Exkursionsbericht - Institut für Ökologie - Friedrich

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Exkursionsbericht - Institut für Ökologie - Friedrich
Ökologische Großexkursion
Kanada
3. - 24. Juli 2010
Institut für Ökologie
Friedrich-Schiller-Universität
Jena
Exkursionsteilnehmer
Stefan Halle
Thora Martina Hermann
Hans-Ulrich Peter
Lauren Rochat
Doreen Beling
Tina Buchmann
Jan Esefeld
Tobias Gütter
Anke Kügler
Simeon Lisovski
Andreas Menzel
Laura Reinhardt
Marcus Richter
Stefanie Schirmer
Sara Thiel
Carolin Tröger
Sylvie Wesnigk
Karten
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Exkursionsberichte
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Geologische Besonderheiten
Simeon Lisovski
Die Exkursion fand in der Region Quebec statt, die hauptsächlich durch frühe geologische
Geschehen aber auch durch die letzte Eiszeit, die vor über 10 000 Jahren endete, geprägt
wurde. Während dieser letzten Eiszeit war ein Großteil der Region von einem mächtigen
Eispanzer bedeckt. Heute können wir Quebec in drei große geologische Regionen unterteilen:
Die große Lavagesteinsebene des Kanadischen Schildes, die mächtigen Appalachen im Süden
Quebecs und die dazwischen liegenden St. Lawrence Ebenen. Über 95 % Quebecs wird vom
Kanadischen
Schild
bedeckt,
welches einige der ältesten
vulkanischen Gesteine enthält, die
aus dem Präkambrium stammen.
Das Kanadische Schild ist im
Allgemeinen flach und freiliegend,
unterbrochen
durch
höhere
Gebirgszüge wie die Laurentian
Mountains im Süden Quebecs, die
Othis Mountains im Zentrum und
die Torngat Mountains nahe der
Ungava Bay. Die Topographie ist
einerseits durch Gletscher geformt,
was
auch
die
glazialen
Ablagerungen (Geröll, Granit und
Sande) erklärt und zweitens durch
postglaziales Meereswasser und
Seen, die eine dicke Gleyschicht in
einigen Bereichen des Schildes
hinterlassen haben.
Das Kanadische Schild enthält
zudem ein komplexes hydrologisches Netzwerk aus Millionen von Seen, Mooren und Flüssen.
Die Appalachenregion von Quebec beinhaltet einen dünnen Streifen verwitterter Berge
entlang der südlichen Grenze. Die Bergkette reicht von Alabama bis Neufundland.
Dazwischen liegt auf ca. 800 km von den Monteregian Hills bis zur Gaspésie-Halbinsel ein
Abschnitt in der Region Quebec. Es handelt sich auf diesem Abschnitt um Sedimentgestein,
das ca. 250-500 Millionen Jahre alt ist. Im Westen Quebecs beträgt die mittlere Höhe ca. 500
m während auf der Gaspésie-Halbinsel und dort besonders die Chic-Choc-Berge Höhen von
1000 m erreichen.
Die Tiefebenen von St. Lawrence sind vergleichsweise klein (ca. 17 280 km2) aber
überproportional wichtig, da sie den größten Teil der menschlichen Bevölkerung Quebecs
beherbergen. Die Tiefebene besteht aus drei Teilen: das zentrale Tiefland oder die St.
Lawrence Ebene, ein weitläufiges und flaches Dreieck von Cornwall nach Quebec City, die
Tiefebene um Lac St. Jean und die östlichen St. Lawrence welche die North Shore und
Anticosti Inseln beinhalten. Die St. Lawrence Tiefebenen sind so flach durch die
Gleyablagerungen des Champlain Sees, welcher einmal ganz Montreal bedeckte. Das
Flachland ist die Region mit der höchsten Arten- und Habitatsdiversität und vielleicht auch
aus diesem Grund ist es das meist erforschte Gebiet Quebecs.
St. Lawrence River
Auf seinem Weg von seiner am weitesten vom Atlantik entfernten Quelle in Minnesota durch
die Großen Seen mit deren kleineren Nebenseen, gab man dem Flusslauf mehrere
verschiedene Namen. Die zuvor genannte Quelle ist der Ursprung des im Mesabi RangeGebiet bei Hibbing in Minnesota entspringenden North River, einem Quellfluss des Saint
Louis River. Der eigentliche Sankt-Lorenz-Strom beginnt aber erst bei Kingston beim
Archipel Thousand Islands am Ausfluss des Ontariosees. Kingston liegt dabei am Nordufer,
Wolfe Island in der Flussmitte und Cape Vincent am Südufer. Anschließend bildet der Strom
auf einer Länge von rund 150 Kilometer bis Cornwall die Grenze zwischen den Vereinigten
Staaten und Kanada, danach fließt er nur noch auf kanadischem Boden. Vor Montreal mündet
der Ottawa-Fluss (frz. Rivière des Outaouais, engl. Ottawa River) ein.
St. Lawrence River
Im Mündungsbereich des Ottawa liegt der
Hochelaga-Archipel mit der 499 km² großen Île
de Montréal, auf der Montreal liegt, und die Île
Jésus mit der Stadt Laval. Bei Sorel-Tracy folgt
die Mündung des Richelieu, der den im Süden
gelegenen Champlainsee entwässert. Vor TroisRivières weitet sich der Fluss auf einer Länge
von 35 km zum 10 km breiten Lac Saint-Pierre
aus und nimmt anschließend den Saint-Maurice
auf. Nach dem Passieren der Île d‟Orléans,
nordöstlich von Quebec City, wird das Wasser salzhaltig. Nachdem er bei Tadoussac den
Saguenay aufgenommen hat, mündet der Fluss als lang gestrecktes Ästuar in den SanktLorenz-Golf. An dieser Mündung warnt der Phare du Haut-Fond Prince (Leuchtturm) vor
einer gefährlichen Untiefe. In diesem Bereich liegen das Mingan-Archipel und die Mündung
des Manicouagan.
Gaspé Peninsula
Die Appalachenregion nimmt den östlichen Teil Kanadas ein. Sie schließt an das Tiefland des
St. Lorenz an und umfasst die Gaspésie-Halbinsel und die südlichen Grenzbereiche des St.
Lorenz-Golfes mit den Atlantischen Provinzen. Der Anteil am kanadischen Gesamtraum
beträgt nur 4 %. Allgemein können die nördlichen Appalachen als Rumpfgebirge bezeichnet
werden. Die größten Erhebungen finden sich im Nordwesten mit über 1200 m und die Höhe
nimmt von hier nach Südosten zum Atlantik hin ab. Das Relief wurde stark durch die
Pleistozäne Vereisung geprägt und man kann die Appalachen mit den deutschen
Mittelgebirgen vergleichen. Dazu trägt auch die dichte Bewaldung vor allem der höher
gelegenen Bereiche bei. Von den vielseitigen Ressourcen der Appalachenregion sind als erste
die ergiebigen Fischgründe in den Schelfbereichen vor der Küste sowie die ausgedehnten
Mischwälder genutzt worden. Das Potential der Bodenschätze ist zwar relativ weit gestreut,
doch erlangten nur Asbest und Zink-Blei-Kupfer-Erze wirklich wirtschaftliche Bedeutung.
Des Weiteren wird Steinkohle und Erdöl gefördert. Eine weitere Energiequelle wäre die
Nutzung des bis zu 15 m hohen Tidenhubs der Fundy Bay, doch eine Umsetzung ist bis jetzt
noch nicht erfolgt.
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Vegetation Kanadas
Sylvie Wesnigk
Der boreale Nadelwald ist ein ausgedehnter, fast kontinuierlicher Waldgürtel und der
unbestrittene Bereich der Koniferen, der ca. 6,7 Mio. km2 bedeckt und rund ein Drittel der
Wälder der Welt (14 % der Waldbiomasse) ausmacht. In Nordamerika erstreckt er sich weit
nach Alaska und ist die dominierende Waldbedeckung in Kanada, die sich in einem breiten
Streifen von Yukon südlich nach Zentralkanada und den Great Lakes Staaten der USA nach
Neufundland ausbreitet. Der Waldgürtel Nordamerikas ist gewöhnlich in drei Waldregionen
unterteilt: offenes Waldgebiet mit Flechten, nördlicher Koniferenwald und Mischwald.
Offenes Waldgebiet mit Flechten: versteht sich als ein Synonym zu den nördlichen Rändern
der borealen Wälder sowie zu den weiten Moorgebieten im Süden der Hudson Bay. Bezüglich
der terrestrischen Ökozonen beinhaltet dieses Gebiet den südlichen Anteil der Taiga Plains
und des Taiga Shields, zusammen mit den Hudson Plains und dem borealen Shield. Hell
farbene Flechten, u. a. dicke Flechtenmatten, dominieren die Vegetation, während die Bäume
kein geschlossenes Kronendach bilden. Eine 250-jährige postale Feuerchronosequenz an der
nördlichen Grenze des Flechtenwaldlands in der Grande Rivière de la Baleine in Québec zeigt,
dass Flechten-Waldgebiete sich selbst in der Abwesenheit von Feuer aufrecht erhalten.
Typische Flechten-Fichten-Waldgebiet: Helle Flechten dominieren die Community auf den
feuchten Böden. Flechten wie Cladina stellaris, C. mitis und C. rangiferina sind gut sichtbar
und kommen v. a. im Osten Kanadas vor. Zusammen mit den Flechten treten oft SphagnumMoose, Betula glandulosa und Ledum groenlandicum zusammen mit Ericaceaen-Büschen und
Weiden auf. Picea glauca ist selten höher als 10 m. Durch ihren Schatten wird das Wachstum
von Federmoosen wie Pleurozium schreberi begünstigt.
Fichten-Moos-Waldgebiet: Hier hat der nahezu gesättigte Mineralboden eine dunkle
Bedeckung mit Sphagnum- und Aulacomnium-Moosarten. Verstreut kommen Picea mariana
und Larix laricina vor. Sträucher sind hier gewöhnlich. Vaccinium uliginosum gesellt sich zu
Ledum-, Betula- und Salix-Arten.
Offene Tamarack-Feuchtbiotiope sind durch Sphagnum-Moore oder Larix-Flachmoore
geprägt (abhängig vom pH-Wert des Grundwassers).
An Flüssen liegende Wälder sind meist durch einen höheren Nährstoffeintrag beeinflusst.
Man findet häufig Populus sp. und Betula papyrifera.
Sandige Esker oder ausgewaschene Ablagerungen: In der Nähe stehen Picea glauca, Pinus
banksiana und u.a. Populus balsamifera.
Typisches Transekt durch ein offenes Flechten-Waldgebiet
Der Begriff „northern coniferous forest“ (nördlicher Koniferenwald) wird normalerweise
benutzt, um den typischen, durch die Gattungen Picea, Pinus und Abies dominierten
Nadelwald der mittleren und niedrigeren Ökoklimate zu beschreiben.
Dichte Fichten-Wälder: Das ist einer der zwei klassischen Typen der nördlichen Koniferenwälder. Im feuchten kontinentalen Borealwald im Zentrum Kanadas besteht er aus eng
stehenden Arten wie Picea glauca, Picea mariana, Abies balsamea, Populus sp., Pinus
banksiana und Betula papyrifera. In trockneren Gebieten sowie in Ozeannähe im Osten von
Québec gibt es Abweichungen von der klassischen Community.
Hygromorpher Wald: Es existiert ein höherer Grundwasserspiegel und weniger Sauerstoff im
Boden. Picea marina und Betula papyriferia sind dominante Baumvertreter, zusammen mit
einigen Populus tremuloides- und Populus balsamifera-Exemplaren.
Schwarzfichte-Tamarack-Feuchtbiotope: Es wird bei saurem Grundwasser von SphagnumArten, bei basischem Grundwasser von Bryophyten und bei mesotrophen oder eutrophen
Grundwasser von Seggen dominiert.
Kiefern dominierte Ausstriche: Das ist der zweite klassische Typ der Koniferenlandschaft und
wird vorwiegend mit der Kulisse der von Kiefern und Flechten dominierten Ausstriche des
Schildes assoziiert. Pinus panksiana dominiert die Region, wobei in wärmeren Klimaregionen
von Ostkanada, v. a. nahe des Übergangs zu den Great Lakes-St Lawrence-Acadian Wäldern,
Pinus strobus (white pine) and Pinus resinosa (red pine) hinzukommen.
Communities in Flussnähe: Laubblättrige Harthölzer wie Acer, Quercus, Ulmus und Fraxinus
dominieren die Landschaft.
Seesäume: Fraxinus nigra kommt v. a. im Nordwesten von Québec vor und ist mit Alnus
rugosa, Salix sp. und Farnen wie Onoclea sensibilis assoziiert. Die saisonale
Wasserfluktuation bestimmt die Artzusammensetzung stark.
Phanorophyten machen einen Anteil von 8-11 % der borealen Arten aus. Der Großteil der
Arten sind Sträucher, Kräuter, Moose und Flechten. Bekannte Arten des Unterwuchses sehr
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feuchter Böden sind Sphagnum-Moose, Equisetum arvense (common horsetail), Caltha
palustris (cowslip) und die Kleinsträucher Oxycoccus palustris (swamp cranberry) und
Ledum groenlandicum (Labrador tea). Vertreter der Mesophytenschicht sind eine Reihe von
Federmoosen, Carex sp., Matteuccia struthiopteris (ostrich fern), Cornus stolonifera (red
osier), Cornus canadensis (bunchberry), das allgegenwärtige Lycopodium annotium (stiff
club moss) und größere Sträucher wie Alnus incana (grey alder). In trockenen Habitaten sind
die Arten Cladina mitis und C. rangiferina (rendeer lichen) und das Federmoos Pleurozium
schreberi gewöhnlich, zusammen mit Aster laevis und Solidago sp. (goldenrod). Kleine
Ericaceaen-Sträucher wie Arctostaphylos uva-ursi (common bearberry), Vaccinium
angustifolium (low sweet blueberry) und Gaultheria procumbens (checkerberry) kommen
vor. Blaubeeren kommen besonders in offenen, gut gewässerten, sauren und sandigen
Standorten vor, vor allem in von Pinus banksiana dominierten Wäldern. Sie folgen
Waldbränden und wachsen in jungen Waldpflanzungen.
Allgemeines Transekt durch den Koniferenwald
Der Mischwald kann eher als ein Ökoton beschrieben werden, welches aus Koniferen
(speziell Pinus) und Laubbaumarten besteht. Nicht alle Autoren beziehen den Mischwald in
den borealen Wald mit ein. Mischwälder sind in den gemischten Waldplains im Süden
Ontarios und Québecs und in den maritimen atlantischen Ökozonen zu finden. Die Great
Lakes-St Lawrence Region wird von den Arten Pinus strobus, Pinus resinosa und der nichtborealen Konifere Tsuga canadensis dominiert. Wichtige dominierende Laubbaumarten sind
Betula lutea, Acer saccharum, Acer rubra und Ulmus americana. Die typisch borealen Arten
wie Picea mariana, Picea glauca, Pinus banksiana, Betula papyrifera, Populus tremuloides,
Populus balsamifera und Picea rubens treten weniger auf.
In der Tabelle im Anhang 2 ist ein Großteil der während der Großexkursion gesehenen
Pflanzenarten aufgeführt.
Avifauna
Tobias Gütter
Zoogeographisch lässt sich Québec der Nearktis zuordnen, diese Region umfasst den
nordamerikanischen Kontinent und die angrenzenden arktischen Gebiete. Diese kann man mit
der eurasischen Region, der Paläarktis, zur Holarktis zusammenfassen. Die beiden Regionen
sind sich hinsichtlich ihrer Entstehungsgeschichte sehr ähnlich, und das spiegelt sich auch in
der Vogelwelt wieder. So gibt es in Québec einige Vogelarten, insbesondere unter den
Wasservögeln, die man auch aus Europa kennt. In anderen Fällen findet man nah verwandte
Schwesterarten, die ähnliche ökologische Stellen besetzen. Besonders die Fauna im Norden
unterscheidet sich kaum von der in Sibirien oder Nordeuropa. Je weiter man jedoch nach
Süden kommt, umso mehr setzt sich ein eigenständiger amerikanischer Einfluss durch. So
gibt es einige Sperlingsvogelfamilien, die nur auf dem amerikanischen Doppelkontinent
vorkommen: Die Tyrannen (Tyrannidae), Vireos (Vireonidae), Spottdrosseln (Mimidae),
Waldsänger (Parulidae), Kardinäle (Cardinalidae) und Stärlinge (Icteridae). Diese Gruppen
machen einen großen Anteil der lokalen Singvogelfauna aus. Andere Gruppen, z. B. die
Ammern (Emberizidae) und Zaunkönige (Troglodytidae) sind viel diverser und artenreicher
als in Europa. Auf unserer Exkursion sahen wir insgesamt 109 Arten (s. Anhang 1).
Die Städte
Seit der Kolonisierung Nordamerikas haben sich viele Arten mit dem Leben in menschlichen
Siedlungen arrangiert. Besonders erfolgreich scheinen dabei Arten gewesen zu sein, die aus
Europa eingesiedelt wurden. Dazu zählen Straßentaube (Columba livia), Haussperling (Passer
domesticus) und Star (Sturnus vulgaris), die in unserem Exkursionsgebiet die wohl häufigsten
stadtbewohnenden Vögel darstellten. Der Schornsteinsegler (Chaetura pelagica) hingegen ist
eine nordamerikanische Art. Er baut seine Nester nur in senkrechten, nach oben offenen
Höhlungen. Vor der Kolonisierung Nordamerikas waren das hauptsächlich hohle
Baumstämme. Da diese heute im Großteil des Gebiets verschwunden sind, werden heute alte
Schornsteine genutzt. Dort wird das aus Zweigen bestehende Nest mit Speichel an die Wand
geklebt. Der Schornsteinsegler war auf unserer Exkursion nur über den Stadtgebieten von
Montréal und Québec zu sehen und scheint heute zwingend auf menschliche Bauten
angewiesen zu sein. Im Gegensatz dazu gibt es Opportunisten, die in allen Lebensräumen
inklusive der Städte vorkommen. Dazu zählt die Ringschnabelmöwe (Larus delawarensis),
eine sehr häufige Möwe im gesamten Binnenland Québecs sowie an den Ufern des SanktLorenz-Stroms. Die mittelgroße Möwe, erkennbar an den gelben Füßen und dem schwarzen
Schnabelring, ist auch weit abseits von Wasserflächen eine typische Erscheinung in Montréal.
Ähnlich häufig ist die Amerikanerkrähe (Corvus brachyrhynchos), das Gegenstück der
heimischen Rabenkrähe. Die Wanderdrossel (Turdus migratorius) besetzt die ökologische
Nische der Amsel in Nordamerika. Sie unterscheidet sich aber durch ihren roten Bauch und
das ausgeprägte Zugverhalten. Sie zählte sicherlich zu den auffälligsten und häufigsten
Singvögeln auf unserer Exkursion. Der Purpurgrackel (Quiscalus quiscala), ein Vertreter der
Stärlingsfamilie, war ebenfalls weit verbreitet, aber immer in der Nähe des Menschen (Parks,
Campingplätze). Das Verhalten dieses schwarzen, glänzenden Vogels erinnert in mancher
Hinsicht an das einer Elster.
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Parks und der Botanische Garten Montréal
Montréal und Québec sind relativ weit südlich liegende Städte innerhalb des Staates. Ihre
Parks und Gärten sind häufig mit Laubbäumen bepflanzt, die hier noch ideale klimatische
Bedingungen vorfinden. Sie stellen damit gewissermaßen Vorposten für laubwaldbewohnende
Vogelarten dar, die im Großteil unseres Exkursionsgebiets nicht vorkamen. Ein typisches
Beispiel stellt der Rundschwanzsperber (Accipiter cooperi) dar. Jungvögel dieser Art fanden
sich in bewaldeten Bereichen im Botanischen Garten sowie ein Altvogel auf der Île SaintHélene. Der Rundschwanzsperber ist etwas größer als unser Sperber und macht jagt auf Vögel
und kleine Säugetiere. Ein weiterer typischer Vogel ist der Rote Kardinal (Cardinalis
cardinalis). Der Rote Kardinal ist unverwechselbar durch seine feuerrote Färbung, die Haube
und den langen Schwanz. Er sucht meist im Dickicht der Büsche und Bäume nach Nahrung
und ist deshalb schwierig zu beobachten. Weitere typische Laubwaldarten waren die
Katzendrossel (Dumetella carolinensis), der Baltimoretrupial (Icterus galbula), der Indigofink
(Passerina cyanea), der Östliche Waldtyrann (Contopus virens) und der Sängervireo (Vireo
gilvus).
Viele Singvogelarten bevorzugen halboffene Bereiche, wie sie Parklandschaften bieten. Die
Singammer (Melospiza melodia) ist der typische Vogel dieses Lebensraums. Sie war überall
auf unserer Exkursion anzutreffen, wo es offene Stellen gab. Die Singammer sitzt häufig auf
der Spitze eines Busches und trägt ihr Lied vor. Sie ernährt sich sowohl von Samen als auch
von Insekten. Fast überall wo die Singammer auftrat fand sich auch die kleinere
Schwirrammer (Spizella passerina), erkennbar an der rotbraunen Kappe. Der Hausgimpel
(Carpodacus mexicanus) stammt ursprünglich aus dem westlichen Nordamerika. Ausgehend
von wenigen freigelassenen Vögeln in New York wurde fast die gesamte Osthälfte besiedelt.
Er ist jedoch auf menschlich beeinflusste Habitate angewiesen und wird in den Waldgebieten
des Nordens von seinem nahen Verwandten, dem einheimischen Purpurgimpel, ersetzt. Eine
weitere sehr häufige Finkenart ist der Goldzeisig (Spinus tristis). Die zitronengelbe Färbung
ist das Charakteristikum dieser Art, die in kleinen Schwärmen von Baum zu Baum fliegt. Die
einzige Waldsängerart, die in den Parks anzutreffen war, ist der Goldwaldsänger (Dendroica
petechia). Er ist im Gegensatz zu seinen Verwandten auf Laubgebüsche im Offenland
angewiesen.
Im Gegensatz zu den Waldsängern sind die Stärlinge typische Offenlandbewohner. Der
Braunkopf-Kuhstärling und der Rotschulterstärling sind neben dem Purpurgrackel die
häufigsten Arten. Der Braunkopf-Kuhstärling (Molothrus ater) ist wie der Kuckuck ein
Brutparasit. Er legt seine Eier in die Nester von mehr als 140 verschiedenen Vogelarten. Das
Jungtier wirft die anderen Küken aber nicht aus dem Nest und wird mit diesen zusammen
aufgezogen. Wenn der Wirt das fremde Ei erkennt und entfernt, kommt es öfters zu einer
„Rache“-Reaktion: Das Weibchen zerstört das Nest des Wirtsvogels. Als ausgewachsener
Vogel folgt der Kuhstärling häufig Rinderherden und ernährt sich von aufgescheuchten
Insekten. Der Rotschulterstärling (Agelaius phoeniceus) zeigt einen ausgeprägten
Geschlechtsdimorphismus: Das Männchen ist schwarz mit roten Schulterflecken, das
Weibchen braun mit weißen Stricheln. Diesen Vogel sah man besonders häufig am Rand der
Highways während der Fahrt.
Der Königstyrann (Tyrannus tyrannus) hat der Familie der Tyrannen seinen Namen gegeben.
Obwohl nur 20 cm groß, verteidigt dieser schwarzweiße Vogel sein Revier äußerst aggressiv
gegen zum Teil viel größere Vögel. Typischerweise jagt er von einem Ansitz aus
(Stromleitung oder Stacheldrahtzaun) nach Insekten. Der Goldspecht (Coaptes auratus) war
die häufigste Spechtart, die man beobachten konnte. Wie unser heimischer Grünspecht ist der
Goldspecht eine Art, die sich häufig am Boden aufhält und gerne von Ameisen ernährt. Im
Flug fällt der weiße Bürzel dieses Vogels auf.
Misch- und Nadelwälder
Der Großteil unserer Exkursion führte durch von Nadelbäumen, z. B. Balsamtannen (Abies
balsamea), dominierte Gebiete. So waren alle Nationalparks, die wir besuchten, mehr oder
weniger von Nadelwald bedeckt. Der nordamerikanische Nadelwald ist nicht vergleichbar mit
den artenarmen Fichten- und Kiefernforsten in Deutschland. Er ist viel diverser und
artenreicher, nicht nur was die Pflanzen betrifft, sondern auch die Vögel.
Die Familie der Waldsänger, deren Vertreter auf dem gesamten amerikanischen Kontinent zu
finden sind, hat ihre größte Artenvielfalt nicht in den tropischen Regenwäldern, sondern in
den Nadel- und Mischwäldern des nordöstlichen Nordamerika. Mit ca. 25 Arten sind sie die
artenreichste Vogelfamilie in Québec. Es handelt sich oft um kleine, bunte, insektenfressende
Vögel, die sich in den oberen Etagen des Waldes aufhalten. So vielfältig sie in ihrer
Gefiederfärbung sind, so einheitlich sind die Waldsänger in Größe, Körperproportionen und
Nahrungswahl. In dieser Hinsicht ist es erstaunlich, wie viele Arten zusammen in einem
Lebensraum existieren können (z. B. vier verschiedene Arten auf dem Campingplatz im BicNationalpark). Das ist nur möglich durch eine feine Nischendifferenzierung:
Unterschiedliches Nahrungssuchverhalten, Nahrungssuche in verschiedenen Teilen des
Baumes, und Spezialisierung auf unterschiedliche Baumarten. Auf unserer Exkursion fanden
wir insgesamt 12 verschiedene Arten, wobei der Magnolienwaldsänger (Dendroica magnolia)
die häufigste darstellte. Ebenfalls öfters gesichtet wurden Goldwaldsänger, Grünwaldsänger
(Dendroica virens), Meisenwaldsänger (Parula americana) und Kronwaldsänger (Dendroica
coronata).
In den Nadelwäldern Québecs gibt es auch zwei Arten von Raufußhühnern. Das Kragenhuhn
(Bonasa umbellus) und das Tannenhuhn (Falcipennis canadensis) zeigten sich äußerst
zutraulich im Matané-Tierreservat sowie im Gaspésie-Nationalpark. Sie ernähren sich von
Beeren und Schösslingen, das Tannenhuhn auch von Nadeln. Beide Arten, besonders die
Weibchen, zeigen eine ausgeprägte Tarnfärbung.
Raubvögel waren insgesamt recht selten zu sehen. Eine Ausnahme stellt der Truthahngeier
(Cathartes aura) dar, den man im La-Mauricie- sowie im Bic-Nationalpark beobachten
konnte (dort kreiste ein Trupp von 18 Exemplaren). Der Truthahngeier ist ein vollkommen
schwarzer Vogel mit großen, gefingerten Flügeln und einem kleinen, unbefiederten, roten
Kopf. Wie die meisten Geier ernährt er sich hauptsächlich von Aas, das er auf seinen
Segelflügen erspäht.
Die Kolibris sind eine ausschließlich amerikanische Vogelfamilie. Ihr nördlichster Vertreter
(und einziger im Exkursionsgebiet) ist der Rubinkehlkolibri (Archilochus colubris). Bei
seinem geringen Gewicht (3g) und der enorm hohen Flügelschlagrate (200/s) ist es
bemerkenswert, dass dieser Vogel bis zu 3000 km zu seinen Überwinterungsquartieren in
Mittelamerika zurücklegen kann und dabei 1000 km nonstop über den Golf von Mexiko fliegt.
In seiner Nahrung bevorzugt er Nektar, besonders anziehend wirken rote Blüten. Wir sichteten
diesen Vogel auf dem Campingplatz im Bic-Nationalpark, wo sich eine große Wiese mit rot
blühenden Weidenröschen fand.
Die Tyrannen der Gattung Empidonax sind fliegenschnäpperartige Sperlingsvögel, die sich
auf die Ansitzjagd nach Insekten spezialisiert haben. Die vier Arten, die in unserem
Exkursionsgebiet vorkommen (Gartentyrann, Birkentyrann, Weidentyrann und Erlentyrann)
lassen sich fast nur aufgrund ihrer Rufe unterscheiden; alle Sichtungen stehen in der Artenliste
deshalb unter Empidonax. Diese Tiere waren auf der Gaspésie-Halbinsel häufig zu sehen und
zeigten eine Präferenz für Weiden- und Erlengebüsche.
Die Vireos, eine weitere amerikanische Vogelfamilie, sind sehr heimliche, unauffällig gefärbte
Insektenfresser. Der Rotaugenvireo (Vireo olivaceus), die häufigste Art, zeigte eine Vorliebe
für Laubbäume innerhalb der Mischwälder. Der Blauhäher (Cyanocitta cristata) ist das
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nordamerikanische Gegenstück des Eichelhähers. Wie dieser warnt er Artgenossen vor
Räubern durch laute Rufe und legt für den Winter Vorräte an Nüssen an. Sein Lebensraum
sind Laub- und Mischwälder. Besonders häufig fand sich diese Art im Bic-Nationalpark. Der
Meisenhäher (Perisoreus canadensis) hat seinen Namen von der Körpergestalt, die einer
überdimensionalen Meise gleicht. Er ist eine typische Nadelwald-Art. Er fand sich sowohl im
La-Mauricie-Nationalpark als auch im Matané-Tierreservat.
Meisen sind in Nordamerika weniger verbreitet als in Europa. Im Großteil Québecs finden
sich nur zwei Arten: die Schwarzkopfmeise (Poecile atricapillus) und die Hudsonmeise
(Poecile hudsonicus). Die Schwarzkopfmeise ist eine sehr häufige Art, sie fand sich auf allen
Stationen unserer Exkursion in verschiedenen Lebensräumen. Die Hudsonmeise fand sich nur
in den borealen Bergwäldern der Gaspésie-Halbinsel, es handelt sich um eine mehr nördliche
Art.
Der Kanadakleiber (Sitta canadensis) ist einer von zwei Kleiberarten im Gebiet. Auch diese
Art ist auf Nadelwälder angewiesen. Er ist etwas kleiner als unser heimischer Kleiber,
ansonsten aber recht ähnlich im Verhalten. In ähnlicher Weise kann man den
Andenbaumläufer (Certhia americana) als Gegenstück unseres Waldbaumläufers bezeichnen.
Zoogeographisch besonders interessant ist der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes). Diese Art
ist weit verbreitet in Eurasien und auch in unserem Exkursionsgebiet häufig zu hören. Als
einzige Art aus der Familie der Zaunkönige hat er die Alte Welt erreicht und sich trotz seiner
geringen Größe weit ausgebreitet. Der Gesang war ohne weiteres noch als Zaunköniggesang
zu erkennen, obwohl hier schon ein anderer „Dialekt“ herauszuhören war.
Im Gaspésie-Nationalpark fanden sich die zwei Arten von Goldhähnchen des Gebiets, das
Indianergoldhähnchen (Regulus satrapa) und das Rubingoldhähnchen (Regulus calendula).
Die Drosseln der Gattung Catharus sind recht kleine, unscheinbar braun gefärbte Tiere. Der
Gesang der Wilsondrossel (Catharus fuscescens) war recht typisch für viele Nationalparks auf
unserer Strecke. Seltener waren Zwergdrossel (Catharus minimus) und Einsiedlerdrossel
(Catharus guttatus).
Der Zedernseidenschwanz (Bombycilla cedrorum) gehörte zu den häufigsten Erscheinungen
während der Tour. Dieser Beerenfresser erinnert stark an sein nördliches Pendant, den
Seidenschwanz. Ihm fehlen jedoch die weißen Flügelbinden, und der Bauch ist gelb gefärbt.
Zedernseidenschwänze zeigten sich als relativ zahme Vögel, die in kleineren Trupps von
Busch zu Busch wechselten.
Die meisten Ammern sind Offenlandbewohner, eine Ausnahme stellt die Weißkehlammer
(Zonotrichia albogularis) dar. Sie hält sich in Dickichten und Gebüschen in Wäldern auf und
sucht am Boden nach Sämereien und Insekten. Mit ihrem kontrastreich weiß, schwarz und
gelb gefärbten Kopf ist sie außerdem sehr farbenfroh für eine nordamerikanische Ammer. Die
Weißkehlammer war der wohl häufigste Vogel innerhalb geschlossener Wälder. Ihr Gesang ist
sehr auffällig; er wird in Kanada oft mit „O-oh sweet Canada, Canada,
Canada“ wiedergegeben. Die Winterammer (Junco hyemalis), auch Junko genannt, ist vor
allem eine Art der borealen Nadelwälder. Sie war besonders häufig in den Bergwäldern des
Gaspésie- und Bic-Nationalparks sowie im Matané-Tierreservat. Die finkenähnlichen
Ammern suchen in kleinen Trupps nach Nahrung.
Der Purpurgimpel (Carpodacus purpureus) ersetzt den ähnlichen Hausgimpel in den
geschlossenen Waldgebieten. Das Männchen ist leuchtend purpurrot gefärbt, dagegen ist das
Weibchen braun mit einem artkennzeichnenden Überaugenstreif. Weitere Finkenvögel der
Nadelwälder sind der Bindenkreuzschnabel (Loxia leucoptera) und der Fichtenzeisig (Spinus
pinus), ein naher Verwandter des Erlenzeisigs.
Die Bergtundra am Mont Albert
Dieser karge Lebensraum bot Platz für eine einzige Vogelart, den Pazifischen Wasserpieper
(Anthus rubescens). Dieser Pieper brütet normalerweise in der arktischen Tundra und hat nur
wenige Reliktpopulationen auf den höchsten Gipfeln der nördlichen Appalachen. Er hält sich
hauptsächlich am Boden auf und sucht dort nach Insekten. Er überwintert auf Ackerflächen in
den südlichen USA.
Sümpfe und Seen
Typisch für ganz Kanada sind ausgedehnte Seenlandschaften, die einer großen Anzahl von
Wasservögeln Lebensraum bieten. Die Dunkelente war auf vielen Gewässern die typischste
Art. Die Dunkelente (Anas rubripes), ein Endemit des östlichen Nordamerikas, ist eine der
wenigen Enten, die keinen Sexualdimorphismus zeigen. Sie ist nah verwandt mit der
Stockente und hybridisiert auch öfters mit ihr. In ihren Lebensraumansprüchen unterscheidet
sie sich aber: Die Dunkelente findet sich eher auf Seen mit natürlich bewaldeten Ufern als auf
Seen in Parks und Kulturlandschaft.
Als Vertreter der Tauchenten war die Schellente (Bucephala clangula) auf vielen Seen zu
finden. Die Schellente, die auch in Europa zu finden ist, brütet in Baumhöhlen. Sie ist damit
ebenfalls auf bewaldete Umgebung angewiesen. Das gleiche gilt für den Gänsesäger (Mergus
merganser), eine große, fischfressende Tauchente. Die Kanadagans (Branta canadensis) war
eine eher seltene Art. Sie ist im Sommer die einzige Gänseart im südlichen Québec. Die
meisten Individuen fanden sich in Küstenlagunen. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus
Gräsern und Samen, die im größtenteils bewaldeten Gebiet eine Seltenheit darstellten.
Der Eistaucher (Gavia immer) gilt als Symbol der nördlichen Wildnis und findet sich auch auf
der kanadischen 1-Dollar-Münze (die „Loonie“ genannt wird). Er ist nur auf größeren Seen zu
sehen, da er eine große Anlaufstrecke zum Fliegen benötigt. Als exzellenter Taucher und
Fischjäger kann er sich an Land kaum fortbewegen. Seine Rufe erinnern stark an Wolfsgeheul.
Schon ein paar Tage nach dem Schlüpfen werden die Küken auf dem Rücken umher getragen.
Der Eistaucher fand sich nicht nur auf allen größeren Seen, sondern auch an den Ufern des
Sankt-Lorenz-Stroms.
Brütende Limikolen sind im südlichen Québec eher selten. Der Drosseluferläufer (Actitis
macularius) war als einzige Art häufiger zu finden. Dieser Watvogel fand sich nicht nur an
Ufern von Seen, sondern auch an Flüssen, auf Wattflächen von Meeresbuchten sowie an der
Küste. Wie der Name andeutet, hält sich der Drosseluferläufer im Uferbereich der Gewässer
auf. Altvögel im Prachtkleid zeigen eine drosselähnlich getüpfelte Brust, während die Brust
der Jungvögel einfarbig braun ist.
Die Sumpfschwalbe (Tachycineta bicolor) war die häufigste Schwalbe im Exkursionsgebiet
und war oft bei der Jagd über Gewässern zu sehen. Im Gegensatz zu den meisten
Schwalbenarten brütet die Sumpfschwalbe in Baumhöhlen. Das Weidengelbkehlchen
(Geothlypis trichas) ist eine Waldsängerart, die sich an das Leben in Sümpfen angepasst hat.
Es ist leicht erkennbar an der schwarzen Gesichtsmaske. Es fand sich in Mooren des LaMauricie-Nationalparks sowie im Forillon-Nationalpark.
Auf den Seen in Montréal, z. B. im botanischen Garten, fand sich eine ganz andere
Zusammensetzung der Wasservogelwelt. Hier war die Stockente (Anas platyrhynchos) die
dominierende Entenart. Die einzige Lappentaucherart Québecs, der Bindentaucher
(Podylimbus podiceps), ist vor allem ein Bewohner der der Laubwaldgebiete und war deshalb
nur im Süden zu sehen.
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Die Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms und des Sankt-Lorenz-Golfs
Einen Großteil unserer Tour folgten wir dem Sankt-Lorenz-Strom. Von Montréal bis zur
Gaspésie-Halbinsel konnte man den langsamen Übergang zwischen Süß- und
Meerwasserlebensraum beobachten. Der Kanadareiher (Ardea herodias) war im gesamten
Stromgebiet sowie an der Küste der häufigste Reiher. Der Kanadareiher ist das amerikanische
Pendant des Graureihers und dort genauso häufig. Er ist aber noch größer (der wohl größte
Brutvogel des Gebiets) und hat einige bräunliche Gefiederpartien. Er ernährt sich
hauptsächlich von Fisch. In Montréal fand sich außerdem der Silberreiher (Ardea alba). Diese
schneeweiße Art ist sehr weit verbreitet über Europa, Afrika, Vorderasien und Nord- und
Südamerika. In Kanada ist er ein unregelmäßiger Brutvogel und am Sankt-Lorenz-Strom
wahrscheinlich nur Sommergast. Des Weiteren sahen wir einen Nachtreiher (Nycticorax
nycticorax) in einer Lagune bei Carleton.
Der Übergang vom Süßwasser zum Meer, der ein Ästuar auszeichnet, ließ sich besonders gut
an den Möwenarten nachvollziehen. In Québec City war die Ringschnabelmöwe noch die
einzige vorhandene Möwenart. Richtung Tadoussac mischten sich einige Silber- (Larus
argentatus) und Mantelmöwen (Larus marinus) darunter. An der Nordküste der GaspésieHalbinsel waren diese bereits die dominierenden Möwenarten. In den Nationalparks an der
Spitze der Halbinsel war die Ringschnabelmöwe bereits weitgehend verschwunden.
Stattdessen tauchte hier die Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) in großen Zahlen auf und
bildete an den dem Ozean zugewandten Steilklippen die dominierende Möwenart. Die
Dreizehenmöwe ist im Gegensatz zu den meisten Möwen hochgradig an eine pelagische
Lebensweise angepasst. Zur Brutzeit findet man sie in Kolonien an Steilklippen. Auffallend
sind der kleine Schnabel und die kleinen, schwachen Füße (mit namensgebender reduzierter
Hinterzehe); die Möwe benötigt sie fast nur zum Sitzen auf Felsbändern und Vorsprüngen. Im
Exkursionsgebiet finden sich einige große Kolonien, das Epizentrum ist jedoch der ForillonNationalpark mit mehreren zehntausend Brutpaaren. Eine besondere Möwenart ist die
Bonapartemöwe (Chroicocephalus philadelphia). Als einzige Möwe brütet sie in Bäumen,
und zwar ausschließlich in den borealen Nadelwäldern Nordamerikas. Sie überwintert in den
südlichen USA. Wenige Exemplare dieser kleinen, schwarzköpfigen Möwe fanden sich an der
Küste des Forillon-Nationalparks.
Die Eiderente (Somateria mollissima) frisst mit Vorliebe Muscheln, die sie bei Tauchgängen
in bis zu vierzig Metern Tiefe sammelt. Erkennbar ist sie an ihrer ungewöhnlichen, keilartigen
Kopfform. Sie ist an allen Küstengebieten häufig. Wir sahen mehrmals „Kindergärten“ dieser
Art, in denen sich die Küken verschiedener Bruten unter Aufsicht ein oder mehrerer Weibchen
zusammenschließen. Weitere Meeresenten, die auf dem St-Lorenz-Strom gesichtet wurden,
waren Eisente (Clangula hyemalis) und Brillenente (Melanitta perspicillata). Diese
nördlichen Arten nutzen die Küstengebiete Süd-Québecs normalerweise nur zur
Überwinterung und sind daher als eher ungewöhnliche Sommergäste anzusehen.
Mit 60 000 (!) Brutpaaren (Stand 2009) ist die Basstölpelkolonie auf der Île Bonaventure die
größte der Welt. Basstölpel (Morus bassanus) sind große, weiße Seevögel, die sich durch
Stoßtauchen ernähren. Sie brüten ihr einziges Junges stets auf küstennahen Felsinseln aus.
Auf der Nahrungssuche fliegen diese Seevögel in großen Formationen weit aufs Meer hinaus.
Obwohl die Basstölpel vor der Gaspésie-Halbinsel nur auf Bonaventure brüten, sah man diese
Vögel bis zum Forillon- und Miguasha-Nationalpark. Auf der Brutkolonie waren einige
interessante Verhaltensweisen zu beobachten. Die einfachen Nester aus Erde und Seetang
waren gerade so weit auseinander gebaut, wie sich die Vögel mit der Schnabelspitze berühren
konnten. Es bleibt immer ein Elternteil beim Jungtier. Männchen zeigen ein ausgeprägtes
Droh- und Aggressionsverhalten. „Verbeugungen“ mit halb ausgestreckten Flügeln und
Kopfschütteln signalisiert, dass ein Nest besetzt ist. Wird die Territoriumsgrenze überschritten,
kommt es zu heftigen Kämpfen, besonders zwischen gleichen Geschlechtern. Da die Vögel
immer wieder starten und landen mussten und sie dafür viel Platz brauchten, waren Kämpfe
sehr häufig. Zwischen den Partnern herrscht eine enge Bindung. Das auffälligste Verhalten ist
hierbei das „Schnäbeln“, eine Art Begrüßungszeremonie, wenn ein Partner zum Nest
zurückkehrt.
Im Gebiet brüten zwei Kormoranarten. Beide sind große, schwarz gefärbte Seevögel, die nach
Fischen tauchen. Der Kormoran (Phalacrocorax carbo), der bei uns überall auch im
Binnenland vorkommt, ist in Amerika ein seltener Küstenvogel. Im Gebiet gab es nur wenige
Brutpaare auf dem Percé Rock. Dagegen war die Ohrenscharbe (Phalacrocorax auritus) sehr
häufig im Exkursionsgebiet anzutreffen. Sie ist etwas kleiner und schlanker als der Kormoran,
des Weiteren fehlt ihr weißes Gefieder im Kehlbereich, und die nackte gelbe Haut um den
Schnabel ist weiter ausgedehnt.
Der Weißkopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus) gehört zu den größten und bekanntesten
Greifvögeln Nordamerikas. Er ist das Wappentier der USA. Man findet ihn sowohl in
Binnengewässern als auch an der Küste, wo er Fische und Wasservögel jagt. Wir sahen ihn
meist nur an der Küste in Form von braunköpfigen Jungvögeln.
Limikolen waren, bis auf den Drosseluferläufer, ausschließlich an der Lagune bei Carleton zu
sehen. Am häufigsten war hierbei der Kleine Gelbschenkel (Tringa flavipes), ein arktischer
Brüter, der vermutlich dort einen Zwischenstopp auf dem Zug einlegte. Gleiches gilt für den
Sandstrandläufer (Calidris pusilla) und den Amerikanischen Sandregenpfeifer (Charadrius
semipalmatus). Der Keilschwanzregenpfeifer (Charadrius vociferus) ist eine der wenigen
Limikolenarten, die auch im Geiet brüten. Er findet sich auf Marsch- und Wiesenflächen und
erinnert in vieler Hinsicht an den europäischen Kiebitz. An der Lagune waren die Tiere sehr
zahm und liefen ständig pfeifend am Ufer entlang.
Die Küstenseeschwalbe (Sterna arctica) war die einzige Seeschwalbenart, die wir zu Gesicht
bekamen. Sie war besonders häufig in Carleton. Es handelt sich um eine Art, die
hauptsächlich in der Arktis brütet. An den Küsten unseres Exkursionsgebiets brüteten vier
verschiedene Alkenarten. Alle sind schwarzweiße Vögel mit kurzen Flügeln. Am weitesten
verbreitet an allen Küstenbereichen ist die Gryllteiste (Cepphus grylle). Im Gegensatz zu den
anderen Alken brütet sie nicht in Kolonien und entfernt sich nie weit von der Küste.
Kennzeichnend sind die weißen Flecken auf den Flügeln des sonst schwarzen Körpers. Der
Tordalk (Alca torda) kommt in nur wenigen Brutkolonien vor (u. a. Forillon- und BicNationalparks). Er ist die größte Alkenart und an dem mächtigen, weiß gebänderten Schnabel
zu erkennen. Auf Französisch wird er „Petit Pingouin“ (Kleiner Pinguin) genannt. Mit
Ausnahme weniger Brutpaare im Forillon-Nationalpark beherbergt Bonaventure die einzige
Trottellummen-Kolonie im Gebiet. Die Trottellumme (Uria aalge) liegt in der Größe
zwischen den vorangegangenen Arten. Sie brütete auf Felsbändern zwischen den Basstölpeln
und Dreizehenmöwen. Der Papageitaucher (Fratercula arctica) ist ein sehr seltener Brutvogel
auf Bonaventure. Dieser Alk mit dem bunten Schnabel ernährt sich bevorzugt von Sandaalen.
Die Strände vor der Gaspésie-Halbinsel waren ein bevorzugtes Jagdgebiet von Schwalben.
Bis zu drei verschiedene Arten sah man gleichzeitig dicht über den Boden fliegen. Neben
Sumpfschwalben waren das die kleineren Fahlstirn- und Uferschwalben. Während die
Uferschwalben (Riparia riparia) an den Küstenklippen in Erdhöhlen dicht unter der
Grasnarbe brüteten, bevorzugen die Fahlstirnschwalben Lehmnester an Gebäuden, besonders
gerne unter Brücken. Der typische Singvogel der Küstenmarschen und Wiesen war jedoch die
Grasammer (Passerculus sandwichensis). Sie ist eine unscheinbare Ammer, ähnlich der
Singammer, und findet sich in vielen verschiedenen Graslandschaften Nordamerikas. Wie
viele Wiesenvögel ist sie ein Bodenbrüter.
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Besondere terrestrische & aquatische Tiere
Carolin Tröger
Exkursions-Ziel:
Ziel dieser Exkursion war es in den drei Wochen die Flora, Fauna und verschiedene
Ökosysteme von Quebec, Kanada kennenzulernen. Dazu war eine Rundreise von Montreal
über Quebec und auf die Gapésie-Halbinsel geplant. Auf diese Weise sollten zahlreiche
Nationalparks besucht werden, um einen Einblick in die unterschiedlichen Ökosysteme am
St.-Lorenz-Strom zu gewinnen. Das meinige Thema beschäftigte sich mit besonderen
terrestrischen und aquatischen Tieren von Kanada (die Gruppen der Aves (Vögel) und der
Cetacea (Wale) werden in diesem Bericht nicht berücksichtigt).
Beobachtete Arten:
1. Elch (Alces alces americanus)
Der Elch, im englischem auch „Moose“ genannt, gehört zu der Familie der Cervidae und stellt
gleichzeitig eine rezente (in jüngerer Erdzeit entstandene) Art der Paarhufer dar. Somit ist der
Elch ein Vertreter der heute größten vorkommenden Hirsche. Es gibt 7 Unterarten des Alces
alces, wobei in Quebec nur der Ostkanadische Elch (Alces alces americanus) vorkommt. In
Kanada sind ca. 0,5 – 1 Mio. Elche beheimatet. Das Aussehen des Elches wird als großer,
pferdeähnlicher Hirsch mit stämmigen, kurzhalsigen und hochbeinigem Körper beschrieben.
Es besitzt einen langen Kopf mit einer langgestreckten Nasengegen und einem sehr breitem
Muffel. Die Oberlippe des Elches ist sehr stark überhängend, breit und sehr beweglich. Elche
besitzen ein Schaufelgeweih, welches bis zu 200 cm Spannweite und ein Gewicht von ca. 2040 kg erreichen kann. Dagegen tragen die Elchkühe kein Geweih. Der kanadische Elch kann
eine Standhöhe von ca. 140-235 cm erreichen und ein Gewicht von bis zu 600 kg besitzen.
Das Vorkommen der Elche ist auf die boreale Zone der Nordhalbkugel beschränkt (Ost- und
Nordeuropa, Teile Asiens und Nordamerika). Alces alces bevorzugt Blätter,
Unterwasserpflanzen, junge Baumtriebe, Kräuter und Zweige als Nahrung. Die Lebensdauer
der Elche ist im Schnitt 8-10 Jahre, nur selten mehr als 16 Jahre. Das Augenlicht eines
Elches ist sehr limitiert, dafür sind sein Geruchsinn und das Gehör umso besser ausgeprägt.
Es sind tag- und nachtaktive Tiere, wobei die größte Aktivität bei Sonnenaufgang und
Sonnenuntergang zu finden ist. Ihr Sozialverhalten zeigt deutlich, dass sie vorwiegend
Einzelgänger sind, aber trotzdem kleine Familienverbände aus Elchtieren und Kälbern
vorhanden sind. Elchkühe bringen ca. 1-2 Junge pro Jahr zu Welt, wobei die Geschlechtsreife
bei den Jungtieren mit 1,5-2,5 Jahren einsetzt. Man kann Elche in lückigen Wäldern mit
Sümpfen und Wasserflächen, in Bruchwälder oder Kahlschlags-Gebieten vorfinden. Es sind
sehr stark anpassungsfähige Tiere und auch sehr stark kälteresistente. Die natürlichen Feinde
des Elches stellen der Wolf und Bär dar.
Beobachtung:
Die Beobachtung von Elchen fand im Réserve faunique de Matane am 13.07.2010 statt. Bei
Eintritt der Dämmerung nahmen wir an einer Elchführung teil, die uns auch die Gründe für
das zahlreiche Vorkommen der Elche in diesem Gebiet erklären sollte. Wir wurden an einen
kleinen Bach geführt und die Mitarbeiterin dieses Reservates erklärte uns, dass dieses Wasser
sehr mineralhaltig ist und somit einen wichtigen Nahrungs-Bestandteil für die Elche darstellt.
Weiter ging es dann mit einem Minibus entlang der „Dirt-Roads“ des Reservates, da man dort
mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Elche beobachten kann. Und tatsächlich tauchten plötzlich
Elche am Seitenrand der Straße auf. Wir stoppten den Minibus und verhielten uns sehr ruhig,
aber als wir versuchten die Tür aufzumachen und ein paar Fotos zu bekommen, scheuten die
Elche und verschwanden im Wald. Es wurde zunehmend dunkler und die nächsten Elche die
wir auf der Straße sahen, blieben länger stehen, da sie von dem Scheinwerferlicht geblendet
wurden. Die Mitarbeiterin erzählte uns des Weiteren, dass es über 6000 Elche in diesem Park
auf einer Fläche von 1.282 km2 leben, welches eine sehr hohe Dichte darstellt. Die
Population der Elche vergrößerte sich ebenfalls aufgrund der Räumung von PflanzenGestrüpp um den Nachwuchs von Laubbäumen anzuregen, welches gleichzeitig die
Hauptnahrungsquelle für Elche darstellt.
2. Weißwedelhirsch/Virginiahirsch (Odocoileus virginianus)
Der männliche Weißwedelhirsch kann eine Standhöhe von 100 cm, das weibliche Tiere eine
Standhöhe von ca. 90 cm erreichen. Das Gewicht ist bei den Männchen selten über 100 kg
und bei den Weibchen um die 65 kg. Das Fell besitzt rötliche Farben, wobei die Oberseite
dunkler ist als die Unterseite. Namensgebend ist der Wedel, der auf der Unterseite weiß ist.
Dieser wird beim Laufen aufgestellt und bei Gefahr gespreizt. Das Geweih ist nach außen
gebogen und besitzt nach vorne wachsende Stangen. Bei den Weißwedelhirschen bringen die
Weibchen nach einer Tragezeit von rund 30 Wochen ein, manchmal zwei Hirschkälber zur
Welt. Die Hirschkälber besitzen ein zur Tarnung weiß gesprenkeltes Fell und können schon
wenige Stunden nach der Geburt laufen. Solange ihre Mutter weidet, bleiben die Kälber im
Gebüsch versteckt und warten auf deren Rückkehr um gesäugt zu werden. Die Kälber werden
16-17 Wochen gesäugt und werden mit 1,5 Jahren geschlechtsreif. Die Lebensdauer eines
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Hirsches kann ca. 8-10 Jahre betragen. Weißwedelhirsche ernähren sich von weicher gut
verdaubarer Pflanzenkost, wie zartes Gras oder frische Kräuter. Odocoileus virginianus lebt in
kleineren Rudeln mit weniger als einem Dutzend Tieren. Die Rudel enthalten jeweils nur
Tiere gleichen Geschlechts. Vorzugsweise verstecken sich diese Hirsche im Dickicht, aber
wenn sie in einer größeren Gruppe vorkommen, findet man sie auch auf offenem Gelände.
Große Raubtiere stellen als Prädatoren für diese Hirschart eine Gefahr dar.
Beobachtung:
Es wurde auf der Fahrt von Quebec nach Montreal ein junger, weiblicher Weißwedelhirsch
gesehen. Es konnte leider nur diese eine Beobachtung gemacht werden, obwohl der
Weißwedelhirsch die häufigste Hirschart in Nordamerika ist.
3. Kanadabiber (Castor canadensis)
Der Kanadabiber stellt den größten Vertreter der Rodentia in Nordamerika dar. Er gehört zu
der Familie der Castoridae und besitzt eine Kopf-Rumpf-Länge (KRL) von ca. 90 cm. Davon
kann der Schanz eine Länge von ca. 25 cm einnehmen. Als semiaquatisches Säugetier kann er
ein Gewicht von 18-27 kg haben und eine Lebensdauer von bis zu 12 Jahren erreichen. Der
Biberschwanz ist flach, flexibel, muskulär und beschuppt, mit dem er bei Gefahr auf das
Wasser schlägt und somit seine Artgenossen alarmiert. Im Wasser stellt der Schwanz das
Ruder dar, wohingegen er an Land als Stütze für das Sitzen genutzt wird. Der Kanadabiber ist
ein ausgezeichneter Schwimmer und Taucher, der bei Gefahr eine Geschwindigkeit von ca. 7
km/h erreichen kann. An Land wirkt er eher unbeholfen und bewegt sich somit langsamer fort.
Diese Biber sind monogame Tiere. Paarungen finden im Januar bis Februar statt und kurz
darauf werden 3-4 Junge geboren. Diese werden mit ca. 2-3 Jahren geschlechtsreif und suchen
sich dann ein eigenes Revier und Partner. Die Biber benötigen einen Teich, Bach, Fluss oder
See zum Leben. Der Biber ist ein hervorragender Ingenieur, wenn es um den Bau eines
Dammes oder einer Burg geht. Wenn ein Paar ein unbesetztes Gebiet besiedelt, dann wird als
Markierung eine Burg gebaut. Fließt das Gewässer aber zu schnell, beginnt der Biber am
Ende seines Reviers flussabwärts, dicke Steine aufzuschichten, in welche er geschickt
Holzbalken hinein rammt und somit befestigt. Nach und nach entsteht ein Biberdamm.
Beobachtung:
Es konnten mehrere gute Beobachtungen Kanadischer Biber gemacht werden. Beispielsweise
wurde am 05.07.2010 ein Kanadischer Biber im La-Mauricie-Nationalpark von uns
beobachtet. Dieser bewohnte einen kleinen Teich, in der Nähe eines größeren Sees. Wir
konnten den Biber bei seiner alltäglichen Futtersuche beobachten. Dieser Biber war bereits an
Touristen gewöhnt, da er nur bei schnelleren, schreckhaften Bewegungen abtauchte.
4. Streifen-Backenhörnchen (Tamias striatus)
Das Streifen-Backenhörnchen gehört zu der Familie der Sciuridae und ist im östlichen
Nordamerika von der Hudson-Bay bis zum Unterlauf des Mississippis verbreitet. Diese Tiere
besitzen eine Kopf-Rumpf-Länge (KRL) von ca. 13,7-18,6 cm und eine Schwanzlänge von
7,8-11,3 cm. Das Gewicht liegt bei 70-140 g. Ein Kennzeichen für alle Streifenhörnchen ist
natürlich die Streifenzeichnung: auf dem graubraunen bis rotbraunen Grund lassen sich fünf
schwarze Längsstreifen auf dem Rücken erkennen, welche von weißen Zwischenstreifen
unterbrochen werden. Das Streifen-Backenhörnchen ist eng mit den Murmeltieren verwandt
und hält wie diese auch einen Winterschlaf. Es legt sich aber keine Fettschicht zu wie die
Murmeltiere, sondern legt sich einen großen Nahrungsvorrat an. Das Tamias striatus wacht
alle paar Wochen auf, nimmt etwas Futter zu sich und fällt dann wieder in tiefen Schlaf. Beim
Anlegen seines Vorrats im Sommerhalbjahr sind ihm seine beiden großen Backentaschen,
denen es seinen Namen verdankt, sehr dienlich. Tamias striatus reproduziert sich im FebruarMärz nach dem Winterschlaf. Nach 32 Tagen Tragzeit bringt das Weibchen 3-6 Junge zur
Welt, welche blind, taub und völlig nackt geboren werden. Die Jungtiere erreichen die
Geschlechtsreife nach ca. 1 Jahr. Die gesamte Lebensdauer eines Streifen-Backenhörnchens
beträgt ca. 2-3 Jahre. Es bevorzugt Nüsse, Eckern, Samen, Pilze, Früchte, auch Insekten und
andere Kleintiere als Nahrung. Sie sind tagaktiv und vorwiegend solitär. Man findet diese
Streifenhörnchen in lichten Wäldern und im Umkreis von ländlichen Siedlungen. Als
Prädatoren gelten Raubvögel und Greifvögel.
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Beobachtung:
Die Streifen-Backenhörnchen konnten erstmals am 04.07.2010 im Botanischen Garten von
Montreal (im Japanischen Garten) beobachtet werden. Diese Art von Hörnchen leben
normalerweise in Wäldern (Laubwäldern), aber sie werden auch zunehmend in baumlosen
Gebieten entdeckt, wo sie sich eher auf Strauchwerke spezialisiert haben. Natürlich ernähren
sich die Streichen-Backenhörnchen in der Stadt größtenteils von menschlichen
Nahrungsabfällen, sodass in Nordamerika viele Streifenhörnchen futterzahm sind und Nüsse
oder andere Nahrungsmittel aus der Hand fressen. Es konnte festgestellt werden, dass diese
Tiere trotz guter Kletterfähigkeiten größtenteils am Boden vorzufinden sind.
5. Streifenskunks / Kanadaskunk ( Mephitis mephitis)
Die Streifenskunks gehören zu der Überfamilie der Canoidea (Hundeartige) und zu der
Familie der Mephitidae (Stinktiere), welche in Nord-und Mittelamerika stark verbreitet sind.
Das Fell eines Streifenskunks ist größtenteils schwarz gefärbt, wobei die Oberseite des
Kopfes weiß ist und entlang des Rückens verläuft und somit die Streifen erzeugt, welche zur
Namensgebung geführt haben. Die Streifenskunks besitzen eine KRL von ca. 58-80 cm und
eine Schwanzlänge von 18-40 cm. Das Gewicht beträgt von 1,2-2,5 kg, kann aber im Herbst
bis auf 5,3 kg ansteigen. Diese Stinktiere haben ein extrem gutes Abwehrsystem gegen
Prädatoren entwickelt, indem sie ein streng riechendes Sekret aus ihren Analdrüsen absondern.
Dieses Sekret können sie ca. 2-3 m weit verspritzen und zielen meist auf des Angreifers
Gesicht. Die Reproduktion des Streifenskunks erfolgt zwischen Februar und April. Das
Weibchen bringt dann im Mai bis Juni 2-5 Jungtiere zu Welt, welche ein Geburtsgewicht von
ca. 32-35 g haben. Die Jungtiere erreichen die Geschlechtsreife mit ca. 10 Monaten. Ein
Streifenskunk kann 5-6 Jahre alt werden. Diese Tiere sind hauptsächlich nachts aktiv, können
aber auch bei Tag aktiv sein, sie ruhen in oberirdischen Verstecken oder in
übernommenen/selbstangefertigten Bauen. Anzutreffen sind diese Individuen in offenen
Landschaften mit Waldinseln, sehr häufig aber auch in Nutzungsflächen. Das Männchen
benötigt eine Homerange von 510 ha und das Weibchen 380 ha. Als Nahrung bevorzugt
Mephitis mephitis kleine Nagetiere, Vögel, Reptilien, Eier, Insekten, Würmer, Obst, Beeren
und Mais. Große Raubtiere, Adler und Eulen gelten als Prädatoren.
Beobachtung:
Auf der Rückfahrt von Montreal nach Quebec am 22.07.2010 wurde ein Streifenskunk tot am
Straßenrand entdeckt. Die Streifenskunks sind dämmerungs- und nachtaktiv und besitzen
kaum natürliche Feinde (große Raubtiere, Adler, Eulen  eher selten). Somit ist der
Autoverkehr eine der Haupttodesursachen von diesen Tieren.
6. Grauhörnchen (Sciurus carolinensis)
Das Grauhörnchen ist eine ursprünglich aus Nordamerika stammende Art, welche zu der
Ordnung der Nagetiere gehört. Es besitzt eine KRL von 25-30 cm und eine Schwanzlänge von
20-23,5 cm. 400-710 g beträgt das Gewicht eines Grauhörnchens. Die Grauhörnchen sind
größer als ihre Verwandten, die Eichhörnchen (Sciurus vulgaris). Wie der Name bereits
aussagt, besitzt Sciurus carolinensis ein graues Fell. Es kann zu zwei, bei günstigen
Bedingungen auch zu drei Würfen in einem Jahr kommen, da es keine engen Paarungszeiten
gibt. Pro Geburt kommen 1-4 Junge mit einem Geburtsgewicht von ca. 13-17 g zur Welt. Sie
erreichen ihre Geschlechtsreife nach einem Jahr. Sciurus carolinensis kann bis zu 12 Jahre alt
werden. Als Nahrung bevorzugen sie pflanzliches mit tierischer Zukost, Grauhörnchen sind
Allesfresser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Samen und Knospen aller Art. Als Prädator
gilt hauptsächlich der Mensch. Die Grauhörnchen sind tagaktiv und Baumtiere, d. h. sie
kommen nur zum Sammeln und Vergraben von Nüssen auf den Boden. Man kann sie in
Wäldern und auch regelmäßig in Parks antreffen.
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Beobachtung:
Das Grauhörnchen konnte während dieser drei Wochen sehr häufig beobachtet werden. In der
Wildnis bewohnen diese Hörnchen große Bereiche von Wäldern, wobei die Wälder dichte
Vegetation besitzen müssen um dem Grauhörnchen ausreichend vielfältige Nahrung bieten zu
können. Aber wir konnten diese Tiere natürlich auch in den Städten Montreal und Quebec
oder in der Nähe von menschlichen Siedlungen entdecken, wo sie sich in Parks oder Gärten
aufhalten. In den Städten werden sie schon fast als Plage angesehen, da sie sich sehr stark
vermehren, sehr zutraulich sind zu den Menschen und sich auch von Abfällen ernähren.
7. Nordamerikanischer Schwarzbär (Ursus americanus)
Der Nordamerikanische Schwarzbär gehört zu der Familie der Ursidae (Großbären), welche
ca. 18 Unterarten (hier auch Grizzlybär) besitzt. Ursus americanus besitzt eine Standhöhe von
80-95 cm und ein Gewicht von 120-150 kg. Diese Individuen besitzen eine gleichmäßige
Körperfärbung, die nicht immer schwarz ist, sondern es gibt auch graue, braune und sogar
weiße Formen. Das Verbreitungsgebiet der Amerikanischen Schwarzbären umfasst große
Teile Nordamerikas. Sie leben in nahezu ganz Alaska und Kanada mit Ausnahme des
äußersten Nordens. Der amerikanische Schwarzbär ist in freier Wildbahn vorwiegend
dämmerungsaktiv. Die Aktivitätszeiten sind jedoch saisonal unterschiedlich. Wie andere
Bären halten sie während der kalten Monate eine Winterruhe in einem selbstgegrabenen Bau.
Die Paarungszeit ist in der Regel Juni bis Juli, die Jungen werden im Januar oder Februar
geboren. Es können 1-4 Jungen pro Wurf zur Welt kommen, welche ein Geburtsgewicht von
ca. 350-400 g besitzen. Die Trennung von der Mutter erfolgt mit ca. 1,5 Jahren, wohingegen
die Geschlechtsreife mit ca. 3 Jahren erst eintritt. Die Nordamerikanischen Schwarzbären
leben einzelgängerisch oder in Mutterfamilien-Verbänden. Als Nahrung bevorzugt der Ursus
americanus Gräser, Kräuter, Beeren, Früchte, Nüsse, Samen, Insekten und Honig. Als
Prädator gelten der Wolf und der Braunbär. Die Reviergröße eines Ursus americanus beträgt
ca. 10-300 km2.
Beobachtung:
Wir konnten am 16.07.2010 im Forillon-Nationalpark Spuren von Schwarzbären beobachten.
Auf einer 1 stündigen Wanderung konnten wir eindeutige Fußspuren im Schlamm (siehe Bild
oben) und auch zahlreiche Kotspuren (siehe Bilder oben) wahrnehmen. Im Kot konnte man
unverdaute Beeren erkennen, welche unreif vom Bären verzehrt wurden. Im Nationalpark
selbst waren Warnschilder aufgestellt, um Touristen auf die Gefahr bei einer Annäherung an
einen Bären hinzuweisen.
8. Schneeschuh-Hase (Lepus americanus)
Der Schneeschuh-Hase gehört zu der Gattung der Echten Hasen (Lepus), welche 16
Unterarten aufweist. Diese Hasen besitzen eine KRL von 363-520 mm und ein Gewicht von
0,9-1,9 kg. Das Haarkleid im Sommer ist bräunlich oder dunkelgrau und im Winter weiß
(außer den schwarzen Ohrspitzen). Die Hinterfüße sind etwas verbreitert und im Winter mit
steifen Haaren dicht besetzt („Schneeschuh“). Die Schneeschuh-Hasen reproduzieren sich 2-4
Mal im Jahr mit ca. 2-6 Jungen pro Wurf. Diese Hasen verzehren Gräser, Kräuter, Knospen
und Rinden, im Winter werden Stämmchen geschält und Zweige verbissen. Die natürlichen
Feinde des Schneeschuh-Hasen sind Luchs, Wolf, Marder und Greifvögel. Sie sind die
Bewohner der immergrünen Wälder und Sumpfwälder mit Lichtungen. Des Weiteren sind
diese Tiere Orts treu. Es gibt starke Bestandsschwankungen im 10 Jahres Zyklus.
Beobachtung:
Dieser tote Schneeschuhhase (Bild oben) wurde am 13.07.2010 im Réserve faunique de
Matane auf einer Straße gefunden. Er wurde anscheinend von einem Auto angefahren. Diese
Hasen leben einzelgängerisch und können in großen Populationen vorkommen. Wie man auf
den Bildern gut erkennen kann, sind die Hinterläufe des Hasen sehr stark ausgebildet. Da die
Fußsohlen dicht behaart sind (insbesondere die Hinterpfoten) kommt es zu einem
schneeschuhartigen Aussehen.
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9. Waldmurmeltier (Marmota monax)
Das Waldmurmeltier ist ein Nagetier aus der Familie der Hörnchen. Mit einer KRL von 31,851 cm und einer Schwanzlänge von 10-15,5 cm gehört es zu den etwas größeren Hörnchen.
Das Gewicht des Männchens kann 2,1-7,1 kg und des Weibchens 2-5,7 kg betragen. Das Fell
ist einheitlich gräulich bis rötlich-braun. Die Unterwolle ist mausgrau. Es gibt starke
Variationen innerhalb der Unterarten. Die Füße sind schwarz oder dunkelbraun und die
Vorderläufe mit tiefrötlichen Haaren. Der Schwanz ist schwarz gefärbt. Es betreibt
Winterschlaf von Oktober bis Anfang Februar. Die Paarungszeit beginnt im März/April. Pro
Geburt werden 3-4 Jungen zur Welt gebracht mit einem Geburtsgewicht von 26 -27 g.
Normalerweise sind die Jungtiere mit ca. 1 Jahr geschlechtsreif. Das Waldmurmeltier ernährt
sich von Blättern und Blüten von vielerlei Gräsern und Kräutern, aber auch von Samen. Als
Prädatoren gelten Rotfuchs, Hunde und Schwarzbär. Marmota monax ist ursprünglich ein
Waldbewohner, aber heute hauptsächlich auf gerodeten Flächen und Feldern (aber gerne in
Waldnähe) zu finden. Die Waldmurmeltiere leben solitär und überwintert als einziges
Murmeltier allein.
Beobachtung:
Das Waldmurmeltier konnte auf dieser Exkursion des Öfteren beobachtet werden, vor allem
im Bic-Nationalpark (11./12.07.2010) und im Réserve faunique de Matane am 13.07.2010.
Wir konnten diese Tiere meist früh am Morgen oder in der Dämmerung beobachten. Sie
waren in den Nationalparks weniger scheu und somit konnte man sich auf einer Entfernung
von 10 m annähern. Ebenfalls beobachtet werden konnte, dass die Waldmurmeltiere auch auf
Warnrufe von Vögeln reagieren und sich daraufhin in Sicherheit bringen. Es wurden auch
immer nur einzelne Individuen beobachtet aufgrund des solitären Lebensstils.
10. Rotfuchs (Vulpes vulpes)
Der Rotfuchs gehört zu der Familie der Canidae (Hunde) und kommt in Europa, Nord- und
Zentralasien sowie in Nordamerika vor. Das Fell ist auf der Oberseite rötlich und der
Unterseite weiß. Der Farbton variiert je nach Verbreitungsgebiet oberseits zwischen
rötlichgelb und tiefrotbraun und Unterseite zwischen rein weiß und schiefergrau. Die KRL
beträgt 58-72 cm und die Schwanzlänge 32-48 cm. Der Rotfuchs kann ein Gewicht von 6-10
kg erreichen. Eigentlich bevorzugte der Vulpes vulpes einsame und dichte Wälder. Heutzutage
lebt er aber praktisch in jedem Lebensraum inklusive Schrebergärten oder Parkanlagen. Der
Rotfuchs ist sogar in den größeren Parks von Großstädten anzutreffen. Als dämmerungs- und
nachtaktives Tier besitzt er speziell angepasste Sinnesorgane. Füchse leben, von der
Paarungszeit abgesehen, einzelgängerisch und schließen sich nur selten mit Artgenossen
zusammen. Die meisten Vulpes vulpes bewohnen Erdbaue, welche sie entweder selbst graben
oder auch von einem Dachs übernehmen. Der Rotfuchs paart sich einmal im Jahr (Ranzzeit).
Da der Rüde von Dezember bis Anfang März befruchtungsfähig ist, die Fähe hingegen nur 2
bis 3 Tage im Januar/Februar, folgt der Rüde über einen längeren Zeitraum der auserwählten
Fähe, um ihr Abwehrverhalten genau zu diesem Zeitpunkt überwinden zu können. Im
Durchschnitt bekommt eine Fähe 4-6 Junge pro Wurf. In freier Wildbahn können Füchse etwa
10-12 Jahre alt werden, wenn sie zuvor nicht durch Jäger oder den Straßenverkehr
umkommen. Natürliche Feinde haben Füchse heute kaum noch, denn Luchs und Wolf, Uhu
und Steinadler sind fast überall verschwunden.
Beobachtung:
Es konnte ein Rotfuchs im La-Mauricie-Nationalpark am 05.07.2010 gesichtet werden. Der
Rotfuchs konnte auf einem abgelegenen Parkplatz in der Abenddämmerung beobachtet
werden. Dieses Individuum zeigte keine große Scheu vor Menschen, da es auch in der Nähe
von Autos etwas Essbares suchte. Es konnten leider keine Aufnahmen dieses Tieres gemacht
werden, da keine Kamera mitgeführt wurde. Der Rotfuchs ist eines der am weitesten
verbreiteten Mammalia-Vertreter in Kanada.
11. Amerikanische-Kröte (Bufo americanus)
Die Amerika-Kröte gehört zu der artenreichsten Gattung innerhalb der Bufonidae, welche zu
der Ordnung der Anuren gehören. Die Bufo americanus kann eine Länge von 5-8 cm
erreichen. Ihre Färbung variiert von hellbraun, braun, rötlich-braun und oliv-grün. Der Bauch
ist weiß bis gelblich gefärbt und mit grau-schwarzen Flecken versehen. Die Haut beinhaltet
Drüsen, welche einen Giftstoff absondern und somit vor Prädatoren schützen. Einige dieser
Kröten besitzen einen Streifen auf ihrem Rücken. Die Männchen sind normalerweise kleiner
als die Weibchen. Die Amerikanische Kröte kann man in den meisten Gebieten von OstKanada und der USA finden. Diese Kröte bevorzugt feuchte Gebiete mit einem sehr starken
Vorkommen von Insekten. Man findet sie häufig in Parks, Gärten, Wälder und Farmland. Ihre
Nahrung besteht aus Spinnen, Regenwürmern, Nacktschnecken und anderen Invertebraten.
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Beobachtung:
Die Bufo americanus konnte im Gaspesié-Nationalpark am 14.07.2010 beobachtet werden.
Bei einer Durchquerung eines sehr feuchten, fast schon morastigen Wald konnte man ein
Individuum entdecken. Es war sehr gut an seine Umgebung angepasst, aufgrund der etwas
dunkleren Flecken und dem grauen Streifen auf dem Rücken. Sie verharrte in einer Starre
nachdem wir sie entdeckt hatten. Hierbei ist zu erwähnen, dass diese Tiere zumeist nachtaktiv
sind, wir sie aber tagsüber angetroffen haben. Tagsüber versucht sie sich so gut wie möglich
zu verstecken.
Bufo americanus
Vorkommende Arten, die nicht beobachtet worden sind:
1. Karibu (Rangifer tarandus)
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Familie: Hirsche (Cervidae); Gattung: Rangifer (verschiedene Unterarten)
Wildren, Caribou oder Ren/Rentier stellt eine Art dar
Vorkommen: arktische, subarktische & boreale Biome, nördliche Gebiete in
Nordamerika & Eurasien
Größe (Schulterhöhe): 90-140 cm, Gewicht: bis 340 kg (10 - 15 kg Geweih)
Länge: bis 1,80 m, Männchen größer als Weibchen, Alter: 10-15 Jahre
Nahrung: Erd- & Baumflechten, Blätter, Kräuter, Seggen, Pilze Flechten: hoher
Kohlenhydratgehalt, energiereiches Futter im Winter, aber geringer Vitamin-, Eiweiß-,
Fett- & Mineraliengehalt
Reproduktion: Balz in September bis November, 1 Kalb pro Jahr im Mai oder Juni
Geweih bei Männchen & Weibchen vorhanden bei den meisten Unterarten)
Herdentiere (40-400 Tiere in einer Gruppe), Leittiere meist erfahrene und ältere Kühe
oder Hirsche  bei Flucht wird dem Leittier gefolgt
Leben nomadisch, kein Territorium, nur Verbreitungsgebiet, worin Wanderung erfolgt
Hauptprädator: Wolf, [Jungtiere  Schwarz-& Braunbär, Krähen, Polarfuchs]
Kanada: 2,4 Mio. Caribous
4 Subspecies in Kanada:
Peary Caribou (Rangifer tarandus pearyi),
Grant‟s Caribou (Rangifer tarandus granti),
Woodland Caribou (Rangifer tarandus caribou)
o Boreale Population
Status: bedroht, Verbreitung über boreale Wälder Nord-Kanadas
o Southern Mountain Population
Status: bedroht, kleine isolierte lokale Herden, Vorkommen: British Columbia,
Alberta
o Northern Mountain Population
Status: „Special Concern” (extrem selten), Vorkommen: Yukon Territory,
Northwest Territories, British Columbia
o Newfoundland Population
Status nicht gefährdet, ca. 85.000 Adulte, Vorkommen: Newfoundland-Labrador
o Atlantic-Gaspésie Population
- isolierte Population größtenteils im Gaspésie-Nationalpark; einzige Herde
südlich des St.-Lorenz-Stroms
- Status: gefährdet (2007: 150 Individuen in Gaspésie-Gebiet)
- Größe: 1,0-1,4 m Schulterhöhe
- Gewicht: 120-170 kg
- Wort “caribou” von Micmac ”xalibu” heißt: “the one who paws the earth in
search of food”
- Gaspé Caribou's Habitat: 1,345 km², inclusive Gaspésie-Nationalpark mit
802 km²
- 3 Hauptgebiete: Chic-Choc Mountains, speziell Mont Albert, Logan und
McGerrigle Range
- Prädator: Schwarzbär und seit 1980 Coyote (spezialisiert auf Caribou
Jungtiere)
- 1950: 700-1500 Caribous; 1970: 200 Caribous
- Recovery Plan für Gaspésie-Caribous (2002-2012): Überwachung der
Bären- und Coyoten-Population, Herstellung einer LangzeitHabitatentwicklungs-Strategie („long-term habitat development strategy“)
um Interaktion von Prädatoren und Caribous zu limitieren
2. Rothirsch (Cervus elaphus)
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Familie: Cervidae, Gattung: Cervus (ca. 12 Unterarten)
Unterart: Cervus elaphus canadensis = Wapiti (in der Sprache der Shawnee Indianer)
Größe: ♂ 150 cm, ♀ : 135 cm; Gewicht: ♂ 300- 350 kg, ♀: 250 kg
natürliches Altersgrenze liegt bei 15-20 Jahren
Männchen mit starken Stangengeweih, Weibchen geweihlos
Reproduktion: 1-2 Jungen pro Jahr, Geburtsgewicht: 5-8 kg
Geschlechtsreif: ca. 1,5 Jahren; Färbung: Sommer rötlich braun, im Winter graubraun
Hirsche im Herbst und Winter mit starker Halsmähne
Nahrung: Gräser, Kräuter, Triebe, Blätter, Flechten, Pilze, Eicheln, Baumrinde
Sozialverhalten: Gruppentier, selten allein vorzufinden
Dämmerungs- und Nachttier, Jahreswanderung zwischen Sommer- & Wintereinstand,
keine Reviere; Lebensraum: Laub- & Mischwald, Nadelwald, waldloses HeideHochland
Prädator: Wolf, Luchs
3. Wolf (Canis lupus)
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Familie: Canidae (Hunde)
Standhöhe: 50-100 cm, ♂ größer als ♀; Gewicht: 15-18 kg
meist grau bis bräunlich, in Nordwesten Amerikas auch schwarz
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Reproduktion: ca. 4-7 Jungen pro Geburt, Geburtsgewicht: 300-500g
geschlechtsreif: 1-3 Jahren; Lebensdauer: ca. 10 Jahre
Nahrung: große Huftiere, Biber, Kleinsäuger
Lebensweise: sehr gesellig, Zusammenleben und gemeinsame Jagd in Rudeln (ca. 5-8
Tiere); Rangordnung und Revierverteidigung
Reviergröße: ca. 100-10.000 km2
sehr anpassungsfähig an verschiedene Lebensräume; Prädator: Mensch
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4. Kojote (Canis latrans)
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Familie: Canidae (Hunde)
Standhöhe: 45-53 cm (ca. halbe Körpergröße von Wölfen, aber größer als Schakale)
braun mit schwarzer und grauer Zeichnung, Schwanzende schwarz, Fell dick
Gewicht: 9-23 kg; Reproduktion: 5-10 Junge pro Jahr, Geburtsgewicht: ca. 350 g
Geschlechtsreife: 2. Jahr; Lebensdauer: in Menschenobhut ca. 15 Jahre
Nahrung: Kleinsäuger, aber auch Früchte, Insekten, Krabben, Fische
Lebensweise: Paarbildung; Jagd einzeln, paarweise oder in Rudeln
äußerst anpassungsfähige Wildhunde; sehr gute Läufer (bis 60 km/h)
Revierkennzeichnung durch Urinmarkierung und Heulen; Prädator: Mensch, Wolf
5. Kanada-Luchs (Lynx canadensis) [Canadian Lynx]
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Familie: Felidae
Standhöhe: 50-75 cm Gewicht: 15-20 kg
Vorkommen in Alaska, Kanada und Neufundland, im Norden der USA
kleiner als der Eurasische Luchs, noch kürzeren Schanz, Hinterbeine meist länger,
besonders dicke Haarpolster unter den Sohlen
Reproduktion: 1-4 Junge pro Jahr, Geburtsgewicht: 200-300 g
Nahrung: kleine bis mittlere Säuger und Vögel, im Winter fast völlig abhängig von
Schneeschuhhasen
Prädatoren: Mensch, Wolf, Vielfraß
Lebensweise: einzeln in Revieren von 10-50 km2, im Wald und Tundra
6. Amerikanischer Bison (Bison bison)
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Familie: Bovidae
KRL: 380 cm, Standhöhe: 195 cm
Gewicht: ♂ 818 kg, ♀ 545 kg
2 Unterarten:
o Waldbison (Bison bison athabascae) [Woodbison]
o Präriebison (Bison bison athabascae) [Plainsbison]
Vorderkörper besonders kräftig, breiter Schädel
Hörner weisen im Bogen nach hinten und schräg nach oben
ist das größte an Land lebende Tier in Nordamerika
Reproduktion: 1 (selten 2) Junge; Geburtsgewicht: 30 kg; Paarung: Juli-Mitte
September
Geschlechtsreife: mit 2-3 Jahren; Lebensdauer: 15-20 Jahre
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Nahrung: Sommer: Steppenkräuter und Gräser; Winter: Moose und Flechten
Prädatoren: keine (früher der Mensch)
Lebensweise: Muttergruppen, erwachsene Männchen am Gruppenrand
kann bis zu 3 km entfernte Geruche wahrnehmen
Präriebison ist etwas heller gefärbt als Waldbison
Waldbison ist größer als Präriebison, hat längere Beine und höheres Gewicht durch
Überjagung fast ausgerottet, Bestände durch Schutzmaßnahmen wieder erholt, etwa
50.000 Tiere geschätzt (gelten als bedrohte Art in Kanada)
7. Bisamratte (Ondatra zibethicus)
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Gattung: Ondatra, gehört zu den Wühlmäusen
KRL: 25-35 cm, Schwanzlänge: 20-25 cm
Gewicht: 600-1800 g
große Hinterfüße, langer seitlich abgeflachter Schwanz, Backenzähne mit Wurzeln,
kann bis zu 20 min tauchen
Reproduktion: 1-14 Junge möglich, Geburtsgewicht: 20g
Geschlechtsreife: im 2. Kalenderjahr; Lebensdauer: 3-4 Jahre
Nahrung: krautige Pflanzen, Gräser, Seggen, am und im Wasser, gelegentlich
Muscheln
Prädatoren: Fuchs, Mink, Waschbär, Uhu, Weißkopf-Seeadler
Lebensweise: an fließenden und stehenden Gewässern in selbstgegrabenen Erdbauen
oder aus Pflanzen aufgeschichteten Burgen,
8. Baumstachelschwein (Erethizon dorsatum)
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auch Nordamerikanischer Baumstachler genannt
Ordnung: Rodentia, Familie: Baumstachler (Erethizontidae), Gattung: Erethizon
KRL: 45,5-93 cm, wird bis zu 1 m lang (davon 14-30 cm Schwanz)
Gewicht: 18 kg schwer; wirkt er gedrungen, die Arme und Beine sind sehr kurz
am Rücken und Schwanz Stacheln
bei Gefahr versucht er dem Angreifer aus dem Weg zu gehen oder flüchtet auf einen
Baum
ursprünglich ist es ein Waldtier, aber heute auch Kulturfolger
Baumbewohner, der sich auf dem Boden langsam und träge bewegt, auf Bäumen gut
und sicher klettern kann; Einzelgänger, nachtaktiv, tagsüber in Baumnischen,
Erdhöhlen oder Felsnischen
Nahrung: Laub, Trieben, Rinde und Beeren
im Winter benagt er die Rinde des Baumes, auf dem er überwintert, oft so stark, dass
dieser abstirbt
Prädatoren: große Greifvögel, Hyänen, Mensch
9. Waschbär (Procyon lotor)

 Familie: Kleinbären (Procyonidae), mit 25 Unterarten
 KRL: 41,1-60 cm; Schwanzlänge: 19,2-38,5 cm; Gewicht:1,8-22 kg
 rundlicher
Kopf
mit
spitzer
Schnauze;
schwarze,
weiß
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umrandete
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Gesichtsmaske, mittelgroße abgerundete Ohren, langhaariger Pelz
verhältnismäßig lange, kurz behaarte Beine, Sohlengänger; flauschiger Schwanz mit 510 dunkeln Ringen
Reproduktion: 2-7 Junge pro Geburt, Geburtsgewicht: 70 g
Geschlechtsreife: nach 1-2 Jahren; Lebensdauer: über 20 Jahre
Nahrung: Gliederfüßer, Kriechtiere und deren Eier, Lurche, Wirbellose, Kleinsäuger
Prädatoren: Kojote, Rotfuchs, Vielfraß, Baummarder, Wolf, Uhu, Riesenschlangen
Lebensweise: dämmerungs- und nachtaktiv, vorwiegend bodenlebend; in Wäldern,
Auen, Sümpfen, Wüstenschluchten, stets nahe offenem Wasser
Unterschlupf: Baumhöhlen, Wurzelstöcke, Dachböden, Keller, anpassungsfähiger
Kulturfolger
10. Vielfraß / Järv / Bärenmarder (Gulo gulo)

 KRL: 70-105 cm, Schwanzlänge: 18-23 cm, Gewicht: 10-20 kg
 schwerfällig und plump wirkend, kurzer buschiger Schwanz, langer wallender Pelz,
kräftige Pfoten, teilweise rückziehbare Krallen, 2 Zitzenpaare
 Reproduktion: 2-3 Junge pro Geburt, Geburtsgewicht: 80-100 g
 Geschlechtsreife: im 2./3. Jahr
 Nahrung: Nagetiere, Hasenartige, Ren, Elch, Aas, bodenbrütende Vögel und Beeren
 Prädatoren: Wölfe in Rudeln, für Jungtiere der Bär, Luchs, Rot- & Polarfuchs, Adler
 Tag- und nachtaktiv; hauptsächlich am Boden; nur auf Bäumen um Vorräte zu sichern
oder bei Gefahr; legt Vorratsdepots an
 Reviergröße: 1200-2000 km2 Männchen, 400-900 km2 Weibchen
11. Waldbachschildkröte (Glyptemys insculpta )
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Ordnung: Testudinata, Familie: Emydidae (Neuwelt-Sumpfschildkröten)
mittelgroße Schildkröte, Panzer der Adulten hat eine Länge von ca. 16-24 cm; flacher,
längs-ovaler Carapax (Rückenpanzer); Farbe des Rückenpanzers: grau-grün, hellbraun
bis dunkelbraun, oft schwarze Strahlenzeichnung
Plastron (Bauchpanzer) ist gelblich; Kopf gräulich bis schwarz gefärbt
Hals: gelblich bis rötlich-braun
Männchen: bis zu 13 cm, Weibchen: 23 cm groß (Männchen in der Regel kleiner)
Gewicht: 600-1000 g
hohe Aktivität im Frühling und zeitigem Herbst
Habitat: Hartböden-Bach/Fluss, krautige Vegetation für Nahrungsaufnahme und sandige
Gebiete für das Nesten
Nahrung: Beeren, Blätter, Algen, Moos, Pilze, Insekten, Schnecken
Reproduktion: 5-18 Eier pro Geburt, Jungen schlüpfen im August bis September
Prädatoren: Waschbären, Fuchs, Kojote, Nerz, Streifen-Skunk, Otter
Überwinterung von Mitte Oktober
12. Atlantischer Lachs (Salmo salar)
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Klasse: Knochenfische (Osteichthyes), Ordnung: Lachsartige (Salmoniformes), Familie:
Forellenfische (Salmonidae), Gattung: Salmo
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Körperlänge: 90-100 cm, Gewicht: 9-13 kg
grünlichgrauer Rücken, silbrige Seiten und ein weißlicher Bauch (Blanklachs)
Veränderung der Farbe während der Wanderung in Laichgebiete  schillerndes
Hochzeitskleid: Rücken färbt sich dann dunkel, blaugrün und der Bauch wird leuchtend
orangerot
anadrome Wanderfische = Wachstumsphase im Meer, zum Laichen in Flüsse/Bäche, in
denen sie geschlüpft sind; Verbreitung: Nord-Atlantik, sowie Nord- & Ostsee
Geschlechtsreife: 3-4 Jahre
sind in der Lage 2-3 m hohe Hindernisse zu überwinden, auf der Wanderung zum
Laichgebiet, nehmen sie keine Nahrung mehr zu sich  Fettreserven
Wanderung in Laichgebiet dauert mehr als 1 Jahr
Ablaichgebiet: kiesiger Untergrund und sauerstoffreiches Wasser
Weibchen gräbt sich eine ca. 1,5 m große Grube; Männchen warten um Grube herum,
Kämpfe vor Paarung, langes Vorspiel, Eiablage wird mehrmals unterbrochen (eventuell
Partnerwechsel)
Eianzahl: 30.000, Dauer der Paarung: bis zu 10 Tagen
Großteil der Erwachsenen Lachse sterben nach Paarung
Junglachse verbringen 1-2 Jahre in den Geburtsgewässern, bevor sie ins Meer wandern
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Robben und Wale im Sankt-Lorenz-Gebiet
Jan Esefeld
Unsere Exkursion hat uns über weite Strecken stromabwärts entlang des St.-Lorenz-Stromes
geführt, bis hin zum Ästuar und dem St.-Lorenz-Golf. Entsprechend hat sich auch der
Wasserkörper vom Süßwasser über Brack- bis zu Salzwasser verändert. Ab etwa QuebecStadt beginnt das Wasser brackig zu werden und das Ästuar beginnt. Bei Tadoussac mündet
der Saguenay in den hier schon ca. 25 km breiten St.-Lorenz Strom. Bis zu diesem Bereich
schwimmen regelmäßig die großen Meeressäuger das Ästuar hinauf und auch in den
Saguenay-Fjord hinein und nutzen das reichhaltige Nahrungsangebot im Sommer. Passend
dazu haben wir etwas stromaufwärts der Saguenay-Mündung auch die ersten Robben und
Belugas gesehen. Im weiteren Verlauf kamen wir auf die Gaspesie-Halbinsel. Diese erstreckt
sich in den St. Lorenz-Golf, sodass an den Küsten von Gaspé und Percé bereits das offene
Meer beginnt. Hier hätte mit viel Glück die Chance bestanden auch Arten zu sehen, die nicht
ins Ästuar vordringen. Jedoch blieb es – außer auf Ankes Whale-watching-Tour – bei den
bereits zuvor gesehenen.
Robben
Die St.-Lorenz-Region beherbergt vier Robbenarten:
1 - Seehund – Harbor/Common Seal – Phoque commun – Phoca vitulina ssp. concolor
Größe:
♂ bis 190 cm, 150 kg, ♀ bis 150 cm, 100 kg
Charakteristika:
rundlicher, hundeartiger Kopf, kürzer als bei anderen Robben;
kleiner als andere Arten; Färbung variabel
Verbreitung:
Küsten von Nordatlantik (ohne Island), Nordsee, Ostsee und
Nordpazifik. Fehlt im Nordpolarmeer. Bevorzugt auf Sandbänken an
flachen Küsten. Weltpopulation ca. 500.000.
Der Seehund hält sich ganzjährig in größerer Zahl im St.-Lorenz-Strom
und St.-Lorenz-Golf auf. Bevorzugt wird dabei aber das Ästuar, wie
unsere Sichtungen in diesem Bereich auch bestätigen. Einzelexemplare
sind sogar schon bis hinter Montreal stromaufwärts geschwommen. Es
handelt sich um dieselbe Art wie in der Nordsee, allerdings eine andere
Unterart (ssp. vitulina vs. ssp. concolor).
2 - Kegelrobbe – Gray Seal – Phoque gris – Halichoerus grypus
Größe:
♂ bis 230 cm, bis zu 300 kg; ♀ bis 180 cm und 150 kg
Charakteristika:
große Art; großer, langer, spitzer Kopf; ♂ dunkel mit hellen Flecken,
♀ hell mit dunklen Flecken
Verbreitung:
Küsten von Nordatlantik, Europ. Nordmeer und Ostsee. Bevorzugt
felsige Küsten. Weltpopulation ca. 220.000.
Die Art ist nur im Sommerhalbjahr im Gebiet anzutreffen, dann aber
zahlreich. Im Golf stärker vertreten als der Seehund, im Ästuar eher
etwas weniger.
3 - Sattelrobbe – Harp Seal – Phoque du Groenland – Phoca groenlandica
Größe:
um 180 cm, bis 140 kg
Charakteristika:
♂ silbergrau mit schwarzem Kopf und Sattel; bei Weibchen die
Färbung nur angedeutet
Verbreitung:
Nordpolarmeer und arktische Atlantikküsten. St. Lorenz Golf ist
südliche Verbreitungsgrenze. Weltpopulation ca. 6 Millionen.
Die Art ist vor allem im Winter in großer Zahl im Strom und Golf zu
finden, wo dann auch die Kälber geboren werden, tritt aber zunehmend
auch im Sommer auf. Sie sind Hauptbeute bei der alljährlichen
Robbenjagd. Auf der Exkursion mit Sicherheit nicht gesehen.
4 - Klappmütze – Hooded Seal – Phoque à capuchon – Cystophora cristata
Größe:
♂ bis 2,5 m und 300 kg, ♀ bis 2 m und 200 kg
Charakteristika:
♂ mit mützenartigem, aufblasbarem Sack auf der Nase; Fell:
unregelmäßige, dunkle Flecken auf grauem Grund; Kopf dunkler.
Verbreitung:
Vom St.-Lorenz-Golf über Grönland und Davis-Straße bis nach
Spitzbergen. Weltpopulation ca. 550.000.
Die Tiere halten sich meist auf Treibeis auf und sind daher, außer die
Welpen, im Sommer kaum im Golf anzutreffen. Eine größere Anzahl
Tiere findet sich am Ostende des Golfs bei Neufundland, wo auch
Junge geworfen werden. Auch diese Art ist uns nicht begegnet.
Außerdem wurden im Golf auch schon Einzelexemplare von
Bartrobben (Erignathus barbatus) gesichtet. Die Tiere leben aber
eigentlich auf dem Treibeis in arktischen Gewässern, sodass es sich nur
um seltene Ausnahmen handelt.
1
commons.wikimedia.de
2
de.wikipedia.org
- 101 -
3
www.das-tierlexikon.de
4
cdn.webecoist.com
Wale
Insgesamt können 13 Walarten im Bereich des St.-Lorenz-Stromes gesichtet werden. 8 Zahnund 5 Bartenwale:
Zahnwale (Odontoceti)
Acht Zahnwalarten treten in der Region auf, vier davon regelmäßig.
1 - Gewöhnlicher Schweinswal – Harbour Purpose – Phocoena phocoena
Größe:
1,5-2 m, bis 65 kg
Charakteristika:
Kleinste Art; dunkler Rücken, heller Bauch und Seiten;
verhältnismäßig große, dreieckige Finne; keine abgesetzte Schnauze;
kein sichtbarer Blas; springt kaum; meist in kleinen Gruppen von 5-10
Tieren
Verbreitung:
weit verbreitet in Nordatlantik und Pazifik, auch schwarzes Meer.
Weltweiter Bestand > 100.000.
Die Art findet sich von Juni bis September im Golf und Ästuar. Sie ist
dabei sehr zahlreich (ca. 20.000 Tiere). Dennoch aufgrund des kurzen
flachen Auftauchens schwer zu sehen. Da wir sehr ruhiges Wasser
hatten, waren die Tiere für uns aber gut sichtbar. Als Nahrung dienen
kleine Fische und große Crustaceen. Paarungszeit ist Juli-August. Die
Kälber werden im Juni geboren.
2 - Weißseitendelfin – Atlantic White-Sided Dolphin – Dauphin à flancs blancs –
Lagenorhynchus acutus
Größe:
250 cm, bis 230 kg
Charakteristika:
Rücken, Flipper und Finne dunkel, Bauch hell; weißlicher Streifen auf
den Flanken, unter der Finne beginnend und nach hinten gelblich
werdend; typische gebogene Delfinfinne; sehr kurze Schnauze, deren
Oberseite dunkel; reitet gern auf Bugwellen; oft in größeren Gruppen.
Verbreitung:
nördliche Regionen des Nordatlantiks bis hinab nach Maine bzw.
Frankreich, auch auf hoher See. Gesamtpopulation mehrere
zehntausend.
Die Tiere leben vor allem im offenen Meer von Fisch. Ab Mitte Juli
sind sie jedoch auch im Golf anzutreffen. Im Ästuar sind sie nur
ausnahmsweise zu finden. Sie treten i.d.R. in großen Gruppen auf. Von
uns leider nicht beobachtet und nicht im Gebiet gewesen.
3 - Weißschnauzendelfin – White-Beaked Dolphin – Dauphin à nez blanc – Lagenorhynchos
albirostris
Größe:
275 cm, bis 350 kg
Charakteristika:
Rücken und Flipper dunkel, Bauch inkl. Schnauze hell; weißer
verwaschener Streifen auf den Flanken beginnt über oder kurz hinter
den Augen; leicht abgesetzte Schnauze, deren Oberseite hell; typische
gekrümmte Delfinfinne; reitet gern auf Bugwellen
Verbreitung:
nördliche Regionen des Nordatlantiks bis Maine bzw. Frankreich, auch
auf hoher See. Mehrere zehn- bis hunderttausend Exemplare.
Die Art ist der vorherigen nicht unähnlich. Auch sie tritt im Sommer im
Golf
auf,
im
Ästuar
jedoch
nur
vereinzelt.
Beste
Unterscheidungsmerkmale der zwei Arten sind die Schnauzenoberseite
und Lage des hellen Streifens auf den Flanken. Auch diese Art war
während der Exkursion nicht im Gebiet.
4 - Weißwal – Beluga – Béluga – Delphinapterus leucas
Größe:
bis zu 6 m, 1000 kg
Charakteristika:
komplett hell (Subadulte bläulich, Kälber dunkel); keine Finne; Kopf
mit „Melone“; Blas kaum sichtbar
Verbreitung:
Nordpolarmeer, Subpopulation im St.-Lorenz-Ästuar ca. 1000 Tiere,
weltweit > 100.000.
Die Tiere leben ganzjährig, oft in Gruppen, im Ästuar und können oft
beobachtet werden, so auch von uns. Manche Tiere schwimmen auch
hin und wieder weiter flussaufwärts. Es scheint eine Trennung der
Nahrungsgebiete nach Geschlechtern aufzutreten (♀ und Kälber
flussaufwärts, ♂ weiter abwärts). Im Golf ist die Art eher im Winter und
Frühjahr anzutreffen. Die St.-Lorenz-Population wurde wahrscheinlich
nach der letzten Eiszeit von den restlichen Populationen getrennt und ist
heute völlig isoliert und genetisch verschieden. Etwa ¼ der Population
ist genetisch bekannt (Biopsien), über 700 Tiere durch
Photoidentifikation.
Die
Tiere
zeigen
eine
hohe
Schadstoffakkumulation durch Abwässer, was wahrscheinlich auch zu
einer hohen Krebsrate führt. Die Tiere wurden um die vorletzte
Jahrhundertwende durch Walfang von ca. 10.000 Tieren auf unter 1000
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dezimiert. Die Population wächst bis heute nur langsam wieder an.
1
www.randburg.com
2
www.crru.org.uk
3
www.crru.org
4
www.britannica.com
www.pbase.com
5 - Langflossengrindwal – Long-Finned Pilot Whale – Globicéphale noir de l‟Atlantique –
Globicephala melas
Größe:
um 6 m, bis 3,5 t
Charakteristika:
außer unterm Kinn komplett Schwarz, einige mit aufgehellten Zonen
hinter Augen und Finne; große Melone, die die Schnauze überragt;
Finne stark gekrümmt und vor Rückenmitte; lange, dünne, eckig
abgewinkelte Flipper; Blas ca. 1m hoch, deutlich sichtbar.
Verbreitung:
Nordatlantik und Mittelmeer; südlicher Ozean zirkumpolar. Weltweiter
Bestand ca. 200.000.
Die Art ist nur ausnahmsweise im Ästuar anzutreffen. Im Golf immer
wieder Sichtungen, v. a. bei der Gaspésie-Halbinsel. Sie sind nicht
scheu gegenüber Booten, tauchen beim Atmen allerdings nur wenig aus
dem Wasser hervor. Von uns nicht beobachtet und während der
Exkursion auch nicht im Gebiet gewesen.
6 - Großer Schwertwal/Orca – Killer Whale – Épaulard – Orcinus orca
Größe:
♂ bis 8 m und 9 t, ♀ bis 6 m und 5,5 t
Charakteristika:
Unterseite weiß, Oberseite schwarz mit hellem Sattel und weißem
Fleck hinter den Augen; sehr große, hohe Finne (bis 1,8 m bei ♂),
breite schwarze Flipper; Blas niedrig und breit
Verbreitung:
Weltweit, aber in tropischen Meeren eher selten. Bestand ca: 100.000.
Die Art ist normalerweise nicht im Ästuar anzutreffen (zuletzt 1982). Es
gab jedoch eine Gruppe von 3 Tieren, die hin und wieder beim MinganArchipel im Golf gesichtet wurde. Seit 1997 ist nur noch ein einzelnes
Männchen („Jack Knife“) übrig, das sich im Sommer regelmäßig
zwischen Mingan und Percé bewegt. Es war im Exkursionszeitraum
jedoch abwesend.
7 - Nördlicher Entenwal – Northern Bottlenose Whale – Baleine à bec commune –
Hyperoodon ampullatus
Größe:
♂ bis zu 10 m und 7,5 t, ♀ etwas kleiner
Charakteristika:
komplett grau; deutliche Melone; schnabelartige Schnauze; klein
weit hinten sitzende Finne; Blas 1-2m, buschig und leicht nach vorn
gerichtet
Verbreitung:
Nordatlantik und Arktis auf hoher See. Anzahl unbekannt.
Als Hochseeart mit langen und tiefen Tauchgängen findet man die Tiere
eigentlich nicht im St.-Lorenz-Gebiet. Vereinzelte Strandungen zeigen
aber, dass hin und wieder Exemplare dorthin schwimmen.
8 - Pottwal – Sperm Whale – Cachalot macrocéphale – Physeter macrocephalus
Größe:
♂ bis 18 m und 50 t, ♀ kleiner
Charakteristika:
sehr großer, kastenförmiger Kopf (ca. 1/3 Gesamtlänge); Unterkiefe
klein im Verhältnis zum Kopf; Finne nur angedeutet; zwischen Finne
und Fluke Reihe von Huckeln auf Rückenlinie; runzlige Flankenhaut;
unpaare
Blas nach links vorne
gerichtet; kleine Flipper; Fluke hat Form von 2 rechtwinkligen
Dreiecken und erscheint beim Abtauchen;
Verbreitung:
Alle Ozeane mit Tendenz zu Tropen und Subtropen. Populationsgröße
mehrere zehntausend - 2 Millionen.
- 105 -
Bekannt für lange, extrem tiefe Tauchgänge kommen die Tiere eher
selten in flache Gewässer. Dennoch kommen seit 20 Jahren im Sommer
regelmäßig einige Tiere (v. a. Männchen), meist in kleinen Gruppen, in
das Ästuar bis hinauf nach Tadoussac. Wurde auf der Exkursion nicht
gesichtet und war wahrscheinlich auch nicht im Gebiet.
5
www.cwtstrandings.org
6
www.de.wikipedia.org
7
www.mar.dfo-mpo.gc.ca
8
www.oceanlight.com
Bartenwale (Mysticeti)
Hiervon gibt es 5 Arten im Gebiet.
9 - Nördlicher Zwergwal – Minke Whale – Petit rorqual – Balaenoptera acutorostrata
Größe:
bis zu 10 m und 10 t
Charakteristika:
kleinster Bartenwal im Gebiet; Oberseite dunkel, Unterseite hell; Kopf
schmal und spitz; Unterkiefer länger als Oberkiefer; Leiste von
Schnauzenspitze zu Blaslöchern; weißes Band auf mittelgroßen
Flippern;
Finne groß, gekrümmt und mit Blaslöchern sichtbar;
Blas 2-3 m, kaum sichtbar; Fluke beim Abtauchen nicht sichtbar
Verbreitung:
Alle Ozeane weltweit. Von manchen Autoren in Unterarten aufgetrennt.
Mehrere zehn- bis hunderttausend Exemplare.
Der Minkewal gehört zu den im St.-Lorenz-Gebiet am häufigsten
gesichteten. Die Tiere halten sich dort von März bis Dezember in
größerer Zahl auf, meist einzeln, manchmal auch in kleinen Gruppen.
Es kommen jährlich wohl über 1000 Individuen in das St. LorenzGebiet. Sie springen eher selten, zeigen aber wenig scheu.
Dementsprechend gelangen auch uns einige Sichtungen im Ästuar und
am Golf. Während der Exkursion waren geschätzt an die 50 Minkes im
Ästuar und nochmal 25 an der Gaspesié unterwegs.
10 - Buckelwal – Humpback Whale – Rorqual à bosse – Megaptera novaeangliae
Größe:
bis zu 16 m und 35 t
Charakteristika:
gedrungener Körper; stark ausgeprägte Furchen; Oberseite dunkel,
Unterseite heller ohne scharfen Übergang; extrem große, lange weiße
Flipper (fast 1/3 Körperlänge), an der Basis dunkel; Finne ausgeprägt,
aber variabel; Fluke groß, unterseits weiß, beim Abtauchen hoch aus
dem Wasser gereckt; ballonförmiger ca. 3 m hoher Blas, Tauchzeit ca.
10 min.
Verbreitung:
alle Ozeane weltweit. Weltpopulation ca. 35.000.
Die Tiere sind im Sommer zahlreich im Golf und Ästuar und haben hier
ein Hauptnahrungsgebiet. Sie sind leicht zu erkennen und dankenswerte
Beobachtungsobjekte, da sie langsam schwimmen, oft springen und
Interesse an Schiffen zeigen. Sie sind außerdem bekannt für ihre
Gesänge. Auftreten meist einzeln oder in losen Gruppen. Im
Exkursionszeitraum waren einige Buckelwale im Golf unterwegs und
zwei wurden auch von Anke bei Percé gesehen.
11 - Atlantischer Nordkaper/Nördlicher Glattwal – North Atlantic Right Whale – Baleine noir
de l‟Atlantique nord – Eubalaena glacialis
Größe:
bis 18 m und 100 t
Charakteristika:
sehr gedrungener Körper; großer Unterkiefer; gebogene Mundlinie;
komplett dunkel; starker Seepockenbefall v.a. am Kopf; keine Finne;
sehr breite Flipper; V-förmiger Blas (links höher als rechts); langsam
an der Oberfläche schwimmend
Verbreitung:
küstennaher Nordatlantik; an europäischen Küsten aber ausgerottet. Der
Weltbestand wird auf 300 Tiere geschätzt.
Die seltenste aller Walarten und vom Aussterben bedroht. Obwohl die
St.-Lorenz-Region früher ein Hauptnahrungsgebiet im Sommer war,
- 107 -
halten sich heute aufgrund der Seltenheit nur ab und zu Einzeltiere dort
auf.
12 - Finnwal – Fin Whale – Rorqual commun – Balaenoptera physalus
Größe:
bis 24 m (27 m Südhalbkugel) und 70 t
Charakteristika:
zweitgrößte Art; schlanke Gestalt; Oberseite dunkel, Unterseite hell;
rechte Unterkieferseite hell, linke dunkel; helles Winkelmuster über
rechtem Flipper; Flipper eher klein; große, leicht gekrümmte Finne bei
2/3 Rückenlänge; Finne erscheint kurz nach lautem, bis 6m hohem,
schmalen Blas; Fluke beim Abtauchen meist nicht sichtbar; Wall um
paarige Blaslöcher; schwimmt schnell; selten Sprünge; Tauchzeit um 10
min.
Verbreitung:
weltweit, keine verlässlichen Bestandszahlen.
Von Mai bis November zahlreich in der Region auf Nahrungssuche, v. a.
bei Tadoussac. Beliebtes Whale-Watching-Objekt, da keine Scheu vor
Booten, wenngleich durch die hohe Schwimmgeschwindigkeit (bis zu
50 km/h) oft nur kurz zu sehen. Öfter auch in Gruppen. Eine gesicherte
Sichtung hatten wir nicht, jedoch hielten sich je etwa ein Dutzend Tiere
in Golf und Ästuar auf.
13 - Blauwal – Blue Whale – Rorqual bleu – Balaenoptera musculus
Größe:
im Gebiet bis 25 m (Südhalbkugel 33 m) und ca. 120 t
Charakteristika:
größte Art; langgestreckt, U-Boot-förmig; blaugrau mit Sprenkeln;
Kopf oben abgeflacht mit Steg zum Blasloch; Wall um die 2 Blaslöcher;
Finne klein und weit hinten; Flipper schmal und mittellang; Blas
explosiv, bis 10m, Finne erscheint lange danach; Fluke beim
Abtauchen manchmal sichtbar; Tauchzeit meist um 10 min; manchmal
seitliches Schwimmen bei Nahrungssuche an der Oberfläche
Verbreitung:
weltweit, Populationsgröße wahrscheinlich wenige tausend.
Blauwale sind den Sommer über regelmäßig in Golf und Ästuar
anzutreffen. Einzelne scheinen sogar dort zu überwintern. In der Bucht
von Gaspé fast täglich zu sehen. Sie sind meist einzeln oder zu 2-3
unterwegs. Die Tiere wurden früher stark bejagt. Der heutige Bestand
wird auf 5000-14.000 Tiere geschätzt. Auf der Exkursion nicht gesehen
und zu der Zeit auch keine Exemplare im Ästuar gewesen.
9
cetaces.e-monsite.com
10
oceanexplorer.noaa.gov
11
www.sepiensa.org
12
www.planetposter.de
13
www.aquariumofpacific.org
Quellen:
www.de.wikipedia.org; www.baleinesendirect.net; www.baleines-forillon.com, www.essipit.com
FOLKENS, P.A., REEVES, R.R., STEWART, B.S., CLAPHAM, P.J. & J.A. POWELL. 2002. National Audubon Society
guide to marine mammals of the world. Andrew Stewart Publishing Edition. Alfred A. Knopf, New York, USA.
KIEFNER, R. 2002. Wale & Delphine weltweit. Jahr Top Special Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg,
Deutschland.
HAMMIL, M.O. 1993. Seasonal movements of Hooded Seals tagged in the Gulf of St. Lawrence, Canada. Polar
Biology 13:307-310.
- 109 -
Jardin botanique de Montréal
Tina Buchmann
Der Jardin botanique de Montréal gehört mit einer Gesamtfläche von 75 ha zu den größten
Botanischen Gärten der Welt. Auf Initiative des Botanikers und späteren Ordensgeistlichen
Bruder Marie-Victorin wurde der Garten 1931 gegründet. Durch die anhaltende
Weltwirtschaftskrise herrschte zu dieser Zeit auch in Montréal eine hohe Arbeitslosigkeit. Der
damalige Bürgermeister Camilien Houde kam daher auf die Idee, Arbeitslose anzuheuern und
mit ihrer Hilfe den Botanischen Garten aufzubauen. 1936 wurde Bruder Marie-Victorin als
Direktor eingesetzt und der Botaniker, Gärtner und Landschaftsarchitekt Henry Teuscher
bekam den Posten des Chef-Gartenbauers. Er gilt als der erste Designer des Botanischen
Gartens von Montréal.
Ebenfalls 1936 wurde unter der Leitung von Henry Teuscher mit dem Anlegen der
Pflanzensammlungen begonnen, die heutzutage mehr als 21.000 Taxa umfassen. Davon geben
11.000 Taxa den ungefähr eine Million Besuchern jedes Jahr einen kleinen Einblick in die
enorme Pflanzenvielfalt der Erde. Die restlichen 10.000 Taxa umfassen eine Reihe von
Hybriden und Garten-Züchtungen.
In zehn Ausstellungs-Gewächshäusern werden verschiedene Sammlungen nach
Pflanzenfamilien oder thematisch sortiert gezeigt. So gibt es z. B. ein Gewächshaus der Farne
mit ca. 300 Taxa, zwei Sukkulenten-Gewächshäuser (ca. 1465 Taxa) und ein Gewächshaus,
dass eine Sammlung von Bonsais zeigt. Außerdem befinden sich in den Gewächshäusern
insgesamt 117 geschützte Arten, die auf der IUCN-Liste der seltenen oder bedrohten Arten
stehen.
Die ungefähr 30 Außenanlagen machen den größten Flächenanteil des Jardin botanique de
Montréal aus. Auch hier sind die Pflanzen nach Familien und bestimmten Themen gruppiert.
Mit 1900 Taxa ist die Familie der Rosaceae in fast allen Gartenanlagen vertreten, aber
natürlich vor allem im Rosengarten, der seit 1976 besteht und zu den größten Nordamerikas
gehört. Auf über sechs Hektar werden ungefähr 10.000 Rosenstöcke gezeigt, die mehr als 900
Arten und Sorten repräsentieren.
Liliaceae (ca. 1400 Taxa) und Iridaceae (ca. 750 Taxa) gedeihen hauptsächlich im „Flowery
Brook Garden“, der im Stil eines typischen Englischen Gartens gehalten ist. Zu den anderen
Pflanzenfamilien, die stark vertreten sind, gehören Asteraceae (ca. 1.400 Taxa), Ericaceae (ca.
750 Taxa), Lamiaceae (ca. 450 Taxa), Cupressaceae (ca. 440 Taxa), Fabaceae (ca. 375 Taxa)
und Brassicaceae (ca. 370 Taxa). Die größten thematischen Gruppierungen stellen z. B. der
1931 gegründete „Alpine Garden“ mit ca. 3000 Taxa und der Garten der Schattenpflanzen mit
ca. 1600 Taxa dar.
Das Arboretum, das mit 40 ha mehr als die Hälfte der gesamten Fläche ausmacht, ist ebenfalls
ein wichtiger Bestandteil des Botanischen Gartens. Dazu gehört auch das „Tree House“, in
dem die Besucher etwas über die einheimischen Bäume, ihre Biologie, Umwelt und Nutzung
erfahren können. Mit 2000 verschiedenen Taxa repräsentiert durch 6500 Exemplare
beherbergt das Arboretum nahezu jede Baum- und Strauchart, die in diesen Breiten überleben
kann.
Seit 2001 gibt es den „First Nations Garden“, der sich mit dem Wissen der
nordamerikanischen Ureinwohner und ihrer engen Beziehung zu den einheimischen Pflanzen
beschäftigt. 5000 Bäume, Sträucher und Gräser, die zu über 300 verschiedenen Pflanzenarten
gehören, stellen die vier Lebensräume Laurentischer Ahornwald, Nadelwald, TundraLandschaft und Torfmoor dar. Hier können sich die Besucher ein Bild machen wie die
verschiedenen Völker der Ureinwohner Nahrung und Heilpflanzen sammeln bzw. gesammelt
haben oder wie Holz zu Wohnstätten (z. B. das Langhaus) und Transportmitteln verarbeitet
wurde. Außerdem wird gezeigt, wie ein großer Teil der Ureinwohnerstämme Pflanzen
angebaut hat. Hauptsächlich handelte es sich dabei um die Anbaumethode der „drei
Schwestern“, bei der Mais, Bohne und Kürbis zusammen angepflanzt wurden.
Einen Einblick in die asiatische Pflanzenwelt und Gartenkunst geben der Japanische sowie
der Chinesische Garten. Der Japanische Garten wurde 1988 eröffnet und umfasst 2,5 ha. Der
Designer Ken Nakajima hat ihn entworfen als eine Hommage an die japanische Philosophie
der Gartenkunst. Die Besucher sollen hier einen Ort der spirituellen Erneuerung vorfinden, an
dem sie der Hektik des modernen Lebens entfliehen und Frieden sowie Harmonie finden
können. Die „Nippon Bonsai Association“ stiftete 1989 eine Sammlung von 30 Bonsais, die
heute im Japanischen Garten ausgestellt sind. Diese zwischen 25 und 365 Jahren alten Bäume
sollen auch die Freundschaft zwischen Kanada und Japan symbolisieren.
Der Chinesische Garten wurde 1991 eröffnet und ist mit seinen 2,5 ha der größte seiner Art
außerhalb Chinas. Entworfen wurde er von dem chinesischen Architekten Le Weizhong.
Erwähnenswert ist außerdem, dass die Bestandteile des Chinesischen Gartens zuerst in China
zusammengesetzt wurden und dann in Einzelteilen in 120 Containern mit insgesamt 2500 t
Material nach Montréal verschifft worden sind. Entlang der Ufer des „Dream Lake“ führen
verschiedene Pfade, die sieben Pavillons miteinander verbinden, darunter die 100 m2 große
„Friendship Hall“. Sie ist das Herz des Chinesischen Gartens und beherbergt das ganze Jahr
hindurch verschiedene Ausstellungen zur Kunst und Kultur Chinas.
Quellenangabe
http://www2.ville.montreal.qc.ca/jardin/jardin.htm
(offizielle Internetseite des Jardin botanique de Montréal)
Abbildungen
- 111 -
Centre d´etudes nordique (CEN)
Stefanie Schirmer
Das CEN ist ein Forschungszentrum, welches 1961 durch die Regierung von Québec
gegründet wurde. Drei akademische Institutionen arbeiten im CEN: die Universität Laval, die
Universität von Québec in Rimouski und das Institut „Centre Eau, Terre et Environnement“.
Einige CEN Forscher arbeiten auch an der Universität von Québec in Trois-Rivières und an
der Universität in Sherbrooke. Von der Universität Laval sind sechs Abteilungen beteiligt:
Biologie, Botanik, Geographie, Geologie, Geschichte und Landnutzungsplanung. Das CEN ist
eine multidisziplinäre Forschungsstation.
Die Mitglieder sind 43 Forscher, fast 200 Studenten und 20 Angestellte. Der Direktor ist seit
Juli 2010 Warwick F. Vincent und die Co-Direktorin ist Monique Bernier.
Das Ziel des CEN ist es, die nachhaltige Entwicklung der nördlichen Regionen zu
unterstützen und die Umweltveränderungen besser zu untersuchen.
Die Forscher des CEN analysieren die Entwicklung der nördlichen Umwelt in
Zusammenhang mit der Klimaerwärmung und den sozioökonomischen Veränderungen.
Qualifizierte Leute werden auf dem Gebiet der Analyse und des Managements der kalten
Öko- und Geosysteme ausgebildet.
Zusammen mit der Regierung, und der Industrie spielt das CEN eine ausschlaggebende Rolle
für die ökologische Verantwortung und Entwicklung des nördlichen zirkumpolaren Gebiets.
Drei Forschungsschwerpunkte prägen die Arbeit der Wissenschaftler:
1.)
2.)
3.)
Erforschen der Struktur und Funktion der nördlichen kontinentalen Umwelt
Untersuchen der Evolution der nördlichen Umwelt in Zusammenhang mit der
globalen Klimaänderung
Einschätzen der Risiken durch die Umweltveränderung und Entwicklung von
Adaptionsmechanismen
Das CEN hat acht Forschungszentren, welche im SILA Netzwerk verknüpft sind. SILA steht
für Klima in der Sprache der Inuit. Das SILA Netzwerk hat 75 automatische
Überwachungsstationen, welche Daten über Umweltvariablen sammeln. Die
Forschungsstationen befinden sich in einem 4000 km langen Nord-Süd-Transekt, von der
Arktis bis zum borealen Nadelwald. So können verschiedene bioklimatische Zonen
charakterisiert und qualifiziert werden.
Die Forschungsinteressen liegen v. a. im Permafrost und bei den subarktischen, subalpinen
und aquatischen Ökosystemen. Untersucht werden aber auch die trophischen Beziehungen der
Tierpopulationen und die Beschaffenheit der vorherrschenden Wasserressourcen.
Labore
Zum CEN gehören vier Labore: das Labor der Tierökologie, ein Paleoökologisches Labor, ein
dendrochronologisches Labor und das Labor zur Radiocarbondatierung.
Das Labor der Tierökologie ist spezialisiert auf die Analyse des Körperbaus und der
Nahrungsqualität bei Herbivoren. Dazu werden verschiedene Techniken benutzt, wie die
Untersuchung von Harnmetaboliten, Fettgewebe von Tieren und Pflanzengewebe. Es werden
v. a. Hirsche, Karibus, Bergziegen und Schneegänse untersucht.
- 113 -
Das Paleoökologisches Labor beschäftigt sich mit der Mikromorphologie des Bodens und der
Sedimente. Makro- und Mikrofossilien werden analysiert. Dazu gehören Pflanzen und
Insekten, aber auch Pollen und Sporen, sowie Diatomeen und Chironomiden Larven.
Durch spezielle Untersuchungsmethoden wird versucht, die Vegetationsentwicklung seit der
letzten Eiszeit nachzuvollziehen. Auch verschiedene Einwirkungen, wie Feuer oder
Insektenbefall werden mit einbezogen.
Besondere Bedeutung hat auch die Pollenanalyse, denn die meisten Pollenkörner können ihrer
Familie bzw. ihrer Gattung zugeordnet werden und so Hinweise auf den Verbreitungsraum
einer Art liefern.
Auch wir versuchten verschiedene Pollen im Mikroskop zu unterscheiden
Das dendrochronologisches Labor wurde 1963 gegründet. Dort analysiert man das Alter und
die Struktur von Bäumen, da diese Rückschlüsse auf zurückliegende ökologische Ereignisse
zulassen. Es wurden Daten über Jahresringe, Strukturen von Bäumen und Baumdichten
gesammelt und für verschiedene Regionen von Québec Referenzserien erstellt. So können an
Bäumen zurückliegende Ereignisse wie Feuer, Insektenbefall, eiszeitliche Ereignisse und
Degradation durch Permafrost ermittelt werden. Um die Proben zu untersuchen, müssen die
Objekte sehr dünn geschnitten werden und teilweise auch mit Röntgenstrahlen untersucht
werden.
Quelle: http://www.cen.ulaval.ca/english/
Huron Village
Stefanie Schirmer
Huron Village ist ein für Touristen nachgebautes Indianerdorf. Dort kann man die Kultur und
die Lebensweise der Huronen, die sich selbst Wendats nannten, kennenlernen. Die Huronen
sind ein ehemals mächtiges Indianervolk Nordamerikas. Sie siedelten am Huronsee und
bildeten eine Konföderation aus vier großen und mehreren kleinen Stämmen.
Zu den Huronen zählten Anfang des 17. Jahrhunderts noch etwa 30.000 Menschen, doch
durch Epidemien und Kriegen zwischen den Franzosen und zwischen den Indianern (16401701) brach die Bevölkerungszahl zusammen. Eine Gruppe von Huronen siedelte sich bei
Québec an. Um die Huronen als Stamm zu erhalten und die Bevölkerungszahl zu erhöhen
kam es auch zur Heirat zwischen Franzosen und Huronen.
Die Huronen lebten hauptsächlich von Ackerbau. Sie bauten die sogenannten „drei
Schwestern“ an. Das sind Maispflanzen, Bohnen und Kürbisse. Die Bohnen können als
Kletterpflanze am Mais Halt finden und die großen Kürbisblätter schützen die Erde durch
Schatten vor Austrocknung. Die Männer gingen auf Jagd und fingen vor allem Karibus. Dazu
wurden diese in zuvor angelegten Engstellen getrieben und konnten dann erlegt werden. Es
wurde auch viel Fisch gefangen, der im Räucherzelt haltbar gemacht wurde.
Die Lebensmittel lagerten die Huronen in großen Fässern im sogenannten „Longhouse“. Das
war auch das Wohnhaus der Indianer. Es war 7 m hoch und bis zu 10 m lang. Die Verwandten
wohnten zusammen im Haus und pro Familie gab es eine Feuerstelle. Das Oberhaupt des
Hauses war die älteste Frau, die sogenannte „Stammmutter“.
Besuch im „Longhouse“
Räucherzelt
Der Chef des Clans war ein Mann, dessen Aufgabe der Handel mit anderen Nationen war. Die
Stammesältesten trafen die wichtigsten Entscheidungen im „Saunazelt“. Dort wurden heiße
Steine auf Tannennadeln gelegt und eine Temperatur bis zu 50 °C erreicht. Dadurch wurden
die Entscheidungen schnell getroffen, da man sich nicht lange im Zelt aufhalten konnte.
Außerdem besaßen die Huronen ein Schamanenzelt, wo Heiler den Menschen durch
Medizinpflanzen helfen konnten. Psychologen versuchten den Geist der Indianer durch
verschiedene Rituale zu reinigen und böse Träume durch Traumfänger abzuhalten.
Die Fortbewegungsweise der Indianer über den Fluss war das Kanu. Dieses wurde durch
- 115 -
erfahrene Männer innerhalb von zwei Tagen aus weißem Zedernholz gebaut. Im Winter
bewegten sie sich durch Schneeschuhe fort, welche mit Tiersehnen bespannt und durch Öl
wasserdicht gemacht wurde.
Heutzutage leben einige Huronen in Reservaten. Dort gibt es keine eigene Politik, aber eine
eigene Kirche, Bank und Polizei. Die Kinder besuchen im Reservat die Grundschule. Die
Highschool müssen sie außerhalb des Reservates besuchen und dafür erst Französisch oder
Englisch lernen. Innerhalb der Reservate gibt es viele soziale Probleme, wie Arbeitslosigkeit
und Alkoholismus. Viele Jugendliche verlassen deshalb die Gemeinde und versuchen
außerhalb eine bessere Zukunftsperspektive zu haben.
La-Mauricie-Nationalpark
Tina Buchmann
Der La-Mauricie-Nationalpark wurde im Jahr 1970 als 23. Park des kanadischen
Nationalpark-Netzwerks gegründet. In den laurentischen Bergen gelegen, bedeckt er mit einer
Fläche von 536 km2 einen Teil der Region des südlichen Kanadischen Schilds und grenzt an
die St. Lorenz-Tiefebene. Der Nationalpark liegt auf einem Plateau, das sich leicht von
Westen (über 500 m hoch) nach Osten (150 m) neigt. Während der letzten Eiszeit, die vor ca.
12.000 Jahren endete, war die Landschaft von dicken Gletschern bedeckt, die nach ihrem
Rückzug eine große Anzahl von Seen entstehen ließen. So gehören zum La-MauricieNationalpark über 150 Seen unterschiedlicher Größe, die alle durch ein Netzwerk von Bächen
und kleinen Flüssen miteinander verbunden sind. Benannt wurde der Nationalpark nach dem
Fluss Saint Maurice, der den Park im Osten durchfließt und ein 563 km langer Nebenfluss des
St.- Lorenz-Stroms ist.
Auch Moore haben sich nach der Eiszeit im Nationalpark entwickelt, so z. B. das „La
Tourbiére“ in der Nähe des „Lac Wapizagonke“ bei Esker. Hierbei handelt es sich um ein ca.
5000 Jahre altes Hochmoor. Aufgrund des sauren pH-Wertes des Wassers und der geringen
Nährstoffverfügbarkeit können nur wenige Pflanzenarten unter diesen Umweltbedingungen
gedeihen. Dazu gehören fleischfressende Pflanzen wie die Rote Schlauchpflanze (Sarracenia
purpurea) und der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia), als Baumarten die
Tamarack-Lärche (Larix laricina) sowie die Schwarz-Fichte (Picea mariana) aber auch
Orchideenarten wie Calopogon tuberosus und Pogonia ophioglossoides. Zu den typischsten
Pflanzenarten eines (Hoch-)Moores gehören aber die das Moor bildenden Torfmoose
(Sphagnum sp.). Sie sind in der Lage mehr als das 30fache ihres Gewichtes als Wasser
aufzunehmen. Somit dient das Moor, vor allem Frühjahr wenn die Schneeschmelze einsetzt,
als ein Wasserspeicher und schützt vor Überflutungen.
Der größte Flächenanteil des Nationalparks (93 %) ist jedoch von Wäldern bedeckt. Die
Zusammensetzung der Wälder zeigt, dass es sich im Wesentlichen um einen Mischwald aus
Zucker-Ahorn (Acer saccharum) und Gelb-Birke (Betula alleghaniensis) handelt. Diese zwei
Arten treten im gesamten Nationalpark auf, außer an Steilhängen mit dünner Bodenschicht
und in feuchtkalten Talabschnitten. Dort dominieren Kiefern, Tannen und Fichten. Auch in
nördlicher Richtung nehmen die Fichten immer mehr zu, während es immer weniger AhornBäume gibt. Ein Hinweis darauf, dass die borealen Wälder nicht mehr weit entfernt sind.
Insgesamt treten im La Mauricie-Nationalpark 30 Baumarten auf sowie 440 Arten von
Gefäßpflanzen, 85 Moos- und 68 Flechten-Arten.
Die vielfältige Landschaft des Nationalparks bietet einer Reihe von Tierarten einen
Lebensraum, die charakteristisch sind für die Wälder Ostkanadas. Unter den vorkommenden
Säugetierarten (insgesamt etwa 50) befinden sich Elch (Alces alces), Schwarzbär (Ursus
americanus), Biber (Castor canadensis), Bisamratte (Ondatra zibethicus), Schneeschuh-Hase
(Lepus americanus) sowie Amerikanische Maskenspitzmaus (Sorex cinereus). Trotz der
nördlichen Breite beherbergt der Nationalpark 19 Arten von Reptilien und Amphibien, zu
denen
Salamander-,
Froschund
Schlangenarten
(z.
B.
der
Gattung
Thamnophis/Strumpfbandnatter) gehören. Die Waldbach- (Glyptemys insculpta) und die
Zierschildkröte (Chrysemys picta) sind seltene Besucher des Nationalparks. Die Vogelwelt
wird von bis zu 180 Arten repräsentiert, die bisher beobachtet werden konnten. Davon sind 81
- 117 -
Arten als im Nationalpark nistend bestätigt. Als Beispiele können Weißkehlammer
(Zonotrichia albicollis), Singammer (Melospiza melodia), Schwirrammer (Spizella passerina),
Magnolienwaldsänger (Dendroica magnolia), Wilsondrossel (Catharus fuscescens),
Blauhäher (Cyanocitta cristata), Haarspecht (Picoides villosus) und Goldspecht (Colaptes
auratus) genannt werden. Ungefähr 34 Arten sind an die aquatische Umwelt gebunden. Dazu
gehören Schellente (Bucephala clangula), Dunkelente (Anas rubripes), Gänsesäger (Mergus
merganser) und Eistaucher (Gavia immer), der auch das Symbol des La MauricieNationalparks darstellt.
Ursprünglich beherbergten die Gewässer des Nationalparks nur wenige Fischarten. Der
Bachsaibling (Salvelinus fontinalis) war häufig als einzige Art in den meisten Seen und
Flüssen zu finden. In den Gewässern niedrigerer Höhenlage traten auch Arktischer Saibling
(Salvelinus confluentus) und Neunstachliger Stichling (Pungitius pungitius) auf. Heute gibt es
ungefähr 19 neue Fischarten, die freiwillig oder unfreiwillig durch den Menschen
eingeschleppt worden sind und zum Teil dramatische Auswirkungen auf die einheimischen
Arten mit sich gebracht haben. So sind in der jüngeren Vergangenheit 38 BachsaiblingPopulationen verschwunden. Auch die Abholzung der Wälder (seit 1849) und die damit
verbundene Flößerei haben sich auf die Umwelt ausgewirkt. Alte Dämme, ehemalige
Holzfäller-Straßen, Ansammlungen von Baumstämmen auf dem Grund von Seen und
erodierte Sedimente sind Beispiele für die Folgen der damaligen Eingriffe, die auch heute
noch zu erkennen sind.
Seit der Gründung im Jahr 1970 wurde eine Reihe von Anstrengungen unternommen um das
Gebiet des La Mauricie-Nationalparks zu schützen und seine Ökologie wiederherzustellen.
Frühere Halden und Dämme wurden entfernt, Nistplätze für den Eistaucher (Gavia immer)
wurden restauriert und Kontrollen um Wilderei zu verhindern werden durchgeführt. Seit 1995
wird die Methode des kontrollierten Abbrennens genutzt um das Vorkommen der WeymouthKiefer (Pinus strobus) zu fördern.
Die Waldbachschildkröte (Glyptemys insculpta) gehört zu den bedrohten Arten Kanadas und
der La Mauricie-Nationalpark bietet einer isolierten Gruppe dieser Art an ihrer nördlichen
Verbreitungsgrenze einen Lebensraum. Es wird ein Untersuchungsprojekt durchgeführt um
die Lebensweise dieser Art besser zu verstehen und um zu ihrem Schutz beizutragen.
Schätzungsweise 100 bis 125 Schwarzbären (Ursus americanus) kommen im gesamten
Nationalparkgebiet vor. Zu ihrer ökologischen Überwachung wird seit 1993 ein MonitoringProjekt durchgeführt. Außerdem ist der La Mauricie-Nationalpark der am östlichsten gelegene
Nationalpark Kanadas, der ein Wolfrudel beherbergt. Es finden immer wieder
Untersuchungen statt, die u. a. zum besseren Verständnis der Räuber-Beute-Dynamik
zwischen Wölfen und Elchen beitragen sollen.
Quellenangabe
http://www.pc.gc.ca/eng/pn-np/qc/mauricie/index.aspx
(offizielle Internetseite des Nationalparks)
Abbildungen
- 119 -
Parc national des Hautes-Gorges-de-la-Rivière-Malbaie
Marcus Richter
Der Nationalpark Hautes-Gorges-de-la-Rivière-Malbaie (übersetzt: hohe Schluchten des
Flusses Malbaie) liegt nordwestlich von Baie-Saint-Paul (ca. 75 km mit dem Auto) und feiert
in diesem Jahr seinen 10. Geburtstag. Er wurde zur Jahrtausendwende von der Société des
établissement de plein air du Québec (Sépaq = Gesellschaft für Freilufteinrichtungen in
Québec) mit Regierungsauftrag gegründet und ist Bestandteil einer ganzen Reihe
Nationalparks, die ein Netzwerk (Parcs Québec) vergleichbar mit anderen großen
Nationalparks der Welt bilden sollen. Diese neuen Nationalparks sollen hohen Ansprüchen
bezüglich der Naturerhaltung, der Bildung und der Kundenbetreuung erfüllen. Parcs Québec
hat sich bei der Errichtung seiner Nationalparks an den Standards der World Conservation
Union orientiert. Demnach ist ein Nationalpark ein großes Gebiet, welches ein oder mehrere
Ökosysteme repräsentiert, die nur leicht oder besser gar nicht durch anthropogene Ausbeutung
verändert wurden; welche Tier- und Pflanzenarten sowie besondere Habitate und
geomorphologische Eigenheiten besitzen, die einen hohen Wert für die Wissenschaft, Bildung
und Erholung haben und dabei noch eine landschaftliche Schönheit besitzen; in welchen die
höchste zuständige Autorität des Landes Maßnahmen ergriffen hat, um die Ausbeutung der
Natur zu stoppen und Respekt für die ökologischen, geomorphologischen und ästhetischen
Aspekte im Ganzen zu etablieren und wo ein Besuch nur unter Aufsicht und unter bestimmten
Bedingungen für Bildungs-, Kultur- oder Erholungszwecke gestattet ist.
Der Nationalpark Hautes-Gorges-de-la-Rivière-Malbaie umfasst eine Gesamtfläche von 224,7
km2. Eine Kombination aus großen Gletschertälern, hohen Bergen und majestätischen
Felswänden macht ihn so spektakulär. Hinzu kommen 113 Seen und der Fluss Malbaie, der
den Nationalpark in zwei Hälften teilt. Das Gebiet ist sowohl von der Flößerei der
Forstwirtschaft als auch von einer großen Flut von 1996 gekennzeichnet, von denen noch
viele Abweichungen vom regulären Zustand zeugen. Heutzutage entwickeln sich
verschiedene Vegetationsschichten in dem Park: der Zuckerahornwald mit Ulme und Esche
am Grund der Einschnitte durch den Ahornwald bis hin zur arktisch-alpinen Vegetation auf
den hohen Gipfeln des Parks.
Hautes-Gorges-Nationalpark
Der Parc national des Hautes-Gorges-de-la-Rivière-Malbaie hat nicht nur eine
Naturschutzfunktion, sondern soll vor allem auch die Natur den Menschen näher bringen und
eine Erholungswirkung auf die Besucher haben. Der Nationalpark verfügt über einen
Busshuttle, der benutzt werden muss, es sei denn man möchte zu und von seinem
Campingplatz fahren. Mit dieser Maßnahme soll der Autoverkehr im Nationalpark
eingeschränkt werden und trotzdem eine hohe Mobilität erhalten bleiben. Im Nationalpark
stehen den Besucher drei verschieden Campingplätze zur Verfügung an denen sich auch
Müllsammelbehälter befinden. Nur dort kann Müll entsorgt werden, wobei viel Wert auf
Mülltrennung gelegt wird, um eine hohe Recyclingrate zu erzielen.
Der Nationalpark bietet auch ein breites Spektrum sich aktiv zu betätigen, wobei benötigte
Accessoires wie Fahrräder oder Kanus auch ausgeliehen werden können. So bietet der Park
ein recht gut ausgedehntes Netz an Wanderwegen und zwei Radwege. Eigenständige
Kanutouren sind ebenso möglich wie geführte und für manchen ist eine Bootstour im großen
Motorschiff die schönste Art die Schönheiten des Nationalparks kennenzulernen.
Die botanische Führung mit dem Nationalparkmitarbeiter Sylvain Rousseua hat folgende
ergänzende Informationen ergeben:
Die am stärksten vertretenen Baumarten sind die Weiße Birke und die Balsamtanne. Jedoch
ist die Baumkomposition im Nationalpark Hautes-Gorges-de-la-Rivière-Malbaie für diesen
Breitengrad eher ungewöhnlich, da er einen sehr hohen Laubbaumanteil besitzt. So kommt
hier die Gelbbirke (Betula aleganiensis) vor, die normalerweise südlicher anzutreffen ist.
Auch der Bergahorn (Acer spicatum) und Zuckerahorn finden sich im Park, letzterer
allerdings nur an dem dazu gehörigen Wanderweg. Die Ahornarten unterscheiden sich neben
der Blattform auch an ihrer Laubfärbung im Herbst. Der Bergahorn wird gelb, der
Zuckerahorn orange und der Rotahorn erhält die für Kanada berühmte Rotfärbung.
Neben den Laub- und Nadelwälder gibt es auf den Bergspitzen auch arktisch-alpine
Tundravegetation, die durch Flechten und zum Beispiel Empetrum nigrum oder auch
Vaccinum-Arten gekennzeichnet ist. Wegen des Höhenunterschieds innerhalb des
Nationalparks, ca. 800 Höhenmeter, lässt sich die Zonierung der Vegetation nach der
Höhenstufe sehr gut verfolgen. Auf Flusshöhe dominieren die Laubbäume, der Übergang zum
borealen Wald charakterisiert sich durch vermehrte Coniferen und Gelbbirke, während auf
den Bergspitzen Schwarzfichten und die Tundra dominant sind. Die Sukzession, die für die
Entstehung eines Waldes erforderlich ist, lässt sich an einzelnen Felsen im Park direkt
nachverfolgen. Zunächst wird der Felsen von Flechten bewachsen, anschließend wächst Moos
darüber und bildet die Grundlage für eine dünne Humusschicht, die es Bäumen erlaubt auf
dem Felsen zu Wurzeln.
Am Rand des botanischen Entdeckungsweges lassen sich viele verschiedene Arten entdecken,
zum Beispiel Trilium sernuum und Trilium ondulatum oder Cornus canadensis. Vorsicht ist
bei Clintonia borealis geboten, denn die Früchte sind giftig. Jedoch kann man die Blätter
essen. Eine weitaus dienlichere Pflanze im Nationalpark ist Taxus canadensis, dessen Frucht
zur Krebsbekämpfung eingesetzt werden kann.
Die Wälder im Nationalpark unterliegen immer wieder Verjüngungszyklen, die zum Beispiel
durch Feuer ausgelöst werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Larve des Schmetterlings
Choristoneura fumifera. Sie befällt ca. alle 30 Jahre die Nadelbäume und frisst deren Nadeln.
Durch die Larve und die Feuer entsteht ein Altersmosaik an Bäumen im Wald, welches die
Heterogenität fördert.
Des Weiteren findet sich mit der Flechte „old man‟s beard“ ein Indikator für die Luftqualität
im Nationalpark. Diese Flechte hängt von den Nadelbäumen herab und erweckt so den
Eindruck der lange Bart eines alten Mannes zu sein.
- 121 -
Fjord Saguenay & The Saguenay - St. Lawrence Marine
Park
Sara Thiel
Der Fjord Saguenay liegt in der Provinz Quebéc. Er wird von dem Fluss Saguenay gespeist.
Der Fjord ist die Verbindung zwischen dem Fluss und dem St.-Lorenz-Strom. An den Ufern
befinden sich Steilwände. Der Saguenay-Fjord ist Teil des Meeresparks Saguenay-SaintLaurent und die Ufer des Fjords und die umliegenden Hügel bilden den Nationalpark
Saguenay.
The Saguenay - St. Lawrence Marine Park
182, rue de l'Église
C.P. 220
Tadoussac (Québec) Canada
G0T 2A0
Toll-free line: 1-888-773-8888
Der Saguenay - St. Lawrence Marine Park befindet sich in Québec am Zusammenfluss des
Saguenay und St.-Lorenz-Stromes. Die Parkgewässer sind Teil von vier verschiedenen
regionalen Tourismusverbänden.
Der Park bedeckt eine Fläche von 1.245 km2 und umschließt dabei Teile des St.-Lorenz-
Ästuars und fast den gesamten Saguenay Fjord. Das Park-Territorium ist ausschließlich
aquatisch. Der eigentliche Park teilt sich in drei Subkategorien: St.-Lorenz-Ästuar, Saguenay
Fjord, und die Zone in der beide Wassermassen aufeinandertreffen. Damit sind die drei
Ökosysteme Saguenay Fjord, oberes und unteres St.-Lorenz-Ästuar gesichert. Am Ufer
befinden sich sogenannte „coordination areas“, dort wird alles gemanagt. Es wird ein
„participatory management“ (Mitbestimmungs-Management) durchgeführt, damit alle
Anspruchsberechtigten (u. a. „aboriginal communities“, einheimische Gemeinden)
zusammenarbeiten, um Wissenschaft, Tourismus, Industrie, Forschung, Bildung und Sport mit
dem Erhalt der Natur zu verbinden.
Die Anliegen/Ziele des Saguenay - St. Lawrence Marine Park sind:
 Erhalt der marinen Ökosysteme und des kulturellen Erbes am Ort.
 Das öffentliche Interesse soll durch bildende Aktivitäten gesteigert werden.
 Wissenschaftliche Forschung unterstützen/vorantreiben.
 Natürliche und kulturelle Ressourcen fördern.
 Integration der Parkaktivitäten in die regionale Gemeinschaft.
Es werden viele Möglichkeiten geboten, um die aquatischen Lebensräume zu betrachten.
Gerätetauchen, Kayak-Fahrten, Segelboottouren oder Beobachtungsfahrten.
Der Park beherbergt (z. T. temporär) viele gefährdete Tierarten:
 Beluga
 Blauwal
 Kabeljau (Atlantic Cod)
 Spatelente
 Gewöhnlicher Schweinswal
 Finnwal
 Seehund
 Buckelwal
 Kragenente
 Stör
 Amerikanischer Maifisch
 Strip Bass (Morone saxatilis)
 Seewolf (Anarhichas lupus)
In diesem Park sind auch Walbeobachtungen vom Ufer aus mit Erfolg möglich, da
Aussichtstürme an Stellen errichtet wurde, wo der St. Lorenz nahe des Ufers schon sehr tief
ist und somit Wale oft bis auf wenige Meter herankommen.
Während unseres Besuches des Parks konnten wir von der Küste aus in einiger Entfernung
Belugas sehen. Ein Minkewal ist sogar nahe an das Ufer herangekommen und man konnte
den Wal einige Zeit beim Fressen beobachten.
- 123 -
Tadoussac
Anke Kügler
Das knapp 1000 Einwohner umfassende Dorf Tadoussac liegt etwa 210 km östlich von
Quebec an der Mündung des Saguenay Flusses in den St-Lorenz-Strom und ist eine der
ältesten Städte Nordamerikas. Es wurde im 16. Jahrhundert von François Gravé Du Pont als
erster französischer Handelspunkt von „Neufrankreich“ gegründet nachdem es bereits vorher
den indogenen Montagnais als Jagdgebiet für Robben und später Basken zum Walfang diente,
und entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Ausgangspunkt für Forschungsreisen und
Walfang sowie als Handelsposten für den aufblühenden Fellhandel. Auch der Tourismus geht
bereits bis ins 19. Jahrhundert zurück. Heute ist Tadoussac ein wichtiger Ort für
Walbeobachtungen und Walforschung, da aufgrund eines reichen Krillvorkommens,
Wassertiefen bis 350 m und der Tatsache, dass das Wasser im Winter nicht gefriert neben
einer sesshaften Population von Belugas (Delphinapterus leucas) viele Großwale, darunter
der seltene Blauwal (Balaenoptera musculus), in der Region vorkommen. Whale watching ist
sowohl von Booten ortsansässiger Unternehmen als auch von Land möglich, da die Tiere bis
nah an die Küste kommen.
Weitere Attraktionen sind auch heute noch die historische Stadt mit der ältesten Holz-Kapelle
in Amerika und einem historischen Handelsposten (Foto 2), sowie das „Centre
d'interprétation des mammifères marins“ (CIMM). Außerdem ist es Ausgangspunkt für
Touren in die umgebenden Nationalparks.
In Tadoussac befindet sich das CIMM, ein Museum, in dem wissenschaftlich und multimedial
die Biologie der Meeressäuger sowie das Saguenay-Ökosystem vorgestellt werden. Außerdem
stehen stets Experten wie z. B. unser Guide Michael für offene Fragen zur Verfügung. Das
CIMM wurde 1985 als Projekt des GREMM gegründet und unterstützt sowohl
wissenschaftliche Forschung im St-Lorenz-Strom als auch die Aufklärungsarbeit über die
Notwendigkeit zum Schutz der Wale. Die Ausstellung besteht aus interaktiven Lern-Spielen,
wissenschaftlichen Informationen sowie Skeletten, welche ausschließlich von Todfunden
innerhalb des St-Lorenz-Stroms stammen, Modellen und anderen Gegenständen um die
Biologie und die Gefahren für die Meeressäuger den Besuchern nahe zu bringen. Weiterhin
befindet sich im CIMM ein Shop, in dem man T-Shirts, wissenschaftliche Bücher und
regional gefertigte Andenken wie z. B. Schmuck kaufen kann.
Tadoussac
Die GREMM ist eine private, non-profit-Organisation bestehend aus einer Gruppe von
Wissenschaftlern und Enthusiasten, die sich der Forschung und dem Schutz der
Meeressäugetiere gewidmet haben. Sie wurde 1985 von 10 Naturforschern und Freiwilligen
gegründet, nachdem Robert Michaud und Daniel Lefebvre es sich1984 nach einschlägigen
Walerlebnissen zum Ziel machten, Aufmerksamkeit auf die Tiere zu lenken und den Schutz
durch Forschung und Bildung zu unterstützen. Seitdem hat die GREMM viele
Forschungsprojekte unterstützt, u. a. zum Verhalten, Verbreitung und Jagdverhalten der
Bartenwale, den Einfluss von Whale watching Booten auf Finnwale (Balaenoptera physalus),
Verbreitung und Sozialstruktur der Beluga-Schule und viele weitere. Aktuelle Projekte
beinhalten die Untersuchung von Vergiftungen von Walen im St-Lorenz-Strom (in
Kooperation mit Montreal), Lärmverschmutzung, Einführung von Whale watching Regeln
sowie die Erstellung eines Finnwal und Beluga Photo-ID-Katalogs. Auch beschäftigt sich die
Forschung heute nicht mehr ausschließlich mit Cetaceen, besonders Zwergwalen, Finnwalen,
Blauwalen und den ortstreuen Belugas, sondern auch mit Seehunden. Das Motto des
GREMM ist „Knowledge leads to understanding, understanding leads to action“ und
verdeutlicht die enge Verbindung von Forschung und Schutzmaßnahmen. Es gibt viele
Kooperationen mit nationalen und internationalen Organisationen und Einrichtungen, und
auch Privatpersonen können die Arbeit z. B. durch eine Spende oder die „Adoption eines
Belugas“ unterstützen. Ungefähr 35'000 Besucher und Spender finanzieren die
wissenschaftliche Arbeit des GREMMs und die Haupteinnahmequelle stellt dabei die
Boutique des CIMM dar.
Die Aufklärungsarbeit erfolgt vor allem durch das CIMM, Bücher, populärwissenschaftliche
Veröffentlichungen, Dokumentationen und die Internetseite http://www.whales-online.net, auf
der es neben ausführlichen Informationen über die Meeressäugetiere, laufende Projekte,
Forschungsmethoden und Schutz auch aktuelle Informationen über die letzten Sichtungen und
anstehende Events gibt.
CIMM („Centre d'interprétation des mammifères marins“)
Eine weitere wichtige Aufgabe des CIMM/GREMM ist ein Rescue Center für gestrandete
Wale, bei dem jeder Fund über die sogenannte „Marine mammal hotline“ gemeldet werden
kann und sofort Maßnahmen zur Rettung oder bei Todfunden weitere Untersuchungen der
Tiere eingeleitet werden.
Heute gehören zur GREMM ca. 300 Mitglieder/Sponsoren, 9 aktive Mitglieder, 10 feste
Angestellte, Forscher, Auszubildende, Voluntäre und viele mehr.
Quellen: persönlich durch Guide Michael im CIMM und Konferenz; http://www.tadoussac.com/;
http://en.wikipedia.org/wiki/Tadoussac,_Quebec; http://de.wikipedia.org/wiki/Tadoussac;
http://www.gremm.org/; http://www.whales-online.net/
- 125 -
Die Gaspésie-Halbinsel
Laura Reinhardt
Die Gaspésie-Halbinsel kann in fünf Gebiete eingeteilt werden:
1)
The Coast
2)
Matapédia Valley
3)
The upper Gaspé
4)
Land‟s End
5)
Chaleur Bay
The Coast: Entlang der Küste des St.-Lorenz-Stroms gelegen, wird diese Region durch eine
Reihe kleiner Dörfer geziert. Das Gebiet zeichnet sich durch seine reiche Fauna, viele Felder
und Wälder aus, die vom Meer umgeben sind. Hier befinden sich auch die „Reford Gardens“,
welche ursprünglich im Sommer 1926 von der damals 54-jährigen Elise Reford in ihrem
„Fishing-Camp“ am Fluss Mitis angelegt wurden. Innerhalb von 30 Jahren, in welchen der
Garten von ihr aufgebaut wurde, gewann er immer
mehr an Berühmtheit, bis er 1962 für die Öffentlichkeit
zugängig gemacht wurde. Er enthielt die größte
Kollektion von Pflanzen seiner Zeit. Heute beherbergen
die Gärten mehr als 3000 heimische und exotische
Pflanzenarten. In dieser Region der Halbinsel mündet
der Fluss Matane, in welchem viele Lachse
vorkommen und im Hinterland befindet sich ein
Wildlife-Schutzgebiet, in welchem Elche beheimatet
sind. Auch Steinadler und Wanderfalken können hier
angetroffen werden.
Matapédia Valley: Diese Region ist durch seine ausgedehnten
Waldgebiete, Plateaus, Berge, Seen und Flüsse gekennzeichnet.
Der Einfluss der Berge und die Ausrichtung des Valleys
erzeugen ein außergewöhnliches Mikroklima, welches sich von
dem der Küste unterscheidet. Das Matapédia Valley ist
historisch sehr interessant, weil man hier viele prächtige
Kirchen, Herrenhäuser, historische Stätten und gedeckte
Brücken vorfindet.
The upper Gaspé: Diese Region enthält 130 km
Küste, aber auch die höchsten Gipfel im südlichen
Québec, welche durch die Gletscher vor mehr als
100.000 Jahren entstanden sind. Besonders in den
Hochebenen des Gaspésie-Nationalparks findet
man Karibuherden, welche durch die sich hier
befindlichen Tundragebiete einen geeigneten
Lebensraum finden. Verschiedene Flüsse ziehen
sich durch die Landschaft, in welcher auch viele
Wildtiere und Pflanzen beheimatet sind. Die Stadt
Cap-Chat, welche in dieser Region liegt, ist besonders durch seine Windenergie bekannt. Hier
befindet sich ein Windpark mit 76 Windturbinen mit horizontaler Rotationsachse. Eine
Windturbine, welche mit dem Namen Éole bezeichnet wird, besitzt hingegen eine vertikale
Rotationsachse. Sie ist mit 110 m die größte vertikal rotierende Windturbine der Welt und mit
der Fähigkeit 4 MW Strom zu produzieren auch die produktionsstärkste ihrer Bauart.
Land‘s End: Die als „Land„s End“ bezeichnete Region
markiert das Ende der Gebirgskette - der Appalachen. Am
24.07.1534 errichtete Jacques Cartier hier ein Kreuz am Ende
der Gaspé-Bucht und erhob damit, im Namen des Königs von
Frankreich, den Anspruch über Kanada. In diesem Gebiet
befindet sich der Forillon-Nationalpark, welcher als Symbol
für den Schutz des Naturerbes steht. Die dem Meer
zugewandte Region stellt auch ein wichtiges Brutgebiet für
tausende von Vögeln dar. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist
das Cap-des-Rosiers Lighthouse National Monument. Der
Leuchtturm wurde 1858 errichtet und ist mit 34,1 m Kanadas
größter Leuchtturm. 1977 wurde er zu einem historischen
Monument erklärt.
Chaleur Bay: Ihren Namen erhielt diese Region von Jacques
Cartier 1534, als er im Juli während einer sehr warmen
Periode in dieser Bucht ankam. Chaleur Bay bedeutet so viel wie „Bucht der Wärme“. Sie
liegt in einem sehr windgeschützten Bereich und es herrscht ein Mikroklima vor, welches zu
einer schnellen Wassererwärmung führt. Sehenswert ist der Miguasha-Nationalpark, in
welchem eine Vielzahl von Fossilien gefunden wurden, die die Evolution des Lebens auf der
Erde widerspiegeln.
Quellen:
http://www.tourisme-gaspesie.com/en/5secteurs.html
http://en.wikipedia.org/wiki/Cap-Chat,_Quebec
http://www.vacanceshaute-gaspesie.com/decouvrir%20parc%20gaspesie_ang.html
http://farm5.static.flickr.com/4063/4428500474_fe2e42c565.jpg
http://image02.webshots.com/2/8/80/71/42588071Kekvrf_fs.jpg
- 127 -
Bic Nationalpark
Sara Thiel
Der Parc national du Bic befindet sich am Ufer des St.-Lorenz-Ästuars und wurde 1984
gegründet um ein repräsentatives Stück des südlichen Ufers zu erhalten. Der Park ist aber
auch bekannt durch seine sehr unregelmäßigen Küsten, steilen Klippen und seltene Flora.
Der Park befindet sich in der Bas-Saint-Laurent-Region zwischen den Gemeinden SaintFabien (Westen) und Bic (Osten). Die gesamte Fläche des Parks beträgt 33 km2, wobei der
Landanteil hiervon 18,8 km2 umfasst.
Der Park ist mit der Appalachen-Region verbunden und wird durch einzeln stehende Felsen
charakterisiert, die parallel zum Fluss zu finden sind. Durch Erosion haben sich über die Zeit
Sandstrände, Tombolos, Sandbänke, Märsche, aber auch Klippen, Buchten und Inseln gebildet.
Der Park ist in drei Zonen eingeteilt:
Extreme Conservation Zone
Dieser Teil ist der Erhaltung des Gebietes in seiner Gesamtheit gewidmet. Es ist ein sehr
fragiles Gebiet und darf nicht betreten werden. Einzig Aktivitäten mit bildendem (unter
Aufsicht) oder wissenschaftlichem Charakter sind erlaubt.
Conservation Zone
Ein Teil des Gebietes, das sich durch schlechte Regeneration und störempfindliche Umgebung
auszeichnet. Das Betreten dieser Zone ist nur auf den dafür vorgesehenen Pfaden erlaubt und
das Entfernen belebter und unbelebter Natur ist verboten.
Ambient Zone und Service Zone
In dieser Zone befinden sich u. a. Informationszentren, Unterkünfte/Zeltplätze. Der Bereich
ist zum Erkunden und Entdecken der Umgebung gedacht. Nur hier sind Sammel-Aktivitäten
(wilde Beeren, Krustentiere usw.) erlaubt.
Fauna
Die Beobachtung von Robben ist von Mai bis September im Park möglich. Es ist
hauptsächlich der Seehund (Phoca vitulina concolor) zu finden, doch ab Mitte Juli kann man
auch Kegelrobben (Halichoerus grypus) beobachten. Im Mai bis Juni gebären die Seehunde
hier im Park ihre Jungen. Die Kegelrobben dagegen bringen ihre Jungen im Winter im St.Lorenz-Golf zur Welt. Im Ästuar des Parks befindet sich im Sommer eine ca. 150 Individuen
starke Population von Seehunden und eine Population von ca. 50 Kegelrobben. Insgesamt
leben ca. 30 000 Robben an der Küste von der Antarktis bis nach Carolina. Von August bis
September kann man die Tiere am besten beobachten. Ihr Aufenthaltsort ist von den Gezeiten
abhängig, daher sind sie bei Ebbe am Cape-Caribou und Anse-aux-Bouleaux Ouest und bei
Flut am Pointe aux Épinettes zu finden. Bei unseren Beobachtungen am Cape-Caribou
konnten beide Arten entdeckt werden. Neben den adulten Tieren war auch ein Jungtier der
Seehunde zu sehen. Des Weiteren waren verschiedene Vögel (Eiderenten, Brillenenten,
Ringschnabel-, Mantel- und Silbermöwen) anwesend.
Auf dem Zeltplatz im Park konnten wir den ersten und einzigen Kolibri (Rubinkehlkolibri Archilochus colubris) unserer Kanadaexkursion beobachten.
Das Gebiet Raoul-Roy belvedere (früher “la butte à Gérard”) im Westen des Parks wurde
1981 von den Ornithologen Gérard Proulx und Guy Gendron als potentielles
Beobachtungsgebiet von migrierenden Greifvögeln entdeckt. Im Frühjahr kehren sie von den
südlichen Teilen der Appalachen zurück und ziehen Richtung Norden. Da sie dabei
gezwungen werden den St.-Lorenz-Golf zu umfliegen, bewegen sie sich am Ästuar entlang,
bis zu einer geeigneten Stelle, an der sie den St.-Lorenz-Golf überqueren können. Von Mai bis
Juni kann man nun in Raoul-Roy belvedere hunderte dieser Vögel beobachten.
Das systematische Zählen der Greifvögel wird seit 2002 im Rahmen eines Projekts ausgehend
vom Bas-Saint-Laurent-Ornithologist-Club, (in Zusammenarbeit mit der Parkleitung)
durchgeführt. Bis jetzt wurden 17 Arten beobachtet, von denen 14 jährlich zu sehen sind.
Damit ist die Region des unteren St. Lorenz auf der Karte der wichtigsten Migrationsgebiete
Nordamerikas verzeichnet.
Geologie
Der Park ist mit der Appalachenregion verbunden, welche rund 450 Mio. Jahre alt ist. Damit
gehört diese Bergkette zu den älteren Gebirgen. Die Appalachen sind ein bewaldetes
Mittelgebirge im Osten Nordamerikas, welches sich über eine Länge von 2.400 km von der
kanadischen Provinz Québec bis in den Norden des US-amerikanischen Bundesstaates
Alabama erstreckt. Das Gebirge hat sich in drei Etappen formiert:
1. Die sich Nord-Süd erstreckenden Mittelgebirge der Appalachen haben ihre Entstehung
im Mesozoikum der kaledonischen und variskischen Gebirgsbildung. Vor 450 Mio.
Jahren befand sich an dieser Stelle ein Ozean. Durch Erosion kam es zu einer
Sedimentation am Meeresboden.
2. Vor ca. 350 Mio. Jahren hat sich Europa angenähert und es kam zur Auffaltung, als die
Kontinentalplatten aufeinander trafen.
3. Diese Phase ist eher unwichtig in Bezug auf unsere Region. Hier ist nur anzumerken,
dass sich vor 225 Mio. Jahren noch andere Faltengebirge in den USA gebildet haben.
Noch heute spielt die Erosion eine wichtige Rolle. Sie verleiht den Appalachen seinen
Mittelgebirgscharakter. Bei ihrer Entstehung waren die Appalachen ca. 7000 m hoch. Heute
- 129 -
ist der höchste Berg Mount Mitchell (North Carolina, USA) 2037 m hoch. In Québec erreicht
der Mount-Jacques-Cartier 1268 m.
Die drei Sedimentgesteine der Region sind Sandstein, Konglomerat und Schiefer. Währen der
Sandstein leicht durch Erosion abgetragen wird, hat das darunter liegende Konglomerat eine
stützende Funktion, da es die Erosion stoppt.
Normalerweise findet man in dieser Region kalkhaltiges Gestein. Eine Ausnahme bildet dabei
der Mt. Albert, welcher aus Granitgestein und Magmagestein besteht.
Im Gestein lassen sich oft Linien finden. Diese entstehen, wenn bestimmte Gesteine unter
Druck flüssig werden und so Linien bilden. Der Druck kommt hier von Gletschern die sich
währen der letzten Eiszeit bildeten. Vor 73.000 Jahren war die letzte kleine Eiszeit, welche
ganz Kanada bis auf den Yukon bedeckte. Die Gletscher und das dicke Eisschild der James
Bay haben Druck auf den Boden ausgeübt. Vor 13.000 Jahren wurde es wärmer und es begann
zu schmelzen. Dabei ist die Region um den Bic Nationalpark der Sektor wo das Schmelzen
begann. Durch die Unebenheit des Bodens bildeten sich Meere, aus denen sich mit dem
Heben des Bodens über die Zeit Sümpfe und Inseln entwickelten. In einer Höhe von bis zu
150 m lassen sich große Gesteinsbrocken aus der Hudson Bay finden, welche während der
Eiszeit mit dem Eis hierher transportiert wurden.
Da wo früher einmal Meer war, haben sich Terrassen gebildet, die auf Grund ihrer Entstehung
für diese Region gute Lehmböden für die Landwirtschaft aufweisen. Des Weiteren werden
Moore wirtschaftlich zum Abbau von Torf genutzt.
Vor der Küste kommt es in 300 m Tiefe zu einem Upwelling, welches für einen hohen
Nährstoffgehalt sorgt. Dies ist auch einer der Gründe für das Vorkommen der vielen
Meeressäuger.
Quellen:
http://www.sepaq.com/pq/bic/index.dot?language_id=1
http://www.parcmarin.qc.ca/1508_an.html
ISMER – Institut des science de la mer de Rimouski
Laura Reinhardt
Das Institut des sciences de la mer de Rimouski
(ISMER) umfasst ein ganzes Gebäude auf dem
Campus der Université du Québec à Rimouski
(UQAR). Das Institut bietet Graduierten-Programme
in der Ozeanographie, und seine interdisziplinären
Forscherteams aus Biologen (rechts: Laborraum der
Biologen), Chemikern, Geologen und Physikern sind
aktiv an einer Reihe von nationalen und
internationalen Meeresforschungsprogrammen beteiligt.
Das ISMER ist im Allgemeinen ein führendes Institut in Bereichen, wie dem Klimawandel in
verschiedenen Breiten, die Auswirkungen von UV-Strahlen auf die untersten Glieder in der
Nahrungskette und die Auswirkungen von Schadstoffen auf Ökosysteme an den Küsten.
Marine Akustik, Aquakultur, Populationsdynamik und Sedimenttransport sind weitere
Bereiche, in denen es umfassendes Fachwissen entwickelt hat.
Seit seiner Gründung im Jahr 1999 widmet sich das
ISMER im Speziellen der Entdeckung und
Förderung von Grundkenntnissen und angewandtem
Wissen über die Küstengebiete. Dabei sollen die
Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die
Ressourcen, das Klima und die ÖkosystemProduktivität bewertet werden. Außerdem werden
vom ISMER wissenschaftliche Hilfsmittel und
essentielle Techniken entwickelt, um das Erbe der
Küsten richtig zu managen. Diese Mission der
nachhaltigen
Entwicklung
wird
durch
Ozeanographie-Programme von Master-und PhD-Arbeiten, sowie Initiativen zur Aufklärung
der Gesellschaft angeführt. Die Hoffnung der Forscher ist es, dass deren Erkenntnisse genutzt
werden, um das Ressourcenmanagement zu verbessern und den Entscheidungsträgern die
Hilfsmittel und Techniken zu geben, um die Diversität und Abundanz von marinen Arten zu
schützen.
Der Schwerpunkt der Forschung liegt dabei auf: (1) der Erhaltung der Ressourcen durch das
Studium der Flussmündungen und der marinen Ökosysteme in Bezug auf das Ausmaß der
menschlichen Aktivität, des Klimawandels, und des Treibhausgaszyklus„ und (2) der
Entwicklung von Bioressourcen durch die Identifizierung der Fisch- und benthischen Arten,
welche für die intensive Zucht geeignet sind und technologische Entwicklungsinitiativen im
Bereich der Aquakultur und der Gewinnung von Bioprodukten, die die Kapazität der
untersuchten Ökosysteme respektieren. Durch dieses wissenschaftliche Programm werden
Diagnosen ausgearbeitet, welche primär auf geschützte Ökosysteme abzielen und es Québec
sowie Kanada ermöglichen, das Potential ihrer erneuerbaren Naturressourcen zu nutzen, zu
konservieren und sogar weiterzuentwickeln. Um in diesen Belangen zu helfen, hat das
ISMER eine ganze Reihe von High-Tech-Ausrüstungen, ein Aquakultur-Labor mit einer
Zufuhr von frischem Meerwasser und das 50 m lange Forschungsschiff Coriolis-II.
- 131 -
Réserve faunique de Matane
Sara Thiel
Das Réserve faunique de Matane umfasst ein Gebiet von über 1200 km2 auf der GaspésieHalbinsel und befindet sich in der Nähe der Stadt Matane am St.-Lorenz- Strom. Das Réserve
faunique de Matane ist ein Wildschutzgebiet und kein Nationalpark. Das bedeutet, dass
forstwirtschaftliche Nutzung, Jagd und Fischen hier unter bestimmten Voraussetzungen
erlaubt sind.
Die Landschaft des Parks bildet eine Mischung aus Bergen (den Chic-Choc-Mountains, und
Ausläufern der Appalachen), 38 Seen sowie mehreren Bächen und Flüssen. Eine Besonderheit
sind mineralstoffreiche Quellen und Sümpfe, welche für den Lebensraum der Elche eine
wichtige Rolle spielen.
Das Wildschutzgebiet ist für seine große Abundanz an Elchen bekannt. Mit 48 Tieren pro 10
km2 gehört dieses Areal zu den am dichtesten mit Elchen besiedelten Gebieten. Dies liegt vor
allem an den schon zuvor erwähnten Mineralquellen. Durch die enorme Größe der Tiere
können sie Mineralstoffe und Spurenelemente nicht in den Mengen mit der Nahrung
aufnehmen, die sie brauchen. Daher fressen Elche Wasserpflanzen um den Nährstoffbedarf zu
decken, da diese die benötigten Stoffe in höheren Konzentrationen enthalten. Im Reservat
müssen die Tiere sich nicht nur auf Wasserpflanzen verlassen, sondern ihnen stehen auch noch
die Mineralquellen zur Verfügung.
Elche im Réserve faunique de Matane
Gaspésie-Nationalpark
Laura Reinhardt
Der Gaspésie-Nationalpark befindet sich in mitten der
Gaspési-Halbinsel und umfasst eine Fläche von 802
km². Er wurde am 14.04.1937 eröffnet und dient
vorwiegend dem Schutz und dem Erhalt einer Vielzahl
von Pflanzen- und Tierarten.
Im Gaspésie-Nationalpark befinden sich einige der
höchsten
Berge
OstKanadas, da hier Ausläufer
der Appalachen verlaufen.
Diese Ausläufer werden auch als Chic-Choc-Berge bezeichnet.
Über 25 Berge innerhalb des Nationalparks sind über 1000 m
hoch, welche alle dank eines riesigen Netzes von Wanderwegen mit einer Gesamtlänge von 140 km - bestiegen werden können.
Der Park beherbergt dabei auch den höchsten Gipfel der
Appalachen in der Provinz Québec – den Mont Jacques-Cartier (1268m).
Das vorherrschende Klima hat im Gaspésie-Nationalpark, besonders auf dem Mont Albert
(1154m) und dem Mont Jacques-Cartier zur Entwicklung einer deutlich ausgeprägten Tundra
geführt. Die Vegetation setzt sich dort vor allem aus
Moosen, Flechten, Heidekraut (Bild oben links:
Gämsheide, Loiseleuria procumbens) und anderen
typischen Stauden zusammen, wie Zwergweiden,
verschiedene Arten von Rhododendren, Jungwuchs
von Tannen gemischt mit Gelb-Birken (Betula
alleghaniensis), Amerikanische Weiß-Birken (Betula
papyrifera), Schwarzfichten (Picea mariana),
Lichtnelken (Silene sp.), Diapensia lapponica (Bild
rechts) und Steinbrech (Saxifraga sp.).
Der Nationalpark zeichnet sich besonders dadurch aus,
dass er die einzige Population von Karibus (Rangifer tarandus) südlich des St.-Lorenz-Stroms
beherbergt. Diese leben unter anderem auf den Hochebenen des Mont Jacques-Cartier und des
Mont Albert, welche die typische arktisch-alpine Flora (Tundra) aufweisen. Waren es in den
frühen 1950ern noch 700 bis 1500 Karibus, so sind es heute nur noch ca. 150 Tiere südlich
des St.-Lorenz-Stroms. Sie ziehen in drei Gruppen aufgeteilt zwischen dem Mont JacquesCartier, dem Mont Albert und den „Logan sectors“ umher. Die erheblichen Veränderungen der
Lebensräume der Karibus haben einen extrem starken und unvorhersehbaren Einfluss auf die
verschiedenen Arten. Ein alarmierender Rückgang der Anzahl der Jungtiere der Karibus durch
den Schwarzbär (Ursus americanus) und den Koyoten ist eine der Konsequenzen, mit
welchen die Karibus zu kämpfen haben. Das Ziel des „Gaspé Peninsula caribou recovery“Teams ist es eine Population mit 17 % Jungtieren im Herbst sicherzustellen. Der
durchschnittliche Anteil betrug innerhalb der letzten 10 Jahre 16,8 %, doch 2009 sank es auf
ein Rekordlevel von nur 7,2 % Jungtiere pro Population (keine Jungtiere in der Mont Albert
Herde, ein Jungtier in der Mont Logan Sektor Herde und sieben Jungtiere in der Mont
- 133 -
McGerrigle Herde). Die isolierte Population entstand dadurch, dass sich vor ca. 12.000 Jahren
die Gletscher zurückgezogen haben und es auf der Halbinsel immer wärmer wurde. Die
Karibus konnten somit nur noch auf den Gipfeln überleben, auf welchem ihr natürlicher
Lebensraum – die Tundra – noch erhalten blieb und somit leben sie nun als isolierte
Karibupopulation in den Hochebenen. Die Tiere verstecken sich tagsüber in den Wäldern und
ziehen in den Dämmerungsstunden auf den Gipfel. Aus diesem Grund sind die Tiere in einer
Höhe von 600 m bis 1200 m vorzufinden.
Auf dem Mont Jacques-Cartier im Gaspésie-Nationalpark
Auf dem Gipfel des Mont Jacques-Cartier findet man außerdem in 6 m bis 20 m Tiefe einen
Permafrostboden vor, welcher im Sommer bis zu 3 m auftaut, aber im Winter erneut zufriert.
Damit ist es das südlichste Vorkommen von Permafrost in Kanada. In Zusammenarbeit der
Universität und dem Nationalpark wird zweimal im Jahr die Tiefe und die Ausbreitung des
Permafrostbodens gemessen und kartiert, um ein Modell zu erstellen, mit welchem man auch
auf andere Berge und Permafrostverteilungen schlussfolgern kann. Der Permafrostboden
befindet sich auf dem Mont Jacques-Cartier lediglich auf dem Gipfel und endet an der
Baumgrenze. Die wissenschaftlichen Ergebnisse zeigen bisher, dass sich der Klimawandel auf
diesen Permafrostboden noch nicht auswirkt, da innerhalb der letzten 30 Jahre kaum eine
Änderung in der Ausdehnung erkennbar war. In niedriger Höhe befindet sich vorwiegend
borealer Nadelwald, welcher im Gaspésie-Nationalparks eine der höchsten Elch-Dichten
(Alces alces) in Québec besitzt. In dem 802 km² großen Gebiet sind auch viele
Weißwedelhirsche (Odocoileus virginianus) beheimatet.
Am 03.03.2010, wurde eine neue Liste der bedrohten und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten
für Québec veröffentlicht. Danach gibt es derzeit 38 Tierarten und 68 Pflanzenarten, welche in
Québec als gefährdet gelten. So weit wie derzeit bekannt ist, kommen im GaspésieNationalpark davon 6 Tierarten und 11 Pflanzenarten vor. Darin sind Karibu, Steinadler
(Aquila chrysaetos), Salix chlorolepis und Carex lupuliformis eingeschlossen. Der St.-AnneFluss, welcher durch den Nationalpark fließt, beherbergt große Mengen an Lachs und war
einer der Gründe, warum der Gaspésie-Nationalpark 1937 gegründet wurde. Der GaspésieNationalpark bietet außerdem viele Outdoor-Aktivitäten, sowohl im Winter als auch im
Sommer. Dazu zählen beispielsweise das Schneeschuhwandern, der Skilanglauf,
Wanderungen, das Angeln, das Kanufahren und das Jagen.
Quellen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Gasp%C3%A9sie_National_Park; http://www.quebecgetaways.com/parc-nationalde-la-gaspesie; http://www.tourismegaspesie.com/en/parcs.html; http://pages.riaq.ca/voyages/gaspesie1.gif
Parc national de Forillon & Centre of the indigenous
Mi‟kmaq people in Gaspé
Doreen Beling
Der Forillon-Nationalpark stand am 16.07.10 auf unserem Reiseplan und lud uns ein zum
wilden Ende der Welt, an dem Mensch, Land und Meer seit jeher im harmonischen Einklang
leben.
1970 gegründet, befindet sich der Nationalpark am äußersten, bergigen Ende der GaspésieHalbinsel und markiert damit zugleich den östlichsten Punkt der Appalachen-Bergkette. Seine
majestätischen Landschaften, die sich aus dem Ozean erheben, ziehen sich über 240,4 km2
entlang steiler Klippen und Gebirge. An vielen dieser Steilhänge lassen sich deutlich die zehn
separaten Gesteinsformationen erkennen, die einem geologischen Kalender gleichkommen.
Die fossilen Funde der Kalkstein- und Sandsteinschichten verhelfen zu einem Überblick über
das Alter der Felsen, der damaligen Lebensformen und Umweltbedingungen, sowie der
Erdkrustenbewegung, die zur Entstehung der Appalachen führten.
Das kulturelle Erbe Forillons basiert auf über 9000 Jahren Geschichte, als sich die ersten
prähistorischen Menschen an den Küsten niederließen. Archäologische Funde von einfachen,
steinernen Werkzeugen bezeugen die paläohistorischen Annahmen seit den
Geländeuntersuchungen von 1994. Mit einem Klimawandel vor 7.000 bis 4.000 Jahren
veränderte sich das einst kühle Gebiet mit zerstreuter Vegetation von Koniferen und Büschen
zu einem milderen Umfeld in dem vorwiegend Eiche, Ulme und Zuckerahorn wachsen.
Am Themenpunkt Vegetation angeschlossen, zeigte sich der nennenswerte Aspekt des
Nationalparks mit seiner erstaunlichen Diversität der Pflanzengemeinschaften, die sich auf
zehn separate Ökosysteme zurückführen lassen: Wald, Klippen, alpine Wiesen, Brachacker,
Sanddünen, Seen, Bäche, Frischwasser, Salzmarsch und die Küste.
- 135 -
Nach der küstennahen Fahrt entlang der 132, führten uns die ersten Schritte vom Parkplatz
weg, an der Küste Forillons entlang und gaben einen beeindruckenden Blick auf die
Steilhänge wieder, in denen sich die Wellen tosend brachen. Schon nach etwa hundert Metern
konnten vor allem die jährlich migrierenden Seevögel erspäht werden, die dem Nationalpark
seine vorwiegend maritime Atmosphäre verleihen. Die geeigneten Brutmöglichkeiten und die
opulente Nahrungsverfügbarkeit in den Gewässern des St.-Lorenz-Golf locken Ohrenscharben
(Phalacrocorax auritus), Gryllteisten (Cepphus grylle, Bild rechts oben), Dreizehenmöwen
(Rissa tridactyla), sowie andere Möwenarten (Laridae) und Tordalke (Alca torda) in die
Meeresbucht von Gaspé.
Etwas überschattet von den turbulenten Seevogelkolonien zeigten
sich auch reichliche Landvogelarten. Neben Seidenschwänzen
(Bombycillidae, Bild rechts unten), Rubinkehlkolibri (Archilochus
colubris) und Goldzeisig (Carduelis tristis), nutzen über 225 Arten
den Nationalpark zum Nisten oder auf der Durchreise zur
Futtersuche und als Rastplatz. Forillon besticht mit seiner
abwechslungsreichen Landschaft an Wäldern und Feldern, sowie
der Vereinigung drei verschiedener aquatischer Gewässertypen auf
terrestrischer Ebene: Frischwasser, Brine und Salzwasser. Damit ist
Forillon Gastgeber für eine Vielzahl kleiner Vögel, wie Sperlinge
(Passeridae), Grasmücken (Sylviidae), Eichelhäher (Corvidae),
Spechte (Picidae) und Drosseln (Turdidae).
Die vielen kleinen und größeren, stürzenden Wasserströme,
die durch den gesamten Park verlaufen, werden vorwiegend
von zwei Hauptwasserwegen gespeist: den beiden Flüssen
Anse-au-Griffon und Au-Renard. Als stehende Gewässer
zeigen sich in einer Höhenlage von 350 m fünf kleine Seen
mit einer Gesamtfläche von 23 ha, die vom Kanadareiher
(Ardea herodias) aufgesucht werden. Die Bucht Gaspé ist
dagegen ein Ort an dem sich salzhaltiges Meerwasser mit
dem Frischwasser der Flüsse vermischt, sodass Brackwasserund Solebereiche entstehen. In der Nähe von Penouille kann
eine Salzmarsch studiert werden, die als Lebensraum großer
Artenvielfalt
frequentiellen
Konzentrationsänderungen
unterliegt. Die Küste ist weiterhin eine Region, die die
Anwesenheit von Fluss-Seeschwalben (Sterna hirundo),
Fischadler
(Pandion
haliaetus),
Möwen
und
Schnepfenvögeln (Scolopacidae) begünstigt. Ebenso lassen sich 26 Raubvogelarten
beobachten, wovon der Raufußbussard (Buteo lagopus) während seiner Migrationsperiode
besonders häufig auftritt. Daneben lassen sich auch die Kornweihe (Circus cyaneus) und der
Buntfalke (Falco sparverius) in den geschützten Bereichen blicken. Unsereins blieb die
Schönheit zweier aquatischer Gewässertypen verschlossen, denn wir suchten unseren
weiteren Weg direkt entlang der Wanderwege zum Cap Gaspé.
Das Ökosystem, das bei dem Aufeinandertreffen von Land- und Wassermassen geformt wird,
hat besonders hohes Potential für den marinen Wildbestand, der auf beide Habitate
angewiesen ist. Unter die marinen Invertebraten zählen die Muscheln (Bivalvia), Seeigel
(Echinoidea), Krabben (Brachyura) und Hummerartigen (Nephroidae), die sich an den
felsigen oder sandigen Böden entlang der Küstenlinien und in den Meeresbecken der Bucht
Gaspé festhalten. In den gleichen Bereichen der felsigen Ufer suchen sich Seehunde (Phoca
vitulina) und Kegelrobben (Halichoerus grypus) Raststätten, wobei sich mittlerweile auch
Brutkolonien der Seehunde finden lassen. Nur wollte sich kein Individuum entlang der
Küsten erblicken lassen. Ähnlich erging es uns an diesem Tag auch mit den sieben Arten von
Walen, die sich in den nahrungsreichen Gewässern um den Nationalpark entdecken lassen,
wobei sowohl die größte als auch die kleinste Walart vertreten ist: der Blauwal (Balaenoptera
musculus) und der Gewöhnliche Schweinswal (Phocoena phocoena). Kein Wal kam uns vor
die Linse, doch dafür wartete der terrestrische Bereich mit einer Überraschung auf.
Der dichte Wald, durch den uns einer der Wanderwege
führte, umfasst etwa 95 Prozent des Parkareals und wird
durch borealen Nadelwald und Mischwald charakterisiert.
Faktoren wie Bodenart, Drainage- und Geländeverhältnisse
führen zu einer erheblichen Diversifizierung der
Waldflächentypen, wobei Tannen- und Gelbbirkenbestände,
Ahorn- und Weißbirkenbestände mit Wurmfarnen typische
Lebensgemeinschaften des regionalen Klimas bildeten.
Dennoch geben sie nur einen kleinen Einblick in die
insgesamt 63 Lebensgemeinschaften des Waldes. Die 696
Pflanzenarten gaben Sylvie, unserer Pflanzenexpertin, gut
zu
tun
und
bildeten
einen
beeindruckenden
Vegetationskomplex, mit Gemeinschaften von besonderem
botanischem Interesse: die arktisch-alpine Flora der Klippen,
die Pflanzen der Salzmarsche und die Vegetation der Dünen.
Entsprechend der veränderten Vegetation der Wälder, wird
auch das tierische Artenangebot durch die landlebenden Säugetiere vervollständigt. Der
beeindruckende Vertreter der borealen Wälder ist hierbei der Elch (Alces alces), der sich in
dem wilden, zerfurchten Terrain mit ausgedehnten Flächen an Nadelgehölzen heimisch fühlt.
Andere Bewohner sind Biber (Castoridae – das Wappentier von Forillon), Rotfüchse (Vulpes
vulpes), Kojoten (Canis latrans), Luchse (Lynx canadensis), Schneeschuhhasen (Lepus
americanus) Stachelschweine (Hystricidae), Waldmurmeltiere (Marmota monax), der
Amerikanische Nerze (Neovison vison), Hermeline (Mustela erminea), Streifenhörnchen
(Tamias striatus) und Eichhörnchen (Sciurus vulgaris). Bis auf die schimpfenden Rufe eines
Eichhörnchens am Wegesrand verblieb der Wanderweg im Wald ruhig und Tier frei. Erst der
Fund von Kotproben und ausgewürgtem Mageninhalt brachten die Gemüter in Wallungen.
Denn der Waldwanderweg hatte uns auf die Spuren der ansässigen Schwarzbären gebracht.
Der Parkführer berichtet von knapp 100 Tieren, die im Frühjahr am frischen Gras und
Löwenzahn entlang der Wanderwege fressen. Später suchen sich die Vegetarier kleinere
Früchte wie Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren und den weißen Beeren des Weißen
- 137 -
Hartriegels die in vielen abgelegenen, offenen Feldflächen des Nationalparks wachsen. Doch
trotz der hohen Anzahl an wildlebenden Schwarzbären in Forillon, blieben die Bärenspuren
im leicht matschigen Boden die einzige Spur des Landräubers.
Überraschen konnte uns Forillon am Cap Gaspé noch mit seinem fantastischen Blick auf den
St.-Lorenz-Golf, sowie seinem rot-weißen Leuchtturm (Bilder unten).
Der Forillon-Nationalpark verspricht mehr als nur Flora und Fauna. Zur Geschichte des
Gebiets zählen auch die Menschen. Über Jahrhunderte zogen die kleinen und großen Buchten
sowie Kieselstrände des Cap Gaspé Menschen an. In geraumer Zeit vor dem 16. Jahrhundert
siedelten sich die Mi‟kmaq an, die schließlich zu sesshaften Fischern wurden und heute zu
den ursprünglichen Einwohnern von Gaspé zählen.
Ihren Namen verdanken sie den französischen Fischern, die diesen aus der Begrüßung
„Nikmaq“ (meine Brüder) ableiteten. Die heute auf 15 größere und ein weiteres Dutzend
kleinere Reservate verteilten Stammes-angehörigen lernten frühzeitig mit der vielfältigen
Umwelt der Gaspésie-Halbinsel zu leben und verteidigten diese gegen verschiedene andere
Stämme. In ihrem Territorium entstanden sieben Distrikte, die Jagdrevieren entsprachen.
Einzelne Gruppen der Mi‟kmaq versammelten sich nach minimalen, sozialen Beziehungen
des Winters im Frühling zur Robbenjagd, im Februar-März zur Jagd auf Biber, Otter, Elche,
Bären und Karibus. Im April wurden vorwiegend Heringe, Störe und Lachse erbeutet und die
Nester von Seevögeln wie der Kanadagänse geplündert. Von Mai bis September ermöglichte
der Kabeljau an den Küsten volle Vorratskammern. Im Oktober und November begannen die
Jagden auf Wapitis und Biber, wobei die sozialen Strukturen wieder verarmten. Im Dezember
wurden die unter dem Eis laichenden Fische (Ponamo) gefangen und im Januar begann der
Zyklus erneut mit der Robbenjagd. Ergänzt wurde das vorwiegend tierische
Nahrungsspektrum mit Wurzeln, Nüssen und Beeren, die von den Frauen gesammelt und teils
zu trockenen, flachen Kuchen verarbeitet wurden.
Die Mi‟kmaq nutzten zur Jagd Pfeil und Bogen, Speere teils mit Widerhaken, Fischernetze,
Fallen und Schlingen. Zum Aufspüren und Aufscheuchen des Wildes nutzten sie Hunde,
während bei der Elchjagd Tarnkleidung und imitierende Lockrufe verwendet wurden. Der
Fischfang wurde durch Wehre erleichtert, wobei der Fang gleichmäßig unter den
Wehrgründern verteilt wurde. Die Frauen flochten Körbe aus Fichtenwurzeln und stellten aus
Leder und Birkenrinde Kübel und Töpfe her, die kunstvoll genäht und anschließend mit
Stachelschweinborsten verziert wurden. Anstatt Hütten zu bauen, wohnten die Mi‟kmaq in
einem konischen Wigwam, das durch ein Birkengerüst gestützt und von Fellen und gewebten
Matten, sowie immergrünen Zweigen bedeckt wurde. Im Winter bot die Unterkunft um die
mittig positionierte Feuerstelle Platz für 10-12 Personen, während im Sommer größere
Behausungen für bis zu 24 Bewohner erbaut wurden.
In der fransigen Hirschleder-Bekleidung, die durch mehrere Gürtel gehalten wurde, und dem
langen Haar der barhäuptigen Köpfe, ähnelten sich die Frauen und Männer. In der Zeit des
europäischen Kontakts wurden Mützen aus Fell und Rinde übernommen, wodurch sich nun
das Geschlecht und der Rang unterscheiden ließen. Ihre Verbindung zu den Franzosen bestand
durch den regen Pelzhandel, wobei es unter den verschiedenen Stämmen zu Rivalitäten und
schließlich auch zu einem achtjährigen Krieg kam. In den darauf folgenden Jahren wurden die
Stämme von Epidemien heimgesucht, wobei um 1620 von den einstmals 10.000 Menschen
nur 4.000 überlebten. Im englisch-französischen Krieg unterstützten sie die französische Seite
und unter der britischen Besatzung herrschten weiter vermehrt Unruhen und feindliche
Auseinandersetzungen.
Die britischen Gouverneure verdrängten die Mi‟kmaq schließlich in Indianerreservate, wobei
sich mit zunehmender territorialer Einschränkung deren Lebensweise veränderte. Die Frauen
verblieben in den Siedlungen und wurden halbsesshaft, während die Männer periodisch im
Reservat lebten oder außerhalb als Holzarbeiter, Jagdführer, kommerzieller Fischer arbeiteten,
oder handwerkliche Holzgegenstände herstellten. In den folgenden Jahren expandierten die
familiären Ansammlungen nahe der größeren Buchten durch den Massen-Kabeljaufang und
den florierenden Exporten nach Italien, Spanien und West-Indien zu permanenten Siedlungen.
Aufgestockt wurde das Einkommen zusätzlich durch Landwirtschaft, Viehzucht,
Holzverarbeitung und Bootsherstellung, wobei die Mi‟kmaq in den Fabriken Anstellungen
fanden. Durch Weiterbildungsmaßnahmen arbeiteten die Männer schließlich auch auf
Wolkenkratzer-Baustellen in Boston und die Frauen qualifizierten sich für die Berufe der
Krankenschwester, Lehrerin, Sekretärin oder Sozialarbeiterin. Durch den Bau von
Reservatsschulen und Kirchen veränderte sich vorwiegend das Sprachbild der römischkatholisch Gläubigen. Mi‟kmaq-Algonkin wird heute neben Englisch oder Französisch nur
noch begrenzt von einigen Stammesangehörigen gesprochen, während die jungen Menschen
durch Fernsehen und die englischsprachigen Schulen eingeschränkt werden.
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Nature Centre Bonaventure Park
Andreas Menzel
Bonaventure Island (Île Bonaventure) ist eine unbewohnte Insel im Golf von St. Lorenz, die 5
km vor der Südküste der Gaspésie-Halbinsel liegt und eine Fläche von etwas mehr als 4 km²
umfasst. Die Insel war ursprünglich ein frühjahreszeitliches Fischereigebiet, wurde aber
bereits 1919 im Zuge der Migratory Bird Convention (einem Vogelschutzabkommen
zwischen den USA und Kanada) zu einem Zugvogelschutzgebiet erklärt. 1971 ging
Bonaventure in den Besitz der Provinz Quebec über und erhielt 14 Jahre später zusätzlich den
Titel „Nationalpark der Insel Bonaventure und des Percé-Felsens“.
Am interessantesten ist die Insel als eines der größten und am besten zugänglichsten
Vogelrückzugsgebiete der Welt, mit bis zu 3.000.000 Vögeln jährlich. Bislang wurden 293
Vogelarten auf der Bonaventure beobachtet, die entweder dort leben, sich dort ansiedeln oder
nur auf Durchreise sind. Wir selbst konnten folgende Hochseevögel beobachten: Tordalk
(Alca tord,, Razorbill), Krabbentaucher (Alle alle, Little Auk), Gryllteiste (Cepphus grylle,
Black Guillemot), Kormoran (Phalacrocorax carbo, Great Cormorant), Ohrenscharbe
(Phalacrocorax auritus, Double-crested Cormorant), Ringschnabelmöwe (Larus delawarensis,
Ring-billed Gull), Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla, Black-legged Kittiwake), Mantelmöwe
(Larus marinus, Great Black-backed Gull) und Weißkopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus,
Bald Eagle). Die am häufigsten vor Ort anzutreffende Vogelart ist aber der Basstölpel (Morus
bassanus). Die Insel ist mit derzeit über 60.000 nistenden Paaren die zweitgrößte BasstölpelBrutkolonie der Welt. Da die zu Grunde liegenden Luftbild-Nestzählungen nur alle fünf Jahre
durchgeführt werden, und die letzte Aufnahme zwei Jahre her ist, kann man derzeit aber
vielleicht schon wieder von der größten Kolonie sprechen (in Konkurrenz mit Bass Rock an
der schottischen Ostküste). Der Tierverband ist tatsächlich leicht zugänglich, auf wenige
Meter, nur abgetrennt von einem Seil, kommt man an die Vögel heran, die dadurch
keineswegs gestört scheinen. Dabei sieht man nur einen Bruchteil des gesamten Ausmaßes,
weil viele Vögel auf den nicht sichtbaren Klippen brüten. Hat man sich erst einmal an den
fantastischen Anblick gewöhnt, fällt schnell auf, dass die Nester in einer sehr gleichmäßigen
Verteilung, etwa alle 30 cm angeordnet sind. Immer wieder kann man beobachten, wie
Einzelvögel trotzdem zielgerichtet genau ihr Nest anfliegen. Der Erkennungsprozess des
Partners erfolgt nach dem Landen über das sogenannte Schnäbeln.
Die Basstölpel erreichen meist in
der ersten Aprilwoche die Insel
und verlassen sie wieder in den
letzten Wochen des Oktobers. Ihr
Winterquartier beziehen sie dann
zumeist vor der Küste Floridas
und im Golf von Mexiko. Wie
sich die aktuelle Ölkatastrophe
in diesem Gebiet auf die
Populationsgröße
und
die
Kükenmortalität auswirken wird,
ist noch nicht abzusehen. Es gibt
aber ein kleines MonitoringProgramm, in dem 50 Vögel auf
genau diese Fragestellung hin
untersucht werden. Einzige
Feinde auf Bonaventure selbst
sind Weißkopfseeadler und alle
Arten von Möwen. Diese attackieren die Nester und erbeuten sowohl die Küken als auch
deren Futter. Die Hauptbrutzeit liegt in der zweiten Maiwoche und die Inkubation benötigt 43
Tage. Bis zum flügge werden betreiben die Elternvögel im Durschnitt 91 Tage Brutpflege, bis
die Jungtiere dann in etwa 4,2 kg wiegen. Der Bruterfolg beträgt 75 % und 60 % der
Jungvögel sterben in ihrem ersten Jahr.
Die Lebenserwartung von Altvögeln liegt bei etwa 20 Jahren, ab und zu tauchen aber auch 40
Jahre alte Exemplare auf. Die Spannweite beträgt 1,80 m, das Durchschnittsgewicht 3,2 kg
und jeder Vogel verspeist etwa 500 g Fisch pro Tag. Die Basstölpel fischen meist in der
Gruppe, denn die Desorientierung und Panik im Fischschwarm, die durch eine größere
Jagdgruppe erzeugt wird, erhöht die Chancen auf erfolgreichen Fang für jedes einzelne
Individuum. Ein Tölpel kann aus einer Höhe von 30 m in etwa eine Geschwindigkeit von 100
km/h vor Erreichen der Wasseroberfläche erzielen. Trotzdem taucht er seltener tiefer als fünf
bis sechs Meter und fängt den anvisierten Fisch normalerweise erst auf dem Weg zurück an
die Oberfläche. Zu den Hauptfutterquellen zählen im Bereich der Bonaventure deshalb Fische,
die in Schwärmen nahe der Oberfläche leben, zum Beispiel Makrele (Scomber scombrus,
Atlantic Mackerel), Hering (Clupea harengus, Atlantic Herring) und Lodde/Kapelan
(Mallotus villosus, Capelin). Nach dem Fischen nutzen sie den Aufwind an den Klippen um
die Kolonie zu erreichen.
Dieses riesige Vorkommen der Basstölpel zur Brutzeit auf der Bonaventure hat mehrere
Gründe. Die Vögel präferieren relativ isolierte Klippen, die zudem sehr windig und mit
Fischreichtum ausgestattet sind. All diese Voraussetzungen erfüllt Bonaventure Island.
- 141 -
Die Insel ist ein Massiv aus Konglomerat. Dieses Sedimentgestein entstand im Karbon vor
300 Millionen Jahren, es ist sehr brüchig und erodiert schnell. So verhilft vor allem das
umgebende Wasser zu rascher Klippenbildung. Zudem blieben die stratigrafischen Schichten
der Insel horizontal, während vergleichbare Strukturen der Region mit der Zeit einer Faltung
unterlagen und nun vertikal vorliegen. An manchen Stellen der Insel hat die Erosion
sogenannte ‚Treppenstrukturen„ geschaffen, die nun heute viel zugänglichen Raum für die
Brutkolonie schaffen.
Aber natürlich braucht eine solch große Kolonie auch eine häufige und verlässliche
Nahrungsquelle. Die Lage am Gaspé-Strom, einem der reichsten Ströme des Atlantiks erfüllt
auch dieses Kriterium. Der St.-Lorenz-Golf wird sowohl vom St.-Lorenz-Strom als auch vom
Atlantik beeinflusst. Während das Wasser des Flusses an der Oberfläche gen Meer
transportiert wird, fließt im Gegenzug in etwas tieferen Schichten Meerwasser entgegen und
erzeugt den Gaspé-Strom. Zusätzlich gibt es noch einen anderen Tiefenstrom, welcher
essentielle Nährstoffe wie Phosphate oder Nitrate enthält. Diese akkumulieren sich am Boden
des Golfes in Form von Pflanzen, abgestorbenen Tieren und Exkrementen. Wenn dieser Strom
auf das Unterwasserkliff von Tadoussac trifft, geschieht ein ‚up welling„-Prozess, der die
Nährstoffe an die Oberfläche bringt, wo sie vom Gaspé-Strom transportiert werden. Diese
Mineralien sind die erste Stufe in dieser lokalen Nahrungskette, denn Phytoplankton benötigt
sie für Wachstumsprozesse. Zooplankton frisst wiederum an diesen Pflanzen und Fische dann
an Zooplankton oder kleineren Fischen. So entstehen die reichhaltigen Fischgründe, die ein
Grund für die enorme Ansiedlung der Basstölpelkolonie sind. Dazu kommt noch der Fakt,
dass aufgrund des harschen Klimas im Winter kaum Primärproduktion im St.-Lorenz-Golf
stattfindet und so viele Mineralstoffe ungenutzt zurückbleiben. Im Frühling ist dann bereits
eine große Masse an Nährstoffen akkumuliert und es kommt zu explosionsartiger Vermehrung
von Phytoplankton, was der gesamten Nahrungskette sehr schnell ein stabiles Fundament
liefert.
Ebenfalls bei der Überfahrt kann man den nahen Percé-Felsen aus der Nähe betrachten.
Dieser 438 m lange Fels ragt 88 m über dem Wasser heraus und ist ein Symbol des Tourismus
in Quebec. Seinen Namen verdankt er dem 15 m hohen Bogen nahe seinem meerwärts
gerichteten Ende („pierced rock“). Bis 1845 befand sich daneben noch ein weiteres
charakteristisches Loch im Fels, welches aber am 17. Juni in sich zusammenstürzte. Der Fels
besteht aus Kalkstein und verliert auch heute noch jedes Jahr etwa 120 Tonnen Felsmaterial.
Dies fördert auch immer wieder die rund 150 Fossilarten der Formation zu Tage.
Jeden Tag bei Ebbe ergibt sich eine kleine Landbrücke zwischen Festland und Felsformation,
die man überqueren kann (auch wenn dies auf eigene Gefahr geschieht) und nicht nur deshalb
ist der Percé-Felsen einer der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Quebecs. Zudem war das
Massiv auch in der Vergangenheit oft Inspirationsquelle für Dichter und Maler. So ist der Fels
zum Beispiel Schauplatz in Andre Bretons surrealistischem Text „Arcanum 17“ (erschienen
1945).
Parc Miguasha
Andreas Menzel
Der Miguasha-Nationalpark liegt nahe Carleton-sur-mer auf der Gaspésie-Halbinsel.
Miguasha gilt als der weltweit größte und der am erstaunlich konservierteste paläontologische
Beleg für Fossilien des Devon-Zeitalters, fünf von sechs Hauptfossilgruppen der Fische
(Devon = ‚das Zeitalter der Fische„) konnten hier gefunden werden.
1842 wurde Abraham Gesner in den Norden New Brunswicks entsandt um geologische
Karten zu zeichnen, im selben Jahr kam er dabei auch in Miguasha an. Statt der erhofften
Kohlevorräte fand er jedoch Fossilien von Pflanzen, Fischen und, wie er es benannte, kleine
Schildkrötenarten. Letztere waren, wie man heute weiß Fisch-Spezies, die allerdings einen
Panzer mit einer Öffnung und zwei Augen besaßen. Gesners Entdeckungen gerieten jedoch
erst einmal in Vergessenheit, erst 1879 wurden sie durch R. Ells wiederentdeckt, der eine
geografische Karte der Gaspésie-Halbinsel anfertigte. Auch er stieß auf die Fossilien, strebte
aber eine ernsthaftere Verfolgung dieser Funde an und traf so auf Gesners Vorarbeiten. In den
Jahren 1880/1881 gab es dann erste Fossilexpeditionen im Gebiet, was 1882 in der ersten
Studie an fossilen Pflanzen in Miguasha endete (S. Dawson beschreibt Archaeopteris
halliana). Diese Publikationen lösten in den nächsten 30 Jahren geradezu einen Ansturm auf
die Fossilien aus, auch Forscher aus den USA und Europa kamen in die Region. Der
bekannteste dieser Wissenschaftler war wohl Erik Stensiö, ein schwedischer Paläozoologe,
der 1200 Fossilien (= 30 Tonnen) in seine Heimat brachte und diese 50 Jahre lang untersuchte.
Erst 1937 wurde das Interesse der Provinz Quebec an den Fossilien geweckt, bis dahin waren
sie überwiegend nach England verschifft wurden. Die Quebecer Regierung entsandte Rene
Bureau. Er erkannte die Wichtigkeit von Miguasha und sah, dass dessen Ausbeutung gestoppt
werden müsste, um diesen bedeutenden Standort für Quebec zu erhalten. Aber es dauerte
wiederum 30 Jahre bis zu einem ersten Schutzprojekt, dem ‚Miguasha Project„, bevor 1985
schlussendlich der heutige Nationalpark eingerichtet wurde, der seit 1999 zusätzlich zum
UNESCO Weltkulturerbe zählt.
Miguasha-Nationalpark
Fossilienfund
Wieso ist die Region so geeignet für fossile Konservierung? Zunächst einmal ist der Boden
vor Ort sehr sauerstoffarm, so sind die aeroben bakteriellen Zersetzungsprozesse verlangsamt
- 143 -
und anaerobe Bakterien nehmen aktiv am Fossilisationsprozess teil. Diesen Schluss zog man
bereits früh aus dem häufigen Auftreten von ‚Katzengold„ (Pyrit). Dieses entsteht, wenn Eisen
im Sediment nicht mit Sauerstoff reagieren kann und stattdessen mit Schwefel Verbindungen
eingeht. Diese Pyrite wurden in der Region zu Hauf gefunden. Weiterhin kam es oft zu
schnellen Überschüttungen von Organismen am Boden des Wasserkörpers. Schon wenige
Millimeter des leicht erodierbaren Sedimentgesteins reichten aus, um eine Schutzdecke gegen
die Zersetzung aufzubauen. So konnte der Fossilisationsprozess vor etwa 380 Millionen
Jahren erfolgreich beginnen und die Fossilien eine solch gute Konservierungsstufe erreichen.
Informationszentrum und Ausstellung im Miguasha Nationalpark
Die Ausstellung im Zentrum des Nationalparks zeichnet auch die Entstehung des Landlebens
nach, die fest mit den Funden im Park verknüpft ist. Sie bezeichnet die Agnatha (Kieferlose)
als erste Vertebraten unseres Planeten. Es ist richtig, dass die Kieferlosen basale Wirbeltiere
des Kambriums und für lange Zeit (bis in Silur und Devon) die einzigen Fische im Ozean
waren, keine Konkurrenz hatten und eine Diversifikation in viele Gruppen möglich war. Mit
dem Auftreten der ersten Fische mit Kiefern verschwanden aber die meisten Arten im Devon,
lediglich die noch heute rezenten Myxinoida (Schleimaale) und Petromyzontidae (Neunaugen)
blieben erhalten. Zwei Gruppen der kieferlosen Wirbeltiere konnten in Miguasha gefunden
werden: Osteostraci (Arten: Levesquaspis patteni, Escuminaspis laticeps) und Anaspida (Art:
Euphanerops langaevus). Von Escuminaspis laticeps nahm man zunächst sogar an, dass es
sich um drei verschiedene Arten handelte, da man auch juvenile Fische fand und erst später
entdeckte, dass sie zur selben Entwicklungsreihe gehören. Die Osteostraci besaßen ein
panzerartiges Exoskelett, sowie pektorale und dorsale Flossen.
Abgelöst wurden die Kieferlosen dann durch die Placodermi (Plattenhäuter). Charakteristisch
war deren mit Knochenplatten gepanzerter Kopf und Rumpf. Auch in dieser Ordnung wurden
in Miguasha wieder zwei Gruppen gefunden: Arthrodira und Antiarchi. Letztere beinhaltet
auch die Art Bothriolepis canadensis, die man zu tausenden Individuen in Miguasha fand und
die die am besten bekannte Art innerhalb ihrer Gattung darstellt. Ebenfalls freigelegt wurden
Actinopterygii-Fossile (genauer: Cheirolepis canadensis), von denen es im Devon allerdings
nur 15 Arten gab. Ihre Bedeutung ist trotzdem als hoch einzuschätzen, da diese Gruppe heute
mit 29.000 Arten weltweit annähernd die Hälfte aller rezenten Wirbeltiere ausmacht. In der
Gruppe der Sarcopterygii (Fleischflosser) wurden neun Arten aus fünf Gruppen in Miguasha
entdeckt. Diese tauchten ebenfalls im Devon auf und durchliefen eine schnelle Diversifikation,
einige Gattungen hatten bereits Lungen und ihre paarigen Flossen waren über einen einzelnen
Knochen mit ihrem Körper verbunden (vergleichbar mit Elle und Speiche).
Der unangefochtene ‚Star„ des Miguasha Nationalparks ist aber der ‚Prince of Miguasha„,
Eusthenopteron foordi aus der Gruppe der Osteolepiformes. Er stellt einen ‚missing
link„ zwischen Fischen und Tetrapoden dar, hatte neben Kiemen Lungenblasen und sein
ausgeprägtes Flossenskelett ermöglichte ihm eventuell auch den temporären Landgang. Das
ist allerdings umstritten, viele Wissenschaftler sehen ihn auch als Bewohner des Pelagials.
Zudem weist das Fossil nach, dass der Fisch eine Choane, also die paarige hintere Öffnung
der Nasenhöhle besaß, welche man sonst nur in Landwirbeltieren und Fleischflossern findet,
was auch für die im Querschnitt labyrinthartig gefaltete Schmelzschicht der Zähne gilt, die
man nur bei basalen Tetrapoden fand. Es ist das Fossil mit der am besten dokumentierten
Anatomie der Welt und gilt als die wichtigste Art in der Vertebraten-Paläontologie. Möglich
wurde dies durch die Arbeit von Erik Jarvik, der viele Jahre seines Lebens in dieses Fossil
investierte und Arbeiten publizierte, die ihres gleichen in Präzision und Exaktheit suchten.
Nicht nur das Skelett ist außerordentlich gut studiert, sondern auch die Form des Gehirns, der
Verlauf von Hauptnervenbahnen und Blutgefäßen sowie Muskelansätzen. Das großartige
Wissen um diese Spezies fußt vor allem auf der Untersuchung eines Fossils, dem P-222
(obwohl etwa 2000 Eusthenopteron foordi-Fossile in Miguasha gefunden wurden). 1925
bekam der bereits erwähnte Schwede Stensiö ein Paket aus Miguasha mit einer Rechnung
über 50 Dollar, es handelte sich um P-222 ein 3D-Fossil von Eusthenopteron foordi. Da er
selbst keine Zeit hatte, um das Fossil zu untersuchen, übertrug er diese Arbeit seinem
Studenten Erik Jarvik, der sich die nächsten 60 Jahre mit dem Fossil auseinandersetzte und es
so auch bis heute zum Wahrzeichen des Miguasha-Nationalparks machte.
Die Ausstellung schließt mit dem Zitat: “If fish hat not emerged from the water, man would
not have been able to master fire and, hence, conquer space.” (Philippe Janvier, Paläontologe,
1991).
- 145 -
Anhang 1: Liste und Abbildungen der gesehenen
Vogelarten
- 147 -
Tabelle 1: Artenliste
lat. Name
Anseriformes
Anatidae
Branta canadensis
Anas americana
Anas platyrhynchos
Anas rubripes
Bucephala clangula
Clangula hyemalis
Melanitta perspicillata
Somateria mollissima
Lophodytes cucullatus
Mergus merganser
dt. Name
engl. Name
Gänse und Enten
Kanadagans
Amerikanische Pfeifente
Stockente
Dunkelente
Schellente
Eisente
Brillenente
Eiderente
Kappensäger
Gänsesäger
Canada Goose
American Wigeon
Mallard
American Black Duck
Common Goldeneye
Long-tailed Duck
Surf Scoter
Common Eider
Hooded Merganser
Common Merganser
Galliformes
Phasianidae
Bonasa umbellus
Falcipennis canadensis
Fasanenartige
Kragenhuhn
Tannenhuhn
Ruffed Grouse
Spruce Grouse
Gaviiformes
Gaviidae
Gavia immer
Seetaucher
Eistaucher
Common Loon
Podicipediformes
Podicipedidae
Podylimbus podiceps
Lappentaucher
Bindentaucher
Pied-billed Grebe
Pelicaniformes
Moridae
Morus bassanus
Tölpel
Basstölpel
Northern Gannet
Phalacrocoracidae
Phalacrocorax auritus
Phalacrocorax carbo
Kormorane
Ohrenscharbe
Kormoran
Double-crested Cormorant
Great Cormorant
Ciconiiformes
Ardeidae
Ardea alba
Ardea herodias
Nycticorax nycticorax
Reiher
Silberreiher
Kanadareiher
Nachtreiher
Great Egret
Great Blue Heron
Black-crowned Night Heron
Falconiformes
Cathartidae
Cathartes aura
Neuweltgeier
Truthahngeier
Turkey Vulture
Accipiteridae
Accipiter cooperi
Buteo jamaicensis
Habichtsartige
Rundschwanzsperber
Rotschwanzbussard
Cooper's Hawk
Red-tailed Hawk
lat. Name
Haliaeetus leucocephalus
dt. Name
Weißkopfseeadler
engl. Name
Bald Eagle
Falconidae
Falco columbarius
Falco peregrinus
Falco sparverius
Falken
Merlin
Wanderfalke
Buntfalke
Merlin
Peregrine Falcon
American Kestrel
Charadriiformes
Charadridae
Charadrius semipalmatus
Charadrius vociferus
Regenpfeifer
Amerikanischer Sandregenpfeifer
Keilschwanzregenpfeifer
Semipalmated Plover
Killdeer
Scolopacidae
Actitis macularius
Calidris pusilla
Tringa flavipes
Schnepfenvögel
Drosseluferläufer
Sandstrandläufer
Kleiner Gelbschenkel
Spotted Sandpiper
Semipalmated Sandpiper
Lesser Yellowlegs
Laridae
Chroicocephalus philadelphia
Larus argentatus
Larus delawarensis
Larus marinus
Rissa tridactyla
Sterna paradisea
Möwen und Seeschwalben
Bonapartemöwe
Silbermöwe
Ringschnabelmöwe
Mantelmöwe
Dreizehenmöwe
Küstenseeschwalbe
Bonaparte's Gull
Herring Gull
Ring-billed Gull
Great Black-backed Gull
Black-legged Kittiwake
Arctic Tern
Alcidae
Alca torda
Cepphus grylle
Fratercula arctica
Uria aalge
Alken
Tordalk
Gryllteiste
Papageitaucher
Trottellumme
Razorbill
Black Guillemot
Atlantic Puffin
Common Murre
Columbiformes
Columbidae
Columba livia
Zenaida macroura
Tauben
Straßentaube
Carolinataube
Rock Pigeon
Mourning Dove
Apodiformes
Apodidae
Chaetura pelagica
Segler
Schornsteinsegler
Chimney Swift
Trochilidae
Archilochus colubris
Kolibris
Rubinkehlkolibri
Ruby-throated Hummingbird
Coraciiformes
Alcedinidae
Megaceryle alcyon
Eisvögel
Gürtelfischer
Belted Kingfisher
Piciformes
Picidae
Colaptes auratus
Spechte
Goldspecht
Northern Flicker
- 149 -
lat. Name
Picoides pubescens
Picoides villosus
dt. Name
Dunenspecht
Haarspecht
engl. Name
Downy Woodpecker
Hairy Woodpecker
Passeriformes
Tyrannidae
Contopus virens
Empidonax sp.
Tyrannus tyrannus
Tyrannen
Östlicher Waldtyrann
Empidonax
Königstyrann
Vireonidae
Vireo gilvus
Vireo olivaceus
Vireo philadelphicus
Vireos
Sängervireo
Rotaugenvireo
Philadelphia-Vireo
Warbling Vireo
Red-eyed Vireo
Philadelphia Vireo
Corvidae
Corvus brachyrhynchos
Corvus corax
Cyanocitta cristata
Perisoreus canadensis
Rabenvögel
Amerikanerkrähe
Kolkrabe
Blauhäher
Meisenhäher
American Crow
Common Raven
Blue Jay
Gray Jay
Hirundinidae
Hirundo rustica
Petrochelidon pyrrhonota
Riparia riparia
Tachycineta bicolor
Schwalben
Rauchschwalbe
Fahlstirnschwalbe
Uferschwalbe
Sumpfschwalbe
Barn Swallow
Cliff Swallow
Bank Swallow
Tree Swallow
Paridae
Poecile atricapillus
Poecile hudsonicus
Meisen
Schwarzkopfmeise
Hudsonmeise
Black-capped Chickadee
Boreal Tit
Sittidae
Sitta canadensis
Kleiber
Kanadakleiber
Red-breasted Nuthatch
Certhiidae
Certhia americana
Baumläufer
Andenbaumläufer
American Treecreeper
Troglodytidae
Troglodytes troglodytes
Zaunkönige
Zaunkönig
Winter Wren
Regulidae
Regulus calendula
Regulus satrapa
Goldhähnchen
Rubingoldhähnchen
Indianergoldhähnchen
Ruby-crowned Kinglet
Golden-crowned Kinglet
Turdidae
Catharus guttatus
Catharus fuscescens
Catharus minimus
Turdus migratorius
Drosseln
Einsiedlerdrossel
Wilsondrossel
Zwergdrossel
Wanderdrossel
Hermit Trush
Veery
Swainson's Trush
American Robin
Eastern Wood-Pewee
Eastern Kingbird
lat. Name
Mimidae
Dumetella carolinensis
dt. Name
Spottdrosseln
Katzendrossel
engl. Name
Sturnidae
Sturnum vulgarum
Stare
Star
European Starling
Motacillidae
Anthus rubescens
Pieper und Stelzen
Pazifischer Wasserpieper
American Pipit
Bombycillidae
Bombycilla cedrorum
Seidenschwänze
Zedernseidenschwanz
Cedar Waxwing
Dendroicidae
Dendroica castanea
Dendroica coronata
Dendroica fusca
Dendroica magnolia
Dendroica pennsylvanica
Dendroica petechia
Dendroica virens
Geothlypis trichas
Mniotilta varia
Parula americana
Setophaga ruticilla
Vermivora ruficapilla
Waldsänger
Braunbrust-Waldsänger
Kronwaldsänger
Fichtenwaldsänger
Magnolienwaldsänger
Gelbscheitel-Waldsänger
Goldwaldsänger
Grünwaldsänger
Weidengelbkehlchen
Kletterwaldsänger
Meisenwaldsänger
Schnäpperwaldsänger
Rubinfleck-Waldsänger
Bay-breasted Warbler
Yellow-rumped Warbler
Blackburnian Warbler
Magnolia Warbler
Chestnut-sided Warbler
Yellow Warbler
Black-throated Green Warbler
Common Yellowthroat
Blach-and-white Warbler
Northern Parula
American Redstart
Nashville Warbler
Emberizidae
Junco hyemalis
Melospiza lincolnii
Melospiza melodia
Passerculus sandwichensis
Spizella passerina
Zonotrichia albicollis
Ammern
Winterammer
Lincolnammer
Singammer
Grasammer
Schwirrammer
Weißkehlammer
Dark-eyed Junco
Lincoln's Sparrow
Song Sparrow
Savannah Sparrow
Chipping Sparrow
White-throated Sparrow
Cardinalidae
Cardinalis cardinalis
Passerina cyanea
Kardinäle
Roter Kardinal
Indigofink
Northern Cardinal
Indigo Bunting
Icteridae
Agelaius phoeniceus
Icterus galbula
Molothrus ater
Quiscalus quiscula
Stärlinge
Rotschulterstärling
Baltimoretrupial
Braunkopf-Kuhstärling
Purpurgrackel
Red-winged Blackbird
Baltimore Oriole
Brown-headed Cowbird
Common Grackle
Fringillidae
Carpodacus mexicanus
Carpodacus purpureus
Loxia leucoptera
Spinus pinus
Spinus tristis
Finken
Hausgimpel
Purpurgimpel
Bindenkreuzschnabel
Fichtenzeisig
Goldzeisig
House Finch
Purple Finch
White-winged Crossbill
Pine Siskin
American Goldfinch
Gray Catbird
- 151 -
lat. Name
Passeridae
Passer domesticus
dt. Name
Sperlinge
Haussperling
engl. Name
House Sparrow
Tabelle 2: Artenlisten für unsere verschiedenen Stationen
Montréal
4.-5. & 21.-24. Juli
Stockente
Bindentaucher
Ohrenscharbe
Silberreiher
Kanadareiher
Truthahngeier
Rundschwanzsperber
Ringschnabelmöwe
Straßentaube
Schornsteinsegler
Goldspecht
Dunenspecht
Östlicher Waldtyrann
Königstyrann
Sängervireo
Rotaugenvireo
Amerikanerkrähe
Fahlstirnschwalbe
Sumpfschwalbe
Schwarzkopfmeise
Wanderdrossel
Katzendrossel
Star
Zedernseidenschwanz
Goldwaldsänger
Singammer
Schwirrammer
Roter Kardinal
Indigofink
Rotschulterstärling
Baltimoretrupial
Braunkopf-Kuhstärling
Purpurgrackel
Hausgimpel
Goldzeisig
Haussperling
Mauricié NP
5.-6. Juli
Dunkelente
Schellente
Gänsesäger
Eistaucher
Truthahngeier
Rotschwanzbussard
Gürtelfischer
Goldspecht
Rotaugenvireo
Amerikanerkrähe
Kolkrabe
Blauhäher
Meisenhäher
Schwarzkopfmeise
Zaunkönig
Einsiedlerdrossel
Wilsondrossel
Wanderdrossel
Magnolienwaldsänger
Weidengelbkehlchen
Meisenwaldsänger
Singammer
Schwirrammer
Weißkehlammer
Purpurgrackel
Québec
6.-7. & 20.-21. Juli
Merlin
Ringschnabelmöwe
Straßentaube
Schornsteinsegler
Rotaugenvireo
Amerikanerkrähe
Schwarzkopfmeise
Wanderdrossel
Katzendrossel
Star
Singammer
Schwirrammer
Roter Kardinal
Rotschulterstärling
Purpurgrackel
Hausgimpel
Goldzeisig
Haussperling
Baie St-Paul / NP Hautes Gorges
7.-8. Juli
Kanadagans
Amerikanische Pfeifente
Stockente
Eiderente
Eistaucher
Ohrenscharbe
Kanadareiher
Drosseluferläufer
Silbermöwe
Ringschnabelmöwe
Mantelmöwe
Carolinataube
Rotaugenvireo
Philadelphia-Vireo
Amerikanerkrähe
Schwarzkopfmeise
Zaunkönig
Wilsondrossel
Zwergdrossel
Wanderdrossel
Zedernseidenschwanz
Fichtenwaldsänger
Grünwaldsänger
Winterammer
Singammer
Weißkehlammer
Purpurgrackel
Purpurgimpel
Goldzeisig
Tadoussac /Fjord Saguenay
8.-11. Juli
Kanadagans
Dunkelente
Schellente
Eisente
Eiderente
Gänsesäger
Eistaucher
Ohrenscharbe
Kanadareiher
Drosseluferläufer
Silbermöwe
Ringschnabelmöwe
Mantelmöwe
Dreizehenmöwe
Gryllteiste
Trottellumme
Carolinataube
Goldspecht
Haarspecht
Rotaugenvireo
Philadelphia-Vireo
Amerikanerkrähe
Kolkrabe
Schwarzkopfmeise
Kanadakleiber
Zaunkönig
Wilsondrossel
Zwergdrossel
Wanderdrossel
Zedernseidenschwanz
Fichtenwaldsänger
Magnolienwaldsänger
Gelbscheitel-Waldsänger
Kletterwaldsänger
Meisenwaldsänger
Singammer
Schwirrammer
Weißkehlammer
Purpurgrackel
Goldzeisig
Bic NP
11.-13. Juli
Dunkelente
Schellente
Brillenente
Eiderente
Ohrenscharbe
Kanadareiher
Truthahngeier
Weißkopfseeadler
Silbermöwe
Ringschnabelmöwe
Mantelmöwe
Carolinataube
Rubinkehlkolibri
Empidonax sp.
Rotaugenvireo
Amerikanerkrähe
Kolkrabe
Blauhäher
Rauchschwalbe
Schwarzkopfmeise
Kanadakleiber
Zaunkönig
Wilsondrossel
Wanderdrossel
Star
Zedernseidenschwanz
Kronwaldsänger
Magnolienwaldsänger
Grünwaldsänger
Schnäpperwaldsänger
Rubinfleck-Waldsänger
Winterammer
Lincolnammer
Singammer
Schwirrammer
Weißkehlammer
Rotschulterstärling
Goldzeisig
- 153 -
Matané Res.
13.-14. Juli
Dunkelente
Kragenhuhn
Eistaucher
Buntfalke
Drosseluferläufer
Silbermöwe
Ringschnabelmöwe
Gürtelfischer
Goldspecht
Empidonax sp.
Rotaugenvireo
Amerikanerkrähe
Meisenhäher
Sumpfschwalbe
Hudsonmeise
Zaunkönig
Wilsondrossel
Wanderdrossel
Zedernseidenschwanz
Kronwaldsänger
Magnolienwaldsänger
Meisenwaldsänger
Winterammer
Singammer
Schwirrammer
Weißkehlammer
Rotschulterstärling
Purpurgrackel
Gaspésie NP
14.-15. Juli
Kragenhuhn
Tannenhuhn
Empidonax sp.
Schwarzkopfmeise
Hudsonmeise
Kanadakleiber
Andenbaumläufer
Zaunkönig
Rubingoldhähnchen
Indianergoldhähnchen
Wilsondrossel
Wanderdrossel
Pazifischer Wasserpieper
Zedernseidenschwanz
Braunbrust-Waldsänger
Schnäpperwaldsänger
Rubinfleck-Waldsänger
Winterammer
Schwirrammer
Weißkehlammer
Purpurgimpel
Fichtenzeisig
Forillon NP
15.-16. Juli
Eiderente
Basstölpel
Ohrenscharbe
Weißkopfseeadler
Bonapartemöwe
Silbermöwe
Ringschnabelmöwe
Mantelmöwe
Dreizehenmöwe
Küstenseeschwalbe
Tordalk
Gryllteiste
Goldspecht
Empidonax sp.
Amerikanerkrähe
Kolkrabe
Fahlstirnschwalbe
Uferschwalbe
Sumpfschwalbe
Schwarzkopfmeise
Wilsondrossel
Wanderdrossel
Star
Zedernseidenschwanz
Goldwaldsänger
Grünwaldsänger
Weidengelbkehlchen
Singammer
Schwirrammer
Weißkehlammer
Rotschulterstärling
Purpurgrackel
Goldzeisig
NP Île Bonaventure / Percé
16.-19. Juli
Kanadagans
Dunkelente
Eiderente
Kappensäger
Basstölpel
Ohrenscharbe
Kormoran
Kanadareiher
Weißkopfseeadler
Wanderfalke
Drosseluferläufer
Silbermöwe
Mantelmöwe
Dreizehenmöwe
Tordalk
Gryllteiste
Papageitaucher
Trottellumme
Carolinataube
Empidonax sp.
Philadelphia-Vireo
Amerikanerkrähe
Fahlstirnschwalbe
Uferschwalbe
Sumpfschwalbe
Zaunkönig
Wilsondrossel
Wanderdrossel
Star
Zedernseidenschwanz
Goldwaldsänger
Singammer
Grasammer
Weißkehlammer
Rotschulterstärling
Purpurgrackel
Bindenkreuzschnabel
Fichtenzeisig
Goldzeisig
NP Miguasha / Carleton
19.-20. Juli
Eiderente
Basstölpel
Ohrenscharbe
Kanadareiher
Nachtreiher
Amerikanischer Sandregenpfeifer
Keilschwanzregenpfeifer
Drosseluferläufer
Sandstrandläufer
Kleiner Gelbschenkel
Silbermöwe
Ringschnabelmöwe
Mantelmöwe
Küstenseeschwalbe
Carolinataube
Amerikanerkrähe
Wanderdrossel
Zedernseidenschwanz
Goldwaldsänger
Singammer
Grasammer
Purpurgrackel
Goldzeisig
Dunkelente mit Küken
Eiderente, Männchen
Bindentaucher, Küken
Kanadareiher
Schellentenküken
Eisente
Kragenhuhn
Silberreiher
- 155 -
Basstölpel mit Küken
Ohrenscharbe
Rundschwanzsperber
Merlin
Keilschwanzregenpfeifer
Drosseluferläufer
Silbermöwe
Mantelmöwe
Dreizehenmöwen
Bonapartemöwen
Ringschnabelmöwe
Gryllteiste
Tordalke
Trottellummen
Carolinataube
- 157 -
Goldspecht
Dunenspecht
Östlicher Waldtyrann
Königstyrannen
Rotaugenvireo
Philadelphiavireo
Amerikanerkrähe
Fahlstirnschwalbe
Sumpfschwalbe
Uferschwalbe
Schwarzkopfmeise
Hudsonmeise
Kanadakleiber
Einsiedlerdrossel
Rubingoldhähnchen
Wilsondrossel
- 159 -
Wanderdrossel
Pazifischer Wasserpieper
Magnolienwaldsänger
Winterammer
Katzendrossel
Zedernseidenschwanz
Grasammer
Weißkehlammer
Singammer
Schwirrammer
Roter Kardinal
Purpurgrackel
Rotschulterstärling, Männchen
Rotschulterstärling, Weibchen
Hausgimpel
Purpurgimpel
- 161 -
Goldzeisig
Fichtenzeisig
Anhang 2: Liste und Abbildungen der gesehenen
Pflanzenarten
- 163 -
Abkürzungen
NA
Nordamerika
QU Québec
Flechten
Wissensch. Name
Bryoria spp.
(950 Arten in QU)
Englischer Name
Wila lichen
Cladina spp.
(z. B. C. stellaris,
C. rangiferina)
Reindeer lichens
Terrestrisch, Hauptnahrung der Karibus.
Usnea spp.
Old Man's Beard
Epiphyt, reagiert sensibel auf Luftverschmutzung
(besonders Schwefeldioxid). Foto: Baie-SainteMarguerite, Parc du Saguenay.
Abbildung
Wissenswertes
Bartflechten, Epiphyt. War für die Ureinwohner ein
wichtiges Nahrungsmittel und wird auch heute noch
schmackhaft zubereitet.
http://www.fs.fed.us/wildflowers
mushroomobserver.org
Gräser
Wissensch. Name
Carex lupuliformis
Eriophorum
virgnicum
Sträucher
Wissensch. Name
Amelanchier
canadensis
Clematis virginiana
Englischer Name
False hop sedge
Abbildung
Wissenswertes
Gefährdete Art in Kanada, nur 2 Populationen
in QU, 5 Populationen in Ontario. Es wächst
in Ufernähe und in Gebieten, die im Frühling
überflutet werden. Problematisch sind
die kleinen Individuenzahlen und regelmäßige
Störungen (Flut, Trockenheit).
Tawny cottongrass
Englischer Name
Serviceberry
Typische Moorpflanze, 20-60 cm hoch.
Abbildung
Wissenswertes
Nicht komerziell genutzte schwarze süße
Beeren, wichtig für die Jungvogelfütterung
im Sommer.
Diese Heilpflanze wurde von Indianern genutzt, zur
Bekämpfung von Rücken-/Nierenschmerzen,
Albträumen. Wirkt anziehend auf Kolibris.
Devil's darning
needles
- 165 -
Kalmia angustifolia
Sheep laurel
Giftig für Viehherden.
Ledum
groenlandicum
Labrador tea
Nemopanthus
mucronatus
Potentilla fructicosa
/ Dasiphora
fruticosa
Ribes glandulosum
Catberry
Er wächst in den Mooren NAs. Er ist eine
Indikatorpflanze für nasse, meist sehr saure und
nährstoffarme Böden. Die Blätter des Porsts, in heißem
Wasser aufgebrüht, ergeben einen aromatischen Tee,
den man jedoch in Maßen genießen sollte (harnfördern,
beruhigend, gegen Halsschmerzen).
Typische Moorpflanze, Höhe bis 5 m, Beeren sind
nicht essbar.
Toleranz gegenüber unterschiedlichen
Bodenbedingungen, deshalb beliebte Gartenpflanze.
Rubus odoratus
Flowering rasperry
Sorbus Americana
American mountainash
Golden-hardhack
Skunk currant
Sie sind reich an Vitamin B1 und C, Eisen, Kupfer und
Magnesium.
Liefern eine wichtige Nahrungsgrundlage für Sing- und
Jagdvögel, sowie Säugetiere.
Häufig in QU, aber nicht in der Tundra
(dort Sorbus decora).
Viburnum alnifolium
Mooseberry
1-2 m hoch, wächst in schattigen, feuchten Wäldern.
http://www.nswildflora.ca
Krautige Pflanzen & Stauden
Wissensch. Name
Englischer Name
Achillea borealis
Northern Yarrow
/Achillea millefolium
Abbildung
Wissenswertes
Die Schafgarbe war eine weit verbreitete Heilpflanze
bei den Ureinwohner Kanadas: Die Haida benutzten sie
in einem Umschlag; die Tsimshian kannten ein
Gurgelwasser gegen Halsschmerzen; die Nuxalk
bekämpften mit ihr Bronchitis, die Snohomish
Durchfall und die Songish Kopfschmerzen.
Die Beeren sind hoch giftig. Ureinwohner bereiteten
aus den Wurzeln einen Tee zu, den Frauen nach der
Geburt tranken.
Actaea pachypoda
White baneberry
Actaea rubra
Red baneberry
Die Wurzeln werden eingesetzt, um
Menstruationsbeschwerden zu lindern.
Andromedar
Bog rosmary
Typische Moorpflanze, bis 45 cm hoch.
- 167 -
glaucophylla
Aralia nudicaulis
Wild sarsaparilla
Sie ist eine Indikatorpflanze für den Wald des Ostens in
NA: Northern Hardwood Forest, Beech-Maple Forest,
Oak-Hickory Forest.
Asclepias syriaca
Common milkweed
Sie ist giftig für den Viehbestand. Bestimmte Insekten
leben von der Pflanze: z.B. Monarch Butterfly (Danaus
plexippus), the Milkweed Beetle (Tetraopes
tetraophtalmus), Large Milkweed Bug (Oncopeltus
fasciatus).
Asarum canadense
Canada wild ginger
Die Blüte hat einen starken Ingwergeruch. Bei manchen
Menschen führt die Berührung zu Hautirritationen.
Pogonia
ophioglossoides
Snake mouth
Typische Moorpflanze. Orchidee, 10-30 cm.
Cassandra
calyculata
Typische Moorpflanze. Foto: http://www.essencesonline.com
Chamerion
angustifolium/
Epilobium
angustifolium
Fireweed
Chimaphila
umbellata
Prince´s pine
Clintonia borealis
Bluebead-lily
Die Haida verwendeten die äußeren Fasern der Stengel,
um daraus Schnüre herzustellen, die insbesonders in
Fischnetzen Verwendung fanden. Andere Stämme
sammelten die langen Samenhaare und benutzten sie
zusammen mit der Wolle der Bergziegen, um Decken
und Umhänge zu weben. Waldweidenröschen dienen
zusätzlich als Nahrung. Im Frühjahr sammelte man die
Stengel und aß das Mark. Die Blätter sind reich an
Vitamin C und eigenen sich für Tees.
Die Beeren sind giftig. Die Pflanze wurde zu Ehren des
Gouverneurs von New York, DeWitt Clinton (17691828), benannt.
- 169 -
Cornus alternifolia
Alternate leafdogwood
Die Wurzeln ergeben mit Essig gemischt eine Färbung
von hell zu dunkelbraun.
Cornus canadensis
Dwarf dogwood,
bunchberry
Der Bestäubungsmechanismus ist ungewöhnlich: die
Blütenblätter der voll entwickelten, aber noch
geschlossenen Blüten öffnen sich schlagartig, ausgelöst
durch einen kleinen Fortsatz an einem der Blütenblätter.
Hierbei wird der ganze Pollen gleichzeitig in die Luft
geschleudert.
Cypripedium
aucuale
Diapensia laponica
Hieracium
auratiacum
Impatiens capensis
Pink lady´s flipper
Linnea borealis
Twinflower
Typische Pflanze der Tundravegetation.
Spotted jewelweed
Die Mossglöckchen der Gattung Linnaea produzieren
eines der am stärksten duftenden natürlichen Parfüme
in den Wäldern Kanadas. Es ist in verschiedenen
Unterarten von den Alpen über Russland bis Ostkanada
verbreitet.
Maïanthemum
canadense
Der lateinische Name bedeutet Maiblüte. Die Wurzeln
wurden früher als Glücksbringer verwendet. Urvölker
nutzten die Pflanze gegen Kopfschmerzen.
Oxalis montana
Anmutige Blüte, in Gebirgen und Bergschluchten der
feuchten Wäldern.
Potentilla tridentata
Sarracenia purpurea
Carnivore Pflanze, die anziehend auf Schmetterlinge
wirkt.
Spiranthes cernua
Orchidee, gesichtet im Nationalpark de la Gaspésie.
Trillium cernuum
Im Nationalpark Hautes Gorges de la Rivière Malbaie
gesehen. Frühblüher.
- 171 -
Trillium erectum
Purple trillium
Beeren und Wurzeln sind giftig. Die Pflanze wurde
gegen Wundbrand eingesetzt.
Trillium
grandiflorum
Large flowered
trillium
Die größte Trillium-Art. Die jungen Blätter ergeben
einen guten Salat. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn
einige Teile der Pflanze sind giftig.
Trillium undulatum
Vaccinum oxycoccus
Vicia cracca
Painted trillium
Frühblüher.
Typische Moorpflanze.
Gewöhnliche Art in Europa und Asien.
Laubbäume
Wissensch. Name
Acer pensylvanicum
Acer rubrum
Englischer Name
Striped maple
Acer saccharum
Red maple
Scarlet maple
Sugar maple
Acer platanoides
Norway maple
Alnus americana
White elm
Abbildung
http://www.wildflower.org
Wissenswertes
Einfaches Erkennungszeichen sind die gestreiften
Zweige und die Rinde. Hasen, Biber, Damwild und
Elche fressen die Rinde v.a. im Winter.
Aus der Rinde kann schwarze und zimtfarbene Tinte
gewonnen werden.
Das Blatt ist das Symbol der Flagge Kanadas. Der
Baum kommt nur im Süden QUs vor und ist einer der
dominierenden Bäume (auch in Ontario). Im Frühling
ist die Temperatur >0°C, in der Nacht <0°C, dieser
Temperaturunterschied ist die Grundlage für die
Entstehung des Ahornsirups. Die Samen dienen für
viele Nagetiere als Nahrung.
Er ist resistent gegen Luftverschmutzungen, jedoch ist
er nicht nativ aber sehr häufig in QU. An der
Stielregion ist ein extra Set an Adern vorhanden.
„Dutch elm desease“ wird durch einen Pilz über einen
Käfer übertragen.
Acer spicatum
Betula
alleghaniensis
Mountain maple
Yellow birch
Betula papyrifera
White birch
Betula glandilosa
American Dwarf
Birch, resin birch
Fagus grandifolia
Juglans nigra
American beech
Black walnut tree
Populus tremuloides
Quaking aspen,
Aspen
Ist ein wesentlicher Teil der Elchnahrung.
V.a. im Süden QUs. Sie hat große Bedeutung in der
Holzindustrie („shiny wood“). Blätter riechen wie
amerikanisches Wintergrün. Nistplatz für Buteo
lineatus.
Einer der häufigsten Bäume im Nationalpark Hautes
Gorges de la Rivière Malbaie. Die Papierbirke wurde
von den Ureinwohnern genutzt. Die Rinde kann in
großen, biegsamen, wasserdichten Bögen abgezogen
werden. Diese wurde zur Herstellung von Körben und
Kanus verwendet. Der Saft und die nahrhafte innere
Schicht der Rinde diente als Notverpflegung, die
Zweige und der Stamm wurden als Brennholz
verwendet. Die Athabaska Indianer kauten das Harz
der Birke. Sie ist auch ein Bestandteil der Elchnahrung.
Typische Pflanze der Tundravegetation.
Teures Holz. Wichtiger Nahrungsbestandteil vieler
Wildarten. Nüsse riechen stark fruchtig.
Ist ein wesentlicher Teil der Elchnahrung. Häufigster
Baum in NA, in dessen Rinde oft Bärenkrallenspuren
zu sichten sind.
- 173 -
Prunus serotina
Black cherry
Quercus coccinea
Scarlet oak
http://www.wildflower.org
Im südlichen QU. Ihre Beeren sind reich an
Nährstoffen, die von vielen Wildtieren am Ende des
Sommers verzehrt werden. Mittelrippe an der
Unterseites des Blattes besitzt orangefarbene
Häarchen. Die Rinde ist fast schwarz und ist
„chipsartig“.
Sie ist ein beliebter Zierbaum durch seine stark rot
gefärbten Blätter im Herbst. Sie ist im Süden Kanadas
einheimisch.
Quercus rubra
Salix discolor
Tilia americana
Ulmus americana
American Basswood
American elm
Nadelbäume
Wissensch. Name
Abies balsamea
Englischer Name
Balsam fir
Larix laricina
Tamarack
Picea abies
Norway spruce
Picea glauca
White spruce,
Schimmelfichte
Schattenbaum, wächst schnell.
Abbildung
Wissenswertes
Einer der häufigsten Bäume im Nationalpark Hautes
Gorges de la Rivière Malbaie.
Die einzige Konifere in QU, die ihre Nadeln im Herbst
verliert.
Picea mariana
Black spruce
Picea rubens
Red spruce
Pinus banksiana
Jack pine
Pinus mugo
Pinus resinosa
Pinus rigida
Mugo pine
Red pine
Pitch pine
Pinus strobus
Eastern white pine
Pinus sylvestris
Taxus canadensis
Scots pine
Picea mariana ist der Wirt (Nektarquelle) für die
Larven folgender Schmetterlingsarten:
Bog Elfin (Callophrys lanoraieensis), Elf (Microtia
elva), Columbia silkmoth (Hyalophora columbia).
Zum natürlichen Lebenszyklus gehört die Störung
durch Feuer, wodurch sich erst die sonst geschlossenen
Zapfen öffnen und die Samen zum Dispersal verfügbar
sind. Junge Bäume bis 2 Meter sind wichtige
Nistgrundlage für den seltenen Vogel Kirtland's
warbler. Auch aus dieser Hinsicht sind Feuer ein
wichtiger Faktor im borealen Nadelwald.
Ein Trend ist es, mit diesen Pinien zu kochen.
Wichtiges Nutzholz, Hartholz.
Wird zur Aufforstung gentzt, da sie auf armen Böden
wachsen kann. Nach einer Etablierungszeit von 5
Jahren wächst sie sehr schnell.
Sie ist einer der größten Bäume in QU (bis 40 m). Ein
besonderes Merkmal sind die 5 weichen, matten
Nadeln. Fischadler und große Greifvögel nutzen den
Baum als Nestuntergrund.
Bestandteil von Medikamenten gegen Krebs.
- 175 -
Tsuga canadensis
Bärlappgewächse
Wissensch. Name
Diphasiastrum
complanatum
Lycopodium
annotinum
Eastern hemlock,
Hemlocktanne
Englischer Name
Tailing clubmoss
Im Süden QUs vorkommend.
Abbildung
Wissenswertes
Heimisch in trockenen Nadelwäldern NAs.
Stiff clubmoss
Mehrjährig, in feuchten borealen Wäldern. Die Sporen
wurden genutzt, um kranken Leuten ihr Schicksal
vorauszusagen.
Lycopodium
obscurum
http://www.earthhealing.info
Quellenangabe:
Geoffrey A. J. Scott (1995): Canada‟s Vegetation. A World Perspective. McGill-Queen‟s University Press. Montral & Kingston, London.
Frère Marie-Victoria: „La Flore Laurentienne“ (französisches Bestimmungsbuch).
Michael. D. Williams: Arbres du Québec et de L´est du Amérique du Nord. Borquet Verlag.
Michel Leboeuf: Arbres et plantes forestières du Québec et des Maritimes. Editions Michel Quintin.
„Petite flore forestière du Québec“ (französisches Bestimmungsbuch)
Native plant database: http://www.wildflower.org/plants; http://en.wikipedia.org/wiki/Flora_of_Canada
Fotos: © by Sylvie Wesnigk
Anhang 3: Liste und Abbildungen der gesehenen Walund Robbenarten
- 177 -
Robben
Leider konnten wir nur die zwei häufigsten Robbenarten der Region beobachten.
Art
Seehund (Phoca vitulina)
Datum
11.07.
12.07.
Ort
Kayak Bergeronnes
Anzahl
Min. 1
Bemerkung
Im St. Lorenz schwimmend
Min. 4
Ruhend, beim Seal-watching
Mehrere
Im St. Lorenz schwimmend
1
Im Saguenay schwimmend
Min. 1
Im St. Lorenz schwimmend
Min. 2
Ruhend, beim Seal-watching
diverse
Schwimmend, bei Bootfahrt
1
Ruhend, sehr weit weg
mehrere
Im St. Lorenz schwimmend
Bic Nationalpark
Kegelrobbe (Halichoerus grypus)
09.07.
10.07
11.07.
12.07.
17.07.
Nicht identifiziert
08.07.
11.07.
Dünen hinter
Tadoussac
Halte de Beluga
Kayak Bergeronnes
Bic Nationalpark
Isle de Bonaventure
Bucht bei St.
Simeon
Kayak Bergeronnes
Wale
Immerhin mindestens vier Walarten wurden von uns gesichtet.
Art
Beluga (Delphinapterus leucas)
Datum
08.07.
09.07.
10.07.
11.07.
Schweinswal
(Phocoena phocoena)
11.07.
11.07.
Minkwal (Balaenoptera acutorostrata)
09.07.
10.07.
11.07.
Buckelwal (Megaptera novaeangliae)
Nicht identifiziert
17.07.
18.07.
09.07.
Ort
Port au Persil
Tadoussac
Halte de Beluga
Kayak Bergeronnes
Kayak Bergeronnes
Fähre nach Trois
Pistoles
Dünen hinter
Tadoussac
Halte de Beluga
Kayak Bergeronnes
Percé
Golf bei Percé
Anzahl
3
2
2
3
Bemerkung
Kuh mit Kalb dabei
In Saguenaymündung
Im Saguenay
Diverse
Beim Kayaken und von Land
gesehen
Dünen hinter
Tadoussac
mehrere
Diverse
Mehrere
Weit draußen im St. Lorenz
1
2
Im Saguenay, Sehr nah
Bei jeder Kayakgruppe einer
1
2
Vom Strand aus gesehen
Kuh mit Kalb; von Anke gesehen beim whale-watching
Weit weg, nicht sicher ob
Mink- oder Finnwal
Zwei Seehunde im Bic-Nationalpark. Foto: Tina Buchmann
Eine Kegelrobbe im Bic-Nationalpark. Foto: Tina Buchmann
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Aufnahme des im Saguenayfjord vom Halte de Beluga aus beobachteten Minkwals.
Foto: Anke Kügler
Ein abtauchender Beluga, beobachtet bei Port au Persil. Foto: Anke Kügler
Einer der beiden von Anke bei Percé beobachteten Buckelwale. Foto: Anke Kügler
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