalen Ablauf der Gesamtbewegung ein.
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Block B
Thema: Bewegungslehre
1
Die koordinativen Fähigkeiten nehmen im Komplex der Leistungsfaktoren einer
Sportart einen wichtigen Stellenwert ein.
1.1
Setzen Sie sich mit dieser Aussage auseinander.
1.2
Charakterisieren Sie das Wesentliche der einzelnen koordinativen Fähigkeiten. Gehen
Sie bei der Darstellung der koordinativen Fähigkeiten auch auf die Bedeutung dieser
in ausgewählten Sportarten ein. Begründen Sie Ihre Auffassung.
1.5
Untersuchen Sie an den beiden sportlichen Techniken (Abbildung 1 und 2) den
Anteil einzelner koordinativer Fähigkeiten an der Gesamtbewegung.
Begründen Sie Ihre Aussagen.
Abbildung 1
1
2
Pritschen
3
4
Abbildung 2
5
Rückenschwimmen.
6
www.sportunterricht.de/lksport/lksport.html
www.sportunterricht.de/lksport/lksport.html
1.4
Für die Leistungsdiagnostik bietet die Sportwissenschaft sportmotorische Tests an.
In der Anlage (Abbildung 3) wird ein anerkannter sportmotorischer Test zur Erfassung einer koordinativen Fähigkeit vorgestellt.
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1.5.2
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Welche koordinative Fähigkeit wird dominant mit diesem Test überprüft? Begründen
Sie Ihre Auffassung aus der Sicht der Steuerung und Regelung der Bewegung.
1.4.2 Soll ein sportmotorischer Test anerkannt werden, müssen die Hauptgütekriterien erfüllt sein. Erläutern Sie das Wesentliche der Hauptgütekriterien und bewerten Sie
diese für den vorgestellten Test.
Begründen Sie Ihre Meinung.
1.4.3
Entwickeln Sie selbst einen sportmotorischen Test, der die gleiche koordinative Fähigkeit erfasst wie der Test in der Abbildung 3.
1.6
Die erfolgreiche Schulung koordinativer Fähigkeiten setzt die Beachtung methodischer Grundsätze voraus.
1.5.1 Setzen Sie sich mit dieser Aussage auseinander. Begründen Sie Ihre Auffassung.
1.5.2
Stellen Sie für jede einzelne koordinative Fähigkeit zwei Übungen aus Ihrer Sportart
vor, mit denen gezielt eine koordinativ-motorische Schulung vorgenommen werden
könnte.
Begründen Sie Ihre Auswahl.
1.6
Es ist in der Sportpraxis anerkannt, dass ein hohes Niveau in der koordinativen Fähigkeitsentwicklung den motorischen Lernprozess unterstützt.
Setzen Sie sich mit dieser Aussage auseinander.
Thema: Sport und Gesellschaft
2
Das Jahr 2003 wurde vom "Aktionsbündnis Schulsport" des Landes MecklenburgVorpommern zum Jahr des Schulsports erklärt. Anlässlich des 50. Jahrestages der
Gründung des DSB sagte der Bundespräsident Johannes Rau:
“Der Sportunterricht darf ruhig hohe Ansprüche stellen. Er soll die Talentierten
entdecken und fördern und möglichst auch Brücken zu den Vereinen bauen.
Er sollte aber auch die Leistungsschwächeren und weniger Begabten fördern,
ihre Entwicklung belohnen und sie nicht an absoluten Standards messen. Nur
dann können Selbstwertgefühl und Freude am Sport wachsen.“
(Rede von J. Rau: Festveranstaltung: 50 Jahre DSB / vom 08.12.2000 in Hannover)
2.1
Nehmen Sie Stellung zur Aussage des Bundespräsidenten.
2.2
Leiten Sie ausgehend von der gesamtgesellschaftlichen Funktion des Sports die Aufgaben des Schulsports ab.
2.3
Gehen Sie im Besonderen auf die soziale und biologische Funktion des Schulsports
ein.
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2.4
Betrachten Sie Anspruch und Wirklichkeit des Schulsports aus der Sicht persönlicher
Schulsporterfahrungen kritisch und begründen Sie Maßnahmen, die das Anliegen des
Schulsports fördern und unterstützen könnten.
Anlage
Abbildung 3
Hirtz, P.: Koordinative Fähigkeiten im Schulsport, Verlag Volk und Wissen,
Berlin 1985
Testbeschreibung
Der Proband steht vor einem Tisch, auf dem sich ein Klingelknopf und fünf farbige
Lampen befinden. Hinter dem Probanden liegen auf einer Kreisbahn in 3 Meter Ent fer nung fünf farbige Medizinbälle (Abstand zwischen den Medizinbällen beträgt
1,50 m). Auf ein Startkommando drückt der Proband auf den Klingelknopf, dabei
leuchtet eine
der fünf farbigen Lampen 2 Sekunden lang auf. Die Farbe wird willkürlich von einem elektronischen Zufallsgenerator ohne Wiederholung bestimmt.
Der Proband
merkt sich die Farbe, dreht sich herum, läuft zu dem mit der entsprechenden Farbe gekennzeichneten Medizinball, berührt diesen und läuft wieder zurück
zum Tisch, wo er erneut auf den Klingelknopf drückt. Ein Versuch ist beendet, wenn
der Proband vier mal einen farbigen Medizinball angelaufen ist und das fünfte Mal den
Klingelknopf betätigt. Gestoppt wird die Zeit. Der Lauf ist ungültig, wenn ein falscher
Ball berührt
wird. Der Proband hat zwei Wertungsversuche. Vor Beginn der
Versuchsdurchführung erfolgt eine genaue Erklärung und Demonstration durch den
Versuchsleiter.
Testauswertung
Bewertet wird die Zeit des besten Wertungsversuchs.