Abstracts - Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin

Transcription

Abstracts - Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Abstracts
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Einführungsreferatt Nr.. 221,, Sitzung
g PA-15
5 (28.09.2007
7 14:30
0 Uhr)::
Anpassung
g an
n muskuloskeletalee Belastungen
n – von
n derr Regeneration
n zurr
Prävention
n im
m Bewegungsapparatt
Duda G1
1
2
Musculoskeletal Research Center Berlin (MRCB), Centrum für Sportwissenschaft und Sportmedizin
Berlin
In Ergänzung zum Charité Konzept eines Regenerativen Forschungszentrums Berlin
(Berlin-Brandenburg Center for Regenerative Therapies BCRT) soll der Bereich Prävention
ebenfalls wissenschaftlich aufgearbeitet werden. Die dazu benötigten Einrichtungen haben
sich im Centrum für Sportwissenschaft und Sportmedizin Berlin zusammengeschlossen.
Durch die Ergänzung wissenschaftlicher Forschung zur Regeneration mit dem Themenkreis
Prävention versucht die Region, ihre Kompetenzen zu bündeln.
Durch die unmittelbare räumliche Verknüpfung von Sportwissenschaft und Sportmedizin
kommt dem Arzt die Rolle des Lotsen für den Sportler nicht nur in Voruntersuchungen
sondern während der gesamten Betreuungsphase zu. Wissenschaftlich werden
Risikofaktoren identifiziert und Optionen zur Minimierung erarbeitet (Prävention). Das
Regenerative Forschungszentrum unterstützt die in Folge eventuell notwendige Versorgung
von Verletzungen der Sportler. Die umfassende Versorgung der Sportler stützt sich auf
Qualitätsmanagementsysteme, die als Serviceleistungen auch an Dritte angeboten werden.
Berlin als Stadt mit einem der national größten Olympiastützpunkte hat ein in Deutschland
einmaliges sportwissenschaftliches Umfeld, dem wissenschaftlich auch eine „LeuchtturmFunktion“ zukommen sollte. Diese „Leuchtturm-Funktion“ ist Basis für die Bildung eines
nationalen Referenzzentrums und eine effiziente Betreuung des Profisports. Dabei werden
durch die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen alle
Aspekte des Profisports berücksichtigt und durch den engen Bezug zur Praxis direkt
überprüft. Spitzensportler werden dadurch rundum betreut. Das Wissen und die Erfahrung,
die bei der Betreuung von Profisportlern gewonnen wird, wird wissenschaftlich
aufgearbeitet auch Einrichtungen im Breitensport zur Verfügung gestellt werden.
Kurzreferatt Nr.. 222,, Sitzung
g PA-15
5 (28.09.2007
7 15:00
0 Uhr)::
Vermehrtee Valgisierung
g derr Beinachsee beii gesunden
n Läuferinnen
n
Krauß I, Grau S, Maiwald C, Janßen P, Mauch M, Horstmann T
Medizinische Klinik / Abt. Sportmedizin, UniversitätsklinikumTübingen
Das Interesse der Frauen (Ƃ) am Laufsport hat in den letzten Jahren stark zugenommen.
Neben den positiven Auswirkungen des Joggens auf die Gesundheit führt dieses in vielen
Fällen auch zu Überlastungsbeschwerden. Obwohl beim Laufen das Geschlecht per se kein
entscheidender Risikofaktor für deren Entstehung ist [1], leiden Ƃ häufiger unter
retropatellaren Schmerzen [2]. Eine Valgisierung des Kniegelenkes wird u. a. mit diesem
Beschwerdebild assoziiert. Diese kann sowohl über eine vermehrte Hüftadduktion, als auch
über eine vermehrte Tibiaabduktion als Folge einer vermehrten Pronationsbewegung
hervorgerufen werden [3].
Ziel der Untersuchung war die Beurteilung der dynamischen Beinachse bei gesunden Ƃ
und Männern, um bestehende Achsabweichungen beim Laufen in Abhängigkeit vom
Geschlecht beschreiben zu können.
Bei 32 LäuferInnen (je n=16) wurden die Gelenkbewegungen der unteren Extremität beim
Barfusslaufen (12 km/Std) mit einem Mehrkamerasystem (Vicon, Oxford) erfasst. Zur
Beurteilung der Beinachse wurden die Ab- und Adduktion (ABD/ADD) im Hüftgelenk und
die Bewegungen im unteren Sprunggelenk analysiert.
Ƃ kommen in vermehrter ADD auf dem Boden auf und verbleiben bis zu 70% der
Abrollbewegung (ROP) in vermehrter ADD. Zwischen 37-45% ROP unterscheiden sich die
Geschlechter
signifikant.
Die
initiale
und
maximale
ADD
und
das
Gesamtbewegungsausmaß (ROM) der Hüftbewegung in der Frontalebene sind bei Ƃ
tendenziell größer. So auch das ROM und die maximale Pronation im unteren
Sprunggelenk, die sich aufgrund der großen Variabilität der Einzelkurven jedoch nicht
schließend prüfen lassen.
Beim Landen von Sprüngen konnte eine vermehrte Valgisierung der Beinachse bei Ƃ
bereits nachgewiesen werden [4]. Die vorliegende Studie bestätigt den Befund auch in der
Laufbewegung. Einschränkungen sind jedoch für Aussagen bezüglich der
Pronationsbewegung zu machen. Aus Sicht der vorliegenden Untersuchung scheint bei
Läuferinnen ein ergänzendes Abduktorentraining präventiv sinnvoll zu sein, um einem
vermehrten Absinken des Beckens während der Standphase mit einer daraus resultierenden
Vergrößerung der retropatellaren Belastung entgegenzuwirken.
[1] Van Mechelen, W. (1992). Sports Medicine, 14(5), 320-335
[2] Taunton, J. et al. (2002). Br J Sports Med, 36, 95-101
[3] Powers, C. M. (2003). J Orthop Sports Phys Ther, 33(11), 639-646
[4] Ford, K. R. et al. (2003). Med Sci Sports Exerc, 35(10), 1745-1750
Kurzreferatt Nr.. 223,, Sitzung
g PA-15
5 (28.09.2007
7 15:15
5 Uhr)::
Kinetischee Belastungsparameterr beim
m Walking
g und
d Nordicc Walking
g unterr
besondererr Berücksichtigung
g derr Stockkraftt
Kurzreferatt Nr.. 224,, Sitzung
g PA-15
5 (28.09.2007
7 15:30
0 Uhr)::
Zusammenhang
g von
n plantaren
n Druckverteilungsmustern
n und
d
kinematischen
n Messgrössen
n beim
m Barfusslauff
Wiek M, Verdonck A, Jakob E
Maiwald C, Grau S, Krauss I, Mauch M, Horstmann T
Abteilung Sportmedizin, Sportklinik Hellersen
Abteilung Sportmedizin, Medizinische Universitätsklinik Tübingen
Die Untersuchung soll interindividuelle Unterschiede bei Walkern und Nordic Walkern mit
guter Technik darstellen, insbesondere in Hinblick auf den Einsatz der Stöcke beim Nordic
Walking.
Bei 20 Probanden (w=14, m=6, Alter 45,8 J +/- 10,4 J) mit langjähriger Erfahrung im
Walking (W) und im Nordic Walking (NW) wurden kinetische Ganganalysen auf einem
Laufsteg mit integrierten Bodenreaktionkraftmessplatten durchgeführt. Die eigenen NWStöcke wurden gegen ein Stockpaar mit einem an der rechten Seite integrierten Kraftsensor
ausgetauscht. Eine Teilgruppe von 7 Probanden absolvierte zusätzlich NW-Messungen auf
einem Laufband bei Steigungen von 0 %, 10 % und 20 % um die vertikale Entlastung
durch den Stock zu berechnen.
Die Unterschiede der Gangparameter zwischen W und NW waren klein. Beim NW war die
Schrittlänge 3,6 % größer (W: 95,7 cm; NW: 99,1 cm), die Geschwindigkeit war annähernd
gleich (W: 7,28 km/h; NW: 7,35 km/h). Bei den kinetischen Parametern ergab sich bei der
Gesamtkraft eine Differenz von 3,8 % (W: 1,464; NW: 1,519 / normiert auf die
Körpergewichtskraft), Die Stockkräfte beim NW auf dem Laufsteg betrugen absolut
durchschnittlich 60,4N +/-24,8N. Bezogen auf die Körpergewichtskraft ergeben sich Werte
von 8,1%. Bei den Laufbandmessungen ergab sich eine Zunahme der maximalen
Stockkräfte um durchschnittlich 6,8 % bei einer Steigung von 10 % und um 31,1 % bei
einer Steigung von 20 %. Die kinematische Analyse des Stockwinkels ermöglicht die
Kalkulation der vertikalen und horizontalen Kraftkomponenten der Stockkraft. Bei den
ermittelten Kennlinien überwiegt beim Beginn des Stockeinsatzes die vertikale
Komponente, zum Ende des Stockeinsatzes nimmt die Horizontale Komponente zu.
Die kinetischen Parameter unterscheiden sich nur gering zwischen W und NW und sind
teilweise auf die höhere Gehgeschwindigkeit zurückzuführen. Der Einsatz der Stöcke
unterliegt einer starken interindividuellen und steigungsabhängigen Variation.
EINLEITUNG: Der Zusammenhang zwischen Messgrößen des Druckschwerpunktverlaufs
und der Kinematik des Läufers war bereits Gegenstand meherer Untersuchungen (Cornwall
& McPoil 2003, Hagman 2001, Robinson & Lake 2005). Ein umfassenderer Zusammenhang
von
Messgrößen
der
plantaren
Druckverteilung
beim
Barfußlauf
und
Bewegungscharakterisika der unteren Extremität wurde bisher nicht untersucht. Die
vorliegende Studie hatte daher zum Ziel, durch clusteranalytischer Verfahren valide
Druckverteilungsmuster zu generieren und deren Zusammenhang zu kinematischen
Variablen der gesamten unteren Extremität zu ermitteln.
METHODEN: 89 Freizeitläufer wurden in die Studie eingeschlossen (55 Männer, 34 Frauen).
Die Probanden liefen barfuss bei standardisierter Laufgeschwindigkeit (3.3 m/s ± 5%) über
eine Druckmessplatte und wurden zeitgleich 3D-kinemetrisch erfasst. Als clusterbildende
Variablen wurden relative Lasten der Ferse, der MFK sowie des Hallux herangezogen und
eine 5-Cluster Lösung entwickelt. Kinematische Messgrößen wurden mittels ANOVA (Į =
0,05) zwischen den Clustern verglichen.
ERGEBNISSE: Kinematische Parameter der Frontalebene am Hüftgelenk und am unteren
Sprunggelenk unterschieden sich statistisch signifikant zwischen den Clustern.
Anthropometrische Daten (u.a. die zur Beinlänge normalisierte Laufgeschwindigkeit) waren
hingegen homogen auf alle Cluster verteilt.
DISKUSSION: Die deutlichsten Unterschiede hinsichtlich der Kinematik in der Frontalebene
traten nicht zwischen medial bzw. lateral dominierten Abrollmustern auf, sondern
zwischen Clustern, die sich vornehmlich in relativen Fersen- und Vorfußlasten
unterschieden. Dieses Ergebnis legt nahe, das plantare Druckverteilungsmuster nicht als
rein mechanisches Resultat des Abrollvorgangs, sondern als komplexes Signal der
Bewegungsregulation zu verstehen und zu interpretieren (Nigg 2001).
LITERATUR:
Cornwall M.W., McPoil T.G. (2003). Reliability and validity of center-of-pressure
quantification.J Am Podiatr Med Assoc, 93(2):142-149.
Hagman F. (2001). Calculating the inversion/eversion of the foot from pressure plate
measurements. Proc. of the 5th Symp. on Footwear Biomechanics, Zürich, Switzerland.
Nigg B.M. (2001). The role of impact forces and foot pronation: a new paradigm. Clin J
Sport Med, 11: 2-9.
Robinson M., Lake M. (2005). Plantar pressure measurements during barefoot and shod
running – relationships to lower limb kinematics. Proc. of the 7th Symp. on Footwear
Biomechanics, Cleveland, USA.
254
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Abstracts
Kurzreferatt Nr.. 225,, Sitzung
g PA-15
5 (28.09.2007
7 15:45
5 Uhr)::
Rückenformanalysee / Haltungsanalysee – Vergleich
h einess
ultraschallgestützten
n Systemss mitt raterstereographischen
n Vermessungen
n
Einführungsreferatt Nr.. 226,, Sitzung
g PA-16
6 (28.09.2007
7 14:30
0 Uhr)::
m Kindesalter:: Therapeutischee Optionen G
Adipositass im
Thorwesten L1, Schnieders D1, Schilgen M2, Völker K1
Med. Uniklinik Freiburg, Abteilung Sportmedizin
1
Institut für Sportmedizin, Universitätsklinikum Münster, Akademie für Manuelle Medizin,
Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
Einleitung: Zur Evaluation haltungsrelevanter Parameter gibt es zahlreiche Messverfahren
auf der Basis unterschiedlichster Technologien. Ein Vergleich verschiedener Verfahren in
der Literatur fehlt. Ziel der Studie war es, im Kontext eines Methodenvergleichs zur
Haltungs- bzw. Rückenformanalyse, die Genauigkeit eines ultraschallgestützten Verfahrens
(UGV; zebris® CMS HS) gegenüber der Videorasterstereographie (VRS; Formetric®) zu
untersuchen, sowie deren jeweilige Vor- und Nachteile auch hinsichtlich potentieller
Einsatzfelder zu evaluieren.
Material & Methode: In der vorliegenden Querschnittstudie standen insgesamt 32
Probanden (n=32), bestehend aus 17 Männern (n=17) und 15 Frauen (n=15) zur Verfügung.
Das Durchschnittsalter betrug 27,7 (± 6,2) Jahre. Die Sport- und Schmerzanamnese erfolgt
mittels Fragebogen. Jeder Proband wurde sowohl mit dem UGV 'pointing posture-Test' als
auch mit der VRS je dreimal vermessen. Der statistische Methodenvergleich erfolgt in
Anlehnung an Bland / Altman (1986) sowie mittels Korrelationsberechnungen nach
Spearman unter Nutzung von Microsoft Excel 2003 und SPSS v11.5.
Ergebnisse: Der Vergleich der Messwerte zeigte für die erfassten Parameter eine weitgehend
gute Übereinstimmung, wenngleich die Kyphose- und Lordosewerte vom UGV geringer
angegeben wurden. Die größten Differenzen zeigte der Parameter Beckenschiefstand in
mm. Für Parameter Rumpfneigung, Lotabweichung und Beckenschiefstand in Grad ergab
sich eine gute Übereinstimmung beider Messverfahren. Für beide Verfahren kann in Bezug
auf ihr technisches Grundprinzip, Validität und Reliabilität festgestellt werden kann.
Diskussion: Zusammenfassend offenbaren beide Systeme im Rahmen des vorliegenden
Methodenvergleichs individuelle Qualitäten für spezifische Anwendungsmöglichkeiten. Die
manuell-diktierte ultraschallgestützte Vermessung birgt ein kumuliertes Risiko von
untersucherbedingten Messfehlern. Der Beckenschiefstand in mm zeigt sich als
störanfälligstes Element der ultraschallgestützten Vermessung. Das UGV zeigt im Hinblick
auf die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten bezüglich statischer und dynamischer
Analysen
Vorteile.
So
können
achsensymmetrische
Abweichungen
der
Bewegungsamplitude mit Überschreitung eines physiologischen Toleranzbereiches
dynamisch erfasst werden. Dennoch kann das VRS-System als 'Goldstandard' in der
Haltungs bzw. Rückenformanalyse gesehen werden.
Kurzreferatt Nr.. 227,, Sitzung
g PA-16
6 (28.09.2007
7 15:00
0 Uhr)::
Einflusss einerr interdisziplinären
n ambulanten
n Schulungsmaßnahmee auff diee
Leistungsfähigkeit,, Adipozytokinee und
d Blutdruck
k beii übergewichtigen
n
Kindern
n und
d Jugendlichen
n
Pillmann N, Hofrichter A, Manderfeld A, Koch B, Predel H-G, Brixius K, Bloch W, Graf C
I f Kreislaufforschung u Sportmedizin, Deutsche Sporthochschule Köln
Einleitung: Die Prävalenz der juvenilen Adipositas, begleitet von kardiovaskulären
Risikofaktoren wie Hypertonie und Diabetes mellitus, steigt. In der vorliegenden Studie
wurde der Einfluss einer interdisziplinären Schulungsmaßnahme, bestehend aus Bewegung,
Ernährungsschulung, psychologischer Verhaltenstherapie sowie medizinischer Betreuung
(das CHILT-III-Projekt; Children´s Health InterventionaL Trial), auf die anthropometrischen
Daten, Adipozytokine und Blutdruck untersucht. Methodik: In der Eingangs- (T1) und
Ausgangsuntersuchung (T2) wurden die anthropometrischen Daten der Kinder erfasst, BMI
und BMI-SDS berechnet. 85 Kinder (48 Mädchen, 37 Jungen) nahmen an der
Interventionsmaßnahme teil, 40 weitere (25 Mädchen, 15 Jungen) dienten als
Kontrollkinder. Die Interventionskinder waren zu Beginn der Studie 12,0 ± 2,2 Jahre alt,
1,56 ± 0,1 m groß, 71,1 ± 18,0 kg schwer. Der BMI betrug 28,8 ± 4,4 kg/m², der BMI-SDS
2,4 ± 0,5. Die Kontrollkinder unterschieden sich nicht von den Interventionskindern.
Mittels Nüchternblutabnahme wurden Adipozytokine (Adiponektin, Resistin und Leptin)
sowie Insulin und Proinsulin ermittelt. Spiroergometrisch wurden die maximal erreichte
Wattleistung und Sauerstoffaufnahme (VO2max) erfasst. Ergebnisse: Nach etwa 11
Monaten nahm der alters- und geschlechtskorrigierte BMI-SDS bei den
Interventionskindern 0,20 ± 0,26 ab, bei den Kontrollkindern 0,04 ± 0,20
(Gruppenunterschied p=0,001). Die relative Leistung in Watt sowie VO2max nahm in der
Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant zu (je p<0,05), adjustiert
nach Alter, Geschlecht und den Eingangswerten. Die Kinder, deren körperliche
Leistungsfähigkeit sich verbessert hatte, zeigten einen geringeren Anstieg an Insulin
(p=0,041) und Resistin (p=0,020), eine Abnahme an Proinsulin (p=0,008) und eine geringe
Zunahme an Adiponektin (n.s.). Systolischer und diastolischer Blutdruck nahmen ab, aber
nicht signifikant. Schlussfolgerung: Eine interdisziplinäre Schulungsmaßnahme für
übergewichtige Kinder und Jugendliche kann den BMI-SDS reduzieren und die körperliche
Leistungsfähigkeit verbessern; begleitend verbesserten sich Adipozytokin-, Insulin- und
Proinsulinspiegel.
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Korsten-Reck U
2
In Anbetracht der endlichen finanziellen Ressourcen unseres Gesundheitswesens kommt
der Gesundheitsförderung, der Prävention und dem frühzeitigen Erkennen von
Erkrankungen aber auch der Identifizierung von Risikogruppen (selektive Prävention) eine
besondere Bedeutung zu. Schätzungen zufolge werden ungefähr 5-7% der Gesamtkosten
unseres Gesundheitssystems jährlich für die Folgen von Übergewicht und Adipositas
aufgewendet. Schuleingangsuntersuchungen dokumentieren traditionell die bis zu diesem
Zeitpunkt wahrgenommenen Vorsorgeangebote im Rahmen der U-Untersuchungen. Der
Zeitraum zwischen U9 (60.-64. Lebensmonat) und der Untersuchung im Jugendalter (12.15. Lebensjahr) bleibt allerdings oft unbeobachtet. In Anbetracht der Zunahme von
Häufigkeit und Ausprägungsgrad von Übergewicht und Adipositas, dem damit
verbundenen Inaktivitätslevel von Kindern und Jugendlichen und den gesicherten
Folgeerkrankungen muss ein neues Versorgungsmodell mit U-Untersuchungen und
Vernetzung von niedergelassenen ÄrztenInnen mit Schwerpunktseinrichtungen in Kliniken
und Universitäten konzipiert werden.Die Feststellung des Schwergrades des Übergewichts
(beginnendes Übergewicht < 90. Perzentil, Übergewicht über dem 90. bis zum 97. Perzentil
und Adipositas > dem 97.Perzentil oder Adipositas permagna > 99,5 Perzentil) sollte die
präventive bzw. therapeutische Vorgehensweise charakterisieren. Zunehmend liegt eine
bauchbetonte Adipositas im Sinne eines metabolischen Syndroms vor, was den
Krankheitswert der kindlichen Adipositas unterstreicht. Eine Vernetzung von ambulanter
und stationärer Therapie wäre eine hervorragende Möglichkeit, adipöse Kinder adäquat zu
behandeln. Dies setzt jedoch eine Einigung von Rentenversicherungsträgern (stationäre
Therapie) und Krankenkassen (ambulante Therapie) voraus. Diese sinnvolle Struktur
scheitert an bürokratischen Problemen und konnte somit bis jetzt nicht etabliert werden.
Ergebnisse aus Therapieprogrammen wie z. B. FITOC, die einen ganzheitlichen
therapeutischen Ansatz entsprechend den AGA-Leitlinein beinhalten, zeigen darüber
hinaus endeutig, dass die chronische Erkrankung der Adipositas - obwohl das
gesellschaftliche Interesse zunimmt - von den Betroffenen nicht ausreichend verstanden
wird. Deshalb könnte nur über eine klare politische Vorgabe im Sinne einer vernetzten
Struktur aller Beteiligter (Eltern, Ärzte, Kindergarten, Hort und Schule) unter Einbezug der
Krankenkassen und Sozialversicherer der Epidemie mit einer einheitlicher Vorgehensweise
entgegengewirkt werden.
Kurzreferatt Nr.. 228,, Sitzung
g PA-16
6 (28.09.2007
7 15:15
5 Uhr)::
Bedürfen
n Kinderr mitt angeborenen
n Herzfehlern
n einee besonderee motorischee
Förderung??
Bjarnason-Wehrens B1, Dordel S2, Schickendantz S3, Bott D1, Sreeram N3, Brockmeier K3
1
Kreislaufforschung und Spormedizin, Deutsche Sporthochschule, 2Insitut für Schulsport und
Schulentwicklung, Deutsche Sporthochschule Köln, 3Klinik und Poliklinik für Kinderkardiologie,
Unversitätsklinikum zu Köln
Die Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen eines Kindes beeinflussen dessen
körperliche, motorische, emotionale, psychosoziale und kognitive Entwicklung. Eine
Einschränkung der körperlichen Aktivität kann zu Defiziten führen. Ziel dieser Studie war
es, die motorische Leistungsfähigkeit (ML) herzkranker Kinder in einer größeren Kohorte zu
untersuchen und die Ergebnisse mit denen einer repräsentativen Gruppe gesunder
gleichaltriger zu vergleichen. Untersucht wurden 194 herzkranke Kinder (HKK-G) (106
Jungen und 88 Mädchen, 10,0± 2,7 Jahre) mit einem breiten Spektrum angeborner
Fehlbildungen (von Single Ventricle bis zu vollständig korrigierten Fehlbildungen). Die
Kontrollgruppe (KG) bestand aus 455 gesunden Kindern (220 Jungen und 235 Mädchen,
9,6±2,2 Jahre). Die Gruppen unterschieden sich hinsichtlich Alters- und
Geschlechtsverteilung nicht signifikant von einander. Die ML wurde mit dem
Körperkoordinationstest für Kinder (KTK) überprüft, die statistische Analyse mit ANOVA
und Chi-Quatdrat durchgeführt. Entsprechend der Klassifikation des KTK, war die ML bei
1,5% der HKK-G gut, bei 39,7% normal, bei 26,8% auffällig und bei 31,9% gestört. In der
KG war, die ML bei 8,6% gut, bei 69,5% normal, bei 16,5% auffällig und bei 5.5% gestört.
Der Unterschied zwischen den Gruppen war deutlich (p<0.001). Der mittlere für Alter und
Geschlecht adjustierte motorische Quotient (MQ) war in der HKK-G deutlich niedriger als in
der KG (79,6± 18,9 vs. 96,6±15; p<0.001). Die HKK-G wurde nach postoperativen
Restbefunden (RB) in zwei Gruppen aufgeteilt (A: keine oder leichte RB; B: bedeutungsvolle
RB oder komplexe Herzfehler). In der Gruppe B war der mittlere MQ deutlich niedriger als
in der Gruppe A (75±19,3 vs. 83±17,9; p<0.01). In beiden Gruppen war der MQ deutlich
niedriger (p<0.01) als in der KG. Die Ergebnisse zeigen Defizite der ML bei herzkranken
Kindern, nicht nur bei Kindern mit bedeutungsvollen RB, sondern auch bei denen die keine
bzw. nur leichte RB aufweisen. Überbehütung und Bewegungsmangel sind mögliche
Ursachen. Die Teilnahme an speziellen ggf. ärztlich überwachten motorischen
Förderprogrammen kann helfen, motorische Defizite auszugleichen und die Integration in
die Gruppe von Gleichaltrigen zu unterstützen.
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
255
Abstracts
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Kurzreferatt Nr.. 229,, Sitzung
g PA-16
6 (28.09.2007
7 15:30
0 Uhr)::
Sportmotorischee Fertigkeiten
n von
n Grundschulkindern
n
1
1
1
4
3
2
3
Prokopchuk D , Steiner RP , Brandstetter S , Wartha O , Klenk J , Galm C , Wabitsch M , Steinacker
JM1
1
Sektion Sport-und Rehabilitationsmedizin, Universitaet Ulm, 2Sektion Paediatrische Kardiologie,
Universitaet Ulm, 3Sektion Paediatrische Endokrinologie und Diabetologie, Universitaet Ulm,
4
Transferzentrum fuer Neurowissenschaften und Lernen, Universitaet Ulm, 5Abteilung Epidemiologie,
Universitaet Ulm
Einleitung: Die URMEL-ICE-Studie ist eine Interventionsstudie an 1120 Grundschulkindern
in Ulm und Umgebung zur Auswirkung von Bewegung, Medienkonsum und Ernährung. In
unserer modernen Gesellschaft nimmt die körperliche Aktivität der Kinder stetig ab (Reilly
et al., 2004), wobei der Beginn der Schulzeit besonders kritisch ist.
Methoden: Zur Erhebung der sportmotorischen Fertigkeiten der Kinder wurden insgesamt
acht bereits von Bös (2001), Van Mechelen (1993) und anderen vorbeschriebene Testitems
kombiniert. So kann ein möglichst breites Feld der sportmotorischen Leistung homogen
abgebildet werden: 20m Sprint für Schnelligkeit, Rumpfbeuge für Beweglichkeit, 6min Lauf
für Ausdauer, Medizinballstoß für Kraft, Einbeinstand und Zielwerfen für Feinkoordination
von Armen bzw. Beinen und Hindernislauf sowie Ball-Beine-Wand für komplexe
Koordination. An den sportmotorischen Tests der Baseline-Erhebung nahmen insgesamt
1055 Kinder (569 Jungen, 486 Mädchen) teil.
Ergebnisse: In den einzelnen Testitems wurden folgende Werte erreicht: 20m Sprint
4,87±0,44s (J:4,80; M:4,96), Rumpfbeuge -1,79±6,13 cm (J:0,79; M:2,96), 6-min
Ausdauerlauf 851,16±136,93 m (J:884,80;M:811,84), Medizinballstoß 290,72±65,41 cm
(J:311,17; M:266,74), Zielwerfen 8,22±4,13 Punkte (J:9,57; M:6,63), Einbeinstand
quantitativ 1,43±2,52 Bodenberührungen (J: 1,73, M: 1,07), Einbeinstand qualitativ
2,58±2,02 Minus-Punkte (J:2,98; M:2,11), Hindernislauf 24,12±4,60 s (J:23,53; M:24,82),
Ball-Beine-Wand 16,04±11,26 Punkte (J:19,34; M:12,19).
Diskussion: Verglichen mit den Werten von Bös (2001) liegen die Kinder im
altersentsprechenden Durchschnitt. Die Fein- und Grobmotorik hat erhebliche Defizite
aufzuweisen: 1,4% der Kinder können 3 m Entfernung in 10 Versuchen eine Scheibe mit
Kantenlänge 60 cm nicht treffen. 8,2% der Kinder können aus 3m Entfernung in 10
Versuchen einen Ball nicht gegen die Wand werfen. 52,3% der Kinder können weniger als
60 s auf einem Bein stehen. Nur 12,2% der Kinder konnten 1min ruhig auf einem Bein
stehen. Die Kinder werden ein Jahr nach dem ersten Messzeitpunkt erneut untersucht um
eine Entwicklung beobachten zu können.
Kurzreferatt Nr.. 230,, Sitzung
g PA-16
6 (28.09.2007
7 15:45
5 Uhr)::
Einfluß
ß von
n Freizeitverhalten
n und
d Body-Mass-Index
x auff diee Körperhaltung
g
von
n Grundschülern
n
Furian T, Rapp W, Fleischmann J, Best R, Striegel H, Horstmann T, Niess A
Med. Klinik, Abteilung Sportmedizin, Universität Tübingen
Die Körperliche Leistungsfähigkeit von Kindern ist in den letzten Jahren rückläufig.
Gleichzeitig wird eine Zunahme des Body-Mass-Index und der kindlichen Adipositas
bereits im Grundschulalter beobachtet. Inwieweit fehlende körperliche Aktivität und
Körperbau einen Einfluß auf die Körperhaltung von Kindern haben, ist nicht hinreichend
geklärt.
Zur Quantifizierung der Haltung wurden von 163 Kindern einer Grundschule unselektiert
bei 148 Kindern (78 Jungen, 72 Mädchen, 8,2 +/- 1,4 Jahre; 129,8 +/- 10,1cm; 29,4 +/- 7,8
kg, BMI ) der ersten bis vierten Klasse mittels eines kommerziell erhältlichen, optischen
Oberflächenmessverfahrens (Formetric®) der Rücken strahlungsfrei vermessen sowie Größe
und Gewicht gemessen. Das Freizeitverhalten insbesondere die körperliche Aktivität und
sitzende Tätigkeiten wurden mittels eines Fragebogens erhoben.
Es fanden sich keine statistisch signifikanten Unterschiede in der habituellen Haltung im
Altersgang. Mädchen hatten signifikant größere Kyphose- und Lordosewinkel (Kyphose
50,1 +/- 7,2 vs. 47,1 +/- 8,3°; Lordose 44,3 +/- 10,1 vs. 40,1 +/- 9,6°) sowie eine geringere
Seitabweichung in der Frontalebene (3,6 +/- 1,4mm vs. 4,2 +/- 1,9mm). Keine signifikanten
Unterschiede der Haltung fanden sich bzgl. des Ausmaßes der körperlichen Aktivität. Zur
Bewertung des Einflusses des BMI auf die Haltung wurden die Kinder in 5 weitgehend
gleichverteilte Percentilgruppen (nach Kronmeyer-Hauschild 2001) getrennt. Es fanden sich
signifikante Zunahmen der Kyphose- und Lordosewinkel bei höherer BMI-Percentile
(Kyphosewinkel BMI bis 21. Percentile 44,9 +/- 8,7°, BMI 86. - 99. Percentile 53,1 +/- 7,5°;
Lordosewinkel BMI bis 21. Percentile 36,9 +/- 9,9°, BMI 86. - 99. Percentile 45,0 +/- 7,1°)
sowie Rumpfneigung, Beckenneigung und Oberflächenrotation.
Im Rahmen dieser Untersuchung konnte im Gegensatz zu anderen Untersuchungen kein
Einfluß des Ausmaßes der körperlichen Aktivität auf die Haltung gezeigt werden. Die
Ergebnisse könnten jedoch darauf hinweisen, dass die Körpermasse einen signifikanten
Einfluß mit Zunahme der Wirbelsäulenkrümmung ausübt.
Schwerpunktreferatt Nr.. 231,, Sitzung
g SP-6
6 (28.09.2007
7 14:45
5 Uhr)::
Derr plötzlichee Herztod
d im
m Sport:: Diee Sichtt dess Kardiologen..
Schwerpunktreferatt Nr.. 232,, Sitzung
g SP-6
6 (28.09.2007
7 15:05
5 Uhr)::
Derr kardialee Zwischenfall:: Vorsorgee und
d sportmedizini-schee Aspektee
Schulze-Bahr E
Löllgen H1
Universitätsklinikum Münster, Medizinische Klinik und Poliklinik C
1
Der plötzliche Herztod ist die führende und oft unvorhersagbare Todesursache bei jungen
Sportlern. Die Inzidenz steigt und die allgemeine Perzeption ist hoch. Verschiedene
kardiologische Erkrankungen sind ursächlich, im Vordergrund jedoch steht die Erkennung
von linksventrikulärer Hypertrophie und Koronaranomalien. Seltener sind andere, zum Teil
genetische Ursachen (Kardiomyopathien oder Arrhythmien). Die AHA hat jüngst ein 12Elementprogramm zur Früherkennung und sorgsamen kardiovaskulären Evaluation von
Sportlern veröffentlicht, welches von den Empfehlungen des IOC und der ESC leicht
abweicht.
Im Vortrag sollen Hauptursachen des plötzlichen Herztodes, die Früherkennung zur
Primärprävention und Empfehlungen aus 'kardiologischer Sicht' erläutert werden.
Der kardiale Zwischenfall im Sport: Vorsorge und sportmedizinische Aspekte
Kardiale Zwischenfälle im Sport sind selten, können aber lebensbedrohlich sein. Vital
bedrohlich
sindvebtrikuläre
Arrhythmien
wie
typische
oder
atypische
Kammertachykardien,Kammerflimmern und intermittierendes Vorhofflimmern bei WPWSyndrom.Kardiale Zwischenfälle beruhen bei jüngeren Sportlern meist auf angeborenen
strukturellen Herzkrankheiten oder genetisch bedingten Veränderungen im Reizbildungsoder Reizleitungssystem.Aktuell kommt den Ionenkanalerkrankungen größere Bedeutung
zu. Bei den über 35jährigen Sporttreibenden steht die koronare Herzkrankheit im
Vordergrund. Eine sorgfältige sportärztliche Untersuchung gemäß der aktuellen Leitlinie
der DGSP vermag in vielen Fällen eine Gefährdung zu erkennen.Die Anamnese hat dabei
einen hohen Stellenwert.
Bei verdächtigen Befunden in Anamnese oder bei der klinischen Untersuchung sowie im
Ruhe -EKG sind die kardiologischen Untersuchungsmethoden in einer Stufendiagnostik
einzusetzen.Ein automatischer externer Defibrillator wird heute bei allen grösseren
Sporreignissen in Stadien und Sportarenen gefordert.
256
Sana Klinikum / Städt. Krankenanstalten, 2ALK, Ruhr-Universität Bochum
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Schwerpunktreferatt Nr.. 233,, Sitzung
g SP-6
6 (28.09.2007
7 15:25
5 Uhr)::
Diagnostik
k derr Rhythmusstörungen,, Besonderheiten
n im
m Sportt (Kardiologie))
1
Gonska BD
1
St.Vincentius-Kliniken gAG, Abt. Innere Medizin, 2Mediznische Klinik 3
Abstracts
Schwerpunktreferatt Nr.. 234,, Sitzung
g SP-6
6 (28.09.2007
7 15:45
5 Uhr)::
Sporttauglichkeitt beii Rhythmusstörungen
n
Kindermann W
Universität des Saarlandes, Institut für Sport- und Präventivmedizin
Rhythmusstörungen und der plötzliche Herztod im Rahmen sportlicher Belastungen finden
sich bei primär herzgesund erscheinenden Menschen dann, wenn arrhythmogene
Herzerkrankungen wie das Brugada-Syndrom, das Syndrom des langen QT-Intervalls oder
des kurzen QT-Intervalls oder myokardiale Erkrankungen wie die hypertrophe
Kardiomyopathie, die arrhythmogene rechtsventrikuläre Herzerkrankung oder
Herzklappenfehler wie die Aortenklappenstenose vorliegen. Im mittleren und höheren
Lebensalter finden sich als Ursachen der Rhythmusstörungen degenerative
Herzerkrankungen wir die koronare Herzerkrankung, valvuläre Erkrankungen oder auch
Herzmuskelerkrankungen. Daneben spielen unabhängig vom Lebensalter die entzündlichen
Herzerkrankungen eine Rolle.
Kardiologische Untersuchungen in Form des EKG’s, Belastungs-EKG’s, des
Echokardiogramms, sind daher in regelmäßigen Intervallen unumgänglich. Das Ruhe-EKG
als Standardmethode kann auf einfache Art die arrhythmogenen Herzerkrankungen
aufdecken: z.B. Verlängerung des QT-Intervalls über 440 msec, Auftreten eines EpsilonPotentials bei ARVC. Belastungsinduzierbare ventrikuläre Rhythmusstörungen finden sich
insbesondere häufig bei den idiopathischen rechtsventrikulären Tachykardien und der
ARVC.
Finden sich Auffälligkeiten in den nichtinvasiven diagnostischen Verfahren wie EKG,
Belastungs-EKG und Echokardiogramm, so können weitere invasive Maßnahmen die
Diagnose einer kardialen Erkrankung erhärten: Invasive elektrophysiologische
Untersuchung, Koronarangiografie, Ventrikulografie, Kernspintomografie.
Mit Zunahme des Breitensports ist eine Intensivierung der kardiologischen Diagnostik bei
Sportlern wünschenswert.
Die sportliche Belastbarkeit bei Herzrhythmusstörungen (RS) wird im Wesentlichen davon
bestimmt, ob eine strukturelle Herzkrankheit besteht und welcher Arrhythmietyp vorliegt.
Bei gesunden Sportlern scheinen selbst komplexe ventrikuläre RS kein erhöhtes Risiko zu
bedeuten. Bei kardialen Erkrankungen ist Leistungssport häufig kontraindiziert. Meist sind
aber gesundheitssportliche Aktivitäten möglich, wobei aus Gründen der Patientensicherheit
gut dosierbare und kontrollierbare Belastungen am geeignetsten sind.
Posterr Nr.. 235,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 14:45
5 Uhr)::
Erstellung
g von
n Vergleichswerten
n fürr den
n 6-Minuten
n Gehtestt beii Kindern
n
und
d Jugendlichen
n
Posterr Nr.. 236,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 14:50
0 Uhr)::
Abschätzung
g derr pulmo-kardialen
n Leistungsbreitee mitt Hilfee dess
respiratorischen
n Quotienten
n und
d dess Lactatblutspiegelss beii derr
arbeitsmedizinischen
n MdE-Einschätzung
g im
m Krankheitsverlauff
Gruber W1, Tams S3, Gbiorczyk S2, Weisser B2, Braumann KM3
1
Sport- und Bewegungstherapie, Fachklinik Satteldüne der DRV-Nord, 2Arbeitsbereich Sportmedizin,
Institut für Sport- und Sportwissenschaften der Universität Kiel, 3Sport- und Bewegungsmedizin,
Fachbereich Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg
Einleitung: Der 6 Minuten Gehtest (6MGT) ist ein reliables und valides Instrument um die
Ausdauerleistungsfähigkeit bei Kinder und Jugendlichen zu erfassen. Jedoch existieren im
Gegensatz zu Erwachsenen bislang für Kinder und Jugendliche keine Vergleichswerte für
die zu erwartende Gehstrecke beim 6MGT. Ziel der Untersuchung war es, eine
entsprechende Regressions-Formel für Vergleichswerte für Kinder und Jugendliche zu
erstellen.
Methodik: Untersucht wurden insgesamt 931 (n= 482 Mädchen, n=439 Jungen) Kinder und
Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahre an Grund- und Hauptschulen, Realschulen und
Gymnasien in Kiel (KI: n=408) und Hamburg (HH: n=513). Die Probanden in Kiel und
Hamburg unterschieden sich nicht signifikant (p”0.05) hinsichtlich der Parameter Alter,
Größe und Gewicht. Die zurückgelegte Gehstrecke war bei der untersuchten Gruppe in Kiel
höher, ohne ein sig. Ergebnis zu erreichen (KI: 748,5±93,4m vs. HH: 728,7±102,7m;
p•0.05). Mittels bivarianter Korrelation und linearer Regression wurden die Parameter,
getrennt nach Geschlecht berechnet, um die entsprechenden Gleichungen für die
Vorhersagewerte zu erhalten.
Diskussion und Schlussfolgerung: Der 6-Minuten Gehtest ist ein einfach durchzuführendes
Testverfahren, um die Ausdauerleistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen zu
bestimmen. Vergleichswerte für die zurückgelegte Wegstrecke lagen bislang nicht vor. In
der vorliegenden Studie wurden insgesamt 931 Kinder und Jugendliche getestet, um
Vergleichswerte errechnen zu können. Anhand der hier ermittelten Regressionsformen ist
es möglich die zu erwartende Gehstrecke, getrennt nach Geschlecht, zu bestimmen. In
einem weiteren Schritt werden die Gleichungen an einer weiteren Gruppe von Kindern und
Jugendlichen auf ihre Validität und Reliabilitat überprüft.
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Wenn kein kardiale Grunderkrankung nachgewiesen ist, besteht keine Einschränkung der
sportliche Belastbarkeit bei bradykarden asymptomatischen RS wie Sinusbradykardie,
junktionalen Rhythmen, AV-Blockierungen I° und II° (Typ Mobitz I bzw. Wenckebach),
supraventrikulären und ventrikulären Extrasystolen. Rhythmusveränderungen sind
insbesondere bei Ausdauer-sportlern häufig die Folge eines hohen Vagotonus.
Extrasystolen sind bei Sportlern ebenso häufig wie bei gesunden untrainierten
Normalpersonen. AV-Blockierungen II°, Typ Mobitz II und AV-Blockierungen III° wurden
ganz vereinzelt bei Sportlern beobachtet, sind aber als Trainingsfolge umstritten. Bei
asymptomatischen persistierenden Schenkelblockbildern (Rechts- und Linksschenkelblock)
ohne nachweisbare strukturelle Herzerkrankung besteht ebenfalls volle Belastbarkeit.
Anhaltende supraventrikuläre Tachykardien sind meist AV-nodale Reentry-Tachykardien
und sollten bei entsprechender Symptomatik mittels Katheterablation kurativ behandelt
werden. Da-nach besteht in der Regel volle Belastbarkeit. Beim WPW-Syndrom wird auch
ohne Symptomatik eine elektrophysiologische Risikostratifizierung mit der Option einer
Katheterablation empfohlen, insbesondere wenn Wettkampfsport betrieben wird.
Vorhofflimmern scheint bei Sportlern häufiger zu sein als bei inaktiven Normalpersonen.
Asymptomatisches, paroxysmales Vorhofflimmern, in einigen Fällen auch permanentes,
gut frequenzkontrolliertes Vorhofflimmern, schränkt die sportliche Belastbarkeit nicht ein.
Problematischer ist Vorhofflattern wegen der Ge-fahr der 1:1-Überleitung, so dass eine
Katheterablation empfohlen wird. Ventrikuläre Tachykardien sind potentiell gefährlich.
Asymptomatische, nicht anhaltende monomorphe Tachykardien ohne strukturelle
Herzkrankheit und ohne Zunahme unter Belastung gelten als prognostisch irrelevant, so
dass volle Sporttauglichkeit besteht. Bei ICD-Trägern muss die Eignung für sportliche
Aktivitäten individuell beurteilt werden.
Brandt-Younis S, Rolf Arhelger R, Joachim Schneider J
Institut für Arbeits- und Sozialmedizin, Universität Gießen
Die computergestützte Spiroergometrie ist eine zuverlässige Methode zur Abschätzung der
kardio-pulmonalen Leistungsbreite. Die Bestimmung der anaeroben Schwelle (AS) mit Hilfe
des respiratorischen Quotienten (RQ) als Kenngröße der Leistungsfähigkeit ist in der
Arbeitsmedizin etabliert. Jedoch wird der spirometrisch ermittelte RQ-Wert durch
verschiedene Faktoren beeinflusst. Wie in der Sportmedizin sollte der Lactatspiegel im
Kapillarblut als zusätzlicher Parameter in der Diagnostik der metabolischen Schwelle im
Krankheitsverlauf bei Patienten mit Berufskrankheiten evaluiert werden. Zur Feststellung
der Korrelation zwischen RQ und Lactatspiegel wurden n = 117 Männer im Alter zwischen
28 und 80 Jahren, aus verschiedenen Gefährdungsbereichen überwiegend mit anerkannten
Berufskrankheiten auf dem Fahrradergometer im Sitzen belastet. Als Grundkrankheiten
bestanden 53x eine Asbestose (Nr. 4103 BKV), 38x eine obstruktive Atemwegserkrankung
(Nr. 4301 bzw. 4302), 10x eine Silikose (Nr. 4101), 9x eine fibrosierende Lungenerkrankung
(Nrn. 4201, 4106). N = 7 mal konnten keine pulmonalen Erkrankungen festgestellt werden.
Stets erfolgte eine Stufenbelastung bis zur körperlichen bzw. respiratorischen Erschöpfung.
Vor und während der Ergometrie wurde Kapillarblut aus dem Ohrläppchen zur
Lactatbestimmung gewonnen. Sämtliche Patienten wurden mindestens einmal
nachuntersucht, 38 Patienten zweimal und 7 Patienten dreimal. Die maximale Belastbarkeit
lag im Median bei 100 Watt. Bei 50 Patienten wurde die AS sowohl im RQ als auch mit
Überschreiten der Lactatschwelle (4 mmol/l) erreicht. Es ergab sich eine gute Korrelation
sowohl intra- als auch interindividuell. Der RQ wies zum Teil starke Schwankungen auf
und lag teilweise zu Beginn der Belastung >1,0. Im langjährigen Krankheitsverlauf unterlag
die metabolisch bestimmte AS nur geringen Schwankungen. Für die arbeitsmedizinische
MdE-Beurteilung sind der RQ und das Lactat besonders geeignete Parameter für die
Bestimmung der pulmo-kardialen Leistungsfähigkeit. Die Bestimmung des Lactats kann als
einfache, praktikable und kostengünstige Bestimmung der Leistungsfähigkeit bei Patienten
mit anerkannten Berufskrankheiten dienen.
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
257
Abstracts
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Posterr Nr.. 237,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 14:55
5 Uhr)::
Derr Slide-Stufentestt alss Alternativee fürr den
n Inline-Skate-Stufentest..
Posterr Nr.. 238,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 15:00
0 Uhr)::
Auswirkungen
n dess Kraft-- und
d Ausdauertrainingss auff diee
Körperfettreduktion
n
Vorobev V, Schulz H
Sportwissenschaft / Sportmedizin, Technische Universität Chemnitz
Siewers M, Carow A
Ziel der Untersuchung war es, das Verhalten des Energiestoffwechsels und des
Herzkreislaufsystems bei stufenweise steigender Belastung im Inline-Skate(Sk)- und
Slide(Sl)-Stufentest zu vergleichen und zu überprüfen, ob der Sl-Stufentest als alternative
Methode für die Leistungsdiagnostik im Inline-Skaten eingesetzt werden kann.
20 Inline-Skater (Ƃ=3; ƃ=17) (31,5±11,6 Jahre; 73,7±10,1 kg; 178,9±9,3 cm), führten
einen Sk-Stufentest auf einem 186m-Ovalkurs in einem Parkhaus mit Betonboden und
einen Sl-Stufentest auf einem 178cm breiten Slideboard durch. In den 30-sekündigen
Pausen nach jeder Stufe wurde die kontinuierlich gemessene HF (min-1) (Polar Vantage)
protokolliert und eine 20 Ðl Blutprobe aus dem hyperämisierten Ohrläppchen für die LaBestimmung entnommen. VO2 wurde mittels eines portablen Spirometrie-Systems
(MetaMax I der Fa. Cortex) kontinuierlich gemessen und jeweils für die letzten 30Belastungssekunden jeder Stufe gemittelt. Als Leistungskriterium diente die interpolierte
körpergewichtsbezogene VO2 bei 4 mmol l-1 La (VO24, ml min-1 kg-1).
Sowohl La-Verhalten bei gleicher VO2 als auch HF-Verhalten bei gleichen LaKonzentrationen waren im Sk-Stufentest dem beim Sl-Stufentest sehr ähnlich. Bei 4 mmol
l-1 La korrelierten die ermittelten VO2- und HF-Einzelwerte vom Sk hochsignifikant mit
denen vom Sl (r=0,8989, p<0,01 bzw. r=0,8845, p<0,01) und die VO2- und HF-Mittelwete
vom Sk bzw. Sl (Sk 46,2±6,4 / Sl 45,8±6,6 ml min-1 kg-1; Sk 168,5±10,2 / Sl 169,3±9,7
min-1) wiesen im Wilcoxon-Test für gepaarte Stichproben keine signifikanten Differenzen
auf. Die Beziehung zwischen der Sk-Geschwindigkeit und der Sl-Schrittfrequenz bei 4
mmol l-1 La (y=0,34+8,34.x) wies, trotz hochsignifikantem Korrelationskoeffizient
(r=0,7094; p<0,01), im Einzelfall relativ große interindividuelle Differenzen auf.
Die vorliegenden Daten zeigen aufgrund der engen Zusammenhänge im Bereich des Lasowie HF-Verhaltens zwischen Sk- und Sl-Stufentests bei gleichem Eneergieumsatz, dass
der Sl-Stufentest ein kriterienbezogen valides Verfahren zur Überprüfung der aeroben
Leistungsfähigkeit der Inline-Skater darstellt. Jedoch ist die Übertragung der SlSchrittfrequenzen auf Sk-Geschwindigkeiten nur bedingt möglich, da die
Bewegungsausführung sowohl beim Sl als auch beim Sk die Leistung beeinflusst.
ISS, Abteilung Sportmedizin, Universität Kiel
Immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft leiden unter Übergewicht bzw. Adipositas.
Mit Blick auf diese Problematik wurde die Effektivität von Kraft- und Ausdauertraining auf
die Körperfettreduktion in einem Literaturvergleich dargestellt.
Bezüglich des Ausdauertraining wurde nach niedriger, mittlerer und hoher Intensität
getrennt vorgegangen. Sowohl für das Ausdauertraining als auch für das Krafttraining
wurden die Veränderungen des Energieverbrauchs, der Körperzusammensetzung und der
Nahrungsauf-nahme als Faktoren bzw. Indikatoren einer möglichen Fettreduktion
betrachtet.
Dabei zeigte sich, dass hinsichtlich des Ausdauertrainings nicht die Dauer, sondern
vielmehr die Intensität des Trainings ausschlaggebend für die Höhe des folgenden
Nachbrenneffekts ist. Die Studien, die sich mit dem Krafttraining beschäftigten, bewiesen,
dass der Nachbrenneffekt viel höher ausfällt als nach einem Ausdauertraining. Über die
Dauer dieses erhöhten Grundumsatzes herrscht zwar noch Uneinigkeit, jedoch kann man
hier von mehreren Stunden Dauer ausgehen. Es wurde zudem gezeigt, dass auch im Alter
ein Krafttraining gezielt für die Fettreduktion eingesetzt werden kann.
Im Anschluss werden Kraft- und Ausdauertraining in Bezug auf ihre Effektivität für die
Fettreduktion noch einmal gegenübergestellt, um zu einer allgemeinen Empfehlung zu
kommen. Diese stellte
noch einmal
klar,
dass ein
muskelaufbauendes
Krafttrainingsprogramm in jeder Hinsicht effektiver für die Fettreduktion ist als ein
Ausdauertraining – unabhängig von dessen Intensität.
Posterr Nr.. 239,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 15:05
5 Uhr)::
Verringertee Wachstumshormonausschüttung
g nach
h Alkoholkonsum.. Ein
n
Problem
m fürr Athleten??
Posterr Nr.. 240,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 15:10
0 Uhr)::
Diee Wirkung
g von
n Kohlenhydratgaben
n während
d hochintensiverr
Intervallarbeitt auff den
n Energiestoffwechsell und
d den
n Wasserhaushaltt
Budde H1, Pietraßyk-Kendziorra S1, Holzweg M1, Smolka M2
Maassen M, Kummer O, Chouchakov V, Maassen N
1
BE Sportphysiologie/Sportmedizin , Medizinische Hochschule Hannover
Abt. Bewegungs- Trainingswissenschaft, Humboldt Universität Berlin, 2Department of Psychology,
Technische Universität Dresden, Germany
Einleitung: Alkoholkonsum ist bei jugendlichen Mannschaftssportlern weit verbreitet. So
gaben 47% aller befragten deutschen jugendlichen Fußballspieler an, Alkohol im
Sportverein zu konsumieren (Fritz 2006). Dies deckt sich mit Erkenntnissen aus den USA,
wo die Mitgliedschaft in einer College-Mannschaft negativ mit Alkoholkonsum korreliert
ist (Peretti-Watel et al., 2003). Alkohol hat mehrfache giftige Effekte auf Körperwachstum
und -metabolismus. Alkohol verringert die Konzentration an zirkulierenden
Wachstumshormonen (GH) sowie die episodische Sekretion der Hypophyse. Chronischer
Alkoholkonsum führt darüber hinaus zu einer geringeren Ausschüttung von Insulin-like
growth factor-1. Eine hohe sportliche Belastung (70 % VO2max) erhöht die Ausschüttung
von GH (Wideman et al., 2006). Eine erhöhte Gh-Ausschüttung kann auch medikamentös
durch die Gabe von Apomorphin induziert werden. Die Menge der durch Apomorphin
(APO) induzierten GH- Ausschüttung ist ein Indikator des Funktionszustandes des
tuberoinfudibulären Systems. Die Auswirkung von Alkohol auf die GH-Ausschüttung beim
Menschen kann mithilfe des Apomorphin-Challange-Test untersucht werden. Methoden:
Die durch Apomorphin induzierte GH-Ausschüttung wurde eine Stunde nach einer oralen
Gabe von Alkohol (1 mg/kg) oder Placebo bei 10 gesunden männlichen Probanden (35 ±
10 Jahre) gemessen. Resultate: Verglichen mit dem Placebo kam es nach einer Alkoholgabe
zu einer signifikanten Abnahme bei der durch Apomorphin induzierten GH-Ausschüttung
(mean and SEM peak GH concentration 19.9 ± 3.2 vs. 6.2 ± 1.9 ng/ml, p=0.002).
Diskussion: Unsere Resultate zeigen, dass die stimulierte GH-Ausschüttung signifikant
durch Alkohol unterdrückt wird. Dieser Effekt zeigt sich bereits bei einem
Blutalkoholspiegel, der bei normalem sozialem Trinken erreicht wird (0,9‰). Da
Wachstumshormone sowohl die Chondrogenese als auch die Myogenese stimulieren, kann
eine Unterdrückung dieser Sekretion vor allem bei jugendlichen Sporttreibenden negative
Auswirkungen auf ihre Entwicklung haben. Dies ist ein Problem für einen hohen
Prozentsatz von jungen Athleten in Mannschaftssportarten, die Alkohol während des
Trainings- oder Wettkampfprozesses konsumieren. Unsere Resultate sollten aber auch
erwachsene Sportler vor Alkoholkonsum warnen, weil eine verminderte GH-Ausschüttung
mit verringerter Muskelkraft und niedrigerer VO2-max assoziiert ist (Gullestad et al., 1998).
258
Einleitung: In der vorliegenden Arbeit haben wir untersucht, in wie weit die
Kohlenhydratgabe während eines hochintensiven Intervalltrainings, den Fettstoffwechsel
hemmt und damit den Energiestoffwechsel beeinflusst und auf Elektrolyt- und
Wasserverschiebungen wirkt.
Methodik: 20 männliche Probanden (21-40 Jahre) aus Ball- und Ausdauersportarten haben
ein intervallartiges Training auf dem Fahrradergometer absolviert (Frische & Maassen,
2005). Es begann mit einer Aufwärmung von 10 min bei 50% Wmax. Darauf folgte die 55minütige Intervallphase, wobei intensive Belastungen bei 100% Wmax abzüglich 10 Watt
und niedrige Belastungen bei 10 Watt wechselten. Jede Phase dauerte 30 sek. Danach
schloss sich eine Nachphase von 10 min bei 50% Wmax an. Es wurden 2 Gruppen gebildet:
Wassergruppe (WG, n=10) und Kohlenhydratgruppe (KHG, n=10). Vor und während des
Trainings mussten die Probenden insgesamt 26 ml Flüssigkeit pro kg Körpergewicht zu sich
nehmen. Die WG bekam Wasser und die KHG Wasser mit 10% Maltodextrin. Drei Stunden
vor Beginn jeder Trainingseinheit durften die Probanden keine Nahrung zu sich nehmen.
Lactat und Glucose wurden im arterialisierten Blut und im venösen Blut bestimmt. Im
venösen Blut wurden zusätzlich Metabolite des Fettstoffwechsels und Größen des
Wasserhaushalts bestimmt. Kontinuierlich wurden spirometrische Größen und die
Herzfrequenz gemessen.
Ergebnisse:
Der Verlauf der Laktatkonzentration während des Intervalltrainings
unterscheidet sich zwischen den beiden Gruppen nicht. Im Gegensatz dazu ist die
Glucosekonzentration in der Kohlenhydratgruppe zu Beginn und nach der 25. min
signifikant höher als in der Wassergruppe (p<0,001). Im Verlauf des Trainings findet sich
kein signifikanter Unterschied im Anstieg der Konzentration des freien Glycerins und des
Gesamtglycerins. Im RQ während der Ruhephase ist eine Tendenz (n.s.) zu niedrigeren RQ
bei WG zu sehen. Diese Tendenz im RQ verschwindet während der Intervallphase in der 10
minütigen Nachphase. Der Anstieg in der [Hb] war bei Kohlenhydratgabe signifikant
niedriger (p<0,005). Die Kohlenhydratgabe verhinderte ein Absinken der [Na] (p<0,001),
hatte aber keine Wirkung auf die [K].
Diskussion: Trotz signifikant erhöhter Glucosekonzentrationen in der Kohlhydratgruppe
während hochintensiver Intervallbelastung ist kein Einfluss auf den Energiestoffwechsel zu
erkennen. Die Kohlenhydratgabe stabilisiert aber das den Wasserhaushalt.
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Posterr Nr.. 241,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 15:15
5 Uhr)::
Ausdauerr und
d Schnelligkeitt im
m deutschen
n Profifußballl
1
2
1
1
Faude O , Meyer T , Munoz T , Kindermann W
1
Institut für Sport- und Präventivmedizin, Universität des Saarlandes, 2Sportmedizinisches Institut,
Universität Paderborn
Obwohl die Bedeutung der konditionellen Eigenschaften im Fußball immer wieder
hervorgehoben wird, existieren nur wenig publizierte Referenzwerte aus dem Profifußball.
In der vorliegenden Studie sollten sowohl die Ausdauerleistungsfähigkeit als auch
Schnelligkeitseigenschaften von Fußballspielern der ersten deutschen Fußballbundesliga
retrospektiv analysiert werden.
Insgesamt wurden 314 Spieler (25±4 Jahre, 182±6 cm, 77±6 kg; inkl. 166 Nationalspieler
unterschiedlicher Nationen), die zwischen 1989 und 2005 in der ersten deutschen
Fußballbundesliga spielten, in die Auswertung einbezogen. Alle Spieler absolvierten einen
Lauf-Feldstufentest (Beginn 10 km/h, Steigerung um 2 km/h alle 3 min) zur Bestimmung
der individuellen anaeroben Schwelle (IAS; Stegmann et al. 1981). N=150 Spieler
absolvierten zusätzlich einen Sprinttest über 5 x 30m auf einer Kunststoffbahn. Die
Sportler starteten 1 m vor der ersten Lichtschranke aus dem Hochstart. Es wurden die 5 m-,
10 m- und 30 m-Zeiten als Maß für Antritt, Beschleunigung und Grundschnelligkeit
elektronisch gemessen.
Zwischen Nationalspielern und Nicht-Nationalspielern konnten keine Unterschiede in der
Ausdauerleistungsfähigkeit (jeweils IAS=14,1±0,6 km/h) festgestellt werden. Über 5 m und
10 m waren die Nationalspieler durchschnittlich um 0,01 s schneller (p=0,07 bzw. 0,06).
Die Feldspieler waren im Mittel sowohl ausdauernder als auch schneller als Torhüter (je
p<0,001). Während keine Unterschiede zwischen den Feldpositionen bei der IAS gefunden
wurden, waren Stürmer und Außenverteidiger im Mittel signifikant schneller als
Mittelfeldspieler (5 m: 0,03 s, p=0,01; 10 m: 0,03 s, p<0,01; 30 m: 0,06 s, p=0,01). Spieler
aus Afrika (N=11) und Südamerika (N=12) zeigten weder bei Ausdauer noch bei der
Schnelligkeit signifikante Unterschiede (p>0,62) zu europäischen Spielern. Es konnte kein
Einfluss des Alters auf die konditionellen Eigenschaften festgestellt werden.
Schlussfolgernd kann festgehalten werden, dass vornehmlich die Schnelligkeitsfähigkeiten
zwischen
Spielern
unterschiedlichen
Leistungsniveaus
und
unterschiedlicher
Spielpositionen differenzieren, während die Ausdauerleistungsfähigkeit im Mittel ein
vergleichbares Niveau aufweist. Südamerikanische und afrikanische Spieler der ersten
deutschen Fußballbundesliga weisen keine Fitnessdefizite im Vergleich zu europäischen
Spielern auf.
Posterr Nr.. 243,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 15:25
5 Uhr)::
Abschätzung
g derr maximalen
n Sauerstoffaufnahmee nach
h dem
m OwnIndex®® g derr Herzfrequenzvariabilitätt ? G
Beitrag
Müller J, Lorang D, Posselt M, Kiszczuk M, Halle M, Schmidt-Trucksäss A
Präventive u Rehabilitative Sportmedizin, Technische Universität München
Abstracts
Posterr Nr.. 242,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 15:20
0 Uhr)::
Einflusss von
n Bodenbeschaffenheitt und
d Sprungkraftt auff diee
Sprintschnelligkeitt beii Fußballspielern
n
Faude O1, Meyer T2, Buchmann M1, Kindermann W1
1
Institut für Sport- und Präventivmedizin, Universität des Saarlandes, 2Sportmedizinisches Institut,
Universität Paderborn
In der vorliegenden Studie sollte der Einfluss von Kunststoffbahn vs. Rasen sowie der
Sprungkraft auf die Sprintschnelligkeit bei Fußballspielern untersucht werden.
36 männliche Amateurfußballspieler (Oberliga, 22 ± 5 Jahre, 181 ± 6 cm, 74,5 ± 5,8 kg)
absolvierten in randomisierter Reihenfolge zwei Sprinttests (5 x 30 m), sowohl auf Rasen
als auch auf einer Kunststoffbahn in einer Halle. Die Sportler starteten 1 m vor der ersten
Lichtschranke aus dem Hochstart. Es wurden die 5 m-, 10 m- und 30 m-Zeiten elektronisch
gemessen. Zusätzlich wurden Sprungkrafttests (je 5 Drop-Jump (DJ, Fallhöhe 35 cm) und
Counter-Movement-Jumps (CMJ)) durchgeführt. Alle Sprünge wurden mit den Händen in
den Hüften absolviert.
Bei vergleichbarem Laktatanstieg (4,8 mmol/l) wurden auf Rasen trotz eines Rückenwindes
von 0.9±0,9 m/s durchschnittlich um 0,03±0,05 s langsamere Laufzeiten über 30 m erzielt
als auf der Kunststoffbahn (p=0,008). Trotz signifikanter Korrelationen zwischen den
einzelnen Laufzeiten (5 m: r=0,35; 10 m: r=0,59, 30 m: r=0,87) waren erhebliche
Streuungen vor allem bei 5 m und 10 m zu beobachten. Die 95% Konfidenzintervalle der
Differenzen Rasen-Kunststoffbahn waren ±8% entspr. ±0,09 s (5 m), ±5% entspr. ±0,09 s
(10 m) und ±3% entspr. ±0,10 s (30 m). Sowohl für die 5 m- und 10 m-Zeiten auf Rasen als
auch für die Differenzen zwischen Rasen und Kunststoffbahn auf diesen Strecken konnten
signifikante Zusammenhänge (r=0,36–0,46) mit Körpergewicht und BMI gefunden werden.
Bei den Sprungkraftparametern konnten lediglich für die Sprunghöhe im CMJ sowie den
Reaktivitätsindex im DJ geringe signifikante Zusammenhänge (r=-0,33 bzw. r=-0,37) mit
der 30 m-Zeit im Test auf Rasen gefunden werden.
Schlussfolgernd lässt sich feststellen, dass der Untergrund einen relevanten Einfluss auf die
Sprintschnelligkeit hat. Dieser Einfluss ist prozentual auf den ersten 5 m am größten und
nimmt mit zunehmender Streckenlänge ab. Die Unterschiede über 5 m und 10 m können
zum Teil durch Unterschiede in den Körperdimensionen erklärt werden. Es ergaben sich
keine relevanten Zusammenhänge zwischen Sprungkraft und Sprintschnelligkeit, so dass
die Sprungkraft als ein eigenständiges Leistungsmerkmal betrachtet und somit eine
komplementäre Testung in Erwägung gezogen werden muss.
Posterr Nr.. 244,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 15:30
0 Uhr)::
Schrittzahlerfassung
g und
d Kalorienverbrauch
h im
m Laufbandtestt mittelss
Accelerometerr und
d Pedometerr beii Patienten
n mitt koronarerr Herzerkrankung
g
Correll M1, Hanssen H1, Preßler A1, Ertlmeier M2, Schweizer T2, Köhler F3, Halle M1, Schmidt-Trucksäss
A1
1
Hintergrund: Laut Angaben des Pulsuhrenherstellers Polar entspricht der OwnIndex® der
maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max). Er basiert auf den Parametern Alter,
Geschlecht, Körpergröße, Gewicht, Aktivitätsniveau nach Selbsteinschätzung, Herzfrequenz
und Herzfrequenz-Variabilität. Ziel der Studie war es zu ermitteln, welche der genannten
Parameter signifikant unabhängig die VO2max determinieren und welchen Anteil die
Parameter der Herzfrequenzvariabilitätsmessung daran haben.
Methode: Zu diesem Zweck wurde bei 28 Frauen (Alter 40,0 ± 13,3 Jahre) und 36 Männern
(45,2 ± 14,5 Jahre) eine Bestimmung der maximalen Sauerstoffaufnahme im
Fahrradstufentest ((50 Watt Beginn, 25 Watt Steigerung, Stufendauer 3 min), also der
VO2peak durchgeführt. Die Messung der Herzfrequenzvariabilität erfolgte mit der Polar
S820i (Polar Electro, Kempele, Finnland) in liegender Position über einen Zeitraum von
fünf Minuten. Zudem wurden die genannten anthropometrischen Parameter und das
Aktivitätsniveau nach Polar-Kategorien (niedrig, mittel, hoch, top) erfasst. Für sämtliche
Parameter wurde eine multiplen linearen Regressionsanalyse als Determinanten der
VO2peak durchgeführt.
Ergebnisse: Bei beiden Geschlechtern konnte ein Varianzanteil (korrigiertes R2) von etwa
50% durch die jeweiligen Einflussgrößen auf die VO2peak erklärt werden. Bei den Frauen
machte dabei das Aktivitätsniveau ¾ der Gesamtvarianz aus. Zweite unabhängige
Determinante war das Gewicht. Bei den Männern machte ebenfalls das Aktivitätsniveau die
Hälfte der Gesamtvarianz von 49% aus. Hinzu kamen mit gleichen Anteilen Größe und
Alter. Ein unabhängiger Beitrag der Parameter der Herzfrequenzvariabilität oder des
Ruhepulses zur Aufklärung der Gesamtvarianz der VO2peak konnten bei beiden
Geschlechtern nicht nachgewiesen werden.
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die VO2peak vermutlich
weitgehend
bei
der
OwnIndex®-Methode
anhand
traditioneller,
bekannter
Einflussparameter abgeschätzt wird. Parameter der Herzfrequenzvariabilität liefern bei
beiden Geschlechtern im untersuchten Klientel keinen unabhängigen Beitrag zur
Abschätzung der VO2peak.
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Poliklinik für Präventive Sportmedizin, Technische Universität München, 2Actimon GmbH, München,
Charité-Universitätsmedizin Berlin
3
Hintergrund: Die Steigerung körperlicher Bewegung ist eine wesentliche Maßnahme zur
Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse, kann aber bisher nur unzureichend
quantifiziert werden. In der Rehabilitation von Patienten mit koronarer Herzerkrankung
(KHK) ist es ausschlaggebend, auch niedrige Gehgeschwindigkeiten valide zu erfassen.
Helfen sollen dabei Pedometer und Accelerometer. Ziel der Untersuchung war es daher, die
Messung von Schrittzahl und Kalorienverbrauch mit zwei dreidimensionalen
Accelerometern (Actimon (ACT) und RT3) sowie mit einem eindimensionalen Pedometer
(Omron (OM)) bei Patienten mit stabiler KHK auf ihre Validität zu überprüfen.
Methoden: Bei 10 Patienten im Alter von 65-75 Jahren wurden auf dem Laufband bei 5
definierten Geschwindigkeiten (40,50,60,70,80m/min) die gemessene Schrittzahl (ACT, OM)
visuell kontrolliert und der von ACT, RT3, OM angegebene Kalorienverbrauch mit einer
parallel durchgeführten indirekten Kalorimetrie über die Messung des Sauerstoffverbrauchs
verglichen.
Ergebnisse: Der Unterschied der Schrittzahlerkennung zwischen der gezählten Schrittzahl
(94,8±10,3/min) und dem Pedometer (61,2±8,7/min) ist bei einer Geschwindigkeiten von 40
m/min statistisch signifikant (p< 0,01), weicht beim ACT dagegen nur minimal von der
visuellen Kontrolle ab (93,4±11,2/min; n.s.). Über 40m/min stimmen die gemessenen
Schrittzahlen mit den visuell kontrollierten gut überein. Der Kalorienverbrauch aller Geräte
zeigt bis 60 m/min einen parallelen Anstieg zur spirometrischen Kalorimetrie und verläuft
danach bei den Geräten linear, während der spirometrisch gemessene Anstieg des
Kalorienverbrauchs flacher ausfällt. Der betragsmäßige Unterschied aller Geräte im
Vergleich zur Spirometrie liegt bei ca. 25%.
Diskussion: Die Schrittzahl und damit die körperliche Bewegung bei niedriger
Gehgeschwindigkeit wird mit dem Accelerometer (ACT) bei KHK Patienten verlässlich
gemessen, während das Pedometer ca. 30% unter der Schrittzahl liegt und deshalb bei
niedrigen Gehgeschwindigkeiten zur Erfassung der körperlichen Aktivität weniger geeignet
ist. Die Angaben zum Kalorienverbrauch ergaben keinen signifikanten Unterschied
zwischen den Meßgeräten, wichen jedoch von der indirekten Kalorimetrie über die
Sauerstoffaufnahmemessung bei höheren Geschwindigkeiten zunehmend ab, weshalb die
genannten Messgeräte eher orientierend dafür einzusetzen sind.
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
259
Abstracts
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Posterr Nr.. 245,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 15:35
5 Uhr)::
Herzfrequenzvariabiliät,, Ausdauerleistungsfähigkeitt sowiee
anthropometrischee Parameterr beii rund
d 900
0 Kölnerr Grundschülern..
Ergebnissee dess KIS-Eingangsscreenings..
Posterr Nr.. 246,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 15:40
0 Uhr)::
Konzeption
n und
d Evaluation
n einess modifizierten
n Laufband-Testss zurr
Ableitung
g einerr Trainings-Empfehlung
g auff optimalem
m
Fettverbrennungsniveau
Latsch J1, Raab B1, Maximov K1, Wedig L1, Bickenbach A1, Nopp S2, Türk S1, Bellinghausen M3,
Buschmann J2, Predel HG1
Zwingenberger S1, Krummenauer F2, Beck H1, Fabian K1
1
Inst. f. Kreislauff. u. Sportmed., Deutsche Sporthochschule Köln, 2Carl Diem Archiv der Deutschen
Sporthochule Köln, 3Klasse in Sport e.V.
Einleitung/Methodik: Das Klasse in Sport-Projekt (KiS) hat sich als eingetragener Verein
zum Ziel gesetzt, den Schulsport, dessen zeitlicher Raum im Stundenplan vieler
Grundschulen nur unzureichend repräsentiert wird, zu stärken. Der Grundschule kommt
beim Umgang und Lernen von Bewegungskonzepten eine zentrale Rolle zu, vielfach wirkt
sich eine falsche oder mangelhaft Vermittlung von Lerninhalten auf das spätere
„Aktivitätsleben“ der Schüler aus. Die KiS Arbeitsgruppe untersuchte in zehn Grundschulen
im Großraum Köln/Bonn verschiedene Parameter von medizinischer und
sportwissenschaftlicher Relevanz. Hierzu zählen Ausdauer- und Koordinationstests,
anthropometrische Daten und Blutdruck sowie die HRV im standardisierten fünfminütigen
Liegendtest. In der Folge wird in den Schulen ergänzend zum Schulsportunterricht bis zum
Ende des aktuellen Schuljahres zweimal wöchentlich in AG-Form Sport getrieben. Hierzu
stellt der Verein Sach- und Geldmittel zur Verfügung. Nach dem Eingangsscreening im
November 2006 wird im Juni 2007 ein Ausgangstest durchgeführt um die individuellen
Verläufe zu beurteilen.
Ergebnisse: Insgesamt konnten die Daten von 853 Schülern (410 weibl. 443 männl.) der
Klassen 1 bis 4 (Geburtsjahrgänge 1996 bis 2000) ausgewertet werden. Die durchschnittl.
Größe betrug 130,58 ±14,05 cm, das Gewicht 31,10 ±8,97 kg. Der Blutdruck wurde am
linken Oberarm mit 116 ±28 mmHg syst. und 69 ±13 mmHg dias. gemessen. Die RuheHerzfrequenz betrug 111 ±19,8 S/min. Im 6 min Lauftest wurde eine Strecke von 796 ±125
m zurückgelegt. Hierbei wurde eine max. HF von 189,1 ±22,1 S/min nach Test, 142,8 ±25,6
S/min nach einer Minute Erholung sowie 125,6 ±18,6 S/min nach drei Minuten Erholung
ermittelt. Die Parameter der HRV waren: NN 666 ± 119 ms; RMSSD 51,2 ±32,7 ms; pNN 50
15,5 ±137,3 %; TP 2645,04 ±2519,36 ms2; LF/HF-Ratio: 1,75 ±1,43.
Diskussion: Bisher erfolgt die Ergebnisdarstellung rein deskriptiv, die Teilnehmer des KiSProjektes durchlaufen zur Zeit noch das Sportprogramm. Die im Eingangstest erhobenen
Daten werden durch die Ergebnisse der Nach-Tests im Juni 2007 ergänzt und entsprechend
erweitert. Erst hierdurch lassen sich Verlaufsergebnisse vorweisen, die im Rahmen des
Kongresses vorgestellt werden sollen.
Posterr Nr.. 247,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 15:45
5 Uhr)::
Evaluation
n von
n Sportt Pro
o Gesundheit-Angeboten
n dess LSB
B NRW
W im
m Setting
g
Verein
n in
n den
n Bereichen
n Herz-Kreislauf-System
m (HKS)) und
d Haltung
g und
d
Bewegung
g (HuB))
1
Rehabilitations- und Sportmedizin, Universitätsklinikum Dresden, 2Klinische Epidemiologie und
Gesundheitsökonomie, Universitätsklinikum Dresden
Einleitung:
Konzipiert werden sollte ein Laufband-Test, der für eine Lauf-Trainingsempfehlung
diejenige Herzfrequenz identifiziert, mit der eine individuell maximale Fettverbrennung
erreicht wird. Im Rahmen dieser Untersuchung sollte diese Herzfrequenz dann mit der aus
einem „klassischen“ Laktat-Laufband-Test ableitbaren Trainingsempfehlung verglichen
werden.
Methoden:
Es wurden bisher 6 Probandinnen und 8 Probanden rekrutiert (Alter 31 bis 49 Jahre,
medianer BMI 24.2 kg/m2). und jeweils zwei Laufband-Tests unterzogen: Der erste Test
erfolgte ohne Pausen unter kontinuierlicher Aufzeichnung der Fettverbrennungsrate via
Atemgasanalyse und indirekter Kalorimetrie; identifiziert wurde die zur maximal erreichten
Fettverbrennungsrate korrespondierende Herzfrequenz. Der zweite Test erfolgte als
„klassischer“ Laufband-Stufentest mit 5 min-Stufendauer und kurzen Pausen zur
Ermittlung der Laktat-Leistungskurve nach Pansold; identifiziert wurde die Herzfrequenz
an der aeroben Schwelle. Primärer Endpunkt der Untersuchung war die intraindividuelle
Differenz der beiden identifizierten Herzfrequenzen.
Ergebnisse:
Die Laktatschwelle 2.0 mmol/l erreichten die männlichen Probanden bei einer mediane
Geschwindigkeit von 3.35 m/s, die weiblichen von 2.31 m/s; an dieser Schwelle wurde im
„klassischen“ Test bei den Männern eine mediane Herzfrequenz von 160 bpm abgeleitet,
bei den Frauen von 149 bpm. Im modifizierten Test ergaben sich maximale
Fettverbrennungsraten von 587 bzw. 427 mg/min, sowie dabei erreichte Herzfrequenzen
von im Median 143 bzw. 134 bpm; der Laktatwert bei maximaler Fettverbrennung ergab
sich im Median zu 1.40 bzw. 1.45 mmol/l. Die beiden Tests zeigten bei männlichen und
weiblichen Probanden eine signifikante Abweichung der zur Trainingsempfehlung
abgeleiteten Herzfrequenzen von im Median jeweils 14 bpm (Vorzeichentest p=0.008 für
Männer und p=0.031 für Frauen).
Schlussfolgerung:
Mit der Laktat-Leistungskurve eines Laufband-Tests können nur begrenzt genaue Angaben
zur optimalen Fettverbrennungsrate und der korrespondierenden Herzfrequenz gemacht
werden. Der hier vorgeschlagene Ansatz bietet u.a. für Personen, die durch Lauf-Training
ihr Gewicht reduzieren wollen, eine optimierte Trainingsempfehlung.
Posterr Nr.. 248,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 15:50
0 Uhr)::
Hemmtt Ausdauertraining
g diee Effektee von
n Krafttraining
g auff diee
Muskelhypertrophie??
Prokopchuk O, Kahnert A, Heinrich A, Fritschle R, Steinacker JM
Sandhaus M1, Daheim A1, Schönbrodt S1, Schnieders I1, Matlik M2, Völker K1
Sektion für Sport- und Rehabilitationsmedizin, Universität Ulm
Hintergrund: Die Nachfrage nach präventiven gesundheitsorientierten Vereinsangeboten ist
derzeit groß. Inwieweit durch diese Angebote eine Stärkung der physiologischen und
psychischen Ressourcen erfolgt, ist jedoch noch weitgehend ungeklärt. Methodik: Im
Rahmen
einer
prototypischen
Längsschnittstudie
wurden
10-wöchige
Interventionsprogramme aus den Bereichen HKS und HuB hinsichtlich ihrer Wirksamkeit
überprüft. Aus verschiedenen Vereinsangeboten wurden Sporteinsteiger und wiedereinsteiger rekrutiert. Die Interventionsgruppen (IG) setzten sich aus 79 Probanden
(31 HKS, 30 HuB) zusammen, während die Kontrollgruppe (KG) 18 Probanden stellte. Die
Intervention erfolgte in enger Anlehnung an die entsprechenden Kursmanuale des LSB
NRW. Vor und nach der Intervention wurden folgende Parameter untersucht: aerobe
Ausdauer (2km Walking Test), isometrische Maximalkraft der Kniestrecker (HKS) und
Rumpfbeuger (HuB) (Cybex, DigiMax), Kraftausdauer (30 sec Sit to Stand-Test),
dynamisches Gleichgewicht (Zonengehen) sowie Koordination unter Zeitdruck (Achterlauf).
Die psychologische Effizienz wurde mittels Fragebogenerhebung erfasst. Ergebnisse: Die
aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit nahm in beiden IG (p=,000) zu, während dies nur
geringfügig für die KG zutraf. Die Ermittlung der isometrischen Maximalkraft der
Rumpfbeuger (HuB) ergab im Vergleich zur KG signifikante Zunahmen (p=,000). Keine
aussagekräftigen Ergebnisse zeigte die Betrachtung der Kraftausdauer, da sich die KG
ebenso wie die IG verbesserte. Die Koordinationstests zeigten nur für den Achterlauf (HKS
p=0,008) signifikante Verbesserungen, während die übrigen Verfahren lediglich
tendenzielle Verbesserungen ergaben. Die Selbsteinschätzung der Probanden in Bezug auf
das Körperkonzept hat sich in den Bereichen Koordination, Kraft, Ausdauer und allgemeine
Sportlichkeit signifikant verbessert. Sie stuften sich im Bereich „allgemeine Befindlichkeit“
als aktivierter, trainierter und beweglicher ein (p=,000). Die Intervention beeinflusste die
Einschätzung der Probanden hinsichtlich Aspekten der Konsequenzerwartung, der
Selbstwirksamkeit sowie der sozialen Unterstützung nicht. Fazit: Die Studie belegt, dass im
Setting Verein die vorgegebenen Kurskonzepte positive Auswirkungen auf einzelne
sportmotorische und psychologische Aspekte haben.
Einleitung. Es ist nicht sicher, in welcher Reihenfolge Kraft - und Ausdauertraining
kombiniert werden kann, um eine maximale Zuwachsrate an Muskelkraft sowie - volumen
zu erzielen. Unsere Hypothese ist, dass ein Ausdauertraining die Krafttrainingswirkung auf
dem Weg der Signaltransduktion oder der Proteintranslation hemmen kann. Ziel dieser
Studie ist es, die Bedeutung der zeitlichen Reihenfolge eines kombinierten Trainings im
Hinblick auf die Ausprägung der Muskelhypertrophie zu untersuchen.
Methodik. 27 männliche untrainierte Probanden (26,7 ± 6,5 Jahre, 82,4 ± 13,9 Kg, 178,9 ±
6,4 cm) wurden in 2 Gruppen randomisiert. Beide Gruppen führten ein 6-wöchiges
kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining 3x pro Woche durch. Gruppe „Kraft-Ausdauer“
(KA) absolvierte zunächst ein Maximalkrafttraining an der Leg Press und der Leg Extension
(4 Sätze, max 12 Wdh im 1. Satz). Nach 5-minütiger Pause folgte ein 45-minütiges
Ausdauertraining auf dem Fahrradergometer. Gruppe „Ausdauer-Kraft“ (AK) führte das
gleiche Training umgekehrt beginnend mit dem Ausdauertraining und anschließendem
Krafttraining
durch.
Untersucht
wurden:
Muskelhypertrophie
mittels
MRT,
Ausdauerleistungsfähigkeit, Maximalkraft. Messzeitpunkte für MRT waren vor Beginn der
Intervention und zw. 2 und 9 Tage nach letztem Training. MRT´s wurden mit einem 1.5 T
Ganzkörper-Scanner (Intera CV, Philips Medizin Systeme GmbH, Best, Niederlande) mit je
drei Sequenzen bestimmt: ein T0- ein T2- und ein T4-MRT mit je 2 mm Schichtdicke. Auf
konsekutiven Kernspinbildern wurden die Querschnittfläche von M. quadriceps femoris und
M. vastus lateralis bestimmt und das Probenvolumen berechnet.
Ergebnisse. Beide Gruppen verbesserten sich bei allen gemessenen Parametern (Ausdauer
und Maximalkraft) signifikant (p<0.01) und es kam zu signifikanter Muskelhypertrophie:
M. vastus lateralis von 366 ± 39 cm3 auf 418 ± 37 cm3 in der Gruppe KA (p<0,01), von
384 ± 48 cm3 auf 453 ± 74 cm3 in der Gruppe AK (p<0,01); M. quadriceps femoris von
994 ± 165 cm3 auf 1111 ± 166 cm3 in der Gruppe KA (p<0,01), von 1013 ± 158 cm3 auf
1112 ± 154 cm3 in der Gruppe AK (p<0,01). Es gab keine signifikanten
Gruppenunterschiede.
Schlussfolgerung. Die Reihenfolge von Kraft- und Ausdauertraining scheint nach der
vorliegenden Studie bei wenig Trainierten keinen relevanten Einfluss auf die
Trainingseffekte und auf die Muskelhypertrophie zu haben.
1
Institut für Sportmedizin, Universitätsklinikum Münster, 2Landessportbund NRW
260
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Posterr Nr.. 249,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 15:55
5 Uhr)::
Seitenalternierendess Vibrationstraining
g zurr Verbesserung
g derr lumbalen
n
Haltungskompetenzz
Schmitz P, Rapp W, Heitkamp HC, Horstmann T
Sportmedizin, Universität Tübingen
Aufgrund zunehmender Rückenleiden und Haltungsschäden, bedingt durch die
Betriebsabläufe im Arbeitsalltag, z.B. sitzende Tätigkeit und die damit verbundenen
Krankheitsbilder, bezieht sich das Forschungsinteresse der vorliegenden Arbeit auf die
Möglichkeiten zur Verbesserung der lumbalen Haltungskompetenz. Durchgeführt wurde ein
Vergleich von konventionellem apparativen Krafttraining und seitenalternierendem
Vibrationstraining im Hinblick auf signifikante Kraft- und Mobilitätsverbesserungen der
lumbalen Rumpfmuskulatur. Das Untersuchungskollektiv setzte sich aus 42 Mitarbeitern
einer Bank zusammen und wurde in eine Vibrationstrainings-Gruppe (N=17, Alter=42±17),
eine Krafttrainings-Gruppe (N=14, Alter=41±16) und eine Kontrollgruppe (N=11,
Alter=48±20) eingeteilt Die beiden Trainingsgruppen absolvierten in dem achtwöchigen
Trainingszeitraum insgesamt 16 Trainingseinheiten. Die Krafttrainings-Gruppe (KT)
absolvierte einen Kraftzirkel mit 5 ausgewählten Übungen, die zweimal in diesem Zirkel
durchgeführt wurden. Die Wiederholungszahl blieb während der ganzen Einheiten bei 15,
während die Trainingsgewichte sukzessive im Laufe der Studie in 5 kg-Schritten erhöht
wurden. Die Vibrationstrainingsgruppe-Gruppe (VT) absolvierte ihren Trainingplan nach
Vorgabe. Die einzelnen Übungen auf der Vibrationswippe (Galileo) wurden in 2 Minuten
Intervallen in vorgegebenen Winkelpositionsbereichen durchgeführt. Bei der isometrischen
Maximalkraftmessung (DAVID-System) zeigte die Vibrationsgruppe eine entscheidende
Überlegenheit gegenüber der Krafttrainings- sowie der Kontrollgruppegruppe. Der
Kraftzuwachs im Gruppenmittel bei Extension betrug für die Vibrationsgruppe 11% für die
KT-Gruppe 5,5% und für die Kontrollgruppe 1,6 %. Bei der Flexion verbesserte sich die VTGruppe um 16,3 , die KT-Gruppe um 6,6 % und die Kontrollgruppe und 3,4 % . Das
seitenalternierende Vibrationstraining erscheint so, aufgrund seiner Wirksamkeit und
leichten Durchführbarkeit, ein adäquates Training zur Verbesserung der lumbalen
Haltungskompetenz bei Personen mit primär sitzender Tätigkeit.
Posterr Nr.. 251,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 16:05
5 Uhr)::
Bestimmung
g von
n Schwellen
n derr Herzfrequenzvariabilitätt beii
Koronarsportlern
n - Einee Alternativee zurr Belastungssteuerung
g
Brechtel L1, Lehmann S1, Müller-Suhl A1, Lock J2, Wolff R1
1
Abteilung Sportmedizin, Humboldt-Universität zu Berlin, 2SMS, Sportmedizinischer Service, Berlin
Belastungsvorgaben im Koronarsport orientieren sich in der Praxis im Regelfall an
symptomlimierten Belastbarkeitsgrenzen. Spiroergometrische Verfahren und LaktatLeistungsdiagnostik finden im ambulanten Bereich nur selten Anwendung. Mit der
durchgeführten Studie sollte geprüft werden, ob aus dem Belastungs-EKG Informationen
zur Bestimmung von Schwellen der Herzfrequenzvariabilität gewonnen werden können,
welche einerseits die technischen Voraussetzungen von Zeitreihenanalysen erfüllen und
andererseits ventilatorische Schwellen bzw. Laktat-Schwellen ersetzen könnten. Methodik:
Bei 43 regelmäßig trainierenden Koronarpatienten (Trainingsalter Median 24 Monate
(Quartile 15 / 48), wurde während eines spiroergometrischen Fahrradstufentests aus dem
Belastungs-EKG (Aufzeichnung mit 1000 Hz) die Zeitreihen der NN-Intervalle nach
automatischer Detektion und manueller Korrektur extrahiert. Nach Entfernung der LFAnteile (<0,15 Hz) wurden die Signale zur Erfüllung stationärer Bedingungen in den
Hilbert-Raum überführt. Aus dem Vektor wurde der Phasenwinkel mittels Full Phase
Modulation berechnet und von der korrespondierenden linearen Approximation
subtrahiert. Aus der entstehenden charakteristischen Kurve wird visuell der tiefste Punkt
vor Wiederanstieg als Herzfrequenzvariabilität-Schwelle in Watt (THRV) bestimmt. THRV
wurde mit der individuellen anaeroben Laktat-Schwelle (IAS) nach Stegmann/ Kindermann
sowie der respiratorischen Schwelle (VT nach V-slope-Methode) verglichen.
Ergebnisse: THRV (66 (58 / 80) Watt) und VT (67 (57 / 79) Watt) lagen signifikant niedriger
als die IAS (75 (60 / 90) Watt; p jeweils < 0,001). THRV und VT unterschieden sich nicht. Die
aktuelle Medikation, insbesondere ß1-blockierende Substanzen (Nebivolol bzw. Metoprolol),
hatte ebenso wie Begleiterkrankungen (Hypertonie, Diabetes, Übergewicht), Alter,
Geschlecht, gewählte Stufendauer (2 bzw. 3 min) bzw. Stufenhöhe (25 – 50 Watt) und
Ausprägung der KHK keinen Einfluss auf THRV und die Unterschiede zur IAS. Diskussion:
Mit dem beschriebenen Verfahren ist bei Koronarpatienten ein sichere Bestimmung einer
Herzfrequenzvariabilitäts-Schwelle aus den NN-Zeitreihen des Belastungs-EKG möglich.
Diese entspricht der aeroben ventilatorischen Schwelle und verhält sich unabhängig von
Krankheitsausprägung, Medikation, Begleiterkrankungen und Stufentestform. THRV tritt
früher als die IAS und symptomlimitierte Belastbarkeitsgrenze auf und kann als
Belastungsvorgabe herangezogen werden.
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Abstracts
Posterr Nr.. 250,, Sitzung
g PO-9
9 (28.09.2007
7 16:00
0 Uhr)::
Dass spirografischee Sauerstoffdefizitt
Schiffer T1, Sperlich B2, Hoffmann U3, Hollmann W4, Strüder HK1
1
Institut f. Motorik und Bewegungstechnik, Deutsche Sporthochschule Köln, 2Institut f.
Trainingswissenschaft und Sportinformatik, 3Institut f. Physiologie und Anatomie, 4Institut f.
Kreislaufforschung und Sportmedizin
Das spirografische Sauerstoffdefizit (sD) wurde von Knipping (1929) unter
Ruhebedingungen und von Hollmann (1963) für Ausdauerbelastungsuntersuchungen
definiert. Demnach wird ein sD erreicht, wenn es bei einer submaximalen Steady-state
Belastung nach dem Umschalten von Raumluft- (NO) auf Sauerstoffatmung (HE) zu einer
Sauerstoffmehraufnahme (VO2+) von mehr als 100 ml·min-1 kommt oder eine über 25 %
hinausgehende Verringerung des Atemminutenvolumens vorliegt. Die Messung des sD war
eng an die damalige Gerätebesonderheit der geschlossenen Spirometrie geknüpft. Mit der
Entwicklung der offenen bbb-Spirometriesysteme (bbb-Sp) und der Einführung der
Laktatschwellen zur Beurteilung der submaximalen Ausdauerleistungsfähigkeit verlor das
sD an Bedeutung. In der vorliegenden Untersuchung stellten wir uns die Fragen, ob das sD
mit einem bbb-Sp (ZAN600USB) bei Fahrradergometerarbeit reproduzierbar ist und ob ein
Zusammenhang zwischen der Leistung beim Auftreten des sD und dem arterialisierten
Laktatspiegel besteht. 12 gesunde männliche Probanden (Alter 24,1±2,1 Jahre, Gewicht
83,3±5,3 kg, Größe 183,4±4,3 cm) ermittelten ihre maximale Leistung (Pmax) und
maximale
Sauerstoffaufnahme
auf
einem
Fahrradergometer
(Start:100W/Erhöhung:30W/1min) sowie 72h später ihre Leistung an der aerob-anaeroben
Schwelle in einem Stufentest (70Watt/40Watt/5min). Nach jeweils dreitätiger Pause
erfolgten 15-minütige Steady-state Dauertests (DT) bei 30 und 80, 40 und 70, 50 und 60%
der Pmax. Zwischen den DT lag eine Stunde Pause. In den DT folgte unmittelbar nach
einer 5-minütigen Belastung in NO eine 5-minütige Belastung unter HE bei identischer
Leistung. Sämtliche spirometrischen Daten wurden in Ruhe (R), nach 4, 6 und 9 min sowie
die Blutgase und Laktat (La) in Ruhe und nach 4 und 9 min gemessen. Eine VO2+ zwischen
NO und HE wurde bei 70% Pmax (245Watt; 168ml/min) ermittelt. Das Signifikanzniveau
ergab sich bei 80% Pmax (288Watt; 179ml/min; p<0,01). Bei 70% Pmax fielen nach
einminütiger HE das Atemminutenvolumen (-6,4%) und die Atemfrequenz (-27%; p<0,01),
während La um mehr als 1 mmol.l-1 zwischen NO und HE akkumulierte (p<0,05). Unsere
Ergebnisse zeigen, dass sich das sD mit einem bbb-Sp reproduzieren lässt und bei gesunden
männlichen Probanden bei 70% Pmax zusammen mit einem signifikanten Laktatanstieg
auftritt.
Schwerpunktreferatt Nr.. 252,, Sitzung
g SP-7
7 (28.09.2007
7 16:30
0 Uhr)::
Rückenschmerzz und Sportt auss sozialmedizinischerr Sicht - Bundesweitee
Repräsentativstudiee zurr rückenschmerzspezifischen
n Wirkung
g körperlicherr
m Arbeitsplatzz und
d in
n derr Freizeit G
Aktivitätt am
Schneider S
Stabsstelle Krebsprävention und WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle, Deutsches
Krebsforschungszentrum
Problemstellung:
Körperliche
Bewegung
stellt
neben
zahlreichen
weiteren
Krankheitsbildern auch für orthopädische Beschwerden wie den Rückenschmerz einen
wichtigen Baustein in der Primär- und Sekundärprävention dar. Dieses epidemiologische
Forschungsprojekt geht der Frage nach, ob regelmäßige körperliche Aktivität am
Arbeitsplatz der Wirkung regelmäßiger Freizeitaktivität gleichgesetzt werden und damit aus
Patientensicht als Legitimation für einen Verzicht auf Freizeit- und Ausgleichssport gelten
kann.
Methoden: Im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen der Orthopädischen
Universitätsklinik Heidelberg und dem Robert-Koch-Institut Berlin wurden erstmalig für
Gesamtdeutschland repräsentative Daten bezüglich körperlicher Aktivität am Arbeitsplatz
und in der Freizeit sowie der Prävalenz des Rückenschmerzes ermittelt. Innerhalb des ersten
Bundesgesundheitssurveys wurde dazu eine Stichprobe von 3.488 erwerbstätigen
Bundesbürgern im Alter von 18 bis 69 Jahren mittels multipler logistischer
Regressionsanalysen untersucht.
Ergebnisse: Hierzulande beträgt die 7-Tage-Prävalenz für Rückenschmerz 34%, die 1Jahres-Prävalenz 60%. Körperliche Aktivität am Arbeitsplatz ist mit einem signifikant
höheren Rückenschmerz-Risiko assoziiert. Körperlich Arbeitende berichten eine 7-TagePrävalenz für Rückenschmerz von 42%, während nicht manuell Tätige diesbezüglich Werte
von 30% aufweisen. Dagegen geht körperliche Aktivität in Form von Freizeitsport mit
geringeren Rückenschmerzprävalenzen einher: Während 39% aller sportlich Inaktiven
angeben, über einen retrospektiven 7-Tage-Zeitraum zumindest einmal Rückenschmerz
verspürt zu haben, liegen die Prävalenzwerte für Sportler bei 33% (1-2h Sport / Woche)
bzw. bei 27% (2-4h Sport / Woche) und 30% (mehr als 4h Sport/Woche).
Diskussion: Die Studie liefert bevölkerungsbasierte epidemiologische Daten zur Prävalenz
des Rückenschmerzes unter bundesdeutschen Erwerbstätigen. Zentraler Befund unserer
Studie ist, dass eine manuelle, körperliche Berufstätigkeit kein Surrogat für ausgleichenden
Freizeitsport ist, sondern körperlich anstrengende Arbeitsinhalte selbst einen signifikanten
Risikofaktor für Rückenschmerz darstellen.
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
261
Abstracts
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Schwerpunktreferatt Nr.. 253,, Sitzung
g SP-7
7 (28.09.2007
7 17:00
0 Uhr)::
Diee multimodalee Rückenschmerztherapiee - derr sportwissenschaftlichee
Aspekt
Schwerpunktreferatt Nr.. 254,, Sitzung
g SP-7
7 (28.09.2007
7 17:30
0 Uhr)::
Degenerativee Veränderungen
n an
n derr Wirbelsäulee beii Leistungssportlern
n
Schmitt H
Schiltenwolf M
OSP Rhein-Neckar, Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
Dauerhafte körperliche Aktivität kann zu degenerativen Veränderungen im Bereich der
Wirbelsäule führen. Insbesondere in Sportarten, bei denen Hyperextensionsbelastungen mit
Rotationsbelastungen kombiniert werden, finden sich degenerative Veränderungen im
Bereich der Lendenwirbelsäule bzw. am thorakolumbalen Übergang. So konnten bei
männlichen Turnern und Ringern im Vergleich zu einer Kontrollgruppe häufiger
röntgenologische Veränderungen festgestellt werden (Hellström 1990, Lundin 2001). Auch
bei Athleten leichtathletischer Wurfdisziplinen und bei Hochspringern konnten im
Vergleich zu Athleten anderer Sprung- und Laufdisziplinen ausgeprägte degenerative
Veränderungen im Bereich der Lendenwirbelsäule festgestellt werden (Schmitt 2004, 2005).
Eine Studie an ehemaligen finnischen Nationalmannschaftsathleten unterschiedlicher
Sportarten konnte zeigen, dass die ausgeprägtesten degenerativen Veränderungen bei
Gewichthebern im Bereich der gesamten Wirbelsäule festzustellen waren, bei
Fußballspielern die Segmente L4 bis S1 am stärksten betroffen waren, bei Läufern und
Schützen keine wesentlichen degenerativen Veränderungen zu finden waren (Videman
1995). Somit scheinen sportartspezifische Belastungen disziplinabhängig verschiedene
Bereiche der Wirbelsäule unterschiedlich zu belasten. Ausgeprägte Veränderungen bis hin
zu Spondylolisthesen können beobachtet werden, die auch nach Beendigung der
sportlichen Aktivität eine Progredienz des Gleitprozesses zeigen können und zu
Beschwerden führen können. Eigene Untersuchungen konnten am Kollektiv der
Hochleistungsspeerwerfer zeigen, dass über einen Beobachtungszeitraum von fast 20
Jahren das Ausmaß der Progression weniger als 15 Prozent betrug und keine vermehrten
Beschwerden daraus resultierten (Schmitt 2001). Radiologische Veränderungen korrelieren
bei ehemaligen Hochleistungssportlern nur selten mit klinischen Beschwerden. Präventive
Maßnahmen sollten in den verschiedenen Sportarten zur Anwendung kommen, um die
Belastungen der Wirbelsäule zu reduzieren und das Auftreten schwerwiegender
degenerativer Veränderungen möglichst zu verhindern.
Einführungsreferatt Nr.. 255,, Sitzung
g PA-17
7 (28.09.2007
7 16:30
0 Uhr)::
Einflusss derr körperlichen
n Aktivitätt auff diee Arterienwand
d
Kurzreferatt Nr.. 256,, Sitzung
g PA-17
7 (28.09.2007
7 17:00
0 Uhr)::
Zusammenhang
g von
n Ausdauerleistungsfähigkeit,, arteriellerr
Gefäßsteifigkeitt und
d Pulswellenreflektion
n
Schmidt-Trucksäß A1, Huonker M2, Klatt L3, Halle M1, Dickhuth H-H4, Sandrock M5
1
Technische Universität München, Präventive u. Rehabilitative Sportmedizin, 2Federseeklinik, Bad
Buchau, 3Kaufmännische Krankenkasse, Hannover, 4Universitätsklinikum Freiburg, Präventive u.
Rehabilitative Sportmedizin, 5Universitätsklinikum Tübingen, Abteilung Sportmedizin
Körperliche Aktivität kann in Abhängigkeit von seiner Ausprägung sowohl einen
physiologischen Anpassungsreiz zur Verbesserung der Aterienwandstruktur und/oder –
funktion darstellen als auch atherosklerotische Prozesse beschleunigen bzw. ihnen
zumindest nicht entgegenwirken. Ganz wesentlich determinieren die blutflussbedingte
Scherkraft des Blutes an der Arterienwand und damit die freigesetzte Menge endothelialen
Stickstoffmonoxids (NO) diesen Prozess.
Chronisch erhöhter intraarterieller Blutfluß wie bei systematischen Ausdauertraining im
Hochleistungssport führt zu struktureller Lumen- und harmonischer Wanddickenzunahme,
um die erhöhte Wandspannung zu kompensieren. Überwiegend statisches Krafttraining
resultiert auch in einer Wanddickenzunahme aber ohne adäquate Anpassung der
Lumenweite. Körperliche Inaktivität, wie sie ausgeprägt infolge unfallbedingter
Ruhigstellung einer Extremität oder im Extremfall nach Querschnittlähmung auftritt, hat in
den abhängigen Arterien eine starke Abnahme der Gefäßwandelastiziät und Lumenweite
zur Folge.
Neben lokalen Anpassungen steigert körperliche Ausdaueraktivität auch die systemische
NO-Konzentration und darüber die Gefäßelatizität in nicht unmittelbar trainierten
Gefäßabschnitten. Diese Adaptationen, die wesentlich den arteriellen Windkessel und das
kardiale Afterload bestimmen, zeigen sich in jedem Lebensalter. 50-60-jährige erreichen
durch moderates Ausdauertraining die gleiche Gefäßelastiziät wie untrainierte 25-30jährige.
In populationsbasierten Studien wird vermehrt die Wanddicke und –funktion der A. carotis
erfaßt, um den atherosklerotischen Prozess zu verfolgen. Je höher die Intima-Media Dicke
(IMT) der Carotiden, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit für kardio-vaskuläre Ereignisse.
Eine dünne Arterienwand ist somit mit einem geringeren Risiko für Herzinfarkt und
Schlaganfall verbunden. Offensichtlich muß das körperliche Aktivitätsmaß mindestens 300
kcal täglich in Form von sportlichem Training übersteigen, um einen signifikant günstigen
Effekt auf die IMT der A. carotis zu erzielen, wie eine Studie bei Männer und Frauen
mittleren Alters gezeigt hat (Heartsake Study).
Monshausen M1, Stroh K2, Uen S1, Baulmann J1, Mechling H2, Mengden T1
1
Medizinische Universitäts-Poliklinik, Universität Bonn, 2Institut für Sportwissenschaft und Sport,
Universität Bonn/ Deutsche Sporthochschule Köln
Hintergrund und Fragestellung:
In dieser Studie wurde der Zusammenhang von Ausdauerleistungsfähigkeit (VO2max) und
arterieller Gefäßsteifigkeit (Augmentations-Index, AIx und Pulswellengeschwindigkeit,
PWV) untersucht.
Patienten und Methoden:Bei 58 Probanden (46±8 Jahre, m=31, w=27) wurde mittels
Spiroergometrie auf dem Laufband (TechnoGym, Italien) die Ausdauerleistungsfähigkeit
getestet. Die Einteilung der VO2max in 3 Leistungsklassen (schwach, mittel, gut) nach
Morrow et al. in Geschlecht und Alter erlaubt einen unabhängigen Vergleich der Daten.
Mittels oszillometrischer Pulswellenanalyse am Oberarm (Arteriograph, TensioMed, Ungarn)
wurden bei allen Probanden AIx und PWV gemessen (1). Normwerte des AIx: optimal=AIx
< -30%, normal= -30% bis -10%, leicht erhöht= -10% bis 10% und pathologisch= AIx >
10%. Normwertde der PWV: optimal=PWV < 7 m/s, normal=7 bis 10 m/s, leicht
erhöht=10-12 m/s und pathologisch=PWV>12 m/s.
Ergebnisse:G1 (n=14) bildete mit einer VO2max von 25,04±5,91 ml/(kg*min) die Gruppe
mit einer schwachen Ausdauerleistungsfähigkeit; das Durchschnittsalter lag hier bei 46±13
Jahren. G2 (n=9) stellte mit einer VO2max von 33,02±7,70 ml/(kg*min) die mittlere Gruppe
dar; das Durchschnittsalter betrug hier 47±18 Jahre. G3 (n=35), mit einer VO2max von
43,09±8,44 ml/(kg*min), zeigte eine gute Ausdauerleistungsfähigkeit und wies ein mittleres
Alter von 46± 14 Jahren auf. Der AIx (%) korrelierte mit der VO2max, d.h. er sank mit
steigender Ausdauerleistungsfähigkeit (siehe Tabelle 1) (r=0,38). Auch die
Pulswellengeschwindigkeit zeigte eine Korrelation mit der Ausdauerleistungsfähigkeit
(r=0,53). Die PWV sank mit zunehmender VO2 max um ca. 0,5 bis 1 m/s (siehe Tabelle 1).
Diskussion: Es konnte gezeigt werden, dass ein Zusammenhang zwischen
Ausdauerleistungsfähigkeit und arterieller Gefäßsteifigkeit besteht. Bei der Klassifizierung
wird deutlich, dass eine relative gesehene gute VO2max folglich auf ein elastisches
Gefäßsystem hinweist.
Tab. 1: Darstellung der Mittelwerte innerhalb der Leistungsklassen (n=58)
Leistungsklasse
Anzahl (n) Alter (J) VO2max (ml/kg*min)
AIx (%)
Schwach (G1)
14
46±13
25,04±5,91
-8,60±38,91
Mittel (G2)
9
47±18
33,02±7,70
-23,99±27,23
Gut (G3)
35
46±14
43,09±8,44
-34,60±29,25
PWV (m/s)
7,84±1,08
7,40±2,47
6,48±1,48
BMI (kg/m2)
26±9
23±4
25±3
(1) Magometschnigg D. Blood pressure and arterial stiffness. A comparison of two devices
for measuring augmentationsindex and pulse wave velocity. Wien Med Wochenschr 2005
Sep;155(17-18):404-10.
262
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Kurzreferatt Nr.. 257,, Sitzung
g PA-17
7 (28.09.2007
7 17:10
0 Uhr)::
Diee Pathophysiologiee derr Endofibrosee derr Beckenarterien
n beii Radsportlern
n
1
2
3
Rimpler H , Hinrichs A , Wilaschek M
1
KLinik Gefäss - und Thoraxchirurgie, Klinikum Friedrichshain Berlin, 2Klinik für Angiologie und
Hämostaseologie, 3Institut für Röntgendiagnostik
Problem:
Intensives Fahrradfahren kann zu Stenosen und Verschlüssen in den Beckenschlagadern
führen kann. Diese Erkrankung wird mit „Endofibrose der Arteria iliaca externa“
bezeichnet. Die Ursachen sind nicht bekannt.
Methode:
Alle erkrankten Radfahrer berichten über Claudicationen bei maximaler Belastung.
Übersichtsangiografien und Blutdruckmessungen in Ruhe ergaben in keinem Fall einen
verwertbaren Hinweis auf die Diagnose. Erst die Fahrrad - Belastung und die Erfassung der
Erholungszeit im Seitenvergleich in der Duplexsonografie und die Bewegungsangiografie
konnten Knickphänomene in der Beckenstrombahn demaskieren.
Ergebnisse:
In den Jahren 2002 bis 2006 wurden bei 14 Athleten (4/14 weiblich) 21 Operationen
ausgeführt. Die operativen Methoden bestanden in Resektionen und End – zu End –
Anastomosen, Thrombendarteriektomien und Patchplastiken, einem arteriellen Release und
einer Bypassanlage. Bei Vorliegen eines Resektates konnten die morphologischen Zeichen
einer Endofibrose nachgewiesen werden. Der operative Erfolg kann frühestens nach 6
Monaten nach Aufnahme der vollen Trainingsaktivität eingeschätzt werden.
Diskussion:
Die Gefässpathologien betreffen Knickbildungen, lokale oder längerstreckige Stenosen und
Verschlüsse der arteriellen Strombahn. Die Entstehung dieser Phänomene werden in einer
ersten pathophysiologischen Entwicklungstheorie in 2 Stadien der physiologischen
Anpassungsreaktion der Gefässwand auf die Trainingsbelastung eingeteilt. Entsprechend
dieser Stadien wird auch ein gefässchirurgischer Behandlungsansatz formuliert. Die
Trainings – und Wettkampfbelastung muss offensichtlich auch individuellen
Anpassungsgrenzen angepasst werden, damit zukünftig diese „Belastungskrankheit“ nicht
mehr provoziert wird.
Kurzreferatt Nr.. 259,, Sitzung
g PA-17
7 (28.09.2007
7 17:45
5 Uhr)::
Mobilisieren
n Gehen
n und
d Walking
g endothelialee Progenitorzellen??
Scharhag J1, Laufs U2, Held T1, Stöhr E1, Kissner G2, Böhm M2, Kindermann W1
1
Institut für Sport- und Präventivmedizin, Universität des Saarlandes, 2Innere Medizin III,
Universitätsklinikum Homburg/Saar
Endotheliale Progenitorzellen (EPC) scheinen im Rahmen der kardiovaskulären Prävention
von Bedeutung zu sein, da sie zur Gefäßneubildung und -regeneration sowie Verbesserung
der Endothelfunktion beitragen können. Die Effekte von Gehen und Walking in der
Primärprävention auf die Mobilisation von EPC wurden bisher allerdings noch nicht
untersucht. Es war deshalb Ziel der Studie zu untersuchen, ob präventivmedizinisch
orientierte Ausdauerbelastungen EPC bei Herz-Kreislauf-gesunden Untrainierten (UT)
mobilisieren. Methoden: 16 UT (4 Männer, 12 Frauen, Alter 60 ± 7 Jahre; VO2peak: 33 ± 7
ml/min/kg) absolvierten nach einer Eingangsuntersuchung in randomisierter Reihenfolge
entweder 45 min langsames Gehen mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit von 4 km/h
(G) oder Walking (W) an der individuellen anaeroben Schwelle (Basislaktat + 1,5 mmol/l)
mit einer mittleren Geschwindigkeit von 6,5 ± 0,5 km/h im Abstand von 1 Woche. Vor und
nach Belastung wurden durchflusszytometrisch sowie mittels Zellkulturen CD34+/VEFGR+und DiLDL+/Lectin+-Zellen und die Migration der EPC quantifiziert, zusätzlich wurden
leistungsphysiologische Parameter bestimmt. Ergebnisse: Die Belastungsherzfrequenzen
betrugen 90 ± 12 (G) bzw. 132 ± 10 /min (W) (p < 0,001), der subjektive Anstrengungsgrad
nach Borg 7 ± 2 (G) bzw. 12 ± 2 (W) (p < 0,01), die Laktatkonzentrationen 1,1 ± 0,7 (G)
bzw. 1,8 ± 0,7 mmol/l (p = 0,01). Bei den CD34+/VEFGR+-Zellen induzierten weder G noch
W signifikante Konzentrationsänderungen. Bei den DiLDL+/Lectin+-Zellen lag ein geringer,
aber signifikanter Konzentrationsanstieg nach beiden Belastungsformen vor (+ 56 ± 84%; p
< 0,01), ohne dass sich G und W unterschieden. Das Migrationsverhalten der EPC wurde
nicht durch G oder W beeinflusst. Schlussfolgerung: Im Gegensatz zu jungen Sportlern, bei
denen extensives sowie intensives 30 min Joggen eindeutige Konzentrationsanstiege der
EPC induziert, scheint 45 min Gehen bzw. Walking bei gesunden Präventivsportlern im
Alter um 60 Jahre eher einen geringen Einfluss auf EPC zu haben. Es ist deshalb in
weiteren Untersuchungen zu prüfen, ob andere Belastungsformen und -intensitäten bei
gesunden Präventivsportlern dieser Altersgruppe größere Effekte auf EPC induzieren.
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Abstracts
Kurzreferatt Nr.. 258,, Sitzung
g PA-17
7 (28.09.2007
7 17:30
0 Uhr)::
Sportlichee Aktivität istt ein unabhängigerr Prädiktorr fürr diee Intima-Mediaa
Dickee derr Carotiden
n beii Frauen
n mittleren
n Alterss
Schmidt-Trucksäss A1, Winkler K3, Klatt L5, Bitzer E4, Dickhuth H-H2, Halle M1, Böttcher K5, Sandrock
M2
1
Präventive, Rehabilitative Sportmedizin, Technische Universität München, 2Präventive und
Rehabilitative Sportmedizin, Medizinische Universitätsklinik Freiburg, 3Klinische Chemie, Medizinische
Universitätsklinik Freiburg, 4ISEG, Hannover, 5Kaufmännische Krankenkasse, Hannover
Hintergrund: Körperliche Inaktivität gilt als unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung
atherosklerotischer Erkrankungen. Sie ist bei Frauen mittleren Lebensalters weit verbreitet.
Nur wenige Daten existieren zum Zusammenhang zwischen atherosklerotischen
Wandveränderungen und der körperlichen Aktivität in diesem Klientel. Ziel war es daher
zu ermitteln, ob sportliche körperliche Aktivität einen günstigen Einfluss auf die IntimaMedia Dicke (IMT) der A. carotis communis (ACC) bei Frauen im Alter von 40 – 55 Jahren
hat.
Methode: Bei 1306 weiblichen Mitgliedern der Kaufmännischen Krankenkasse aus Berlin,
Leipzig, Dresden und Chemnitz wurde die maximale IMT der ACC aus Ultraschallbildern
gemessen und die körperliche Aktivität mit dem Freiburger Fragebogen für körperliche
Aktivität erfasst. Als sportliche Aktivität wurden sämtliche Aktivitäten aus
unterschiedlichen Sportarten definiert und nach dem Compendium of Physical Activities
von Ainsworth der Kalorienverbrauch errechnet.
Ergebnisse: 1047 von 1306 wurden sonographisch untersucht und füllten den Fragebogen
aus. 422 betrieben keinen Sport, 380 verbrauchten 0-300 kcal/Tag durch sportliche
Aktivitäten und 245 verbrauchten über 300 kcal/Tag. Die dazugehörigen maximalen IMT
Werte betrugen 0,88 ± 0,18 mm, 0,86 ± 0,17 mm und 0,84 ± 0,14 mm (p < 0,01 kein
versus > 300 kcal/Tag). In der multiplen Regressionsanalyse war die sportliche Aktivität
neben Blutdruck, Taillenumfang und LDL-Cholesterinspiegel einer der unabhängigen
Prädiktoren der IMT der ACC.
Schlußfolgerung: Frauen mittleren Alters, die mehr als 300 kcal/Tag durch sportliche
Aktivität verbrauchen, haben die niedrigste IMT der A. carotis communis. Dieser
Aktivitätsumfang scheint einen signifikant positiven Effekt auf den atherosklerotischen
Wandprozess zu haben.
Kurzreferatt Nr.. 260,, Sitzung
g PA-18
8 (28.09.2007
7 16:45
5 Uhr)::
Leukotrienregulation
n und
d körperlichee Belastung
g beii unterschiedlicherr
Ausdauerleistungsfähigkeitt - Bedeutung
g fürr dass belastungsinduziertee
Asthmaa bronchiale??
Hilberg T1, Peuckert A1, Menzel K1, Felsmann K2, Deigner HP2, Möller E2, Ruryk A2, Russwurm S2,
Gabriel H1
1
Lehrstuhl für Sportmedizin , Friedrich-Schiller-Universität Jena, 2SIRS-Lab GmbH Jena
Leukotriene haben einen Einfluss auf das Exercise-induced asthma (EIA). Ziel dieser Studie
war die Untersuchung von genregulatorischen Veränderungen asthmarelevanter Gene nach
akuter Belastung bei unterschiedlicher Ausdauerleistungsfähigkeit.
20 junge ausdauertrainierte Sportler mit einer rel. max. VO2 >65 ml/min/kg (im Mittel 68,3
ml/min/kg) und 17 untrainierte Personen mit einer rel. max. VO2. <50ml/min/kg (46,3
ml/min/kg) wurden einer Ausdauerbelastung mit 80% der IAS über 90 min unterzogen.
Blutabnahmen erfolgten vor, direkt nach sowie 45 min und 2 Stunden nach Belastung. Für
die Mikroarrayuntersuchungen wurde die Leukozyten-mRNA der Zeitpunkte vor sowie 45
min nach Belastung herangezogen.
Der Mikroarray (SIRS-Lab GmbH) umfasste >5000 Gene, dabei konnten bei 552 Genen
Veränderungen nach akuter Belastung, bei 234 Genen in Abhängigkeit vom
Trainingszustand nachgewiesen werden. Darunter wurden 18 asthmarelevante Gene
detektiert, mit einem Schwerpunkt im Leukotrienstoffwechsel. Nach akuter Belastung kam
es zur Hochregulation (p”0,005) von ALOX5 (codiert die 5-Lipoxygenase) und von
ALOX5AP (FLAP, 5-Lipoxygenase-aktivierendes Protein). Zusätzlich konnte eine erhöhte
Expression
(p”0,005)
der
p38MAPK
nachgewiesen
werden,
welche
über
Phoshorylierungsvorgänge die 5-Lipoxygenase aktiviert. Zusätzlich kam es zu einer
weiteren Hochregulation (p”0,005) asthmarelevanter Gene wie IL-1R1, IL-1R2, TNFĮ, IL-8,
GM-CSF und PTGS2 sowie zu einer Downregulation (p”0,005) von CCL5, IL-2RA, IL-2RG,
IL-10RA, PTGS1 und TBXAS1. Trainingsinduzierte Veränderungen konnten bei PTGS1
nachgewiesen werden, hier kam es zur signifikanten Downregulation (p”0,005) was
möglicherweise mit einer Reduktion von PGE2 einem bronchodilatatorisch wirksamen
Mediator einhergeht.
Die Dauerbelastung führte zu genregulatorischen Veränderungen von 18 asthmarelevanten
Genen
verstärkt
im
Leukotrienstoffwechsel,
jedoch
ohne
Einfluss
der
Ausdauerleistungsfähigkeit. Eine erhöhte Ausdauerleistungsfähigkeit führte allerdings zu
einer Downregulation von PTGS1.
Es ist zu diskutieren, ob die Hochregulation im Leukotrienstoffwechsel nach akuter
Ausdauerbelastung bei vorliegender Prädisposition die Auslösung eines EIA verstärken
kann.
(Gefördert vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft - VF 0407/01/05/2003)
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
263
Abstracts
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Kurzreferatt Nr.. 261,, Sitzung
g PA-18
8 (28.09.2007
7 17:00
0 Uhr)::
Bodyplethysmographischee Messungen
n derr Lungenvoluminaa und
d Messung
g
derr Lungencompliancee in
n 4559
9 m Höhee ergeben
n keinen
n Anhaltt fürr ein
n
subklinischess Lungenödem
m
Dehnert Ch1, Luks A2, Schendler G1, Menold E1, Berger MM3, Castell C1, Mairbäurl HM1, Swenson ER2,
Bärtsch P1
1
2
Innere Medizin VII, Sportmedizin, Universitätsklinikum Heidelberg, VA Puget Sound Health Care
System, Division of Pulmonary and Critical Care Medicine, University of Washington, Seattle, USA,
3
Abteilung für Anaesthesiologie, Universitätsklinikum Heidelberg
Aufgrund leichter Reduktion der Vitalkapazität (VC) oder Zunahme des Closing Volume bei
Lungenfunktionstests in der Höhe wurde postuliert, dass in der Höhe ein subklinisches
Lungenödem besteht, was teilweise auch mit dem Schweregrad der akuten Bergkrankheit
(ABK) korreliert. Bisher wurde diese Hypothese nie mit einer umfassenden
Lungenfunktionsdiagnostik (Bodyplethysmographie, Bestimmung von Atemkräften,
Atemgrenzwert (MVV) und Lungen-Compliance) überprüft.
Wir haben daher an 34 gesunden Probanden oben genannte Lungenfunktionstests im
Flachland (100 m; HD) und nach schnellem Aufstieg auf 4559 m (Margherita Hütte; M)
durchgeführt, wobei u. a. besonderes Augenmerk auf eine maximale Motivation der
Probanden gelegt wurde. Die ABK wurde definiert als Lake-Louise-Score •5 UND AMS-CScore •0.70 (ABK), als Kontrollgruppe wurden diejenigen definiert, die in beiden Scores
unterhalb des jeweiligen Grenzwertes lagen (Kontrolle). 6 Probanden konnten bezüglich
ABK nicht eindeutig klassifiziert werden. Diese wurden wie 4 weitere Probanden mit
Höhenlungenödem von der folgenden Analyse ausgeschlossen.
Ergebnisse (* p<0,05 für Unterschiede zwischen HD und M; 2-Way-ANOVA):
ABK
(n=14)
Kontrolle
(n=10)
HD
M
HD
M
TLC
(%Soll)
107 ± 10
109 ± 9
111 ± 13
112 ± 14
VC
(%Soll)
110 ± 11
112 ± 8
115 ± 16
117 ± 20
FEV1
(%Soll)
99 ± 11
105 ± 8
102 ± 18
107 ± 21
MVV
(L/min)
169 ± 28
204 ± 38*
159 ± 25
189 ± 31*
Pi max
(kPa)
11,2 ± 3,0
10,4 ± 2,5*
12,5 ± 1,7
12,0 ± 1,6*
Compliance
(L/kPa)
3,20 ± 0,80
3,72 ± 1,43
3,64 ± 1,55
3,93 ± 1,79
Fehlende Änderungen der Lungenvolumina und der Compliance geben trotz schnellem
Aufstieg auf 4559 m keinen Anhalt für die Existenz eines subklinischen Lungenödems,
ungeachtet
der
Diagnose
ABK.
Fehlende
Korrelationen
zwischen
Lungenfunktionsparametern und Schwere der ABK sprechen gegen eine interstitielle
pulmonale Flüssigkeitsakkumulation als Ursache der ABK. Die Tatsachen, dass in unserer
Studie im Vergleich zu anderen Studien die Vitalkapazitäten (in %Soll) 5–15% höher liegen
und hier keine Unterschiede zwischen HD und M bestehen, könnten auf einen höheren
Grad an Mitarbeit unserer Probanden hindeuten.
Kurzreferatt Nr.. 262,, Sitzung
g PA-18
8 (28.09.2007
7 17:15
5 Uhr)::
Schlafen
n in
n simulierterr Höhee (normobaree Hypoxie)) reduziertt diee Symptomee
derr akuten
n Bergkrankheitt
Dehnert Ch, Menold E, Böhm A, Grigoriev I, Bärtsch P
Innere Medizin VII, Sportmedizin, Universitätsklinikum Heidelberg
Die akute Bergkrankheit (ABK) ist eine Erkrankung, die durch schnellen Aufstieg in große
Höhen hervorgerufen wird und den Aufenthalt in der Höhe unangenehm oder gefährlich
machen kann. Eine effektive Prävention der ABK ist oft nur durch entsprechende
Vorakklimatisierung möglich, da individuelle Disposition, absolute Höhe und häufig auch
die Aufstiegsgeschwindigkeit vorgegeben sind. Hypothese dieser Studie war, dass sich
durch nächtliche Exposition in normobarer Hypoxie relevante Akklimatisationseffekte
erreichen lassen und dadurch Häufigkeit sowie Schwere der ABK reduziert werden können.
Um dies zu untersuchen schliefen 33 gesunde Männer im Alter zwischen 18 und 45 Jahren
14 Nächte (je 8h) in kommerziell erhältlichen „Hypoxiezelten“ entweder bei Raumluft
(KON; n = 18) oder in simulierter Höhe (HYP; n = 15). Die Gruppenzuordnung erfolgte
randomisiert und doppelblind. Für HYP begann die Exposition in der ersten Nacht bei einer
FiO2 von 15,4 % (entprechend ca. 2500 m Höhe), wurde pro Nacht um 0,2 % verringert bis
minimal 14,0 % (entprechend ca. 3300 m) für die 8. Nacht bis zur 14. Nacht. Vier Tage
danach wurden die Probanden einer 20-stündigen Hypoxieexposition (FiO2 12,0 %
entprechend ca. 4500 m) unterzogen. Nach 4, 8, 16 und 20 Stunden wurden hierbei
Ventilation und Sauerstoffsättigung gemessen sowie die Bergkrankheit mit gängigen
Scores (Lake-Louise-Score, AMS-C) erfasst.
Durch die Akklimatisation verringerte sich der durchschnittliche Lake-Louise-Score
signifikant von 5,1 ± 3,8 in KON auf 2,4 ± 2,6 in HYP (p=0.024), ebenfalls signifikant
geringer waren die Werte für den AMS-C Score (1,03 ± 1,41 vs. 0,30 ± 0,40; p = 0,049).
Die Inzidenz der ABK (definiert als Lake-Louise-Score ” 5) konnte von 50 % (9 von 18) in
KON auf 20 % (3 von 15) in HYP gesenkt werden, was im Chi²-Test nicht signifikant war.
Für die Sauerstoffsättigung ergaben sich geringfügig höhere Werte in HYP (84,6 ± 5,4 %
vs. 86,3 ± 2,6 %; p = 0.260). Die übrigen Ventilationsparameter zeigten keine
Gruppenunterschiede.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass schon durch kurzzeitigen Aufenthalt in
intermittierender normobarer Hypoxie die Häufigkeit und Schwere der ABK vermindert
werden kann und dies damit eine wirksame Akklimatisation für Touren im Hochgebirge
bieten kann. Fehlende Signifikanzen bei den physiologischen Parametern sind
möglicherweise durch zu geringe Probandenzahl bedingt.
Kurzreferatt Nr.. 263,, Sitzung
g PA-18
8 (28.09.2007
7 17:30
0 Uhr)::
Neuee physiologischee Aspektee derr belastungsinduzierten
n ZwerchfellErmüdung
g
Kurzreferatt Nr.. 264,, Sitzung
g PA-18
8 (28.09.2007
7 17:45
5 Uhr)::
Bicarbonat-Pufferung
g und
d respiratorischee Kompensation
n beii Kindern
n und
d
Jugendlichen
n
Kabitz H-J1, Walker D1, Schwoerer A1, Sonntag F1, Walterspacher S1, Roecker K2, Windisch W1
Leithäuser M1, Hütler M2, Beneke R3
1
1
Department of Biological Science, University of Essex, 2Department of Physical Medicine and
Rehabilitation, Haukeland Universityhospital Bergen, Norway, 3Centre for Sports and Exercise
Science, Department of Biological Science, University of Essex
Abteilung Pneumologie, Universitätsklinik Freiburg, 2Abteilung Sportmedizin, Universitätsklinik
Freiburg
Abstract
Hintergrund: Zahlreiche Studien befassten sich mit dem Phänomen der
belastungsinduzierten Zwerchfell-Ermüdung und konnten diese zweifelsfrei demonstrieren.
Daten zu dem dynamischen Prozess und dem genauen Zeitpunkt der Manifestation der
Zwerchfell-Ermüdung liegen hingegen noch nicht vor.
Rationale: Messung der dynamischen Veränderung der Zwerchfellkraft unter Belastung mit
Ermittlung des Zeitpunktes der Manifestation der Zwerchfell-Ermüdung in Relation zur
Belastung.
Methodik: Vierzehn trainierte Probanden mit einer maximalen Sauerstoffaufnahme
(V'O2max) von 59.3±5.5 ml/kg/min absolvierten ein standardisiertes, ergometrisches
Belastungsprotokoll mit einer maximalen Arbeitslast bei 85% der V'O2max, gefolgt von
einer Erholungsphase. Während des gesamten Studienprotokolls erfolgte die
kontinuierliche Aufzeichnung der spiroergometrischen Daten sowie der transdiaphragmalen
Twitch-Drücke (TwPdi).
Ergebnisse: Eine Zwerchfell-Ermüdung wurde nachweislich anhand des Vergleiches des
TwPdi in Ruhe und am Ende der Erholungsphase induziert (2.34±0.26 vs 2.01±0.21 kPa,
p<0.01). Der TwPdi stieg unter Belastung kontinuierlich an und war im Vergleich des
TwPdi in Ruhe zu den Werten des TwPdi am Ende der Belastung hochsignifikant erhöht.
(2.34±0.26 vs 3.28±0.38 kPa, p<0.001). Die Zwerchfell-Ermüdung manifestierte sich
unmittelbar nach Beendigung der Belastung, erkennbar anhand des Vergleiches der Werte
für den TwPdi am Ende der Belastung und der frühen Erholungsphase (3.28±0.38 vs
2.55±0.34 kPa, p<0.001). Der unter Belastung registrierte TwPdi zeigte starke Korrelationen
mit der Arbeitslast, der Sauerstoffaufnahme und der Dyspnoe (r=0.96 / r=0.92 / r=0.97; alle
p<0.0001).
Zusammenfassung: Die Zwerchfellkraft steigt mit Erhöhung der Arbeitslast kontinuierlich
an. Die Zwerchfell-Ermüdung manifestiert sich unmittelbar nach - und nicht während - der
Belastung. Darüber hinaus zeigt der TwPdi einen starken Zusammenhang mit
fundamentalen Messgrößen der Spiroergometrie. Dies unterstreicht die Wichtigkeit der
Zwerchfellfunktion in Relation zur Belastung.
264
Der Wingate Anaerobic Test (WAnT) bewirkt deutliche Veränderungen der Säure-BasenRegulation. Entsprechende Veränderungen von pH und pCO2 sind bei Kindern geringer
und schneller als bei Jugendlichen oder Erwachsenen. Solche Befunde können jedoch nicht
direkt als Unterschiede in der extrazellulären pH-Kontrolle gedeutet werden. Der HCO3Abfall pro pH-Änderung kennzeichnet den kombinierten Effekt von Bicarbonat-Pufferung
und respiratorischer Kompensation der metabolischen Azidose (ȕHCO3 = ǻHCO3 ǻpH-1).
Der isolierte HCO3-Effekt kann durch Lösung der Henderson-Hasselbalch Gleichung für
einen konstanten pCO2 berechnet werden (ȕHCO3-NR = ǻHCO3-NR ǻpH-1). Der
Unterschied zwischen ȕHCO3 und ȕHCO3-NR kennzeichnet die respiratorische
Kompensation (ȕRESP). Wir analysierten ȕHCO3, ȕHCO3-NR und ȕRESP bei 15 Kindern
(Alter: 12.0 ± 0.6 J, Größe: 1.54 ± 0.07 m, Körpermasse: 40.0 ± 5.2 kg) und 12
Jugendlichen (16.3 ± 0.7 J, 1.83 ± 0.07 m, 68.2 ± 7.5 kg) nach WAnT. Der minimale pH
war bei den Kindern (7.22 ± 0.03; 3.1 ± 0.5 min) höher und früher (p < 0.05) als bei den
Jugendlichen (7.15 ± 0.04; 4.2 ± 1.5 min). Dennoch konnten keine Unterschiede der ȕHCO3
(51.55 ± 7.93 vs. 52.45 ± 10.71 mmol l-1), ȕHCO3-NR (46.58 ± 2.19 vs. 46.50 ± 6.08 mmol
l-1) oder ȕRESP (4.87 ± 6.61 vs. 5.95 ± 6.38 mmol l-1) zwischen Kindern und Jugendlichen
nachgewiesen werden. Die beschriebenen Unterschiede in der Dynamik der pH- und pCO2Regulation nach WAnT sind kein Kennzeichen von Unterschieden in der extrazellulären
pH-Kontrolle zwischen Kindern und Jugendlichen.
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Abstracts
Kurzreferatt Nr.. 265,, Sitzung
g PA-18
8 (28.09.2007
7 18:00
0 Uhr)::
Supramaximalee Intervallbelastungen
n ergeben
n keinee kalorisch
h wirksamen
n
Erhöhungen
n derr Nachbelastungssauerstoffaufnahmee (EPOC))
Posterr Nr.. 266,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 16:45
5 Uhr)::
Retinalee Endothelfunktion
n nach
h intensiverr Lebensstilintervention
n fürr 6
Monatee beii Patienten
n mitt Adipositass
Steinhilber B, Simon P, Hansel J, Niess A
Hanssen H1, Lanzl I2, Pressler A1, Berg A3, Berg A3, Halle M1, Seidova S-F2, Schmidt-Trucksäss A1,
Kotliar K2
Abteilung Sportmedizin, Universitätsklinikum Tübingen
Es ist bekannt, dass lang anhaltende intensive Dauerbelastungen und hochintensive
Intervallbelastungen zu Excess Post-exercise Oxygen Consumption (EPOC) führen. Dabei ist
strittig, ob EPOC allein durch einen Ausgleich eines Sauerstoffdefizites (rapid EPOC) und
einen Substratwechsel hin zu Fetten basiert, oder ob eine zusätzliche kalorische
Komponente in der Phase des prolonged EPOC anfällt. 12 männliche Probanden (21-34
Jahre) alt, absolvieren insgesamt fünf Untersuchungen. Zwei leistungsdiagnostische Tests
dienen zur Ermittlung der VO2max bezogenen Laufgeschwindigkeiten in den
Hauptuntersuchungen. In beiden Hauptuntersuchungen absolvieren die Probanden eine
supramaximale Intervallbelastung. Diese besteht aus 20 Intervallen (1 min, 105% VO2max)
mit je 1,5 min Gehpause (45% VO2max). Zusätzlich wird eine Kontrolluntersuchung ohne
körperliche Belastung durchgeführt. Zur Bestimmung des rapid EPOC wird 1h lang nach
Belastungsende und für das prolonged EPOC nach 3h, 6h, 10h und 24h über je 15min
gemessen. Die Hauptuntersuchungen unterscheiden sich in der Gestaltung der
Nachbelastungsphase, in einer Untersuchung sitzen die Probanden (UNS), in der anderen
gehen sie mit 45% VO2max (UNG) zu den Messzeitpunkten. Während UNS wird
ausschließlich signifikantes rapid EPOC (158 ml/min; p=1.49e-11) gemessen. In UNG
ermittelt die statistische Auswertung neben signifikantem rapid EPOC (153 ml/min;
p=5.45e-11) zusätzlich signifikantes prolonged EPOC (74ml/min; p=2.94e-3). Die
Ergebnisse der indirekten Kalorimetrie weisen darauf hin, dass prolonged EPOC lediglich
die Konsequenz eines Substratwechsels darstellt und trotz supramaximaler Belastung und
sogar bei zusätzlich erhöhter Aktivität keinen messbaren kalorisch wirksamen Bestandteil
aufweist. Die Bedeutung eines prolonged EPOC für die gesamtkalorische Betrachtung einer
Belastung, ist somit kritisch zu überdenken. Unter Umständen erstrecken sich energetisch
aufwändige Wiederherstellungsprozesse und Trainingsanpassungen nach einer solchen
Intervallbelastung über einen so langen Zeitraum, dass sie mittels indirekter Kalorimetrie
nicht nachweisbar sind. Unklar ist, inwiefern Wiederherstellungsprozesse und
Trainingsanpassungen nach einer körperlichen Belastung überhaupt kalorisch wirksam
werden oder ob sie auf einer funktionellen Umwidmung des Grundumsatzes basieren.
1
Präv. Rehab. Sportmedizin, Technische Universität München, 2Augenklinik, Klinikum rechts der Isar,
Technische Universität München, 3Präv. Rehab. Sportmedizin, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Hintergrund: Wie wir bereits zeigen konnten, unterscheidet sich bei adipösen Patienten die
funktionelle retinale arterielle Gefäßreaktion auf Flickerlichtstimulation von der
alterskorrelierter Normalgewichtiger. Durch das M.O.B.I.L.I.S.-Programm (multizentrisch
organisierte
bewegungsorientierte
Initiative
zur
Lebensstiländerung
in
Selbstverantwortung) soll durch körperliche Aktivität und Lebensstiländerung das Gewicht
reduziert und die mit Adipositas verbundenen Begleiterkrankungen vermindert werden.
Diese Pilotstudie soll zeigen, ob nach 6-monatiger Teilnahme am M.O.B.I.L.I.S.-Programm
eine Verbesserung der dynamischen retinalen Gefäßreaktion bei adipösen Probanden zu
erwarten ist.
Methoden: Bei 10 Teilnehmern des M.O.B.I.L.I.S. - Programms wurde die retinale
Gefäßreaktion auf Flickerlicht vor und nach 6-monatiger Teilnahme mittels Dynamic
Vessel Analyzer (DVA, Fa. IMEDOS) untersucht. Bei allen Probanden wurde mittels DVA
die Gefäßweite eines Netzhautgefäßabschnittes bestimmt. Nach 50 Sek. Baseline Messung
wurde ein monochromatischer, rechteckförmiger Luminanzflicker (530-600 nm) mit einer
Frequenz von 12,5 Hz für 20 Sek. dreimalig appliziert.
Ergebnisse: Die mittlere maximale Dilatation der retinalen Arterien betrug bei
Erstuntersuchung der Adipösen 3,8±2,1%. Nach 6 Monaten betrug sie 3,2±1,7%. Dies war
nicht statistisch signifikant (p>0,3), was auch für die venöse Dilatation (Beginn: 4,4±2,3%,
nach 6 Monaten: 3,8±2,2%) gilt. Der BMI reduzierte sich während der 6- monatigen
Teilnahme an M.O.B.I.L.I.S. von 36,5±3,0 kg/m2 auf 33,8±4,6 kg/m2 (n.s.).
Diskussion: Nach 6-monatiger Teilnahme am M.O.B.I.L.I.S.-Programm konnten wir keine
signifikante Änderungen der dynamischen retinalen Gefäßreaktion nachweisen. Mögliche
Erklärungen hierfür sind die noch geringe Zahl der untersuchten Probanden.
Möglicherweise ist der Interventionszeitraum von 6 Monaten für eine Verbesserung der
retinalen, endothelialen Funktion zu kurz. Ein Follow-up nach 12 und erneut nach 24
Monaten an einem größeren Kollektiv ist erforderlich, um eine abschließende Beurteilung
zu ermöglichen.
Posterr Nr.. 267,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 16:50
0 Uhr)::
Diee fokalee und
d diee diffusee Variantee derr neurologischen
n
Dekompressionskrankheitt im
m Tauchsportt
Posterr Nr.. 268,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 16:55
5 Uhr)::
Hb-Grenzwertdiskussion
n und
d gerätemethodischee Variabilitäten:: Einee
Studiee mitt Elite-Ausdauerathleten
n
Koch A, Wegner-Bröse H, Kähler W, Weyer D, Warninghoff V
Achtzehn S3, de Marées M1, Lundby C2, Saltin B2, Mester J1
Abtlg III, Schiffahrtmed. Institut der Marine
1
Trainingswissenschaft u. Sportinformatik, Deutsche Sporthochschule Köln, 2Muscle Research Centre,
Rigshospitalet, Universitätsklinik, Kopenhagen, 3Das Deutsche Forschungszentrum für Leistungssport,
Köln
Hintergrund:
Symptome der neurologischen Dekompressionskrankheit (DCS II) können fokal oder diffus
sein. Es ist unbekannt, ob diese Unterschiede in der primären klinischen Symptomatik auch
verschiedene Entitäten der DCS III repräsentieren oder lediglich das Spektrum eines
einheitlichen Krankheitsbildes.
Methode:
267 vollständig dokumentierte Fälle von DCS II wurden retrospektiv ausgewertet im
Hinblick auf Patientencharakteristik, klinische Symptomatik, Anzahl der durchgeführten
Druckkammerbehandlungen und klinisches Outcome (Punktescore: 0 = unverändert, 1 =
gebessert, 2 = vollständige Restitutio).
Ergebnisse:
42 Patienten mit DCS II wurden als Fälle mit fokaler Symptomatik eingestuft (DCS IIa) und
in 225 Fällen wurden die Fälle der diffusen Form (DCS IIb) zugeordnet. Patienten mit
fokalem Krankheitsbild zeigten eine schwerere Symptomatik, sie benötigten eine
signifikant höhere Zahl Druckkammerbehandlungen (13.19±15.83 vs. 2.64±3.79; p<0.001)
und zeigten ein schlechteres klinische Outcome als Patienten mit DCS IIb (1.39±0.56 vs.
1.82±0.46; p<0.001).
Folgerungen:
Die DCS IIa und DCS IIb scheinen unterschiedliche Entitäten der DCS zu repräsentieren mit
einem
besseren
klinischen
Outcome
bei
geringerer
Anzahl
SauerstoffÜberdruckbehandlungen in der DCS IIb. Es ist anzunehmen, dass bei der DCS IIa arterielle
Gasembolien für die fokale und schwerwiegende neurologische Symptomatik
verantwortlich sind. Als Ursachen für die DCS IIb mit diffuser neurologischer Symptomatik
kommen autochthone Blasenbildung im ZNS oder pulmonales Shunting kleinerer
Gasmengen mit nur diskreten arteriellen Embolien in Frage. Prospektive Untersuchungen
sind notwendig zur weiteren Absicherung dieser Hypothese.
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Einleitung
Nicht erst seit den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 gibt es eine große öffentliche
und wissenschaftliche Diskussion über Grenzwerte für Hämoglobin (Hb) im Ausdauersport.
Im Auftrag der WADA, in Kooperation mit der NADA und dem DSV wurde eine Studie mit
Elite-Skilangläufern zu Hb-Variabiliäten im Zusammenhang mit Tageszeit, Körperposition,
Training, Hydratationszustand und Höhe untersucht. Ein sehr wichtiger Aspekt bei
derartigen Messungen sind die gerätemethodischen Voraussetzungen und deren
Variabilitäten.
Methoden
An der Studie nahmen 11 deutsche, 12 französische und 11 schwedische Ski-Langläufer
der Nationalteams teil. Es wurden täglich jeweils fünf Blutabnahmen nach den oben
genannten Interventionen durchgeführt. Die Messungen erfolgten zeitnah an
unterschiedlichen und baugleichen Analysesystemen und in Wiederholungen am selben
Gerät. Eingesetzt wurden: Sysmex KX 21N, Sysmex R500 (Sysmex Deutschland GmbH),
OSM3 (Radiometer Kopenhagen, Dänemark), HemoCue Hemoglobin 201 (HemoCue GmbH,
Deutschland), Haematokrit (Hettich-Zentrifugen, Deutschland).
Ergebnisse
Auf der Ebene von Mittelwertsvergleichen sind keine signifikanten Unterschiede zwischen
den Geräten nachweisbar. Auch die korrelativen Zusammenhänge, insbes. bei den
baugleichen Geräten sind sehr hoch (> r=.95). Anhand von Regressionen lassen sich jedoch
zum Teil deutliche Messwertunterschiede nachweisen. Drei nicht baugleiche Geräte
analysierten aus der selben Probe Hb-Werte von z. B. 14,2, 13,8 und 15,1 g/dl. Baugleiche
Geräte weisen eine deutlich geringe Varianz auf. Doppelmessungen einer Probe am selben
Gerät zeigen, wie erwartet, eine hohe Korrelation, aber die Einzelwerte können auch hier
um 0,4 g/dl Hb differieren.
Diskussion
Die hämatologischen Analysesysteme besitzen für den Zweck der klinischen Diagnostik
eine den Anforderungen entsprechende Präzision. Für die Grenzwertdiskussion im
Leistungssport mit dem Geräteeinsatz außerhalb von Labors ist eine äußert sorgfältige
Standardisierung und der Einsatz baugleicher Geräte unabdingbar.
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
265
Abstracts
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Posterr Nr.. 269,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 17:00
0 Uhr)::
Implantierterr Defibrillatorr und
d Sportt – Häufigkeitt und
d Komplikationen
n
Tischer KH, Werner GS
Medizinische Klinik I, Klinikum Darmstadt
Posterr Nr.. 270,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 17:05
5 Uhr)::
Einflusss zweierr Kostformen
n in
n Kombination
n mitt med.. Trainingstherapiee
auff Blutfettee und
d Nüchterinsulin/-glucosee beii starkem
m Übergewichtt
Friedrich K1, Plonné D2, Heilmeyer P3, Kohlenberg S3, Huonker M1, Steinacker J-M4
Implantierter Defibrillator und Sport – Häufigkeit und Komplikationen
K.-H. Tischer, G. S. Werner
Medizinische Klinik I, Klinikum Darmstadt, Grafenstr. 9, 64283 Darmstadt
Fragestellung: Mit der Zunahme der Implantation von Defibrillatoren zur Behandlung von
tachykarden Rhythmusstörungen stellt sich die Frage der Sportausübung und der damit
verbundenen eventuell auftretenden Risiken und Komplikationen.
Methodik: Alle Patienten mit einem Defibrillator, die sich routinemäßig in der DefibrillatorAmbulanz oder notfallmäßig im stationären Bereich vorstellten, wurden bezüglich ihrer
Sportausübung, der Sportart und des Sportumfangs sowie eventuell auftretender
Komplikationen befragt. Art des Defibrillatorsystems, linksventrikuläre Auswurffraktion
sowie Indikation für die Implantation wurden dokumentiert. Der Defibrillator wurde
abgefragt und die Ergebnisse der Abfrage mit vom Patienten angegebenen Ereignissen
korreliert.
Ergebnisse: 106 Patienten wurden befragt, 75% Patienten waren männlichen, 25% waren
weiblichen Geschlechts. Die Altersspanne lag zwischen 26 und 86 Jahren, bei 14% der
Patienten lag das Alter unter 50 Jahre. Bei 41% der Patienten betrug die linksventrikuläre
Auswurffraktion weniger als 30%. Sportliche Aktivitäten betrieben 20% der Patienten, am
häufigsten (10%) wurde das Radfahren angegeben. Zu einer Schockauslösung kam es
einmal beim Tennisspiel und einmal beim Basketball. Beide Male lag eine
sportunabhängige Ursache zugrunde, wie die Abfrage und weitere Differenzierung ergab.
Folgerung: 20% der Patienten mit implantiertem Defibrillator betreiben eine
Sportausübung. Am häufigsten (50%, 10 von 20 Patienten) wird das Radfahren als Sport
betrieben. Komplikationen im Rahmen der Sportausübung traten zweimal auf. Mit der
Abfrage des Defibrillators kann differenziert werden, ob ein sportunabhängiges Ereignis
vorliegt und eine differenzierte Sportempfehlung gegeben werden.
1
Innere Abteilung, Therapiezentrum Federsee Bad Buchau, 2Labor Dr.Gärtner Ravensburg,
Rehabilitationsklinik Überruh, 4Sektion Sport/-Rehabilitationsmedizin,Uniklinikum Ulm
3
Einleitung:Die
Auswirkungen
zweier
kalorienreduzierten
Diäten
und
eines
Ausdauertrainings bei starkem Übergewicht auf Blutfette(BF), Nüchtenglucose(Gluc)/insulin(Ins)
wurden
untersucht.100
Adipöse
wurden
in
2
Gruppen(F;Y)
unterteilt.(F:n=50;weiblich(w):n=21;männlich(m):n=29;Alter
47,1±6,0
Jahre;Größe
172,3±8,8cm) (Y:n=50;w:n=20;m:n=30;Alter 43,8± 6,3J.;Größe 170,8±9,3 cm)
Methodik:Während einer 21-tägigen stationären Reha erhielt F eine fettreduzierte Kost n.
DGE (DGE) (1408,3± 247,6kcal/d;Fett30%;Kohlenhydrate(KH)50%;Eiweiss20%) und Y eine
kohlenhydratreduzierte Kost n. LOGI (1715,4±372,8kcal/d;Fett45%;KH25%;Eiweiss
30%),ausgewertet mittels PRODI-Ernährungssoftware(Fa.Nutri-Science).Es wurde ein
umfangorientiertes
Ausdauertraining
absolviert.Der
trainingsinduzierte
Energieverbrauch(F:14993,2± 8338,5kcal)( Y:13795,3± 7775,7kcal) wurde mit Pulstester
POLAR F11ermittelt.Die BF wurden nach der Lipoprotein Density ProfileMethode(Ultrazentrifugation) gemessen:Triglyceride(TG),Cholesterin(Gesamt,LDL,HDL,small
dense LDL(sdLDL) und LDL/HDL-Quotient(Quo)
Ftot
w
m
Ytot
w
m
TG
mg/dl
-21,9±85,8
0,9±34,8
-38,5±106,5
-53,0±107,6
-14,5±27,1
-78,6±131,8
Chol
mg/dl
-24,3±25,2
-10,5± 21,5
-34,3±23,1
-23,8± 28,4
-13,5±26,0
-30,7±28,3
LDL
mg/dl
-20,8±21,3
-9,5±18,3
-28,9±19,8
-16,6±25,3
-10,0±22,7
-20,9±26,4
HDL
mg/dl
-1,3±6,7
-2,9±5,9
-0,1± 7,1
-0,3± 8,3
-0,7±8,2
0,01±8,5
sdLDL
%
-0,9±6,7
-1,6±6,1
-0,4±7,2
-1,8±7,2
2,7±4,4
-4,9±7,1
Quo
-0,4±0,6
-0,06±0,03
-0,6±0,6
-0,3±0,6
-0,11±0,6
-0,5±0,7
Ins
mU/l
-2,8±5,6
-0,6±4,4
-4,3±5,9
-0,2± 4,5
1,3± 4,0
-1,2±4,6
Gluc
mg/dl
-8,5±16,5
-2,0±6,2
-12,8±19,6
-5,2±18,6
-1,0±14,4
-8,0± 20,6
Diskussion:Bei Y ist eine stärkere Absenkung der TG feststellbar.Chol u. LDL werden in F
stärker reduziert,wobei diese Effekte bei den Frauen tendenziell besser mit LOGI erzielt
werden.Bezüglich der Änderung von HDL ergeben sich keine signifikanten Unterschiede.
Signifikant ist die stärkere Reduktion von Nüchternglucose u.-insulin bei F und im
Vergleich zwischen Männern und Frauen.Die Ergebnisse zeigen einen stärkeren Einfluß von
DGE auf den KH-Stoffwechsel u. von LOGI auf TG-Absenkung
Posterr Nr.. 271,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 17:10
0 Uhr)::
Vitaminee und
d Mineralstoffee in
n derr Ernährung
g jugendlicherr
Leistungssportlerr
Posterr Nr.. 272,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 17:15
5 Uhr)::
Durch
h Höhentraining
g hervorgerufenee immunologischee Veränderungen
n beii
Leistungssportlern
n
Carlsohn A1, Bittmann F2, Kuphal M1, Schweigert FJ1
Schmidt A1, Voss S2, Hinrichs T3, Franke J3, Platen P3, Bloch W1, Schänzer W4, Schinköthe T5
1
1
Institut für Ernährungswissenschaft, Universität Potsdam, 2Institut für Sportmedizin und
Prävention, Abt. Regulative Physiologie und Prävention, Universität Potsdam
HINTERGRUND: Eine ausreichende Versorgung des Athleten mit Mikronährstoffen ist für
die sportliche Leistungsentwicklung unerlässlich. Ein hoher Energieumsatz sowie renale,
gastrointestinale und schweißbedingte Verluste steigern den Bedarf an einzelnen
Mikronährstoffen. Eine suboptimale Versorgung erhöht das Risiko jugendlicher Sportler für
partielle Mangelernährungen.
METHODE: Die Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen von 111 Athleten (15.9 ( 2.0
Jahre) aus 14 Sportarten und 28 Nichtsportlern (16.3 ( 2.1 Jahre) wurde anhand eines 4Tage-Ernährungsprotokolls erfasst. Die Erhebung nutritiv beeinflussbarer Blutwerte
(Blutbild, Ferritin, Mg, Zn u.a.) sowie die Plasmakonzentrationen der Vitamine A und E
diente der Evaluierung des Versorgungszustandes.
ERGEBNIS: Sowohl Sportler als auch Nichtsportler nehmen zuwenig Vitamin D, Folsäure
und Jod auf. Die weiblichen Athleten erreichen beim Vitamin D (1,6 +/- 0,9 Ðg) und Jod
(95 +/- 41 Ðg) nicht einmal die für Nichtsportler geltenden Referenzwerte (5 Ðg resp. 200
Ðg). Die Zufuhr von Eisen (13,5 +/- 4,7 mg) und Calcium (996 +/- 387 mg) liegt bei den
Athletinnen unterhalb der Referenzwerte und niedriger als bei den Nichtsportlerinnen (16,3
+/- 7,5 resp. 1034 +/-389 mg). Die Magnesiumaufnahme sowohl weiblicher (374 +/- 110
mg) als auch männlicher (509 +/- 218 mg) Athleten erreicht zwar die DGE-Empfehlung
(350 bzw. 400 mg/d), ist dennoch als nicht bedarfsdeckend einzustufen. Mehr als 11% der
männlichen und 52% der weiblichen Athleten weisen erniedrigte Mg-Werte im Serum auf;
ein zu niedriger Ferritinwert wurde bei 50% bzw. 41% der Athleten beobachtet. Die
Plasmaspiegel an alpha-Tocopherol (aT) und Retinol (ROH) reflektieren bei Sportlern (19,6
+/- 5,1 Ðmol aT/l bzw. 1,41 +/- 0,3 Ðmol ROH/l) und Nichtsportlern (18,3 +/- 3,1 Ðmol aT/l
bzw. 1,29 +/- 0,3 Ðmol ROH/l) eine gute habituelle Versorgung mit diesen fettlöslichen
Vitaminen.
DISKUSSION: Die Untersuchung zeigt, dass insbesondere die Eisenversorgung von
Sportlern - nicht nur aus dem Ausdauerbereich - problematisch ist. Die Triade von hoher
Trainingsbelastung, Vitamin-D-Mangel und defizitärer Calciumversorgung dürfte sich
ungünstig auf das Stressfrakturrisiko auswirken. Eine Optimierung des Speisenangebots an
sportorientierten Schulen kann die Versorgung der Nachwuchsathleten mutmaßlich
verbessern.
266
Abt für Molekulare u. Zelluläre Sportmed, Deutsche Sporthochschule Köln, 2Das Deutsche
Forschungszentrum für Leistungssport Köln, Deutsche Sporthochschule Köln, 3Lehrstuhl für
Sportmedizin und Sporternährung, Ruhr-Universität Bochum, 4Institut für Biochemie - Zentrum für
Präventive Dopingforschung, Deutsche Sporthochschule Köln, 5Klinik I für Innere Medizin, Universität
Köln
Während moderate sportliche Belastung das Immunsystem stärkt, ist es seit langem
bekannt, dass intensives Training im Leistungssport zu einer Reduktion der Immunaktivität
führt. Um die Ursachen hierfür besser verstehen zu können, wurden Blutproben von 17
Mitgliedern des A-Kaders der Deutschen Hockey Nationalmannschaft vor und nach einem
intensiven
Höhentraining
untersucht.
Mittels
durchflusszytometrischer
Immunphänotypisierung wurde sowohl der allgemeine Immunstatus erhoben, wie auch
verschiedene T-Zellsubpopulationen (Naive-, Gedächtnis und regulatorische T-Zellen). Die
Sportler wiesen vor Begin der Trainingseinheit einen normalen immunologischen Status
auf. Im Mittel hatten die Sportler einen Anteil von 54% Granulozyten, 35% Lymphozyten
und 9% Monozyten. Die Lymphozyten wiesen mit 70% T-Zellen, 16% NK-Zellen und 14%
B-Zellen, sowie einer T4:T8-Ratio von 1,6 eine unauffällige Verteilung auf. Innerhalb der
T4-Lymphozyten lag der Anteil der Gedächtniszellen (CD3+ CD4+ CD45RO+) bei 41% und
der Anteil der regulatorischen T-Zellen (CD3+ CD4+ CD25high CD127low) bei 6,6%. Nach
dem Höhentraining war eine deutliche Reduktion der Lymphozyten auf 27% zu
beobachten. Dies war vornehmlich durch eine Abnahme der NK-Zellen um 57% verursacht.
Das Training zeigte keinen Einfluss auf den Anteil der Gedächniszellen, während jedoch
der Anteil der regulatorischen T-Zellen signifikant vermindert wurde.Die vorliegende
Untersuchung untermauert den engen Zusammenhang zwischen sportlicher Belastung und
dem Immunstatus. Da infektionsbedingte Ausfälle ein häufiges Problem im Training, wie
auch Wettkampf darstellen, ist es von sehr hohem Interesse, den genauen Zusammenhang
zwischen einzelnen Trainingsformen und der immunologischen Reaktion zu untersuchen.
Diese Arbeit stellt hierfür eine Basis zur systematischen Ausarbeitung dieses
Zusammenhangs dar.
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Abstracts
Posterr Nr.. 273,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 17:20
0 Uhr)::
Kasuistik:: Physiotherapeutischee Ergebnissee dess Trainingss mitt einerr
Patientin
n Herzinsuffizienzz NYHA
A IIII im
m Verlauff von
n zweii Jahren
n
Posterr Nr.. 274,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 17:25
5 Uhr)::
Myokardialee Adaptation
n und
d Leistungsverhalten
n beii jugendlichen
n
Leistungssportlern
n
Fründ A1, van Buuren F2, Lamp B2, Mellwig KP2, Horstkotte D2, Körfer R3
Zelger O, Seebach R, Preßler A, Halle M
1
Abt. Physiotherapie, Herz- und Diabeteszentrum NRW, 2Kardiologische Klinik, Herz- und
Diabeteszentrum NRW, 3Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie, Herz- und Diabeteszentrum
NRW
Präv. Rehab. Sportmedizin, TU München
Einleitung: Wir zeigen die Ergebnisse des physiotherapeutischen Trainings einer zu Beginn
der Maßnahme 33 jährigen Patientin nach mehrfachen Vorderwandinfarkten postpartal (
Entbindung 2002 ), CABG (9/2002), AICD-Implantation ( SJM Atlas DR ) 11/2002, NYHA
III, MI I-II, Weber C. Aufgrund der Schwere des Ereignisses wurde die Patientin in das
Transplantationsprogramm
aufgenommen.
Nach
Abschluss
einer
stationären
Rehabilitationsmaßnahme nahm die Patientin an einem ambulanten Trainingsprogramm
teil. Dabei wurde zweimal wöchentlich für eine Stunde trainiert, Schwerpunktmäßig
submaximal, mittels eines Intervalltrainings als Terrain- und Ergometertraining. Zusätzlich
absolvierte die Patientin mit Hilfe des Polar Team Systems dokumentierte
Trainingseinheiten an Wochenenden und Feiertagen.
Ergebnisse:
Spiroergometrie
HFmax
HFat
Wattmax
Wattat
VO2max
VO2at
Beginn
120
113
66
53
13,5
10,5
Nach 3 Mon. Nach 12 Mon. Nach 18 Mon. Nach 30 Mon.
121
125
128
134
60
68
103
98
95
114
114
138
60
68
78
98
17,2
20,96
21,7
25,4
12,5
13,55
14,8
17,9
Steiler Rampentest:
Nach 12 Mon. Nach 18 Mon. Nach 24 Mon. Nach 30 Mon.
125 W
175 W
175 W
175 W
6' Gehtest:
Nach 12 Mon. Nach 18 Mon. Nach 24 Mon. Nach 30 Mon.
400 m
540 m
600 m
625 m
Durch dieses Training war die Patientin in der Lage, ihren Haushalt und ihre zwei kleinen
Kinder zunächst mit einer Haushaltshilfe, dann eigenständig wieder zu versorgen.
Gleichfalls konnte sie zunächst aus der Dringlichkeitsliste des Transplantationsprogramms
herabgestuft werden.
Posterr Nr.. 275,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 17:30
0 Uhr)::
Zurr Abhängigkeitt von
n Gesamthämoglobin,, Herzvolumen
n und
d maximalerr
Sauerstoffaufnahmee
Ahlgrim C, Pottgießer T, Röcker K, Schumacher YO
Abtlg. Sportmedizin, Universität Freiburg
Hintergrund: Der Sauerstofftransport zur Muskulatur über das Blut und das
Herzkreislaufsystem ist beim Trainierten einer der Hauptfaktoren in der Begrenzung der
maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max). Die Leistungsfähigkeit des Herzkreislaufsystems
bezüglich des Sauerstofftransportes wird beim Gesunden hauptsächlich durch das
Herzzeitvolumen (definiert über Herzvolumen (HV) und Herzfrequenz), das Blutvolumen
(BV) und die Gesamthämoglobinmasse (Hb Masse) des Organismus determiniert. Es gibt
jedoch keine Daten bezüglich der Zusammenhänge zwischen diesen Größen in Hinblick auf
ihren Einfluß auf die VO2max. Ziel dieser Studie war es, den Einfluß von Hb Masse,
Blutvolumen und Herzvolumen auf die Ausprägung der VO2max zu untersuchen und
potentielle Zusammenhänge zwischen den einzelnen Variablen aufzuzeigen.
Methode: Bei 89 männliche Athleten verschiedener Sportarten wurde die Hb Masse und das
Blutvolumen mittels der optimierten CO Rückatmungsmethode bestimmt. Das Herzvolumen
wurde echokardiographisch abgeschätzt, die VO2max über einen ergometrischen
Ausbelastungstest ermittelt. Alle Größen wurden auf das Körpergewicht normalisiert (rHb
Masse, rHV, rVO2max). Die Auswertung erfolgte nach log-Transformation durch
Regressionsanalyse.
Ergebnisse: Über schrittweise Regressionsanalyse wurde log(rVO2max )= A + B1 × log(rHV)
+ B2 × log(rHb) als bestes Modell identifiziert (R²= 0,67, RMSE=0,12; A=1,3±0,22;
B1=0,65±0,09, B2=0,46±0,10, (p<0,0001)). Nach diesem Modell können 66% (R²adj) der
rVO2max durch rHV und rHb erklärt werden. Die zusätzliche Berücksichtigung von rBV
verbessert das Modell nicht. Partielle Korrelationsanalyse bezüglich des Zusammenhanges
zwischen rHV und rHb in Hinblick auf VO2max ergab r(log rHV, log rHB | log
rVO2max)=0,16; (p=0,15). Somit sind rHV und rHb in ihrem Einfluß auf VO2max
unabhängig voneinander.
Diskussion: Das in unserer Analyse ermittelte R2 in Hinblick auf VO2max Determination
deckt sich mit Ergebnissen anderer Untersuchungen. Ein neuer Aspekt ist die direkte
Messung der Hb Masse sowie die Feststellung, daß BV und HV voneinander unabhängige
Determinanten der VO2max sind. Die Ergebnisse stärken die Vermutung, daß die die
VO2max determinierenden Komponenten nicht feste, in Ihrem Einfluß konstante Größen
sind, sondern sich in gewissem Rahmen innerhalb des Gesamtsystems verändern können.
Schwächere Komponenten können durch stärkere in bestimmtem Umfang kompensiert
werden. Die Ergebnisse könnten zur Diskussion über die Begrenzung der VO2max
beitragen.
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Hintergrund: Echokardiographieuntersuchungen gesunder Kinder und Jugendlicher
besonders im Leistungsbereich sind selten. Man geht davon aus, dass vorpubertär im
Gegensatz zum Jugend- und Erwachsenenalter noch keine Adaptation im Sinn einer
physiologischen Myokardhypertrophie auftritt. Um dies zu klären wurden 399
leistungssportlich trainierende Fußballspieler (11-19 J.) im Rahmen der jährlichen
sportmedizinischen Untersuchung in den Jahren 2002-06 der Echokardiographie und der
Laufbandergometrie unterzogen. Dabei wurden Zusammenhänge zwischen Herzgröße,
anthropometrischen und Leistungsparametern untersucht. Ziel der Betrachtung war zu
erkennen, ob myokardiale Adaptationen an regelmäßiges Training bereits in der
1.puberalen Phase auftreten.
Methoden: Laufbandergometrie (Beginn mit 6 (11-14 J.) bzw. 8 km/h (15-19 J.), 2 km/h
Steigerung, Steigung 1%): In die Auswertung gingen max. Laufleistung, max. Herzfrequenz
und max. Laktatspiegel (vmax, Hfmax, Lamax) sowie entsprechende Werte an der individuellen
anaeroben Schwelle (nach Dickhuth; vIAS, HfIAS, LaIAS, Ergonizer©) ein. Echokardiographisch
wurden absolutes und relatives Herzvolumen nach Dickhuth (HVabs, HVrel), enddiastolischer
linksventrikulärer Gesamtdurchmesser, enddiastolische Dicken von Septum und
Hinterwand (TEDDLV, IVSD, HWD) bestimmt.
Ergebnisse: Die Sportler wurden in 3 Gruppen zusammengefasst: Gr. 1 11-13 J. (n=177),
Gr. 2 14-16 J. (n=165), Gr.3 17-19 J. (n=57). Die Körpergröße stieg von 155+7 über 174+7
auf 180+8cm, das Gewicht von 43+7 über 62+7 auf 73+8kg. Echokardiographie: HVabs
nahm von 536+104 über 808+97 auf 895+130ml zu, HVrel blieb mit 12,3+1,4, 12,6+1,4
bzw. 12,7+1,1ml/kg nahezu konstant. TEDDLV stieg von 59+5 über 68+4 auf 70+4mm,
IVSD von 7+1 auf 9+1 bzw. 10+1mm, HWD von 8+1 auf 9+1 bzw. 10+1mm.
Leistungsparameter: vmax konnte sich von 15+1 über 17+1 auf 18+1km/h, vIAS von 12+1
über 13+1 auf 14+1km/h steigern. HfIAS sank von 186+8 über 178+8 auf 171+8min-1,
LaIAS blieb konstant (3+1mmol/l).
Schlussfolgerung: Erwartungsgemäß nehmen HVabs, TEDDLV und vmax mit körperlicher
Entwicklung zu. Die Steigerung der vIAS als Maß der aeroben Leistungsfähigkeit bei
konstantem LaIAS und gleichzeitigem Rückgang der HfIAS ist Effekt regelmäßigen
Leistungstrainings. Die relative Herzgröße ändert sich nicht im Altersgang und hat bereits
bei Kindern zwischen 11-14 J. vergleichbare Werte wie bei älteren Jugendlichen. Dies kann
als Adaptation des Myokards an leistungssportliches Training bereits im vorpubertären
Alter gewertet werden.
Posterr Nr.. 276,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 17:35
5 Uhr)::
Effektee einess 20-wöchigen
n Ausdauertrainingss (Rad
d vs.. Walking/Laufen))
auff diee körperlichee Leistungsfähigkeitt und
d systemisch-hämodynamischee
Parameterr älterer,, übergewichtiger/adipöser,, inaktiverr Männerr
Knigge H1, Falkowski G2, Montiel G2, Wilke C3, Sperlich B4, Wehner S3, Wienke C3, Fröböse I3, Strüder
H1, Predel HG2
1
Motorik und Bewegungstechnik, DSHS-Köln, 2Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin,
DSHS-Köln, 3Institut für Rehabilitation und Behindertensport, DSHS-Köln, 4Institut für
Trainingswissenschaften und Sportinformatik, DSHS-Köln
Bei älteren, übergewichtigen/adipösen (Ü/A), körperlich inaktiven Männern liegt häufig ein
erhöhtes kardiovaskuläres Risiko (kvR) vor. Die Steigerung der körperlichen
Leistungsfähigkeit (LF) zieht eine Reduktion des kvR nach sich, wobei systemischhämodynamische und endotheliale Adaptationen eine bedeutende Rolle spielen.
Regelmäßige Rad- und/oder Laufbelastungen, die bei Männern eine hohe Akzeptanz
besitzen, stellen eine adäquate nichtmedikamentöse, präventive Intervention zur
Risikominimierung dar. Die vorliegende Studie evaluiert die Effekte eines 20-wöchigen
Ausdauertrainings (Radfahren vs. Walking/Laufen) auf systemisch-hämodynamische
Parameter und die arterielle Gefäßcompliance.
Es gingen die Daten von 24 inaktiven (55,09 ± 5,16J), Ü/A (BMI 30,62 ± 1,79) Männern
ein, die randomisiert einer Walking/Lauf- (LG; n= 14) bzw. Radgruppe (RG; n= 9)
zugewiesen wurden. Es wurde ein 20-wöchiges Training der allgemeinen aeroben Ausdauer
durchgeführt (• 2x60 Min./Woche, Intensität bei 2,0 mmol/L Laktat). Zur Bestimmung der
Gefäßcompliance wurde neben dem Pulsdruck (PP) die ´arterial Stiffness´ (AS) als Maß der
Gefäßelastizität noninvasiv mit dem CVProfilor® (HDI, Eagan/USA) bestimmt.
Nach Intervention stieg die maximale und relative LF in LG und RG in vergleichbarem
Ausmaß an (Wattmax; Wattrel; Watt bei 2 und 4 mmol/L Laktat), wobei in LG eine
Senkung der Ruhe-HF beobachtet wurde (p= 0,001). Keine Interventionseffekte fanden sich
für den arteriellen Blutdruck (BDsys/dia) sowie PP. Es zeigte sich ein Anstieg des
Elastizitätsindex der kleinen Arterien in LG (5,45 ± 1,59 auf 8,62 ± 4,22; p= 0,009).
Ausgehend von einem normotonen Blutdruckniveau fanden sich in keiner der Gruppen
Interventionseffekte auf die Blutdruckregulation. Die gefundenen Effekte bzgl. des
verbesserten Elastizitätsindex der kleinen Arterien in LG könnten belastungsspezifisch
verursacht sein; diese Annahme wird durch analoge Gruppenergebnisse der
anthropometrischen und metabolischen Daten gestützt (siehe Abstract Nr. 1182).
Bewegungsinduzierten endothelialen Adaptationen, im Sinne einer optimierten
Gefäßcompliance, kommt in Anbetracht der kv Ereigniskette, eine hohe primärpräventive
Bedeutung zu. Zur Festigung der Hypothese sind weitere Untersuchungen mit größeren
Fallzahlen notwendig.
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
267
Abstracts
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Posterr Nr.. 277,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 17:40
0 Uhr)::
SARAH-Studie:: stationäree versuss ambulantee Rehabilitation
n beii Patienten
n
mitt akutem
m Koronarereigniss
Posterr Nr.. 278,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 17:45
5 Uhr)::
W Herzinsuffizienzz – Trainingsprogramm:: Aufbau
u und
d
Dass HDZ-NRW
ErgebnisseG
Schiefer D1, Liu Y1, Hahmann H2, Imhof A3, Kropf C3, Koenig W3, Muche R4, Schweikert B5, Leidl R1,
Steinacker JM1
Fründ A1, Mellwig KP2, van Buuren F2, Horstkotte D2, Körfer R3
1
Sektion Sport- u. Rehamedizin, Uniklinik Ulm, 2Klinik Schwabenland, Isny-Neutrauchburg, 3Klinik für
Innere Medizin II, Uniklinik Ulm, 4Abteilung Biometrie und Med. Dokumentation, Univ. Ulm, 5GSFForschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg
Hintergrund: Kardiale Rehabilitation (Reha) nach Herzinfarkt reduziert physiologische,
psychologische und soziale Folgen der Erkrankung. Einige Untersuchungen konnten eine
Reduktion der Mortalität durch eine Reha zeigen. Die SARAH-Studie verglich die seit
einigen Jahren sich etablierende ambulante mit der stationären Form der Reha. Methoden:
Einschlusskriterien der als randomisiert geplanten Studie waren akutes Koronarereignis und
Eignung zur ambulanten Reha (Distanz Wohnort <50 km). Untersuchungen (standardisierte
Fragebogeninstrumente, körperliche Untersuchung, EKG, Ergometrie, Echokardiographie
und Labor) erfolgten zu Beginn, am Ende sowie 6 und 12 Monate n. Reha. Ergebnisse: 163
Patienten wurden in die Studie eingeschlossen (51 ambulant, 112 stationär). Die
Auswertung der Studie erfolgte aufgrund geringer Randomisationsbereitschaft der
Patienten als Beobachtungsstudie. Beide Gruppen unterschieden sich zu Beginn weder nach
Geschlecht, Anthropometrie und Berufsbildung; in der stationären Gruppe waren mehr
Patienten mit ST-Hebungsinfarkt (Trend). 6 und 12 Monate nach Reha fand sich nach
Kontrolle für Confounder kein Unterschied bezüglich Gesundheitszustand, Beschwerden
oder psychosozialen Variablen. Die Bewertung (Gesamtzufriedenheit, ärztliche Betreuung,
Sporttherapie) war etwas besser in der ambulanten Gruppe. Der primäre Endpunkt Tod
wurde sechsmal verzeichnet (4,67 % vs. 2,00 %). Die Endpunkte Reinfarkt, Schlaganfall,
instabile Angina wurden sehr selten erreicht, ebenso Herzrhythmusstörungen und
Herzinsuffizienz (jeweils unter 3 %). Es gab keinen Unterschied für neu aufgetretene
Stoffwechselerkrankungen, arterielle Hypertonie oder die Zahl der Eingriffe (PTCA,
OP).Schlussfolgerung: Die sehr niedrige Rate primärer und sekundärer Endpunkte in beiden
Gruppen zeigt die hohe Ergebnisqualität der Reha an (Badura 1995). Der Vergleich der
stationären mit der ambulanten Reha zeigt keine Unterschiede bezüglich der untersuchten
Endpunkte, wobei die Patienten die ambulante Maßnahme etwas besser bewertet haben.
Das körperliche Training mit Herzinsuffizienzpatienten sollte sich so nah wie möglich an
den Aktivitäten des täglichen Lebens orientieren. Ziel unserer Studie ist es, den Nachweis
der Wirksamkeit eines individualisiert angelegten Trainings zu erbringen. Wir untersuchten
17 Patienten ( 13 Männer und 4 Frauen ) in einem Alter von 25 bis 72 Jahren, die
zwischen 18 und 48 Monaten an diesem Programm teilnahmen. Unser Training wird
zweimal wöchentlich mit einer Dauer von 60 Minuten durchgeführt. Das Training wird
unterteilt in ein Drittel individualisiertem an den Ergebnissen der Spiroergometrie
ermittelten Intervall-Ergometertraining, einem Drittel Zirkeltraining, welches wir in 7
Stationen aufteilten die überwiegend koordinative Aspekte berücksichtigten, und einem
Drittel Terraintraining überwiegend durchgeführt als Intervall-Walking.
Die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit wird mittels 6 Minuten Gehtest, Timed up and go
Test, sowie einer zweimal jährlich durchgeführten Fahradspiroergometrie ermittelt. Im
gesamten Studienzeitraum gab es keinen ernsthaften kardiopulmonalen Zwischenfall
während der Trainingseinheiten.
16 der 17 Patienten konnten ihre Leistungsfähigkeit steigern, lediglich ein Patient
verschlechterte sich. Im Timed up and go Test konnten wir eine signifikante Verbesserung
erkennen (p=0,03). Die Wiederholungen konnten von 5,1(±1,9) auf 5,8(±2.2) pro 30 sec
gesteigert werden. Der 6 Minuten Gehtest konnte von 501m(±73,3m) im Mittel auf
548m(±102,8m) verbessert werden Die maximale Belastung konnte von 104 W(± 47 W )
auf 108 Watt (±53,37 W) gesteigert werden. Als wichtigstes Ergebnis sehen wir die
Steigerung der Leistung an der Individuellen Anaeroben Schwelle ( IAS ) von 67 auf 84
Watt, sowie die VO2max von 14,5 auf 16,7 ml/kg-1/min-1, und die VO2ias von 12,7 auf
13,6 ml/kg-1/min-1 . Das individualisierte Gruppentraining kann als sicher bezeichnet
werden. Wir sehen mit unserem Programm positive Effekte auf das kardiopulmonale
System und Verbesserungen im skelettären Muskelsystem.
Posterr Nr.. 280,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 17:55
5 Uhr)::
Längerfristigee Trainingseffektee derr Ambulanten
n Rehabilitation
n beii
restriktiven
n Lungenerkrankungen
n
Posterr Nr.. 279,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 17:50
0 Uhr)::
Nachhaltigkeitt im
m Rehabilitationssportt
Wetzel K
Projekt Nachhaltigkeit, Rehasport-Berlin e.V.
Dalichau S, Demedts A, Möller T
Der Rehabilitationssport ist gemäß § 44 des SGB IX eine Rechtsanspruchsleistung der
Versicherten. Ziel ist es, die Patienten zum langfristigen und eigenverantwortlichen
Bewegungstraining, möglichst in einer bestehenden Gruppe, zu motivieren. Der Rehasport
wird vom Arzt verordnet, von den Krankenkassen bezahlt und in einer anerkannten
Rehasportgruppe durchgeführt. Die Verordnung umfasst 50 Übungseinheiten innerhalb von
18 Monaten. Danach soll der Rehasport privat weiter geführt werden. Diese deskriptive
Untersuchung beruht auf der Datenlage des Rehasport-Berlin e.V. und soll Aspekte der
geforderten Nachhaltigkeit identifizieren. Der Verein bietet Patienten für die Dauer der
Kostenübernahme eine befristete Mitgliedschaft an, um an weiteren Angeboten teilnehmen
zu können. Im Anschluss wird eine dauerhafte, reguläre Mitgliedschaft angestrebt. In den
vergangenen vier Jahren konnten 1081 Rehasportler motiviert werden, den Rehasport
privat weiter zu führen. Aktuell hat der Verein ca. 750 Dauermitglieder.
Mitgliederzahlen (reguläre Mitglieder)
Jahr Beitritte Austritte reg. Mitglieder
2003
6
32
38
2004
366
69
329
2005
315
126
518
2ßß6
363
200
681
Die Hauptgründe für Vereinsaustritte sind gesundheitlicher (22%) und zeitlicher Art (28%),
sowie erneute Verordnungen über Rehabilitationssport (12%). Seit 1.1.2007 ist eine erneute
Verordnung über Rehasport jedoch nur noch im Anschluss an eine ambulante oder
stationäre Rehabilitationsmaßnahme möglich. Ein weiterer Kündigungsgrund ist eine zu
geringe individuelle Betreuung. Gegenüber den Patienten mit Verordnung, die bei jedem
10. Besuch einen Einzeltermin bei einem Therapeuten erhielten, mussten reguläre
Mitglieder dafür 40 mal erscheinen. Die durchschnittliche Mitgliedschaftsdauer bei etwa
300 Tagen. Die meisten Austritte erfolgen im Sommer. Aufgrund dieser Kennzahlen
wurden im Verein Strategien zur Mitgliederbindung entwickelt. Das Betreuungsverhältnis
soll beispielsweise durch ein Wiedervorlagesystem in der EDV verbessert werden. Ein
Zertifizierungssystem in Form eines Rehasport-Abzeichens soll für eine langfristige
Vereinsbindung sorgen. Eine Mitgliedschaftspause soll die saisonale Austrittswelle glätten
und die Wiederaufnahme des Rehasports im Herbst leichter machen.
268
1
Abt. Physiotherapie, Herz- und Diabeteszentrum NRW, 2Kardiologische Klinik, Herz- und
Diabeteszentrum NRW, 3Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie, Herz- und Diabeteszentrum
NRW
Inst. f. angew. Präv. u. Leistungsdiagn., BG Unfallbehandlungsstellen Bremen
Einleitung: Die Asbeststaublungenerkrankung (Asbestose) ist eine Lungenfibrose und somit
eine restriktive Atemwegserkrankung mit progredientem Verlauf und irreversiblen
strukturellen morphologischen Veränderungen. Nachdem bereits nachgewiesen werden
konnte, dass Asbestosepatienten von einer Ambulanten Rehabilitation (AR) kurzfristig
profitieren, sollten nun die längerfristigen Trainingseffekte beurteilt werden.
Methode: 112 männliche Asbestosepatienten (67.6 J. ± 4.9; 173.5 cm ± 5.9; 84.8 kg ± 9.3)
durchliefen 5mal/Woche à 6h über 3 Wochen Phase 1 (Aufbau) der AR. In der sich direkt
anschließenden Phase 2 (Stabilisierung) absolvierten alle Patienten einmal/Woche à 3h
über 12 Wochen jeweils Maßnahmen der Ergometrie, MTT, Wassergymnastik und
Physikalischen Therapie. In Phase 3 (Erhalt) führten 92 Patienten über weitere 6 Monaten
einmal/Woche à 1.5h Lungensport in einem wohnortnahen Rehasportverein weiter. 20
Patienten brachen die Bewegungstherapie ab. Zu Beginn (T1), nach Phase 1 (T2), Phase 2
(T3) und Phase 3 (T4) wurden die Effekte der AR mittels des 6min Geh-Tests (6 GT), des
PWC 110, der Dyspnoe Bewertung bei ADL (BDI: 0 (max. -) bis 12 (keine
Einschränkung)/TDI: -9 (Verschlechterung) bis +9 (Verbesserung)), des SF36 u. Prüfung der
Lungenfunktion (VK/FEV1) evaluiert.
Ergebnisse: Während sich die Lungenfunktion über den Untersuchungszeitraum nicht
veränderte, zeigten sich in allen weiteren untersuchten Parametern signifikante
Verbesserungen in T2, die sich in T3 bestätigten. Während sich die Messwerte bei den
weiterhin sportlich aktiven Patienten durch den 6-monatigen Lungensport konservieren
ließen, führte die Aufgabe der Bewegungstherapie in T4 zu einer statistisch bedeutsamen
Remission der positiven Effekte.
Schlussfolgerungen: Trotz einer irreversiblen restriktiven Lungenerkrankung können
gezielte sporttherapeutische Interventionen eine Konditionierung im Sinne einer
Aktivierung vorhandener körperlicher Leistungsreserven sowie konsekutiv eine
Vergrößerung der Lebensqualität u. Belastbarkeit im Alltag bewirken. Es zeigt sich zudem,
wie wichtig eine langfristige u. lebensbegleitende sportliche Aktivität für den Erhalt der
positiven Effekte ist.
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
Freitagnachmittag, 28.09.2007
Abstracts
Posterr Nr.. 281,, Sitzung
g PO-10
0 (28.09.2007
7 18:00
0 Uhr)::
Moderatess Ausdauertraining
g senktt diee basalee
Endostatinplasmakonzentration
n beii übergewichtigen
n Männern
n
Brixius K1, Schönberger S1, Knigge H2, Falkowski G2, Hellmich M3, Graf C2, Latsch J2, Montiel G2, Predel
HG2, Bloch W1
1
Abt. für Mol. und Zell. Sportmedizin, Sporthochschule Köln, 2Abt. für präventive und rehabilitative
Sportmedizin, Deutsche Sporthochschule Köln, 3Institut für Medizinische Statistik, Informatik und
Epidemiologie, Universität zu Köln
Hintergrund und Methodik: Ausdauertraining reduziert das Atherosklersoe- bzw. KHKRisiko. Die zugrundeliegenden Mechanismen sind noch nicht vollständig aufgedeckt. Zu
diesem Zweck wurden mittels ELISA Technik die Plasmakonzentrationen von VEGF
(=vascular endothelial growth factor, einem angiogenen Faktor) und von Endostatin (einem
antiangiogenen Faktor) in einer Gruppe zunächst untrainierter adipöser Männer untersucht
(50-60 J.). Die Männer wurden randomisiert einer ‘Läufer’- (n=7; Training 3x/Woche je 60
min), einer ‚Radsport’- (n=7; Training 3x/Woche je 90 min) und einer Kontrollgruppe (n=7)
zugeordnet. Beide Sportgruppen führten das moderate Trainingsprogramm (Laktatspiegel
unter 4 mmol/l Blut) über 6 Monate durch. Die o.g. Faktoren wurden vor und nach dem
Trainingsprogramm in Ruhe abgenommen; darüber hinaus wurden der Body mass index
(BMI) sowie systolische und diastolische Blutdruck erfasst. Resultate: In der
Eingangsuntersuchungen waren sämtliche Untersuchungsparameter in allen drei Gruppen
vergleichbar. Das Ausdauertraining führte in beiden Sportgruppen zu einer signifikanten
Senkung des BMI, nicht aber in der Kontrollgruppe. Die Endostatin-, nicht die VEGFKonzentration wurde durch das Ausdauertraining signifikant positiv beeinflusst.
Zusammenfassung: Ausdauertraining scheint bei adipösen Männern zwischen 50 und 60
Jahren die antiangiogenen Mechanismen zu reduzieren und so möglicherweise das
atherosklerotische bzw. KHK-Risiko zu senken.
Jahrgang 58, Nr. 7/8 (2007)
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
269