Bleib fit, mach mit – Vorsorge!

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Bleib fit, mach mit – Vorsorge!
Lassen Sie auch im fortgeschritteneren Alter nicht mit
Ihrer Teilnahme nach. Auch nach den Wechseljahren
sollte die Krebsfrüherkennung einmal im Jahr in Ihrem
Kalender vorgemerkt sein. Zur Sicherung der Lebensqualität im Alter gehört auch die Früherkennung von Krebs.
ab 55 Jahren:
Krebserkrankungen des Darms
u alle zwei Jahre Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl
u oder eine Darmspiegelung (zweite Darmspiegelung zehn
Jahre nach der ersten Untersuchung)
u Beratung über das Ergebnis
Krebsfrüherkennungs-Programm Frauen
Ab 20 Jahren:
Gebärmutterhalskrebs und Krebserkrankungen der
Geschlechtsorgane (jährlich)
u gezielte Anamnese (Vorgeschichte)
u Untersuchung der äußeren und inneren
Geschlechtsorgane
u Abstrich zur Zellgewinnung vom Muttermund und
aus dem Gebärmutterkanal mit nachfolgender mikroskopischer Untersuchung der Zellen
u Beratung über das Ergebnis
Ab 30 Jahren:
Krebserkrankungen der Brust (jährlich)
u Abtasten der Brustdrüsen und der Achselhöhlen
(regionäre Lymphknoten)
u Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust
u Beratung über das Ergebnis
Ab 50 Jahren:
Krebserkrankungen des Darms (jährlich)
u gezielte Beratung über Ziel und Zweck des
Darmkrebs-Früherkennungsprogramms
u Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl
u Enddarmabtastung
u Beratung über das Ergebnis
Krebserkrankungen der Brust (alle zwei
Jahre bis zum Ende des 70. Lebensjahrs)
u Röntgen-Untersuchung (MammographieScreening) der Brust nach Einladung
u Beratung über das Ergebnis
Im Rahmen dieser Untersuchungen zeigt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt auch Methoden der Selbstabtastung
der Brust, die Sie regelmäßig einmal im Monat durchführen sollten. Diese Selbstuntersuchungen können
selbstverständlich keine ärztliche
Früherkennungsuntersuchung ersetzen. Sie können
aber frühe Hinweise auf das mögliche Vorliegen einer
Erkrankung liefern.
Bleib fit,
mach mit –
Vorsorge!
Die Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen
Ihre Gesundheit ist unsere
Verantwortung
Arztstempel:
Krebs:
Früherkennungsprogramm
für Frauen
Impressum:
Herausgeber:
Kassenärztliche Vereinigung
Niedersachsen
Berliner Allee 22, 30175 Hannover
Ärztekammer Niedersachsen
Berliner Allee 20, 30175 Hannover
Redaktion:
Detlef Haffke
Rolf Heyde
Layout:
Hiltrud Steffen
Tim Schmitz-Reinthal
Internet:
www.kvn.de
www.aekn.de
Herstellung:
BWH Druck,
Hannover
Krebs: Früherkennungsprogramm für Frauen
Diese Untersuchungen umfassen bei Frauen verschiedene, nach Alter gestaffelte Maßnahmen zur Früherkennung
von Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane, des
Dickdarms und der Brust.
Verhalten Sie sich dem Thema Krebs gegenüber auch so
wie die berühmten drei Affen: nichts hören, nichts
sehen, nichts sagen? Wenn es so ist, so brauchen Sie
sich dafür nicht zu schämen. Denn diese Haltung haben
auch die meisten Ihrer Mitbürgerinnen, wie die
Teilnehmerzahlen an den KrebsfrüherkennungsUntersuchungen zeigen. Nur rund 35 Prozent aller
Frauen nehmen jährlich diese Vorsorgemaßnahmen in
Anspruch.
Die wesentliche Ursache für dieses Verhalten ist Angst,
die vor allem aus der irrigen Annahme genährt wird, eine
Krebserkrankung komme einem Todesurteil gleich. Doch
rechtzeitig erkannt, steigen die Chancen auf Heilung.
Eine frühzeitige Entdeckung aber verbessert nicht nur
die Heilungschancen, sondern lässt im Frühstadium
einer Krebserkrankung weit weniger belastende
Behandlungsmethoden zu als bei einer erst zu spät einsetzenden Therapie.
Was ist Krebs?
Unser Körper besteht aus Milliarden unterschiedlichster
Zellen, von denen jede einzelne auf bestimmte Aufgaben
spezialisiert ist. Wie das menschliche Leben insgesamt, so
ist auch die Lebensdauer jeder Körperzelle begrenzt. Im
gesunden Gewebe sterben daher jede Sekunde Tausende
von Zellen ab und werden durch neue ersetzt; und zwar
genau in der benötigten Anzahl und Funktion.
Bei den Erkrankungen aber, die gemeinhin unter dem Begriff
Krebs zusammengefasst werden, gerät dieser wohl abgestimmte Mechanismus durcheinander. Es kommt zu einer
unkontrollierten Zellteilung, zu bösartigen Wucherungen, die
selbst keine positiven Funktionen im Organismus erfüllen,
sondern sogar gesundes Gewebe zerstören.
Die Wissenschaft kennt seit langem verschiedene Stoffe, die
eine krebsauslösende Wirkung haben können. Dazu zählen
vor allem Zigarettenrauch, ultraviolettes Licht, Alkohol oder
Als eines der ersten Bundesländer hat Niedersachsen
gemeinsam mit Bremen das von der Bundesregierung
beschlossene Programm zur Früherkennung von
Brustkrebs (Mammographie-Screening) flächendeckend
eingeführt. Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren
haben seit April 2006 die Möglichkeit, sich alle zwei Jahre
untersuchen zu lassen. Die teilnahmeberechtigten Frauen
werden dazu von der Zentralen Stelle, einer gemeinsamen Einrichtung der Krankenkassenverbände sowie den
Kassenärztlichen Vereinigungen Niedersachsen und
Bremen, schriftlich eingeladen. In Niedersachsen betrifft
dies rund eine Million Frauen.
Asbest. Tabakrauch enthält so genannte kanzerogene
Substanzen, die für Lungenkrebs, aber auch für Krebs der
Blase oder der Bauchspeicheldrüse verantwortlich gemacht
werden. Eine zu intensive und andauernde Sonneneinstrahlung
kann vor allem bei Menschen mit heller Haut zum malignen
Melanom, der bedrohlichsten Hautkrebsform überhaupt,
führen.
Sie sehen, auch eine Krebserkrankung ist nicht einfach
schicksalhaft. Meiden Sie daher Risikofaktoren wie
Tabakrauch und zuviel Alkohol, gesundheitsgefährdende
Stoffe und Stäube am Arbeitsplatz und beim Hobby, verschimmelte Nahrungsmittel und ungeschützt intensive
Sonnenstrahlung. Sorgen Sie für eine ausreichende
Sauerstoffzufuhr und eine gesunde, ausgewogene
Ernährung.
Früherkennung: eine Chance für Frauen
Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen spielen eine
wichtige Rolle im Kampf gegen den Krebs. Für Frauen bieten
die gesetzlichen Krankenkassen jährliche Früherkennungsuntersuchungen an.
Ziel des Mammographie-Screenings ist, Brustkrebs früh
zu erkennen, das heißt, bevor er tastbar ist oder andere
Symptome hervorruft. Dadurch können die Heilungschancen erhöht sowie die Anzahl der radikalen Operationen und belastenden Therapien erheblich verringert
werden. Brustkrebs ist in Deutschland mit etwa 47.000
Neuerkrankungen jährlich die häufigste Krebserkrankung
bei Frauen. Jede Zehnte erkrankt im Laufe ihres Lebens
daran. Knapp 18.000 Frauen sterben jedes Jahr an dieser
Krankheit, weil sie oftmals zu spät entdeckt wurde.
Wissenschaftliche Auswertungen aller bisher durchgeführten Krebsfrüherkennungsuntersuchungen haben
gezeigt, dass die Befundraten mit der Entdeckung einer
Krebserkrankung am niedrigsten bei denjenigen sind,
die regelmäßig und in kurzen Abständen diese Untersuchungen wahrnehmen.
Diese wissenschaftlichen Auswertungen haben nebenbei
auch ergeben, dass Frauen bei der Krebsfrüherkennung
gegenüber den Männern das „stärkere Geschlecht“ sind.
So nehmen 35 Prozent aller Frauen jährlich an einer
Früherkennungsuntersuchung teil, aber nur 15 Prozent
der Männer.