Baywatch Marke Löffelsterz Seite 1 von 1 Mainpost.de 06.12.2005

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Zeitung / Schweinfurt Land
06.09.2005 16:54
Baywatch Marke Löffelsterz
Löffelsterz/Travemünde Ob Niklas Hock mit seinen 1,32 Meter einen ausgewachsenen Ertrinkenden aus Fluten
ziehen könnte? Vermutlich noch nicht - aber er ist auf dem besten Weg dazu. Bei den Europameisterschaften der
Rettungsschwimmer gewann der Achtjährige aus Löffelsterz eine Bronzemedaille in seiner Altersklasse.
Braungebrannte, makellose Körper an Traumstränden des badewannenwarmen Pazifik. Man kann sich
kaum entscheiden, wer schöner ist: Rettungsschwimmer oder Ertrinkende. Die Realität sieht natürlich
anders aus als in der Fernsehserie "Baywatch". Rettungsschwimmen ist Leistungssport, die Schwimmer
beweisen ihre Leistungsfähigkeit bei vielen harten Wettkämpfen. So wie bei Deutschen und den zeitgleich
ausgetragenen Europameisterschaften in Travemünde und Lübeck.
"Das war eine Riesen-Veranstaltung", sagt Erwin Reuter, Stiefvater von Niklas Hock. Reuter ist selbst
Rettungsschwimmer und startete auch bei den Meisterschaften. 1700 Lebensretter aus 22 Nationen
ermittelten zehn Tage lang ihre Besten in 22 Disziplinen - im Meer und im Hallenbad. Zum ersten Mal bei
einem internationalen Wettbewerb standen auch für die Acht- bis Neunjährigen drei Disziplinen zur
Auswahl. Niklas Hock, der schon mit vier Jahren Schwimmen lernte, war für die DLRG Schonungen bei
allen dreien dabei.
Zwar mussten die jüngsten Schüler niemanden aus dem Wasser ziehen, trotzdem blieb ihnen der Sprung in die 16 Grad kalte
Ostsee nicht erspart. Bei der ersten Disziplin mussten sie nach einem 50-Meter-Sprint über den Strand 150 Meter im Meer
schwimmen, danach noch einmal 50 Meter laufen. "Das war ganz schön kalt", erzählt Niklas, "außerdem waren die Wellen ziemlich
hoch." Obwohl sich viele seiner Konkurrenten ganz professionell mit einem Neoprenanzug gegen die Kälte schützten, wurde Niklas
Fünfter. Einfach so in Badehose, "nicht mal eine Badekappe hat er aufgesetzt", schimpft Mama Carolin. Und Niklas grinst.
Dann hieß es, schnell ins Handtuch wickeln und sich von der Mutter trockenreiben lassen. Bei der DLRG Schonungen ist Carolin
Reuter-Hock seit Jahren für das Training der Jugendlichen zuständig. Noch fröstelnd ging es kurz danach für die zweite Disziplin
wieder in die Ostsee. Beim "Flipper, Wading Race" mussten die Schüler 150 Meter im brusttiefen Wasser vorwärts kommen schwimmend, vorwärts springend oder laufend. Niklas war als Erster im Wasser, hatte aber gegen die teilweise einen Kopf
größeren Mitstreiter Nachteile. Trotzdem schlug er sich mit Platz vier wacker.
Seine Bronzemedaille sicherte sich Niklas in der dritten Disziplin. Hier kam ihm seine Schnelligkeit an Land zu Gute, die er als
Libero bei den Schonunger Fußballern zur Genüge hat. Die zwölf Teilnehmer mussten sich auf dem Bauch in den Sand legen und
beim Startsignal 25 Meter in die entgegengesetzte Richtung sprinten. In jeder Runde schied der Langsamste aus - und nur zwei
waren schneller als der Achtjährige aus Löffelsterz.
Ob er später mal Berufs-Rettungsschwimmer werden will? Schon möglich, noch lieber wäre ihm aber "Audi-Chef oder Bootsführer",
so Niklas' Zukunftspläne. "Baywatch" schaut er sich im Fernsehen jedenfalls gerne an. Trotzdem weiß er, dass im wirklichen Leben
das Wasser meist kälter ist und nicht alle Ertrinkenden so gut aussehen wie am Strand von Malibu.
Auch Erwin Reuter holte einige
gute Platzierungen bei der EM: 6.
im 200-Meter-Hindernisschwimmen
und über 100 Meter Retten mit
Flossen sowie 10. über 50 Meter
Retten. Im Mehrkampf reichte das
zu Platz 7. Bei den Deutschen
Meisterschaften holte er Bronze im
200-Meter-Hindernisschwimmen.
Von unserem Redaktionsmitglied Stefan Dietzer
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