ausgeschriebene Predigt - Immanuel

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ausgeschriebene Predigt - Immanuel
Dünger für den Mammutbaum
Du bist tot. Also lebe.
Römer 6,1-14
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Einleitung
Fußball – für wen spiele ich?
Eine Besonderheit bei einer WM ist, dass die Spieler
klar wissen wohin sie gehören. In Vereinen gibt es ja
ständig die Wechsel. Bei der Nationalmannschafft
muss sich jeder Spieler lebenslang für ein Land
entscheiden, für das er spielt.
Es gibt ja die Spieler, die sich entscheiden müssen.
Das Thomas Müller deutsch ist sollte klar sein. Aber
[*]Miroslav Klose z.B. ist in Polen geboren und
spricht zu Hause in seiner Familie polnisch.
Klose musste sich entscheiden – spielt er für Polen
oder für Deutschland? Wechsel nicht mehr möglich.
Und vermutlich auch nicht angestrebt.
Nach [*]Mario Götze wechselt jetzt auch
Lewandowski von Dortmund zu Bayern. Ich hab
mich manchmal gefragt, ob das nicht komisch ist –
wenn die dann gegen ihr altes Team spielen.
Es wäre auch total seltsam, wenn Götze während
einem Spiel mal einem Dortmunder den Ball gibt
und mal einem Bayern-Spieler. So nach dem Motto:
„Bin ich jetzt bei den gelben oder der roten? Ach,
stimmt, ich bin ja gewechselt.“
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Wer erfolgreich spielen will, muss wissen auf
welche Seite er gehört. Und wer weiß wo er
hingehört, setzt sich auch voll für seine Mannschaft
ein.
Um diese Frage geht es heute und auch nächste
Woche. Weißt du, wohin du gehörst? Und für wen
setzt du dein Leben ein?
Und da merken wir – uns fällt es oft nicht so leicht
zu wissen, wofür es sich zu leben lohnt!
[*]Rückblick & Ausblick
Bevor wir jetzt aber voll einsteigen, sollten wir
einen kleinen Rückblick und Ausblick machen.
Wir beschäftigen uns gerade Stück für Stück mit
einem Abschnitt aus der Bibel. Egal, ob du die Bibel
interessant, langweilig, wahr oder für eine
Sammlung von menschlichen Ideen hältst – denk
mit! Ich bin mir sicher, dass es sich lohnt.
Und keine Sorge. Es geht nicht dauernd um Fußball,
sondern viel wichtigere Fragen!
Wir haben als Hilfe für diese Reihe ein Bild von
einem Baum – einem Mammutbaum. Falls du
3
Bäume langweilig findest, hier ein [*]kleines Bild
wie gigantisch Mammutbäume sein können.
Die Wahrheit möchten wir direkt aus der Bibel
holen und dann versuchen es uns an diesem Bild
besser zu merken und greifbarer zu machen.
Zusammenfassung Römer 1-5
 Bisher sind wir durch die Kapitel 1-5
gekommen. Hier ist der große Punkt
Was Jesus FÜR uns getan hat.
 [*]Wir haben gelernt, dass wir in Gottes Welt
leben, die er gut gemacht hat. [*]Aber wir
haben uns von ihm distanzziert und leben jetzt
in einer vergifteten Welt und sind selbst
vergiftet. Die Bibel nennt das SÜNDE!
 [*]Diese Sünde, dieses Gift in uns, bringt alle
möglichen giftigen Früchte hervor –
Ungerechtigkeit, Egoismus, Stolz, Lieblosigkeit
aber auch handgreifliche Dinge wie Gewalt,
Untreue, Lügen und Betrügen.
 [*]Die Lösung für dieses Schlamassel ist nicht,
dass wir VERSUCHEN uns zu bessern, sondern
dass wir uns VERLASSEN – verlassen auf Jesus.
[*]Der ist gekommen um unser Gift zu
4
schlucken, den Platz zu tauschen, damit wir
neu beginnen können.
 Wir brauchen nicht nur bessere Frucht, wir
brauchen eine neue Lebensgrundlage.
 Ganz wichtig war dem Schreiber, Paulus, dabei:
Jesus rettet uns nicht, wenn wir bessere
Früchte bringen, sondern wenn wir den Platz
mit ihm tauschen.
Das ist radikal! Im wahrsten Sinne des Wortes Radix
(Wurzel) – Gott will unser Wurzelproblem lösen und
keine Schönheitskur machen.
Jede Religion sagt uns: Ihr müsst gute Früchte
bringen, dann wird Gott euch akzeptieren.
Jesus sagt: Ihr müsst entwurzelt und in mich
umgepflanzt werden, dann kann Gott euch
akzeptieren.
Diese Wahrheiten haben wir Anfang des Jahres
entdeckt. Jetzt kommen wir zu einer Frage, die
dabei aber entsteht…
Kontrast von Römer 1-5 & 6-8
[*]Wie geht’s jetzt weiter, wenn man umgepflanzt
ist? Bleibt alles beim Alten!?
5
Paulus hat das so krass gesagt in Kapitel 5:
5,20
als das Ausmaß der Sünde unter den
Menschen immer größer wurde, ist Gottes
wunderbare Gnade noch grenzenloser
geworden.
Jetzt kommt eine provokative Rückfrage…
1
Heißt das, dass wir weiter sündigen sollen,
damit Gott Gelegenheit hat, uns noch mehr
Gnade zu schenken?
Also, wenn Früchte nicht entscheidend sind, meine
guten Taten nicht entscheidend sind, ob Gott mich
annimmt oder nicht… dann ist es doch egal, wie ich
lebe, oder?
Die kurze und klare Antwort ist: NIEMALS!
Rückfrage: Warum nicht?
[*]Gnade vergibt und […] [*]Gnade verändert!
Das ist die ganz kurze Zusammenfassung von den
nächsten beiden Abschnitten.
Gnade vergibt und Gnade verändert!
 Kapitel 1-5 haben gezeigt, was Jesus FÜR uns
getan hat! GNADE VERGIBT!
6
 Römer 6-8 zeigen jetzt: Was Jesus IN uns tun
möchte. GNADE VERÄNDERT
 Wir lesen dann was von „Frucht“, was gut zu
unserem Bild passt 6,22 / 7,4.
 Und ganz zentral in unserem Text: von einem
„neuen Leben“ (6,4 und 10)
 Gott pflanzt uns nicht um und macht einen
Punkt. Er macht ein Semikolon!
 Gnade rettet, DAMIT wir gute Früchte bringen.
o Bekannter Satz: „Christen sind nicht
besser, nur besser dran“ stimmt wenn es
um Rettung geht.
o Es stimmt: Gott rettet niemanden, weil
er besser ist als andere.
o Aber Gott rettet, damit er besser wird!
Darum geht’s in den nächsten Wochen. Paulus
beschreibt die besonderen Herausforderungen, die wir
haben. Ganz realistisch.
[*]Römer 6-8 in Steno
In Römer 6-7 geht’s um Probleme von innen. Kampf
mit unserem alten Ego!
 Kap. 6 zuerst Tod und Leben! Deshalb „Du bist
tot, also lebe.“ Klingt zuerst komisch, macht
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am Ende der Predigt aber Sinn! Versprochen.
Wenn du zuhörst :)
Frage: WEM gehöre ich?
 Römer 6,15 – Bild eines Sklaven!
o Frage: Wofür, besser für WEN lebe ich
eigentlich?
 Römer 7,7: Da beschreibt Paulus ganz ehrlich,
wie er manchmal auch zerrissen ist: „15 Ich
verstehe ja selber nicht, was ich tue. Das Gute,
das ich mir vornehme, tue ich nicht; aber was
ich verabscheue, das tue ich.“ Wenn es euch
auch manchmal so geht – kommt unbedingt in
zwei Wochen wieder!
 [*]In Römer 8 geht es mehr um die Probleme
von außen – um Leid, um Sorge und um
Verfolgung.
o In diesem Kapitel ist sowieso jeder Vers
Gold wert…
Ihr könnt euch also sicher sein: Es lohnt sich dabei
zu sein.
8
[*]Römer 6 – wohin gehöre ich?
Wir schauen uns besonders die Verse 1-2 an, dann
einen Überflug über 3-10 und zum Schluss wird’s
ganz konkret in Versen 11-14.
Also: wir hatten in Römer 5 bei dem Gedanken
aufgehört: wir sind GANZ aus Gnade gerettet. Ohne
unsere Leistung!
Wir sind umgepflanzt. Der Transfer wurde bezahlt.
Wir gehören nicht mehr zum alten Team von Adam,
sondern wir gehören jetzt zu Jesus. Darum ging es
in Kapitel 5.
Jetzt kommen zwei Einwände, die ähnlich klingen.
[*]1
Heißt das, dass wir weiter sündigen sollen,
damit Gott Gelegenheit hat, uns noch mehr
Gnade zu schenken?
Eigentlich
steht
da
nicht
„Sollen
wir
sündigen“ sondern: „Sollen wir in der Sünde
bleiben/verharren“? Hier geht es nicht so sehr um
die Tat, sondern eher um was Theologisches.
Die ähnliche Frage kommt in Vers 15:
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[*]15 Wie nun? Sollen wir sündigen, weil wir
nicht unter dem Gesetz, sondern unter der
Gnade sind?
Hier geht’s um die Tat. Kann ich einfach
weitersündigen?
Wieso zwei mal fast die gleiche Frage?
Weil es zwei falsche Arten gibt auf Gnade zu
reagieren. Gesetzlichkeit und Gesetzlosigkeit.
[*]Ich glaube dass die erste Frage Leute gestellt
haben, die richtig leben wollen! Fromme Leute. Die
Angst haben, dass jemand Gnade missbraucht.
Die würden sagen: „Aus Gnade, ja… Aber nicht
GANZ aus Gnade. Dein Kontostand wird zwar auf
Null gesetzt. Aber wenn du dann ins Minus rutscht,
dann hast du wieder ein Problem. Du musst deinen
Kontostand jetzt im Plus halten.“
Du bist zwar durch Jesus gerettet – aber das Gesetz
halten musst du trotzdem.
[*]Denen will Paulus erklären! Deswegen ist dieser
Abschnitt etwas theologischer
10
[*]Bei der zweiten Frage (nächste Woche)
antwortet Paulus eher den Leuten, die tatsächlich
Gnade als „Freikarte“ für ein hässliches Leben
nutzen wollen. Da wird Paulus dann praktischer
und nachdrücklicher.
Der will Paulus nicht erklären, sondern
Da wird Paulus ermahnen.
Heute die Frage der Frommen mit dem Unterton:
du kannst doch nicht sagen „GANZ AUS GNADE“, da
[*]macht ja jeder was er will…
Und so ganz dumm ist das nicht: Wenn meine Taten
eh nix zählen, kann ich ja leben wie ich will! Dann
kann Gott mir vergeben und kriegt am Ende noch
Lob, dass er so gnädig war!
Und die Antwort auf diese Frage ist kurz und
eindeutig – „Können wir weiter in der Sünde
stecken bleiben“: „Niemals!“ „Natürlich nicht.“
Aber das ist eigentlich emotionaler: „Das kann doch
nicht wahr sein!“ [*]„Meine Güte, wie kommst du
auf so eine Idee?“
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Vom Kopf her würden die meisten Christen sicher
mit Paulus antworten: „Auf keinen Fall kann man
einfach weiter in Sünde leben.“ Würd ich auch
sagen…
Aber ganz ehrlich? Wie oft kommt dieser Gedanke
in unserem Herzen hoch?
„Komm schon, Gott wird dir doch eh wieder
vergeben.“ „Gnade heißt ja, dass es nicht auf
deine Taten ankommt. Tu es einfach.“ „Wieso
sollst du den lieben? Gott liebt dich doch, egal
wie du lebst.“
Und Paulus sagt: „NIEMALS! Das kann nicht sein!“
Aber Warum nicht? Wenn es doch GANZ AUS
GNADE IST!?
Interessant finde ich: Paulus macht keinen
Rückzieher. Nach dem Motto – naja, stimmt, nicht
ganz aus Gnade…
Ein bekannter hat mir neulich erzählt, dass ein
Pastor ihm das mal so gesagt hat: „Du kannst den
Leuten nicht sagen, dass sie durch Jesus sicher
gerettet sind, sonst kommen die nicht mehr in die
Gemeinde.“
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Paulus geht KEINEN Schritt zurück. Er geht einen
Schritt weiter!
Er sagt nicht: Es ist Gnade ABER…
Er sagt es ist Gnade UND…
[*]Gottes Gnade will uns nicht nur vergeben
Gottes Gnade will uns auch verändern!
[*]Er packt das in ein spannendes Bild!
1 Heißt das, dass wir weiter sündigen sollen,
damit Gott Gelegenheit hat, uns noch mehr
Gnade zu schenken?
2 Natürlich nicht! Wenn wir für die Sünde tot
sind, wie können wir da weiter in ihr leben?
3 Oder wisst ihr nicht, dass wir mit Jesus
Christus gestorben sind, als wir auf seinen
Namen getauft wurden?
4
Dann sind wir mit ihm auch begraben
worden durch die Taufe in ´seinen´ Tod, damit
– so wie Christus durch die Herrlichkeit des
Vaters von den Toten auferweckt wurde –
auch wir so in „neuem Leben“ leben,
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denn wenn wir mit ihm verbunden sind
in einem Tod, der seinem ähnlich ist, dann
werden wir mit ihm sicherlich auch auferweckt
werden, ´mit einer Auferstehung, die seiner
ähnlich ist´.
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Warum das Bild vom „tot“ sein?
Warum ist es unlogisch zu sagen: wir können nicht
einfach so weitermachen wie bisher?
Wir sind tot für die Sünde!
Der ganze Text ist voller Begriffe Rund um Tod und
Leben! Diese Wörter kommen ständig vor. Und die
Logik bei Paulus im Kopf ist: „Du bist tot. Also lebe!“
Es fehlt noch eine Info – tot im Bezug worauf?
Unser Körper ist ja noch lebendig. Und wenn er tot
wäre, könnten wir das nicht mehr lesen.
Warum spricht er vom Tot-Sein? Was meint er
damit?
Tot sein ist ziemlich absolut. Und das braucht es
auch, wenn es um unsere Beziehung zur Sünde geht.
Wenn wir zum Fußball-Beispiel zurückkommen ist
es nämlich nicht so, dass wir einfach den Verein
wechseln können. Kein Geld der Welt könnte Klose
zu Polen wechseln lassen (vielleicht Schmiergeld).
Klose spielt für Deutschland, lebenslang. Zumindest
solang er fit genug ist.
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Wir können auch nicht einfach die Mannschaft
wechseln – weg von der Sünde, hin zu Gott. Wir
sind lebenslang verpflichtet. Nichts kann den
Ablösepreis der Sünde bezahlen – nur der Tod!
Deswegen ist Paulus so begeistert und sagt: „Genau
das hat Jesus bezahlt. Er hat die Ablösesumme
bezahlt – den Tod.“
Das steht in Vers 7 und 10:
7 Denn wer gestorben ist, ist vom
Herrschaftsanspruch der Sünde befreit.
10 Er starb ein für alle Mal, um die Sünde zu
besiegen, und nun lebt er für Gott.
Wenn wir zu Jesus gehören zählt SEIN Tod für uns
mit. Er ist gestorben. Und in Vers 3 steht: „Wir sind
mit ihm gestorben.“ Wir sind tot für die Sünde!
[*]Was bedeutet „tot für die Sünde“
Was heißt es jetzt für uns konkret? Was heißt es,
dass wir für die Sünde tot sind.
Manche sagen, das bedeutet:
 [*]Ein Christ WILL nicht mehr sündigen. Sünde
ist völlig uninteressant geworden!
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o Ein toter will nicht sündigen. Also… heißt
das, ein Christ will nicht mehr sündigen.
o Aber sowohl aus Erfahrung als auch aus
dem Text heraus wird klar: das kann
nicht gemeint sein. Römer 7!
 [*]Ein Christ SOLLTE nicht mehr sündigen.
o Das stimmt zwar an sich, aber das meint
Paulus hier nicht. Das ist so klar, das
braucht Paulus nicht so sagen.
o Außerdem steht da nicht „er soll tot sein
für die Sünde“, sondern er IST tot.
 [*]Was will Paulus uns da für unser Leben
mitgeben?
Nicht: ein Christ WILL nicht mehr sündigen
Auch nicht: er SOLLTE nicht mehr sündigen.
Paulus sagt, ein Christ MUSS nicht mehr
sündigen. Er ist nicht mehr verpflichtet!
6 Das gilt es also zu begreifen: Der alte
Mensch, der wir früher waren, ist mit Christus
am Kreuz gestorben. Unser von der Sünde
beherrschtes Ich ist damit tot und wir müssen
nicht länger Sklaven der Sünde sein.
Mit Christus am Kreuz gestorben!
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Das Kreuz ist hier kein Symbol dafür, dass wir unser
altes Leben an den Nagel hängen. Das Kreuz deutet
auf dieses Holz, an dem Jesus hing! Unser neues
Leben wurde 33. n. Chr. erkauft, nicht im 21. Jh, als
WIR uns bekehrt haben!
Für die Sünde TOT zu sein ist nicht etwas, was wir
TUN sollen, wofür wir uns ENTSCHEIDEN sollen, was
wir VOLLBRINGEN sollen. Jesus hat das für uns
getan.
Mammutbaum
Jetzt kommen wir zum Mammutbaum!
[*]Mit Sünde ist hier NICHT die Frucht gemeint –
nach dem Motto: ein Christ wird nie mehr schlechte
Frucht bringen.
Mit Sünde ist hier der Boden gemeint. Ein Christ hat
neuen Grund und Boden, aus dem er leben kann.
Aber hier sagt er: wir sind vom giftigem Boden
befreit. Wir MÜSSEN nicht mehr unseren
vergifteten Wünschen folgen. Davon hat uns Jesus
befreit.
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[*]Jesus hat uns RAUSGERISSEN. ENTWURZELT, so
dass wir mit unserem Stamm nicht mehr auf der
Sünde stehen.
Und das wird in Zukunft alles perfekt sein! Wir
werden mit ihm leben!
Jetzt kommt aber unsere Herausforderung, wo es
kompliziert wird im Alltag. Verstehen kann man das
leicht, aber leben – nicht so easy.
Paulus sagt:
Wir SIND für die Sünde tot (Vergangenheit)
wir WERDEN mit Jesus leben (Zukunft)
Was ist aber dazwischen?!
[*]Da sieht es ungefähr SO aus.
Solange der giftige Boden noch in Reichweite ist,
reichen wir mit unseren Wurzeln immer wieder
rüber.
Wir haben noch Restgift in uns und wir strecken
sogar noch unsere Wurzeln aus.
Das müssen wir nicht. Wir sind frei. Unser Stamm ist
umgepflanzt und wir haben genug Möglichkeit aus
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dem frischen, grünen Boden zu leben. Aber wir tun
es nicht.
Wir sind oft ein Verwirrter Fußballer, der den Verein
gewechselt hat.
Wenn du zu Jesus gehört hast, gehörst du zu seinem
Team!!!
Aber die Sünde will, dass wir für sie spielen! Für sie
rennen. Für sie Tore erzielen. Für sie foulen. Sie hat
nicht mehr das Recht dazu. Aber sie probiert es
immer wieder. Und wir fallen immer wieder drauf
rein!
Merkt ihr die Spannung, die hier drin steckt? Wir
SIND schon tot für die Sünde, aber Paulus muss uns
trotzdem erinnern (V12): „Lasst nun nicht die Sünde
in eurem sterblichen Köper regieren“.
Wir sind noch in unserem sterblichen Körper und
wir KÖNNEN die Sünde noch regieren lassen!
[*]Landung zur Anwendung
Diese Spannung erlebe ich auch. Die Frage ist: „Was
machen wir damit? Sollen wir einfach aufgeben?
Einfach weiter für beide Seiten kicken? Gott nimmt
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uns am Ende ja eh auf! Dann wirkt seine Gnade
besonders groß!“
Paulus antwortet: Auf keinen Fall! Denn:
Gottes Gnade wird nicht dadurch groß, dass sie
Menschen vergibt, die sich nicht selbst retten
können.
Gottes Gnade wird auch dadurch groß, dass sie
Menschen verändert, die sich nicht verändern
können.
Vers 4: Dann sind wir mit ihm begraben
worden durch die Taufe in ´seinen´ Tod, damit
[…] auch wir ein „neues Leben“ führen…
Hier will Paulus eins klar machen:
Wenn Gott dich umgepflanzt hat, WIRD es dein
Leben verändern. Neues Leben bringt neue Früchte!
Wer in Gottes Team dabei sein will, aber ständig
Gottes Spieler foult und für die Sünde jubelt mag
vielleicht Gottes Trikot anziehen. Aber er gehört
innerlich nicht zu ihm!
Gott will uns verändern. Gott wird uns verändern.
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Und wenn ich keine Früchte sehen kann, muss ich
die Frage stellen dürfen, ob die Wurzeln überhaupt
in Jesus stehen!
Aber WENN du Jesus gehörst dann HAT die Sünde
keinen Anspruch mehr auf dein Leben. Du kannst
ihr noch gehorchen, aber du MUSST ihr nicht mehr
gehorchen.
Die Frage ist: Weißt du zum wem du gehörst? Auf
welcher Seite du spielst?
Du bist tot. Für die Sünde. Also lebe. Für Gott!
Tiefere Wurzeln, mehr Frucht
Kommen wir zur Montags-Frage. Vielleicht hast du
die gleiche innere Reaktion wie ich auch:
„Simon, das glaube ich nicht, weil ich es nicht
erlebe! Ich glaube nicht, dass die Sünde keine
Macht mehr über mich hat. Mein Alltag zeigt das
glatte Gegenteil!“
Aber lasst uns genauer hinschauen, was Paulus jetzt
dazu sagt!
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Wir haben JETZT die erste Aufforderung im ganzen
Römerbrief. Zum ersten Mal, dass wir etwas tun
sollen!
Vorher immer auf Jesus geschaut, was er getan hat.
Jetzt sollen wir etwas tun!
„Ich glaube das nicht, weil ich es nicht erlebe.“
Paulus sagt: „Je mehr du es glaubst, desto mehr
wirst du es erleben!“
Was sollen wir TUN, damit Veränderung stattfindet?
GLAUBEN!
Paulus wird ganz, ganz konkret.
Als Jesus gestorben ist, ist er ein für alle mal
im Hinblick auf die ´Herrschaft´ der Sünde
gestorben, aber das Leben, das er lebt, das
lebt er im Hinblick auf ´die Herrschaft´ Gottes.
Der Anfang von 11,1 ist SOOOO wichtig. Ich lese es
nochmal aus verschiedenen Übersetzungen:
[*]GuteNachricht
Genauso müsst ihr von euch selbst
denken: Ihr seid tot für die Sünde!
Veränderung im Leben beginnt in deinem Denken!
Wie siehst du dich? Weißt du, wo du hin gehörst?
NGÜ schreibt:
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[*]NGÜ
Geht von der Tatsache aus, dass ihr für
die Sünde tot seid, aber in Jesus Christus für
Gott lebt.
Das IST bereits eine Tatsache! Wir gehören schon
Gott! JETZT, V12, leb auch so! Du kannst es!
HFA
Daran müsst ihr festhalten: Ihr seid tot für
die Sünde und lebt nun für Gott, der euch
durch Jesus Christus das neue Leben gegeben
hat.
Paulus, Ich erlebe das aber oft nicht. Antwort Paulus:
„DARAN MÜSST IHR FESTHALTEN, ihr SEID tot für
die Sünde…“
Wörtlich steht da ein Begriff aus dem Finanzwesen:
„Rechnet damit“.
Wenn du ein Haus kaufen willst und du weißt: „Es
kostet 560.000€. Das letzte Mal, als ich auf mein
Konto geschaut habe, waren da 30.000€ drauf. Das
reicht nicht. Das gehst du weg. Du versuchst es erst
gar nicht.“
Aber jetzt bekommst du einen Anruf von deiner
Oma, die sagt: „Weißt du was! Unterschreib den
Vertrag. Ich hab dir schon 800.000€ überwiesen.
RECHNE DAMIT! Und kauf die Garage gleich dazu.“
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Wir stehen oft in unserem Leben und denken: „Nee,
meine Kraft reicht nicht zu widerstehen! Die
Versuchung ist zu stark.“
Und Paulus sagt: „Hey, Jesus hat dir alles nötige
überwiesen. RECHNE DAMIT!“
Unser Problem ist: Wir RECHNEN damit, dass die
Sünde sowieso gewinnt.
Paulus sagt: das ist unser Problem! RECHNET damit,
dass Jesus die Sünde schon besiegt hat.
Okay! Wie geht das? DAMIT RECHNEN!?! Sich
dessen BEWUSST zu machen?
Predige dir die Gute Nachricht selbst! Was meine
ich damit!
Lies nicht einfach deine Bibel. Sondern predige sie
dir selbst zu! Bete den Text durch. Verinnerliche das
Evangelium!
Bibellesen heißt nicht nur „Was muss ich tun“,
sondern „Was hat Gott für mich getan“?
Gebet ist nicht nur ein: „Danke fürs gute Wetter“,
sondern ein Verinnerlichen der guten Nachricht.
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So ging es mir selbst in der Vorbereitung. Wenn
man predigt, versucht man gut zu verstehen, was
hier steht. Ich hoffe, ihr versteht ein bisschen besser,
was hier steht.
Aber wenn ihr selbst die Power aus diesem Text
selbst erleben wollt, müsst ihr den nicht nur
durchdenken, sondern durchbeten. Verdauen!
Verinnerlichen. Glauben.
Erzähl mir nicht, der Text hätte keine Kraft, wenn du
Gott keine Chance gegeben hast, ihn in dein Herz
einzupflanzen.
Die erste Aufforderung im ganzen Römerbrief ist:
„Denk intensiv darüber nach“, „Verinnerliche das,
was Jesus für dich getan hat“ und DANN… lebe!
[*]Denn du bist tot. Für die Sünde.
Also lebe. Für Gott!
Und dann schau dir jeden Ast deines Leben an.
Jeden Bereich deines Lebens.
Hier wird’s jetzt super praktisch und ich hab die
letzten Tage angefangen, mein Leben mal aus
dieser Perspektive anzuschauen…
12
Lasst nun nicht die Sünde in eurem
sterblichen Köper regieren, damit meine ich,
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dass ´euer Körper´ den ´sündhaften´ Begierden
gehorcht,
[*]13 [HFA übersetzt super]
Nichts, keinen einzigen Teil
eures Körpers sollt ihr der Sünde als Werkzeug
für das Böse zur Verfügung stellen.
Dient vielmehr Gott mit allem, was ihr seid
und habt.
Weil ihr mit Christus gestorben seid und er
euch neues Leben schenkte, sollt ihr jetzt
Werkzeuge in Gottes Hand sein, damit er euch
für seine Ziele einsetzen kann.
Geh jeden Teil deines Körper durch und überleg dir
eins – wo wachsen hier giftige Früchte und wo gute
Früchte?
Stehen deine Augen Gott zur Verfügung?
 Wohin schaust du?
 Wo schaust du genauer hin? Was interessiert
dich? Sind es gute Dinge? Gottes Dinge? Oder
Hässliches?
 Wie siehst du andere Menschen? Wo hast du
diesen giftigen Blick? Wo siehst du Menschen
mit Gottes Blick?
 Sind deine Augen Werkzeuge für Gott oder für
die Sünde? Fördern die Filme die du schaust
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dein geistliches Leben oder deine sündhaften
Begierden, wie es im Text heißt?
 Wir Männer – wie schauen wir Frauen an?
Wollen wir sie für uns gewinnen – zumindest
in der Fantasie? Oder wollen wir sie für Jesus
gewinnen? > Das ist für mich eine Übung
geworden – wenn ich anfange falsch über
Frauen zu denken, für sie zu beten! Mann, das
macht einen Unterschied! Ich brauche da noch
viel Training!
Hiob 31,1
Ich habe einen Bund mit meinen Augen
geschlossen, dass ich keine Jungfrau mit
begehrlichem Blick anschauen will.
 Worüber weinst du? Über Dinge, die Gott
traurig machen? Oder Dinge, die völlig
unwichtig sind?
 Was wünschst du dir? Was unsere Augen
sehen will unsere Seele haben!
Psalm 17,15
Mit eigenen Augen werde ich dich
schauen dürfen. Satt sehen will ich mich an dir,
wenn ich erwache.
Stehen deine Ohren Gott zur Verfügung?
 Hören wir Bei Menschen heraus, wenn sie
Probleme haben und fragen nach? Oder hören
wir ein Problem und lassen sie sitzen?
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 Hören wir bei gut gemeinter Kritik hin? Oder
schalten wir gleich auf Durchzug?
Steht dein Mund Gott zur Verfügung?
 Ist unser Reden dadurch motiviert, dass wir
Jesus ehren und Menschen dienen wollen?
Oder reden wir deshalb, damit wir groß raus
kommen?
 Schweigen wir dort, wo wir reden sollten und
Reden wo wir schweigen sollten?
Wie David betet: Psalm 141,13 Herr, hilf mir,
den Mund zu halten, wenn ich schweigen soll!
 Lachen wir über das, was Jesus witzig findet?
Oder auch über das, was er zum Kotzen findet?
 Wie reden wir über andere? Wünschen wir
ihnen Gutes? Oder verwünschen wir sie?
 Reden wir über andere zu ihrem Schaden?
Oder mit anderen zu ihrem Besten?
 Wie viel Kritik liegt uns auf der Zunge, die
zerstört? Wie oft ist deine Zunge nicht
Werkzeug, sondern Waffe?
 Reden wir Mit Gott über Menschen? Und mit
Menschen über Gott?
Wie ist es mit deinen Händen? Wo schlagen sie zu,
wo nehmen sie in den Arm?
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Deine Schultern? Zeigst du die Kalte Schulter oder
darf sich deine Frau bei dir anlehnen?
Deine Füße? Wo betrittst du gefährliches Gebiet?
Dein Rücken? Wem hilfst du Lasten tragen?
Was gibt es da noch mehr zu sagen?
Du bist tot! Für die Sünde.
Also Lebe! Für Gott!
Nichts, keinen einzigen Teil eures Körpers sollt
ihr der Sünde als Werkzeug für das Böse zur
Verfügung stellen.
Dient vielmehr Gott mit allem, was ihr seid
und habt.
Weil ihr mit Christus gestorben seid und er
euch neues Leben schenkte, sollt ihr jetzt
Werkzeuge in Gottes Hand sein, damit er euch
für seine Ziele einsetzen kann.
„Aber, ich kann das nicht.“ Das ist Entmutigung von
der Sünde höchstpersönlich. Sag der Sünde, sie hat
die Klappe zu halten! Und zitiere Vers 14:
14 Die Sünde hat die Macht über euch
verloren, denn ihr steht nicht mehr unter dem
29
Gesetz, sondern seid durch Gottes Gnade frei
geworden.
Ich gehöre zu Jesus! Ich bin tot. Für die Sünde.
Ich möchte Leben. Für Gott. Mit Mund, Augen,
Hand, Ohren.
30