Die Anfänge der Christenverfolgung

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Die Anfänge der Christenverfolgung
Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Die Anfänge der Christenverfolgung
Die Christen sahen sich bald nach Jesu Tod und Auferstehung großer Bedrängnis gegenüber. Bereits im Neuen Testament finden sich Berichte über erste Christenverfolgungen. In der Apostelgeschichte kann man nachlesen, wie sich die Situation der Christen entwickelte: Trage in die Tabelle ein, aus welchem Grund die Christen verfolgt wurden und wie sie verfolgt wurden:
Eine Online-Ausgabe der Heiligen Schrift findest du beim Katholischen Bibelwerk:
http://www.bibelwerk.de/bibel/
Bibelstelle
Grund für die Verfolgung
Art der Verfolgung
Apg 5,17-21a
Apg 7,54-60
Apg 8,1-3
Wenig später, als sich Saulus als Paulus der Gemeinde der Christen angeschlossen hatte, lernte
er selbst die Gefängnisse von innen kennen. Trage in die Tabelle ein, wo und für wie lange
Paulus jeweils eingesperrt war!
Bibelstelle
Ort
Dauer der Gefangenschaft
Apg 16,19-40
Apg 21,27-23,31
Apg 24,27
Apg 28,16.30
Die Überreste des Gefängnisses in Philippi sind heute noch zu sehen:
http://www.kzu.ch/fach/as/gallerie/rare/ka/ka_pages/philippi/phillipi_03.htm
Betrachte die Abbildung von Paulus im Gefängnis (Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606 – 1669)
»Paulus im Gefängnis«):
http://www.staatsgalerie.de/frame.php?page=/de/sammlungen/gem/nl_rembrandt.htm&logo=2
Beschreibe das Bild mit eigenen Worten in 3-5 Sätzen! Schreibe auf, was Paulus im Gefängnis
gemacht haben könnte! Die Bildbeschreibung der Staatsgalerie Stuttgart hilft dir dabei.
Ergänze die fehlenden Wörter im folgenden Lehrtext:
[ Briefe Gefangenschaft Juden Saulus Schwert Stephanus ]
Die junge Christengemeinde war schon bald der Verfolgung durch strenggläubige ____________
ausgesetzt. Es blieb nicht bei Anfeindungen und Gefangenschaft, sondern es gab auch Lynchjustiz, wie die Steinigung des ____________________ zeigt. Einer der fanatischsten jüdischen
Christenverfolger war ___________________. Nach seiner Bekehrung vor Damaskus wurde er als
Paulus zum Völkerapostel, der nun seinerseits
Verfolgung und ________________________
ausgesetzt war. In Gefangenschaft schrieb er einige _________________ an die von ihm gegründeten Gemeinden. Schließlich erlitt er in Rom den Märtyrertod durch das ________________.
© 2003, Schulen ans Netz e.V.
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Die Anfänge der Christenverfolgung
Lösungsvorschlag
Die Christen sahen sich bald nach Jesu Tod und Auferstehung großer Bedrängnis gegenüber. Bereits im Neuen Testament finden sich Berichte über erste Christenverfolgungen. In der Apostelgeschichte kann man nachlesen, wie sich die Situation der Christen entwickelte: Trage in die Tabelle ein, aus welchem Grund die Christen verfolgt wurden und wie sie verfolgt wurden:
Eine Online-Ausgabe der Heiligen Schrift findest du beim Katholischen Bibelwerk:
http://www.bibelwerk.de/bibel/
Bibelstelle
Grund für die Verfolgung
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Art der Verfolgung
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Wenig später, als sich Saulus als Paulus der Gemeinde der Christen angeschlossen hatte, lernte
er selbst die Gefängnisse von innen kennen. Trage in die Tabelle ein, wo und für wie lange
Paulus jeweils eingesperrt war!
Bibelstelle
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Apg 16,19-40
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Dauer der Gefangenschaft
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Die Überreste des Gefängnisses in Philippi sind heute noch zu sehen:
http://www.kzu.ch/fach/as/gallerie/rare/ka/ka_pages/philippi/phillipi_03.htm
Betrachte die Abbildung von Paulus im Gefängnis (Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606 – 1669)
»Paulus im Gefängnis«):
http://www.staatsgalerie.de/frame.php?page=/de/sammlungen/gem/nl_rembrandt.htm&logo=2
Beschreibe das Bild mit eigenen Worten in 3-5 Sätzen! Schreibe auf, was Paulus im Gefängnis
gemacht haben könnte! Die Bildbeschreibung der Staatsgalerie Stuttgart hilft dir dabei.
Paulus sitzt nachdenklich auf seinem Bett. Er trägt Wanderkleidung, als ob er gleich aufbrechen
wollte. Nebenihm liegt ein aufgeschlagenes Buch, eine Bibel?, er selbst schreibt an einem anderen Text, vielleicht einem Brief. Durch das Fenster fällt Licht in seine Zelle, es umgibt ihn wie ein
Hoffnungsschimmer, aber auch wie ein Heiligenschein. Das Schwert deutet sein Martyrium an.
Ergänze die fehlenden Wörter im folgenden Lehrtext:
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Die junge Christengemeinde war schon bald der Verfolgung durch strenggläubige
ausgesetzt. Es blieb nicht'bei
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Gefangenschaft,
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von ihm gegründeten Gemeinden. Schließlich erlitt er in Rom den Märtyrertod durch das
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Christenverfolgung im Römischen Reich
Bald hatte sich die Kirche über die Grenzen der Provinz Judäa hinaus ausgebreitet. Doch auch im
Römischen Reich blieben die Christen vor Missgunst nicht verschont. Bald blieb es nicht bei Neid
und Verachtung. In manchen christlichen und nichtchristlichen Zeugnissen aus dieser Zeit werden
die Vorwürfe deutlich, die man den Christen machte.
Lies den Auszug aus einer antiken Schrift des Minucius Felix, in der die Christen geschmäht
werden (http://www.fb1.uni-siegen.de/kaththeo/doc/antike_t/antike_d.htm#1_4_4)! Mit der Hilfe
dieses Textes kannst du die folgenden Fragen leicht beantworten:
Aus welcher gesellschaftlichen Schicht stammten damals viele Christen?
Wie wurde die Kirche von Außenstehenden eingeschätzt?
Wie sahen die Christen die heidnischen Tempel an?
Wovor hatten die Christen Angst?
Wie gingen die Christen miteinander um?
Die Christen ließen jedoch solche Vorurteile nicht auf sich sitzen, sondern versuchten, ihnen zu
begegnen, wie zum Beispiel Tertullian in seiner Schrift über die Verfolgung der Christen:
(http://www.fb1.uni-siegen.de/kaththeo/doc/antike_t/antike_d.htm#1_10_1)
Wofür werden nach Tertullian die Christen verantwortlich gemacht?
Mit welchem Argument entkräftet Tertullian diese Vorwürfe? Nenne zwei Beispiele!
Die älteste uns erhaltene Darstellung des Gekreuzigten ist kein frommes Andachtsbild, sondern
eine Karikatur aus dem 3. Jahrhundert, der Zeit der Christenverfolgung: Eine Wandkritzelei auf
dem Palatin in Rom zeigt den Gekreuzigten mit Eselskopf, davor den betenden Christen
Alexamenos, darunter die spöttischen Worte: "Alexamenos betet seinen Gott an". Betrachte die
Abbildung auf der Seite http://members.surfeu.at/veitschegger/texte/kreuz.htm !
Auch der Aposel Paulus schreibt im ersten Brief an die Korinther 1,18-31 von der Torheit der
Christen. Lies die angebene Stelle (http://www.bibelwerk.de/) und versuche zu erklären, was
Paulus damit meint (Beachte vor allem die Verse 28ff.!)
Worin besteht die scheinbare Torheit der Christen?
Warum liegt darin in Wirklichkeit die Weisheit der Christen?
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Christenverfolgung im Römischen Reich
Lösungsvorschlag
Bald hatte sich die Kirche über die Grenzen der Provinz Judäa hinaus ausgebreitet. Doch auch im
Römischen Reich blieben die Christen vor Missgunst nicht verschont. Bald blieb es nicht bei Neid
und Verachtung. In manchen christlichen und nichtchristlichen Zeugnissen aus dieser Zeit werden
die Vorwürfe deutlich, die man den Christen machte.
Lies den Auszug aus einer antiken Schrift des Minucius Felix, in der die Christen geschmäht
werden (http://www.fb1.uni-siegen.de/kaththeo/doc/antike_t/antike_d.htm#1_4_4)! Mit der Hilfe
dieses Textes kannst du die folgenden Fragen leicht beantworten:
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Die Christen ließen jedoch solche Vorurteile nicht auf sich sitzen, sondern versuchten, ihnen zu
begegnen, wie zum Beispiel Tertullian in seiner Schrift über die Verfolgung der Christen:
(http://www.fb1.uni-siegen.de/kaththeo/doc/antike_t/antike_d.htm#1_10_1)
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Die älteste uns erhaltene Darstellung des Gekreuzigten ist kein frommes Andachtsbild, sondern
eine Karikatur aus dem 3. Jahrhundert, der Zeit der Christenverfolgung: Eine Wandkritzelei auf
dem Palatin in Rom zeigt den Gekreuzigten mit Eselskopf, davor den betenden Christen
Alexamenos, darunter die spöttischen Worte: "Alexamenos betet seinen Gott an". Betrachte die
Abbildung auf der Seite http://members.surfeu.at/veitschegger/texte/kreuz.htm !
Auch der Aposel Paulus schreibt im ersten Brief an die Korinther 1,18-31 von der Torheit der
Christen. Lies die angebene Stelle und versuche zu erklären, was Paulus damit meint (Beachte
vor allem die Verse 28ff.!)
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Christenverfolgung im R. Reich
Autor: Günther Neumann
Nur für die Hand des Lehrers
Text 1 (Minucius Felix):
Es sind das Leute, welche aus der untersten Hefe des Volkes unwissende und leichtgläubige Weiber,
die ja schon wegen der Schwäche ihres Geschlechts leicht zu gewinnen sind, sammeln und eine
ruchlose Verschwörerbande bilden. Sie verbrüdert sich in nächtlichen Zusammenkünften und bei
feierlichem Fasten und unmenschlichen Gelagen nicht etwa durch eine heilige Zeremonie, sondern
durch ein unsühnbares Verbrechen, ein duckmäuseriges und lichtscheues Volk, stumm in der
Öffentlichkeit, nur in den Winkeln gesprächig. Die Tempel verachten sie als Grabmäler, die Götter
verfehmen sie, über die Opfer lachen sie. Sie bemitleiden, selbst bemitleidenswert, wenn man so sagen
darf, die Priester, verschmähen Ehrenstellen und Purpurkleider, obwohl sie selbst fast nicht fähig sind,
ihre Blöße zu decken. Welch merkwürdige Torheit und unglaubliche Keckheit! Sie machen sich nichts
aus gegenwärtigen Martern, während sie ungewisse in der Zukunft fürchten. Sie sterben auf Erden
ohne Furcht, fürchten aber einen Tod nach dem Tode. So täuscht sie eine Hoffnung hinweg über die
Angst und beschwichtigt sie durch den Trostblick auf ein neues Leben...
Sie erkennen sich an geheimen Merkmalen und Zeichen und lieben sich gegenseitig fast, bevor sie
sich kennen. Allenthalben üben sie auch unter sich sozusagen eine Art von Sinnlichkeitskult;
unterschiedslos nennen sie sich Brüder und Schwestern: so wird sogar die gewöhnliche Unzucht durch
diesen heiligen Namen zur Blutschande. So prahlt ihr gehalt- und sinnloser Aberglaube noch mit
Schandtaten.
Text 2 (Tertullian):
Wenn der Tiber bis in die Stadtmauern steigt, wenn der Nil nicht bis über die Feldfluren steigt, wenn die
Witterung nicht umschlagen will, wenn die Erde bebt, wenn es eine Hungersnot, wenn es eine Seuche
gibt, sogleich wird das Geschrei gehört: "Die Christen vor den Löwen!" So viele vor einen?! Ich bitte
euch, wie viele Kalamitäten haben nicht schon vor Tiberius, d. h. vor der Ankunft Christi, den Erdkreis
und die Stadt betroffen? Wir lesen, daß die Inseln Hiera, Anaphe, Delos, Rhodus und Cos mit vielen
tausend Menschen zugrunde gegangen sind. Auch berichtet Plato, daß ein Land größer als Asien oder
Afrika vom Atlantischen Meere verschlungen sei. Ein Erdbeben hat das korinthische Meer entleert, und
die Macht der Wogen Lucanien abgerissen und unter dem Namen Sizilien abgesondert. Das alles
konnte natürlich nicht ohne großen Schaden für die Bewohner geschehen. Wo waren damals, als die
große Flut den ganzen Erdkreis, oder doch, wie Plato meint, das niedere Land vertilgte, ich will nicht
fragen, die Verächter eurer Götter, die Christen, sondern sie selber, eure Götter? Denn daß sie einer
späteren Zeit angehören als die Not der großen Flut, das beweisen eben die Städte, in welchen sie
geboren sind und gelebt haben, sowie auch diejenigen, die von ihnen gegründet wurden. Denn nur
dann, wenn sie nach jener Kalamität entstanden sind, konnten sie bis zum heutigen Tage bestehen.
Noch hatte Palästina den aus Ägypten ausziehenden Schwarm der Juden nicht aufgenommen, noch
hatte sich dort nicht jenes Volk, aus dem die christliche Genossenschaft entsprungen ist,
niedergelassen, als schon daran anstoßende Gegenden, Sodoma und Gomorrha, durch einen
Feuerregen versengt wurden. Die Erde riecht jetzt noch brennerig, und wenn dort etwa Baumfrüchte zu
wachsen versuchen, so sind sie nur zum Ansehen, angerührt aber zerfallen sie zu Asche. Auch
Etrurien und Kampanien hatten sich noch nicht über das Vorhandensein von Christen zu beklagen zu
der Zeit, als Vulsinii vom Himmel und Pompeji von seinem Berge mit Feuer überschüttet wurde.
Niemand betete noch zu Rom den wahren Gott an zur Zeit, als Hannibal bei Kannä die römischen
Ringe infolge des von ihm angerichteten Gemetzels mit dem Scheffel maß. Zur Zeit, als die Senonen
das Kapitol selbst eingenommen hatten, wurden ausschließlich eure sämtlichen Götter von allen
verehrt.
Gut ist es nur, daß, so oft irgendeiner Stadt ein widriges Geschick zugestoßen ist, auch die Tempel von
demselben Unheil wie die Stadtmauern getroffen wurden, so daß ich auch noch das hinzubeweise, daß
diese Geschicke nicht von jenen herrühren können, die selbst von ihnen in gleicher Weise betroffen
wurden.
Quelle: Tertullian: Apologetische, Dogmatische und Montanistische Schriften. Übersetzt von Heinrich Kellner (BKV
24) Kempten/München 1915, 493f.
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Der Briefwechsel Plinius - Trajan
Im Jahr 112 wurden in Kleinasien so viele Christen angezeigt und verurteilt, dass der
Statthalter von Bithynien, Plinius der Jüngere, Kaiser Trajan in Rom um Rat fragt. Lies
zunächst den Brief des Statthalters an den Kaiser (C. Plinius Secundus ep. 10.96 An
Kaiser Traian): http://home.t-online.de/home/prehfeld/pli10u96.htm
Kreuze an, mit welchen Bedenken sich Plinius in der Frage der Christenprozesse an den
¿Kaiser wendet!
¿
Sie begehen keine schweren Verbrechen.
Es entstehen zu hohe Gerichtskosten.
Es werden immer mehr Christen, die die Gerichte überlasten.
Die Gefängnisse sind bereits voll mit Christen.
Man kann der Ausbreitung des Christentums gegensteuern.
Es besteht großes Mitleid mit Frauen und Kindern.
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¿
¿
¿
Plinius teilt die Angeklagten in vier Kategorien ein. Beschreibe diese Kategorien:
1.
________________________________________________________________________
2.
________________________________________________________________________
3.
________________________________________________________________________
4.
________________________________________________________________________
Mit welchen Mitteln wurde versucht zu testen, wer sich vom Christentum wieder
abgewendet hat?
À
______________________________________________________________________
À
______________________________________________________________________
À
______________________________________________________________________
Trajan bestätigt, dass das Verfahren des Plinius richtig und notwendig war. Seine kurze
Antwort enthält klare Fallunterscheidungen und bildet Rechtsnormen. Skizziere das
Verfahren, das der Kaiser beschreibt:
Allgemeine Regel
Fahndung nach Christen:
Bei Anzeige:
a) Bei Überführung:
Anonyme Anzeigen:
b) Bei erwiesener Widerlegung (Anrufung der Götter):
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Der Briefwechsel Plinius – Trajan
Lösungsvorschlag
Im Jahr 112 wurden in Kleinasien so viele Christen angezeigt und verurteilt, dass der
Statthalter von Bithynien, Plinius der Jüngere, Kaiser Trajan in Rom um Rat fragt. Lies
zunächst den Brief des Statthalters an den Kaiser (C. Plinius Secundus ep. 10.96 An
Kaiser Traian): http://home.t-online.de/home/prehfeld/pli10u96.htm
Kreuze an, mit welchen Bedenken sich Plinius in der Frage der Christenprozesse an den
Kaiser wendet!
[X] Sie begehen keine schweren Verbrechen.
[X] Es entstehen zu hohe Gerichtskosten.
[X] Es werden immer mehr Christen, die die Gerichte überlasten.
[X] Die Gefängnisse sind bereits voll mit Christen.
[X] Man kann der Ausbreitung des Christentums gegensteuern.
[X] Es besteht großes Mitleid mit Frauen und Kindern.
Plinius teilt die Angeklagten in vier Kategorien ein. Beschreibe diese Kategorien:
1.
2.
3.
4.
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Mit welchen Mitteln wurde versucht zu testen, wer sich vom Christentum wieder
abgewendet hat?
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Trajan bestätigt, dass das Verfahren des Plinius richtig und notwendig war. Seine kurze
Antwort enthält klare Fallunterscheidungen und bildet Rechtsnormen. Skizziere das
Verfahren, das der Kaiser beschreibt:
Allgemeine Regel
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Fahndung nach Christen:
Bei Anzeige:
a) Bei Überführung:
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b) Bei erwiesener Widerlegung (Anrufung der Götter):
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.)
Folienvorlage
Römischer Denar von 114/117
Ø 19 mm - 3,42 g
Umschrift: IMP CAES NER TRAIANO OPTIMO AVG GER DAC
Quelle: http://www.monetaromana.de/muenze95a.htm
Die Trajanssäule, die auf dem Trajansforum
steht, wurde am 18. Mai 113 fertiggestellt.
Auf einem spiralförmigen Band windet sich
eine Reliefdarstellung nach oben. Der Fries
hat eine Gesamtlänge von 200 Metern. In
Form einer Bilderserie sind zwei Feldzüge
gegen die Daker dargestellt, die unter
Trajans Führung stattfanden.
Auf dem Ausschnitt aus der Trajanssäule
oben überschreiten die römischen Truppen
die Donau, personifiziert in der Flussgottheit
Danubius.
Quelle: http://www.roma-antiqua.de/rundgang/pages/trajanssaeule.html
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Texte in dieser Unterrichtsstunde
Autor: Günther Neumann
nur für die Lehrkraft
a) Brief X 96: C. Plinius an Kaiser Trajan
Es ist mir wichtig, Herr, alles, worüber ich im Zweifel bin, dir vorzutragen. Denn wer kann besser mein
Zaudern lenken oder meine Unkenntnis belehren?
An Gerichtsverhandlungen gegen Christen habe ich niemals teilgenommen; daher weiß ich nicht, was
und wieweit man zu strafen oder nachzuforschen pflegt. Ich war auch ganz unschlüssig, ob das
Lebensalter einen Unterschied macht, oder ob die ganz Jungen genauso behandelt werden wie die
Erwachsenen; ob bei Reue Verzeihung gewährt werden soll oder ob es dem, der einmal Christ
gewesen ist, nichts nützt, wenn er davon abgelassen hat; ob schon der blosse Name, auch wenn kein
Verbrechen vorliegt, oder nur mit dem Namen verbundene Verbrechen bestraft werden.
Einstweilen bin ich mit denen, die bei mir als Christen angezeigt wurden, folgendermaßen verfahren:
ich habe sie gefragt, ob sie Christen seien. Die Geständigen habe ich unter Androhung der Todesstrafe
ein zweites und drittes Mal gefragt. Die dabei blieben, ließ ich abführen. Denn ich war der
Überzeugung, was auch immer es sei, was sie damit eingestanden, daß auf alle Fälle ihr Eigensinn und
ihre unbeugsame Halsstarrigkeit bestraft werden müsse. Es gab auch noch andere mit ähnlichem
Wahn, die ich, weil sie römische Bürger waren, zur Überstellung nach Rom vorgemerkt habe.Während
der Verhandlung breitete sich gewöhnlich die Anschuldigung weiter aus und es ergaben sich mehrere
verschieden gelagerte Fälle.
Es wurde eine Schrift ohne Verfasserangabe vorgelegt, die viele Namen enthielt. Diejenigen, die
bestritten, Christen zu sein oder gewesen zu sein, glaubte ich freilassen zu müssen, da sie mit einer
von mir vorgesprochenen Formel die Götter anriefen und vor Deinem Bild, das ich zu diesem Zwecke
zusammen mit den Bildern der Götter herbeibringen ließ, mit Weihrauch und Wein opferten und
außerdem Christus schmähten, Dinge, zu denen wirkliche Christen, wie man sagt, nicht gezwungen
werden können.
Andere, von den Denunzianten Genannte erklärten zunächst, Christen zu sein, leugneten es aber bald
wieder: sie seien zwar Christen gewesen, hätten dann aber davon abgelassen, manche vor drei
Jahren, manche vor noch mehr Jahren, einige sogar vor zwanzig Jahren. Auch diese haben alle Dein
Bild und die Statuen der Götter verehrt und Christus geflucht. Sie versicherten darüber hinaus, ihre
ganze Schuld oder ihr ganzer Irrtum habe darin bestanden, daß sie sich gewöhnlich an einem
bestimmten Tage vor Sonnenaufgang versammelten, Christus wie einem Gott einen Wechselgesang
darbrachten und sich durch Eid nicht etwa zu irgendeinem Verbrechen verpflichteten, sondern keinen
Diebstahl, Raubüberfall oder Ehebruch zu begehen, ein Versprechen nicht zu brechen, eine
angemahnte Schuld nicht abzuleugnen. Danach seien sie gewöhnlich auseinander gegangen und dann
wieder zusammengekommen, um Speise zu sich zu nehmen und zwar ganz gewöhnliche und
unschädliche; selbst das hätten sie nach meinem Erlaß, mit dem ich deinen Aufträgen entsprechend
Vereine verboten hatte, unterlassen. Für um so notwendiger hielt ich es, aus zwei Mägden, die
Dienerinnen genannt werden, unter der Folter herauszubekommen, was wahr sei. Ich fand nichts
anderes als einen wüsten, maßlosen Aberglauben. Deswegen ist die Untersuchung aufgeschoben
worden und ich habe mich beeilt, Deinen Rat einzuholen. Die Angelegenheit schien mir nämlich einer
Beratung zu bedürfen, insbesondere wegen der Anzahl der gefährdeten Personen. Denn viele jeden
Alters, jeden Ranges, auch beiderlei Geschlechts sind jetzt und in der Zukunft gefährdet. Nicht nur über
die Städte, sondern auch über die Dörfer und das flache Land hat sich die Seuche dieses
Aberglaubens ausgebreitet. Es scheint aber, daß sie aufgehalten und in die richtige Richtung gelenkt
werden kann. Ziemlich sicher steht fest, daß die fast schon verödeten Tempel wieder besucht und die
lange eingestellten feierlichen Opfer wieder aufgenommen werden, und daß das Opferfleisch, für das
kaum noch ein Käufer gefunden wurde, überall wieder zum Verkauf angeboten wird. Daraus kann man
leicht erkennen, welche Menge Menschen gebessert werden kann, wenn man Gelegenheit zur Reue
gibt.
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9
Die Christenverfolgungen in der Antike
Texte in dieser Unterrichtsstunde
Autor: Günther Neumann
nur für die Lehrkraft
b) Brief X 97: Trajan an Plinius
Du hast, mein Secundus, bei der Untersuchung der Fälle derer, die bei dir als Christen angezeigt
wurden, die Verfahrensweise befolgt, die notwendig war. Denn etwas allgemein gültiges, das gleichsam
einen festen Rahmen bietet, kann nicht festgelegt werden. Nach ihnen fahnden soll man nicht. Wenn
sie angezeigt und überführt werden, müssen sie bestraft werden, jedoch so, daß, wer leugnet, Christ zu
sein, und dies durch eine entsprechende Handlung beweist, nämlich durch die Anrufung unserer
Götter, wegen seiner Reue Verzeihung erhält, selbst wenn er für die Vergangenheit verdächtig bleibt.
Anonym vorgelegte Klageschriften dürfen bei keiner Straftat Platz haben, denn das wäre ein schlechtes
Beispiel und paßt nicht zu unserer Zeit.
Quelle: http://www.fb1.uni-siegen.de/kaththeo/doc/antike_t/antike_g.htm#1_7
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Die Katakomben Roms
Jeder, der heute Rom als Tourist besucht, wird auch in die sogenannten Katakomben
geführt. Schaurige und gruselige Mythen ranken sich um diese unterirdischen Räume. Wir
untersuchen, was es damit auf sich hat. Lies den einführenden Text
http://www.catacombe.roma.it/de/intro.html und fülle dann die Lücken aus:
Die Katakomben sind antike unterirdische ______________, vor allem in Rom gleichzeitig
genutzt von christlichen und _____________________Gemeinschaften. Die zahlreicheren
christlichen Katakomben haben ihren Ursprung im 2. Jhdt. und wurden bis Mitte ________
ausgebaut.
Ursprünglich waren sie ausschließlich __________________. Hier trafen sich die Christen
zu den Beerdigungsriten, zum Jahrgedächtnis der Martyrer und der Verstorbenen.
In der Verfolgungszeit dienten sie nur in Ausnahmefällen kurzzeitig als _______________
für die Feier der Eucharistie. Sie wurden nicht als geheimes _______________________
von den Christen benutzt. Das ist eine reine Legende aus dem Bereich der Romane und
Filme.
Nach Ende der Verfolgungszeit, vor allem zur Zeit des hl. Papstes ___________________
(366-384), wurden die Katakomben Heiligtümer der Märtyrer, Zentren der Verehrung und
des _______________________ der Christen aus allen Teilen des römischen Reiches.
Zu dieser Zeit gab es in Rom auch oberirdische Friedhöfe, die Christen bevorzugten aus
verschiedenen Gründen die unterirdischen Begräbnisstätten. Vor allem lehnten die Christen den heidnischen Brauch der _____________________ ab. Nach dem Beispiel Christi
wünschten sie die Körperbestattung, auch aus Achtung vor dem Leib, der eines Tages zur
_____________________ bestimmt ist.
Diese Einstellung der Christen schuf Platzprobleme, wodurch die Entwicklung der Katakomben entscheidend beeinflusst wurde. Bei der Verwendung von Oberflächenfriedhöfen
wäre der zur Verfügung stehende Raum bald ausgeschöpft gewesen. Die Katakomben
lösten dieses Problem ökonomisch, praktisch und sicher. Zudem waren die ersten Christen in der Mehrheit arm, und so wurde diese Begräbnisform allgemein gebräuchlich.
Auch andere Gründe sprachen für die Vorzüge der unterirdischen Begräbnisform. Sie entsprach sehr genau ihrem Gemeinschaftssinn, wollten sie doch auch im ______________
___________________ beieinander sein. Und diese Orte erlaubten in der Verfolgungszeit,
sich diskret und ungestört zusammenzufinden, sowie auch frei die christlichen
____________________ zu verwenden.
In Übereinstimmung mit dem römischen Gesetz, welches jede Beisetzung Verstorbener
innerhalb der ____________________ verbot, liegen alle Katakomben an den großen
Konsularstraßen und in der Regel in der Nähe der damaligen Vorortsgebiete.
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Die Katakomben Roms
Autor: Günther Neumann
Lösungsvorschlag
Jeder, der heute Rom als Tourist besucht, wird auch in die sogenannten Katakomben
geführt. Schaurige und gruselige Mythen ranken sich um diese unterirdischen Räume. Wir
untersuchen, was es damit auf sich hat. Lies den einführenden Text
http://www.catacombe.roma.it/de/intro.html und fülle dann die Lücken aus:
Die Katakomben sind antike unterirdische ð?ñ#òwóô!õZö÷ó , vor allem in Rom gleichzeitig
genutzt von christlichen und øùOô@ò8ú$ûõaóYü Gemeinschaften. Die zahlreicheren christlichen
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Nach Ende der Verfolgungszeit, vor allem zur Zeit des hl. Papstes úa
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die Katakomben Heiligtümer der Märtyrer, Zentren der Verehrung und des
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Zu dieser Zeit gab es in Rom auch oberirdische Friedhöfe, die Christen bevorzugten aus
verschiedenen Gründen die unterirdischen
Begräbnisstätten. Vor allem lehnten die
Christen den heidnischen Brauch der óYü Y óYñ+
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auch aus Achtung vor dem Leib, der eines Tages zur
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Diese Einstellung der Christen schuf Platzprobleme, wodurch die Entwicklung der
Katakomben entscheidend beeinflusst wurde. Bei der Verwendung von
Oberflächenfriedhöfen wäre der zur Verfügung stehende Raum bald ausgeschöpft
gewesen. Die Katakomben lösten dieses Problem ökonomisch, praktisch und sicher.
Zudem waren die ersten Christen in der Mehrheit arm, und so wurde diese Begräbnisform
allgemein gebräuchlich.
Auch andere Gründe sprachen für die Vorzüge der unterirdischen Begräbnisform. Sie
entsprach sehr genau ihrem Gemeinschaftssinn, wollten sie doch auch im (*)0ûõ+,G÷}ô4ó*ú
ô4ó*ú- beieinander sein. Und diese Orte erlaubten in der Verfolgungszeit, sich diskret und
ungestört zusammenzufinden, sowie auch frei die christlichen )/.01
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In Übereinstimmung
mit dem römischen Gesetz, welches jede Beisetzung Verstorbener
innerhalb der ) ô $ZóGñ#ü verbot, liegen alle Katakomben an den großen
Konsularstraßen und in der Regel in der Nähe der damaligen Vorortsgebiete.
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Märtyrerakten
Märtyrer und Heilige werden oft mit geheimnisvollen Requisiten, den sogenannten Attributen, dargestellt. Bei den Märtyrern sind diese Attribute oft die Werkzeuge, mit denen sie
gemartert oder getötet wurden: Schwert, Kreuz, Säge, Rad, Pfeile, ...
Suche in einem Wörterbuch die Bedeutung des griechischen Wortes µ 3547689 (martys), das
dem Wort Märtyrer zu Grunde liegt! Märtyrer sind also _________________.
Informiere dich im Heiligenlexikon (www.heiligenlexikon.de) über den heiligen Märtyrer
Polykarp! Er lebte von ________ bis _________ in ______________. Seine Attribute sind:
_______________________________________________________________________
Lies auf der Seite http://www.catacombe.roma.it/de/ricerche/ricerca12.html den Abschnitt
3.14 über das Martyrium des heiligen Polykarp!
Dieser Märtyrerprozess fand im Jahr __________ statt.
Polykarp und Herodes leben offenbar in verschiedenen Welten. Das wird daran deutlich,
dass sie manchmal mit den gleichen Worten verschiedene Dinge meinen. Ergänze die
folgende Tabelle:
Herodes
Gottlos sind die Christen
Drohung mit dem Scheiterhaufen
Prozess über den Bischof
Grausame Hinrichtung
Polykarp
Polykarp war ungefähr __________ Jahre, als ihm der Prozess gemacht wurde. Herodes
versuchte _____mal Polykarp zur Aufgabe seines Glaubens und damit zur Rettung seines
Lebens zu bewegen. Aber Polykarp sah die Rettung seines Lebens anders:
Lies auf der Seite http://www.catacombe.roma.it/de/ricerche/ricerca12.html den Abschnitt
2. Die Märtyrerakten! Die Märtyrerakten wurden in der frühen Kirche während der Eucharistiefeier an ihrem Festtag vorgelesen. Beschreibe, inwiefern das Zeugnis des Polykarp
für den Glauben der Christen, die selbst oft unter der Verfolgung zu leiden hatten, von Bedeutung war!
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Märtyrerakten
Lösungsvorschlag
Märtyrer und Heilige werden oft mit geheimnisvollen Requisiten, den sogenannten Attributen, dargestellt. Bei den Märtyrern sind diese Attribute oft die Werkzeuge, mit denen sie
gemartert oder getötet wurden: Schwert, Kreuz, Säge, Rad, Pfeile, ...
Suche in einem Wörterbuch die Bedeutung des griechischen Wortes µ 3547689 (martys), das
dem Wort Märtyrer zu Grunde liegt! Märtyrer sind also :<;>=@?A;B .
Informiere dich im Heiligenlexikon (www.heiligenlexikon.de) über den heiligen Märtyrer
Polykarp! Er lebte von C0D bis EFGF in HJILK0MNB"OQPSRT&UWV@IYXMNZ . Seine Attribute sind:
Darstellung O[\U]<M^;&XU0_`O$=bacHedf@;&Xhgh;MNfO$=ba;&Bi_<jN[,OIkIl;m_<n+o&[pdf
Lies auf der Seite http://www.catacombe.roma.it/de/ricerche/ricerca12.html den Abschnitt
3.14 über das Martyrium des heiligen Polykarp!
Dieser Märtyrerprozess fand im Jahr EFGF
statt.
Polykarp und Herodes leben offenbar in verschiedenen Welten. Das wird daran deutlich,
dass sie manchmal mit den gleichen Worten verschiedene Dinge meinen. Ergänze die
folgende Tabelle:
Herodes
Gottlos sind die Christen
Polykarp
]qobgg2[,oUrU,XB0sts$Xu;kvm;&Xwsx;&ByP{z}|2Il;MNZw~
Drohung mit dem Scheiterhaufen
nOU€j;=@;Msx;&M€vm|2[[;cXUg1‚eXƒ;[lU^df+M^;„d…0[NX†df@;M~
Prozess über den Bischof
v`;M^osx;*UrUgh;fqgc‚&o2M‡]qogbgkO[\UlzˆX†df}gh;M~
Grausame Hinrichtung
n+;&M‡‰ohsŠXUgY;2X,B$;‹]<B"OJsx;m_qs$Xƒ;ŒV0=]qogbg€aŽf+M„g~
Polykarp war ungefähr ____ `F _____ Jahre, als ihm der Prozess gemacht wurde.
Herodes versuchte ‚eXƒ;M mal Polykarp zur Aufgabe seines Glaubens und damit zur Rettung

seines
Lebens zu bewegen. Aber Polykarp sah die Rettung seines Lebens anders:
Mr‘’MXƒ;*Ul]qogbg€a&Ž“Ms$Xƒ;‹]<B"OAsx;`_”g;2X,[fO•*;B–V0=—s"ŽM{a;&BQOI
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Lies auf der Seite http://www.catacombe.roma.it/de/ricerche/ricerca12.html den Abschnitt
2. Die Märtyrerakten! Die Märtyrerakten wurden in der frühen Kirche während der Eucharistiefeier an ihrem Festtag vorgelesen. Beschreibe, inwiefern das Zeugnis des Polykarp
für den Glauben der Christen, die selbst oft unter der Verfolgung zu leiden hatten, von Be
deutung war!
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Die Folgen der Verfolgung
Auch wenn die Christen schwer unter der Verfolgung zu leiden hatten, so blieb diese
schreckliche Zeit nicht ohne wichtige Folgen für die junge Kirche. Von einer ersten Wirkung berichtet bereits die Apostelgeschichte 8,1. Lies diesen Satz und beschreibe, was
hier über die Jünger Jesu gesagt wird, mit eigenen Worten!
Im gleichen Kapitel der Apostelgeschichte zieht Philippus auf einer "menschenleeren"
Straße (8,26) nach Süden. Welche Bedeutung hat dieses Adjektiv in der Zeit der Verfolgung für Philippus?
Lies Apg 8,26-40! Gib in einem Satz die Tätigkeit wieder, die Philippus vor allem im letzten Satz dieses Abschnitts ausübt!
Welche Bedeutung die Märtyrer für die Gemeinde der Gläubigen hatten, wird auf der Seite
http://www.catacombe.roma.it/de/ricerca12.html im Abschnitt 4. Wie viele Martyrer gab es
damals? deutlich. Lies diesen Textabschnitt und formuliere eine Aussage darüber, wozu
uns das Beispiel der Märtyrer anspornen soll!
Die Märtyrer sollen nicht in Vergessenheit geraten. Ergänze daher die folgende Liste berühmter Männer und Frauen, die für ihren Glauben in den Tod gegangen sind. Auf der
Seite http://www.catacombe.roma.it/de/ricerca12.html findest du einige Hinweise!
Name, Bezeichnung
Stephanus, Diakon
Ignatius, Bischof von Antiochien
Sebastian, römischer Hauptmann
Afra, in Augsburg
Tod
um 36/40
107
288
305
Name, Bezeichnung
Petrus, Apostel
Polykarp, Bischof von Smyrna
Agnes, Jungfrau
Sarmannina, in Regensburg
Tod
um 64
156
304
305
Was weißt du über deinen Namenspatron? War es ein Märtyrer oder ein Heiliger? Suche
nach ihm oder ihr im Heiligenlexikon (www.heiligenlexikon.de) und trage die Lebensdaten
deines Namenspatrons, seinen Herkunftsort und ein Stichwort zu seinem Leben hier ein:
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Die Folgen der Verfolgung
Lösungsvorschlag
Auch wenn die Christen schwer unter der Verfolgung zu leiden hatten, so blieb diese
schreckliche Zeit nicht ohne wichtige Folgen für die junge Kirche. Von einer ersten Wirkung berichtet bereits die Apostelgeschichte 8,1. Lies diesen Satz und beschreibe, was
­}®+¯,°über
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hier
Im gleichen Kapitel der Apostelgeschichte zieht Philippus auf einer "menschenleeren"
Straße (8,26) nach Süden. Welche Bedeutung hat dieses Adjektiv in der Zeit der VerÈA±³¸N³wÉ$Éqfür
®0¾ËPhilippus?
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Lies Apg 8,26-40! Gib in einem Satz die Tätigkeit wieder, die Philippus vor allem im letzÈA±³¸NSatz
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Welche Bedeutung die Märtyrer für die Gemeinde der Gläubigen hatten, wird auf der Seite
http://www.catacombe.roma.it/de/ricerca12.html im Abschnitt 4. Wie viele Martyrer gab es
damals? deutlich. Lies diesen Textabschnitt und formuliere eine Aussage darüber, wozu
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Die Märtyrer sollen nicht in Vergessenheit geraten. Ergänze daher die folgende Liste berühmter Männer und Frauen, die für ihren Glauben in den Tod gegangen sind. Auf der
Seite http://www.catacombe.roma.it/de/ricerca12.html findest du einige Hinweise!
Name, Bezeichnung
Stephanus, Diakon
Ignatius, Bischof von Antiochien
Sebastian, römischer Hauptmann
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Tod
Petrus, Apostel
um 64
Polykarp, Bischof von Smyrna 156
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Was weißt du über deinen Namenspatron? War es ein Märtyrer oder ein Heiliger? Suche
nach ihm oder ihr im Heiligenlexikon (www.heiligenlexikon.de) und trage die Lebensdaten
deines Namenspatrons, seinen Herkunftsort und ein Stichwort zu seinem Leben hier ein:
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16
Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Das Ende der Verfolgung in der Antike
Ordne die folgenden Ereignisse der zeitlichen Reihenfolge nach durch Zahlen von 1-7!
Kaiser Galerius war offenbar besorgt um ________________. Sicher sah er auch
ein, dass die bisherigen Verfolgungen der Christen ___________________.
Möglicherweise war er auch krank und bat die Christen, für sein Wohl und seine
Heilung zu beten. Auffällig ist in der Formulierung des Ediktes, wie sehr Galerius
daran lag, die Christen möchten bei ihrem Gott für ________________________
beten.
Als Konstantin daraufhin in der Schlacht an der Milvischen Brücke siegte, war er vom
Christentum überzeugt. 313 erließ er als Kaiser Konstantin das Mailänder Toleranzedikt. Dadurch konnte sich das Christentum unter seiner Herrschaft zahlenmäßig
etwa auf 10 Millionen Gläubige verdoppeln.
Am Vorabend des 28. Oktober 312 hatte Konstantin eine Vision, die ihm zum Sieg
über seinen Konkurrenten Maxentius um den Kaiserthron verhalf. Eusebius von
Caesara, der ungefähr von 264/5 bis 337/341 lebte und seit 315 das Amt des Bischofs von Caesarea bekleidete, schrieb in seiner „Kirchengeschichte":
"Um die Mittagszeit, da sich der Tag neigte, habe er, so sagte der Kaiser, mit eigenen
Augen oben am Himmel über der Sonne das Siegeszeichen des Kreuzes, aus Licht
gebildet, und dabei die Worte gesehen: 'Durch dieses (Zeichen) siege!' Da sei er nun
in Verlegenheit gewesen, was doch diese Erscheinung bedeute. Während er aber
diese erwogen und lange noch darüber nachgedacht habe, habe ihn die Nacht
überrascht. Da habe sich ihm nun im Schlafe der Christus Gottes mit dem am Himmel erschienenen Zeichen gezeigt und ihm aufgetragen, das am Himmel geschaute
Zeichen nachzubilden und es bei den Kämpfen mit den Feinden als Schutzschild zu
gebrauchen."
Das Jahr 311 fällt in die Regierungszeit des römischen Kaisers Galerius, der durch
ein Edikt das Ende der Christenverfolgung herbeiführte.
"Wir haben in Rücksicht auf unsere Milde und ständige Gewohnheit, allen Menschen
Verzeihung zu gewähren, nunmehr auch unsere Erlaubnis dahin ausdehnen zu müssen geglaubt, dass sie wieder Christen sein und ihre Versammlungen wieder halten
dürfen, so dass sie nicht mehr gegen ihre eigene Lehre verstoßen. Durch ein zweites
Schreiben beabsichtigen wir auch noch den Richtern mitzuteilen, was sie zu beobachten haben. Daher werden sie nun auch infolge unserer Erlaubnis verpflichtet sein,
für unser Wohl, für das des Staates und für das ihrige zu ihrem Gott zu beten, damit
das Reich in jeder Hinsicht bestehen bleibt und sie selber ruhig an ihrem Herde leben
können."
Schließlich wurde 391 unter Kaiser Theodosius I (379-395) das Christentum Staatsreligion.
Kaiser Diokletian (284-305) regierte das Römische Reich in einer schwierigen Zeit.
Um den Herausforderungen begegnen zu können, teilte er das Reich in eine östliche
Hälfte mit Konstantinopel als Hauptstadt und in eine westliche Hälfte mit Rom als
Hauptstadt. Dennoch brauchte er einen Sündenbock, um von weiteren politischen
Problemen ablenken zu können. Deshalb begann mit seinem Verfolgungsdekret 303
eine schwere Verfolgungszeit für die Christen. Aber sein Ende war nahe.
Aber schon Konstantins Nachfolger, Kaiser Julian (361-363) förderte die Wiedergeburt des Heidentums und es kam erneut zu Verfolgungen.
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Das Ende der Verfolgung in der Antike
Autor: Günther Neumann
- Lösungsvorschlag
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Ordne
die folgenden Ereignisse der zeitlichen Reihenfolge nach durch Zahlen von 1-7!
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Kaiser Galerius war offenbar besorgt um ________________. Sicher sah er auch
ein, dass die bisherigen Verfolgungen der Christen ___________________.
Möglicherweise war er auch krank und bat die Christen, für sein Wohl und seine
Heilung zu beten. Auffällig ist in der Formulierung des Ediktes, wie sehr Galerius
daran lag, die Christen möchten bei ihrem Gott für ________________________
beten.
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Als Konstantin daraufhin in der Schlacht an der Milvischen Brücke siegte, war er vom
Christentum überzeugt. 313 erließ er als Kaiser Konstantin das Mailänder Toleranzedikt. Dadurch konnte sich das Christentum unter seiner Herrschaft zahlenmäßig
etwa auf 10 Millionen Gläubige verdoppeln.
Am Vorabend des 28. Oktober 312 hatte Konstantin eine Vision, die ihm zum Sieg
über seinen Konkurrenten Maxentius um den Kaiserthron verhalf. Eusebius von
Caesara, der ungefähr von 264/5 bis 337/341 lebte und seit 315 das Amt des Bischofs von Caesarea bekleidete, schrieb in seiner „Kirchengeschichte":
"Um die Mittagszeit, da sich der Tag neigte, habe er, so sagte der Kaiser, mit eigenen
Augen oben am Himmel über der Sonne das Siegeszeichen des Kreuzes, aus Licht
gebildet, und dabei die Worte gesehen: 'Durchdieses (Zeichen) siege!'Da sei er nun
in Verlegenheit gewesen, was doch diese Erscheinung bedeute. Während er aber
diese erwogen und lange noch darüber nachgedacht habe, habe ihn die Nacht
überrascht. Da habe sich ihm nun im Schlafe der Christus Gottes mit dem am Himmel erschienenen Zeichen gezeigt und ihm aufgetragen, das am Himmel geschaute
Zeichen nachzubilden und es bei den Kämpfen mit den Feinden als Schutzschild zu
gebrauchen."
ó
Das Jahr 311 fällt in die Regierungszeit des römischen Kaisers Galerius, der durch
ein Edikt das Ende der Christenverfolgung herbeiführte.
ô
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ö
"Wir haben in Rücksicht auf unsere Milde und ständige Gewohnheit, allen Menschen
Verzeihung zu gewähren, nunmehr auch unsere Erlaubnis dahin ausdehnen zu müssen geglaubt, dass sie wieder Christen sein und ihre Versammlungen wieder halten
dürfen, so dass sie nicht mehr gegen ihre eigene Lehre verstoßen. Durch ein zweites
Schreiben beabsichtigen wir auch noch den Richtern mitzuteilen, was sie zu beobachten haben. Daher werden sie nun auch infolge unserer Erlaubnis verpflichtet sein,
für unser Wohl, für das des Staates und für das ihrige zu ihrem Gott zu beten, damit
das Reich in jeder Hinsicht bestehen bleibt und sie selber ruhig an ihrem Herde leben
können."
Schließlich wurde 391 unter Kaiser Theodosius I (379-395) das Christentum Staatsreligion.
Kaiser Diokletian (284-305) regierte das Römische Reich in einer schwierigen Zeit.
Um den Herausforderungen begegnen zu können, teilte er das Reich in eine östliche
Hälfte mit Konstantinopel als Hauptstadt und in eine westliche Hälfte mit Rom als
Hauptstadt. Dennoch brauchte er einen Sündenbock, um von weiteren politischen
Problemen ablenken zu können. Deshalb begann mit seinem Verfolgungsdekret 303
eine schwere Verfolgungszeit für die Christen. Aber sein Ende war nahe.
Aber schon Konstantins Nachfolger, Kaiser Julian (361-363) förderte die Wiedergeburt des Heidentums und es kam erneut zu Verfolgungen.
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Märtyrer und Heilige
Als das Christentum römische Staatskirche geworden war, gab es zunächst keine Verfolgungen und damit auch keine Märtyrer mehr. Die Gläubigen brauchten aber nach wie vor
Leitfiguren, an denen sie sich orientieren und denen sie nacheifern konnten.
Die Worte Polykarps "Ich preise dich, Herr, allmächtiger Gott, weil du mich an diesem Tag
und in dieser Stunde würdig machst, zur Zahl der Martyrer zu gehören und teilzuhaben am
Kelch Christi, um in der Unvergänglichkeit des Heiligen Geistes zum ewigen Leben der
Seele und des Leibes aufzuerstehen" waren Vielen ein Ansporn gewesen. Nun mussten
andere an die Stelle der Märtyrer treten, die nicht durch ihren Tod, sondern durch ihre
Taten Zeugnis ablegten für Jesus Christus.
Aus der langen Reihe der Heiligen, die diese Aufgabe übernahmen, seien hier drei Beispiele vorgestellt: Benedikt, Hildegard und Ignatius. Sammle mit Hilfe der Suchmaschine
Google Informationen über diese Heiligen und fülle die Tabelle aus:
Lebensdaten
Heimatort
Benedikt
Hildegard
Ignatius
_____ bis _____
_____ bis _____
_____ bis _____
__________________ __________________ __________________
besondere Taten
Wunder
Datum der
Heiligsprechung
__________________ __________________ __________________
Informiere dich über deinen Namenspatron! Viele Vornamen gehen bis heute auf einen
Märtyrer oder Heiligen bzw. auf eine Märtyrerin oder eine Heilige zurück.
Mein Namenspatron ist ___________________. Er lebte von _______ bis _______ in
____________________. Er zeichnete sich aus durch ____________________________
_______________________________________________________________________.
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19
Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Märtyrer und Heilige
Lösungsvorschlag
Als das Christentum römische Staatskirche geworden war, gab es zunächst keine Verfolgungen und damit auch keine Märtyrer mehr. Die Gläubigen brauchten aber nach wie vor
Leitfiguren, an denen sie sich orientieren und denen sie nacheifern konnten.
Die Worte Polykarps "Ich preise dich, Herr, allmächtiger Gott, weil du mich an diesem Tag
und in dieser Stunde würdig machst, zur Zahl der Märtyrer zu gehören und teilzuhaben am
Kelch Christi, um in der Unvergänglichkeit des Heiligen Geistes zum ewigen Leben der
Seele und des Leibes aufzuerstehen" waren Vielen ein Ansporn gewesen. Nun mussten
andere an die Stelle der Märtyrer treten, die nicht durch ihren Tod, sondern durch ihre
Taten Zeugnis ablegten für Jesus Christus.
Aus der langen Reihe der Heiligen, die diese Aufgabe übernahmen, seien hier drei Beispiele vorgestellt: Benedikt, Hildegard und Ignatius. Sammle mit Hilfe der Suchmaschine
Google Informationen über diese Heiligen und fülle die Tabelle aus:
Hildegard
Benedikt
Lebensdaten
Heimatort
besondere Taten
Wunder /
Legenden
Datum der
Heiligsprechung
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Informiere dich über deinen Namenspatron! Viele Vornamen gehen bis heute auf einen
Märtyrer oder Heiligen bzw. auf eine Märtyrerin oder eine Heilige zurück.
Mein Namenspatron ist ___________________. Er/Sie lebte von _______ bis _______ in
____________________. Er/Sie zeichnete sich aus durch _________________________
_______________________________________________________________________.
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Christenverfolgung heute
Wer glaubt, das Christentum sei heute nicht mehr verfolgt, der erliegt einer Täuschung.
Viele Zeitungsberichte weisen immer wieder auf blutige und tödliche Christenverfolgungen
in aller Welt hin. Eine Internet-Seite fragt: Gibt es eine neue Christenverfolgung?
(http://www.gfbv.de/bestell/pogrom/christen.htm) Lies die Texte auf dieser Seite und
bearbeite die folgenden Aufgaben:
Nenne zwei Beispiele, wie Christen heute verfolgt werden:
1. ______________________________________________________________________
2. ______________________________________________________________________
Warum ist es schwierig, gegen die Christenverfolgung heute etwas zu unternehmen?
"Toleranz ist keine Einbahnstraße" - Wodurch könnte man religiös motivierte Diskriminierungen vermeiden?
Informiere dich auf der Seite von Offene Grenzen (http://de.od.org/de/index.php) über verschiedene Vorkommnisse der jüngsten Zeit und berichte deinen Mitschülern darüber! Auf
dieser Seite findest du unter Startseite > Nützliches > Quiz einen Fragebogen zu vielen
Zahlen und Fakten über moderne Christenverfolgung.
Christenverfolgungen finden nicht nur in fernen Ländern statt. Mit welcher Art von Verfolgung können es bei uns Leute zu tun bekommen, die...
... in einem Restaurant ein Tischgebet sprechen?
... in der Frage der Abtreibung die Liebe Gottes zu allen Menschen betonen?
Überlege und notiere deine Meinung bzw. deine Erfahrungen! Wie würdest du reagieren,
... wenn beim Schulgebet ein Mitschüler abfällige Bemerkungen macht?
... dein Freund/deine Freundin sagt, der Glaube an Gott sei eine Dummheit?
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
Christenverfolgung heute
Lösungsvorschlag
Wer glaubt, das Christentum sei heute nicht mehr verfolgt, der erliegt einer Täuschung.
Viele Zeitungsberichte weisen immer wieder auf blutige und tödliche Christenverfolgungen
in aller Welt hin. Eine Internet-Seite fragt: Gibt es eine neue Christenverfolgung?
(http://www.gfbv.de/bestell/pogrom/christen.htm) Lies die Texte auf dieser Seite und
bearbeite die folgenden Aufgaben:
Nenne zwei Beispiele, wie Christen heute verfolgt werden:
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Warum
ist es schwierig, gegen die Christenverfolgung heute etwas zu unternehmen?
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Diskriminierungen
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Informiere dich auf der Seite von Offene Grenzen (http://de.od.org/de/index.php) über verschiedene Vorkommnisse der jüngsten Zeit und berichte deinen Mitschülern darüber! Auf
dieser Seite findest du unter Startseite > Nützliches > Quiz einen Fragebogen zu vielen
Zahlen und Fakten über moderne Christenverfolgung.
Christenverfolgungen finden nicht nur in fernen Ländern statt. Mit welcher Art von Verfolgung können es bei uns Leute zu tun bekommen, die...
... in einem Restaurant ein Tischgebet sprechen?
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... in der Frage der Abtreibung die Liebe Gottes zu allen Menschen betonen?
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Überlege und notiere deine Meinung bzw. deine Erfahrungen! Wie würdest du reagieren,
... wenn beim Schulgebet ein Mitschüler abfällige Bemerkungen macht?
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... dein Freund/deine Freundin sagt, der Glaube an Gott sei eine Dummheit?
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Christenverfolgung heute
Autor: Günther Neumann
für die Lehrkraft
Gibt es eine neue Christenverfolgung?
Glaubenskriege müssen jedenfalls verhindert werden
Von Andreas Selmeci
"Was unternimmt die Bundesregierung ..." +++ In den armen Ländern des
"Südens" breitet sich das Christentum stetig aus +++ Religiöse
Unterdrückung lässt sich oft nur schwer greifen +++
aus pogrom 206
Auf den Molukken-Inseln im indonesischen Archipel tobt seit Anfang 1999 ein brutaler Bürgerkrieg
zwischen Muslimen und Christen, der bereits mehr als 4.000 Todesopfer gefordert hat. Im Mai diesen Jahres
trafen auf den Gewürzinseln (wie die Molukken auch genannt werden) 2.000 Kämpfer der radikalislamischen Miliz "Laskar Jihad" (Jihad = "Heiliger Krieg") ein und griffen seither mehrere christliche
Siedlungen an, ermordeten die Bewohner und brannten die Kirchen nieder. Die indonesischen
Sicherheitskräfte scheinen nicht willens, die Eskalation der Gewalt zu stoppen.
Im Sudan setzt das islamistische Regime unter General Omar El-Bashir seinen Völkermord an den
schwarzafrikanischen Christen des Süden und der Nuba-Berge fort, der seit 1983 schon 1,5 Millionen
Menschenleben gekostet hat. Weiterhin lässt Khartum zivile Ziele wie Krankenhäuser und Schulen
bombardieren. Im März 2000 wurden im Sudan nach langer Pause wieder Hudhud-Strafen des islamischen
Strafrechts, der Scharia, angewandt: 2 Kreuz-Amputationen (eine Hand, ein Fuss) sind dokumentiert, 11-mal
wurde jeweils eine Gliedmaße entfernt.
In den islamischen bzw. islamisch geprägten Ländern des Nahen Ostens gelten bis heute diskrimierende
Gesetze: Kein christlicher Mann darf eine muslimische Frau heiraten. Wenn eine Christin einen Muslim
ehelicht, dann werden die Kinder automatisch als Muslime geboren. In Pakistan, wo der radikale Islamismus
in den letzten Jahren stark auf dem Vormarsch war, gibt es immer weniger Rechtsicherheit für Christen.
Extremistische Mullahs ziehen Christen in ein theologisches Gespräch und beschuldigen sie dann der
Blasphemie gegen den Koran und den Propheten, was als Kapitalverbrechen gilt. In keinem bisher bekannt
gewordenen Mord an Christen hat die Staatsanwalt ernsthaft ermittelt.
“Was unternimmt die deutsche Bundesregierung gegen die Verfolgung von Christen weltweit?” Dies
stand im Zentrum der "Großen Anfrage" der CDU/CSU-Fraktion, die am im Bundestag am 24. Februar 2000
zur Debatte kam. Abgeordnete der rot-grünen Regierungskoalition, aber auch von FDP und PDS wiesen in
ihren Antworten darauf hin, dass vermeintlich religiös motivierte Menschenrechtsverletzungen meist
komplexe soziale und wirtschaftliche Ursachen haben und Machtinteressen dienen. Es ist schon so: Eine
verantwortungsvolle, an der Wahrung des Weltfriedens orientierte deutsche bzw. europäische
Außenpolitik muss Menschenrechtsverletzungen überall und jederzeit verurteilen, gleichviel, ob sie
nun an Christen oder Andersgläubigen begangen werden, überhaupt unabhängig von der religiösen,
ethnischen, sozialen oder sonstigen Zugehörigkeit der Opfer. Unsere Regierungen müssen vor allem dann
tätig werden, wenn Verbrechen "im eigenen Haus" oder gerade vor dessen Tür geschehen, wenn - wie
unlängst in Bosnien-Herzegowina oder heute in Tschetschenien - europäische Muslime Opfer von
Völkermord werden. Ansonsten trügen sie dazu bei, jenen "Kampf der Kulturen" Realität werden zu
lassen, der von Publizisten wie Samuel Huntington und Peter Scholl-Latour nach dem Kalten Krieg als
neues globales Freund-Feind-Szenario an die Wand gemalt wurde. Andererseits gibt es eine historische
Verantwortung: In der Neuzeit hat Europa sein Christentum über die ganze Welt verbreitet und mit ihm die
europäischen Grundwerte. Dabei wurden andere Kulturen, die ihren Trägergemeinschaften während
Jahrtausenden relative Existenzsicherheit gewährt haben, gnadenlos zerstört. Deshalb wirkt es heute
besonders beschämend, wenn bedrängte Christen von irgendwo um Hilfe rufen, und sich die satten
Christen, Humanisten und bekennenden Atheisten des Abendlandes die Ohren zuhalten!
In den armen Ländern des "Südens" breitet sich das Christentum noch immer stetig aus. Nach
Reverend Johan Candelin, dem Sekretär der Religionsfreiheitskommission der World Evangelical Fellowship
in Kokkola, Finnland, hat sich die Zahl der Christen in den letzten 30 Jahren in Afrika von 120 Millionen auf
343 Millionen erhöht, in Lateinamerika von 261 auf 470 Millionen fast verdoppelt und in Asien von 94 auf 301
Millionen mehr als verdreifacht. Triebfedern dieser Entwicklung sind das Bevölkerungswachstum und
erfolgreiche Mission. Aufschlussreich ist das numerische Verhältnis zwischen den christlichen Konfessionen.
Noch einmal Reverend Candelin: "Im Verlauf dieses Jahrhunderts (des 20.; Anm. d. Red.) hat sich die Zahl
der evangelischen Christen in Asien um fast das 20-fache vermehrt, nämlich von 10 Millionen auf 196
Millionen, und um fast das 35-fache in Südamerika, wo ihre Zahl von 2 auf 68 Millionen gestiegen ist. Allein
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Die Christenverfolgungen in der Antike
Autor: Günther Neumann
in China gehen mehr Menschen am Sonntag zur Kirche als in ganz Westeuropa zusammen. Dasselbe gilt
offensichtlich für Indien ebenso wie für das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt Indonesien." (Zitiert nach seinen Beitrag "Christenverfolgungen heute" in "Verfolgte Christen heute. Christen
in den Ländern Afrikas, Asiens, des Nahen Ostens und Lateinamerikas", Dokumentation einer
Internationalen Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung, am 28.10.1999 in Berlin.)
Wenn sich die Christen just in den Staaten mehren, in denen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
darniederliegen, dann läßt sich leicht eine “Christenverfolgung" herbeireden. Vorsicht, wenn da gar von
“neuen Märtyrern des Kreuzes” gepredigt wird! In China hat die kommunistische Partei die christlichen
Kirchen genötigt, entweder in den Untergrund zu gehen oder sich im Einheitsgewand einer “patriotischen
Vereinigung” kontrollieren zu lassen. Doch mittlerweile bestätigt der Papst die meisten der von Peking
ernannten katholischen Bischöfe. Repressalien erleiden in der Regel nicht die chinesischen Christen,
sondern tibetische Mönche und Nonnen in Tibet, Imame in Ostturkistan und Mitglieder der Falun-GongSekte.
Doch vielfach ist das Christsein tatsächlich ein Anlass für Übergriffe. In Indien ist das Christentum
besonders in den Teilen der Bevölkerung angenommen worden, die im Kastensystem der Hindus keinen
Platz gefunden haben: von sog. "Unberührbaren" (Dalits) und Ureinwohnergemeinschaften (Adivasi). Für
viele Angehörige dieser Gruppen birgt die Bibel noch heute eine Botschaft der Befreiung. Dass HinduNationalisten ihren Mob in den letzten Jahren häufiger auf Christen gehetzt und Kirchen haben anzünden
lassen, ist daher kein Zufall.
In Burma (Myanmar) tauchten gegen Ende des 19. Jahrhunderts baptistische Missionare auf. Nachdem die
buddhistischen Burmanen in der fruchtbaren Ebene des Irrawaddy-Flusses keinen Bedarf zeigten, gründeten
sie ihre Gemeinden vor allem unter den Bergvölkern. Die nationale Widerstandsbewegung der Karen im
Süden Burmas hat ihre Elite lange aus strammen Christen rekrutiert. Ähnliches gilt für die Chin im Norden
des Landes. Bei ihnen hat die burmesische Armee in den letzten Jahren die Gipfelkreuze entfernen und
christliche Dorfbewohner beim Bau von Pagoden Zwangsarbeit leisten lassen.
Religiöse Unterdrückung lässt sich oft deshalb nur schwer greifen, weil sie durch nicht-staatliche
Akteure betrieben wird. In Ägypten sterben immer wieder koptische Christen durch Anschläge der
terroristischen Islamischen Bruderschaft. Unkorrupte Beamte versuchen die Morde aufzuklären, doch es
gelingt ihnen nur selten. Dass die Kopten im öffentlichen Leben des Landes unterrepräsentiert sind:
Dagegen protestieren die koptischen Institutionen nicht gerne. Zu groß ist ihre Furcht, dadurch negativ
aufzufallen und erst recht ins Fadenkreuz zu geraten.
In der Türkei haben die jungtürkischen und kemalistischen Nationalisten im ersten Viertel des 20.
Jahrhunderts Völkermord an den armenischen und assyrisch-aramäischen Christen begangen sowie die
griechischen Christen aus Kleinasien und vom Hellespont vertrieben. In diesem säkularen Staat, der heute
für die EU-Mitgliedschaft kandidiert, untersagen lokale Behörden den verbliebenen christlichen KleinstGemeinden ihre Gotteshäuser zu renovieren. Dem syrisch-orthodoxen Kloster Mar Gabriel im Tur Abdin
(Südosttürkei) wurde 1997 verboten, Religionsunterricht in aramäischer Sprache zu erteilen. Die Sprache
Jesu ist Grundlage der syrisch-orthodoxen Liturgie.
Toleranz ist keine Einbahnstraße. Deshalb ist es an der Zeit, dass muslischen Einwanderern und ihren
Nachkommen in Deutschland an den staatlichen Schulen ein islamischer Religionsunterricht eingeräumt
wird, der freilich in Einklang mit dem Grundgesetz stehen muss. Andererseits wird es dem Westen als
Schwäche ausgelegt werden, wenn er nicht überall konsequent auf Glaubensfreiheit dringt. Auf den
Molukken, im Sudan und in Ländern wie Pakistan ist Eile geboten. Keinesfalls darf die Welt trotz
Globalisierung und Internet zum Schaupatz neuer Religionskriege werden.
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