Kohlekraftwerk Schkopau - E.ON - Strom und Gas - Info

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Kohlekraftwerk Schkopau - E.ON - Strom und Gas - Info
Kohlekraftwerk Schkopau
Modernste Technik im Einklang mit der Natur
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Neue Energie für eine neue Zeit
Neue Energie heißt, Millionen von Menschen jederzeit mit Strom zu versorgen – zuverlässig, effizient
und verantwortungsvoll. Konventionelle Energie aus Kohle spielt hier eine entscheidende Rolle.
E.ON Kraftwerke handelt in dem Bewusstsein und in der Verantwortung, schon heute eine dauerhafte
Balance zwischen den ökologischen und ökonomischen Erfordernissen von morgen zu schaffen.
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Neue Energie schaltet sich jetzt überall ein
Die E.ON Kraftwerke GmbH mit Sitz in Hannover
betreibt die konventionellen Wärmekraftwerke
innerhalb der E.ON Energie AG. Mit rund 5.600
Mitarbeitern an über 30 Standorten gewinnen
wir jährlich über 50 Milliarden Kilowattstunden
Strom – eine Menge, die rund 11 Prozent des
gesamten Bedarfs an elektrischer Energie in der
Bundesrepublik entspricht. E.ON Kraftwerke ist
damit der größte konventionelle Stromerzeuger
in Deutschland.
Neue Energie steckt in einem uralten Brennstoff
Unser Strom wird in erster Linie aus der Verbrennung von Kohle erzeugt. Sie stammt aus deutschen Zechen, aus preiswerten Importen und aus
dem Abbau heimischer Braunkohlevorkommen.
Die Gesamtleistung unserer 17 Steinkohle- und
sieben Braunkohlekraftwerke liegt derzeit bei
rund 10.300 Megawatt.
Neue Energie kommt auch vom Ufer der Saale
Mit rund 900 Megawatt Nettoleistung ist das
Braunkohlekraftwerk Schkopau ein wichtiger
Baustein der ostdeutschen Energieversorgung.
Es liefert nicht nur Strom für die öffentliche
Versorgung sondern auch Energie für ein benachbartes Chemiewerk sowie für die Deutsche
Bahn. Eigentümer des Kraftwerks ist neben
E.ON Kraftwerke die Saale Energie GmbH mit
einem Anteil von 41,9 Prozent. Die Anteile der
Saale Energie GmbH werden von der NRG Energy
Inc. aus Minnesota/USA gehalten.
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Strom bestimmt unser Leben, je nach Bedarf als Kraft, Wärme oder Licht. Doch Strom leistet mehr.
Denn er hilft uns auch, die Ideen von morgen zu realisieren. Bei der Erzeugung von Strom gibt es viele
Wege. Aber immer nur ein Ziel: verantwortungsvolle Energieversorgung. Dafür sorgen wir auch im
Kraftwerk Schkopau.
Strom schafft Zukunft
Erst ein präzises Zusammenspiel garantiert
sicheren Strom Strom muss immer zeitgleich mit
dem aktuellen Bedarf produziert werden. Weil der
Strombedarf im Tagesverlauf schwankt, laufen
bestimmte Kraftwerkstypen kontinuierlich, andere
nur periodisch. Schkopau wird entsprechend den
Anforderungen der drei Energiekunden in unterschiedlichen Lastbereichen eingesetzt. Die Versorgung der benachbarten Chemieindustrie mit
Strom und Prozessdampf erfolgt ausschließlich
im Grundlastbereich. Während die Deutsch Bahn
im Grund- und Mittellastbereich mit 16 2 ⁄3 -Hz-Bahnstrom versorgt wird, erfolgt die Lieferung an die
öffentliche Stromversorgung im Mittel- bis Spitzenlastbereich. Damit weist Schkopau eine für ein
Braunkohlekraftwerk ungewöhnlich hohe Flexibilität auf.
Die Braunkohle stammt aus dem mitteldeutschen
Revier In den Kesseln des Kraftwerks, den sogenannten Dampferzeugern, verfeuern wir bei voller
Leistung der beiden Blöcke täglich bis zu 20.000
Tonnen Braunkohle. Die Kohle kommt aus dem
Tagebau Profen – etwa 40 Kilometer vom Kraftwerk entfernt. Sie wird zunächst auf dem Kohlelagerplatz zwischengelagert, dessen Kapazität für
rund drei Tage Kraftwerksbetrieb bei voller Auslastung der Anlagen ausreicht.
Wir sind Feuer und Flamme für effiziente Energie
Damit die verfeuerte Kohle im Kessel den bestmöglichen Wirkungsgrad erzielt, lassen wir sie von
Kohlemühlen trocknen und zu Staub zermahlen.
Diese blasen dann den Kohlenstaub über die
Brenner in den Feuerraum des Dampferzeugers,
wo er bei Temperaturen um 1.150 °C verbrennt.
Die Hitze bringt Bewegung ins Spiel Die dabei
freigesetzte Wärme bringt Wasser zum Sieden,
das im Kessel durch Rohrleitungen fließt: das
sogenannte Kesselspeisewasser. Den entstehenden Dampf erhitzen wir weiter bis auf 545 °C und
leiten ihn dann mit hohem Druck auf die Schaufeln einer mehrstufigen Turbine. Sie ist mit einem
Generator gekoppelt, der die mechanische Energie
in elektrische Energie umwandelt – ganz ähnlich
wie bei einem Dynamo. Den produzierten Strom
mit einer Spannung von 21 Kilovolt speisen wir
über einen Transformator mit der jeweils verlangten Spannung direkt in die Stromversorgungsnetze unserer Kunden ein.
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Das Wasser fährt Karussell Beim Durchströmen
der Turbine entspannt sich der Dampf – Druck
und Temperatur nehmen ab. Im sogenannten Kondensator verwandelt sich der entspannte Dampf
schließlich in Wasser zurück. Dieses Wasser pumpen wir wieder in den Dampferzeuger zurück,
wo es sich erhitzt und erneut verdampft. Ein geschlossener Kreislauf entsteht. Ausnahme bildet
der an den Turbinen in Kraft-Wärme-Kopplung
abgezapfte Prozessdampf zur Versorgung der
Chemiekunden mit Wärmeenergie. Diese Menge
muß ständig durch neues Wasser ersetzt werden.
Wir haben rund um die Uhr alles im Griff
Alle Prozesse, die im Kraftwerk ablaufen – von
der Verbrennung bis zur Gewinnung von Dampf
und Strom – sind durch zahlreiche Steuer- und
Regelkreise automatisiert. Die Informationen
laufen in einer zentralen Warte zusammen. Von
hier aus steuern und überwachen wir das Kraftwerk Schkopau 24 Stunden am Tag.
Funktionsschema Kraftwerk Schkopau
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Wasser-Dampf-Kreislauf
Kühlwasserkreislauf
Rauchgase
Versorgung
1 Kohlebunker
2 Kohlemühle
3 Luftzufuhr
4 Luftvorwärmer
5 Wasser
6 Kalksteinmehl
Prozess
7 Speisewasser
8 Wasserdampf
9 Turbinen
10 Generator
11 Transformatoren
12 Prozessdampf
13 Kondensator
14 Speisewasserbehälter
15 Kesselspeisepumpe
16 Kühlwasser
17 Kühlturm
Entsorgung
18 Grobasche
19 Entstaubung: Elektrofilter
20 Filterasche
21 Entschwefelung: SO2-Wäscher
22 Gipsentwässerung
23 Gips für die Industrie
24 Wiederaufheizung
25 Kamin
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Schkopau – saubere Leistung für die Umwelt
E.ON Kraftwerke setzt konsequent auf Technologien, die helfen, die Umwelt wirksam zu entlasten.
Warum? Überall da, wo für die Energiegewinnung Primärenergieträger wie Kohle zum Einsatz kommen,
entstehen Substanzen, die in hoher Konzentration als Luftschadstoffe gelten. Dazu gehören in erster
Linie Stickoxide, Schwefeldioxid, Kohlendioxid und Staub.
Raus darf nur, was rein ist Die Maßnahmen zur
Reinigung von Rauchgas sind mit hohen Investitionskosten verbunden und entsprechen dem Aufwand in einer chemischen Fabrik. Dennoch tun
wir alles, damit konventionelle Stromerzeugung
und Umweltschutz kein Gegensatz bleiben. Das
Kraftwerk Schkopau ist ein vorbildliches Beispiel
dafür. Die umfangreichen Anlagen zur Rauchgasreinigung entsprechen dem neuesten Stand der
Technik. Insgesamt lagen die Investitionen für den
Umweltschutz bei etwa 30 Prozent der Baukosten
eines Kraftwerksblockes. Hinzu kommen die laufenden Aufwendungen für den Betrieb und die
Instandhaltung der Anlagen.
In Schkopau bleibt dem Rauchgas nichts erspart
Das Rauchgas wird in der ersten Reinigungsstufe
entstickt. Stickstoff ist als natürlicher Bestandteil
in der Luft und in der Kohle enthalten. Erst bei
der Verbrennung verbindet er sich mit dem Luftsauerstoff zu Stickoxiden. Die Feuerung ist so
konzipiert, dass dieser Oxidationsprozess durch
emissionsarme Verbrennungsverfahren stark herabgesetzt wird. Bereits durch diese sogenannten
Primärmaßnahmen bleibt die Abgaskonzentration
an Stickoxiden unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten.
Elektrofilter ziehen den Staub aus dem Rauch
Zweite Station der Reinigung ist ein elektrischer
Filter. Damit er wirkt, laden wir den Staub im
Rauchgas zunächst negativ auf. Strömt er jetzt
durch ein elektrisches Feld, lagert er sich an
positiv geladenen Niederschlagselektroden ab.
Durch Vibration lösen sich die Partikel und
fallen in einen Ascheabzug. Die Reinigungswirkung dieses Verfahrens liegt in Schkopau bei über
99 Prozent. Damit werden die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte deutlich unterschritten.
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Was an die frische Luft kommt, hat sich gewaschen
Bevor das Rauchgas am Ende ins Freie gelangt,
schicken wir es durch die Waschtürme der modernen Rauchgas-Entschwefelungsanlage. Hier reagiert das enthaltene Schwefeldioxid mit einer
flüssigen Kalksteinmehl-Suspension und Sauerstoff chemisch zu Gips. Mit diesem sogenannten
Kalknasswaschverfahren erreichen wir einen Entschwefelungsgrad von mehr als 95 Prozent.
Für Manche sind die Reste das beste
Bleibt die Frage, was mit den Reststoffen aus der
Rauchgasreinigung passiert? Die Grobasche kann
beispielsweise im Straßenbau eingesetzt werden,
die Flugasche aus dem Elektrofilter findet in der
Bauindustrie und bei der Rekultivierung von ehemaligen Tagebaugebieten Verwendung. Der anfallende Gips wird in einem Vakuum-Bandfilter
gewaschen und getrocknet. Anschließend nutzt
ihn die Bauindustrie.
Neue Energie macht viel Arbeit Auch im Kraftwerk Schkopau. Denn wir haben den Anspruch,
elektrische Energie zu liefern, wann immer Bedarf
entsteht. Das erreichen wir nur, wenn Kraftwerk
und Mannschaft jederzeit perfekt aufeinander
eingespielt sind. Und darauf können sich unsere
Kunden verlassen. So zeichnet unsere Mitarbeiter
neben einem hohen Maß an Erfahrung und Knowhow auch Zuverlässigkeit und persönliche Motivation aus.
Weniger CO2 durch höheren Wirkungsgrad
Je höher der Wirkungsgrad des Kraftwerks, desto
weniger Kohle müssen wir verfeuern, um eine
Kilowattstunde Strom zu erzeugen. Eine wesentliche Folge: Weniger CO2-Emissionen und damit
eine Entlastung für unsere Umwelt. Deshalb ist
die Verbesserung des Wirkungsgrades eine ständige Aufgabe für unsere Ingenieure. Heute erzeugen
wir aus einem Kilogramm Kohle doppelt so viel
Strom wie 1950.
Die wichtigsten Daten auf einen Blick
Block A, B
Elektrische Nettoleistung
je 450 MW
Inbetriebnahme
1995/96
Feuerung
Braunkohle
Dampferzeuger
Dampfleistung
je 1.360 t/h
Anzahl der Kohlestaubbrenner
je 16
Frischdampfdruck/-temperatur
285 bar/545 °C
ZÜ-Dampfdruck/-Temperatur
70 bar/560 °C
Brennstoff-Verbrauch bei Volllast
je 400 t/h
50 Hz
Generator
Leistung
2 x 575 MVA
Spannung
21 kV
Bahnstromgenerator
16 2 ⁄3 Hz
Leistung
138 MVA
Spannung
10,5 kV
Rauchgasreinigung
Entstickung
Primärmaßnahmen
Entstaubung
Elektrofilter
Entschwefelung
System
Wäsche auf Kalkbasis
Endprodukt
Gips
Schornsteinhöhe
MW: Megawatt
kV: Kilovolt
200 m
t/h: Tonne pro Stunde
MVA: Megavolt Ampere
In Schkopau können Sie was erleben Lernen Sie unseren Standort Schkopau im Rahmen
einer kostenlosen Führung noch näher kennen. Erfahren Sie alles über die Funktionsweise
eines Braunkohlekraftwerkes – und informieren Sie sich im Detail, wie wir den Strom für
Deutschland und Europa sicher, wirtschaftlich und verantwortungsbewusst gewinnen.
Kraftwerk Schkopau An der Bober 100 06258 Korbetha
T 0 34 61-75-27 02 F 0 34 61-75-22 22 [email protected]
info@ eon-kraftwerke.com www.eon-kraftwerke.com
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1221 Nicollet Mall Suite 700 Minneapolis MN 55403-2445 USA
T +16 12-3 75 54 09 F +16 12-3 75 54 30
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