secunda und untergeordnet der Gruppen Acutifolia und Cuspidata

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secunda und untergeordnet der Gruppen Acutifolia und Cuspidata
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v. S a r n t h e i n , Moor- und Seeablagerungen aus den Tiroler Alpen usw.
secunda und untergeordnet der Gruppen Acutifolia und Cuspidata
(recurvum), die die Substanz des Torfes liefern. Natürlich wechseln
diese aus reinen Sphagnum-Resten
bestehenden Proben mit
solchen, die viele Braunmoose und Cyperaceenreste enthalten,
Minerogene Bestandteile fehlen völlig.
Diese beiden durch die Schichtgrenze II getrennten SphagnumTorfschichten unterscheiden sich jedoch deutlich durch den Grad
der Zersetzung. Der untere Schichtkomplex ist viel stärker humifiziert, trockener, die Struktur annähernd amorph. Er hat schon
frisch erbohrt eine dunkelbraune Färbung.
A m auffälligsten ist dieser höhere Zersetzungsgrad an der
Schichtgrenze II selbst, wo er schon bei der Bohrung selbst als
deutlicher Fazieswechsel in Erscheinung trat. Der aus diesem
Niveau stammende Torf der Profile I und II — aus dem Profile III
fehlt dieser Horizont — ist erdig zersetzt und besteht zum großen
Teil aus den Resten von Holz, Borke und Koniferennadeln, in
dem massenhaft Pollen von sehr schlechtem Erhaltungszustand
eingelagert sind. Da in diesen Schichten Holz von Calluna fest­
gestellt wurde, ist diese Schicht als Reisertorf stärksten Zer­
setzungsgrades anzusehen.
Nach dieser Beschaffenheit könnte darin ein Austrocknungs­
horizont erblickt werden. Der nach oben hin folgende SphagnumTorf ist wesentlich weniger zersetzt. Die organischen Reste und
Pollen sind gut erhalten. Der Wassergehalt dieser Schichten ist
sehr groß. Der frisch gebohrte Torf ist meistens hellbraun, oxydiert
jedoch bei Luftzutritt in kürzester Zeit und wird schwarzbraun.
Die organische Substanz dürfte somit seit ihrer Ablagerung unter
völligem Abschluß von Luft unter Wasserbedeckung gelegen sein.
Im Horizont 350—440 des Profiles III liegt eine linsenförmige
Wasseransammlung. Es ist oft massenhaft Holz eingelagert.
Ganze Baumstämme mit fast frischem Holz hindern besonders
in der Tiefe zwischen 5 und 6 m ein weiteres Eindringen des
Bohrers. Zweigreste, Koniferennadeln und Borke bilden oft
Lagen von Holztorf.
Zu erwähnen wären besonders die Holztorflagen im Niveau
von ca. 2 m bei den Profilen V und V I , also am Rande der Hoch­
moorkalotte. Hier dürfte sich beim Hochstande der Hochmoor­
bildung eine laggähnliche Wasseransammlung gebildet haben, in
der sich hauptsächlich die Reste des Ufergehölzes eingelagert
haben.
Wenn auch diese beiden Schichtkomplexe hauptsächlich von
Sphagnum-Resten
und Holz gebildet werden, so sind doch auch
Reste von Braunmoosen und Cyperaceen zahlreich.
An Braunmoosen wurden festgestellt: Calliergon giganteum,
stramineum und tri)avium; Drepanocladus exannulatus und fluitans;
Meesea triquetra; Camptothecium nitens; Cratoneuron sp.; Chrysohypnum stellatum.
Von Cyperaceen waren aus den Radizellen und Blattscheide­
resten mit Sicherheit Carex limosa zu erkennen, mit Wahrscheinlich­
keit Carex rostrata, Carex Goodenowii, Eriophorum vaginatum und