Lektion 16 – 22. Februar 2011

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Lektion 16 – 22. Februar 2011
Lektion 16 – 22. Februar 2011
Patrick Bucher
27. Juli 2011
Inhaltsverzeichnis
1 Der Erste Weltkrieg
1.1 Mittelmächte und Alliierte . . . . . . . .
1.2 Zweifrontenkrieg . . . . . . . . . . . . .
1.3 Das Kriegsjahr 1917 . . . . . . . . . . .
1.3.1 Die Machthaber der Sowjetunion
1.4 Die Heimatfront . . . . . . . . . . . . . .
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1 Der Erste Weltkrieg
1.1 Mittelmächte und Alliierte
Im Ersten Weltkrieg standen sich zwei Seiten gegenüber: Die Mittelmächte Deutschland, Österreich-Ungarn, Bulgarien und das osmanische Reich auf der einen, und die Entente-Mächte bzw.
Alliierten Grossbritannien, Frankreich, Russland und, ab 1917, die USA auf der anderen Seite.
1.2 Zweifrontenkrieg
Der Schlieffenplan der Deutschen sah vor, dass Frankreich im Westen so schnell wie möglich
besiegt würde, damit Deutschland seine Truppen an der Ostfront gegen Russland konzentrieren
könne. Der anfängliche Bewegungskrieg an der Westfront erstarrte aber schon bald und wandelte sich zu einem Stellungskrieg. Der Schlieffenplan scheiterte: Deutschland steckte in einem
Zweifrontenkrieg fest – eine Situation, die es unbedingt hätte vermeiden wollen.
Im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg fanden keine Gefechte auf deutschem Boden statt. Die
Frontlinien verliefen ausserhalb Deutschlands, die Westfront verlief grösstenteils über französisches Gebiet. Den Verheerungen des Krieges waren damit im Westen vorallem die Franzosen
ausgesetzt. Der Erste Weltkrieg wird in Frankreich darum heute noch als Grand Guerre bezeichnet.
1916 herrschte in Europa eine Pattsituation. Der Krieg wurde mit einem bisher noch nie dagewesenen materiellen Aufwand und brutalsten Kampfmitteln (z.B. Kampfgas) geführt.
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1.3 Das Kriegsjahr 1917
Das Kriegsjahr 1917 war von zwei wichtigen Entwicklungen geprägt: dem Kriegsaustritt Russlands und dem Kriegseintritt der USA.
In Russland fanden in diesem Jahr gleich zwei Revolutionen statt. In der Februarrevolution
musste Zar Nikolaus II. abtreten, in der Oktoberrevolution ergriffen die Kommunisten unter Lenin (Wladimir Iljitsch Uljanow) die Macht. An der Oktoberrevolution war Deutschland massgeblich beteiligt: Der Berufsrevolutionär Lenin wurde, mit dem Segen der obersten Heeresleitung
(OHL) unter Hindenburg und Ludendorff, über Deutschland von Zürich nach Petrograd (St. Petersburg) geschleust.
Der Kriegsaustritt Russlands hat zwei Gründe: Zum einen war die rückständige russische
Wirtschaft mit dem Nachschub für die Front hoffnungslos überlastet. Andererseits wollte die
neue kommunistische Regierung mit der Vergangenheit und dem Imperialismus brechen. An
der Ostfront errang Deutschland somit einen Siegfrieden und konnte die Friedensbedingungen
diktieren. Heute bezeichnet man eine solche Konstellation als assymetrisches Verhältnis.
Russland verlor viele seiner europäischen Gebiete, unter anderem das Baltikum. Diese Gebiete gelangten jedoch 1939 wieder unter russische Kontrolle, als der «rote Zar» Stalin mit Hitler
paktierte (Hitler-Stalin-Pakt). Erst mit dem Untergang der Sowjetunion 1991 und dem Beitritt
ehemaliger Ostblock-Staaten in die Europäische Union 2004 rückten die baltischen Staaten, Polen usw. wieder von Russland weg.
1.3.1 Die Machthaber der Sowjetunion
In der Sowjetunion existierten zwar ein formelles Staatsoberhaupt und ein Regierungschef, faktischer Machthaber war aber der Parteichef der kommunistischen Partei (1903-1918 die Bolschewiki, 1918-1925 die KP Russlands und 1925-1991 die KPdSU). Dies waren:
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1903-1922/24: Wladimir Iljitsch Uljanow (Lenin)
1922/24-1953: Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili (Stalin)
1953-1964: Nikita Sergejewitsch Chruschtschow
1964-1982: Leonid Iljitsch Breschnew
1982-1984: Juri Wladimirowitsch Andropow
1984-1985: Konstantin Ustinowitsch Tschernenko
1985-1991: Michail Sergejewitsch Gorbatschow
1.4 Die Heimatfront
Der Erste Weltkrieg wird oftmals als totaler Krieg bezeichnet. Dies bedeutet, dass der Krieg
nicht nur auf Schlachtfeldern an den Fronten, sondern auch an der sog. Heimatfront geführt
wird. Der Erste Weltkrieg wurde mit einer solchen materiellen Intensität geführt, sodass die
Wirtschaften der kriegführenden Staaten an ihre Grenzen stiessen. In den Fabriken übernahmen
die Frauen die harte Arbeit ihrer Männer und sorgten dafür, dass der Nachschub an Kriegsmaterial niemals ins Stocken geriet. Ausserdem wurden Kriegsanleihen ausgegeben – die Bürger
sollten den Krieg auch finanziell unterstützen.
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