2. Festschrift

Transcription

2. Festschrift
2. Festschrift
Commemorative Publication
20jähriges Bestehen der Partnerschaft
20th Anniversary
of the Sister Cities Friendship
between
Lengerich (Westfalen) – Wapakoneta, Ohio
Oktober/October
Au age 2014
Herausgeber / Publisher:
Vorstand des Vereins zur Förderung der Freundschaft zwischen den Städten Lengerich und Wapakoneta anlässlich
des Städtepartnerschaftsjubiläums
Redaktion:
Dr. Hubertus Assig, Ursula Hohmann-Assig, Simon Keiner, Sandra Deerberg und Autoren
Texte und Fotos:
Vereinsmitglieder
Übersetzung:
Ursula Hohmann-Assig, Frances A. Schröer, Dr. Alfred Wesselmann
Umschlaggestaltung:
Detlef Dowidat
Texterfassung und Druck:
Ursula Hohmann-Assig, Simon Keiner
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Buch 1.indb 3
09.09.2014 23:39:54
«Table of Contents»
«Inhaltsverzeichnis»
Teil / Part A
Grußworte / Addresses
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Bürgermeister der Stadt Lengerich ............................................................................................................... 6
Bürgermeister der Stadt Wapakoneta / Mayor of Wapakoneta............................................................ 7-8
Former Mayor of Wapakoneta Don Wittwer.................................................................................................. 9-10
Claudia Driemeier Freundschaftsverein Lienen / Sister Cities Lienen ................................................. 11
Vorsitzende Ulla Hohmann-Assig / President Ulla Hohmann-Assig .................................................... 12-16
Zur Erinnerung / In Memoriam
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Widmung / Dedication........................................................................................................................................ 17
Offizielle / Officials
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Bürgermeister während der zweiten Dekade / Mayors in Office During the Second Decade ..... 18
Vorsitzende der Vereine / Presidents of Sister Cities .................................................................................. 18
Jubiläumsreise / Official Anniversary Visit
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Schedule of Events ................................................................................................................................................. 19
Programm der Jubiläumsreise 2014.............................................................................................................. 20-22
Teilnehmer und Gastgeber / Travel Group and Hosts ............................................................................. 23-24
Teil / Part B
Persönliche Begegnungen / Personal Encounters
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Brigitta Biester ........................................................................................................................................................
Detlef Dowidat / Detlef Dowidat .....................................................................................................................
Wilhelm Schmitte / Wilhelm Schmitte ...........................................................................................................
Brigitte Fahrenhost-Reißner / Brigitte Fahrenhorst-Reißner ...................................................................
Alfred Wesselmann / Alfred Wesselmann .....................................................................................................
Andreas Puschkarski / Andreas Puschkarski ................................................................................................
26-27
28-33
34-35
36-39
40-41
42-43
Transatlantische Eheschließungen / German-American Weddings
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Daniel Deutsch und Katie Kohler-Deutsch / Daniel Deutsch and Katie Kohler-Deutsch ............. 44-46
Ines (geb. Naaz) und Kyle Joseph Koschalk / Ines (nee Naaz) and Kyle Joseph Koschalk .............. 47
Teil / Part C
Historische Rückblicke / Historical Reviews
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Dr. Alfred Wesselmann: Deutsch-amerikanische Beziehungen im Wandel der Zeit / German
......... American Relations in the course of time ..................................................................................................... 48-73
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Dr. Hubertus Assig: Ohio in frühster Zeit / Ohio in the very early days ............................................ 74-77
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Dokumente aus dem Archiv / Documents from the Archive ............................................................... 78
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Buch 1.indb 4
09.09.2014 23:40:02
«Table of Contents»
«Inhaltsverzeichnis»
Teil / Part D
Vereinschronik der letzten 10 Jahre / Sister Cities Records of the last 10 Years
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Lengericher Schüler an einer amerikanischen High School / German High School Students ... 79-80
Begleiter des Schüleraustausch / Chaperones of the Student Exchange............................................ 81-82
Deutsche und amerikanische Schülergruppen / German and American Student Groups .......... 84-91
Erwachsenenreisegruppen / Adult Visitors.................................................................................................. 92-95
Mitgliederentwicklung und -struktur ........................................................................................................... 96
Vorstände des Lengericher Vereins / Board of Directors od Sister Cities Lengerich ......................... 97-98
Ausgewählte Pressemeldungen / Selected Newspaper Articles ........................................................... 99-101
Bildergalerie / Picture Gallery .......................................................................................................................... 102-104
Teil / Part E
Ausblick / Future Prospects
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Dr. Hubertus Assig: Vom Amberbaum zum German-American Day /
..........Dr. Hubertus Assig: From the Amber Tree to the German-American Day .............................................. 105-106
Artikel die in regulärer Schrift aufgeführt sind, sind in deutscher Sprache enthalten.
Articles written in itallics are available in Englisch.
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Buch 1.indb 5
09.09.2014 23:40:03
Grußwort
20 Jahre Städtepartnerschaft Lengerich - Wapakoneta
Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist fast unvorstellbar, jedoch sind weitere 10 Jahre ins Land gegangen. Ich erinnere mich noch ganz
genau, als wir seinerzeit das 10jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen unseren Städten
Wapakoneta/Ohio/USA und Lengerich/Nordrhein-Westfalen/Deutschland gebührend in Lengerich
gefeiert haben.
Heute blicken wir mit Freude auf insgesamt 20 erfüllte Jahre unserer Städteverbindung zurück.
Als im Jahre 1994 unsere Partnerschaft ins Leben gerufen wurde, haben wir nicht nur eine
Freundschaftsurkunde unterzeichnet sowie imaginär eine Brücke von Kontinent zu Kontinent
geschlagen. Nein, wir alle zusammen haben diese Verbindung reichlich - in jeglicher Hinsicht - aktiv
mit Leben gefüllt.
Es sind sich mittlerweile so viele Menschen aus Wapakoneta und Lengerich hier vor Ort und über
dem großen Teich begegnet. Man hat sich kennen und auch sogar lieben gelernt. Man hat neue
Kulturen und Brauchtümer erfahren, sich ausgetauscht.
Schüler haben nicht nur ihre Schulzeit jeweils in einer zunächst fremden Schule verbracht, sondern
einen anderen, neuen und interessanten Alltag aus nächster Nähe in ihren Gastfamilien erleben dürfen.
Private Verbindungen sind im Laufe der vielen Jahre gefestigt worden und haben sich zu tiefen
Freundschaften entwickelt.
Ich denke, jeder persönlich hat für sich in den vergangenen 20 Jahren etwas aus diesen Projekten
mitnehmen können.
Besonders hervorheben möchte ich den Einsatz des Vereins zur Förderung der Freundschaft zwischen
den Städten Lengerich und Wapakoneta mit Frau Ursula Hohmann-Assig als Vorsitzende. Der
Freundeskreis hat für uns eine ähnlich wichtige Bedeutung wie in Wapakoneta die Sister Cities of
Wapakoneta . In diesem Jubiläumsjahr ist anlässlich der Gruppenreise nach Wapakoneta ein
wunderbares Programm zusammenstellt worden, auf welches wir mit Vorfreude blicken.
Vielen Dank allen Mitgliedern des Fördervereins für das erfolgreiche Bemühen, Menschen seit 20
Jahren über eine große räumliche Entfernung einander näher zu bringen.
Ich wünsche uns allen, dass die Partnerschaft und die vielfältigen freundschaftlichen und familiären
Beziehungen zwischen unseren Städten Wapakoneta und Lengerich noch viele Jahrzehnte in der
bislang bewährten Weise anwachsen werden. Und im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt
Lengerich übermittele ich hiermit die besten Glückwünsche zu diesem nennenswerten Jubiläum.
Lengerich, im Juni 2014
Friedrich Prigge
Bürgermeister
49525 Lengerich - Tecklenburger Straße 2/4 - Telefon (05481) 33-0
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«Letter of the Mayor of Wapakoneta»
July 19, 2014
July 19, 1994
20th Anniversary
Sister City/Partnership
Wapakoneta, Ohio, USA/ Lengerich
Westfalen, Deutschland
To be together again aer 20 years, this is a very exciting time for both of our communities. Looking
back over the years as our partnership has grown we have grown our two communities together.
While our communities are miles apart, the bridge that our citizens from both communities have
built has received many crossings.
Our communities have a permanent connection with marriages and siblings from both countries.
We have opened our homes and hearts to our partners in Lengerich. We have received overwhelming
friendship, support and trust. I feel con dent that this exchange will continue to grow.
anks again to those individuals from both our communities that had the foresight to adopt the
friendship document between our two cities.
I welcome those who have crossed the “bridge” to come to Wapakoneta and be with us on this 20th
year celebration of our Sister City Partnership.
May your visit be memorable and the relationship last forever.
Rodney Metz
Mayor, City of Wapakoneta
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Buch 1.indb 7
09.09.2014 23:40:04
«Brief des Bürgermeisters aus Wapakoneta»
19. Juli 2014
20-jähriges Jubiläum
der Städtepartnerscha
Wapakoneta, Ohio, USA / Lengerich, Westfalen, Deutschland
19. Juli 1994
Nach 20 Jahren wieder zusammen zu kommen, ist sehr aufregend für unsere beiden Gemeinden.
Wenn man auf die Jahre zurückschaut und sieht, wie sich unsere Städtepartnerscha entwickelt
hat, so sieht man, wie unsere beiden Städte zusammengewachsen sind.
Obwohl unsere beiden Städte viele Meilen voneinander getrennt sind, ist die Brücke, die unsere
Bürger und Bürgerinnen beider Städte errichtet haben, viele Male überquert worden.
Unsere Städte sind dauerha verbunden durch deutsch-amerikanische Hochzeiten und
Gast-Geschwister in beiden Ländern.
Wir haben unsere Häuser und Herzen für unsere Partner in Lengerich geöffnet. Dabei haben wir
überwältigende Freundscha, Unterstützung und Vertrauen erfahren. Ich bin zuversichtlich, dass
diese gegenseitigen Besuche weiterhin fortgeführt werden.
Danke noch einmal an diejenigen Personen von unseren beiden Städten, die die Weitsicht besaßen, das Freundschasabkommen zwischen unseren beiden Städten zu besiegeln.
Ich heiße alle diejenigen willkommen, die die „Brücke“ überschritten haben, um zu uns nach Wapakoneta zu kommen und mit uns das 20. Jubiläum unserer Städtepartnerscha zu feiern.
Möge Euer Besuch unvergesslich sein und unsere Beziehung für immer fortbestehen.
Rodney Metz,
Bürgermeister der Stadt Wapakoneta
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Buch 1.indb 8
09.09.2014 23:40:04
«Letter of Donald R. Wittwer»
«Brief von Donald R. Wittwer»
20TH ANNIVERSARY
SISTER CITY/PARTERSTAEDTE
WAPAKONETA, OHIO U.S.A. /LENGERICH, WESTFALEN,
DEUTSCHLAND
To be together again aer 20 years is a very exciting time for all. When we look back to our beginning and review the reasons that members of both city councils adopted the "Friendship Agreement”.
e signing of this agreement was a historic moment for the people of Lengerich and Wapakoneta. It
established a partnership to better understand each other, to respect and appreciate the similarities
and differences of people and governments, and gain a greater perspective of each one's own culture.
We have had the opportunity to get acquainted, learn the different cultures, appreciate and trust each
other, become great friends.
Burgermeister Prigge stated at the 10th anniversary gathering;
"On the day our Sister Cities partnership was founded we built a bridge connecting our people. is
bridge has been crossed numerous limes during the past years".
e bridge across the water has been crossed each and every year by people of all ages, young and
old. Families in each city have opened their homes and hearts and have established long lasting friendships. I feel that there has been thousands of lives enriched due to those who "crossed the bridge".
"anks Again" to those individuals from both our communities that had the foresight to adopt
the "Friendship Document" between our two cities. e knowledge, understanding and friendships
gained will be allowed to pass from generation to generation and that peace will hopefully be obtained throughout the world.
We welcome those who have crossed the "bridge" to come to Wapakoneta and be with us for this 20th
Year Celebration of our Sister City/ Parterstaedte.
May your visit be long enjoyed and remembered.
Donald R. Wittwer
Mayor- City of Wapakoneta
2/7/91 to 12/31/07
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Buch 1.indb 9
09.09.2014 23:40:05
«Letter of Appreciation to Donald R. Wittwer»
«Urkunde der Stadt Lengerich für Donals R. Wittwer»
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09.09.2014 23:40:05
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«1994 - 2014: 20 Jahre Städtepartnerschaft»
Eine Idee des amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower aus dem Jahr 1956 zielte darauf ab, durch
Städtepartnerschaen die internationale Zusammenarbeit und Verständigung zu verbessern. Es war seine Nachkriegsvision, politische Stabilisierung und die Begegnung einander fremder Kulturen mit Hilfe eines weltweiten
Netzwerkes von gegenseitigen Austauschmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Unterstützt von den nachfolgenden Präsidenten ist dieses Programm in den Vereinigten Staaten von Amerika noch immer fest verankert in der
Überzeugung, dass wir alle Mitglieder einer weltumspannenden Gemeinscha sind. Heutzutage ist die Internationale Sister Cities Organisation ein Netzwerk von imposanter Ausdehnung. Etwa 1884 Städte in den Vereinigten
Staaten von Amerika sind mit 5000 Städten in 15 Staaten der Welt verbunden – darunter die Städtepartnerscha
zwischen Wapakoneta/Ohio und Lengerich (Westfalen).
Träume und Hoffnungen
Die Städtepartnerscha zwischen Lengerich und Wapakoneta feiert im Jahr 2014 das zwanzigjährige Jubiläum
ihres Bestehens – ein Anlass zur Freude, zum Feiern und zum Innehalten. Die feierliche Gründungszeremonie
und der Austausch der Freundschasurkunden am 19. Juli 1994 in der Redskin High School in Wapakoneta sind
jenen 73 Lengerichern noch in lebendiger Erinnerung, die damals erstmals ihre Partnerstadt besuchten und von
der Herzlichkeit und Gastfreundscha ihrer Menschen überwältigt waren. Der damalige Bürgermeister von Wapakoneta, Donald Wittwer, nannte diesen Tag einen „Meilenstein“ in der Geschichte der beiden Kommunen. „Wir
sind stolz, ein offenes und freundliches Land zu sein. Unsere Türen stehen offen, unsere Hände sind ausgestreckt
und unsere Herzen glücklicher, weil ihr da seid.“ Amerika als das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, als
das „Verheißene Land“ hat seit Jahrhunderten die Hoffnungen und Sehnsüchte vieler Menschen, nicht zuletzt der
Deutschen auf sich gezogen.
Amerika war das ersehnte Ziel großer Auswandererströme aus Deutschland, insbesondere auch aus der Region
um Lengerich, Lienen und Ladbergen. Ab dem 17. Jahrhundert bis zum 1. Weltkrieg wanderten ca. 7 Millionen Deutsche nach Nordamerika aus. Aufgrund wirtschalicher Not, politischer Unterdrückung oder religiöser
Unfreiheit brachen Menschen auf zu neuen Ufern, um in der „Neuen Welt“ ein neues Leben in Freiheit, ökonomischer Sicherheit und in demokratischen Verhältnissen zu beginnen. Das Bundesland Ohio war ein beliebtes
Siedlungsgebiet für deutsche Auswanderer aus unserer Gegend.
Back to the roots! Der Wunsch, die Hintergründe um die Auswanderung der Ururgroßeltern und somit die Wurzeln der eigenen Geschichte kennenzulernen – diese Hoffnung hat in den persönlichen Begegnungen vieler Menschen der beiden Städte häu g Erfüllung gefunden. Ein Traum der gesamten Menschheit wurde wahr, als ein
Sohn Wapakonetas, Neil Armstrong, am 20. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betrat. Wer wusste schon, dass
es der Urenkel des Ladberger Auswanderers Fritz Kötter war. Bekannt ist sein berühmt gewordener Satz: „Das ist
ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit.“
Wie alles begann
Auch die Annäherung zwischen Wapakoneta und Lengerich begann in kleinen Schritten. Der überraschende Beginn fällt in das Jahr 1992. Am 4. September dieses Jahres besuchte eine amerikanische Delegation unter Leitung
des Landrats Robert Vogel, Beauragter des Kreises Auglaize (county) mit der Kreisstadt Wapakoneta, die Stadt
Lengerich, für die der Bürgermeister Friedrich Prigge, Friedel Blom und Stadtdirektor omas Striegler die kleine
Abordnung begrüßten. Vermittelt haben dieses Treffen zwei in persönlicher Freundscha verbundene Männer,
Pfarrer Arnold Meckstroth aus New Knoxville und der Vorsitzende des Lengericher Heimatvereins, Wilhelm
Mersmann. In zahlreichen Briefen, Verlautbarungen und persönlichen Begegnungen hatten diese beiden schon in
den Jahren zuvor auf eine Städtepartnerscha gedrängt, wobei der glückliche Umstand zu erwähnen ist, dass die
Mutter von Herrn Mersmann und Neil Armstrong vom selben Elternhaus, einem Hof zwischen Lengerich
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und Ladbergen abstammen. Landrat Vogel verwies bei seiner „Brautschau“ auf die Tatsache, dass 90 Prozent
der Einwohner Wapakonetas Nachkömmlinge von westfälischen Einwanderern seien, die in der Zeit von 1830
bi 1860 das Land Ohio besiedelt hätten. Lengerichs Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Das schwesterliche
Glück der Sister Cities fand seine Erfüllung, als „die schwerblütige Westfälin dem stürmischen Werben von Wapakoneta“ (Westfälische Nachrichten) nachgab und am 25. Januar 1994 durch Ratsbeschluss in die Beziehung
einwilligte. „Wapakoneta und Lengerich fall in love“ (Don Wittwer). Alle folgenden von dieser Initiative angestoßenen Aktivitäten mündeten schließlich in den historischen Austausch von Freundschasurkunden am 19. Juli
1994 in Wapakoneta. An diesem Tag wurde in der Cafeteria der Redskin High School für rund 600 Gäste ein feierliches Abendessen ausgerichtet, bei dem die 73 Personen umfassende Besuchergruppe aus Lengerich herzlich
begrüßt wurde und sich die Vertreter der Stadt Wapakoneta vorstellten. Den Ratsmitgliedern beider Städte wurde die Freundschasvereinbarung zur Annahme ausgehändigt. Im Namen der Stadt Lengerich unterzeichneten
Bürgermeister Friedrich Prigge und Stadtdirektor omas Striegler und für Wapakoneta Bürgermeister Donald
Wittwer, Stadtdirektor Rex Katterheinrich sowie die Vorsitzende des Sister City Ausschusses Janice Smith. Die
Gedanken und Emp ndungen bei dieser Zeremonie hat Donald Wittwer in einem Grußwort zum 10jährigen
Partnerschasjubiläum in Lengerich 2004 zusammengefasst: „We realize that on this small world in which we
all live, it is more and more important that people learn about other cultures, learn to respect and appreciate the
similiarities and differences of people and governments of different nations, gain a greater perspective of one’s
own culture, and help one another to respect and trust each other, so that we all may live together in peace. One
of the best ways to achieve this is by having individuals in different countries get to know one another and work
together toward mutual goals.”
Die Diplomatie der Bürger (Citizen Diplomacy)
Noch im selben Jahr des Austausches der Gründungsurkunden wurde im Herbst 1994 in Lengerich der „Verein
zur Förderung der Freundscha zwischen den Städten Lengerich und Wapakoneta/Ohio“ aus der Taufe gehoben.
Seither besucht im Sommer eines jeden Jahres eine amerikanische Schülergruppe Lengerich, um vier Wochen
lang in deutschen Gastfamilien zu leben. Das vom Freundschasverein ausgearbeitete Programm setzt interessante Akzente: Unterrichtssequenzen (Introducing Germany), Erkundung der Region, Firmenbesuche in Lengerich, Städtetouren (Münster, Osnabrück, Köln, Bremen, Bonn, Ruhrgebiet), Besuch von KZ-Gedenkstätten (Bergen-Belsen, Westerbork) und des Römer-Museums Kalkriese sowie als Höhepunkt eine mehrtätige Berlinfahrt. Im
Gegenzug iegt in den Sommerferien die deutsche Austauschgruppe in die USA, um nach Studienaufenthalten in
Washington D.C. und New York City drei Wochen lang das amerikanische „every day life“ in Gastfamilien kennen
zu lernen, nicht ohne Einbindung in ein erlebnisreiches kulturelles und sportliches Besuchsprogramm. Der Schüleraustausch ist ein Kooperationsmodell im Schnittpunkt von Schule (Hannah-Arendt Gymnasium Lengerich +
Redskin High School Wapakoneta), der Sister City Städtepartnerscha zwischen Wapakoneta und Lengerich und
dem deutsch-amerikanischen Freundschasverein. Dieses kulturelle Netzwerk erstreckt sich inzwischen auch auf
eine engere Kooperation mit der Nachbargemeinde Lienen, die ebenfalls eine Sister City Verbindung, nämlich mit
St.Marys in Ohio, unterhält.
Inzwischen hat sich der deutsch-amerikanische Freundschasverein zu einer Mitglieder-starken Gemeinscha
gemausert, von 70 Gründungsmitgliedern ist er auf ca. 370 Mitglieder angewachsen. Seine wichtigste Säule sind
die Austauschschüler, die als Boten ihrer Stadt in jedem Jahr die Fackel der Freundscha vom Lengericher Römer
zum Neil Armstrong Museum in Wapakoneta tragen – und umgekehrt. Am 19. Juni 2004 ist im Herzen Lengerichs der „Wapakoneta-Platz“ eingeweiht worden – ein Symbol für die Lebendigkeit der partnerschalichen
Beziehungen und zur Erinnerung an die Lengericher Amerika-Auswanderer.
Dieses Jahr 2014 steht ganz im Zeichen des 20jährigen Jubiläums der Städtepartnerscha. Eine Reisegruppe von
insgesamt 35 Lengerichern wird im Oktober mit den Bürgern und Freunden in Wapakoneta dieses Jubiläum in
Wapakoneta begehen und die Ziele der Völkerverständigung, einander freundschalich, respektvoll und mit unbedingtem Friedenswillen zu begegnen, wieder neu beleben.
Ursula Hohmann-Assig
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«1994 – 2015 20th Anniversary of the Sister Cities Partnership»
e following article was prepared for the publication in the yearbook of “Kreis Steinfurt” 2014 and has been slightly adapted
for the Festschri
“ No impersonal representation of a culture can fully communicate its reality to others who have never known
its living substance. rough personal relations – our curiosity can be ful lled by a sense of knowledge, cynicism
can give way to trust, and the warmth of human friendship to be kindled.”
President John F. Kennedy , Honorary Chairman of Sister Cities International
“e Sister Cities International program has been instrumental in breaking down barriers between cultures
and in fostering better relations between peoples separated by oceans.”
President William Jefferson Clinton, Honorary Chairman of Sister Cities International
An idea of the American President Dwight D. Eisenhower in 1956 aimed at improving international cooperation and
understanding by Sister Cities Partnerships. It was a post-war vision of Eisenhower to foster political stability and the
encounter of diverse cultures with the help of an international network of mutual exchanges. By forming these relationships, Eisenhower reasoned that people of different cultures could celebrate and appreciate their differences and
build partnerships that would lessen the chance of new con icts.
Supported by the following Presidents this program of citizen diplomacy is still deeply rooted in the belief that we are
all members of a global community. Today Sister Cities International represents an impressive network of communities worldwide linking approximately 500 cities in the United States of America with 2000 partners in 140 countries
– among them the Sister Cities Association between Wapakoneta/Ohio and Lengerich/Westfalen.
Dreams and Hopes
e Sister Cities Partnership between Lengerich and Wapakoneta celebrates its 20th anniversary in 2014 – surely an
occasion of joy, of celebration and of contemplation.
e official founding ceremony and the exchange of the friendship documents at Redskin High School on July 19, 1994
are still fondly remembered by those 73 delegates from Lengerich who then visited our sister city for the rst time.
ey were overwhelmed by the warm-heartedness and the typically American hospitality of its people.
e Mayor of Wapakoneta at the time, Donald Wittwer, called this very day a “milestone” in the history of both communities. “We pride ourselves in being an open and friendly country. Our doors are open, our hands are outstretched
and our hearts happier that you are here”.
America is known as the “land of unlimited opportunities” and as the “Promised Land” which has served as a projection of sometimes desperate hope and yearning of particularly German citizens.
America was once the longed-for destination of great emigration waves from Germany, especially also from the area
around Lengerich, Lienen and Ladbergen. From the 17th century to World War I about 7 million Germans emigrated to North America. On account of economic hardships, political persecution or lack of religious freedom people set
off for distant shores in order to start a new life in the “New World” in freedom, economic prosperity and democracy.
e state of Ohio was a favorite settlement area for many German emigrants from Westphalia.
Back to the roots. e desire to get to know the background and the reasons for the emigration of one’s great-grandparents and thereby to discover the roots of one’s individual ancestry , these hopes have oen been ful lled in the personal
encounter of many citizens of both our cities.
e dream of mankind became true when a son of Wapakoneta, Neil Armstrong, stepped on the surface of the moon
for a moonwalk as the rst person ever on July 20, 1969. Who knew by then that it was the great-grandson of an immigrant from Ladbergen, Fritz Kötter who spoke the famous words, “at’s one small step for a man, one giant leap
for mankind”?
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How everything began
Also the friendship between Wapakoneta and Lengerich started with small steps. e unexpected rst contact falls
into the year 1992. On September 4 of this year an American delegation headed by Robert Vogel from the county Auglaize (with the county seat in Wapakoneta) visited Lengerich. ey were welcomed by Mayor Friedrich Prigge, Friedel
Blom and the head of administration (Stadtdirektor) omas Striegler. is rst meeting was the work of two people
who were close friends, Reverend Arnold Meckstroth from New Knoxville and the president of the historical society in
Lengerich, Wilhelm Mersmann.
In numerous letters, announcements and personal meetings these two friends had tried to initiate a sister cities relationship for some years already. It is noteworthy that Wilhelm Mersmann’s and Neil Armstrong’s mother came from the
same family, a farm between Lengerich and Ladbergen. Robert Vogel on his mission “to look for a wife” remarked that
90% of the citizens of Wapakoneta were descendents of Westphalian immigrants, settling in Ohio between 1830 and
1860. is convinced Lengerich aer all to give a quick reply. e sisterly union of the Sister Cities was accomplished
when the “ponderous Westphalian bride gave in to the impetuous wooing of Wapakoneta” (Westfälische Nachrichten)
and gave her consent to the union on January 25, 1994 by a council resolution. “Wapakoneta and Lengerich fall in
love” (Don Wittwer). All subsequent activities sparked off by this initiative ultimately resulted in the historic exchange
of friendship documents on July 19, 1994 in Wapakoneta.
On July 19, 1994 at 6 pm a dinner was held in the High School Cafeteria for around 600 guests. e 73 visitors from
Lengerich received a warm welcome and the city representatives of Wapakoneta introduced themselves to the guests.
e Friendship Agreement was handed out to the councilors of both cities for adoption. In the name of the city of
Lengerich Mayor Friedrich Prigge and the head of the administration omas Striegler and for Wapakoneta Mayor
Donald Wittwer and Safety Services Director Rex Katterheinrich as well as the chairwoman of the sister cities committee Janice Smith all signed the documents.
Donald Wittwer summarized the thoughts and feelings of the official act in his 10th anniversary address in 2004, “ We
realize that on this small world in which we all live, it is more and more important that people learn about other
cultures, learn to respect and appreciate the similarities and differences of people and governments of different
nations, gain a greater perspective of one’s own culture, and help one another to respect and trust each other, so
that we all may live together in peace. One of the best ways to achieve this is
by having individuals in different countries to get to know one another and work together toward mutual goals”.
Citizen Diplomacy
In the same year of the exchange of the founding documents in the fall of 1994 the “Verein zur Förderung der Freundscha zwischen den Städten Lengerich und Wapakoneta/Ohio”
(club for the promotion of friendship between the cities of Lengerich and Wapakoneta/Ohio)
was founded. Since then each summer a group of youths from Wapakoneta visits Lengerich to spend about four weeks
in the care of German host families. e program events worked out by the club includes a wide range of cultural,
educational and fun experiences:
for example: Introducing Germany periods at Hannah-Arendt Gymnasium, exploration of the area, guided visits at
Lengerich-based companies, city tours to Münster, Osnabrück, Cologne, Bremen, Bonn, Ruhr district, visits of concentration camp memorials (Bergen Belsen, Westerbork) and of the Roman excavation site and museum in Kalkriese
as well as a highlight of the exchange visit a three-day trip to Berlin. In return some weeks later the German exchange
group leave for the United States in order to visit Washington D.C. and New York City and to stay with American host
families in Wapakoneta for about three weeks where they have a wonderful chance to get immersed into the American
everyday life, additionally the young people are also entertained by an eventful and imaginative cultural and sports
program. e student exchange is a cooperative concept linking the schools (Hannah-Arendt-Gymnasium, Redskin
High School), the sister cities partnership between Wapakoneta and the German-American friendship club in Lengerich. is cultural network across different public institutions has eventually expanded to a closer cooperation with
our neighboring community of Lienen that also maintains a sister cities relationship with St.Marys/Ohio.
Meanwhile our German-American friendship club has grown from initially 70 founding members to a considerable
membership of about 370 members presently.
e year 2014 is marked by the 20th anniversary of the sister cities partnership. A delegation of altogether 35 participants is going to celebrate the anniversary together with our friends in Wapakoneta in October, reviving and reinforcing our common goals to foster mutual understanding between different cultures, to respect each other’s different
ways of life and work for the realization of a peaceful coexistence in this small world.
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I want to conclude my look back into history by the wish that the coming generations pick up this idea of helping
bring the people of this world closer together by personal commitment and the will to overcome prejudices and
cultural, racial, religious, and ethnic barriers.
Let’s take care of one another
Ursula Hohmann-Assig
President -
August 2014
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«In Memoriam»
«Zur Erinnerung»
Widmung/Dedication
Diese Festschri ist dem Andenken an unseren Austauschschüler Luca Kötterheinrich gewidmet,
der am 13. August 2013 während der Schüler- austauschreise nach Ohio auf tragische Weise tödlich verunglückte. Luca hat die Herzen aller Menschen berührt, die ihm begegneten.
is anniversary publication is dedicated to the memory of Luca Kötterheinrich who so tragically
lost his life during an exchange visit to Ohio on August 13, 2013. Luca touched the heart of everyone
who knew him.
Wir gedenken auch all der Vereinsmitglieder und engagierten Förderer der Sister Cities Bewegung , die seit der Vereinsgründung verstorben sind: Margret Jasper, Friedel Blom, Wilhelm
Mersmann, Gerhard Luther, Ilse Stienecker , Nele Sundermann.
Sie haben durch ihre aktive Beteiligung und langjährige Mitgliedscha dem Verein die Anschubkra verliehen, die auch heute die Seele des Vereins antreibt. In ihrem Sinne bemühen wir uns
auch weiter, die Idee der Völkerverständigung mit Leben zu füllen.
We also commemorate all the sister cities members and committed promoters of the sister cities movement, who have passed away since its foundation. rough their active involvement and long-term
membership they provided the vigour that still determines the spirit of the movement. In continuing
their legacy we work for the overall goal of mutual understanding among the nations of this world.
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«Mayors in office during the second decade»
«Bürgermeister während der zweiten Dekade»
Wapakoneta
Mayor Don Wittwer
(retired since 2007)
Mayor Rodney Metz
(in office since 2008)
Lengerich
Bürgermeister Friedrich Prigge
(im Dienst seit 1999)
«Presidents of Sister Cities 2005 – 2014»
«Vorsitzende der Vereine 2005 – 2014»
Wapakoneta
Jeff Mahoney
Carolyn Campbell
Janet Katterheinrich
Rinda Beach
Cheryl Drexler
(2004 – 2005)
( 2006 – 2007)
(2008 – 2009)
(2010)
(seit/in office since 2011)
Dr. Hubertus Assig
Ursula Hohmann-Assig
(1994 – 2011)
(seit/since 2011)
Lengerich
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«Program of the 2014 anniversary tour»
«Programm der Jubiläumsreise 2014»
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Buch 1.indb 21
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«Travel group and hosts of the anniversary visit in October 2014 »
«Reiseteilnehmer und Gastgeber der Jubiläumsreise 2014»
Dr. Hubertus Assig
Ursula Hohmann-Assig
Wolfgang Hohmann (Bottrop)
bei/with
Don and MaryAnn Wittwer
Ursula Annette Aufderhaar
Ladbergen
bei/with
Jane Bowersock
Horst und Gudrun Buddemeier
bei/with
Connie and George Niemeyer
Reinhilde Bücker-Ottehenning
Hans Dieter Ottehenning
Ladbergen
bei/with
Vernon and Joann Feldwisch
Sandra Deerberg
bei/with
Cheryl and Kevin Drexler
Reiner und Edeltraud Deutsch
Lienen
bei/with
Carl W. (Bill) and Mary E. Schmehl
St. Marys
Klaus-Dieter und Gertrud Hö g
Tecklenburg
bei/with
Robert and Shirley Wiesenmeyer
Alfred und Marlies Hohmann
Essen
bei/with
Rosie and David Moon
Franzis mit Lara und Linus
Lichtenberg
bei/with
Dave and Janet Hassenauer
Franz Ulrich Netkowski
Angelika Charlotte Buck-Netkowski
Tecklenburg
bei/with
Robert (Bob) and Marilyn Schmerge
Roswitha Schlamann, Tecklenburg
Karin Welp-Fiegenbaum, Lienen
bei/with
Lois (Lou) Marker
Hartmut und Frances Schröer
bei/with
Rinda and Wayne Beach
Alfons Webers
bei/with
Ed and Marguerite Wallen
Bärbel und Gerd Peters, Lienen
bei/with
Bruce Fuhrman, Lima
Dieter Teepe und
Bärbel Brengelmann-Teepe
bei/with
Fred and Kathy Pepple
Uschi Podewin
bei/with
Nancy A. Stroh
Bürgermeister
Friedrich Prigge
bei/with
Rodney and Sheila Metz
Detlef und Jutta Dowidat
bei/with
altogether: 33 visitors
Rex and Janet Katterheinrich
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Outside the official schedule:
October 3 – 6 in Wapakoneta
October 12 – 16 Arizona / Utah on tour
Karin and Klemens Sensen
bei/with
Barb and Jim Smith
Horst and Roswitha Ruda
bei/with
Carla Wuebbenhorst
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«Personal Encounters with the
American Culture»
«Persönliche Begegnungen mit
der amerikanischen Kultur»
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«A Journey into the Unknown »
«Eine Reise ins Unbekannte»
Sister Cities International was founded by Dwight D. Eisenhower. His intention was to get people of different
countries acquainted with Americans and promote the exchange of cultural and municipal life and thus build
bonds and friendships which would prevent them from becoming enemies and make war. Many years later, in
1994, the cities Lengerich (Westphalia) and Wapakoneta (Ohio) joined this project and the mayors planned to
establish a Sister City Partnership. As I worked for the city of Lengerich I was part of the organization that offered a tour to the USA in order to strengthen these new bonds. 42 people from Lengerich took part in this rst
tour which included sightseeing through the Eastern Countries of the United States.
New York, Philadelphia, Washington D.C.! Big cities with skyscrapers – this was the United States that we expected! In the North we were impressed by the Niagara Falls, we passed Lake Erie and stayed overnight in Cleveland, the second biggest city in Ohio. Finally, we have arrived in Ohio. We got up early the next morning and
aer a good breakfast we got on our bus. We should arrive in Wapakoneta at four in the aernoon. At least that’s
what our schedule said.
“We’ll be in Wapakoneta before lunch”, our driver said.
We argued with him because our hosts were not expecting us that early, but there was no way to change his
mind.
“It’s not that far,” he said.
Obviously he did not want to delay the drive or do a detour but wanted to get rid of us and be home by the evening! I had the telephone number of my host, Cheryl, and phoned her. I didn’t know her, but I hoped she would
solve the problem.
Once on the bus we calmed down. rough the back window I saw the skyline of Cleveland becoming smaller
and smaller. We drove through monotonous countryside. at was new for us and we stared out of the windows.
We passed endless vast meadows and elds and a wooden shed that had partly lost its roof.
“Oh God, where are we going?” these words burst out of the elderly lady called Ilse, who was sitting next to me.
“Don’t worry, they do live in houses, I have seen photos.”
You could feel the tension. We then arrived in a cute little town with beautiful houses and several big restaurants. Wapakoneta! Our Sister City to be! We convinced our driver to have lunch with us and stay another hour
at least. A beautiful young lady with long blonde hair who worked in the restaurant we had chosen watched us
taking seats at several tables.
“Are you the German group from Lengerich?” she asked me.
Aer the meal we got on the bus again and the driver took us to the Holiday Inn. By then he was in a bad mood!
He opened the luggage compartment and put our baggage on the roadside. He then le in a hurry.
What should we do? Above the entrance of the Hotel the German word “Gemütlichkeit” was written in bold
large letters. at made me feel better. Two couples where not staying with a family and had booked rooms in
this hotel, weren’t they lucky? Several members of our group went into the hotel and had a drink at the bar. No
alcohol though! No beer for the men!
We waited.
… then from all directions the cars came. Huge American coaches! (I always adored them.) Men and women
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09.09.2014 23:40:22
We waited.
… then from all directions the cars came. Huge American coaches! (I always adored them.) Men and women
approached us laughing. And laughing and hugging we were as we got acquainted. ere were several visitors
from Lengerich who did not speak English, especially the older ones, but now I saw them chatting with the
elderly couples from Wapakoneta. ey didn’t ask me to translate! I got curious and approached. ey all spoke
Plattdeutsch - Low German!
We had been so tense and so excited. But what had our hosts been thinking? ey had offered to accommodate
us in their own homes without even knowing us! We could have been some odd people from old Europe. A German tribe in Westphalia with bushy hair and thick red beards drinking beer all day!
Well, there is something about beer, isn’t there?
Brigitta Biester
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09.09.2014 23:40:22
«1986: Erstmals in Wapakoneta»
Ja, es gibt sie, die ersten Begegnungen. Ich hatte sie bereits 1986. Da führte mich der Weg nach Ohio, in den kleinen
Ort New Knoxville. Den hatten Auswanderer aus Ladbergen um 1835 gegründet. Die „United Church of Christ“
hatte eingeladen zu den Feierlichkeiten des 150-jährigen Bestehens. Als gebürtiger Ladberger dachte ich mir, da
fahr mal mit. Eine Woche lang erlebte ich dort mit allen anderen Gästen eine überschwängliche Freundscha.
Seinerzeit tat ich auch erste Schritte in Wapakoneta, das nur wenige Meilen entfernt liegt.
Mit einer Gruppe besuchte ich das Armstrong Air and Space Museum. Natürlich wollten
die Ladberger den Space-Shuttle in Augenschein nehmen, mit dem Neil Armstrong als erster Mensch auf dem
Mond landete. Armstrong ist in Wapakoneta geboren. Seine Vorfahren mütterlicherseits stammen aus Ladbergen
vom Hof Kötter in Hölter.
Wapakoneta rückte dann weiter in mein Gedächtnis, weil ich längere Gespräche mit Arnold Meckstroth führen
dure, der Pastor in New Knoxville war. Seinerzeit war auch Wilhelm Mersmann zugegen. Beide schmiedeten
bereits 1986 Pläne einer Städtepartnerscha mit Lengerich.
All das geriet für mich zunächst in Vergessenheit.
Bis 1993. Abermals war eine Gruppe Ladberger einer Einladung nach New Knoxville gefolgt zum Jubiläum der
Methodist-Church. Ich dure wieder mit dabei sein. Und auch Wilhelm Mersmann hatte die Reise mitgemacht.
Zusammen mit Arnold Meckstroth hatte er im Laufe der zurückliegenden sieben Jahre eißig Pläne geschmiedet.
Dann die Überraschung. Nach dem Gottesdienst in der Methodist-Church traten die beiden vor die Kirchenbesucher und stellten drei Gäste aus Wapakoneta vor:
Nancy Smith,
Bürgermeister Don Wittwer und
Stadtdirektor Rex Katterheinrich.
Sie verlasen ein Schristück, in dem der Wunsch nach einer Städtepartnerscha mit Lengerich geäußert wurde.
Die Grußbotscha und weitere Geschenke sollten die Besucher doch mitnehmen und in Lengerich abgeben. Von
den Ladberger Mitreisenden fühlte sich dafür niemand zuständig. „Nein, nein, das steht mir nicht zu“, wimmelte
Ladbergens damaliger Gemeindedirektor Wolfgang Menebröcker ab. Natürlich erklärte sich Wilhelm Mersmann
bereit, für den Transport und die Übergabe zu sorgen. Ein wichtiger Schritt zur Partnerscha war getan, die dann
ein Jahr später in Wapakoneta feierlich besiegelt wurde.
Für mich war es der erste Kontakt mit Persönlichkeiten aus Wapakoneta, vor allem aber der Start einer noch heute
währenden Freundscha mit Rex Katterheinrich.
Detlef Dowidat
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Buch 1.indb 28
09.09.2014 23:40:23
«My very rst time in Wapakoneta in the year 1986»
Yes, they did happen, rst German-American encounters. I already had them in 1986.
is was the year when I was on the way to Ohio to the small place called New Knoxville. It had been founded by
the immigrants coming from Ladbergen about 1835. e United Church of Christ had invited Ladbergen citizens to
celebrate her 150th anniversary. Being a true Ladbergener by birth myself, I thought to myself, that I should go there.
In short, together with the other visitors I experienced a whole week lled with an extraordinary friendship.
At that time I also made rst steps towards Wapakoneta, located just a few miles away. In the company of other travelers I visited the Armstrong Air and Space Museum. It goes without saying that the citizens from Ladbergen wanted
to have a close look at the space shuttle with which Neil Armstrong had landed on the moon as the rst human being.
Armstrong was born in Wapakoneta, however his ancestors on his mother’s side came from the Kötter farm in Hölter,
Ladbergen.
en Wapakoneta moved into the center of my attention, because I had long talks with Arnold Meckstroth who worked as a pastor in new Knoxville. Wilhelm Mersmann from Lengerich was there at the same time. Both were already
hammering out a plan for a sister cities partnership with Lengerich.
Meanwhile all these events had sunk into oblivion in my memory. Till 1993.
Once again a group of citizens of Ladbergen followed an invitation to visit New Knoxville to join a jubilee celebration
of the Methodist Church.
And once again, I had the honor to join the delegation.
And once again Wilhelm Mersmann went on the journey. In the preceding seven years together with Arnold Meckstroth he had been busy to realize their common dream of a sister cities partnership.
What a surprise. Aer the church service in the Methodist Church the two men stepped in front of the congregation
and introduced three guests from Wapakoneta:
Nancy Smith,
Mayor Don Wittwer and
Safety Service Director Rex Katterheinrich.
ey read out a paper in which the wish was stated to found a sister cities partnership with the city of Lengerich.
is friendly official invitation and further gis were handed over to the visitors to be given to Lengerich. None of the
fellow travelers from Ladbergen considered themselves to be the right messengers. “No, no, I don’t have the right to do
this”, exclaimed the Mayor of Ladbergen, Wolfgang Menebröker at that time in an attempt to get away from taking
the responsibility. Without further ado Wilhelm Mersmann agreed to convey the message and take care of handing
over the gis in Lengerich.
A very signi cant step towards the partnership was made which eventually was sealed in an official act in Wapakoneta only a year later.
It was the rst contact I had with representatives of Wapakoneta, most of all it was the very beginning of a lasting
friendship with Rex Katterheinrich till today.
(Translation: U.H-A)
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Buch 1.indb 29
09.09.2014 23:40:23
«Transatlantic Brotherhood»
«Transatlantische Brüderschaft»
Ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen sei. Erstmals waren Gäste aus Wapakoneta in Lengerich, um die
Städtepartnerscha zu feiern, die ein Jahr zuvor in Ohio geschlossen wurde. Neben vielen anderen Programmpunkten stand das Brunnenfest im Blickpunkt.
Es war schon ein wenig später am Abend und es regnete in Strömen. Doch davon ließen sich die Gäste nicht beeindrucken. Sogar unterm Regenschirm wurde getanzt. Ich stand mit Carlene Koch und Deb Baumann zusammen, die in unserem Haus Quartier gefunden hatten. Hinzu gesellte sich Rex Katterheinrich.
Es entwickelten sich beim Bier interessante Gespräche.
Dann die Frage von Rex: „How old are you?“
„43“, antwortete ich und fügte hinzu „noch“.
„I am the same age“, entgegnete Rex und bestellte uns ein Bier. Wir stießen auf unser
gemeinsames Alter an. „What is your birthday“, wollte er wissen.
„12.“, entgegnete ich. „Me too“, lachte Rex. „Which month“, wollte er dann noch wissen.
„September“, bekannte ich unverhohlen.
Und Rex wieder: „Me too“. Wir schauten uns ungläubig in die Augen.
„12th September 1951 is your birthday“, fasste Rex die Zahlen zusammen. Um dann herauszuplatzen:
„We are not only the same age, we were born on the same day in the same month“.
Und dann lagen wir uns in den Armen. „We are twins“, stammelte er immer wieder, „twins over the ocean“. Der
Abend wurde noch lang. Und feucht. Von oben. Und von innen. Wir haben dieses Ereignis ausgiebig gefeiert.
Eine transatlantische Brüderscha war geboren. Sie hält bis heute. Nur am Rande sei erwähnt: Rexes Vorfahren
stammen aus Ladbergen. Und ich bin auch in Ladbergen geboren.
In my memory it seems like yesterday. For the rst time guests from Wapakoneta visited
Lengerich to celebrate the Sister Cities partnership which had been adopted in Ohio a year before. Among many
other program events the focus was on the Brunnenfest. It was already late at night and it was actually pouring
down heavily. However the guests did not seem to be bothered at all. ey even danced under the umbrella. I was
standing next to Carlene Koch and Deb Baumann who were accommodated in my home. Rex Katterheinrich joined
our party. While having a beer or two, interesting talks were going on. en there was
Rex’s question, “How
old are you?”
“43”, I replied and added, “still”.
“I am the same age”, Rex responded and ordered another beer for us.
We toasted sharing the same age.
“When’s your birthday?” , he wanted to know.
“12”, I answered.
“Me, too”, Rex laughed. “Which month?” , he continued his questioning.
“September”, I admitted without hesitation.
And Rex returned, “ Me, too”.
We both looked into each other’s eyes in disbelief. “September 12th, 1951 is your birthday”, Rex summed up the gures and then blurted out, “We are not only the same age, we were born on the same day in the same month”. Finally
we fell into each other’s arms while Rex was stammering again and again, “ We are twins”….”twins over the ocean”.
is was sure to be a long evening. And very damp from above (rain) and from within (drinks). We celebrated this
happy coincidence extensively.
A transatlantic brotherhood was born. It still goes on to this very day.
Detlef Dowidat
Translation: U.H-A.
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Buch 1.indb 30
09.09.2014 23:40:24
«Der überraschende Hochzeitsbesuch»
Die Flüsterpropaganda machte schon beim Besuch der Besuchergruppe aus Wapakoneta 1997 in Lengerich die
Runde: Rex will seine Janet heiraten. Er selbst ließ sich nichts entlocken. Wenige Wochen später atterte eine
Bestätigung auf meinen Schreibtisch. „e Celebration of Christian Marriage Uniting Janet S. Fisher and Rex.
A. Katterheinrich, October 11, 1997 – 6.30 p.m. United Methodist Church New Knoxville, Ohio”. Absender war
Carlene Koch, die Chefsekretärin von Rex.
Sie wurde fortan zu meiner Verbündeten. Ich wollte die beiden bei ihrem Fest überraschen. Alles musste geheim
bleiben. Am 9. Oktober machte ich mich von Brüssel aus auf den Weg nach Cincinnati, wo ich am anderen Vormittag landete. Am Flughafen wartete bereits Carlene Koch. „Keiner weiß, dass Du kommst“, begrüßte sie mich
erfreut. Knapp zwei Stunden später waren wir in Wapakoneta.
Der erste Weg führte direkt in die Stadtverwaltung, wo mich das ein oder andere erstaunte „You are here?“ entgegen klang. Dann stand ich vor dem Büro von Rex. Mit klopfendem Herzen klope ich. „Who is there?“ hörte
ich nur, was aber wohl eher Carlene Koch galt, die ja sonst die Besucher für ihn herein ließ. Ich öffnete die Tür,
sah Rex am Schreibtisch. Er starrte mich an, als ob er einen Geist vor sich sah. „Is that a dream. Or is that reality?“, stammelte er, eilte um den Tisch und wir elen uns in die Arme. Freudentränen ossen.
Natürlich standen dann die Hochzeitsvorbereitungen im Blickpunkt. Ich packte mit an, die riesige Halle im
Auglaize-Fairground zu schmücken. Es wurde ein riesiger Luballonbogen in den Lieblingsfarben des Brautpaares gebunden: Schwarz-Gold. Im kleinen Kreis wurde am Abend Junggesellenabschied gefeiert. Dazu hatte die
Schwester von Rex in ihr Haus in New Knoxville eingeladen. Es wurde spät.
Schon früh am nächsten Morgen wurde ich aus allen Träumen gerissen. „Hurry up. We are goin to play golf “,
hörte ich verschlafen Rexes Stimme. Hochzeitstag, Golf spielen? Verstehe wer will, dachte ich bei mir und
schwang mich aus den Federn. Ein warmer Schluck Kaffee und dann ging es los, knapp zwei Stunden Fahrt, zum
Golf spielen. Mehrere Freunde von Rex warteten bereits, begrüßten ihn und mich herzlich. Ich musste mit ran,
obwohl ich bis dato überhaupt keine Erfahrung im Golf spielen hatte. Nun denn, ich plagte mich so leidlich über
die Runden. Zwischendurch versuchte ich in Erfahrung zu bringen, ob denn wirklich heute die Hochzeit sei.
„Don´t be afraid, we have time enough“, lächelte Rex.
Nach gut drei Stunden waren alle Löcher gespielt. Die Mitspieler nahmen dann Rex ins Visier. Säckeweise schütteten sie Konfetti über ihn aus. „Good luck for your marriage“, lachten sie ihm entgegen.
Dann ging es in otter Fahrt zurück nach Wapakoneta. Bei einem Kleiderverlieh stoppte Rex, sprang hinein und
holte ein Brautkleid und einen Smoking ab. Ich staunte nicht schlecht.
In der Poppy Drive 1107 wurden wir schon sehnsüchtig erwartet. Es wurde wohl Zeit, sich entsprechend dem
kommenden Anlass zu kleiden. Und siehe da, pünktlich stand ein strahlender Bräutigam vor seiner strahlenden
Braut. In gemächlicher Fahrt ging es gen New Knoxville zur Methodist Church. Die war bereits voll besetzt.
Viele bekannte Gesichter bekam ich zu sehen.
Dann der feierliche Akt. Pastor Mitch Arnold betrat mit Rex die Kirche, begleitet von seinem Bruder Roger. Eine
erfreutes „Wow“ ging durch den Kirchenraum. Janet wurde von ihrem Sohn Alex hereingeführt. Er übergab
seine Mutter in die Hände von Rex. Ein bewegender Moment. Das Trauungszeremoniell verlief ähnlich ab wie in
unseren Kirchen. Mit dem Hochzeitsmarsch endete der feierliche Teil.
Nachdem das Brautpaar viele Glückwünsche entgegen genommen hatte, startete in Wapakoneta die große
Hochzeitsparty. Rund 400 Leute, so meine Schätzung, feierten bis tief in die Nacht. Natürlich fehlte ein leckeres
Hochzeitsessen ebenso wenig wie eine Tanzkapelle, die für Stimmung sorgte. Pünktlich um Mitternacht verabschiedete sich das Brautpaar. „Honeymoon“, erläuterten mir amerikanische Freunde. Ich habe Rex und Janet
danach nicht mehr gesehen. Zwei Tage hatte ich das Reich für mich alleine, wurde hier und dort eingeladen.
Und machte mich dann wieder auf die Heimreise.
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Buch 1.indb 31
09.09.2014 23:40:24
Wenige Wochen später erhielt ich folgenden Brief:
„Dear Detlef, Jutta and Daniel,
Hallo to the Dowidat family from the Katterheinrichs in Wapakoneta. Janet, Alex and I are now a family and everything is wonderful. We are very happy at 1107 Poppy Drive in Wapakoneta, Ohio, USA.
I cannot tell you Detlef, how wonderful it was to have you attend our wedding. It was very enjoyable to have you
visit in my home during the time. I especially enjoyed our gol ng on Saturday before the wedding. I hope, you
had fun on the golf course also. Everyone from Wapakoneta und New Knoxville were very surprised and happy
to see you at our wedding day.
ank you very much for the lovely picture book. e photos, which you have given us as a gi will always remind
me of the exciting celebration we had at the 850 year Lengerich anniversary. It was a very memorable week. Janet,
Alex and I are hoping that we can all visit Lengerich in the year 2000. is seems like a long time away from now,
but it will be here before we know it.
I must conclude my letter for now. Please know, that Janet and I will always remember your presence at our wedding. It makes us understand what a true friendship our families have developed. It is a wonderful feeling to know,
that we have such a terri c brotherhood and goodwill between us.
Again, thank you and God bless you all.
Janet, Rex and Alex”.
Detlef Dowidat
«Surprise visit at an American wedding»
Rumors were already spreading during the visit of the guests from Wapakoneta in Lengerich in 1997. Rex is going
to marry his girlfriend Janet. He himself kept completely secret about it. Just a few weeks later a con rmation of this
rumor landed on my desk. . „e Celebration of Christian Marriage Uniting Janet S. Fisher and Rex. A. Katterheinrich, October 11, 1997 – 6.30 p.m. United Methodist Church New Knoxville, Ohio”. e sender was Carlene Koch,
the manager’s secretary of Rex. From now on she became my con dante. I was determined to come to their celebration as a surprise. Everything had to remain top secret. On October 9th I started out from Brussels on my way to
Cincinnati, Where I landed the following day in the late morning. Carlene Koch was already awaiting me at the airport. “Nobody knows that you are coming”, she greeted me with great pleasure. Hardly two hours later we arrived in
Wapakoneta. My rst way led to the city administration, where I was welcomed by several astonished exclamations
of “You are here?” . Eventually I was standing in front of Rex’s office. I knocked on the door with a heavily beating
heart. “Who is there?” , I only heard, which however was rather meant for Carlene Koch, who usually shows visitors
into his office. I opened the door, saw Rex behind his desk. He was staring at me as if witnessing a ghostly apparition. “Is that a dream. Or is that reality?” , he stammered while he rose from his chair, emerged from behind his desk
and we both embraced each other warmly.
Believe me or not, tears of joy were owing. Naturally the focus was then on the wedding preparations. I helped to
decorate the huge hall on the Auglaize Fairground. A gigantic semicircle of balloons was bound in the favourite colors of bride and groom: black – gold.e bachelor party was celebrated the same evening in a small circle of friends.
Rex’s sister had invited us on this occasion to her home in new Knoxville. It was very late.
In the early morning hours somebody woke me from all my dreams, “ Hurry up. We are goin’ to play golf ”, the sleepy
voice of Rex said. Wedding Day, Playing Golf??? Whoever understands this – I thought to myself and rose from my
bed. A warm sip of coffee and off we went, about a two-hour’s ride to play golf. Several friends of Rex were already
waiting, welcoming Rex and me friendly. ere was no way out of this situation, even though I did not have the
slightest experience in playing golf. Well then, I took pains to somehow manage my rounds of playing golf as best as
I could. In between times I tried to nd out, whether the wedding would really take place the same day. “Don’t be
afraid, we have time enough”, Rex smiled. Aer fairly three hours we had nished all putts. e team mates targeted
Rex. ey poured sack loads of confetti over him. “Good luck for your marriage”, they were laughing at him. e return ride to Wapakoneta was much faster now. Rex stopped at a rental for wedding fashion and collected a wedding
dress and a tuxedo. I was not expecting that and looked in complete astonishment. At Poppy Drive 1107 we were
already eagerly expected.
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Buch 1.indb 32
09.09.2014 23:40:24
en it was time to put on the proper festive clothes. And lo and behold, ready on time there appeared the beaming
groom in front of his happily smiling bride. On a measured ride the wedding party got into the direction of New Knoxville to the Methodist Church. All seats in the church were already taken. I caught the sight of many faces I knew by
now.
e ceremonial act followed. Pastor Mitch Arnold entered the church in the company of Rex who was accompanied
by his brother Roger. A joyful “Wow” sounded through the church nave. Janet was led in by her son Alex. He handed
his mother over into the hands of Rex. What a deeply moving moment. e wedding ceremony proceeded in much
the same way as in our churches. e solemn part of the ceremony was concluded by the Wedding March. Aer the
bride and groom had accepted the numerous congratulations, a great wedding party started. About 400 guests according to my rough estimation were celebrating till deep into the night. Of course neither was there a lack of a delicious
wedding dinner nor of a dance band that provided for entertainment. On the dot at midnight the newly-wed couple
said goodbye.
“Honeymoon” my American friends explained to me.
Aer that I did not see them again. For two more days I had the house all to myself and was invited once and again.
Finally I myself was due to say farewell to return home.
A few weeks later I received the following letter:
„Dear Detlef, Jutta and Daniel,
Hallo to the Dowidat family from the Katterheinrichs in Wapakoneta. Janet, Alex and I are now a family and everything is wonderful. We are very happy at 1107 Poppy Drive in Wapakoneta, Ohio, USA.
I cannot tell you Detlef, how wonderful it was to have you attend our wedding. It was very enjoyable to have you visit
in my home during the time. I especially enjoyed our gol ng on Saturday before the wedding. I hope, you had fun on
the golf course also. Everyone from Wapakoneta und New Knoxville were very surprised and happy to see you at our
wedding day.
ank you very much for the lovely picture book. e photos, which you have given us as a gi will always remind me
of the exciting celebration we had at the 850 year Lengerich anniversary. It was a very memorable week. Janet, Alex
and I are hoping that we can all visit Lengerich in the year 2000. is seems like a long time away from now, but it
will be here before we know it.
I must conclude my letter for now. Please know, that Janet and I will always remember your presence at our wedding.
It makes us understand what a true friendship our families have developed. It is a wonderful feeling to know, that we
have such a terri c brotherhood and goodwill between us.
Again, thank you and God bless you all.
Janet, Rex and Alex”.
Detlef Dowidat
Translation: U.H-A.
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Buch 1.indb 33
09.09.2014 23:40:25
«Erster Besuch mit Hindernissen: 1994»
Schwüle Hitze treibt ihnen Schweißperlen auf die Stirn. Dabei sind doch nur Urkunden zu unterschrieben. Das
machen Gastgeber Don Wittwer und Friedrich Prigge. Es ist 21.23 Uhr. Danach ziehen der damalige amerikanische Bürgermeister und der stellvertretende deutsche Ratsvorsitzende ihr Jacketts aus und hängen sie über die
Holzstühle. Wapakoneta und Lengerich sind seit dem 19. Juli 1994 offiziell Partnerstädte.
In der Aula der Redskin High School ist das Eis längst geschmolzen. Die (anfangs zurückhaltend bedächtigen)
Westfalen und die (offen herzlichen) Amerikaner nden zueinander. „Unsere Türen sind offen. Die Hände sind
ausgestreckt“, formuliert es an diesem heißen Sommertag Don Wittwer. Diese Vorlage nimmt Friedrich Prigge
auf: „Wir haben die Hand der Freundscha ergriffen und lassen sie nicht mehr los.“ In Begleitung des damaligen
Stadtdirektors Heinz omas Striegler lädt er die Amerikaner zum Gegenbesuch ein.
Von der Gastfreundscha in Ohio ist die 73-köp ge Gruppe aus Lengerich überwältigt – in den Straßen sind
amerikanische und deutsche Fahnen gehisst, Krüge, Wimpel und Bilder wechseln den Besitzer.
Als tolle Botschaer Lengerichs erweisen sich nicht nur während des offiziellen Teils die acht jungen Leuten der
Musikschule. Unter der Leitung von Harald Szobries treffen sie stets die richtige Tonlage und werden mit riesigem Applaus belohnt.
Gastgeber und Gäste sitzen während des Festaktes an langen Tischreihen. Da, wo das Englisch nicht reicht,
helfen Hände und Füße weiter. Ein paar ältere Amerikaner, Auswanderer-Nachkommen, überraschen mit ihren
Plattdeutsch-Kenntnissen. Das verstehen die meisten Lengericher. Es wird ein langer Abend mit Musik, Reden
und Abendessen – zubereitet von den Gastgeber-Familien. Nachts räumen sie selbstverständlich auf. Am nächsten Morgen geht der Schulbetrieb weiter. So als wäre nichts geschehen.
Ist aber doch: An diesem Tag ist das Fundament für eine tiefe Freundscha gelegt worden. Ein jährlicher Schüleraustausch, gegenseitige Besuche und familiäre Verbindungen belegen das eindrucksvoll. Die Motoren der
Partnerscha, die längst verstorbenen Arnold W. Meckstroth (Wapakoneta) und Wilhelm Mersmann (Lengerich) haben zum richtigen Zeitpunkt die richtige Idee gehabt. So gesehen sind die schweißtreibenden Bürgermeister-Unterschrien in Wapakoneta der Auakt zu einer Erfolgsgeschichte gewesen. Bürger als Botschaer.
16 Lengerichern beschert der Rück ug Komplikationen. Von Cincinnati kommend, endet die Reise unversehens
in Atlanta. Die Delta Airlines-Maschine nach Frankfurt fällt nach einem Triebwerkschaden aus. Die Gestrandeten werden ein Tag lang ins Luxus-Hotel „Marriott Marquis“ einquartiert. Vom 37. Stockwerk bietet sich ein fantastischer Blick auf die Skyline der Mega-City. Die jungen Leute staunen über das Cruising ihrer amerikanischen
Altersgenossen über die Hauptstraße der Stadt. In aufgemotzten Autos und Cabrios fahren die Teens und Twens
die Peachtree Center Avenue auf und ab und feiern sich selbst. Abends am Flughafen die nächste Überraschung
als der Flieger nach Frankfurt überbucht ist. Es hil nichts. Mit der Swiss Air geht’s nach Zürich und dann mit
Luhansa zurück nach Frankfurt.
Wilhelm Schmitte
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«First visit with obstacles: 1994»
Hot and muggy heat causes beads of sweat on my forehead. ere are only documents to be signed now though. is
is performed by the host Don Wittwer and his German counterpart Friedrich Prigge. It is 21.23 p.m. Aer the formal
signing act the American mayor and the German council chairman then take off their jackets, hang them over the
wooden chairs. Wapakoneta and Lengerich are officially Sister Cities since July 19, 1994.
In the auditorium of Redskin High School the ice has already broken. e initially restrained Westphalians and the
friendly open Americans are coming together.
“Our doors are open. Our hands are outstretched,” Don Wittwer exclaims on this hot summer day. Friedrich Prigge
picks up this image and states in return, “We have taken the hand of friendship and will never let it go”. Together
with the “City Director” Heinz omas Striegler then he invites the Americans to a return visit. e 73 delegates from
Lengerich are overwhelmed by their warm hospitality. American and German ags are raised in the streets, mugs,
pennants and pictures have changed their owners.
e eight young people from the Lengerich music school do not only prove great ambassadors of their hometown during the official ceremony. Under the direction of the conductor Harald Szobries they always strike the right note and
are rewarded with a huge applause.
During the official ceremony the hosts and guests are seated at long table rows. Whenever language communication in
English is hampered, hands and feet are used to bridge the gap in understanding. Some older Americans, descendents
of German emigrants, surprise us with their knowledge of Plattdeutsch (Low German). Most visitors from Lengerich
understand this. It is a long evening with music, speeches, and dinner – prepared by the host families. Late at night
they tidy up the whole mess without much ado. e next school day begins as if nothing has happened the night before.
However, something indeed has happened. is day has laid the foundation for a deep friendship. An annual student
exchange, mutual visits and family relationships impressively con rm this. e engines driving on the partnership,
the long-ago deceased Arnold W. Meckstroth (Wapakoneta) and Wilhelm Mersmann (Lengerich) had the right idea
at the right time for a real success story:
Citizens as ambassadors
(mission statement of Sister Cities International: citizen diplomacy)
Supplement:
Sixteen travelers were faced with complications on their return ight. Starting from Cincinnati the journey stopped
abruptly in Atlanta. e ight of Delta Airlines to Frankfurt is canceled due to engine damage. e stranded passengers are accommodated in the exclusive hotel “Marriot Marquis”. ey enjoy a fantastic view from the 37th oor over
the skyline of the Mega-City. e young people wonder over the cruising of their American peers along the main road
of the city. In their highly tuned cars and convertibles the teens and twens drive up and down Peachtree Center Avenue
celebrating themselves. In the evening at the airport the next surprise is awaiting us, because the aircra to Frankfurt
is overbooked. But it doesn’t help. Finally the travelers board a Swiss Air aircra to Zurich and get on a connecting
ight with Luhansa to Frankfurt from there.
Translation: Ursula Hohmann-Assig
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«Ein offenes Haus für amerikanische Gäste »
Mit Freude lasen mein Mann und ich vor 20 Jahren in der Zeitung, dass Lengerich eine Städtepartnerscha mit
einer Stadt in Ohio mit dem wunderbaren indianischen Namen Wapakoneta eingehen wollte. Doch Hausbau und
bald darauf geborene Zwillinge sprachen gegen eine Teilnahme an der Reisegruppe über den großen Teich. Aber
wenn wir selbst nicht in die USA reisen konnten, so konnten wir doch die USA zu uns nach Lengerich einladen.
Mit der ersten amerikanischen Reisegruppe kam Ruth zu uns, eine dynamische junge Pensionärin, die einer Bilderbuch-Amerikanerin glich: dynamisch, positiv, extrovertiert, offen. Nur ihre begeisterte Feststellung, dass wir
in unserem Haus sogar auch eine Mikrowelle und einen Wäschetrockner hätten, quittierte ich mit einem gewissen Augenrollen und einem hoffentlich hö ichen Kommentar. Heute bin jedoch davon überzeugt, dass Ruth
Deutschland nicht für ein eher unter entwickeltes Schwellenland hielt, sondern dass sie einfach hö ich sein wollte angesichts unserer – für amerikanische Verhältnisse - völlig unterdimensionierten Haushaltsgeräte. Denn in
unserem Backofen konnte man höchstens einen westfälischen Hahn, nicht aber einen kapitalen amerikanischen
Truthahn braten. Unser - für deutsche Verhältnisse – normal großer Wäschetrockner trocknet zwar zuverlässig
einen ganzen Wäschekorb voll Wäsche, nicht aber gleichzeitig 3 dicke Sitzkissen mit ausladendem Rückenpolster
von hohen Gartenstühlen. Dies war nach einem überraschenden Regenschauer bei meiner späteren amerikanischen Gastgeberin Carol dagegen problemlos in ihrem amerikanischen Wäschetrockner möglich. Und vor unseren altmodischen Kühlschrank, der sich in den USA höchstens in einen ärmlichen Single-Haushalt verirrt hätte,
musste (und muss) man sich tatsächlich immer noch bücken, um Joghurt oder Käse zu entnehmen. Welch ein
Unding für einen anständigen US-Haushalt: hier ist der Kühlschrank mindestens doppelt so groß und spendiert
in der Regel auch noch aus der Vorderfront der Kühlschranktür ganz viele Eiswürfel. Als ich 18 Jahre später Pam,
einem anderen sympathischen Gast aus Ohio, unser Haus zeigte, fand ich ihren lächelnden Kommentar „tiny“ (=
winzig!) zu unseren Haushaltsgeräten inzwischen als völlig angemessen.
Einige Jahre nach Ruth hatten wir wieder sehr angenehme Gäste aus Ohio: Dan und Carol Luebrecht, ein sehr
sympathisches Ehepaar um die 60 Jahre mit vielfältigen europäischen Wurzeln. Sie waren sehr hö ich, freundlich, zurückhaltend und erinnerten eher an die Niedersachsen aus dem 40 km entfernten Melle, von wo Dans
Vorfahren sich auf den Weg nach Amerika gemacht hatten. Außerdem überraschten mich Carol und Dan mit
ihrer Antwort auf meine Frage, wie wir unseren ersten gemeinsamen Lengericher Nachmittag gestalten sollten
– ob sie ein erstes Sightseeing zu Fuß, mit der Fahrrad oder mit dem Auto vorzögen. Für mich völlig unamerikanisch entschieden sie sich tatsächlich für das Fahrrad. Mit diesen Fahrrädern machten sie sich in den folgenden
Tagen auch öer alleine auf den Weg nach downtown Lengerich. Dies war zunächst sehr verwunderlich für uns;
verstehen lernte ich es, als ich einige Jahre später ihr Gast sein dure und sie bei einem ihrer vielen Besuche des
YMCA-Fitnessstudios begleitete, wo sie Stammgäste waren und im sportlichen Ranking ganz oben rangierten.
Und dies ist dann doch wieder sehr amerikanisch.
Und wunderbar herzlich und großzügig war ihre Gastfreundscha, als ich 2010 als Begleiterin der deutschen
Schülergruppe bei ihnen Unterkun fand. Und dann duren im letzten Jahr auch noch unser Sohn Lennart und
sein Freund Tim während ihres Schüleraustausches ihre Gastfreundscha genießen, ehe nach Lucas schrecklichem Raingunglück sogar alle Lengericher Jungen gemeinsam Unterkun in Dans und Carols Haus fanden.
Ganz herzlichen Dank dafür!
Vor zwei Jahren wohnte die kunstsinnige und kreative Pam Miner, die als Chaperone die amerikanische Jugendgruppe begleitete, für 10 Tage bei uns. Mit Interesse hörten wir von ihrem Job, in dem sie u.a. zu angehnemen
Auszeiten aus dem Alltag einlud, indem sie interessierten Kundinnen und Kunden kreative Wochenenden in
netten Landhotels anbot. Doch sie war genauso dafür offen, zusammen mit unserem Fußball begeisterten Sohn
ein Fußball-Länderspiel anzusehen und mit ihm in klarem und nicht zu schnellen Amerikanisch über Fußball zu
fachsimpeln. Und so ergab sich für unseren Sohn - zuhause vor dem eigenen Fernseher - die Gelegenheit, tatsächlich ein erstes längeres Gespräch in Englisch zu führen.
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Schließlich duren wir im letzten Sommer Gastgeber für zwei fröhliche pensionierte Schwestern mit den wunderbaren Namen Susie Schneider und Diane Zwiebel sein, die insbesondere Freude am Gärtnern, an interessanten
Plätzen und Lokalen und witzigen Sprüchen hatten. Und auch sie waren sehr offen für Gespräche mit unseren
Teenagern und ihren Freunden, die noch in dem selben Sommer nach Wapakoneta fahren wollten und so schon
einmal die Konversation in Amerikanisch ausprobieren konnten.
Eine weitere besondere amerikanische Bekanntscha ergab sich über den gemeinsamen Familiennamen. Auch
wenn der Familienname von Ernie und Celia Risner durch die amerikanische Schreibweise etwas anders als unser Nachname geschrieben wurde, hat sich durch die Namensgleichheit dann ein schöner gemeinsamer Abend
mit sehr interessanten Gesprächen ergeben. In Erinnerung geblieben ist mir besonders, wie sich der erfolgreiche
Geschäsmann Ernie wunderte, dass Arbeitnehmer in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern
Anspruch auf fünf bis sechs Wochen Urlaub pro Jahr haben und dann während des Urlaubs noch den vollem
Lohnausgleich erhalten. Zwei Jahrespäter dure mein Mann als Chaperone der zweiten deutschen Jugendgruppe
die sehr großzügige Gastfreundscha der Risners genießen und für 3 Wochen Gast in ihrem Hause sein.
So waren die Amerikanerinnen und Amerikaner, die wir im Laufe der Jahre hier in Lengerich für 4 bis 10 Tage
beherbergen duren, alle sehr unterschiedlich, aber immer sehr freundlich und sympathisch. Mit den Gästen
aus Wapakoneta zog in unserem Zuhause in Lengerich jeweils für ein paar Tage etwas vom American way of life
und dem Du der großen weiten Welt ein. Und besonders gefreut haben wir uns auch, dass unsere Teenager und
ihre Freunde an den englischen Gesprächen teilnehmen und feststellen konnten, das sie schon viel mit ihrem
Schulenglisch verstehen und ausdrücken konnten. Und unsere amerikanischen Gäste trugen durch ihr Interesse
an den Jugendlichen und durch ihre angepasste Sprache sehr zum Gelingen der Gespräche über die Generationsund Ländergrenzen hinweg bei.
Als ich 16 Jahre, nachdem wir den ersten amerikanischen Gast beherbergt hatten, als Begleiterin einer Lengericher
Schülergruppe endlich auch nach Wapakoneta reisen konnte, kam es mir vor, als würde ich nette weit entfernte
Verwandte besuchen, die ich länger nicht mehr gesehen hatte. Sehr sympathische und hilfsbereite amerikanische
Freunde, bei denen vieles ähnlich und manches anders ist als in Westfalen, und bei denen man sich aufgrund ihrer
Herzlichkeit ganz schnell heimisch fühlt.
Danke, Wapakoneta!
Brigitte Fahrenhorst-Reißner
2004 Dan und Carol mit der Reißner-Familie
2013 Diane Zwiebel und
Susie Schneider
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«Opening our home to visitors from Wapakoneta»
e family of Brigitte Fahrenhorst-Reißner with her husband Kurt Reißner and their twins Birte and Lennart recall
and re ect their experiences over the past 20 years. ey hosted a number of American sister cities friends: Ruth
Carter, Ernie and Celia Risner, Dan and Carol Luebrecht, Pam Miner, Susie Schneider, Diane Zwiebel.
20 years ago my husband and I read in our newspaper that Lengerich would become the sister city of a town in
Ohio with the beautiful Indian name Wapakoneta. But our newly built house and the birth of our twins soon aer,
spoke against a journey across the pond. Not being able to travel to the United States ourselves, we could however
invite the United States to our house in Lengerich.
With the rst American group from Wapakoneta Ruth came to us, a dynamic young retiree and, in our eyes, a typical
American: dynamic, positive, extroverted, open. It was only her joyful detection that we even had a microwave and a
dryer in our house, that made me answer with some eye rolling and, hopefully, a polite comment. Today, however, I
am convinced that Ruth did not consider Germany as a rather underdeveloped emerging country, but that she simply
wanted to be polite in the face of our - by American standards - completely undersized home appliances. For in our
oven at most a Westphalian cock could be roasted, but not a colossal American turkey. Our - by German standards
– normal-sized dryer reliably dries a basket full of laundry, but not three large, thick seat cushions of high garden
chairs at the same time. Something that was easily possible in the dryer of my later American hostess Carol aer an
unexpected rain shower. In front of our old-fashioned refrigerator which you could likely nd in a poorer American
single household one would actually have to bend down to get a yogurt or other cool things. What a disgrace for a
decent US-household: here the refrigerator is at least twice as large as ours and the front door of the fridge mostly even
dispenses ice cubes. Many years later, when I was showing our house to Pam, another sympathetic guest from Ohio, I
thought her smiling comment “tiny” in front of our household appliances was entirely appropriate.
Some years later, we again had very pleasant guests from Ohio: Dan and Carol Luebrecht, a very likeable couple about
60 with diverse European roots. ey were very polite, friendly, reserved and more reminiscent to the inhabitants of
Melle in our neighboring federal state Lower Saxony (Niedersachsen), from where Dan's ancestors had made their
way to America. My husband and I were also surprised about Carol’s and Dan’s answer to my question how to spend
our rst aernoon in Lengerich: whether they would prefer a rst sightseeing on foot, by bicycle or by car. Totally untypical of Americans to me, they in fact opted for the bicycle tour. e following days they made several tours by bike
to downtown Lengerich. is was initially very surprising for us; I learned to understand when I was their guest six
years later and accompanied the sportive couple to the gym at the YMCA, where they worked out several times a week
and where they had achieved a high position in the sportive ranking – again something very American.
At that time I accompanied the German students’ group as a chaperone. en the Luebrechts hosted me and I enjoyed
a wonderfully warm and generous hospitality in their home. Last year our son Lennart and his friend Tim could enjoy their hospitality during their student exchange, too. Later, aer Luca´s terrible raing accident even all boys from
Lengerich together found accommodation in Dan’s and Carol's house. ank you very much for that!
Two years ago the creative and art-loving Pam Miner, the chaperone of the American students, stayed with us in
Lengerich. With interest we heard about her job; amongst other things she invited interested customers to relax during
creative weekends in comfortable country hotels. But she also watched a football match together with our football
enthusiastic son, discussing the match with him in clear and not too fast American English. us our son happened to
get his rst private opportunity of a longer conversation in English - at home in front of our own TV.
Last summer we were allowed to be the hosts of two cheerful, retired sisters by the wonderful names of Susie Schneider
and Diane Zwiebel, who were particularly interested in gardening, interesting places and restaurants. And they, too,
were very open to discussions with our teenagers and their friends who actually wanted to travel to Wapakoneta in
the same summer and so were already able to test a conversation in American.
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Another special American acquaintance arose from having nearly the same family name. Even though the American
name of Ernie and Celia Risner was spelled differently to our last name, both names had the same German roots. So
this name brought us together and eventually led to a pretty good evening with very interesting conversations. For
instance it was remarkable for the successful businessman Ernie that workers and employees in Germany and many
other European countries are entitled to ve to six weeks of paid vacation a year. Two years later my husband accompanied the second German students’ group to Wapakoneta; during these three weeks he was hosted by the Risner
family and he could enjoy their very generous hospitality.
So all the Americans we could host in Lengerich over the years were all very different, but always
very friendly and likeable. Our guests from Wapakoneta brought the American way of life and the scent of the big,
wide world into our home for some days. We were also very pleased that our teenagers and their friends could take
part in English conversations and realize that their school English was mostly understood. By their interest in these
young people and by their adapted language our American guests contributed greatly to the success of the understanding across the boundaries of both the generations and nations.
When I was nally able to travel as a chaperone of a group of our students to Wapakoneta - 16 years aer we had
hosted our rst guests from Wapakoneta - it seemed to me as if I was visiting kind distant relatives who I had not seen
for a longer time. I met many very sympathetic and helpful American friends in Wapakoneta where a lot of things are
similar and some things are different from the situation in Westphalia. And: Where you quickly feel at home because
of the human warmth of the people.
Wapakoneta!
Brigitte Fahrenhorst-Reißner
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«Wenn einer eine Reise tut… »
1995 begleitete meine Familie eine Schülergruppe bei ihrem Besuch in Wapakoneta. Diese Reise ist nun auch bald
20 Jahre her. Dennoch sind uns einige Erfahrungen von dieser Reise noch sehr präsent. Von diesen sehr subjektiven Eindrücken sollen die folgenden Zeilen handeln.
Zwar hatten wir Dr. Herman und seine Frau sowie Janice Smith bereits bei ihrem Besuch hier in Lengerich kennen
gelernt, aber dass daraus so viel Großzügigkeit entstehen würde, wie wir sie in Wapakoneta erfahren haben, war
doch überraschend. So zögerten die Hermans nicht, uns ihr großes Haus in ihrer Abwesenheit zur Verfügung zu
stellen. Schließlich kamen wir mit drei unternehmungslustigen Söhnen an. Janice und David Smith stellten einfach eines ihrer beiden Autos zu unserem Gebrauch in die Garagenauffahrt der Hermans.
Das Autofahren in den USA brachte allemal einige Überraschungen mit sich. Während es bei uns eher dem
Grundsatz des survival of the ttest gehorchte, ging es in Ohio eher mit deutscher Gemütlichkeit zu. Wir mussten allerdings unsere Orientierungsgewohnheiten umstellen. Ampeln fand das Auge nicht recht an der Straße,
sondern hoch hängend mitten über der Kreuzung. Wegerklärungen erfolgten, auch auf dem platten Land, mit
der Information, dass etwas so und so viele blocks away sei. Bei Autobahnausfahrten überraschte uns schon die
Einteilung nach getrennten gas, hotel und restaurant exits. Während bei uns der Kirchturm das nächste Dorf ankündigte, war es dort der Wasserturm, obwohl es ansonsten an Gotteshäusern keinen Mangel gab.
Wir benutzten unser Auto etliche Male nach dem Rat unserer Gastgeber. So konnte es passieren, dass wir die Strecke von unserem Haus zum Parkplatz für den Auglaize County Fair fuhren. Sie war genau so lang, wie der Fußweg
vom Parkplatz zum Festplatz. Und da es nun einmal in Ohio abends früh dunkel wurde, fanden wir unser Auto auf
dem riesigen Parkplatz nicht wieder. Eva ging mit den Kindern zu Fuß zurück, während ich mit einem mulmigen
Gefühl „unser“ Auto suchte – letztendlich mit Erfolg.
Beim Einkaufen machten wir ebenfalls ungewohnte Erfahrungen. So schloss Janice Smith ihr Auto auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt zu unserem Entsetzen nicht ab. Als wir unseren Einkauf hinter der Kasse einpacken
wollten, ging uns ein freundlicher Junge dabei zur Hand. Während wir in Deutschland in den 1990-er Jahren noch
eine Service-Wüste vorfanden, erlebten wir in den großen Geschäen in Lima, was man in Amerika unter Service
verstand.
Nach unserem Emp nden kühlten die Klimaanlagen die Häuser zu sehr herunter. Die Temperaturen drinnen
und draußen gingen doch sehr auseinander. In unserem Zuhause konnten wir uns selbst helfen, doch in den
Geschäen oder in der Redskin High School waren wir den Klimaanlagen ausgeliefert. Es dauerte eine Weile, bis
man sich darauf kleidungsmäßig eingerichtet hatte. Ich erinnere mich, dass ich Mr. Graham, dem principal der
Redskin High School, mit schlotternden Gliedern entgegen trat. Ich fror, ich war mit T-Shirt und kurzer Hose absolutely underdressed und ich war unrasiert. Denn ich hatte es nicht gescha, den Adapter für den Rasierapparat
zu bedienen. Darin wurde ich auf das freundlichste von einem Mitarbeiter eines Elektrogeschäs in Wapakoneta
eingewiesen. Beim nächsten Mal konnte ich Mr. Graham doch noch als zivilisierter Europäer gegenübertreten.
Überhaupt setzte uns das heiße Klima schon zu. Schon vor fast 20 Jahren zeigten sich auf meinem Kopf einige
schüttere Stellen. Auf diese brannte die Sonne erbarmungslos nieder. So suchte ich zum ersten Mal in meinen
Leben die Bürgersteigseite aus, auf der mich die Bäume halbwegs vor der Sonne schützten – vorausgesetzt es gab
Bäume und Bürgersteig. Eine base cap zu tragen brachte ich nicht übers Herz.
Wir haben beste Erinnerungen an die Menschen in Wapakoneta. Stellvertretend für viele erwähnen wir hier die
Herman-„Kinder“, die uns mit Geduld in die Tücken und Nebenwirkungen des garbage grinders einführten.
(Wenn man ihn ausschaltete, lief die Spülmaschine mit Wasser voll.) Wo immer man Rex Katterheinrich traf – er
war immer für ein Späßchen gut. David Smith verhandelte in Lima mit der Leihwagen rma so geschickt, dass ich
auch ohne internationalen Führerschein, also nur mit meinem „Lappen“ einen Leihwagen bekam. Rachel Barber
zeigte uns viele Orte, an denen deutsche Auswanderer ihre Spuren hinterließen. Last but not least: Janice Smith
ließ mich an meinem Englisch zweifeln, als sie mich bei der Rückkehr unserer Schülergruppe aus Columbus fragte: „Do we have to feed them again?“ Zu meiner Erleichterung brauchte ich die Schüler nicht zu füttern, sondern
sie kauen sich ihren Burger bei McDonald’s selbst und waren auf meine Hilfe nicht angewiesen.
Alfred Wesselmann
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Buch 1.indb 40
09.09.2014 23:40:28
«Strange things happen when you are abroad»
In 1995 my family chaperoned a student group on their visit to Wapakoneta. at means that this journey is now
also almost 20 years back in time. Yet certain memories of this journey are very lively. at is why I would like to talk
about these subjective impressions.
It is true that we got to know Dr. Herman and his wife as well as Janice Smith when they visited Lengerich, but we
did not expect so much generosity when we in turn paid our visit to Wapakoneta. e Hermans did not hesitate to
offer us their large house while they were absent. Aer all, my wife and I came with three enterprising sons. Janice and
David Smith just put one of their two cars in the pathway of the Herman house and said we could use it as we pleased.
Driving a car in the USA was a surprise of its own kind. Driving a car in Germany follows the principle of survival
of the ttest; driving a car in Ohio can best be described as German Gemuetlichkeit. We had to adjust our sense of
orientation to the situation in America. My eyes did not nd the traffic lights to the right of the inside lane, but they
hung high up above the crossroads. Giving someone directions implied that a place, be it in the city or in the at
countryside, was so and so many blocks away. Highway exits were indicated as separate gas, hotel or restaurant exits.
In Germany the church spire announces the next village, in Ohio it was the water tower. But this does not mean that
there were few churches in Ohio.
We used the car frequently according to what our hosts advised us to do. So it happened that we took the car from the
Herman house to the car park of Auglaize County Fair. is distance turned out to be as long as the way from the car
park to the Fair ground. Well, dusk is earlier in Ohio than in Germany, and that is why we did not nd our car in the
huge car park. e result was that Eva took our children and walked back home, whereas I – with an uneasy feeling
in my stomach – looked for the car in the dark. Eventually I was successful.
Doing our shopping also went together with unexpected experiences. When Janice Smith took her car to the shopping
center, she never locked her car, and we were horri ed because we would never leave a car unlocked. When we wanted
to pack our shopping, there was a friendly young man who gave us a hand. When we were in the big shopping malls
in Lima, we experienced real consumer orientation, while this term was still unknown in Germany.
e air-conditioning made the houses very cold; indoor and outdoor temperatures differed too much, or so we felt. At
the Herman house we helped ourselves to adjust the air-conditioning to meet our individual needs, but in the shops
or, for that matter, in Redskin High School, we were helplessly exposed to the air-conditioning. And it took us some
time to get used to it clothes-wise. I remember that I once met Mr. Graham, principal of Redskin High. My limbs were
shaking, not really with fear but I was wearing a T-shirt and shorts only. I was absolutely underdressed, and I was
unshaven. is was because I was not able to handle the adapter. A friendly shop assistant in Wapakoneta helped me
solve that problem. At my next encounter with Mr. Graham I appeared to be a civilized European.
Indeed, the hot climate was a challenge. It is now almost 20 years ago, and the rst patches of bald hair developed on
my head. e sun burned down on them relentlessly. For the rst time in my life I looked out for a sidewalk with shady
trees to protect myself against the sun – provided there were trees and a sidewalk. However, I did not condescend to
wearing a base cap.
We still have fond memories of the people in Wapakoneta. I can only mention a few who stand for the many. ere are
the Herman “children”, who were so patient when they initiated us into the secrets of the garbage grinder. (When we
switched it off, the dish washer lled with water.) Wherever we met Rex Katterheinrich – he always had a smile on his
face and a joke to tell. David Smith undertook negotiations with the car-rental man, because I had no international
driver’s license, and my 30-year old license (with corresponding photograph) did not convince the car-rental man.
anks to David Smith we could eventually rent a car. Rachel Barber showed us the many places, where German immigrants le their traces. Last but not least: Janice Smith made me doubt my command of the English language, when
our student group returned from Columbus and she asked me: “Do we have to feed them again?” Can you imagine
the relief I felt when I did not have to spoon-feed the students, but they bought their own burgers at McDonald’s and
did not need my help?
Alfred Wesselmann
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Buch 1.indb 41
09.09.2014 23:40:28
«Stets gut gelaunt und sportlich aktiv»
Lengerich/Tecklenburg/Wapakoneta - Andreas Puschkarski hat dieses Jahr sein Abitur am Graf-Adolf-Gymnasium
in Tecklenburg abgelegt. Als Koop-Schüler am Hannah-Arendt Gymnasium und Einwohner von Lengerich hat er
nach Abschluss der Prüfungen Kontakt mit dem deutsch-amerikanischen Freundschasverein Wapakoneta-Lengerich aufgenommen, um Praktikumsmöglichkeiten in einem englischsprachigen Land auszuloten. Der Verein hat
ihm bei der Vermittlung eines Praktikumsplatzes für sechs Wochen an der Wapakoneta High School geholfen und
dadurch auch ein neues Vereinsmitglied gewonnen. Andreas verbrachte sein Praktikum von Mitte August bis Ende
September in Wapakoneta. Seine Gastfamilie Dan und Vanessa Lee mit drei eigenen Kindern sind bereits erfahren in
der Betreuung von Gastschülern aus Lengerich.
Andreas berichtet: „Extreme Freundlichkeit, kalorienreiche Kost und wissensdurstige Deutschschüler. Wenn
mich jemand nach meinen ersten Impressionen von Amerika fragen würde, dann wäre das wahrscheinlich - mit
einem leichten Hauch von Sarkasmus - meine erste Kurzantwort.
Zugegebenermaßen brauchte ich ein wenig Zeit, um mich hier erst einmal zurechtzu nden. Das lag aber keineswegs an der aufgeschlossenen Mentalität der stets gut gelaunten Amerikaner. Überraschenderweise hat sich hier
jeder - wirklich jeder - sofort nach meinem Wohlbe nden erkundigt. Doch dieses Gefühl von einer übertriebenen
Wichtigkeit legte sich bald wieder, denn ganz allmählich wurde mir bewusst, dass die nette Floskel „How are you
doing?“ nichts als bloße amerikanische Durchschnittshö ichkeit ist.
Es ist auch erstaunlich, dass ich erst hier merke, wie „toll“ ich eigentlich bin. Manchmal habe ich das Gefühl,
dass ich von Komplimenten nur so überschwemmt werde. Von „fantastischen Englischkenntnissen“ bis zu einem
„gesunden Hunger“ ist alles vertreten. Leider ist diese besondere Art der Aufgeschlossenheit auch einfach nur
in der Kultur etabliert. Spätestens nachdem ich dem amerikanischen Sarkasmus, der übrigens allgegenwärtig ist,
begegnet bin, musste ich meine rosarote Brille endgültig absetzen. Schade eigentlich. Ich hätte mich glatt an dieses
schöne Gefühl gewöhnen können.
Kommen wir mal zu einem anderen interessanten kulturellen Aspekt. Es scheint durchaus normal zu sein, dass
man hierzulande sein „Breakfast“ mit leckeren Waffeln, French Toast und anderen Leckereien beginnt. Mittags
und abends wird man dann mit weiteren landestypischen Spezialitäten á la „Fried Chicken“ oder „Hot Dogs“
verwöhnt.Demgegenüber steht der übertriebene Sportwahn der Amerikaner. Es ist keine Seltenheit, dass man fast
seine komplette Freizeit mit diversen sportlichen Aktivitäten verbringt. Es scheint wohl unüblich zu sein, Zeit mit
sich selbst zu verbringen. Zum Glück gibt es ja zahlreiche Beschäigungsmöglichkeiten wie die „Games“. Wen
wundert es da, dass man auch nicht scheut, drei bis vier Mal die Woche zu einem dieser berühmt-berüchtigten
Spiele zu fahren, um die „Wapakoneta Redskins“ anzufeuern. Normalerweise gipfelt die sportliche Woche in dem
„Football Game“ freitagabends. Dort darf man sich über euphorische „Nachbarfans“ freuen. Aber eins muss man
den Amis schon lassen: Der American spirit ist deutlich zu spüren, insbesondere bei solchen Veranstaltungen. Es
ist ein unglaubliches Gefühl, an solchen besonderen Spektakeln Teil zu haben. Es wird natürlich durch die Nationalhymne, den omnipräsenten US-Flaggen und den typischen „Wapakoneta-T-Shirts“ mehr als nur unterstützt.
Letztendlich sind es aber natürlich die Zuschauer selbst, die diese unglaubliche Stimmung erzeugen.
Es ist schon richtig, dass einem hin- und wieder einmal Menschen begegnen, die einem skurrile Fragen über
Klein-Deutschland stellen. Amerika ist einfach ein riesiges Land und bietet mit seiner Vielfalt ebenso viele Reisemöglichkeiten, weswegen auch viele einheimische Landesbewohner dazu neigen, zunächst die Weiten des amerikanischen Kontinents zu bereisen anstatt das ferne Europa kennenzulernen. Auch in den Medien sowie in der
Schule wird Amerika eine besondere Stellung zugeschrieben. Jedoch hatte ich kein einziges Mal das Gefühl, dass
die Leute hier kein Interesse an mir beziehungsweise meiner Heimat gezeigt haben. Sobald ich erst einmal zwei
Sätze mit jemandem gewechselt hatte, kam sofort die Frage auf, woher ich denn käme. Dafür war mein
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Buch 1.indb 42
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„German accent“, sagen wir mal, mitverantwortlich. Der wird hier aber auch nicht verpönt oder Ähnliches. Ganz
im Gegenteil sogar! Viele Bewohner haben selbst deutsche Vorfahren, die im 19. Jahrhundert aus Lengerich und
Umgebung nach Ohio ausgewandert sind und haben somit einen ganz anderen Bezug zu Deutschland. Einige
ältere Bewohner sprechen sogar noch unser Plattdeutsch.
Ein weiterer Grund für mangelnde Landeskenntnisse ist wahrscheinlich, dass Fremdsprachen immer noch optional sind. Englisch wird als Weltsprache angesehen, und somit scheint es vielen nicht notwendig, eine weitere
Sprache zu erlernen.“
«Andreas Puschkarski on Fox News Lima»
Wapakoneta has played host to German exchange students from their sister city since 1992. Most of this year's students are already back in Deutschland. However, one teen who is staying for a few extra weeks to gain some extra
experience.
At the front of the classroom, Andreas Puschkarski, looks a little young to be teaching a German class. at's because
he is just 19 years old. e native of Germany is practicing his future profession before he even starts college.
"I'm going to study English and Spanish in order to become a teacher. So, this is just a perfect possibility," said Puschkarski.
e teen came to Wapakoneta as part of the annual sister city exchange with Lengerich, Germany. e other German
teens have already returned, but Puschkarski stayed behind to help with the start of the school year.
"He's de nitely picking up a lot of English, and they are getting rst hand experience with pronunciation and the culture," said Michelle Borges, Wapakoneta German teacher.
For students in the class, Puschkarski and others who participate in the exchange -- not only correct each others sentence structure-- they learn from each other what they wouldn't normally learn in class.
Wapak junior Zach Hotzapple learned phrases while in Germany like, "What's up with the ladies."
Even though many of these students probably take their hometown for granted. Puschkarski believes Wapak has a lot
to offer.
"It was just so astonishing seeing such a small ville, to have plenty of possibilities. You can't be starving here!" said
Puschkarski.
However, the town with strong German roots wasn't what the teen anticipated.
"I expected a lot of people to speak a least a dialect of German... I though it'd be more German."
Puschkarski returns to Germany in three weeks to start his college studies.
"If I had a choice, I'd de nitely lengthen my stay because I love it," said Puschkarski.
Several of the students taking German classes in Wapak have also gone to Germany-- including eight teens just this
summer.
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«German-American Love against some odds: A Modern Love story»
I‘m happy to provide a story of my wife Katie and myself about our experience during the last 20 (or for us only 17
years) within the sister cities friendship between Wapakoneta and Lengerich.
Our story begins in 1997 when I was able to stay four weeks in Wapakoneta during the summer. We were a group of
teenagers that traveled without a chaperone. We made lots of experiences within our host families (I stayed at Mike
and Vicki Sunderland - Middle St). Several trips supported by the Campbell family and also lots of aernoon and
evening activities together in Hassenauer’s basement made the trip unforgettable for me (Daniel).
So I decided to go back to Wapakoneta aer my Abitur (German graduation) in 1999 and visit the friends and
spend time with the exchange students that were there at that time. at‘s the time when I rst met Katie. Even
though she was 2 years older than me, I thought she was somehow immature. I cannot remember too much of this
time, but I must have le some impression on Katie during my visit.
Our next meeting then took place a year later (in 2000) when the American adult group went to Lengerich and
they planned a trip to the Hannover World Fair where we spent the whole day together, walked around and enjoyed
a beautiful German summer day. Katie is always telling the story that I invited her for supper and paid for her meal.
Aer that meeting we stayed in contact; not very oen we communicated via email and with me (Daniel) being in a
relationship, we lost sight of each other – until that relationship ended in 2007.
I decided to get back in contact with some “old” American friends, I wanted to nd out what had happened during
the last years, who had moved on to college, got married and everything else that happens in life. I also decided to
get in contact with Sister-Cities in Lengerich, with the intention to give something back and support the organization, based on what I experienced when I was a student at school.
I don’t know how, but at that time in late summer/fall 2007, Katie’s sister Becky also was in some way in the same
situation in which I was: we both split up at that time from the boy-/girlfriend, and so we had something to talk
about.
Soon also Katie and I started emailing with each other… it started on a weekly basis, got soon into twice/three times
a week and then to a daily communication. It also was not only communication via email; we also here and there
surprised each other with some snail-mail. We both gured that there were some shared interests, also the same
values and goals in life. I realized that Katie no longer was the immature girl that I met eight years ago.
So at some point in October or November that year, we started the adventure of a long distance relationship – not
met in person, but based on our communication, the exchange of our daily experience and happenings at work or
with friends and family.
Katie then already started planning to get back to Germany and to join the group of young students/graduates from
high-school as a chaperone in the summer of 2008. I on the other side had thought about visiting her before. I never
told her about it, so I wanted to surprise her at her birthday in April with a visit in Wapak. I organized everything
and communicated the trip with Becky, so that the family was prepared and it was only a surprise for Katie.
My rst ight back to the USA was then also an adventure, especially when I arrived in Frankfurt at the airport,
and my ight to Atlanta got canceled. Great – I thought – but nothing to freak out about, just to proceed and get
some ight over to the US and then gure out from there and give Becky a call to inform her. And aer rebooking
and ying into Newark, then Cincinnati and then nally to Dayton, Becky, Jim and Peg Kohler picked me up at the
airport.
Unfortunately, when we arrived at the Kohler house, the surprise was not such a big surprise like I expected; Katie
got suspicious a couple of days before my trip and she “hacked” into her sister’s email account and found out about
the plans. Still, we were both very happy to nally meet again in person and shared a big hug.
Aer these two weeks of the rst get together, from then on, Katie and I have always been sharing our vacation
times on the other side of the big pond. Katie came over in the summer 2008 and we had lots of fun with the group
of students from Wapak; aerwards I spent my rst American Christmas and New Year in Wapak in 2008/09.
Katie came over in April/May 2009, just a couple weeks before I was going to be the chaperone for the Lengerich
group of students to visit the US for the rst time.
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I always tried then to make some special trips while Katie was in Germany: and in May 2009 I went with her to
southern Germany… this time she didn’t know what I had planned. It was a beautiful start of a May 7th of 2009 when
I had planned a trip to Neuschwanstein, together with a visit and tour of the castle and since some Americans don’t
like hiking, we took the horse carriage up to the castle. It was a beautiful early summer day with the best weather you
can imagine for such a trip, so also my next plan to have a picnic on a eld in front of the castle with the best view was
just perfect. It was the perfect scenery to ask her the question, if she wants to marry me. Unlike in Germany Americans
keep a certain tradition of proposing, yet I was prepared and was able to put a ring on her nger: We were engaged!
From then on, we spent even more time together: We moved to Bavaria where I found a new job and Katie stayed with
me at the beginning of 2010 for a longer period before our special day arrived in May 2010: Also my family joined our
wedding celebration and it was a great party and the perfect day that we both enjoyed and will keep in mind the rest
of our lives – the beginning of Family Deutsch.
Aer our honeymoon in Paris, we stayed for a couple of months in Bavaria, starting then the process of me applying
for residency in the US and then also of her to receive a residence status in Germany. Katie always had to go back to
the US aer three months due to the missing residency permit for her in Germany. Finally in 2011 she then stayed full
time in Germany taking German classes and trying to integrate into the German way of life. It got a little difficult,
because she was sick a lot in the morning: the perfect reason for this – we were expecting a little baby boy.
Our decision then was that he should be born in the US, to have the advantage of automatic US and German citizenship, which made me talk to my company and my understanding boss, so I was able to take the special German
paternity leave “Parental Time”, which I was planning to do in the US and in Wapakoneta at Katie’s parents’ house.
By the way, it is incredible how big the family and community support is in the US – especially in such small cities
like Wapak.
Baby Xavier was born in October 2011 and I chose to be a Stay-at-home daddy – at least for the rst four months of
the kid’s life. It was a great experience and the bonding with the kid was incredible.
Aer these four months, we moved back to Germany: my company then also offered me to move back to Lengerich –
so that we were closer again to my family and they were able to see little Xavier growing up. Not for too long, because
surprisingly I got an offer from another German company that was looking for support to open up a subsidiary of
their computer soware consultant business in Cincinnati, OH. Great opportunity for us to be at least in Ohio where
we always wanted to be – and again: with family support not so far away (Cincinnati – Wapakoneta is around a 120
miles apart / 2 hours driving distance).
e plan was again: packing the furniture but this time for good to move into the US!!!
We then had a couple of months of training for my new job schedule which took place in southern Germany again –
around Lake Constance (Bodensee in German), before we nally moved in November 2012.
By the time we arrived in the US, we didn’t have an apartment around Cincinnati yet, but within a week we found a
nice one in Mason, Ohio – even closer to Wapak than we thought it would be. e job started great in 2013 and we
also settled in really well and felt comfortable.
Xavier rst had some difficulties getting used to other people, so he went to daycare and got to play with other kids his
age. Katie resumed working in October 2013; unfortunately “again”, she then had problems with some sickness in the
morning: Oh well, another baby was on the way – this time a baby girl!
e growing family required new home planning, the apartment would get crowded and small. So we started looking
for a house at the beginning of the year 2014 – quickly we found something affordable and cozy in a great neighborhood and a good school district north of Cincinnati; so we started packing again – the nal fourth move within our
relationship/marriage.
In June 2014 our little Lillian was born, three weeks later we moved into our new house and since then we have been
enjoying the new space and our own house with plenty of room – also for visitors: Wapakoneta, Lienen or Lengerich:
everybody is welcome in our home if someone wants to explore fabulous Cincinnati and the area. It is a great place
to live and raise a family!
We are so thankful to the Wapakoneta – Lengerich sister city friendship organization: without you guys we would
have never had this experience!!!
Happy 20th Anniversary – and we are looking forward to celebrate more anniversaries and welcome lots of more students and adult groups in the future 10/20/50 years!
ank you for everything,
Lillian, Xavier, Katie und Daniel Deutsch (from West Chester, OH)
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09.09.2014 23:40:30
«Transatlantisches Elternglück: Freude über Xavier»
Lengerich - Die Städtepartnerscha zwischen Lengerich und Wapakoneta lebt. Und wie. Das erste „transatlantische“ Baby hat dieser Tage das Licht der Welt erblickt. Ganz stolz auf Xavier sind die stolzen Eltern Katie und Daniel
Deutsch.
Das erste Kind aus einer Ehe zwischen einem Lengericher und einer Wapakonetanerin wurde am 12. Oktober um
14.46 Uhr im „Joint Township District Memorial Hospital (JTDMH)“ in St. Marys geboren. Der kleine Stammhalter war bei der Geburt 51 Zentimeter groß und 2525 Gramm schwer.
Daniel Deutsch ist durch den Schüleraustausch, der vom Freundschasverein Wapakoneta seit 1994 organisiert
wird, erstmals in Wapakoneta gewesen und hat die kleine Stadt im Herzen von Ohio lieben und schätzen gelernt.
Das war 1997. „Katie und ich haben uns 1999 kennen gelernt, als ich nach meinem Abitur noch mal in die Staaten
ge ogen bin, um alte Freunde von meinem Austausch wieder zu treffen“, berichtet Deutsch.
2000 sei er dann mit Katie und anderen Freunden auf der Expo in Hannover gewesen, und anschließend seien sie
relativ locker im E-Mail-Kontakt geblieben. „Es gab auch mal einige Jahre gar keine E-Mails“, schildert der junge
Familienvater.
„2007 hatte ich dann den Entschluss gefasst, wieder mal Kontakt aufzunehmen, um die alten Freundschaen aufleben zu lassen und mal wieder in die USA zu iegen, wo sich dann die Beziehung zu Katie vertie hat“, erzählt
Daniel Deutsch. Es seien weitere Besuche und zeitlich befristetes Zusammenwohnen in Deutschland und in den
USA gefolgt.
Die Liebe wuchs. Am 8. Mai des vergangenen Jahres wurde in Wapakoneta geheiratet. Die erste transatlantische
Hochzeit, die aus der Städtepartnerscha entstanden ist. Gelebt haben Katie, eine geborene Kohler, und Daniel
Deutsch zunächst in Geretsried in Bayern, bis sich Xavier ankündigte. „Katie ist dann zur Entbindung hier zurück
nach Wapak ge ogen, und ich verbringe momentan meine „Elternzeit“ hier“, schreibt Daniel Deutsch in einer
E-Mail.
Schon bald wird das „transatlantische“ Paar mit seinem Sprößling nach Deutschland ziehen. „Ab April nächsten
Jahres sind wir dann komplett zurück in Lengerich und werden in der Wüstenei wohnen“, teilt der glückliche Familienvater mit.
„Wir freuen uns mit dem jungen Paar“, erklärt Ursula Hohmann-Assig, die Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Freundscha zwischen Lengerich und Wapakoneta. „Was der Schüleraustausch so alles zustande bringt“,
schmunzelt sie. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Maßnahme im kommenden Jahr. „Leider mangelt es
erstmals an Anmeldungen“, berichtet sie ein wenig enttäuscht. Die Zeiten, wo sogar Bewerbungen abgewiesen
werden mussten, weil zu wenig Plätze zur Verfügung standen, seien offenbar vorbei. Sie ho dennoch auf einige
Nachrücker. Noch seien Plätze frei für den nächsten Schüleraustausch.
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Die beiden Photos zeigen eine weitere transatlantische deutsch-amerikanische Eheverbindung:
Ines, geb. Naaz und Kyle Joseph Koschalk haben am 05.05.2010 in Marysville in Ohio geheiratet.
Ihr nun 14 Monate alter Sohn Connor Lukas wurde am 20.06.2013 geboren. Die junge Familie lebt nun in Wapakoneta. Ines hat 2003 am jährlichen Schüleraustausch teilgenommen (siehe Übersicht in der ersten Festschri von 2004).
e two photos above feature another transatlantic German-American marriage match:
Ines, maiden name Naaz, and Kyle Joseph Koschalk were married on May 5, 2010 in Marysville, Ohio.
eir 14-month-old son Connor Lukas was born on June 20, 2013. e young family now live in Wapakoneta.
Ines took part in the student exchange in 2003 (see survey of group travels in the rst Festschri/publication 2004).
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Deutsch-amerikanische Beziehungen im Wandel der Zeit
Ein historischer Rückblick aus dem Jahr 2014 auf das Jahr 1914
anlässlich der 20jährigen Städtepartnerschaft Wapakoneta - Lengerich
1
Die Städtepartnerschaft Wapakoneta-Lengerich ist Teil der Sister-Cities-Bewegung, die der
damalige Präsident Eisenhower in den 1950-er Jahren initiierte. Die Beziehungen zwischen
St. Marys und Lienen sind ebenfalls darin eingebettet. Die Kontakte zwischen Ladbergen und
New Knoxville befinden sich auf einer weniger formellen Ebene, gleichwohl sind auch sie
intensiver Natur.
Diese deutsch-amerikanischen Beziehungen haben also eine räumliche Dimension: drei Orte
in Westfalen und in Ohio, die jeweils nahe beieinander liegen. Doch diese Beziehungen haben
auch eine historische Dimension, die weit über die letzten 20 Jahre hinausgeht. Die Wurzeln
liegen in der Auswanderung aus diesem Teil Westfalens in die Neue Welt im 19. Jahrhundert,
vor allem ab den 1830-er Jahren.
Wenn wir die ersten Jahrzehnte dieser Siedlergemeinschaften betrachten, stellen wir fest, dass
Deutsch die Alltagssprache dieser Menschen war. Wenn wir in die Gegenwart schauen,
stellen wir fest, dass wir hüben wie drüben in der englischen Sprache kommunizieren, und das
mit Menschen, die vielfach einen deutschen Nachnamen tragen.
Fast 200 Jahre sind sechs Generationen eine genügend lange Zeit, in der eine Auswanderer/Einwanderer-Gemeinschaft in einer anderssprachigen Mehrheitsgesellschaft ihre
Muttersprache verliert. Ein Phänomen beschleunigte den Rückgang des Deutschen. Die
meisten Deutschen sprachen kein Hochdeutsch, sondern nur ihre regionalen Dialekte. Das
machte so seltsam es klingen mag die Verständigung der Deutschen untereinander schwer.
Und als lingua franca bot sich das Englische an.
Um die Jahrhundertwende formulierte eine englischsprachige pädagogische Zeitung aus
Milwaukee:
Nachkommen
2
Die deutschsprachigen Pädagogischen Monatshefte, die dieses Zitat brachten, konnten dem
nur Nostalgie entgegensetzen:
Herzenstöne im Deutschen beim Klange deutscher Laute geweckt werden, und warum daher
der Deutschamerikaner mit aller ihm innewohnenden Energie neben dem Englischen, das er
1
1871 tat der deutsch-amerikanische Politiker Carl Schurz (1829 1906) diesen Ausspruch.
Western Teacher, zitiert bei Anne Aengenvoort, Migration Siedlungsbildung Akkulturation. Die
Auswanderung Nordwestdeutscher nach Ohio, 1830 1914 (Stuttgart, 1999), S. 267.
2
48
Buch 1.indb 48
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allerdings zu beherrschen trachtet und auch schon in der zweiten Generation vollständig
3
Obwohl also kaum eine Region in den USA bessere Voraussetzungen für den Erhalt des
Deutschen bot als der County Auglaize, war das Deutsche bereits um die Jahrhundertwende
auf dem Rückzug. Vor genau 100 Jahren verlor die deutsche Sprache und Kultur ihren
Einfluss auf die amerikanische Gesellschaft: ethnic disappearance.
Ich möchte hier aus der Rückschau des Jahres 2014 einige Beobachtungen anstellen, die die
Rolle der Deutsch-Amerikaner, der hyphenates, während des Großen Krieges, The Great War,
zum Thema machen. 1923 stellte die New Bremen Sun fest:
e
heretofore known to be strongly German in customs and habits. And, once again, the war was
4
Für die Jahre von den Anfängen der Einwanderung bis zum Jahr 1914/1917 stellten die
Deutsch-Amerikaner eine Einwanderergruppe dar, der es gelang, die eigenen kulturellen
Wurzeln in der neuen amerikanischen Identität lebendig zu halten. Der rasante Einbruch im
Gebrauch des Deutschen zwischen 1914, dem Ausbruch des 1. Weltkriegs, und 1917, dem
Eintritt der USA in den Weltkrieg auf Seiten der Gegner Deutschlands, ist historisch
hinlänglich belegt und analysiert worden.
Daher möchte ich den Blick auf die Gegenden richten, die Ausgang und Ziel der Migration
waren: Ohio und Westfalen. Die Deutsch-Amerikaner in Ohio und im Mittleren Westen
verfolgten die Ereignisse in Europa 1914 sehr intensiv. Wie sahen sie die Ereignisse in
Europa und was teilten sie davon ihren Verwandten in Westfalen mit? Wie erklärten sie ihre
Sicht auf den Krieg in Europa ihren Landsleuten in Amerika? Und schließlich: Wie reagierte
die Mehrheitsgesellschaft in den USA auf das auffällige Verhalten ihrer bisher so
respektierten Minderheit der Deutsch-Amerikaner?
I
Ich wende mich nun meiner ersten Frage zu: Wie sahen die Deutsch-Amerikaner die
Ereignisse in Europa, welche Einschätzungen teilten sie einander mit und was berichteten sie
ihren Verwandten in Westfalen über den Krieg in Europa ab 1914?
Am 04.12.1914 schrieb ein Friedrich Telkemeyer aus DuQuoin (Illinois) seinem Bruder in
Lübbecke (Ostwestfalen):
darum nicht verzagen: Gott verläßt die Deutschen nicht.
Hier in Amerika auf den Deutschen und Österreichischen Konsulats-Ämtern sind 500.000
Deutsche und Österreichische Reserwisten und Landwehrleute eingetragen und warten auf
3
4
Zitiert nach Aengenvoort, S. 267.
Zitiert nach Aengenvoort, S. 283.
49
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orders und sobalt die Überfahrt sicher ist, werden sie kommen. Alle Kirchen und Zeitungen
sammeln fürs [D
Es werden hier viele Pferde und Maulesel gekauft für England, auf einem Schiff mit 800
Pferden sind sämtliche Pferde ferbrant oder erstickt und das Schiff mußte zurück zum Hafen.
Eine Sattlerei, die tausende von Sätteln für die Allierten anfertigte, ist samt Sätteln in
Flammen aufgegangen; ein Deutscher sols gethan haben. ich glaube es selbst.
Ich denke nicht, daß der Krieg lange anhalten wirt, den[n] die Russen können ja doch nur mit
einer Hand schißen, den[n] mit der anderen müssen sie sich kratzen und zu dem Gezeter der
Inder und Zuaven wird die Tante aus Essen schon den erwärmenden Brumbaß singen, das
5
Dieser Brief, der hier (wie andere auch) im Wortlaut wiedergegeben wird, beschreibt eine
Richtung, die unter den Deutsch-Amerikanern bei Kriegsbeginn 1914 auch vorhanden war.
6
unterstützten vorbehaltlos die deutsche Sache. Der Brief steckt voller
Vorurteile und Einseitigkeiten, von denen ich nur die erkläre, die dem Leser nicht sofort
erkennbar sind. Der Schreiber befürwortet offensichtlich Sabotageakte gegen amerikanische
Unternehmen (die es tatsächlich in einem sehr geringen Umfang gegeben hat). Der Schreiber
ist von der Überlegenheit der deutschen Waffen und Kultur überzeugt: die Russen sind
schmutzig, die Briten schicken unartikulierte Kolonialtruppen aus Indien und die Franzosen
entsprechende Soldaten aus Nordafrika in den Kampf gegen Deutschland. Deutsche Waffen
wie die Dicke Bertha aus Essen werden sie schnell besiegen.
Hinzu kam, dass in den USA tatsächlich an die 200.000 Deutsch-Amerikaner lebten, die zum
größeren Teil schon die amerikanische Staatsbürgerschaft erworben hatten, die aber vor ihrer
Auswanderung in Deutschland ihren Wehrdienst geleistet hatten. Wären sie wirklich in so
großer Zahl nach Deutschland zurückgekehrt, wie es der Schreiber erhoffte, wäre das nicht
ohne Folgen für das Kriegsgeschehen geblieben. In Wirklichkeit gelang es jedoch nur einigen
nd Landwehrmännern, sich nach Deutschland
7
durchzuschlagen.
Um sich auf ihren Einsatz im europäischen Krieg vorzubereiten, gaben sich einige deutsche
Reservisten im August 1914 der Lächerlichkeit preis und begannen mit militärischen
Übungen auf dem Gelände des Elmhurst College, einer deutschsprachigen evangelischen
Lehranstalt nahe Chicago.8
Im Februar 1915 wusste man in Amerika sicher, dass die deutschen Kriegsziele nicht in der
Zeit erreicht wurden, die man propagiert hatte. Dennoch schreibt Heinrich Oberschulte aus St.
Charles (Missouri) an seinen Bruder in Rödinghausen (Ostwestfalen):
5
HeinzAuswanderer aus dem Kreis Lübbecke und Umgebung berichten aus Amerika (o. O., 1988), S. 353.
6
Dieser Ausdruck stammte von einer gemäßigten deutschen Stimme vom 30.08.1914, zitiert nach Barbara
Wiedemann-Citera, Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Deutsch-Amerikaner im Spiegel der New
Yorker Staatszeitung, der New Yorker Volkszeitung und der New York Times 1914 1926 (Frankfurt, 1993), S.
45.
7
Vgl. Katja Wüstenbecker, Deutsch-Amerikaner im Ersten Weltkrieg. US-Politik und nationale Identitäten im
Mittleren Westen (Stuttgart, 2007), S. 58 und 65.
8
Vgl. Wüstenbecker, S. 54.
50
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den lieben Brief von deinen Sohn Adolf sehe ich, daß Er jetzt auch dem lieben Kaiser
sein Vaterland diehnen thut. So sind alle deine Söhne fort von der Heimat, wollen jedoch mit
Gott hoffen, daß sie alle wieder gesund aus dem Völkerkriege wieder in der Heimat
zurückkehren. Die ganze Welt steht in Erstaunen über die gewaltige Macht Deutschland! Ja,
met Recht kann man singen und sagen: Deutschland, Deutschland, über Alles, über Alles in
der Welt! Hätte England und Frankreich und Rußland gewuß, was sie hetten erfahren, wären
sie gewiß nicht in den blutigen Krieg gezogen! Gott mit Euch und wiederum Gott mit Euch,
den
Meine Jungens sagen Alle: laß uns herrübergehen und Deutschland helfen. Aber ich sage und
bleibe dabei, daß Deutschland im Stande ist, sich selber zu helfen. Denn wenn die Deutschen
9
Während das Herz noch ganz für Deutschland schlägt, empfiehlt die Vernunft dem
Briefschreiber Zurückhaltung.
Meinungen, wie sie in diesen beiden Briefen zum Vorschein kommen, sind nur ein Ausschnitt
aus dem breiten Spektrum, das Deutsch-Amerikaner zu Papier brachten. Ich möchte also auch
andere Stimmen aus diesem Spektrum zu Wort kommen lassen. Katharina Stier schrieb am
21.11.1915 aus Chicago nach Deutschland:
hon viele große Versamelungen abgehalten um gegen den
Munitions und Waffenschacher nach England zu protestieren, hat aber bis jetzt noch nichts
genutzt. das hiesige Deutschtum ist sehr erbost darüber, der Krieg wäre wohl schon zu Ende
10
Ein Johann Witten schrieb am 15.12.1915 aus Douglas im Staat Washington in seine alte
Heimat und kritisierte dabei vor allem die amerikanische Regierung:
erz ist es, daß unser Präsident Wilson sich der englischen Seite zu Diensten stellt.
Warnung und Bitten laufen täglich bei ihm ein, doch diesen Waffenschacher Einhalt zu
gebieten. Aber der arme Mann, muß man sagen, steht unter dem Druck der Großkapitalisten.
Alles Geld, was England für Kriegsmaterial zahlt ist Blutgeld. Durch diese Lieferungen wird
Waffenschacher. Aber die englischen Zeitungen vergiften unser Volk mit allen möglichen
Lügen. Die getreue Wahrheit wird unserm Lande vorenthalten. Unsere Staatspolitik steht unter
dem Druck und Einfluss Englands. Hoffentlich wird unser Präsident nochmal die Falschheit
11
Englands erfahren. Aber soweit hilft er England und brin
Wenn auch an der Kriegsschuld keine Zweifel aufkamen, so gab es doch deutliche Stimmen
gegen den Krieg. So schrieb Ludwig Dilger, * 1863 in Witten a. d. Ruhr, am 06.12.1914 und
noch einmal am 07.02.1915 aus St. Louis:
9
HeinzAuswandererbriefe aus
dem Kreis Lübbecke und Umgebung 1890 1952 (Espelkamp, 1995), S. 25 26.
10
Wüstenbecker, S. 97 98.
11
Wolfgang J. Helbich u. a., Briefe aus Amerika. Deutsche Auswanderer schreiben aus der Neuen Welt 1830
1930 (München, 1988), S.266 267. Wittens, geb. 1855, Antikapitalismus mutierte später zu Bewunderung für
den Nationalsozialismus.
51
Buch 1.indb 51
09.09.2014 23:40:34
lich denke ich an die armen Soldaten aller Nationen, die bei diesem Unwetter in
Schützengräben liegen, und einander zu töten suchen. Doch eins bin ich gewiß, nämlich, daß
Deutschland an diesem Krieg keine Schuld trägt, und daß es, nach dem es die schweren Opfer
gebracht hat, siegreich aus diesem Kampf hervorgehen möge. Recht soll und muß
Leute, die am schwersten darunter leiden, aber ich bin fest überzeugt, daß dieser Krieg nicht
von Deutschland heraufbeschworen wurde, und daß es ein Krieg für die Existenz des
drauf, das sie alle die Kränke kriegen in das klap
12
Ich meine, dass in diesen Briefen die Akzente schon deutlich anders gesetzt waren, selbst
wenn man in Rechnung stellt, dass die amerikanische Mehrheitsgesellschaft die Kritik an
ihrem Präsidenten Woodrow Wilson nicht gern hörte. Schließlic
Das war auch die entscheidende Parole der Demokraten im Präsidentschaftswahlkampf 1916.
Die Minster Post machte unverhohlen Werbung für die Demokratische Partei. Das tat sie zwar
auf Deutsch, aber ohne ausdrücklich einen deutschen Standpunkt einzunehmen:
Tatsache bestehen, daß wir unter der gegenwärtigen Regierung nicht in den großen Weltbrand
ergangenheit dürfen wir wohl auf die Zukunft
schließen und annehmen, daß uns die demokratische Regierung auch in derselben vor einem
Gleichzeitig mit der Wahl des Präsidenten stand die Wahl des Gouverneurs von Ohio an, und
die Minster Post unterstützte den demokratischen Bewerber James Cox,
bekleidet hat. Er bietet die Garantien für eine echte und immer weiter fortschreitende
13
Den Gegner, die Republikanische Partei mit ihrem Präsidentschaftskandidaten Hughes, griff
die Minster Post in englischer Sprache an. Sie legte dem Wähler 10 rhetorische Fragen vor,
die ihn sicher zum Wähler der Demokraten machen würden. Bemerkenswert ist auch hier
wieder eine Tendenz, gegen das große Kapital/big business zu polemisieren.
Why is every boss and political grafter [Schieber, Profiteur] in the Republican party for Mr.
14
Vier Tage vor der Wahl am 07.11.1916 wiederholte die Minster Post noch einmal eindringlich
ihre Wahlempfehlung:
sich das Vol
12
Helbich, S. 475.
The Minster Post, 27.10.1916.
14
The Minster Post, 27.10.1916.
13
52
Buch 1.indb 52
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Wir sehen darum keinen Grund, gegenwärtig einen Wechsel in der Administration
[Cox] war ein echt demokratischer Gouverneur, dessen ganzes Bemühen darauf gerichtet war,
die Lasten des gewöhnlichen Mannes zu erleichtern und die Lage der arbeitenden Klassen
erträglicher zu gestalten und ihnen die sämtlichen Möglichkeiten des Fortschrittes und des
15
Wohlstand
II
Damit wäre ich bei meiner zweiten Frage, nämlich wie die Deutschamerikaner ihre Sicht auf
den Krieg in Europa ihren amerikanischen Landsleuten erklärten. Natürlich gab es Stimmen
in der deutschamerikanischen Presse, die die Rechtfertigung der deutschen Kriegsführung und
der Kriegsziele so wiederholten, wie sie in meinen ersten Zitaten aufscheinen. Dann gab es
die Stimmen derjenigen, die die deutsche Kultur, ihre Sprache und Literatur hochhielten,
während sie mit Kritik an der deutschen Politik nicht hinter dem Berg hielten.
Auch hier waren die Stimmen, die sich bemerkbar machten, sehr disparat. So äußerte sich ein
bekannter Sprecher der Deutschamerikaner, Charles J. Hexamer, im November 1915 in
Milwaukee in sehr arroganter Weise so:
Kultur, no, we have made it our aim to
16
Die deutschamerikanische Presse lancierte in ihren Produkten ihre Sicht der Dinge in die
Öffentlichkeit, und diese Sicht bestand in einer nahezu vollkommenen Übernahme der
deutschen Kriegsberichterstattung mit all ihren Einseitigkeiten und Fälschungen.
Es ist eine Paradoxie, dass dies in der deutschsprachigen Presse geschah, die die übrigen
Amerikaner nicht lasen und meist nicht lesen konnten. Benutzte die deutsche Presse dazu die
englische Sprache, dann konterkarierte sie ihre Absicht, die deutsche Sprache zu erhalten.
Ein Beispiel dafür ist die zweisprachige Minster Post (Ohio), die mit einigen unübersetzbaren
(platt-) deutschen Beiträgen sicher nur die deutsche community erreichte. Die Minster Post
setzte oft das Mittel des (makabren) Humors ein, um die deutsche Sicht zu propagieren. Dafür
zwei Beispiele:
-
17
Männer, die wohl auch gerade eine westfälische Kneipe hätten verlassen können, in
folgendem Gespräch:
15
The Minster Post, 03.11.1916.
Zitiert nach Wüstenbecker, S. 100.
17
The Minster Post, 03.12.1915.
16
53
Buch 1.indb 53
09.09.2014 23:40:35
se uns müchten
verhungern laten?
Unminschen.
Junge, Junge, wenn dät wohr is dät geiht van de Suff
18
Die Kritik der Deutschamerikaner richtete sich vor allem gegen die Unterstützung
Am 03.08.1915 parodierte ein Blatt aus Columbus ein deutsches Volkslied und forderte den
amerikanischen Präsidenten auf, es vor der britischen Botschaft zu singen:
Und Kisten, mit Sprengstoffe [!] schwer.
Ich gab dir Millionen Patronen
19
Nur einen Monat vorher hatten zwei deutsche Zeitungen aus Cincinnati und Dayton das
Versenken britischer Schiffe mit amerikanischer Munition an Bord mit folgenden Worten
befürwortet:
20
Andererseits gab es in Cincinnati auch Deutsch-Amerikaner, die sich weigerten, die
prodeutsche Propaganda einschließlich der Geldsammlungen für deutsche Zwecke
mitzumachen. Sie scheuten sich nicht, den deutschen Anteil an der Kriegsschuld zu benennen.
Freunde machten sie sich nicht damit unter den Deutsch-Amerikanern.
eturned the letters sent to them during the campaign to
solicit contributions, with the comment that they held Germany, and the militarism of the
the origin and
21
Eine anonyme nachdenkliche deutsche Stimme äußerte sich Anfang 1917 in einer Chicagoer
Zeitung:
French and less for the British. But by a very strange irony of fate I see those nations giving
their blood for principles which I hold dear, against the wrong principles of people I
individually love. It is a very unhappy paradox, but one I cannot escape. I do not want to see
the allies triumph over the land of my birth. But I do very much want to see the triumph of the
22
ideas they
18
The Minster Post, 14.01.1916.
Zitiert nach Carl Wittke, , Germanlanguage press) (Columbus/Ohio, 1936), S. 58.
20
Wittke, S. 77.
21
Wittke, S. 30 31.
22
Zitiert nach Wüstenbecker, S. 126 127.
19
-
54
Buch 1.indb 54
09.09.2014 23:40:36
Ein Umschwung in der unkritischen Unterstützung der deutschen Kriegsführung und
Kriegszielpolitik trat erst Anfang 1917 ein. Auslöser dafür war die sog. ZimmermannDepesche vom Januar 1917. Der deutsche Außenminister (eigentlich: Staatssekretär des
Äußeren) hatte ein verschlüsseltes Telegramm über die deutsche Botschaft in Washington an
den deutschen Botschafter in Mexiko geschickt. Darin wurde nicht nur die Wiederaufnahme
des U-Boot-Krieges angekündigt, sondern auch Mexiko (und Japan) ein Bündnis mit
Deutschland gegen die USA angeboten, wenn diese ihre Politik der Neutralität aufgeben
sollten. Mexiko wurde auch in Aussicht gestellt, dass es damit die Gebiete (New Mexico,
Texas, Arizona) zurückgewinnen könnte, die es 1848 an die USA verloren hatte.
Der britische Geheimdienst fing diese Depesche ab, entzifferte sie und machte sie der
amerikanischen Regierung bekannt. Die Deutsch-Amerikaner bezweifelten ihre Echtheit und
erklärten sie zu einer Fälschung der britischen und/oder amerikanischen Regierung. Doch als
Zimmermann die Echtheit seiner Depesche bestätigte, waren sie die Blamierten, und die
amerikanische Regierung sah sich veranlasst, ihre Neutralität tatsächlich zu überprüfen.
Es folgte der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Deutschen Reich am 03.02.1917
und am 06.04.1917 die amerikanische Kriegserklärung an Deutschland.
Der Express und Westbote aus Columbus gab am 05.02.1917 in einer zweisprachigen
Erklärung bekannt:
allegiance is to the United States be she right or wrong. To the challenge sent, Woodrow
Wilson could make but one answer he has made it. If the worst comes to the worst and war
with all its curse falls upon this land which we hope and pray will not be the case the
Americans of German Birth or with German Inclinations will be found standing shoulder to
shoulder with those of other nationalities, whom have been made Americans in this, the great
Melting Pot of the Nations. Our Country, may she ever be right but our Country above all,
23
Die deutsch-amerikanische Presse vollzog eine atemberaubende Wende, wie die GroßDaytoner Zeitung am 06.04.1918 unter Beweis stellte:
eption of
what we owe America. We have stood the test and our pride in our worth as American citizens
than is asked of us shall be our pledge to-day, on this anniversary of the declaration of war on
Germany. We will be the worst enemies of the traitors and spies. We will follow them with
24
23
24
Zitiert nach Wittke, S. 122 123.
Zitiert nach Wittke, S. 139.
55
Buch 1.indb 55
09.09.2014 23:40:37
Am 16.05.1917 hatten die USA die allgemeine Wehrpflicht (conscription) eingeführt. Die
Deutsch-Amerikaner gehörten nicht zu denen, die dem Wehrdienst irgendwie zu entrinnen
trachteten. Ungefähr 10 15% des American Expedition Force waren deutscher Herkunft.25
Es gab also eine durch den Kriegseintritt der USA forcierte Assimilation aus eigenem
26
III
Wie reagierte, drittens, die Mehrheitsgesellschaft in den USA auf das auffällige Verhalten
ihrer bisher so respektierten Minderheit der Deutsch-Amerikaner?
Vor der Präsidentschaftswahl im November 1916 blieb Präsident Wilson bei seiner Politik der
Neutralität und der Befürwortung von Waffenlieferungen und Krediten für die Alliierten. Das
machte ihn für die naturalisierten Deutsch-Amerikaner schwer wählbar. Doch dem
republikanischen Kandidaten Hughes galten die deutschen Sympathien genau so wenig, und
zwar weil er sich kaum von der antideutschen Rhetorik seines Parteifreundes und früheren
Präsidenten Theodore Roosevelt abgrenzen konnte. Ein Beispiel für seine Hetze gegen die
hyphenated Americans:
-50
Americanism in the United States. He who is not with us, absolutely and without reserve of
any kind, is against us, and should be treated as an alien enemy, to be interned or sent out of
27
Das Wahlergebnis war denkbar knapp, auch in Ohio, wo Wilson 52 % und Hughes 46 % der
Stimmen erhielten. In Cincinnati gewann Hughes sogar knapp.28
Mit der amerikanischen Kriegserklärung gegen das Deutsche Reich war der Damm für
hysterische Reaktionen gebrochen. Pogromstimmung kam auf. Ein Geistlicher aus Cincinnati
hang all the
29
German Huns that sh
Ein Blatt aus Chicago verlieh im August 1917 folgender Stimme Gehör:
-dallying with these so-called
German-Americans and put them into concentration camps until the end of the war, which end
would be materially hastened by such action if coupled with the entire suppression of the
30
German-
25
Wittke, S. 162.
Vgl. Wüstenbecker, S. 20.
27
Zitiert nach Wüstenbecker, S. 100.
28
Vgl. Wüstenbecker, S. 117.
29
Zitiert nach Wüstenbecker, S. 187.
30
Zitiert nach Wüstenbecker, S. 186. Ich möchte nicht suggerieren, dass hier mit concentration camp das
gemeint war, was später im Dritten Reich schreckliche Wirklichkeit wurde.
26
56
Buch 1.indb 56
09.09.2014 23:40:38
Der Espionage Act von 1917 machte vieles möglich, was dieser Schreiber sich wünschte. Es
erfolgten 1.532 Verhaftungen, die in der Hauptsache Deutsch-Amerikaner trafen.31 In den
USA wurden vier Internierungslager für Deutsche eingerichtet, und zwar in Georgia, North
Carolina und Utah.32
Ein Cartoon aus dem April des Jahres 1918 gab der Stimmung im Lande Ausdruck:33
Man möge nicht einwenden, dass hier die Übertreibung der Karikatur allein vorläge. Nur
einen Monat vorher hatte der demokratische Gouverneur von Ohio, Cox, den die Deutsch31
Vgl. Wittke, S. 162.
Vgl. Wüstenbecker, S. 186.
33
Vgl. Wüstenbecker, S. 221.
32
57
Buch 1.indb 57
09.09.2014 23:40:38
Amerikaner bei seiner Wahl 1916 unterstützt hatten, das standrechtliche Erschießen aller
Spione gefordert.34
Hier muss auch der Fall des Robert Prager erwähnt werden, der 1918 ein Opfer der
Lynchjustiz wurde. In der Nacht vom 04. auf den 05.04.1918 henkte ein Mob den 30 Jahre
alten Bergarbeiter in Collinsville (10 Meilen östlich von St. Louis). Da Prager sozialistische
Ansichten geäußert hatte, ist zu vermuten, dass er nicht nur als Deutscher, sondern auch als
Sozialist zum Opfer wurde. Die Täter kamen ungestraft davon.35
Ab dem 15.10.1917 mussten alle deutschsprachigen Zeitungen zweisprachig erscheinen.36
Das war nicht nur umständlich und kostete Zeit und damit Aktualität, es machte die Zeitungen
auch teurer. Die Folge war, dass nach einer gewissen Zunahme der deutschen Presse in Folge
des Kriegsausbruchs jetzt ein deutlicher Rückgang zu beobachten war.
Viele weitere Aktionen während des Weltkriegs gegen alles Deutsche deute ich hier nur an;
ein Anspruch auf Vollständigkeit ist nicht gegeben. Man darf annehmen, dass die
Mehrheitsbevölkerung im Staat Ohio hieran ebenfalls Anteil hatte.
Ortsnamen und Straßen wurden umbenannt. Deutsche Literatur wurde aus öffentlichen und
wissenschaftlichen Bibliotheken entfernt. Viele Deutschstämmige anglisierten ihre Vor- und
Nachnamen. Deutsch-Amerikaner wurden gezwungen, Liberty Loans zu erwerben, um ihren
Patriotismus unter Beweis zu stellen, selbst wenn sie sich dabei verschuldeten. Erzwungene
Ehrenbezeugungen gegenüber der amerikanischen Fahne wurden alltäglich. Fälle von
Selbstjustiz/vigilantism häuften sich. Deutsche Bibelsprüche in Kirchen wurden übermalt.
Wer sich immer noch als Unterstützer des deutschen Vaterlandes bekannte, wurde Ziel von
Drohbriefen/hate mail. Es kam, auch in Cincinnati, zu absurden Formen der
Bilderstürmerei/iconoclasm, indem man (vermeintliche) Bilder Bismarcks oder Kaiser
Wilhelms II. abhängte und zerstörte.
Deutsche Einwanderer, die die amerikanische Staatsangehörigkeit noch nicht erworben
hatten, konnten dies jetzt nicht mehr tun, ohne die Frage zu bejahen, dass sie auch bereit
wären, gegen ihr altes Heimatland zu kämpfen.37
Diskriminierung gegen Lehrer und Hochschullehrer deutscher Herkunft waren nicht
ungewöhnlich. Der Fall des Gotthard Deutsch in Cincinnati ist einer der bekanntesten.38
Aktionen des book-burning kamen in den gesamten USA vor, so auch am 18.04.1918 in
Lima.39
34
Vgl. Wüstenbecker, S.219.
Praktisch alle einschlägigen Darstellungen erwähnen diesen Fall. Der Leser ist aber auch mit einem
Wikipedia-Artikel gut bedient.
36
Vgl. Wittke, S. 173.
37
Vgl. Wüstenbecker, S. 121.
38
chives Journal, 20.2 .1968, S. 129
155. Es ist leicht erkennbar, dass diese Diskriminierung auch nicht vor Juden deutscher Herkunft Halt machte.
39
Vgl. Wittke, S. 189.
35
58
Buch 1.indb 58
09.09.2014 23:40:41
Zwei absurde Beispiele mögen diese unvollständige Liste abschließen. Die Masern German
Measles wurden in Liberty Measles umbenannt, und aus dem Schiller Park in Columbus,
Ohio, wurde der Washington Park (heute wieder Schiller Park).
Die Folge war ein dramatischer Rückgang des Deutschunterrichts. In Ohio gab es seit 1839
bilinguale Schulen, die eine Tradition des Deutschlernens begründeten. So lernten 1916 in
Cincinnati noch 13.800 Kinder Deutsch, 1917 waren kaum noch die Hälfte: 7.000. Am
01.01.1919 wurde gar der Deutschunterricht in Ohio ganz verboten.40
Prozentzahlen von Sekundarstufenschülern, die Fremdsprachen erlernen
Jahr
1890
1895
1900
1905
1910
1915
1922
1928
1934
1948
1960
Spanisch
0,7
2,7
11,3
9,4
6,2
8,2
10,8
Französisch
5,8
6,5
7,8
9,1
8,9
8,8
15,5
14,0
10,9
4,7
8,6
41
Deutsch
10,5
11,4
14,3
20,2
23,7
24,4
0,6
1,8
2,4
0,8
1,7
Germanophobie ereignete sich jedoch nicht allein in den USA. Es sei an dieser Stelle daran
erinnert, dass sich 1917 das britische Königshaus nicht mehr nach seiner Herkunft SachsenCoburg-Gotha nannte, sondern House of Windsor. Es kam in England zu den sogenannten
Lusitania Riots und zahlreichen Übergriffen auf Deutsche in Großbritannien.42
Aus St. Petersburg wurde Petrograd. Antideutsche Pogrome verschlimmerten sich, je
ungünstiger der Krieg sich für Russland gestaltete.43
A
und Halbweltdame Mata Hari wurde in Frankreich hingerichtet.
Di
Umgekehrt ließen auch Deutsche ihren fremdenfeindlichen Vorstellungen freien Lauf.44 Dass
man in Deutschland vor maßlosen kultur-imperialistischen Erwartungen nicht zurückschrak,
zeigt das folgende Zitat:
Verständigungsmittel in Wort und Schrift hervorbringen, das jeder Gebildete neben seiner
40
Vgl. Wüstenbecker, S. 253 257; Wittke, S. 180 181.
Vgl. Wüstenbecker, S. 251.
42
Ich verweise auf die verschiedenen Beiträge in Panikos Panayi (Hg.), German Minorities during the First
World War. A global Comparative Perspective (Farnham/GB, 2014).
43
Vgl. Jörn Leonhard, Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs (München 2/2014), S. 399.
44
Hier soll nur ein Literaturh
The Diary of an
Englishwoman in Germany During WW1 (London, 2012).
41
59
Buch 1.indb 59
09.09.2014 23:40:41
besonderen Muttersprache beherrschen muß, um sich allerorts auf diesem Wandelsterne sofort
verständlich machen zu können. Strebe jeder danach, daß als künftige Weltsprache die
deutsche anerkannt wird, da sie alle anderen durch die Bestimmtheit des Ausdrucks, durch den
45
Reichtum ihres Wortschatzes und durch die Klangfülle ihrer Laute we
Schlusswort/Conclusion:
Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer.
The first casualty, when war comes, is truth.
Das Epigramm mag viele Väter haben. Sicher ist, dass der Republikanische Senator für
California, Hiram Johnson (1866 1945), 1917 diesen Ausspruch tat.
Alfred Wesselmann
August 2014
45
Oskar Kresse, Verdeutschung entbehrlicher Fremdwörter mit Anhang: Deutsche Vornamen und ihre
Bedeutung (Berlin, 1915), S. 117 118.
60
Buch 1.indb 60
09.09.2014 23:40:41
German-American Relations in the course of time
A retrospective view from the year 2014back to the year 1914
on the occasion of the 20th anniversary of the Sister-City Relationship of
Wapakoneta and Lengerich
When right, to be kept right;
1
The partnership between Wapakoneta and Lengerich is embedded in the larger Sister-City
Relationship which President Eisenhower initiated in the 1950s. The partnership between St.
Marys and Lienen is also part of it. The contacts between Ladbergen and New Knoxville are
less formal, yet also very intensive.
These German-American relations thus have a dimension in space: three places in Westphalia
and three in Ohio, and here as well as there, they are twinned with each other. But these
relations also have a dimension in time, going back well beyond the last 20 years. The roots
are the emigration from this part of Westphalia into the New World in the 19th century,
mainly in the 1830s.
When we look at the first decades of these settler communities, we find German to be the
language of every-day communication among these people. When we look at these
communities today, we realize that here as well as there we communicate in English, and we
do so with people whose last name is of German extraction.
Almost 200 years make about 6 generations normally a period of time long enough for an
emigrant/immigrant community to lose their mother tongue within the majority society
speaking a different language. Another phenomenon accelerated the decrease of German.
Most Germans did not speak High German, but their regional dialects, variants of
Plattdeutsch. Strange as it may sound, but this was an obstacle in the communication of the
Germans among themselves. And so English became their lingua franca.
Around the turn of the century, an English-speaking educational magazine in Milwaukee put
it like this:
language of their
2
1
The German-American politician Carl Schurz (1829 1906) coined this phrase in 1871.
Western Teacher, quoted in Anne Aengenvoort, Migration Siedlungsbildung Akkulturation. Die
Auswanderung Nordwestdeutscher nach Ohio, 1830 1914 (Stuttgart, 1999), S. 267. In the German version of
my paper, I have left all English quotations as there are in the original. All German quotations, among them
those from the English language (as is here the case), are my re-translations into English.
2
61
Buch 1.indb 61
09.09.2014 23:40:42
When making the above quotation, the German-speaking Pädagogische Monatshefte could
only make a nostalgic withdrawal:
s to life heart-felt
emotions in a German and why, by consequence, a German-American will stick to his
language with each fiber of his being, while at the same time he will try to master the English
3
Although there was no region with better preconditions for the maintenance of German than
County Auglaize, German was on the decrease around the turn of the century. It is roughly
100 years ago that the German language and culture lost their influence on the American
society. What happened to the German community can be called ethnic disappearance.
Looking back from the year 2014 I would like to comment on the role of the GermanAmericans, the hyphenates, during the Great War. In 1923 the New Bremen Sun made the
following observation:
heretofore known to be strongly German in customs and habits. And, once again, the war was
4
the direct cause of the failure of the German langua
Considering the period from the beginning of immigration up to the years 1914/1917 the
German-Americans were immigrants who very well succeeded in keeping their cultural roots
alive in the midst of a new American identity. The rapid decrease in the use of German
between 1914, when World War I broke out, and 1917, when the USA entered the war on the
fficiently documented and analyzed.
That is why I would like to focus on those regions which were either the starting point or the
destination of migration: Ohio and Westphalia. The German-Americans in Ohio and the MidWest had a keen eye on what happened in Europe in 1914. How did they see the events in
Europe and what did they communicate to their relatives in Westphalia? How did they explain
their view of the war in Europe to their fellow-countrymen in America? Moreover, how did
the majority community in the USA react to the striking behavior of the German-Americans,
who had earned so much respect so far?
I
I now deal with my first question. How did the German-Americans see the events in Europe,
what assessments did they share in their community and what did they report to their relatives
in Westphalia about the war in Europe in 1914?
On Dec. 4th, 1914, the emigré Friedrich Telkemeyer from DuQoin (Illinois) wrote to his
brother in Lübbecke (East Westphalia):
3
4
Quoted in Aengenvoort, p. 267.
Quoted in Aengenvoort, p. 283.
62
Buch 1.indb 62
09.09.2014 23:40:42
the German side.
Here in America 500,000 German and Austrian reservists and militia men have registered at
the German and Austrian consulates and are waiting for orders. They will arrive over there as
soon as their transport has been arranged for. All churches and papers are collecting donations
for the [German] Red Cross.
People here have bought horses and mules for England, and on one ship, 800 horses were
burned or suffocated and the ship had to return to the harbor. A factory for horse gear which
produced thousands of saddles for the allied forces went up in flames together with the
saddles. The arsonist is alleged to be of German descent, and I think so, too.
need the other one to scratch their backs; and the clamor of the Indians [in the British forces]
and the Zuaves [Berbers in the French forces] will be stifled by Aunt Bertha from Essen and
5
This letter is typical of an attitude among the German-Americans when war broke out in
6
supported the German cause unconditionally.
Moreover, this letter abounds with prejudice and bias, and I try to explain what the foreign
reader may not understand right away. The writer obviously defends acts of sabotage against
American businesses (and indeed there were some such acts). The writer is convinced of the
superiority of German arms and culture: the Russians are dirty, the British and the French
make their inarticulate colonial soldiers pull their chestnuts out of the fire. The German super
gun, Big Bertha (from Krupp in Essen) will defeat them easily.
One must not forget that there were indeed 200,000 German-Americans who had already
become American citizens and who had served in the German armies before emigration. If
they had returned to Germany in such large numbers as this writer hoped, this would have
been of some consequence for the military actions in Europe. However, there were just a few
7
Some German reservists made themselves objects of ridicule, when in August 1914 they
wanted to prepare for action in Europe and began with military exercises on the grounds of
Elmhurst College, a German-speaking evangelical seminary near Chicago.8
5
Heinz-Ulrich Kammeier (ed
Auswanderer aus dem Kreis Lübbecke und Umgebung berichten aus Amerika (o. O., 1988), p. 353. Reservists
and militia men: These men had served in the German armies, which was a precondition for (legal) emigration.
The other difficult-to-understand allusions are explained in the next paragraph.
6
An anonymous moderate German in America coined this phrase on Sep. 8th, 1914, and is quoted in Barbara
Wiedemann-Citera, Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Deutsch-Amerikaner im Spiegel der New
Yorker Staatszeitung, der New Yorker Volkszeitung und der New York Times 1914 1926 (Frankfurt, 1993), p.
45.
7
See Katja Wüstenbecker, Deutsch-Amerikaner im Ersten Weltkrieg. US-Politik und nationale Identitäten im
Mittleren Westen (Stuttgart, 2007), pp. 58 and 65.
8
See Wüstenbecker, S. 54.
63
Buch 1.indb 63
09.09.2014 23:40:43
In February 1915, it was obvious to many Americans that Germany would not achieve the
war aims declared at the outset. Nevertheless Heinrich Oberschulte from St. Charles
(Missouri) writes to his brother in Roedinghausen (East Westphalia):
Kaiser and country . That
means that all your sons are away from home, and we hope that with the help of God that they
will return home safe and sound from this war of nations so help us God. The whole world is
surprised at the enormous power of Germany. There is good reason to sing and say: Germany,
Germany above all, Above all in the world. If England and France and Russia had known what
they now experience they would not have gone into this war. God be with you, and again God
be with you.
tick to it that
Germany is absolutely capable to fend for herself. For when Germany los
While
9
recommends restraint.
Opinions like the ones documented here are just a section of a much wider range of opinions
that German-Americans confided to paper. That is why I would like to quote some voices
with a different point of view. Katharina Stier wrote from Chicago to Germany on Nov. 11th,
1915:
mongers in ammunition and arms to England, but this has had little effect. The German
community here is very angry about this, because the war would be over if the British did not
10
A Johann Witten wrote from Douglas, Washington, on Dec. 15th, 1915, to his relatives in
Germany, and in the main, he criticized the American government:
are warnings and request urging him to make an end to this weapons mongering. But one has
to admit that this poor man is under the pressure of big business. All the money that England
The
majority of our people is against this weapons mongering. But the English papers poison our
people with lies of all sorts. Our people are cut off from the truth. Our federal policy is under
English pressure and influence. Hopefully, our President will soon recognize the English
falsehood. But at the moment he is helping England and thus responsible for further
11
9
Heinz-Ulrich Kammeier (ed
Auswandererbriefe aus
dem Kreis Lübbecke und Umgebung 1890 1952 (Espelkamp, 1995), pp. 25 26. The words in italics are a
quotation from the German national anthem.
10
Wüstenbecker, pp. 97 98.
11
Wolfgang J. Helbich (ed.), Briefe aus Amerika. Deutsche Auswanderer schreiben aus der Neuen Welt 1830
1930 (München, 1988), pp. 266 267.
National Socialism.
64
Buch 1.indb 64
09.09.2014 23:40:43
Although there were no doubts about who was responsible for the outbreak of war, there were
voices speaking out clearly against the war. Ludwig Dilger, * 1863 in Witten (Ruhr), wrote
from St. Louis on Dec. 6th, 1914, and again on Feb. 2nd, 1915:
awful weather and seek to kill each other. Yet I am certain of one point, i. e. that Germany is
not responsible for this war and that Germany will win the victory, albeit with heavy
sacrifices. Justice shall and must prevail.
people who suffer most, yet I am totally convinced that this war was not triggered off by
Germany and that it is a war in which the existence of Germany is at stake, and that is why I
can only encourage you: You boys, put your feet down and smack your enemies in the face so
they shake in their boots. 12
It is my impression that in these letters the emphasis is already slightly shifted, although the
American majority society did not like the criticism of their President Woodrow Wilson.
This was exactly the prominent slogan of the Democrats in the presidential election campaign
of 1916. The Minster Post overtly campaigned for the Democratic Party. The paper did so in
German, as a matter of fact, but it did not expressly assume a German point of view:
re concerned, we have got to state the fact
that our present government has not implicated us in the big bang of war
And from the
past we have good reason to conclude that in the future the Democratic government will keep
us out of the war with a foreign country.
Together with the Presidential election there was the election for Governor of Ohio, and the
Minster Post supported the Democratic candidate James Cox,
des
13
The Minster Post attacked the opponent, the Republican Party and their candidate Hughes,
and did so in English. It laid out 10 rhetorical questions before the elector, which were meant
to certainly make a Democratic elector out of him. It is striking again that there is a tendency
towards polemics against big business.
Why is every boss and
14
Four days before the election day, Nov. 7th, 1916, the Minster Post urgently repeated their
recommendation:
12
Helbich, p. 475.
The Minster Post, Oct. 27th, 1916.
14
The Minster Post, Oct. 27th, 1916.
13
65
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change of the present administration, but find it more advantageous to continue with security.
[Cox] was a really democratic governor whose endeavor was aimed at alleviating the burden
of the common man and improving the situation of the working classes and opening up to
15
them any opportunity to progress and to acquire the wealth that only the well-
II
With this said, I would like to deal with my second question, i. e. how the German-Americans
explained their view of the war in Europe to their fellow-countrymen in America. Of course
there were voices in the German-American press which justified the German war aims and
strategy in words similar to the ones I have just quoted. Then there were voices which
extolled in the praise of German culture, language and literature, though they did not beat
about the bush when they meant to criticize German politics.
The statements which could be heard reveal a lot of dissonance. Charles J. Hexamer, a wellknown speaker for the German-American community, was so arrogant as not to refrain from
the following:
Kultur, no, we have made it our aim to
16
The German-American press launched their view on the war into the public, and their view
was a one-to-one copy of the bias and falsifications which you could read in the press in
Germany.
It is a paradox that this took place in the German press in the USA, which the majority society
did not and could not read. If the German press made use of the English language, they
counteracted their intention to maintain the German language.
An example of this is the bi-lingual Minster Post (Ohio), which printed some untranslatable
articles in Plattdeutsch, which certainly reached the German community only. Moreover, the
Minster Post frequently used black humor to propagate the German cause. I advise the
English reader to first read the German version. She or he will then understand that translation
is not only interpretation, perhaps it is also manipulation:
When two quarrel
17
18
-dum bullet in your barrel is better than the international law in your pocket
19
-fed, easy-going, pipe-smoking
men, who might have left a Westphalian pub this very moment and they discuss the British
15
16
The Minster Post, Nov. 3rd, 1916.
Quoted in Wüstenbecker, p. 100.
17
18
19
There were extremely bloody battles between German and Russian armies in August 1914.
The Minster Post, Dec. 33rd, 1915.
66
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embargo on food exports to Germany in (untranslatable) Plattdeutsch. I can only paraphrase
their words and make an attempt at rendering their point.
It can only be the
work of sinister, hypocritical, teetotalist British suff
20
The German-Americans in the first place criticized the American government for their
rd
,
1915, a Columbus paper printed a parody of a German folksong and encouraged the American
President to sing it outside the British Embassy:
you our best guns,
And chests full of explosives.
I gave you millions of bullets
My England what else might
21
Just one month previous two German papers in Cincinnati and Dayton applauded the sinking
of a British ship with American ammunition on board using the words:
22
On the other hand, there were German-Americans in Cincinnati who refused to take part in
the pro-German propaganda, not to mention the collection of money for German warfare.
They did not hesitate to clearly define the German share in the outbreak of war. With this,
however, they did not win friends in the German-American community.
them during the campaign to
solicit contributions, with the comment that they held Germany, and the militarism of the
23
An anonymous, yet thoughtful German voice could be heard in a Chicago paper at the
beginning of 1917:
French and less for the British. But by a very strange irony of fate I see those nations giving
their blood for principles which I hold dear, against the wrong principles of people I
individually love. It is a very unhappy paradox, but one I cannot escape. I do not want to see
the allies triumph over the land of my birth. But I do very much want to see the triumph of the
24
ideas they fi
The uncritical support of German warfare and war aims made a dramatic U-turn at the
beginning of 1917. This was triggered off by the so-called Zimmermann telegram. The
20
The Minster Post, Jan. 14th
Suff suggests excessive drinking in German.
Quoted in Carl Wittke, German-Americans and the
language press) (Columbus/Ohio, 1936), p. 58.
22
Quoted in Wittke, p. 77.
23
Wittke, pp. 30 31.
24
Quoted in Wüstenbecker, pp. 126 127.
21
-
67
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German Secretary of State had sent a coded telegram to the German embassy in Mexico via
the German embassy in Washington. This telegram not only announced the resumption of
German submarine warfare, but also offered Mexico (and Japan) an alliance with Germany
against the USA in the case that the USA give up their policy of neutrality. Moreover, this
telegram promised support for Mexico for winning back those territories (New Mexico,
Texas, Arizona) which it had lost to the USA in 1848.
The British secret service intercepted this telegram, decoded it and made it known to the
American government. The German-Americans doubted its authenticity and declared it a
falsification of the British and/or American governments. However, when Zimmermann
confirmed the authenticity of his telegram, the German-Americans realized that they had
made fools of themselves, and the American government now really had good reason to revise
their policy of neutrality.
What followed was the break-off of diplomatic relations to Germany on Feb. 2nd, 1917, and
the declaration of war on Apr. 6th, 1917.
The Express und Westbote in Columbus printed a bilingual declaration on Fe. 5th, 1917:
allegiance is to the United States be she right or wrong. To the challenge sent, Woodrow
Wilson could make but one answer he has made it. If the worst comes to the worst and war
with all its curse falls upon this land which we hope and pray will not be the case the
Americans of German Birth or with German Inclinations will be found standing shoulder to
shoulder with those of other nationalities, whom have been made Americans in this, the great
Melting Pot of the Nations. Our Country, may she ever be right but our Country above all,
25
The German-American press carried out a breath-taking turn, and the Groß-Daytoner Zeitung
from Apr. 6th, 1918, is evidence of this:
eption of
what we owe America. We have stood the test and our pride in our worth as American citizens
to the country, because we realized that the
than is asked of us shall be our pledge to-day, on this anniversary of the declaration of war on
Germany. We will be the worst enemies of the traitors and spies. We will follow them with
26
On May 16th, 1917, the USA introduced conscription. And the German-Americans did not
belong to those who tried to shirk from conscription one way or another. About 10 15% of
the American Expedition Force were of German extraction.27
The fact that America entered the war accelerated the assimilation of the GermanAmericans.28
25
Quoted in Wittke, pp. 122
Quoted in Wittke, p. 139.
27
See Wittke, p. 162.
123.
26
68
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III
Thirdly, how did the American majority society react to the behavior of the GermanAmericans, so far a respected minority in their ranks?
Before the presidential election in November 1916, President Wilson pursued his policies of
neutrality and support for bank loans for, and arms deals with, the allied nations. That is why
naturalized German-Americans found it difficult to vote for him. On the other hand, they felt
even less sympathy for the Republican candidate Hughes, in particular because he was not
prepared to draw the line between him and former President Theodore Roosevelt with his
anti-German rhetoric. This is an example of his diatribes against hyphenated Americans:
-50
Americanism in the United States. He who is not with us, absolutely and without reserve of
any kind, is against us, and should be treated as an alien enemy, to be interned or sent out of
29
The result of the election was very narrow, also in Ohio, where Wilson garnered 52% of the
vote, Hughes 46%. In Cincinnati, Hughes even won.30
When the USA declared war on Germany, this paved the way for unrestrained hysterical
reactions and eventually created a mood for persecution. A minister in Cincinnati said during
church service: There are not enough telegraph posts in Cincinnati to hang all the German
31
A Chicago paper published the following statement of a reader in August 1917:
-dallying with these so-called
German-Americans and put them into concentration camps until the end of the war, which end
would be materially hastened by such action if coupled with the entire suppression of the
32
German-
The Espionage Act of 1917 made it possible what this writer wished for. There were 1,532
arrests, the larger part being German-Americans.33 Four internment camps for Germans were
erected in Georgia, North Carolina and Utah.34
A cartoon from April 1918 mirrors the mood that prevailed in the country:35
28
See Wüstenbecker, p. 20.
Quoted in Wüstenbecker, p. 100.
30
See Wüstenbecker, p. 117.
31
Quoted in Wüstenbecker, p. 187.
32
Quoted in Wüstenbecker, p. 186. I do not want to suggest that concentration camp here already implies the
later cruel reality of the Third Reich.
33
See Wittke, p. 162.
34
See Wüstenbecker, p. 186.
35
See Wüstenbecker, p. 221.
29
69
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The objection that this is the typical exaggeration of a caricature is not substantial. It was just
one month ago that the Democratic Governor of Ohio, Cox, whom the German-Americans
70
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had supported in his campaign in 1916, demanded martial law and firing squads for all
spies.36
At this point the case of Robert Prager highlights the pogrom-like atmosphere. In 1918, he
became a victim of lynch justice. In the night from Apr. 4th to Apr. 5th, 1918, a mob hanged
the 30-year-old miner from Collinsville (10 miles East of St. Louis). As Prager held socialist
views, it is probable that he did not only become a victim because he was German, but also
because he was a socialist. The perpetrators went unpunished.37
Since Oct. 10th, 1917, all German papers had to be published bilingually.38 This made printing
cumbersome and time-consuming. The papers were no longer up-to-date and more expensive.
As a consequence, there was a remarkable decrease in circulation, whereas the beginning of
war had indeed entailed a certain increase.
There were many more actions against anything that smacked of German. I mention some of
them without providing the complete picture. It is more than probable that the majority of
people in Ohio had their share in this.
Place names and street names were changed. German literature was banned from public and
academic libraries. People with German roots anglicized their first and last names. GermanAmericans were forced to buy Liberty Loans to prove their patriotism, although doing so
some of them ran up debts. Forced demonstration of respect towards the American flag
became common. There were more and more cases of vigilantism. German quotations from
the Bible in churches were painted over. Whosoever confessed his support for his German
fatherland was bound to receive hate mail. There were, also in Cincinnati, ridiculous cases of
iconoclasm, when people took down and destroyed pictures which allegedly showed
Chancellor Bismarck or Kaiser Wilhelm II., but in fact showed other persons.
German immigrants who had not yet been naturalized could no longer apply for American
citizenship, unless they answered the question that they were willing to fight against Germany
in the war in the affirmative.39
Discrimination against teachers and university professors of German origin were not unusual.
The case of Gotthard Deutsch in Cincinnati is one of the best known.40
There were many book-burnings all over the USA, and one happened in Lima on Apr. 18th,
1918.41
36
See Wüstenbecker, p. 219.
Nearly all relevant literature makes mention of the Prager case. However, the good Wikipedia article serves
the same purpose.
38
See Wittke, p. 173.
39
See Wüstenbecker, p. 121.
37
40
129 155. Unfortunately, it is all too obvious that discrimination did not end when it might affect Jews of
German origin.
41
See Wittke, p. 189.
71
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I put two absurd examples at the end of my incomplete list. The German Measles were
renamed Liberty Measles, and Schiller Park in Columbus, Ohio, became Washington Park
(but today it is Schiller Park again).
The result of all this was a dramatic decrease in the teaching of German. There had been
bilingual schools in Ohio since 1839, and this had established a long tradition of learning
German. In 1916, it was still 13,800 who learned German, 1917 this figure had shrunk to
nearly half of it: 7,000. On Apr. 1st, 1919, the teaching of German was prohibited in Ohio
altogether.42
Percentage of high-school students learning a foreign language43
Jahr
1890
1895
1900
1905
1910
1915
1922
1928
1934
1948
1960
Spanish
0,7
2,7
11,3
9,4
6,2
8,2
10,8
French
5,8
6,5
7,8
9,1
8,9
8,8
15,5
14,0
10,9
4,7
8,6
German
10,5
11,4
14,3
20,2
23,7
24,4
0,6
1,8
2,4
0,8
1,7
Germanophobia was not limited to the USA alone. It should be remembered here that the
British royal house became the House of Windsor in 1917 and was no longer SachsenCoburg-Gotha, as it had been before in keeping with its history. In England, there were the socalled Lusitania Riots and other attacks on Germans all over Great Britain.44
St. Petersburg became Petrograd. Anti-German pogroms became worse and worse the bleaker
the military situation became for Russia.45
Jaurès. And the double agent and
demimonde woman Mata Hari was executed in France.
When we finally look at all this from another point of view, we also see a lot of Germans with
unbridled xenophobic ideas. The following quotation shows the unlimited degree of culturalimperialistic hopes which were vented:
means of spoken and written communication and which any educated person must have
command of beside his mother tongue. He will need this for easy communication all over the
42
See Wüstenbecker, p. 253 257; Wittke, pp. 180 181.
See Wüstenbecker, p. 251.
44
Different contributions in Panikos Panayi (ed.), German Minorities during the First World War. A global
Comparative Perspective (Farnham/GB, 2014), provide sufficient evidence.
45
See Jörn Leonhard, Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs (München 2/2014), p. 399.
43
72
Buch 1.indb 72
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this future world language. After all, the German language is superior to any other language
46
through t
Conclusion:
The first casualty, when war comes, is truth.
This epigram may have several fathers. It is certain, however, that the Republican Senator for
California, Hiram Johnson (1866 1945), used it in 1917.
Alfred Wesselmann
August 2014
46
Oskar Kresse, Verdeutschung entbehrlicher Fremdwörter mit Anhang: Deutsche Vornamen und ihre
Bedeutung (Berlin, 1915), pp. 117 118.
73
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«Ohio in frühester Zeit»
Vorbemerkung
Einige ältere Geschichtslehrer am Hannah-Arendt-Gymnasium Lengerich haben in ihrer
Studentenzeit Vorlesungen und Seminare eines gewissen Professors Kurt von Raumer
besucht, der an der Universität Münster Geschichte lehrte.
Ein Zufall will es, dass ein Vorfahr dieses Gelehrten, nämlich der Berliner Geschichtsprofessor
Friedrich von Raumer, im 19. Jahrhundert die Vereinigten Staaten von Amerika bereiste und darüber im Jahr
1845 ein Buch veröffentlichte. Darin beschrieb er nicht alle der damals 26 Staaten, „sondern die Königin, das
Wunder des Westens, die Republik Ohio“.
Auszüge
„Vor sechzig Jahren war das ganze Land theils ein, selbst wilden ieren kaum zugänglicher Urwald; theils ein
ebenes Wiesenmeer, wo Bären, Panther, Wölfe und Füchse mehr herrschten , als die wenigen Indianer. Einzelne
Reisende hatten sich den Ohio hinabgewagt oder landeten an den Ufern des Eriesee´s; von bleibender Ansiedlung
war aber noch nicht die Rede. Am 16ten April 1781 ward das erste weiße Kind innerhalb der heutigen Grenzen
des Staates Ohio geboren; im April 1788 siedelten sich etwa 40 Menschen am Ohio an und nannten ihre Ansiedlung Marietta, nach der unglücklichen Königin Marie Antonie. Erst seit dem Jahr 1794, seit der Besiegung der
Indianer durch den würdigen General Wayne, genossen die Einwanderer der nothwendigen Ruhe und Sicherheit;
erst im Jahre 1802 …erhielten sie eine Verfassung und bilden einen Staat. Und selbst damals, wie gering waren
die Anfänge, wie mühselig die Lebensweise, wie scheinbar unübersteiglich die Anzahl der ringsum aufgethürmten Hindernisse und Schwierigkeiten! Mußten doch die Richter noch zu Pferde reisen, Lebensmittel mitnehmen,
Nachts in den Wäldern schlafen; weder Obdach, noch Wege, noch Stege, noch Brücken!“
***
„Wichtiger und umfassender ist das Staatsgrundgesetz vom 30sten April 1802…
Der Verfassungsurkunde ist eine wichtige Bill der Rechte beigefügt. Sie setzt fest: unbeschränkte Preßfreiheit und
Religionsfreiheit; öffentliche Gerichtsbarkeit und Geschworne, ein mildes Kriminalrecht, keine Verhaung wegen
Schulden nach ehrlicher Uebergabe des Vermögens, keine Verweisungen, keine körperlichen Strafen im Kriegsdienste, keine Einquartierung, kein stehendes Heer, keine erblichen Vorrechte oder Auszeichnungen irgend einer
Art, keine Sklaverei, keine Kopfsteuer, gleiches Recht für alle Bürger, Waffen zu tragen, Recht (auch der Armen)
alle Schulen und Universitäten zu besuchen, Recht des Volkes zu friedlichen Versammlungen …“
***
„Wahrha erfreulich ist die Bedeutung des Schulwesens. Schon die Verfassungsurkunde sagt auf preiswürdige
Weise: „Da Religion, Sittlichkeit und Kenntnisse wesentlich nothwendigsind
zu einer guten Regierung und für das Glück der Menschen; so sollen Schulen und Mittel des Unterrichts durch die
Gesetzgebung in einer Weise ermuthigt werden, welche mit Gewissensfreiheit vereinbar ist …
Es betrug 1840 die Zahl der
Universitäten und Gymnasien
18
Studenten und Gymnasiasten
1717
Grammatischen Schulen
73
dortigen Schüler
4310
Primarschulen
5186
Der Schüler
218,609
Unter den höheren Bildungsanstalten verdienen Erwähnung: z.B. Kenyon College, Woodward College, Lane Seminary, Medical College, Miamy University, Ohio University.
74
Buch 1.indb 74
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Nicht minder nden wir eine bedeutende Zahl Gesellschaen für milde und gelehrte Zwecke, Ackerbau , Missionen, Bibelvertheilung usw. Charakteristisch ist es endlich für Beschäigung und geistige Entwicklung, daß Ohio
164 Zeitungen und Zeitschrien zählt, Virginien aber nur 52; daß ein Buchhändler in sechs Jahren von sechs
Schulbüchern 650.000 Exemplare druckte, und daß nach Verhältniß der Bevölkerung in Ohio so viel Gelehrte
leben, wie in Frankreich.“
***
„ Der Census von 1840 zählt für den Staat Ohio bereits 13 Städte auf, von welchen die kleinste 2000 Einwohner
hat. Zwei zählen über 6000 Einwohner, und Cincinnati …zählte 46.338 Einwohner.
Am 28sten December 1788 legte man dort den Grundstein des ersten Hauses in einem dichten Urwalde, bezeichnete aber schon damals in kühner Weissagung die Richtung vieler Straßen für eine große Stadt, an den Stämmen
der Bäume. Ein im Jahre 1795 mit benachbarten Wilden geschlossener Friede gewährte größere Sicherheit. Doch
zählte die Stadt im Jahre 1800 erst 750 Einwohner. Im Jahre 1840 wohnten hingegen daselbst bereits 813 Schneider, im Jahre 1844 hatte Cincinnati , mit Hinzurechnung aller Nebenorte im ale, welche vor 30 Jahren nicht
vorhanden waren, 80.000 Einwohner, darunter 17.000 Deutsche.
Es erscheinen in Cincinnati 29 Zeitungen und Zeitschrien, darunter sechs deutsche.“
***
„Preiswürdig ist es, daß in vielen Schulen die deutschen Knaben englisch und die englischen auch deutsch lernen,
wodurch sie zweier Sprachen und zweier so reichen Literaturen Herr werden. Ich bin überhaupt der Meinung,
daß die Mischung der englischen und deutschen Bevölkerung überall in den vereinigten Staaten die erfreulichsten
Früchte trägt. Jeder der nahverwandten befreundeten Stämme bringt dem andern was er nicht hat, oder ermäßigt
das, wovon er zu viel hat. … Jeder bietet dem Andern das Seine zur Verdopplung des Reichtums.
Natur und Geist verbinden sich in den westlichen Staaten Nordamerikas auf seltene, ja einzige Weise, und Ohio
führt wiederum den glänzenden Reigen. Seine Bestimmung ist: die großen geselligen Aufgaben und Streitfragen
der Bundesstaaten unbefangen zu prüfen, unpartheiisch zu vermitteln, und dadurch zu lenken und zu herrschen.“
***
Der Autor, Professor Friedrich von Raumer, schließt seinen Bericht über Ohio mit einer verschmitzten Anekdote:
„Mit einer Dame hatte ich ein folgendes Gespräch: Hat keine Amerikanerin Ihr Herz gerührt?
-- Alter schadet der orheit nicht; ich habe mich übermäßig verliebt. --- Darf ich fragen, wer die Auserkorene
ist? --- Ihr Großvater ward den 19ten April 1781 geboren, ihre Mutter war eine Deutsche. In ganz Amerika giebt
es nicht 30, ja kaum drei Damen von solcher Schönheit, Tugend, Weisheit und Reichtum. --- Sie sind ja aber
verheirathet, was wird Ihre Frau sagen? --- Sie ist an derlei Liebschaen schon gewöhnt und wird nichts dagegen
erinnern. --- Haben Sie denn der Dame Ihre Zuneigung schon zu erkennen gegeben? --- Allerdings, und s i e hat
mir deutlich zu erkennen gegeben, daß sie mir ihre Zuneigung nicht vorenthalten werde, sobald ich wage, meine
Liebe und Bewunderung öffentlich an den Tag zu legen. --- Aber wer ist denn diese außerordentliche Dame? --Es ist die Republik Ohio!“
Zusammenstellung: Dr. Hubertus Assig, Lengerich am 27. Juli 20014
75
Buch 1.indb 75
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«Ohio in the very early days»
Foreword:
Some of the senior history teachers at Hannah-Arendt Gymnasium in Lengerich once attended lectures and seminars
of a certain university professor Kurt von Raumer who was teaching at the Wilhelms University of Münster.
It is by accident that an ancestor of this scholar, that is the history professor Friedrich von Raumer in Berlin who traveled the United States of America in the 19th century later published a book in 1845. In this very book he decided not
to describe all the then 26 states, “but the queen and wonder of the West, the republic of Ohio”.
e following quotes are all taken from a subsequent translation of his work.
“Sixty years ago, the whole country consisted, partly of a primeval forest, scarcely accessible and even to wild beasts;
and partly of a level prairie, where bears, panthers, wolves, and foxes bore sway, rather than the few and scattered
Indians. Single travelers had ventured down the Ohio, or landed on the shores of Lake Erie; but nothing was yet said
of permanent settlements. On the 16th of April, 1781, was born the rst white child within the present limits of the
state of Ohio. In April, 1788, about forty persons settled on the Ohio, and called their settlement Marietta, aer the
unfortunate queen, Marie Antoinette. It was not till the year 1794, the period of the worthy General Wayne’s victory
over the Indians, that the immigrants enjoyed the requisite repose and security; and in the year 1802,…they adopted
a constitution and formed a state. And even then how small were their beginnings, how toilsome their way of life,
how apparently insuperable the obstacles and difficulties that beset them on all sides! e judges had still to travel on
horseback, to take with them their own provisions, and at night to sleep in the woods; - there was neither shelter, nor
roads, nor bridges!”
***
“ More important and comprehensive is the constitution of the 30th of April, 1802 … An important Bill of Rights is
annexed to the constitution. It establishes the entire freedom of the press and of religion, publicity of judicial proceedings and trail by jury, a mild criminal code, no imprisonment for debt aer a fair surrender of property, no outlawry,
no corporal punishment in military service, no quartering of troops, no standing army, no hereditary prerogatives or
distinctions whatever, no slavery, no poll-tax, the equal right of all citizens to bear arms, the right to attend all schools
and colleges (the poor not excepted), and the right of the people to assemble peaceably …”
***
76
Buch 1.indb 76
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“ e contemplation of the school system is truly gratifying. “Since religion, morality, and knowledge are essential to
good government and to human happiness, schools and means of instruction should be encouraged in such a way as
is consistent with freedom of conscience … In 1840 the number of
Universities and Colleges was
18
University students and collegians
1,717
Grammar schools
73
Attending members
4,310
Primary schools
5,186
Scholars
218,609
Among the higher institutions of learning, Kenyon College, Woodward College, Lane Seminary, the Medical College,
Miami University, Ohio University, &c. deserve mention. We also nd a considerable number of societies for benevolent and learned purposes, for agriculture, missions, the distribution of the Bible, &c. It is also characteristic of the
degree of industrial and mental advancement, that Ohio has 164 newspapers and periodicals, while Virginia has only
52; that one bookseller in six years has printed 650,000 copies of six school-books; and that, in proportion to the population, Ohio has as many leaned men as France.”
***
“ e census of 1840 gives the state of Ohio already thirteen towns, the smallest of which has 2,000 inhabitants. Two
number over 6,000; and Cincinnati, …, has 46,888 inhabitants. …
On the 28th of December, 1788, the foundation of the rst house was laid in a dense primeval forest; but the builders
even then, in a bold spririt of prophecy, marked out on the trunks of trees the course of many streets for a large town.
A treaty concluded in 1795 with the neighboring savages, afforded greater security; yet the place contained in the year
1800 but 750 inhabitants, while in 1840 it numbered 813 tailors alone. … In 1844, counting all the adjoining places in
the valley which thirty years ago had no existence, it possessed 80,000 inhabitants, and among them 17,000 Germans!
… Twenty-nine newspapers and periodicals are published in Cincinnati, six of which are in Geman.”
***
“Equally commendable is the practice adopted in many schools, of the English boys learning German, and the German boys English; by which means they become masters of two languages and of the richt literature of each. I am
fully of the opinion, that the mixture of the English and German population (there are 17,000 Germans in Cincinnati
alone) in the United States is every where productive of the happiest results. Each of these closely related races communicates to the other what it lacks, or moderates what it has in excess … Each party offers to the other what it possesses,
to double its wealth.”
***
e author, Professor Friedrich von Raumer, concludes his delineation of Ohio with a humorous footnote:
“I had the following conversation with a lady: ”Has no fair American touched your heart?”
-“Age is no security against folly; I have been violently smitten.” – “May I ask who the favored one is?” – “Her grandfather was born the 19th of April, 1781; her mother was a German. In all America there are not thirty, nay, scarcely
three women of such beauty, virtue, wisdom, and wealth.” – “But you are already married; what will your wife say?”
– “She is used to such freaks, and won’t say a word against it.” - “Have you made known your passion to its object?”
– “Certainly; and she has distinctly declared that she will not withhold her consent, whenever I dare proclaim to the
world my love and admiration.” – “But who is this wonderful lady?”
- “She is the Republic of Ohio.””
Compilation: Dr. Hubertus Assig, 2014
77
Buch 1.indb 77
09.09.2014 23:40:52
«Documents from the archive»
«Dokumente aus dem Archiv»
Konzession als Auswanderungagent für W.H.
Determann Lengerich
(1971-1976)
Kostenrechnung für
die Familie Untiet nach
Illinois durch einen
Dampfer der Loland Linie Nordd. Lloyd. Nord
- America
78
Buch 1.indb 78
09.09.2014 23:40:52
«German-American High School Student Exchange 1995 – 2014»
«Deutsch - Amerikanischer Schüleraustausch 1995 - 2014»
German students staying at an American High School for a longer period of time:
1995
1996
1998
1999
2000
2001
2003
2004
2005
2006
2007
2008
Manuel Flechner
Michael Kaufmann
Alexander Lubsch
Marcus Welz
Hauke Andreas Holtkamp
Tammo Ibershoff
Birgit Ludwig
Christoph Sommer
Niclas oms
Nando Ibershoff
Nicola Schmiemann
Andrea Hülsmeier
Kathrin Büter
Christel Kätker
Christoph Dohe
Jan-Hendrik Niemann
Sonja Schwarze
Eva Kubitz
Jan Kämper
Johanna Malcher
Marlene Sommer
Jan ilo Asel
Cornelius Assig
Sebastian Fiß
Svea Schimmelpfennig
Nele Sundermann
Ramona Stehr
Stephan Schmiemann
Vera Minneker
Laura Christenhuß
Tristan Kämper
Vera Hoffmann
Raphael Malcher
Verena Brix
Gabriele Kowalski
Yannick Haßmann
Rebecca Kaßling
Jan Kohne
Nils Sundermann
Jan Vogelsang
Helmke Jost Kalkmann
Jasmin Widera
Sophie Berteau
Felix Kämper
Jan Willem Peters
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
St. Marys
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
St. Marys
St. Marys
St. Marys
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
St. Marys
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
St. Marys
St. Marys
St. Marys
St. Marys
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
St. Marys
Botkins
Botkins
St. Marys
St. Marys
St. Marys
St. Marys
St. Marys
Wapakoneta
Wapakoneta
Wapakoneta
1 Jahr / 1 schoolyear
1 Jahr / 1 schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
1 Jahr / 1 schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
1 Jahr / 1 schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
1 Jahr / 1 schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
1 Jahr / 1 schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
1Jahr / 1 schoolyear
1 Jahr / 1 schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
1 Jahr / 1 schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
1 Jahr / 1 schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
3 Monate / 3 months
3 Monate / 3 months
½ Jahr / ½ schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
1 Jahr / 1 schoolyear
1 Jahr / 1 schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
3 Monate / 3 months
3 Monate / 3 months
3 Monate / 3 months
3 Monate / 3 months
½ Jahr / ½ schoolyear
3 Monate / 3 months
3 Monate / 3 months
3 Monate / 3 months
3 Monate / 3 months
3 Monate / 3 months
3 Monate / 3 months
79
Buch 1.indb 79
09.09.2014 23:40:55
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Tim Krumme
Wapakoneta
3 Monate / 3 months
Knut Peters
Wapakoneta
3 Monate / 3 months
Elena Grimm
St. Marys
3 Monate / 3 months
Tessa Victoria Zuch
St. Marys
3 Monate / 3 months
Viktoria Stokolova
St. Marys
3 Monate / 3 months
(later: Tischanski)
Verena Brackemeyer
Wapakoneta
3 Monate / 3 months
Gino de Silva
Wapakoneta
3 Monate / 3 months
Marc Hoff
Wapakoneta
3 Monate / 3 months
Yannik Lunow
Wapakoneta
3 Monate / 3 months
Kai Frederik Doht
New Knoxville
3 Monate / 3 months
Lucas Haßmann
New Knoxville
3 Monate / 3 months
Maximilian Matlik
St. Marys
3 Monate / 3 months
Lea Miram
St. Marys
3 Monate / 3 months
Greta Wiemann
St. Marys
3 Monate / 3 months
Andreas Puschkarski
as an intern at Wapakoneta High School for six weeks
no long-term student stays because of tightened visa regulations and German school reform conditions
Philippa Sophie Fronk
Wapakoneta
½ Jahr / ½ schoolyear
no long-term school stays
American students from Wapakoneta staying at Hannah-Arendt-Gymnasium for a longer period of time:
2004/5 Heather Drummond
2007 Rebekah Nelson
Lengerich
Lengerich
1 Jahr / 1 schoolyear
½ Jahr / ½ schoolyear
80
Buch 1.indb 80
09.09.2014 23:40:55
«Chaperones of Student Exchange Groups1994 – 2014»
«Begleiter des Schüleraustauschs 1994 - 2014»
exchange year
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
German chaperones with host families in
Wapakoneta
students in the company of adult travelers
Dr. Alfred and Eva Wesselmann
with Dr. Herman family
Kurt Reißner with Ernie Risner
Ursula Schroer with Tootie Rickert
no reliable information available
American chaperones with host families in
Lengerich
no American students visiting Lengerich
David and Dave Campbell with Ingelore
Merkel
Dave Campbell
Dave and Carolyn Campbell with Georg
Kubitz and Adelheid K.-Eber
Klaus-Dieter and Jörg Hö g with Bob and no reliable information available – probably
Marcia Henderson
no students visiting Lengerich
Uwe Jäkel with Tom and Pat Wehner
Tom Wehner with Sudhoff family
Diana Jung with Dave and Carolyn
Campbell
Heimke Tewes with Bill and Teresa Nagel Mary Ann Mahoney with Dr. Sommer family
Dave and Carolyn Campbell with Georg
Kubitz and others
Ursula Hohmann-Assig with Pat and
Michelle Borges with Dr. Assig family
Dean Wittwer
Dr. Friedrich Schmiemann with Elois
Wierwille
Anja Gullatz with Michelle Borges
Ernie Hollenbacher with Georg and Adelheid
Andrea Konermann with Bob and Joann Kubitz
Camper
Mike Nicol with Rudolf Windmöller
Georg Kubitz and Adelheid Kubitz-Eber
Kevin Kentner with Rottmann and Brügwith Dave and Carolyn Campbell
mann
Ursula Hohmann-Assig with Pat and
Teresa Plaugher with Georg Kubitz and
Dean Wittwer
Adelheid Kubitz-Eber
Ingrid Stöppel with Joann Camper
Ursula Hohmann-Assig with Pat and
Mary Clementz-Mcbeth with Dr. Gaby
Dean Wittwer
Schmiemann (Lienen)
Dr. Friedrich Schmiemann with Elois
Julia Zwiebel with Ingrid and Manfred StöpWierwille
pel
Michelle Borges with Dr. Assig family
Wolfgang Monka with Michelle Borges
Myron F. Wilcox with Birgit and Hans-JürClaudia Driemeier with Ron and Ruth
gen Asel
Langsdon
Dr. Claudia Glanemann with
Dave Campbell with Petra and Michael Brix
Elke Mußenbrock with
Rinda Beach with Uschi Podewin
Annika Minon-Berger and Nils KockBarbara Brandt with Jürgen and Margret
mann with Janet and Rex Katterheinrich
Peters (Lienen)
additional support by
April Bowersock with Birgit and Hans-JürSimon Keiner with Gerry and Donna
gen Asel and Peter and Teresa Hoffmann
Kahler (Lima)
Katie Kohler with Daniel Deutsch
Rinda Beach with Joachim Müller and Simon Keiner
81
Buch 1.indb 81
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2009
Daniel Deutsch with Jim and Peg Kohler
2010
Ursula Hohmann-Assig with Janet and
Rex Katterheinrich
Dr. Brigitte Fahrenhorst-Reißner with
Dick and Judy Luebrecht
Heimke Tewes with Mark and Kathy
Langsdon (St.Marys)
Ina Windmann with Don and Mary Ann
Wittwer
Christiane Uden with Cheryl and Kevin
Drexler
Stephan Schmiemann with Grady and
Diane Shaner (St.Marys)
Kathrin Minneker with Jim and Peg Kohler
Ulrike Schlamann with Lois Marker
2011
2012
2013
2014
Charles Renner with Dr. Alfred Wesselmann
and Dr. Gaby Schmiemann(Lienen)
Rinda Beach with Klemens and Karin Sensen and Gitta and Martin Brockmann
Ed and Marguerite Wallen with Joachim
Lunow
Pam Miner with Dr.Brigitte Fahrenhorst-Reißner and Ingrid and Manfred
Stöppel
Kris Ruppert with Monika Haßmann
no American students this year
no American students this year
82
Buch 1.indb 82
09.09.2014 23:40:56
«Visitors 2005 – 2014»
«Besuchergruppen 2005 - 2014»
Es folgen die Übersichten über alle gegenseitigen offiziellen
Besuche der Erwachsenen und der Schüleraustauschprogramme
zwischen Lengerich und Wapakoneta.
In the following the names of all official visitors between
Lengerich and Wapakoneta as well as the student exchange
in the years 2005 and 2014 are listed.
83
Buch 1.indb 83
09.09.2014 23:40:56
«Student Exchange 2005»
«Schüleraustausch 2005»
Student Exchange 2005 (4-week summer program) July 24 – August 19
German students in Wapakoneta
Olga Gertje
Annika Müller
Christina Oehmen
Vanessa Saatkamp
Laura Dellbrügge
Lena Upmann
Miriam Vogt
Jens Dellbrügge
Janine Hellwig
Paul-Gerh. Hilgedieck
Christian Hilgemann
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Jim and Peg Kohler
Michelle Borges
Dan Graf
Dan Graf
Denise Miller
Kevin Kentner
Carla Wuebbenhorst
Josef Veit
Bob and Joann Camper
Kyle Cra and Mary Clementz-McBeth
Meril and Toni Simpson
German students in St.Marys
Christian Monka
Lisa Kruse
Saskia Reuschel
Hanna Berlemann
Florian Schmidt
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Nick Tebbe
Jan and Ray Barber
Mary-Ann and Kim Klop eisch
Mary-Ann and Kim Klop eisch
Nick Tebbe
American students from Wapakoneta and St. Marys in Lengerich and Lienen (June 23 – July 20)
Kyle Cra
bei/with
Dr. Gaby und Dr. Friedrich Schmiemann (Lienen)
Derran Erb
bei/with
Rainer und Kerstin Hilgemann
Meghan Klein
bei/with
Henrik und Cornelia Berlemann
Kasey Moore
bei/with
Michael und Maria Vogt
Kelli Nuss
bei/with
Peter Oehmen
Christopher Venturella
bei/with
Dr. Manfred Hilgedieck
Aaron Vorhees
bei/with
Annette und Lutz Kuster
omas Zwiebel
bei/with
Jürgen and Birgit Asel
Ashley Stebbins
bei/with
Heinrich and Elke Hunecke
Brittany Stinebaugh
bei/with
Heike and Detlef Saatkamp
Eric Brown (St.Marys)
bei/with
Karin and Wolfgang Monka (Lienen)
Elizabeth Knous (St.Marys)
bei/with
Familie Kruse (Lengerich)
84
Buch 1.indb 84
09.09.2014 23:40:58
«Student Exchange 2006»
«Schüleraustausch 2006»
Student Exchange 2006 (4-week summer program) July 8 – August 3
German students in Wapakoneta
ea Fiegenbaum (Lienen)
Manuela Früchte
Melanie Jäger
Simon Keiner
Lisa Krumme
Nina-Marie Schnepper
Eugenia Semenowski
Kira-Maria Sensen
Bernhard Wallmeyer
Nadine Vietmeier
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Steve and Janet Schuler
Jim and Peg Kohler
Jim and Denise Miller
Sue Hoffman / Tom Keckler (Cridersville)
Dave and Kay Williams
Kevin and Jan Kentner
Dave and Carolyn Campbell
Jim and Barb Smith
Josef Veit
Luke and Kim Klein
German students in St.Marys
Nele Hübner (Lengerich)
Kathrin Peters (Lienen)
Sarah Phillipp (Hagen a.T.W.)
Annika Suhre (Lienen)
Pia Sundermann (Lengerich)
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Grady and Diane Shaner
Ray and Janet Barber
Kim and Mary-Ann Klop eisch
Dixie Moots
Mark and Kathy Langsdon
American students from Wapakoneta and St. Marys in Lengerich and Lienen (June 2 – July 2)
Deanna Bower
bei/with
Ulrich and Kornelia Krumme
Ben Keckler (Cridersville)
bei/with
Brigitte and Peter Keiner
Luke Kelley
bei/with
Familie P. Wallmeyer
Alicia Lotz
bei/with
Wolfgang and Christa Jäger
Carrie Rinehart
bei/with
Klemens and Karin Sensen
85
Buch 1.indb 85
09.09.2014 23:40:58
«Student Exchange 2007»
«Schüleraustausch 2007»
Student Exchange 2007 (4-week summer program) July 8 – August 3
German students in Wapakoneta
Jana Brinkmann
Maren Haßmann
Jennifer-Lisa Ludwig
Michael Lutterbeck
Anneke Meyer zu Düttingdorf
Patrick Reckfort (Lienen)
Marius Teepe
Alexandra Tscherepanja
Katharina Welp
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Dick and Judy Luebrecht
Meril and Toni Simpson
Kevin Kentner
Rinda Beach
Peg Matheny
Ryan Carpenter
Derek Mankin
Dave and Carolyn Campbell
Jim and Peg Kohler
German students in St.Marys
Claudia Diekmann
Jan Kohne
Juliane Strübbe
Nils Sundermann
Jan Vogelsang
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Bart and Darlene Beck (New Bremen)
Mark and Kathy Langsdon
Mark and Kathy Langsdon
Jim and Lori Karner
Ron and Ruth Langsdon
American students from Wapakoneta and St. Marys in Lengerich and Lienen (June 8 – July 1)
Andrew Beach
bei/with
Michael Lutterbeck
Kirsten Tippie
bei/with
Johanna Wittmann (Lienen)
Andrew Rasmussen
bei/with
Cornelius Assig
Clyde Bruggers
bei/with
Patrick Rethschulte
Jarod Smith
bei/with
ilo Asel
Benjamin Carter
bei/with
Patrick Reckfort (Lienen)
Ryan Carpenter
bei/with
Dr. Gaby Schmiemann (Lienen)
Derek Mankin
bei/with
Marius Teepe
86
Buch 1.indb 86
09.09.2014 23:40:58
«Student Exchange 2008»
«Schüleraustausch 2008»
Student Exchange 2008 (4-week summer program) July 8 – August 3
German students in Wapakoneta
Svenja Goß
Franziska-Sophie Holtmann
Felix Kämper
Julia Kisker
omas Kohne
Anne-Marie Krause
Joana Kröner
Sarah Kruska
Julia Manecke
Fabian Müller
Mario Seifert
Katrin Seydel
Katharina Suhre
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Steve Nelson
Mike and Amy Brewster
Jim and Peg Kohler
William and April Bowersock
Ed and Marguerite Wallen
Janet and Rex Katterheinrich
Laura and Peter Frame
Steve Nelson
Wayne and Rinda Beach
Kevin and Janice Kentner
Meril Simpson
Mike Ann Lawrence
Janet and Rex Katterheinrich
German students in St.Marys
Patrick Hirsch
Jonas Assies
Tim Richter
Luisa-Athanasia Muntzos
Ann-Christin Heilmann
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Dave and Carol Lengerich
Kim and Mary Ann Klop eisch (Botkins)
Kim and Mary Ann Klop eisch (Botkins)
Bart and Darlene Beck (New Bremen)
Mark and Kathy Langsdon
American students from Wapakoneta and St. Marys in Lengerich and Lienen (June 13 – July 10)
Kayla Bowersock
bei/with
Julia Kisker
Brandi Brandt
bei/with
Ann-Christin Heilmann (Lienen)
Nathen Drexler
bei/with
Helmke Jost Kalkmann
Sharaya Medlin
bei/with
Katharina Suhre
Tika Rostorfer
bei/with
Jasmin Widera (Lienen)
Alaina Sudhoff
bei/with
Franziska-Sophie Holtmann
87
Buch 1.indb 87
09.09.2014 23:40:59
«Student Exchange 2009»
«Schüleraustausch 2009»
Student Exchange 2009 (4-week summer program) July 13 – August 7
German students in Wapakoneta
Kai Ahlert (Lienen)
Patrick Al ng
Björn Assig
Christian Backmann
Christoph Biesler (Lienen)
Malte Kneifel
Phil Kötterheinrich
Kerstin Lutterbeck
Tina Lutterbeck
Teresa Oehmen
Fabian Schmoll-Klute
René Schneider
Jule Sinn
Katharina Telljohann
Sören Kipp
Chris Triphaus
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Blaine and Kara Kohler
Dick and Judy Luebrecht
Kevin and Jan Kentner
Janet and Rex Katterheinrich
Dave and Carolyn Campbell
Cheryl and Kevin Drexler
Dave and Carolyn Campbell
Tony Earls
Wayne and Rinda Beach
Mike and Karen Hoehn
Ed and Marguerite Wallen
Janet and Rex Katterheinrich
Dan and Marlene Graf
Dan and Marlene Graf
Jim and Yuko Mankin
Jim and Yuko Mankin
German students in St.Marys
Kristin Berlemann
Matthias Helmer (Lienen)
Timo Reckfort (Lienen)
Dominic Schmidt (Lienen)
Jana Siegmund
Ann-Christin Welp
Ellen Kneifel
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Kim and Mary Ann Klop eisch (Botkins)
Bart and Darlene Beck (New Bremen)
Karen Schaaf
Shanen Cra (New Bremen)
Victoria Hirschfeld (New Bremen)
Kim and Mary Ann Klop eisch (Botkins)
Brittany Brown
American students from Wapakoneta and St. Marys in Lengerich and Lienen (June 14 – July 8)
Ryan Bowling (St. Marys)
bei/with
Dr. G. Triphaus
Ashley Beach
bei/with
omas Lutterbeck
Brittany Brown (St. Marys)
bei/with
Familie Kneifel
Trina Brown (St.Marys)
bei/with
Henrik and Cornelia Berlemann
Shanen Cra (New Bremen)
bei/with
Tatjana Stokolova
Sarah Courtney Earls
bei/with
Jürgen and Manuela Lutterbeck
Joshua Hanson
bei/with
Hans and Annelen Helmer (Lienen)
Victoria Hirschfeld (New Bremen) bei/with
Rainer und Petra Siegmund
Amanda Hoehn
bei/with
Familie Peter Oehmen
Lea Renner (St. Marys)
bei/with
Anka and Brigitta Kneifel
Karen Schaaf (St.Marys)
bei/with
Petra Grimm (Lienen)
Megan Smith
bei/with
Simone and Dierk Telljohann
88
Buch 1.indb 88
09.09.2014 23:40:59
«Student Exchange 2010»
«Schüleraustausch 2010»
Student Exchange 2010 (4-week summer program) July 26 – August 19
German students in Wapakoneta
Kevin Lukas Diekstall
Lena Marie Glasmeyer (Hagen)
Désirée Harmel
Johanna Hilgemann
Konstantin Hinnah
Martin Hinnah
Janine Hölscher
Laura Hohmann (Essen)
Philipp Lichte
Lisa Müller
Pascal Piepmeier
Helena Schleinitz
Annika Seifert
Fabian Sommer
Nina Kube
Gloria Isabell Weeke (Lienen)
Leonie Wiethaup (Lienen)
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Rosie Moon
Jim and Melissa Deal
Jim and Melissa Deal
Dan and Vanessa Lee
Ed and Marguerite Wallen
Ed and Marguerite Wallen
Wayne and Rinda Beach
James and DeLynn Epperly
Dave and Carolyn Campbell
Kevin and Jan Kentner
Cheryl and Kevin Drexler
Jim and Pam Schnarre (St. Marys9
Meril Simpson
Pam Miner
Jim and Peg Kohler
Heather and Craig Nolte
Pam and Dennis Lange
German students in St.Marys
Lea Altesellmeier
Carmen Engels
Sara Postert (Lengerich)
Julia Spanhoff
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Bart and Darlene Beck (New Bremen)
Mark and Kathy Langsdon
Ray and Jan Barber
Becky Hinschlager / Charles Renner
89
Buch 1.indb 89
09.09.2014 23:40:59
«Student Exchange 2011»
«Schüleraustausch 2011»
Student Exchange 2011 (4-week summer program) July 24 – August 20
German students in Wapakoneta
Magdalena Alting
eresa Banning
Tom Beyer
Felix Exner
Laura Fiegenbaum (Lienen)
Lena Fuchs
Friederike-Johanna Holtmann
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Carina Jente
Saskia Lutterbeck
bei/with
bei/with
Moritz Rethschulte
Mona Richter (Lienen)
Marie Vogt
bei/with
bei/with
bei/with
Kylee Meabon
Wright family
Pam Miner
Blaine and Kara Kohler
Wendy and Greg Williams
Moon family
Bart and Darlene Beck (New Bremen) and
Ray and Jan Barber (St. Marys)
Salon and Cedric Gegel
Bart and Darlene Beck (New Bremen) and
Ray and Jan Barber (St. Marys)
Kevin and Carolyn Holtzapple
Mary and Kim Klop eisch (Botkins)
Mary and Kim Klop eisch (Botkins)
American students from Wapakoneta and St. Marys in Lengerich and Lienen (June 21 – July 8)
Joda Green
bei/with
Doris and Bernard Banning
Claudia Grumblis
bei/with
Family Ralf Alting
Zachary Holtzapple
bei/with
Family Holtmann
Lisle Klaus
bei/with
Family Fuchs
Ross Kohler
bei/with
Family Exner
Morgan Roediger
bei/with
Jürgen and Manuela Lutterbeck
Josh Sturgill
bei/with
Michael and Maria Vogt
Gabe Williams
bei/with
Family W. Fiegenbaum (Lienen)
«Student Exchange 2012»
«Schüleraustausch 2012»
Student Exchange 2012 (4-week summer program) July 21 – August 18
German students in Wapakoneta
Andreas Backmann
Niclas John Robert Croker
Mona Fornfeist
Anna Höcker
Laura Orscheschek
Indra Schlingmann
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Greg Meyers (Cridersville)
Alec Haehn
Kati O’Neill
Kylee Meabon
Austin Ridenour
Emilee Youngpeters
American students from Wapakoneta and St. Marys in Lengerich and Lienen (June 23 – July 14)
Alec Haehn
bei/with
Niclas John Robert Croker
Austin Ridenour
bei/with
Laura Orscheschek
Dalton Smith
bei/with
Andreas Backmann
Stephen Miner
bei/with
Fabian Sommer and Tom Beyer
David DiGiovanni
bei/with
Anna Höcker
Emilee Youngpeters
bei/with
Indra Schlingmann
Kati O’Neill
bei/with
Mona Fornfeist
90
Buch 1.indb 90
09.09.2014 23:40:59
«Student Exchange 2013»
«Schüleraustausch 2013»
Student Exchange 2013 (4-week summer program) July 31 – August 19
German students in Wapakoneta
Tim Beutelspacher
bei/with
Jan Diekmann
bei/with
Luca Kötterheinrich
bei/with
*July 13, 1997 – died August 13, 2013
Jan Gustav Koewener
bei/with
Johannes Lohmöller
bei/with
Lennart Reißner
bei/with
Julius Schmitt
bei/with
Carol and Dan Luebrecht
Ed and Marguerite Wallen
Dave and Carolyn Campbell
Kevin Kentner
Mark Swany
Carol and Dan Luebrecht
Rinda and Wayne Beach
«Student Exchange 2014»
«Schüleraustausch 2014»
Student Exchange 2014 (4-week summer program) July 9 – August 2
German students in Wapakoneta
Sophie Becker (Lienen)
Rebecca Luise Hilder (Lienen)
Paul Kloos
Johannes Lichte
Bernhard Luedtke
Lisa Maria Mitschke (Lienen)
Isabell Salzmann
Lydia Schmitz (Tecklenburg)
Melike Tazegül (Lienen)
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Wayne and Rinda Beach
Greg and Pam Halill
Dave and Rosie Moon
Brent and Mandy Eastman
Greg Meyers (Cridersville)
Mark and Sandy Swaney
Anita and Mike Foor
Ed and Marguerite Wallen
Brent and Mandy Eastman
91
Buch 1.indb 91
09.09.2014 23:40:59
«Adult Visitors 2005 – 2014»
«Erwachene Besucher 2005 - 2014»
Foreword: In the past 10 years the visits of German and American sister city friends came to a halt aer a very active
period of traveling to and fro our respective sister city. In retrospective it seems that the novelty wore off to a certain
extent. Yet behind the official stage a network of individual linking and visiting each other started to develop and
prosper. In fact, the very personal picking up of relationships outgrew the expectations of the sister cities association.
According to our official sister cities correspondence, board meeting minutes and other documentation, there were
several attempts on both sides to invite our friends, to offer to organize trans-Atlantic trips and by way of personal
talks create new incentives for adult citizens to visit each other in person. Eventually unceasing efforts nally got us on
the road again. In 2013 citizens of Lengerich considered themselves lucky to welcome an adult group from our sister
city of Wapakoneta in Lengerich. is step encouraged a fresh start in our relationship with adults from both cities.
Adult visitors from Wapakoneta, Lima, Botkins 2013 July 23 – July27,28,29
Rinda Beach
Clara Jane Bowersock
Teresa and Bruce Fuhrman (Lima)
Rebecca and David Mack (Lima)
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Rosie and David Moon
Carl W. (Bill) and Mary E.Schmehl
(St.Marys)
Robert (Bob) and Marilyn Schmerge
bei/with
bei/with
Diane Zwiebel (Lima) and
Susan Schneider (Botkins)
Nancy Stroh
Ed and Marguerite Wallen
bei/with
bei/with
bei/with
bei/with
Familie/Family omas Lutterbeck
eresa Scholz-Hoffmann
Dr. Alfred and Eva Wesselmann
Dieter Teepe and
Bärbel Brengelmann-Teepe
Ingo and Ute Diekstall
Reiner and Edeltraut Deutsch (Lienen)
Dr. Hubertus Assig and
Ursula Hohmann-Assig
Dr. Brigitte Fahrenhorst-Reißner and
Kurt Reißner
Uschi Podewin
Karlheinz and Karin Hinnah
92
Buch 1.indb 92
09.09.2014 23:41:00
«Calendar of Events July 2013»
«Programm im Juli 2013»
Day
23
24
25
Di/Tue
Aernoon: arrival in Lengerich (16.24 Bahnhof) , welcome by host families, getting to know one’s host
family
Mi/Wed: Exploring Lengerich
•
10:00 Morning: welcome by the city of Lengerich (Mayor Friedrich Prigge), meeting at city
administration
•
11:15 city tour of the Stadtkirche including climbing the church steeple with belfry, (Reverend Lahr)
•
12:15 visit of the “Heimathaus” historical society (half-timbered historic building) and city
walk “Gempthalle”, Wapakoneta Platz,“Römer” with memorial plaque (Erich Knemöller)
•
13:00: Lunch break (Gasthaus Werlemann)
•
15:00: Aernoon: View of Lengerich from the Teutoburger Wald
Jones Garden, graveyard chapel in the Teutoburger Wald, new Canyon walk “Blue Lagoon”,
•
16:00: coffee/tea time/refreshments (Assig family Osterkamps Kamp 76)
Evening: free choice for host families(suggestions: Ladbergen photo stop N. Armstrong an
cestors, Tecklenburg/Haus Marck, Gasthaus Klute in Havixbeck etc…..)
Do/u Exploring the outskirts of Lengerich
•
Morning: preferences of the host families (for ex.: country houses like Erpenbeck, NaturaG
-art; Kunsthaus Gravenhorst, Ibbenbüren, Tecklenburg)
•
Lunch break: individually in host family or going out
•
14:30 Bad Rothenfelde guided tour (Reinhard Peters) bis ca. 17:00 (Erich Knemöller)
•
18:00 dinner at Rampendahl/Osnabrück
•
20:30 Night watchman walk through the old city of Osnabrück (guide: Allan Ware from
N.C.)
26
Fr/Fri Exploring places beyond the Lengerich horizon: A Day out in Münster/Experience Deut
-sche Bahn
•
09:33 departure Bahnhof Lengerich / city tour: Domplatz/Cathedral, Friedenssaal (audio tour),
Lamberti Church (Organization: Alfred Wesselmann, Ursula Hohmann-Assig)
•
13:00 lunch at Töddenhoek
•
14:30 city tour continued: walk to Aasee (lake) along historic sights (Clemenskirche, Erbdrostenhof)
•
17:00 – 18:00 Aasee/boatride, promenade walk to train station
•
19:05 return train ride from MS main station to Lengerich
•
20:30 ca. farewell reception: saying goodbye to group 1: Heimathaus Lengerich (Erich Knemöller)
27
Sa/Sat: departure group 1: Lengerich Bahnhof 9:33 goodbye to: David and Rosie Moon, Robert and
Marilyn Schmerge,David and Rebecca Mack, Susan Schneider and Diane Zwiebel
Host family activities (group 2) 17:00 guided tour at Haus Vortlage by Professor Line Kossolapow
20:00 barbecue in Uschi Podewin’s garden (potluck buffet)
So/Sun: Host family activities (group 2) getting to know Tecklenburg: city walk, castle ruins, shops
Mo/Mon departure group 2: FMO 6:20 goodbye to: Rinda Beach, Bruce and Teresa Fuhrman, Nancy
Stroh, Carl and Mary Schmehl, Clara Jane Bowersock, Ed and Marguerite Wallen
28
29
93
Buch 1.indb 93
09.09.2014 23:41:00
«E-Mails about the July 2013 Visit»
«E-Mails über den vergangenen Besuch»
E-Mail vom 30.07.2013 an die amerikanische Reisegruppe aus Wapakoneta
E-Mail send on 07/30/2013 to the American Group
Dear old and new friends,
I hope that both groups of visitors have safely arrived at home and that none was confronted with inconveniences.
[…]
To me as well as to all the other host families your visit was an extraordinary experience. We are still full of wonderful memories of the week you stayed with our families and went through the program of events we had prepared for
you.
Surely we will again and again speak about this for months and even mention it aer years as something dear to our
hearts.
Once again we have proven that beyond the st- ghting of world politics we the citizens of different cultural backgrounds have a lot to share with each other and nd new ways of connecting people with each other peacefully.
Building the bridge of mutual understanding means listening to each other's views, experiences, backgrounds and
history. It is amazing what mankind can achieve if we rid ourselves of petty discord and egocentric thinking. You
showed respect for our culture and way of life and even enjoyed some of our food and drinks. is is oen something
we miss with teenage exchange visitors. erefore we were much rewarded by the encounter of adult visitors from
Wapakoneta with Lengerich citizens . I do not want to belittle the importance of the student exchange, because the
young people are the ones that will shape the future. erefore it has always been my essential concern to sow the
seeds for the future in the belief that the seeds will eventually grow and prosper.
If you look at the little yer, the single points of activities were once just plans. Now we can ll them with memories
and little individual stories. Also the brochure and the booklet the city administration provided to you will be a
reminder of your trip. Many pictures
show places you have actually been to. I am still surprised at how much I could rely on the cooperation and assistance of single board officers and individual members of our Lengerich club.
anks to the 'I-pad Lady' I expect to receive many interesting pictures and videos of the trip to Lengerich.
If any of you nd the time to send me their personal comment on the trip, this would be very much appreciated to
evaluate our program and keep a thought-inspiring record of it. […]
As you go back to normal keep this heart-warming experience to brighten your everyday lives and keep in contact
with your host families. I am sure, they will be grateful for strengthening and deepening these new friendship bonds.
Special thanks goes to Rinda Beach who has done a tremendous job of nding the right people for the German
adventure and her never-ending efforts to make this a real success story. I also regard the little gis of Rinda and
Teresa as tokens of our friendship.
Finally, as Professor Kossolapow, the owner of Haus Vorlage - an age-old manor house - said, " to do a project like
this you must either be very
rich or a fool".
In this sense, let's all be fools and reach for the unreachable.
Warm greetings from Lengerich and the sister city club
Ulla Hohmann-Assig
- president –
94
Buch 1.indb 94
09.09.2014 23:41:00
E-Mail vom 30.07.2013 aus Wapakoneta von Donald Wittwer
E-Mail send on 07/30/2013 as reply by Donald Wittwer
Ulla, anks for sharing with Mary Ann & me.
No one could have expressed my personal feelings in words as you did. „Once again we have proven that beyond the
st- ghting of world
politics we the citizens of different cultural backgrounds have a lot to share with each other and nd new ways of
connecting people with each other peacefully, etc, etc.
is was one of the basic reasons that the individuals in our two cities went ahead in July 1994 and made the
decision to join in harmony & fellowship to learn about our fellow men and women. WHAT A WONDERFUL
EXPERIENCE it has been . e youth exchange program, the adult exchange program, has been very successful in
learning, sharing and understanding our different cultural backgrounds. I wish I could know the number of people
that have achieved their goals of better understanding with individuals within our two city areas. I am willing to
guess that the number would be in the thousands.
„THANK YOU“ for all the efforts that you have worked so hard to prepare for the arrival of those from our area as
they arrived in Lengerich. Also „THANKS“ to others as they assisted with the planning, housing, etc. I am sure all
of your efforts were appreciated by all.
I will be anxious to talk to some of the individuals and get their reaction and thoughts. I am sure they will be as
anxious to share their experiences as I ,along with others who have had the „experience of an lifetime.“ One that
will never be forgotten and will be remembered forever.
Our“Best Wishes“ to all of our friends in Lengerich and surrounding areas.
THANKS AGAIN.
Don & Mary Ann.
[…]
95
Buch 1.indb 95
09.09.2014 23:41:01
«Mitgliederentwicklung und -struktur 2004 - 2013»
Mitgliedsform / Jahr
Familienmitgliedschaen
entspricht Mitgliedern
davon Kinder
Erwachsene
Jugendliche
Förderer
Insgesamt
2004
73
146
106
29
68
3
346
2005
71
240
104
27
85
3
355
2006
67
227
97
27
95
3
352
2007
68
214
96
25
108
3
350
2008
61
206
89
25
124
3
358
2009
60
204
89
25
140
3
372
2010
59
201
90
26
163
3
393
2011
62
203
95
24
165
3
395
2012
57
196
89
22
158
3
379
2013
56
194
89
21
157
3
375
96
Buch 1.indb 96
09.09.2014 23:41:01
«Board of Directors of Sister Cities Lengerich 2005 – 2014»
«Vorstände des Lengericher Vereins 2005 – 2014»
Wahlperiode laut Satzung: 2 Jahre / term of office : two years
2005 – 2007
Vorsitzender / President
Stellvertretende Vorsitzende /
Vice President
Geschäsführerin / Secretary
1. Schatzmeister/ Treasurer
2. Schatzmeister/ Deputy Treasurer
Ex Officio
Beisitzer / Committee Members
Dr. Hubertus Assig
Ingrid Stöppel
Brigitta Biester
Jörg von Carnap
Reinhard Wiethölter
Bürgermeister / Mayor Friedrich Prigge
Sandra Deerberg
Jochen Götz
Cornelia Höhn
Erich Knemöller
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------2007 – 2009
Vorsitzender / President
Dr. Hubertus Assig
Stellvertretende Vorsitzende /
Vice President
Dr. Brigitte Fahrenhorst-Reißner
Geschäsführer / Secretary
Peter Hoffmann
2. Geschäsführer / Deputy Secretary
Detlef Dowidat
1. Schatzmeister / Treasurer
Volker Schröer
2. Schatzmeisterin / Deputy Treasurer
Sandra Deerberg
Schüleraustausch /Student Exchange
Ursula Hohmann-Assig, cooptiert: Daniel Deutsch
Ex Officio
Bürgermeister / Mayor Friedrich Prigge
Cooptiert
Simon Keiner
Beisitzer / Committee Members
Cornelia Höhn
Ulrich Netkowski
Erich Knemöller
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------2009 – 2011
Vorsitzender / President
Dr. Hubertus Assig
Stellvertretende Vorsitzende /
Vice President
Dr. Brigitte Fahrenhorst-Reißner
Geschäsführer / Secretary
Peter Hoffmann
2. Geschäsführer / Deputy Secretary
Daniel Deutsch
Schatzmeister / Treasurer
Volker Schöer
2. Schatzmeisterin / Deptuy Treasurer
Sandra Deerberg
Schüleraustausch / Student Exchange
Ursula Hohmann-Assig
Simon Keiner
Ex Officio
Bürgermeister / Mayor Friedrich Prigge
Beisitzer / Committee Members
Cornelia Höhn
Ulrich Netkowski
Erich Knemöller
97
Buch 1.indb 97
09.09.2014 23:41:02
2011 – 2013
Vorsitzende / President
Stellvertretende Vorsitzende /
Vice President
Geschäsführer / Secretary
2. Geschäsführerin / Deputy Secretary
1. Schatzmeister / Treasurer
2. Schatzmeister / Deputy Treasurer
Schüleraustausch / Student Exchange
Ex Officio
Beisitzer / Committee Members
Ursula Hohmann-Assig
Dr. Brigitte Fahrenhorst-Reißner
Horst Buddemeier
Sabina Christoph
Volker Schröer
Sandra Deerberg ( + Schriführung )
Ursula Hohmann-Assig
Bürgermeister / Mayor Friedrich Prigge
Dr. Hubertus Assig
Cornelia Höhn
Simon Keiner
Erich Knemöller
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------2013 – 2015
Wiederwahl wie oben / re-election
98
Buch 1.indb 98
09.09.2014 23:41:02
«In der Presse»
99
Buch 1.indb 99
09.09.2014 23:41:04
100
Buch 1.indb 100
09.09.2014 23:41:07
101
Buch 1.indb 101
09.09.2014 23:41:10
102
Buch 1.indb 102
09.09.2014 23:41:12
103
Buch 1.indb 103
09.09.2014 23:41:13
104
Buch 1.indb 104
09.09.2014 23:41:15
«Ausblick»
Vom Amberbaum zum German-American Day
Im Herzen der Stadt Lengerich liegt der Wapakoneta-Platz. Im Rahmen des 10jährigen Jubiläums der Partnerscha zwischen den Städten Lengerich und Wapakoneta/Ohio
wurde er im September 2004 feierlich eingeweiht. Als Symbol für diese Partnerscha hatten damals der Stadtdirektor von Wapakoneta, Rex Katterheinrich, der Lengericher Bürgermeister Friedrich Prigge und die Vorsitzenden der beiden Freundschasvereine, Jeff Mahoney und Dr. Hubertus Assig, einen Amberbaum gep anzt. „Die
Wurzeln repräsentieren für mich alle Aktiven, die einst die Freundscha ins Leben gerufen haben genauso wie
alle, die heute aktiv mitwirken. Die grünen Blätter und der kräige Stamm stehen für das Wachsen und die Zukun unserer Freundscha“, betonte Rex Katterheinrich. Seither hat der Lengericher Freundschasverein Jahr für
Jahr im Rahmen des städtischen Brunnenfestes Flagge gezeigt und in einem Zelt neben einer großen Musikbühne
den Club öffentlich repräsentiert.
Dies ist seit diesem Jahr anders. Als Gründe für die Entscheidung, beim Brunnenfest nicht mehr auf dem Wapakoneta-Platz präsent zu sein, nannte der Vorstand: erfahrungsgemäß werden bei diesem mit viel Engagement vorbereiteten Auritt kaum neue Mitglieder geworben, der nanzielle Aufwand ist zu hoch und die bessere Werbung
für den Freundschasverein ist der jährliche Schüleraustausch.
Ende oder Neuanfang, ist nun die Frage.
Es gibt in der Tat interessante Überlegungen, die Partnerscha zwischen Lengerich und Wapakoneta im öffentlichen Bewusstsein wachzuhalten.
Da ist zunächst die Idee einer engeren Zusammenarbeit unseres Clubs mit dem Lengericher
Heimatverein. Einen Anstoß dazu gab ein Vortrag des amerikanischen Migrationsforschers (mit deutschen Wurzeln), Walter D. Kamphoefner, am 17. Juli 2006 im Haus des Heimatvereins. Kamphoefner ist Professor für Modern History an der Texas A & M University und referierte vor großem Publikum über die Amerika-Auswanderer
aus Westfalen, worüber er jüngst auch ein neues Buch vorgelegt hat.
Seit dieser Veranstaltung hat die Zusammenarbeit mit dem Heimatverein erste Formen angenommen: der Vorstand plant gelegentliche Sitzungen im Heimathaus. Und die amerikanische Erwachsenengruppe, die 2013 unsere
Stadt besucht hat, feierte ein fröhliches Abschlussfest im Garten des Heimatvereins.
Eine weitere Anregung haben Ursula Hohmann-Assig und Hubertus Assig von einer Feier des „Independence
Day“ im amerikanischen Generalkonsulat in Düsseldorf mitgebracht:
Es geht um den German-American Day, der in den Vereinigten Staaten jährlich am 6. Oktober gefeiert wird.
Dieser Feiertag soll an das deutsche Erbe erinnern und nimmt Bezug auf den 6. Oktober 1683, als 13 deutsche Familien, die aus Krefeld in Deutschland in die Nähe von Philadelphia übersiedelten, dort Germantown gründeten.
Hierbei handelt es sich um die erste deutsche Siedlung in den 13 Kolonien. Erstmals gefeiert wurde dieser Tag im
19. Jahrhundert, aber bedingt durch den 1. Weltkrieg und die während dieser Zeit vorherrschende anti-deutsche
Stimmung in den Vereinigten Staaten starb diese Tradition aus.
Erst 1983 wurde sie wiederbelebt, als der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Ronald Reagan, den 6. Oktober zum German-American Day ausrief, um den 300sten Jahrestag der Immigration von Deutschen und ihrer
Kultur zu feiern und zu ehren. Am 6. August 1987 bewilligte der Kongress der Vereinigten Staaten eine Resolution, die den 6. Oktober 1987 zum German-American Day erklärte. Mit der Unterzeichnung durch Präsident Reagan am 18. August wurde der Tag gesetzlich verankert. Die offizielle Verkündigung fand am 2. Oktober 1987 im
Rahmen einer offiziellen Zeremonie im White House Rose Garden statt, bei der Präsident Reagan die Amerikaner
dazu aufrief, den Tag mit adäquaten Zeremonien und Aktivitäten zu begehen.
Es ist eine verlockende Vorstellung, diesen Feiertag jährlich in Lengerich mitzufeiern – vielleicht zusammen mit
dem Freundeskreis in Lienen. Erste Überlegungen gibt es bereits:
Vortragsveranstaltungen zu den Auswanderungsströmen aus unserer Region nach Amerika, Konzerte und Partys
in unserer Gempthalle oder sogar Schulprojekte zum Wirken von Hannah Arendt in Amerika, der Namenspatronin des Lengericher Gymnasiums.
Würden diese und andere Aktionen Wirklichkeit, dann könnte der Amberbaum auf dem Wapakoneta-Platz neue
Blätter ansetzen.
Hubertus Assig
105
Buch 1.indb 105
09.09.2014 23:41:18
«Future Prospects»
From the amber tree to the German-American Day
“Wapakoneta-Platz” is located in the heart of Lengerich’s inner city. On the occasion of the 10-year anniversary of our
partnership between the cities Lengerich and Wapakoneta we celebrated its official opening in September 2004. As
a symbol of this growing partnership the safety service director at that time, Rex Katterheinrich, Lengerich’s Mayor
Friedrich Prigge and the presidents of both sister city organizations, Jeff Mahoney and Hubertus Assig together planted an amber tree.
“To me the roots represent all active members that once founded the friendship as well as everyone who is actively
involved in the sister city movement today. e green leaves and the strong trunk stand for the growth and the future
of our friendship,” Rex Katterheinrich
explained. Since then the sister city club of Lengerich showed its colors presenting itself to the public with a stand next
to the big music stage . is is no longer the case this year.
As some of the reasons for the decision to no longer continue the presentation at Wapakoneta-Platz during the
Brunnenfest, the board members argued as follows: experience has shown that this presentation requiring so much
commitment and work has not been successful in recruiting new members, further on the nancial investment does
not pay off and on the other hand the annual student exchange has proved to be a more attractive activity for our
German-American friendship club.
e End or a fresh start, that is now the question.
Certainly there are some interesting considerations on how to maintain the public awareness in our community for
the partnership between Lengerich and Wapakoneta.
First of all there is the option of a closer cooperation of our club with the historical society of Lengerich. e talk of the
American immigration researcher (with German roots), Walter D. Kamphoefner on July 17th, 2006 in the home of
the historical society sparked off the idea. Kamphoefner, a professor for Modern History at Texas A & M University,
gave a talk in front of a considerable audience about the Westphalian immigrants to America. He has also published
a book on this subject matter.
Since this event the cooperation with the historical society has taken on rst forms:
Occasionally the sister city board holds its meeting in the “Heimathaus”. And the American
adult group visiting our city in 2013 celebrated a cheerful farewell party in the garden area of the “Heimathaus”.
Ursula Hohmann-Assig and Hubertus Assig have brought another idea home from an Independence Day party at the
American Consulate General in Düsseldorf: It is about the
“German-American Day”, a holiday in the United States, observed annually on October 6th.
e holiday, which celebrates German-American heritage, commemorates the date in 1683 when 13 German families
from Krefeld near the Rhine landed in Philadelphia. ese families subsequently founded Germantown, Pennsylvania, the rst German settlement in the original 13 American colonies. Originally celebrated in the 19th century,
German-American Day died out in World War I as a result of anti-German sentiment that prevailed at that time.
e holiday was revived in 1983.
In 1983, President Ronald Reagan proclaimed October 6 as German-American Day to celebrate and honor the 300th
anniversary of German-American immigration and culture to the United States. On August 6, 1987, Congress approved S.J. Resolution 108, designating October 6, 1987, as German-American Day. It became Public Law 100-104 when
President Reagan signed it on August 18. A proclamation to this effect was issued October 2, 1987, by President Reagan in a formal ceremony in the White House Rose Garden, at which time the President called on Americans to observe
the Day with appropriate ceremonies and activities.
It is a fascinating notion to think of joining this tradition of celebrating this holiday in Lengerich every year, too – possibly together with the friendship club in Lienen.
First concepts have already cropped up: lectures about the emigration waves from our region to America, concerts and
parties in our Gempthalle or even school projects related to the work of Hannah Arendt in America, whom the school
in Lengerich was named aer.
If these or other activities are realized, then the amber tree will produce new leaves on Wapakoneta-Platz.
Hubertus Assig
106
Buch 1.indb 106
09.09.2014 23:41:18