Angler-Rinderzüchter präsentierten Spitzenkühe

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Angler-Rinderzüchter präsentierten Spitzenkühe
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Tier
BAUERNBLATT l 25. Mai 2013 ■
„Süderbrarup am Abend“
Angler-Rinderzüchter präsentierten Spitzenkühe
Am 3. Mai führten die Angler-Rinderzüchter ihre Tierschau in der Süderbraruper Angelnhalle durch.
Wegen der bevorstehenden Weltrotviehkonferenz, die an den folgenden Tagen in Angeln abgehalten wurde, waren zirka 50 internationale Gäste aus zwölf Ländern
anwesend, diese lobten die Tierqualität der Nachzuchten und
Schaukühe.
Den Auftakt am Schauabend
machten die Nachzuchten. Eine
Gruppe von sieben „Elkor“-Töchtern
aus dem Wiedereinsatz präsentierte
sich sehr einheitlich. Mittelrahmige
Kühe mit besten Beinen und Eutern
hinterließen einen großartigen Eindruck.
Der jederzeit souveräne Preisrichter Guido Simon aus Sundern stellte
hier „Nicole“ von der Milch GbR Sorgenfrei auf Platz eins. Die aus einer
„Zober“-Tochter gezogene Kuh bestach durch das gute Hintereuter
und die klaren Gelenke. Den 1b-Preis
bekam „Napoli“, eine „Haithabu“Enkelin aus der Zucht von Jens Callsen, Lindaukamp, die heute bei Ralf
Nissen in Dollerupholz produziert.
Ein besonderer Hingucker waren
die fünf Töchter des „R Ascona“Sohns „Impalu“. Die Kühe hatten alle bereits zweimal gekalbt und waren bis auf eine Ausnahme schon anlässlich der „Auktion am Abend“ im
Januar in Neumünster als Nachzuchtgruppe präsentiert worden.
Die Kühe waren enorm entwickelt
und zeigten aufgrund des Laktationsstadiums nicht zu viel Milchcharakter. Die „Dornau“-Enkelin „Man-
In Klasse 2 waren wiederum äußerst harmonische Jungkühe vertreten. Der 1a-Preis ging hier an „Naomi“, eine „A Linne“-Tochter mit sehr
viel Typ, die auf die bekannte „Tulip“-Tochter „Ebba“ von FuscheraPetersen, Fahrdorf, zurückgeht. Auf
Rang zwei lief Jürgen Melchertsen
aus Norgaardholz mit „Noble“. Die
„Reality“-Tochter mit sehr viel Ausstrahlung geht auf eine dänische
Kuhfamilie zurück. Die Vollschwester des Angler-Wartebullen „Nougat“ konnte hier den 1c-Preis erringen. „Nele“ aus der Zucht von Familie Fuschera-Petersen glänzte durch
das beste Euter in dieser Klasse.
Die Nachzucht des Bullen „Elkor“ zeigte sich sehr einheitlich.
Fotos: Claus-Peter Tordsen
ja“ von Dirk Petersen, Brarupholz,
konnte sich wegen ihrer guten Vorhandstärke und Körpertiefe gegen
die großrahmige „Baldo“-Enkelin
„Mops“ von der Milch GbR Sorgenfrei durchsetzen.
Von dem neuen Milchvererber
„Kandy“ waren vier Töchter angetreten. „Kandy“ ist ein „R Bahama“Sohn aus der Zucht von Andreas Jessen, Groß Jörl. Aus dessen Mutter
„Dandy“ war bereits der „Baldo“Sohn „Halma“ im Besamungseinsatz. Die präsentierten „Kandy“Töchter zeigten sich milchtypisch
und konnten durch sehr drüsige Euter überzeugen. Der Preisrichter
stellte hier zwei Kühe von Familie
Fuschera-Petersen an die Spitze: die
„Dragomir“-Enkelin „Nuss“ vor die
„Hybrid“-Enkelin „Nymphe“.
Zur Siegerkuh der Nachzuchten
wurde schließlich die „Impalu“-
Tochter „Manja“ aus der Zucht von
Dirk Petersen gewählt.
Angler
alter Zuchtrichtung
Siegerauswahl
der jungen Kühe
Die beiden Erstplatzierten der
Klassen 1 und 2 traten anschließend
Um den aktuellen Stand des alten
Anglerrindes aufzuzeigen, hatten
der Vorsitzende des Vereins zur „Erhaltung des Angler-Rindes alter
Zuchtrichtung“, Claus Hansen aus
Schaalby, sowie das Vorstandsmitglied Ernst-Uwe Lorenzen aus Ranmark drei Kühe nach Süderbrarup
gebracht. Die Demogruppe zeigte
sich sehr einheitlich im mittleren
Rahmen mit unheimlich viel Rippentiefe und korrekten Beinen.
Starke
Färsenklasse
Die Schaukühe starteten mit den
Färsen. In Klasse 1 waren fünf sehr
einheitliche junge Kühe angetreten. Der 1a-Preis ging hier an die
stark entwickelte „Eritrea“-Tochter
„N 75“ von Hans Heinrich Meggers,
Klein Rüde, die trotz einer sehr hohen Leistung mit einem tadellosen
Euter brillierte. Der 1b-Preis wurde
der „Kreta“-Tochter „Nebelfee“
von Claus Heinrich Jacobsen, Hohenlieth, zuerkannt, die noch Entwicklungspotenzial zeigte und aufgrund ihrer glasklaren Fundamente
punkten konnte. Auf den dritten
Rang marschierte die „Karlslund“Tochter „Ninja“ aus der Zucht von
Friedrich Fuschera-Petersen, Fahrdorf. In dieser Klasse waren ebenso
zwei Töchter des neuen Vererbers
Die „Impalu“-Tochter „Manja“ von Dirk Petersen wird Siegerkuh der Nach- „Loyd“ vertreten, die sich als funktionelle Kühe zeigten.
zuchten.
Hans Heinrich Meggers stellt die „Siegerkuh jung“.
zur Siegerauswahl der jungen Kühe
an. Den Titel „Sieger jung“ erhielt
schließlich Hans Heinrich Meggers
für die „Eritrea“-Tochter „N 75“.
Frank Koschinski, als Abgesandter
vom Ministerium für Energiewende,
Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes SchleswigHolstein, überreichte für diese züchterische Leistung einen Untersetzer
im Namen der obersten Behörde.
Zur Reservesiegerin der jungen Klassen erklärte Guido Simon die „Kreta“-Tochter „Nebelfee“ von Familie
Jacobsen.
Die Kühe mit zwei Abkalbungen
trafen sich in Klasse 3. An der Spitze
lief die „Baldo“-Enkelin „Mira“ aus
der Zucht von Andreas Jessen, Groß
Tier
■ BAUERNBLATT l 25. Mai 2013
An der Spitze liefen hier wie gewohnt zwei Kühe vom Zuchtbetrieb
Jacobsen. „Edeltraut“ hatte bereits
achtmal gekalbt und konnte trotzdem mit einem extrem gut angesetzten Euter überzeugen. Die Stallgefährtin „Haselnuss“ ist eine „Elegier“-Tochter mit guten Übergängen. Der 1c-Preis ging an Klaus Dieter Petersen, Gangerschild, für die
„Peterslund“-Tochter „I 363“. Die
sehr große und wuchtige Kuh geht
über die Schausiegerin „D 499“ auf
die „Elkor“-Mutter zurück.
Jörl, aufgrund ihres überragenden
Euters. Den 1b-Preis konnte Lorenz
Engelbrecht aus Grundhof für „EG
Mira“ („Eukal“ x „Dragomir“) erringen. Ein super Seitenbild und das
drüsige Euter waren die Gründe für
die Platzierung. Der 1c-Preis ging an
„Marie“. Diese sehr harmonische
„Fundus“-Tochter gehört Michael
Petersen aus Westerakeby.
Überragende Kühe
in Klasse 4
In Klasse 4 konnte die Erstplatzierte ebenfalls von der Zuchtstätte Jessen in Groß Jörl gestellt werden. „Lady“ heißt die „R Degn“-Tochter auf
dem ersten Platz. Sie ist die Halbschwester von „Kandy“ und „Halma“. In der Angler-Bullenmütterliste
belegt sie mit RZM 152 und RZG 148
Rang zwei. Ihr Sohn „Owe“ („A Linne“) wird zurzeit als Testbulle eingesetzt und ist auch gesext verfügbar.
Die Kuh „Lady“ ließ keine Wünsche
offen: Neben Topfundament und
viel Stärke in der Vorhand war das
hohe und breite Hintereuter ein
Grund für die Platzierung und führte
dazu, dass sie später auch zur besten
Euterkuh der gesamten Schau gekürt wurde.
Der 1b-Preis in dieser Klasse wurde
Wiebke und Vinzenz Andersen, Rosgaard, für die harmonische „Didolum“-Tochter „London“ überreicht,
die schon im vorigen Jahr bei „Neumünster am Abend“ erfolgreich war.
Die „Fundus“-Tochter „Mickimaus“ von Friedrich Fuschera-Petersen zeigte sich sehr milchtypisch auf
dem dritten Rang. Die Bullenmutter
„Lucille“ (Vater: „Gunnarstorp“) von
Christina-Johanna Paulsen-Schlüter
konnte durch ihr drüsiges und fest
aufgehängtes Euter überzeugen.
In Klasse 5 war der Name der Erstplatzierten wieder „Lady“, dieses
Mal handelte es sich um die Tochter
aus der Ausnahmekuh „Blüte“ von
Claus Heinrich Jacobsen. „Lady“
Die drei Sieger vor der Championwahl.
Siegerauswahl
alte Kühe
Die „Eukal“-Tochter „Lady“ wird „Sieger mittel“, es gratulieren die VAR-Vorsitzende Christina-Johanna Paulsen-Schlüter sowie Dr. Torleif Röpke (Stationstierarzt RSH) und Otto Gravert (Aufsichtsratsvorsitzender RSH).
wusste durch ihr feines Skelett und
die guten Übergänge zu gefallen.
Der 1b-Preis ging wiederum an den
Zuchtbetrieb Fuschera-Petersen für
die „Haithabu“-Tochter „Kuba“.
Diese enorm entwickelte Schaukuh
konnte schon mehrfach überzeugen, zum Beispiel auf der EuroTier in
Hannover. Der dritte Preis ging an
die „Halma“-Tochter „Krista“ von
Hans Willi Brix aus Ekenis. Das gewaltige Hintereuter ist das große
Plus dieser Kuh.
Siegerauswahl
der mittleren Klassen
Zur Siegerauswahl der mittleren
Klassen waren drei Kühe angetreten, die den Titel alle gleichermaßen verdient hatten. Der Preisrichter entschied schließlich für „Lady“
von Familie Jacobsen, die für den Titel „Sieger mittel“ mit einer bronzenen Plakette der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter
(ADR)
ausgezeichnet
wurde.
Der Reservesiegertitel ging an die
Bullenmutter „Lady“ von Andreas
Jessen.
Gute alte Kühe
leistungsstark
Klasse 6 war Treffpunkt für Kühe
mit vier Kälbern. Hier waren vier extrem gute Kühe im Schauring. Der 1aPreis war „Hillary EX 90“ nicht zu nehmen. Die gewaltige Substanz, gepaart mit Milchadel und drüsigem
Euter, waren die Argumente für die
„Baldo“-Tochter von Familie Fuschera-Petersen. Die 1b-Preisträgerin
„Kristina“ (Vater: „R Ascona“) von Jacobsen wirkte trotz ihrer sechs Jahre
noch sehr frisch. Der 1c-Preis ging an
die „Walter“-Tochter „Kasta“ von
Cord Jensen, Südensee, die drei Generationen Schaukühe im Pedigree
nachweisen kann. Anschließend wurde die „Geode“-Tochter „Kiwi“ aufgestellt. Die leistungsstarke Kuh von
Carsten Andresen, Gunneby, hatte
enorm viel Kaliber zu bieten.
Die letzte Kuhklasse (Klasse 7) war
den ältesten Damen vorbehalten.
„Hillary“ wird zum Grand Champion.
Den Titel „Siegerkuh alt“ bekam
die „Baldo“-Tochter „Hillary“ zuerkannt. Die Ausnahmekuh wurde
von Familie Fuschera-Petersen vorgestellt und stammt aus der Zucht
von Claus Henningsen aus Geil.
Der Reservesiegerpreis ging an die
älteste Kuh der Schau: „Edeltraut“
von Jacobsen wurde außerdem für
die höchste Lebensleistung der
Schaukühe geehrt. Mit über
64.000 kg Milch bei 4,99 % Fett und
3,91 % Eiweiß hat die „Rubin“-Tochter bereits Beachtliches geleistet.
Wahl des
Grand Champion
Zur letzten Runde waren die Sieger jung, mittel und alt angetreten.
Den Besuchern bot sich ein imposantes Bild. Nachdem die Kühe aufgestellt waren, verließen zwei Kühe die
abgedunkelte Halle, und als das
Spotlight erstrahlte, war es „Hillary“
von der Zuchtstätte Fuschera-Petersen, die im Rampenlicht gekürt und
gefeiert wurde.
FAZIT
Die Zuschauer erlebten einen
spannenden Richtwettbewerb
mit überragenden Kühen der
Spitzenklasse. Ein Dank gilt den
Sponsoren und Helfern, ohne
die eine solche Schau nicht
durchführbar ist und natürlich
den ausstellenden Züchtern, die
trotz der hohen Arbeitsbelastung bei der Frühjahrsbestellung diese Mühe auf sich genommen haben. Die internationalen Vertreter haben diesen
Abend sehr gelobt.
Claus-Peter Tordsen
Rinderzucht
Schleswig-Holstein eG
Tel.: 0 46 41-93 32 21
[email protected]
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