Wir knüpfen das Netz der

Transcription

Wir knüpfen das Netz der
Geschäftsbericht 2000
Wir knüpfen das Netz der
ZUKUNFT
primacom
Chronik 2000
Januar
April
Entscheidung für Decoder von Galaxis
Internationales Bankenkonsortium sagt
Diese neue primacom Set-Top-Box entspricht inter-
primacom eine Kreditlinie über DM 900 Mio zu
nationalem Standard und ist ein ausbaufähiges und
zukunftsweisendes System für High-Speed-
Handel auf
EASDAQ nimmt primacom-ADRs in den
Internet, für digitales TV, sowie für eine große Zahl
weiterer interaktiver Breitbanddienste
primacom kauft weitere Kabelnetze in
Mai
Sachsen und baut Position als Marktführer in diesem Bundesland aus
Programmführer für Digitalfernsehen ein, der inter-
Hans Wolfert wird in den Vorstand der
primacom führt elektronischen
primacom AG berufen und übernimmt den
aktiv über die Fernbedienung die Auswahl aus ei-
Unternehmensbereich Unternehmensentwicklung
nem reichhaltigen TV-Programm und Filmangebot
ermöglicht
Februar
primacom erweitert Produktpalette im
Bereich Highspeed Internet speziell für den
Mittelstand und bietet besondere Business
primacom erhält Sendelizenz für 15 inter-
aktive Pay-Per-View-Kanäle
Produkte
primacom bietet mit Open-TV Software als er-
ster Kabelnetzbetreiber interaktives digitales TV
über Breitbandkabel in Deutschland.
März
primacom bringt den französischen
Juni
Musiksender „MUZZIK“ erstmals in Deutschland
digital auf Sendung, ein Programm, das sich be-
sonders der Klassik, dem Jazz und der World Musik
Shopping-Kanal für Reise und Touristik
widmet
„VIA1 – Schöner Reisen“
primacom schließt Vertrag mit Home-
primacom erwirbt 24,9 % am regionalen
TV-Sender MDF.1 in Magdeburg
5
Oktober
Juli
Die Eigentümer von Multikabel entscheiden
Die Verschmelzung der AGFB AG auf die
sich für primacom als exklusiver Partner bei den
primacom AG wird mit Eintragung ins Handels-
Übernahmeverhandlungen
register am 24.Oktober 2000 wirksam
Weitere Akquisitionen lassen primacom
auf über 500.000 Kunden in der Region Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Thüringen wachsen
primacom startet High-Speed-Internet
Angebot auch in Chemnitz
primacom verabschiedet ihren
Vorstandsvorsitzenden Jacques Hackenberg in den
Ruhestand. Paul Thomason wird Sprecher des
August
Vorstands
primacom übernimmt den viertgrößten nie-
derländischen Kabelnetzbetreiber Multikabel und
November
gewinnt 300 000 bereits vollständig auf interaktive Breitbandtechnik aufgerüstete Kunden
primacom kauft weiter Kabelnetze in Sachsen
und Mecklenburg-Vorpommern
September
Dezember
primacom Bankenkonsortium bestätigt neuen
Konsortialkredit von rund 1,4 Mrd. Euro
Rhein-Main, Mainz. Deren Internetkunden können
primacom erwirbt Kabelnetz der Pfalzwerke
primacom kooperiert mit der Verlagsgruppe
AG und verstärkt damit Marktposition in Rheinland-
über primacom nun zu günstigeren Tarifen im
Pfalz
Internet surfen
Kennzahlen
31.12.00
31.12.99
T€
124.343
105.949
T€
51.907
53.160
%
41,7
50,2
Eigenkapital
T€
269.184
328.590
Bilanzsumme
T€
1.077.845
586.636
%
25,0
56,0
Anzahl
724
483
Anschließbare Haushalte
WE
1.833.870
1.422.826
Angeschlossene Kunden
WE
1.299.926
919.641
%
70,9
64,6
Umsatz
EBITDA (angepasst)
1)
EBITDA-Marge (angepasst)
Eigenkapitalquote
Mitarbeiter
Akzeptanz
1)
EBITDA zuzüglich nicht liquiditätswirksamer Personalkosten in Bezug auf die 1999 und 2000 den Mitarbeitern
gewährten Aktienoptionen und anderer nicht operativer Aufwendungen abzüglich nicht operativer Erträge.
Haushalte nach Kunden und Regionen
Sachsen
SachsenAnhalt
Thüringen
Osnabrück
NordHolland
Niederlande
Berlin
Mainz
Wiesbaden
2000
Gesamt
– Koax-CATV-Netz
479.949
232.435
329.844
268.642
–
1.310.870
Davon Kunden
412.023
184.921
176.165
135.279
–
908.388
Ebene-2-Kunden
151.449
58.393
59.984
23.826
–
293.652
Ebene-3-Kunden
143.377
36.300
16.976
15.192
–
211.845
117.197
90.228
12.205
6.942
–
226.572
–
–
87.000
89.319
–
176.319
Anschließbare Glasfaserhaushalte1
203.000
–
–
–
320.000
523.000
»Ready for Service«
Haushalte2
106.000
–
–
–
312.000
418.000
95.000
–
–
–
296.538
391.538
4.230
4.570
14.938
16.256
Kernregionen
Analoges Kabelnetz
Anschließbare Haushalte
Ebene-4-Kunden (ohne B-1)
Ebene-4-Kunden (B-1)
Breitbandkabelnetz
davon:
Analog TV-Kunden (Ebene 2)
Digital TV-Kunden
Internet-Kunden
1)
340
1.318
–
–
Im Umkreis von 500 Metern vom Glasfaserknoten könnten Kunden innerhalb von 9 Wochen an das
Breitbandkabelnetz angeschlossen werden.
2)
Haushalte, die vom Glasfaserknoten bis zum Haushalt aufgerüstet wurden (862 MHz, rückkanalfähig).
–
1
Dein Kabelanschluss
kann mehr
Die primacom Gruppe ist die viertgrößte Kabelfernsehgesell-
primacom entstand im Dezember 1998 aus der Verschmelzung
schaft in Deutschland und in den Niederlanden. Neben dem
zweier regionaler Kabelnetzbetreiber. Die Aktien der Gesell-
Angebot von analogen Fernseh- und Rundfunkdiensten be-
schaft wurden im Februar 1999 am Neuen Markt Frankfurt und
treiben wir zur Zeit das modernste interaktive deutsche Breit-
an der Nasdaq New York zum Handel zugelassen. Größter
bandkabelnetz und sind einer der führenden Anbieter von
Aktionär ist zur Zeit mit rund 25,1 % die United Pan-Europe
interaktiven, digitalen Multi-Media-Diensten für Privat- und
Communications N.V., Amsterdam.
Geschäftskunden.
primacom entwickelt sich kontinuierlich zu einem führenden Kommunikationsunternehmen. Wir liefern unseren
Kunden, die an das aufgerüstete Breitbandkabelnetz angeschlossenen sind, neben analogen auch die neuen Set-Top-Box
Inhalt
basierten Multi-Media-Dienste. Dazu gehören das digitale
primaTV mit mehr als 100 Programmen, Interactive Pay-Per-
Vorwort
2
View, Highspeed Internet und in naher Zukunft auch Telefonie.
Organe der Gesellschaft
4
Die PrimaCom AG
8
einem Kabelanschluss. Davon werden rund 523.000 Haushalte
primaTV
15
mit Glasfaser versorgt, von denen bereits 418.000 Haushalte
HIGHSPEED INTERNET
20
mit der neuen rückkanalfähigen 862 Mhz Breitbandtechnik
Telefonie
22
primacom 2001
24
Wir versorgen derzeit rund 1,8 Millionen Haushalte mit
aufgerüstet sind und an die die neuen Multi-Media-Dienste
vermarktet werden. Insgesamt vertrauen rund 1,3 Millionen
Investor Relations
Kabelkunden auf unsere Leistungen. Am 31. Dezember 2000
Bericht des Vorstandes
32
bezogen 4.570 Kunden die neuen interaktiven digitalen
Konzernabschluss nach US-GAAP
54
Fernsehdienste und 16.256 Kunden bedienten sich des
Anhang
60
HighSpeed-Intenetzugangs.
Jahresabschluss und Anhang
Vertikales und horizontales Wachstum sind wesentliche
der Prima Com AG
26
89
Bestandteile unserer Unternehmensstrategie. Zum einen
Bericht des Aufsichtsrats
106
erweitern wir unseren Kundenstamm und unser Kabelnetzwerk
Fünf-Jahres-Übersicht
108
weiterhin durch Akquisitionen in unseren Kernregionen, zum
Finanzkalender
110
anderen rüsten wir unsere Netze gezielt für die
Impressum
110
Markteinführung unserer neuen interaktiven Multi-MediaDienste auf.
2
Vorwort
Sehr geehrte Aktionäre, Kunden, Mitarbeiter
und Geschäftsfreunde,
das Breitbandkabel ist die treibende Kraft und wesentlicher
Bestandteil im zukünftigen Telekommunikationsmarkt –
auch Deutschland macht da keine Ausnahme. Unser neues
Breitbandkabel, soweit es bereits aufgerüstet ist, vereint das
digitale Fernsehen, das Highspeed Internet und in naher
Zukunft auch die Telefonie zu einem Kommunikationsangebot,
das unseren Kunden die höchste Informationsdichte, die
breiteste Unterhaltung, den schnellsten Internetzugang und
die größtmögliche Flexibilität und Auswahl bei den Produkten
bietet. Durch uns wird die Welt für unsere Kunden bunter,
größer, vielfältiger und interessanter.
Einst als reiner Kabelnetzbetreiber gestartet, sind wir
Paul Thomason
nun auf dem besten Wege, uns zu einem Kommunikationsunternehmen zu wandeln. Unsere Kunden in der Region Sachsen,
in der Unternehmensgeschichte, auch deswegen, weil die
Sachsen-Anhalt und Thüringen erleben diese Entwicklung be-
Netze der Multikabel bereits vollständig mit Rückkanal für die
reits. Sie genießen seit dem vergangenen Geschäftsjahr den
neuen interaktiven Dienste wie Internet, digitales Fernsehen
schnellen Zugang zum Internet über unser aufgerüstetes, rück-
und Telefonie ausgerüstet sind.
kanalfähiges (Hybrid-Fiber-Coax) Breitbandkabel, den Zugriff
Im Oktober 2000 haben wir die AGFB Aktiengesellschaft für
auf das neue digitale primaTV mit mehr als 100 TV- und Radio-
Beteiligungen an Telekommunikationsunternehmen auf die
programmen und die interaktiven Pay-Per-View-Dienste. Und
primacom verschmolzen – ein Schritt, der bereits lange erwartet
Near-Video-on-Demand. Auch unsere Kunden in anderen
war. Damit stieg auch der Streubesitz am Kapital der primacom;
Regionen sollen an dieser Entwicklung teilhaben. Mit ausge-
das hat die Liquidität in unserer Aktie beträchtlich erhöht.
suchten Kunden in Mainz haben wir eine umfassende Test-
Den bislang wichtigsten Schritt in unserer Unternehmens-
phase gestartet, um auch hier in kurzer Zeit eine beachtliche
geschichte haben wir im März diesen Jahres in einer Presse-
Anzahl von Haushalten für die neuen interaktiven Dienste
meldung bekanntgegeben: Wir beabsichtigen die deutschen
vorzubereiten.
Netze der United Pan Europe Communications N.V. (UPC) mit
Im vergangenen Jahr haben wir unser Unternehmen wei-
primacom zusammenzuschließen. Vorbehaltlich Ihrer Zustim-
ter zügig ausgebaut: Neben einigen kleineren Akquisitionen –
mung auf der Hauptversammlung am 28. August 2001 würde
zehn an der Zahl – haben wir im September des abgelaufenen
sich unser Kundenstamm in etwa verdoppeln – in Deutschland
Geschäftsjahres die holländische Multikabel erworben. Damit
würden wir dann rund zwei Millionen Kunden betreuen; in den
haben wir auf einen Schlag rund 300.000 Kunden in der Pro-
Niederlanden würden es rund 350.000 Kunden sein, die dann
vinz Noord-Holland hinzu gewonnen – ein wichtiger Meilenstein
auf die Dienste der primacom vertrauen.
3
Doch das vergangene Jahr hat leider nicht nur geschäft-
Diese Fortschritte und Erfolge verdanken wir auch
liche Erfolge mit sich gebracht. Der Kurs unserer Aktie hat sich
unseren rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – wir sind
nicht dem Verfall der Kurse am Neuen Markt entziehen können
stolz auf sie. Sie haben mit großem persönlichen Engagement
– rund 62 % hat unsere Aktie im Berichtsjahr an Wert verloren.
gearbeitet und unser Unternehmen mit uns gestaltet. Ihnen
Die Aktien anderer Kabelnetzbetreiber verloren in vergleich-
gebührt unser Dank. Wir danken auch unseren Kunden, Ge-
barem Maße, die Aktie von UPC sogar rund 80 %. Orientiert
schäftsfreunden und insbesondere unseren Aktionären für das
man sich am Nemax 50-Index, so hat sich unsere Aktie – ge-
uns entgegengebrachte Vertrauen.
messen an den Höchstkursen im Jahr 2000 und den Schluss-
Wir werden weiterhin konsequent daran arbeiten, eines
kursen am 30. März 2001 – weitestgehend im Einklang mit
der führenden Kabelkommunikationsunternehmen in Deutsch-
dem Index entwickelt. Wir sind der Meinung, dass unsere Aktie
land zu werden. Deswegen sind wir sicher, dass wir Ihnen auch
unterbewertet ist und sich mit der Erholung des Neuen Marktes
im nächsten Jahr über weitere Erfolge der primacom berichten
auch unsere Aktie wieder erholen wird. Am Jahresende notierte
können.
unsere Aktie im Xetra mit 11,80 €; die Marktkapitalisierung
unseres Unternehmens betrug 232,8 Millionen €.
Trotz der Kursentwicklung – wir werden weiterhin konse-
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an unserer Hauptversammlung am 28. August 2001 in Mainz. Wir stehen Ihnen
dann für Ihre Fragen zur Verfügung. Auf unserer Hauptver-
quent alle Chancen auf dem deutschen Kabelfernsehmarkt
sammlung werden Sie um Ihre Zustimmung zu dem geplanten
nutzen, um unseren Unternehmenswert und damit auch den
Zusammenschluss der primacom mit den deutschen Unter-
Wert unserer Aktie zu steigern. An der Steigerung des Unter-
nehmensteilen der UPC in die „Neue PrimaCom AG“ gebeten.
nehmenswertes haben wir während des vergangenen Jahres
Bitte lassen Sie Ihre Aktien durch Bevollmächtigte vertreten,
hart gearbeitet: Wir haben Kabelnetze zusammengelegt und
sollten Sie selbst nicht teilnehmen können.
durch betriebliche Rationalisierungen die Effizienz und die
Gewinnspannen erhöht. Wir haben eigene Kopfstationen ge-
Mainz, im Mai 2001
baut und dadurch die Abhängigkeit von der Deutschen Telekom
reduziert und gleichzeitig eine Reduzierung der Signallieferungsentgelte erreicht. Wir haben einen großen Teil unserer
Netze aufgerüstet und auf den modernsten technischen Stand
Paul Thomason
gebracht; damit haben wir unseren Kunden den Einstieg in die
Sprecher des Vorstandes
neuen interaktiven multimedialen Dienste Highspeed Internet,
digitales Fernsehen, elektronischer Programmführer und interaktives Pay-Per-View ermöglicht. Bald werden unsere Kunden
auch über unsere primacom-Netze telefonieren können.
4
Organe der Gesellschaft
Organe der Gesellschaft
Aufsichtsrat*
Dr. Christian Schwarz-Schilling, Vorsitzender
ist 70 Jahre alt und seit der Beschlussfassung über die Verschmelzung Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaft.
Von 1996 bis 1998 war er Beiratsvorsitzender der Aquila
Beteiligungs GmbH. Von 1993 bis 1997 war er Aufsichtsratsvorsitzender der Grundig AG und seit 1993 ist er geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Schwarz-Schilling & Partner
Telecommunications Consulting GmbH. Seit 1995 agiert er als
internationaler Schlichter für die Föderation Bosnien-Herzegowina. Seit 1995 ist er außerdem Mitglied des Auswärtigen
Ausschusses des Deutschen Bundestags und war von 1995 bis
1998 Vorsitzender des Unterausschusses „Menschenrechte
und Humanitäre Hilfe“ des Deutschen Bundestags, seit 1998
ist er stellvertretender Vorsitzender dieses Unterausschusses.
Von 1994 bis 1995 war er Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags und ist seit 1993 stellvertretendes Mitglied des Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestags. Von 1982 bis 1992 war er Bundesminister für Post und
Telekommunikation und ist seit 1976 Mitglied des Deutschen
Bundestages. Von 1957 bis 1982 war er Geschäftsführer der im
Familienbesitz befindlichen Sonnenschein Akkumulatorenfabrik
Berlin/Büdingen GmbH. Seit 1999 ist er darüber hinaus
Vorsitzender des Aufsichtsrats von Mot Telecom AG.
* Die weiteren Mandate der primacom Aufsichtsräte sind im Anhang zum
zum HGB-Abschluss (Seite 96) aufgeführt.
5
Massimo Prelz Oltramonti, stv. Vorsitzender
AGIN ALBERTIRSA in Ungarn. Vor 1993 war er unter anderem
ist 46 Jahre alt und seit April 1993 Mitglied und seit Januar
in der deutschen Druck- und Papierindustrie beschäftigt.
1999 stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der
Gesellschaft bzw. der Vorläufergesellschaft KabelMedia. Herr
Boris Augustin
Prelz Oltramonti ist seit September 1999 Managing Director
ist 32 Jahre alt und seit dem 30. Dezember 1998 Mitglied des
bei Gilbert Global Equity Capital Europe Limited. Er ist dort im
Aufsichtsrates der Gesellschaft. Seit Oktober 1998 ist Herr
Management der europäischen Investment-Aktivitäten in erster
Augustin bei Archelon Deutschland GmbH als Makler und
Linie für den Kommunikations- und Mediensektor verantwort-
Market Maker an der Eurex und in der Finanzdienstleistungs-
lich. Von 1991 bis September 1999 stand Herr Prelz Oltramonti
industrie tätig. Von 1994 bis 1998 arbeitete er u.a. als Derivate-
in den Diensten der Advent-Gruppe, zuletzt als Senior Vice
händler, bei Lehman Brothers Bankhaus AG, Banque Nationale
President von Advent International plc. und als Managing
de Paris (Deutschland) OHG und Banque Paribas (Deutschland)
Director ihrer Tochtergesellschaft Advent International plc.
OHG. Herr Augustin ist Neffe von Herrn Wolfgang Preuß.
Herr Prelz Oltramonti ist Director der E-via S.p.A., Jazztel plc
und World Access Inc.
Dr. Klaus von Dohnanyi
ist 70 Jahre alt und seit Januar 1996 Mitglied des Aufsichts-
Prof. Dr. Stefan Schwenkedel, stv. Vorsitzender
rates der Gesellschaft bzw. der Vorläufergesellschaft
ist 41 Jahre alt und seit der Beschlussfassung über die
KabelMedia. Von der Umstellung bis zur Verschmelzung war er
Verschmelzung der Süweda in der Funktion eines stellvertre-
Vorsitzender des Aufsichtsrats von KabelMedia, und vom 31.
tenden Vorsitzenden Mitglied des Aufsichtsrates der Gesell-
Dezember 1997 bis zur Umstellung war er Vorsitzender des
schaft. Prof. Dr. Schwenkedel war auch von 1997 bis Oktober
Executive Committees von KabelMedia. Von 1954 bis 1960 ar-
2000 Vorsitzender des Aufsichtsrates der AGFB. Seit März
beitete er sowohl in Deutschland als auch in den Vereinigten
2000 ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats von F.A.M.E. Film
Staaten von Amerika für die Ford Motor Company. Von 1960
and Music Entertainment AG in München, und seit September
bis 1968 war Herr Dr. von Dohnanyi Mitinhaber und Geschäfts-
2000 ist er Mitglied des Aufsichtsrats von 2Venture AG in
führer des Institutes für Marktforschung und Unternehmens-
Bonn. Seit 1996 ist er Professor für Betriebswirtschaftslehre an
beratung Infratest in München. Von 1968 bis 1969 war er
der Fachhochschule Wiesbaden. Von 1993 bis 1996 war er
Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Herr Dr. von
Finanzvorstand bei Schöller-Budatej, der ungarischen Tochter-
Dohnanyi gehörte von 1969 bis 1981 als Abgeordneter dem
gesellschaft der Schöller Lebensmittel GmbH & Co. KG,
Deutschen Bundestag an. Von 1969 bis 1972 bekleidete er das
einer Gesellschaft der Südzucker Gruppe. Während dieses
Amt des parlamentarischen Staatssekretärs und von 1972 bis
Zeitraums war er ebenfalls Aufsichtsratsmitglied der MIRSA
1974 das des Ministers für Wissenschaft, Forschung und
6
Organe der Gesellschaft
Erziehung. Von 1976 bis 1981 war er stellvertretender Außen-
1995 Vorstand der KPN Telecom Tochtergesellschaft Vision
minister und in dieser Funktion für Europaangelegenheiten
Networks N.V., die Kabelfernsehnetze in Großbritannien
zuständig. Von 1981 bis 1988 war er Erster Bürgermeister der
(Comtel), Frankreich (RCF), Polen (Intercable), der Tschech-
Stadt Hamburg. Von 1990 bis 1994 war Dr. von Dohnanyi
ischen Republik (Interkabel) und in den Niederlanden (Casema)
Vorstandsvorsitzender der TAKRAF Heavy Machinery in
unterhält. Herr ’t Hoen ist Director von TSS Telematrix Systems
Leipzig und ist seit 1994 Sonderberater des Direktoriums der
and Services B.V., Amper S.A. und SNT Holding N.V.
Treuhandanstalt (seit 1. Januar 1995 „Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben“) in Berlin.
Brigitte Preuß,
ist die Ehefrau von Herrn Wolfgang Preuß und seit 30. Dezem-
James S. Hoch
ber 1998 Mitglied des Aufsichtsrates der Gesellschaft und seit
ist 41 Jahre alt und seit September 1995 Mitglied des Auf-
Januar 1993 Hauptgeschäftsführerin der Kurhotel Park-
sichtsrates der Gesellschaft bzw. deren Vorläufergesellschaft.
schlößchen Bad Wildstein GmbH, Traben-Trabach. Von Juli 1984
Seit August 2000 ist Herr Hoch Managing Director von Morgan
bis Dezember 1992 hatte sie verschiedene Positionen bei der
Stanley Dean Witter. Von Dezember 1998 bis August 2000
Süweda inne.
war er Managing Director von Morgan Stanley and Co. Limited
und von 1994 bis 1998 Executive Director bei der Morgan
Roland Steindorf
Stanley and Co. Limited. Herr Hoch ist Director von Choice One
ist 47 Jahre alt und wurde am 24. März 2000 vom Register-
Communications, Netscalibur Ltd., Xtempus und TL Com.
gericht beim Landgericht in Mainz zum Aufsichtsratsmitglied
bestellt, um das durch den Rücktritt von Herrn Berylson vakant
Paul ’t Hoen
gewordene Mandat zu übernehmen. Herr Steindorf ist gegen-
ist 55 Jahre alt und gehört dem Aufsichtsrat seit dem 1. März
wärtig Geschäftsführer der SMC CONSULTING in Kronberg.
1999 an. Herr ’t Hoen ist gegenwärtig als Vice President für
Von 1994 bis 1996 war Herr Steindorf Geschäftsführer der CLT
Strategie bei Lucent Technologies in Hilversum, Holland, tätig.
in Luxemburg. Von 1990 bis 1994 war er bei der Braun AG
Ab 1985 gehörte er dem Vorstand von Dutch PTT Telecom
Direktor für Zentraleuropa und von 1987 bis 1990 als Leiter
(jetzt KPN Telecom) an. Ab 1992 stand er der Abteilung
Vertrieb und Marketing bei Pirelli tätig. Herr Steindorf ist auch
Corporate Development von KPN Telecom vor und war seit
Mitglied des Aufsichtsrats von Highway One.
7
Der Vorstand
Hans Wolfert,
Vorstand Unternehmensentwicklung
ist 40 Jahre alt und verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung
im Kommunikations- und Mediensektor. Am 17. Januar 2000
wurde er vom Aufsichtsrat als Chief Corporate Development
Officer in den Vorstand des Unternehmens berufen. Von
Februar 1999 bis zu seiner Berufung in den Vorstand war er
Corporate Development Officer der Gesellschaft. Von 1995 bis
Dezember 1998 war er President der UPC NL und Senior Vice
President Corporate Development und Chief Executive Officer
von A2000, einer Tochter der UPC. Von 1994 bis 1995 war Herr
Wolfert Vice President und Director of International Business
Development bei Philips Media Cable Systems. Von 1993 bis
Paul Thomason und Hans Wolfert
1994 arbeitete er bei PTT-Telecom (Royal Dutch PTT/KPN). Von
1991 bis 1992 war er als Managing Director Sales und Mar-
Paul Thomason,
keting und von 1991 bis 1992 als National Account Manager
Vorstand Finanzen und Sprecher des Vorstandes
Infrastructure für IBLL PTT-Broadcasting tätig.
ist 45 Jahre alt und hat mehr als 15 Jahre Erfahrung in der
Kommunikations- und Medienbranche. Er ist seit dem
30. Dezember 1998 Chief Financial Officer der Gesellschaft.
Von 1996 bis 1998 war er Chief Financial Officer der KabelMedia. Von 1981 bis Februar 1996 war er bei der First Union
National Bank of North Carolina beschäftigt, wo er von 1986
bis Januar 1996 als Senior Vice President in der Kommunikations- und Medienfinanzgruppe tätig war.
8
Die PrimaCom AG
Die PrimaCom AG
primacom ist der viertgrößten Kabelnetzbetreiber in Deutsch-
Unser Geschäft, der Kabelmarkt, gewinnt mit dem Hinzu-
land und den Niederlanden: Wir betreuen rund 1,3 Millionen
kommen neuer, interaktiver Dienste erheblich an Bedeutung.
Kunden in 1,8 Millionen angeschlossenen Haushalten. Wir
Neue Dienste wie digitales Fernsehen, Servicekanäle und Near-
bieten unseren Kunden eine einzigartige Synthese von klassi-
Video-On-Demand benötigen höhere Übertragungskapazitäten,
schen Medienprodukten und innovativen Kommunikations-
die unsere Glasfasernetze bieten. Solche modernen Breitband-
dienstleistungen: primacom macht das Fernsehen interaktiv,
kabelnetze liefern Radio- und TV-Signale und bieten schnelle
das Internet multimedial und die Kommunikation vielseitig.
Internetzugänge mit vielfacher ISDN-Geschwindigkeit. Fern-
Die multimediale Zukunft bringt den primacom-Kunden
sehen, Internet und Telefonie wachsen im Zuge der Digitali-
umfangreiche Unterhaltungs- und Informationsmöglichkeiten:
sierung der Netze immer mehr zusammen – hier tun sich für
Sie wählen ein Thema und einen Zugangsweg und erhalten über
uns neue Geschäftsfelder auf. Es entstehen Märkte mit enor-
unser Kabelnetz eine Vielfalt mediengerecht aufbereiteter
men Wachstumspotenzialen. Der Kabelmarkt wird sich damit
Informationen und Unterhaltungsinhalte. Möglich wird das alles
zu einem besonders attraktiven, aber auch hart umkämpften
durch die Rückkanalfähigkeit unseres Breitbandkabelnetzes.
Wirtschaftszweig entwickeln.
Es schafft neue Formen der Kommunikation und bietet eine nie
gekannte Geschwindigkeit bei der Übertragung großer Datenmengen.
primacom Standort Leipzig
9
Der Kabelfernsehmarkt
Deutschland ist der größte Markt für Kabelfernsehen in Europa
das Netzmonopol der Deutschen Telekom für die Verlegung
und der zweitgrößte Kabelfernsehmarkt der Welt – nur der
von Kabel in den Strassen und Plätzen der Städte. Das TKG
Kabelmarkt der Vereinigten Staaten ist größer. Doch nicht nur
erlaubt jedem, der die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt
die Größe des Marktes macht Deutschland zu einem sehr
und eine Lizenz erwirbt, Telekommunikationsdienste ein-
attraktiven Standort für den Erwerb, den Betrieb und die tech-
schließlich der Bereitstellung von Übertragungskapazitäten
nische Aufrüstung von Kabelnetzen, auch die Struktur des
anzubieten. Bis zum Inkrafttreten des TKG hatte die Deutsche
Marktes bietet interessante Chancen. Doch dieser Markt ist
Telekom das Monopol für alle Telekommunikationsdienste, also
vielschichtig. Um ihn zu verstehen, muss man etwas über seine
auch bei der Einführung von Kabelfernsehen und der Bereit-
Geschichte und seine technischen Grundlagen wissen.
stellung der dazu notwendigen Infrastruktur in bisher nicht
Der deutsche Kabelfernsehmarkt weist eine sehr fragmentierte Anbieterstruktur auf. In Deutschland gibt es mehr als
erschlossenen, d. h. unverkabelten Gebieten.
Mit dem Ende des Kabelnetzmonopols der Deutschen
37 Millionen Haushalte als potenzielle Kabelnetzkunden. Die
Telekom hat sich auch der Markt rapide verändert: Wo einst
Deutsche Telekom ist aufgrund ihrer historischen Stellung der
vier Kanäle „flimmerten“, hat die Sender- und Programmvielfalt
größte Wettbewerber in diesem Markt: Sie ist der größte Kabel-
innerhalb des dualen Rundfunksystems rasch zugenommen.
fernsehbetreiber in Deutschland und liefert Programmsignale
Dieses beständig wachsende Angebot verlangt nach leistungs-
an mehr als 5.000 private Kabelnetzbetreiber. Eine große
fähigen Netzen und einem weiteren Ausbau der Netzstruk-
Anzahl privater Kabelnetzbetreiber empfängt ihre Programme
turen.
jedoch auch über eigene Kopfstationen und stellt diese
Programme ihren Kunden zur Verfügung. Aufgrund der
technischen Besonderheiten im Kabelnetzgeschäft und aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs wird sich die Zahl der
Wettbewerber in den kommenden Jahren deutlich reduzieren.
Wir fassen diese zu erwartende Konsolidierung im Kabelnetzgeschäft als Chance für unser Unternehmen auf.
Der Breitbandkabelmarkt ist noch jung und unterliegt
einigen rechtlichen Regulierungen: Erst das am 1. August 1996
in Kraft getretene Telekommunikationsgesetz (TKG) beendete
10
Die PrimaCom AG
Die PrimaCom AG betreibt Kabelnetze auf vier Ebenen, die sich
stimmte geographische Gebiete eine exklusive Lizenz für die
wie folgt beschreiben lassen:
Vermarktung der Signale der Ebene 4-Netze erteilen. Der
Kabelnetzbetreiber verpflichtete sich, eine vorher festgelegte
Ebene 4-Netze verbinden die bis ans Haus geführten
Anzahl von Teilnehmern zu gewinnen. Die an die Deutsche
Hauptübertragungsleitungen der Deutschen Telekom mit den
Telekom zu entrichtenden Entgelte wurden auf der Grundlage
Teilnehmern im Haus; die Netze laufen also vom Telekom-
dieser vorher festgelegten Teilnehmeranzahl berechnet. Bei
Übergabepunkt bis zum Anschluss des Kunden in dessen Woh-
diesen Verträgen hat es dann keine Rolle gespielt, wie viele
nung. Der Betreiber eines Ebene 4-Netzes verlegt den Kabelan-
Kunden der Kabelnetzbetreiber wirklich gewann. Diese mit der
schluss, schließt die Verträge mit den Kunden ab, stellt die
Deutschen Telekom im Rahmen von B-1 getroffenen Verein-
Rechnungen und betreut die Kunden. In den Versorgungsgebie-
barungen werden nachfolgend „B-1 Vereinbarungen“ genannt.
ten für Ebene 4-Netze besitzt und betreibt die Deutsche Tele-
Ebene 3-Netze verbinden die Kopfstation mit dem Haus.
kom weiterhin die Kopfstation, an der die Signale eingehen und
Der Kabelnetzbetreiber betreibt keine eigene Kopfstation,
die Hauptübertragungsleitungen zum Haus des Kunden. Die
sondern schließt einen Signallieferungsvertrag, in der Regel mit
Kabelnetzbetreiber sind auf der Grundlage von sogenannten
der Deutschen Telekom, ab. Bei einem Ebene 3-Netz sind die
Signallieferungsverträgen zur Entrichtung eines Signalliefe-
Kabelnetzbetreiber zur Zahlung eines Entgeltes für die Liefe-
rungsentgeltes an die Deutsche Telekom verpflichtet.
rung des Signals verpflichtet.
Eine historisch bedingte Sonderform der Ausgestaltung
von Ebene 4-Netzen in den alten Bundesländern sind die sogenannten B-1 Vereinbarungen. Aufgrund ihrer Monopolstellung
konnte die Deutsche Telekom Kabelnetzbetreibern für be-
Empfangsanlage, Kopfstation
11
Als Ebene 2-Netze bezeichnet man den Betrieb der
Insgesamt betreiben wir in Deutschland eine Kombination
Kopfstation für die Einspeisung von Radio- und TV-Signalen.
aus Ebene-2-, Ebene-3-, Ebene-4- und Ebene-4 (B-1) -Kabel-
Besitzt und betreibt der Kabelnetzbetreiber das gesamte
netzen. In den kommenden Jahren werden wir diese Netze
Kabelnetz von der eigenen Kopfstation bis zur Verkabelung
weiter ausbauen: Den größten Teil unserer Kabelnetze werden
innerhalb der Haushalte, spricht man von einem „Ebene 2-
wir innerhalb der kommenden fünf Jahre zu HFC-Breitband-
Netz“. Solche Netze entsprechen denen, die von Kabelnetz-
kabelnetzen aufrüsten; diese Breitbandtechnik eröffnet uns
betreibern in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien
neue Kundenkreise und unseren Kunden neue Dienste. Diese
betrieben werden. Bei einem Ebene-2-Netz zahlen die Kabel-
Technologie wird in den kommenden Jahren auf dem Markt für
netzbetreiber keine Signallieferungsentgelte an die Deutsche
Kabelfernsehen zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor wer-
Telekom, sondern empfangen das Programmangebot über
den.
Antennen terrestrisch oder vom Satelliten über ihre eigenen
Kopfstationen. Nach unserer Einschätzung sind wir in Deutschland der größte private Betreiber von Ebene 2-Netzen.
Als Ebene 1-Netze (Programmproduktion) bezeichnet
man Kabelnetze, bei denen der Kabelnetzbetreiber die
Programme selbst erstellt und für die Übermittlung von der
Kopfstation bis in die Wohneinheit verantwortlich ist. Wie viele
andere private Kabelnetzbetreiber in Deutschland besitzen
oder betreiben auch wir keine Ebene 1-Netze.
Signaleinspeisung
Network-Operation-Center
12
Die PrimaCom AG
Unsere Technologie
Wir haben als erstes Unternehmen in Deutschland damit
haben wir bereits das Netz in der Stadt Leipzig aufgerüstet.
begonnen, Kabelfernsehnetze auf Breitbandtechnik aufzu-
Im zweiten Quartal 2000 haben wir mit der Netzaufrüstung in
rüsten. Zur Zeit sind wir der größte private Betreiber von Breit-
den Städten Magdeburg, Chemnitz, Halle, Aschersleben und
bandkabelnetzen (HFC 862 MHz); wir betreuen rund 106.000
Naumburg sowie in anderen Teilen der Region Sachsen,
„Ready-for-Service“-Haushalte in der Region Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Thüringen begonnen.
Sachsen-Anhalt und Thüringen. Unsere Breitbandkabelnetze
sind rückkanalfähige Hochgeschwindigkeitsnetze mit einer
primacom Set-Top-Box
Bandbreite von 862 MHz, die für die Übermittlung von analogem Kabelfernsehen, digitalem Fernsehen, Telekommunikation,
Highspeed Internet- und Datendiensten einschließlich interaktiver Dienste ausgelegt sind. Innerhalb der kommenden fünf
Jahre soll der größte Teil unserer Kabelnetze digital aufgerüstet
werden. Dabei konzentrieren wir uns auf Regionen mit hoher
Teilnehmerdichte: In der Region Sachsen, Sachsen-Anhalt und
Thüringen
interaktive
Fernbedienung
13
Diese Netzaufrüstungen haben Modellcharakter: Wir
Auf dem Rückkanal werden elektrische Signale der Kunden
planen, die Kopfstation Leipzig noch weiter technisch aufzu
über Koaxialkabel übertragen, in optische Signale transformiert
rüsten. Damit kann das Angebot digitaler Kanäle, interaktive
und zur Kopfstation übertragen. Durchschnittlich bedient ein
Pay-per-View und Highspeed Internetangebote nicht nur in
Glasfaserknoten 500–700 Koaxialanschlüsse.
Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sondern auch in
In städtischen Gebieten, in denen wir keine Koaxialkabel
anderen Regionen vermarktet werden, sobald die dortigen
besitzen, verlegen wir diese ausgehend von den Glasfaser-
Netze aufgerüstet sind.
knoten in neue Teilnehmerhaushalte. Das Koaxialnetz haben
Indem wir unsere Aufrüstungsarbeiten auf Zielregionen
wir so erneuert oder neu installiert, dass die Übertragungs-
mit höchster Teilnehmerdichte konzentrieren, reduzieren wir
raten erhöht werden und Signale zwischen Kopfstation und
die Aufrüstungskosten je Haushalt. Die Aufrüstung der
Haushalt versandt werden können. Die digitalen Set-Top-Boxen
Kopfstation in Leipzig werden wir nutzen, um auch andere
der Galaxis Technology AG ermöglichen unseren Kunden den
Regionen, deren Aufrüstung wir planen, zu versorgen und so
Empfang von digitalem Fernsehen und von Highspeed Internet-
den Investitionsaufwand in diesen Regionen deutlich zu redu-
services. Kunden ohne digitale Set-Top-Box, die den Highspeed
zieren. Unsere Aufrüstungspläne in Deutschland werden zudem
Internetservice erwerben, benötigen ein Kabelmodem. Das
unsere Abhängigkeit von Signallieferungen der Deutschen
Netzwerk verfügt über einen Rückkanal mit 65 MHz.
Telekom und anderer privater Kabelnetzbetreiber deutlich
senken.
Glasfasertechnologie ist die Basis unserer Aufrüstungsstrategie: Ein in der Stadt Leipzig verlegter Glasfaserring
verbindet unsere Kunden mit der Kopfstation. In den Hauptring
werden kleinere Glasfaserringe integriert, so dass eine Glasfasermatrix entsteht, welche die gesamte Stadt abdeckt. Mit
der Integration zusätzlicher Glasfaserringe wird die Glasfasermatrix zunehmend weitere Teile der Stadt erschließen. Innerhalb der Glasfasermatrix sind an verschiedenen Orten Glasfaserknoten integriert. Jeder Knoten enthält einen optischen
Sender und Empfänger, an dem das von der Kopfstation empfangene optische Signal in ein elektrisches Signal verwandelt
wird und dann über Koaxialkabel zum Kunden übertragen wird.
Vorbild für die weitere Aufrüstung unserer deutschen
Kabelnetze wird auch unser Netz in den Niederlanden sein, das
im Ausstattungsgrad derzeit noch fortgeschrittener ist als
unser deutsches Netz.
14
Die PrimaCom AG
Unser Netz in den Niederlanden
Wir betreiben in den Niederlanden ein zu 97,5 % voll aufge-
Unser Netz in den Niederlanden hat die folgenden Merkmale:
rüstetes, rückkanalfähiges Breitbandkabelnetz für die Durch-
Eine regionale Kopfstation in Alkmaar empfängt Fernseh-
leitung sämtlicher Breitbanddienste einschließlich interaktivem
und Rundfunksignale, wandelt diese Signale optisch um
Digitalfernsehen, Highspeed Internetzugang und Telekommu-
und überträgt sie über das sogenannte Glasfaser-Backbone-Netz, den Hauptstrang unserer Netze.
nikationsdiensten. Lediglich 8.000 von 320.000 angeschlossenen Haushalten wurden noch nicht aufgerüstet. Diese Haus-
Das Glasfaser-Backbone-Netz, das die Region mit über
halte liegen in drei geographischen Zonen. Da sie wirtschaft-
1190 km 862-MHz-Glasfaserkabel versorgt, überträgt das
lich schwierig zu versorgen sind, beabsichtigen wir, sie im
optische Signal an 38 Glasfaserverteiler – das sind
Laufe der Zeit zu veräußern. In den Niederlanden versorgen wir
Punkte, an denen die optischen Signale verstärkt werden
Gemeinden in der Provinz Noord-Holland im Nordwesten des
– und 586 Glasfaserknoten.
Landes, einschließlich der Gewerbegebiete um den Flughafen
se durch ein Koaxialkabel in die Teilnehmerhaushalte.
der Kopfstation bis hin zum Hausübergabepunkt. Lediglich 92
Kilometer Glasfaserkabel haben wir angemietet.
Die Glasfaserknoten wandeln die optischen Signale in
elektrische Signale bis auf 862 MHz um und senden die-
Schiphol. Wir besitzen im Wesentlichen das gesamte Netz, von
Modems und Set-Top-Boxen in den Wohnungen der
Kunden gestatten den Empfang digitaler Programme.
Die Glasfaserknoten empfangen zusätzlich regionale Radiound Fernsehprogramme. Der Großteil unseres Netzes in den
Niederlanden verfügt über einen Rückkanal mit 80 MHz. Wir
planen, in den bestehenden Regionen weitere Haushalte zu
erschließen. Wir werden voraussichtlich im zweiten Halbjahr
2001 eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) installieren. Das soll die künftige Bereitstellung von Telefoniediensten unterstützen.
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15
... Fernsehen neu sehen ...
16
primaTV
primaTV –
digitales Fernsehen heute
Nach Planung der Bundesregierung soll die Digitalisierung der
TV- und Radionetze bis zum Jahr 2010 abgeschlossen sein.
Dies wird dann bundesweit echte Interaktivität im Fernsehen
ermöglichen: Die Rückkanaltechnik des digitalen Fernsehens
macht es möglich, Informationen in beide Richtungen zu
übertragen, also vom Sender zum Empfänger und umgekehrt.
Und nur so lässt sich ein TV-Programm wirklich individuell
gestalten. Das interaktive Fernsehen wird die Fernseh- und
Medienlandschaft grundlegend verändern, wenn nicht sogar
revolutionieren.
Mit der Einführung unseres Dienstes primaTV nimmt
primacom hier eine Vorreiterrolle ein: Wir bieten einer großen
Anzahl von Kunden bereits heute die Möglichkeit, über eines
der modernsten Netze in Deutschland interaktive digitale
Dienste zu nutzen.
Das digitale Programmangebot von primaTV steht für
eine noch größere Programmauswahl. Im digitalen Grundangebot primaTV BASIS stehen über 50 Programme zur Verfügung.
Darüber hinaus können die digitalen Zusatzangebote prima
FAMILY, primaLIFE, primaINFO, der Erotikkanal sowie ein
Bouquet von Sendern der MTV-Familie abonniert werden.
Mit dem interaktiven Dienst MOVIES & MORE kann der
Zuschauer aktuelle Filmhits, deutsche TV-Premieren und
Kultfilme direkt über die Fernbedienung abrufen. Umständliches Bestellen per Telefon entfällt, denn die Breitbandtechnik
ermöglicht wirkliche Interaktivität. Dabei steht für primacom
auch die Sicherheit im Vordergrund. Über den JugendschutzPincode kann eine stufenweise Altersbegrenzung eingegeben
und somit der Schutz von Kindern gewährleistet werden.
17
18
primaTV
Zudem kann in Zukunft aus dem laufenden TV-Programm
auf verschiedene Dienste zugegriffen werden, ohne erst zum
Telefon oder Computer zu wechseln. Vom Erlebnisurlaub bis
zum Homeshopping - beinahe jede Sendung wird mit abrufbaren Zusatzinformationen verknüpft sein. Damit bieten sich
Vermarktungsmöglichkeiten, die weit jenseits traditioneller TVWerbung liegen: Von Mode-TV zur Online-Boutique, von der
Buchvorstellung in die virtuelle Buchhandlung: mit der Möglichkeit des direkten Einkaufs wird der Fernseher zur e-CommercePlattform. Die einfache Bedienbarkeit führt dann auch jene
Kunden ins Netz, die bisher noch Berührungsängste hatten.
Durch den elektronischen Programmführer von primacom
(EPG) wird die Programmauswahl zudem komfortabler: Der
EPG – mehr als eine digitale Programmzeitschrift – wird mit
der Fernbedienung aufgerufen. Direkt vom Bildschirm kann der
Zuschauer alle Informationen zu den Anfangszeiten, den Inhalten, der Dauer des Filmes, den Schauspielern, dem Regisseur
und noch vieles mehr abrufen.
Aber digitales Fernsehen bietet noch mehr: Die konsequente Ausdehnung des Angebots um Special-Interest- und
Spartenkanäle, Lokal- und Regionalprogramme, Service- und
Verkaufskanäle stellt erst den Anfang der Entwicklung dar: Mit
der Bereitstellung von Online-Diensten wird dem Zuschauer
auch die Welt des Internet erschlossen. primacom ermöglicht
seinen Kunden den Zugang zum World-Wide-Web zu günstigen
Diese digitalen Dienste werden in Zukunft noch leis-
Konditionen und mit Geschwindigkeiten, die um ein mehr-
tungsfähiger sein: Der Zeitplan des Zuschauers wird dann
faches über denen von ISDN liegen. Neben dem digitalen
nicht mehr von den Sendezeiten diktiert, sondern den indivi-
Fernsehen ist unser Internetangebot ein weiteres attraktives
duellen Bedürfnissen angepasst. Den Spielfilm nicht erst um
Angebot für unsere Kunden.
halb elf, die Nachrichten nicht schon um acht und den Naturfilm erst mitten in der Nacht sehen – mit primaTV – dem
digitalen Fernsehen von primacom – bestimmt der Zuschauer
das Programm und den Zeitpunkt.
19
20
HIGHSPEED INTERNET
HIGHSPEED INTERNET
via Breitbandkabel
Ein Internetzugang über das Breitbandkabel von primacom
nötig. Das ist wesentlich komfortabler und schneller als her-
garantiert 24 Stunden Online-Verfügbarkeit und eine Daten-
kömmliche Internetverbindungen. Hohe Telefonrechnungen,
übertragung, die bis zu 16fach schneller ist als eine herkömm-
tageszeitgebundene Tarife und lange Ladezeiten gehören für
liche ISDN-Verbindung. Damit kann man nun auch dateninten-
die digital angeschlossenen primacom-Kunden der Vergangen-
sive Angebote nutzen: Das Herunterladen von Musik und
heit an. Unsere Kunden können gleichzeitig fernsehen und im
Spielen, die bei herkömmlichen Internetangeboten enorm viel
Internet surfen – sind dabei aber weiterhin telefonisch er-
Zeit beanspruchen, werden zur Selbstverständlichkeit, ebenso
reichbar. Der Kunde hat dabei die Wahl, ob er das Internet über
wie das Anschauen von Filmen, Live-Beiträgen oder Video-
Kabelmodem oder über die primacom-Set-Top-Box nutzen will.
konferenzen.
Kunden sind mit primacom HIGHSPEED INTERNET 24
Stunden online, eine Einwahl über einen Provider ist nicht
21
primaTV-Kunden können über den primacom-Decoder
direkt im Internet surfen und sparen zudem noch die ModemMiete. Die Set-Top-Box wird zur Multimedia-Zentrale.
Unsere Service-Techniker installieren den Anschluss nach
den Wünschen des Kunden vor Ort. primacom HIGHSPEED
INTERNET-Kunden erhalten Zugang zu vielen verschiedenen
Internetdiensten auf dem primacom-Portal, drei E-MailAdressen sowie 10 MB Speicherplatz für die eigene Homepage.
Unsere Kunden haben dabei die Auswahl zwischen verschiedenen individuellen Tarifen, die ihren Nutzungsgewohnheiten
entgegenkommen.
Für Einsteiger und Normalnutzer lohnt sich der easy
Tarif, der über 2fache ISDN-Geschwindigkeit (Download
128kBit/s, Upload 64kBit/s) verfügt, zeitlich unbegrenzten
Datentransfer ermöglicht und 24 Stunden Online-Verfügbarkeit
beinhaltet. Fest kalkulierbare Kosten und einfache Installation
runden das wettbewerbsfähige Angebot ab.
Der pro Tarif ist das optimale Anbebot für den Internetvielnutzer. Mit bis zu 16facher ISDN Geschwindigkeit (Download 1024kBit/s, Upload 256kBit/s) surft der Kunde
hier zum monatlichen Festpreis mit maximaler
Geschwindigkeit, zeitlich unbegrenzt.
22
Telefonie
Telefonie mit primacom
„Mit den neuen Kommunikationstechniken des Breitbandkabels
stehen wir heute an einer ähnlich
bedeutenden Schwelle der multimedialen Entwicklung, wie Graham Bell
im vergangenen Jahrhundert, als
er das erste funktionsfähige Telefon
entwickelte.“
Hans Wolfert,
Vorstand Unternehmensentwicklung
23
Mit einem der größten und modernsten Kabelnetzwerke
Telefonieren über die primacom-Set-Top-Box wird damit
in Deutschland und Holland schaffen wir die technischen
für jeden Kunden selbstverständlich sein. Mit Standard-
Voraussetzungen für neue Telefonieangebote über die prima-
Endgeräten der Festnetztelefonie, die einfach an die primacom-
com-Set-Top-Box.
Set-Top-Box angeschlossen werden, behält der Kunde den
Unsere Breitbandtechnologie bietet den Kunden digitale
gewohnten Komfort des Telefonierens zu Hause. Zusätzlich
Übertragungsqualität und -geschwindigkeit, verbunden mit
wird er aber die Option zu neuen interaktiven und anderen
dem gewohnten Komfort des klassischen Festnetztelefonie-
Multimediadiensten haben. Damit erschließen wir Privat-
rens. Egal ob die Gesprächspartner im Büro gegenüber oder
kunden Dienste wie Bildtelefonie und Videokonferenzen. Auch
am anderen Ende der Welt sitzen, Komfort und Qualität ändern
hier werden wir unseren Kunden verschiedene und äußerst
sich nicht. Telefonieren über das rückkanalfähige Breitband-
interessante Tarifmodelle anbieten.
kabel wird damit die Alternative zum klassischen Festnetz oder
Mobilfunknetz als Kommunikationsmedium.
Die primacom-Set-Top-Box wandelt die Stimme des
Gesprächsteilnehmers in digitale Datenpakete um; diese werden dann statt über die normalen Festnetztelefonleitungen
über unser Breitbandkabel weitergeleitet. Dabei können bereits vorhandene Telekommunikationsstrukturen in die
Datenwelt integriert werden.
24
primacom 2001
primacom 2001
Wir werden den Wert des Unternehmens durch die kontinuier-
senkt den Aufwand pro Kunde. In Deutschland liegen
liche Aufrüstung unserer Kabelfernsehnetze in Deutschland,
unsere Kernregionen in den Bundesländern Berlin,
die Erweiterung und Förderung der Breitbanddienste sowie
Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie im Rhein-Main-
Akquisitionen auf dem deutschen und niederländischen Kabel-
Gebiet in den Städten Wiesbaden und Mainz. In den
fernsehmarkt steigern. Für das kommende Jahr sehen wir
folgende Aufgaben:
Weiteres internes Wachstum – Wir wollen die Erlöse
Netzaufrüstung und weiterer Netzausbau – Wir
aus unseren Basiskabelfernsehangeboten steigern. In
werden einen großen Teil unserer deutschen Kabelnetze
Deutschland werden wir weiterhin durch gezieltes
innerhalb der nächsten Jahre auf das Niveau unserer
Marketing die Kundenakzeptanz verbessern, aber auch
schon rückkanalfähigen niederländischen Netze auf-
die Entgelte für die Breitbandkabelfernsehangebote
rüsten. In unseren Kernregionen werden wir unsere Netze
anheben. Auf längere Sicht planen wir, die monatlichen
weiter ausbauen, um weitere Kunden zu erreichen.
Entgelte in den neuen Bundesländern an das Preisniveau
Ausbau und Förderung des Breitbandservice-
der alten Bundesländer heranzuführen. In den Nieder-
angebotes – Im Zuge der Aufrüstung werden wir die
landen werden wir von der Preisregulierung befreit, wenn
Palette unserer Breitbandangebote in Deutschland
unsere Verträge mit den örtlichen Gemeinden im Jahr
erweitern: Neben Digitalfernsehen, Pay-Per-View und
2003 auslaufen. Danach werden wir auch hier eine
Highspeed Internet werden wir auch Video-On-Demand,
angemessene Anpassung der Entgelte für Basiskabel-
interaktives Fernsehen und Telefonie anbieten. In den
fernsehen vornehmen.
Niederlanden beabsichtigen wir ebenfalls, interaktives
Fernsehen, E-Commerce und Telefonie anzubieten.
Wir werden unseren Kunden neue individuelle
Breitbandprodukte entweder einzeln oder als
Bouquet zu einem speziellen Bouquetpreis, der
niedriger liegt als die Summe der Preise für
einzelne Produkte und Dienste, anbieten.
Niederlanden sind wir in der Provinz Noord-Holland tätig.
Weitere Akquisitionen – Wir werden weitere
Kabelnetze übernehmen. Dabei konzentrieren
wir uns auf unsere Kernregionen im deutschen
Markt und in den Niederlanden sowie auf den
Erwerb von Kabelsystemen, die sich in unmittelbarer Nähe unserer bestehenden Kabelnetze
befinden. Die Konzentration auf Kernregionen
steigert, wie bereits erwähnt, die Wirtschaftlichkeit unserer Infrastruktur; die Kosten verteilen
sich auf eine größere Anzahl von Kunden, das
25
Reduzierung der Abhängigkeit von Fremdnetzen und
Verwaltung der Kundenkonten als auch die allgemeine
Signallieferungsentgelten – In Deutschland sind wir
Verwaltung werden zentralisiert – das senkt die Gemein-
noch bei 61,2 % unserer Kunden weiterhin von der
kosten.
Signallieferung durch die Deutsche Telekom und andere
Netzbetreiber abhängig. Durch den Bau eigener Kopfstationen und eigener Infrastruktur für die Signallieferung
werden wir diese Abhängigkeit reduzieren. Der Bau
eigener Kopfstationen und einer neuen Infrastruktur wird
sich positiv auf unser operatives Ergebnis sowie auf die
Qualität unseres Serviceangebotes auswirken.
Ausbau neuer Gebiete – Wir werden durch den kontinuierlichen Ausbau unserer Netze in Deutschland neue
Kunden erreichen. Bei der Aufrüstung unserer Netze
zielen wir nicht nur auf die Gebiete ab, die wir bereits
jetzt versorgen, sondern auf die ganze Stadt; das wird
uns neue Kundenkreise erschließen. Wir sind davon
überzeugt, dass diese Ausbaustrategie auch unsere
Akquisitionsbemühungen in den Städten unterstützt, da
Stärkere
Kundenorientierung durch regionales
hier viele kleine Kabelnetzbetreiber nicht über die
Management – Jede unserer Regionen wird von einem
technischen oder finanziellen Mittel verfügen, um im
Regionalmanager geleitet, der für die Betreuung und
Breitbandmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Viele
Erweiterung des Kundenstammes und der technischen
Anbieter werden daher bereit sein, uns ihre Kabelnetze zu
Dienste zuständig ist und die Beziehungen zu den
veräußern.
Wohnungsbaugesellschaften in seiner Region pflegt.
Verbesserung der Effizienz und der Gewinnspannen
Dadurch können wir schneller auf Teilnehmerwünsche
durch Rationalisierungsmaßnahmen – Bereits in
eingehen und somit einen guten Kontakt zu unseren
diesem Jahr haben wir Größenvorteile und Kosten-
Kunden und den ansässigen Wohnungsbaugesellschaften
synergien zwischen unseren bestehenden und den
pflegen.
akquirierten Kabelnetzen erzielt. Die Wirtschaftlichkeit
unseres Unternehmens hat sich dadurch verbessert. Bei
den akquirierten Unternehmen nehmen wir umfangreiche Änderungen im Management, im Geschäftsbetrieb
und in der Organisation vor, um den Cashflow und die
Gewinnspannen zu verbessern. So behalten wir beispielsweise in Deutschland in der Regel die bestehenden
Kundendienste der Gesellschaften bei, doch sowohl die
26
Investor Relations
Investor Relations
Aktionärsstruktur
Die nebenstehende Tabelle enthält Angaben über den Aktienbesitz von Anteilseignern die nach unserer Kenntnis mehr als 5 %
an der PrimaCom AG halten und die Summe der Aktien im
Besitz von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats.
Keiner der Hauptanteilseigner hat besondere Stimmrechte.
Aufgrund von Informationen der Bank of New York als Hinterlegungsstelle gehen wir davon aus, dass rund 1.528.000 oder
7,75 % der primacom-Aktien in Form von Depositary Shares in
den Vereinigten Staaten von sieben registrierten Eigentümern
gehalten werden.
Sofern nicht anderweitig in den Fußnoten dieser Tabelle
angegeben, unterliegen die in der Tabelle aufgeführten Personen nach eigener Kenntnis keinen Stimmrechtsbeschränkungen hinsichtlich ihrer Aktien.
43,3 %
25,1 %
Die Aktien der PrimaCom AG werden am Neuen Markt
der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Kürzel PRC (WKN
625910) notiert. Darüber hinaus werden die Anteilsscheine
auf jeweils eine halbe Aktie der Gesellschaft (ADR) an der
amerikanischen Börse Nasdaq „National Market“ unter dem
16,1 %
Kürzel PCAG gehandelt.
3,1 %
5,2 %
7,2 %
United-Pan Europe Communication N.V.
Wolfgang Preuß
Wellington Management Company, LLP
Morgan Stanley Dean Witter
Vorstand und Aufsichtsrat
Streubesitz
27
Anteilseigner zum 31.12.2000
Aktien
Anteil
4.942.002
25,05 %
3.186.755
16,15 %
Wellington Management Company, LLP
1.419.900
7,2 %
Morgan Stanley Dean Witter4)
1.023.985
5,19 %
619.961
3,14 %
8.535.949
43,27 %
19.728.552
100,0 %
1)
United Pan Europe Communications N.V.
Wolfgang Preuß
2)
3)
Vorstand und Aufsichtsrat
Alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gemeinsam5)
Streubesitz
Summe
Kapitalerhöhung 2001
6)
Summe per 31.3.2001
1)
70.000
19.798.552
Beinhaltet 4.926.102 Aktien und 31.800 American Depositary Shares (ADS) im direkten Eigentum der United Pan-Europe Communications
N. V. (UPC), die wiederum eine Tochtergesellschaft im Mehrheitsbesitz der UnitedGlobalCom, Inc. (UGC). Obgleich die UGC das Recht hat,
alle Aufsichtratsmitglieder von UPC zu wählen, haben die Mitglieder des Aufsichtsrats eine Sorgfaltspflicht gegenüber allen Aktionären der
UPC und unterliegen anderen Bestimmungen des niederländischen Unternehmensrechts bei Ausübung ihrer Kontrolle über UPC.
Ausgehend von Informationen, die United Pan-Europe Communications N.V. bei der U.S.-Börsenaufsichtsbehörde eingereicht hat, glaubt die
Gesellschaft, dass das Unternehmen am 21. Dezember 1999 Stück 3.510.385 Aktien kaufte hat und später im Dezember 1999 und im
Januar, Februar und März 2000 mehrere Folgekäufe tätigte. Die Geschäftsadresse der United Pan-Europe Communications N.V. ist Fred.
Roeskenstraat 123, 1070EE Amsterdam, Niederlande.
2)
Beinhaltet nach Angaben von Herrn Preuß 2.868.894 Aktien, über die Herr Preuß Stimm- und Investitionsrecht hat, und 166.997 Aktien,
die er treuhänderisch für Frau Brigitte Preuß verwaltet und über die beide gemeinsam Stimmrecht ausüben. Die Adresse von Herrn Preuß
ist Wolfer Weg 3, 56841 Traben-Trabach.
3)
Umfasst Aktien, die von Wellington Management Company, LLP, einer Anlageberatungsgesellschaft nach dem Anlageberatungsgesetz von
1940, mit gemeinsamem Stimmrecht über 1.046.400 Aktien und gemeinsamer Verfügungsgewalt über 1.419.900 Aktien gehalten werden,
gemäß der von Wellington Management Company, LLP am 14. Februar 2001 eingereichten Meldung 13-G. Die Adresse der Wellington
Management Company, LLP, is 75 State Street, Boston, Massachusetts 02109.
4)
Umfasst Aktien, die gehalten werden von: Morgan Stanley Capital Partners III, L.P. (halten 4,59% der Aktien), MSCP III 892 Investors, L.P.
(halten 0,47% der Aktien) und Morgan Stanley Capital Investors, L.P. (halten 0,13% der Aktien). MSCP III, L.L.C. ist alleinige persönlich haftende Gesellschafterin von Morgan Stanley Capital Partners III, L.P., MSCP III 892 Investors, L.P. und Morgan Stanley Capital Investors, L.P.,
und ist als solche befugt, über den Verkauf sämtlicher von Morgan Stanley Capital Partners III, L.P., MSCP III 892 Investors L.P., und
Morgan Stanley Capital Investors, L.P., gehaltenen Stammaktien zu entscheiden. Morgan Stanley Dean Witter & Co. überwacht als alleiniger
Aktionär der Morgan Stanley Capital Partners III, Inc. die Geschäfte der Morgan Stanley Capital Partners III, Inc. MSCP III, L.L.C. , Morgan
Stanley Capital Partners III, Inc. und Morgan Stanley Dean Witter & Co. sind daher jeweils einzeln zu einem materiellen Eigentumsrecht von
1.023.985 von Morgan Stanley Capital Partners III, L.P., MSCP III 892 Investors, L.P., und Morgan Stanley Capital Investors, L.P., gemeinschaftlich gehaltenen Inhaberstammaktien berechtigt. Persönlich haftender Gesellschafter jeder dieser Investmentgesellschaften ist ein mit
Morgan Stanley Dean Witter & Co. verbundenes Unternehmen. Morgan Stanley Dean Witter & Co., Inc. hat kein materielles Eigentumsrecht
auf die von diesen Investmentgesellschaften gehaltenen Aktien. Die Geschäftsadresse für jede der oben genannten Gesellschaften lautet:
c/o Morgan Stanley Capital Partners, 1221 Avenue of the Americas, New York, NY 10020, U.S.A.
5)
Umfasst 166.997 Aktien, an denen der Begünstigte anteilmäßige Stimmrechte hält, und 200.000 Aktienoptionen. Rund 108.500 von den
200.000 Aktienoptionen sind unverfallbar angewachsen, und von diesen unfallbaren Optionen können derzeit rund 69.500 ausgeübt werden. Die gesamten Aktienoptionen wurden unter dem oben beschriebenen Executive Aktien Optionsplan gewährt.
6)
Noch nicht ausgegeben. Siehe Seite 65 „Televis“- Akquisition und Seite 98, Pkt. 2, Abs. 2.
Investor Relations
Die primacom-Aktie
Kursentwicklung der primacom-Aktie
Der Kursverlauf der primacom-Aktie während des Berichts-
im Vergleich zum Neuer Markt-Index 01. Januar 2000 bis 31. März 2001
zeitraums war geprägt durch starke Kursschwankungen.
Der Kurs der primacom-Aktie verdreifachte sich im ersten
100
10000
90
9000
80
8000
70
7000
60
6000
50
5000
40
4000
30
3000
20
2000
10
1000
Jahr nach dem IPO und erreichte während des ersten Quartals
2001 im Sog der weltweiten Kursüberhitzung in der Spitze
einen Kurs von 99,00 €.
Dem dann einsetzenden allgemeinen Verfall der an der
Nasdaq und am Neuen Markt gelisteten Technologie-Aktien
konnte sich unser Unternehmen nicht entziehen. Andere Unternehmen unserer Branche wie NTL und Telewest u. a. waren von
dieser Kursentwicklung in ihren Märkten ebenso betroffen.
Die primacom-Aktie schloss das Jahr 2000 mit einem
Kurs von 11,80 € (Xetra) und wurde somit um 81,6 % niedriger
bewertet als zum Ende des Vorjahres.
Verhaltener Start in 2001
Während der ersten drei Monate des Jahres 2001 konnte sich
stand und Aufsichtsrat zu, die primacom mit den deutschen
Unternehmensteile der UPC zusammenzuschließen, sehen wir
darin eine ausgezeichnete Möglichkeit mittel- und langfristig
unseren Unternehmenswert zu steigern. Sollten die Aktionäre
dem Zusammenschluss zustimmen, würde das Ergebnis sein:
eine bedeutende Zunahme des Umfangs und der Dichte
unseres Kundenstammes, eine größere wirtschaftliche Effizienz
bei Ausbau und Aufrüstung unserer digitalen Plattformen und
eine Vergrößerung unserer Kapitalbasis, um unsere
vorwärtsgerichteten Strategien wirkungsvoll umzusetzen.
prima
primacom Aktienkurs
Nemax 50
16. 3.2 001
17.1. 2001
15. 2.2 001
19. 1
2 .200 0
20. 11.200 0
21. 9.20 00
20. 10.2 000
23. 8. 2000
25. 7.20 00
26. 6. 2000
26. 5.2 000
0
27. 4.200 0
0
29. 3.2 000
versammlung stimmt am 28. August den Vorschlägen von Vor-
29. 2.2 000
bis Ende März um 52,4 % auf 17,98 €. Vorausgesetzt die Haupt-
Dat um
die primacom vom Indexverlauf des Nemax50 lösen und stieg
31.1. 2000
28
29
Höchst- und Tiefstkurse
Neuer Markt
Inhaberstammaktien
Nasdaq
Depository Shares
Hoch
Tief
€
€
Hoch
US$
Tief
US$
1. Vierteljahr
99,00
59,00
50,00
30,63
2. Vierteljahr
86,10
36,00
43,50
18,13
3. Vierteljahr
50,35
31,00
23,88
13,63
4. Vierteljahr
32,00
11,60
13,13
5,13
17,98
10,50
8,00
5,38
2000
2001
1. Vierteljahr
Aktienkennzahlen
Emissionspreis
€
29,00
Jahresschlusskurs – Parkett
€
12,10
€
11,80
– XETRA
Anzahl der Aktien
19.728.552
Marktkapitalisierung per 31. Dez. 2000
Mrd.
€
232.796.913,60
Marktkapitalisierung per 31. März 2001
Mrd.
€
295.928.280,00
Marktsegmente
Neuer Markt,
Frankfurt
Nasdaq
National Market,
New York
Börsenkürzel Neuer Markt
Börsenkürzel Nasdaq
PRC
WKN 625910
PCAG
30
Investor Relations
Research
Im Jahr 2000 haben Analysten der folgende Banken und
Investmenthäuser Studien über primacom geschrieben:
Morgan Stanley Dean Witter, London
Dresdner Kleinwort Wasserstein, London
Lehman Brothers, London
SES Research GmbH, Hamburg
Landesbank Rheinland-Pfalz, Mainz
Merrill Lynch & Co., London
www.primacom.de –
das Informationsmedium für Investoren
Auf unserer Homepage informieren wir unter der Rubrik
Sie erreichen uns wie folgt:
„Das Unternehmen“ geschehensnah über die Entwicklung der
PrimaCom AG, Hegelstraße 61, 55122 Mainz
primacom. Wir stellen im Unterabschnitt – Investor Relations –
www.primacom.de
den aktuellen Kursverlauf dar und halten die Quartals- und
E-Mail:
Geschäftsberichte zum Download bereit. Im Analystenforum
[email protected]
[email protected]
zeigen wir neben den aktuellen Analystenempfehlungen auch
Telefon: (0 61 31) 9 31 01 82
die dazugehörenden Angaben zur Kontaktaufnahme mit den
Telefax: (0 61 31) 9 31 01 49
Analysten. Unser Terminkalender informiert, wann und wo die
primacom zur Hauptversammlung sowie zur Bilanzpresse- und
Kontakte:
Analystenkonferenz einlädt. Darüber hinaus veröffentlichen wir
Alexander M. Hoffmann,
hier die Erscheinungstermine unserer Quartals- und Geschäfts-
Executive Vice President, Investor Relations
berichte. Im Unterabschnitt – Presse – findet man neben den
Friedhelm Ortmann,
Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen einen umfangreichen Presse-
Director, Corporate Communication
spiegel. Wir bieten außerdem die Möglichkeit, sich im PresseAbo der primacom registrieren zu lassen um regelmäßig Informationen über die primacom und unsere Produkte zu erhalten.
Das IR-Team freut sich über jeden Besucher unseres Internetauftritts.
31
Investor Relations Aktivitäten
Sponsoring
Unsere Finanzkommunikation richtet sich gleichermaßen an
Im Rahmen unseres sozialen Engagements fördern wir u. a.
institutionelle wie an private Anleger. Während des Berichts-
lokal in den Kommunen in denen wir unsere Kabeldienste an-
zeitraums 2000 hat das Management Anleger, Analysten und
bieten, kulturelle und sportliche Aktivitäten. Plattformen für
Journalisten regelmäßig über das Unternehmen informiert. Als
diese zahlreichen Maßnahmen sind beispielsweise Open-Air-
Foren nutzen wir Pressekonferenzen vor Ort und in Frankfurt
Kinos, Filmfestivals, Mieterfeste, Stadtfeste und Wirtschafts-
oder Telefonkonferenzen mit internationaler Ausrichtung. Wir
foren, Symposien, Fachkongresse und vor allem die Unter-
haben außerdem unter anderem Road-Shows in Deutschland,
stützung von Vereinen.
Europa und Nordamerika durchgeführt. Darüber hinaus wurden
Schon seit vielen Jahren unterstützen wir die Mainzer
zahlreiche Unternehmenspräsentationen vor Investoren und
Baseballmannschaft Athletics. Mit dem Verein verbindet uns
Analysten im In- und Ausland gehalten. Unsere Veranstaltungen
einiges. So wie es unser Unternehmen vom Kabelfernseh-
stießen bei den Vertretern der Financial Community auf reges
vertrieb in die Topklasse der multimedialen Informationsan-
Interesse. Ebenso werden TV-Interviews und Pressegespräche
bieter schaffte, stiegen die Athletics binnen kurzer Zeit von der
auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten, die inte-
Verbandsliga in die Bundesliga auf. Auch in Sachsen engagiert
ressierte Öffentlichkeit über die erfolgreiche Entwicklung der
sich die primacom im Vereinssponsoring durch die Unterstütz-
primacom zu unterrichten.
ung des Basketballvereins Chemnitz ’99 sowie des Handball-
Ein offener Dialog und informative Berichterstattung sind
unser Auftrag, eine angemessene Bewertung der primacom-
verein SCM II.
Ein anderes Beispiel für die Verbindung von Kunden-
Aktie unser Ziel. Um das zu gewährleisten, werden wir unsere
und Produktnähe ist das Sponsoring des sehr erfolgreichen
Investor Relations-Aktivitäten gezielt weiterentwickeln.
Sommerkinos in der Moritzbastei zu Leipzig.
32
Bericht des Vorstandes
Bericht des Vorstandes
Wirtschaftliches Umfeld
Die weltweite Konjunktur hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr und besonders in den letzten Monaten weiter abgeschwächt. Auch für Euroland haben die Konjunkturforscher ihre
Prognosen für das Jahr 2001 deutlich zurückgenommen. Die
Nachfrage aus dem Ausland ist rückläufig, die Geschäftsentwicklung wird schlechter beurteilt. Die Wachstumsdynamik
dürfte somit nachlassen. Die Kursrückgänge an den internationalen Börsen dauern nun schon über ein Jahr an. Zunächst
platzte die Bewertungsblase der „Neuen Ökonomie“, Erwartungshaltung und Realitäten passten nicht mehr zusammen.
Besonders extrem fielen die Kurskorrekturen im TMT-Sektor
aus. Mangelnde Differenzierung und spürbarer Vertrauensverlust für den Sektor gepaart mit Gewinnenttäuschungen – und
Gewinnwarnungen einzelner Unternehmen haben das Interesse
an den Aktien dieser Branche erheblich reduziert. Andererseits
bieten sich auf diesem Kursniveau aber auch Chancen. Die USNotenbank hat in mehreren Schritten die Zinsen schon gesenkt.
Der Druck auf die EZB wächst dieser Strategie zu folgen.
Sobald sich das konjunkturelle Bild aufhellt, sollten davon auch
die Aktien des TMT-Sektors profitieren. Der Technologie-Sektor
dürfte mittelfristig der Wachstumsmotor bleiben.
Hinter den USA ist Deutschland mit rund 18,5 Millionen
Kabelkunden der zweitgrößten Kabel-TV-Markt der Welt und
mit einem Anteil von 43 % in Europa die Nummer eins. Etwa
27,7 Millionen Haushalte sind an ein Kabelnetz angeschlossen.
Etwa 37 Millionen Haushalte verfügen über ein gutes Haushaltseinkommen. Die Akzeptanz in Deutschland als Verhältnis
der Kabelkunden zu angeschlossenen Haushalten ist rund
67 %, wobei sie in den neuen Bundesländern höher ist als in
den alten Bundesländern.
33
Deutschland vereinte im Jahr 2000 mehr Kabelumsätze
Die im Geschäftsjahr 2000 in Deutschland erworbenen
auf sich, als Frankreich, England, Schweiz, Schweden, Däne-
Kabelsysteme und die Multikabelakquisition schlagen sich
mark und die Beneluxländer zusammen. Im Gegensatz zu den
noch nicht voll in den Umsatzerlösen nieder. Die Umsatzer-
USA sind die Investitionen in die notwendige technische Auf-
löse und neue Kunden aus diesen Akquisitionen werden mit zu-
rüstung der Netze wegen der hohen Bevölkerungsdichte in
nehmender Integration zu weiterem Wachstum führen. Zum 31.
Deutschland vergleichsweise günstig. Deutschland hat eine
Dezember 2000 verzeichnete primacom rund 418.000 voll auf-
durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 369 Personen pro
gerüstete empfangsbereite Haushalte.
qkm, verglichen mit 46 Personen pro qkm in den USA.
Allen Ready-for-Service Haushalten wurde in den ver-
primacom nutze die guten Standortbedingungen in
gangenen zwölf Monaten der Highspeed Internetzugang ange-
Deutschland. Die Chancen liegen in dem bis dato eher niedri-
boten. Im Jahr 2000 erreichte die Zahl der Internetkunden rund
gen Umsatz pro Kabelabonnent im Vergleich zu einigen ande-
20.500. Davon waren rund 4.200 Dial-up Internetkunden, die
ren Ländern. Die neuen Set-Top-Box basierten Dienste
zukünftig an das Breitbandkabel angeschlossen und dann mit
(Digitales Fernsehen, Highspeed Internet, Telefonie) werden
Highspeed Internetzugang ausgerüstet werden sollen. Im Jahr
diese Lücke teilweise schließen.
2000 trugen die Teilnehmergebühren für den Highspeed
Internetzugang mit 745.000 € verglichen mit 25.000 € in 1999
zu den Umsatzerlösen bei.
Geschäftsverlauf 2000
Im Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2000 stiegen die konsolidierten Umsatzerlöse um 17,4 % auf 124,3 Millionen € nach
105,9 Millionen € im Geschäftsjahr 1999. Das angepasste
EBITDA für das Geschäftsjahr 2000 beträgt 51,9 Mio. € nach
53,1 Mio. € im Vorjahr. Für das gesamte Geschäftsjahr 2000
ergibt sich für die Gesellschaft ein Jahresverlust von 64,3 Mio.
€ bzw. 3,26 € pro Aktie (verwässert) nach einem Jahresverlust
von 29,3 Mio.€ bzw. 1,53 € pro Aktie (verwässert) im Vorjahr.
In dem am 31. Dezember 2000 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen rund 1,3 Millionen Kabelkunden, das sind rund 380.000 Kunden mehr als im Vorjahr.
Umsatzerlöse aus dem analogen Kabelfernsehgeschäft stiegen
um 13,4 % von 103,1 Mio. € im Geschäftsjahr 1999 auf 116,9
Mio. € im Jahr 2000.
34
Bericht des Vorstandes
Ab Dezember 2000 wurden digitale Fernsehdienste in
Personelle Veränderungen von Geschäftsführungs-
den Niederlanden aktiv vermarktet und in einem Testumfeld in
und Aufsichtsorganen – Für den am 19. November 1999 aus
Deutschland gestartet. Im Jahr 2000 trugen die Teilnehmer-
dem Aufsichtsrat ausgeschiedenen Herrn John G. Berylson
umsätze aus dem digitalen Fernsehen mit 103.000 € zu den
wurde am 27. März 2000 Herr Roland Steindorf durch das zu-
gesamten Umsatzerlösen bei.
ständige Amtsgericht Mainz zum Aufsichtsrat der Gesellschaft
Die Umsatzerlöse aus Datenübertragung, Werbung, E-
bestellt.
Am 17. Januar 2000 wurde Herr Hans Wolfert zum
Commerce und anderen betrieblichen Erträgen im Zusammenhang mit der Breitbanddienstegruppe beliefen sich auf über
Vorstand bestellt. Herr Wolfert war bereits seit dem 1. Januar
1.000.000 € im Jahr 2000.
1999 im Unternehmen verantwortlich für Unternehmensentwicklung mit Schwerpunkt in der Aufrüstung der CATV-
Mitarbeiter – Am 31. Dezember 2000 hatte die Gesell-
Systeme und der Einführung der neuen interaktiven Dienste
schaft 594 Vollzeit- und rund 30 Teilzeitmitarbeiter in Deutsch-
(siehe auch Organe der Gesellschaft). Er übernahm den
land sowie 75 Vollzeit- und 25 Teilzeitmitarbeiter in den Nieder-
Vorstandsbereich Unternehmensentwicklung, den bis dahin
landen Der Personalaufwand stieg von 3.472.000 € in 1999
der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Jacques Hackenberg, ge-
um 21,5 % auf 4.217.000 € im Jahr 2000. Der Anstieg ist über-
führt hatte.
Am 17. Oktober 2000 ging Herr Jacques Hackenberg,
wiegend auf den konsolidierten Personalaufwand der im Jahr
2000 akquirierten Multikabel sowie auf Neueinstellungen im
Vorsitzender des Vorstandes der primacom seit 1998, in den
Geschäftsbereich Neue Dienste.
Ruhestand. Nach dem Ausscheiden von Herrn Hackenberg er-
Die Angestellten in Deutschland unterliegen keinem ge-
nannte der Aufsichtsrat Herrn Paul Thomason zum Sprecher
werkschaftlichen Tarifrahmenvertrag. 103 Angestellte wählten
des Vorstandes. Herr Thomason (siehe auch Organe der
einen Betriebsrat für die PrimaCom Management GmbH und
Gesellschaft) führt den Geschäftsbereich Finanzen und gehört
die primacom Region Wiesbaden GmbH & Co. KG. Die Mitar-
dem Vorstand seit Gründung der Gesellschaft an.
beiter in den Niederlanden sind gegenwärtig dabei, einen
Betriebsrat zu wählen.
primacom übernimmt niederländischen
Kabelnetzbetreiber Multikabel – primacom übernahm nach
erfolgreichen Verhandlungen den niederländischen Kabelnetzbetreiber Multikabel, N.V. Kabeltelvisie Kop Noord-Holland
mit Sitz in Alkmaar, für die Kaufsumme von 368 Mio. € inklusive zu übernehmender Verbindlichkeiten in Höhe von rund
121,5 Mio. €. 1999 verzeichnete Multikabel einen Umsatz von
ca. 30 Mio. € und einen Überschuss (EBITDA) von rund 16
Mio. €. Multikabel ist der viertgrößte Kabelnetzbetreiber in den
Niederlanden, verfügt über ca. 320.000 Haushalte und bedient
300.000 Kunden in Nordwest-Holland. Diese Übernahme ließ
für primacom die Zahl der angeschlossenen Haushalte auf da-
35
Kreditlinie in Höhe von 1 Mrd. € mit einem Bankenkonsortium
unter der Führung der Chase Manhattan Bank und Bank of
America vereinbart. Im Rahmen der Durchführung des Übernahmevertrags von Multikabel erfolgte eine Inanspruchnahme
in Höhe von ca. 700 Mio. € unter der damaligen Kreditlinie.
primacom erwirbt Kabelnetz der Pfalzwerke AG. Mit
rund 60.000 Kunden jetzt Marktführer in Rheinland-Pfalz –
Mit Wirkung vom 1. Oktober 2000 erwarben wir das Kabelfernsehnetz der Pfalzwerke AG in Rheinland-Pfalz. Durch dieprimacom Call Center, Leipzig
sen Kauf erweiterte primacom ihren Kundenstamm in diesem
Bundesland um rund 11.000 angeschlossene Haushalte in 24
mals rund 1,7 Millionen und die Zahl der Kunden auf ca. 1,2
Orten. Damit avancierten wir mit insgesamt rund 60.000 Kun-
Millionen steigen.
den zum Marktführer in Rheinland-Pfalz.
Das von Multikabel betriebene Netz ist vollständig auf
Die Pfalzwerke AG Ludwigshafen hatte sich zu dem
862 Mhz aufgerüstet und rückkanalfähig. Multikabel hat im
Verkauf entschieden, um sich zukünftig auf das eigentliche
Geschäftsjahr Highspeed Internet eingeführt und verfügte am
Kerngeschäft – die Stromversorgung – zu konzentrieren. Mit
Jahresende über rund 14.938 Kunden. Digitales Fernsehen wird
dieser Übernahme nutzte die primacom einmal mehr die
seit kurzem unter der Marke „Mr. Zap“ angeboten und auch
Gelegenheit, ihr Kundennetz zu verdichten und damit Effizienz
über andere niederländische Breitbandanbieter wie UPC,
und Rentabilität des Leistungsangebots zu erhöhen.
Casema und Essent vermarktet. Multikabel plant im kommenden Jahr auch Telefonie-Dienste anzubieten. Die Übernahme
von Multikabel sichert uns eine gute Marktposition als europäisches Kommunikationsunternehmen mit einem Marktanteil
von zurzeit 5 % in Deutschland und Holland.
Die Aktionäre von Multikabel waren N.V. Houdstermaatschappij GKNH, Energie Noord West N.V. und eine Reihe
von kommunalen Anteilseignern in Holland. primacom wickelt
die Übernahme über die PrimaCom Netherlands Holding B.V.
ab, bei der wir unsere holländischen Aktivitäten bündeln
möchten.
primacom hatte für die Finanzierung der Akquisition von
Multikabel, für die Refinanzierung aller bestehenden Schulden
sowie für die Finanzierung zukünftiger Akquisitionen, Investitionen und den Bedarf an Betriebsmitteln eine vorrangige
36
Bericht des Vorstandes
Kapitalmaßnahmen – Am 25. Oktober 2000 erwarb
Darstellung der Lage
primacom die Geschäftsanteile von Televis Grimma GmbH für
rund 10,8 Mio. € und die Ausgabe von 70.000 primacom-
Ertragslage
Aktien. In diesem Zusammenhang hat der Vorstand in seiner
Sitzung vom 24. Oktober beschlossen, das genehmigte Kapital
der Gesellschaft teilweise auszunutzen und das Grundkapital
großen Teil anhand des EBITDA und des angepassten EBITDA.
der Gesellschaft gegen Sacheinlage um 178.952,15 € zu er-
primacom definiert das EBITDA als Gewinn (Verlust) vor außer-
höhen, was 70.000 Inhaberstückaktien mit einem rechneri-
ordentlichen Aufwendungen und Erträgen, aufgegebenen
EBITDA – Wir messen unser Finanzergebnis zu einem
schen Anteil am Grundkapital von 2,56 € (gerundet) je Aktie,
Geschäftsbereichen, Minderheitsbeteiligungen, Nettozinsauf-
die ab dem 1. Januar 2001 gewinnberechtigt sind, entspricht.
wendungen, Ertragsteuer, Abschreibungen und Amortisie-
Das Bezugsrecht der Aktionäre wurde ausgeschlossen. Zur
rungen. Angepasstes EBITDA wird definiert als EBITDA
Zeichnung und Übernahme der neu ausgegebenen Aktien wur-
zuzüglich nicht liquiditätswirksamer Personalkosten aus den
de die Gesellschafterin der Televis Grimma GmbH zugelassen,
Aktienoptionsplänen und nicht operativen Aufwendungen ab-
deren Geschäftsanteil mit einem Nennwert von 12.000 DM als
züglich nicht operativer Erträge. Wir sind der Ansicht, dass das
Sacheinlage auf die Primacom AG übertragen wurde. Die
EBITDA und das angepasste EBITDA einen aussagekräftigen
Eintragung der Kapitalerhöhung in das Handelsregister erfolgte
Maßstab für das finanzielle Ergebnis darstellen, da diese in der
am 13. Februar 2001.
Kabelfernsehbranche die gängigste Methode zur Analyse und
zum Vergleich von Kabelfernsehnetzbetreibern auf der Grund-
Aktivitäten im Bereich Forschung & Entwicklung –
Im klassischen Sinne haben wir keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Hervorzuheben sind allerdings die Mitwirkung an der Entwicklung der in Deutschland ersten interaktiven
Set-Top-Box mit integriertem Modem für die Internetdienste,
für digitales TV. Außerdem wirkten wir mit beim Aufbau einer
hochmodernen Kopfstation und Serverplattform für die Harmonisierung aller beteiligten Komponenten einer solch großen
Anlage. primacom ist das erste Unternehmen in Deutschland,
das diese neuen Dienste im Markt fertig anbieten kann.
lage von Betriebsergebnis, Verschuldungsgrad und Liquidität
37
bilden und weil wir aufgrund der vereinbarten Besicherung des
Konsortialkreditrahmens bestimmte am EBITDA und des angepassten EBITDA messbare finanzielle Kriterien erfüllen müssen. Nach dem U.S.-GAAP sind EBITDA und angepasstes EBITDA jedoch kein Maßstab für das Ergebnis oder den Cashflow
aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und sollten nicht als
Alternative zum Nettogewinn als Maßstab des Finanzer-gebnisses der Gesellschaft oder als Alternative zum Cashflow aus
der Geschäftstätigkeit als Ausdruck der Liquidität angesehen
werden. Während wir in der Vergangenheit stets ein positives
EBITDA und angepasstes EBITDA aufwiesen, können der kapitalintensive Ausbau unseres Breitbandkabelnetzes und die
Bereitstellungskosten unserer neuen Produkte und Dienste
dazu führen, dass das EBITDA und das angepasste EBITDA in
Die Umsatzerlöse stiegen um 17,4 % von 105.949.000 €
der Zukunft deutlich geringer ausfallen, bis wir gestiegene
im Jahr 1999 auf 124.343.000 € im Jahr 2000. Hauptfaktoren
Umsatzerlöse aus den Mehrwertdiensten unseres Breitband-
für das Wachstum der Umsatzerlöse waren die Akquisition
netzes einbeziehen.
von Multikabel und verschiedene in Deutschland getätigte
Akquisitionen, Entgelterhöhungen für analoge Kabelfernseh-
Umsatzerlöse – Die Umsatzerlöse setzen sich vorrangig
zusammen aus den monatlichen Teilnehmerentgelten und in
geringerem Maße aus Installations- und Anschlussentgelten für
unser analoges Basiskabelfernsehangebot. Ende 1999 starteten wir unseren Highspeed Internetdienst in Deutschland und
dienste sowie die Einführung des Highspeed Internetdienstes
und von DigitalTV-Diensten.
Die auf der nächsten Seite folgende Tabelle spiegelt die
oben beschriebenen Faktoren wieder.
primacom kaufte Multikabel am 18. September 2000.
konnten daraus Teilnehmerentgelte und in geringerem Ausmaß
Wir haben die Betriebsergebnisse von Multikabel seit dem
Installations- und Anschlussentgelte verbuchen. Ende 2000
1. Oktober 2000 konsolidiert. Am 31. Dezember 2000 hatte
starteten wir unseren DigitalTV-Dienst in Deutschland und er-
Multikabel rund 320.000 angeschlossene Haushalte und
zielten daraus monatliche Teilnehmerentgelte und zu einem ge-
296.538 Kabelfernsehkunden mit dem Basisangebot, 14.938
ringeren Teil Installations- und Anschlussentgelte. Im Jahr 2000
Highspeed Internetkunden und 4.230 Digital-TV-Kunden.
wurde ferner Multikabel akquiriert. Multikabel bietet eine volle
Zusätzlich verzeichnete Multikabel Einnahmen von Datenkom-
Palette von Breitbandprodukten und -diensten an. Dieses
munikationsdiensten für kleinere Unternehmen und Schulen.
schließt AnalogTV, Highspeed Internetzugang, DigitalTV und
Insgesamt hat Multikabel rund 8.839.000 € zu den Umsatzerlö-
Datenkommunikationsdienste für kleinere Unternehmen und
sen oder 48,1 % vom gesamten Umsatzerlöszuwachs von prima-
Schulen in den Niederlanden ein.
com in 2000 beigetragen. Die erstmalige Einbeziehung der
Multikabel wird nach unserer Auffassung weiterhin bis zum Ende
des dritten Quartals 2001 zum Umsatzerlöswachstum beitragen.
38
Bericht des Vorstandes
In Deutschland hat primacom in 1999 sechs Akquisitionen
30.068 Kunden umsatzwirksam. Sie trugen im Jahr 2000 rund
mit rund 45.600 Kabelfernsehkunden durchgeführt. Von den ak-
2.885.000 € zum Umsatzerlös oder rund 15,5 % zum gesamten
quirierten Kunden waren im Geschäftsjahr 2000 durchschnitt-
Umsatzerlöszuwachs in 2000 bei. Ein Teil der akquirierten
lich 17.778 umsatzwirksam. Insgesamt trugen diese Kunden in
Teilnehmer wird nach unserer Ansicht weiterhin bis zum Ende
2000 rund 1.531.000 € zum Umsatzerlös oder rund 8,3 % zum
des dritten Quartals 2001 zum Umsatzerlöswachstum beitragen.
Im Jahr 2000 verzeichnete primacom einen Abgang von
gesamten Umsatzerlöszuwachs in 2000 bei.
Im Jahr 2000 tätigten wir zusätzlich zu der Akquisition von
3.594 Kunden. Der Abgang von Kunden wurde vornehmlich in
Multikabel zwölf Akquisitionen mit rund 87.770 Kunden. Von
den neuen Bundesländern verzeichnet und resultierte teilweise
diesen Kunden waren im Geschäftsjahr 2000 im Durchschnitt
aus dem Wegzug von Kunden und aus demographischen Ver-
31.
Dezember
1999
Multikabel
Akquisitionen
1999
Akquisitionen
2000
Laufende
Geschäftstätigkeit
31.
Dezember
2000
907.574
73.855
17.778
30.068
(3.594)
1.025.681
9,46
8,20
7,18
7,88
—
9,49
103.059
7.269
1.531
2.843
2.178
116.880
25
3.751
–
706
663
5.145
40,9
8,22
–
4,95
38,71
12,07
25
370
–
42
308
745
–
1.013
–
–
85
1.098
je DigitalTV-Kunde in €
–
7,15
–
–
15,69
7,82
Umsatzerlöse DigitalTV in T€
–
87
–
–
16
103
Sonstige Betriebserlöse in T€
2.865
1.113
–
–
2.637
6.615
105.949
8.839
1.531
2.885
5.139
124.343
Durchschnittliche Anzahl CATV-Kunden
Durchschnittlicher monatlicher Erlös
je CATV-Kunde in €
Umsatzerlöse CATV in T€
Durchschnittliche Anzahl Internetkunden
Durchschnittlicher monatlicher Umsatzerlös je Internetkunde in €
Umsatzerlöse Internet in T€
Durchschnittliche Anzahl
DigitalTV-Kunden
Durchschnittlicher monatlicher Erlös
Summe Umsatzerlöse T€
39
schiebungen. Durch den Abonnentenabgang wurde der Um-
In 2000 verzeichneten wir 4.570 neue DigitalTV-Kunden.
satzerlöszuwachs um rund 408.000 € gemindert. Im Jahr 2000
Von diesen wurden 2.128 durch den Kauf von Multikabel ak-
erhöhte sich der durchschnittliche monatliche Umsatzerlös pro
quiriert. Seit ihrer Übernahme gewann Multikabel weitere
Kabelfernsehabonnent um durchschnittlich 0,14 € pro Monat.
2.102 DigitalTV-Kunden dazu. Zum Jahresende hatte Multikabel
Der Hauptfaktor dieses Umsatzerlöszuwachses waren Entgelt-
4.230 DigitalTV-Kunden. Im Durchschnitt trugen 1.013 dieser
erhöhungen. Ein Teil dieser Entgelterhöhungen, die 2000
Kunden rund 87.000 € zum Umsatz im Jahr 2000 bei. Im letz-
durchgeführt wurden, sollten mögliche Erhöhungen der Copy-
ten Quartal 2000 startete primacom DigitalTV in Deutschland.
right-Gebühren ausgleichen, die von der GEMA erhoben wer-
Zum Jahresende hatten wir 340 DigitalTV-Kunden, von denen
den könnten. Am gesamten Umsatzerlöszuwachs in 2000 wa-
durchschnittlich 85 Kunden 16.000 € zum Umsatz im Jahr
ren die Entgelterhöhungen mit rund 2.586.000 € oder einem
2000 beitrugen. Insgesamt belief sich der Umsatz aus dem
Anteil von 14,1 % beteiligt.
Im Jahr 2000 konnten wir rund 16.231 Abonnenten für
DigitalTV-Angebot auf 103.000 €. Wir erwarten, dass die akquirierten Kunden und die, die im vierten Quartal angeschlossen
den Highspeed Internetzugang und 4.240 Dial-up-Internet-
wurden, bis zum Ende des dritten Quartals 2001 zum Zuwachs
kunden gewinnen. Von diesen kamen rund 10.427 durch den
der Umsatzerlöse beitragen werden.
Kauf von Multikabel hinzu. Seit der Übernahme schloss Multi-
Sonstige Betriebserträge setzen sich zusammen aus
kabel weitere 4.511 Highspeed Internetkunden an. Am Jahres-
Durchleitungsentgelten, Einnahmen für Werbung, Einnahmen
ende 2000 hatte Multikabel 14.938 Highspeed Internetkun-
aus der Vermietung von Kabelschächten, Rechten in Verbin-
den. Von diesen Kunden leisteten durchschnittlich 3.751 einen
dung mit dem Breitbandnetzausbau der Gesellschaft und mit E-
Beitrag von 370.000 € zum Umsatzerlös der primacom in
Commerce, Datenkommunikationsdiensten für kleine Unter-
2000. Zusätzlich akquirierten wir durchschnittlich 4.240 Inter-
nehmen und Schulen und in 2000 durch den Verkauf von
netkunden in Deutschland von einer Gesellschaft, die aus dem
Glasfaserkabel an Dritte. Sonstige Umsatzerlöse beliefen sich
Internetgeschäft ausgestiegen war. Diese Kunden haben zur
im Jahr 2000 auf 6.615.000 € nach 2.865.000 € im Vorjahr.
Zeit ihren Zugang zum Internet über Dial-up-Verbindungen und
Multikabel erzielte im Jahr 2000 rund 1.113.000 € sonstige
werden über kurz oder lang Highspeed Internetkunden wer-
Erlöse. Datenkommunikationsdienste trugen mit 424.000 € zu
den. Durchschnittlich 706 dieser Kunden trugen in 2000 ins-
den gesamten sonstigen Umsatzerlösen bei. Sonstige operati-
gesamt 42.000 € zum Umsatzerlös der primacom bei. In
ve Umsatzerlöse aus dem deutschen Geschäft stiegen im Jahr
Deutschland gewannen wir in 2000 zusätzlich 1.293 High-
2000 um 2.637.000 €, hauptsächlich durch den Verkauf von
speed Internetkunden. Von diesen trugen durchschnittlich 688
Glasfaserkabel an Dritte. Wir erwarten künftig keine Verkäufe
Kunden 333.000 € zum Umsatzerlös für das gesamte Jahr
von überschüssiger Glasfaser mehr.
2000 bei. Insgesamt beliefen sich die Umsatzerlöse aus dem
Highspeed Internetangebot auf 745.000 €. Die akquirierten
Internetkunden und diejenigen, die im Jahr 2000 angeschlossen wurden, werden nach unserer Auffassung bis zum dritten
Quartal 2001 hindurch zum Zuwachs der Umsatzerlöse beitragen.
40
Bericht des Vorstandes
Betriebskosten T€
31.
Dezember
1999
Multikabel
Akquisitionen
1999
Akquisitionen
2000
Laufende
Operationen
31.
Dezember
2000
Signallieferungsentgelte
18.592
1.074
210
210
531
20.617
–
–
20
33
997
1.050
Reparatur- und Wartungsarbeiten
2.155
230
77
122
144
2.728
Personalaufwand
3.472
546
33
–
166
4.217
324
5
–
28
947
1.304
Sonstige
–
275
–
–
–
275
Gesamt
24.543
2.130
340
393
2.785
30.191
GEMA-Urheberrechtsgebühren
Materialkosten
Betriebskosten – Die betrieblichen Aufwendungen um-
dem bestehenden deutschen Geschäft stiegen im Jahr 2000
fassen hauptsächlich Signallieferungsentgelte, die an die
um 2.785.000 €. Die erstmalige Berücksichtigung der GEMA-
Deutsche Telekom und andere Dritte gezahlt wurden, GEMA-
Urheberrechtsgebühren im Jahr 2000 machte 18,6 % der Er-
Urheberrechtsgebühren, Personal- und Materialkosten und
höhung aus. Die Materialkosten, bei denen der einmalige Ver-
sonstige Reparatur- und Wartungskosten an den Netzen der
kauf von Glasfaserkabel berücksichtigt wurde, machten rund
primacom.
17,4 % der Erhöhung aus. Sonstige Posten, die zu dem Anstieg
Die betrieblichen Aufwendungen stiegen um 23,0 % von
der operativen Kosten beitrugen, waren u. a. die vertraglich
rund 24.543.000 € im Jahr 1999 auf rund 30.191.000 € im
vorgesehene Erhöhung der Signallieferungsentgelte der
Jahr 2000. Die einzelnen Faktoren, welche zu diesem Anstieg
Deutschen Telekom und, in geringerem Umfang, Erhöhungen
beitrugen, sind in oben stehender Tabelle dargestellt.
bei den Reparatur-, Wartungs- und Personalkosten. Die ge-
Die erstmalige Einbeziehung von Multikabel macht rund
samten operativen Kosten des Umsatzes stiegen leicht von
37,7 % des gesamten Anstieges der operativen Kosten aus.
23,2 % auf 24,3 %. Die Verschlechterung der Marge beruht
Wir sind der Ansicht, dass unsere operative Marge in Höhe von
überwiegend auf dem Verkauf der überschüssigen Glasfaser-
75,7 % indikativ für das zukünftige erwartete Ergebnis der
kabel. Wir erwarten, dass die operativen Kosten im Verlauf der
nächsten Quartale ist.
nächsten Quartale wieder auf das historische prozentuale
In Deutschland trugen die Akquisitionen in den Jahren
1999 und 2000 mit rund 733.000 € zu den operativen Kosten
Verhältnis zum Umsatz zurückgeht.
Bezüglich der Urheberrechtsgebühren in Deutschland hat
der Jahre 1999 und 2000 bei. Der wesentliche Faktor dabei
primacom noch keinen Vertrag mit der GEMA, der Organisa-
waren die Signallieferungsentgelte. Die operativen Kosten aus
tion, die für den Einzug dieser Gebühren zuständig ist, über die
41
Gewinn- und Verlustrechnung
in Kurzform
Zahlung von Urheberrechtsgebühren abgeschlossen. Dennoch
ist es angesichts der Unsicherheit hinsichtlich der Zahlung dieser Gebühren und der erwarteten Marktentwicklung sinnvoll,
für dieses wahrscheinliche Risiko Rückstellungen zu bilden.
1999
2000
T€
T€
105.949
124.343
Herstellungskosten der zur
Erzielung der Umsatzerlöse
erbrachten Leistungen
24.543
30.191
Vertriebs- und allgemeine
Verwaltungskosten
18.590
28.584
Kosten der Hauptverwaltung/
Gemeinkosten
12.413
17.219
Abschreibungen
61.277
75.530
Summe der
Betriebsaufwendungen
116.823
151.524
Betriebsergebnis
(10.874)
(27.181)
9.995
24.629
2.115
1.544
3.764
–
15.874
26.173
Sonstige Erträge
(767)
1.690
Ertragsteuern
1.667
4.258
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Minderheitenanteile und anteiligem Verlust
einer nichtkonsolidierten
Beteiligungsgesellschaft
(29.182)
(55.922)
Umsatzerlöse
Bankschulden
Sale-and-LeasebackFinanzierungen
Schuldverschreibungen
Summe der
Zinsaufwendungen
Minderheitenanteile am
Jahresüberschuss der
Tochtergesellschaften
70
94
–
(128)
Ergebnis aus gewöhnlicher
Geschäftstätigkeit
(29.252)
(56.144)
Nettoverlust von
verbundenen Unternehmen
Außerordentliche
Aufwendungen/Erträge
Jahresergebnis
–
(8.180)
(29.252)
(64.324)
42
Bericht des Vorstandes
Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten –
Die erstmalige Einbeziehung von Multikabel betrug 21,9 % der
Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten bestehen im
gestiegenen Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten.
Wesentlichen aus Lohn- und Gehaltskosten für die direkt im
Die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten für Multi-
Vertrieb und in allgemeinen Verwaltungsfunktionen der Regio-
kabel machten rund 24,7 % der Umsatzerlöse aus.
nalgesellschaften tätigen Mitarbeiter, Aufwand für Telekomm-
Die Akquisitionen 1999 und 2000 verursachten rund
unikation und Fakturierung, Miet- und Mietnebenkosten der re-
249.000 € zusätzliche Vertriebs- und allgemeine Verwaltungs-
gionalen Niederlassungen, Aufwand für Marketing, Kosten für
kosten. Das bestehende Kabelfernsehgeschäft verzeichnete in
Beratung und Zeitpersonal, Aufwand für Fuhrpark sowie Rechts-
2000 eine Zunahme der Vertriebs- und allgemeinen Verwal-
und Beratungskosten. Weiter gehören dazu Reisekosten,
tungskosten um rund 7.558.000 € oder 75,6 % der gesamten
Bankspesen, Bürobedarf sowie andere mit dem Betrieb der re-
Steigerung der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten.
gionalen Niederlassungen verbundene Kosten. Die Vertriebs-
Die Erhöhung der Lohn- und Gehaltskosten beruhte hauptsäch-
und allgemeinen Verwaltungskosten stiegen um 53,8 % von
lich auf den Kosten für zusätzliches Personal für den Betrieb
18.590.000 € im Jahr 1999 auf 28.584.000 € im Jahr 2000.
des Highspeed Internetzugangs und des DigitalTV-Angebots.
Die folgende Tabelle stellt die Faktoren dar, die zu dem Anstieg
Die Kosten für bezogene Leistungen beinhalten die Kosten für
beigetragen haben:
Zeitpersonal und Berater und stiegen um 1.532.000 € gegen-
31.
Dezember
1999
Multikabel
Akquisitionen
1999
Akquisitionen
2000
Laufende
Operationen
31.
Dezember
2000
8.092
426
77
40
414
9.049
917
1.163
–
19
1.532
3.631
2.186
–
–
61
1.470
3.717
558
42
–
11
7
618
2.080
–
35
6
(186)
1.935
661
–
–
–
121
782
Marketing
1.506
517
–
2.248
4.271
Sonstiges
2.590
39
–
–
1.952
4.581
18.590
2.187
112
137
7.558
28.584
Vertriebs- und
allgemeine Verwaltungskosten T€
Löhne und Gehälter
Kosten für bezogene Leistungen
Raumkosten
Fuhrpark
Telekommunikation und Vertrieb
Rechts- und Beratungskosten
Gesamt
43
über 1999. Fast der gesamte Anstieg hängt direkt mit dem
Angebot der neuen Produkte und Dienste zusammen. Die
nalkosten für die Führungsebene, Finanzbuchhaltung, Informa-
Gemeinkosten – Die Gemeinkosten beinhalten Perso-
Mietkosten stiegen im Jahr 2000 um 1.470.000 €, im Wesent-
tionstechnologie und die Mitarbeiter der Rechtsabteilung.
lichen als Folge der Erweiterung des Regionalbüros in Leipzig,
Weiterhin eingeschlossen sind Personalausgaben für die wich-
wo die Kopfstation mit allen technischen Einrichtungen für die
tigen Competence-Center der neuen Produkte- und Dienste-
Lieferung der neuen Produkte und Dienste gebaut wurde und
gruppe. In den Gemeinkosten enthalten sind ferner die im
wo der Verkauf der Service- und Bauaktivitäten für das High-
Zusammenhang mit einem Aktienoptionsplan für die Mitarbei-
speed Internet und DigitalTV untergebracht sind. Insgesamt
ter der primacom entstandenen nicht liquiditätswirksamen
hat sich die Fläche dieses regionalen Büros mehr als verdrei-
Aufwendungen. Des weiteren fallen unter diese Position auch
facht. Zusätzlich sind in den Mietkosten die Kosten für die
Lizenzkosten für die Kundenabrechnungs-, Kundenverwal-
Glasfaserleitungen für Verbindungen von fünf aufgerüsteten
tungs- und Finanzbuchhaltungssysteme, Mietkosten für die
Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen enthalten.
Büroräume der Hauptverwaltung, Rechts- und Beratungskos-
Im Jahr 2000 betrugen diese Kosten rund 267.000 €. Die
ten sowie sonstige Kosten und Aufwendungen im Zusammen-
Erweiterung der Büros in Berlin, Chemnitz und Hoyerswerda
hang mit der Hauptverwaltung der Gesellschaft.
trugen ebenfalls zu den gestiegenen Mietkosten der Gesell-
Die Gemeinkosten stiegen um 38,7 % von 12.413.000 €
schaft bei. Andere weniger signifikante Kosten waren die Tele-
im Jahr 1999 auf 17.219.000 € im Jahr 2000. 1999 verzeichne-
kommunikations- und Distributionskosten, die im Jahr 2000
ten wir nicht liquiditätswirksame Personalkosten von
um 186.000 € sanken, sowie die Rechts- und Beratungskosten,
2.757.000 € im Zusammenhang mit den im Februar eingeführ-
die gegenüber dem Vorjahr um 121.000 € stiegen. Die Aufwen-
ten Aktienoptionsplänen. Im gleichen Zeitraum des Jahres
dungen für Marketing stiegen im Jahr 2000 um 2.248.000 €.
2000 verzeichneten wir Kosten von rund 3.558.000 €. Der An-
Die gesamte Erhöhung fiel im Zusammenhang mit der Gesamt-
stieg dieser nicht liquiditätswirksamen Kosten machte 16,7 %
einführung und den weiteren Marketingkosten für das High-
des Gesamtanstiegs der Gemeinkosten aus. Der andere Haupt-
speed Internet- und DigitalTV-Produkt an.
faktor für den Anstieg der Gemeinkosten waren die Compe-
Sonstige Kosten beinhalten Bankgebühren, Büromaterial,
tence-Center der Breitbandgruppe. Löhne und Gehälter zusam-
Reisekosten, Fortbildung, Abschreibungen und Wertberichti-
men mit Reise- und Beratungskosten in diesem Bereich beliefen
gungen auf Forderungen. In 2000 stiegen die sonstigen Kosten
sich im Jahr 2000 auf 1.423.000 €. Im Vorjahr wurden dafür
um 1.952.000 € oder 24,6 % ausgehend von 2.590.000 €.
rund 623.000 € von der Breitbandgruppe und der Hauptver-
Von diesen Kosten beziehen sich 925.000 € auf die Erhöhung
waltung ausgegeben. Der im Vergleich zum Jahr 1999 verzeich-
der Wertberichtigungen auf Forderungen.
nete Mehraufwand von 800.000 € im Jahr 2000 macht 16,6 %
Wir gehen davon aus, dass die Erhöhung der Vertriebs-
des Gesamtanstiegs der Gemeinkosten aus. Die übrigen Posi-
und allgemeinen Verwaltungskosten überwiegend auf die Ein-
tionen der Gemeinkosten stiegen um annähernd 3.205.000 €
führung der neuen Produkte und Dienste, mit der Ende 1999
im Vergleich zum Vorjahr. Der Anstieg ist in erster Linie auf
begonnen wurde und die im Geschäftsjahr 2000 weiter andau-
eine Erweiterung der Hauptverwaltung der primacom sowie
erte, zurückzuführen ist.
auf die gestiegenen Rechts- und Beratungskosten in Zusam-
44
Bericht des Vorstandes
menhang mit Due-Diligence-Prüfungen und Rechtsfragen
hinsichtlich der Umwandlung der Gesellschaft in ein Multiser-
um 10.299.000 € von 15.874.000 € im Jahr 1999 auf
Zinsaufwendungen – Die Zinsaufwendungen stiegen
vice-Breitbandkommunikationsunternehmen und die Berück-
26.173.000 € im Jahr 2000. Hauptgrund dafür war der Anstieg
sichtigung von rund 337.000 € bezogen auf die Multikabel-
der durchschnittlichen Verschuldung von 238.500.000 € auf
akquisition zurückzuführen.
431.500.000 €. Der Anstieg der durchschnittlichen Verschuldung ergab sich in Folge der Finanzierung der Akquisition von
Abschreibungen und Amortisationen –
Abschreibungs- und Amortisationsaufwendungen sind um
Multikabel und, zu einem geringeren Teil, von Akquisitionen in
Deutschland und Investitionen im Zusammenhang mit der
23,3 % von 61.277.000 € im Jahr 1999 auf 75.530.000 € im
Aufrüstung des Kabelnetzwerkes durch primacom in Deutsch-
Jahr 2000 gestiegen. Ausschlaggebend für den Anstieg der
land.
Abschreibungs- und Amortisationsaufwendungen war der
Anstieg des abschreibungsfähigen Vermögensbestandes im
Sonstige Erträge – Die sonstigen Erträge im Jahr 2000
Zusammenhang mit den Akquisitionen der Jahre 1999 und
in Höhe von 1.690.000 € betreffen den Verkauf von 15,4 % der
2000 und den Investitionen.
Beteiligung an der MainzKom, einem lokalen City-Carrier in
Mainz. primacom verfügt weiterhin über eine Beteiligung von
Betriebsergebnis – Das negative Betriebsergebnis er-
22,0 % an der MainzKom.
höhte sich um 16.307.000 € von 10.874.000 € im Jahr 1999
auf 27.181.000 € im Jahr 2000. Der Anstieg des negativen
Betriebsergebnisses ist vor allem zurückzuführen auf die
vor Minderheitsanteilen und Ertragsteuern und anderen
Zunahme der nicht liquiditätswirksamen Aufwendungen von
Posten – Aufgrund der vorstehend beschriebenen Entwick-
801.000 € im Rahmen des Aktienoptionsplans, den Anstieg
lungen erhöhte sich der Verlust aus der gewöhnlichen Geschäfts-
der nicht liquiditätswirksamen Abschreibungs- und Amorti-
tätigkeit vor Minderheitsanteilen, Ertragsteuern und anderen
sationsaufwendungen in Höhe von 14.253.000 €, die erstmali-
Posten von 27.515.000 € im Jahr 1999 auf 51.664.000 € im
gen Rückstellungen für die GEMA-Urheberrechtsgebühren in
Jahr 2000.
Verlust aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Höhe von 1.050.000 € sowie auf die Kosten und Aufwendungen der Breitbandgruppe in Höhe von 10.000.000 €. Internes
Wachstum und Akquisitionen verbesserten das Betriebsergeb-
fen sich im Jahr 2000 auf 4.258.000 €. Sie beziehen sich in
nis im Kabelfernsehgeschäft, was diesen Rückgang teilweise
Höhe von 1.258.000 € auf die Besteuerung des Nettogewinns
ausgleichen konnte.
einiger Tochtergesellschaften. Gemäß der deutschen Steuer-
Ertragsteuern – Aufwendungen für Ertragsteuern belie-
gesetzgebung reichen wir keine konsolidierte Steuererklärung
ein. Die verbleibenden 3.000.000 € beziehen sich auf die
Abschreibung des latenten Steuerguthabens, welches aus der
Änderung des Körperschaftsteuersatzes in Deutschland resultiert und durch andere Faktoren kompensiert wurden.
45
Minderheitsanteile am Jahresüberschuss der
Vermögenslage
Tochtergesellschaften – Sie stiegen vor allem aufgrund der
1999
T€
2000
T€
verbesserten Betriebsergebnisse dieser Unternehmen von
Bilanzdaten in Kurzform
70.000 € auf 94.000 € an.
Aktiva
586.636
1.077.845
Finanzschulden
224.762
754.333
Eigenkapital
328.590
269.184
Verlust aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit –
Infolge der vorstehend beschriebenen Faktoren erhöhte sich
der Verlust aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von
29.252.000 € im Jahr 1999 auf 56.144.000 € im Jahr 2000.
primacom hat in den letzten drei Jahren die folgenden
Außerordentlicher Verlust – Der außerordentliche
Finanzierungsformen genutzt:
Verlust in Höhe von 8.180.000 € im Jahr 2000 steht in
operativer Cashflow,
Zusammenhang mit der Refinanzierung und der Auflösung der
Inanspruchnahmen im Rahmen der Bankkreditlinien und
Kreditlinie der Gesellschaft im September 2000. Die noch nicht
Ausgabe von Aktien.
amortisierten Gebühren und Aufwendungen in Verbindung mit
Wir beabsichtigen, unser künftiges Wachstum mit operativem
dieser Kreditlinie wurden von der Gesellschaft abgeschrieben.
Cashflow und unter Inanspruchnahme des vorrangigen Kreditrahmens zu finanzieren.
Jahresfehlbetrag/EBITDA – Neben anderen Bewer-
Im September 2000 erwarben wir Multikabel für rund
tungsfaktoren, von denen einige in der Gewinn- und Verlust-
250.600.000 € einschließlich Akquisitionskosten und der
rechnung dargestellt sind, messen wir unser finanzielles
Übernahme von rund 124.300.000 € Schulden von Multikabel,
Ergebnis anhand des EBITDA und des angepassten EBITDA.
die zum größten Teil refinanziert wurden.
Das EBITDA verringerte sich von 50.403.000 € im Jahr 1999
Zum 31. Dezember 2000 belief sich die konsolidierte
auf 48.349.000 € im Jahr 2000, was vor allem auf die Start-
Gesamtverschuldung auf rund 754.333.000 €, hiervon waren
up-Kosten der Breitbandgruppe, die erstmalige Berücksich-
736.191.000 € Bankschulden, 245.000 € Zahlungsverpflich-
tigung von Urheberrechtsgebühren an die GEMA sowie den
tungen an verbundene Unternehmen, 13.669.000 €
Anstieg der nicht liquiditätswirksamen Personalkosten aus
Finanzierungsleasing und 4.228.000 € abgegrenzte Kauf-
dem Aktienoptionsplan zurückzuführen ist. Das angepasste
verpflichtungen.
EBITDA verringerte sich von 53.160.000 € im Jahr 1999 auf
51.907.000 € im Jahr 2000, vor allem in Folge der Start-upKosten der Breitbandgruppe und der erstmaligen Berücksichtigung von Urheberrechtsgebühren an die GEMA.
Im Geschäftsjahr 2000 erzielten wir einen Netto-Cashflow aus dem operativen Geschäft in Höhe von 11.685.000 €.
Darüber hinaus verwandte primacom im Geschäftsjahr
2000 387.759.000 € liquide Mittel für Investitionsvorhaben.
Von diesem Betrag entfielen rund 245.915.000 € auf die Akquisition von Multikabel. Die durch die Finanzierung bereitgestellten liquiden Mittel beliefen sich netto auf 372.350.000 €.
46
Bericht des Vorstandes
Rund 288.338.000 € des gesamten für Investitionsvorhaben verwandten Kapitals im Geschäftsjahr 2000 waren für
die Akquisition von Kabelfernsehnetzwerken, hier in erster
bungs- und Amortisierungsaufwendungen werden voraussichtlich in Zukunft zu den Verlusten beitragen.
Das in den jeweiligen Zeiträumen verzeichnete EBITDA
Linie für Multikabel, bestimmt. Der verbleibende Teil des
und angepasste EBITDA steht primacom nicht nur dafür zur
Kapitals für Investitionsvorhaben wurde für den fortlaufenden
Verfügung, ihren Zahlungsverpflichtungen für Zinsaufwendun-
Bau, Erweiterung und Aufrüsten der bestehenden Kabelnetze
gen nachzukommen, sondern kann auch für andere Unter-
verwendet. Unsere Investitionsverpflichtungen aus Lizenz-
nehmenszwecke einschließlich der Erhöhung des Working
verträgen oder sonstigen Verpflichtungen sind auf ein Mini-
Capitals, zur Tilgung von Verbindlichkeiten und Kapitalinvestiti-
mum beschränkt. Wir gehen davon aus, dass sich die Kapital-
onen verwendet werden. Im Geschäftsjahr 2000 beliefen sich
investitionen in der Zukunft weiterhin erhöhen werden, um die
das EBITDA und das angepasste EBITDA zum 31. Dezember
bestehenden oder neu erworbenen Kabelsysteme aufzurüsten.
2000 auf 48.349.000 € bzw. 51.907.000 €. Die Gesamtzins-
Sollte der Cashflow für die Finanzierung der Kapitalausgaben
aufwendungen lagen im gleichen Zeitraum bei 26.173.000 €.
nicht ausreichend sein, werden die notwendigen Mittel im
Von den gesamten im Geschäftsjahr verzeichneten Zinsauf-
Rahmen der Bankkreditlinie aufgenommen.
wendungen entfielen 4.633.000 € auf nicht ausgabenwirksa-
Hohe Abschreibungs- und Amortisierungsaufwendungen
und nicht liquiditätswirksame Aufwendungen haben zum Bilanz-
me Zinsaufwendungen und die Amortisierung von Finanzierungsgebühren.
verlust beigetragen. Diese Aufwendungen haben jedoch keine
Nachstehend folgt eine Beschreibung unseres vorrangig
Auswirkungen auf den Abfluss von liquiden Mitteln. Abschrei-
gesicherten Kreditrahmens. Zusätzlich zu dem vorrangig gesi-
47
cherten Kreditrahmen haben wir geringfügige Verbindlichkeiten
7,375 % in Anspruch genommen. Wir dürfen die Mittel aus der
aus Sale- and-Leaseback-Vereinbarungen mit Philips, die wir
revolvierenden Kreditlinie für die Finanzierung zukünftiger
vollständig zurückzuzahlen beabsichtigen. Wir bedienen uns
Akquisitionen, die Refinanzierung der Verschuldung im Rahmen
unseres vorrangig gesicherten Kreditrahmens und erhielten
von Krediten, Kapitalausgaben, die Finanzierung von Aus-
daraus am 18. September 2000 Mittel über unsere 100 %-ige
schüttungen an die PrimaCom AG zum Kauf von vorrangigen
Tochtergesellschaft PrimaCom Management GmbH. In diesem
Schuldverschreibungen und für bestimmte Zinszahlungen, das
Zusammenhang wurde eine Kreditvereinbarung mit folgenden
Working Capital sowie für allgemeine Geschäftszwecke nutzen.
Banken geschlossen: Bank of America International Limited,
Der verfügbare Betrag unter der revolvierenden Kredit-
Barclays Capital, Chase Manhattan Plc, Dresdner Bank AG
linie reduziert sich um gleichbleibende vierteljährliche Beträge,
Filiale London, Fortis Bank (Nederland) N.V., ING Bank N.V.,
so dass jeweils zum 31. Dezember des angegebenen Jahres
The Royal Bank of Scotland Plc und TD Bank Europe Limited
noch die in der folgenden Tabelle aufgeführten Beträge zur
als „Arranger“ (Führungsbank), und Chase Manhattan Bank
Verfügung stehen:
AG als „Agent Frontingbank“ und als Bank für die Überziehungskreditlinie und die Verwaltung für Sicherheiten. Die
Chase Manhatten Bank AG übernimmt alle Aufgaben hinsicht-
Verfügbare Kreditlinien
lich Sicherheitenverwahrung, Kontokorrent-, „Fronting“- und
Stichtag
„Agent“-Dienste. Aufgrund dieses Kreditvertrages erklärten
Betrag in €
31. März 2003
972.687.500
31. Dezember 2003
935.750.000
31. Dezember 2004
837.223.000
31. Dezember 2005
738.723.000
31. Dezember 2006
640.223.000
31. Dezember 2007
517.097.500
Anspruch genommenen Beträge verzinsen sich mit einem Zins-
31. Dezember 2008
339.797.500
satz in Höhe des EURIBOR für Beträge in Euro und in Höhe des
31. September 2009
113.247.500
sich die Kreditgeber bereit, PrimaCom Management GmbH bis
zu 1.000.000.000 € zur Weiterleitung an ihre 100 %igen
Tochtergesellschaften unter einer Anzahl von Bedingungen in
Form eines Darlehens zu gewähren.
Im Rahmen der vereinbarten revolvierenden Kredit- und
Kreditbrieflinie, die wir als revolvierende Kreditlinie bezeichnen, können wir Darlehen bis zu einem Gesamtbetrag von
985.000.000 € und zu den Bestimmungen des Überziehungskredites bis zu 15.000.000 € in Anspruch nehmen. Die so in
LIBOR bei Beträgen in einer anderen Währung als Euro, zuzüglich einer Marge von 0,75 % bis 2,5 %. Die Höhe der Marge ist
abhängig von dem Verhältnis der Verschuldung der 100 %igen
Tochtergesellschaften der primacom zu unserem auf Jahresbasis ermittelten EBITDA. Am 31. Dezember 2000 hatte die
Gesellschaft rund 735.236.000 € des bereitgestellten Betrages zu einem variablen EURIBOR-Zinssatz zuzüglich 2,5 % bzw.
48
Bericht des Vorstandes
Die revolvierende Kreditlinie beinhaltet Verpflichtungen
der Gesellschaft zur Einhaltung von Finanzkennzahlen
Am 18. September 2000 vereinbarten wir eine vorrangige
Betriebsmittelfinanzierung in Höhe von 375.000.000 €. Die
(Klauseln), wie sie für Kreditfinanzierungen dieser Art üblich
Laufzeit des Kredits beträgt 10 Jahre. Zum Zeitpunkt dieses
sind. Die mögliche Inanspruchnahme der revolvierenden Kre-
Geschäftsberichtes besteht unter dieser Kreditlinie keine In-
ditlinie ist gebunden an die kontinuierliche Einhaltung dieser
anspruchnahme.
Klauseln. Jede Verletzung der Verpflichtungen stellt einen
Als Bedingung für die Einrichtung einer durch vorrangige
Kündigungsgrund dar. Neben den nachfolgend dargestellten
Schuldverschreibungen gesicherten Kreditlinie gingen wir am
EBITDA-bezogenen vertraglichen Pflichten enthält der Kredit-
18. September 2000 eine Vereinbarung über bedingte Wert-
vertrag Beschränkungen hinsichtlich:
rechte (Contingent Value Right Agreement) ein, in dessen
Kreditaufnahme,
Rahmen Chase Securities, Inc. als Agent für die bedingten
Belastung von Umsatzerlösen und
Wertrechte insgesamt 974.000 bedingte Wertrechte gewährt
Vermögensgegenständen,
wurden. Nach Maßgabe der Vereinbarung über bedingte Wert-
Vergabe von Krediten an Dritte bzw. Übernahme von
rechte müssen wir, wenn wir bis einschließlich 18. September
Verbindlichkeiten,
2010 dazu aufgefordert werden, jedem Inhaber einer bedingten
Belastung von Umsatzerlösen oder
Wertrechtsurkunde einen Betrag zahlen, welcher der Differenz
Vermögensgegenständen,
zwischen dem Marktwert einer Stammaktie der PrimaCom AG
Zahlung von Dividenden und sonstige Ausschüttungen.
am Tag der Ausübung eines solchen bedingten Wertrechts und
Die revolvierende Kreditlinie wertet unter anderem die
110 % des Marktwertes dieser Stammaktie am jeweiligen Tag
nachstehend aufgeführten Ereignisse als Kündigungsgrund:
der Gewährung entspricht; die Tage der Gewährung sind der
Änderung, Aussetzung oder Beendigung eines gemäß der
30. September 2001, der 31. Dezember 2001, der 31. März
Definition in der revolvierenden Kreditlinie wichtigen
2002 und der 30. Juni 2002. Die Vereinbarung über bedingte
Vertrages und daraus resultierender wesentlicher nach
Wertrechte enthält darüber hinaus mehrere Bestimmungen
teiliger Veränderungen,
zum Schutz der Inhaber eines bedingten Wertrechtes gegen
eine sich wesentlich auswirkende ungünstige Verände-
Verwässerung, Änderung in den Mehrheitsverhältnissen. Die
rung im regulatorischen Umfeld der Gesellschaft.
Urkunden, welche die bedingten Rechte verbriefen, werden bis
Der Verstoß gegen eine der vorstehend beschriebenen Be-
zur ihrer Gewährung gemäß den Bestimmungen der Verein-
schränkungen sowie der Eintritt eines der vorstehend beschrie-
barung über die treuhänderische Hinterlegung der bedingten
benen Ereignisse könnte als Kündigungsgrund die sofortige
Wertrechte verwahrt.
Fälligkeit der unter der revolvierenden Kreditlinie in Anspruch
genommenen Darlehen sowie weiterer Finanzverbindlichkeiten
Finanzlage
zur Folge haben.
Zum 31. Dezember 2000 belief sich die Verschuldung der
Zur Besicherung der revolvierenden Kreditlinie wurden
Gesellschaft auf 754,5 Millionen €. Auf einer Proforma-Basis
den Kreditgebern Sicherungsrechte auf die Kundenforderungen
sind die Proforma-Zinsen rund 1,4-fach durch das angepassten
der primacom, auf konzerninterne Darlehen, auf Geschäftsan-
EBITDA abgedeckt. Als Ergebnis der Syndizierung der bereits
teile sowie Aktien einiger ihrer Tochtergesellschaften gewährt.
veröffentlichten 1 Milliarde €, aus dem revolvierenden Tilgungs-
49
kredit der Gesellschaft und der Kapitalmarkt-Zwischenfinan-
Die Gesellschaft hat vor kurzem mit der umfassenden
zierung in Höhe von € 375,0 Millionen, verfügen wir weiterhin
technischen Erneuerung des deutschen Netzwerks begonnen.
über einen vollständig finanzierten Businessplan. Weitere
Dabei könnten Schwierigkeiten oder Verzögerungen, deren
Informationen ergeben sich aus der Konzernkapitalflussrech-
Bewältigung mit erheblichen Kosten verbunden wären, sich
nung auf Seite 58.
negativ auf die Finanzlage des Unternehmens auswirken.
Konkurrenz durch andere Übertragungsmethoden bei
Risikomanagement (KonTraG) – Die PrimaCom AG hat
im Geschäftsjahr 2000 das durch das Gesetz zur Kontrolle und
Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) vorgeschrie-
Fernsehsignalen kann das Wachstum beeinträchtigen oder
Kundenabwanderung zur Folge haben.
Die schnellen technischen Veränderungen in der Branche
bene Risikomanagement zur Früherkennung, Bewertung und
sind schwer vorhersehbar, und die Einführung neuer Techno-
Steuerung von Risiken beachtet.
logien könnte erhebliche Kosten mit sich bringen.
Bereits im Geschäftsjahr 1999 wurde eine konzerneinheit-
Mögliche Kosten für Signallieferungen und Urheberrechte
liche Erfassungs- und Berichtsstruktur geschaffen und relevante
können Margen und Cashflow der Geschäftstätigkeit der
Risikogruppen und Beurteilungskriterien definiert, die regel-
Gesellschaft in Deutschland beeinflussen. Eine Steigerung der
mäßig aktualisiert und an geänderte Bedingungen angepasst
Signallieferungsentgelte ist denkbar.
werden.
Unternehmerisches Handeln birgt immer ein Risiko in sich.
Existenzbedrohende Risiken sehen wir zur Zeit nicht. Allerdings
gibt es eine Reihe wesentlicher Risiken, die in Zukunft die Ertrags- und Finanzlage unserer Gesellschaft beeinflussen können.
Dazu gehören u. a. die folgenden:
Die Kündigungsraten unserer bestehenden Teilnehmer
ist mit weniger als 12,5 % sehr gering. Sie ist deutlich niedriger
Programmanbieter könnten beginnen, für Ihre Programmeinspeisung Entgelte zu erheben.
Für die Verbreitung von Programmen an die Kunden könnten künftig urheberrechtliche Nutzungsentgelte erhoben werden.
Umfassende gesetzliche Regulierungen im Kabelfernsehsektor könnten die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft einschränken.
Regulierungen der Kanalbelegungen durch deutsche
als in den USA oder Großbritannien. Die Gründe sind die stär-
Medienbehörden könnten Verzögerungen oder geringere Um-
kere Verwendung von Einzugsermächtigungen für Teilnehmer-
satzerlöse zur Folge haben.
entgelte, mangelnde Alternativen des Programmempfangs und
Ab dem Zeitpunkt, an dem die Gesellschaft beginnt,
eine stärkere Ortsgebundenheit der deutschen Bevölkerung.
Kabeltelefonie anzubieten, ist sie an erhebliche gesetzliche
Zunehmender Wettbewerb durch Produkt- und Serviceange-
Bestimmungen gebunden, und künftige Änderungen der recht-
bote können auch bei uns zu steigenden Kündigungs- und
lichen Rahmenbedingungen könnten sich negativ auf das
Wechselraten führen.
Geschäft auswirken.
Künftige Investitionen und Akquisitionen könnten zusätzliche Finanzierungen erfordern, deren Beschaffung sich als
schwierig erweisen könnte.
Ohne strategische Akquisitionen könnte die Gewinnung
neuer Abonnenten gefährdet sein.
50
Bericht des Vorstandes
Das Internetangebot der Gesellschaft in Deutschland
des Optionsinhabers vor der vollständigen Zuteilung der Opti-
und in den Niederlanden könnte der Regulierung unterworfen
onen enden, werden die Optionen nur anteilig auf der Basis von
werden.
1/36 der Anzahl der vollen Monate des Beschäftigungsver-
Für ausführliche Erläuterungen zu den vielfältigen Risiken,
hältnisses ausgegeben, gerechnet vom Tag der Optionsaus-
denen die Gesellschaft ausgesetzt ist, verweisen wir auf Punkt
gabe an bis zum Tag des Austritts. Optionen können nur dann
B „Risikofaktoren“ in unserem bei der Deutschen Börse AG zur
ausgeübt werden, wenn der auf der Grundlage von fünf aufein-
Einsicht für die Aktionäre eingereichten Geschäftsbericht 2000,
anderfolgenden Handelstagen an der Frankfurter Wertpapier-
der auch bei uns angefordert werden kann.
börse unmittelbar vor der ersten Optionsausübung berechnete
durchschnittliche Tagesschlusskurs der Aktien wenigstens
Aktienbesitz und Aktienoptionspläne – Nach unserem
120 % des jeweiligen Basispreises der Optionen entspricht.
Wissen halten die Organmitglieder der primacom weniger als
1 % der ausgegebenen Aktien von primacom, und ihr individueller Aktienbesitz wurde noch nie zuvor den Aktionären mitge-
Aktienbesitz
der Organmitglieder
Anzahl
Anzahl
optionsplan zugunsten all unserer Mitarbeiter und der Mitarbei-
Name
Aktien
Optionen
ter unserer Tochterunternehmen (1999er „Universal Stock
Vorstand:
146.969
100.000
—
100.000
2.500
–
321.997
–
3.464
–
Roland Steindorf
–
–
Dr. Klaus von Dohnanyi
–
–
Dr. Christian Schwarz-Schilling
–
–
James S. Hoch
–
–
Paul’t Hoen
–
–
Prof. Dr. Stefan Schwenkedel
–
–
teilt oder auf sonstige Art publik gemacht.
Am 22. Februar 1999 verabschiedeten wir einen Aktien-
Option Plan“) und einen Aktienoptionsplan für unsere Führungskräfte und die Führungskräfte der Tochterunternehmen
(1999er „Executive Stock Option Plan“). Die beiden Aktienoptionspläne sehen die Ausgabe von Optionen auf den Kauf von
Aktien an berechtigte Mitarbeiter und Führungskräfte vor.
primacom ist berechtigt, insgesamt 1.000.000 Aktien auszugeben, davon 300.000 Aktien gemäß dem Universal Stock
Paul Thomason
Hans Wolfert
Aufsichtsrat:
Massimo Prelz Oltramonti
Brigitte Preuß
Option Plan und 700.000 Aktien gemäß dem Executive Stock
Option Plan.
Die Rechte an den 1999 und 2000 gewählten Optionen
Boris Augustin
unter dem Universal Stock Option Plan und dem Executive
Stock Option Plan entstehen über drei Jahre. Ein Drittel der
Optionen wird am ersten Jahrestag der Ausgabe unverfallbar,
die Rechte an den übrigen Optionen entstehen monatlich zu
gleichen Teilen im Verlauf der folgenden zwei Jahre. Die ausgegebenen Optionen können nach dem zweiten Jahrestag der
Ausgabe erstmals ausgeübt werden und verfallen am fünften
Jahrestag der Ausgabe. Sollte das Beschäftigungsverhältnis
51
Im Juli 2000 haben wir zwei neue Aktienoptionspläne
Sie verfallen, wenn das Dienstverhältnis innerhalb von sechs
aufgelegt, und zwar den 2000er Universal-Aktienoptionsplan
Monaten nach Optionseinräumung, aus welchen Gründen auch
mit 150.000 Optionen und den 2000er Executive-Aktien-
immer, beendet wird. Die Gesellschaft kann, falls erforderlich,
optionsplan mit 350.000 Optionen. Unter den 2000er Plänen
von den Optionsberechtigten verlangen, die durch Ausübung
dürfen erst dann Aktienoptionen ausgegeben werden, wenn
der Option erworbenen Aktien innerhalb eines Zeitraums von
die entsprechenden 1999er Pläne vollständig ausgenutzt sind.
sechs Monaten nach dem Tag der Ausübung des Optionsrechts
Die im Rahmen der Optionspläne ausgegebenen Aktien
nicht zu veräußern. Die Teilnehmer des Aktienoptionsplans für
werden über eine 3-Jahres-Periode unverfallbar. Ein Drittel der
das Management unterliegen — vorbehaltlich kapitalmarkt-
Aktien wird zum ersten Jahrestag der Einräumung der Optionen
rechtlicher Bestimmungen — keinen Beschränkungen hinsicht-
unverfallbar und die verbleibenden Optionen werden in glei-
lich des Verkaufs von erworbenen Aktien. Die Teilnehmer des
chen monatlichen Beträgen innerhalb der nächsten zwei Jahre
Aktienoptionsplans für das Management sind zur Ausübung
unverfallbar. Die unverfallbaren Optionen sind nach dem
ihrer Rechte und zum Verkauf der Aktien der Gesellschaft, un-
zweiten Jahrestag ihrer Zuteilung ausübbar. Sollte der Dienst-
abhängig davon, ob diese Rechte in Ausübung der durch den
vertrag eines Teilnehmers enden, bevor die Optionen voll-
Aktienoptionsplan garantierten Rechte erworben wurden, aus-
ständig unverfallbar geworden sind, werden die Optionen des
schließlich während der Ausübungsfrist, die einen Tag nach der
Teilnehmers in der Höhe unverfallbar, die sich aus der Multi-
Hauptaktionärsversammlung beginnt und 15 Tage danach en-
plikation von 1/36 mit der Anzahl von vollen Monaten der
det bzw. nach Veröffentlichung des Jahresberichts, berechtigt.
Beschäftigung zwischen dem Datum der Optionseinräumung
Die Aktienoptionspläne sehen im Übrigen vor, dass die Rechte
und dem Datum der Kündigung ergeben. Die Optionen, die
der Optionsberechtigten durch eine Verschmelzung der Gesell-
aufgrund des Allgemeinen Aktienoptionsplanes eingeräumt
schaft auf eine andere Gesellschaft oder durch Beschlüsse der
wurden, geben teilnehmenden Angestellten das Recht, Aktien
Hauptversammlung, die das Grundkapital betreffen, nicht be-
zu einem Gesamtkaufpreis zu erwerben, der zwischen 50 und
einträchtigt werden. Die Optionen verfallen ferner, wenn die
100 % des Grundjahresgehaltes des Teilnehmers im Zeitpunkt
Ausübungsfrist abläuft, was fünf Jahre nach Einräumung der
der Optionseinräumung, abhängig von der Dauer seiner An-
Option eintritt, wenn eine Vollstreckung in die Rechte erfolgt,
stellung bei uns oder einer unserer Tochtergesellschaften vor
im Falle der Zahlungsunfähigkeit eines Teilnehmers und bei
Optionseinräumung, liegt. Die Anzahl der an geschäftsführende
Kündigung aus wichtigem Grund.
Teilnehmer ausgegebenen Aktien hängt von der Position des
Teilnehmers in der Gesellschaft ab. Jedes der drei Vorstandsmitglieder hat das Recht auf Optionen für 100.000 Aktien. Die
an andere Manager ausgegebenen Optionen rangieren zwischen
5.000 und 35.000 Aktien pro Person. Am 31. Dezember 2000
wurden für beide Pläne insgesamt 853.684 Optionen zu einem
durchschnittlichen Ausübungspreis von 34,38 € gewährt.
Die Optionsrechte, die nach den Aktienoptionsplänen
gewährt werden, sind nicht übertragbar und nicht vererbbar.
52
Bericht des Vorstandes
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem
Ausblick
Abschluss des Geschäftsjahres – Am 1. Januar 2001 erwarb
In den nächsten drei Quartalen erwarten wir, dass sich die
primacom die Gesellschaftsanteile der Großgemeinschafts-
Akquisition von Multikabel und die kürzlich in Deutschland ge-
Antennenanlagen Lizenz und Betriebs GmbH („GGA“) für einen
tätigten Akquisitionen positiv auf die Umsatzerlöse und EBITDA
Kaufpreis von rund 2.213.000 €. GGA hat rund 5.000 an-
auswirken werden. Die Gesellschaft geht ferner davon aus,
schließbare Haushalte und versorgt zum Zeitpunkt der Akqui-
dass sich alle zusätzlichen Akquisitionen, die sie in Deutsch-
sition 4.212 Kunden.
land machen wird, Erhöhungen der Teilnehmerentgelte für das
Am 1. Januar 2001 erwarben wir die Gesellschaftsanteile
Basiskabel-TV-Angebot sowie steigende Kundenzahlen bei den
der Telekommunikations GmbH Kirchheimbolanden („TKK“)
neuen Produkt- und Dienstangeboten sich weiterhin positiv auf
für einen Kaufpreis von rund 1.000.000 €. TKK hat rund 4.120
die Umsatzerlöse und EBITDA auswirken werden.
anschließbare Haushalte und versorgt zum Zeitpunkt der
Akquisition rund 1.790 Kunden.
Am 1. Januar 2001 unterzeichneten wir einen Kaufvertrag
Der mögliche Verlust des Gestattungsvertrags mit einer
Wohnungsbaugesellschaft in Magdeburg könnte während des
Jahres zum Verlust von 25.000 Kunden im Bereich des Basis-
über 51 % der Gesellschaftsanteile der Telekomunikations-
kabel-TV Angebotes führen. Dies wäre der erste Vertrag, den
gesellschaft mbH Eisenhüttenstadt („TKE“) mit einem Gesamt-
die Gesellschaft verlöre und der sich nachteilig auf Umsatz und
kaufpreis von rund 26.000 €. Der Stadtrat von Eisenhütten-
EBITDA auswirkte.
stadt muss dem Kauf noch zustimmen. Die Gesellschaft hat das
Wir beabsichtigen ebenso, die Anzahl der Kanäle für das
Recht, die verbleibenden 49 % der Geschäftsanteile im Jahre
digitale TV-Angebot in Deutschland zu erweitern, und erwarten,
2002 für 7.414.000 € zu erwerben. Der Verkäufer hat das Recht
dass weitere Kanäle zu einem Anstieg der Anzahl von DigitalTV-
die verbleibenden 49 % der Geschäftsanteile primacom für den
Kunden führen wird. Auf mittlere bis längere Sicht erwartet die
gleichen Betrag zu verkaufen. TKE versorgte rund 11.700
Gesellschaft, dass die Erweiterung des DigitalTV-Angebotes sich
Haushalte und hatte rund 10.300 Kunden zum Zeitpunkt der
positiv auf das operative Ergebnis auswirken wird. Allerdings
Akquisition.
werden sich in den ersten ein bis zwei Jahren die Investitionen
Am 29. März 2001 schlossen wir einen Vertrag mit der
United Pan-Europe Communication N.V. („UPC“), dem größten
für die Kanalerweiterung nachteilig auf das EBITDA Ergebnis
auswirken.
Aktionär der primacom, zur Zusammenlegung ihrer deutschen
Wir gehen allgemein von einem weiterhin schnellen Um-
Kabelgeschäfte. Nach dem Vertrag werden die primacom und
satzwachstum aus, während der Zuwachs beim EBITDA in den
EWT/tss, die deutsche Tochter der UPC, zusammengelegt.
nächsten zwei bis drei Jahren wesentlich hinter dem Umsatz-
EWT/tss hat rund 570.000 Kabelfernsehkunden. UPC wird
wachstum zurückbleiben wird, bevor auch beim EBITDA wieder
ferner ihre Option auf den Kauf weiterer 530.000 Kabelfern-
eine Steigerung zu verzeichnen sein wird.
sehkunden der TeleColumbus von der Deutschen Bank, sowie
Die Kapitalinvestitionen der Gesellschaft bleiben auf
ihre B. V. Holding CAI, Alkmaar, Niederlande mit rund 42.000
hohem Niveau im Hinblick auf die Aufrüstungsstrategie in
Kunden einbringen. Der Vertrag beinhaltet eine Reihe von
Deutschland. Die Gesellschaft erwartet eine wesentlich höhere
Bedingungen, u. a. die der Zustimmung der Aktionäre.
Kreditinanspruchnahme in den nächsten fünf Jahren für die
53
Finanzierung der Aufrüstung und zukünftiger Investitionen. Die
Strategisch bleiben wir ausgerichtet auf:
Gesellschaft plant anschließend mit der Rückzahlung ausste-
hender Kreditverbindlichkeiten zu beginnen.
Produkte die im Up-market-Bereich angesiedelt sind,
stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung. Der Verkauf der
Fertigstellung der Netzaufrüstung und weiterer
Netzausbau,
Ausbau und Förderung des Breitbandserviceangebotes,
Nutzung von sich bietenden Konsolidierungs-
DTAG-Netze an erfahrene Betreiber und Investoren wird deren
möglichkeiten,
Entwicklung begünstigen. Von einer deutlichen Erhöhung des
Realisierung von weiterem internen Wachstum,
Umsatzes pro Teilnehmer ist auszugehen. Wir rüsten deshalb
Reduzierung der Abhängigkeit von Fremdnetzen und
konsequent unser bestehendes Kabelfernsehnetz auf inter-
Signallieferungsentgelten,
aktive Breitbandkabel auf. Das Marktpotenzial, das sich über
Ausbau neuer Gebiete,
das Breitbandkabel erschließen lässt ist enorm. Erweiterte
Verbesserung der Effizienz und Gewinnspannen durch
Programmbouquets führen zu steigender Teilnehmerakzeptanz.
Rationalisierungsmaßnahmen,
Das Angebot an Video-, Data- und Telefondiensten stellt dabei
einen einzigartigen Wettbewerbsvorteil dar. Mit gezieltem
Unser Ziel bleibt somit, den Wert des Unternehmens durch
Marketing von Kabelfernsehdienstleistungen werden wir neue
die kontinuierliche Aufrüstung unserer Kabelfernsehnetze in
Teilnehmer gewinnen.
Deutschland, die Erweiterung und Förderung der Breitband-
stärkere Kundenorientierung.
dienste sowie die Nutzung von Akquisitionsmöglichkeiten auf
dem deutschen und niederländischen Kabelfernsehmarkt zu
steigern.
54
Konzernabschluss (US-GAAP)
Jahresabschluss
des PrimaCom Konzerns
nach US-GAAP
Bestätigungsvermerk
55
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
56
Konzernbilanz
57
Konzern-Kapitalflussrechnung
58
Konzern-Eigenkapitalrechnung
59
Konzernanhang
60
Der vollständige Einzelabschluss kann bei PrimaCom AG, Hegelstr. 61,
55122 Mainz angefordert werden.
55
Bestätigungsvermerk zum
Bericht des Abschlussprüfers
Konzernabschluss
An den Vorstand PrimaCom AG
Wir haben die Konzernbilanzen der PrimaCom AG zum 31.
zum 31. Dezember 1998, 1999 und 2000 ein den tatsächlichen
Dezember 1998, 1999 und 2000 sowie die zugehörigen konso-
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz-
lidierten Gewinn- und Verlustrechnungen, Eigenkapitalent-
und Ertragslage in Übereinstimmung mit den in den Vereinig-
wicklungen und Cashflow-Rechnung der letzten drei Jahre ge-
ten Staaten von Amerika allgemein anerkannten Bilanzie-
prüft. Der Vorstand der Gesellschaft trägt die Verantwortung
rungsgrundsätzen wiedergegeben.
für diese Jahresabschlüsse. Es kommt uns die Aufgabe zu, im
Rahmen unserer Prüfungen eine Stellungnahme zu diesen
Frankfurt am Main, Deutschland,
Jahresabschlüssen abzugeben.
29. März 2001
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den in
Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika aner-
Ernst & Young
kannten Grundsätzen zur Durchführung von Abschlussprüfun-
Deutsche Allgemeine Treuhand AG
gen durchgeführt. Diese verlangen, dass wir unsere Prüfung so
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
planen und durchführen, dass die Jahresabschlüsse mit angemessener Sicherheit keine wesentlichen Fehlaussagen enthalten. Eine Prüfung beinhaltet die stichprobenweise Kontrolle der
in den Jahresabschlüssen ausgewiesenen Beträge und Erläuterungen. Eine Prüfung bedingt auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungsmethoden und der
vom Vorstand abgegebenen Schätzungen und getroffenen
Annahmen sowie die Überprüfung des Ausweises in den Jahresabschlüssen. Wir haben sichergestellt, dass unsere Prüfungshandlungen eine zuverlässige Grundlage für unseren Bestätigungsvermerk bilden.
Nach unserer Auffassung wird durch die vorstehenden
bezeichneten konsolidierten Abschlüsse der PrimaCom AG
56
Konzernabschluss (US-GAAP)
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2000
Umsatzerlöse
2000
1999
T€
T€
124.343
105.949
30.191
24.543
28.584
18.590
17.219
12.413
75.530
61.277
151.524
116.823
Betriebsaufwendungen:
Herstellungskosten der zur Erzielung der
Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten
Gemeinkosten
Abschreibungen
Summe der Betriebsaufwendungen
Betriebsergebnis
(27.181)
(10.874)
24.629
9.995
Zinsaufwendungen:
Bankschulden
Sale-and-Leaseback
1.544
2.115
–
3.764
Summe der Zinsaufwendungen
26.173
15.874
Sonstige Erträge (Aufwendungen)
1.690
(767)
Senior Notes
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Minderheitenanteilen, Ertragsteuern und außerordentlichen Aufwendungen
Ertragsteuern
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Minderheitenanteilen und anteiligem Verlust einer nichtkonsolidierten
Beteiligungsgesellschaft
Minderheitenanteile am Jahresüberschuss der Tochtergesellschaften
Anteiliger Verlust in verbundenen Unternehmen
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Außerordentlicher Verlust
Jahresüberschuss (Jahresfehlbetrag)
(51.664)
(27.515)
4.258
1.667
(55.922)
(29.182)
94
70
(128)
–
(56.144)
(8.180)
(64.324)
(29.252)
–
(29.252)
Ergebnis pro Aktie „Basic“ und verwässert:
Gewöhnliche Geschäftstätigkeit
(2,85)
(1,53)
Jahresüberschuss (Jahresfehlbetrag)
(3,26)
(1,53)
597
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2000
2000
1999
T€
T€
Flüssige Mittel
4.643
8.367
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – netto –
9.178
3.715
48.169
47.306
Latente Steuerguthaben – netto –
Sachanlagen – netto –
559.581
276.788
Geschäfts- oder Firmenwerte – netto –
357.754
238.850
Kundenstammwert – netto –
56.067
–
Sonstige Vermögensgegenstände
42.453
11.610
1.077.845
586.636
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
26.786
5.806
Rückstellungen
Aktiva
24.608
14.800
Passive Rechnungsabgrenzungsposten
2.736
12.593
Ausstehende Kaufpreisverpflichtung
4.228
2.304
13.669
14.122
245
245
736.191
208.091
808.463
257.961
198
85
50.582
50.435
354.838
350.067
(136.236)
(71.912)
Leasingverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber den der Gesellschaft
nahe stehenden Personen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und andere Verbindlichkeiten
Summe der Verbindlichkeiten
Minderheitenanteile
Eigenkapital
Stammkapital
Kapitalrücklage
Bilanzverlust
Eigenkapital
Passiva
269.184
328.590
1.077.845
586.636
58
Konzernabschluss (US-GAAP)
Konzern-Kapitalflussrechnung für 2000
2000
1999
T€
T€
(64.324)
(29.252)
75.530
61.277
OPERATIVER BEREICH
Jahresüberschuss (-fehlbetrag)
Anpassungen zur Überleitung des Jahresüberschusses
zum Mittelzufluss/-abfluss aus der betrieblichen Tätigkeit:
Abschreibungen
Amortisierung sonstiger Vermögensgegenstände
6.064
5.719
(29.076)
(16.683)
(1.689)
–
Abschreibungen auf aktivierte Finanzierungskosten
7.600
—
Aufwand aus Gewährung von Aktienoptionen
3.558
2.757
Abgegrenzte Ertragsteuern
3.000
3.222
230
70
(750)
(861)
(13.269)
2.002
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
11.988
828
Rückstellungen
(6.079)
(9.091)
Passive Rechnungsabgrenzungsposten
18.902
24.226
Mittelzufluss/-abfluss aus der betrieblichen Tätigkeit
11.685
44.214
Auflösung passiver Rechnungsabgrenzungsposten
Erträge aus Veräußerung von Beteiligungen
Sonstige
Änderungen der Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten,
ohne die Effekte aus Geschäftsakquisitionen und -verkäufen:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige Aktiva
AKQUISITIONSBEREICH
Geschäftsakquisitionen, ohne erworbene flüssige Mittel
Kauf von Sachanlagen
Erlöse aus der Veräußerung von Sachanlagen
Mittelzufluss/-abfluss aus dem Investitionsbereich
(288.338)
(14.441)
(99.817)
(34.071)
396
654
(387.759)
(47.858)
969.635
170.770
(475.736)
(100.980)
(124.615)
(3.077)
7.726
(2.740)
FINANZIERUNGSBEREICH
Aufnahme innerhalb des Rahmenkredites
Tilgung innerhalb des Rahmenkredites
Tilgung von Bankschulden
Erhöhungen/Tilgungen kurzfristiger Bankkredite – netto
Rückzahlung der Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschaft
nahe stehenden Personen
–
(18)
(3.582)
(30.045)
Tilgung von Darlehen der Deutsche Telekom
(110)
(527)
Zahlung von ausstehenden Kaufpreisverpflichtungen
(968)
(2.101)
Erlös aus erstmaligem öffentlichem Zeichnungsangebot (IPO)
–
103.425
Rückzahlung von Senior Notes
–
(141.194)
Erlös aus Devisentermingeschäften
–
10.651
372.350
4.164
(3.724)
520
8.367
7.847
4.643
8.367
Rückzahlung der Sale-and-Leaseback-Verbindlichkeiten
Mittelzufluss/-abfluss aus/für Finanzierungen
Rückgang/Zuwachs an flüssigen Mitteln
Flüssige Mittel zum Jahresbeginn
Flüssige Mittel zum Jahresende
59
Konzern-Eigenkapitalrechnung für 2000
Stammkapital
Saldo zum 31. Dezember 1997
Einlage aus Gesellschaftsmitteln
Kapitaleinlage von Gesellschaftern
Dividende
Zusätzlich
einbezahltes
Kapital
Aufgelaufener
Verlustvortrag
T€
Gesamter
Eigenkapital(fehl-)betrag
T€
T€
5.113
5.133
(41.994)
(31.748)
T€
13.851
(13.851)
—
—
–
73.808
–
73.808
–
—
(1.176)
(1.176)
21.384
177.253
—
198.637
—
–
510
510
Saldo zum 31. Dezember 1998
40.348
242.343
Einlage aus Gesellschaftsmitteln
–
5.931
—
5.931
Aktienemission als erstmaliges
öffentliches Zeichnungsangebot
10.087
99.036
—
109.123
Gewährte Aktienoptionen
—
2.757
—
2.757
Jahresfehlbetrag
–
–
(29.252)
(29.252)
50.435
350.067
(71.912)
(328.590)
Aktienemission bei Akquisition
179
1.543
—
1.722
Verschmelzung mit AGFB
(32)
(330)
—
(362)
Gewährte Aktienoptionen
–
3.558
—
3.558
Jahresfehlbetrag
—
—
(64.324)
(64.324)
50.582
354.838
(136.236)
269.184
Aktienemission unter umgekehrter Akquisition
Jahresüberschuss
Saldo zum 31. Dezember 1999
Saldo zum 31. Dezember 2000
(42.660)
240.031
60
Anhang (US-GAAP)
Erläuterungen zum Konzernabschluss
1. Geschäftsgründung und Darstellung der Jahresabschlüsse
PrimaCom AG, eine deutsche Aktiengesellschaft, und Tochtergesellschaften
(„primacom“ oder „die Gesellschaft“), wurde am 30. Dezember 1998 durch Verschmelzung („die Verschmelzung“) der Süweda Elektronische Medien- und
Kabelkommunikations-AG („Süweda“) auf die KabelMedia Holding AG („KabelMedia“),
zwei etwa gleich große deutsche Kabelfernsehnetzbetreiber, gegründet. Zum Zeitpunkt
der Verschmelzung wurde die KabelMedia in PrimaCom AG umfirmiert. KabelMedia und
Süweda, ebenfalls deutsche Aktiengesellschaften, wurden 1992 bzw. 1983 gegründet.
Nach U.S.-GAAP wurde die Verschmelzung unter der Purchase-Methode als eine
umgekehrte Akquisition behandelt, d. h., die Süweda gilt als aufnehmende Gesellschaft
der KabelMedia, obwohl die KabelMedia Aktien an die ehemaligen Süweda-Aktionäre
herausgegeben hat und als Rechtsnachfolger bestehen bleibt. Folglich stellen die
historischen Jahresabschlüsse vor dem 30. Dezember 1998 die Jahresabschlüsse der
Süweda dar.
Die in den nachfolgenden Erläuterungen und Darstellungen zu den Konzernjahresabschlüssen aufgeführten Beträge beziehen sich sämtlich auf laufende Geschäfte,
soweit nichts anderes vermerkt ist.
Vor dem 31. Dezember 1999 erstellte die Gesellschaft die Konzernabschlüsse in
Deutschen Mark (DM). Mit der Einführung des Euro („€“ oder „Euro“) am 1. Januar 1999
stellt die Gesellschaft die beigefügten Jahresabschlüsse des Konzerns in Euro dar.
Entsprechend wurden die in DM erstellten Abschlüsse früherer Geschäftsjahre auf der
Grundlage des festen Wechselkurses von 1,00 € = 1,95583 DM in Euro umgerechnet.
Die in Euro neu dargestellten Abschlüsse der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 1998
weisen die selben Tendenzen auf, als wären die Konzernabschlüsse weiterhin in DM
ausgewiesen. Die Konzernjahresabschlüsse sind jedoch nicht mit den in Euro
dargestellten Abschlüssen anderer Gesellschaften zu vergleichen, die ihre Finanzdaten
vorher in einer anderen Währung als DM ausgewiesen haben. Alle hier genannten
Beträge sind in Euro angegeben.
61
2. Zusammenfassung der wesentlichen Verfahren der
Rechnungslegung
Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
Die beigefügten Jahresabschlüsse wurden im Einklang mit den amerikanischen
Bilanzierungsgrundsätzen („U.S.-GAAP“) erstellt.
Konsolidierung
Die konsolidierten Konzernjahresabschlüsse beinhalten die Abschlüsse der primacom
und ihrer in Mehrheitsbesitz befindlichen Tochterunternehmen. Alle wesentlichen
konzerninternen Konten und Transaktionen wurden im Rahmen der Konsolidierung
eliminiert.
Flüssige Mittel
Sämtliche liquiden Investitionen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten
oder weniger werden im folgenden als flüssige Mittel behandelt.
Anlagerisiken
Die Finanzierungsinstrumente der Gesellschaft, die möglicherweise zu Anlagerisiken
führen könnten, bestehen hauptsächlich aus flüssigen Mitteln und Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen. Das Forderungsausfallrisiko ist aufgrund des großen und
vielschichtigen Kundenstammes der Gesellschaft minimal. Die flüssigen Mittel hält die
Gesellschaft im Wesentlichen auf Konten bei internationalen Finanzinstituten in
Deutschland und den Niederlanden.
Umsätze
Die Umsätze der primacom resultieren zum größten Teil aus Teilnehmerentgelten und zu
einem weitaus geringeren Teil aus den Kunden in Rechnung gestellten Installations- und
Kabelfernsehanschlussentgelten. Die Umsätze aus den Teilnehmerentgelten werden von
der Gesellschaft erst dann erfasst, wenn die Dienstleistungen gegenüber den Kunden
erbracht worden sind. Installations- und Kabelfernsehanschlussentgelte werden passiv
abgegrenzt und nach der linearen Methode im Rahmen der entsprechenden
Serviceverträge zugunsten des Ertrags linear aufgelöst.
62
Anhang (US-GAAP)
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu historischen Anschaffungskosten bilanziert und bestehen
hauptsächlich aus Anlagen, die zur Entwicklung und Betreibung von Kabelfernsehsystemen genutzt werden.
Die Abschreibungen erfolgen linear über die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern.
Danach werden die Kabelfernsehsysteme über zwölf Jahre, Geschäfts- und
Betriebseinrichtungen über fünf bis zehn Jahre, Gebäude über 25 Jahre und erworbene
Software über drei bis fünf Jahre abgeschrieben.
Geschäfts- und Firmenwert und immaterielle Vermögensgegenstände
Der Geschäftswert besteht aus dem Überschuss zwischen dem Kaufpreis und dem
Verkehrswert des akquirierten Nettovermögens. Solche Beträge werden im Allgemeinen
linear über 12 Jahre amortisiert. Der Firmenwert besteht aus dem Wert des Kundenstamms,
den die Gesellschaft im Jahr 2000 als Teil der Multikabelakquisition erworben hat. Die
aufgelaufenen Amortisationen des Geschäftswertes der Jahre 1998, 1999 und 2000
betrugen 4.880.000 €, 26.980.000 € und 53.121.000 €. Die aufgelaufenen Amortisationen
der immateriellen Vermögensgegenstände betrugen zum 31. Dezember 2000 1.244.000 €.
Außerplanmäßige Abschreibungen auf langlebige und immaterielle
Vermögensgegenstände
primacom überprüft regelmäßig die Wertansätze der langlebigen und immateriellen
Vermögensgegenstände sowie den Geschäfts- und Firmenwert auf mögliche dauerhafte
Wertminderungen. Eine Wertminderung ergibt sich durch den Vergleich der geschätzten
nicht abgezinsten künftigen Cashflows mit dem Buchwert des jeweiligen Vermögensgegenstandes. Der Verlust aus der Wertminderung berechnet sich aus der Differenz des
Buchwertes des Vermögensgegenstandes und dessen geschätzten Verkehrswertes.
Werbeaufwand
Ausgaben für Werbung werden als Aufwand verbucht, sobald sie angefallen sind. Die
Gesellschaft hatte das erste Mal Werbungskosten in 2000. Sie betrugen 4.271.000 €.
Aktienoptionen
Der Aktienoptionsplan wird von der Gesellschaft gemäß dem „Statement of Financial
Accounting Standard“ Nr. 123, „Accounting Stock-Based Compensation“, bilanziert.
Nach FAS 123 werden Zuwendungen auf der Grundlage des Marktwertes der aus den
Aktien resultierenden Ansprüche während des Anspruchszeitraums am Tag ihrer
Zuteilung erfasst.
63
Ergebnis pro Aktie Basic und verwässert
Die Gesellschaft errechnet das Ergebnis pro Aktie in Übereinstimmung mit dem
„Statement of Financial Accounting Standards“ Nr. 128, „Earnings per Share“.
Ertragsteuern
primacom bilanziert ihre Ertragsteuern gemäß der Richtlinien des „Statement of
Financial Accounting Standards“ Nr. 109, „Accounting for Income Taxes“. Gemäß FAS
109 basieren latente Steuerguthaben und -schulden auf dem Unterschied zwischen
Handels- und Steuerbilanz und werden entsprechend den zum Zeitpunkt der Auflösung
der Differenzen geltenden, gesetzlich vorgeschriebenen Steuersätzen und Rechtsvorschriften ermittelt. Etwaige Änderungen der Steuersätze für latente Steuerguthaben
bzw. -schulden werden im gleichen Zeitraum erfasst, in dem die gesetzliche Änderung
der Steuersätze erfolgte. Sollten sich latente Steuerguthaben ergeben, so werden diese
wertberichtigt, sofern primacom mit der Realisierung eines Teils oder der gesamten
latenten Steuerguthaben nicht ernsthaft rechnen kann.
Bewertung der Finanzierungsinstrumente
Der Buchwert der Finanzposten, wie flüssige Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten,
entspricht infolge der diesen zugrunde liegenden kurzen Laufzeiten annähernd dem
Marktwert. Der Buchwert von Bankschulden und anderen Schulden entspricht ebenfalls
annähernd dem Marktwert, da die Bankschulden seinerzeit zu den gleichen notierten
Marktpreisen und Kursen für gleiche bzw. ähnliche Kredite aufgenommen wurden, wie
sie derzeit der primacom angeboten werden.
Verwendung von Schätzungen
Die Erstellung der Jahresabschlüsse im Einklang mit den Grundsätzen ordnungsgemäßer
Buchführung macht es für die Geschäftsführung erforderlich, dass die in den
Jahresabschlüssen und Erläuterungen wiedergegebenen Beträge teilweise nur durch
Schätzwerte und Annahmen gebildet werden konnten. Es kann somit dazu kommen,
dass bei einer aktuellen Überprüfung dieser geschätzten Größen eine Abweichung
festgestellt werden kann.
Neubewertungen/Anpassungen
Bestimmte Beträge aus früheren Jahren wurden angepasst, um mit den Zahlen des
konsolidierten Jahresabschlusses 2000 vergleichbar zu sein.
64
Anhang (US-GAAP)
3. Wesentliche Akquisitionen
Am 1. Januar 2000 erwarb die Gesellschaft Kabelfernsehnetzwerke von Regionalservice
Kabelfernsehen GmbH („REKA“) für ca. 3.323.000 €. Die von REKA erworbenen
Netzwerke umfassten zum Zeitpunkt der Akquisition 7.039 Haushalte und versorgten
5.889 Kunden.
Am 1. Januar 2000 erwarb die Gesellschaft Kabelfernsehnetzwerke von Ver.Di
neue Medien GmbH („Ver.Di“) für rund 1.659.000 €. Die von Ver.Di erworbenen
Kabelfernsehnetzwerke umfassten zum Zeitpunkt der Akquisition 4.682 Haushalte und
versorgten 4.682 Kunden.
Am 16. Juni 2000 erwarb die Gesellschaft 26 % der Geschäftsanteile von MAINZKOM Telekommunikation GmbH („MainzKom“) für rund 1.150.000 €. MainzKom ist ein
städtischer Betreiber mit rund 90 Kilometern Glasfaserleitungen in Mainz und
Wiesbaden.
Am 1. Juli 2000 erwarb die Gesellschaft Kabelfernsehnetzwerke von
Antennendienst Cabel Tec GmbH („ADCT“) für rund 5.931.000 €. Die von ADCT
erworbenen Netzwerke umfassten zum Zeitpunkt der Akquisition rund 9.600 Haushalte
und versorgten ca. 7.320 Kunden.
Am 1. August 2000 erwarb die Gesellschaft die Geschäftsanteile von Steinert und
Kühn GmbH & Co. KG („S & K“) für rund 1.964.000 €. Zum Zeitpunkt der Akquisition
umfasste S & K rund 5.200 Haushalte und versorgte rund 5.100 Kunden.
Am 18. September 2000 erwarb die Gesellschaft die Geschäftsanteile von N.V.
Multikabel („Multikabel“), einem Kabelfernsehnetzbetreiber in den Niederlanden, für
rund 250.600.000 € (einschließlich Akquisitionskosten) und übernahm rund
124.300.000 € Schulden von Multikabel, die von der Gesellschaft refinanziert wurden.
Multikabel hatte zum Zeitpunkt der Akquisition rund 318.000 angeschlossene Haushalte
und versorgte ca. 297.000 Kunden.
Am 1. Oktober 2000 erwarb die Gesellschaft Kabelfernsehnetzwerke von
Pfalzwerke AG („Pfalzwerke“) für rund 4.581.000 €. Die von Pfalzwerke erworbenen
Kabelfernsehnetzwerke umfassten zum Zeitpunkt der Akquisition rund 11.068 Haushalte
und versorgten ca. 6.400 Kunden.
Am 1. Oktober 2000 erwarb die Gesellschaft die Geschäftsanteile von Komco
Kommunikationstechnik GmbH („Komco“) für rund 7.158.000 €. Komco umfasste zum
Zeitpunkt der Akquisition 19.573 Haushalte und versorgte ca. 15.900 Kunden.
65
Am 1. Oktober 2000 erwarb die Gesellschaft 51 % der Geschäftsanteile von Kutz
Kabel-Service GmbH („Kutz“) für rund 1.563.000 €. Die Gesellschaft hat das Recht, die
verbleibenden 49 % der Geschäftsanteile in 2002 zu erwerben. Kutz umfasste zum
Zeitpunkt der Akquisition rund 12.000 Haushalte und versorgte ca. 10.000 Kunden.
Am 25. Oktober 2000 erwarb die Gesellschaft die Geschäftsanteile von Televis
Grimma GmbH („Televis“) für rund 10.819.000 € und die Ausgabe von 70.000
PrimaCom-Aktien, die zum Zeitpunkt der Akquisition einen Marktwert auf der Basis des
Tagesschlusskurses am Neuen Markt von rund 1.722.000 € hatten und die zum
Zeitpunkt dieses Berichts noch nicht ausgeben worden sind. Televis umfasste zum
Zeitpunkt der Akquisition rund 27.000 Haushalte und versorgte ca. 24.000 Kunden.
Am 31. Dezember 2000 erwarb die Gesellschaft die Geschäftsanteile der Süweda
Betriebsgesellschaft für Kabelkommunikation Saarland Kabelprojekt Friedrichsthal KG
(„Friedrichsthal“), die mehrheitlich im Besitz von Wolfgang Preuß, einem Aktionär der
Gesellschaft, war, für einen Gesamtkaufpreis von 3.153.000 €. Zum Zeitpunkt der
Akquisition umfasste Friedrichsthal rund 3.100 Kunden.
Die obigen Akquisitionen wurden nach der „Kauf“-Methode bilanziert, d. h., die
Ergebnisse der akquirierten Gesellschaften sind ab dem Zeitpunkt ihres Erwerbs im
Jahresabschluss des Konzerns berücksichtigt. Die Akquisitionen im Jahr 2000
resultierten in einen Geschäfts- und Firmenwert von 143.552.000 € (129.473.000 € aus
der Akquisition von Multikabel) und einem Wert des Kundenstamms von 57.267.000 €
aus der Akquisition von Multikabel. Beides wird über zwölf Jahre abgeschrieben.
Die folgenden nicht testierten Pro-forma-Daten für die Geschäftsjahre 1999 und
2000 basieren auf der Annahme, dass die oben genannten Akquisitionen in 2000 jeweils
am 1. Januar eines jeden Geschäftsjahres erfolgten:
T€
Umsatzerlöse
Jahresfehlbetrag
Nettoverlust je Aktie (€)
1999
2000
134.708
152.706
(64.713)
(88.253)
(3,38)
(4,47)
66
Anhang (US-GAAP)
4. Forderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen in folgender Höhe:
T€
31.12.1998
31.12.1999
31.12.2000
3.994
5.337
10.758
(1.211)
(1.622)
(1.580)
2.783
3.715
9.178
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen – brutto –
Wertberichtigungen auf zweifelhafte
Forderungen
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen – netto –
5. Sachanlagen
Die Sachanlagen zum Bilanzstichtag 31. Dezember setzen sich wie folgt zusammen:
T€
31.12.1998
31.12.1999
31.12.2000
Kabelfernsehsysteme
338.077
352.506
602.062
35.697
42.716
81.806
Grundstücke und Gebäude
2.910
2.416
3.912
Sonstige
2.581
5.926
12.071
Anlagen im Bau
9.298
19.719
52.832
Gesamt
388.563
423.283
752.683
abzüglich kumulierte Abschreibungen
(110.219)
(146.495)
(193.102)
Sachanlagen — netto
278.344
276.788
559.581
Betriebs- und Geschäftsausstattung
Die Abschreibungen auf Sachanlagen betrugen für 1998 15.184.000 €, 1999 36.318.000 €
und für 2000 46.727.000 €.
67
6. Sale-and-Leaseback
In den Monaten März und Oktober 1993 schloss die Gesellschaft zwei Hauptleasingverträge ab, in denen die Bedingungen der Mehrzahl der Sale-and-Leaseback-Geschäfte
mit Kabelnetzen geregelt sind. Nach dem Vertrag vom März 1993 haben Sale-andLeaseback-Geschäfte eine Laufzeit von neun Jahren und eine monatliche Leasingrate
von ungefähr 1,6 % des ursprünglichen Verkaufspreises. Am Ende der Vertragslaufzeit
hat die Gesellschaft entweder die Möglichkeit, den Vertrag um ein weiteres Jahr zu
verlängern oder die Kabelnetze zu höchstens 10,0 % des ursprünglichen Verkaufspreises
oder des in den Büchern des Leasinggebers verzeichneten Nettobuchwerts zurückzukaufen. Nach dem im Oktober 1993 eingegangenen Vertrag haben Sale-andLeaseback-Geschäfte eine Laufzeit von neun Jahren und eine monatliche Leasingrate
von ungefähr 1,5 % des ursprünglichen Verkaufspreises. Die Gesellschaft hat die
Möglichkeit, Leasingvereinbarungen im Rahmen dieses Vertrages nach Ablauf von sechs
Jahren gegen Zahlung eines Betrags in der Höhe von ca. 11,5 % des ursprünglichen
Verkaufspreises zuzüglich des Gegenwartswertes der noch ausstehenden monatlichen
Leasingraten zu beenden. Der Leasinggeber ist berechtigt, die Gesellschaft dazu
aufzufordern, die Kabelnetze am Ende der Vertragslaufzeit zu einem Betrag in der Höhe
von ca. 11,5 % des ursprünglichen Verkaufspreises zurückzukaufen. Wird die Kaufoption
nicht wahrgenommen, verlängert sich die Leasingvereinbarung um drei weitere Jahre.
Die Leasingvereinbarungen wurden gemäß „Statement of Financial Accounting
Standards“ Nr. 98 als Finanzierungsleasing verbucht.
T€
31.12.1998
31.12.1999
31.12.2000
Sales-and-Leaseback-Verbindlichkeiten
44.166
14.122
13.669
Davon im nächsten Jahr fällig
21.437
3.481
4.341
Am 1. Februar 1999 hat die Gesellschaft Kabelnetze gekauft, die zuvor Gegenstand
verschiedener Sale-and-Leaseback-Verträge gewesen waren. Die Differenz zwischen
Kaufpreis und Nettobuchwert der Verpflichtungen aus den Sale-and-LeasebackVerträgen belief sich auf 5.991.000 € und erhöhte die Sachanlagen um den entsprechenden Betrag.
68
Anhang (US-GAAP)
Am 1. Juli 1999 hat die Gesellschaft Kabelnetze zurückgekauft, die zuvor Gegenstand
verschiedener Sale-and-Leaseback-Verträge gewesen waren. Die Differenz zwischen
Kaufpreis und Nettobuchwert der Verpflichtungen aus den Sale-and-LeasebackVerträgen belief sich auf 2.003.000 € und erhöhte die Sachanlagen um den
entsprechenden Betrag.
Die Fälligkeiten der Sale-and-Leaseback-Verbindlichkeiten für die nächsten fünf Jahre
sahen zum 31. Dezember wie folgt aus:
T€
2001
4.341
2002
3.931
2003
2.665
2004
1.274
2005
906
Danach
552
Summe
13.669
Vermögensgegenstände aus Finanzierungsleasing werden wie folgt unter Sachanlagen
aufgeführt:
T€
Kabelfernsehnetze
abzüglich kumulierte Abschreibungen
Kabelfernsehnetze – netto –
31.12.1998
31.12.1999
31.12.2000
58.140
24.070
27.991
(20.642)
(10.238)
(12.329)
37.768
13.832
15.662
Der Abschreibungsaufwand für Vermögensgegenstände, die unter Finanzierungsleasing
verbucht wurden, belief sich 1998 auf rund 4.627.000 €, 1999 auf 2.506.000 € und
2000 auf 2.091.000 €.
69
7. Bank- und sonstige Schulden
Bank- und sonstige Schulden zum Bilanzstichtag 31. Dezember setzten sich wie folgt
zusammen:
T€
Bankkredite
Überziehungskredite
Deutsche Telekom-Darlehen
Sonstige
31.12.1998
31.12.1999
31.12.2000
138.049
207.840
727.500
2.750
11
7.736
722
196
85
2.354
44
870
143.875
208.091
736.191
Gesamte Bankschulden und
sonstige Verbindlichkeiten
Mit Wirkung zum 18. September 2000 vereinbarte die Gesellschaft mit einigen Banken
einen neuen Kreditrahmen („der Kreditrahmen“). Der Gesamtbetrag des Kreditrahmens
betrug 1.000.000.000 €, der sich aus einer revolvierenden Kreditlinie von 985.000.000 €
und einem Überziehungskredit in Höhe von 15.000.000 € zusammensetzt. Gemäß den
Regelungen des Kreditrahmens reduziert sich der zur Verfügung stehende Betrag in
gleichen vierteljährlichen Beträgen. Die folgenden Beträge stehen jeweils unter dem
Kreditrahmen zum 31. Dezember des angegebenen Jahres zur Verfügung:
Jahr
T€
2001
1.000.000
2002
1.000.000
2003
935.750
2004
837.223
2005
738.723
2006
640.223
2007
517.098
2008
339.798
2009
0
70
Anhang (US-GAAP)
Unter der revolvierenden Kreditlinie können die Tochtergesellschaften in Höhe der
Kreditlinie bis zum 31. Dezember 2009 ausleihen, tilgen und erneut ausleihen. Am 31.
Dezember 2009 werden alle Kreditbeträge fällig und müssen zurückgezahlt werden. In
Verbindung mit einer Akquisition von 6.344.000 € hat die Gesellschaft entsprechende
Akkreditive umgeschichtet, wodurch sich die Möglichkeiten zur Kreditaufnahme um
diesen Betrag reduzieren. Am 31. Dezember 2000 hatten die Tochtergesellschaften noch
einen Betrag von 251.156.000 € unter der revolvierenden Kreditlinie zur Verfügung. Der
Zinssatz der revolvierenden Kreditlinie zum 31. Dezember 2000 betrug 7,50 %.
Unter der Überziehungskreditlinie kann die Gesellschaft bis zum 31. Dezember
2009 bis zur Höhe der eingeräumten Kreditlinie Beträge in Anspruch nehmen, tilgen und
wieder ausleihen. Am 31. Dezember 2009 werden alle Kreditbeträge fällig und müssen
zurückgezahlt werden. Am 31. Dezember 2000 hatte die Gesellschaft unter der
Überziehungskreditlinie einen noch nicht genutzten Verfügungsrahmen von 7.264 €. Der
Zinssatz der Überziehungskreditlinie zum 31. Dezember 2000 betrug 7,5 %.
Die Zinssätze für ausgeliehene Beträge des Kreditrahmens werden zum Zeitpunkt
der Ausleihung festgelegt und basieren auf dem EURIBOR bei Beträgen in Euro und auf
dem LIBOR bei Kreditbeträgen in anderen Währungen, zuzüglich einer Marge zwischen
0,75 % und 2,5 % pro Jahr. Die Marge ist abhängig von der Relation zwischen
Bankschulden und dem jährlichen operativen Cashflow der Gesellschaft. Am 31.
Dezember 2000 betrug die Marge 2,5 % oder 7,5 % bei einem variablen EURIBORZinssatz von 5 %.
Der Kreditrahmen ist u.a. durch Ansprüche auf im Wesentlichen alle Forderungen
der Gesellschaft aus dem Kabelfernsehgeschäft, den Konzessionsvereinbarungen, den
Kabelnetzwerken und den Anteilen an allen Tochtergesellschaften der primaCom
besichert. Zusätzlich enthält der Kreditvertrag Bedingungen, welche die Gesellschaft
u. a. verpflichten, bestimmte Relationen in Bezug auf Cashflow und Fremdkapital
einzuhalten. Außerdem ergeben sich aus dem Kreditvertrag Restriktionen, die es der
Gesellschaft unter Umständen verbieten, weitere Kredite aufzunehmen, Umsatzerlöse
oder Vermögensgegenstände zu belasten, Ausleihungen an Dritte zu geben oder
Verbindlichkeiten zu übernehmen, Vermögensgegenstände zu verkaufen und Dividenden
oder Ausschüttungen vorzunehmen.
Am 18. September 2000 vereinbarte die Gesellschaft einen Kreditrahmen zur
Erhöhung des Nettoumlaufvermögens in Höhe von 375.000.000 € mit einer Laufzeit von
zehn Jahren. Am gleichen Tage schloss die Gesellschaft ein Contingent Value Right
Agreement(1) („CVR“) ab, das Vorbedingung für die Verpflichtung der Darlehensgeber im
(1) Vereinbarung über das Recht auf bedingte Wertstellung
71
Rahmen der Kreditlinie zur Erhöhung des Nettoumlaufvermögens durch Chase
Securities, Inc., als CVR-Konsortialbank war. Nach Maßgabe der CVR-Vereinbarung,
insbesondere verschiedener Bestimmungen zum Schutz der Inhaber von CVRZertifikaten vor Verwässerung, muss die Gesellschaft auf entsprechende Aufforderung
vor oder am 18. September 2010 jedem Inhaber eines CVR-Zertifikats einen Betrag
zahlen, welcher der Differenz zwischen dem Marktpreis einer Stammaktie der PrimaCom
AG am Tag der Ausübung des CVR und 110 % des Marktpreises dieser Stammaktie am
jeweiligen Ausgabetag entspricht; Ausgabedaten sind jeweils der 30. September 2001,
der 31. Dezember 2001, der 31. März 2002 und der 30. Juni 2002. Die Gesamtanzahl der
unter der CVR-Vereinbarung auszugebenden CVRs entspricht 5 % der im Umlauf
befindlichen Aktien der Gesellschaft. Per 31. Dezember 2000 hatte die Gesellschaft
keine Darlehen im Rahmen dieser Kreditlinie zur Erhöhung des Nettoumlaufvermögens
in Anspruch genommen.
Im Zusammenhang mit dem Kreditrahmen wurden in den sonstigen Vermögensgegenständen Finanzierungskosten in Höhe von 20.073.000 € aktiviert. Diese
Finanzierungskosten werden als Zinsaufwand über eine Periode von neun Jahren, der
Laufzeit des Kreditrahmens, verteilt. Eine Bereitstellungsprovision von 0,5 % p. a. wird
auf den nicht in Anspruch genommenen Betrag des Kreditrahmens erhoben.
Im Jahr 2000 hatte die Gesellschaft einen zusätzlichen Zinsaufwand in Höhe von
2.045.000 € in Zusammenhang mit der Finanzierung des Netzausbaus. Dieser Betrag
wurde aktiviert und dem Kabelanlagevermögen zugeschrieben.
Am 18. September 2000 kündigte und refinanzierte die Gesellschaft im
Zusammenhang mit der Akquisition von Multikabel die bestehende Bankkreditlinie und
schrieb den nicht amortisierten Teil der Gebühren und Kosten in Verbindung mit der
gekündigten Kreditlinie ab. Die damit verbundenen Abschreibungen resultierten in
einem außerordentlichen Verlust von 8.180.000 € vor Ertagsteuern.
Die Gesellschaft hat mehrere Darlehen zur Finanzierung der Kabelnetzwerke von
der Deutschen Telekom erhalten. Der gewährte Darlehensbetrag steht in direktem
Verhältnis zu der Anzahl der Teilnehmer am Kabelnetzwerk. Die Rückzahlungsbedingungen sehen 96 monatliche Ratenzahlungen zu je 1/70 des ursprünglichen
Darlehensbetrages plus Zinsen vor.
72
Anhang (US-GAAP)
Die Fälligkeiten der Bankdarlehen und anderer Verbindlichkeiten in den nächsten
fünf Jahren gestalten sich wie folgt:
T€
2001
995
2002
—
2003
—
2004
–
2005
–
Danach
735.236
Bankschulden und andere Verbindlichkeiten
736.191
T€
31.12.1998
31.12.1999
31.12.2000
2.574
4.264
24.173
1.314
2.115
1.544
3.888
6.379
25.717
Zinszahlungen während des Zeitraums
Bankschulden
Sale-and-Leaseback-Geschäfte
(Erläuterung 8)
8. Finanzierungsinstrumente
Die Gesellschaft hat Vereinbarungen über Höchstzinssätze abgeschlossen, mit deren
Hilfe das Risiko steigender Zinssätze begrenzt werden soll und die für die nächsten fünf
Jahre als Sicherungsgeschäft für Darlehen innerhalb des revolvierenden Kreditrahmens
mit variablem Zinssatz gedacht sind. Eine Zinsobergrenze berechtigt die Gesellschaft,
von der Gegenpartei gegebenenfalls eine Zahlung in Höhe der Überschreitung der
hypothetischen Zinsaufwendungen („strike price“, Ausübungspreis) auf einen bestimmten fiktiven Betrag zu einem aktuellen Marktzinssatz über einen in der Vereinbarung
festgelegten Betrag zu erhalten. Der einzige Betrag, den die Gesellschaft an die
Gegenpartei zahlen muss, ist der Aufschlag. Die Gesellschaft hat ebenfalls eine
73
Vereinbarung über Höchstzinssätze mit einem doppelten Ausübungspreis („strike price“)
abgeschlossen. Der erste Ausübungspreis eines doppelten Ausübungspreises gilt
solange, bis der relevante Zinssatz den zweiten Ausübungspreis überschreitet; von da
ab gilt der zweite Ausübungspreis. Der Aufschlag eines zweifachen Ausübungspreises ist
stets niedriger als der eines einfachen Ausübungspreises. Der Aufschlag kann auch
dann niedriger sein, wenn der Kontrakt eine Zinsuntergrenze enthält. Die Zinsuntergrenze berechtigt die Gegenpartei zum Erhalt einer Zahlung durch die Gesellschaft, sollte
der Zinssatz unter eine vereinbarte Mindestgrenze („Zinsuntergrenze“) fallen, wobei die
potenziellen Ertragsaussichten der Gesellschaft durch fallende Zinssätze effektiv begrenzt werden. Der Ausübungspreis dieser Vereinbarungen kann höher als der jeweilige
Marktpreis zum Zeitpunkt des Abschlusses sein. Die in den Kontrakten festgelegten
Zinssätze haben und werden voraussichtlich auch weiterhin weitgehend mit den
Zinssätzen, die für die Gesellschaft im Rahmen ihrer revolvierenden Kreditlinie mit
variablem Zinssatz Anwendung finden, übereinstimmen. Sollte der benannte indexierte
Zinssatz den Ausübungspreis übersteigen, werden Zahlungseingänge als sonstige
antizipative Aktiva behandelt und als Minderung der Sollzinsen verbucht. Der Kontraktaufschlag wird anderen Vermögensgegenständen zugerechnet und anteilig als Sollzinsen
während der Laufzeit der Vereinbarung abgeschrieben.
Die folgende Aufstellung gibt eine Übersicht über den Status der
Finanzierungsinstrumente zum 31. Dezember 2000:
Fiktiver Betrag
Zinsunter-
Ausübungs-
Aufschlag
Marktwert
Anfangsdatum
Ablaufdatum
€
grenze %
preis %
€
€
10. Juni 1999
10. Juni 2004
25.000.000
2,50
5,50
200.000
einmalig
127.000
22. Juni 1999
24. Juni 2004
25.000.000
—
4,35
125.500
jährlich
50.000
20. Juli 1999
20. Juli 2004
25.000.000
—
4,50
– 5,50
130.500
jährlich
(48.000)
20. September
1999
22. September
2004
25.000.000
2,75
5,50
105.000
jährlich
(198.000)
18. Dezember
2000
18. Dezember
2003
62.500.000
4,65
5,25
(265.000)
18. Dezember
2000
18. Dezember
2003
62.500.000
4,55
5,50
(271.000)
74
Anhang (US-GAAP)
Nach Beendigung einer Vereinbarung über Höchstzinssätze wird ein Gewinn, insoweit
dieser auf die Differenz zwischen Marktzinssätzen und dem niedrigeren Ausübungspreis
des Höchstzinssatzes zurückzuführen und es auch weiterhin wahrscheinlich ist, dass
Kredite aus dem revolvierenden Kreditrahmen über einen Betrag, der mindestens so
hoch ist wie der fiktive Betrag der beendeten Vereinbarung, noch ausstehen, mit
anderen Verbindlichkeiten verrechnet und über die noch verbleibende Laufzeit der
Vereinbarung als Minderung der Sollzinsen abgeschrieben. Weitere Gewinne oder
Verluste werden unter Gewinnen verbucht. Ein fiktiver Betrag aus diesen Vereinbarungen, der den als ausstehend zu erwartenden Saldo des revolvierenden
Kreditrahmens mit variablem Zinssatz überschreiten sollte, wird zu Marktbedingungen
behandelt, wobei die Änderungen im Marktwert unter sonstigen Einnahmen (Ausgaben)
verbucht werden.
9. Geschäfte mit der Gesellschaft nahstehenden Personen und
Unternehmen
Im September 1998 übertrug die Aktiengesellschaft für Beteiligungen an Telekommunikationsunternehmen („AGFB“) ihre Beteiligung an verschiedenen Kabelfernsehgesellschaften der Süweda. Zusätzlich wurden die stillen Gesellschaftsdarlehen
erlassen. Als Gegenleistung erhielt die AGFB 68.255 Süweda-Stammaktien. Diese
Transaktionen wurden zur Vorbereitung der Verschmelzung vorgenommen. AGFB war
der größte Aktionär der Süweda.
Im Zuge der Verschmelzung einigten sich AGFB und die Aktionäre der KabelMedia
und Süweda darauf, dass AGFB auf primacom verschmolzen werden sollte, wobei
primacom als überlebende Gesellschaft bestehen bleiben sollte. Im Juli 1999 unterzeichneten primacom und AGFB den nach deutschem Recht erforderlichen
Verschmelzungsbericht, in der die Gründe, das Prozedere und die Bewertung der
vorgeschlagenen Verschmelzung von AGFB auf primacom dargelegt sind. Im Oktober
2000 wurde die Verschmelzung der AGFB auf die PrimaCom AG ins Handelsregister des
Amtsgerichts Mainz eingetragen. AGFB war eine an der Börse notierte Gesellschaft mit
15.000.000 im Umlauf befindlichen AGFB-Aktien. Der einzige wesentliche Vermögensgegenstand der AGFB waren 3.750.000 primacom-Aktien, die nach Abschluss der
Verschmelzung alle auf die AGFB-Aktionäre im Verhältnis 1:4 (1 primacom-Aktie gegen
jeweils 4 AGFB-Aktien) übergingen.
75
Am 31. Dezember 2000 erwarb die Gesellschaft die Anteile von Friedrichsthal, die
mehrheitlich im Besitz von Wolfgang Preuß, einem Aktionär der Gesellschaft, waren (vgl.
Erläuterung 3).
Die Gesellschaft hat einen fälligen Kredit in Höhe von 245.000 €, zahlbar
an die WVH Wohnungsbau- und Wohnungsbaugenossenschaft Reidenau GmbH, einen
Minderheitsaktionär einer Tochtergesellschaft.
10. Ertragsteuer
Die Gesellschaft und ihre konsolidierten Tochterunternehmen reichen jeweils getrennte
Ertragsteuererklärungen gemäß den deutschen Steuergesetzen ein. Nach den
deutschen Steuergesetzen setzt sich die Ertragsteuer aus der Körperschaftsteuer und
der Gewerbesteuer zusammen. Die getrennt errechneten Steuerschulden der primacom
und ihrer Tochtergesellschaften werden in den Konzernjahresabschlüssen
zusammengefasst.
Der jeweils zum Bilanzstichtag 31. Dezember gebuchte Steuerertrag/-aufwand
setzt sich wie folgt zusammen:
T€
Laufende Ertragsteuern
Latente Steuern
Total
31.12.1998
31.12.1999
31.12.2000
(845)
(1.667)
(1.258)
18
–
(3.000)
(827)
(1.667)
(4.258)
Der effektive Steuersatz der Gesamtertragsteuerbelastung der primacom war 51,8 % für
das Jahr 1999 und 2000.
Im Jahr 2000 wurde die Steuergesetzgebung in Deutschland dahingehend
geändert, dass der Körperschaftsteuersatz von 40 % auf 25 % gesenkt wurde. In
Übereinstimmung mit FAS 109 zeigte die Gesellschaft im Jahr 2000 eine Minderung der
nicht liquiditätswirksamen latenten Steuern in Höhe von 15.074.000 € als Folge der
Änderung dieses Steuersatzes.
76
Anhang (US-GAAP)
Die nachfolgende Tabelle zeigt die steuerliche Auswirkung auf die
Steuererstattungsansprüche und Steuerverbindlichkeiten zum 31. Dezember 1998,
1999 und 2000:
Zum
laufenden Geschäft
T€ 31. Dezember 2000 hatte PrimaCom in Deutsc18d
31.12.1998aus dem
31.12.1999
31.12.2000
einen kumulierten Verlustvortrag für die Körperschaftsteuer von rund 133.733.000
Latente Steuerguthaben:
und für die Gewerbesteuer von ungefähr 131.483.000 . Zusätzlich hatte PrimaCom in
den
Niederlanden einen kumulierten Verlustvortrag
an Körperschaftsteuer
aus dem
Verlustvortrag
75.553
83.792
55.109
laufenden Geschäft in Höhe von 12.594.000 . Entsprechend dem gegenwärtigem
Sachanlagen
–
1.694
33.364
deutschen und niederländischen Steuerrecht können diese Verlustvorträge auf
unbegrenzte
Zeit vorgetragen und so mit zukünftigen
zu versteuernden– Einkommen der
Senior Notes
19.082
–
PrimaCom verrechnet werden. Die Steuerzahlungen in 1998, 1999 und 2000 betrugen
Sale-and-Leaseback
1.049
150
–
jeweils
rund 565.000 , 1.670.000 und 1.656.000
.
Rückstellungen
Abzüglich kumulierte Wertberichtigung
4.893
462
–
100.577
86.615
88.700
(18.149)
(1.483)
(9.773)
82.428
84.165
78.800
(31.025)
(34.588)
(30.001)
(2.950)
(1.860)
–
(1.181)
–
–
(2.443)
(861)
(530)
44.829
47.306
48.169
Latente Steuerschulden:
Sachanlagen
Aktivierte Finanzierungsgebühren
Sale-and-Leaseback
Sonstige
Latente Steuerschulden:
Zum 31. Dezember 2000 hatte primacom in Deutschland aus dem laufenden Geschäft
einen kumulierten Verlustvortrag für die Körperschaftsteuer von rund 133.733.000 €
und für die Gewerbesteuer von ungefähr 131.483.000 €. Zusätzlich hatte primacom in
den Niederlanden einen kumulierten Verlustvortrag an Körperschaftsteuer aus dem
laufenden Geschäft in Höhe von 12.594.000 €. Entsprechend dem gegenwärtigem
deutschen und niederländischen Steuerrecht können diese Verlustvorträge auf unbe-
77
grenzte Zeit vorgetragen und so mit zukünftigen zu versteuernden Einkommen der
primacom verrechnet werden. Die Steuerzahlungen in 1998, 1999 und 2000 betrugen
jeweils rund 565.000 €, 1.670.000 € und 1.656.000 €.
11. Verpflichtungen
primacom erhält direkt von der Deutschen Telekom („Telekom“) aufgrund verschiedener
Signalübertragungsverträge ein bestimmtes Programmangebot. Diese Verträge sind in
der Regel für einen vorher bestimmten Zeitraum festgelegt und unterliegen danach
auszuhandelnden Verlängerungen. Unter diesen Verträgen zahlt primacom der
Deutschen Telekom üblicherweise entweder ein Pauschalentgelt oder ein Entgelt pro
Kunde, das unter Bezugnahme auf eine veröffentlichte Preisübersicht bestimmt wird.
Am 31. Dezember 2000 hatte primacom eine Gesamtverpflichtung von ca.118.788.000 €
bis zum Jahr 2010. Im Jahr 2010 läuft der letzte Vertrag aus. Zu den Bilanzstichtagen 31.
Dezember 1998, 1999 und 2000 betragen die an die Deutsche Telekom gezahlten und in
den Betriebsausgaben enthalten Signallieferungsentgelte jeweils rund 10.499.000 €,
18.592.000 € und 20.617.000 €.
primacom hat für die Nutzung von diversen Büroeinrichtungen und Kraftfahrzeugen
Leasingverträge abgeschlossen. Die Leasingverträge sehen eine Grundmietzeit von
generell drei bis fünf Jahren vor und sind mit einer Verlängerungsoption unter dann
neuen Bedingungen versehen. Die Leasingaufwendungen betrugen jeweils 511.000 €,
1.585.000 € und 1.900.000 € in den Jahren 1998, 1999 und 2000.
Die zukünftigen jährlichen Mindestzahlungen der unkündbaren Leasingverträge
betrugen am 31. Dezember 2000:
T€
2001
1.956
2002
1.311
2003
745
2004
490
2005
228
Danach
681
Gesamt
5.411
78
Anhang (US-GAAP)
12. Aktienoptionspläne
Am 22. Februar 1999 verabschiedete die Gesellschaft einen Aktienoptionsplan
zugunsten all ihrer Mitarbeiter und der Mitarbeiter ihrer Tochterunternehmen (1999er
„Universal Stock Option Plan“) und einen Aktienoptionsplan für ihre Führungskräfte und
die Führungskräfte der Tochterunternehmen (1999er „Executive Stock Option Plan“). Die
beiden Aktienoptionspläne sehen die Ausgabe von Optionen auf den Kauf von Aktien an
berechtigte Mitarbeiter und Führungskräfte vor. Die Gesellschaft ist berechtigt,
insgesamt 1.000.000 Aktien auszugeben, davon 300.000 Aktien gemäß dem Universal
Stock Option Plan und 700.000 Aktien gemäß dem Executive Stock Option Plan.
Die Rechte an den 1999 und 2000 gewählten Optionen unter dem Universal Stock
Option Plan und dem Executive Stock Option Plan entstehen über drei Jahre. Ein Drittel
der Optionen wird am ersten Jahrestag der Ausgabe unverfallbar; die Rechte an den
übrigen Optionen entstehen monatlich zu gleichen Teilen im Verlauf der folgenden zwei
Jahre. Die ausgegebenen Optionen können nach dem zweiten Jahrestag der Ausgabe
erstmals ausgeübt werden und verfallen am fünften Jahrestag der Ausgabe. Sollte das
Beschäftigungsverhältnis des Optionsinhabers vor der vollständigen Zuteilung der
Optionen enden, werden die Optionen nur anteilig auf der Basis von 1/36 der Anzahl der
vollen Monate des Beschäftigungsverhältnisses ausgeben, gerechnet vom Tag der
Optionsausgabe an bis zum Tag des Austritts. Optionen können nur dann ausgeübt
werden, wenn der auf der Grundlage von fünf aufeinanderfolgenden Handelstagen an
der Frankfurter Wertpapierbörse unmittelbar vor der ersten Optionsausübung
berechnete durchschnittliche Tagesschlusskurs der Aktien wenigstens 120 % des
jeweiligen Basispreises der Optionen entspricht.
Im Juli 2000 hat die Gesellschaft zwei neue Aktienoptionspläne aufgelegt, und
zwar den 2000er Universal-Aktienoptionsplan mit 150.000 Optionen und den 2000er
Executive-Aktienoptionsplan mit 350.000 Optionen. Unter den 2000er Plänen dürfen
erst dann Aktienoptionen ausgegeben werden, wenn die entsprechenden 1999er Pläne
vollständig ausgenutzt sind.
79
Die Gewährung von Aktienoptionen stellt sich bisher wie folgt dar:
Gewogener
durchschnittlicher
AusübungsAnzahl
preis
der Aktien
€
Gewogener
durchschnittlicher
Marktwert der
im Laufe des
Jahres gewährten Optionen
€
Ausgegebene Optionen,
Stand: 31. Dezember 1998
—
—
—
Zugeteilt
913.428
31.02
12.74
Ausgeübt
—
—
—
Verfallen
—
—
—
Verwirkt
154.931
29.00
—
Stand: 31. Dezember 1999
758.497
31.44
—
Zugeteilt
121.000
53.81
23.25
Ausgeübt
—
—
—
Verfallen
—
—
—
Verwirkt
25.813
38.85
—
853.684
34.38
—
—
—
—
Stand: 31. Dezember 2000
Optionen ausführbar
per 31. Dezember 1999
Für die zum 31. Dezember 2000 gewährten Optionen schwankt der Ausübungspreis
zwischen 29,00 € und 81,87 €, und die verbleibende Vertragslaufzeit beträgt im
gewogenen Durchschnitt 1,4 Jahre.
80
Anhang (US-GAAP)
Für die 1999 und 2000 ausgegebenen Optionen beliefen sich die damit
verbundenen Kosten auf 2.757.000 € bzw. 3.558.000 €. Der Marktwert jeder gewährten
Option wird am Tag ihrer Zuteilung geschätzt, wobei die Black-Scholes-Formel zur
Ermittlung des Preises von Optionsscheinen mit den folgenden gewogenen Annahmen
angewendet wird:
%
Zinssatz für risikofreie Anlagen
Erwartete Dividendenrendite
Erwartete Laufzeit
Erwartete Volatilität
1999
2000
3,2 - 4,6
3,2 - 5,1
0,0
0,0
3 Jahre
3 Jahre
58,0
58,0 - 75,1
13. Eventualverbindlichkeiten
Gerichtsverfahren
Rechtsstreitigkeiten bezüglich der Tätigkeit der Süweda vor der Verschmelzung
Durch die Verschmelzung von KabelMedia und Süweda im Dezember 1998 wurde die
Gesellschaft Rechtsnachfolgerin der Süweda. Um die Risiken aus den übernommenen
Rechtsstreitigkeiten zuordnen zu können, trafen KabelMedia und Wolfgang und Ludwig
Preuß — die hauptsächlichen Anteilseigner der Süweda — eine Freistellungsvereinbarung,
nach der sich Wolfgang und Ludwig Preuß als Gesamtschuldner verpflichteten,
KabelMedia, die Gesellschaft und ihre Rechtsnachfolger bis zum 20. November 2003
von allen Ansprüchen und Schäden aus oder im Zusammenhang mit zivilrechtlichen oder
strafrechtlichen Rechtsstreitigkeiten oder Verfahren, und zwar einschließlich
bestimmter laufender Verfahren, freizustellen, die vor der Verschmelzung gegen Süweda
anhängig waren, unabhängig davon, ob sie gegen die Gesellschaft oder mit der
Gesellschaft verbundenen Unternehmen, ihren gegenwärtigen oder früheren
Geschäftsführer oder gegen KabelMedia (der Rechtsvorgängerin) in ihrer Eigenschaft als
Rechtsnachfolgerin von Süweda geltend gemacht werden.
81
Sämtliche Risiken im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten gegenüber
Herstellern oder Nutzern, die sich aus Planung, Herstellung, Produktion und Vertrieb von
Breitbandkabelnetzen ergeben, sowie sämtliche Risiken aus Rechtsstreitigkeiten aus
dem üblichen Geschäftsbetrieb, die die Summe von rund 13.000 € im Einzelfall bzw.
511.000 € insgesamt nicht übersteigen, sind von der Freistellungsvereinbarung
ausgeschlossen. Für den Fall, dass die gesamten Forderungen den Betrag von 511.000 €
übersteigen, erstreckt sich die Haftung unter der Freistellungsvereinbarung lediglich auf
den Betrag, der darüber hinausgeht. Die Gesellschaft hat das Recht, die anhängigen
Prozesse in Alleinverantwortung zu führen. Jedoch haben Wolfgang und Ludwig Preuss
ein Einspruchsrecht hinsichtlich der Einlegung von Rechtsmitteln oder der Erledigung
des Streitgegenstandes durch Vergleich. Die Vereinbarung sieht vor, dass mögliche
Streitigkeiten zwischen der Gesellschaft und Wolfgang und Ludwig Preuss durch einen
unabhängigen Anwalt zu entscheiden sind.
Derzeit läuft ein Zivilverfahren, das unter die Freistellungsvereinbarung fällt.
Dieses wurde durch die Bundesanstalt für Vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BVS)
gegen Süweda wegen des Erwerbs der Brandenburgischen Bau AG (BBAG) angestrengt.
Die BVS verklagte Süweda auf Zahlung einer Vertragsstrafe von 7.465.000 € wegen
Vertragsverstoßes. Die BVS behauptete, dass Süweda durch den Abbau von
Arbeitsplätzen bei der BBAG gegen den Vertrag verstoßen habe. Das Landgericht Berlin
wies die Klage auf Zahlung einer Vertragsstrafe ab. Im November 1998 legte die BVS
gegen das Urteil Berufung ein und reduzierte ihre Forderung auf 6.851.000 €. Die
Gesellschaft hat einen Vergleich, der bei der mündlichen Verhandlung am 1. November
2000 geschlossen wurde, widerrufen, wonach sie der BVS 3.553.000 € zu zahlen
gehabt hätte. Das Oberlandesgericht Berlin hat die nächste mündliche Verhandlung für
Juni 2001 angesetzt. Es besteht das Risiko, dass die BVS ihre Forderung wieder in der
Höhe des ursprünglichen Betrages geltend machen wird.
Rechtsstreitigkeiten mit Wohnungsbaugesellschaften
Im Jahre 1998 erhob die Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft mbH
(„GGG“) mit Sitz in Chemnitz, die mit der Gesellschaft eine Gestattungsvereinbarung
abgeschlossen hat, Zivilklage, um die Gesellschaft in der Entscheidung über
Entgelterhöhungen hinsichtlich der Teilnehmer in den von der GGG verwalteten
Wohnungen an die Zustimmung der GGG zu binden. Im Verlauf des Rechtsstreits schloss
sich die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft e. G., die mit der Gesellschaft eine
Gestattungsvereinbarung mit einer vergleichbaren Vertragsklausel abgeschlossen hat,
dieser Klage an. Die Gesellschaft versorgt aufgrund der betreffenden Gestattungsvereinbarungen insgesamt ca. 30.000 und 4.000 Teilnehmer.
82
Anhang (US-GAAP)
In dem gegen die Gesellschaft geführten Gerichtsverfahren hat das zuständige
Landgericht Chemnitz hingegen im Oktober 1998 zugunsten der GGG entschieden. Die
Gesellschaft legte gegen die Entscheidung des Landgerichts Chemnitz beim
Oberlandesgericht Dresden Berufung ein. Dem Verfahren schlossen sich auf Seiten der
GGG zusätzlich zur Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft e. G. zwei weitere
Wohnungsbaugesellschaften an. Das Oberlandesgericht Dresden hat unsere Berufung
jedoch zurückgewiesen. Gegen das Urteil des Oberlandesgerichts legte die Gesellschaft
im Frühjahr 1999 beim Bundesgerichtshof (BGH) Revision ein. Obwohl die Gesellschaft
davon ausgeht, dass sie in diesem Rechtsstreit obsiegen wird, sind die durch die
Entgelterhöhung seit 1. Januar 1999 entstandenen Umsatzsteigerungen von uns noch
nicht berücksichtigt worden. Das mündliche Verfahren vor dem BGH fand am 6. März
2001 statt. Am gleichen Tage verkündete der BGH das Urteil, dass die Entscheidung
des Oberlandesgerichts in Dresden aufzuheben ist und die Klage vor dem Landgericht
Chemnitz abgewiesen wird. Die Gesellschaft wird zunächst die Entscheidungsgründe des BGH abwarten, bevor sie den Umfang der Entscheidung auf ihr Geschäft
feststellen kann.
Im Dezember 1998 kündigte die GGG ihre Gestattungsvereinbarung mit Wirkung
zum 31. Dezember 1999, ca. zwölf Jahre vor Ablauf der regulären Vertragszeit. Die
Wohnungsbaugesellschaft begründete ihre vorzeitige Kündigung der Gestattungsverträge damit, dass die Gesellschaft ohne ihre Zustimmung die Preise erhöht hatte, ein
Vorgehen, das Gegenstand des beim Bundesgerichtshof anhängigen weiteren
Verfahrens war, und damit die vertraglichen Rechte der Wohnungsbaugesellschaften
aufgrund der Gestattungsvereinbarungen verletzt hätte, und behauptete weiterhin, dass
die zwischen den Parteien vereinbarte Laufzeit der Gestattungsvereinbarungen als
Allgemeine Geschäftsbedingungen einzuordnen sei und wegen Verstoßes gegen das
Gesetz zur Regelung des Rechts der Allgemeinen Geschäftsbedingungen und aufgrund
der 20-jährigen Laufzeit der Gestattungsvereinba rungen von jeder der Parteien sofort
kündbar seien. Die Gesellschaft wies die vorzeitige Kündigung zurück, und die GGG
suchte richterliche Bestätigung für diese vorzeitige Kündigung und erhob beim
Landgericht Chemnitz gegen die Gesellschaft Zivilklage. Die Klage wurde jedoch vom
Landgericht Chemnitz am 17. Januar 2000 abgewiesen. Im Februar dieses Jahres legte
die GGG gegen dieses Urteil beim Oberlandesgericht Dresden Berufung ein. Die
Gesellschaft geht davon aus, dass sie in diesem Rechtsstreit obsiegen wird.
Im Oktober 1999 hat die Wohnungsbaugenossenschaft Wendenschloss e. G., über
die die Gesellschaft 1.365 Kunden versorgt, beim Landgericht Berlin die Feststellung
beantragt, dass die vorzeitige Kündigung ihrer Gestattungsvereinbarung rechtmäßig ist.
Das Gericht ist der Auffassung, dass die Gestattungsvereinbarung nach zwölf Jahren
83
kündbar ist. Die Gesellschaft hat gegen diese Entscheidung beim Kammergericht Berlin
Berufung eingelegt. Der Termin zur mündlichen Verhandlung wurde auf den 2. Juli 2002
anberaumt.
Rechtsstreitigkeiten mit Wohnungsbaugesellschaften und
Programmanbietern über Programmangebote
Anfang September 2000 startete primacom über ihre Niederlassung PrimaCom Region
Leipzig GmbH & Co. KG einen Testlauf ihres digitalen Fernsehproduktes in Leipzig und
wählte als Testgebiet Grundstücke der Wohnungsbaugenossenschaft Leipzig e.G., einer
örtlichen Wohnungsgesellschaft. Am 18. Oktober 2000 erließ das Landgericht auf Antrag
der Wohnungsbaugenossenschaft Leipzig e.G. eine einstweilige Verfügung, die der
Gesellschaft verbot, (1) ihr früheres Angebot hinsichtlich der analogen Fernsehprogramme einzuschränken und (2) den Kunden an Standorten der Wohnungsbaugenossenschaft Leipzig e.G. digitales Fernsehen anzubieten. Das Gericht befand, die
Gesellschaft habe durch die Einschränkung ihres analogen Fernsehangebotes und die
Einführung digitalen Fernsehens ohne die vorherige Zustimmung der Wohnungsbaugenossenschaft gegen die Bestimmungen des Gestattungsvertrages verstoßen. Nach
Erlass der einstweiligen Verfügung hat die Gesellschaft ihr ursprüngliches analoges
Fernsehangebot in vollem Umfang wieder zur Verfügung gestellt und Verhandlungen mit
der Wohnungsbaugenossenschaft Leipzig e.G. in der Absicht aufgenommen, den
Gestattungsvertrag dahingehend abzuändern, dass sie zur Einführung von digitalem
Fernsehen in Gebäuden berechtigt ist, die sich im Eigentum der Wohnungsbaugenossenschaft Leipzig e.G. befinden. Die Gesellschaft hat gegen die Entscheidung des
Landgerichts beim Oberlandesgericht Dresden Berufung eingelegt und der Termin zur
mündlichen Verhandlung wurde auf den 5. April 2001 anberaumt.
Im November und Dezember 2000 wurden den Anträgen mehrerer deutscher
Programmanbieter (Kabel 1, SAT1, Pro7, DSF, tm3, N24, RTL, RTL2, Super RTL und Vox)
beim Landgericht Leipzig auf Erlass von einstweiligen Verfügungen stattgegeben, mit
denen der Gesellschaft untersagt wurde, ohne vorheriges Einverständnis der
Programmanbieter die Sender Kabel 1, Pro7, DSF, tm3, N24 über unsere Kabelnetze
ausschließlich in digitalem Format auszustrahlen und die Sender RTL2, Super RTL and
Vox an die Kunden entgeltpflichtig im Digitalformat zu übertragen. Die Gesellschaft hat
daraufhin ihr analoges Fernsehangebot wieder zur Verfügung gestellt und betreibt ihr
Geschäft rechtmäßig hinsichtlich der ergangenen einstweiligen Verfügungen. Mit den
betreffenden Programmanbietern hat die Gesellschaft Verhandlungen aufgenommen
und eine Vereinbarung mit RTL 2, Super RTL und Vox am 1. Februar 2001 und eine
andere am 23. Februar 2001 mit tm3 geschlossen. Beide Vereinbarungen sehen vor,
84
Anhang (US-GAAP)
dass die Gesellschaft die Programme von RTL und tm3 weiterhin analog und digital
überträgt, wobei für diese Programme keine Zahlungen von oder an die Gesellschaft
anfallen. Die Vereinbarung sieht ferner vor, dass die Gesellschaft mit den anderen
Parteien einen endgültigen Einspeisungsvertrag erarbeitet und dass in dem Fall, dass
Entgelte nach dieser Vereinbarung zu zahlen sind, die Entgelte rückwirkend ab dem
1. Januar 2001 erhoben werden. Ferner befindet sich die Gesellschaft in Verhandlungen
mit Kabel 1, Pro 7, DSF und N24, die nach wie vor eine gerichtliche Entscheidung
anstreben, wonach die Gesellschaft von der gleichzeitigen Ausstrahlung ihrer
Programme in digitalem und analogem Format ausgeschlossen würde. Die erste
mündliche Verhandlung für DSF war am 27. Februar 2001. Das Landgericht in Leipzig
wird seine Entscheidung am 30. März 2001 verkünden. Die Gesellschaft geht davon aus,
dass sie dieses Verfahren verlieren und ihr untersagt wird, dass DSF-Programm digital
auszustrahlen. Sie beabsichtigt, gegen jede für sie nachteilige Entscheidung in dieser
Angelegenheit Berufung einzulegen.
Gegen die Gesellschaft sind zusätzlich verschiedene schwebende Verfahren
anhängig. Die endgültige Entscheidung von solchen rechtlichen Verfahren und
Ansprüchen, einschließlich der oben beschriebenen Verfahren, wird nach Einschätzung
des Vorstands keine wesentlichen Auswirkungen auf den konsolidierten Jahresabschluss
oder die Ergebnisse der Gesellschaft haben.
14. Eigenkapital
Die Gesellschaft ist eine Aktiengesellschaft („AG“) des deutschen Rechts. Das
Grundkapital einer AG besteht aus Aktien, die handelbare Wertpapiere sind. Das
gesetzliche Mindestkapital einer AG beträgt 50.000 €. Jede Inhaberaktie berechtigt zur
Abgabe einer Stimme. Die Gesellschaft hat 30.128.552 Aktien genehmigt und
19.728.552 Inhaberaktien begeben, die einer anteilmäßigen Beteiligung am
Grundkapital von 2,56 € je Aktie entsprechen. Jede Inhaberstammaktie berechtigt zur
Abgabe einer Stimme.
85
Am 23. Februar 1999 endete das erste öffentliche Angebot von Aktien („IPO“) der
Gesellschaft mit einer Neuemission von 3.945.710 Aktien zu einem Ausgabepreis von
29,00 € je Aktie und 16,27 $ je American Depositary Share („ADS“). Die Gesellschaft
erzielte einen Emissionserlös von rund 103.425.000 €. Nach der Emission wurden die
Aktien der Gesellschaft am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem
Kürzel PRC (WKN 625910) notiert. Der Handel mit Anteilscheinen auf jeweils eine halbe
Aktie der Gesellschaft (ADS) wurde an der amerikanischen Börse NASDAQ „National
Market“ unter dem Kürzel PCAG aufgenommen.
Dividenden können nur aus dem im Einzelabschluss der Gesellschaft ausgewiesen
Bilanzgewinn beschlossen und gezahlt werden. Dieser Betrag weicht von dem
Bilanzverlust im Konzernabschluss der Gesellschaft ab, da die Bilanzierung der
Gesellschaft nach den amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften (U.S.-GAAP)
erfolgt. Zum 31. Dezember 2000 hat die Gesellschaft keinen ausschüttungsfähigen
Bilanzgewinn.
15. Ergebnis pro Aktie
Die nachfolgende Übersicht stellt die Berechnung des niedrigsten und verwässerten
Ergebnisses pro Aktie dar:
31.12.1998
31.12.1999
31.12.2000
3.432
(29.252)
(56.144)
15.782.842
19.155.613
19.726.195
0,22
(1,53)
(2,85)
Zähler:
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit in T€
Nenner:
Gewichtete Anzahl der Aktien
Niedrigstes und verwässertes Ergebnis
pro Aktie aus der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit in €
86
Anhang (US-GAAP)
16. Berichterstattung nach Geschäftsbereichen
Geschäftsbereiche werden als Bereiche eines Unternehmens definiert, für die
getrennte Finanzdaten zur Verfügung stehen, welche regelmäßig von der obersten
Geschäftsführung für operative Entscheidungen in dem Bereich oder dem
entsprechenden Gremium bewertet werden. Demzufolge wird entschieden, wie die
Ressourcen einem bestimmten Einzelbereich zugeteilt werden und wie die Leistung des
Bereichs zu bewerten ist. Die Gesellschaft ist in einem Geschäftsbereich tätig und
nahm im Jahr 2000 durch die Akquisition von Multikabel eine Geschäftstätigkeit in den
Niederlanden auf.
Die folgende Tabelle stellt Umsatz und langlebige Vermögensgegenstände nach
geographischen Gebieten dar:
T€
2000
Umsatz:
Deutschland
115.504
Niederlande
8.839
Summe Umsatz – netto –
124.343
Langlebige Vermögensgegenstände:
Deutschland
603.692
Niederlande
369.710
Summe Langlebige Vermögensgegenstände:
973.402
87
Unterschriften
Die Gesellschaft bestätigt, dass sie diesen Jahresabschlussbericht und den Bericht des
Vorstands ordnungsgemäß hat ausfertigen lassen.
PrimaCom AG
Paul Thomason
Vorstand
Hans Wolfert
Vorstand
88
89
Jahresabschluss
der PrimaCom AG
nach HGB
Bilanz
90
Gewinn- und Verlustrechnung
92
Anhang 93
Entwicklung des Anlagevermögens
Liste des Anteilsbesitzes
100
102
Der vollständige Einzelabschluss kann bei PrimaCom AG, Hegelstr. 61,
55122 Mainz angefordert werden.
90
AG–Abschluss (HGB)
Bilanz zum 31. Dezember 2000
Aktiva
DM
2000
1999
DM
TDM
–
282
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen
an solchen Rechten und Werten
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Gebäude
–
4.282
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
–
38.714
3. Anlagen im Bau
–
1.704
–
44.700
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
261.336.273,13
202.517
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
410.565.321,28
370.109
671.901.594,41
572.626
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
Fertige Erzeugnisse und Waren
–
441
–
441
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
3. Sonstige Vermögensgegenstände
399.259,01
698
67.132.014,02
18.317
846.116,84
604
68.377.389,87
19.619
273.816,20
–
–
1.296
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
931.077,71
124
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
397.231,24
801
741.881.109,43
639.889
III. Wertpapiere
Eigene Anteile
Sonstige Wertpapiere
91
Passiva
DM
2000
1999
DM
TDM
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital
98.992.760,00
98.643
479.682.177,32
476.664
273.816,20
–
26.386.695,49
92.460
Bedingtes Kapital: DM 7.500.000,00 (Vj. TDM 5.000)
II. Kapitalrücklage
III. Gewinnrücklagen
Rücklage für eigene Anteile
IV. Bilanzverlust
552.562.058,03
482.847
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Steuerrückstellungen
2. Sonstige Rückstellungen
211.491,35
860
1.416.848,78
2.611
1.628.340,13
3.471
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2. Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
3. Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
4. Sonstige Verbindlichkeiten
–
41
539.845,81
2.224
185.010.964,73
144.857
2.139.900,73
1.315
davon aus Steuern
DM 1.818.928,61 (Vj. TDM 173)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
DM 3.644,18 (Vj. TDM 199)
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
187.690.711,27
148.437
–
5.134
741.881.109,43
639.889
92
AG–Abschluss (HGB)
Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2000
DM
1. Umsatzerlöse
2. Sonstige betriebliche Erträge
2000
1999
DM
TDM
23.458.781,17
64.565
1.531.332,20
1.248
24.990.113,37
65.813
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe und für bezogene Waren
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
457.821,44
1.156
6.802.937,80
17.642
7.260.759,24
18.798
3.877.046,40
10.042
470.493,15
1.468
4.347.539,55
11.510
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung
davon für Altersversorgung DM 0,00
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
2.715.057,14
6.626
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
11.490.711,56
56.572
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
34.042.881,71
31.371
1.021.921,18
–
1.005.690,55
15.656
25.814.067,49
93.506
davon aus verbundenen Unternehmen
DM 34.042.881,71 (Vj. TDM 31.371)
8. Abschreibungen auf Finanzanlagen und
Wertpapiere des Umlaufvermögens
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon an verbundenen Unternehmen
DM 1.005.690,55 (Vj. TDM 8.271)
10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
11. Außerordentliche Erträge
12. Außerordentliche Aufwendungen
15. Sonstige Steuern
16. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
17. Verlustvortrag
18. Einstellung in die Rücklage für eigene Anteile
19. Bilanzverlust
15.715
31.191.315,86
-11.978
35.257.134,31
14.751
47.530,48
13. Außerordentliches Ergebnis
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
32.015.269,98
61.982
35.209.603,83
-47.231
-746,20
-582
54.336,62
28
53.590,42
-554
66.347.329,27
-58.655
-92.460.208,56
-33.805
-273.816,20
–
-26.386.695,49
-92.460
93
Anhang
Allgemeine Hinweise
Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach
den einschlägigen Vorschriften des AktG und der Satzung aufgestellt. Es gelten die
Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Mit notariellem Vertrag vom 6. November 2000 und mit Wirkung zum 1. April 2000 hat
primacom die Teilbetriebe in drei PrimaCom Konzerngesellschaften ausgegliedert und mit
Wirkung zum 1. September 2000 ihre verbliebenen Kabelnetze an Konzerngesellschaften
verkauft. Aufgrund dieser Ausgliederungen und Verkäufe sind die Zahlen der Bilanz zum 31.
Dezember 1999 und der GV-Rechnung für 1999 nur bedingt vergleichbar mit den
entsprechenden Werten des Geschäftsjahres 2000.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen die nachfolgenden
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:
Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert, bzw. zu
niedrigeren beizulegenden Werten, angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch
Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine
Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.
Die eigenen Anteile werden mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren
beizulegenden Wert angesetzt.
Bei den Rückstellungen sind alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.
Die Verbindlichkeiten sind zum Rückzahlungsbetrag angesetzt.
Die Rechnungsabgrenzungsposten wurden zeitanteilig gebildet.
Angaben zu Posten der Bilanz
Die Entwicklung des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibung des
Geschäftsjahres auf Seite 9 dargestellt. Die Zusammensetzung des Anteilsbesitzes ist der
Übersicht „Liste des Anteilsbesitzes“ (Seite 10 ff.) zu entnehmen.
94
AG–Anhang (HGB)
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen den Lieferungs- und
Leistungsverkehr sowie Zinsen auf Darlehen.
Die Restlaufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene
Unternehmen sowie der sonstigen Vermögensgegenstände liegen ausnahmslos unter
einem Jahr.
Die Steuerrückstellungen (TDM 211) betreffen Gewerbesteuern der Jahre 1994 und 1995.
Die sonstigen Rückstellungen entfallen auf:
TDM
Prüfung und Beratung
849
Noch nicht ausgezahlte Aufsichtsratsbezüge
440
Personalkosten (Urlaub, Boni, Berufsgenossenschaft)
120
Übrige
8
1.417
Sämtliche Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig. Sie sind sämtlich unbesichert.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus einem
kurzfristigen Darlehen, dem Cash-Pooling und sonstigen Verrechnungen.
Angaben zu Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Umsatzerlöse in Höhe von TDM 23.459 resultieren aus der Vermietung von
Kabelanschlüssen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TDM 11.491 beinhalten im
Wesentlichen Umlagen für die von Konzerngesellschaften durchgeführten Leistungen
(Management Fee) in Höhe von TDM 2.105, Nebenkosten des Geldverkehrs in Höhe von TDM
260, Beratungskosten in Höhe von TDM 2.145, Werbe- und Repräsentationsaufwendungen
in Höhe von TDM 1.545 sowie Leasinggebühren für Kabelnetze in Höhe von TDM 3.516.
95
Der außerordentliche Ertrag in Höhe von TDM 35.257 resultiert aus Verkäufen von
Kabelnetzen der Gesellschaft an Gesellschaften der PrimaCom-Gruppe. Dabei wurden Kabelnetze mit einem Buchwert von TDM 10.081 mit Wirkung zum 1. September 2000 zu einem
Preis von TDM 45.338 veräußert.
Unter den außerordentlichen Aufwendungen ist der durch die mit Wirkung zum 1. Januar
2000 erfolgten Verschmelzung der AGFB Aktiengesellschaft für Beteiliungen an
Telekommunikationsunternehmen, Mainz („AGFB“) mit der PrimaCom AG entstandene
Verschmelzungsverlust in Höhe von TDM 47 ausgewiesen. Dieser ergibt sich wie folgt:
TDM
Wert der eingebrachten Vermögensgegenstände und Schulden
121.556
abzgl. Wert der im Austausch für AGFB Aktien hingegebenen
PrimaCom Aktien (aus dem Bestand der AGFB)
121.603
= Verschmelzungsverlust
47
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von DM 1.000 entfallen in vollem Umfang
auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.
Der Bilanzverlust ermittelt sich wie folgt:
TDM
Verlustvortrag 1. Januar 2000
92.460
Jahresüberschuss 2000
66.347
Zuführung zur Rücklage für eigene Anteile
Bilanzverlust 31.Dezember 2000
274
26.387
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen ausschließlich aus dem Leasing von
Kraftfahrzeugen in Höhe von TDM 102.
96
AG–Anhang (HGB)
Ergänzende Angaben
1. Zusammensetzung der Organe, Aufwendungen für Organe
Der Aufsichtsrat besteht aus folgenden Mitgliedern:
Herr Dr. Christian Schwarz-Schilling,
Kaufmann, Büdingen, (Vorsitzender)
Herr Massimo Prelz Oltramonti,
Kaufmann, London, Großbritannien
(Stellvertretender Vorsitzender)
Herr Prof. Dr. Stefan Schwenkedel,
Fachhochschulprofessor, Wiesbaden
(Stellvertretender Vorsitzender)
Herr Dr. Klaus von Dohnanyi,
Kaufmann, Hamburg
Herr James S. Hoch,
Kaufmann, London, Großbritannien
Frau Brigitte Preuß,
Kauffrau, Mainz
Herr Boris Augustin,
Kaufmann, Ober-Olm
Herr Paul P. t’Hoen,
Kaufmann, Hilversum, Niederlande
Roland Steindorf,
Ingenieur, Liederbach (seit 27. März 2000)
Die Aufsichtsratsmitglieder sind darüber hinaus noch Mitglieder des Aufsichtsrats folgender
Gesellschaften:
Dr. Christian Schwarz-Schilling:
MOX Telecom AG, Ratingen
2 Venture AG, Bonn
Dr. Klaus von Dohnanyi:
a: prico AG, Hamburg
Kirow AG, Leipzig
Sächsische Industrie Beteiligungs AG, Freiberg
Wegweiser GmbH, Berlin
Massimo Prelz Oltramonti:
97
Jazztel plc., London, England
Oneline SIM S.p.A., Mailand/Italien
Gilbert Global Equity Capital, New York, USA
Gilbert Global Equity Capital Europe Ltd, London, England
Internet Preferential, London, England
Cybercity A/S, Kopenhagen, Dänemark
E-via S.p.A., Mailand, Italien
Vivao plc., Delaware, USA
Torc Telekom Group Ltd., Dublin, Irland
E Island, Dublin, Irland
World Access Inc., Atlanta, USA
James S. Hoch:
Netscalibur plc., London, England
Choice One Communication, New York, USA
X Tempus plc, London, England
TL Com S.p.A., Rom, Italien
2 Venture AG, Bonn
Prof. Dr. Stefan Schwenkedel:
2 Venture AG, Bonn
FAME Film & Music Entertainment AG, München
Paul t’Hoen:
Amper S.A., Madrid, Spanien
SNT Holding B.V., Zoetermeer, Niederlande
Telematic Solutions & Services B.V., Gouda, Niederlande
Roland Steindorf:
Highway One AG, München
Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2000 wie folgt zusammen:
Jacques Hackenberg,
Kaufmann (bis 15. Dezember 2000)
Paul Thomason,
Kaufmann
Hans Wolfert,
Kaufmann (seit 17. Januar 2000)
98
AG–Anhang (HGB)
In 2000 wurden von der Gesellschaft an aktive Vorstände Bezüge in Höhe von TDM 1.517
gewährt.
Die von der Gesellschaft an ehemalige Vorstände gezahlten Bezüge beliefen sich auf
TDM 0.
Die Bezüge des Aufsichtrates für das Jahr 2000 betrugen satzungsgemäß TDM 281.
2. Zahl und Nennbetrag der Aktien, genehmigtes Kapital
Die Hauptversammlung am 3. Juli 2000 beschloss, das Grundkapital auf € umzustellen. Die
Satzung wurde dahingehend geändert. Die Eintragung in das Handelsregister erfolge am 26.
September 2000.
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2000 50.614.194,48 €
und ist in 19.798.552 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Aufgrund der
Ermächtigung vom 17. Februar 1999 und vom 3. Juli 2000 hatte der Vorstand mit
Kapitalerhöhungsbeschluss vom 24. Oktober2000 eine Kapitalerhöhung um178.952,15 €
durchgeführt. Die Satzung wurde entsprechend geändert. Die Eintragung in das
Handelsregister erfolgte am 13. Februar 2001.
Mit Beschluss der Hauptversammlung am 3. Juli 2000 wurde das bisherige bedingte
Kapital aufgehoben. Des Weiteren beschloss die Hauptversammlung, das Grundkapital der
Gesellschaft um einen Betrag von 3.834.639,12, € aufgeteilt in bis zu
1.500.000 Inhaberstückaktien, bedingt zu erhöhen. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der
Sicherung von Bezugsrechten, die aufgrund der Hauptversammlungsbeschlüsse vom 17.
Februar 1999 sowie dieser Hauptversammlung an Beschäftigte und Führungskräfte der
Gesellschaft ausgegeben werden. Die neuen Aktien nehmen jeweils vom Beginn des
Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Optionsrechten entstehen, am Gewinn
teil. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von
Bezugsrechten von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen.
Weiterhin ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit
Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 31. Dezember 2003 durch Ausgabe neuer Aktien
gegen Sach- oder Geldeinlagen einmalig oder mehrmals, höchstens jedoch um bis zu
23.851.766,27 € zu erhöhen. Für die Erteilung der Zustimmung ist eine Mehrheit von
75 % der Stimmen im Aufsichtsrat erforderlich. Der Vorstand ist ermächtigt, Spitzenbeträge
vom Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen. Der Vorstand ist darüber hinaus ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre
im Falle einer Barkapitalerhöhung für einen Anteil am Genehmigten Kapital in Höhe
von bis zu 5.010.660,44, € sofern die neuen Aktien zu einem Ausgabebetrag ausgegeben
werden, welcher den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet;
für einen Anteil am Genehmigten Kapital in Höhe von bis zu11.836.407,06, € um zum
99
Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen Aktien gegen Sacheinlagen
auszugeben
auszuschließen.
United Pan Europe Communications N.V., Amsterdam, hält zum 31. Dezember 2000
25,05 % der Aktien der Gesellschaft.
3. Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage hat sich wie folgt entwickelt:
TDM
Stand 01.01.2000
476.664
Agio aus Kapitalerhöhung
3.018
Stand 31.12.2000
479.682
4. Belegschaft
In 2000 waren durchschnittlich 79 Arbeitnehmer als Angestellte beschäftigt.
5. Konzernabschluss
PrimaCom AG stellte zum 31. Dezember 2000 einen Konzernabschluss nach US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften auf. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft
erhältlich.
Dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde das uneingeschränkte
Testat erteilt
PrimaCom AG
Mainz, den 27. März 2001
Paul Thomason
Hans Wolfert
100
AG–Anhang (HGB)
Entwicklung des Anlagevermögens
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2000
Zugänge
Abgang
Ausgliederung
Abgänge
31.12.2000
DM
DM
DM
DM
DM
363.031,99
270.261,70
403.910,64
229.383,05
0,00
4.376.243,87
0,00
4.362.140,15
14.103,72
0,00
46.339.534,17
894.921,96
26.254.200,17
20.980.255,96
0,00
2.578.758,39
475.168,56
2.904.049,17
149.877,78
0,00
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten
und Werten
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten einschließlich
der Bauten auf fremden
Grundstücken
2. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
a) Breitband-Teilnehmeranschlüsse
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung
3. Anlagen im Bau
1.703.883,64
572.757,75
1.999.115,61
277.525,78
0,00
54.998.420,07
1.942.848,27
35.519.505,10
21.421.763,24
0,00
202.516.673,72
72.911.187,65
0,00
14.091.588,24
261.336.273,13
370.108.845,91
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen
2. Ausleihungen an
verbundene Unternehmen
57.028.687,21
0,00
16.572.211,84
410.565.321,28
572.625.519,63 129.939.874,86
0,00
30.663.800,08
671.901.594,41
627.986.971,69 132.152.984,83
35.923.415,74
52.314.946,37
671.901.594,41
101
Kumulierte Abschreibungen
Buchwerte
1.1.2000
Zugänge
Abgang
Ausgliederung
Abgänge
31.12.2000
31.12.2000
31.12.1999
DM
DM
DM
DM
DM
80.939,51
36.893,23
91.704,33
26.128,41
0,00
0,00
282.092,48
93.927,42
14.183,75
106.983,25
1.127,92
0,00
0,00
4.282.316,45
9.478.310,26
2.520.604,25
553.442,74
11.445.471,77
0,00
0,00
36.861.223,91
726.196,78
143.375,91
844.687,39
24.885,30
0,00
0,00
1.852.561,61
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
1.703.883,64
10.298.434,46
2.678.163,91
1.505.113,38
11.471.484,99
0,00
0,00
44.699.985,61
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
261.336.273,13
202.516.673,72
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
410.565.321,28
370.108.845,91
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
671.901.594,41
572.625.519,63
10.379.373,97
2.715.057,14
1.596.817,71
11.497.613,40
0,00
671.901.594,41
617.607.597,72
102
AG–Anhang (HGB)
Liste des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2000
Anteil am
Kapital
I. Unmittelbare Beteiligungen
Nr.
Sitz
PrimaCom Management GmbH
4
PrimaCom Region Dresden GmbH & Co. KG
Ergebnis des
Eigenletzten Gekapital schäftsjahres
%
TDM
TDM
Mainz
48,22
73.509
58.652
11
Mainz
1
-75.534
-25.253
Zweite Kabelvision Management Beteiligungs GmbH & Co. KG
13
Mainz
1
-1.440
540
PrimaCom Angelbachtal GmbH & Co. KG
15
Mainz
1
-5.233
-2.444
Kabelcom Wiesbaden Gesellschaft für Breitbandkabel - Kommunikation Beteiligungs – GmbH
26
Mainz
100
360
88
PrimaCom Region Wiesbaden GmbH & Co. KG.
27
Mainz
100
13.670
4.150
Kabelcom Aachen Gesellschaft für Kabelkommunikation mbH
28
Aachen
100
234
3
Kabelcom Aachen Gesellschaft für Breitbandkabel - Kommunikation mbH & Co. KG
29
Aachen
99
10.366
3.034
SÜWEDA Kabelprojekt GmbH
30
Mainz
100
846
-20
PrimaCom Region Südwest II GmbH
33
Angelbachtal
100
24.344
-1.457
APA Basic-Beteiligungsgesellschaft mbH
51
Mainz
100
1.812
-858
Eschborn
1
-119.085
-13.442
1
-75.737
-30.131
PrimaCom Projektmanagement GmbH & Co. KG, Kabelbetriebsgesellschaft 55
PrimaCom Region Leipzig GmbH & Co. KG
57
Leipzig
PrimaCom Projektmanagement GmbH
62
Eschborn
100
-436
-291
96
Mainz
98
3.452
215
PrimaCom Mettlach GmbH & Co. KG
97
Mainz
98
24.067
200
PrimaCom Nettetal GmbH & Co. KG
100
Mainz
98
-15.320
-918
PrimaCom Stormarn GmbH & Co. KG
108
Mainz
98
2.738
-126
PrimaCom Verl GmbH & Co. KG
109
Mainz
98
31.157
-692
PrimaCom Kabelbetriebsgesellschaft Mainz mbH
113
Mainz
100
50
0
PrimaCom Kabelbetriebs- Verwaltungsgesellschaft mbH
115
Mainz
100
54
5
PrimaCom Kabelbetriebsgesellschaft mbH & Co. KG Region Hoyerswerda 117
Mainz
100
2
-2
PrimaCom Kabelbetriebsgesellschaft mbH & Co. KG Region Leipzig
118
Mainz
100
23.192
-23.448
PrimaCom Kabelbetriebsgesellschaft mbH & Co. KG Region Plauen
119
Mainz
100
-9
-13
PrimaCom Kabelbetriebsgesellschaft mbH & Co. KG Region Berlin
120
Mainz
100
881
877
PrimaCom Kabelbetriebsgesellschaft mbH & Co. KG Region Südwest
121
Mainz
100
4.865
-8.998
PrimaCom Kabelbetriebsgesellschaft mbH & Co. KG Region Nordwest
122
Mainz
100
2
-2
PrimaCom Maintal GmbH & Co. KG
1)
1)
Verschmelzung rückwirkend zum 31.8.2000 wurde beim HR angemeldet, Eintragung liegt noch nicht vor
103
Anteil am
Kapital
II. Mittelbare Beteiligungen
Nr.
Sitz
Kabelfernsehen Plauen GmbH
2
PrimaCom Management GmbH
Ergebnis des
Eigenletzten Gekapital schäftsjahres
%
TDM
TDM
Plauen
100
85
2
4
Mainz
51,78
73.509
58.652
PrimaCom Network & Operations GmbH
9
Leipzig
100
-317
377
Erste Kabelvision Management Beteiligungs Verwaltungs GmbH
10
Eschborn
100
62
2
PrimaCom Region Dresden GmbH & Co. KG
11
Mainz
99
-75.534
-25.253
Zweite Kabelvision Management Beteiligungs Verwaltungs GmbH
12
Eschborn
100
58
3
Zweite Kabelvision Management Beteiligungs GmbH & Co. KG
13
Mainz
99
-1.440
540
Dritte Kabelvision Management Beteiligungs Verwaltungs GmbH
14
Eschborn
100
61
0
PrimaCom Angelbachtal GmbH & Co. KG
15
Mainz
99
-5.233
-2.444
Kabelvision Wiedmann-Dettwiler St. Georgen Verwaltungs GmbH
21
Angelbachtal
100
63
1
PrimaCom Südwest I GmbH & Co. KG
22
Angelbachtal
100
-7.046
-1.497
25
Magdeburg
100
-107.822
-95.462
54
Heidenau
100
-476
34
PrimaCom Projektmanagement GmbH & Co. KG, Kabelbetriebsgesellschaft 55
Eschborn
99
-119.085
-13.442
PrimaCom Region Magdeburg GmbH & Co. KG
PKG Kabelbetriebsgesellschaft mbH, Heidenau
1)
PrimaCom Region Leipzig GmbH & Co. KG
57
Leipzig
99
-75.737
-30.131
PrimaCom Region Berlin GmbH & Co. KG
60
Ahrensfelde
100
-30.763
-2.976
PrimaCom Osnabrück Beteiligungsgesellschaft für Breitbandkabel - Kommunikation mbH
63
Osnabrück
76
38
-24
PrimaCom Osnabrück Gesellschaft für Breitbandkabel - Kommunikation mbH & Co. KG
64
Osnabrück
100
-814
-496
PrimaCom Nord GmbH
69
Frankfurt/M.
100
-6.077
-2.593
KabelMedia Projektmanagement Kommunikationsnetze Verwaltungs GmbH71
Leipzig
100
68
8
KabelMedia Erste Fernsehbeteiligungs Verwaltungs GmbH
72
Mainz
100
64
2
KabelMedia Erste Fernsehbeteiligungs GmbH & Co. KG
73
Mainz
100
-127
-14
ISIT Ingenieurgesellschaft für Satelliten-, Informationsund Telekommunikationstechnik mbH
74
Ahrensfelde
100
57
1
Kabelfernsehen Leipzig Verwaltungs GmbH
75
Leipzig
100
56
2
PrimaCom Region Schwerin GmbH & Co. KG
76
Schwerin
100
8.854
3.371
Antennen Lindemann Verwaltungs GmbH
77
Eschborn
100
57
2
104
AG–Anhang (HGB)
Anteil am
Kapital
II. Mittelbare Beteiligungen
Nr.
Sitz
Innocom Schwerin Kabel-Antennen- und Kommunikationsanlagen Service Verwaltungs GmbH
78
ad media GmbH
Ergebnis des
Eigenletzten Gekapital schäftsjahres
%
TDM
TDM
Mainz
100
57
2
88
Halberstadt
100
-493
-9
89
Wernigerode
100
-2.026
-498
96
Mainz
2
3.452
215
PrimaCom Mettlach GmbH & Co. KG
97
Mainz
2
24.067
200
PrimaCom Nettetal GmbH & Co. KG
100
Mainz
2
-15.320
918
PrimaCom Stormarn GmbH & Co. KG
108
Mainz
2
2.738
-126
PrimaCom Verl GmbH & Co. KG
109
Mainz
2
31.157
-692
PrimaCom Marketing & Development GmbH
114
Mainz
100
-452
-501
125
Berlin
100
46
-344
126
Halberstadt
72,6
776
468
128
Berlin
100
7
-38
100
-10.297
-10.332
ad media GmbH & Co. Local TV KG
PrimaCom Maintal GmbH & Co. KG
Antennentechnik Busler GmbH
2)
3)
Kabelcom Halberstadt Gesellschaft für Breitbandkabel - Kommunikation mbH
Nexus Kabelfernsehservice GmbH
4)
PrimaCom Netherlands Holding B.V.
130
5)
131
Grimma
100
152
132
Kutz Kabel-Service GmbH
133
Bad Doberan
51
824
-367
Decimus Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH
135
Koblenz
100
50
0
Telekommunikations-GmbH Kirchheimbolanden
136
Kirchheimbolanden
100
106
0
GGA Großgemeinschafts-Antennenanlagen Lizenz und Betriebs GmbH
137
Hannover
100
0
8.197
Halle/S.
25
-854
-775
Televis Grimma GmbH
TV Halle Fernsehgesellschaft mbH
MDF.1 Lokales Fersehen Magdeburg GmbH
MainzKom GmbH
Mainz
KabelCom Braunschweig GmbH
Komco GmbH
Braunschweig
6)
N.V. Kabeltelevisie Kop Noord-Holland
Communikabel Holding B.V.
Communikabel N.V.
8)
Noord-Holland Digital B.V.
Mediakabel B.V.
8)
Educatief Net B.V.
Magdeburg
8)
7)
24,5
26
0,415
3.504
1.004
100
861
268
99,74
10.550
-10.106
100
100
8)
100
15
8)
-2.095
5
105
„2000 war ein Jahr wichtiger Erfolge für primacom, da
wir unsere mit dem Börsengang im Februar 1999
bekanntgegebene Wachstumsstrategie fortsetzen konnten.
Im Laufe dieses Jahres haben wir durch Akquisitionen
weiter expandiert. Ohne Multikabel haben wir zwölf zusätzliche Akquisitionen getätigt, die unseren Kundenstamm
in Schlüsselmärkten um fast 88.000 Kabelfernsehkunden
vergrößert haben. Mit der im September 2000 getätigten
Akquisition von Multikabel haben wir die für das Jahr 2000
geplante Kundenzahl erreicht. “
Paul Thomason, Sprecher des Vorstandes
1)
2)
3)
4)
5)
6)
7)
8)
Verschmelzung rückwirkend zum 31.10.2000 wurde beim HR angemeldet, Eintragung liegt noch nicht vor
Verschmelzung rückwirkend zum 31.8.2000 wurde beim HR angemeldet, Eintragung liegt noch nicht vor
Verschmelzung rückwirkend zum 1.1.2000 wurde beim HR angemeldet, Eintragung liegt noch nicht vor
Verschmelzung rückwirkend zum 1.1.2000 wurde beim HR angemeldet, Eintragung liegt noch nicht vor
Verschmelzung rückwirkend zum 1.10.2000 wurde beim HR angemeldet, Eintragung liegt noch nicht vor
Verschmelzung rückwirkend zum 1.11.2000 wurde beim HR angemeldet, Eintragung liegt noch nicht vor
Angaben gemäß Konzernabschluss zum 31.12.2000
Gesellschaften sind in den Konzernabschluss zu
7)
einbezogen
Im Geschäftsjahr 2000 hatten
106
Bericht des Aufsichtsrats
Bericht des Aufsichtsrats
Vorstand und Aufsichtsrat eine Reihe weichenstellender Entscheidungen für
die Zukunft der Gesellschaft zu treffen. Insbesondere
waren das Entscheidungen bezüglich der Investitionen
in die weitere Aufrüstung der Kabelnetzinfrastruktur
auf moderne interaktive Glasfasertechnik und bezüglich
weiterer Akquisitionen. Besonders hervorhebenswerte
Entscheidungen waren die Akquisition der niederländischen N.V. Kabeltelevisie Kop Noord-Holland (Multi-
Dr. Christian Schwarz-Schilling
kabel) mit 300.000 neuen Kunden im September 2000
sowie die dabei gleichzeitig durchgeführte Neufinanzierung der primacom mit einem auf
1 Mrd. € erweiterten langfristigen Konsortialkreditrahmen zuzüglich einer KapitalmarktZwischenfinanzierung in Höhe von 375 Mio. € Neben den geschäftlichen Erfolgen der
primacom machte uns die unerfreuliche Entwicklung des allgemeinen Börsenklimas
insbesondere an den Technologiebörsen Nasdaq und Neuer Markt und der damit einhergehende Kursrückgang der primacom-Aktie große Sorgen. Die primacom hat sich dabei
insgesamt im Einklang mit dem Index entwickelt, was erklärt, dass die Entwicklung nicht
insbesondere gegen primacom lief, sondern es sich in erster Linie um eine allgemeine
Marktkorrektur handelt.
Die intensive und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat
hat sich auch im Geschäftsjahr 2000 fortgesetzt. Im Geschäftsjahr 2000 trat der Aufsichtsrat zu insgesamt sechs Sitzungen zusammen. Zusätzlich gab es eine Reihe von Sitzungen
der verschiedenen Ausschüsse (Vergütungs-, Prüfungs- und Investitionsausschuss) zur
Vorbereitung der Aufsichtsratsentscheidungen.
Für den am 19. November 1999 aus dem Aufsichtsrat ausgeschiedenen Herrn John
Berylson wurde am 27. März 2000 Herr Roland Steindorf durch das zuständige Amtsgericht
Mainz zum Aufsichtsrat bestellt. Am 17. Januar 2000 bestellen wir Herrn Hans Wolfert zum
Vorstand. Herr Wolfert ist bereits seit dem 1. Januar 1999 im Unternehmen und übernahm
den Geschäftsbereich Unternehmensentwicklung, der zuvor vom Vorsitzenden des Vorstand
Herrn Jacques Hackenberg geführt wurde. Am 17. Oktober 2000 schied Herr Hackenberg
aus dem Vorstand aus, um in den Ruhestand zu gehen. Herr Hackenberg war Vorstandsvorsitzender der primacom seit Gründung der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat dankt Herrn
Hackenberg an dieser Stelle noch einmal für sein engagiertes Wirken für das Unternehmen.
Mit Ausscheiden von Herrn Hackenberg ernannten wir Herrn Paul Thomason zum Sprecher
des Vorstands. Herr Thomason gehört dem primacom-Vorstand ebenfalls seit Gründung der
Gesellschaft an und betreut weiterhin den Geschäftsbereich Finanzen. Es ist vorgesehen,
den Vorstand wieder um ein oder zwei Personen zu erweitern.
107
Der Vorstand hat im Geschäftsjahr 2000 regelmäßig und vollständig, sowohl
mündlich als auch schriftlich, an den Aufsichtsrat und die Ausschüsse berichtet. Die Ausschüsse haben jeweils Beschlussempfehlungen an den Aufsichtsrat gerichtet. Hinsichtlich
wesentlicher Geschäftsvorgänge hat der Vorstand im Rahmen seiner gesetzlichen und
satzungsmäßigen Verpflichtungen sowie in Übereinstimmung mit der vom Aufsichtsrat
erlassenen „Geschäftsordnung für den Vorstand“ jeweils die erforderliche Zustimmung des
Aufsichtsrats eingeholt. Dies betraf u.a. verschiedene potenzielle und tatsächliche
Akquisitionen, das Verhältnis zu UPC nach deren Erwerb von mehr als 25 % der primacomAktien, die Verschmelzung der AGFB AG und die Anpassung des Aktienoptionsprogramms.
Der Vorstand hat zu diesen Themen an den Aufsichtsrat und an die Ausschüsse –
jeweils auch außerhalb von Sitzungen – zeitnah und umfänglich berichtet.
Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2000 ist unter
Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts der Gesellschaft von der Ernst & Young,
Deutsche Allgemeine Treuhand AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main,
geprüft und mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Jahresabschluss einschließlich des Lageberichts sowie der Prüfungsbericht haben uns vorgelegen,
ebenso der nach US-amerikanischen Bilanzierungsgrundsätzen (US-GAAP) aufgestellte
Konzernabschluss samt dem Bericht des Vorstandes sowie der Bericht des Konzernabschlussprüfers. Der Prüfungsausschuss hat den Jahresabschluss mit dem Vorstand und
dem Abschlussprüfer eingehend erörtert. Nach dem Ergebnis unserer Prüfung haben wir
gegen den Abschluss und den Lagebericht keine Einwendungen erhoben. Dem Ergebnis der
Prüfung des Jahresabschlusses durch den Abschlussprüfer sind wir auf Grund eigener
Prüfung und entsprechend der Empfehlung des Prüfungsausschusses beigetreten. Die
Rechnungslegung durch den Vorstand erfolgte, wie seine sonstige Geschäftsführung nach
unserer pflichtgemäß gewonnenen Überzeugung rechtmäßig, ordnungsgemäß und
zweckmäßig.
Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss als ordnungsgemäß festgestellt und gebilligt.
Mainz, im Mai 2001
Der Aufsichtsrat
Dr. Christian Schwarz-Schilling, Vorsitzender
108
Fünf-Jahres-Übersicht
Fünf-Jahres-Übersicht
1996
1997
1998
1999
2000
T€
T€
T€
T€
T€
40.359
42.847
49.339
105.949
124.343
-9.116
-10.238
-13.061
-24.543
-30.191
-8.802
-8.168
-6.271
-18.590
-28.584
—
—
-1.278
-12.413
-17.219
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Umsatzerlöse
Betriebsaufwendungen:
Herstellungskosten der zur Erzielung der
Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
Vertriebs- und allgemeine
Verwaltungskosten
Kosten der Hauptverwaltung/
Gemeinkosten
Abschreibung
-13.159
-13.564
-16.072
-61.277
-75.530
Summe
-31.078
-31.970
-36.683
-116.823
-151.524
9.281
10.877
12.656
10.874
-27.181
-366
-288
-11
—
—
Bankschulden
-2.645
-2.623
-2.550
-9.995
-24.629
Sale-and-Leaseback-Finanzierungen
-5.134
-5.085
-5.301
-2.115
-1.544
Betriebsergebnis
Zinsaufwendungen
Verbundene Unternehmen
Schuldverschreibungen
—
—
—
-3.764
—
-8.146
-7.991
-7.862
-15.874
-26.173
—
12.055
-232
-767
1.690
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit vor Minderheitenanteile
und außerordentliche Posten
1.136
14.940
4.562
-27.515
-51.664
Minderheitenanteile am Jahresüberschuss der Tochtergesellschaften
-609
-2.767
-303
-70
-94
Ertragsteuern
-821
-2.268
-827
-1.667
-4.258
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit
-295
9.906
3.432
-29.252
-56.144
Summe
Sonstiges Ergebnis
Außerordentlicher Verlust
-
-
-
-
-8.180
Verkaufte Geschäftsbereiche nach Steuerertrag
von 376 € und 1.765 € sowie Steueraufwand von
5.777 € und 2.896 € für die Jahre
1995, 1996, 1997 und 1998
959
-6.977
-2.922
—
—
Jahresergebnis
664
2.929
510
-29.252
-64.324
-0,02
0,62
0,22
-1,53
-2,85
-
-
-
-
-0,41
0,06
-0,44
-0,18
—
—
0,04
0,18
0,03
-1,53
-3,26
Ergebnis pro Aktie (€)
Aus der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit
Außerordentlicher Verlust
Aus verkauften Geschäftsbereichen
Ergebnis pro Aktie
109
1996
1997
1998
1999
2000
T€
T€
T€
T€
T€
Aktiva
127.501
132.500
609.229
586.636
1.077.845
Schulden
145.794
147.863
332.800
224.762
754.333
Verbindlichkeiten
159.338
158.160
368.757
257.961
808.463
Eigenkapital
-33.399
-31.748
240.032
328.591
269.184
Mittelzufluss/-abfluss aus
betrieblicher Tätigkeit
15.120
-3.117
28.565
44.214
11.685
Mittelzufluss/-abfluss aus
Investitionstätigkeit
-8.594
15.971
8.451
-47.858
-387.759
Mittelzufluss/-abfluss
aus Finanzierungstätigkeit
-7.638
-3.310
39.706
4.164
372.350
Investitionen in das Anlagevermögen
(ohne Akquisitionen)
-9.918
-5
-3.110
-34.071
99.817
608.681
612.590
1.335.052
1.422.826
1.833.870
—
—
—
30.456
418.000
325.514
329.010
877.152
919.641
1.299.926
BILANZDATEN
CASHFLOW-DATEN
OPERATIVE DATEN
Anschließbare Haushalte
Ready for Service Haushalte
Kabel-TV Kunden
Internetkunden
Akzeptanz Kabel-TV (%)
Akzeptanz Internet (%)
Durchschnittlicher monatlicher
Umsatz pro Teilnehmer (€)
EBITDA (T€)
EBITDA-Marge (%)
EBITDA (angepasst)
EBITDA-Marge (angepasst)
—
—
—
150
16.256
53,5%
53,7%
65,7%
64,6%
70,9%
—
—
—
0,5%
3,9%
10,54
10,84
11,41
9,46
9,49
22.440
24.441
28.728
50.403
48.349
55,6%
57,0%
58,2%
47,6%
38,9%
22.440
24.441
28.728
53.160
51.907
55,6%
57,0%
58,2%
50,2%
41,7%
110
Impressum/Unternehmenskalender
Herausgeber:
PrimaCom Aktiengesellschaft
Hegelstraße 61
55122 Mainz
Tel: 0 61 31/93 10 - 500
Fax: 0 61 31/93 10 - 509
Mail: [email protected]
www.primacom.de
Konzept und Gestaltung:
HV-B.O.S.S. GmbH, Breitscheid
Herstellung:
Dieter Battiany GmbH, Dörrebach / Stromberg
Wiedergabe, auch auszugsweise, nur mit
Quellenangabe gestattet. Printed in Germany
Unternehmenskalender
29. März 2001
Veröffentlichung des Jahresabschluss 2000
29. März 2001
Analysten-Telefonkonferenz zum Jahresabschluss 2000
29. März 2001
Bilanzpressekonferenz zum Jahresabschluss 2000
31. Mai 2001
Veröffentlichung des Drei-Monatsberichts QI/2001
31. Mai 2001
Analysten-Telefonkonferenz zum Drei-Monatsbericht QI/2001
27. August 2001
Veröffentlichung des Sechs-Monatsberichts QII/2001
27. August 2001
Analysten-Telefonkonferenz zum Sechs-Monatsbericht QII/2001
28. August 2001
Ordentliche Jahreshauptversammlung, Mainz
29. November 2001
Veröffentlichung des Neun-Monatsberichts QIII/2001
29. November 2001
Analysten-Telefonkonferenz zum Neun-Monatsbericht QIII/2001
März 2002
Veröffentlichung des Jahresabschluss 2001
März 2002
Analysten-Telefonkonferenz zum Jahresabschluss 2001
Glossar
ADR oder ADS ADRs (American Depositary Rights)
Waren und Dienstleistungen online bestellen oder abrufen.
oder ADS (American Depositary Shares) sind in den
Die Bezahlung erfolgt bisher noch größtenteils per Kredit-
USA gehandelte Wertpapiere, die eine bestimmte Anzahl
karte oder Rechnung.
Aktien verbriefen. Normalerweise sind Aktien in den USA
EPG (Electronic Program Guide) Elektronischer
kleiner gestückelt. In unserem Falle verbriefen zwei ADRs
Programmführer. Programmankündigungen mit der
eine Aktie. Der Aktionär hält nicht direkt die Aktie selbst,
Möglichkeit, gezielt nach Themen, Genres, Titeln etc. zu
sondern nur das Zertifikat. Mit ADRs oder ADSs erreichen
suchen und sich digital ein individuelles Programm
wir dadurch eine größere Anzahl von Investoren.
zusammenzustellen (ähnlich einem modernen Videotext)
Breitbanddienste bei der primacom sind DigitalTV-
EASDAQ – European Association of Securities
und Internetdienste, die über das rückkanalfähige
Dealers Automated Quotation. Der EASDAQ ist ein pan-
862MHz-Netz angeboten werden.
europäischer multinationaler Aktienmarkt für international
Decoder (s. Set-Top-Box)
Digitales Fernsehen Übertragung von TV-Signalen
orientierte Wachstumswerte.
Frequenz Die Anzahl von Wiederholungen innerhalb
mit digitaler Technik. Durch Kompression der Daten ist die
einer bestimmten Zeit. Wird in Hz gemessen. Da im Video-
Übertragung einer Vielzahl von Programmen möglich.
bereich aber meist mit hohen Frequenzen gearbeitet wird,
Das duale Rundfunksystem bezeichnet das Neben-
wird das Kürzel MHz, also Megahertz, häufig und für ver-
einander von gemeinnützigem öffentlich-rechtlichen und
schiedenste Zwecke genutzt, etwa um Bandbreiten und
privatrechtlich-kommerziellem Rundfunk in der Bundes-
Trägerfrequenzen anzugeben.
republik Deutschland.
EBITDA Earnings before Interest, Tax, Depreciation
and Amortisation (EBITDA) stellt den Gewinn vor Zinsen,
Steuern, Abschreibung und Amortisation dar. Angepasster
Glasfaser-Backbone-Netz Übergeordnetes
Glasfasernetz zum Transport großer Datenmengen über
weite Entfernungen zu den Hauptverteileinrichtungen.
(HFC-Netz) Hybrid-Fiber-Coax-Netz
EBITDA ist EBITDA zuzüglich nicht liquiditätswirksamer
Gemischtes/zusammengesetztes Breitbandkabelnetz aus
Personalkosten aus Aktienoptionsplänen und nicht ope-
Glasfaserkabel und Koaxialkabel. Zur Überbrückung
rativer Aufwendungen abzüglich nicht operativer Erträge.
größerer Entfernungen werden die Signale und Daten von
EBITDA ist die wichtigste Kennzahl für das finanzielle
elektrisch auf optisch gewandelt und auf dem Lichtwellen-
Ergebnis der Gesellschaft. In der Kabelfernsehbranche
leiter (LWL) = Glasfaser zum Koaxialkabelverteilnetz
bildet das EBITDA u. E. die beste Grundlage für Analyse
transportiert. Am Ende des Glasfaserkabels/Anfang der
und Vergleich von Betriebsergebnis, Verschuldungsgrad
Koaxialkabel werden die Signale und Daten wieder von
und Liquidität.
optisch in elektrisch gewandelt, um sie über das Koaxial-
E-Commerce (Electronic Commerce) Der elektronische Handel steht für die Durchführung von Geschäften
im Internet. Über Tastatur und Bildschirm lassen sich
kabelverteilnetz auf kurzen Distanzen zu den angeschlossenen Haushalten zu transportieren.
Interactive Pay per View (IPPV) Der Zuschauer
Filme starten auf den einzelnen Kanälen ca. 15 Minuten
kann interaktiv über die Fernbedienung des digitalen
zeitversetzt. Die Wartezeit ist abhängig von der Anzahl der
Decoders einen Film bestellen. Er bezahlt pro Filmabruf.
verfügbaren Kanäle und der Länge der einzelnen Filme.
Durch die Vielzahl an Ausstrahlungszeiten jedes Films ist
Open-TV Software Betriebssystem der Set-Top-Box.
der Kunde nicht so stark an einzelne, festgelegte Sende-
Provider Anbieter eines Internetzugangs, auch ISP
zeiten gebunden.
Interaktives Fernsehen (I-TV) Fernsehen, das mit
einem Rückkanal ausgestattet ist. Der Zuschauer kann
damit per Fernbedienung direkt mit dem „Sender“ in
(Internet Service Provider).
Ready-for-Service Betriebsbereiter Kabelanschluss
für die zur Verfügung stehenden Dienste.
Set-Top-Box/Decoder (digital) Sammelbegriff für
Kontakt treten, ohne den teuren Umweg über das Telefon.
Geräte zum Empfang digitaler Programme und zur
Es eröffnen sich über den herkömmlichen Fernsehkonsum
Steuerung von Anwendungen über eine grafische
hinaus zusätzliche Medienoptionen wie Spiele, Shopping
Benutzeroberfläche beim interaktiven Fernsehen. Im Fall
oder Börsennachrichten.
des von primacom verwendeten Decoders dient das Gerät
IPO (Initial Public Offering) = Neuemission. Mit dem
IPO geht ein Unternehmen „public“, d.h., es wird ein
„öffentliches“ börsennotiertes Unternehmen.
Kabelmodem Modem für den Internetzugang via
TV-Kabelnetz
Koax-Kabel (Koaxialkabel) einadriges, abgeschirm-
außerdem auch als interaktiver Programmführer (EPG).
Signallieferungsentgelt zahlen Kabelnetzbetreiber
an externe Radio- und TV-Signallieferanten.
Streubesitz Als Streubesitz wird hier die Anzahl der
Aktien verstanden, die sich nicht in festen Händen (z.B.
dem Management oder Personen mit einem uns ange-
tes und verlustarmes Kabel, das zur Übertragung von
zeigten Anteilsbesitz von größer 5 %) befinden. Der Streu-
Daten, meist Rundfunk- und Fernsehsignalen, verwendet
besitz soll Auskunft über Liquidität unserer Aktie geben.
wird. Es ist seit vielen Jahren Standard in der Übertra-
Telefonie Durch die Rückkanalfähigkeit des Glas-
gungstechnik. Wesentlicher Vorteil von Koaxialkabeln ge-
fasernetzes wird neben anderen interaktiven Diensten
genüber Doppelader-Kupferkabeln (so genannte Twisted
auch das Telefonieren über Breitbandkabel möglich.
Pair-Kabel, eingesetzt für Telefonleitungen) ist die Abschir-
Terrestrische Ausstrahlung von Rundfunksignalen
mung und der höhere Signal-Rausch-Abstand. Daraus
von erdgebundenen Antennenanlagen und deren Empfang
ergibt sich eine wesentlich höhere Bandbreite.
durch Rundfunkempfangsanlagen.
Kopfstation Die Kopfstation wird beim Kabel-
Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)
fernsehnetz benötigt, um die Fernseh- und Hörfunkpro-
Telekommunikationsanlagen werden durch eine unterbre-
gramme, die terrestrisch und per Satellit empfangen
chungsfreie Stromversorgung vor Schaden durch plötzli-
werden, aufzubereiten und in das Kabelnetz einzuspeisen.
chen Stromausfall oder starke Stromschwankungen
Multimedia Gleichzeitige Benutzung verschiedener
elektronischer, analoger und/oder digitaler Mediendienste.
geschützt, indem zwischen Anlage und Stromnetz eine
wiederaufladbare Batterie geschaltet wird.
Video-on-Demand (VOD, auch „Real-Video-on
NASDAQ Das Nasdaq (National Association of
Demand“ im Gegensatz zu NVOD, siehe oben) Möglichkeit,
Securities Dealer’s Automated Quotation System) ist eine
Videos aus einer Datenbank zu bestellen. Der Kunde erhält
elektronische Börse in den USA. Die Mehrzahl der gehan-
einen Film für einen bestimmten Zeitraum zu einem fest-
delten Aktien sind die kleinerer Technologie-Unternehmen.
gelegtem Preis. Er kann den Zeitpunkt des Filmbeginns
Near-Video-on-Demand (NVOD) Auf mehreren
Kanälen kann das gleiche Event abgerufen werden. Die
selbst bestimmen.
primacom
Dein Kabelanschluss kann mehr.