Newsletter September/Oktober 2009

Transcription

Newsletter September/Oktober 2009
1. FC MAGDEBURG
FAN NEWSLETTER
SEPTEMBER/
OKTOBER
2009
MONATLICHE INFOS UND NEUIGKEITEN FÜR ALLE FANCLUBS UND FANS DES 1. FC MAGDEBURG e. V.
HERAUSGEBER: 1. FC MAGDEBURG - FANBETREUUNG
Seite 8:
Fans beobachten die Polizei
Seite 12/13:
Die KOS zum BGH-Urteil
Stadionverbote
Seite 14/15:
Interview mit Volker Rehboldt
Seite 20
Der Pokal-Hit gegen Cottbus
Seite 2 Vorwort und Impressum / Seite 3 Alle offiziellen Fanclubs / Seite 4 Fanclub-Geburtstage / Seite 5 Infos der Fanbetreuung
/ Seite 6 Behinderten-Fanbetreuung / Seite 7 Infos des Fanclub-Dachverbandes / Seite 9 Pilotprojekt Uniformfreier Sonderzug /
Seite 10 Neuigkeiten aus dem Fanprojekt / Seite 11 News vom FanRat e.V. / Seite 16 Zum Tod von Robert Enke / Seite 17
FCM-Fans in der Presse / Seite 18 (N)ostalgisches FCM-Fan Wörterbuch / Seite 19 FCM-Fanszene Historisch / Seite 20
Fanausschuss vom 17.11.09 / Seite 21 Unsere nächsten Auswärtsspiele / Seite 22-23 Vereins-News / Seite 24 Die letzte Seite
VORWORT / IMPRESSUM
Hallo Fanclubs, Fans, Ultras und Freunde
unseres 1. FC Magdeburg!
Nach fast drei Monaten haltet ihr wieder einen „Newsletter“
in den Händen. Man mag ja nun der Meinung sein, dass der
Name dieses Heftes keineswegs mehr Programm ist. Die Tatsache, dass es nicht gelungen ist, den Newsletter monatlich
herauszubringen, ärgert mich selbst am meisten. Aber auf sich
alleine gestellt, ist so ein Projekt alle vier Wochen nur schwer
realisierbar. Wer also Interesse hat, mich beim „Newsletter“ zu
unterstützen, sollte sich ruhig bei der Fanbetreuung melden.
Es liegen bewegende Wochen hinter unserem Verein, die zum
Teil auch hier aufgearbeitet werden. Aus sportlicher Sicht ist
da der klassische Fehlstart mit der blamablen 0:1 Niederlage
bei Türkiyemspor zu nennen. Doch mittlerweile hat sich unsere Mannschaft gefunden und es ist eine klare Handschrift des
Trainers erkennbar. Vor allem die Offensivabteilung ist wohl mit
Abstand die stärkste der Regionalliga Nord. Das letzte Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des Deutschen Meisters VfL
Wolfsburg hatte beinahe Zweitliganiveau und man sah eine
bärenstarke Baumgart-Truppe. Dann gab es allerdings am letzten Wochenende eine bittere 0:1 Niederlage beim FC Oberneuland, trotz zahlreicher Chancen und teilweise drückender
Überlegenheit unserer Mannschaft. Doch auch mit neun Punkten Rückstand auf Tabellenführer Babelsberg ist der erhoffte
Aufstieg in die Dritte Liga noch nicht ad acta gelegt..
Es gab auch neben der sportlichen Seite viele ereignisreiche
Situationen in den zurückliegenden Wochen. Mit Spannung
erwartet wurde die turnusmäßige Mitgliederversammlung des
Vereins, vor allem weil bereits im Vorfeld Störungen angekündigt wurden. Aufhänger waren der nicht vorliegende Rechenschaftsbericht und die nicht erfolgreiche Kandidatur von Ex-Präsidiumsmitglied Andreas Müller per Unterschriftenliste. Doch
zum Eklat führte dann fast eine Kleinigkeit, die von den Verantwortlichen übersehen wurde. Ausgerechnet von SWM-Chef
Herdt, der wieder für den Aufsichtsrat kandidierte und zur Wahl
wegen eines Auslandsaufenthaltes nicht anwesend sein konnte, fehlte die schriftliche Einwilligungserklärung. Haarscharf
konnte diese Klippe dann zum Glück noch umschifft werden.
Ein weiterer Paukenschlag war der Rückzug von Manager Bernd
Hofmann von allen Ämtern, wobei hier die Schwierigkeiten nicht
beim Verein, sondern eher bei der Vermarktungsgesellschaft
SSG und der Stadt lagen. Schade ist es trotzdem, denn gerade im wirtschaftlichen Bereich ist Bernd Hofmann eine gute
Arbeit zu attestieren. Es bleibt ihm ein großes Dankeschön
für über drei Jahre Tätigkeit beim 1. FC Magdeburg zu sagen
und ihm für seinen weiteren Weg alles Gute zu wünschen.
Für die Fans des 1. FC Magdeburg könnte mit der Auswärtsfahrt nach Chemnitz am 1. November eine neue Zeitrechnung
begonnen haben. Das Pilotprojekt „Uniformfreier Sonderzug“
erwies sich, trotz einer unschönen Angelegenheit bei der
Rückreise in Dessau, als voller Erfolg. Es bleibt zu hoffen, dass
dieses Projekt ein erster Schritt auf dem Weg zu generellen
Auswärtsfahrten ohne uniformierte Polizeibegleitung war.
Auch in der „großen Fußballwelt“ gab es bewegende Ereignisse. Das Urteil des Bundesgerichtshofes zum Thema Stadionverbote auf Verdacht sorgte für große Aufregung in der
bundesweiten Fanszene. Eine „Unschuldsvermutung“ scheint
es für Fußballfans nicht mehr zu geben. Erfreulich ist allerdings, dass mehrere Vereine, u.a. auch unser 1. FC Magdeburg,
trotzdem
ihren
Weg
treu
bleiben
wollen,
der
Stadionverbote
auf
Verdacht
ausschließt.
Und dann war da der 10. November. Ganz Fußball-Deutschland war schockiert von der Nachricht des Selbstmordes von
Nationaltorhüter Robert Enke. Es ist heute noch unfassbar,
was den so erfolgreichen Torhüter zu diesem Schritt bewegt
haben mag. Die Hoffnung bleibt, dass auf Grund dieses tragischen Unglücks wieder mehr Menschlichkeit in das knallharte Fußballgeschäft einziehen mag, allerdings dürfte deren
Wahrscheinlichkeit nicht allzu groß sein.
Und dann war da noch die Nachricht eines neuerlichen,
europaweiten Wettskandals, der den deutschen Fußball erschütterte. Der trügerische Glaube, die eingeleiteten Maßnahmen nach dem „Fall Hoyzer“ schließen derartiges für die
Zukunft aus, war wohl mehr ein Wunschdenken. Ausführlich
werden wir uns mit diesem Thema im nächsten Heft beschäftigen.
Apropos nächstes Heft: dieses soll zur Fan-Weihnachtsfeier am
19. Dezember fertig sein. Dort werden wir u.a. den neuen Manager und Vermarktungschef des 1. FCM, Rüdiger Bartsch,
ausführlich vorstellen, über die Wiedersehensparty „25 Jahre
Ankerfront“ ausführlich berichten sowie auf die Hinrunde unserer Regionalligamannschaft zurückblicken.
Bis dahin bleibt zu hoffen, dass wir vier Siege feiern können,
um nicht ganz hoffnungslos in die Winterpause zu gehen.
Viel Spaß beim Lesen!
Mit Blau-Weißen Grüßen
„Brummi“ und die FCM-Fanbetreuung
Eine Legende ist zurück
1984
2009
25 Jahre
ANKERFRONT
IMPRESSUM
Herausgeber
1. FC Magdeburg e.V. - Fanbetreuung
Rötgerstraße 9
39104 Magdeburg
Telefon: 0391 - 990 29 41
Telefax: 0391 - 990 29 99
E-Mail: [email protected]
Internet: www.fc-magdeburg.de
Redaktion
Fanbetreuung 1. FC Magdeburg e.V.
Konzeption, Layout & Gestaltung
Fanbetreuung 1. FC Magdeburg e.V.
Druck
Druck-und Kopierservice am Uniplatz
Fotos:
Björn Possiencke, Jörg Nahrstedt, Peggy Schellenberger, Christina Kamieth, Fanclub-Dachverband, FanRat e.V., Fanprojekt Magdeburg, Peiner
Algemeine Zeitung, Der Burg-Spiegel, Olaf Sankat, „Gurke“, Erol Popova,
Matthias Sichting
Seite 2
DIE OFFIZIELLEN FCM-FANCLUBS
ACKERFRONT
ADLERHORST
ALTMARK
BLAU-WEIß 07
ALTMARK
NORD
BLAU-WEISSE
KANALRITTER
BLITZEBLAU
BLOCK
24
BlueFront
White
Burg
BLUE-WHITE
VIKING`Z
egelner
mulde
FCMFANS
OST
FußballMagde-
Verrückte
burger
HALBE LITER
BRANDENBURG
HEUSCHNUPFAN
HARZBRIGADE 07
IMMERBLAU
HOFFNUNGSTRÄGER
MAGDEBURG
MAGDEBURGER
CLUBFANS
KRIEGER DER
EHRE
MAGDEBURGER
ELBPIRATEN
STADIONCREW
MAGDEBURG
SÜLZENTALER
WINDROSE
1981
UCKERMARK
Seite 3
UNSERE FANCLUBS
Geburtstage im August
Die Fanbetreuung wünscht:
01.08.1960 Frank Wohlfeil (Halbe Liter Brandenburg)
01.08.1965 Axel Kloppotek (Block 24)
01.08.1968 Harald Stotz (Sportfreunde Kurpfalz 04)
02.08.1970 Glenn Peckhaus (Egelner Mulde)
03.08.1985 Thomas Rüdrich (Magdeburger Elbpiraten)
04.08.1970 Holger Kral (Webdeppen)
04.08.1979 Jan Farentholz (Magdeburger Elbpiraten)
04.08.1984 Christoph Müller (Egelner Mulde)
05.08.1987 Christoph Bertram (Magdeburger Elbpiraten)
08.08.1978 Torsten Mertke (Egelner Mulde)
08.08.1981 Carsten Fischer (Webdeppen)
08.08.1982 David Wagner (Parzelle 74)
09.08.1963 Kerstin Wegener (Clubfans MD)
09.08.1981 Christian Otte (Altmark-Nord)
14.08.1967 Ronald Fiedler (Blaues Blut)
14.08.1967 Rene Henke (Sportfreunde Kurpfalz 04)
14.08.1975 Hagen Wischeropp (FC BlitzeBlau)
16.08.1985 Alexander Börsch (Heide-Böcke)
18.08.1966 Norbert Schröder (Fanclub Sülzentaler)
18.08.1971 Sven Wassmus (Fangeschwader ODKR)
18.08.1986 Mathias Moser (Magdeburger Elbpiraten)
19.08.1978 Matthias Franke (Block (24)
19.08.1984 Juliane Austmann (Fußball Verrückte Magdeb.)
21.08.1967 Andreas Thiel (Hoyerswerda/Knappenrode)
21.08.1973 Nick Oelmann (Blaues Blut)
21.08.1990 Sebastian Buhlert (Clubfans MD)
22.08.1977 Jens Meyer (Fanclub Uckermark)
22.08.1982 Michael Künnemann (FCM Fans Ost)
25.08.1996 Tim Iffarth (Sportfreunde Kurpfalz 04)
26.08.2001 Dennis Winter (Sportfreunde Kurpfalz 04)
28.08.1961 Cornelia Ditter (Die Stadtfelder`s Blau-weiß)
28.08.1979 Stefan Lipke (Blaues Blut)
28.08.1983 Steven Behrndt (Block 24)
29.08.1967 Frank Melcher (Fanclub Sülzentaler)
29.08.1986 Martin Korteneck (Altmark-Nord)
30.08.1990 Sebastian Bölling (Magdeburger Clubfans)
30.08.1996 Philipp Wambser (Sportfreunde Kurpfalz 04)
31.08.1955 Rosemarie Wachholz (Fanclub Sülzentaler)
Geburtstage im September
02.09.1985 Max Zirz (Fanlub Socken-Wellen)
03.09.1962 Andreas Reimann (Halbe Liter Brandenburg)
03.09.1977 Andrè Bohlmann (Altmark-Nord)
04.09.1967 Mario Amling (Altmark-Nord)
04.09.1974 Sandy Hilliger (Clubfans Börde-Nord)
05.09.1962 Klaus-Dieter Litzke (Die Stadtfelder`s Blau-weiß)
05.09.1964 Henry Duclos (Fanclub Uckermark)
06.09.1988 Carolin Axmann (Fußball Verrückte Magdeburger)
07.09.1961 Reiner Langen (Hoyerswerda/Knappenrode)
09.09.1983 David Gardemann (Magdeburger Clubfans)
11.09.1969 Renè Franke (Egelner Mulde)
14.09.1967 Reinhardt Handke (M-Ft e.V.)
14.09.1969 Isabella Stotz (Sportfreunde Kurpfalz 04)14.09.1978
Jan Daverhut (FC BlitzeBlau)
14.09.1978 Sebastian Rimpel (Fangeschwader ODKR)
14.09.1979 Mario Röhl (Altmark-Nord)
14.09.1979 Dennis Melcher (Fangeschwader ODKR)
16.09.1964 Jürgen Kolb (Sportfreunde Kurpfalz 04)
16.09.1966 Jörg Nowak (Sportfreunde Kurpfalz 04)
16.09.1979 Martin Kuplich (Block 24)
16.09.1983 Alexander Unger (Fußball Verrückte Magdeb.)
17.09.1958 Klaus-Dieter Schubert (FCM-Dragons)
18.09.1948 Georg Knoblauch (Clubfans Börde-Nord)
18.09.1965 Kai Heuschneider (Sportfreunde Kurpfalz 04)
18.09.1981 Anita Siebert (Krieger der Ehre)
18.09.1990 Susanne Fürst (Hoyerswerda/Knappenrode)
20.09.1978 Marcel Felke (FC BlitzeBlau)
21.09.1988 Sebastian Pahling (Heide-Böcke)
21.09.1988 Norman Sieber (Fanclub Sülzentaler)
22.09.1975 Jens Freimann (Altmark-Nord)
23.09.1986 Martin Düsedau (FC BlitzeBlau)
24.09.1986 Toni Schmidt (Fanclub Uckermark)
25.09.1976 Nicole Kuchta (M-Ft e.V.)
25.09.2005 Chantal Kraft (Fangeschwader ODKR)
26.09.1970 Bert Boljahn (Fanclub Sülzentaler)
27.09.1977 Nils Reichenbach (Blaues Blut)
28.09.1969 Manuela Winter (Sportfreunde Kurpfalz 04)
28.09.1979 Nico Hemstedt (Altmark-Nord)
28.09.1983 Björn Romeike (Hoyerswerda/Knappenrode)
29.09.1996 Fabian Wassmus (Fangeschwader ODKR)
30.09.1970 Torsten Reuer (Blaues Blut)
30.09.1977 Christian Winter (Altmark-Nord)
Geburtstage im Oktober
03.10.1972 Ralf Fassbutter (Webdeppen)
05.10.1976 Martin Knittel (Magdeburger Elbpiraten)
06.10.1963 Olaf Sankat (Clubfans MD)
06.10.1963 Peer Pahling (Heide-Böcke)
06.10.1972 Yvonne Buchmann (FCM-Dragons)
06.10.1979 Nadine Bollmann (Heide-Böcke)
07.10.1951 Dieter Wachholz (Fanclub Sülzentaler)
07.10.1981 Dominik Jirschik (FCM Fans Ost)
07.10.1996 Nico-Dirk Schulze (Egelner Mulde)
08.10.1987 Michael Richter (Krieger der Ehre)
09.10.1980 Steffen Reinsdorf (Webdeppen)
09.10.1988 Mandy Wendel (Clubfans MD)
09.10.1990 Sarah Gebauer (FCM Fans Ost)
11.10.1981 Silvio Schwirzke (Clubfans MD)
13.10.1986 Nico Schwerin (Heide-Böcke)
14.10.1974 Robert Kirag (Magdeburger Elbpiraten)
14.10.1985 Franka Nolde (Block 24)
15.10.1973 Andreas Petzhold (Heide-Böcke)
15.10.1985 Jens Schünemann (Magdeburger Elbpiraten)
18.10.1998 Antonia Kögler (Heide-Böcke)
20.10.1971 Michael Roenspieß (Webdeppen)
21.10.1966 Manfred Winter (Sportfreunde Kurpfalz 04)
23.10.1988 Franziska Ludwig (Block 24)
23.10.1999 Arne Buchmann (FCM-Dragons)
24.10.1964 Jens Belger (Halbe Liter Brandenburg)
24.10.1967 Michael Fürst (Hoyerswerda/Knappenrode)
25.10.1963 Thomas Friedrich (FCM-Dragons)
25.10.1971 Marco Fehrecke (Webdeppen)
26.10.1962 Ulrike Wambser (Sportfreunde Kurpfalz 04)
26.10.1966 Bernd Wenzel (Sportfreunde Kurpfalz 04)
27.10.1976 Matthias Liebert (Blaues Blut)
28.10.1970 Andreas Hellige (Die Stadtfelder`s Blau-weiß)
28.10.2002 Julia Hörske (Heide-Böcke)
29.10.1973 Sandra Schneidewind (Sportfreunde Kurpfalz 04)
29.10.1982 Christoph Hörske (Heide-Böcke)
31.10.1983 Lars Wagner (Clubfans Börde-Nord)
Seite 4
DIE FANBETREUUNG INFORMIERT
FCM-Fanbeauftragter bleibt Sprecher der RL-Nord
Fan-Weihnachtsfeier am 19. Dezember
In diesem Jahr soll wieder eine Fan-Weihnachtsfeier stattfinden. Diese ist für den Samstag, 19. Dezember 2009 nach dem
Auswärtsspiel beim Hamburger SV geplant und soll in Zusammenarbeit zwischen der Fanbetreuung und dem FanRat e.V.
durchgeführt werden. Die komplette Mannschaft nebst Betreuerstab wird direkt vom Spielort Norderstedt zur Feier anreisen. Nach jetzigem Stand soll die Veranstaltung im VIP-Zelt
stattfinden. Der Eintritt soll 5 Euro betragen.
Momentan laufen die Vorbereitungen noch auf Hochdruck.
Mehrere Programmpunkte sind geplant. Auch ein weihnachtliches Essen soll serviert werden. Über Neuigkeiten werden
wir auf der FCM-Fanpage www.fcmfans.de im Unterforum
Fanbetreuung, Fanprojekt, FanRat, Dachverband zeitnah informieren.
Letzter Fanabend des Jahres am 3. Dezember
Am 6. August fand in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main die
jährliche Fanbeauftragten-Tagung der drei Regionalligen statt.
Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde FCM-Fanbeauftragter
Ralf Dobberitz für ein weiteres Jahr als Sprecher der Regionalliga Nord bestätigt. Seine Stellvertreter sind Horst Jahnke (VfB
Lübeck / rechts) sowie Peggy Schellenberger (CFC / Mitte).
Fanbeauftragten-Regionaltreffen Nordost in Chemnitz
Der nächste Fanabend ist auf Donnerstag, 03. Dezember 2009,
verschoben wurden. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr im
Club 65 (Fanprojekt) statt. Neben Trainer und Präsidenten sind
auch Lars Fuchs, Christian Prest und Daniel Bauer eingeladen.
Die Fanclubs treffen sich ab 17 Uhr an gleicher Stelle.
Stadiontreff-Extra Ausgaben noch vorrätig
Die Fanbetreuung hat noch Programmhefte von den Spielen
in Klötze und bei St. Pauli II vorrätig. Diese können an jedem
Heimspiel am Stand der Fanbetreuung (hinter Block 1/2) erworben werden. Ebenfalls sind noch alle Heimspielausgaben
unserer „Zwoten“ in dieser Saison und viele ältere Ausgaben
auf Lager.
STADION
TREFF
STADIONHEFT DER
1. FC MAGDEBURG FANBETREUNG
SAISON 2009/10
PREIS: 1 EURO
10. OKTOBER 2009 /
15:00 UHR
GESCHWISTER-SCHOLLSTADION / KLÖTZE
Das turnusmäßige Regionaltreffen der Fanbeauftragten des
NOFV-Bereiches fand am 9. Oktober im Presseraum des Stadions an der Gellertstraße in Chemnitz statt. Themen waren u.a.
die DFB-Fanbeauftragten Tagungen der 1.-4. Liga, Erfahrungsaustausch über die Fanarbeit an Spieltagen und die Diskussion
über die Erstellung eines Verhaltensleitfadens bzw. Rechtekatalogs für Fußballfans. Ein Schwerpunkt war auch das Thema
Sonder- /Entlastungszüge. Hierbei konnte FCM-Fanbeauftragter Ralf Dobberitz auch über das Pilotprojekt „Uniformfreier
Fanzug“ berichten, welches sich zu diesem Zeitpunkt gerade
in der Vorbereitung befand. Gastgeberin Peggy Schellenberger stellte zum Abschluss der Veranstaltung noch den Fantreff
des CFC vor. Das nächste Regionaltreffen soll im Februar in
Meuselwitz stattfinden.
&ӱSǣ
LANDESPOKAL SACHSEN-ANHALT
1. HAUPTRUNDE
VfB KLÖTZE 07 1. FC MAGDEBURG
STADION
TREFF
STADIONHEFT DER
1. FC MAGDEBURG FANBETREUNG
SAISON 2009/10
PREIS: 1 EURO
16. OKTOBER 2009 /
17:30 UHR
STADION AM MILLERNTOR
HAMBURG
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REGIONALLIGA NORD / 11. SPIELTAG
FC ST. PAULI U23 1. FC MAGDEBURG
Neue Fanclubs beim Verein angemeldet
Die Fanclubs Hochsitz aus
MD-Ottersleben und Windrose 1981 aus Bergzow haben
sich beim 1. FCM als offizielle
Fanclubs eintragen lassen.
Damit sind aktuell 48 Fanclubs beim Verein registriert.
Weitere Anfragen auf eine
Registrierung liegen vor, so
dass bald wieder die Zahl 50
erreicht werden kann.
1. FC Magdeburg Fanbetreuung
Rötgerstraße 9
39104 Magdeburg
Tel.: 0391 9902941
Fax: 0391 9902999
Mail: [email protected]
Handy: 0173 2494864
Seite 5
BEHINDERTEN-FANBETREUUNG
1. FCM ernennt Behinderten-Fanbeauftragten
Bundesliga-Reiseführer für Behinderte
Beim 1. FCM gibt es seit dem 22. Oktober einen BehindertenFanbeauftragten. Jens Zimmermann wird sich in Zukunft um
die Belange der FCM-Fans mit einer Behinderung kümmern.
Der 46-jährige gebürtige Staßfurter arbeitet hauptberuflich als
Mitarbeiter im pädagogischen Dienst im Behindertenbereich
der Stiftung „Staßfurter Waisenhaus“ und ist ehrenamtlich im
Vorstand des Dachverbandes der FCM-Fanclubs tätig. Er bringt
auf Grund seiner dreizehnjährigen beruflichen Tätigkeit gute
Voraussetzungen und die nötige Erfahrung für das Ehrenamt
beim 1. FC Magdeburg mit. „Ich möchte mit meiner Tätigkeit
helfen, Fußballinteressierte Fans mit Behinderung in der Fanszene zu integrieren“ umschrieb Jens Zimmermann kurz seine
neue Aufgabe. Um effektiver arbeiten zu können wurde ebenfalls ein Behindertenbeirat ins Leben gerufen. Dem gehören
neben Zimmermann auch Kerstin Wegener als Bindeglied zur
Fanbetreuung und Reinhard Körner vom Verein „Barriereloses
Umfeld“ an, der den 1. FC Magdeburg in der Arbeit mit behinderten Fußballfans in Zukunft unterstützen möchte.
Dem Newsletter-Team stand der neue Behinderten-Fanbeauftragte für folgendes Interview zur Verfügung.
Die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH
und die Deutsche Bahn AG haben
den neuen Bundesliga-Reiseführer
für Menschen mit Behinderungen
vorgestellt. Darin werden alle Informationen für ein barrierefreies Reisen
zu den Fußballspielen der Bundesliga
und 2. Bundesliga gegeben - sortiert
in übersichtlicher Form nach Clubs,
Stadien, Anfahrten und Städten. Außerdem finden Fans mit Behinderungen nützliche Tipps und die wichtigsten Kontakte zu Verantwortlichen der
36 Clubs, der DFL sowie der Deutschen Bahn. Das Kompendium in seiner überarbeiteten Auflage präsentiert sich noch aktueller und nutzerfreundlicher, da es in enger Zusammenarbeit
mit Erst- und Zweitligisten sowie der Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft (BBAG) entstand.
Der Reiseführer für Menschen mit Behinderungen kann bei
der DFL (Frankfurt) über [email protected], den
Behindertenfanbeauftragten der Clubs der Bundesliga und 2.
Bundesliga sowie bei der Deutschen Bahn über www.bahn.
de/fan-ecke oder über die Mobilitätsservice-Zentrale unter
01805/512512 bzw. [email protected] unentgeltlich bezogen werden.
Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft (BBAG)
Jens, was hat dich bewogen, ehrenamtlich die Funktion
des Behinderten-Fanbeauftragten beim 1. FC Magdeburg zu
übernehmen?
Ich möchte meine Erfahrung im täglichen Umgang mit behinderten Menschen gerne dem 1. FC Magdeburg zur Verfügung
stellen. Ich weiß, dass es viele fußballinteressierte Behinderte
in Magdeburg und Umgebung gibt, die bisher kaum die Möglichkeit hatten, Fußballspiele in der MDCC-Arena und auch
Auswärtsspiele des 1. FCM zu besuchen. Es ist ein großes
persönliches Anliegen von mir Voraussetzungen zu schaffen,
dass auch diese Leute die Möglichkeit haben Fußballspiele zu
besuchen.
Wie siehst du konkret dein Aufgabengebiet?
Ich möchte zusammen mit dem ebenfalls neu gegründeten
Behinderten-Beirat als Ansprechpartner für alle behinderten
FCM-Fans dienen. So sollen z.B. gemeinsame Busfahrten zu
Auswärtsspielen und auch Veranstaltungen außerhalb der
Spieltage organisiert werden. Desweiteren wollen wir Hilfestellung bei Problemen in Bezug auf die Stadionbesuche gegeben. Natürlich besorgen wir auf Wunsch auch Eintrittskarten
und sorgen.
Der Behinderten-Fanbeauftragte und der Beirat stehen bei
den geplanten Vorhaben aber nicht allein da?
Nein, besonders freue ich mich, dass der Verein „Barriereloses
Umfeld“ aus Magdeburg ,der einen guten Ruf in der Arbeit mit
behinderten Menschen besitzt, und der DFC (Dachverband der
FCM-Fanclubs) für eine Mitarbeit gewonnen werden konnten.
Alle Seiten können hier sehr fruchtbringend von der Zusammenarbeit profitieren, die im Endeffekt unseren behinderten
Fans zu Gute kommen wird.
Dann bleibt uns nur dir und deinen Mitstreitern viel Erfolg in
der vor euch liegenden Arbeit zu wünschen.
1999 trafen sich erstmals in
Fanclubs organisierte behinderte Fußballfans und so genannte Behindertenfanbeauftragte der Vereine, um sich untereinander auszutauschen und
die Öffentlichkeit auf ihre Belange rund um die Sportart Nr.
1 aufmerksam zu machen. Im Juni 2003 wurde aus diesem
lockeren Zusammenschluss ein Verein: Die Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft aller Fußball-Ligen e. V. (BBAG).
Diese AG vertritt die Interessen der behinderten Fußballfans
vor allem in den drei Profiligen. Mittlerweile haben auf ihr
Betreiben hin praktisch alle Vereine der 1. und 2. Fußballbundesliga neben dem Fanbeauftragten auch einen Behindertenfanbeauftragten benannt, der sich um die Belange behinderter
Fußballfans kümmert. Mehr über die BBAG findet ihr im Internet unter: www.bbag-online.de.
Kurz vorgestellt: Verein Barriereloses Umfeld e.V.
Der Verein „Barriereloses Umfeld e.V.“ (VBU) aus Magdeburg,
mit Sitz in der Mittagstraße 31b, hat sich das Motto „Menschen
helfen Menschen“ auf seine Fahnen geschrieben. Im Mittelpunkt ihrer Vereinstätigkeit steht, behinderten Menschen bei
der Gestaltung ihrer Freizeit zu helfen. Daher wurde auch der
Kontakt zum 1. FC Magdeburg gesucht, um gemeinsam Möglichkeiten zu finden, interessierte behinderte Fußballfans beim
Besuch von Spielen des 1. FCM zu betreuen und zu unterstützen. Ein VBU-Vertreter gehört auch dem neugegründeten Behindertenbeirat des 1. FCM an.
Zum Heimspiel gegen Tennis Borussia Berlin am 29. November will sich der Verein mit einem Infostand im Stadion präsentieren und über seine Arbeit berichten. Die Zusammenarbeit zwischen dem 1. FCM und dem VBU eröffnet beide Seiten
vielfältige neue Möglichkeiten, von denen am Ende die behinderten Fußballfans profitieren werden.
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FANCLUB-DACHVERBAND
FCM-Rollies beim Chemnitzer Rollenden Mob zu Gast
Kinderaktion bei Heimspielen
Der Dachverband der FCM-Fanclubs und der Verein „Barriereloses Umfeld“ hatten anlässlich des Auswärtsspieles gegen
den Chemnitzer FC zum ersten Mal eine Busreise für behinderte FCM-Fans angeboten. Insgesamt elf Rollstuhlfahrer nahmen dieses Angebot war und gleichzeitig eine Einladung des
Chemnitzer FC zum kostenlosen Besuches des Spieles an.
Für viele der Teilnehmer war es das erste Auswärtsspiel überhaupt und die Aufregung dementsprechend groß. Die Einladung des CFC war im übrigen eine Reaktion auf die Einladung
einer Gruppe von Chemnitzer Rollstuhlfahrern durch den 1. FC
Magdeburg beim Spiel 1. FCM - CFC im letzten Dezember.
Nach einer kurzweiligen Fahrt kam man pünktlich in Chemnitz an und wurde von der Fanbeautragten des Chemnitzer
FC, Peggy Schellenberger, freundlich in Empfang genommen.
Gemeinsam ging es danach zum behindertengerechten „Club
Heinrich“ , um sich mit dem Mitgliedern des CFC Fanclub „Rollender Mob“ zu treffen. Bei einem vorbereiteten Imbiss konnte
man sich für das Spiel stärken und viel über Fußball fachsimpeln. Der Leiter des Clubhauses erwies sich als ein echter DDROberliga Fußball-Fachman, der sogar bei der Pokalklatsche
(0-4) im FDGB Pokal gegen unserem 1.FCM, 1983 in Berlin dabei gewesen ist. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn erreichte
man das Stadion und konnte direkt vor der FCM-Fankurve das
Spiel emotionsgeladen verfolgen.
Auf die Kids unter den Rollis wartete kurz nach Spielende
noch ein ganz besonderes Highlight, schließlich bekamen sie
die Möglichkeit direkt nach dem Schlusspfiff die komplette
Mannschaft abzuklatschen. So konnten sie ihre Lieblinge im
wahrsten Sinne des Wortes noch hautnah erleben.
Noch auf der Rückfahrt wurden die Forderungen nach einer
Wiederholung laut und man buchte und plante schon für das
kommende Auswärtsspiel in Oberneuland. Es kommt also viel
Arbeit auf den gerade erst zum Behinderten-Fanbeauftragten
berufenen Jens Zimmermann zu.
Die „Kinderecke“ des Dachverbandes vor den Heimspielen
erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit. Torwandschießen, Kinderschminken, Mal-und Bastelstraße sind für die Kiddys eine schöne Einstimmung auf das Spiel. Obendrein erhält
jedes teilnehmende Kind noch eine Erinnerungsurkunde, was
noch ein zusätzlicher Anreiz ist.
Dachverband unterstützt FCM-Fans in JVA
Für diejenigen FCM-Fans unter uns, die noch eine „befristete“
Zeit in der JVA Magdeburg verweilen müssen, hat der Dachverband der FCM Fanclubs (DFC) die Möglichkeit erhalten, die
Jungs monatlich mit Lesematerial wie dem Stadiontreff, Planet und dem Newsletter zu versorgen. Ein besonderer Dank
geht dabei an den FanRat und die Fanbetreuung für die gemeinsame Unterstützung des Projektes!
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AUS ANDEREN FANSZENEN
- War der Umgang respektvoll? Stellten sich die Beamten
vor?
- Wurden Fans ungewollt geduzt?
- Wurde gegenüber Jugendlichen sozial sensibel reagiert?
- War das Polizeiaufgebot angemessen oder übertrieben?
- Waren Polizeischikanen ohne Grund zu beobachten?
Mit Beginn der Rückrunde 2005/06 wurde von der Babelsberger Fanszene in Zusammenarbeit mit dem dortigen Fanprojekt
die Aktion „Fußballfans beobachten die Polizei“ ins Leben gerufen. Entstanden ist „FbdP“ aus dem Bewusstsein, dass zwar
Fußballfans überwacht werden, die Handlungen der Polizei
demgegenüber aber kaum in Frage gestellt werden.
Die Fans des SV Babelsberg 03, deren Mannschaft zu dieser
Zeit in der Nordstaffel der Oberliga Nordost spielten, wurden
immer mehr mit „sozialpräventiven Maßnahmen der Polizei
konfrontiert, welche auch immer stärker die Grund und Bürgerrechte einschränkten. Dagegen wollte man sich zur Wehr
setzen und es entstand die Idee, die Polizei bei ihren Einsätzen
beobachten zu lassen. So wurden unabhängige Rechtsanwälte
engagiert, die die Polizei bei ausgewählten Spielen der Babelsberger in ihren Handlungen nach vorher festgelegten Parametern observierten. Die nachfolgenden Beurteilungen wurden
dann kurze Zeit später online (www.fuszballfans-beobachtenpolizei.de) veröffentlicht.
Durch das breite Medieninteresse, gerade in der Anfangszeit,
konnten beispielweise bei der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern „Besserungen“ registriert werden. Die Anwaltskosten in
Höhe von 200 Euro pro Spiel wurden durch den Verkauf von
eigenen T-Shirts und Sammelaktionen refinanziert.
Mittlerweile engagieren sich auch Fans aus Bremen, Jena und
München bei dieser Aktion.
Seit einigen Monaten bereiten Radio Corax und die Aktion
Fußballfans beobachten die Polizei den Ausbau des Fußballmagazins Kopfstoss.fm vor. Kopfstoss soll schon bald alle 14
Tage gesendet und einmal im Monat von den „Polizeibeobachtern“ gemacht werden.
Diese Fragen beziehen sich in erster Linie auf die Polizei, allerdings soll auch das Verhalten der Ordnungskräfte nicht völlig
außer Acht gelassen werden.
Gründe für die Aktion
Mit der Rückrunde 2005/06 startete die Aktion `Fußballfans
beobachten Polizei`, um die Polizeieinsätze bei Fußballspielen
des SV Babelsberg 03 stichprobenartig durch Rechtsanwälte
observieren zu lassen.
Präziser formuliert :Wenn sich in der Praxis verfassungsrechtlich garantierter Gewaltenteilung die Exekutive (Polizei) anmaßt, unzulässigerweise die Kontrollmonopole ihres eigenen
Handelns anzueignen, dann gibt es mindestens zwei Wege,
dem mit zivilem Engagement zu begegnen:
1) eine zivile Kontrolle zu installieren, welches wir mit der Berufung von Rechtsanwälten hiermit vollziehen
2) die Öffentlichkeit über die aus unserer Sicht umstrittene
Einsatzpraxis der Polizei aufzuklären.
Damit haben wir heute begonnen und werden dies über die
rechtsanwaltliche Beurteilung von Fußballspielen weiter tun.
Unsere Aktion als Maßnahme stellt quasi ein gesellschaftliches Korrektiv gegenüber der allgemein verbreiteten Auffassung dar, Gewalt und gewalteskalierende Situationen gehen
ausschließlich von den Fans aus.
Wir vertreten demgegenüber die These, dass sie per se strukturell mit bedingt sind vom Auftreten und der operativen
Handlungsweise der Polizei vor Ort.
Wenn die Polizei in ihrer Grundeinstellung zum Fußballfan
von seiner Gewaltbereitschaft als Grunddisposition seines
Verhaltens überzeugt ist (ihn praktisch als gewaltbereiten Fan
erwartet) wird sie sich durch seine kleinsten vermeintlichen
Verhaltensauffälligkeiten bestärkt sehen und ihm sein Komplementärverhalten (nämlich sich abweichend zu verhalten)
unbewusst aufzwingen. Dies bezeichnet man in der wissenschaftlichen Sprache der Kommunikations- und Systemtheorie als `selbsterfüllende Prophezeiung`
Geschichte
Die Aktion „FbdP“ entstand bereits in der Rückrunde 2005/06
durch Fans des SV Babelsberg 03. Anbei ein kleiner Auszug
aus einem Text, welcher die Aktion bewertet:
„Fussballfans beobachten die Polizei“ - Das Konzept
Bei ausgewählten Spielen werden die Fans durch Anwälte begleitet, welche das Verhalten der Polizei und der Ordnungskräfte gegenüber den Fans beobachten. Die Spiele werden in
einem kleinen Kreis festgelegt und erst durch die Veröffentlichung der Berichte bekannt gegeben.
Die Anwälte sollten bei den Spielen insbesondere folgende
Punkte beobachten:
- War der Polizeieinsatz in allen Teilen verhältnismäßig?
- Waren die Polizeimaßnahmen für die Fans nachvollziehbar,
wurden sie angekündigt und erläutert?
Durch das breite Medieninteresse, welches wir in der Anfangszeit hatten, machten sich auch schnell die ersten Erfolge sichtbar. So konnten wir beispielsweise besonders in MecklenburgVorpommern „Besserungen“ erkennen: War die Polizei in den
ersten Oberligajahren noch stark präsent und stets repressiv
„veranlagt“, konnten wir im letzten halben Jahr eine geringere
Größe der Einsätze, sowie sogar eine Erklärung der Maßnahmen, wie es eigentlich generell sein sollte aber nicht ist, feststellen. Einige obere Polizisten mahnten ihre Kollegen sogar
nach Zurückhaltung mit dem Zusatz „die haben ihre Anwälte
dabei“. Die Polizei musste immer davon ausgehen, dass ein
Anwalt dabei ist, da die zu beobachtenden Spiele geheim gehalten wurden.
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Quelle: www.fuszballfans-beobachten-polizei.de
PILOTPROJEKT „UNIFORMFREIER“ FANZUG
Eine Reise zu einem Auswärtsspiel ohne uniformierte Polizeieinheiten und nur unter Gleichgesinnten - das dürfte für
jeden Fußballfan in der heutigen Zeit ein Traum sein. Und
dieser Traum wurde für die Anhängerschaft des 1. FC Magdeburg am 1. November Wirklichkeit. Knapp 700 Blau-Weiße
bestritten die Auswärtsfahrt im DB-Fanzug nach Chemnitz
ganz ohne „Grüne“. Nachfolgend ein Bericht über Entstehung und Durchführung des „Pilot-Zuges“ aus Sicht der
FCM-Fanbetreuung.
OHNE GRÜNE INS HIMMELBLAUE
Anrechtsschein für den „uniformfreien“
DB-FAN-ZUG
am Sonntag, 01.11.2009
MAGDEBURG - KARL MARX STADT und zurück
Preis: 7,00 Euro
unterschiedliche Auslegung der Begriffe „uniformfrei“ und
„Ordner“.
Am Morgen des 1. November rollte dann der Fanzug gegen
8:20 Uhr wie geplant auf Gleis 2 des Magdeburger Hauptbahnhofs ein. Sehr groß war der Jubel als Jens Janeck vom
Fanprojekt eine FCM-Fahne bei der Einfahrt aus dem Führerhaus schwenkte. Neben den 700 Fans stiegen auch je zehn
Vereinsordner und professionelle Security sowie sechs Zivilbeamte der Bundespolizei in den Fanzug ein. Zusammen mit
dem Zugbegleiter konnte vor Ort noch eine Regelung betreffs
des Rauchverbotes gefunden werden. So konnte dann pünktlich die Reise losgehen. Um es vorwegzunehmen, die Hinfahrt
wurde ein voller Erfolg. Auch Block U wurde ihrer Verantwortung vollstens gerecht. Auch in Chemnitz gab es keinerlei
Probleme. Anders als in der Vorsaison agierte die sächsische
Dieser Schein muss vor Fahrtantritt bei der Fanbetreuung
in eine reguläre Fahrkarte umgetauscht werden.
Vor drei Jahren trat die DB-Regio Südost an die ostdeutschen
Vereine der damaligen Regionalliga Nord heran, mit dem
Vorschlag, eine gemeinsame Vereinbarung über den Einsatz
von Entlastungszügen mit Sonderzugcharakter zu schließen.
Das Hauptaugenmerk der Bahn war es, Normalreisende von
Fußballfans zu trennen. Am 13. März 2007 fuhr der erste Zug
dieser Art FCM-Fans zum Auswärtsspiel nach Erfurt. Weitere
Züge nach Lübeck, Braunschweig, Dresden, wiederum Erfurt,
Leipzig, Wolfsburg, Hannover, Kiel und zweimal Halle folgten.
Das Problem war in der Vergangenheit aus FCM-Sicht, dass
man die Ultras sehr schwer für diese Züge begeistern konnte. Nur dreimal gelang es den Block U für eine Mitfahrt zu
bewegen. Nach der unglücklichen Fahrt nach Dresden am
23.02.2008 gab es überhaupt keinen Weg mehr den Block U in
einen „Fanzug“ zu bekommen.
Ankunft in Chemnitz
Block U beim „Stullen“ schmieren für den Fanzug
Da aber eine bestimmte Anzahl von Mitfahrern benötigt wird
und ohne Ultras 200-250 Personen fehlen, gab es im Sommer
ein Gespräch zwischen Fanbetreuung und Ultra-Vertretern,
unter welchen Umständen sie sich eine zukünftige Mitfahrt
vorstellen können. Im September gab es dann zunächst ein
Treffen zwischen Verein und der Bundespolizei. Die Interessen
des Block U wurden hier durch das Fanprojekt vertreten.
Die Vorstellungen der Ultras beinhalteten Punkte wie separate
Bereiche, keine uniformierte Kräfte auf dem Zug und eigenes
Catering. In einem konstruktiven Gespräch konnte im Großen
und Ganzen in allen Punkten Verständigung erzielt werden.
Zwei Wochen später gab es eine weitere Gesprächsrunde,
diesmal auch mit Vertretern der DB-Regio. Hier wurden Nägel
mit Köpfen gemacht, alle Vorschläge der Ultras akzeptiert
und das Pilotprojekt für das Auswärtsspiel beim FC St. Pauli
geplant. Auf Grund einer Spielzeitverlegung wurde der Plan
wieder verworfen und nun Chemnitz als „Ziel“ ausgewählt.
Ganz reibungslos verlief die Vorbereitung dann leider nicht.
In der Woche vor dem Spiel gab es dann noch einige Machtspielchen zwischen Fanprojekt/Ultras/Verein auf der einen und
der Bundespolizei auf der anderen Seite. Knackpunkt war die
äußerst zurückhaltend. Und das blieb auch den ganzen Tag
über so. Obwohl man gern drei statt des einen Punktes mit zurück nach Magdeburg genommen hätte, verlief auch die Rückfahrt sensationell entspannt. So macht das Auswärts fahren
einen Riesenspaß.
Es wäre ein grandioser Tag und ein voller Erfolg des Pilotprojektes gewesen, wenn nicht der Zwischenstopp in Dessau
gewesen wäre. Es ist zwar nachvollziehbar, dass man die in
Dessau umsteigenden Freunde beistehen wollte, denn das die
Truppe aus dem Süden nicht zum Kaffeetrinken in Dessau auftauchte, dürfte auch jedem klar sein. Trotzdem war die Aktion
in Dessau für die weitere Durchführung von Fanzügen dieser
Art absolut kontraproduktiv. Das war Wasser auf die Mühlen
derjeniger, die uns Fans einen Fanzug in Eigenverantwortung
nicht zutrauen. Sicherlich hat sich Block U auch sehr selbstkritisch mit der Geschichte auseinandergesetzt. Das ärgerliche
an der ganzen Geschichte ist aber der Fakt, dass ohne den
Zwischenfall in Dessau, das Pilotprojekt ein totaler Erfolg geworden wäre. So hat die Bundespolizei jetzt Argumente ihre
Vorstellungen bei einem nächsten Fanzug durchzudrücken.
Trotz Allem sollte man Dessau nicht zu sehr in den Vordergrund
stellen, sondern den gesamten Tag sehen. Und da gilt trotz
„Dessau“ allen Mitfahrern ein riesengroßes Dankeschön!
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FANPROJEKT MAGDEBURG
Block U übergibt „HKS-Shirts“ an U15-Mannschaft
Bundestagung der Fanprojekte in Cottbus
Gern übermittelte das Fanprojekt Magdeburg den Wunsch der
Nachwuchskicker des 1. FC Magdeburg nach einem Satz jener T-Shirts, die im letzten Sommer Teil der inoffiziellen Stadiontaufe zu Ehren des Meistertrainers Heinz Krügel waren.
Obwohl die damalige Auflage der T-Shirts längst vergriffen
war, setzten die Magdeburger Ultras alles daran, den Wusch
der C-Jugendmannschaft um Trainer Christoph Opp zu erfüllen. Zwei Vertreter der „Blue Generation“ übergaben den aktuell in der Bördelandhalle trainierenden Jugendspielern die
Sonderlieferung der T-Shirts mit der Aufschrift: „Unser HKS“.
Vom 06.-08. Oktober fand in Cottbus organisiert von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte
in Kooperation mit dem Fanprojekt
Cottbus die Bundeskonferenz der
Fanprojekte statt. Bei der Auftaktveranstaltung betonten die Vertreter
des Landes Brandenburg, der Stadt
Cottbus und des FC Energie im Stadthaus die herausragende Bedeutung
der
sozialpädagogischen
Arbeit.
mit Fußballfans durch das örtliche Fanprojekt.
Bei der Podiumsdiskussion betonten die o. g. Zuwendungsgeber, dass eine gute und qualifizierte sozialpädagogische Fanarbeit nur durch langfristige Absicherung und ausreichende
Ressourcen erfolgreich sein kann.
Im Rahmen der durchgeführten Arbeitsgruppen wurden so
wichtige Themen wie eine erste Zwischenbilanz in der Umsetzung der neuen Stadionverbotsrichtlinien von 2008, das nach
wie vor schwierige Verhältnis zwischen Polizei, Sozialarbeit
und Fußballfans und das in der aktuellen sozialpädagogischen
Fanarbeit an Aufmerksamkeit gewinnende Thema Sexismus
im Stadion und in der Fanarbeit diskutiert. In einem weiteren
Workshop wurde erstmals das selbstreflektierende Thema der
Auswirkungen der Arbeit auf die berufliche Biographie langjähriger MitarbeiterInnen behandelt. Aus den intensiven und
anregenden Gesprächen gingen u. a. folgende Forderungen
hervor.
Training für Fans
Trotz der ungemütlichen Jahreszeit trainieren weiterhin FCMFans einmal pro Woche auf den Trainingsplätzen des 1. FC
Magdeburg. Im Rahmen des letzten Fanausschusses dankte
das Fanprojekt den Verantwortlichen des FCM für die hierbei
gezeigte Unterstützung. Für ein bevorstehendes Fußballturnier in der Hermann-Gieseler-Halle sicherte Präsident Volker
Rehboldt ebenfalls die Hilfe des Vereins zu.
Außenarbeiten am Fanprojekt
Die in diesem Jahr geplanten Außenarbeiten am Fanhaus stehen kurz vor ihrem erfolgreichen Abschluss. Mit großer Unterstützung der Fans wurden unter anderem 26 Fenster saniert
und die Fassade neu verputzt.
Wir danken allen beteiligten Fans herzlich für ihre ehrenamtliche Hilfe und die Bereitschaft, sich oft an ihrem letzten freien
Wochentag für den Erhalt und die Gestaltung des Fanhauses
einzusetzen.
Individualbetreuung / Einzelfallhilfe
Das Fanprojekt betreut und berät Jugendliche aus der Fanszene in schwierigen Lebenssituationen, bei Problemen in der
Schule, der Familie oder mit Behörden. Ebenfalls unterstützen
und vermitteln wir bei Ausbildungsplatz-, Arbeits- und Wohnungssuche.
Die Fanprojekte fordern eine verantwortungsbewusstere Umsetzung der neuen Richtlinien zur Vergabe von Stadionverboten durch die Fußballvereine. Insbesondere dem Recht der
betroffenen Fans auf eine Anhörung muss eine bedeutende
Rolle zukommen. Diese sollte unter dem Gesichtspunkt von
Transparenz und Nachvollziehbarkeit vor Aussprache von
bundesweiten Stadionverboten stattfinden.
Bei allen positiven Veränderungen der Stadionverbotsrichtlinien stellt sich für die Fanprojekte nach wie vor die Frage,
inwieweit bundesweite Stadionverbote überhaupt als „erzieherische Maßnahme“ zur positiven Verhaltensbeeinflussung
geeignet sind. Vielmehr machen die Fanprojekte die Erfahrung, dass Fans Stadionverbote als Strafe begreifen und die
Aussprache eher zu einer Verfestigung von Verhaltensstrukturen beiträgt.
Der Dialog zwischen Fanprojekten und den unterschiedlichen
Polizeibereichen muss bei allen vorhandenen Differenzen fortgesetzt werden. Voraussetzung hierfür ist eine gegenseitige
Rollenakzeptanz und ein respektvoller Umgang miteinander.
Die in der jüngsten Vergangenheit von den Gewerkschaften
der Polizei gestarteten unseriösen Kampagnen in Bezug auf
Gewalt und Fanverhalten sind diesem Prozess hinderlich und
verstärken vor allem bei Jugendlichen das Feindbild Polizei.
Abschließend registrieren die Fanprojekte mit Sorge die fehlende Kommunikationsbereitschaft zwischen Fans und Polizei,
die ihre Vermittlerrolle zunehmend erschwert.
Kontaktdaten des Fanprojektes:
Wilhelm-Kobelt-Straße 35, 39108 Magdeburg-Stadtfeld, Tel.: 0391 696 1599
Öffnungszeiten: Dienstag: 14.00-18.00 Uhr, Mittwoch: 14.00-22.00 Uhr,
Donnerstag: 14.00-22.00 Uhr, Freitag: 14.00-16.00 Uhr oder nach Vereinbarung
[email protected], http://www.fanprojekt-magdeburg.org
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FANRAT e.V.
FanRat traf sich mit Stefanie Middendorf
Miss „Anke“ mit Silvio Bankert beim Mittags-Dinner
Die frischgebackene Miss-FCM, Anke Stanierowski, traf im
„M2“ im Herzen der Stadt am Hasselbach-Platz ihren Lieblingsspieler Silvio Bankert zum Mittagessen. Der FanRat bedankt sich bei den Mitarbeitern des „M2“ für die Organisation
und die freundliche Bewirtung.
Heinz-Krügel-Pokal erst im Januar
Die 5. Auflage der Fanclub-Hallenmeisterschaft um den Heinz-Krügel-Pokal
findet am 17. Januar 2010 im Sportpark
Schönebeck statt. Wir nehmen ab sofort
Anmeldungen über unsere Homepage
oder bei Heimspielen an unserer Bude
entgegen. Wir sehen uns gezwungen, zur
Begleichung der Hallenmiete erstmals ein Startgeld in Höhe
von 19,74 Euro zu erheben. Sobald das Geld bar oder auf unser Konto eingezahlt wurde, hat Euer Team einen der maximal
20 Startplätze sicher.
Weihnachts-Poker-Turnier
Der FanRat veranstaltet in diesem Jahr erneut ein WeihnachtsPoker-Turnier, dessen Erlöse wiederum der Nachwuchsabteilung des FCM zugute kommen werden. Das urnier wird am 11.
Dezember ab 18:00 Uhr in der Gaststätte „Zum Bierfässchen“
am Sportplatz in der Umfassungsstraße, der Heimstätte der
SG Handwerk Magdeburg ausgetragen und die Teilnahme ist
ausschließlich Personen ab 18 Jahren vorbehalten. Gespielt
wird nach den Regeln von „Texas Hold’em NoLimit“ und die
Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. Der Wirt des „Bierfässchen“
hat erneut „fanfreundliche Preise“ zugesichert. Anmeldeschluss ist, sobald die maximale Teilnehmerzahl von 64 Personen erreicht ist. Wer später an einem der Finaltische sitzt,
hat auf jeden Fall einen der 10 attraktiven Sachpreise gewonnen. Ihr könnt euch für die Teilnahme ab sofort an der FanRatBude oder auf unserer Homepage anmelden.
Der FanRat traf sich am Rahmen ihrer Sitzung am 1. Oktober mit der Veranstaltungsleiterin der MDCC-Arena Stefanie
Middendorf. Der erste Themenpunkt waren die Stadionführungen:
Holger Cierpka monierte die häufigen Verschmutzungen im
Stadion und in den Räumlichkeiten. Frau Middendorf erklärte,
dass, vorerst bis Jahresende, für die Reinigung des Stadions
die MVGM (Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg) zuständig sei und es bisher damit allgemein Probleme
gab. Ab Oktober sollten diese aber nicht mehr auftreten, da der
Arbeitsumfang und die Termine für die Arbeiten jetzt verbindlich festgelegt wurden. Für die Stadionführer ist Frau Middendorf die erste Ansprechpartnerin bei der SSG. Abrechnungen
zu den Stadionführungen werden jeweils zum Ende des Winter- bzw. Sommerhalbjahres einer jeden Saison erfolgen.
Momentan ist die Besichtigung der Arrestzellen nur eingeschränkt möglich (bei vorangemeldeten Gruppen mit Personalisierung). Holger will sich mit den zuständigen Personen von
Polizei und Feuerwehr (diese lagern Gerätschaften zwischen
den Spielen in den Zellen) in Verbindung setzen, um die generelle Öffnung der Zellen bei allen Führungen zu erreichen.
Ein weiterer Punkt war Merchandising zum Stadion:
Frau Middendorf informierte darüber, dass es Überlegungen
gibt, Merchandisingprodukte mit Stadionbezug seitens der
SSG herzustellen (Tassen, Poster, T-Shirts oder ähnliches) und
z.B. bei den Stadionführungen zu vertreiben. Produktentwürfe
gibt es noch nicht. Es wird demnächst ein offizielles Stadionlogo vorgestellt. Dieses wird dem FanRat digital zur Verfügung
gestellt werden, um eventuell Vorschläge für Produkte zu machen oder gegebenenfalls Muster zu erstellen. In der Diskussion wurde die Herstellung von Stadionpostkarten als erstes
Merchandisingprodukt angeregt und empfohlen, dabei den
Begriff MDCC-Arena sehr dezent oder gar nicht zu verwenden.
Weiterhin wurde angeregt, eine Stadionbroschüre zu erstellen
(Historie, Bauablauf, Mittelseitenposter…). Diese könnte u.a.
am Ende der Stadionführungen als Souvenier zum Verkauf
angeboten werden. Der FanRat wird einen Vorschlag zur Gestaltung machen und der SSG ein entsprechendes Angebot
(Gestaltung und Druck) machen. Nach Erhalt des Logos wird
der FanRat überlegen ob weitere Produktvorschläge erarbeitet
werden.
„Operation Frösi“ ein voller Erfolg
Friedlich und entspannt, ja geradezu kuschelig ging es zu bei
der auch vom FanRat mitbetreuten und ohne uniformierte
Polizeikräfte durchgeführten Zugfahrt nach Chemnitz. Wir bedanken uns hiermit bei den Verantwortlichen von Block U und
dem Fanprojekt, sowie bei jedem einzelnen Fan, der im Fall
der Fälle die nötige Zivilcourage bewies. Aus unserer Sicht
steht einer Neuauflage nach diesem gelungenen Pilotprojekt
absolut nichts im Wege.
PS: Als der Zug vor der Abfahrt in den Magdeburger Hbf einfuhr, hielt einer der Verantwortlichen in Absprache mit dem
Lokführer zum Zwecke der Identifikation und Deeskalation eine
blau-weiße Fahne aus dem Fenster der Lok, wofür ihm später
von anderer Seite ein „Ordnungsgeld“ angedroht wurde.
Sollte er für diese „Ordnungswidrigkeit“ tatsächlich zur Kasse gebeten werden, wird der FanRat die Strafe in voller Höhe
übernehmen.
Wer wird Zuschauerkrösus?
Auch in dieser Saison lobt der FanRat für den Fall, dass der
FCM erneut zum Zuschauerkrösus aller 54 Regionalligisten
Deutschlands wird, eine Prämie in Höhe von fünf Fässern Freibier aus. Zur Zeit liegt der Club hinter Rot-Weiß Essen (7.328)
mit einem Schnitt von 6.076 Zuschauern auf Platz 2.
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BERICHT DER KOS ZUM BGH-URTEIL
Das höchste deutsche Zivilgericht, der Bundesgerichtshof in
Karlsruhe, beschäftigte sich im Oktober mit der Klage eines
Bayern-München-Fans gegen sein 2006 durch den MSV Duisburg ausgesprochenes zweijähriges bundesweites Stadionverbot. Das Urteil des BGH, das das erteilte Stadionverbot
„auf Verdacht“ für zulässig erklärte, schlug hohe Wellen, nicht
nur bei Fans und Vereinen. Die KOS fasst in einer Presseschau
noch einmal die wichtigsten Aspekte, Akteure und Meinungen
zusammen.
Das Urteil des BGH war für den 30. Oktober angekündigt. An
diesem Tag fasste DIE ZEIT den Hintergrund des Verfahrens,
zu der, neben der Rolle der Polizei, auch die Staatsanwaltschaft
und die Einstellung von Ermittlungsverfahren zählt, noch einmal zusammen.
Der Bundesgerichtshof erklärte in der Pressemitteilung zu seiner Entscheidung das erteilte Stadionverbot für zulässig und
hob hervor, dass der Verein in der Ausübung seines Hausrechts auch mögliche künftige Beeinträchtigungen der Sicherheit berücksichtigen dürfe und nicht allein die konkrete individuelle Tatbeteiligung zähle: „Der Kläger ist nicht zufällig in
die Gruppe, aus der heraus Gewalttaten verübt worden sind,
geraten, sondern war Teil dieser Gruppe. Die Zugehörigkeit zu
dieser Gruppe, mit der der Kläger in Gewahrsam genommen
wurde, rechtfertigt die Annahme, dass er sich bei Fußballveranstaltungen in einem zu Gewalttätigkeiten neigenden Umfeld
bewegt und von ihm deshalb künftige, Dritte gefährdende
Störungen zu besorgen sind; auf den Nachweis, er habe sich
an den aus der Gruppe heraus begangenen Gewalttätigkeiten
beteiligt, kommt es nicht an.“
Der Fanrechtefonds, der den klagenden Fan in dem Verfahren
unterstützt hatte, kritisierte die Entscheidung, wies in seiner
Presseerklärung aber daraufhin, dass auch nach Auffassung
des BGH das Hausrecht der Vereine durch die Grundrechte
der Betroffenen eingeschränkt werde. Ein Stadionverbot sei
an „sachliche Gründe“ gebunden. „Ein Verein, der ein Stadionverbot verhängen will, kann sich deshalb nicht allein auf
die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens berufen, sondern
allenfalls auf die (vom Verein in Erfahrung zu bringenden) objektiven Tatsachen, die zur Einleitung des Verfahrens führten.“
Der Deutsche Fußball-Bund begrüßte in einer ersten Stellungnahme die Entscheidung und sah sich in seinen Richtlinien zur
Stadionverbotvergabe bestätigt, betonte aber gleichzeitig die
Verantwortung der Vereine, bei der Vergabe von Stadionverboten sehr sorgfältig und einzelfallbezogen vorzugehen.
KOS und BAG befürchten negative Folgen des Urteils
Auch die Koordinationsstelle Fanprojekte bezog Stellung zum
Urteil des BGH. KOS-Leiter Michael Gabriel äußerte gegenüber
dem Tagesspiegel die Befürchtung, „dass die Fanszene das Urteil als weitere Ablehnung ihrer Fankultur auffasst und sich der
Eindruck verfestigt: Mit uns kann man es ja machen.“ In einem
Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung betonte Michael Gabriel insbesondere die Rolle der Vereine im Umgang mit Stadionverboten: Ihre Pflicht und Verantwortung dürften die Klubs
nicht an Polizei und Staatsanwaltschaft abtreten. Dazu gehört
auch die Umsetzung der vergangenes Jahr reformierten Stadionverbotsrichtlinien, die ein Anhörungsrecht betroffener Fans
vorsehen. „Wir werden den Fanprojekten raten, den Vereinen
gerade bei der Einrichtung von Anhörungsgremien, die es
noch nicht überall gibt, zur Seite zu stehen.“ So könne einer
willkürlichen Verbotsaussprechung entgegengewirkt werden:
„Die Fans werden genau beobachten, ob die Verbote gerechtfertigt sind. Sind sie nach ihren Verfehlungen angehört worden und empfinden die Strafe als gerecht, ist der Zweck erfüllt.
Werden aber willkürliche Verbote ausgesprochen und die Fans
fühlen sich nur als Opfer, dann wird das Dynamik auslösen.“
Für die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) der Fanprojekte
untergräbt das Urteil den behaupteten „präventiven Charakter“ des Instruments Stadionverbots zunehmend, wenn die
Anwesenheit in potenziell gewaltbereiter Fangruppe für die
Erteilung eines Verbots ausreicht: „Für die Fanprojekte bedeutet die Entscheidung des BGH zudem ein weiterhin ungelöstes
Problem innerhalb der pädagogischen Arbeit. Wie soll man
insbesondere jungen Menschen erklären, dass es erstrebenswert ist sich an Recht und Ordnung zu orientieren, wenn sie
gleichzeitig erfahren müssen, dass ihr persönliches Verhalten
letztendlich doch gar keine Rolle spielt?“
Kritische Kommentare in den Medien
In den Print- und Onlinemedien stieß das Urteil des BGH auf
ein geteiltes Echo. „Rechtsstaatlich untragbar“, so war der
Kommentar der Süddeutschen Zeitung überschrieben, der die
Entscheidungsbefugnis von Polizei und Staatsanwaltschaft für
die Vergabe der Stadionverbote kritisch betrachtete.
Die tageszeitung begab sich in die Feinheiten der Strafprozessordnung und machte darauf aufmerksam, dass zwar jedes
von der Staatsanwaltschaft eingeleitete Verfahren zu einem
Stadionverbot führe, aber keineswegs auch jedes eingestellte
Verfahren zu dessen Aufhebung. Ein Umstand, auf den auch
der Fanrechtsfonds bereits hingewiesen hatte: „Unterschieden
wird hierbei danach, ob das Verfahren mangels Tatverdacht (§
170 StPO) oder wegen Geringfügigkeit (§ 153 StPO) eingestellt
wird. […] Gegen eine Verfahrenseinstellung wegen Geringfügigkeit gibt es für die Betroffenen auch keinerlei Rechtsmittel,
weil hiermit kein irgendwie gearteter Schuldspruch verbunden
ist. Dennoch sehen die Stadionverbotsrichtlinien des DFB eine
Aufhebung nur vor, wenn das Verfahren mangels Tatverdacht
eingestellt wurde, nicht aber bei einer Einstellung wegen Geringfügigkeit.“
Auch Kommentare in der WELT („Der Willkür die Tür geöffnet“)
und bei Spiegel Online („Im Zweifel gegen den Fußballfan“)
äußerten sich kritisch. Spiegel Online richtete dabei den Blick
schon auf den möglichen Gang des Klägers zum Verfassungsgericht, wo das Urteil möglicherweise anders ausfallen könne:
„Beim Verfassungsgericht ist derzeit - in anderem Zusammenhang - viel vom ‚soziokulturellen Existenzminimum’ die Rede,
welches sogar von der Menschenwürdegarantie des Grundgesetzes umfasst sei. Zumindest Brot und Spiele, wussten schon
die Römer, braucht das Volk. Wenn man einem Fußballfan
letzteres nimmt, muss man dafür schon belastbarere Gründe
haben, als den Vorwurf, zum falschen Zeitpunkt am falschen
Ort gewesen zu sein.“
Positiv hingegen äußerte sich der Südkurier, der in der Entscheidung ein „Urteil für die Familien“ erkannte und feststellte:
„[G]anz Europa beneidet uns um die familiäre Atmosphäre in
den Stadien. So sollte es unbedingt auch bleiben. Vor diesem
Hintergrund ist das Urteil des Bundesgerichtshofes zu begrüßen.“
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„STADIONVERBOTE AUF VERDACHT“
Stadionbesuch lebensgefährlich?
Dieser Einschätzung der Atmosphäre in den deutschen Stadien mochte sich der von der Süddeutschen Zeitung zitierte Vertreter der Deutschen Polizeigewerkschaft nicht anschließen.
Die SZ versammelte unter der Überschrift „Fans reagieren geschockt“ Statements der Anwälte beider Seiten, Stimmen von
Fanseite und eben der Polizei. Rainer Wendt, der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, zeigte sich über
das Urteil erfreut, sagte jedoch auch: „Die Arbeit der Polizei
bleibt in Fußballstadien trotzdem sehr, sehr schwer. In der derzeitigen Situation müssen wir leider jedem Fußballfan sagen:
Wer ins Stadion geht, begibt sich in Lebensgefahr.“
Eine Sichtweise, die die Vertreter von DFL und DFB so nicht
stehen lassen wollten: „Das ist ein Schlag ins Gesicht von Millionen friedlicher Fußballfans. Diese Aussagen sind unverantwortlich und Panikmache aus Gründen der Selbstdarstellung“,
so Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung.
Der DFB schloss sich dieser Kritik an und sprach von „geistiger
Brandstiftung“. Für den Deutschen Fußball-Bund sei zudem
nicht die Deutsche Polizeigewerkschaft und ihr Vertreter, sondern die (größere) Gewerkschaft der Polizei (GdP) Ansprechund Kooperationspartner.
Pressemitteilungen von Vereinen zum Urteil des BGH:
Auch Vereine äußerten sich in Stellungnahmen zur BGH-Entscheidung und betonten dabei einhellig, dass sich aus ihrer
Sicht durch das Urteil in der Praxis der Stadionverbotserteilung wenig ändern würde.
Werder Bremen hat das Grundsatz-Urteil des Bundesgerichtshofs zur Rechtmäßigkeit von Stadionverboten zur Kenntnis
genommen und fühlt sich dadurch in seiner bisherigen Praxis bestätigt. „Die Entscheidung gibt Vereinen wie Werder die
Möglichkeit, ihre klare Linie fortzusetzen. Es wird in Bremen
aber aufgrund dieses Urteils keine Flut von Stadionverboten
geben, wir werden weiterhin jeden einzelnen Fall sehr genau
prüfen. Zu diesem Prozess gehört auch ein Anhörungsrecht,
dass wir den Beschuldigten einräumen“, so Werders Fanbeauftragter Dieter Zeiffer, der jedoch unterstreicht: „Wir agieren
umsichtig, aber keinesfalls nachsichtig!“
Klaus-Dieter Fischer, Geschäftsführer der Werder Bremen
GmbH & Co KG aA und Präsident des SV „Werder“ v. 1899
sagte am Freitag. „Unser Ziel bleibt es, die Fußballfans ins Stadion zu ziehen und nicht etwa auszusperren. Wo das allerdings
nötig ist, werden wir auch weiterhin konsequent handeln.“
Obwohl Werder Bremen der Verein in der Bundesliga ist, der
bisher die wenigsten Stadionverbote verhängt hat, unterstützt
Werder die gemeinsame Linie aller Klubs des deutschen Profifußballs, dem Schutz friedlicher Zuschauer vor gewaltbereiten
Fans höchste Priorität einzuräumen. „Gewalt hat in und im Um-
feld der Stadien keinen Platz. Werder wird daher auch in Zukunft eng mit seinen Partnern in Sicherheitsfragen, wie Polizei,
Fanprojekt, DFB und DFL zusammenarbeiten, um sich für eine
friedliche Atmosphäre einzusetzen und gewaltbereiten Anhängern keinen Platz zu bieten“, so Zeiffer.
Beim 1. FC Kaiserslautern sind sich die Verantwortlichen bewusst, welche Verantwortung mit diesem Urteil einhergeht.
Für jeden Fan stellt ein Stadionverbot die höchstmögliche
Strafe dar, welche nur nach sorgfältiger Prüfung des Einzelfalls
verhängt wird. Beim 1. FC Kaiserslautern war dies schon in
der Vergangenheit der Fall, so dass dieses Urteil keinerlei Veränderungen für FCK-Fans mitbringt. Dazu der FCK-Fanbeauftragte Christoph Schneller: „Wir legen beim FCK großen Wert
darauf, Stadionverbote wirklich nur dann zu verhängen, wenn
das Ansehen des Vereins- oder der Fangemeinde nachhaltig
geschädigt wird oder wenn nachweislich Straftaten begangen
werden, beispielsweise bei Taten mit rassistischem oder diskriminierendem Hintergrund. Stadionverbote aufgrund eines
bloßen Verdachts wird es bei uns ebenso wenig wie Kollektivstrafen geben. Zudem pflegen wir den intensiven Dialog mit
unseren Fans und möchten jedem die Möglichkeiten geben,
sich zu den jeweils erhobenen Vorwürfen zu äußern.“
Das Urteil des Bundesgerichtshofs, wonach Stadionverbote
gegen Fußballfans bei bloßem Verdacht der Gewalttätigkeit
zulässig sind, hat keinen Einfluss auf die Vergabepraxis bei
Stadionverboten durch den 1. FSV Mainz 05. In Mainz werden
üblicherweise keine Stadionverbote auf Verdacht ausgesprochen.
„Wir tolerieren generell keine Gewalttätigkeit von Fußballfans
in unserem Stadion. Wenn aber keine offensichtlichen oder
gravierenden Argumente im Zusammenhang mit den erhobenen Vorwürfen dagegen sprechen, dann warten wir in den
Einzelfällen das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen gegen
die betroffenen Fans ab. Erst danach werden wir selbst aktiv“,
erläutert Christopher Blümlein, der Stadionverbotsbeauftragte des 1. FSV Mainz 05. „Die Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten regeln den grundsätzlichen
Umgang, den Vereinen bleibt aber auch ein gewisser Handlungsspielraum. Wir haben in der Vergangenheit die Erfahrung
gemacht, dass nicht jeder Verdachtsfall zwingend begründet
war. Das war für alle Beteiligten nicht angenehm. Wir haben
damals auch auf Verdacht gefällte Entscheidungen revidieren
müssen. Deswegen haben wir unseren Umgang mit Stadionverboten bei bloßem Verdacht bereits vor zwei Jahren umgestellt.“
Aktuell laufen 20 vom 1. FSV Mainz 05 bei den Heimspielen
des Bundesligisten und der zweiten Mannschaft ausgesprochene Stadionverbote, elf davon betreffen Fans der 05er. Sieben weitere Mainzer Fans haben bei Auswärtsspielen von anderen Klubs Stadionverbote erhalten.
Quelle: www.kos-fanprojekte.info
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INTERVIEW MIT VOLKER REHBOLDT
Es liegen ereignisreiche Wochen hinter unserem Verein. Die
Newsletter-Redaktion hat sich aus diesem Grund mit dem
Präsidenten des 1. FC Magdeburg, Volker Rehboldt, für folgendes Interview getroffen.
Deshalb sind wir nun gezwungen, eine lange Aufholjagd zu
führen. Trotzdem ist es gerade in einer solchen Situation wichtig, ruhig zu bleiben, auch wenn dies am Rande des Fußballplatzes manchmal sehr schwierig ist.
Herr Rehboldt, fangen wir gleich mit dem Caterer-Streit,
oder wie es mittlerweile im Volksmund heißt „Würstchenkrieg“ an. Wie ist der aktuelle Stand?
Mittlerweile hat sich die Mannschaft sportlich stabilisiert.
Wie optimistisch ist der Präsident, dass in dieser Saison der
Aufstieg in die 3. Liga gelingen kann?
Mit dem Spiel in Oberneuland haben wir ja nochmals einen
Rückschlag zur falschen Zeit erlitten. Wer die Mannschaft
jedoch die letzten Wochen hat spielen sehen, wird gesehen
haben, dass dieses Team in der Lage ist, den Aufstieg noch
zu packen. Deswegen bin ich für den weiteren Saisonverlauf
nach wie vor optimistisch.
Der Rechtsstreit ist nach wie vor in vollem Gange, letztlich ist
dies aber ein unnötiger Nebenkriegschauplatz. Aufgrund der
wirtschaftlichen Auswirkungen müssen wir uns aber wohl oder
übel damit befassen. Ich fürchte, dass sich die Angelegenheit
noch einige Monate hinziehen kann. Eine richtungsweisende
Entscheidung des Landgerichts ist bekanntermaßen gerade
auf längere Zeit vertagt worden.
In der Presse war von einem Ordnungsgeld in Höhe von
30.000 EUR wegen Verstoßes gegen eine einstweilige Verfügung die Rede. Was ist da dran?
Dies ist ein kleiner Teil des Rechtsstreits, von dem wir als Club
selbst betroffen sind. Die Angelegenheit liegt beim Oberlandesgericht in Naumburg zur Entscheidung, wir gehen nach
Lage der Dinge davon aus, dass der Rechtsstreit mit einem
Erfolg für uns endet.
Müsste der Präsident dann wirklich für 30 Tage ersatzweise
in Haft, wenn dieser Betrag vom Oberlandesgericht bestätigt
würde?
Wir gehen davon aus, dass wir weder etwas zu bezahlen haben noch eine Ersatzhaft notwendig wird. Mit einem Augenzwinkern kann man aber hinzufügen, dass sich die Ersatzhaft
gegen den ganzen Vorstand richten würde, das heißt wenn wir
hier verurteilt würden, müsste ich nicht allein gehen.
Ein wichtiges Ereignis stellte auch die Mitgliederversammlung dar, vor allem auch in Bezug auf die Neuwahl des Aufsichtsrates. Wie zufrieden sind Sie mit dem Ausgang?
Ich bin insbesondere zufrieden, dass es gelungen ist, für die
sieben Aufsichtsratsplätze neun hervorragende Kandidaten
zu präsentieren. Daher kann ich auch mit dem Ergebnis sehr
gut leben. Insbesondere habe ich mich aber gefreut, dass es
unter der neuen Vereinsstruktur erstmals auch gelungen ist,
eine Wahl durchzuführen, bei der mehr Kandidaten angetreten
sind, als Funktionen zur Verfügung standen. Dies ist auch ein
Stück gelebte Demokratie in unserem Club und ich denke, wir
haben uns mit der Wahl und auch dem Ergebnis wiederum ein
Stück weiterentwickeln können.
Es ist nach 8 Jahren wieder gelungen einen Fanvertreter in
den Aufsichtsrat zu wählen. Begrüßen Sie diese Tatsache
oder stehen Sie dem eher skeptisch gegenüber?
Ich halte es für gut, wenn auch ein Fanvertreter Mitglied des
Aufsichtsrates ist. Mit Björn Nebeling ist allerdings auch ein
hervorragender Kandidat angetreten, der die Gremienarbeit
mit Sicherheit in Zukunft bereichern wird.
Ex-Aufsichtsratsmitglied Heiner Bertram übte ja schon während der Mitgliederversammlung Kritik am Präsidium und
untermauerte diese auch später noch einmal in der Presse.
Eine der Kernaussagen war, dass man zu wenig riskiert um
aufzusteigen. Können Sie diese Kritik teilen?
Nein, diese Kritik teile ich nicht. Herr Bertram hat sicher Recht
mit der Feststellung, dass ein Aufstieg nur dann mit hoher Sicherheit erreichbar ist, wenn man eine Mannschaft präsentiert,
welche die Regionalliga dominieren kann. Dies würde allerdings voraussetzen, eine im Kern 2.-Liga-taugliche Mannschaft
aufzustellen und dies können wir uns schlicht und ergreifend
nicht leisten. Herr Bertram weiß aus seiner Aufsichtsratsarbeit
selbst, dass wir auch in den vergangenen Jahren durchaus
Risiken eingegangen sind, das Präsidium ist jedoch nicht bereit, ein Risiko einzugehen, welches unabsehbare finanzielle
Folgen hat.
Drei Punkte aus den ersten vier Spielen bedeutete wieder
einmal einen Fehlstart zu Saisonbeginn. Die Wogen kochten
schnell hoch und es waren nach der Niederlage bei Türkiyemspor auch deutliche „Rehboldt-Raus“ Rufe zu vernehmen.
Wie schwer ist es in einer solchen Situation die Ruhe zu bewahren?
Die Emotion rundherum gehört dazu. Deswegen halte ich die
Reaktion der Fans für berechtigt und auch eine persönliche
Kritik muss man in diesem Geschäft einstecken können. Was
mich viel mehr geärgert hat, war der Saisonstart an sich, da
unsere Mannschaft ein erheblich größeres Potential hat, dies
jedoch gerade in den ersten 4 Spielen nicht abrufen konnte.
Äußerst positiv stellte sich in den vergangenen Wochen die
Fanszene des 1. FC Magdeburg dar. Vor allem beim Derby
in Halle gab es von blau-weißer Seite keine nennenswerten
Störungen. Wie sauer macht es Sie, wenn dann die Polizei
trotzdem überhart und unnötig auf FCM-Fans einschlägt?
Über die Vorfälle in Halle war ich ausgesprochen entsetzt weil
ich glaube, dass Fans und Polizei gewisse Spielregeln einhalten müssen, wenn es friedlich bleiben soll. Unsere Fans haben
gerade in Halle ein hervorragendes Bild abgegeben, deswegen ist es umso unverständlicher, dass eine einzelne Einheit
der Bundespolizei, aus welchen Gründen auch immer, bei fast
schon erfolgter Abreise noch mal „nachschlägt“. Die eingesetzte Einheit der Bundespolizei ist für solche Dinge ja bereits
im Vorfeld bekannt gewesen, gleichwohl muss hier der gleiche
Maßstab angesetzt werden, wie bei den Fans auch. Auch dafür
werden wir immer wieder eintreten.
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INTERVIEW MIT VOLKER REHBOLDT
Ein Erfolg war auch der erste „uniformfreie“ Fanzug nach
Chemnitz. Ist dies Ihrer Meinung nach ein Modell für die Zukunft?
Ja, ganz klar. Unsere Fans haben in einer Zeit, in der über Gewalt im Fußball wieder verstärkt diskutiert wurde und dieses
Thema von einzelnen Interessengruppen gezielt zur Beeinflussung der Öffentlichkeit eingesetzt wird, genau das richtige
Zeichen gesetzt. Ich glaube, wir haben hier einen Weg eingeschlagen, den wir unbedingt fortsetzen sollten, deswegen
sollte dieses Modell unbedingt fortgeführt werden.
Zukunftsweisende Entscheidungen traf im vergangenen Monat auch der Bundes-gerichtshof, der ausgesprochene Stadionverbote auf Verdacht die Rechtmäßigkeit erklärte. Wie
wird der 1. FC Magdeburg in Zukunft mit dieser Problematik
umgehen?
Das Urteil ist ja viel diskutiert worden, man muss aber glaube
ich das eigene Handeln von der juristischen Grundlage trennen. Der Bundesgerichtshof hat in seiner Entschei-dung insbesondere auf das Hausrecht der Vereine abgestellt, folgt man
dieser Argumentation, ist das Urteil juristisch sehr gut vertretbar, von den praktischen Auswirkungen auf den Fußballsport
sehe ich das ganze jedoch eher kritisch. Eine Aussprache von
Stadionverboten auf Verdacht öffnet natürlich auch der Willkür
Tür und Tor. Deswegen werden wir bei unserer Verfahrensweise bleiben, Stadionverbote nur dann zu verhängen, wenn
Verstöße nachgewiesen sind, die Betroffenen werden wir auch
zukünftig jeweils persönlich anhören und es wird auch dabei
bleiben, dass wenn sich das Gegenteil erweist, wir ausgesprochene Stadionverbote auch zurücknehmen. Wir stehen dafür,
auch in dieser Frage fair mit den Fans umzugehen.
Zu einem wichtigen Bestandteil der Fanarbeit und auch der
Kommunikation zwischen Fans und der Vereinsführung hatte
sich in den letzten beiden Jahren der Fanabend entwickelt. Im
Oktober konnte die Veranstaltung aus finanziellen Aspekten
nicht wie gewohnt im VIP-Bereich des Stadions durchgeführt
werden. Ist da auch für die Zukunft das letzte Wort schon
gesprochen?
Nein, sicher nicht. Wir werden auch zukünftig die Fanabende
an unterschiedlichen Orten durchführen und es wird sicher
auch wieder Fanabende im Stadion geben.
Für einige Irritationen sorgte auch die Meldung, dass sich
Mats Wejsfelt nach seiner Verletzung wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll, um sich für andere Vereine fit
zu machen. Ist da evtl. doch noch eine Hintertür in Bezug auf
einen neuen Vertrag offen?
Nein, was eine Verpflichtung betrifft, stimmen wir mit der
sportlichen Leitung überein, dass es diese nicht geben wird.
Mats hat sich jedoch genau wie im Moment Kajs Manai bei uns
fit gehalten, auch dies ist abgestimmt und völlig ok.
Stichwort neuer Vertrag. Die Verlängerung des Vertrages
mit FCM-Merchandising-Partner Thomas Karlowsky wurde
im Fanlager nicht gerade freudig aufgenommen. Haben Sie
dafür Verständnis?
Die Frage des Fanartikel-Verkaufs ist von jeher eine kontrovers
diskutierte. Für uns stand im Vordergrund, einen zuverlässigen Partner zu haben, bei dem die wirtschaftliche Grundlage stimmt. Das Angebot von Thomas Karlowsky war deutlich
besser als alle anderen uns bekannten Angebote. Was die
Wünsche der Fans betrifft, so wird dies immer ein Diskussionspunkt bleiben und wir können nur anbieten, auch zukünftig
den dazu notwendigen Dialog zu moderieren.
Der letzte Paukenschlag war der Rücktritt von Manager Bernd
Hofmann, der alle seine Ämter im Zusammenhang mit dem
1. FC Magdeburg niederlegte. War dies nicht zu verhindern
gewesen?
Nein, es war letztlich seine persönliche Entscheidung, die er
auch konsequent durchgezogen hat. Wir haben dies sehr bedauert, letztlich muss es aber weiter gehen, wir haben daher
das Augenmerk auf eine schnelle personelle Lösung gerichtet.
Wie schnell kann der Verein einen Ersatz präsentieren?
Wie zwischenzeitlich bekannt geworden ist, haben wir mit Rüdiger Bartsch bereits einen Nachfolger präsentieren können,
der aus unserer Sicht die Qualität mitbringt, die Arbeit von
Bernd Hofmann nicht nur fortzuführen, sondern vielleicht sogar noch weiter zu entwickeln.
Am Ende der Saison laufen Verträge fast aller Leistungsträger aus. Beginnt man frühzeitig mit Vertragsgesprächen oder
wartet man die weitere sportliche Entwicklung ab?
Wir werden bereits im Winter mit Vertragsgesprächen beginnen, um frühzeitig Klarheit zu bekommen. Alles andere wäre
fahrlässig.
Sind Spieler wie Vujanovic, Watzka, Racanel, Fuchs oder
Tüting zu halten, wenn es mit dem Aufstieg wieder nicht
klappt?
Diese Frage stelle ich mir derzeit noch nicht, da ich der Mannschaft nach wie vor den Aufstieg zutraue.
Die letzte Frage: Was macht der Präsident des 1. FC Magdeburg am 29. Mai 2010?
Ich hoffe er hat Gelegenheit zum Feiern!
Dirk Stahmann in Aktion
Vielen Dank Herr Rehboldt für dieses Interview und auf die
Feier am 29. Mai dürfte die große FCM-Fangemeinde gemeinsam hoffen!
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ZUM TOD VON ROBERT ENKE
Deutschlands Nationaltorhüter Robert Enke ist tot. Diese
Nachricht schockierte am Abend des 10. Novembers die
Fußballwelt. Unfassbar war dann die recht schnelle Erkenntnis, dass der Mannschaftskapitän des Bundesligisten Hannover 96 freiwillig aus dem Leben schied. In den folgenden
Tagen bis hin zur öffentlichen Trauerfeier in der AWD-Arena
von Hannover war Fußball-Deutschland geeint in einer noch
nie dagewesenen Trauer und Betroffenheit.
Wahrscheinlichkeit von ihm über einen größeren Zeitraum geplant wurde. Indiz dafür ist ein Abschiedsbrief, in dem er sich
bei seiner Familie und seinem Arzt dafür entschuldigte, sie
über seinen wahren Gesundheitszustand getäuscht zu haben,
um seinen Selbstmordplan verwirklichen zu können.
Am Mittwochabend fand im Beisein von 3.500 Trauernden in
der Marktkirche von Hannover ein Trauergottesdienst statt.
Auch Bundestrainer Löw, DFB-Manager Bierhoff, DFB-Präsident Zwanziger und Spielführer Michael Ballack waren angereist. Am Anschluss zogen über 30.000 Menschen in einem
Trauermarsch durch Hannover.
Sonntag, 15. November - AWD Arena Hannover. Hier ist im
Mittelkreis der geschlossene Sarg von Robert Enke aufgebahrt. In einer neunzigminütigen Trauerfeier nehmen 45.000
im Stadion und Millionen an den TV-Bildschirmen Abschied
von Deutschlands Nummer 1. Bewegende Trauerreden von
Hannover 96 Präsident Martin Kind, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulf, Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil und DFB-Präsident Theo Zwanziger umrahmten die
Veranstaltung. Am Ende trugen ehemalige Mannschaftskameraden von Hannover 96 den Sarg ihres „Mannschaftskapitäns“
aus dem Stadion. Ein bewegender Abschied von einer großen
Sportlerpersönlichkeit, die am Leben zerbrach.
Es muss so gegen 18:10 Uhr gewesen sein, als Robert Enke
an diesem Dienstagabend seinen Geländewagen in der Nähe
des Bahnüberganges im niedersächsichen Neustadt-Eilvese
abstellte und auf den Gleisen den Regional-Express BremenHannover erwartete. Bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h
blieb dem Lokführer keine Zeit zu reagieren. Der Aufprall beendete das Leben des beliebten Fußballstars auf der Stelle.
Zwei Stunden später erreicht die Nachricht die Medien und
sorgt für allerorts für Bestürzung und Entsetzen. Spontan pilgern die Fans von Hannover 96 zur AWD-Arena um ihre Trauer zu zeigen. Manche bleiben die ganze Nacht dort. Ein stetig
wachsendes Kerzen- und Blumenmeer untermalt die Tragödie.
Mit den Worten „Ein Stück mehr Menschlichkeit, ein Stück
mehr Zivilcourage, ein Stück mehr Bekenntnis zur Würde des
Menschen, des Nächsten, des Anderen. Das wird Robert Enke
gerecht“ beschloss Theo Zwanziger seine Rede.
Es bleibt die Hoffnung, dass der Tod von Robert Enke ein Umdenken in der Fußballgemeinschaft hervorruft. Bloß können
die Räder wirklich zurückgedreht werden? Ist der Profifußballer in dem millionenschweren Geschäft nicht viel mehr als eine
Ware, die zu oft mit seinen Problemen sich selbst überlassen
wird? Hat nicht längst der Kommerz den Fußball übernommen.
Wo das Geld regiert hat die Menschlichkeit ein Ende, zählt in
erster Linie Profit und Erfolg. Es wäre schön, wenn dieses tragische und unfassbare Ereignis ein Umdenken bewirken würde, doch zu groß sollte die Hoffnung nicht sein.
Am Ende bleibt die Trauer um einen herausragenden und äußerst
beliebten Sportler. Unser ganzes Mitgefühl gilt seiner Familie.
Seine Kollegen von der Nationalmannschaft, für die Robert
Enke auf Grund einer gerade überstandenen Krankheit diesmal
nicht nominiert war, erreicht die Nachricht in einem Bonner
Hotel, wo man sich auf das bevorstehende Länderspiel gegen
Chile vorbereitete. Mannschaft, Trainerstab und DFB-Führung
waren sich schnell einig besagtes Länderspiel abzusagen.
Am nächsten Tag fand in Hannover eine Pressekonferenz statt,
an der neben der Witwe Teresa Enke auch sein behandelnder
Arzt Valentin Markser teilnahm. Hier wurde in einer schockierenden Offenheit von der Krankheit Robert Enkes berichtet.
Bereits seit über sechs Jahren litt er an Depressionen. Das
unfassbare daran war die Tatsache, dass außerhalb seines
engsten Familienkreises keiner davon wusste. Robert Enke
konnte seine Krankheit vor der Öffentlichkeit geheim halten,
einer der Umstände woran er wohl am Ende zerbrochen ist.
Ebenfalls schockierend ist der Fakt, dass sein Suizid keine spontane Kurzschlussreaktion war, sondern mit hoher
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FCM-FANS IN DER PRESSE
Donnerstag, 22. Oktober 2009
Das SonntagsGespräch im "Burg-Spiegel":
Karsten Weisheit aus Schermen
Sonntag, 15. November 2009
„Die Arbeit macht einfach Spaß“
Hauptberuflich ist Karsten Weisheit der Leiter des Jugendclubs
„Blue“ in Schermen. Seit etlichen Jahren engagiert er sich jedoch weit über diese Arbeit hinaus für die Kinder und Jugendlichen der Umgebung.
Seit nunmehr vier Jahren ist Karsten Weisheit im Schermener
Jugendclub tätig: „Zu Beginn war das Ganze eher als Projekt
gedacht. Da es bei den Jugendlichen aber sehr gut ankam und
sie eine Menge Eigeninitiative zeigten, konnte aus dem Vorhaben ein richtig guter Jugendclub entstehen.“
Der 40-Jährige arbeitet gerne mit Kindern und Jugendlichen
zusammen, auch heute noch erinnert er sich gerne an die
Anfänge des Jugendclubs zurück. „Dank des Rückhaltes der
Gemeinde, die uns beispielsweise die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, war es möglich, die Jugendlichen von Bushaltestellen und Sportplätzen wegzubekommen. Das freut mich
sehr, und ich bin immer wieder positiv überrascht, was man
mit ein bisschen Willen und Gemeinschaftsarbeit alles erreichen kann“ berichtet der Jugendclubleiter.
Ein wichtiger Bestandteil seines Lebens ist für Karsten Weisheit definitiv der Sport. Der mehrfache Bezirksmeister der DDR
ist erster Trainer im Kinder-, Jugend- und Seniorenbereich des
Boxclubs „Punching Magdeburg“. Basierend auf dieser Leidenschaft hat er im Jahr 2007 das Projekt „Boxen gegen Gewalt“
ins Leben gerufen. „Das Projekt erfuhr eine unglaubliche Resonanz bei den Jugendlichen. Bis heute nahmen über 700 junge
Erwachsene daran teil, und bereits im ersten Jahr hatten wir
fünf erfolgreiche Teilnehmer bei den Landesmeisterschaften“,
erzählt der DDR-Meister von 1984. Neben dem Spaß am Boxsport spielt natürlich auch die erzieherische Seite eine Rolle:
„In den Workshops lernen die Jugendlichen, wie man sich in
bestimmten Situationen verhält, und dass das Boxen durchaus
als Mittel dienen kann, mögliche Aggressionen abzubauen.“
Als erster Vorsitzender des Dachverbandes der Fanclubs des
FC Magdeburgs ist der gebürtige Thüringer auch im Fußball
aktiv mit von der Partie. Er ist im Besonderen für die Fanbetreuung zuständig und setzt sich hierbei vor allem gegen Gewalt unter den Fussballfans und für die Intergration von behinderten Fans ein.
Da Karsten Weisheit von Montag bis Samstag von 16.00 bis
22.00 beziehungsweise freitags und samstags bis 22.30 im Jugendclub arbeitet, freut er sich natürlich immer sehr auf die
Sonntage, die er dann mit seiner Frau, seinen zwei Kindern
und dem Hund verbringt. „Der Sonntag ist mir absolut heilig,
da möchte ich dann auch wirklich ausgiebig die Zeit mit meiner Familie genießen. Klar steht ab und zu auch mal Boxen auf
dem Programm, aber das ist eher seltener der Fall“, schließt
der vielseitige Karsten Weisheit ab.
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(N)OSTALGISCHES FCM-FAN WÖRTERBUCH E
Eberlein, Werner (09.11.1919 - 11.10.2002)
Von 1983-1989 Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Magdeburg und von 1986-1989 Mitglied des Politbüros der SED.
Ehekredit
Als junges Ehepaar erhielt man in der DDR einen zinslosen
Kredit in Höhe von 5.000 später sogar 7000 Mark, der den Start
ins Eheleben erleichterte. Bei Geburt eines oder mehrerer Kinder wurde die Kreditsumme gemindert. Mit der Geburt des
dritten Kindes galt der Kredit als getilgt. Das erklärt die hohe
Anzahl an „jungen“ Ehen und der hohen Geburtenrate in der
DDR im Vergleich zum anderen Teil Deutschlands.
Ehle
Ein etwa 40 Kilometer langer rechter Nebenfluss der Elbe.
Zu DDR-Zeiten war vor allen die Ehle bei Biederitz zwischen
Schweine- und Eisenbahnbrücke ein illegales „Zelterparadies“. Auch führende Fangruppen des 1. FCM waren hier in
den Sommermonaten zu finden, z.B. die Domspatzen. Die
Deutsche Volkspolizei traute sich hier sehr selten raus. Es kam
auch schon einmal vor, dass der einheimische ABV samt seines Dienstmopeds „Schwalbe“ in der Ehle landete. Baden war
damals übrigens noch möglich.
Eggesin
Das Schreckenswort schlechthin für einen jungen DDR-Mann
zwischen Musterung und Einberufung. Eggesin lag im tiefsten
Nordosten und beheimatete ein Mot.-Schützen Bataillon. Der
dortige Drill war berüchtigt. Auch sonst war es dort einfach nur
trostlos. Unter den Soldaten gab es über Eggesin das Sprichwort: „Waldmeer, Sandmeer, gar nichts mehr“.
Eichenhaus
Kulturhaus in Eichenweiler, wo Dienstags und Donnerstags
Disko-Tanz stattfand. Auch Clubfans, vor allem aus dem Stadtteil Nord, waren hier oft anzutreffen.
Elbterassen
Magdeburger Gaststätte in Höhe des Cracauer Wasserfalls. Zu
DDR-Zeiten war es das Stammlokal des Fanclubs „Cracauer
ET“. Traurige Berühmtheit erlangte die Gaststätte am 9. Mai
1992, als nach einer Auseinandersetzung zwischen rechten
und linken Jugendlichen der 23-jährige Thorsten Lamprecht
zu Tode kam.
Eliteeinheiten
Über die Eliteeinheiten der bewaffneten Organe der DDR ranken auch heute noch Legenden. So gab es bei der NVA das
Fallschirmjägerbataillon 40 (FB 40) bzw. später das Luftsturmregiment 40 (LSR 40). Zur Volksmarine gehörte das Kampfschwimmerkommando 18 (KSK-18). Die Grenztruppen hatten
ihre Sicherungskompanien (SIK) mit einer speziellen Scharfschützen-Ausbildung. Bei der Deutschen Volkspolizei gab es
ab 1974 die 9. Kompanie (K9), die speziell zur Anti-Terror-Abwehr ausgebildet wurde.
Engerling
Engerling ist eine Berliner Bluesrockband. Sie war neben
Freygang, Monokel, Diestelmann oder Jürgen Kerth fester Bestandteil der Blueserszene in der DDR. Gegründet wurde sie
1975 von Rainer Lojewski und Wolfram Bodag in Ost-Berlin als
Engerling Blues Band.
Erdenglück
Gartensparte zwischen Fermersleber Weg und Brenneckestraße mit dazu gehörenden Gartenlokal. Dieses war Ende der
Achtziger jahre Treffpunkt des harten Kerns der FCM-Fanszene, der „R-AF-79“. Vor allem am Freitag Abend war es hier rappelvoll, bevor man gemeinsam zu den angesagten Diskos wie
Post, Kivi oder Flora aufbrach.
Ernst-Schneller-Medaille
Auszeichnung der Gesellschaft für Sport und Technik (GST).
Eichplatz
„Berühmt-Berüchtigter“ Platz in Magdeburg-Ottersleben. Hier
endete damals die Buslinie in den Magdeburger Vorort.
Von Donnerstag bis Samstags war dort zu später Stunde Bambule, da alle nicht einheimischen Besucher, zum großen Teil
FCM-Fans, der Diskotheken im Kulturzentrum (KZ), der Post
und dem Kreuer diese Haltestellen benutzen mussten. Laute
Gesänge und Schlägereien waren hier an der Tagesordnung.
Die Anwohner brauchten einen wirklich guten Schlaf. Allerdings fuhr der letzte Bus bereits kurz vor Mitternacht.
Erweiterte Oberschule (EOS)
Die Erweiterte Oberschule (EOS) war die höhere Schule im
Schulsystem der DDR und führte nach der zwölften Klasse
zur Hochschulreife. Bedingung für eine Aufnahme an die EOS
waren neben einem herausragenden Notendurchschnitt auch
eine politische Zuverlässigkeit.
Eilzug
Der Eilzug war in der DDR in Mittelding zwischen D-Zug und
Personenzug, der nicht auf allen Bahnhöfen hielt. Wurde auch
oft von Fußballfans genutzt.
ETZ
Die ETZ war ein Motorrad von MZ, welches in vier Hubraumklassen hergestellt wurde.
Einführung in die Sozialistische Produktion (ESP)
Unterrichtsfach in der DDR ab der 7. Klasse. Ziel war es, den
Schülern in der DDR den Zusammenhang zwischen Arbeitswelt und dem trockenen Schulalltag näherzubringen sowie
qualifizierte Arbeitskräfte frühzeitig in die Produktion einzuführen. ESP war neben dem Fach „Technisches Zeichnen“ der
theoretische Teil des polytechnischen Unterrichts, der durch
die Produktive Arbeit (PA), welche die Schüler direkt in den
Betrieben absolvierten, ergänzt wurde.
Ein Kessel Buntes
Herausragende Samstagabend-Show des DDR-Fernsehens.
Diese Sendung war ein Straßenfeger und war auch beim überwiegenden Teil derjenigen DDR-Bürger beliebt, die ihre Antennen eher nach Westen ausrichteten. Der Kessel Buntes war ein
Mix aus Musik, Artistik und Conference (Comedy). Auch viele
Künstler aus dem Westen traten hier auf.
Eterna
Schallplattenlabel in der DDR für das so genannte kulturelle
Erbe (klassische Musik, Oper und Operette, Volkslieder).
Eulenspiegel
Der „Eulenspiegel“ war die einzige Satirezeitschrift der DDR.
Erscheint auch heute noch.
EVP
= Einheitlicher Verkaufspreis. In der DDR hatten alle Waren/
Produkte einen einheitlichen Preis. Ein Preiskampf gab es im
Sozialismus nicht. Bei Grundnahrungsmitteln blieben die Preise obendrein über Jahrzehnte stabil.
Express
1972 gegründete Rockband in der DDR. Eins spätes Comeback
versuchte Express im Jahr 1999 mit einer „FCM-Hymne“.
Exquisit-Läden
Boten hochwertige Kleidung, Schuhe, Kosmetika zu überteuerten Preisen an. Das Angebot bestand sowohl aus hochwertiger Eigenproduktion als auch aus West-Importen.
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FANSZENE DES 1. FC MAGDEBURG - HISTORIE
Bevor ich 1984 zu den Gründungsmitgliedern der „Ankerfront“ gehörte, hatte ich bereits drei Jahre davor meine ersten Erfahrungen mit einem Fanclub gesammelt. Mit einigen
Kumpels und Kumepelinen gründeten wir damals den Fanclub „Blue Champions“. Wir waren damals einer von vielen
kleineren Fanclubs, die die Liebe zum 1. FCM vereinte.
Wir waren damals im Sommer 1981 eine Clique aus jungen
Leuten im Alter von 15-17 Jahren. Unser Treffpunkt war ein
Spielplatz gegenüber des heutigen „Amsterdam“ an der
Olvenstedter Straße bzw. mehrere Parkbänke in den Goetheanlagen schräg gegenüber. Der große Teil war am FCM interessiert, so dass wir auch gemeinsam zumindest zu den Heimspielen gingen. Was wir aber alle unwahrscheinlich gern taten
war Partys feiern.
Unsere Stammkneipen waren damals die HO-Gaststätte Stadtfeld sowie „Fredderichs-Gaststätten“ in der Großen Diesdorfer
Straße. Fast alle waren wir damals Fans von Udo Lindenberg.
Wir haben uns die Aufnahmen damals hin- und her getauscht.
An ein Spiel kann ich mich erinnern, wo wir fast alle hinfuhren.
Es war das Pokalspiel bei der Zweiten Mannschaft von Vorwärts Dessau im Oktober 1981 in Dessau. Wir gewannen 2-0,
aber was alle faszinierte war das Drumherum. Nach Ankunft in
Dessau Hbf stürmte ein Mob von mehreren hundert Clubfans
durch einen HO-Lebensmittelladen. Danach war das Geschäft
blitzeblank leer. Da sind echt Leute mit zehn Zahnpastatuben
rumgerannt. Der ganze Weg zum Stadion war mit diversen
HO-Artikeln gepflastert. Auf junge Leute macht so ein Quatsch
natürlich unheimlich Eindruck.Ih
Wiedersehen mit „Grobi“ 28 Jahre später
Wie es sich für jeden vernünftigen Fanclub gehörte, machte
wir uns natürlich auch Scherpen, Westen und eine Fahne.
Diese war blau-weiß-blau. Im Mittelteil war ein Logo rein gemalt, aber ich kann mich echt nicht erinnern, wie es aussah.
Ich hatte damals aus dem Rest der Textilfarbe Fanclub Blue
Champions an die Wand vor unseren HO-Laden gepinselt.
Dieses Zeug war dermaßen wetterresistent, das war noch
Jahre später zu lesen. Zu meiner Ankerfront Zeit schämte ich
mich dafür und hoffte, dass nie einer erfahren würde, wer der
Schmierfink war.
Die Leute von damals hießen u.a. Rupo, Grobi, Gonzo, Otto,
Vait, Torsten, Kinski, Kurti sowie Sylle, Carmen, Rosi. Auch
mein alter Kumpel Jan J. war des öfteren mit von der Partie.
Den ganzen Sommer 1982 zelteten wir an der Ehle. Das war
einfach nur genial. Ich kann mich auch erinnern, dass wir
Mitte September noch von der Ehle aus zum Pokalspiel nach
Brandenburg fuhren und danach an der Ehle noch Party machten. Dieses Spiel hatte es auch in sich. Wir lagen bis kurz vor
Schluss mit 0-1 zurück und der FCM-Mob war schon drauf und
dran, einen Spielabbruch zu erzwingen, doch dann drehten
unsere Jungs noch das Spiel und gewannen 2-1.
Ein weiteres gemeinsames Erlebnis, was in Erinnerung blieb,
war das Pokalhalbfinale 1982 im Grube-Stadion gegen Dresden. Wir waren vor dem Spiel bei „Molli“, einer Kneipe in
Cracau. Dort trafen wir drei BFC-Fans. Wir tranken mit ihnen
ein paar Pils und gingen dann gemeinsam zum Stadion. Die
Domspatzen stürmten dann kurz nach Spielbeginn den Gästeblock und wir sprangen mit den BFC-ern von der Seite in
die 70-80 Dresdner. Die VP beendete das Treiben sehr schnell
und verhaftete Kumpel Jan. Wir anderen kamen gut weg und
fühlten uns damals wie die „Größten“. Auch zum Pokalfinale
1983 nach Berlin fuhren wir gemeinsam. Daran sind aber die
Erinnerungen trotz des 4-0 Erfolges nicht die Besten. Etwa 250
BFC-er stürmten nach dem Spiel unseren Mob und brachten
ihn zum Laufen. Das verdarb die Siegesfreude bei mir gehörig.
Mit meiner Blue-Champions Scherpe 1983 in Rostock
Ab Ende 1983 fuhr ich dann alleine zu den Auswärtsspielen.
Die Klique war auch ganz schön geschrumpft, aber zu den
Heimspielen ging man immer noch mit ein paar Leuten. Und
man fuhr zusammen in den Urlaub und feierte Partys. Das blieb
auch noch zum Anfang meiner Ankerfront-Zeit so, eigentlich
bis zu meinem 20. Geburtstag. Da machte ich dann den Fehler meine alten Kumpels zusammen mit meinen AnkerfrontJungs einzuladen. Das wurde eine komische Veranstaltung.
Während die „Jungs“ sich im Wohnzimmer maßlos betranken
war die „Klique“ gemäßigt in der Küche und ich musste immer
hin- und her pendeln. Die Ankerfrontler waren für die Jungs
und Mädels wohl echt eine Nummer zu krass drauf. Irgendwie
war es schade, aber danach schlief der Kontakt ein und ich
hatte einen komplett neuen Freundeskreis.
Auch später hatte ich lange Zeit kaum mehr Kontakt. Zum
FCM ging später kaum einer mehr. In der ersten Saison im
neuen Stadion traf ich dann Sylle wieder. Sie hatte das BlauWeiße Virus wieder voll erwischt. Ihr Sohn tritt jetzt in ihre
Fußstapfen und gehört zum Block U. Grobi ist ebenfalls über
die ganzen Jahre dem Club treu geblieben und geht heute mit
seiner Tochter zu den Spielen. Ein großes Dankeschön an ihn
für die Fotos von der Scherpe und der Weste.
(Brummi)
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FANAUSSCHUSS VOM 17. NOVEMBER
Protokoll Fanausschusssitzung 17.11.2009
Ort: Geschäftsstelle 1.FC Magdeburg, Rötgerstraße 9
Anwesenheitsliste
Für das Präsidium: Volker Rehboldt (Präsident), Lutz Weiß
(Präsidiumsmitglied)
Für den Aufsichtsrat: Jörn Nebeling (Aufsichtsratsmitglied)
Für die Geschäftsführung: Bernd Tiedge (Geschäftsst.leiter)
Für den FanRat: Dirk Heidicke (Vorsitzender), Falko Graf (Stellvertreter), Sabine Steinbrink (Vorstand), Ulrich Garz
Gäste: Jens Janeck, Stefan Roggenthin (Fanprojekt), Ralf Dobberitz (Fanbetreuung), Rotin, Matze, Micha (Block U), Karsten
Weisheit (DFC), Gerald Altmann (Behindertenbeirat)
1. Begrüßung
Der Versammlungsleiter Dirk Heidicke begrüßt die Anwesenden.
2. Einhaltung von Absprachen hinsichtlich der Einbeziehung
der Fans bei der Auswahl der Mannschaftstrikots
Die genauen Umstände der Wahl der aktuellen Auswärtstrikots
konnten nicht mehr explizit ermittelt werden. Aller Voraussicht
nach haben in letzter Instanz der ehemalige Manager und der
Zeugwart entschieden. Auf den entschuldigenden Hinweis,
dass die Schiedsrichter häufig Schwierigkeiten machen, wenn
die Trikots sich nicht deutlich genug von denen des Gegners
unterscheiden, schlägt Ulrich Garz vor, Auswärtstrikots auch
über eine Saison hinaus zu verwenden, so dass in absehbarer
Zeit neben dem jeweils aktuellen Trikot ein Satz in komplettem
Weiß, einer in komplettem Blau und einer in Rot-Grün zur Verfügung stünde, womit man auf jede denkbare Farbwahl des
Gegners reagieren könnte. Der Vorschlag stößt auf allgemeine
Zustimmung und soll umgesetzt werden. Von den Fans werden in Zukunft drei Vertreter in die jeweiligen Beratungen einbezogen. Spontan werden dafür aus der Runde heraus Appel,
Micha und Uli benannt.
3. Trainingsmöglichkeiten für Fanmannschaften
Das Fanprojekt lobt die Zusammenarbeit mit dem Verein hinsichtlich der Trainingsmöglichkeiten für Fans auf den Nebenplätzen des HKS. Jens Janeck wünscht sich vergleichbare Zustände auch für die Sporthallen der Stadt, insbesondere für ein
bevorstehendes Turnier in der Hermann-Gieseler-Halle und
erbittet dazu die Unterstützung von Dr. Koch. Volker Rehboldt
verspricht, das Ansinnen weiterzuleiten.
4. Organisation der Saisoneröffnung 2010/2011
Das Präsidium teilt die Unzufriedenheit mit der Eröffnung der
aktuellen Spielzeit und verweist noch einmal auf die besonderen Umstände durch die kurzfristige Absage des eigentlich
geplanten Testspiels gegen Hansa Rostock. Für die Variante,
die Saisoneröffnung außerhalb des Stadions in einem persönlicheren und originelleren Rahmen vorzunehmen, ist man
offen, verweist aber darauf, dass es dessen ungeachtet ein offizielles Eröffnungsspiel geben wird, weil sich die Trainer das
in der Regel wünschen. Ralf Dobberitz weiß von einem grandiosen Plan zur Eröffnung der neuen Saison, kann und will aber
noch nichts dazu sagen, da noch keine Tatsachen geschaffen
wurden. Bis es so weit ist, sind Ideen also weiterhin gefragt.
5. Verlassen und Wiederbetreten des Stadions mit gültiger
Eintrittskarte
Ein allgemeines Hin und Her an den Stadiontoren wird es aus
nachvollziehbaren Gründen auch weiterhin nicht geben, allerdings herrscht Einigkeit darüber, dass für besondere Fälle eine
Lösung gefunden werden muss. Diese wird vermutlich darin
bestehen, dass man sich an einem noch festzulegenden Punkt
eine Art Pausenkarte holen kann, wenn man das Stadion aus
zwingenden Gründen noch einmal verlassen muss. Das Präsidium wird diese Regelung noch mit „Mekka“ abstimmen und
dann allgemein bekannt geben.
6. Probleme bei den Stadionführungen
Die Probleme bei den Stadionführungen, die sich nach dem
Wechsel der Betreibergesellschaft ergeben haben, werden
von den beiden Stadionführern des FanRats den Verantwortlichen persönlich vorgetragen; die Geschäftsstelle stellt einen
Kontakt zur MVGM (Frau Stehle) her.
7. Auswertung des Polizeieinsatzes in Halle
Der Verein und die Polizei haben sich nach ihrem Treffen zur
Auswertung der Vorkommnisse nicht auf eine gemeinsame Erklärung einigen können.
Volker Rehboldt kündigt an, einen Brief an den Innenminister
des Landes zu schreiben, um die Probleme noch einmal ins
Bewusstsein der Verantwortlichen zu rücken. Bei der Tagung
des Innenausschusses des Landtags von Sachsen-Anhalt am
14.01.2010 sollen diese Fragen ebenfalls auf die Tagesordnung.
8. Auswertung des Entlastungszuges nach Chemnitz
Die Zugfahrt nach Chemnitz wird von allen Beteiligten als Erfolg
gewertet und als wegweisendes Pilotprojekt gesehen, gerade
hinsichtlich der unter Punkt 7 benannten Konflikte. Alle Beteiligten, auch die zuvor anwesenden Bahn-Verantwortlichen, sind
für eine Fortsetzung des Projekts. Ob es schon beim Auswärtsspiel in Hamburg zu einer Neuauflage kommen wird, ist noch
nicht abschließend geklärt. Ralf Dobberitz befindet sich noch
in laufenden Verhandlungen mit der Bahn.
9. Verlosung
Die Verlosung des Skodas und weiterer Hauptpreise soll möglichst bald erneut vorgenommen werden, da die nach dem Lotteriegesetz vorgeschriebene Wartefrist inzwischen abgelaufen
ist. Geplant ist, im Vorfeld eines der nächsten Heimspiele alle
Teilnehmer, die sich noch im Besitz ihrer Lose befinden, dazu
aufzurufen, ihre Losnummern online einzureichen und dann
mit ihren Losen zum Spiel zu erscheinen, so dass es bei der
in dessen Rahmen vorgenommenen Verlosung auf jeden Fall
einen anwesenden Gewinner geben wird.
10. Fancasino
Infolge der andauernden gerichtlichen Auseinandersetzung
mit dem ehemaligen Caterer gibt es keinen neuen Sachstand,
was im übrigen auch für die sonstige Gestaltung des Stadionumfeldes (Stichwort Fußwege) gilt. Auch die favorisierte
Interimslösung mit dem „Rio-Mobil“ als Fancasino ist daher
vorerst nicht umsetzbar. Die längere Öffnungszeit eines Bierstandes in unmittelbarer Nähe des VIP-Zeltes hat bisher nicht
zu den erhofften Umsätzen geführt, was vermutlich daran
liegt, dass diese Möglichkeit noch nicht hinlänglich bekannt
ist. Der Bierstand wird auch weiterhin bis etwa zwei Stunden
nach Spielende geöffnet haben und die Verantwortlichen bemühen sich, diesen Umstand unter den Fans noch bekannter
zu machen.
11. Sonstiges
a) Anfrage Vergabe Marketingrechte
Das Präsidium erklärt, dass die Verlängerung des Vertrags mit
dem Inhaber der Marketingrechte auf Bitte des Partners hin
erfolgt sei, der dafür betriebsinterne Gründe angegeben habe,
und dass man dieser Bitte gefolgt wäre, weil man mit den Erlösen aus dieser Partnerschaft sehr zufrieden sei. Gleichwohl sei
dem Präsidium die allgemeine Unzufriedenheit der Fans mit
der Produktpalette bekannt, so dass man weiterhin versuchen
werde, den Partner zu einer Erweiterung derselben zu bewegen.
b) Anfrage Pokerturnier
Der Verein stellt für das vom FanRat veranstaltete Weihnachtspokerturnier als Preis eine VIP-Karte zur Verfügung.
Weiter auf Seite 22
Seite 20
UNSERE NÄCHSTEN AUSWÄRTSSPIELE
Sonntag 06. Dezember 2009 / 13:30 Uhr
ZFC Meuselwitz - 1. FC Magdeburg
Samstag 19. Dezember 2009 / 13:30 Uhr
Hamburger SV II - 1. FC Magdeburg
Spielstätte: Blue-Chip-Arena
Kapazität: 5.260
Gästebereich: Ostribüne (1.600 Plätze)
Spielstätte:Edmund-Plambeck-Stadion,
Norderstedt
Kapazität: 5.100
Gästebereich: Block D (500 Plätze, mit C2 1.000)
Eintritt: 7 Euro / 4 Euro Ermäßigt
Ermäßigungsberechtigt sind Schüler, Studenten, Rentner und
Schwerbehinderte
Programmheft: Farbiges A5-Heft „Arena-News“ für 1,50 Euro
Anreise/Zug:
Auf Grund der Tatsache, dass Meuselwitz nicht mehr an das
Bahnnetz angeschlossen ist, besteht keine direkte Zugverbindung. Eine Anreise muss daher über die Bahnhöfe Altenburg
oder Zeitz erfolgen.
RE bis Zeitz (Umstieg in Leipzig). Weiter mit Buslinie 844 Richtung Busplatz Meuselwitz bis zur Haltestelle Zipsendorf- Friedensplatz (Dauer Busfahrt 34 Minuten).
RE bis Altenburg (Umstieg in Leipzig). Weiter mit Buslinie 406
Richtung Busplatz Lucka bis zur Haltestelle Zipsendorf- Friedensplatz (Dauer Busfahrt 25 Minuten).
Vom Friedensplatz zur Bluechip-Arena läuft man ca. 15 Minuten über Friedensallee und Ernst-Grube-Straße.
Achtung: Auf Grund der zahlreich eingesetzten Fan-Busse
wurde vom Verein kein Bus für einen Transfer von Zeitz bzw.
Meuselwitz zur Bluechip-Arena geordert. Zugreisende müssen sich daher selbst um eine Weiterfahrt kümmern.
Anreise PKW:
Über Magdeburger Ring auf der A14 Richtung Dresden bis
Schkeuditzer Kreuz fahren. Dort weiter auf der A9 Richtung
München bis Abfahrt Naumburg. Hier auf die B180 Richtung
Zeitz/Altenburg abbiegen und über Zeitz bis zum Ortsteil Meuselwitz-Zipsendorf fahren. Hier zunächst geradeaus auf der
B180 (Zeitzer Straße) bleiben und dann links in die Friedensallee einbiegen. Dieser folgen bis zur Ernst-Grube-Straße. Hier
links einbiegen und geradeaus weiterfahren bis auf der rechten Seite das Stadion erscheint.
Eingabetipp für das Navigationsgerät: Ernst-Grube-Straße
Parkmöglichkeiten: Am Stadion befindet sich ein Gästeparkplatz mit 80 Stellplätzen.
Fanbus:
Der Dachverband der FCM-Fanclubs (DFC) organisiert wieder
einen Fanbus. Der Fahrpreis beträgt 15 Euro (ohne Eintrittskarte). Interessenten können sich per Mail an [email protected],
telefonisch unter 0173 6024455 oder beim heutigen Heimspiel
am Stand des Dachverbandes (hinter den Blöcken 1 und 2)
anmelden.
Weitere Busse sind vom FanRat bzw. Block U geplant. Informiert euch darüber an den jeweiligen Infoständen.
Eintritt: Stehplatz: 8 € / Ermäßigt: 4 € / Sitzplatz: 12 €
Ermäßigungsberechtigt sind gegen Vorlage des Ermäßigungsnachweises: Kinder, Schüler, Studenten, Rentner, Arbeitslose,
Schwerbehinderte, sowie Wehr- und Zivildienstleistende.
Programmheft: Young Talents (kostenlos)
Anreise/Zug:
Auf Grund des Fahrplanwechsels konnten bis Redaktionsschluss noch keine genauen Abfahrtszeiten erfragt werden.
Die Möglichkeiten einer Zuganreise bis Hamburg-Hbf bestehen über Uelzen oder Wittenberge/Schwerin.
Von Hamburg-Hbf geht es weiter mit U-Bahn U1 Richtung
Norderstedt-Mitte bis Haltepunkt Garstedt. Von dort aus ca.
20-Minuten Fußmarsch über Berliner Allee, dann links in die
Ochsenzoller Straße und gleich wieder rechts in den Krummen Weg. Diesen bis zum Ende gehen und dann gleich wieder
rechts in den Siedlerweg. Danach die 2. Querstraße links in die
Straße „Am Soodhof laufen und gleich wieder rechts in den
„Scharpenmoor“. Nach 300m erscheint auf der rechten Seite
der Gästeeingang.
Anreise PKW:
Über Magdeburger Ring auf A2 Richtung Hannover fahren bis
Kreuz Hannover-Ost. Von dort aus auf die A7 Richtung Hamburg
fahren. In Hamburg an der Ausfahrt HH-Schnelsen-Nord abfahren. Danach rechts in die Oldesloer Straße und links halten.
Nach etwa 1,5 km links in die Ohechaussee fahren. Nach weiteren ca. 3km links in die Gottfried-Keller-Straße fahren und danach links in die Straße „Scharpenmoor“. Nach etwa 300m befindet sich auf der rechten Seite der Parkplatz für die Gästefans.
Eingabetipp für das Navigationsgerät: Scharpenmmoor
Parkmöglichkeiten: Ein Parkplatz für Gästefans befindet sich
in unmittelbarer Nähe des Gästeeinganges.
Fanbus:
Bei Redaktionsschluss war noch nichts über Fanbusse bekannt.
Sonntag 20. Dezember 2009 / 11:00 Uhr
Nike-Super-Regio-Cup 2009
Spielstätte:Erdgas-Arena Riesa
Kapazität: ?
Gästebereich: Block D
Eintritt: Stehplatz: 17 € / Ermäßigt: 14 €
Ermäßigungsberechtigt sind Schüler und Studenten
Teilnehmer: Dynamo Dresden, FC Erzgebirge Aue, FC RotWeiß Erfurt, Carl-Zeiss Jena, Hallescher FC, 1. FC Magdeburg
Seite 21
AUS DEM VEREIN
Terminplaner Juli 2009
Fortsetzung von Seite 20 (Protokoll Fanausschuß)
Samstag, 28.11. / 11:00 Uhr Abbe-Sportfeld Platz 2
FC Carl Zeiss Jena U15 - 1. FC Magdeburg U15 (RL)
Samstag, 28.11. / 12:00 Uhr Sportplatz Auerhammer
FC Erzgebirge Aue U17 - 1. FC Magdeburg U17 (RL)
Samstag, 28.11. / 12:00 Uhr Erzgebirgsstadion Kunstrasen
FC Erzgebirge Aue U19 - 1. FC Magdeburg U19 (RL)
Samstag, 28.11. / 14:00 Uhr Stadion Volkspark
FC Grün Weiß Piesteritz - 1. FC Magdeburg U23 (VL)
Sonntag, 29.11. / 10:00 Uhr Sportplatz Gübser Weg
1. FC Magdeburg KF - SV Fortuna I KF (Stadtliga)
Sonntag, 29.11. / 13:30 Uhr MDCC-Arena am H.-Krügel Platz
1. FC Magdeburg - Tennis Borussia Berlin (RL Nord)
Mittwoch, 02.12. / 16:00 Uhr MDCC-Arena / Kunstrasen
1. FC Magdeburg U16 - 1. FC Magdeburg U17 (Lapo)
Mittwoch, 02.12. / 16:00 Uhr MDCC-Arena / Nebenplatz
1. FC Magdeburg U14 - 1. FC Magdeburg U15 (Lapo)
Donnerstag, 03.12. / 17:00 Uhr Club 65
Fanclub-Treffen
Donnerstag, 03.12. / 19:00 Uhr Club 65
Fanabend
Sonntag, 05.12. / 11:00 Uhr Sportplatz Gübser Weg
SV Aufbau Empor Ost I KF - 1. FC Magdeburg KF (Stadtliga)
Sonntag, 05.12. / 12:00 Uhr Sportplatz Gübser Weg
SV Aufbau Empor Ost I - 1. FC Magdeburg III (Stadtliga)
Samstag, 05.12. / 12:00 Uhr MDCC-Arena / Platz 3
1. FC Magdeburg U17 - RB Leipzig U17 (RL)
Samstag, 05.12. / 12:00 Uhr MDCC-Arena / Platz 2
1. FC Magdeburg U19 - RB Leipzig U19 (RL)
Samstag, 05.12. / 13:00 Uhr MDCC-Arena / Platz 2
1. FC Magdeburg U23 - Romonta Amsdorf (VL)
Samstag, 06.12. / 13:30 Uhr Blue-Chip Arena
ZFC Meuselwitz - 1. FC Magdeburg (RL Nord)
Samstag, 12.12. / 10:30 Uhr Stadion Volkspark
FC GW Piesteritz U19 - 1. FC Magdeburg U19 (LaPo)
Samstag, 12.12. / 13:00 Uhr Stadion der Waggonbauer
BSV Halle Ammendorf - 1. FC Magdeburg U23 (VL)
Sonntag, 13.12. / 13:30 Uhr MDCC-Arena am H.-Krügel Platz
1. FC Magdeburg - VfB Lübeck (RL-Nord)
Samstag, 19.12. / 13:00 Uhr Stadion Bernburg
Askania Bernburg - 1. FC Magdeburg U23 (VL)
Samstag, 19.12. / 13:30 Uhr Plambeck-Stadion, Norderstedt
Hamburger SV II - 1. FC Magdeburg
Samstag, 19.12. / 20:00 Uhr MDCC-Arena / VIP-Zelt
Fan-Weihnachtsfeier
Samstag, 20.12. / 11:00 Uhr Erdgas-Arena, Riesa
Nike-Super-Regio-Cup 2009 (u.a. mit 1. FCM)
c) Anfrage Termin MV
Die nächste Mitgliederversammlung findet am 10. Februar
2010 statt.
d) Trainingslager
Das Winter-Trainingslager ist in Planung und wird voraussichtlich in Portugal stattfinden. Der Verein wird den Reiseveranstalter darüber informieren, dass auch zahlreiche Fans
mitreisen werden, um unliebsame Überraschungen wie im
zurückliegenden Winter zu vermeiden.
e) Probleme behinderter Fans
In Vertretung des Behindertenbeauftragten Zimmermann weist
Karsten Weisheit vom Fanclub-Dachverband gemeinsam mit
einem Betroffenen auf die Probleme behinderter Fans in und
vor der MDCC-Arena hin. (Besetzte Behinderten-Parkplätze,
schlechte Sicht insbesondere für Kinder, in der Sichtachse
stehende Ordner, defekte Fahrstühle.) Die Verantwortlichen
werden versuchen, die Probleme (u.a. bei der Spieltagsbesprechung) zu lösen. Das Freihalten der Parkplätze werden
bis zu einer offiziellen Lösung Mitglieder des Dachverbandes
übernehmen.
f) Freitag-Spiel der II. Mannschaft
Beim Spiel der U23 des FCM am Freitagabend werden zwei
Fässer Bier gesponsert, die zum Preis von 1 Euro je Becher zu
Gunsten von Block U verkauft werden. Alle Beteiligten werben
für einen regen Besuch des Spiels.
Rüdiger Bartsch ist neuer FCM-Manager
Alle Termine sind vorläufig.
Aktuelle Infos findet ihr unter www.fcmfans.de
Erste Termine in der Winterpause
Als erster Testspielgegner gastiert der VfB Oldenburg in Magdeburg. Nachfolgend hier die Übersicht der bisher feststehenden Vorbereitungstermine:
Freitag 08. Januar 2010 Trainingsauftakt
Dienstag 12. Januar 2010, 15:00 Uhr Nebenpl. MDCC-Arena
1. FC Magdeburg - VfB Oldenburg
Freitag 15. Januar 2010 17:00 Uhr / Hermann-Gieseler-Halle
10. Kroschke-Cup
Sonntag 17. Januar 2010, 14:00 Uhr / Ilburg-Stadion
FC Eilenburg – 1.FC Magdeburg
Mittwoch 20. Januar 2010, 18:30 Uhr / Nebenpl. MDCC-Arena
1.FC Magdeburg – SV Kali Wolmirstedt
Mittwoch 03. Februar 2010, 15:00 Uhr / Nebenpl. MDCC-Arena
1.FC Magdeburg – Torgelower SV Greif
Am Samstag, 23.10.2010 / 13:00 Uhr bestreitet der 1. FC Magdeburg sein Landespokal-Achtelfinalspiel beim FC Grün-Weiß
Wolfen.
Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und FCM-Präsident Volker Rehboldt stellten am Donnerstag, 28. November 2009, in
der MDCC-Arena mit Rüdiger Bartsch den neuen Manager des
Traditionsvereins und gleichzeitigen Geschäftsführer der 1. FC
Magdeburg Stadion- und Sportmarketing GmbH vor.
Der 45-jährige, der damit die Nachfolge vom kürzlich zurückgetretenen Bernd Hofmann antritt, war zuletzt als Geschäftsführer beim Oberligisten VfB Germania Halberstadt tätig und
wird sich in Magdeburg sowohl für die Vermarktung des Vereins, als auch der MDCC-Arena verantwortlich zeichnen.
Die neue Tätigkeit wird Rüdiger Bartsch am 1. Dezember 2009
aufnehmen.
In der nächsten Ausgabe wollen wir Rüdiger Bartsch in einem
Interview ausführlich vorstellen.
Seite 22
AUS DEM VEREIN
Auch Torwarttrainer Jo Stock verläßt Verein
Stellungnahme von Bernd Hofmann zum Rücktritt
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe
Magdeburger
Fußballfreunde,
nach intensiven Diskussionen und
mehrfachen vergeblichen Bemühungen um einen Konsens sehe
ich mich gezwungen, meine Funktion als Geschäftsführer der 1. FC
Magdeburg Stadion- und Sportmarketing GmbH, der Vermarktungsgesellschaft der MDCC-Arena
und des 1. FC Magdeburg e.V. und
damit alle weiteren Ämter in Kooperation mit dem 1. FC Magdeburg
zum 11. November 2009
niederzulegen. Ich bedaure diesen Schritt außerordentlich, erkenne unter den gegebenen Voraussetzungen allerdings keine
Erfolg versprechende Perspektive für diese eminent wichtige
Position. Trotz erklärter Kompromissbereitschaft fehlt nach
meiner Einschätzung die Aussicht auf Bewältigung des dauerhaften Konflikts gänzlich.
Vordergründiger Aspekt für meinen Entschluss ist das fehlende Vertrauen meines Geschäftsführer-Kollegen innerhalb
der Vermarktungsgesellschaft. Bereits seit geraumer Zeit war
ich inhaltlichen und persönlichen Angriffen ausgesetzt, die
eine professionelle Arbeit und die angestrebte Optimierung
der Einnahmesituation ad absurdum führen. Zudem liegt mir
bis zum heutigen Tag entgegen eines verabschiedeten Gesellschafterbeschlusses von August 2009 kein neues Vertragsangebot vor, das auf Grund veränderter Aufgaben- und Verantwortungsinhalte unabdingbar gewesen wäre. Die fehlende
Einbeziehung als vormaliger Entscheidungsträger in grundlegende strukturelle Fragen trotz anderslautender Vereinbarungen durch jetzige Verantwortliche haben mich in meiner
Entscheidung bestärkt.
Dem 1. FC Magdeburg und der Vermarktungsgesellschaft
wünsche ich maximale Erfolge in der Hoffnung, dass der eingeschlagene Weg uneingeschränkt weiter gegangen werden
kann. Seit 1. Juli 2005 war ich als Manager des FCM tätig, habe
hauptamtlich die strukturelle Entwicklung des Vereins und
der Vermarktungsgesellschaft verantwortet, die finanzielle
Sanierung des Vereins mit positiven Jahresabschlüssen der
Spielserien 2005/2006, 2006/2007 und 2007/2008 voran getrieben, habe die Voraussetzungen zur Lizenzerteilung durch den
Deutschen Fußball-Bund ohne Bedingungen mitverantwortet
und den reibungslosen Umzug vom Germer- ins neue Magdeburger Stadion (u.a. mit dem Aufbau eines funktionierenden
Ticketing- und Vermarktungssystems) federführend begleitet.
Zudem war ich als Manager verantwortlich für sportliche Belange, stand dem Präsidium des Vereins beratend zur Seite
und vertrat die Interessen des Vereins als Mitglied im DFBSpielausschuss. Seit 1. Juli 2009 trug ich die Gesamtverantwortung für die Vermarktung des 1. FC Magdeburg und der
MDCC-Arena inklusive der Namensrechte, des Caterings und
der Akquise zusätzlicher Veranstaltungen.
Diese anspruchs- und reizvolle Aufgabe im „Herzstück“ des
Magdeburger Fußballs gebe ich nur schweren Herzens auf.
Ich bedanke mich bei allen Sponsoren des 1. FC Magdeburg
für Ihr Vertrauen und ihre Treue, bei den Gremienmitgliedern
für die kooperative Zusammenarbeit, bei den Mitarbeitern und
Fans des FCM für mehr als vier Jahre unstrittig positive Entwicklung in vielen Facetten des Vereins.
Bernd Hofmann
Der 1. FC Magdeburg und sein langjähriger Torwarttrainer Jo
Stock gehen mit sofortiger Wirkung getrennte Wege. Der gebürtige Monheimer war seit 2007 an der Elbe für das Training
mit den Torhütern der Regionalligaelf, der U23, U19, U 17, U 16
und der Leitung der Torwartabteilung des Sparkassen-Nachwuchsleistungszentrums/ Eliteschule des Fußballs zuständig.
Die Trennung erfolgt auf persönlichem Wunsch von Jo Stock.
Der 1. FC Magdeburg bedauert diesen Schritt, bedankt sich für
die stets professionelle und zuverlässige Arbeit in den zurückliegenden Jahren und wünscht für den weiteren Werdegang
viel Erfolg!
Für die verbleibenden Spiele der 1. Halbserie wird das Torwarttraining über den Trainerstab abgesichert, eine Entscheidung über eine mögliche Nachfolge wird in der Winterpause
getroffen.
Infos zur Rückrunden-Dauerkarte
In diesen Tagen sind im FCM-Ticketservice in der Otto-vonGuericke-Straße 46a die beliebten Rückrunden-Dauerkarten
für die Regionalligasaison 2009/2010 erhältlich. Zu Preisen ab
56,00 Euro je nach Kategorie beinhaltet das Halbjahresticket
alle Heimspiele der Rückrunde, beginnend mit dem Heimspiel
gegen den VfB Lübeck am Sonntag, 13. Dezember 2009, in
der MDCC-Arena und ist damit für insgesamt neun Heimspiele
gültig. Inhaber von Hinrunden-Dauerkarten erhalten ein Vorverkaufsrecht auf Ihre Plätze bis zum 4. Dezember 2009. Beim
Kauf von ermäßigten Dauerkarten sind die jeweiligen Nachweise vorzuzeigen, auch wenn die Jahreskarte für einen anderen Besitzer erworben werden soll.
Ticket-Gutschein ein ideales Weihnachtsgeschenk
Bereits jetzt beginnt für viele FCM-Fans die Vorbereitung auf
das nahende Weihnachtsfest. Mit den in der Vorsaison erfolgreich angebotenen Ticket-Gutscheinen des 1. FC Magdeburg,
können auch in diesem Jahr blau-weiße Fußballerlebnisse in
der MDCC-Arena verschenkt werden.
Sowohl im FCM-Ticketservice in der Otto-von-Guericke-Straße 46a, als auch in der Geschäftsstelle in der Rötgerstraße 9
können zu den gewohnten Öffnungszeiten Gutscheine im frei
wählbaren Wert erworben werden. Der Beschenkte kann darüber hinaus die Kartenkategorie und auch die Spielpaarung, für
die der Ticketgutschein eingelöst wird, je nach Gutscheinwert
wählen.
Egal ob normale Tribünenkarten oder auch exklusive VIP-Tickets für eine Regionalligapartie, die FCM-Ticketgutscheine
lassen keine Wünsche offen.
Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter
0391/990290 oder über die Tickethotline 0391/9901326. Ticketgutscheine können auch per Mail über [email protected] geordert werden.
Tobias Friebertshäuser kehrt zum 1. FCM zurück
Der 1. FC Magdeburg hat den vereinslosen Defensivspieler Tobias Friebertshäuser unter Vertrag genommen. Der gebürtige
Neindorfer (bei Oschersleben) ist bei den Blau-Weißen kein
Unbekannter. Er spielte bereits seit der C-Jugend beim FCM,
war zwischenzeitlich Kapitän der A-Jugendmannschaft und
kam anschließend im Regionalligakader des Traditionsvereins
bis Sommer 2008 auf neun Einsätze.
Sein Vertrag ist gültig bis zum 30.06.2010, er soll zunächst bei
der Verbandsliga-Reserve zum Einsatz kommen. In der Saison
2008/2009 spielte Friebertshäuser als Stammspieler für den
Süd-Regionalligisten SSV Reutlingen. In 30 Partien erzielte er
dort einen Treffer. Nach einer Verletzung war er bereits in den
letzten Wochen im Trainingskader des 1. FC Magdeburg. Tobias Friebertshäuser wurde am 16. September 1987 geboren
und ist in der Innenverteidigung sowie als „6er“ in der Defensive einsetzbar.
Seite 23
DIE LETZTE SEITE
Sachsen des Monats
Pfeife des Monats
Die Sachsen bezeichnen sich ja selbst im Allgemeinen als ein
lustiges Völkchen, doch was drei Spieler von Dynamo Dresden während ihres Trainingslagers im Juli am Bodensee abzogen, war selbst für „Spaß-Sachsen“ eine harte Pille. Haben
doch die drei Helden spät Nachts an einer Tankstelle Bier und
Süßigkeiten im Wert von unglaublichen 8 Euro mitgehen lassen. Dabei wurden sie nicht einmal auf frischer Tat ertappt,
sondern von der Taxifahrerin, die jene drei bösen Buben ins
Mannschaftshotel chauffierte, angeschwärzt.
Haben sich unsere drei cleveren „Monats-Sachsen“ etwa mit
der Heldentat noch feiern lassen? Im ehemaligen Tal der Ahnungslosen gehen die Uhren halt noch anders. Mensch Jungs,
das Volkseigentum ist doch seit 20 Jahren abgeschafft.
Was am Ende blieb, waren eine Strafanzeige und 500 Euro
vereinsinterne Geldstrafe. Da hat sich die ganze Sache ja richtig gelohnt. Unsere lieben Freunde aus dem tschechischen
Grenzvorland schaffen es immer wieder, sich neue Freunde
zu machen. Respekt, dafür gibt es im Juli den Titel „Sachsen
des Monats“.
Unser allseits beliebtes Ehrenmitglied und Ex-Pfeifenmann
Bernd Heynemann wollte im September wieder mit Pauken
und Trompeten in den Deutschen Bundestag einziehen. Da
macht man doch gleich erst einmal einen krachenden Wahlkampf. Ein nicht zu unterschätzendes Wählerpotential besitzen
in Magdeburg nun einmal die Clubfans. Also bringt man doch
gleich einmal Rudi Assauer beim 1. FCM ins Gespräch und
schon rollt das Taxi nach Berlin-Mitte. Ach Bernd, nicht alle
deine Pläne gehen auf, das ist doch nun nichts Neues, oder
wie war das mit „Fortuna 2.000“? Sein Gezeter gegen den Stadionneubau ist auch noch in bester Erinnerung.
Sehr interessant war ja auch Bernds These über Fußballfans.
„Die sogenannten Ultras haben mit dem Fußball nichts mehr
zu tun. Ihr Ziel ist es, sich unter das Fußball-Fanvolk zu mischen, um Ausschreitungen mit den Ordnungskräften und der
Polizei zu provozieren“ :Originaltext Bernd Heynemann.
Das nenne ich doch einmal Fachwissen. Ich habe mich jedenfalls
diebisch gefreut, dass die Tore des Bundestages in dieser Legislaturperiode für die „Pfeife des Monats“ verschlossen blieben.
Clubfan des Monats
Trainer des Monats
Wie geil war denn diese Volksstimme-Nachricht nach dem verlorenen DFB-Pokalspiel gegen Energie Cottbus. Da musste die
Polizei in der Nacht nach dem Spiel einen nackten Mann vom
Magdeburger Ring ziehen. Die Erklärung des angetrunkenen
FKK-Freaks war folgende: „Er hatte mit Freunden gewettet,
dass der 1. FCM im DFB-Pokal eine Runde weiterkommt. Die
Nackedei-Aktion war quasi die Einlösung seiner Wettschuld“.
Das nenne ich doch mal Vertrauen in den Club. Wir sind nun
mal die größten der Welt, da kann man ruhig schon einmal gegen einen zwei Klassen höher spielenden Verein so eine Wette gucken lassen. Ich möchte gar nicht wissen, ob der Grund
nicht vielleicht doch ein anderer war, denn diese Story ist einfach zu schön. Dafür gibt es im August den Titel „Clubfan des
Monats“.
Diego Armando Maradona - was für ein begnadeter Spieler.
Der Mann mit der Hand Gottes. Auch unserem 1. FCM spielte
er in seiner aktiven Zeit böse mit. Die 1-5 Heimklatsche gegen
den FC Barcelona mit drei Maradona Toren war die höchste
EC-Niederlage des 1. FCM. Wie viele seiner ehemaligen Kollegen versuchte sich der kleine Argentinier nun auch als Trainer.
Haarscharf verpasste er einen entspannten Sommerurlaub
für sich und seine Spieler im nächsten Jahr. In letzter Minute
schaffte er mit der argentinischen Nationalmannschaft noch
die WM-Qualifikation. Auf der anschliessenden Pressekonferenz wurde Diego seiner Vorbildfunktion vollends gerecht.
Den anwesenden Journalisten warf er auf kritische Fragen ein
mehrfaches „Ihr könnt mir einen blasen“ entgegen. Dafür gibt
es im Oktober den Titel „Trainer des Monats“.
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