Glagolitische Fragmente. Hrsg. von Karl Adolph Constantin

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Glagolitische Fragmente. Hrsg. von Karl Adolph Constantin
GLAGOLITISCHE
FRAGMENTE.
HEK AUSGEGEBEN
1)R.
KARL ADOLPH CONSTANTIN
K. K.
1)K.
PAIL JOSLril SAFARIK.
K. K.
:N
IIOFLKK.
UXIVEUSITÄTS-I'KOKKSSOU
L'NIVElWnÄTS lilULlOlllKKAU.
AHH.VMlI.. l'KK K
BÖHM. GKS. DKII WISS.
V. Kdl.CiK IM.
HAM
GLAGOLITISCHE
FRAGMENTE
HERAUSGEGEBEN
D«.
KARL ADOLPH COXSTAXTLX HOFLER,
K. K.
UNIVERSITÄTS-PRQFESSOR
UND
D«.
FAUL JOSEPH SAFARIK,
K. K.
(AUS
DEN ABHANDL. DER
UNIVERSITÄTS-BIBLIOTHEKAR.
K.
BÖHM. GES.
D. WISS. V.
FOLGE
10.
PK AG.
DRUCK
DEll K. K.
ITOFBUCHDRUCKEREI VON GOTTIJEB HAA8E SÜHNE.
1857.
BAND.)
1115485
VORTRAG
ÜBER DIE
AUFFINDUNG DER GLAGOf.lTISCHEN
FRAGMENTE.
DR.
GELESEN AM
17.
DEC'EMBER
KARL ADOLPH KONSTANTIN HÖFLER.
1855 IN
DER SECTIONSVERSAMMLUNG DER KoN. BÖHM. GESELLSCHAF
DER WISSENSCHAFTEN.
Meine Herren
Ich habe die Ehre, Sie mit
den Ergebnissen einer Forschung bekannt zu machen, welche
gewonnenen Resultate nicht unmittelbar zum Zwecke hatte aber wohlbewusst
unternommen, sie zur Folge haben konnte.
zwar
die
,
—
Nachdem mir
des hochw.
die Ei'laubniss zu Theii geworden, den ausgezeichneten Handschriftenschatz
Metropolitancapitels zu Prag zu benützen, war meine Aufmerksamkeit auf zwei
Punkte gerichtet, einmal die beabsichtigten Specialforschungen anzustellen,
ich mir die Erlaubniss erbeten;
So
zu machen.
Reichthum an
und ich glaube
viel
wie möglich,
Bibliothek nachgesucht
deren willen
worden, so bleibt bei
als
meine Meister
dem
ausserorden-
denn doch noch Manches zu leisten übrig
ohne einen gegründeten Widerspruch zu befürchten, das Urlheil
Seiiriften
selbst,
und
um
mich mit dem Ganzen bekannt
nämlich von bewährten Forschern, die ich sehr gerne
viel
erkenne, bereits in dieser
tlichen
dann so
Schriftstellern
aussprechen zu dürfen, dass für eine äusserst lebensvolle Periode Böhmens die Geschichte
der vaterländischen Literatur nur mit Hülfe dieses Handschriftenschalzes geschrieben werden
kann, jede ohne seine Zuziehung geschriebene höchst bedeutende Lücken
Man
weiss
Gebieten,
nicht,
soll
man mehr
die Anzahl
enthalten muss.
den verschiedensten
von Handschriften aus
oder die Schönheit der Codices, oder die ungeheure, minutiöse Gelehrsamkeit
derjenigen bewundern, welche ihre wissenschaftlichen
getragen, dann hier reponirt haben,
um
Ausarbeitungen erst im Carolin vor-
nach einem halben Jahrtausende
dem staunenden
Forscher zu zeigen, mit welchen Fragen sich wissenschaftliche Männer der frühem Zeit
der Glanzperiode
welchem Grade
armen
Zeit, die
geistige
Böhmens
sie
—
beschäftigt, mit
welchen Schwierigkeiten
dieselben überwunden, und in wie weit
Wissenschaft gefördert
Rüstzeug einer ganzen
haben.
—
sie,
in
sie
—
gekämpft, bis zu
einer an Hülfsmitteln so
Aber neben der Gewissheit, hier das
(Nation, die verschiedenartigsten
Waffen der literarischen und
wunderschöne Exemplare der Kirchenvater, des canonischen und bürgerlichen Rechtes, Formelbücher, medicinische und theologische Schriften, Bibeln und deren
religiösen Parteien,
Überarbeitungen, liturgische Schriften und die reichsten Sammlungen
vor sich zu haben, welche
zugleich
das
in
die Periode
wehmüthige Gefühl geltend
trauriger
,
dass
es
all
Selbstzerfleischung
eme Periode
der Streitschriften
fallen,
macht sich
gab, die für das eigene
Sinn
keinen
Vorzeit
eigene
die
Alierlhuni,
und
besass,
Denkmale der
werllivollsten
die
Kirchen- lind Prof.ingeschichle nur zur Hülle für die untergeordneten Producte der ei{;enen
gehören die Reste longohardischer Schriften, die zu Einbänden
Zeit besiimnit erachtete. Ihr
verwandten päpstlichen
mischen Fragmente an, durch deren Aulfindung sicher
bisher als zerstreute
Legenden des
böhmischen Gedichtes
nur mehr zu
erratiienden
durch die Sciiönhcit seines
unbedeutend, da
Beheni
von
sie ausser
was man
diese Reste
seinen,
jetzt
Umfang, wie (nach dem Urtheile von Kennern)
Bezug auf alldeutsche Literatur
Eigenthümiichkeit der
die Bibliothek nicht
ist
Fragmenten von Predigten des XII Jahrhunderts das Kunigbuch
schöne Handschrift des Marienlebens vom
Versen und eine nicht benützte
in
Bruder Philipp
zusammengehöre und
Eleganz des Ausdruckes, die
die
Stiles,
Selbsl im
dass,
ist,
welches sich ebenso sehr durch
sind,
beträchtlichen
Composilion auszeichnete.
worden
gestellt
XIII Jahrhunderts ansah,
Eines grossen
böh-
die Reste einer divina comedia, selbst jene
Originalbullen,
enthält.
An demselben Tage, an welchem
es
mir gelang, jene allböhmischen Fragmente zu ent-
decken, unlerwarf ich auch den (lodex A. LX. einer näheren Prüfung und überzeugte mich
dass
sehr bald,
Werth
sein
in
seinem Minialurblatte
sondern
in
—
bloss
nicht
gleichem Aller sind wohl '20—30
dem hohen
in
wo
Handschriften,
—
Abfassung,
seiner
Alt^r
—
mehr, vorhanden
nicht
aus
nicht bloss
ungleich schönere und belehrendere enthalten andere Codices
seinem unscheinbaren Anhange
iNeben
liege.
dem
teinischen Übersetzung der Apocaiypse, der Apostelgeschichte, der
Briefe
—
Inhalte, der la-
eigentlichen
des
Paulus
heil.
und den spätem Zusätzen, welche die jüngere Hand augenblicklich kenntlich machen, befinden sich nämlich auf der inneren Seile des Rückdeckels 2 gleichgrosse, wenn auch nicht
wie
welche,
Pergamentstreifen,
gleichartige
Ehe
jedoch von diesen spreche,
ich
Der ausgesucht schöne
zu erwähnen.
den
in
Monum.
Gallen
Set.
Bd.
die schwarze
s
üblichen
T. V.),
II.
Tinte
ist
mit
am
seine
verwandelt
noch eine
dem
es vergönnt,
einer
haben
Ähnlichkeit
bei
dem Binden des
Masse verwebt waren.
vom Codex
lateinische Perganientcodex,
meisten
Er
rolher.
wurde,
des
die Prologe vor
erweist
e,
neben
ij
Pracht und Schönheit im
zwecke, zu
fast zu
noch einiges
selbst
dessen Schriltzüge mit
(sieh:
Pertz Tafeln
zu
den
mit goldenen, reiclien Initialen geziert; hei den Überschriften wechselt
neben dem gewönlichen langen, des
dirung
sei
unmittelbar
scheint,
es
Codex mit eingeklebt wurden und mit dem Einbände
das
y die
Übergangszeil des XI Jahrhunderts; durch
den einzelnen Stücken,
besondere Bestimmung
deutet worden,
obwohl
dem
mehr
vollständig
ihm den Eindruck
Gebrauchs-
eigentlichen
die Inhaltsverzeichnisse etc. dienten,
einem ganz besonderen Zwecke
hatte, zu
ursprüngliche Gestalt nicht
Hervortreten des kurzen
seltnere
Allgemeinen, dass er neben
derselbe seine
Alles bei
durch
welches das ursprüngliche ae selbst durch Ra-
in
habe,
ist
Dass
diente.
vorhin schon ange-
erregt, er sei anfänglich
hoch
in
Ehren
gehalten, erst spät mit Zusätzen vermehrt worden.
Die Rückseite des Pergamentblattes,
terer
Zeit (XIV
terhalb heisst es
worauf das Miniaturbild gemalt
Jahrhundert) mit einer Festrede auf den
von verhältnissmässig noch
alter
heil.
Mathias
ist,
wiird in spä-
beschrieben;
Hand: novum leslamenlum
in
un-
pergameno
in cujus principio
esl
ycon
fine passio sancte
el in
Pergninenlblalt und unmittelbar nach
Legende derö polnischen Biüder,
offenbar von
und auf diesem
nicht vollendet
jedocii
übrige
passio beginnend folgt zuletzt noch die
spätem Eindringen der Feuchtigkeit
dein
am Ende noch
Cordule. Auf das
dem Knde der
iierrühren,
HIalle Flecken,
welche
welche das Minialurbild
ebensosehr wie die letzten Blätter beschädigte und selbst auf den Leim wirkte, mit welchem
—
Rückwand befestigten Pergamenistreilen verklebt wurden.
vom Anfang an war oder nicht, mag behauptet oder verneint werden;
der Einband, wie die auf die
Ob
der jetzige Deckel
aber
selbst,
wenn
würde dieses ebensowenig das
er viel jünger wäre,
Aller des
Codex
jener Pergamentstreifen bestimmen. Der uralte Seidenzeug, welcher vor der Miniatur
den Codex eingebunden; das Pergament des Codex
in
vom Holzwurme
Stücke,
abgenützt werden, scheint uns von Bedeutung.
Das
4
welches
Bild,
um
Theilen,
das
Ecken und rechts und
den
Mönch
Rahmen im
Der obere
Theil
stellt
Mmiaturbilde,
Gegenbild des im
das
Bindematerial.
als
Viereck
länglichten
von
links in der Mitte, also
(6)
der selbst an den
zieht,
runden Medaillons, Brustbildern von
Zweifelsohne sind es die vier Evangelisten
4 Ecken), in der Mitte ein Bischof mit segnender
(Cyrill?).
dem
Codex schmückt, besteht aus zwei gleichen
des
Blatt
gleichsam
Sie sind
auch nur
sie
auf Goldgrund durchbrochen wird.
Heiligen
(in
erste
die sich ein gleicher
ist
weniger gesucht und eben dcsshalb weniger
sie
Anfang stehenden. IMöglicher Weise dienten
als
erwähnlen Pergament-
hat, wie die
Dass die Pergamentblätter nicht vor
gelitten.
sondern rückwärts eingebunden sind, wo
ist,
eine Scene
Hand
(Method?),
ihm gegenüber
ein
dem vor
der Apocalypse, Christus mit
ihm niedersinkenden, von ihm aufgerichteten Evang. .Johannes dar, drei Leuchter zu jeder
Seite, einen siebenten hinler sich, ein Schwert queer im Munde, in der linken Hand " Sterne,
den Jünger bei dem
mit der Rechten
bärtigen Kinne
fassend.
Unterhalb die noch erhal-
tenen Buchstaben auf einer queer über den Goldgrund laufenden blauen Leiste:
VIS
(SI
SOLEM. DEBES...S...ERE...TVM, was
Antlitz Christi, das
Ganze nach Apocalypse
c.
2.
ich mit Beziehung auf das
so lese;
si
flammende
nequis solem, debes conspicere
Christum. Das untere Feld enthält (wie das obere auf Goldgrund) zwei Haupt- und 2 (Neben-
Herzog mit der Lanze und Fahne
figuren. In der Mitte ein
bis zur Mitte
der
Waden
kleidern, rothen Stiefelschuhcn,
liche,
wallende
(griseus),
Vor ihm
Binde.
der Rechten, in einem blauen,
grünen engen Bein-
einem rothen Mantel; auf dem Haupte
stellt
ein Abt mit
ist
eine eigenthüm-
Krummstab und Tonsur, einem grauen
mehrfach offenen Oberkleide mit Oberärmeln über einem rothen, langen Unter-
kleide.
Hinter ihm steht ein
träger
mit
Mönch
blossem Schwerte
in
in
ähnlichem Coslüme; hinter
ausgestreckten
Die Gesten
die rechte
Daumen und
ist
hält die Linke,
unbedeckt,
die offene
der beiden Geistlichen sind
Hand und
dem
der Rechten, kurzem verbrämten
Hosen und gleichen Schuhen, das Haupt
man den
in
reichenden, unten verbrämten Oberkleide,
um
die Linke
Fürsten sein Schwert-
Rocke,
(lach
rothen,
faltigen
gehoben, so dass
Hand gewahrt.
Der rückwärisstehende
eigenthümlich.
öffnet
das aulzunehmen, was der Bischof oder Abt ihm
zu geben willens sein mag. Dieser hat ein Buch mit der Aufschrift dominus (nicht domino)
in
den Händen, welche
in
ähnlicher Haltung
begriffen
sind,
wie
die des
hinter
ihm
ste-
8
henden,
—
Erwartung befindlichen Mönches.
in
Der Herzog, den schon
die characteristische
«TÜne Farbe seiner Beinisleider und die rothen Schuhe als einen Slawen darstellen dürften,
hält die Lanze in der Rechten, die Linke in der Art, dass zwei ausgestreckte Finger noch
bereits geschehen
den Act des Gebens, die geschlossenen übrigen andeuten, dass der Act
und
Gabe
die
Wenn
eingeliändig-t
dem
dem Throne und
der Verfasser der longobardisclier Gesetze
überreicht,
selben
sei.
niedergelegt.
*)
der Fürst auf
sitzt
Neben dem Fürsten
reichen zwei Mönche
Abte Balsamus ein Buch (de Septem
dem
Buch
das
ist
seinen
—
Knieend über-
nach einem Bilde des
sigillis),
Überreichung von Büchern finden
sich
häufig.
Händen von
an der obern, von
abgenommene Buch unten
der Regel wird das noch nicht
Füssen
zu
steht der Schwert- oder Reuleniräger.
XIII Jahrhunderts. Ähnliche Darstellungen bei
In
Fürsten Arechis den Codex der-
mit beiden
dem Übergebenden gefasst und so übergeben, dass der Empfanger es
Ganz das entgegengesetzte
dem Geber freigelassenen Seite zu Händen nehmen kann.
Die Mönche sind die Beschenkten; der Abt hat das Buch empfangen, das ihm
tritt hier ein.
—
der Herzog gab,
und damit ja kein Zweifel darüber
sei,
das die Verkündigung des lateinischen
Evangeliums, welches der Herzog gab, von diesem verlangt sei, trägt das Buch die Aufschrift
«dominusu. Aber wer ist der Herzog mit der Fahne, welche das Herzogthum und zwar das
Lehenherzogthum bedeutet?
eine
nicht bloss
Anscheinend
ist
kein Anhaltspunkt,
dieses zu enträthseln,
Betrachtung des Kopfschmuckes einen ganz sicheren dar. Es
bietet nähere
doch
Binde,
sondern auch eine röthliche niedrige
H
und
offenbar
welche uns
Mitra,
XI Jahrhunderts den Herzog Spytignev
(ieber eines Code.v des
ist
in
dem
vorführt, welchen Papst
Nicolaus 11 I0.i9 mit der Mitra beschenkte, und von dessen Person es heisst erat vir valde
speciosus, caesarie pice nigrior atra, barba prolixa, facie laeta, genae ejus candidiores nive
:
et
parum rubentes per medium.
erat.
^Cosmas pag.
Ich glaube hier auf
in
quodain tomulo
(Nicoiao sibi
Quid plura?
vir
bonus
et lalos a vertice
pulcher ad imos
129.)
jene
Worte des Cencius Camerarius verweisen zu dürfen
Lateranensi
portandi mitrain
et
inter
cetera Spicineus
promisit se dalurum
Dux Boemie
accepit
omni anno cenlum
:
»item
licentiam a P.
libras
argenti de
sub nomine census.» Sie fügen sich von selbst an die des Cosmas über Spytignev an
»pelliceam autem episcopalem et tunicam clericalem, quam desuper indutus in capite jejutrii
terra sua
:
per totam quadragesimam gestabal.»
Die auffallende
'')
Tracht des Herzogs
mag
Fähnlein bei böhmischen Herzogen, erstere
vorkömmt,
ist
letzteres
bekannt.
in
')
ist
jedoch
baarhaupt
der eisernen Pickelhaube
Mioi-itur von r,n
Palackv
(wie
auf den
I.
S.
welchem man die
Civ,
292—297.
und auf der Rückseite
Mitra
Dass die Mitra, wie das
erkennen
kann,
l„i Sylvester Paleographie uuiverselle
BJ.
111.
Siegeln
Die Münzen des Vratislav (Pubicka S. i02.) aber
geziertes Haupt, in
')
daraus erklären.
Spytignev auch bei seinem Bruder Vratislav
schon auf den Siegeln des Boleslaus (Pubicka
Boleslaus
bicka S. 380.)
Fürsten
sich
seit
109) sich darstellt,
Spilignev.
zeigen bekanntlich
ein mit
welche
III.
S.
auch
Pudiesen
einem Kopfschmucke
ihm
P.
Alexander
11
quod
schenkte, von der dessen Nachfolger, P. Gregor VII., schrieb,
non consuevit.«
in
Die
Mitra des
augenfällig
Beweis
ist.
laicae
so hervoiragend
auch
löl)
S.
III.
des eigentlichen Begriffes von Mitra ausführte, dass diese zunächst
sei,
diadema
die
Er
wie
ihn
regalis
Friedrich
,
ist
entweder
Heinrich
dem
Barbarossa
1158 zu tragen gestaltete;
.Januar
böhmischen Herzoge zu tragen
von dem frühern.
circulus
'),
Kaiser
später
oder er
dem
IV.
Könige
ist
geradezu
ein
melrop. A.
Dom
verstehen
.Spytignev im
pflegten, unterscheidet
goldener Reif, Corona,
Könige
Vladislaus
XIII.)
mehrmals abgebildet
Man kömmt aber
Erwähnung
mit
vom
Urkunde
der eigentliche herzoghche
und
1086
Vratislaus
durch
dem merkwürdigen böhmischen Manuscripte speculum humanae
er in
zu
pflegte.
Der spätere Schmuck, welchen
sich wesentlich
und
Miniatur-
Dai legung
in
darunter
auf welcher sich das Aimutiuni erhob, das nach der Grabschrift im
Chore zu tragen
(ribui
Mitra
gegen die des
Unterschied
ihr
personae
geistliche
Diese besteht aber vorzüglich aus einer Binde, wie Dobner (Kritischer
Abhandlungen einer Privatgesellschaft Band
Born's
in
ist
Münzen gehallen, dass
dieser Weise auf den
bildes
Vratislav
18.
Hut. wie
(Kur-)
salvationis (Cod. cap.
erscheint.
dieser Mitra zu einer in der
merkwürdigen und höchst einflussreichen Thatsache,
böhmischen Geschichte
einem wahren Wendepunkte der
ja zu
böhmischen Geschichte.
Die Krone, welche Vratislaus
I,
Vladislav
und
I
Kaisern wegen ihrer und ihres Volkes Verdiensie
kaiserliches
stammte aus
Geschenk"^),
um
Deutschland
an die Geschicke des deutschen Keichs.
wenigsten
in
Ungarn,
Croatien,
Polen,
—
Böhmen
und am
den Tagen Spytignev's.
ihre
und
Nachfolger von den deutschen
deutsche Reich erhielten, war ein
das
schmiedete mit goldenen
So war
es aber nicht
Damals hatte Böhmen noch die Wahl, wie
durch Anschluss an den römischen Stuhl seine Unabhängigkeit
von Deutschland zu erringen. Dann aber musste man nicht die Partei Heinrich's
Gregor
VII.
ergreifen,
identificiren,
nicht
wie
Vladislaus die
böhmische Sache mit der
IV.
gegen
ghibellinischen
sondern die päpstliche Partei ergreifen und an der Aufrichtung eines päpst-
Staatensystems
lichen
Banden
immer gewesen
Nachfolger Spitignev's
dem
die
deutschkaiserlichen
von
gegenüber
arbeiten.
aber
die
Böhmen
mit
Verliessen
diesem eingeschlagene Bahn, dann war auch
und Willen seiner Dynastie, seiner Könige und natürlichen Repräsentanten des
Wissen
Volkes in eine Richtung hineingezogen, welche für Jahrhunderte massgebend wurde.
So
ein,
führt uns
denn der Codex unmittelbar
durch welche sich
Böhmen
')
selbst,
So
bei
der
welche übrigens
Cosmas.
in jene
Katastrophe der böhmischen Geschichte
Gang derselben entschied und zwar durch
in
freie
That der
diesem ihrem politischen Entscheid nur jener Richtung
vorher jene
folglen, die Innige
1
böhmischen Grossen eingeschlagen, welche den
i
kirchlichen
Anschluss Höhinens an Deutchland (Regensburg) veranlasst hatten.
Allein
auch nach einer andern Seite hin gewährt das
Bild bei näherer Untersuchung
unerwartete, ja überraschende Aufschlüsse.
Wer
ist
bestimmte?
Ausstattung
Es
liegt
sehr nahe,
welcher die slavischen
teinichen Ritus) dort einsetzte.
Mönche
')
der Deutschen
Klage
und
aus Säzava verjagte
lileras)
doch wohl
i.
Herzog aber
eines der
in
setzte
so schöner
ja,
dass gerade Spitignev
und deutsche Mönche
die
Häresie
(des
la-
die
eihgedrunj,'en sei:
Methud
den heiligen
gegen
schon
dem Hunenland
war! Der slavische Abt Vitus entwich hierauf nach
d.
in
und nicht griechische oder
der That wissen wir
in
Spitignev mit ;illem
für
Es war dem Herzoge der Verdacht beigebracht worden,
welche
,
wir
dass es lateinische
dass durch die slavische Schrift (per sclavonicas
alte
den
Exemplar der Aposlelbriefe
sind, das lateinisclie
slavische iMönche gewesen sein dürften
es war,
Herzog,
der Abt, welchem der böhmische
Fuge zu halten berechtigt
erhoben
lerram
(in
damals noch existirenden slavischen Klöster
in
worden
Hunorum)
Der
Ungarn.
nun nach seiner Vollgewalt (potestativa Ducis majestas) einen deutschen
Abt (abbaten! genere Teulonicorum)
in
Säzava ein und
Kloster bis zu seinem
das
erhielt
Tode den Deutschen.^) Somit war es Spvlignev, der böhmische Herzog,
nischen Ritus zum Siege über den slavischen erhob und von dem es,
selbst,
der den
latei-
er die Deutschen
als
einführte, mit Recht heissen konnte, wie die Umschrift des untern Theiles des Miniaturbildes
besagt: »Si
parum dabit(resp. dedit), munus votum superabit,« wenn er auch jetzt wenig gab,
Geschenk (des lateinischen Klosters) den Wunsch der Mönche noch übertreffen.
—
SD wird das
Somit
ist
wahrscheinlich
denn
erst
im Kloster, jedenfalls
Grundlage und steht
Einklang.
bisher erwähnten ein vollständiger
in allem
in
Böhmen gemacht,
hat eine
Die Miniature,
feste
historische
Verbindung mit einer Thatsache, von welcher man sich eine neue
in
Ära erwartete, was nicht ohne Beziehung zu dem apocalyptischen Bilde stehen mag, wo
die (Überreichung des
Herzog und Abt erklären sich gegenseitig;
der Sonne leuchtete.
Angesicht gleich
Christi
lateinischen Buches,
welche
sinnbildlich der
nischen Abtes vorangieng; die Gewissheit, dass es sich hier
nicht
von dem Abte handle;
offene
Hand
gleichfalls
ein
Geste des Bruders, wie die des
die
andeutet,
um
dass
eine
Einsetzung eines
Schwertträgers,
Herzog mit der
die
Mitra, zuletzt das
erweist; endlich der
Buch
Ausiatiung und der practisch eingerichteten
prachtvollen
dessen
Gabe stattgefunden habe und gleichsam
Übereinstimmung des Volkes (Adels)
selbst mit seiner
latei-
Geschenk an den Abt,
Form
sei-
nes Inhaltes lassen wohl keine andere Deutung zu.
So lange nun Spytignev
der heilige Prokop
deutsciien
selbst,
Abt geisselte.
Als
Mönche zurück und beyann
')
Cosmas
p. 9".
Deutschen im Besitze von Sazava, ungeachtet
aber Spytignev gestorben
die Reaction gegen
Das Zeugaiss des Clironistea von Sazava
schlüsse.
'J
lebte, blieben die
der Gründer von Säzava. I0ö3
l>ci
den
Cosmas
p.
in
war,
nächtlicher
Erscheinung den
kehrten die ausgewanderten
lateinischen
Ritus,
96 gibl hierüber die
welcher
mit
dem
unverwerfliclislen .Auf-
deutschen
Wesen
identisch
geworden war,
sich so sehr geltend zu
dem böhmischen Herzoge
mische Adel geradezu von
Papste die Einführung des slavischen
durchsetzen.
llitus
machen, dass
P.
Gregor
VII.
liessen.«
Herzog, welcher diese Bitte
Silber)
(2
gestellt,
Jan.
1080.)
der selbst auch den
los
selbst es wagte,
was das Amt des Prager Bischofs war,
setzen*),
aller
Mönchen
Schärfe
selbst in
und Uneinigkeit:
dagegen aufzutreten.
Bald
dem
sie
Überbuten sich
sie
wo
Augenblicke,
als
duldeten oder
und
vergieogen
macht
von dor Ent-
sich
erster
gesellten
Krone aufzu-
die
Anmassung den Bischof bewog,
den slavischen
hierzu unter
sich
vor Allem hätten Eins sein
den
.\bt
sollen,- Eifersucht
und ruhten
Abt wirklich abgesetzt, aber auch die Brüder selbst vertrieben wurden.
gleicher
ward
Zeit
jetzt
Duldung entzogen
in
"),
Böhmen dem
derselbe
Peters Zins (100 böhmische Pf.
dem neuen Könige
diese
Anklagen gegen
in
dem
König von Böhmen ^
Ansehen, dass der Abt von Säzava fast allen
1086; die slavischen Mönche aber erlangen ein
die
St.
und wird durch den deutschen Kaiser
'^)
böhmischen Äbten voranging, ja er
bis der
Wenige Jahre
eingesandt, schlägt sich auf die Seite des Gegenpapstes,
richtung des Zinses
mit
')
bei
verweigerte jedoch
diese Bitte, »ungeachtet einige Religiösen dasjenige, was das Volk wünschte,
ungeändert geschehen
der böh-
möge
Vratislav laut begehrte, er
nationalen Heidenthum
^)
nicht eher,
Beinahe zu
und dem slacischen Ritus
—
die slavischen Bücher theils vernichtet, theils zerstreut.")
Be-
Prokop nach Frankreich gekommen und cmpfieng
dort von den Königen vor der Krönung zu Bheims den Krönungseid. Das glagolitische
kanntlich
Evangelium
das
ist
des
heil.
Fragment, welches sich wie eine Siegesirophäe des lateinischen
Ritus über den slavischen
dem Schiffbruche der slavischen Bibliothek von Säzava gerettet hat, indem es dem
Codex des Herzogs Spytignev beigebunden wurde, gehört zu diesen Resten einer Sammlung, die für das slavische Alterihum von unschätzbarem Werthe sein musste.
aus
ihm
In wie ferne
ein
dem Vorhergehenden
berufen
hat
Bereits
sein.
geschichtlicher
Wertli zukömmt,
dürfte
hinlänglich aus
bereits
Es dürfte jedoch auch noch andere Fragen zu beantworten
erhellen.
der
grösste
Kenner böhmischer Geschichte, Herr Paiacky,
merksam gemacht*), welche Bedeutung ihm für die Controverse zukomme, ob der
nach Böhmen arekominen sei. Der irelehrteste Kenner slavischer Alterthümer
')
Erben INum.
Ifii
([uod
quidam
rtligiosi
\\i\
liuc,
<]iioil
sinipliciler
populus quaeril
,
auf-
heil.
Methud
niatj
ausein-
patientes
tulcruut
seu incorreclum dimiserunt.
^)
Erben
^)
Zur richtigen AulTassung dieser Sache
171.
IN.
den driUcn böhmischen König PremysI Olakar
manis pontißcibus
oblinere, ut reges eo
suii
Regis
')
Unter Bretislav
capiti
coronam im
II
1093 Cos
')
Palackv
')
Libri linguae eoruni deleti
Folce
I.
S. 339.
Zeugenverhör über den Tu.
9.
Band.»
I
diademate
')
»)
V
—
Bohemia
regis
niulti (iwei) fuerint in
gehiirt
noch folgende
Stelle an.s
bei Erben, Regest, n. 478
insigniti
:
:
dem
Uriele
licet ante tuac
P.
iirnocenz
III
an
promotionis tempora
nuiiquam tarnen potueruiil a praedecessoribiis
ttoslii's
Ro-
l*
andersetzen,
Belege gewonnen werden.
Wichtigkeit hervorheben
nach der Zeit der
das Unrecht
über die Ursprünglichkeit der Glagoliza und der
wie ferne für die Frage
in
Cyriiliza daraus
zu dürfen.
Ich glaube
Gehören
diese
noch einen Punkt
Slavenapostel an, so beweisen sie auch durch
der deutschen
als
von ungemeiner
Fragmente ihrem sprachlichen Alter
ihren Inhalt
am
besten
Anklage wegen vermeintlicher Unkirchlichkeit dieser hochver-
dienten Männer; die Übereinstimmung der in slavischen Schriflzügen und Sprache gehaltenen
Lehre dieser Apostel mit der des Abendlandes, Roms und der katholischen Kirche wird
Böhmen, das von zwei Seiten die Keime
auch durch diese Fragmente siegreich erhärtet.
religiöser
Bildung empfing,
vom Westen
wie
vom Osten,
das durch seine Lage und Welt-
den Osten mit dem Westen zu vermitteln und in seiner ganzen Geschichte diesen Dualisnms als seinen Kern zeigt , empfing somit von beiden Seiten eine
gleiche höhere Einheit und damit die Mission, auf die verwandten Slavenstämme in diesem
stellung
berufen
ist,
Sinne einzuwirken, wie es andererseits
dem deutschen Rechte gegenüber durch
seine innere
Abgeschlossenheit in den verwirrtesten Zeiten zur Stütze diente, selbst den deutschen Staaten in
der Ausbildung seines innern Organismus
vorleuchtete
und
Territorialsystems ein vielfach nachgeahmtes Muster ward.
in
Bezug auf Ausbildung des
BELEUCHTUjNG
GLAGOLITISCHEN FRAGMENTE.
D«.
GKLESKN AM
17.
PAUL JOSEPH SAFARIK.
UND AM 3. NOVEMB. 1856 IN DEN SECTIONSVERSAMML. DEli KUNIGL
BÖHM. GESELLSCHAJbT DER WISSENSCHAFTEN.
DEC. 1855
INHALT.
1.
Einleileiule Vorbomerkunffeii.
2.
Der Praxaposlolus.
3.
Lage und Maass der Fragmente.
4.
Äussere BeschafFenheit.
5.
Pergament.
6.
Tinte.
Vorläufige
8.
Der Text.
9.
Paralleltexle aus andern
10. Die
1
Angabe des
7.
1.
getilgte
SchrH't.
Die Facsimilien.
12.
Sprache und Dialect.
13.
Das Alphabet.
14. Orthographie.
15. Interpunction.
16.
Grammatische Formen.
17.
Vaterland.
18. Mulhmasslichcs
Aller.
Inhaltes.
Quellen.
—
LITEEAKISCHE BEHELFE.
— Das
Abecenariumbulgaricum.
geklebten Blaue,
Apostolus.
—
No. 1240 in der
glag. Alpliabct auf einem, der Hs.
Abgebildet bei Kopitar Glag. Cloz. Tab.
d. XI. Jh.
a.
kais. Bibl. in Paris ein-
et II.
I
Drei Lectionarien bulgarischer Familie:
a) Aposlolus Slrumicensis, Copic einer glag. Hs. in Privathänden.
dem
6)
Aposlolus Achridanus, mit eingestreuten glag. Absätzen,
c)
Aposlolus SUpcensis, der erste und letzte
Xn
Jh., die beiden letzteren
Biblia a. I'l99.
—
Codex giganteus.
Cosmas'
Test.,
litt.
Chronik
in
1855.
—
8°.
S.
Schriften, auf
Pecirka
der kais. Hofbibl. in Wien. Dobrovsky
Codex Suprasliensis.
im
Cas.
dem XIII
dem Deckel
das
Mus. iSöI.
c.
gegeben von Miklosich: Mon.
1.
Inst.
1.
cyr. Alphabet.
n.
d.
a.
Oktoich,
Dobrovsky
XII
d.
a.
a.
XI
d.
Jh.
(wo nicht
älter}.
a) Evangeliarium Oslromiri.
SP. 1843.
4".
unvollst.
Vom
1056
J.
und von Hanka. Prag 1853.
— 1057,
in der kais. Bibliothek
zu Prag, jetzt in Rhcims. Herausg. von Silvestre
cj Evangeliarium
Pamatky
hlah. S.
in
SP.,
herausg.
:
dem
h.
f)
Evangelia Slayice. Paris 1843.
Assemanianum, glagolitisch in der Vaticana, gewöhnlich ins
VII—VIII.
V.
in
—
der Libusa.
Glagolila Clo-Janus.
Kl.
Von Hanka Prag 1846. 8°.
XI Jh. gesetzt. Vgl. meine
4°.
•
lat.
und böhmisch,
Safafik u. Palacky. Pr. 1840.
Das Gericht
VoslokoT
Eb.
S.
VIII
— IX.
mon. Zographi auf d. Athos, glagol. aus derselben od. etwas spätem Zeit, Eb. SJ IX.
Fragmenlum Ev. Joannis,
böhm. Spr.
von
beim
Prokop zugoscluieben wird, ehemals im
d) Telroevangelium macedoniciim, glagolitisch, aus derselben Zeit, bei Hrn. Grigorovid.
e) Telroevangelium
aller)
12».
b) Evangeliarium Rhemense, dessen cyrillischer Theil
Emaus
Heraus-
8«.
Reden auf zwei Quartblättern aus dem XI Jh. (wo nicht
Hrn. Giigorovie in ICazail. Vgl. Izvesüja Imp. Akad. nauk T. I. SP. 1852. 4». S. 89-96.
Evangelium. — Zwei cyrillische, drei glagolitische u. ein böhm.
Cyrillus Alexandrinus.
XIII
679—685.
slav. p.
und Homilien einiger Kirchenväter
palaeoslov. Vindob. 1851.
— Zwei
enthalt das A.
Jh. angehörig,
glag.
Hft. 1 u. 2.
Ein sogenannter Obstnik od. Lectionarium mit Oden
— Legenden
Jh., <ler zweite aus
1—164.
8«. S.
lat.
35— 47.
Anfange des XIII
Moskau, beschrieben \imGorskij und Necostru-
Podlazice in Böhmen, jetzt in Stockholm,
mehre andere
u.
Nachrichten. Prag 1796.
Codex Hankeanus.
,Ih.,
Moskya
I.
— Aus
od.
Prof. Grigoroviö in Kazaii.
beim Hrn.
Hands. auf Papier in der Synodalbibl. in
•
jev in Opis. slav. rpp. T.
und
Ende des XII
d.
a.
—
Von kaum
4o.
S.
Zwölf Pergamentbl.,
d.
a.
X
Jh.,
im böhmischen
Museum.
Denkm. der
Vgl.
103—166.
scharf zu
bestimmendem
glagolitisch, a. d.
Alter,
X— XI
im böhm. Museum. Eb.
Jh., in
S.
13
— 102.
der Bibl. d.s Hrn. Grafen Cloz
Trident, herausg. von Kopilar: Glagol. Cloz. Vindob. 1836. Fol.
—
Gregorius Naziamenus.
XI
Jh., in di^r kais. Bibl. in
T.
III.
p. 27.
T. IV.
p.
294.
Dreizehn Homilien,
SP. Vgl. Ucen. Zapis.
cyrillisch mit eingestreuten
Ivn.
H. yyp.
II.
glagolitischen
SP. 1856. S.
75—88.
Buchstaben,
Izvestija
T.
II.
a.
d.
p. 247.
.
—
„hbornik" ducis Svatoslai.
Mus. SP. 1842.
i..j.inr.
4°.
— Aus
•Karaniaiiische Aufsätze.
l'ani.
SP. 1827.
'4°.
Legenden.
—
1.1
dem
1073. in
u.
X'Jh.
d.
c)
Moskau.
Synodalbilil. in
tlcr
Materialy cUja
Vostokov
Vgl.
Opis. rpp. Ru-
5—10.
pis'men. Mo.sk. 1853. Fol. S.
isi.
iu der köu. Hofbibl. in
von Kopilar Glag. Cloz.
vom
Kodrat, zwei Pergamentbl.
h.
Metrop. Evgenij, dann beim
Hrn.
SP. Vgl. Vostokov in Ucen. Zapis. SP. 1856.
»o» der
4) Leijende
S.
J.
München. Hciausg. von Kuppen
in
Sobi
XXXHI- XLVII.
p.
Drei cyrillische und eine böhmische.
a) Legende
ehemals bei
1—86,
S.
Vom
499—506. No. CCCLVI.
S.
Legende vom
XI
d.
a.
W.
Wemel,
a.
e.
Hs.
d.
XV
in
einer
a.
(wo nicht
Jli.
was
aller,
mir wahrscheinlicher),
Staatsralh Pogodin in Moskau, jetzt
in
der
kais.
ßibl.
65.
XI
Thekla, ein Pergamentbl. a. d.
h.
h.
II.
Jh.
Jli.
Eh.
Hanka im
in SP. Vgl.
Gas.
C-es.
Mus. 1830.
Hft.
IV.
453-4(52.
d)
Hanka
Legende rom
skUU.
iu Star.
Prohop,
h.
Pr. 1817.
Raygcrn
nediclinerstift zu
Hd.
—
Hs.
a.
d.
XIV
Anfang des
Herausg. von
Jh. in Prag.
1—51.
S.
I.
Lateinisch
a.
X.
d.
mit
Jh.,
Worten am Rande, im
Zeilen und
cyrill.
Be-
Mahren.
in
—
Missale Novakianutn.
böhmisch,
1-2«.
Martyrologium Rayhradense.
Glagolitisch
vom
J.
1368,
der
in
Hofbibl.
kais.
in
Wien
,
beschr.
in
Sihestre
Paleogr. univ. Par. 1839. F.
Nomocanon
beim Hrn. A.
lit.
—
höh.
2 vyd. S. 40.
Pentecostarion.
Synodalbibl. in
Die sogenannte Kormeaja,
—
Das
ö.
älteste
Slawisch
Moskau No.
1263. mit
e.
eingeklebten glag. Blalt,
böhm. Passionale
a.
d. XIII
— XIV
Jh.
Hands.
v.
J.
1311 auf Pergament
in 4°.,
a.
d.
XI
dem Metrop.
im
biihin.
Museum.
Vgl.
Jungmami
—
auch Triod
cvetuaja
genannt,
Zehn Pergamentbl., mit
jetzt iu der kais. Bibl.
glag. Initialen,
Jh.,
ehemals bei
in
<l<-i
SP. Vgl. Vostokov in Uc. zap.
iu
II.
59—64. Kopitar
41—44.
Slicbernrium.
—
'-
a) Hand.s. aus
Kurze Kirchcnhymneu mit Gesangnoten.
dem
XI— XII
b) Drei Pergamentbl.,
Typicon serb.
Unterschrift,
iliklosich slaw.
J.
896.
dann beim Hrn. Pogodin,
Glag. CIoz. p.
vom
145.
Psalterium interpretatum.
Evgenij,
scrb. Familie,
Mihanovich.
v.
Passionalc
Hist.
—
serb.
—
Jh.
in der kais. Bibl. in SP.
Fragmente aus zwei Hands. des XI
Hands. auf baumwoU. Papier zwischen
vom J.
Wien 1851.
glagohtische,
Bibliothek.
982, in einer griech.
8".
Wo.
I.
S.
Jh. bei mir.
—
1357 1367 im Privatbesitz.
Urkunde des Klosters Iweri auf dem Athos.
d. J.
148—149.
Vgl
Es
1.
war am
November
ih.
Uni versiläts- Bibliothek
die k. k.
am Tage zuvor
dass er
1855, als mir Hr. Professor Hüfler,
(14. Nov.), bei
besuchen
zu
fast täglich
um
der
machte,
der Durchsicht der Handschriften der Bibliothek des
und
Prager Metropolitankapitels, in Gegenwart des Hrn. Prof. Gindely, ein böhmisches
am Einbände von
anscheinend altslawisches Pergamentfragment
entdeckt habe.
Am
folgenden Tage händigte er mir in der
böhmische Pergament-Fragment,
k.
zwei
Legende von der
dem Bemerken,
dass er
Universitäts-Bibliothek das
k.
Anna
h.
(aus
dem
XIII Jh.) zur Veröffentlichung
des Hrn. Prof. Gindely, die Handschrift mit
dem
altslawischen Fragmente vor. Ich erkannte
die Schrift der auf der Innern Seite des Hinterdeckels angeklebten
ich die Handschrift in die rechte
Pergamentblälicr.
zwei
Lage gebracht, auf den ersten Blick
beinr nähern Besehen auch als unzweifelhaft echt
alt,
als
Mit seiner Erlaubniss
bereitwillig seine Einwilligung gab.
nehmen und
Höfler
vor
ich
offenen
Seite
ihren Inhalt zu prüfen, so dass ich schon aai
der philologischen
auf dringendes Verlangen, in der Sitzung
18.S5,
wichtig,
Prof.
und seinem Wissen war
allem bemüht, in den nächsten Tagen ein möglich treues Facsimile von der
der angeklebten zwei Blätter zu
glagolitisch
und daher äusserst
und erbot mich zur Beschreibung und Herausgabe des Fragments, wozu Hr.
n. December
ein, mit
mich auch mit dem andern Funde bald bekannt machen werde.
Prof. Höfler am 23. November zu sich, und zeigte mir in Gegenwart
Hierauf lud mich Hr.
und sehr
ein
Handschriften
alten
ein seitdem in der Museumszeitschrift gedrucktes Bruchstück
einer gereimten
nachdem
Zeit
diese
Mittheilung
die
pflegte,
der kön. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften
Gegenwart von mehr
in
als
Section
zwanzig
Gelehrten und Lileraturfreunde, denen das Original zur Besichtigung vorgelegt wurde, den
ersten vorläufigen Bericht
konnte.
Um
über
die
diese Zeit, nämlich
Besultate
am
19.
meiner Prüfung
December, Hess
299) eine kurze Nachricht von diesen neuentdeckten
unten wiederhole
unabhängig,
')
iler
glagolitischen
seiner kritischen Prüfung
erstatten
Zeitung
(No.
die
hier
ich
In der ara 17. d.
M. abgehaltenen Sitiung
der königl. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften erstattete zuerst das ausser-
HöUer einen umständlichen Bericht über
Fragmente.
Hierauf
las
das
ordentliche
und Würdigung dieser Denk in.iler.
an der innern Seite des liinterh Deckels fest angeklebt,
Prager Metropolitankapitels und
und
Prager
Fragmenten abdrucken,
Sie lautet: Die beiden neuenldechlenglagolilischen Fragmente.
Episteln
der
und die Augsburger Allgemeine Zeitung veröffentlichte auch, davon
von mir nicht veranlasste Berichte über diesen Gegen-
'),
philologischen Section
zirei
Denkmäler
dieser
in
fast gleichzeitig einige
ordentliche Milghed Professor
gen
ich
ist ein
die Apokalypse), welche
die
von ihm entdeckten, überaus wichti-
Mitglied Bibliothekar
Die Handschrift,
erhalten haben,
belindct
lateinischer sogenannter Praxaposlolus (d.
tum mindesten aus dem
Säfarik
die
Resultate
in welcher sich diese Pragini'ute,
XI. Jahrhunderte
i.
sich
die
in
der
Bibliothek
Apostelgeschichte
de."!
,
die
stammt und sich unter anderm
3*
—
stand,
l
iheizeiigt
von dem
der beiden Frai;menle und
liolien Aller
die Geschielite der slawiseiien Sprache, insbesondere
und durchdrungen von dem Wunsche, diese ehrwürdigen Uiberreste
Standpunkte der Wissenschaft angemessenen Gewände
blikum vorzulegen, widmete
im Einvea-ständniss mit
ich,
dem
dem
Wiclitigkeii
ilirer
der Schreibekunst
den
bei
einem dem jetzigen
in
tiieilnehmenden
gelehrten
damals ulTen lagen, und
schreibung des Originals
und
den zu
Kichtigkeit,
nachdem
erst,
Grad der Treue
mir überhaupt möglich war, gesichert hatte, schritt ich
erreichen
gegen Ende des Monats Januar 1856, auf
vorsichtig
Pergamentblätter von
so weit
ich sowohl der Durchzeichnung, als auch der Be-
seinem vorgefundenen Zustande^ denjenigen
in
Pu-
geehrten Entdecker, die nächst-
folgende Zeit der wiederholten allseitigen Prüfung und Würdigung der Fragmente,
sie
für
Slawen,
dem Deckel und
vielseitige
öffnete mir dadurch
Wünsche, zur Ablösung der
den
Weg
möglich noch schwierigem Arbeit, da ich die Rückseite der beiden
niulhet hatte, ebenfalls mit. fast erloschener Schrift bedeckt
mich unverweilt unterziehen musste.
Vom
fand,
zu einer
deren
wo
neuen,
wie
Blätter,
ich
ver-
Entzifferung
ich
Anfang Februar an bis gegen Ende August
,1.
I.
widmete ich nun den grössten Theil meiner Älussestunden der Entzifferung der stark ausgebleichten und beschädigten Schrift dieser beiden Seiten mit ungeschwächtt- m
auch durch ein vurgesetzlcs sinnreiches Miniaturgemälde
feierliche liibergabe eines
Buches
als
byzandnischem Styl auszeichnet,
Widmung
ich diese
welchem
in
die
wird,
dargestellt
Codex geschlos-
des sehr schön ausgestatteten
Die Fragmente bestehen aus zwei Blättern mit glagolitischer Schrift, welche ursprünglich zwei,
werden kann.
sen
in
Geschenk von einem böhmischen Herzog an einen Abt
woraus mit Recht auf eine besondere Bestimmung oder
und
Eifer
wo
unablässiger Sorgfalt, so dass ich versichern kann, dass es wenige Tage gab,
von verschiedenen Schreibern herrührenden, übrigens höchst wahrscheinlich gleichzeitigen Handschriften entnom-
men wurden.
Das
erste enthalt auf
und Kathismea
.\ntiphonien
27 Zeilen
sogenannte
am Schlüsse
welche an Festlagen hei der Mette
(slav. sedi7«y),
Exapostilarien
(slav. jce/tY«!/)
des Kanons gesungen werden;
zum Absingen am
welche
das
d.
zweite
kurze
i.
Diess
Passioustage dienen.
Hymnen,
aber auf 24
ist
dem Deckel
von
Man kann
nicht abgelöst wurden.
nichts als eine Fortsetzung dieser
Kirchenhymnen
Zeilen
jedoch nur
Gründen
von der otfcnen A'orderseite der Fragmente zu verstehen, da dieselben vorläufig aus höch.st wichtigen
jedoch mit Zuversicht vermuihen, dass die Rückseite weiter
enthalte.
Die Sprache derselben' stimmt zwar im Ganzen mit
der sogenannten Allslawischen oder der Sprache der Kirchenbücher aus der ältesten Zeit überein, weicht jedoch
im Einzelneu von derselben bedeutend
mcn
<la
wo
ilicse
ist,
nicht der ursprüngliche, so doch sehr
Blatter, als sie angeklebt
schädigt, d.
i.
was das merkwürdigste
Wahl
als ein
alt
und
die Einsetzung der
und
stark mit Laut-
Da
der
entspricht;
Fragmente mit ihm
gleichzeitig
alt
;
und da endlich auch
die Gestalt der Buchstaben
ist
man
berechtigt,
885) wenig oder gar nicht nachsteht.
dem Texte und
b.-rcils
alle
einer Uiberselzung
Vorkehrungen ectrolVen
Denkmälern
und Methodius und
ihrer
in
sie hier
da ihr Inhalt dem
und die Orlliographie
bedeutend vorausging,
den Ursprung dieser Fragmente
apostolischen Thätigkcit des heil. Cyrillus
ist;
und stark be-
und abgenutzt waren; da man mit Grund vermuthen kann, dass
werthes Andenken zur Aufbewahrung angebracht wurden
welche den ältesten bis jetzt bekannten glagolitischen
Zeugniss gibt: so
Worlfor-
Einband der Hand-
Zustande der griechisclicn Kii chenbüchei, wie er vor dem Anfang des X. Jahrhunderts war,
dem spätem
mit
ist,
wurden, augenscheinlich und erweislichermassen bereits sehr
durchlöchert, angerissen
mit Absicht und
teren
und
welche der Sprache der Böhmen. Mahrer und Slowaken eigen sind.
versetzt,
schrift,
ab,
ein
eine Zeit zu setzen,
nicht
äl-
aber
für eine Periode,
unwiderlegliches
welche jener der
Gehilfen in Mähren und Pannonien (862
Eine umfassende Würdigung und Beleuchtung dieser ehrwürdigen Reste
wird von den Berichterstattern in nächster Zeit ans Licht
siud.
treten,
wozu
21
Denkmäler
hohen
iiirer
Hand genouiincn
nicht in die
gewiss
VVichligkeit
geschehen wäre.
nicht
dieselben bedeutend (ruber schliessen können,
sowohl das griechische Original,
hätte,
zu suchen,
um
wo möglich,
dieselben,
was ohne die
hätte,
wenn
Uiberzeugung von
tiefste
wohl die Acten
Ich hätte
ich es nicht
für nothwendig
auch die slawische Version
als
zur Vergleichung mit
dem
andern
in
über
erachtet
Quellen
Texte unserer Fragmente
und zur Beglaubigung meiner Lesung derselben herbeizuziehen. Um
mich an mehrere literarische Freunde, sowohl im Inlnnde,
erreichen,
auch im fernen
als
Auslande, schriftlich wenden, konnte aber auch so, nach langem Harren,
Willen derselben, des Gewünschten nicht ganz theilhaflig werden.
zu
diess
jnusste ich
dem besten
demnach
bei
übergebe
Ich
das Resultat meiner Untersuchungen theilnehmenden Gelehrten im Nachstehenden zur freund-
dem Bemerken, dass, während sich mein erster kurzer in der kön.
böhm. Gesellschaft der Wissenschaften erstatteter Bericht bloss auf die zwei damals offenen
Seiten der beiden Fragmente bezog, ich nunmehr in dem folgenden natürlich alle vier Sei-
lichen Prüfung, mit
und meist äo besprechen werde, als hätten mir -von Anfang her
frei vorgelegen.
Ich wende mich zuerst zu der Handdie Fragmente erhalten haben, und hierauf zu den letzteren selbst.
len gleichzeitig umfassen
beide Blätter oder alle vier Seiten
schrift, in
2.
welcher sich
Die Handschrift,
in
welcher sich unsere ehrwürdigen Reste erhalten haben,
lateinischer Praxaposlolus, d.
jener Theil des
i.
kanonischen Briefe, die Apostelgeschichte und die Briefe Pauli
men
198
in Folioformat,
Bll.
mit wenigen Abbreviaturen
Kennzeichen
ins XI.
.Ih;
ist
geschrieben
(>
zusam-
zählt
und gehört nach verlässlichen paläographischen
Nach der
desselben.
in die erste Hälfte
Ausführung
der
sie mit Recht, wenn auch nicht gerade zu den Prachtdoch zu den sehr schönen und werthvoilen Handschriften gezählt werden.
kann
Die Höhe des Pergaments beträgt bei derselben
nien; die
Sie
enthält.
Bezug auf Pergament, Schrift und kunstvolle
reichlich vergoldeten Initialen
handschriften, so
ein
auf weissem dünnen leicht rollenden Pergament sehr schön
und zwar wahrscheinlich
sorgfältigen Ausstattung in
ist
Testaments, welcher die Apocalypse, die
JN.
Höhe der Schriftcolumne aber nur
1
1
8 Zoll
8 Zoll
Zoll 7 Linien, die Breite
und
1
bis 2
9 Li-
Linien, die Breite h Zoll
Linien Pariser MaassCs.
Das
erste Blatt derselben
ist
auf der Rückseite mit einem sinnreichen,
jetzt leider, trotz
des dabei nach beiden Seilen hin angebrachten Schutzes von eingelegtem Scideiistotf, stark
bescbädiglen Miniaturgemälde versehen, dessen richtige
Deutung
Handschrift sehr wichtig, aber zugleich auch sehr schwierig
rizontal laufende Liqicn
queer
Felde wird die Vision des
h.
in
der Mitte
der Linken (nach der Apokalypse
_
in fürstlichem
(Jeschichte
die
ist
zwei gleiche Felder gclheilt.
in
der
ilurch vier hoIn
dem obern
dem Schwerte im Munde und dem Sternenkranz
in
der Rechten); rechts vor ihm der h. Johannes, ganz
Anbetung seines Herrn und Meisters versunken.
scher Herzog
für
Dasselbe
.lohannes dargestellt, von welcher im ersten Capilel der Apo-
kalypse die Rede, nämlich (Christus mit
in
in
ist.
In
Gewände, mit der Lanze
WaHenträger mit cnlbloS!.lem Srhwcrie.
dem untern Felde
in
der Rechten
Vor dem Herzog steht
ein
Ahi
steht ein
:
mit
hinter
ilcm
böhmiihm
ein
Krumm-
22
Stab, ansclieinend ein Benedictinerabt, der so
lung auf unsern Praxapostel)
dem
steht es
eben ein Buch (wahrscheinlich
vom Herzoge zum
ihm stehenden Ordensbruder zu übergeben.
hinter
eine
Gesclienk empfangen hat und
den Ecken der
In
der befinden sich in kleinen runden Feldern Porträte von Geistlichen,' sechs
nämlich die milderen zu beiden Feldern gehörend.
Anspie-
im BegrifTe
der
an
Fel-
Zahl,
Die jetzt stark beschädigten Inschriften
zwischen den Linien auf der Gränzscheide der beiden Felder scheinen vollständig gelautet
zu haben
dabi(t-)
(Si
I)
:
neq)uis solem- debes (aspic)ere (Chris)tum,
Munus votu(m su)perabit
—
und
2)
(Si
paru(ni)
)
jene mit Beziehung auf das obere, diese mit Beziehung
Auf dem Buche
selbst ist das Wort dominus ganz deutlich zu lesen.
und des Bildes überlasse ich Männern vom Fache. Das
Miniaturgemälde, welches von Kennern für einheimisch d. i. böhmisch gehalten und ins XI
Jh. gesetzt wird, wurde durch einen zwischen das erste und zweite Pergamentblalt einge-
auf das untere Bild.
Deutung der
f)ie
letzlern Inschrift
setzten rothen, so wie durch einen auf
dem
Pergament bekleideten Holz-
zuerst mit reinem
deckel aufgeklebten blauen Seidenstoff vor Verletzung geschützt: indessen hat sich nur der
erste
noch erhalten.
Über den
loge, einigen
Inhalt des
Codex
ist
zu bemerken, dass den einzelnen
auch die Vorreden des
Capitel vorgesetzt sind.
nymus und des AIcuinus.
den, welclie bekanntlich
Der Text
h.
Büchern kurze Pro-
Hieronymus, dann den meisten die Summarien der
enthält die Vulgata mit den Verbesserungen des h. Hiero-
Die Eintheilung in Capitel weicht aber von der jetzt herrschen-
Hugo
zu Anfange des XIII
.Ih.
einführte, so wie
von
andern
allen
mir bekannten gänzlich ab. Es enthält nämlich die Apokalypse 48, der Brief des Jacohus 20,
die Apostelgeschichte 64 Capitel u.
s.
w., alle
zusammen aber 400
Laodiceer, der hier nach jenem an die Colosser eingeschaltet
ist,
den Brief an die
Capitel,
mitgezählt.
Die bekannte
Eintheilung des Euthalius (um 460) zählte in a,llem nur 219 Capitel.
der Codex, mit
Da es möglich ist, dass
Ausnahme des Miniaturgemäldes, ursprünglich aus dem Auslande stammt
(wirklich stimmt die Schrift auffallend mit
ein, z. B.
manisches
mit Tab.
IN.
V Tomi
es
altern
um
Sanct-Galler Handschriften über-
so bemerkenswerther, dass
fast
.Ih. in
Lyon
ganz übereinstimmt, nämlich
ein
ro-
in
der An-
bis auf
den Um-
demselben die Apostelgeschichte der Apokalypse vorangeht.
stand, dass in
dem
ist
Testament aus dem Ende des XIII oder Anfange des XIV
ordnung der Bücher mit unserem Codex
Mit
einigen
bei Perlz), so
II
191 Blatte geht der Text des Praxapostolus zu Ende. Y>s%
sieben Blätter unterscheidet sich etwas von jenem des Apostels.
tern stehen die
Pergament der
Auf den
letzten
ersten sechs Blät-
Legenden von den h. eilf Tausend Jungfrauen (der Codex hat irrthümlich I.\
und der li. Cordula, nach meiner Schätzung von einer Hand aus dem
millium virginünt)
Ende des XII
mag auch der jetzige Einband der Handschrift und somit
schon damals, wie wir gleich sehen werden, alten und stark beschädig-
Jh. In diese Zeil
die Befestigung der
Fragmente am Hinterdeckel
Logenden, was nicht unmöglich
ten
Das
letzte
liinl
Einsiedlern
fallen,
ist,
in
wenn man
nicht
lieber
in
Polen
ein,
anqehmen
will,
dass
den schon gebundenen Codex eingetragen
Blau nimmt eine etwas fragmentarisch gehaltene und
welche ich bestimmt für
diese
wurden.
unbeendigle Legende von
noch etwas später
in
den Codex
.
23
am
eingelrageti halle, so wie es von der ebenfalls unvollständigen Rede
Matthias auf der Vorderseite des ersten Blattes (mit
dem XIV
etwa
3.
dem
Apostels
Feste des
Miniaturgemälde) gewiss
ist,
welche
Jh. angehören dürfte.
Die zwei Fragmente befanden sich zur Zeit ihicr EnldcckLuig auf der innern Seite des
Hinterdcckels,
wo
senkrecht neben einander gestellt und stark mit Lein) angeklebt waren.
sie
Obere oder der Kopf der Schriftcolumne nach dem breiRand des Deckels, das Untere aber nach innen gegen die Falze oder den Rücken
des Codex gekehrt war, so dass man den Deckel der Breite nach vor sich hinhalten musste,
wenn man die Schrift lesen wollte. Der Raum, den die zwei Fragmente auf dem Deckel
einnahmen, betrug der Höhe nach 8 Zoll 2 Linien, der Breite nach 1 Zoll 1 Linie. Das
erste Fragment hielt in der Breite ö Zoll 7 Linien, das zweite 5 Zoll 6Y„ Linie. Die Schrill
Zoll 7 Linien, die des zweiten von G Zoll 9 Linien.
des ersten bildete eine Columne von
Sie waren so geriehtetj dass das
ten äussern
1
Die Breite der Schriftcolumne,
sten zwischen ^2
Ablösung der
—
.ö7,
bei
dem
dem
auf beiden Fragmenten sehr ungleich, hielt bei
als
zwischen
zweiten
Blätter, hat sich das
b8
— 63
Pariser Linien.
nach
Jetzt,
er-
der
Pergament durch Einwirkung der Luft, wie natürlich,
Fragment in der Höhe
etwMs, wiewohl unbedeutend, verzogen, so dass gegenwärtig das erste
Höhe
8 Zoll, in der Breite h Zoll 6 Linien, das zweite aber in der
Breite ö Zoll e'/j Linie hält.
krumm
beschnitten
ist,
Da
der Rand beider Blätter nicht
Beide
Rlätter
am
übrigens
sind
und da ganze Buchstaben weggeschnitten
beim ersien Anblick der Fragmente aus der
schnitten, so dass hie
Es war gleich
sondern
geradlinig,
so bedeckte das linke Blatt an einigen Stellen den
ten bis beiläufig auf 2 Linien.
Inder
Zoll T'/a Linie,
7
ganz
linken
Rand des RechRande
be-
stark
sind.
des
Beschall'enheit
Perga-
ments und der Schrift leicht zu erkennen, dass diese zwei Blätter nicht einer, sondern zwei
Bei näherer Prüfung
verschiedenen Handschriften angehören.
erste Blatt ein Balimpsest
bestätigte sieh, nach
(Codex rescriptus) mit
Ablösung des
Blattes,
ergab sich dazu, dass das
getilgter glagoUtischer Schrift ist
auch von der andern Seite
desselben,
zugleich zeigte, dass das Blatt mit der Rückseite, welche zugleich die Fleischseite
aussen gekehrt, mit der Vorderseite aber, welche die Haar- oder INarbenseite
war.
falls>
Bei
dem
zweiten Blatt, welches kein Palimpsest
zugleich die Haar- oder INarbenseite
Da
ist,
ist,
war
II,
bemerke ich
z.
15.
I.
B.
.j.,
H. A.
zu
sich
nach
angeklebt
Fragment mit
10 u.
s.
w.
I,
haben, die
thun
ein für allemal, dass ich,
ihre Vorderseite, mit A, ihre Uiiekseite mit B,
Zilfern bezeichnen werde,
ist,
nach aussen gewendet.
präcis sprechen zu können, das erste links liegende
gende mit
dies
wo
die Vorderseite, welche eben-
wir es nun hier mit Schriften von verschiedenen Schreibern
wir streng unterscheiden müssen, so
ist,
und
um
kurz
und
das zweite rechts
lie-
und die Zeilen mit arabischen
Ausserdem werde ich, wo
es
nölhig sein wird, die ursprüngliche Lage der Blätter durch die Ausdrücke oll'ene Seite und
bedeckte Seite andeuten, was, wie aus
Rückseite nicht identisch
ist.
dem Gesagten
erhellt,
bei
I
mit
der
Vorder-
und
24
4.
Bevor ich zur näherp Angabe und Würdigung des Inhalts der Fragmente schreite,
ihren äussern Habitus, so gut ich es vermag, beschreiben.
will ich
Schon
so mit
der ersten Betrachtung der Pergamente gewahrte ich;
bei
mittelbar auf
dem buchenen
Holzdeckel so
Leim überdeckt waren, dass
Theil dieser Beschädigungen in die Zeit vor
Blätter mit
dem
und abgewetzt
dem Ankleben
jetzigen Einbände gleichzeitig
ging
dritte
aus
dass dieselben un-
gewissermassen ganz im Leim sassen;
sie
selben mehrfach beschädigt, durchlöchert, zerrissen
das zweite und
1)
angeleimt und überdies auf der Oberfläche
fest
fällt;
3)
waren,
2) dass
hervor.
ein
dass die Einsetzung der
Das erste lehrte der .\ugenschein
ist.
überzeugenden Gründen
die-
und dass
selbst,
Denn beim Ankleben
wurde der dicke dunkle Leim von den alten Löchern natürlich nicht bedeckt, sondern
quoll über den Rand derselben hervor und bedeckte den letztern: auch kam dabei das
Pergament an solchen
wo
Stellen,
Löcher und Risse am Rande waren, durch Einbiegen,
die
Die neueren Löcher rühren dage-
Einschlagen und Ausspreizen aus seiner normalen Lage.
gen von Bücherwürmern her, welche nicht nur den Holzdeckel mehr oder weniger tief angefressen, sondern auch die anliegenden Pergamentblätter der Handschrift ganz congruent
Diese Löcher waren
durchbohrt haben.
sowohl im Deckel
kleinere
vom Leime
im Codex, bedeutend
als
Löcher durch Reibung entstanden.
Aus
man
nicht schliessen,
dass
in
frei
l.
und nach beiden Seiten hin,
und zwei
B, sind zwei grössere
dem Umstände,
dass an
der anliegenden
Buchstaben hie und da von Leim
Seite des letzten Blattes der Handschrift die
scheinen, darf
ganz
Nur
tief.
Fragmente
die
erst
später
bedeckt
Dieser Leimansatz rührt offenbar eben so, wie jener an der Vorderseite des ersten
von der eingedrungenen Feuchtigkeit her, wodurch
sich der erweichte
er-
eingeklebt wurden.
Bialtes,
Leim von der Ober-
Dass die Fragfläche des Deckels allmälig loslöste und an der Gegenseite haften blieb.
mente gleich ursprünglich beim Einbinden des Codex mit Vorsatz und Bedacht hier eingelegt wurden, geht für den Unbefangenen aus der Einrichtung des kostbaren Codex und
Betrachtung des sorgfältigen Einbandes unzweifelhaft hervor. Denn der Arfordner des Einbandes, welcher den Vorderdeckel zuerst mit reinem
verlornen blauen Seidenstoff bekleiden
liess,
um
Pergament, hierauf mit einem
das anliegende erste Blatt mit
turen vor Reibung zu schützen, hätte woiil ein Blatt reines Pergament auch
wenn
terdeckel nicht gespart,
es
den
jetzt
Ulinia-
auf den Hin-
ihm nicht um sichere Aufbewahrung und Erhaltung
der
schon damals alten und beschädigten, aber für wichtig erachteten Frag-mente zu thun gewesen wäre.
Literarhistoriker, welche zugleich
sind, wissen zur
des Alterthums,
zu sichern,
Genüge, dass
wenn auch
und dass
oft
Kenner von Handschriften und Paläographen
es im Mittelalter Sitte
nur
als
war, ähnliche
ehrwürdige Überreste
Curiosa, auf diese Weise vor Verlust und Untergang
wir dieser weisen Vorsorge die Erhaltung mancher schätzbaren Denk-
mäler zu verdanken haben. Ich
Aufgabe näher berührt
,
hier
will,
um
nicht weitläufig zu sein, nur das, was unsere jetzige
kurz anführen.
Auf ähnliche Weise auf dem Deckel ange-
Alphabet in
Das bekannte Abecenarium bulgaricuin oder das glagolitische
einer Handschrift der kais. Bibliothek in Paris (No. 1240), von den Benedicti-
nern des
Maurus zwischen S.iO— 9b0, von Kopitar
klebt haben sich erhalten:
h.
1)
ins
XI— XII
Jh. gesetzt.
2)
Ein glago-
25
(wenn ich nicht irre ein Bruchstück aus einer Paulinischen Epistel)
litisches Blatt
Nomocanon vom
serbischen
1263
.1.
des Brevnover Abtes Divis
cyiillische Alphabet, auf Befehl
Dobrovsky Divis
(wie ich dafür halte, nach
11
1
38ö
zwischen den
I
— 1409)
etwa gegen Ende des XII oder
und den späten Nachkommen
ö.
Ich will
nun das Pergament und
Jh.
und zwar zuerst
I.
was bei jenem, wie bereits erwähnt, die Fleischseite, bei diesem die Haarseite
man
aber bei aufmerksamem Beschauen sieht
und durchaus rauh
kleben
Braun und
ist.
genommenen und
gedrungenen Leim beschmiert
An
ist.
zu
sein,
weiss
wo
nur dort,
gelblich weiss
und
dem
es mit
reichlich
zum An-
durch Öffnungen der Membran
einigen Stellen,
8
A.,
II.
ist.
wie schon gesagt, ein Palimpsest und
ist,
lichibraun, theiis
Seiten,, theils
dem Anfange der
8 Zeile, ferner zwischen
und
B.
gleich, dass es eigentlich bloss gelblich
glatt ist es
von den
theils
eine
in
erhallen.
die Tinte etwas näher besciireiben,
Das Pergament des ersten Fragments Seite B.
und theils
Vor-
Stock-
in
Denkmäler,
Anfang des XIII
mit ausschliesslicher Rücksicht auf die anfangs offen gewesenen Seiten oder
scheint zwar auf den ersten Blick glatt
— 1366
dem
(XIII Jh.)
drei schätzbaren
holm angeklebt. Eine ähnliche sinnige Sorgfalt hat, wie diese
sichere Freistatt gebracht
13G0
J.
geschrieben und auf
Codex giganteus
derdeckel des berühmlen, aus Höiimen stammenden
so auch unsere Fragmente,
einem
in
Hrn. A. von Mihanoviö. 3j Das glagolitische und
bei
3
dem Ende der
B. zwischen
z.
erstreckt sich
9 Zeile,
ein-
und
7
Rasur nicht
die
über die ganze Oberfläche der Membran, sondern diese trägt noch sichtbare Spuren von
Buchstaben aus der getilgten alten
Loupe Spuren von
20
— 21,
drungen,
die zweite Schrift.
die Falten der
abgeschabt
kräftig
als
und
ersten
ist,
Doch
Buchstabens
3
die
wo
und gleichsam
einem
,
V
Initialen
tiefer
nicht mit der
ganz
Schrift
sich die alte
13
Z.
das Pergament
in
(in
— 16 und A
einge-
mit
der getilgten Schrill ähnelt,
Zeile
letzte
wo man
keine Zeile,
fast
Dort,
Schatten, und
blossen
ausserdem
fällt
in
Übrigens Hess auch die urspiüngliche dunklere Schritt dort, wo
Membran.
rein,
Es gibt
den zwei unvertilgten
erscheint dieselbe viel schwärzer
als
Ausnahme des
sie
Schrift.
entdecken kann.
erhalten hat, namentlich bei
substantia)
Z.
alter Schrift
Die zweite Schrift
nur braune, keineswegs schwarze Spuren zurück.
ist
aber dunkelbraun, umbrafarben oder sepiafarben, keineswegs so schwarz,
die besser erhaltenen Buchstaben der ursprünglichen Schrift, namentlich die zwei oben-
genannten
Initialen.
nicht etwa bloss ihre
Doch
liegt
Spuren
in
noch die
Die Tinte war gleichsau» dick, was mit der
Loupe an der Beschaffenheit der besterhaltenen Buchstaben
sind die ersten
kein
Grund
und die
vorliegt, die Schrift für verwischt zu
Sogar die
gegen Ende der 24. Zeile mit dem Worte
Schrift an.
Linien zwischen den Zeilen,
keine zu entdecken.
herum, rühren
sei
halten, so
dass
Initiale
T
SVA
(sve
es mit
:
dem
erkennen
zu
:)
von Bimsstein oder Schabeisen
,
so
fängt
ist
(rasorium
die
s.
Doch
wo
dünnerer
sehr blass, und bedie
plötzlich
oder mit der
wie
ist.
auch dort,
etwas
mit
sie
26— 2T
Z.
Griffel
Das grosse Loch am linken Rande
ofTenbar
leicht
letzten drei Zeilen merklich blasser, als die übrigen,
Tinte geschrieben zu sein scheinen.
reits
der Membran,
Substanz, dieser Schrift seihst auf
der Membran.
blassere
Feder,
kleinen
um
novacula) her.
4
sind
dieses
ün-
26
streitig stand dort
eine Initiale,
und
als
sich der S(l)ieil)er überzeugte, wie schwer
die Initialen zu vertilgen, liess er die antlern
Die
stehen.
uiibeiüiirt
es
uispriingliciie
sei,
glatie
und glänzende gelbliclnveisse Oberfläche des Pergaments ist nur noch dort sichtbar, wo sie
weder durch Schaben rauh gemacht, noch mit Leim beschmiert wurde, also nur an sehr
wenigen Siellen.
Das zweite Fragment
ganz andern,
viel
Abnützung wegen,
ist,
wenn man
die offene Haar- oder Narbenseite betrachtet, auf
Farbe
gröbern Pergament geschrieben, dessen
theils
kaum
erkennen
zu
Die Membran
schlechter erhalten, als jenes erste.
litt
weit
und dunkelschvvarzen
rein-
von Bimsstein, dennoch
mehr
als
bei
Tinte, deren
dem
d.
tiieils
ihre
am
In
der
das Blatt sicher
als
,
rauhen Pergaments sein
sind mit Mennig geschrieben und haben durch die Zeit
spurlos verschwunden
bedeutend
hell isabellfarben,
Es
bei verliischien
Die Züge der Buchstaben sind eckiger und krummer
Theil auch nur eine Folge des
ist
i.
glatt.
ersten Fragment.
Spuren
der
Viertel
ist
gröber, körniger, weniger durchschei-
ist
pergamenlfarben, gelblich, durchgänijig fein rauh, nirgends
sind zwar Furchen, gleichsam
beinahe drei
einem
grossen
der
theils
Dieses Fragment
ist.
nend, so weit es noch zu ersehen eigentlich lederfarben,
Die .Schrift selbst
dem
der Menge des Leimes wegen, mit
Oberfläche stark bedeckt sind,
nun,
auf
ist
3,
keineswegs
und
i
kein
Zeile
h
Palimpsest.
geschrieben mit emer
Buchstaben graubraun sind.
dem
ersten Blatte, was
Die
könnte.
rothen
meisten gelitten, so dass
Spuren so mit Leim überzogen
zum
Buchstaben
sie theiis
sind, dass ihren letzten
Schatten nur noch derjenige entdecken und sehen kann, der von ihnen schon etwas weiss. Mitten
zwischen den Zeilen laufen dünne und massig
tiefe,
mit einem Griffel eingegrabene
und
in schief-
einfallendem Lichte sehr kenntliche Furchen, übrigens weder ganz gerade, noch je zwei und zwei
in gleicher
Entfernung, aber, so weit sichtbar, bis auf den leeren
aus.
Am
tern
am Ende
rechten Hand der Columne
gänzlich.
läuft eine
Der Unke Rand des zu
oft überschritten wird.
Am Ende
der
4.
und am Anfange der
Rand des Pergaments
hin-
senkrechte Linie, welche aber von den Wör-
19.
stark beschnittenen Blattes fehlt
Zeile zerschnitt der Griffel die
Membran
und verursachte eine Scharte. Der auf diesem Blatte zu dick aufgetragene Leitn ist besonders
dunkel und dick, beinahe kaffeebraun oder dunkel tabakfarben. In den untern ö oder 6
Zeilen sind die Buchstaben stellenweise mit einer ganzen Rinde erdiger Pappe beschmiert,
und
dalier,
besonders
am Ende der
letzten Zeile, beinahe bis zur Unkenntlichkeit bedeckt
RinJe befindet sich auch auf dem leeren Rande des Pergaments.
Diese
Dass die Farbe des Pergaments bei
ist,
lirte
A., als
I.
tend gelber, so wie umgekehrt bei IL B.,
als
bei der Haar-
bei der Fleischseite,
oder Narbenseite,
bedeu-
zwar reiner, aber blasser
auf den Seiten I. B. und IL A., liegt in der Natur der Sache. Eine weitere detailBeschreibung dieser beiden Seiten, auf denen die Fragmente angeklebt waren, würde,
als
da dieselben so vielen Wechselfällen beim
.ankleben
und Abnehmen
unterlagen,
für
die
Wissenschaft ganz unfruchtbar sein.
(3.
farbe,
Die 2V«/e des Fra^^nients
und scheint
I.
B.
ist
von verschiedener bald hellerer bald dunklerer Sepia-
rein organisciier Natur,
ohne Beimischung von Metalisalzen, zu sein (etwa
27
wo
Sepia), da sie auch da,
sie in
den
Si luiftziigen
ihre Spuren im Pergamenle zurückgelassen
genlheil durch die
Dasselbe
den Spuren
v(jn
gilt
nichl bloss
subslaniia aufliegt,
in
Behandlung mit solchen, gleich wie mit reinen) Wasser,
schen und blasser wird.
wo
noch
durch Rcagenticn nicht verändert,
liat,
der
im
wegradirien
früheren
Ge-
nur weggewaSclirift,
Züge einigermassen besser ohalten sind, rein schwarz erscheint, aber
ebenfalls von Reagentien nicht verändert wird, also von Tuscli, Russ oder einem ähnlichen
organisciien Stoffe herzurühren scheint. Aus dem Grunde war bei der schon an sich, wie
die zwar da,
die
auch durch das Ablösen stark beschädigten Schrift der Vorderseite
Wege
Restauration auf chemischem
Anders verhält es sich beim Fragment
angenommen
als
bei
I.
II.
keine
I.
Schon auf der Vorderseile zeigte der
der Grund
Denn obwohl
Anblick die ganz andere Natur der Tinte.
etwas dunkler
(A) desBlatles
möglich.
des
erste
an
Blattes,
sich
durch Alter und Sclimulz stellenweise eine tiefbraune Färbung
B.,
hatte, so trat die tief
braunschwarze Schrift dennoch kräftig und deutlich, zum
Beim Ablösen des Blattes blieb die eigentliche Substanz der
Theil noch reliefartig, hervor.
Tinte, mit welcher die Zeilen der Rückseile geschrieben
zum
waren,
grössien
Theile
auf
dem
Holzdeckel oder vielmehr auf der glatten und harten Leimschichte zuiück, welche das
Blatt
mit
dem Holzdeckel verband; nur
einzelne inselartige
Oberfläche der Leimschichte mit sich und zeigten die Schrift
Wiewohl der Text
Gründen rathsam,
fast
ganz
Eine
Blaues zogen
des
die
ursprünglicher Conservation.
werden konnte, so schien
entziffert
die Rückseite, namentlich einiger
gen, durch Reagentien aufzufrischen.
Flecke
in
es
doch
aus
mehreren
anomalen Stellen und Buchstaben we-
concenirirte Lösung
von
Schwefelwasserstoff-
Schwefelammonium (Ammoniunisulfhydral), welche jedoch schon längere Zeil bereitet und
massig gelb geworden war, wurde mit einem gleichen Volum Wasser verdünnt und mit
einem weichen Pinsel
leicht aufgestrichen.
Sogleich
die
trat
Schrift
in
der
prächtigsten
wenn auch etwas verwaschen, dunkel schwarzgrün hervor, und blieb auch so,
nachdem das Blatt einige Minuten lang auf weichem Wasser gelassen und durch mehrstündiges Pressen zwischen oft gewechseltem Fliesspapier vollkommen ausgetrocknet war. Nach
Deutlichkeit,
Tagen jedoch
einigen
fing die restituirie Schrift wieder merklich an
zu
verbleichen,
wess-
halb das Blatt sogleich zwischen zwei Spiegelplatten verschlossen und durch Verklebung mit
Goldpapier der Luft möglichst entzogen wurde, worauf dann die Schrift nur
abblasste.
Bemerkt muss noch werden,
dass
die
durch
noch
Ammoniumsulfliydrat
Schrift nur in der ersten Zeil grün erschien, bald jedoch eine
bleich
wenig
restituirte
kaffeebraune
Farbe
annahm und behielt. Die rollien Zeichen der mit Ammoniumsulfbydrat behandelten Seile
wurden sämmtlich tief schwarzbraun selbst die auf der andern Seile, welche nicht ein
;
Tropfen Reagens berührte, befindlichen
rothen Zeichen
und Reste von Zeichen wurden
durch den blossen Dampf des Ammoniumsulfhydrats zum Theil
Beweis
,
dass
sie
Leimschichte des
sulfhydrat
und zwar
fast
mit
schwarzbraun
Mennig und nicht mit Zinnober geschrieben wai en.
Holzdeckels
zurückgebliebenen
Schriflreste
noch dunkler und schärfer hervorgerufen,
natürlich sowohl
die
rothen
als
die schwarzen.
wurden durch Ammoniumjene auf
als
gefärbt: ein
Die auf der
Dass
dem
Blatte
die schwarze
4»
selbst,
Tinte
des
28
Kraijmcnls
nachdem Gesagten kaum
Eisentinte gewesen, dürfte
II.
treten der Sclirift
durch .immoniumsuHliydiat
blassen erklärt sich natürlich durch
in
zueifelliaft sein.
Das
.\uf-
schnarzgrüner Farbe, das nachherige Ver-
Bildung von Schwefeleisen
und durch dessen O.xyda-
Lösung von Kaliumeisencyaniir (gelbem Blutlaugensaize) brachte direci angewendet natürlich keine Bläuung hervor, und Anwendung von regelrechten Proceduren (Behandlung mit Chlor u. s. w.) schien bei dem ehrwürdigen Reste weder rathEine
tion an der Luft.
sam, noch auch
—
—
da es sich
am Ende nur um
Befriedigung der Neugier handeln konnte
nothwendig.
Schliesslich will ich
nen Seiten B. von
noch ausdrücklich bemerken, dass die ursprünglich offen gelegeA. von IL weder vor, noch bei, noch nach dem Ablösen durch
und
I.
irgend welche Behandlung
(die
schon
einzige
auch
berührte
im Mindesten
nur
Einwirkung
Buchstaben von
die Keste der rothen
II.
A.
beschädigt
Dampfes
des
von
oder verunstaltet wurden
Ammoniumsulfhy.lrat
auf
abgerechnet, welche davon grösstenllieils etwas
dunkler gefärbt wurden), da ich unbeugsam und unbeirrt an
dem
Vorsatz
festhielt,
Seiten in ihrer vorgefundenen Gestalt und Integrität der Nachzeit und ihren
diese
Forschern
zu
Aus diesem Grunde konnte zu einer Ablösung auf nassem Wege nicht geschritten
werden, indem dadurch die Schrift L unfehlbar ganz preisj^'egeben worden wäre, ganz abgesehen von der Beschaffenheit des, wenn auch wenig verwitterten, doch höchst morschen
erhalten.
und
dünnen Pergaments.
stellenweise fast spinngewebeartig
oben bemerkt, dass die Fragmente aus zwei verschiedenen Handstammen, welche zwar beide liturgischen Inhalts waren und dem Ursprünge nach
höchst wahrscheinlich demselben Zeitalter angehörten, indess doch von verschiec"enen Schreibern herrührten und einen verschiedenen Text enthielten. Ich will nun ihren Inhalt vor1.
Ich habe bereits
schriften
läußg summarisch bezeichnen.
Das
erste
Exapostelarien
griechisch
Fragment enthält zehn sogenannte Svetilnen
solche kurze Hymnen, welche an Sonn- und Festlagen bei der Mette
i.
lat. matutinum) am Schlüsse des Kanons gesungen werden, von denen fünf und
,
(i^a^oaTsddnior), d.
(slaw. lOTpeMi»,
der Anfang der sechsten mit "27 Zeilen auf die Vorderseite fallen und vom ersten Schreiber sind, der Schluss der sechsten und die vier andern aber auf 29 Zeilen die Rückseite
Doch ist das zehnte Exapostelarion
einnehmen und vom zweiten Schreiber herrühren.
nicht ganz auf
dem
Blatte enthalten,
und von denen auf der Vorderseite
das erste ohne
ist
andern Handschrift gar nicht zu
Beihilfe eines corrcspondirenden Textes aus einer
entziflern.
Die Sonn- und Festtage, zu denen diese Exapostelarien gehören, sind, das Ite unlesbare
abgerechnet, folgende:
2) Die h. Mesopentecoste, d. i. Mittwoch nach dem vierten Ostersonntag
(feria
August;
4)
quarta hebdomadis quartae post pascha);
Der Ailerheiligensonntag,
tag des Blinden, d.
Das
h. Pfingstfest;
i.
8)
d.
i.
der sechste Ostersonntag;
Die Geburt des
der hh. Petrus und Paulus,
am
h.
28. Juni;
3)
Die Verklärung
Christi,
der erste Sonntag nach Pfingsten;
6)
Das Fest der Himmelfahrt
Johannes des Täufers, am
und
10)
24. Juni;
ö)
am
Christi;
9)
6.
Der Sonn")
Das Fest
Das Fest der Himmelfahrt Maria, am
Ib.
29
Von
August.
und
diesen zehn Exapostelarien kann ich bis jetzt nur eins ganz,
die übrigen gar niclit mit
dem entsprechenden
zur Hälfte
zwei
Texte, sei es aus griechischen oder aus
slawischen Quellen, belegen.
Das zweite
ciums
am
drei Antiphonien
vermag
beiden Seiten, jede zu 24 Zeilen,
nämlich
drei
und zwar von
einer
CAoyxEA CTpacTin),
(sluw.
und zwei Makarismen
(cBAHAhNii)
den
Blatt enthält auf
Passionstage
(esiiaieiiHij)
ich zur Zeit
nur die erste mit
einen
'I'heil
Antiphonien
und
dem
des
Hand.
derselben
Ofli-
Kathisma
ein
,
Von
griechischen Originaltexte
zu parallelisiren; das Kathisma und die beiden Makarismen hingegen sind in den betreffen-
den Kirchenbüchern sowohl griechisch
8.
Ich lasse nun,
um
vollständig zu finden.
als slawisch
für die folgenden
Bemerkungen und Betrachtungen
Grundlage vor den Augen zu haben, den Text der beiden Fragmente, soweit
gen, ihn zu entziffern, seiner ganzen Gestaltung nach, d.
und Wort
für
i.
wisch orthographirten Transscription, Der letztern
in
als
will ich
nöthige
mir gelun-
Seite für Seite, Zeile für
Wort, mit allen Abbreviaturen und Interpunctionszeichen,
sowohl in der ursprünglichen glagolitischen Schrift,
die
es
einer
folgen,
adäquaten
Zeile
und zwar
lateinisch-sla-
mich auch hinführo,
bei der Be-
sprechung des Einzelnen, der Bequemlichkeit wegen, häufig bedienen.
Als ein hoffentlich nicht überflüssiges
rillische
Epimetron füge ich dem
Umschreibung des glagolitischen Textes
deuteten Grunde,
dem
bei,
letztern selbst nicht unmittelbar
Es lag eigentlich anfangs gar nicht
in
gegenüber
am Ende eine cydem so eben ange-
allen
da dieselbe, aus
gestellt
meiner Absicht diese Umschreibung
werden konnte.
hier
aufzuneh-
men; indessen enlschloss ich mich später doch dazu, und zwar um so lieber, als ich glaube
nicht ohne Grund voraussetzen zu dürfen, dass sie manchen Lesern willkommen sein wird,
indem wir jetzt das ungeläufige Glagolitische für den Druck gewöhnlich mit cyrillischen
Buchstaben umzuschreiben pflegen und diese Methode
chung sehr zweckdienlich
ist.
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der That zu grösserer
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•
iieTpe
uiipov
BA lipHMIilUfl
layeiiH
•
•
Bispi
ovTBph^eime
23.
A'^ßOllljCIO
24.
pHMiCKA iioxBAAo
2.S
IIPT»(;TAIU:illie
CBt.TOIIOCT.II()lt
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10.
HCCA'L AptK'^M'b TRB
11.
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12.
BICC^AH
13.
Uli ^anoBtA nptCToynH ci
14.
TBoptuiaro h a ApovriH nponiA
19.
Th
16.
ifiiro
17.
npH;^eiuH
18.
TBopiip ^aKOiioy oti oyYeHHKa
19.
KOvnHiiia
CIA
H EL pAH
OEt EO ElKOy
CIA
BA TIA HCnOE1i;^Illll6 TAIA
CIA
:
noMiAiiH mia cnce crAA
ei
ii'bCApi.CTBHC
CBOe
•:•
npAE'LA'bHAro h
EC^aKOIIliHHK'b
H HHACl
20.
'&K0
21.
TOBH
22.
uia Biniioiic
23.
Hoyio HACiHii'biiiAro ch^ ei noy
24.
CTIHHH MIH xe npaET>Al(HOMOV)
IIA
COVAHIUVH HOCTAEH
pAcniHH miahi
42
Die Beleurhtung des vorausgeschickten Grundtextes
Einklammerungen überhaupt,
voranstellen, deren eine die
nun den Gej;enstand der folnolhwendige Bemerkungen
soll
hier will ich vorläufig nur zwei
genden Uiitersucliungen bilden:
andere aber die unlesbaren
die
Die eingeklammerten Buchslaben sind solche, welche
Stellen spcciell betrifft.
Folge der
in
Beschädigungen der Membran und der Schrift im Original entweder gänzlich fehlen,
nur dem geringsten Theile nach sichtbar sind, oder,
erkannt werden konnten.
herrühren, wie
A.
I.
8.
ßestimmlheit nicht
Versehen und Lücken dagegen, die von den
Schreibern selbst
zivonos'nich', B. 21. veri,
A.
II.
in
14.
I.
oben
zu lesen.
Abgesehen von den
lädirten
und
ist,
mit
alle Siellen
völlig entfärbten
Sepia- oder Pflanzen-Tinte geschriebenen Seite
I.
A.,
wo
entschiedener
und
Zeilen
B.
und
Problematisch bleibt
ist.
II.
I.
der
ohne
1.
sind in den rothen Überschrifien
svo(ja_
II.
k.
:)
wo schon
das 9 o nicht ganz sicher
mehrere Wörter und Zahlzeichen, wo
zweimal, nach otxpelo Z. 16 und nach (gMa(s)i Z.
19.,
mit
Hilfe
sind, enthalten
A. einiges, was problematisch bleibt oder gar nicht
B.
mir,
es
Sicherheit
Stellen
ganze Wortcomplexe
eines gleichlautenden Textes aus einer andern Handschrift absolut unlesbar
I.
charakteri-
wenn
wird,
wur-
bisti,
9.
ausführlich
Wunder nehmen
der allen Membranen Niemand
angewandten Mühe, nicht gelungen
A.,
ohidjec und B.
Ich hoffe, dass es bei der
trotz aller
auch die Seilen
oder
mit
den ohne Verbesserung gelassen.
sirlen Beschaffenheit
wie
ist
ich
vorkommende 8 (denn
zu lesen
;
unlesbar
auch das
die Überreste
einer roihen Majuskel vor der Zeile 21 halte ich für Theile der verzierten zur Z. 20 gehö-
rigen Initiale
sein, wie
es
man
^)
mit Gewissheit nicht zu deuten vermag.
20 bedeutet; sondern es
nähnilich hier
/Sapv?
rj^oi
ist
eher eine Andeutung der
(sonus gravis): es könnte
entsprechenden slawischen Wortes oder etwas
9.
Dieses
8
kann hier keine Zahl
erwartet und wie in den spätem slawischen Ausgaben wirklich steht
Stimme.
demnach das
dem
bekanntlich insgesainmt aus
Bücher sowohl griechisch
8 der Anfangsbuchstabe des
dem
Griechischen
ins
Slawische übersetzt sind.
Allein so viel
Be-
letztere
Da nun
diese
slawisch vorhanden sind, so wäre eine Nachweisung des grie-
chischen Originaltextes und der slawischen Version in andern Handschriften
für die Kritik
mit
Büchern nach griechischem Ritus zu thun haben, welche
als
weil
steht
Ähnliches sein.
Es springt in die Augen und wurde wiederholt bemerkt, dass wir es hier
standiheilen von liturgischen
bis zur
(•^•),
Im Griechischen
oder Drucken
und Interpretation unserer Fragmente das erste und dringendste Bedürfniss.
Mühe
ich mir auch in dieser Beziehung gab, so gelang es mir dennoch nicht,
Stunde des einen und des andern vollständig habhaft zu werden; so dass ich ge-
nöthigt bin, mich auf die Mitiheilung dessen, was ich bis jetzt gefunden oder erhalten habe,
Die Ursache, warum es so schwer
zu beschränken.
mente vorzudringen,
liegt
ist,
bis
nicht allein in der Unmöglichkeit,
zu der
die
Europa zerstreuten griechischen und slawischen Handschriften
sehen, sondern vorzüglich in
bis
des
Ende des IX
X
Jh. eine
Jh.
dem Umstände,
in
unserer
so
kurzer
Zeit
Frag-
durch
durchzu-
dass die griechischen Kirchenbüihcr, welche
noch ziemlich einfach und gering an Zahl
Umwandlung erfuhren und zu
Quelle
hieher gehörigen,
waren,
einer Zahl anwuchsen,
seit
dem Anfange
die uns
in
Staunen
:
43
Umwandlung wurde zwar
Bei dieser
setzt.
von dem allen Grundstock
Vieles
den neueo
in
Bau, verändert oder unverändert, lierübergenommen, gar Vieles aber auch, zumal in späte-
und durch neuere Gebilde
rer Zeit, als veraltet beseitigt
ersetzt.
Dieses Schicksal traf
X
besondere die alten kurzen einfachen Exapostelarien, welche schon im
haftern des Kais. Constantin Porphyrogenet
ein
bedeutender
schon
jetzt
(913
— 959)
machen mussten. Da indcss
und slawischen Quellen
Platz
unserer Fragmente aus alten griechischen
Tlieil
zu belegen
ist,
so zweifle ich nicht, dass es mit der Zeit bei beharrlichem Nach-
suchen gelingen wird, auch für den andern Theil die erwünschten Ur- oder
Parallel-Texte
Handschriften zu entdecken.
in alten
Zu den Exapostelarien
gleichem Wortlaut
in
und
A.
I.
(Dt'E aillBOIIOCIlblX'B TH
XHEOTl,
B-h
Zu dem
glagolitischen
aiiO
nur
B. fand sich
BOAl
Es lautet dort:
serbischen zwischen die
J.
Mll
I)I6A(I0TIJ,
— 1361
dem Synaxar
dem Ende des XII
Parallele in
bulgarisclicn Apostels aus
1357
nOV6flllH
Ji,A
MI
BOlf-
HCTOVHHK'b, VA0Btl!0illOr>V6.
dritten entdeckte ich selbst eine
Codex copirten
von ganz
zweite,
1311 in Moskau vor, das ich der
J.
CT0VA6liei|h nflHCIIOTCIiOVI|lb, xpHCT6,
TCKOVI|IH
EOJi,\
und zwar das
eins,
einem pergamentenen Triod vom
Güte des Hrn. Prof. Bodjansky verdanke.
ACTb
ins-
den prunk-
Jh.
Typicon, welche
fallenden
eines
Jh.
indess
nur
einem
aus
und
in
zur
einem
Hälfte
übeieinstimmt.
llptoGpA^H CA im
a!äxs.
n,\
«HTBAMH
In
rop'E,
xpHCTC EOHie,
ßCHneih (Typ. KbcimieTi.
(Typ-
noiiti:?»
iriLib
ovvciihkohx c.ijbä cboä, tKoa-.e
noidi^iie)
cBUTb
rp-EUiimiiOMb
tboii
(Typ.
iicTHiibiib
HCTiiiiiibiii),
mo-
uo-
CBtTOAJBYe ruciiOAH (Typ. omitt. rocnoAH), c^^E^ tu.
EoroftOAiiil*.
Übereinstimmung damit
iv
MeTtjiOQCfco&rjg
Tiövvavxo.
ii)
Aafixpov xat
rü
ifjiiv
ooei,
lautet
YpiffTS
Menäum
der griechische Text im
ö
&c6g,
toig n^UQTKiXotq
-lo
rotg
dil^ctg
aov rö
cpcSg
:
fia&tjiaii aov r^v
liidiov
äö^av aov, xa&mf
TtQiaßn'nig r^g &iot6xov, (jpojTO-
doza, do^cc aoi.
Weit schwächere Anklänjje an unseren glagolitischen Text finden
chenden Hymne aus einem Sticherarion des
XI— XII
Jh. in der kais.
sich in einer entspre-
Bibliothek
Sanct-
in
Petersburg. Sie lautet nach Hrn. Prof. Sreznevsky gütiger Miltheilung
CBtTlMb TBOHMb
OYV£llllliOM1>
iioc|)bA6
CBOHIIT.
rociiOAii,
BbCH) BbceilCIlOyiO OCK-RTHBX.,
CIISOV
CBOK).
cbnacii ^OY'"''
Ein Gleiches
gilt
Illiü
Mllffh
IW fOfl^
II^RiVBAIillelUil
B1.IC0I|G
OTT.
lipOOEpi^H CA,
lipCCTOyllAeilli«.
Bili^rXlH,
nOK.1^ilBl
TtMb BinblCMl
TH, UH-
h.aiuiI.
von der fünften Svelilna, welche mir die Herren ProflF. Bodjansky in
allen gedruckten Kirchenbuche eingeschickt
in Kazan aus einem
Moskau und Grigorovic
haben.
OYiiiihia Moii
CUHpeilie, H
OYii,
nOKAAHU
(aciii:n.iciiiii.iA,
(DMUll
rocno^H,
(dtt.
Im Griechiscilcn nach Hrn. Grigorovic
Tovg votQOvg
fiov
iv^sig, oixi/Qfiov, triv
MpaYiuro rptx»,
tu npocBUTH,
b.ioxiiel,
i|ie.^pE,
Clte^^iVI.III.
öcpO-nlfiovg,
also
nintjocoiihov^.
tanBivamv, xal toXi
tffi
:
xvnis,
fistavoiag
ix
CoqifQrig nuaoTt'ag,
dnonkvvov däxQvai.
av
qptorrtyoJyTjffo»,
44
Etwas abweichend lautet dieselbe, nach des Hrn. Bodjansky Mittheilung,
nanntcn pergamentenen Triodion
vom
MH OYH ocAbnuiHH, focnoAH, ©T'L MpavbHaro
Pj^oviiiitii
in
dem obge-
1311.
.1.
tu npocBtiH,
rptxa,
hoho/khbi,
i|i6Ape.
CMtpCHHie, H nOKilMIIIIK (OMUH CAh:^itMH.
den übrigen, namentlich zu der sechsten und neunten,
Zu
lassen
wohl
sich
einzelne
entsprechende Sätze oder Parzellen aus alten Handschriften und Drucken nachweisen; aber
Darum mögen hier nur noch als Probe die sechste und
dem genannten serbischen Typicon, diese aus dem Synaxar des
das Ganze stimmt nicht überein.
neunte stehen, jene aus
ÜHö
Gelynjer Psalters
(beide mit bulgarisirter Orthographie).
Bi^iiece ca bi cuaBt, \pHCT€ eoaie
llerp.A,
K.AMCiib
Bt^pbiiii
BtpbllO
AIIOB.ATH
Bt.pi:,
npOYEH, »KO
H
cLiBopb
p^Aocih
ii.iiiib,
Clllll
ICCH
JOV,M, H?B1;l|UHl HMT. BA.ArOCSOBeilHI€l.ll>, tlKO TXI
no^BLAHMi n-um,
ii
Etpl:,
npOnOE'EA>>>IHI<'&l
ovveiiHKOM'b
EOaiHH,
H:^B.1BHT6Ib
coroM.nAPHK
haba.;
CE^UB.iiihTb EO Bbct,\'b npa;-
npOC«l|ie rp^XOtCL OCTaBAEIIHie.
anzufüliren,
Ich unterlasse es den griechischen Text der beiden letzten Exapostelarien
man
CBATiro
OGi:T0B.^iiHi€Mb
I.IHpOy.
den gedruckten Kirchenbürhern leicht finden kann.
Von dem zweiten Fragment vermag ich gleich die erste Antiphona mit dem griechischen Originaltext aus dem Hymnographen Cosmas zu belegen, den ich der Güte des Hrn.
da
ihn in
Prof. Miklosich verdanke, da mir nur die
lateinische Version
lautet bei Gallandus (Bibl. Patr. XIII. p.
i):
'EKVxkajffai'
ifiEvdfi
xvreg
watl
jioXXo't^
"24
ixQÖrriffar,
ava^^
ainyova
Zu den zwei andern Antiphonien
QaniiTficp'
ctijj'
fehlen mir die griechischen
vom
Ich führe ihn nach der Venediger Ausgabe
UoTÖg
{^äniae;
aov
TQÖno?, 'lovda,
(TS
f-ti]
aTtmoaio;
r'o
Gebote
Derselbe
stand.
Tjpcörraj'
ce,
<tov
de
xaTgttaoTVQOvv xal nävza vrro^iehai; anavtag faaaag.
das gewöhnliche Triodion den griechischen Text des
xal
zu
roxi
/t^
iitv
laotfffiKZog
zwr uD.cor
iaziQTjffe ;
noSng zove
azijXizsvezai
yrrn/irj-
fi-q
;
Ss
fi^
bietet
dar.
rov ioqov es zäv ünoatöXmv
(TvräHJlvri(Titg
Tovg vnBQttäev;
avzov
dafür
ISbO an.
zov acotfjQog i'tQyäaaxo
iafiäzcov
rixpng zovg
äianunog
rj
TiQodÖTtjv
zäv
.1.
Originale;
und der Makarismen
Kalliisma
ij
ixiivoig
<ts
a noacov aya&äv
zijg
ZQant^ijg
äfin^fiav iyirov!
dvsixaffzog fiaxQO&vfita xrjQvzzezai xal
fiiya eXeog.
^la.
mxrjcrev
^iXov
'yidaa
TinnaStlaov
zov xovTizöfiivov Mvrja&7]zi xal
Tov zov
ßrjfiazi
yfyover
ctTtoixog'
6 fiev yuQ yevffäfuvog ivzolrjv ri&ezrjffi zov
vo/wv
iazriaav,
noiTjzrjv
Tjjicäv,
ix
xoavyä^ovzBg-
di'xaiov Xriaz'^v iiiurjadjievot,
amzrjQ,
^aOrjov
^zavoaaov
mazei XQa^ofiev
^vXov
dia
jzotrjaarzog-
zov
iv
ävouot,
iQrmcp
Mvi^cr&rjzi xal
avazavoov^avog 0e6v äfwXoyriaii
aov.
iv zfi ßairiXiia
wvrjtravzo
äs aravnov 6 Xriariii nctQadsiaor
6 di
xal
mg
Tranävofiov avrör
zovzovg fiavvaSotriaavza
rmär,
acoziqQ,
iv
l
zä UiXäzov
'Hftitg de
z^ ßaaiXeirt aov
zöv
!
Ich enthalte micli absichtlich, den slawischen Text aus den gedruckten cyrillischen Kir-
chenbüchern anzuführen, da
10.
Bei der bereits oben
des Fragments
I,
es zur
{"So.
5.
Erläuterung unserer Fragmente nichts beiträgt.
6'
geschilderten Beschaffenheit der
Membran und
Tinte
darf es nicht befremden, dass von einer Restaurirung der getilgten Schrift
—
45
gar nicht die Rede sein kann.
was darüber
Alles,
der angestrengtesten UntersucJiun^'
nacli
gesagt werden kann, reducirt sich auf das Folgende.
Die
in
dem Fragment
auf Seite A. oder
I.
.luf
der
fi
verdeckt gewesenen Haarseite
iiher
ursprünglich gewesene glagohlische Schrift wurde nicht durch Abschaben und
durch Ai)reiben, sondern wahrscheinlich bloss durch Waschen
geschehen konnte,
mit rein organischer Tinte
als sie
Die Schrift war gross, grösser
in
den beiden Fragmenten.
€
15 in
und über dem
Worte
VaASVS velici
S
ein
am Ende der
Zierstrich
in
alten Schrift, aber ganze
i.
als die
Zeilen
—4
1
was
Buchstaben,
—6
5
1 1
von
man
der Z. 15 und vor den
die
in
dem
in
Augen
mir
fällt.
egida
Z. ein
nahe
der
unter
lotzti'n
höchst wahr-
slavoju,
Initiale, vielleicht
Initiale,
so
;
8
und
gross
Die
etwas
Z.
16
I!)
doch konnte
dem Anfange
folgen
Zeilen
Vor den
B
und
8
II
Z.
>
— 12
14
— 16
und
und 8.
ein
zwei
der
in
nur zwischen
ich
vor der Z. 8 ein
"5?,
der
in
36 und
stellt
—
10,
Initiale
hart
am
wohlerhal-
die
andere
!Nähi;
8
unkenntliche
Über dem Anfang
finden sich noch deutliche Spuren von der alten Schrift,
unten, unter der 27 Zeile
den
Z.
20
— 21
deutlich
ein
grosses
in
den Fal-
am Rande der Colunmc,
schwindende Spuren von Schrift mit dcrLoupe
die ich als liuchstaben zu fixiren suchte
wäre: doch für gewiss
und den
will
Anfang
3%."S(Ji+
ich diese Entzifferung
Nur so viel scheint mir zuverlässig, dass
Kirchenhymnen enthalten habe.
tung nicht ausgeb(>n.
Zur Verdeutlichung der Reschi eibung und Erklärung
die
Fb8A...
und Deu-
gelöschte Schrift
der Fragmente
müht, treue und richtige Facsimilien von der lesbaren Schrift zu verfertigen.
über Folgendes anmerken.
Chrisnion
ein
Zeilen
untern Tlieile der Initiale 9 vor
Ganz
+, wo nicht
von
(denn
4—12,
wie zwischen dem Ende der
ausnehmen.
V, hierauf
ist
etwa 'i?'B28 visi oder so etwas lesen könnte.
prid... zu lesen geneigt
11.
Z.
krum-
vorletzten
oben am linken Rande, dem Anfange der
wahrscheinlicher
sogar
ten des Pergaments, sind zwar schaltenartig
zu entdecken,
Tiila,
wie gesagt, auffallend
sind,
vertilgter Schrift
tene grpsse verzierte Initiale
Buchstaben, so dass
dem
in
9? in fi<3»+'i?3P'
nahe dabei zwischen dem Anfange der Z.
Anfangsbuchstaben der 13
worauf dann
der
im
3Kf
Es gibt zwar ausserdem noch zerstreute Spuren
8.
ein 8, vor der Z. 7 ein grosses
ein 8,
27
Z.
die Buchstaben
;
Zeile
A
und unter dem
in
I!l
An und vor dem Anfange der
des Loches von der ausgekratzten
sind zahlreiche Spuren
war.
neue Schrift
Buchstaben konnte ich darin nicht mehr erkennen.
Seite B. sind zuerst
passt hieher nicht), sichtbar.
der Z.
mit
gegenüber, Spuren von einer verlöschten
von einem andern
der Z.
^
dem
geschrieben
als die
weniger deutlich ein 9
Z.
S
aucli
so leichter
der neuen Schrift, daher von einer andern Hnnd.
demselben Fragmente
In
A
ein
moin>i; ein
noch einigermassen erkennbaren Buchstaben
anders gestaltet
;
B.
letzten P.uchstahen <ß
in
Zeile; endlich ein
scheinlich als Signatur der Lage, d.
von der
A
...?)e
29 Zeile, rechts gegen den Rand, unter
oder
und
davon mehr oder
dem
XaS"??»
25
Z.
dem ...^8
26 nach und unter
men
;
Ich erkannte
der Endung ..."€3€
in
Sepia)
der Seite
kaum
um
was
(verniuthlich
die alte Schrift auf
als
vertilgt,
war
Ich
auch
ich
be-
will
dar-
46
Es
etwas Anderes, eine beliebi;^ gewählte Seite aus einer gut erhaltenen Handschrift
ist
gut nachzubilden und ein Facsiniile von einer halbzerstörten, auf halbzerstörtem Pergament
befiridliihen Schrift zu
rem
wurde
Falle
Wenn
machen.
dort die Kritik mit Recht
ohne ungerecht zu
spannt, so darf sie hier,
um
Alles aufgeboten,
dem
Sprödigkeit des Gegenstandes
Unmögliches
sein.
die
Forderungen
verlangen.
nicht
mit vereinten Kräften zu
höher
unse-
In
erreichen, was trotz
der
lebendigen Eifer, besonnenen Fleisse und der zähesten
Ausdauer zu erreichen möglich war.
Die beiden Facsimilien
lange sie noch auf
I.
B.
dem Deckel
der Ablösung der Blätter hinzu.
am Rande
Innern und
und
wurden von den Fragmenten genommen , so
Das dritte, nämlich II. B., trat erst nach
0. A.
ani;eklebt waren.
Auf
dreien bedeuten die weissen leeren
allen
die alten, schon vor
dem Ankleben
punctirten die von Biiclierwiirmern herrührenden spätem, die
Reibung entstandenen Löcher und Beschädigungen.
Blatt
an diesen Stellen etwas gehoben wurde.
man
I.
sieht,
Die i^berreste und Spuren
durch eine dunklere Farbe ausgezeichnet.
B. sind
sehr kräftig,
derh, dabei aber regelmässig und
ja
Sicherheit wie hingemalt.
Auf dem Facsimile
deutend zerstörten Zustande, wie
primitive volle Gestalt der Biichsiaben, die
dem
ebenfalls
lässt die Schrift
Ganzen etwas
im
nicht ausgefüllten rothen
L
B.,
Buchstaben sind
gleichsam im Fluge mit
fend und die Buchstaben meist etwas
nach
IF.
B. erhält
zum
der alten, vertilgten
links
so, wie sie
glatter,
die
ist,
Sorgfalt
dem
beschädigten
auch
dem
Blatt
be-
und beauf die
ist,
geschmeidiger
schwach
wie
und
und
punktirten
Andeutungen aufzufassen und auf
ist
die Schrift weniger
derb
als in
ungleich, oft oben an die Linie strei-
Vor der
geneigt.
Initiale > sichtbar.
gene, die Basis bildende grosse Schenkel, mit
Das Facsimile
blosse
dem Rohre hingeworfen,
schwache Überreste der rothen verzierten
forni, links.
als
Im Allgemeinen
Gewicht zu legen.
wodurch das
mit sichtbarer
stark
im
die
die durch
B.)
Die neue Schrift
Nur
gleichförmiger- sein mussten, mit Sicherheit zurückschliessen.
ihre Figur gar kein
(I.
A. erscheinen die Buchstaben in
J[.
auf
sie sich
schmutzten Pergament erhalten haben; indess
und
schraffirten
Letzlere rühren von einem unter
beim Einbinden zurückgebliebenen kleinen Pergamentslreif her,
Schrift in
Stellen
vorhandenen,
der Blätter
Es
ist
Zeile
21
sind noch
der rechts geschwun-
dem Additamentum, anscheinend
Theil durch das, was oben
in
Kreuzes-
über die Restau-
Da es mir dabei nicht sowohl um ein
vollkommenes Facsimile, welches bei der Beschaffenheit der verwaschenen Schrift ohnehin
rirung dieser Seile gesagt wurde, seine Beleuchtung.
nicht möglich war, als vielmehr
des Sinnes zu thun war, so
bloss eine leichte
schritt erst
um
nahm
Durchzeichnung
eine Fixirung der
Züge behufs der sicherern Entzifferung
ich Anfangs, gleich nach
in
dann zu ihrer Ausfüllung,
Conlouren
als
(letlres
der
Restaurirung der
Schrift,
blanches) mit Bleistift davon,
die Schrift auf
und
dem Pergament nach und nach
wieder auszubleichen anfing. Ich, kann daher wohl für die Richtigkeit und Übereinstimmung
der Buchstaben im Ganzen, für die absolute Treue aller auch der kleinsten Züge aber nur
da bürgen, wo auf den unbeschädigten Stellen der Membran, gleichsam auf kleinen Inseln,
die Schrift ganz rein
wenig verblich.
und scharf hervorgetreten war und auch hernach gar
Im Ganzen mag
nicht oder nur
die ursprüngliche Schrift etwas weniger glatt
und
gleich.
—
:
47
die nachgebildete
als
gewesen
ist,
Hinsicht zwischen den beiden Facsimilien
Die verzierte
sich nach
dem Reagens ganz dunkel
Auge darunter
der
(II.
18—19
vor den Z.
Initiale OD
man
dass
sein, so
und
A.
dieser
in
als
mitten inne liegend vorstellen kann.
B.)
halte urspiünf^luh einige rolhe Bei.siriche, welche
gefärbt hahen und unkenntlich
den ersten verfehlten, nämlich zu
halte ich für
Grund
dieselbe mit
sit-h
geworden
Das
sind.
gegrilienen
tief
Ansatz
zu
Initiale.
Dass bei
an kein Facsiniile zu denken war, leuchtet nach
A.
I.
Indess suchte ich davon für die Paläographie so
ein.
als
jene von
Hand
und unterscheidet sich von derselben meiklich
ß.,
I.
staltung einiger Buchstaben, so dass
und demselben
von einem
nicht
sie
selbst
nur irgend
als
Die Schrift verräth im Allgemeinen eine leichte ausgebildete
möglich war.
viel kleiner,
dem Gesagten von
zu gewinnen,
viel
sie
:
ist
Ge-
der
in
Schreiber mit
jener sein kann, obgleich der Text von Seile A. auf Seile B. ohne Unterbrechung fortläuft.
Über
werde
ihre Eigenlhümlichkeiten
unten Einiges beibringen.
ich
Die Sprache dieser Fragmente stimmt zwar im Ganzen mit jener der
12.
Kirchenbücher, wie wir dieselbe
den
in
ältesten
Handschi
doch im Einzelnen bedeutend von derselben ab und
weicht
je-
Formen dar, welche der westder Böhmen, Mährer und Slowa-
bietet
Sprachordnung der Slawen und zwar dem Dialect
lichen
altslawischen
finden, ülicrtin,
iiten
Wir finden hier die wesentlichsten Kennzeichen dieses Dialects so vollund schlagend beisanmien, dass dadurch jeder Zweifel gänzlich beseitigt wird. SolF. B.
9 und
che Kennzeichen sind: I) das epenthelische d vor /: I. A. I(i. niodliivami.
ken angehören.
ständig
—
10 svetidbna.
Doch
I.
13
—
und 14 modlitvu.
nicht isedlent.
10. iseleni,
B.
II.
—
—
B. 2ö. prestavenie.
A.
II.
lO
— 11.
proevevase.
lovlenie, nicht prepolovenie. 3) Die einfachen Sibilanten c
slawischen Lauie
II.
A.
und
14.
16
obidjec.
— n.
sie
und zd:
—
kommt
—
I.
B.
II.
rozistvo.
anbelangt, so
wo
st
A.
lö
9.
—
—
tajecago sje,
22. utvrxzenie.
—
Was
et
Ein rozbsto findet
porozbstvo«
man auch
gium zu Raygern, welche Kopitar
2.
und
—
vxsedli
12
Doch
sje.
—
nach Labralen
l
A.
I.
prepo-
".
z statt der combinirten alt-
prosvecb.
—
23. nasycisago.
die abgekürzte
lo.
—
chvaljecimi.
—
rozxso
B. 10.
I.
Form roziso und rozistvo
in
freilich,
p.
81.
den sehr
(p.
22 noia ad
»rozbsivo
v.
— 819.
»Kota
rozdbstvo
Zeilen im
Marlyrolo-
allen cyrillischen
jedoch ohne allen
KIT
sluvacismus pro
Grund,
triftigen
nicht
aner>
wollte.
Diese dialektischen Kennzeichen ersten Ranges
semble (denn einzelne davon, wie
ausnahmsweise auch
sliensis,
B.
1.
—
Kopilar für mährisch und slowakisch erklärte
slavico.»)
B.
11.
dieselbe als rozbstvo (neben rozbstvo) auch im Glagolita Clozianus vor,
formas nioravicas roztstvo
kennen
prisnolckucx.
16.
—
19 si-didlina.
A.
Der Mangel des cpenthelischen
2)
—
26. zemje.
11.
in
z.
B.
sehr alten Hands«
im bulgarischen Apostel
XU
zusammengenommen oder
der Mangel des
In iflen
XIII
.Ih.
u.
statt
j fungirenden
bulgarischer Familie,
s.
w.,
jedoch nie c
z.
/,
in
ihrem En-
finden
sich
B. in) Code.x Supra-
statt ä7
oder z
statt äd)
sind für die Heimath des Schreibers oder das Vaterland der Fragmente oder beide zugleich
entscheidend, so dass die Merkmale zweiten Ranges nun ein
um
so grösseres
Gewicht ge-
48
Zu diesen
winncn.
stall
—
mene.
I.
zälile ich
—
IL B. 21. sudisci.
A.
II.
b.
lO. Jena.
B.
I.
A.
—
II.
—
vT>sech'.
17.
udarenimi
A. 21. 23.
und
schieden auftauchenden visi
statt visi
mit * für die
ältesten
Formen
klaster
u.
s.
krles,
w.
Wörter,
und nespor aus
um
z.
d.
Zuhörer das xvon iUrjuov spöttisch
hervor. (L.
II.
in
ent.
und vespera
v kri
w.
das hohe
für
Polabinger
Lausitzer,
erzählt,
unwiderlegbar
verdrehten,
volsa
s.
auch die
als
schon vor 970 krles sprachen, geht aus dem, was Ditmar vom Bischof Boso
seine
mne
so
hosi, zivocisi u.
B. Cesi,
Böhmen,
die
i.
erstenmal
mehr aufgeben,
so
claustrum
xvoib iUrjaov,
Dass aber die Elbeslawen,
des s zeugen.
—
visi.
18.
altböhinisch
B. l.eza, sonst
II.
8.
—
visecbskae muss ich meine frühere
statt
böhmischen Sprachdenkmäler
und
d.
oder udarenijemb.
24. ferner
und visecbskae
Ansicht über die Aussprache dieser und ähnlicher
dass
—
visecbskae.
des altslawischen esa, eda, serb. zar (num.) Nach den hier zum
za, statt
Alter
B. 2.
I.
udarenienib
statt
23.1
c.
Endlich rechne ich hieher auch die schwankende, äusserst inconsequente
Bezeichnung
des Rhinesnms, wie wir sie auch in den lateinisch-orthographirten zwei ältesten böhmischen
Frai,'cnenten
nämlich in Libusa's Gericht und im Evangelium des
Johannes antreffen, dem
h.
Zustande des frühen Verkomniens der Nasalen bei den genannten drei Volkszweigen ange-
messen
(in
Prokop's Evangeliaiiuin keine Spur von Rhinesmus mehr), worüber gleich ein
Mehreres.
Es
ist
übrigens
beachtenswerther Umstand, dass
ein
worden, nicht streng und consequent
bereits angedeutet
abweichende Formen (prepolovlenie,
13.
Beide Fragmente bieten
iselem.)
uns
dialektische Färbung, wie
diese
durchgeführt
ist,
sondern einige
unberührt geblieben sind.
vereint beinahe das ganze glagolitische Alphabet dar,
Ausnahme der sonst gebräuchlichen Buchstaben W st und «B» tk, welche darin
nicht vorkommen, so wie der Buchstaben
x und ip ps, welche überhaupt bis jetzt in
keinem glagolitischen Denkmal entdeckt wurden, obgleich sie ursprünglich vielleicht in dem
nämlich mit
-f
Alphabet
enthalten
Frai^ment
I.
M,
-P,
9, f, b,
binirten
^€
B.
für
waren
folgende
8,
m,
und
EE
Schiiftlafel sind aus
der neuen Schrift.
h,
für y,
mitgezählt.
ja,
I.
A.
Glag.
Cloz.
Buchstaben vor:
»,
5,
3§ für u und
je
[Kopüar
34
"V,
so
UI,
tf,
wie
äO.)
p.
+, C,
Sh,
3,
P",
€,
a, «S, B. A,
die
augenscheinlich
Die eingeklammerten
herübergenommen, der
erste
kommen
Insbesondere
V, %,
36,
^,
Ob,
in
8,
'S,
3€ und %€,
die
zusammengesetzten 36
^
Buchstaben
z
und
aus der gelöschten,
<€
e
dem
1",
ih,
com-
und
auf der
der zweite aus
O, "&, 3€ und "fl». Dagegen enlhält
das zweite Fragment folgende 35 Buchstaben: +, t!, V, %, £h, 3, Ä, &, öo, 'S, 5, M,
Ä, A*, -P, 9, r, b. a, OD, &, m, <p, I», ©, -V, ^, in, «. «S. A, V, 9€ und 38 einschliesslich
die combinirten und zusammengesetzten Buchstaben. Es gehen also zur vollständigen Reihe
Es fehlen also die Zeichen
A?, (p,
!•,
nur folgende
fünf Figuren
Einige Buchstaben
un
I
§€
bloss zweimal (das
am Rande),
-S
und
€
ab:
kommen
i.loss
^
W, S,
<€,
%£ und
sehr selten vor.
<fl».
So stehen
M
und
einmal in der ausgelöschten Schrift
fünfmal
u.
s.
w.
I.
©
bloss einmal, ^, (p
A. als
Signatur unten
Diejenigen Buchstaben, welche in beiden Fragmenten vorkommen, unterscheiden sich
in
Rücksicht auf ihre Figur und Gestalt nur äusserst wenig und
von einander, so dass die kleinen Differenzen
So
zufassen sind.
3 im
hat
P'ragnient
T
der untere queer hindiwcli geht,
Häkchen, beides
in
Man vergleiche noch
als
sie
Abweichung der
die
ist
mit den Buchstaben anderer
A
gewandten Grundstrich,
ein rechts mit
'3S
-P,
der von
S
und
(Siehe Taf.
fP.
II.)
Denkmäler, sowohl bulgarischer
glagolitischer
Um
Buchstaben aufmerksam machen
über der huri/.onlalen Linie,
fehlt
tf
Gestalt der Buchstaben in beiden Fragmenten,
kroatischer Familie, selbst der ältesten, vergleicht.
hier bloss auf folgende
bei
,
zwischen den zwei feinen horizontalen Strichen.
Stricli
beiden Fragmenten die Buchstaben
in
Ungleich grösser
wovon
demselben Fragment vorn am Grundstrich ein
in
Übereinstimmung mit dem Codex Assemanianus
der Basis hinaufsteigende senkrechte
wenn man
unwesenthchen Punctea
in
blosse kalligraphische Modificationen auf-
zwei leine liorizontale Striche in der Mitte,
II.
liat
als
nicht weitläufig zu sein, will ich
einem geraden Grundstrich
56 mit
:
mit einer Schlinge an dem, unten meist rechts, seltner links
mit einem
ungespaltenen Grundstrich
&
der Mitte,
in
einem diakritischen Zeichen vernjehrtes, modificirtes
in §3- als
beiden
9, 39- in
Frag-
menten deutlich aus den zwei neben einander gestellten einfachen Zeichen 3 und 3, gleich
dem griechischen ov, gebildet, wofür andere Denkmäler schon ein 3& bieten, endlich -8 und
S, augenscheinlich
ebenfalls
Modificationen
blosse
des 3 mittelst
der links auslaufenden
im Fragment
Eine besondere Beachtung verdient noch die Gestalt des Jota
SchHnge.
dessen senkrechter Grundstrich
dem
mit
zweiz.ackigen Untergestell
dem
ganz
II.,
alten phöni-
dem hebräischen und aramäischen koph entund hebräischen Jod, so wie das
oben am Grundstrich angebrachte Sclilinge als eine blosse
cischen
!•
spricht, so dass sich die rechts
Zuthat des Erfinders des
pische
Alphabets erweist, welcher
glagolitischen
zum
Bildung anderer Buchstaben aus
nachahmend, so gern anwendete,
einmal so vor, was kaum
eine
auch bei der
dieselbe
Theil nachweisbaren Elementen, gleichsam
z.
B. bei t?, %. £h, "V u.
Nachahmung des
blosse
ähnlich
s.
Sogar das
w.
das Äthio(p
kommt
cursiven (p in
gestalteten
seit dem XI Jh. sein dürfte. (Man sehe alles auf der Taf. II nach.)
dem Griechischen oi nachgebildete Conibinalion "88 für das jetzige
griechischen Handschriften
Was
die scheinbar
slawische,
von dem Urheber des Alphabets diphthongisch aufgefassie y anbelangt, so fand
noch in dem Evangeliarium Assemani, wo sie mit SS abwechselt, und in
ich dieselbe nur
dem
ein
SS
Prof Grigorovic, wahrend andere
darbieten, was
Die Schrift von
ist
I.
zum
A.
griechischen
hat
da er
in
die
i'üv
ihr die Gestaltung des €, des
S, ohne den
sein,
dem
ersten glagolitischen Einschiebsel des Achridaner cyrillischen Apostels aus
bei Hrn.
oi
alte
der grössern Schrill
in
Graphik
der
Mitte.
einiges
die Taf.
mir bekannt,
ihn
in
S
dem
II
nach), des
ff,
Gebrauch des Häkchens oder Apostrophs über der Linie
ferner
letzterer auch
3 erscheint und
enthält.
statt
des
E
(l)
XII Jh.
deren
H gleich
ist.
ist
und
des
3 und
geschwunden
auch
Eigenthümlich
statt
Eigenlhümli.h
Bemerkenswürdige.
Doch könnte
der Überschriften
vorkommende zusammengezogene Majuskel 3&
gleich melir.
viel
weniger stimmt, wenn anders
3€ (man sehe
horizontalen Beistrich
Denkmäler, so
B
die einmal
ferner
(b),
der
wovon
—
50
Die Bezeichnung der Nasalen
Fragmenten
unseren
in
Wir
nähere Betrachtung.
eine
verdient
finden
hat
und
Eigenthümliches
viel
der altslawischen
für die
Kirchensprache
zuständigen Nasenlaute e und q, präjolirt je und ja, in beiden Fragmenten nur drei Zeichen,
nämlich im Fragment
Nur
entbehren.
f.
3€ und %£
jenem das
für jq, so dass in
e
und
und
für je
der stark verwischten Schrift
in
und im Fragment 0. &€ für q und 3€
e und ja der gehörigen Bezeichnung
ja,
diesem das
q, in
A.
I.
C
ein
ist
nur
in einigen Fällen
richtig
21. sje zweimal, 28. (s)e
doch das
oder
und
regelrecht, namentlich
(sj)ej
denn der Buchstab vor
erste e nicht ganz sicher.
—
II.
.\.
B.
14
— 15.
und n. mje.
12.
3.
propjetx.
—
15
—
—
5.
—
I.
h
—
—
sje.
zeichnung der Nasalen unterlassen, namentlich
—
budetx.
18. chvalu.
— 13 —
—
drejc.
A.3. obidu.
—
II.
n.
B.
14.
4.
viziozisa.
1.
otxrinu.
mjeninuju; oder
22
— 23.
pjenxtikostie
Ich
s.
(so).
—
A.
...anoju.
5.
—
—
und
22.
9.
premudrae.
21.
—
6.
—
—
10.
umu-
B. 6.
I.
II.
und
4
in
14.
18.
ta.
II.
diesem letztern Worte der Rhinesmus, so
das n nach der Nasale je ein Überfluss.
In
dem Worte
in
ist
dem Evangeliarium
zu den überzeiligen Zeichen unserer Fragmente. Sie sind von zweierlei
'
vorkommenden
(nur einmal umgekehrt
dem Buchstaben
gesetzt,
z.
"
)
sehr oft das
'S
als
B. istoc'niki,
z.
B. Kp'cii, t'kho, or'Mh,
:
duchom',
op'r.iii'L,
svetil'na, veselini' »je,
man
findet
und
in
sondern auch
Legende vom
dem
in
den Fragmenten eines Psalters und einer Legende von der
s.
Griechen brauchten ein ähnliches Häkchen
viaturzeichen. (Vgl. Pfeiffer
über Bücherhandschriften
begegnet man auffallenderweise zwei Tonzeichen über
dem
S.
202.)
Spiritus,
vorkommen und wurden
nirgends bemerkt.
wie dieselben
in slawischen
Dasselbe
gilt
in
h.
h.
im
ältesten
den
ältesten
Kodrat
dem
dem Worte als
Thekia aus
über
—
dem Worte
zweiten und letzten Buchstaben desselben.
den griechischen
in
den
nur
(als
unsrigen ähnlicher Apostroph), im Code.\ Suprasliensis,
u.
die
nicht
nA.iM6H'iit6,
^^.tKon'H'Lii.i'L,
häufig,
Punct), im Izbornik 1073 (ein
Art.
griechischen
dessen Äquivalent oder Abbre-
m'ne, c'to, man'na, tbk'mo,
Denkmälern kroatischer Familie äusserst
dem
cyrillischen Handschriften gar nicht selten, namentlich in der
zwar über
II.
t'a).
Evangeliarium Assemanianum nicht selten
stall
—
prisnotekucx.
23. dxvoiceju.
w. Dieses Zeichen oder statt dessen auch einen Punct
Auch
—
liiesxvestovachu.
II.
So wie
im Glagolita Clozianus einigemal,
w.
26. zemje.
tje.
19.
A, wird statt des darin allein
I.
glagolitischen
23.
15. ...eje,
aber auch die Be-
ist
29. slavoju.
ta statt le, tje
Apostroph ähnliche Zeichen
u.
—
—
pomjeni mje. Oft
16.
23. oslepxnuvisi.
5. lanitu.
13.
viatur rechts über
dadim'
I.
obidjec
14.
zu sehen.
ist
aber
13. se,
steht richtig man'na.
komme
Im Fragmente
— 20 —
— 4—
—
—
nas?.
15. chvaljecimi.
e ist nicht
zu
dieser Zeichen
— 25. bogorodice. —
— 16 — 17.zakonoprestupino.
— 20.
— 22. otiluci. —
(bei den Slowaken noch jetzt
—
kupisa. — 21. sudisci. — 22. vipijuce. — 22—23.
prestupi. —
—
unrichtig vollzogen, namentlich
A.
pomilaj. —
B.
B. 3
I.
21. slavu.
modlitvu.
udarisa.
mjenxnuju.
Assemanianum
—
A. 17. dus§
I.
grjedet(b).
vxprasacha.
tajecago
16.
4
ß.
eigener Gestalt noch
in
Anwendung
entdecken, welche Gestalt dort auch das präjotirieSC hat. Die
Im Fragment
SP'<Jl>+
(gr.
XI.
Jh.
Abbre-
II.
A.
'Jovdn)
13.
und
Sie ähneln in Hinsicht der Ge-
den Uncialhandschriften
des
VIII
— IX
Jh.
Handschriften in dieser Form, meines Wissens, noch
von dem Zeichen
"""
über dem 3
in
dem Worte
Antifon
51
Es
Z. Ih.
der griechische Circuniflex in seiner uralten
ist
an diesen Stellen
mag
die Absicht obgewaltet haben, den
ihrer
Bei
Ciestalt.
Anwendung
Sängern die richtige Aussprache
der fremden Wörter anzudeuten.
Endlich
ist
noch die Ligatur
sehen des Schreibers
zu erwähnen, welche
'§S
X
des einfachen
statt
in
und 1. zweimal aus Verund zwar unter der
B. 6.
II.
milosridi und
niilosti,
einfachen Titla, steht. (S. Taf. V.)
Wir haben demnach, wie aus dem Gesagten erhellt, in diesen Fragmenten die Schrift
von drei verschiedenen Schreibern vor uns, abgesehen von der vertilgten Schrift in dem
Fragment I. A. und B., von der es ungewiss bleibt, ob beide Seiten von einer und derselben
Hand oder von
Es
Händen
zwei verschiedenen
Letzteres
seien.
ist
mir sogar wahrscheinlicher.
der Formbil-
von selbst einleuchtend, dass diese hier angedeuteten Eigenheilen
ist
dung der Buchstaben, so wie
Combination zur Bezeichnung von einfachen Lauten und
ihrer
Diphthongen, für die Geschichte des Ursprungs und der Forlbildung des glagolitischen Alphabets von grosser Wichtigkeit sind
ist,
will
doch kann ich diesen Gegenstand, so interessant er
:
hier nicht weiter verfolgen, wohl aber hoffe ich darauf anderswo zurückzukommen. Ich
nur so
viel
bemerken, dass wir hier
unzweifelhaft den
ältesten
Typus
der
Glagolica
vor uns haben, und zwar in einer Uncialschnft, aus welcher sich später einerseits die runde
bulgarische, andererseits die eckige kroatische Glagolica, jene der griechischen Cursivschrift,
diese der lateinischen Fracturschrift analog, entwickelt hat.
14.
Die Rechtschreibung
in
ist
Zustande der Schreibekunsl bei
Wege,
beiden Fragmenten sehr schwankend und entspricht einem
den Slawen, wo man
bei der schriftlichen Aulfassung der
Jede Orthographie
ist
bemüht war
erst
auf praktischem
Rede, zu orthographischen Regeln vorzudringen.
dem Gerathewohl heimgegeben,
so lange sie
kein stetiger Schulun-
und überwacht. Daher, von unserem heutigen Standpuncte aufgefasst, so
viele Inconsequenzen und Unrichtigkeiten, besonders bei der Bezeichnung der den Slawen
eigenthümlichen Nasenlaute e und q und der schwachen Vocale <B(i) und -8 b}.
Über die Nasenlaute habe ich das Nöthige bereits oben des Zusanmienhangs wegen
terricht regelt
auf einmal beigebracht.
Anwendung
In der
des
S
und
ber von L A. kennt nur S, kein
S
und so
nasi, Z. 28. 3Ü0'S'V3& ottcu,
wendet, wie oben bemerkt worden,
—
21.
veseüm'
'S und
27.
S
—
dadim'. —
11. istoc'niki.
sj§,
statt fi
2-4.
prosvosveti
23. um'nei.
statt
I.
20.
"VAS+bSCÜ-B
und
an
B
:
häufig ein
Z.
1.
V.
cesarifb, -f +111«
erkennen
dem Apostroph
—
(!.
...ob'n...
B.
I.
ist
S'iPAüUXA-PA sveffkne
Z. 8.
Derselbe
ist.
ähnliches Ab-
—
— 16. duchom'. — 17. visech'
— 23 — 21. m'nogago. — 25. s'gresi.
12. 22. 27. svi'til'na.
svetil'na (8). Unrichtig
Der Schreiber von
daher Z.
überall, so weit es deutlich zu
unterscheidet er nicht genau: Z.
gVAüDSA'-f+
88), und
stimmen die drei Schreiber nicht überein. Der Schrei-
er schreibt
dem Buchstaben
breviaturzeichen rechts über
nich'.
B
:
8.
zivonos'-
svjctych'.
Die
(S), aber Z. 22.
aG5V3-P9g-PSfc' zivonos'nich'
—
beiden
(S
und
statt
prosveti oder osveti.
unterscheidet
'S
und
-K
genauer und
ftlilt
nur
in
dem Wdite
_
52
rimiska Z.
der Anwendung. Weitere Unrichtigkeiten sind bei ihm: Z. 3und
24. in
pjenitikostie, Z.
sti,
auch
leicht
Z.
roziso,
10.
Der Schreiber von
udarenimi,
Z. 5.
—
—
21
6
und
A.
ü.
propovesti, 10
18. tvorbca,
—
—
pravidinago,
19.
24. prav'Bdx(nomu).
A. Z.
ist
—
—
17.
oblicati,
5.
A.
zakonopreslupino,
14. sitvorisago,
niiiosrxdi,
6.
cesaristvie,
17.
wo auch nach Anwen-
statt obidj^ci,
S
sichtbar
—
23. Injen^nuj^ statt
23. celenie statt c^lenie, B. 9.
ist,
von
ersichtlich, dass der Srlireiber
ist
viel-
ist.
vxpijuce und raspini, 23. nasyc^sago,
obidjec
14.
oder richtiger bystt und 22
statt biisti
Aus dem Facsimile
13
20. bezakoniniki, 22.
Fehlerhaft
16
beschvalxnae,
4.
zapovedi,
13.
dung von Reagentien keine Spur von einem
bxstx
bezakoniny,
12.
nepomine,
4.
krizinimx,
11.
pj^nntiko-
4.
bc^ und
statt
kennt wieder nur B, kein B, und schreibt daher
B.
— 12. predastx,
11
bce
statt very, Z. 25.
unbezeichnete Abkürzung zu fassen
es nicht als eine
apostobskago. B. Z. 3
22.
7.
wenn
vinimi,
1.
veri
psili statt posili, Z. 21.
14.
maninuju.
Zeile
B.
II.
zuerst
I.
statt
oti trapezy das nächstfolgende otirinu hinschrieb, hierauf die Sylben rinu verwischte, über
dieselben mit kleinerer Schrift trap setzte und dann weiter
der Zeile
in
fortfuhr.
Derselbe nahm, wie ich schon oben bemerkt habe, Z.
einfachen
m
Titla
gi d.
und
dchm'
16.
d.
23. oslepxnuvsi d.
che
1.
d.
dchi
vbsi, 5.
duchom',
i,
sve vsech'
i.
Christe,
d.
i.
bzbstvbnoe (ohne Titla)
d.
ds?
d.
i.
spasi
i.
vtsecbskae,
7.
bi
d.
d.
i.
i.
27. bzie d.
hog-b,
boga,
10.
i.
che
16. spse,
19.
und
svetil'na als
18.
d.
i.
In
II.
A.
Christe,
2.
14.
8.
und
gi
18.
mit aufgesetztem a, d.
i.
i.
und
apostoly, 13. chvi
i.
II.
A. 21),
siboru und
d.
8.
In
I.
d.
i.
Christovi,
i.
d.
(so)
vsi
i.
bogoro-
n~
(psa)mx und psa
gi d.
i.
5.
svj(ftaö,
ba d.i. boga, 25. bce
15.
d.
23.
boze, bogi,
i.
vgl.
sboru
und
15.
3.
d.
d.
i.
psabmx,
gospodi und gospodi. H.H.
I
7.
5.
ba
spase. Also in allem folgende
Wörter: bogi,
duch und dusa, apostoli,
svjety. svetii'na,
spasti,
vbsecbsky
verwendet
hat.
Die Anfänge der Schreibekunst bei den Slawen und das unmittelbare,
Auffissen der mündlichen Rede mittelst der Schrift ohne Einsicht in
mologie bekunden sich
19.
und
und oslepxnuvisi. Es ist offenbar, dass der Schreiber svjety,
stammverwandt behandelt und in vbsi, vbsecbsky und oslepinuvisi die Li-
vbsi,
nie statt des Apostrophs oder Pajerek
primemi,
glasi die
mir etwas unsicher.
19. sind
i.
bu
nicht sxpasi,
T"
bozie.
bogorodica, Christosi, gospodb, spasi und
psalimx, sibor,
(so,
20. stae d.
.
und
des
statt
in iseli
13.
A. Z.
I.
be, bi,
4.
—
dic^
21.
Z.
apstoly d.
bozbstvbnoe,
i.
und
20.
13.
denn bo und nb
d.i. svjety,
6. sty
und
10.
svetilbna vtsechi svjetychi,
i.
vsecbskae d.
2.
duchi,
Christe,
i.
17. spsi,
oslep^nuv^si,
i.
Z.
üt^rinu
zweimal
ausgeschriebene
den Fragmenten folgende vor:
in
steh' d.
so trug er
mit ezy
7.
oberhalb der Zeile nach.
-h
d.
i.
über das vollends
Eben
Überfluss hin.
die vergessenen en
dus§, ebendas.
16.
setzte Z. 8.
Von Abbres'iaturen kommen
gospodi, 9. und 13. che
bügu,
B.
zum
etwas seitwärts
h
1
zapoved
und
die Ligatur ml,
und
6.
primisa,
auch
II.
in
A. 12.
den
gekürzten Sprachformen,
bezakoniny, B.
4.
beschvalinae,
wie
10.
noch
Grammatik
I.
B.
iseleni,
6.
17.
unsichere
und
pride, 7
pridesi,
Ety-
—
8.
20.
;
bezakonxniki, 22. raspini
der volleren und regelrechten
statt
prüde, priimemi
:
kontny, bezichvalbnae, izxselenx, priidesi, bezxzakonbnik, razipmi u.
beziza-
,
w.
s.
Die hier angeführten Folgewidrigkeiten und Versehen (jinQOQdftara) in der Rechtschrei-
bung haben ihren Grund
der Unvollkommenheit des glagolitischen
in
theils
dem
welches offenbar nach
gleich anfangs ganz zwecklos ein doppeltes
d.
i,
i.
niadius aus majus u.
und
und
s.
aber kein echtes,
Jod
A? entspricht
A
aus
dieses
meine Paniätky hiahol. pisemn.
w., vgl.
folgerichtige Präjotirung kennt, sondern sein
('),
sein
daher auch
19),
d.
glacies,
i.
dem
dem
dj,
mittellat.
keine ein-
und
zugleich für ja
—
eingerichtet,
ausgesprochen wurde,
Jh.
serbisch ^, vgl. diacere aus jacere, diaccio aus ghiaccio
fache
8
und
(r/)
dem V
wie es im Mittelalter, etwa seit
_;,
'S
bekam (denn
slawischen Jota-Laut entsprechendes Jota-Zeichen
lateinischen
Alphabets
wenn auch mit Zuziehung anderer,
griechischen,
ja miss-
e,
bräuchlich auch für je braucht und für ja, je wieder neue Zeichen und Ligaturen verwen-
%€, 3€
det
—
theils in
der Ungeübiheit der ersten Schreiber, und sind
ältesten
allen
in
slawischen Denkmalern, glagolitischer und cyrillischer Familie, in gleicherweise anzutreffen.
Wir finden:
Beispielshalber führe ich nur einige an.
Izbornik 1073
^oyiiNKH
piiEJ,
;
im Ostromirschen Lvang. th
im
(Jo.
statt Tti
23) u.
17,
Grigorovic, ferner im Glagol. Clozianus und im
Regel ganz aufhebt.
i,
In der cyrillischen
u.
(p.
s.
w.
7
V.
mitoimtcb
m
nxi (nobis); bivaati
statt
u. s. w.
4)
6
V.
icrikxvi
in h
in
Evang. uiiAt
im Glag. Cloz.
im Ev. Assem.
neben
Äea>ai|it
shsati
(p.
z.
B. in
in
in
andern
243,
v.
izicehti,
den karantanischcn Aufsätzen
dem Fragment
glag. Hss. bulg. Familie,
eines Sticherars aus
einmal sogar primi und kosti
Anomalien
in
9
p.
v.
izi crikivi.
pride,
prides,
als in
statt
manchmal auch
dem XL
priimx und
kostii.
Jh.
1073
u.
s.
w.,
dem
priti,
nähern.
Man
in
der
vergleiche noch, ausser
dem
mit psanx, spasenbe, zemi, prelomb
u.
in
in
5)
pridete
s.
w.
cetiri.,
Assimilation
besludxnae
34i),
iceliti,
Zusamraenzieprimi,
prili,
,
primi,
ubica,
Mari
den ältesten cyrillischen,
Ostrom. Ev. prida,
z.
B. im
Ostromir'schen
Fortschritt der Schreibekunst gemäss,
den glagolitischen bulgarischer und kroatischer Familie.
haben, dass sich unsere Fragmente
vladika
180),
v.
priti,
Im Ganzen sind diese und ähnliche
den berühmtem cyrillischen Handschriften,
lium, im Izbornik
b
Selbst
lUhSt, nexaipb
im Izbornik 1073 bivajeit,
;
primete, bozi, bozich, bali, v poglagolani, im Glag. Cloz. pride, prida,
und eben so
wurde.
verwandelt
b
.
im Cod. Suprasliensis bestuda, becinu, becbstvuje,
bezi studa, bezi, cinu, bezxcbstvuj?,
hungen von hh
Kodrat stand ursprünglich überall
h.
Häkchens
Cloz. bezakoniij^ (p. 7
217), bestisixni, posLente;
statt
xi
und bei
Zographi
Assemani,
Suprasliensis so häufig, dass sie die
Verschmelzungen von Lauten nach Präpositionen durch
und Zusammenziehung im Glag.
(p.
Ostrom.
Eine Verwechslung des x und
3)
265),
Codex
Hirn
statt nxi (nobis)
Eine Verwechslung des ^ und
2)
Evang.
Legende vom
welches aber durch Wegradirung des obern
Diakon Grigorij schrieb einigemal im
w.
s.
den drei glagolitischen Evangelien, nämlich im
h in
« und
Eine Vermengung von
1)
Clozianus noKftHeTi pokrieti, ni
Glagolita
Orthographie
Übrigens wird man bemerkt
häufig
angeführten, unser
Evange-
viel spärlicher,
psi,
dem
Glagolita
Clozianus
spasi, zemje, prestavenie
beim Glagolita Clozianus, welche Formen Ko-
—
54
ohne Bedenken
pitar
für
Moravismen und Slovakismen
Auch
erklärte.
karantanischen
die
Aufsätze bieten spasal, spasi, ohne % dar.
Bezug auf die bisher besprochenen und noch weiter zu erwähnenden
In
schen und grammatischen Anomahen und Fehler unserer Fragmente
orthographi-
ich
will
schliesslich
noch im Allgemeinen, zur Vorbeugung von schiefen Urtheilen bei weniger Eingeweihten, be-
dem
merken, dass wir äimlichen Erscheinungen auf
Gebiete der
kirchlichen
Literatur
gegnen und desshalb nicht berechtigt sind, über unsere einheimischen Denkmäler ein
geres Unheil,
litischen Reste, gleich
dem Schreiber der
oder Freisinger Aufsätze
dämmerung
in
,
täten häufig entschlüpfen,
oder wenn der Diakon Johann
anders und
nen wir ähnliche glänzende
kommen
herumzugehen, um
lassen,
die
beidemal
Abenddämmerung
unsere ersten Übersetzer der biblischen
zu Schulden
,
chucholy
prozHziti,
zu seinem
Schlussformel
den
bei
Menge nachweisen: oder wenn
Bücher sich manchmal arge Miss-
in
und kirchlichen
brauchen
so
Iz-
so kön-
hinschreibt;
fehlerhaft
statt
Abnormi-
von Lapsus aus Unkenntniss oder Ungeübtheit
Beispiele
vielgewandten Griechen zur Zeit ihrer
Völkern
zlizanii
suchoty und andere ähnliche
sliizauii, prosl^ziti,
bornik 1073 zweimal und jedesmal
karantanischen
gleichzeitigen
fast
und Grammatik zur Zeit der Morgenwanken und straucheln, wenn dem Schreiber des
knichcii, zv^gonix,
rati,
svoboda, rad%, knig^cii, zv^komx,
wahrscheinlich
stren-
Schreiber unserer glago-
Orthographie
der
bei den Slawen öfter kläglich
Codex Suprasliensis svobota,
griffe
Wenn die
über die fremden, ergehen zu lassen.
als
in
XI Jh.) allenthalben^ bei Slawen und Nichtslawen, be-
der ersten Hälfte des Mittelalters (VI
wir jetzt
mehr lange
nicht
ihre ersten Übersetzer auf ähnlichen Fehlern zu
dafür neuere Isagogiker, Hermeneutiker und Exegeten bereits »sattsam
andern
bei
da
ertappen,
gesorgt haben.
Es scheint, dass die mährischen, pannonischen und bulgarischen Slawen die Regeln der
Orthographie
Bezug auf
in
-b
und
h,
ji
und
(waren doch sogar die Polen noch im XIV
und
e
durch
Zeichen a und
Kl
-h
und
b streng
gebracht haben
bei sich nie ganz ins Klare
nicht
Jh.
die Schrift gehörig zu unterscheiden
tener Schreibekunst
lo.
.w,
— XV
!)
:
im Stande,
erst die
Nasalen q
Russen mögen bei fortgeschrit-
gesondert haben, dafür aber
zwei
die
haben
wieder die
diese
kläglich zusanunengemengt, anderer Übel nicht zu gedenken.
Die Inlcrpuncüon der Fragmente gehört zu den selteneren und verdient Beachtung.
Die regelmässige Interpunction bilden in beiden Fragmenten zwei grosse, meist eckige, senkrecht über einander gestellte Puncte, welche in
seltener
angewendet werden, wofern
sie
I.
B. gar zu häufig, in
II.
und
A.
im Ictz'ern, wie mir wahrscheinlich
ist,
Nur I. B. 21. steht zweimal bloss ein Punct
tentheils verschwunden sind.
nach den Zahlbuchslaben und einigemal auch am Ende des Absatzes auch drei
eck, ja IL B. 17. einmal sogar
B. 3. bilden drei
vier
in
ein Viereck zusammengestellte Puncte.
Puncte den Schluss der Zeile und sowohl auf dieser
werden am Ende des Aufsatzes oder
krummgeschweifte Striche,
als
der
Überschrift
den
zwei
Zierathen zur Ausfüllun;; der Linie,
dienen bei den Runen zwei, seltner drei Puncle zur
Interpunction:
Seile,
Puncten
und
in
etwas
IL A.
ein Drei-
Auch
als
noch
angehän;;t.
dasselbe
;
B.
nicht gröss-
in
auf L
I.
A.,
mehrere
Bekanntlich
gewahrt
man
53
auf einem sibirischen Denkmal mit Inschrift bei Strahlenberg (Nordösll. Theil
V. S. 308, vgl. S. 357. 399
armenischen Handschriften findet
ein Punct die kleinere Interpunclion.
In alten
und
neben einem ebenfalls zwei und
drei Puncte
nach
etwas seitwärts
zwei Puncte
in
man
in
dem
einem
Hetrurischen
,
nicht
Cambridge
in
viel
p.
I.
In
zwei
der ältesten
seit
ohne Ausnahme.
ganz
V
DIV, und die Tab.
So
dem IX
Jh.
nach
CDXCII)
p.
findet
Evan-
(siehe
und
in
Jüngern paläographisch sehr merkwürdigen griechischen
{Astle Or. of
Writing ed.
Tab.
2.
Denkmälern fand ich
einigen wenigen aus der ältesten Periode, und zwar
terpunction.
man
begegnet
w.
s.
griechischen Evangeliarium Vaticanum No. 351 aus
wahrscheinlich
Psalter
u.
obschon nicht
Puncte,
quadruplex ed. Bianchini P.
geliar.
man
den mittlem
und der Satz mit
der Regel nur
dem
drei,
Im Aethiopischen wird jedes Wort vom andern durch
vier und mehren Puncten geschlossen.
Im Grie-
links gestellt.
getrennt
Römischen, Oskischen
chischen,
Zeit
samaritanischen
in
,
Eur. Tab.
Im Gothischen bilden zwei Puncte die grössere,
410—411).
u.
v.
cyrillischen
VI.
in
76)
p.
zwei Puncte
Interpunction
diese
welche
solchen,
bis
In-
als
nur
jetzt
in
augen-
entweder
scheinlich aus glagolitischen Originalen abgeschrieben sind, oder Ländern, wo die Glagolica bekannt war, angehören
namentlich im Gregor von Nazianz aus dem XI .Jh. in S.
Petersburg (in den ersten vier Reden, wenn ich nicht irre), in zwei bulgarischen Lectionarien der Episteln aus dem XII Jh., in den uralten cyrillischen Zeilen im Rlartyrologium
zu Raygern und in den ältesten bulgarischen und serbischen Urkunden (aus dem XII Jh.)
Auch in dem Evangeliarium des h. Prokop in Rheims werden die Zahlbuchstaben meist
zwischen zwei Puncte eingefasst, manchmal auch die Abbreviaturen in dem Synaxarium
,
damit geschlossen.
16.
Von grammatischen Formen, welche eine besondere Aufmerksamkeit verdienen, biezum Theil bereits oben als dialektische Kennzeichen angeführten, nur
ten sich, ausser den
wenige dar.
Hieher gehören
II.
povelenimx des Glag. Clozianus
A.
.t.
udarenimi
(p. 8. v.
statt
des Cod. Suprasliensis übereinstimmt, so dass -imi. eine
priti,
primi
u.
s.
w.
;
IL B.
b.
womit
des üblichen udarenijemb,
pokynoveniimt
296) und kameniimb, poveleniinib,
Verschmelzung des
oblicatx, gekürzt aus oblicaati
(statt
oblitajeib),
ii
wie
wäre,
Form
welche
ich für die ursprüngliche halte, Hr. Miklosich aber für eine durch Assimilation entstandene
spätere erklärt (Lautlehre 33, Formenl.
die ältere)
und die übrigens auch
im Cod. Suprasliensis byvaati,
se u.
s.
vistaesi,
w., in
8.i.
doch Vitae
95.
einem Fragment des
iziskaatb,
Cyrillus
nczabyvaate
u. s.
384 Ijuda
w.
;
in
in
i
den altböhmischen
sie
ebenfalls
für
z.
B.
choti, lani, hosli
XI Jh. vistaasi
statt
den ältesten Textpartien des Moskauer
die Nominative kizni statt k^znb
annehmen könnte, da oben Z. 13. Ijuda steht,
Ijuda u. s. w.) und milosti statt milostb II.
statt
dem
Alexandrinus aus
(wo man zugleich eine Unterlassung der Verdopplung des S,
Schreiber,
30 hielt er
Handschriften vorkommt,
izbavtjati, nasystaati, pominaati, povelevaati(so), priblizaati
im bulgarischen Apostol des XII Jh. byvaa,
Bibelcodex 1499
p.
in sehr alten cyrillischen
vgl.
B.
nach
auch
7.,
der
II.
A.
Gewohnheit
Glag.
Cloz.
ein Archaismus,
p.
20.
alter
10.
\.
der sich
im Passionale und in einigen andern Wörtern
in
den
—
Handschriften erhallen hat, da überhaupt, je höher hinauf in
ältesten slawischen
je häufiger ein h an die Stelle des b
tiv),
statt Tbiii^iAHBOie
THqi.AitHBOie
ecMH, HtcTH, OT^itCTH u.
s.
mende gekürzte
Aorist, statt
zu belegen
:
obidos?
Form
Die
slatt KpbCTt,
RffEAHipiiiKTi.
im Sticherar aus
dem
XI Jh.,
3.
ü.
;
milosridi
der
Zeit,
S.v. 281),
(p.
nptAt>iiiaiJüTb
im
(.^omina-
iienpHtA^iiH
im bulgarischen Apostel aus dem XII Jh.
w.
klosich Lautl. 20, Formen!. 44); IL A.
vgl. sivestelb (testis).
im Glag. Cloz.
B. caiH statt caih
z.
kroatisch-glagolitischen Hss., k^hct«,
qpHKJE', ijpHKB,^ in
Izbornik 10" 3,
tritt,
auch Mi-
(vgl.
obidu, der einzige in unsern Fragmenten vorkomA.
lizesivestovachu, sonst kzesivestvovacha,
6.
mir dunkel und ich vermag
B. 6. ist
II.
sie nicht
vielleicht ist es ein Schreibfehler.
Von solchen Wörtern und Ausdrücken, welche den glagolitischen Handschriften specider Bestimmung von cyrillischen Copien gla
fisch eigen sind, so dass sie als Kriterien bei
golitischer Handschriften dienen, sind folgende zwei zu
d.
merken: otipelo
das Additamentum der Antiphona, bis jetzt von mir nur
i.
wo
schen copirten bulgarischen Apostel aus dem XII Jh. entdeckt,
vorkommt, und
nxnib steht.
Das
II
seltene
Cod. Suprasliensis
Da
10
B.
II.
es wichtig
krizinxmi, wofür
t)'Ec:ipHT'L
A. 20*
I.
ist
in cjTillischen
in
Bii|tcjpHTH
len andern Eigenthünilichkeiten, welche
ter
—
16.
Glagoliti-
im Synaxar fünfmal
es
geläufig.
ca
Doch
hat
dem
sei
auch
dem
Glagolitischen
hier bemerkt, dass ausser vie-
Glagolitismus ein
vom CyriUismus
sehr abste-
Wortformen
hinreichen.
Wörter und
der häufige Gebrauch von gekürzten oder archaistischen Aoristen;
und Wortformen, wie
nebesbski, dina
dem
Handschriften immer kristi-
diejenigen cyrillischen Handschriften, welche aus
ist,
chendes Gepräge geben, hiezu meist schon einzelne
1)
U. A. 9. u. 15
aus
ij'Ec.ipovieTh.
abgeschrieben sind, leicht und bestimmt zu erkennen, so
Solche sind:
dem
in
kriz, otxpelo, s?tb, venirai, tacaje,
(statt onsica),
misa
(statt bljudo), zaib (statt
die Imperfecta (2 pers. dual, et pl.) auf -sete
und
seia
bratn,
bratrija, vxcnaj
grob), vT,sleplja u.
s.
und -chota
oder -chote
:
2)
Wör-
zembski,
w.,
dann
imjaseie,
jadjaasete, pijasete (Psalt. Eugenio-Pogod. sec, XI), dejasete (Glag. Cloz.), chozdaasete (Evang.
Assem.), besedovaseta (Cod. Hankean.), glagolaachota (Miss, ^ovük.),
EHM'b statt EM.Vb u.
s.
w.
das Praet. emmi oder
Form
Es versteht sich, nicht jedes Wort oder jede
für sich allein,
sondern mehrere in ihrem Ensemble.
In Bezug auf die
Form obidu
kürzte Aoristformen auch
in
den
sei
noch nachträglich bemerkt, dass sich ähnliche geböhmischen Sprachdenkmälern biblischen und
ältesten
kirchlichen Inhalts (selten oder gar nie in andern) finden, worüber meine Pocatky staroues.
mluvnice im Vybor z
liter.
n. Nach dem Laufe
bleibt
ces. (Bd.
I.
S.
der bisherigen
108
— 109)
nachzusehen
Erörterungen
über
unsere
noch übrig das Vaterland und das Aller derselben genauer
Wir berühren
hieniit
sind.
in
ehrwürdigen
Erwägung zu
Reste
ziehen.
zwar die interessanteste, aber zugleich die schwierigste und dunkelste
Partie unserer Aufg.ibe.
Diese Schwierii;keiten würden weit geringer sein, wenn
aus den ersten zwei .lahrhunderten nach der Einführung der
mährischen und pannonischen Slawen zahlreichere, zumal
slawischen
datirte
Liiurf;ie
Handschrilten
sich
uns
bei
den
und Reste
57
und wenn wir über den Ursprung der beiden slawischen Alphabete, des
erhallen hätten
glagohtischen und cyrillischen, über die Prioriiä^ des
So aber
die Parität beider schon im Klaren wären.
einen
oder des
uns
fehlt
oder über
andern
der
in
cyrillischen
Datum des
graphie jeder sichere Maassslab über das Jahr 1056 (bekannllicli das
Paläo-
Oslromir'-
schen Evangeliariuins) hinaus, obgleich ich meines Theils überzeugt bin, dass einige unda-
besonders Fragmente, nicht unbedeutend höher hinauf
cyrillische Handschriften,
tirte
Noch schlimmer
chen.
sieht es mit
da die ältesten unter
denselben
Buchstaben zwar schon
in
kommen, der dalirte
Theodor von Salona
und die
ist,
vom
J.
Zeuge,
unverdächtiger
Abbildung noch nicht
immer nur
aber
veröffentlicht hat.
gen, entscheiden für sich allein die
ein
-)
880
(zw.
glagolitische,
jetzt
vom
Archimandrit Porphyrij
Zeuge,
gesehen
dem Erzbischof
unter
— 890),
griechischen Uikunde
nur der
jetzt
eingestreute
1222, Copie eines
(Spalatro) verfertigten Originals
bis
sind,
aber leider undalirten cyrillischen Handschriften vor-
glagolitische Psalter
dem Athos
rei-
der glagolitischen Handschriften aus
ohne Datum
sämmtlich
ältesten,
glagolitisclie Unterschrift in einer
auf
Iveri
ster
den
der Paläographie
und
verschwunden
J.
leider
Historische Zeugnisse, wie sie zur
Sache nicht, indem
Cyrill's
Erfindung
im Klo-
982
(1846),
zwar
ein
getreuer
in
Zeit
vorlie-
einer
neuen
Schrift für die Slawen zwar historisch unantastbar feststeht, aber auch die Thatsache glaub-
würdig gemeldet wird, dass dessen Schüler und Gehilfe Clemens
in
nachmaliger Bischof
als
Bulgarien ein anderes deutlicheres Alphabet für die Südslawen zusammengestellt habe, so
dass bei
dem
gänzlichen Schweigen über die Figuren des einen und des andern eine
spä-
tere
Verwechslung oder Übertragung des Namens von dem einen auf das andere (ursprüng-
lich
hiess das Alphabet nur das slawische, azbuka slovertbskaja) nicht
Wunder
also, dass unter
den slawischen Gelehrten über das
unmöglich wäre. Kein
und gegenseitige
relative Alter
Verhältniss der beiden slawischen Alphabete keine Meinungseinheit herrscht!
terzog mich von
zu keinem
endlichen Schlüsse
wiederholten
deckung
neuem der Revision der
und
Forschung
der
gediehen, so dass ich die
dieser
wichtigen
ich un-
Millheilung der Resultate meiner
Zukunft anheimstellen muss.
Veröffentlichung
Auch
noch sind meine Untersuchungen
Streitfrage, aber
Vielleicht
veranlasst
die
Ent-
Fragmente auch andere Forscher, ihren
Scharfsinn und Fleiss diesem interessanten Problem zu widmen,
um wo
möglich bald dessen
endgültige Lösung herbeizuführen.
Ich
habe oben für jeden Kenner genügend nachgewiesen, dass das an und für sich
chenslawische Grundgewebe des
ist,
welche unzweifelhaft
dem
Textes
Dialekt der
kir-
durchgängig mit Laut- und Sprachformen versetzt
Böhmen, Mährer und Slowaken
in
,
Gegensatz zu
Da jedoch die Area dieses Dialekts in alten
Richtung zum mindesten vom Riesengebirg bis Pesth, in der andern
den übrigen slawischen Dialekten, angehören.
Zeiten in der einen
aber
vom Egerlande
storisch gelrennten
')
Wem
bis
ßarlfeld
Volkszweigen
fallen liier nicht die
Ungvar reichte und dieselbe überdies von drei hieingenommen wird; so wäre eine genauere Bestimmung
und
analugen gotliisclieu Unterscliriften
in
den lateinischen
Urkunden zu Neapel
Arcizü ein!
8
58
der Heimalh unserer Reste allerdings erwünscht, wenn
aber an hinreichenden Anhaltspunkten.
es
fehlt
lischem Wirken unter den Slawen in
und zwar sowohl die
Schrift,
Ländern bekannt und
die eine
Da
dem
und andere
glagolitische,
— 885)
blieb die slawische
dem Zerknicken
auch nach
und Magyaren, noch lange
Zeit in diesen
bekannt
dies allgemein
Der
Schrift.
h.
Wenzel
ist,
so erinnere ich nur an einige Data für
935) lernte
(-j-
seiner
in
Jugend
(jedenfalls vor
von einem
928) neben der lateinischen auch die slawische Schrift (ungewiss welche)
,1.
Der römisclie Papst Johann
slawischen Priester gründlich.
der Gründung des Prager
der slawischen
(verumtamen non secundum
welche
linguae),
Liturgie der
unbekannt und
nicht
der bekanntlich mit
Bulgaren und Russen
gentis vel Russiae
Bulgariae
aut sectam
ritus
im Lande
also
nach Cosmas, bei
XIII verbietet,
Böhmen den Gebrauch
Bisthums 912 den
zusammenhängenden slawischen
Schrift
Hiezu
und Method's aposto-
einzelnen Klöstern, zumal in Ungarn, zuui Theil unter Druck und
in
Drangsalen, gepflegt.
Cyrill's
seit
Mähren und Pannonien (862
cyrillische als die
durch Deutsche
der ersten Aussaat derselben
überhaupt möslich wäre.
sie
Denn
slavonicae
aut
un^ewünscht war.
nicht
Dieses
Zeugniss verliert dadurch, dass die Bulle unterschoben und der Ausdruck Russiae verfehlt
Bedeutsamkeit und
seine
ist,
unserem
Beweiskraft in
Falle
gar
nicht,
da es die Ansicht
dem X
Cosmas' und seiner Zeitgenossen über eine nahe Vergangenheit ausspricht. Das
angehörige lateinische Martyrologium
enthält sehr alte cyrillische Zeilen
Prokop
h.
und
Mabillon de re
am Rande
einzelne
lernt die slawische Schrift in
Sazawa
um
1097
erhält.
bis
134"
1032,
wo
Emaus
Methodius, doch wohl
Rheims. Endlich
wie
z.
B. die
,
nicht
denn
cyrillische,
— 1366
im
Kroatien
J.
dem
h.
berühmten Evangelienbuches
in
verehrt demselben ein cyrillisches, von
,
weiter
einige
kenntlich mit
einen
des
Theil
liegende Spuren des
Bohemismen
Ähnliches treffen wir,
Theil noch
auf zwei
Pergamentbiätter
Ungarn
an.
gräkoslawische
iNicht
JNeilra
auf
lange
Klöster unter
der Suprematie des Papstes, namentlich
Csanad, Arad, vielleicht auch bei
Böhmen,
in
Legende vom h. Wenzel, will
Brewnower Abt Divis I. zwischen
früher, in
der FesLsetzung der Magyaren finden wir dort einige
Schutze der Könige von Ungarn und
Altslowenismus
Codex giganteus zur Aufbewahrung
Podlazicer, jetzt Stockholmer
zum
der Tradition
versetzte
das glagolitische und cyrillische Alphabet sorgfältig
einkleben.
VVysegrad,
Kloster
— 1061)
,
Evangeliarium
und
den
Legende eine
alten
Benedictiner aus
glagolitische
ö.)
Wörter.
Cyrillus und
und zwar zu Ehren des h. Hieronymus
ganz ohne Rücksicht auf historische Präcedenzien und den
schreiben
in
cyrillische
Lehrer, und baut ein slawisches
ich jetzt absichtlich mit Stillschweigen übergehen, lässt der
1360
2 1709. p. 363, nr.
in Prag,
Wunsch der Böhmen, und
Prokop zugeschriebenes
für
stiftet
Jh.
der been-
das
ist
der slawische Ritus, mit kurzer Unterbrechung (lOaö
Karl IV
Kaiser
das Kloster
sich
dipl. ed.
beigeschriebene
Wysehrad, wo nach einer
slawische Schule bestand, von einem angesehenen
in
Datum 809
Raygern (denn das
Handschrift, vgl.
deten Chronik, nicht der
Der
in
dem Berge Sobor
in
u. s.
nach
dem
Vesprim,
w.
Im
J.
1204 bemerkt Papst Innocentius in einem Schreiben an Kg. Emerich, dass sich in der Ge-
gend von Sümeg nur
Klöster
dort seien
ein lateinisches
(licet
unum
sit
ibi
Kloster befindet, während doch mehrere griechische
Latinorum coenobium,
quum
tarnen ibidem
sint niulta
59
Graecorum.) Endlieh im
Vesprimer Diöcese
sche einzuführen.
zu
J.
1221 befiehlt Papst Honorius
der von Alters her dort ansässigen griechischen
statt
Denn den Ausdruck
Nee novum
Schreiben an Kg. Emerich heisst:
rum naiionum convenlus
uni
domino sub
Griechen, bestand,
Slawen, nicht
und
hin flüchteten
1061
als
Slavi zu deuten,
Urkunde im römischen Archiv
selbst in der
Wörter
upixmc d.
i.
reN;;(i)BHi|h
lasse,
noch für unthunlich
jetzt
Volk
dort
KpAXh
Form nach
da-
angeführten Zeugnissen
Stehen
echt slawische
Anderes hieher gehöriges übergehe
!
welche von den
aus
nach der Versicherung
oder slavinica lingua in
Bezug auf diese Klöster wirklich vorkommt.
in
auf der ungarischen Krone zwei der
unerörtert
ich
das
als
welche auf die glagolitische Schrift zu deuten seien, da ich
lische,
sung
und
reoEiT^
so wie
mal,
Inschrift
der
Mönche lateinimehr berechtigt
dem päpstlichen
Mönche 1055 aus Sazawa
sich Prokop's slawische
meines geehrten Freundes, des Hrn. Palacky, der Ausdruck Slavi
einer
als
in
regno tuo diversa-
ut in
habitu famulentur,
regali
so
als es in
neo absurdum,
est
von da wieder zurückkamen, und
doch
um
nionaehi Graeci gl.iube ich
und durch
auf den Hitus zu beziehen
sein
Wvscrad
die Abtei zu
in
ich dies-
auf die
cyril-
befriedigende Lö-
eine
halte.
Das Angeführte dürfte nun vollkommen hinreichen, die Enlslchung und Erhaltung unserer
Fragmente auf dem böhmischen und mährisch-pannonischen Boden begreiflich zu machen,
keineswegs
Böhmen
dass alte
aber,
in
und wenn
stalt roz-
derum
Heimath
derselben zu bestimmen.
die
Teplitz
Denn wenn man
für
die
bei
Jölsva,
1856
die
wollte, so
von Hrn.
Mährer und Slowaken auf die
(mit Rücksicht auf razumeti H. Ä.
Böhmen entgegnen,
ersteres eine
13.)
dass letzteres ein
Belus
bei ihnen
ein
meines Erachtens,
alle
Ich
drei Volkszweige in die
dem XIV
aus
t'a
und
raz-
Slawismus, wie iselen
in
tje
sei.
und prepolovlenie,
Es mögen sich demnach,
Ehre der Hervorbringung dieser schätzbaren
theilen!
habe bereits
und präcisen
beide
in Pesih,
bekanntern Formen
Gewicht legen wollten, so könnten wie-
unvollkommene Bezeichnung der Nasale je
Denkmäler brüderlich
18.
engere
könnten die Slowaken erwiedem,
glagolitische Fragmente auch bei ihnen gefunden werden (so im J. 1839 von Hrn.
Sam. Chalupka
Jh.),
die
den Fundort geltend machen
etwa
Fixirung des
oben nachdrücklich
Allers der
dalirte glagolitische Codices, fehlen.
bemerkt, dass uns zu einer bestimmten
Fragmente die nöthigen Behelfe,
Denn
es ist in
vor allem aber
der Paläographie wie in der Mathematik,
man unbekannte Grössen nur durch bekannte bestimmen kann. Wenn ich es demnach
im Interesse der Wissenschaft und dem Triebe eines jeden selbständi;;en
dass
dennoch wage,
Forschers folgend, das Aller der beiden
Fragmente etwas genauer zu bestimmen und
die-
selben in eine relativ hohe Zeit zu versetzen, so bin ich schuldig, die Gründe, welche mich
dazu ermuthigen, olfen und vollständig darzulegen. Meine Gründe sind folgende.
Zuvörderst spricht schon der ganze
äussere Habitus
der Membranen, der Tinten und
der Schrift, so wie nicht minder der Umstand, dass dieselben zu der
wurden,
XII
—
bereits
XIII Jh.
stark abgenutzt
und beschädigt waren,
bedeutend vorausjjehende
für eine
Zeit, als sie
angeklebt
ungewöhnlich hohe, dem
Zeit.
S*
!
Zweitens zeigt sich die Schrift
eine reine Uncialschrift in solchen Formen, dass aus
als
durch kalligraphischen
ihr naturgemäss,
dem
unter
Fortschritt, einerseits
chischen Schreibekunst die bulgarische runde Glagolica, andererseits
der römischen Graphik die kroatische gerade
von diesen beiden
kehrt jene aus einer
Einfluss der grie-
unter der Einwirkung
Fractur hervorgehen, aber nicht umge'
steife
entwickeln konnte.
sich
darf, die Majuskeln
in den Überschriften und im Texte oder, wenn man so sagen
und Minuskeln, unterscheiden sich lediglich durch ihre verschiedene
Grösse, keineswegs
aber durch ihre Figur,
Buchstaben
Drittens. Die
salien
zum
Evangelien und im Glagolita Clozianus allzusichtbar
vor Z.
14
—n
und
B.
IT.
vor Z.
l8
griechischen Handschriften des IX
dieser Hinsicht
z.
kleinen Schrift,
wo
geschweigen,
im Glag.
B.
—X
Cloz.
fi
Jh.
genug
die
Buchstaben
dem
3
A?,
ältesten
den drei
in
ältesten
(die zwei verzierten Initialen
hieher gezählt,
ihres Gleichen
S,
<8
bekannten
in
man
vergleiche in
B
der
grossen
in
und
ist,
zu
Typus als in
Gregor von Na-
einen Jüngern
TL.)
Auch
Handschriften,
cyrillischen
und nur
gleichgeformtes
B.
finden);
und
und ä. (Siehe Tafel
1"
I.
übrigens
die
Figuren nur noch in der ersten sichtbar
Majuskeln in derselben schon
zianz in S. Petersburg, eine der
abgerundetes, kein
ist
nicht
natürlich
die Verwandtschaft der
auch einige
dass
— 19
uasern Fragmenten haben, namentlich
ein
der Trennung der Ver-
Beweise, dass sie
und der gemeinen oder der Cursiva vorausgehen, welche schon
hat
schon
unterschiedenes
diakritisch
Jer
mehr
Viertens. Die Art, wie die Linien in
und zwei
je zwei
Pergaments
über
und unten,
Fünftens.
im Fragment
fehlt,
gezogen
sind, d.
ist
denen
selbstverständlich ohne die
i.
weder ganz gerade, noch
durch die ganze Breite des
leider
linke
die
jetzt
nach
eng gezogenen Parallel-Li-
zwei
ganz und gar der Gewohnheit des IX Jh. gemäss.
Der Gebrauch der Tinte
I.,
A.
beiden Verticalen hinaus, von
die
Wegschnitt des Bandes
nien oben
II.
in gleicher Entfernung, aber so weit sichtbar
erinnert an
die
aus rein organischen Stoffen, namentlich der Seiiiaiinie
IX
Periode des
—X
Jh.,
wo
Tinte
diese
im
Orient, be-
sonders in Byzanz, sehr häufig angewendet wurde.
Der embryonische Zustand der Orthographie und Grammatik, wie er in
in irgend einem andern slawischen Denkmal anzutreffen sein
verräth ebenfalls ein Zeitalter, wo man kaum angefangen hatte die Sprache aus dem
Sechstens.
einem solchen Grade kaum
dürfte,
Munde des Volkes
schriftlich
aufzunehmen,
also ein gleich
der karantanischen Aufsätze, des Evangeliums des
und
ein paar
^
anderer ältesten Denkmäler
Hand
chen
altes
oder noch älteres
Johannes, der Legende
vom
ist,
Derselbe sagt nämlich, der Ductus
eines Griechen
ist.
woher der Russismus
KplCTHHNCTt
!
(Uc. Zapis.
col. 1. lin.
II.
2.
S. 66.)
10— U
h.
als
das
Kodrat*)
unserer Sprache und Schrift.
In der ScbätzuDg des Alters dieses Fragraeots, so wie einiger andern, weiche ich von
Vostokov etwas ab.
der
h.
A'&CKt
Offenbar hat also hier ein Russe eiuen
sei
desshalb so alterthümlich
Ahcr
ich frage:
statt
AlCTt"?
bulgarischen
«cnn
weil
dem
geehrten Hrn.
die
Abschrift von
die Al.schrift
Steht doch
Codex
,
copirt,
col. 2
lin.
von einem Grie5 echt bulgarisch
und dabei, wie gewöhnlich.
61
Siebentens. Die Abwesenheit sämintlicher, später, namentlich im XI Jh. schon sehr üblicher
Ausnahme der
diakritischer Zeichen über den Zeilen, mit
lichen
und sonst
Wörtern Ijuda und Antifom.
zeugt
A.
(II.
13.
verdient Beachtung, dass schon die Griechen, ausser
andere Zeichen
sehr alten Gesangnoten, auch
bei feierlichem Vorlesen,
wendeten [Motiifaucon
B. des
z.
sehr aiterthüm-
drei Zeichen über
so wie des von Anl'ang her üblichen
lö),
minder für eine sehr hoch hinaufgehende
niclit
Form nach
ilirer
nicht vorkoinnienden
Handschriften
slawischen
in
Evangeliums
zur
Was
Zeit.
den
die erstem anbelangt, so
eigentlichen, bei ihnen bekanntlich
Andeutung der Modulation der Stimme
u. s. w.,
besonders im VIII
—X
Jh., häufig ver-
Gr. 231. 233. 358.)
Pal.
Zustande
Achtens. Die eigenthümliclie Interpunction, wie sie in diesem elementarischen
und
ganz adäquaten Form
in einer
in
andern slawischen Handschriften nicht zu finden
spricht selbst für ihr hohes, alle unsere bekannte
Endlich
Fragmente,
hier auch der
fällt
Weisen
ist
(i'
Umstand gewichtig
namentlich des ersten oder
chenbücher, nicht
dem spätem,
man
unwahrscheinlich, dass
wie er
seit
ich
die Waagschale, das der Text unserer
(-j-
dem
älteren Zustande der
X
Jh.
959) geworden
ist,
dem Anfang
des
oder
Kir-
Leo dem
seit
entspricht; denn es
vervielfältigt hätte.
nun das Gewicht dieser sämmtlichen Gründe überlege und dabei erwäge,
an eine Uibersetzung
dass einerseits
in
ist,
.\ller.
einen antiquirten Text später neu übersetzt oder auch nur
durch Abschriften für den Kirchengebrauch
Wenn
Denkmäler überragendes
der Exapostelarien,
und Constantin Porphyrogenet
911)
den
Pajerek,
griechischen
der
Kirchenbücher für
Slawen
die
in
und Method nicht zu denken ist, andererseits aber der
wirkliche augenfällige Sachverhalt es nicht zulässt, diese Fragmente in eine und dieselbe
Zeit mit den bekannten datirten und undalirten cyrillischen und glagolitischen Denkmälern
Mähren und Pannonien vor
Cyrill
des XI Jh. zu stellen, so trage
kein
ich
Bedenken, ihren
Ursprung innerhalb
hundert Jahre nach CyriU's und Method's Auftreten in Mähren,
862
— 950,
Die
zu setzen.
der ältesten glagolitischen
in
dem kurzen Texte vorkommenden
oder
psi statt s^pasi
litischen
nach
und
ptsi, stellen
diesen
aus
Wörter krizxnimx und otipelo,
die
oder zwischen
specifischen
obidu,
ersten
die
.lahre
Kennzeichen
Handschriften,
copirten cyrillischen
Aoristform
der
die Orthographie
somit unsere Fragmente an die Spitze
z.
B.
die
von spasi und
der ältesten glago.
Sprachdenkmäler, nämlich des Glagolita Clozianus und der drei Evangelien, welche
Vostokov's
Sprache und
Stil
gegrümletem Urihcilc (Evang. Ostrom.
eine eigene Classe bilden,
schriften, die sich in
menen Maassstabe
üibrigens
denselben
der Regel durch eine
ich
vorkommenden
Killiges russisirt. Ich liabe
dafür,
dass
Schrift,
auch
in
Hinsicht auf
gemessen werden dürfen.
billigerweise nicht
halte
Predisl. IV)
und mit dem von besseren cyrillischen Handgrössere Formvollendung auszeichnen, genom-
beide
sowohl
Fragmente,
trotz
der
der getilgten altern,
Verschiedenheit der in
als
vor mir Fragmente eines Sticherars aus einem Kloster auf
aus Ru.ssiko, tw» 'i'woaojv), die luversichtlich
dem XI
Jh. angehöreo
und schon
der
darüber gesetzten
dem
Berge Atlios (vicIKiclil
Russi.siuea eullialltn.
(•2
neuem,
(ii'unde einer
in
und derselben
die
rinte,
Zeit
angehören und liörhstens
Die Rechlsrhreibung
Jahre auseinander liegen.
des Palinipscsts von
enthalte, die ein
einige wenii;e
Lehrer mit seinen Schiilern, sei es au einer
Kirche, oder in einem Kloster, oder in einer Schule vornahm,
und zu diesem Behüte schon
gewordenen Handschrift,
bescliriebenes Pergament, vielleicht aus einer unbrauchbar
früher
aus
der
zugleich
eine
Doch
fand.
um
das Pergament und
könnten zu der Verniuthung berechtigen, dass, wo nicht beide, so doch die eine
Membran Uibungen im Schreiben
wie
I.,
Signatur
&
iheiUveise
ersichtlich,
verwendete.
Anpassung
des
Dialects
Es
an
dieses für mich verschlossene Gebiet der
sehr
ist
die
wahrscheinlich,
dabei
dass
Landessprache
gangbare
Divination überlasse ich nun
statt
getrost
andern hiezu befähigtem, gewandtem Geistern!
NACHTRAG.
Zur
Seile
44 Zeile
Ich trage hier den aus Versehen nicht angeführten griechischen
22.
Text der zweiten Antiphona aus derselben
I8.Ö0.
S.
'Ev
«')
vollständigem
Ausgabe
des
Triodion
(Venedig
374) nach:
r^ diinva
trov,
Xotart
dl TTUonvoitoi 'loiSni; tivx
Die erste Äntijihona
)]
6
0sd^, roig
ßov^&rj
ist
ftafl-rjrai'^
aov Tinoü.eys^' Eii
trvrdfai.
daselbst als rnonanior
S.
381 zu lesen.
f|
vfuöv
nanccdaiffei
fit.
DRUCKFEHLEE.
•
S slalt Spitignev lies Spylignev
10 statt lateinichen lies lateinischen
M2
slnlt Austattung lies Ausstatinng
8 und
statt
18,
Seile 18 Zeile 7,
beim
19 und 25
lies bei
21 statt Literaturfreunde lies Literaturlreunden
28
stall
Sreznevsky
lies
Sreznevsky's
7af? 1
"iU
Talf.ll.
\
Fraiim.l.H.
V-) M
i;
^^"ij'^^^^j^a
Fommiiia
aiiliqiia
nnrariiiu (orrosiouc
fitfrifii
rnrmlintiKir
l
\
.
Tab. /i:
Fradiii.H.A,
O
Fowriiifui
fuiliniKi
liiiraniiN
corroisionr
riin
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Tdir I
l'Vaiiin.ll.lJ.
Kcli/l/on
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fiirlKlijito oll iiicinhidiiac
O
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ForiiiiiiiKi
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cl
fiiiil(/iif/
tuudnint
seil[i In nie (hfornKiliuitriii
.
rrirro\i(iiir
oiUl
iioimiliil
ti/flii<teii^
.
Höfler, Karl Adolph
Constantin
Z
115
Glagolitische Fragmente
.5
G55H6
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