Lehrer in den Mennonitendörfern der Slawgoroder Siedlung, Altai

Transcription

Lehrer in den Mennonitendörfern der Slawgoroder Siedlung, Altai
Lehrer in den Mennonitendörfern der Slawgoroder Siedlung,
Altai, Westsibirien von 1909 - 1938
Ich habe eine Liste mit den Namen der Lehrer, die in den Dörfern in der Slawgoroder
Siedlung unterrichteten, zusammengestellt. Es sind bestimmt nicht alle Lehrer in der Liste
erwähnt, es sind Namen aus den Informationen, die ich finden konnte. Der Lehrer wurde für
ein Jahr „gemietet“, jedes Jahr wurde neu entschieden, wer Lehrer an der Schule wurde.
Deshalb haben die meisten hier erwähnten Lehrer in verschiedenen Dörfern unterrichtet. Der
Lehrer unterrichtete nicht nur in der Schule, oft war er auch der Dirigent des Kirchen- oder
Dorfchores, der Sonntagschullehrer und der Dorfschreiber. (Margarete Pasytsch Schmidt)
Peter Jakob Wiebe, Prediger der Mennoniten Kirchengemeinde,
siedelte 1909 in Orlowo. Am 6. Februar 1910 fand die erste
Schulratswahl statt, Peter Wiebe wurde zum Vorsitzenden gewählt.
Schulratswahl. Barnauler Ansiedlung, Sibirien.
„Sonnabend, am 6. Februar 1910 fand im Orlower Wolostgebäude
unsere erste Schulratswahl statt. Nachdem vom Leitenden des
Schönseer Kirchspiels Peter Wiebe mit Joh. 15, 5 die Wahl eingeleitet,
der Versammlung (von Abgeordneten der einzelner Dörfer) die Gaben
und Aufgaben eines Schulrates vor das Geistesauge geführt und
mancherlei Gedanken ausgetauscht worden waren, wurden Männer aus
dem Prediger-, Lehr- und Bauernstande in Vorschlag gebracht und zur
Wahl geschritten, welche folgendes Resultat erwies:
Von den Predigern wurden gewählt: Peter Wiebe, Orlowo (Vorsitzender); Gerhard Wiebe,
Uglowoje; Isaak Friesen, Protassowo.
Von den Lehrern: Heinrich Dörksen, Alexandrowka; Nikolai Block, Blumenort.
Von den Bauern: David Schmidt, Reinfeld; Andreas Siebert, Kleefeld.“
(Zeitschrift Friedensstimme – weiter FS - 9 / 1910)
Peter Wiebe war jahrelang Lehrer in Sagradowka, Ukraine gewesen. Bis zum Ausbruch des
ersten Weltkrieges war er Vorsitzender bei den Lehrerkonferenzen der Slawgoroder Siedlung.
Diese Konferenzen wurden zweimal im Jahr – im Frühling und Herbst – durchgeführt.
1910 –
1910 –
1911 –
fand am 6. Februar die erste Lehrerkonferenz in Orlowo statt. Es wurde die
erste Schulratswahl auf der Slawgoroder Siedlung durchgeführt. (FS 9 / 1910)
fand am 16. Oktober eine Lehrerkonferenz in Halbstadt (?) statt. (FS 93 / 1910)
fand am 12. März eine allgemeine Lehrerkonferenz in Alexanderkrone statt.
(FS 29 / 1911)
1911 –
fand am 8. Oktober in Blumenort eine allgemeine Lehrerkonferenz statt
(FS 86 / 1911)
1912 –
1912 –
1913 –
1913 –
1914 –
fand im März eine allgemeine Lehrerkonferenz in Alexandrowka (?) statt.
fand im Oktober eine allgemeine Lehrerkonferenz in Schumanowka (?) statt.
(FS 86 / 1912)
fand im März eine allgemeine Lehrerkonferenz in Orlowo (?) statt.
fand am 8. – 9. November eine allgemeine Lehrerkonferenz in Markowka statt.
(FS 96 / 1913)
fand am 14. – 15. März eine allgemeine Lehrerkonferenz in Kleefeld statt.
(FS 47 / 1914)
1914 –
Ort der nächsten Lehrerkonferenz sollte Schönsee sein. Wegen des Krieges
fand sie nicht statt. (FS 47 / 1914) (G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
Anton Löwen wohnte in Grischkowka. Er war Lehrer, Prediger
(Mennoniten Kirchengemeinde), Dirigent und Künstler, der vielen zum
Segen gewesen ist. Er war Absolvent der Chortizer Zentralschule und
Pädagogischen Kurse. In den Jahren 1901 – 1909 war er in
Kronsgarten, Jekaterinoslaw, Lehrer. Dann ging er nach Sibirien, wo er
zunächst in der Issilj-Kuljer Gegend Lehrer war und dann mit seiner
kinderreichen Familie ca. 1911 in Grischkowka, Slawgoroder Gegend,
siedelte. Er diente als Lehrer in den Dörfern Grischkowka, Grünfeld
und Schumanowka. In Schumanowka wurde 1912 eine Schule gebaut
und A. Löwen war der erste Lehrer. Nach dem ersten Weltkrieg zog er
endgültig nach Grischkowka in seine Wirtschaft, die seine erwachsenen
Söhne bearbeiteten. Anton Löwen wurde Lehrer in der neu gegründeten
Fortbildungsschule in Grischkowka. 1921 starb er an Thypus. (G. Fast
„In den Steppen Sibiriens“) (FS 96 / 1913.)
Gerhard Fast siedelte mit den Eltern in Schöntal. Er war Lehrer,
Prediger, Sonntagschullehrer in der Mennoniten-Brüdergemeinde. Er
war ab 1911 – mehrere Jahre Lehrer in Kleefeld. Er machte 1913 sein
Lehrerexamen in Novosibirsk. Nach seiner Heirat wohnte er mit der
Familie in verschiedenen Dörfern und arbeitete da als Lehrer. 1929
wollte er auch nach Kanada auswandern. Er wurde in Moskau verhaftet,
verurteilt und nach Archangelsk geschickt. Hier gelang ihm die Flucht
auf einem englischen Schiff ins Ausland. (G. Fast „In den Steppen
Sibiriens“) (G. Fast „Von Sibirien nach Kanada).
Johann Friesen wohnte in Gnadenheim, er war Lehrer, Prediger und
Jugendleiter in der Mennoniten Brüdergemeinde Gnadenheim.
(G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
Jakob Wedel wohnte in Gnadenheim. Er war Lehrer, Prediger und
Jugendleiter in der Mennoniten Brüdergemeinde Gnadenheim.
1921 / 1922 unterrichtete Jakob Wedel an der Zentralschule in
Gnadenheim – Deutsch und Religion. Er wanderte in den 20-ger Jahren
nach Kanada aus. (G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
Heinrich Funk wohnte in Nikolaipol und war ca. ab 1911 mehrere
Jahre Lehrer in Blumenort. (FS 86 / 1911) Er war Prediger in der
Mennoniten Brüdergemeinde Schöntal. Er war wohl auch mehrere
Jahre Lehrer in Schöntal. (G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
Auf der Lehrerkonferenz wurde er in den Schulrat gewählt. (FS 47 / 1914)
Heinrich Funk wurde in den 30-ger Jahren verhaftet, starb aber
unterwegs nach Slawgorod, so dass die Familie in zu Hause beerdigen
konnte.
Abram Janzen wohnte in Nikolaipol und war da Lehrer. Er machte
sein Lehrerexamen 1913 in Novosibirsk zusammen mit Gerhard Fast.
Er war Mitglied in der Mennoniten – Brüdergemeinde.
(G. Fast „In den Steppen Sibiriens“ und FS 96 / 1913)
Peter Boldt wohnte in Markowka. 1912 wurde eine Schule in
Markowka gebaut. Peter Boldt war 1913 und 1914 Lehrer in Markowka
– FS 96 / 1913 und FS 47 / 1914)
Peter Boldt schrieb: «Dem lieben Ohm Anton (Lehrer Anton Löwen)
muss ich aber noch ein paar Worte widmen, denn er war ein
gottbegnadeter Pädagoge, Prediger, Dirigent und Künstler, der vielen
zum Segen gewesen ist. Er war Absolvent der Chortizer Zentralschule
und Pädagogischen Kurse. In den Jahren 1901 – 1909 war er in
Kronsgarten, Jekaterinoslaw, Lehrer, wo ich das Vorrecht hatte, sein
Schüler zu sein.» Peter Boldt unterrichtete 1918 - 1921 in der
Zentralschule in Grischkowka. Peter Boldt wanderte nach Kanada aus.
(G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
Heinrich D. Willms wohnte in Orlowo und war Lehrer in Orlowo.
1913 war Heinrich Willms Lehrer in Alexanderfeld. FS 96 / 1913
1914 war Willms Lehrer in Grischkowka. FS 47 / 1914
1918 – 1919 unterrichtete Heinrich Willms an der Zentralschule in
Orlowo. 1919 wurden die Zentralschulen Orlowo und Schöntal
zusammengelegt und der Sitz nach Gnadenheim verlegt.
1919 – 1921 unterrichtete Heinrich Willms an dieser Schule.
(G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
Er starb 1921 an Typhus. (G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
David Thielmann siedelte in Rosenwald und war da Lehrer. Seine Frau
Sara war Hebamme. David Thielmann war Prediger der Mennoniten
Brüdergemeinde. David Thielmann wanderte mit der Familie 1929 nach
Kanada aus.
(H. Wiebe „Das Los ist mir gefallen aufs Lieblichste“)
Nikolai Block (1868) siedelte 1909 mit seiner Familie in Blumenort an
und war da zwei Jahre Lehrer. Nikolai Block war schon in Samara
Lehrer gewesen. 1913 wurde er in den Schulvorstand gewählt, er
unterrichtete aber nicht mehr selber. (FS 20 / 1913).
Nikolai Block starb 1919 nach kurzer schwerer Krankheit. (Блок «Из
Сибири в Калифорнию»)
Kornelius K. Friesen wohnte in Alexeifeld und arbeitete als Lehrer.
(А. А. Фаст «Эмиграционное движение немцев Сибири (1928 - 1930г.г.)
Kornelius Friesen wurde 1929 verhaftet und zu 10 Jahren Haft
verurteilt. Ihm wurde unter anderem zur Last gelegt, dass er in den
Pausen mit den Schülern christliche Lieder gesungen hatte.
(Фаст «В сетях ОГПУ» «Полевое»)
Bernhard Harder (1896) wohnte in Alexanderkrone und war da
Lehrer.
Einige Jahre war er auch Lehrer in Schönsee (FS 47 / 1914)
Bernhard Harder war in den 20-ger Jahren Lehrer in Karatal.
Später arbeitete er als Lehrer in Halbstadt. (Шеленберг «Кусак»)
Bernhard Harder wurde 1938 verhaftet und erschossen.
(А. Фаст «В сетях ОГПУ»)
.
Johann Rempel siedelte im Frühling 1912 in Grünfeld an. Er war auf
Einladung von Prediger Sawatzki nach Sibirien gezogen um da als
Lehrer zu arbeiten. (FS 20 / 1912, FS 61 / 1912)
Im Frühling 1913 starben beide Kinder des Ehepaars. So hat Johann
Rempel sich ganz dem Dienst an Kindern und Jugendlichen gewidmet.
Er unterrichtete 75 Schüler am Tag, zweimal in der Woche hatte er
Übstunden mit dem Chor, der aus 22 Personen bestand. Er führte
Kinderfeste in der Mennoniten-Kirchengemeinde durch, zu der er
gehörte. (FS 38 / 1913)
Jakob Dietrich Rempel wohnte in Orlowo. Er war von 1912 bis 1925
Lehrer in Orlowo. (Шеленберг «Орлово»)
Fast alle älteren Lehrer wurden in den Dörfern 1925 nicht mehr zum
Unterricht zugelassen, weil sie nicht einverstanden waren, dass der
Religionsunterricht in den Schulen verboten wurde. (G. Fast „In den
Steppen Sibiriens“)
Nikolai Franz war Lehrer und Prediger in der Mennoniten
Brüdergemeinde Schönwiese. (G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
Bernhard Wiens wohnte in Lichtfelde und war da Lehrer. Er wurde
1926 entlassen weil er „illegal die Bibel in der Schule unterrichtete.“
Bernhard Wiens zog dann nach Blumenort. Er wurde 1929 verhaftet.
А. А. Фаст «Эмиграционное движение немцев Сибири (1928 - 1930г.г.)
Isaak Friesen siedelte 1909 in Protassowo, und nahm da die
Lehrerstelle an. Er stammte aus Friedensfeld, Sagragowka und
besuchte die Pädagogische Klasse der Halbstädter Zentralschule.
1910 wurde in Protassowo eine Schule gebaut. (FS43 / 1909)
Jakob Nickel (1885) war Prediger und der erste Lehrer in Chortiza.
In Chortiza und Wiesenfeld wurden die Schulen 1912 gebaut.
Jakob Nickel war auch Lehrer in Wiesenfeld und Landskrone.
Jakob Nickel wurde 1930 verhaftet und zu 5 Jahren Haft verurteilt.
Nach Ablauf der Haftfrist kam er zurück. Er wurde 1938 erneut
verhaftet und erschossen. (А. Варкентин «Гришковка и окрестности»)
Jakob Kanke siedelte aus Neu-Samara 1908 in Lichtfelde an. Er war
Lehrer in der Siedlung Neu-Samara gewesen und war auch hier wohl
ca. 2 Jahre Lehrer. Er fuhr 1910 im Auftrag von Oberschulze Jakob
Reimer nach Samara um 1000 verschiedene Bäumchen für die Siedlung
zu holen. Da wurde er krank und starb. Sein Sohn David Kanke war
Lehrer in Karatal. (FS 88 / 1910)
David Kanke (1876) siedelte 1908 in Karatal und war da Lehrer. Der
Unterricht fand am Anfang in seinem Haus statt. 1913 wurde eine
Schule in Karatal gebaut. http://ekaterinovka-club.narod.ru/
David Kanke kam aus Neu-Samara und war auch da Lehrer gewesen.
Er wurde 1938 verhaftet und erschossen.
(А. Варкентин «Гришковка и окрестности»)
Abram Klassen war unter den ersten Siedlern des Dorfes Landskrone,
es wurde 1910 gegründet. Abram Klassen war der erste Lehrer.
(Шеленберг «Преображенная Гришковка»)
? Töws war 1914 Lehrer in Rosenhof . (FS 47 / 1914)
Jakob Rogalski wohnte in Alexanderkrone.
Er war 1914 Lehrer in Alexanderkrone. (FS 47 / 1914)
Auf der Lehrerkonferenz in März 1914 in Kleefeld hielt er eine Lektion
über den Unterricht in Deutsch.
In Alexanderkrone wurden in der Schule auch die Gottesdienste
durchgeführt. (Шеленберг «Кусак»)
Johann Görz wohnte in Orlowo und war 1913 / 1914 (vielleicht auch
früher) Lehrer in Orlowo.
Johann Görz hielt auch Vorträge auf Lehrerkonferenzen.
Johann Görz war bis März 1914 Mitglied im Schulkomitee.
(FS 96 / 1913 und FS 47 / 1914)
War er 1914 Lehrer in Schönwiese? (FS 47 / 1914)
Die Familie Kornelius Dück siedelte in Rosenhof an.
Kornelius Dück nahm die Stelle als Lehrer an.
Sie waren Mitglieder in der Mennoniten-Brüdergemeinde.
K. Dück „Von Gottes Gnade getragen“
Johann Jak. Janz war 1921 – 1922 Lehrer in der Schule in
Schumanowka. (Шеленберг «Преображенная Гришковка»)
? Derksen siedelte in Alexanderkrone und war da Anfang 1920ger
Jahre Lehrer (vielleicht auch schon früher??)
(Ratzlaff „Vater Abram“)
Heinrich Dörksen siedelte in Alexandrowka und nahm die Lehrerstelle
an. Er wurde bei der Schulratswahl im Februar 1910 in den Vorstand
gewählt. (FS 9 / 1910)
Jakob Derksen wohnte in Schöntal und war Lehrer.
1919 stellte Bruder Peter Löwen, Halbstadt, sein neues soeben fertig
gestelltes Wohnhaus mit Wirtschaftsgebäude und Inventar der
mennonitischen Gesellschaft für eine Waisenanstalt zur Verfügung. Das
günstige Angebot von Bruder Löwen wurde angenommen und er als
Wirtschafter angestellt. Man wählte ein Komitee von drei Männern, das
die Arbeit sofort begann. Das Haus wurde übernommen und mit allem
Nötigen, wie Betten, Tische usw. eingerichtet.
Es fanden sich auch Hauseltern: Geschwister Nikolai Friesen (Gnadenheim), die keine Kinder
hatten. Als Lehrer diente Bruder Jakob Derksen (Schöntal). Außerdem arbeitete noch der
Missionsarzt Vollrat aus Deutschland mit, der durch den Krieg hierher verschlagen worden
war. Die Gemeinden übernahmen den Unterhalt der Anstalt. Im September 1919 wurde die
Anstalt eingeweiht, und bald fanden 50 Kinder hier ihr Heim. 1921 wurde die Anstalt von der
Regierung geschlossen. (G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
Wilhelm Falk wohnte in Choroscheje (87) und war Lehrer.
Ende der 20-ger Jahre wanderte er mit der Familie nach Paraguay aus.
(G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
Dietrich Peters wohnte in Choroscheje (87) und war Lehrer,
er wurde 1921 Kommunist und ging nach Slawgorod.
(G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
1923 – 1925 war Lehrer Peter Rempel, der aus Orenburg gekommen
war, Lehrer in Choroscheje (87). (G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
1925 – 1927 unterrichteten Giesbrecht und Käthe Funk an der Schule
in Choroscheje (87), sie kamen aus Ufa.
Giesbrecht wurde später in die Verbannung geschickt, wo er auch starb.
(G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
Jakob H. Löwen siedelte mit der Familie in Saratowka an. Er kam von
der Siedlung Neu-Samara. Jakob Löwen war Lehrer, Dichter, Dirigent.
Er gehörte zur Mennoniten-Brüdergemeinde. 1924 erkrankte er an
Thypus und starb. Jakob Löwen hat viele Gedichte und Lieder
geschrieben, doch ist alles verlorengegangen.
(A. Löwen „Mein Leben sei ein Wandeln“)
Abram J. Löwen siedelte mit den Eltern in Saratowka an. Er war
Lehrer, Dichter, Maler.
In Slawgorod fand 1918 ein Pädagogischer Kursus statt und Abram
Löwen nahm daran teil, hier unterrichteten Lehrer Franz Franzewitsch
Fröse und einige russische Lehrer. Der Kursus dauerte einige Wochen.
1924 wurde in Slawgorod wieder ein Lehrerkursus eröffnet für alle
Lehrer des Slawgoroder Kreises, um sie in ihrem Lehrerberuf zu
vervollkommnen, dieser Kursus dauerte einen Monat. Am Abschluss
des Kurses erhielt Abram Löwen ein sehr gutes Zeugnis von den
Professoren und wurde als Lehrer der Volksschule staatlich anerkannt.
Abram Löwen wanderte 1929 mit der Familie nach Paraguay aus.
(A. Löwen „Mein Leben sei ein Wandeln“)
Johann Reimer siedelte 1912 nach Gnadental / Pawlodar (oder
Gnadental in der Siedlung 50-ger Dörfer?) und nahm die Lehrerstelle
an. 1914 zog er mit der Familie nach Nikolajewka (75) und arbeitete
hier bis 1917 als Lehrer.
1920 übernahm er die Lehrerstelle im Dorf Chortiza.
(A. Reimer „Stammbaum Reimer“)
Johann J. Reimer (1903) wohnte mit den Eltern zuerst in Nikolajewka
(75) und dann in Chortiza. Er besuchte die Fortbildungsschule in
Schöntal. 1922 nahm er die Lehrerstelle in Stepnoje an.
1922 – 1924 war Johann Reimer Lehrer in Markowka. 1925 kaufte er
eine Wirtschaft in Kleefeld und nahm für ein Jahr die Lehrerstelle an.
Es folgten mehrere Lehrerstellen in anderen Dörfern.
1942 mussten Johann und seine Frau in die Trudarmee. 1943 wurde
Johann in der Trudarmee verhaftet und zu 6 Jahren Haft verurteilt. Nach
Ablauf der Frist wurde er weiter in die Verbannung nach Irkutsk
geschickt und erst 1956 durfte er wieder zurück nach Altai.
(A. Reimer „Stammbaum Reimer“)
Gerhard Reimer (1899) hatte in Slawgorod eine Lehrerausbildung
gemacht und mit 18 Jahren übernahm er die Lehrerstelle in Uglowoje.
Von 1917 bis 1920 war er hier Lehrer. Dann musste er zum Dienst.
1922 heiratete er und nahm wieder die Lehrerstelle in Uglowoje an.
Von 1923 bis 1925 war er Lehrer in Reinfeld, wohin die Familie zog.
1925 zogen sie nach Schöntal und hier übernahm Gerhard auch die
Lehrerstelle. 1927 zog die Familie in den Kaukasus. 1935 wurde
Gerhard Reimer in der Schule, wo er unterrichtete, verhaftet und
verurteilt. Erst 1946 konnte er wieder zur Familie. Er starb 1978 und hat
bis zuletzt das Wort Gottes gepredigt. (A. Reimer „Stammbaum Reimer“)
Nikolai Reimer (1900), besuchte die Zentralschule in Gnadenheim.
1922 heiratete er und nahm eine Lehrerstelle in Uglowoje (wo auch sein
Bruder Gerhard unterrichtete) an. 1923 gab er die Lehrerstelle auf und
zog nach Schöntal. 1927 zog er mit der Familie in den Kaukasus.
1936 wurde Nikolai Reimer verhaftet und zu 10 Jahren Haft verurteilt.
Er hat die Haft überstanden und kam wieder zur Familie zurück.
(A. Reimer „Stammbaum Reimer“)
Johann Wiebe siedelte 1911 in Fernheim (50ger Dörfer).
Er war Prediger und der erste Lehrer im Dorf.
Fernheim hatte ein schönes Schulhaus, zu dessen Bau wohl auch der
Mühlenbesitzer Franz Wiebe das Seine beigetragen hatte.
(G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
Peter Jak. Enns siedelte mit seiner Familie in Alexanderfeld und war
da mehrere Jahre Lehrer. Er war auch Prediger in der Gemeinde.
1914 zog Peter Enns mit der Familie nach Silberfeld (86) und nahm da
eine Lehrerstelle an. (FS 42 / 1914)
David Harder wohnte in Gljaden, war Prediger und Lehrer. Später
wurde er Kommunist. (G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
David Rogalski siedelte in Gljaden und war der erste Lehrer in
Gljaden. Die Schule wurde 1909 eröffnet und der Unterricht fand im
Haus von Peter Kliever statt.
1910 wurde eine Schule gebaut.
(FS 30 / 1911und http://ekaterinovka-club.narod.ru/ )
Jakob Unger siedelte 1914 nach Lichtfelde / Gljaden und war Lehrer
von 1914 bis April 1916. Im April musste er zum Forsteidienst nach
Issil-Kul, Gebiet Omsk und dann weiter in den Urwald. Im August
1917 kam er nach Lichtfelde zurück und nahm wieder die Lehrerstelle
in Lichtfelde an. Hier arbeitete er als Lehrer bis 1919.
Von 1919 bis 1921 war Jakob Unger Lehrer in Schumanowka.
1921 zog er mit der Familie nach Alexandrowka und war da Lehrer bis
1923. Da es unmöglich war weiter als Christ den Lehrerberuf
auszuüben, gab er diesen Beruf auf. Jakob Unger nahm an den
Lehrerseminaren, die in den Sommerferien 1918 und 1919 in
Slawgorod stattfanden, teil. Er wanderte mit der Familie 1929 nach
Paraguay aus. (J. Unger „Meine Erlebnisse“ in „Steinbacher Post“)
Aron Enns war Lehrer in Nikolajewka / Tschajatschij
(G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)
„Im Herbst 1914 fing ich mein erstes Schuljahr an, bei einem Lehrer
namens Aron Enns. Er war noch jung und ledig, aber ein guter Lehrer er war ein besserer Lehrer als ich Schüler war, leider wurde er im
Frühling zum Dienst eingezogen.“ (Sukkau „Erinnerungen“)
Aron Enns wanderte mit der Familie nach Kanada aus.
Vogt Gerhard Johann (1885-1938) Lehrer mit Frau Maria
Heinrich (geb. Rempel) (1884-19..).
Er war Lehrer in Nikolajewka, Tschajatschij.
(Foto Thiessen, Mennonitische Ahnenforschung Willi Vogt)
David Friesen war 1915 – 1917 Lehrer in Nikolajewka / Tschajatschij.
(Sukkau „Erinnerungen“)
In Ananjewka wurde die Schule 1914 gebaut. Die Lehrer waren:
Jakob Löwen
Johann Sawatzki
J. Löwen
J. Plett
(http://ekaterinovka-club.narod.ru/ )
Ab 1925 wurden Lehrer, die Religion unterrichten wollten, entlassen. Unter ihnen waren:
Jakob Rempel aus Polewoje,
Wilhelm Teichreb aus Polewoje,
? Rempel aus Uglowoje,
G. Sawatzki aus Tschertjesh,
Bernhard Gerbrandt aus Djagiljowka.
(А. Фаст «Полевое» стр. 47 – 48)
Zentralschulen
Franz Franz Fröse kam 1917 aus dem Gebiet Orenburg
nach Slawgorod und unterrichtete hier in der Schule.
Nach dem ersten Weltkrieg fanden in Slawgorod
Lehrerseminare statt.
1918 wurde das Seminar von Franz F. Fröse geleitet.
1919 wurde das Lehrerseminar von Modin geleitet.
Einige deutsche Lehrer nahmen daran teil und machten
dort ihr Lehrerexamen.
Foto aus W. Quiring „Als ihre Zeit erfüllt war“ S. 145
1917 / 1918 wurde in Slawgorod vom Deutschen Verein die erste deutsche Höhere Schule
(Zentralschule) gegründet. Die Leher waren
Franz Franz Fröse
Aron Rempel
Fräulein Neumann.
1918 brach der Bauernaufstand aus und Franz F. Fröse musste nach Pawlodar fliehen. Im
Dorf Sabarowka rief er dann eine Zentralschule ins Leben.
Im Herbst 1918 gründete die Mennoniten Kirchengemeinde in Orlowo eine Zentralschule.
Lehrer waren
Heinrich D. Willms
Fräulein Anna Alexejewna Tschetschulin.
Die Mennoniten-Brüdergemeinde gründete 1918 in Schöntal eine Zentralschule, der
Unterricht fand in der Kirche statt. Die ersten Lehrer waren
Gerhard G. Fast
Fräulein Olga Georgijewna Pobedimow.
Beide Schulen hatten im ersten Jahr zwei Klassen: eine Vorbereitungsklasse und die erste
Klasse. (Ratzlaff „Vater Abram“)
1919 wurden die Schulen zusammengelegt und der Sitz nach Gnadenheim verlegt.
1919 / 1920 und 1920 / 1921 unterrichteten in Gnadenheim:
Heinrich D. Willms
Fräulein Olga G. Pobedimow
Jewgenija G. Pobedimow.
1921 / 1922 unterrichteten:
Jakob Wedel (Gnadenheim) – Deutsch und Religion
Wassilij Stepanowitsch Modin (Vater)
Dmitrij Wassiljewitsch Modin (Sohn)
Valentina Wassiljewna Modin (Tochter).
Wegen hoher Naturaliensteuer wurde die Schule 1922 geschlossen.
Die Modins zogen nach Slawgorod und unterrichten da weiter –
siehe Zeitschrift „Minuwschije dni“. (Foto aus der Zeitschrift)
1918 / 1919 gründete der Mühlenbesitzer Heinrich Wiens in
Grischkowka eine höhere Privatschule (Fortbildungsschule).
Lehrer war Anton Löwen und der Unterricht fand in seinem Haus statt. Ungefähr 12 Schüler
besuchten diese Schule. Wer nicht zahlen konnte, für den zahlte Heinrich Wiens das
Schulgeld.
1919 / 1920 war die Schule im Haus von Heinrich Wiens. Da keine Lehrer zu finden waren,
unterrichtete Anton Löwen wieder allein.
1920 / 1921 war die Schule zweitklassig, es unterrichteten
Anton Löwen
Fräulein Valentina Modin.
Wiens kaufte ein Haus und richtete es für die Schule ein. Nach Neujahr 1921 erkrankte Anton
Löwen an Typhus und im Februar starb er.
1921 / 1922 gab es keinen Unterricht, weil keine Lehrer da waren.
1922 / 1923 gab es wieder Unterricht. Heinrich Wiens schickte Lehrer Peter Boldt in die
Ukraine, Lehrer zu suchen. So unterrichteten
P. J. Käthler aus Lichtfelde / Nikolaipol,
Dmitrij W. Modin, Absolvent der Petersburger Universität war der zweite Lehrer,
Peter Boldt war der dritte Lehrer.
Nach Weihnachten starb Heinrich Wiens, der Mühlenbesitzer, die Mühle wurde enteignet und
die Schule wurde von der Regierung in eine Dorfschule umgewandelt.
Die Bolschewisten nahmen alle Schulen in ihre Hände und wollten kirchliche Privatschulen
nicht mehr dulden. Auch in den Dörfern konnten sich die alten Lehrer nur noch bis 1924/25
halten. Wer dann nicht ganz im Sinne des Bolschewismus unterrichten wollte, musste den
Lehrerberuf aufgeben. Zur Ehre unserer Lehrer muss ich sagen, dass sich unter ihnen nur ganz
wenige fanden, die noch mitgehen konnten. Man versuchte, die Vorkriegslehrer auf Kursen
umzuschulen, die meisten aber verließen die Schule und wurden Bauer. Man wusste sich aber
zu helfen und bildete auf diesen Kursen ganz junge Lehrer mit Dorfschulbildung aus.
Die Lehrer wurden nun Staatsangestellte, bekamen vom Staat Gehalt, und damit hatte unser
freies Schulwesen ein Ende gefunden. (G. Fast „In den Steppen Sibiriens“)