Subscription 2010 - Lobenbergs Gute Weine

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Subscription 2010 - Lobenbergs Gute Weine
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Internationale Pressestimmen
Bordeaux – Rhone – Burgund – Madiran – Cahors –
Provençe – Spanien – USA – Schweiz – Deutschland
Heiner Lobenberg (LOB)
Robert Parker (RP)
Winespectator (WS)
René Gabriel (RG)
Peter Moser (PM)
Bettane+Desseauve (BD)
Max Gerstl (MG)
Neal Martin (NM)
James Suckling (JS)
Wine Enthusiast (WE)
Vinum
SUBSCRIPTION 2010
GUTE WEINE
Lobenberg GmbH & Co. KG
Tiefer 10 · 28195 Bremen
Telefon 0421 - 70 56 66
Telefax 0421 - 70 56 88
[email protected]
www.gute-weine.de
Gabriel - Quatron
‡Gabriel - Quatron 
Der österreichische Hersteller Quatron, in Person des Glasdesigners
Sigfried Seidl und der Schweizer Weinkritiker Rene Gabriel entwikkelten und produzieren zusammen das Gabriel-Glas. Die dünnwandige Verarbeitung dieses modernen Glases lässt noble Eleganz
erstrahlen. Der Glaskelch selbst vereint verschiedene, extrem wichtige Merkmale, die sich von einem konventionellen Weinglas deutlich
unterscheiden! Der unterste Kelchteil ist in einer leicht nach außen
geschwungenen V-Form gehalten. Damit erreicht man mit einer kleinen Weinmenge in Form eines Push-Up bereits die breiteste Fläche
im Glas. Dies ist ideal für Raritätenproben, für Winzer, die
Kostproben ausschenken, für Gastronomen, die Flaschenweine in
Form eines Achtels oder Deziliters anbieten und für den privaten
Genuss, weil so auch im fast leeren Glas immer noch viel Duft absorbiert wird. In der Mitte des untersten Glasteils bietet das V-Dreieck
ein Maximum an Farbdichte. Oft verlieren leider viele Weine in
wesentlich teureren, zu flachen Weingläsern viel der urspünglichen
Farbe und scheinen dann optisch ziemlich dünn, was den ersten,
wichtigen Eindruck weniger attraktiv erscheinen lässt. Die größte
Breite von 95 Millimetern ermöglicht einen gewissen InstantDekantiereffekt, indem der just eingeschenkte Wein viel Luft
bekommt. Diese genau berechnete Breite lässt auch zu, dass sich
nicht nur die schnellen, leichtflüchtigen Substanzen verbreiten, sondern dass sich die langsamen Aromen entwickeln können. Denn wie
bei Spirituosen besteht das Nasenbild eines Weines aus einer Kopf-,
Herz und Basisnote. Die gewählte Breite garantiert sogar den Genuss
von Pinot, Chardonnay und klassischen Syrahs. Das kann kein anderes Universal-Glas! Die Position der breitesten Fläche ist nur 90
Millimeter von der Glasöffnung enfernt. Somit ist ein Maximum von
Konversation mit dem Wein möglich und es findet
kein Aromenverlust in Folge einer zu großen Distanz statt. Die untere, spezielle Glasform ergibt beim sanften Schwingen des Glases
einen unglaublichen Bouquet-Drive! Während sich der Wein in normal bauchigen Gläsern wie bei einem dicklichen Armreif zentrifugal
bewegt und sich dabei die Aromen wie bei einem Hamster im Rad
gefangen unten drehen, bildet sich im Gabriel-Glas eine fein gefächerte Turbine, bei der die frei gesetzten Aromen wie eine facettenreiche Spirale kreisförmig nach oben schweben und so dem Wein ein
noch nie erlebtes Parfüm entlocken. Die Glasform zwischen Bauch
und Öffnung ist dezent konisch nach innen geschwungen. Das
ermöglicht eine optimale Bündelung des Bouquets. Beim Trinken
des Weines werden wieder die schwer flüchtigen Substanzen mit den
leichteren Düften vermischt, weil diese wie bei einer
Rene Gabriel
Wellenbrechung beim Ansetzen überdreht werden. Dieses Phänomen
ist bei einem bauchigen Glas nie möglich. Die sanft konische Form
entspricht - ähnlich einem Trichter - genau der Verlängerung der beiden Nasenkanäle. So kommt keine falsche Luft zum Bouquet und die
frei gesetzten Aromen werden ohne jeglichen Verlust direkt 1:1 dem
Riechorgan zugeführt. Der Wein selbst ist bei diesem Akt viel näher
an der Nase und liegt dabei breiter als bei vergleichbaren
Gläsern. Auch das ist wiederum ein weiteres, unschlagbares AromenPlus. Entscheidend ist vor allem die gewählte Glasöffnung von genau
66 Millimetern. Bei zu kleiner Öffnung (vor allem bei bauchigen
Gläsern) bildet sich über dem Bouquet eine Art Fettfilm, der die
Aromen blockiert, respektive zudeckt. Ist die Glasöffnung zu groß,
verlieren sich die Aromen und das Bouquet bekommt Risse, wirkt
trocken oder zerfällt ganz. Genau bei diesem Punkt zeigt das GabrielGlas die größtmögliche Komplexität des Weines und der hauchdünne Film über dem Nasenspiel bindet alle auch noch so feinen Aromen
ins Traumbouquet ein. Beim Genießen selbst hat die ganze Nase im
Glas Platz und so trinkt es sich leichter, weil man nicht den ganzen
Kopf nach hinten anheben muss, um den Wein in den Gaumen fließen zu lassen. Zudem ist man kurz vor dem erwartungsvollen
Schluck nochmals ganz, ganz nah am Bouquet dran. Das Glas ist
äußerst strapazierfähig und spülmaschinenfest. Der erfrischend
erschwingliche Preis dieser Neuentwicklung wird dafür sorgen, dass
das Gabriel-Glas private Haushalte und Gastronomen mit hohen
Ansprüchen für Ihren Weingenuss gleichermaßen im Sturm erobern
wird.
Das Gabriel-Glas
18224H
Das Gabriel-Glas mundgeblasen
18225H
Ein einziges, geniales Glas für Ihren persönlichen Weingenuss? Egal ob Rot-, Weiß- oder Süßweine.
Ob Riesling oder Bordeaux, Burgunder oder Californier. 25 Jahre hat Rene Gabriel daran getüftelt. Die
Kunst des modernen Weingeniessens liegt darin, dass man auch mit einer kleineren Menge den intensivsten Genuss erreichen kann. Voraussetzung ist immer, dass der im Glas befindliche Wein alle
Chancen zur bestmöglichen Entfaltung und Präsentation bekommt. In intensiver Zusammenarbeit mit
dem Glasdesigner Siegfried Seidl (Quatron) hat der bekannteste Weindegustator des deutschsprachigen Raums, Rene Gabriel, nun dieses einzigartige Glas entwickelt: mittelgross, nobel und
erschwinglich. Leicht und filigran in mundgeblasener Form, in gleicher Form etwas schwerer als
Maschinenglas. Beide spülmaschinenfest! Führende Glaskompetenz trifft hier langjähriges GenussKnow-How. Weingenuss pur! Sie werden begeistert sein.
e / Fl.
11,00
22,90
Der Degustator bei der Arbeit
Großes Interview am 04. April über den Jahrgang 2010
und die Marktlage in Sud Ouest, der Top-Zeitung des
Bordeaux
Wall Street Journal vom 15.04.2011
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Bordeaux 2010: Qualität wie 1961
Es hat sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen, dass 2010 in Frankreich ein großes Weinjahr ist: Bordeaux wird wohl zu Recht
mit 1961 verglichen, der Jahrgang 2010 scheint eine Turboversion von 2005 zu sein. Mehr Säure, mehr poliertes Tannin, mehr
Alkohol, zusammen eine perfekte Balance auf sehr hohem Niveau. Und wahrscheinlich immens lagerfähig.
Welcher der drei großen Jahrgänge 2005, 2009 und 2010 dereinst als der Größte beschrieben werden wird, ist nicht absehbar,
freuen wir uns über großartige Weine aus drei großen Jahren.
Ein kurzer Qualitätsabriss:
Spanien: kleine Mengen, großartige Weine bei Artadi in der Rioja, ähnlich groß wie 2009.
Deutschland: 40% weniger Ertrag als der langlebige 2009. 2010 hat hohe Säure und zugleich einen sehr hohen Reifegrad.
Extrem große Weine an der Nahe, in Rheinhessen, in der Pfalz und an der Terrassenmosel, großartige Süßweine an der Saar.
Frankreich/Burgund: 2009 ist hedonistisch, groß und betörend. 2010 wird ein noch erhabenerer Wein-Klassiker und gehört
zum Imposantesten, was ich im Burgund je probiert habe.
Frankreich/Rhone: 2009 ähnelt im Charme und Frucht 2007 und ist wie 2007 ein tolles, großes, leckeres, hedonistisches Jahr
mit guter Lebenserwartung. 2010 ist endlich wieder ein klassisches Jahr, extrem große Weine an der Süd- und an der Nordrhone.
Erhabene, langlebige Weine mit sensationeller Struktur. Assoziationen an 2001 und 2005, immens haltbar.
Frankreich/Bordeaux: Bill Blatch, der angesehenste Jahrgangs-, Qualitäts-, Ernteanalyst und Wetter-experte in Bordeaux wird
von wirklich allen Fachjournalisten herangezogen, um den Jahrgang zu beschreiben. Hier ein Auszugs-Zitat aus seinen
Ausführungen: „... A high-pressure system in early March delayed the growing cycle that rendered 2010 a late vintage out of
the blocks and budding only occurred in mid-April. May was unseasonably dry and flowering was uneven, a sudden spurt during
the hot weekend of 5th June being cruelly retarded by low temperatures on the Sunday night. An ensuing succession of fronts
caused widespread coulure, whilst there was millerandage, especially for the old Merlot vines. Hopes of an abundant vintage
were dashed, but that does not preclude potential quality, quite the opposite in fact. After inclement weather there was a spike
in temperatures at the end of June and foliage flourished. July and August were exceptionally dry, so that just 11 days necessitated umbrellas. The rest of the time it was sunny, recording 534 sun hours (two more than 2009) with few heat spikes (three
days over 35 degrees Celsius.) In fact, August was marginally cooler than average with night temperatures falling to just 10-11
degrees, thereby capturing acidity. The on-going drought caused berries to lose around 30% of their weight, there was no risk
of grey rot and sugars were accumulating to high levels...“
Zwei der angesehensten Winzer Saint Emilions, Francois Mitjaville von Chateau Tertre Roteboeuf und Hubert de Bouard von
Chateau Angelus, standen mir erklärend zur Seite bei meiner Jahrgangszusammen-fassung: Die Blüte verrieselte durch den
Regen im Juni, der Ertrag wurde so ganz natürlich und in hohem Maße eingeschränkt. Durch den kühlen, extrem trockenen
Sommer geriet der für die Rasse und Komplexität verantwortliche Tag-Nacht-Temeraturunterschied extrem groß. Zugleich war
die Tiefsttem-peratur in der Nacht sehr niedrig und die Tageshöchsttemperatur in Summe deutlich geringer als 2005 und 2009.
Hohe Säurewerte waren garantiert. Im August gab es dann extremen Trockenstress, die Pflanzen stellten zum Schutz jegliche
Reifung ein. Der lang erwartete Regen kam im September. Die phänolische Reife brauchte aber wegen der Unterbrechung noch
viel Zeit. Wer jetzt zu früh erntete hatte bittere Tannine. Der traumhaft schöne Herbst ermöglichte dann die qualitativ notwendige späte Lese. Der Preis war jedoch neben der satten Frucht und Tannine zugleich ein hoher Zuckerwert, hohe Alkoholgrade
sind neben immensen, reifen Tanninen das zwangsläufige Ergebnis. Die extrem hohe Säure und das satte Tannin lassen den
Alkohol jedoch kaum spüren, die Harmonie ist oft sensationell. Nur wer nach der Lese extrem zurückhaltend und sanft im Keller
arbeitete, nicht extrahierte und wenig presste, hat einen der größten Weine erzeugt. 2010 braucht Zeit und wird einer der lagerfähigsten Jahrgänge der Geschichte mit der Tendenz zur Legende!
Robert Parker, der angesehenste und bedeutenste Verkoster und Weinjournalist der Welt über 2010:
"Insanity, Glory, Blood, Tears, Lust, Tragedy, Extravagance, Avarice, Violence and Mythology on the Gironde"
"It is almost painful to tell the story of another great vintage in Bordeaux. The fact that 2010 follows the superb 2009 vintage is
remarkable as well. And of course, there is the potential for serious wine consumers who love Bordeaux to once again be bludgeoned with skyrocketing prices that are likely to exceed those that were asked for 2009. Yet the world continues to change, and
it is an inescapable truth that 2010 has produced another year of compelling Bordeaux that will go down as a prodigious vintage alongside 2009. Take your pick – this news is either tragic or mythical, but I have tasted enough wines from 2005, 2009 and
2010 to realize that these may be the three greatest Bordeaux vintages I have tasted in my career.
2009 will always be the more “fun” vintage because of its more sumptuous, fruit-forward, lower acid wines with soaring aromatics as well as fleshy, exuberant flavors and plush, succulent personalities. Their style vaguely recalls ripe, precocious vintages such as 1982 and 1990. 2010 exceeds 2009 in record setting alcohols, but, paradoxically, it is the fresh acids, lower pHs and
massive tannins that have dictated more precision in the mouth despite the record alcohol levels these wines attained. While massive and highly extracted, the 2010s are also fresh and incredibly pure. Moreover, they will enjoy astonishing longevity"
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Bordeaux 2010
Burgund 2010
Cahors 2010
Californien 2010
Deutschland 2010
Rhone 2010
Schweiz 2010
Spanien 2010
Inhaltsverzeichnis
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Bordeaux
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Bordeaux
Chateau d’Aiguilhe / Cotes de Castillon
LOB 93-94: Das Weingut von Graf Neipperg von Canon La Gaffeliere, gelegen auf dem
Kalksteinplateau von Castillon, ein Terroir der höchsten Güte und Saint Emilion sicher ebenbürtig, besser als das Terroir der anderen Güter von Neipperg, Canon La Gaffeliere und Clos de
L’Oratoire. Wie immer als Weinmacher und Berater betreut von Stephane Derenoncourt.
Schwarzer Wein. Wuchtige intensive Reife. Brombeer-, Holunder-, Maulbeernase. Schwarze
Kirsche, etwas gelbe Frucht. Reife Waldhimbeere und Erdbeere darunter. Sehr feines
Gesteinsmehl. Feine Milchschokolade. Rassiger Antrunk im Mund. Schwarze und rote Kirsche.
Tolle Säure und Rasse. Etwas krautwürzig, Garrigue. Immenses Tannin neben der immensen
Säure, aber alles fein und geschliffen. Tut nicht weh. Der gute Alkohol und Glyzerin balancieren den Wein ganz hervorragend. Sehr eindrucksvoller Castillon und womöglich noch besser als
der tolle 2009er. Dieses Weingut ist qualitativ nicht weit hinter den beiden Spitzenreitern Clos
Puy Arnaud und Domaine de L’A und 2010 sogar noch vor La Croix Lartigue. (2015-2036)
RP 89-92: One of the best-run estates in the underrated and undervalued appellation of Cotes de Castillon is Chateau
d’Aiguilhe, which is owned by Stephan von Neipperg. As with all of von Neipperg’s wines, Stephane Derenoncourt
is the consulting winemaker. The blend is usually 80% Merlot and 20% Cabernet Franc, although I did not see the
statistics on this particular vintage. The 2010 (10,000 cases produced) achieved 14% natural alcohol from modest
yields of 34 hectoliters per hectare. It exhibits a deep ruby/purple hue, lots of cassis, crushed rock and floral characteristics, a round, generous, savory, broadly textured style and sweet tannins. Drink it over the next decade.
WS 90-93: Dense and structured, with a slightly brooding feel to the coffee, dark plum and fig paste notes. But the
flesh is round and supple, and the finish long and enticing, with a nice chalky streak waiting to emerge. Should come
together well enough.
PM 90-92: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe reifes Dörrobst, zart nach Minze und ätherische Nuancen,
schwarze Kirschenfrucht; elegant, Weichseln und Kirschen, feine Tannine, bleibt gut haften, rotbeeriges Finale.
MG 18+: Dass dieses auf einem Kalksteinplateau von Castillon gelegene Weingut ein riesiges Potential besitzt, war
schon lange klar. Es rückt auch innerhalb der Neipperg Palette immer näher zu den Top Weinen Canon la Gaffelière
und la Mondotte. 2010 ist wohl der bisher beste d’Aiguilhe entstanden. Das ist ein traumhaftes Fruchtbündel, da ist
hochkonzentrierte, auf den Punkt gereifte, köstlich süsse aber auch wunderbar frische Frucht. Die Konzentration ist
enorm, wirkt aber in keiner Weise überladen, sondern im Gegenteil raffiniert und spannungsvoll. Auch am Gaumen
dominiert die Delikatesse, der Wein ist sagenhaft fein, streicht wie eine Feder über die Zunge, vereint irre Rasse mit
sublimer Süsse, enorme Konzentration mit sinnlicher Raffinesse, ein absoluter Traumwein.
JS 92-93: This is so good already. What an amazing precision of fruit for this wine, with a blackberry and blueberry character as well as minerals. Full and super silky with lovely fruit. Gourmand. Tasty. I want to drink it. Always
great value!
Chateau Domaine Allary Haut Brion / Pessac Leognan
LOB 98+: Dies kleine, ja winzige Domäne von 1,3 ha liegt direkt an den Weinbergen von
Chateau Haut Brion und war bis zum Jahrgang 2009 verpachtet an Haut Brion. Die Cabernet
Sauvignon und vor allem die Cabernet Franc dieser Parzelle waren ein Herzstück des 1er Cru.
Aufgrund von Pacht-Streitigkeiten vinifiziert Familie Allary diese Weinberge in einer winzigen
Menge ab 2009 separat unter dem Namen “Domaine Allary Haut Brion”. Der Berater und
Weinmacher ist Stephane Derenoncourt. Es handelt sich hier um ein absolutes Kuriosum! Die
im Durchschnitt 80jährigen Reben gehörten zu den ältesten im Haut-Brion-Weinberg. Mit einem
sehr hohen Anteil Cabernet Franc (60%) und 40% Cabernet Sauvignon, also völlig ohne Merlot,
geht es hier um reine Frucht und Finesse, in reifen Jahren das “non plus ultra”! Die
Produktionsmenge liegt bei nur 35 hl/ha. Geerntet wurde bis zum 9. Oktober. Der Wein ist ohne
Merlot deutlich feiner und eleganter als Haut Brion selbst. Der hohe Cabernet-Franc-Anteil lässt
beim 2009er sogar eine leichte Assoziation Richtung Cheval Blanc zu, der 2010er kommt mit
seiner hohen Reife in der Stilistik dem Haut Brion dafür sehr sehr nah. 2010 ist dunkelrot mit schwarzen und blaubraunen Reflexen. Sehr tiefe, erdige und würzige Nase. Reife Pflaume, Moschus, Holunder, Oliven. Dann kommt
Schwarzkirsche und ein wenig Cassis. Insgesamt recht ungewöhnlich für das Medoc, ja vielleicht sogar recht ungewöhnlich für Bordeaux, 2010 ist eben in der Intensität aller Komponenten ein Unikat. Sowohl in der Nase als auch
im Mund fast extreme Intensität von Alkohol, Säure, Frucht und Tannin. Sehr wuchtig und überaus voluminös daherkommend, gleichzeitig diese Frische und Eleganz der Cabernet Franc ausstrahlend. Nicht die Eleganz des berauschend feinen 2009er aufweisend, aber wahrscheinlich noch beeindruckender in seiner Intensität. (2020-2070)
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Chateau Domaine Allary Haut Brion / Pessac Leognan
Bordeaux
RP 90-92: This minuscule 3-acre vineyard located within the Haut-Brion vineyard used to be called La Passion
Haut-Brion and old-timers will no doubt remember the remarkable wines that emerged from this parcel. Now under
new owners with Stephane Derenoncourt as the consultant, the 2010 resurrects the memories of those previous beauties. A 300-case blend of 60% Cabernet Franc and 40% Cabernet Sauvignon that attained 14.5% natural alcohol, it
reveals aromas of smoky barbecue, graphite, black currants and cherries. A classic Graves displaying medium to full
body, wonderful elegance and plenty of potential complexity, it should drink well for 15 or more years.
Chateau Amelisse Grand Cru / Saint Emilion
LOB 93-95: Dieses kleine Weingut wird als Joint-Venture bewirtschaftet von Denis Durantou
von L’Eglise Clinet. Besticht seit Jahren und ist immer noch im Aufwind. Strömend ätherische
Nase, vornehmlich nach frischer Pflaume und Walderdbeeren. Hohe Intensität, sehr viel Charme,
rote Johannisbeere, rote Kirsche und Schattenmorelle. Alles bleibt auf der roten Frucht, was für
einen überwiegenden Merlotwein schon erstaunlich ist. Fein und lang und charmant. Rassigkraftvoller, wiederum rotfruchtiger Mund, Pflaumenschale, eingekochte, konzentrierte Erdbeere
ohne Süße, gelbe Frucht, Quitte, etwas exotische Orangenschale, rassige Säure, große Länge.
Ziemlich tanninreich, butterweiche, leckere Fülle, tolle Milchschokolade mit Schwarzkirsche,
Teer und Lakritz, feine salzige Mineralität. Der Wein wird lange leben, alle Vorgängerjahre sollten deutlich eher getrunken werden als dieser langlebige, fast große Wein. Großer Erfolg für Amelisse. (2014-2030)
PM 90-92: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, florale Nuancen, zart nach Veilchen, schwarze Beeren, zarter Kräuterwürzetouch; saftig, süß und komplex, feines Säurespiel, schwarze Kirschen im Nachhall, gastronomischer
Stil.
MG 18: Ein schwarzes Fruchtbündel, genial reich konzentriert, köstliche Frische ausstrahlend und eine selten gesehene Komplexität, eine expressive, dennoch delikate, bildschöne Düftwolke. Herrlich süss süsser Gaumenfluss angenehm schokoladig aber immer genial frisch, köstlich aromatisch, saftig, wunderbar süffig, einfach unendlich gut,
der wohl beste Amélisse der letzten Jahre.
JS 91-92: Blueberry and mineral aromas with lots of flowers. Full and refined, with a beautiful ripe tannins and long
finish. Very bright. Chocolate.
Chateau Angelus 1er Gr.Cr.Cl.B / Saint Emilion
LOB 98-100: Hubert der Bouard, der Besitzer von Angelus und Bellevue und weltweit gefragter Berater, sagt über das Weinjahrpärchen der Superlative: 2009 war barock. Alles war da, weich
und hedonistisch. 2010 ist der Klassizismus, ist nicht nur Klassik sondern von allem noch mehr.
Mehr Säure, noch mehr Tannin, höherer Alkohol- und Glyzeringehalt. Eine Tendenz, die auch
2005 da war, aber 2005 waren die Tannine etwas härter, die Säure nicht ganz so hoch, der
Alkohol nicht ganz so hoch. Hubert de Bouard hält 2010 für den idealen Ausdruck aller klassischen Weine, wenn man denn diesen hohen Level der einzelnen Komponenten schätzt. Durch
die große Frische scheint es aber letztlich stimming zu sein. Das erste Jahr, in dem Hubert de
Bouard sein Team massiv angewiesen hat, NICHT an der Extraktion zu arbeiten. Nur der natürlich Ablauf, extrem sanftes Pressen, kaum Remontage, alles so sanft wie irgend möglich.
Angelus 2010 besteht aus 55% Merlot und 45% Cabernet Franc. Schwarz-Rubinrot, violetter
Rand. Extrem aromatisch. Weiche, süße, frische, fruchtige Nase. Traumhaft. Auf den Spuren des
Tertre Roteboeuf, der als einziger auch in dieser extremen Aromatik unterwegs ist. Reife Zwetschge, schwarze
Kirsche, süße rote Kirsche, Brombeere, Maulbeere, Lakritze. Traumhafte Würze und Mineralik darunter. Immense
Aromatik. Riechen reicht. Ungeheuer große Nase. Der Mund lässt aber auch erstaunen. Nicht wie schon 2008 und
2009 der gewohnt üppige, füllige, satte Wein mit niedriger Säure, sondern Rasse, extrem hohe Mineralik, die
Cabernet Franc kommt durch. Fein, geschliffen, die Rasse zieht sich bis zum Ende durch. Großer, frischer Angelus
mit hoher Lebenserwartung. Toller Wein und einer der großen Erfolge der Appellation St. Emilion. Üppiger und vollmundiger vielleicht als Beausejour Duffau und Larcis Ducasse, aber ebenso auf der frischen rassigen Seite.
Mineralik wie kaum ein anderer Wein. Groß. (2020-2060)
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Bordeaux
Chateau Angelus 1er Gr.Cr.Cl.B / Saint Emilion
RP 94-96+: A blend of 55% Merlot and 45% Cabernet Franc cropped at 32 hectoliters per hectare, the 2010 may not hit the peaks of the extraordinary 2009 or 2005, but it is another fabulous
wine from proprietor Hubert de Bouard. It boasts an inky/blue/purple color along with abundant
aromas of acacia flowers, blueberry liqueur, black raspberries, licorice and subtle toasty oak in
the background. A notion of graphite emerges as the wine sits in the glass, which tends to be a
characteristic of Angelus. Long, rich, dense and full-bodied with high but well-integrated tannins, it will rival the 1989 and 1990 as well as the 2009 and 2005 as one of the finest wines made
at this estate. At present, the 2009 has a slight edge because of its more sumptuous texture. Nevertheless, the 2010
is a great wine with a future of at least 30 years!
WS 94-97: This is really fine, with gorgeous mouthfeel to the notes of blueberry, plum and black cherry preserves.
Shows alluring black tea and incense hints in the background, with ample, iron-tinged grip on the finish. This has
density and elegance. Impressive.
RG 19: Blutrot mit violettem Schimmer, sehr dicht in der Mitte. Königliches Cassisbouquet, schwarze Oliven,
Fruchtblüten und ein Hauch Minze mischen da auch mit, im Untergrund tiefgründig mit Rauch, Teer und Black
Currantnoten. Fleischiger Gaumen, füllig, reich an gerundeten Tanninen, wiederum Cassis, jetzt auch mit reifen
Brombeeren vermischt. Normalerweise stellt man sich bei diesen Ansätzen auf einen unnahbaren Boliden ein. Dieser
Angelus ist aber sehr direkt und ansprechend ohne dass sich dabei das Potenzial schmälert. Neue Richtung? Es ist
also möglich, dass sich unbändige Kraft auch mit zarter Finesse vermischen kann. Das ergibt dann die Würde eines
Premier Grand Crus.
PM 95-97: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, feinwürzig unterlegte dunkle Beerenfrucht, frische Orangenzesten, exotische Nuancen, zart nach Karamell; saftig, dschwarzes Beerenkonfit, elegant Tannine,
kraftvoll und anhaltend, extraktsüßer Nachhall, stoffiger, süßer Wein im Finale, feiner Nougat im Rückgeschmack.
BD 18-19: Le volume est gras, ample, suave et race, grand tanin fin, belle allonge distinguee, vin noble et race. Plus
en confort de bouche qu’en fraicheur, c’est un vin de grande intensite avec une persistance veloutee et genereuse.
MG 20: Wouw dieser Duft, was für ein sinnliches Parfüm, extrem ausdrucksvoll, reich, fast opulent, dann aber vor
allem fein und nochmals fein, unglaublich raffiniert, ein Duft von atemberaubender Schönheit. Explosiver Auftritt,
ein gigantisches Fruchtbündel, konzentrierte schwarze Frucht der sinnlichen Art, der Wein bleibt dennoch fein, wirkt
nie breit oder fett, der Gaumen ist voll mit sensationell feinen Tanninen, das Spiel zwischen genialer Süsse und raffinierter Rasse ist schlicht perfekt, das ist sinnlicher Angélus, total klassisch, gradlinig und von eindrücklicher
Präzision, ein Meisterwerk ein Wein für die Ewigkeit.
JS 97-98: Wild aromas of blackberries, dark chocolate and hints of toasted nuts. Very intense. Full bodied, with super
integrated tannins and a fabulous finish. Goes on for minutes. This takes off on the palate. Really impressive. 45 percent Cabernet Franc and 55 percent Merlot.
Chateau Ausone 1er Gr.Cr.Cl.A / Saint Emilion
LOB 100: 7ha großes Weingut von Alain Vauthier. Legendär und heute wahrscheinlich mit Le
Pin und Petrus der am schwersten zu bekommende Wein überhaupt. Bis zu 12.600 Stöcke je
Hektar dicht gepflanzt, 50jähriges Durchschnittsalter der Reben. Nur 25hl/ ha geerntet. 55%
Cabernet Franc, 45% Merlot. 14,5% Alkohol. In der Nase dichte Schwarzkirsche mit Cassis.
Dann kommt rote Kirsche, florale Noten, Rosenblätter, Gesteinsmehl, Salz. Immer fein und rassig bleibend. Duftig, extrem charmant. Auch im Mund für Ausone ungewöhnlich charmant und
zugänglich. Viel rote Frucht, reife Walderdbeere, Kirsche, Schwarzkirsche, wieder Cassis.
Immer auf der feinen Seite, auf der rassigen Seite bleibend. Seit Vauthier 2008 einen vorsichtigen Stilwechsel eingeleitet hat (biologische Weinbergsarbeit, weg von der Extraktion und
Massivität, hin zum reinen Saft und natürlichem Terroir und Weinbergsausdruck), ist Ausone
immer einer der feinsten Weine der Appellation. Manchen Degustatoren fällt es schwer, die meiner Meinung nach klar bessere Qualität zu erkennen. Finesse, feine Frucht und Rasse sind in
meinen Augen immer das Optimum! Ein sehr schöner Ausone, ziemlich vorne in St. Emilion. Wenn es stimmt, dass
ganz große Weine vom ersten Moment an sensationell schmecken, dann gehört Ausone in die erste Reihe. Gehört zu
den ganz großen Weinen des Jahrgangs. (2022-2080)
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Chateau Ausone 1er Gr.Cr.Cl.A / Saint Emilion
Bordeaux
RP 98-100: Alain Vauthier’s wines have been so remarkable since he acquired full control of Ausone that readers
probably feel I have thrown my critical wits away. However, the proof is in the tasting, and the 2010 Ausone is
unquestionably extraordinary. There are 1,500 cases of this beauty, which exhibits an inky/blue/purple color as well
as an exotic, seamless bouquet of incense, Asian spices, blueberries, raspberries and blackberries. Full-bodied with
a striking liqueur of minerality as well as a magical combination of complexity, substance and nobility, it reveals softer tannins than I expected for this vintage, so perhaps it will be more accessible in its youth than recent Ausone vintages have tended to be. It is another prodigious effort from Vauthier that should be drinkable in 6-8 years and keep
for a half century.
WS 94-97: Very sappy and intense, offering racy red licorice, red currant and violet notes, with nice taut acidity and
a long, minerally finish. Combines power and austerity, with excellent drive. For those who like backbone in their
wines.
RG 19: 55 % Cabernet Franc, 45 % Merlot. 26 hal/ha. 14.5 Vol. 18’000 Flaschen. Sattes Purpur-Granat, dicht in der
Mitte, lila Schimmer. Solide Nase, direkt mit vielen Gewürzen, Heidelbeeren, Cassis und Lakritze dahinter, viel
noble Schwarzteenoten, alles ist frisch, klar ausgerichtet, aber nicht überschwänglich, also ein beruhigendes
Nasenbild das auf Perfektion aus ist. Erst im Gaumen kommt eine erste Süsse, die die Beerenreife unterstreicht, auch
hier pfeffrig, fast pikant und mit vordergründiger Gerbstoff-Präsentation. Ein noch roher Diamant, der extrem viel
Zeit brauchen wird um sich zu harmonisieren und um zu einem möglicherweise grossen Ausone zu werden. Man
hofft, dass sich hier in 20 Jahren alle Potenzialwünsche erfüllt haben. Das Potenzial ist nämlich riesig, das
Verständnis dafür noch beschränkt, die Grösse absehbar.
PM 98-100: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, verhalten, zart tabakig unterlegt, dunkle Beerenfrucht, nach
Kirschen, exotische Gewürze, frische Orangenzesten, facettenreiches Bukett; stoffig, seidig, herrliche Frucht, finessenreiche Säurestruktur, Herzkirschen, süße Waldbeeren, perfekte Tannine, mineralisch, kraftvoll und ausgewogen,
tolle Länge, großes Aromen-Kino.
BD 19: Le bouquet est deja d’un charme et d’une precision de fruits incomparable. L’ensemble brille par son tanin
surfin, sa chair de taffetas, son allonge d’une profondeur interminable. evidemment, un tres grand Ausone.
MG 20: Der Duft ist schlicht einmalig, man muss nur kurz an dem Glas riechen und bekommt unweigerlich eine
Gänsehaut, er ist gewaltig tiefgründig, schwarze Frucht in gigantischer Intensität, aber auch unglaublich fein, komplex, ein Duft der unter die Haut geht. Die Tannine sind eine Sensation, feiner ist schlicht unmöglich, die Harmonie
aus den beiden Extremen Feinheit und Kraft ist sprichwörtlich, das ist ein Monster von Wein, dabei aber geradezu
filigran, alles was man sich von einem grossen Wein erträumt ist im Überfluss vorhanden, der Wein ist schon als
Fassprobe eine Legende.
JS 96-97: There is something almost unnerving with Ausone this year. It has almost supernatural fruit character and
earth shattering acidity. Full and tannic, it finishes with a dark fruit jam but then goes to citrus acidity and freshness.
A tiny bit too much.
Chateau Barde Haut Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 92-94: Schwarz mit violettem Rand. Weitaus rassiger als der sehr ähnliche, aber charmantere 2009, etwas wilder und burschikoser, sicher extrem langlebig, braucht aber Zeit. Wuchtige,
üppige Nase nach Blaubeere und reifer Brombeere, auch Maulbeere und fette Schokolade,
Graphit und fast zuviel Holztoasting, Zigarrenkiste. Im Mund setzt sich diese Fülle fort, überwältigend intensiv, satte Schwarzkirsche nebst Brombeere, jetzt auch Creme de Cassis und wieder viel Schokolade. Geschliffene und doch sehr präsente Tannine in Hülle und Fülle. Sehr eindrucksvoller Wein mit viel Rasse und Biss. (2017-2040)
RP 91-94: Readers looking for an exuberant, nearly flamboyant, exceptionally well-made St.-Emilion should check
out this effort from the Garcin family, which has done such a fabulous job with their Graves, Haut-Bergey, and
Pomerol, Clos l’Eglise. A blend of 90% Merlot and 10% Cabernet Franc from a beautifully situated vineyard near
Troplong Mondot and Trottevielle, this cuvee reveals terrific fruit on the attack, mid-palate and finish. Abundant cassis and black cherry characteristics are presented in a juicy, savory, broadly textured style. The vintage’s freshness,
precision and zesty acids give uplift to a big, opulent, fleshy wine. Consume it over the next decade or more.
WS 90-93: Dark and dense, showing lots of fig, anise and blackberry aromas and flavors, with plenty of graphite
driving through on the finish. This has serious density and range.
JS 91-92: Suckling: This is very concentrated, with a treacle tart and chocolate character. Almost raisiny. Full and
velvety. Intense.
9
Bordeaux
Chateau Batailley 5eme Cru / Pauillac
LOB 93-95: 78 % Cabernet Sauvignon, 19% Merlot, 2% Petit Verdot, 1% Cabernet Franc.
13,5% Alkohol. Nur 35 hl/ha geerntet. Sehr schöne verbrannte Schokoladen-Kakaonase.
Schwarze Frucht, Brombeere, schöne Bitterschokolade, Praline. Langsam kommt die fruchtige
Rasse durch, schwarze Johannisbeere, auch etwas Zwetschge. Schöne Mineralität. Sehr spannende, klassisch und zugleich rassig wuchtige Nase. Schon verdammt gut. Sehr feiner Mund mit
schwarzer Frucht. Macht sehr viel Freude. Dunkle verbrannte Töne. Rasse und Volumen gleichzeitig. Süß, aber dennoch schlank bleibend. Kirsche, Brombeere, Cassis und Nutella. Kein Riese,
aber ein überaus schöner Wein aus Pauillac, der lange halten wird und immer Freude machen
wird. Klassisch Pauillac und doch auch ausreichend Charme. (2018-2045)
RG 18: Ertrag: 36 hl/ha. Sattes Purpur-Granat. Viel reife Brombeeren in der ausladenden Nase, fast etwas buttrig,
mit Süsse verleihendem Edelholztouch. Lebendiger Gaumenbeginn, gut stützende Säure, Vanillemark, dunkle
Brotnoten, schwarze Pflaumen und ein Hauch Zimt im Innern, zeigt eine tolle Konzentration und viel schwarzen
Beeren im langen, aromatischen Finale, geniales Potenzial. Der beste Batailley-Primeur, den ich je verkostet habe.
Liegt nahe bei 19/20 und kann diese auch in 10 Jahren erreichen.
NM 93-95: A blend of 78% Cabernet Sauvignon (compared to 74% in 2009), 19% Merlot, 2% Petit Verdot and 1%
Cabernet Franc cropped at 36hl/ha. Philippe Casteja said that they picked quite late, the last Cabernet coming in on
the 19th October (about three days later than in 2009.) The alcohol level comes in at 13.5 degrees. The Batailley ‘10
has quite a creamy, sensual bouquet with macerated black fruits, a touch of crushed raspberry and a hint of vanilla
pod. The definition is very fine. The palate is medium-bodied with fine, tensile tannins, a very good sense of symmetry that was discovered with the 2009, with the vintages telltale signs of graphite on the long finish. Very impressive. Quintessential Pauillac.
JS 92-93: This really takes off on the finish. So long with a beautiful pure Cabernet Sauvignon character that has
masses of currants and berries. Raspberries too and then turns to mineral. 78 percent Cabernet Sauvignon, 19 percent Merlot, 2 percent Petit Verdot, and 1 percent Cabernet Franc.
Chateau Beauregard / Pomerol
LOB 94: 75% Merlot, 25% Cabernet Franc, 14,5% Alkohol. Berauschende und zugleich feine
Nase. Schwarzkirsche, fast pur, dann kommt rote Kirsche. Schöne Pralinen, Nutella, rassige
schwarze und rote Johannisbeere. Schöne Süße. Sehr voller Burgundertyp, fast an Richebourg
erinnernd. Geniale Nase. Ultrafein bei all der Süße und Fülle. Im Mund zieht sich diese geniale
Frische komplett bis in ein sehr langes Finale. Tolle rassige Säure, feine rote Frucht, rote
Kirsche, rote Johannisbeere, dann schöne Milchschokolade, blonder Tabak, weißer Pfeffer,
Gesteinsmehl. Viel Rasse zeigend. Tänzelt. Braucht viel Zeit, wird sich aber ab 10 Jahren zu
einem fantastischen Pomerol entwickeln, ist dem La Pointe klar überlegen, vielleicht sogar noch
besser als Guillot Clauzel. Der beste Beauregard meiner Zeit. Toller Erfolg! (2015-2035)
RG 18: Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Aromatisches Beerenbouquet, Erdbeeren und
gekochte Kirschen, Früchtetee und ein Hauch Hagebutten. Sehr eleganter Gaumen mit cremigem Fluss, ein Hauch
Caramel und wieder viel Frucht, diesmal in Form von Redcurrantpastillen. Genialer Beauregard und somit ein ganz
toller Wert.
PM 90-92: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, reife Zwetschkenfrucht, feine Orangenzesten, feine
Gewürznote, ein Hauch von Dörrobst; stoffig, zarter Nougat, schwarzes Beerenkonfit, mineralischer Nachhall.
MG 19: Das ist ein Traum dieser Duft, da kommte der ganze Charme von Beauregard aus dem Glas, was füt ein
sinnliches Parfüm, feine schwar- und rotbeerige Frucht, genaole Würze, Trüffel, Tabak, gigantisch vielschichtig und
extrem nobel. Beauregad ist ja bekanntlich schon lange mein Wein, aber dieses Jahr setzt er nochmals gewaltig einen
drauf, da kommt zu allen bekannten Qualittenten woe feineheit, Eelgant, Pomerol Erotik und Charme noch ein Schub
Frische der einfach betörend ist, Das ist eine genaile Köstlichkeit, grosser, sinnluicher unglaublich tiefgründiger,
berphrender Pomeroln nahe an der Perfektion.
10
Chateau Beausejour Becot 1er Gr.Cr.Cl.B / Saint Emilion
Bordeaux
LOB 93-94+: Eines von mehreren Weingütern der Familie Becot, gelegen auf den abfallenden
Hängen zum Plateau, oberhalb des Weilers La Gomerie am Rande der Stadt. Schwarz undurchdringlich. Leicht rot-violetter Rand. Wuchtige, nicht zu süße Brombeer-Schwarzkirsch-Nase.
Auch Feinheit dabei zeigend, dunkle Schokolade, aber dennoch charmant und fein bleibend. Die
Süße hält sich in Grenzen, keine Marmeladigkeit. Rassiger Mund, etwas trockenes Tannin.
Vielleicht etwas stark extrahiert, aber gerade noch im tolerierbaren Bereich. Auch hier wieder
viel dunkle Schokolade mit Schwarzkirsche und Brombeere, etwas rassige Waldhimbeere zieht
sich durch. Auch ein wenig darunterliegender weißer Pfirsich. Der Wein braucht Zeit, wird sich
allerdings aufschwingen zu einem der besten Beausejour Becots mit viel Potenzial. (2015-2040)
RP 91-93+: Tiny yields of 21 hectoliters per hectare produced a wine with 15% natural alcohol.
The final blend was 73% Merlot, 23% Cabernet Franc and 4% Cabernet Sauvignon. Quite
backward, as if malolactic fermentation had just finished, this opaque purple-hued, large-scaled,
massive effort reveals high tannins, high extraction and huge concentration. Everything is present, but this wine looks set for a long life and will not be as sumptuous or opulent in its youth as the 2009 or 2008.
Forget it for 5-8 years and drink it over the following three decades.
PM 94-96: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feinwürzig unterlegte dunkle Beerenfrucht, zart floral,
Lakritze, Orangenzesten, facettenreiches Bukett; saftig, sehr elegant, rund, feine Tannine, frischer Strukturbogen,
sehr feiner Wein gemessen am kraftvollen Jahrgang, schöne Länge, gutes Potenzial.
MG 19: Da bringt mir schon der Duft eine wohlige Gänsehaut auf den Rücken, hei ist das schön, überaus intensiv
aber auch fein, zart, filigran. Am Gaumen vereint er monumentale Kraft mit sublimer Feinheit, irre Rasse mit köstlicher Süsse, da ist eine beinahe männliche Tanninstruktur und doch wirkt der Wein total fein, superelegant und hat
köstlichen Schmelz, der beste Bécot, den ich kenne.
JS 93-94: Layered and very structured, with blueberry and toasted oak character. Full and silky with ripe tannins.
Long finish.
WE 93-95: Very minty character, a wine that shows polished wood, black currant and very perfumed fruits. It has a
definite style to it, the tannins subdued by the mint and eucalyptus character.
Chateau Beausejour Duffau 1er Grand Cru Classe B / Saint Emilion
LOB 99-100: Das Weingut liegt direkt neben Chateau Ausone, in allerbester Lage, mit dem
besten Terroir St. Emilions, reiner Kalkstein. Wird seit Jahrgang 2008 von Nicolas Thienpont
geführt. Der Wein wird von Stephane Derenoncourt verantwortet. Seit dem großen Jahrgang
1990 weiß man was für riesige Weine hier entstehen können. Die Arbeit zahlte sich 2008 und
2009 schon aus, sensationelle Ergebnisse. 2010 ist sicherlich wieder auf dem gleichen Level,
wenn auch mit anderer, viel feinerer, burgundischerer Stilistik, wie 1990. Schwarz mit leicht violettem Rand. Berauschende Duftigkeit, Schwarzkirsche, süße rote Kirsche, Schattenmorelle.
Viel Cassis, rote Johannisbeere, ein wenig Pfirsich darunter, Mango mit flüssigem Nougat, dunkle Schokolade, Praline. Trinken ist überflüssig. Der Wein ist so immens in der Nase, das ist auf
gleichem Niveau wie die größten Burgunder, das ist Richebourg-Stil. Das sind glatte 100 Punkte
in der Nase. Beausejour Duffau, auf keinen Fall zu verorten im Bordeaux. Diese Kirsche und
Pflaume. Es könnte auch ein superfeiner Barolo Monfortino von Giacomo Conterno sein. Im
Mund eine Explosion, ein unglaublicher Ansturm an Frische und Rasse. Ganz hohe Mineralität.
Sehr salzig, Steinmehl, dann kommt rassige Cassis und rote Johannisbeere, immens lang immer tänzelnd, immer
spielerisch. Der Wein wird nie überfett. Fast 14% Alkohol und doch ist alles so rassig und fein. Das ist ganz großes
Kino. Eigentlich unvorstellbar, aber doch noch deutlich besser als 2009 und 2008. Da er seit 1990 keine großen
Vorgänger hat und ich 1990 oft verkostet habe, denke ich, dass dieser Jahrgang auf lange Sicht sogar noch besser
wird, viel mehr Richtung Feinheit, Rasse und Finesse geht. Perfektion in Saint Emilion! (2018-2055)
RP 96-100: Since the wunderkind team of Nicolas Thienpont and Stephane Derenoncourt assumed responsibility for
this extraordinary vineyard planted on the clay and limestone southern slopes of St.-Emilion, quality has soared. The
2009 (rated 96-98+) was the greatest vintage since the estate’s prodigious 1990 and the 2010 looks to be its equal.
Composed of 73% Merlot, 23% Cabernet Franc and 4% Cabernet Sauvignon made from tiny yields of 21 hectoliters per hectare, the 2010 achieved a remarkably high 15% natural alcohol. However, the high alcohol is completely hidden by the wine’s freshness, high acids and modest pH. A remarkable nose of blueberries, blackberries, crushed chalk, acacia flowers, licorice and truffles is accompanied by an unbelievable minerality on the palate, fullbodied power, amazing texture, a multidimensional personality and a 50+ second finish.
11
Bordeaux
Chateau Beausejour Duffau 1er Grand Cru Classe B / Saint Emilion
WS 93-96: Ripe and exotic, but focused, with really enticing blueberry, violet, pastis and raspberry aromas and flavors. Lush and long, with lots of range and length.
RG 19: Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Verführerisches, fast rahmiges
Bouquet, rotes Cassis, reife Pflaumen, dezent floraler Touch mit Blütennuancen, lädt schön aus.
Im Gaumen samtig, weich und füllig, traumhafte Balance, cremige Tannine, erhabene Länge.
Zeigt sich wieder auf genialem Niveau und scheint jetzt permanent an frühere Einzelerfolge
anknüpfen zu wollen.
MG 20: Wouw, was für ein edler, traumhaft schöner überaus feiner sensationell vielfältiger Duft, das ist das ist eine
eindrückliche Naturschönheit, etwas vom allerfeinsten was Bordeaux in diesem grossen Jahr hervorgebracht hat.
Auch am Gaumen eine sagenhafte Delikatesse, das ist burgundische Feinheit in Verbindung mit bordelaiser Fülle,
das ist Präzision und das ist Charme ohne Ende, was für ein sensationeller Traumwein, die Leichtigkeit mit der sich
so ein Kraftbündel bewegen kann ist kaum zu begreifen, das ist grandioser absolut sinnlicher Bordeaux, ein Wunder
der Natur.
JS 98-99: Clearly the best wine from here since 1989 or 1990. The intensity of dark fruits is insane with citrus and
flowers as well as dark fruits. Full and lively with a finish that lasts for minutes but it is dense and impressive.
Vinum 19: Nicht, dass dieses herrlich gelegene Saint-Emilion-Spitzen-Cru je schlechte Weine abgefüllt hätte. Doch
in den knapp zwei Jahren, in denen sich Tausendsassa Nicolas Thienpont um dieses Gut kümmert, hat es das Feld
der Premiers Crus von hinten aufgerollt. Duffau beweist vor allem eines: dass man auf den großen Terroirs der
Appellation nicht nur mit Alkoholmuskeln zu spielen braucht, sondern auch mit Finesse und Rasse betören kann. Von
beeindruckender Frische und Saftigkeit, immenses Tannen mit Biss und Spannung, ellenlanges, vergnügliches, frisches Finale auf Noten roter Beeren.
Chateau Bel Air La Royere / Cotes de Blaye
LOB 93-95: Eine Cuvee aus Merlot etwas Cabernet Franc und ziemlich viel Malbec. Das
Weingut wird von der Besitzerin Frau Loriot geführt, önologischer Berater ist Christian Veyry,
früherer Mitarbeiter von Michel Rolland, selbst Besitzer eines kleinen Weinguts. Nur 5 ha große
Rebflächen auf Kalkstein, 40 Jahre alte Reben, auf dem Weg zum Bioweingut, also in der
Umstellung zur Biodynamik. Der Ertrag der 60% Merlot, 35% Malbec und 5% Cabernet Franc
liegt bei nur 35 hl/ ha, 5700 Stöcke wurden pro Hektar bepflanzt. Mazeration über fünf Wochen
in großen Stahltanks, Malo und Ausbau im Barrique, davon die Hälfte neu. Jahrgangsspezifisch
Schwarz und Rubinrot. Reife, aber keineswegs überreife würzige Nase, fast etwas wild. Viel
Garrigue, Brombeere, Cassis, Wacholder, Lorbeer, schwarze Oliven, südfranzösisches Garrigue.
Pflaume, Johannisbeere, sehr reife, fast extrem reife Frucht, dennoch Frische und Rasse zeigend.
Keinerlei Marmelade und doch sehr konzentriert. Auch im Mund schwarze Frucht, Brombeere,
Teer, kubanischer Tabak, Cassis, sehr mittig konzentriert, sehr geradeaus laufend, tolles Spiel, tolle Rasse, trotz des
vielen Drucks mehr auf der Finesseseite als auf der wuchtigen Seite. Toller, harmonischer, hervorragend balancierter Wein. Im Mund auch sensationelle schwarze Kirsche mit Mango. Der Gesamteindruck eines sehr üppigen, hochintensiven Fruchtweines bleibt. Berauschend schön! Erstaunlich. Fast ein großer Wein. Ein toller Erfolg für dieses
kleine Weingut aus Blaye. (2015-2032)
RG 18: Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Sehr intensives Kirschbouquet mit Edelholzspuren,
zeigt in der Nase eine Affinität zu einem Prioratwein. Stoffiger Gaumen mit gigantischer Konzentration und frischer
Beerigkeit, noch etwas mehlig auf der Zunge, aber mit viel versprechendem Potenzial.
MG 18+: Der Duft ist von überwältigender Schönheit, enorm intensiv, schwarze Kirsche vom Feinsten, traumhaft
süsse rote Frucht, das ist dieser erotische Ausdruck von perfekt reifem Malbec, der strahlt richtig Lebensfreude aus
und es ist ein sehr nobles Parfüm. Weicher und doch robuster, kerniger Gaumenfluss, extrem angenehm, köstlich
süss, feine Rasse, herrliches Spiel zwischen roter und schwarzer Frucht, der Wein singt, der tanzt , das ist grosse
Klasse, langes superbes Finale voller Charme.
12
Chateau Belair Monange 1er Gr.Cr.Cl.B / Saint Emilion
Bordeaux
LOB 97-98: Schwarz. Extrem duftige Nase nach schwarzer Kirsche, Walderdbeere und
Himbeere, unterlegt mit satter Mineralität, Salz und Gesteinsmehl. Wuchtig und extrem fein
zugleich. Satter und doch auch ultrazarter Antrunk, die Faust im Samthandschuh. Irgendwo stilistisch zwischen dem Nachbarn Beausejour Duffeau und Clos Fourtet, ziemlich genial! (20182055)
RP 95-97+: This tiny estate was in the qualitative doldrums for decades, but it has been resurrected by Christian Moueix and his son, Edmond, over the last few years and the 2010 ranks alongside the brilliant
2009. Two-thirds of this vineyard is planted on the pure limestone hillsides and the rest is on the Plateau of St.Emilion. One parcel, over 100 years of age, produces a minuscule 5-10 hectoliters per hectare. The 2010, primarily
Merlot, boasts a dense purple color as well as raspberry fruit notes intermixed with a liqueur of powdered rocks. With
abundant fruit, minerality, size, substance, personality and extraordinary individuality, this stunningly concentrated
St.-Emilion is a tour de force in great winemaking.
WS 94-97: Shows blackberry and fig fruit, with a laser beam of iron-tinged minerality cutting through the middle.
There’s lots of perfume on the finish already, with great cut, and this is rather defined now, with a very flattering feel.
Parcels are now two-thirds clay and one-third limestone due to replanting. Tasted non-blind.
Chateau Belgrave 5eme Cru / Haut Medoc
LOB 94-95: Dieses ökologisch bearbeitete, 1855 als 5eme Cru klassifizierte Weingut, liegt auf
dem besten Terroir des Haut-Medoc, direkt auf einer großen Kieslinse, direkt neben der
Appellation Saint Julien und Chateau Lagrange. Kein Wunder, dass hier oft der beste Wein des
Haut Medoc entsteht, speziell seit die neuen Besitzer, die Champagnerfamilie Thienot, keine
Kosten und Mühen im Weinberg und Keller scheuen. Das Ziel, noch vor La Lagune die Nummer
1 der Appellation zu sein und zu den großen Weinen Saint Juliens aufzuschließen, ist nicht unrealistisch. 2010 ist das schon verdammt gut gelungen! Der Wein ist schwarzviolett mit leicht
rotem Rand. Sehr duftig. Kaffee, Kakao. Tiefe Wucht. Erhaben und doch süß. Reife Pflaume, dann kommt schwarze Johannisbeere und Brombeere, schwarze Kirsche. Intensive rassige Nase. Mindestens gleich rassiger Mund!
Wieder komplett schwarze Frucht, schwarze Johannisbeere, Brombeere, tiefe dunkle Blaubeere, süße Maulbeere,
Valrhonaschokolade. Dann würzige schwarze Erde, Lorbeer, Olive. Sehr dicht. Sattes, butterweiches Tannin, rassige Säure schafft die Balance zum hohen Glyzerin und Alkohol. Ungewöhnlich guter, ja fast großer Wein. Dieser
5eme Cru beweist seine Ausnahmestellung in der Klassifikation, bester Belgrave, den ich je probiert habe und der
erste große Wein hier! (2018-2040)
RP 90-93: One of the finest Belgraves I have ever tasted, this sleeper of the vintage boasts an opaque purple color
along with abundant aromas of blackberries and cassis, a classy mid-palate, medium to full-bodied flavors, superb
depth and crisp freshness as well as liveliness. Over recent years the large negociant firm of Dourthe has been
making improvements and resurrecting the quality of this forgotten Medoc classified growth. The 2010 will benefit
from 2-3 years of cellaring and should keep for 15 or more.
WS 90-93: This has a lovely caressing mouthfeel, with pure violet, plum and cassis notes gliding along. Subtle toast
frames the finish.
RG 18: Dunkles Purpur mit violetten Reflexen. Sehr intensives Bouquet, schwarze Kirschen, Cassis, viel dunkle
Edelhölzer und Arabica-Kaffee. Nobler Gaumen, feine und doch stützende Tannine, viel Stoff und Extrakt zeigend,
Szechuanpfeffer und Lakritze im aromatischen Finale. Grosser Wein mit noch (zu) kleinem Fanclub.
PM 91-93: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feines dunkelberiges Konfit, etwas Nougat, reifes
Brombeerkonfit, feine Röstaromen; saftig, komplex, elegant, gut integrierte Tannine, frische Struktur, zart nach
Bitterschokolade im Abgang, gutes Entwicklungspotenzial.
MG 19: Wow, dieser Duft, man weiss ja seit vielen Jahren, dass das ein Superwein ist, aber der bringt mich einmal
mehr zum Staunen, das ist ein Traum, das ist ganz grosse Klasse, diese strahlende Klarheit, diese Präzision, das ist
sinnliches Bordeauxparfüm überaus edel, tiefgründig und raffiniert. Die monumentale Süsse wird perfekt ausbalanciert durch geniale Rasse, ein sinnliches Aromenbündel von betörender Schönheit. Ich bin berührt, das ist grosser
Bordeaux, da stimmt alles bis ins kleinste Detail, wirkt aber nicht steif sondern offenherzig und charmant. Der
Nachhall ist ein Traum, da ist wiederum diese köstliche Süsse, die so atemberaubend frisch wirkt. Die St. Julien
Stilistik dieses Weines kommt nicht von Ungefähr, liegt das Weingut doch direkt an der Grenze, auf dem gleichen
Kiesterroir wie Château Lagrange.
JS 91-92: Very structured for here with tannins and a blackberry and dark chocolate character. Full and velvety.
13
Bordeaux
Chateau Belle-Vue Cru Bourgeois / Haut Medoc
LOB 93+: Schwarz mit leicht violettem Rand, undurchdringlich. Rumtopf, süße schwarze
Kirsche, Maulbeere, Brombeere. Ganz reife schwarze Olive, fast süßlich. Garrigues, satte dunkle Schokolade dabei, alles hochreif. Das setzt sich im Mund nahtlos fort. Zu genannten Aromen
kommt dann noch ein wenig frische Johannisbeere, auch Cassis. Ganz tolle Säure, die die
Balance garantiert, aber immer auch viel Alkohol und Wucht. Schokolade, satte, schwarze
Frucht, Waldbeeren, dann noch ein wenig Pfirsich, vielleicht sogar ein wenig Mango darunter.
Guter Nachhall. Insgesamt balanciert auf sehr hohem Intensitätsniveau, mit Wucht, Alkohol und
Fülle. Eindrucksvoller kleiner großer Wein. (2015-2030)
WS 88-91: Rounded and enticing, with a mix of crushed blueberry, plum and raspberry fruit
backed by spice and toasty vanilla hints. Not shy about the toast, but there’s plenty of fruit as
well.
PM 88-90: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, reife Zwetschkenfrucht,
dunkles Beerenkonfit und etwas Kakao unterlegt; mittlerer Körper, frisch strukturiert, schwarze
Beeren auch im Abgang, unkompliziertes Trinkvergnügen.
MG 18+: Da duftet herrlich süsse, konzentrierte reife Frucht aus dem Glas, Backpflaumen, Heidelbeerkonfitüre,
sogar ein Hauch schwarze Schokolade ist mit im Spiel. Erfrischende schwarze Frucht in Form von Cassis sowie ein
Hauch Minze bringen die Frischebalance in dieses himmlische Parfüm. Auch am Gaumen ist süsses Extrakt ohne
Ende, getragen von einer Tanninstruktur, die man sich feiner nicht vorstellen könnte. Was für ein edler, präziser,
strahlender, köstlich aromatischer Wein und er kommt trotz enormer Intensität so wunderbar leichtfüssig daher. Auch
der setzt gegenüber dem phänomenalen 2009er nochmals einen drauf und ist wohl der beste unter den traumhaften
Belle-Vue Jahrgängen der vergangenen Jahre.
Chateau Bellefont Belcier Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 95-96: Dominique Hebrard, der frühere Regisseur und Besitzer von
Cheval Blanc, ist der Besitzer und zugleich Regisseur und Weinmacher.
Das Terroir direkt neben Larcis Ducasse ist hervorragend, Dominique investierte 10 Jahre mühsame Arbeit um den Weinberg auf Vordermann zu bringen. Schwarz mit leicht violettem glänzenden Rand. Angegrilltes Fleisch,
schöne Würze, darunter Brombeere und Schwarzkirsche. Sehr fein. Leicht
verbrannt, etwas Tabak, ein Hauch gelber Frucht darunter, schwarze
Oliven. Alles ohne Bitterkeit. Sehr feiner Mund voll frischer Finesse.
Schwarze und noch mehr rote Waldfrüchte, Walderderdbeere, Waldhimbeere, Brombeere. Etwas Lorbeer, ein Hauch
schwarzer und grüner Oliven, rote Kirschen, Schattenmorelle, Lakritze. Tolle Frische zeigend, Feinheit und Finesse.
Dieser Wein könnte ob seiner Feinheit und des Trinkvergnügens auch aus dem Jahrgang 2009 kommen. Der Alkohol
ist präsent, aber überwiegt nicht. Insgesamt einer der balanciertesten Weine. Macht Freude, hat eine schöne Länge.
Passt gut und ist der erste große Wein hier! (2018-2045)
RP 91-93: One of the finest Bellefont Belciers I have tasted, this outstanding 2010 boasts an opaque ruby/purple
color as well as copious notes of kirsch, licorice and sandalwood, excellent fruit on the attack and mid-palate, a fullbodied mouthfeel and moderate tannin in the finish. This beauty will benefit from 2-4 years of cellaring and drink
well for 15-20 years.
WS 90-93: Dense and ripe, showing its wood today, this has lots of spicy aromas leading to flashy mocha, blueberry preserves and anise notes, with incense, vanilla and blackberry on the finish. Not as integrated now as most, but
there are plenty of components in place.
RG 18: Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Geniales Bouquet, Kaffee, Brotkruste, warme,
dezent pflaumige Frucht. Im Gaumen delikat, reife Frucht, etwas Cassis und ein Hauch Kokos im Finale. Sicher sehr
modern vinifiziert, aber überzeugt durch Eleganz und Finessen. So ein grossartiger Bellefont-Belcier kam mir noch
nie auf die Zunge bei einer Primeurprobe! Zwei Mal degustiert. Bravo!
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarter Nougat, reife schwarze Beerenfrucht, feine
Gewürzanklänge, Edelholz; saftig, extraktsüß, stoffig und delikat, sehr gut integrierte Tannine, gute frische, bleibt
haften, ausgwogen, feiner Schokonachhall, zeigt sein erstklassiges Terroir.
14
Chateau Bellefont Belcier Grand Cru Classe / Saint Emilion
Bordeaux
MG 19: Das ist ein Duft, der wohl jeden Weinfreund fesseln muss, gigantisch intensiv, unendlich komplex, sehr
offenherzig und mit enormer Strahlkraft, der ganz leichte Überreifeton verleiht eine zusätzliche Dimension, das ist
ein Gigant ohne überladen zu wirken. Auch am Gaumen ein enormes Konzentrat, Frucht, Frucht und nochmals
Frucht, opulent süss und dennoch fein, elegant, die herrliche Frische bildet ein ideales Gleichgewicht zur opulenten
Süsse, da passiert etwas am Gaumen, der Wein geht meilenweit, sensationelle Länge.
NM 91-93: One of Saint Emilion’s under-the-radar stars, this Bellefont-Belcier has superb delineation on the nose,
crisp and floral with fine mineralite coming through with aeration. The palate is medium-bodied with a supple entry,
smooth refined tannins, pure dark cherry, cassis and plum fruit, just lacking a little persistency on the finish but very
well crafted. Very fine.
Chateau Bellevue Grand Cru / Saint Emilion
LOB 95-96: 6 ha im Besitz von Hubert de Bouard, der Weinberg liegt direkt oberhalb seines
anderen Weinguts Angelus um eine kleine Kuppe herum. Alter Rebbestand. Nur 20.000 Flaschen
werden erzeugt. 98% Merlot, 2% Cabernet Franc. Frische Zwetschge in der Nase. Schwarze
Kirsche, rassige Cassis, dunkle Schokolade, feine Säure dabei zeigend. Gelbe Frucht darunter.
Alles sehr harmonisch, rund, weich, charmant. Süß und doch rassig frisch. Sehr schöne intensive, sehr tiefe Nase mit einem immensen Aromenreichtum, überaus komplex. Sehr feiner, sehr
mineralischer Mund. Tolle Rasse zeigend. Steinmehl, Salz, diverse leichte Kräuter, alles sehr
fein, ein wenig Thymian. Immer tolle Rasse zeigend. Überwiegend auf Lehm mit etwas Kalk
gewachsen. Völlig unerwartet in der rassigen Frische. Toller tänzelnder Wein. Sehr schöne
Länge. Einer der aromatischsten und zugleich feinsten St. Emilions voller Harmonie. Unerwartet schön und rassig.
Toller Erfolg! (2016-2040)
RP 92-94: From a fabulous location on the south/southwest slope near such notable estates as the two Beausejours
and Angelus, this 15-acre vineyard has produced 1,500 cases from yields of 24 hectoliters per hectare. A blend of
98% Merlot and 2% Cabernet Franc, it offers up aromas of crushed rocks, black raspberries, black cherries and cassis. An opulent, full-bodied St.-Emilion displaying sweeter tannins than normal, this impressively endowed, pure
wine is capable of lasting 20-25 years.
RG 19: Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Dichtes Bouquet, floraler Cabernet Franc-Schimmer,
Tabak, Korinthen, Rauch, Nelkenköpfe, die Frucht zeigt sich erst im zweiten Ansatz, getrocknete Heidelbeeren,
Black Currant, dann Pumpernickelbrot zeigend, beeindruckende Tiefe. Fleischiger Gaumen, unglaubliche
Konzentration, bleibt vom Fruchtdruck her im schwarzbeerigen Bereich, grossartiges Rückaroma. Wieder ein ganz
grosser Bellevue, der schon in etwa 6 Jahren erstmals seine Grösse zeigen kann, bei extrem langlebigem Potenzial
mit burgundischem Flair. Wer hinter diesem Erfolgswein steckt? Hubert de Boüard von Angelus, der zu 50 %
Mitbesitzer ist.
PM 92-94: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, verhalten, zarte Kräuterwürze, dunkles
Beerenkonfit unterlegt, zart nach Milchschokolade; knackige Weichselfrucht, frische Kirschen, sehr rassige Struktur,
gut anhaltend, extraktsüßes Finale, mineralischer Nachhall, sehr gutes Zukunftspotenzial.
MG 19+: Gigantisch dieser konzentrierte Duft, herrliche schwarze Frucht, springt regelrecht in die Nase eine wahre
Duftorgie und doch wirkt alles extrem fein, superelegant und spannend. Am Gaumen fasziniert das Spiel zwischen
enormer Konzentration und genialer Feinheit, das Aromenspiel ist ein Traum, die sensationelle Frische in
Verbindung mit der raffinierten Süsse, der fährt so richtig ein, da ist echt etwas los am Gaumen, da ist verschwenderische Vielfalt, gigantische Fülle, ein Wein der mächtig beeindruckt. Der Nachhall hingegen ist or allem traumhaft fein, da klingen nur noch Raffinessen der himmlischen Art, die sensationelle Mineralität tritt immer mehr in den
Vordergrund, das ist einer der ganz grossen Weine des Jahrgangs, zum ausflippen schön.
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Bordeaux
Chateau Bellevue-Mondotte Grand Cru / Saint Emilion
LOB 97-98: Das vierte Weingut von Gerard Perse von Pavie und Pavie Decesse, oben auf der
höchsten Stelle des Plateau, vis a vis von Neippergs La Mondotte. Schwarz undurchdringlich.
Immens volle Nase nach schwarzer Frucht. Kirsche Brombeere, Cassis, nicht zu süß.
Versammelt, doch viel Wucht zeigend, auch Frische dabei. Die Nase ist gut, wenn auch immens.
Im Mund ähnlich hohe Intensität. Satte schwarze Frucht und Schokolade und Bitterstoff, neben
Schwarzkirsche, Brombeere, Cassis. Alles enorm konzentriert, wuchtig, aber hier nicht zu süß,
nicht überreif. Neben Monbousquet der gelungenste Wein von Perse. Immense Länge und
Nachhall. Dieser Wein hat wirklich Tendenz zur Größe. Rasse, Wucht, Säure, Alkohol...alles
passt gut zusammen. Ein schwarzer Monolith mit ausreichend Finesse. Ein fast dramatischer
Wein. Groß! (2020-2050)
RP 93-95: This 5-acre vineyard, purchased by Chantal and Gerard Perse in 2001, is planted with 90% Merlot and
the rest Cabernet Franc and Cabernet Sauvignon. It sits on the plateau above Pavie Decesse and Pavie Macquin.
Yields in 2010 were 24 hectoliters per hectare and the alcohol percentage is 14.3%. A dense purple hue is followed
by aromas of crushed rocks, acacia flowers, boysenberries, kirsch and blacker fruits in the background. The wine
possesses great ripeness, a dense, full-bodied mouthfeel, sweet tannin and a massive style. It appears to be more evolved and forward than most Bellevue Mondotte vintages have been under the Perse administration. Give it 4-5 years
of cellaring and drink it over the following 20-25.
WS 93-96: This sports the ample, fleshy, powerful core of the vintage, with dark blue and black fruits, but has extra
drive, with mouthwatering acidity and lots of minerality cutting through on the finish. Shows great mouthfeel and
purity.
PM 96-98: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, eher verhalten, süßes Waldbeerkonfit, ätherische
Nuancen, Orangenöl, feines Karamell, facettenreiches Bukett; stoffig und rund, nach Heidelbeeren und reifen
Herzkirschen, frische Säurestruktur, präsente Tannine unterlegt, mineralischer Nachhall, bleibt minutenlang haften,
große Zukunft, ein Kleinod.
BD 18-19: La selection parcellaire de Perse avait trouve son veritable rythme l’an passe, ce millesime confirme
l’evolution : boise opulent, richesse ample, structure mais aussi grand caractere solaire, un vin taille pour une certaine eternite, longueur intense.
JS 95-96: This just takes off with amazing combination of drark fruits and insane acidity. Citrusy and wild. Full
bodied and powerful yet it’s delicate and finesse. Owner Gerard Perse calls it sweet power! I agree.
Chateau Berliquet Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 95-96+: Berliquet liegt auf der gleichen Höhe wie Ausone, dem Hang folgend, neben
Beausejour Becot, also überragendes Terroir. Dieses Gut wird jetzt bereits im dritten Jahr von
Nicolas Thienpont geführt (Pavie Macquin, Beausejour Becot, Larcis Ducasse), zusätzlich beraten von Stephane Derenoncourt. 2009 war schon eine kleine Sensation, 2010 trägt die Arbeit in
vollen Zügen Früchte! Der Wein ist schwarz und undurchdringlich. Verbrannte Nase, Holzkohle
vom getoasteten Fass, aber auch satte Brombeere, Schwarzkirsche, ein wenig Pfirsich und
Passionsfrucht darunter. Viel dunkle Schokolade und leckere Praline. Im Mund sich sofort überaus rassig zeigend. Hohe Säure, total geschliffenes, poliertes Tannin, butterweich. Jetzt kommt
viel rote Waldbeere, Walderdbeere, aber auch Pflaume, Cassis, Himbeere und rote Johannisbeere. Wieder das satte
und faszinierend polierte Tannin. Dieses Spiel aus Säure, Tannin und intensiver Frucht passt gut zusammen, der Wein
wirkt spannend und dynamisch, er tänzelt und hat eine schöne Länge. Ein großer, feiner Finessewein, das Beste was
auf Berliquet bisher geschehen ist. (2018-2040)
RP 90-93: A strong effort from Berliquet, the 2010 was fashioned from yields of 23 hectoliters per hectare by the
managing consultant, Nicolas Thienpont and Stephane Derenoncourt. Composed of 70% Merlot, 25% Cabernet
Franc and 5% Cabernet Sauvignon, it offers copious aromas of sweet kirsch liqueur, underbrush, plums and black
cherries. This mineral-laced, deep, medium to full-bodied, moderately tannic, broad, savory St.-Emilion exhibits
more power and depth than past vintages. Drink it over the next 10-15 years.
WS 90-93: Quite ripe, but with excellent focus, as the crushed blueberry, currant and fig fruit shows nice definition
and length. There’s lots of graphite and licorice notes, with a perfumy floral edge.
RG 18: Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Dichtes Bouquet, stützende Süsse, feine
Himbeerenspuren, wirkt trotz des dezent spürbaren Alkohols nicht überbelastet. Dichter Gaumen, fleischig und cremig zugleich, gebündeltes, langes Finale. Mischt im oberen Mittelfeld mit.
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Chateau Berliquet Grand Cru Classe / Saint Emilion
Bordeaux
PM 91-93: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, feine Gewürznote, frische Orangenzesten, zarte
balsamische Nuancen, etwas Nougat und Kirschen; mineralisch geprägt, salzige Textur, feine, runde Tannine, im
Abgang nich etwas verhalten, gutes Potenzial.
JS 92-93: Lots of dark fruits with intense leather and spices on the nose. Full body, with super fine tannins and lovely fruit. Goes on for a long time.
Chateau Beychevelle 4eme Cru / Saint Julien
LOB 94-95+: Rubinrot mit Schwarz. Glänzend, leicht durchscheinend. Duftige, süße Kirsche
mit Pflaumenschale, ein wenig Pfirsich, Milchschokolade, fein und ausgewogen, nicht aufdringlich. Gute Balance in der Nase. Unerwartet zarter, frischer, rotfruchtiger Mund. Rote
Johannisbeere, reife Walderdbeere, frische Zwetschge. Ein wenig Cassis, ein wenig rote
Johannisbeere. Wieder feine, zarte Milchschokolade, Praline, dunkle Kirschen. Immer schöne Frische zeigend, sehr
balanciert, unerwartet fein für dieses Jahr. Der Wein macht viel Spaß und wird ein toller, fast großer Zech- und
Trinkwein. (2020-2045)
WS 91-94: Juicy, with a beam of cassis and spice bread, laced with smoke, graphite and crushed plum on the velvety finish.
RG 92-94: Kräftiges Rubingranat, zarte Randaufhellung, vollreife Herzkirschenfrucht, feiner Nougat, angenehme
Kräuterwürze, ein Hauch von Lakritze, attraktives Bukett; saftig, feine Extraktsüße, elegant und frisch strukturiert,
feine schokoladige Textur, Kirschen auch im Nachhall, bleibt sehr gut haften, besitzt gutes Entwicklungspotenzial.
NM 94-96: The Beychevelle 2010 displays very good intensity on the nose with dark berries, a touch of Dorset plum
and an almost Margaux-like floral element. The palate is full-bodied, certainly a very powerful Saint Julien that
reminds me of Ducru Beaucaillou. Enormous structure on the palate, silky smooth tannins, very nice symmetry with
notes of blackberry, cedar and a touch of allspice. The rounded finish belies the backbone underneath although you
can feel the grip on the aftertaste. This is as good as the 2009, but more masculine and will need longer to reach its
plateau.
JS 93-94: Mineral, lemon grass and berries on the nose. Full bodied, with ultra-fine tannins and a wonderful finish.
Lasts for minutes. This is the best Beychevelle in years. Maybe decades.
Chateau Bon Pasteur / Pomerol
LOB 96-97+: Das Weingut von Michel Rolland. Auf diesem Weingut wird alles gemacht, was
Michel Rolland für state-of-the-art hält. Das heißt zuerst einmal, den Wein niemals übermäßig
zu extrahieren! Ganz im Gegenteil! Die Weine werden in kleinen neuen Barriques vergoren,
vorher erfolgt eine Woche der Kaltmazeration mit Trockeneis zur Kühlung, dann wird das
Barrique geschlossen, der Wein mit allen Schalen (entrappt, also ohne Stengel) wird über
Wochen täglich mehrfach gedreht, alle Fässer liegen in eigens dafür konstruierten Drehgestellen.
Hier wird all das gemacht, was optimal für eine Extraktion ohne jegliche Härte ist. Die Kerne
werden nie gedrückt, es wird nicht gepumpt, es wird nicht gepresst. Es kommt reiner Saft. Das ist von der Machart
zur Zeit die Perfektion! Der Wein ist schwarz mit leicht rotem Rand. Extrem duftig. Pflaumenschale mit reifer roter
Johannisbeere, ein wenig Erdbeere und Himbeere, feine Milchschokolade, tolle rote Kirsche. Extrem duftig und fein.
Die Nase ist burgundisch. Es ist wie ein Bonnes Mares Grand Cru, macht sehr viel Freude. Fast überwältigend in der
feinen Duftigkeit und der feinen Süße. Im Mund muss man sich entscheiden, welcher Eindruck sich zuerst durchsetzen soll. Reife rote Frucht, wieder Pflaume, Kirsche, Walderdbeere, rote Johannisbeere. Dann immense Säure,
gefolgt von butterweichem Tannin. Viel Glyzerin und Alkohol. Das Ganze gibt eine Melange, die enorm charmant
ist und gleichzeitig ungeheure Rasse zeigt. Final überwiegt aber doch der Charme. Ein wunderschöner Pomerol,
ohne mit seiner Größe zu überfordern. Ein traumhafter Trinkwein. (2018-2045)
RP 92-95: Michel and Dany Rolland’s flagship estate, Bon Pasteur, turned out an atypically powerful wine in 2010. It boasts a dense ruby/purple color, great fruit on the attack,
mid-palate and finish, super freshness for its size, full-bodied power and lots of mulberry, caramel, mocha, earth and graphite characteristics. Give this beauty 5-7 years of cellaring (unusual for a Bon Pasteur) and drink it over the following 25 years.
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Bordeaux
Chateau Bon Pasteur / Pomerol
NM 93-95: Tasted at the Syndicat de Pomerol and at negoçiants. The Le Bon Pasteur 2010 has a very pure bouquet
with just a hint of anis, tightly wound at first but opening nicely in the glass with hints of orange-blossom. The palate is very difficult to assess at the moment with very bold tannins, very grippy and assertive. Affording the sample
some aeration, it develops a touch of spice and dried herbs towards the finish. Sultry and brooding, this will demand
several years ageing before it reaches its plateau but I like this style of Bon Pasteur. Look out for the name, Michel
Rolland. I think he’ll be big. Tasted April 2011.
JS 95-96: I love the crescendo to this wine. It starts up slowly and then builds and builds, with amazingly beautiful
tannins and complex fruit and wood. Layered on the palate. Best ever from here?
Chateau Bourgneuf / Pomerol
LOB 94-95: Gehört zu Moueix. Schwarz-Rubinrot mit leicht violettem Rand. Sehr duftige,
hochintensive Walderdbeeren-, Pflaumenschalen-, Schwarzkirschnase mit feiner
Valrhonaschokolade, süße kubanische Tabake. Etwas Lakritze. Weich und üppig und sehr charmant. Whow! Im Mund fast eine Sensation. Schön angeflämmtes Holz, verbranntes Fleisch mit
Schwarzkirsche und Brombeere. Tolle Rasse zieht sich durch. Fein und voluminös zugleich,
macht viel Spaß. Vielleicht etwas modern vinifiziert, aber toller Wein. (2018-2040)
WS 93-96: Delivers a core of anise and red licorice character, with solid grip and definition already and a long, fruit-filled finish. A powerful style of Pomerol. Tasted non-blind.
JS 93-94: I love the nose, with roses and other flowers as well as dark fruit. Full and super silky,
with fresh acidity and hints of wood.
Chateau Branaire Ducru 4eme Cru / Saint Julien
LOB 94-95: 70% Cabernet Sauvignon, 23% Merlot, 4% Petit Verdot, 3% Cabernet Franc. 13,8%
Alkohol. Charmante Nase nach vornehmlich schwarzer Kirsche mit feiner Milchschokolade,
Kakao und Cappuccino. Sehr schön, sehr charmant. Sanft, Spaß machend und dennoch rassig.
Sanfter, charmanter Mund mit guter Rasse, rote und schwarze Frucht gleichmäßig verteilt. Auch
der Mund macht ähnlich viel Freude wie die Nase. Es ist kein ganz großer Wein und gehört nicht
zu den Top Five der Appellation, ist aber sehr gelungen und archetypisch schön. (2020-2055)
RP 93-95: Proprietor Patrick Maroteaux has completed a decade of brilliant performances at this
chateau across the Medoc’s Route de Vin from Beychevelle and a stone’s throw from Ducru
Beaucaillou, St.-Pierre and Gloria. A fabulous effort, the 2010’s notes of raspberry jam, black
currants, crushed rocks and spring flowers are followed by a wine of impeccable purity, medium
to full-bodied power, sweet tannin and stunning texture and length. With superb richness and
beautiful overall equilibrium, it will benefit from 4-5 years of cellaring and keep for 25 or more years.
WS 92-95: This has guts, offering dark fig, plum and cocoa notes carried by velvety but substantial tannins, with a
very long, smoke- and plum sauce-filled finish that has well-embedded acidity.
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feine schwarze Beeren klingen an, feine Schokonote, attraktives Bukett; elegant, mittlerer Körper, rotbeerige Frucht, finessenreich strukturiert, bleibt gut haften, klassische
Stilistik, Kirschen im Nachhall.
JS 93-94: This is very clear and precise, with blackberry and licorice and hints of toasted oak. Full bodied, with super
refined tannins and a pretty finish. It’s there. This is very classy and elegant. Tight and refined. Polished. 70 percent
Cabernet Sauvignon, 23.5 percent Merlot. 2.5 Cabernet Franc and 4 percent Petit Verdot.
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Chateau Brane Cantenac 2eme Cru / Margaux
Bordeaux
LOB 95-96: Erdige Schwarzkirschen- und Brombeernase mit gegrilltem Fleisch, süßem kubanischen Tabak, ein wenig süße Mango. Hochinteressante, wuchtige und zugleich feine, süße
Nase mit hoher Fruchtintensität. Sehr rassiger Mund. Tolle Schwarzfrucht, Kirsche, Maulbeere,
Brombeere und Cassis, dann kommt rote Frucht, Johannisbeere, Kirsche, Waldhimbeere und
wieder gelbe Mango. Schöne Pralinen. Viel Milchschokolade. Sehr satt, wuchtig und doch
immer fein bleibend. Die rassige Säure balanciert das hohe Glyzerin und den Alkohol aufs
Vorzüglichste. Der beste Wein, der hier je produziert wurde und er schlägt seinen kongenialen
Partner Cantenac Brown noch einmal klar. (2020-2055)
RP 93-96: After nearly two decades of mediocre performances, Brane Cantenac has been doing impressive work
over the last decade. While the 2010 may not eclipse the 2009 or 2005, it is an exceptional wine from proprietor
Henri Lurton. A dense purple color is accompanied by a floral-scented bouquet revealing notes of licorice, graphite
and red as well as black currants. Layered, rich and concentrated, this impressively constructed, seamless Margaux
has plenty of tannin, but it is buried under the extravagant fruit and glycerin. This rich, pure, authoritative 2010
should drink well young yet keep for 25-30+ years.
BD 18-19: Nez complet, grande delicatesse, texture de taffetas admirable, longueur et grace garanties, un des sommets du millesime a Margaux, et enfin un echantillon precoce de ce cru bien prepare.
NM 94-96: Tasted on three occasions, a blend of 62% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot and 8% Cabernet Franc,
raised in 70% new oak delivering 13.5% alcohol, the Brane-Cantenac 2010 has that trademark, very Pauillac style
note, the Cabernet Sauvignon defining the nascent aromatics with graphite and cedar aromas. The palate is mediumbodied with fully ripe tannins, a little conservative on the entry but fanning out beautifully on the tightly wound midpalate. Judicious use of the fleshy Merlot to balance out the Cabernet, composed and very harmonious towards the
“classic” finish.
Chateau Branon / Pessac Leognan
LOB 95-96: Schwarzrot. Satte, intensive Waldfrucht mit hoher Mineralität und dunkler Schokolade, Nutella etwas
Orange. Schwarzkirsche, Cassis und Brombeere im Mund, Steinmehl und Fleur de Sel. Konzentrierter und sehr
mineralischer Pessac, eindrucksvoll! (2020-2055)
RP 96-98: The fruit from this vineyard, planted on a small outcropping of gravel close to both Haut-Bailly and
Malartic-Lagraviere, used to be blended with Haut-Bergey until the Garcin family decided it had such an impressive potential that it had to be culled out. A blend of equal parts Merlot and Cabernet Sauvignon, the production is a
tiny 6,000-8,000 bottles. The debut vintage, 2000, was one of the superstars of that superlative vintage. The 2010
reveals awesome potential. It offers a dense opaque purple color along with a glorious as well as classic Graves bouquet of smoky barbecue scents, blackberries, cassis, tobacco leaf and plums. Deep, full-bodied and pure with singularity, freshness and precision, this stunning 2010 should be accessible in 2-3 years and last for 2-3 decades.
WS 92-95: Really juicy and racy, with a great graphite spine supporting the dark linzer torte, boysenberry and
blackberry fruit. Very fresh and long, with a tarry note hanging on nicely.
PM 92-94+: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, eher verhalten, feines Waldbeerkonfit, ein
Hauch von Edelholz, Orangezesten, angenehme Nougatnote; stoffig, reife Tannine, wirkt insgesamt noch etwas
zurückhaltend, dezente Bitterschokonote im Finale, sehr gute Länge, reife Kirschenfrucht, zitronige Nuancen, schokoladiger Rückgeschmack, ein Langsamentwickler mit sicherem Potenzial.
JS 93-94: This has great fruit. So pure and beautiful, with blueberry, currant and raspberries. Full, yet very reserved,
with a long, long finish.
19
Bordeaux
Chateau Cadet Piola Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 94+: Das Chateau liegt im Norden Saint Emilions auf einem Kalksteinhügel, extrem gutes
Terroir. Gleicher Besitzer wie Chateau Larmande, Cadet Piola hat aber das bessere
Kalksteinterroir. Erst seit 2003 durch die neuen Besitzer aus dem Dornröschenschlaf geweckt.
2005 war dann der erste tolle Jahrgang, fast noch übertroffen von 2008 und nun der Höhepunkt
mit den genialen Twins 2009 und 2010. Sehr reife, schwarzfruchtige Nase, sehr fein. Brombeere,
schwarze Kirsche, Blaubeere, sehr intensiv. Satte Schokolade, etwas Moncherie, belgische
Pralinen und Nutella. Für diesen feinen Wein ungewöhnlich hohe Fruchtintensität, satte KirschJohannisbeer-Kombination, fast schmerzhaft im genialen Süß-Säure-Spiel in der Nase und im
Mund. Neben der traumhaften roten Kirsche dann auch viel schwarze Frucht, Brombeere, auch
Lakritze, Süßholz. Dann kommt Cassis, ein bisschen rote Johannisbeere, danach Maulbeere und süße, leicht säurehaltige Walderdbeere. Immenses Spiel. Sehr komplex. Sehr lang. Sehr voluminös. Cadet Piola war noch nie so wuchtig und dicht und dabei so unglaublich verträumt fein und delikat. Die immense Rasse schafft die Balance, macht
daraus einen großen Wein. Ganz hervorragend gelungen, sehr eindrucksvoll. Zusammen mit Vieux Pourret, Jean
Faure, Clos St. Julien, Lafon La Tulerie und Bellefont Belcier, noch knapp vor Fonroque und Cote de Baleau, der
Geheimtipp und das Schnäppchen in der oberen Qualitätsetage Saint Emilions. (2017-2035)
Vinum 18: Von absoluter Frische und Rasse, mit herrlich raffiniertem, edlem Tannin, genau die richtige Fülle und
beeindruckende aromatische Länge: einer der bislang besten Weine dieses Gutes und ein absoluter Top-Buy in diesem Jahr.
Chateau Calon Segur 3eme Cru / Saint Estephe
LOB 95-96+: 86% Cabernet Sauvignon, 12% Merlot, 2% Petit Verdot. Die Ernte wurde bis
Mitte Oktober abgeschlossen. Schwarz mit violettem Rand. Erstaunlich rassige Nase für den
Jahrgang, Brombeere, Bitterschokolade, etwas Lakritz, Cassis, alles sehr versammelt. Auch frische Zwetschge dabei, rote Johannisbeere. Die Rassigkeit und die Frische dominiert über die
schöne Fülle. Auch im Mund ähnliche Frische zeigend, immer schlank und voller Finesse bleibend. Praline, Milchschokolade, Cassis, Brombeere, rote Johannisbeere und ein Hauch Kirsche. Hohe Säure, total
poliertes, geschliffenes Tannin, hohe Spannung zeigend, feine Länge. Bei Calon Segur wirkt das jahrgangsspezifische hohe Glyzerin und der Alkohol ist kaum spürbar. Hier im nördlichen St. Estephe überwiegt die Cabernet und
die Merlot hat nicht so viel Üppigkeit und Süße ausprägen können. Der Jahrgang ist rassig und frisch im nördlichen
St. Estephe. Calon ist für den Jahrgang sicherlich einer der spannungsgeladensten und dynamischsten Weine.
Traumhafte Finesse, schlank und rassig, berauschend schön, in der Bewertung Potenzial nach oben! (2020-2060)
RP 92-94+: A higher alcohol content (13.8% versus 13.4% in 2009), but lower pH (3.7 versus 3.9 in 2009) has resulted in a concentrated, textured wine that requires a decade of cellaring. It will keep for 35-40 years thereafter. The
2010 harvest at Calon Segur occurred between September 25 and October 14, and the final blend was 86% Cabernet
Sauvignon, 12% Merlot and 2% Petit Verdot. A dense ruby/purple color is followed by notes of plums, kirsch, licorice, incense and herbs. Full-bodied, moderately tannic, pure, fresh and precise, this beauty will require lots of
patience from prospective purchasers.
RG 19: 86 % Cabernet Sauvignon, 12 % Merlot, 2 % Petit Verdot. 14 % Presswein. Wegen Hagels Halbierung des
sonst üblichen Ertrages. Sattes Purpur- Granat. Warmes Cabernet-Bouquet, Som- mertrüffel, dunkle Hölzer und
schwarze Oliven, viel Tiefe. Reiche Adstringenz, viel Tiefgang, schwarze Beeren. Eher feminin als barock, also atypisch. Vermittelt den Geschmack eines grossen, klassischen Jahrgangs. Ein Calon für die Ewigkeit!
BD 19: Tres grand vin d’une evidence et d’un naturel de constitution parfaits, lies au tres fort pourcentage de cabernet sauvignon, le plus eleve a ma connaissance dans l’appellation (plus de 90%), avec ici aussi la superiorite d’un
toucher de bouche inimitable, comme Lafite ou Ducru-Beaucaillou. Nous sommes aux antipodes de Cos d’Estournel dans la philosophie generale d’elaboration, mais en fin de compte les
deux visions aboutissent a deux vins admirables.
MG 19+: Der Duft ist genial fein, sehr edel, klar präzis, eine edle Schönheit, strahlt Raffinesse
aus wirkt aber auch intensiv und strahlt enorme Konzentration aus. Massive aber auch traumhaft
feine Tanninstruktur, voluminöser Körperbau mit genialer Rasse und wunderbarer Saftigkeit,
ergeben ein ideales Gleichgewicht, mächtiger Calon und docheine Delikatesse, unglaublch fein,
der schwebt, der singt, der strahlt.
20
Chateau Cambon la Pelouse Cru Bourgeois / Haut Medoc
Bordeaux
LOB 91-92: Sattes Rubinrot mit Schwarz. Brombeere mit Cassis und roter Johannisbeere, etwas
burschikos, kann fast an den klassisch großartigen 2005er heran. Schmelziger Cassismund, auch
hier wieder etwas rauh, präsente Säure, schöner Wein mit vielleicht besserer Konkurrenz....
(2017-2035)
RP 89-92: A major sleeper of the vintage from this 100-acre vineyard near Cantemerle and Giscours, the 2010 is a
blend of 50% Merlot, 45% Cabernet Sauvignon and 5% Petit Verdot produced under the guidance of well-known
consultant, Claude Gros. An opaque ruby/purple color is followed by sweet black raspberry, black cherry and black
currant fruit notes intermixed with notions of licorice and graphite. Medium to full-bodied and supple textured, this
sexy Bordeaux should be consumed over the next 5-8 years.
RG 18: Sattes Purpur-Granat. Süsses, ausladendes Bouquet, Pflaumen und rote Beeren, alles verpackt in einer harmonischen Süsse. Im Gaumen mit einer dezent pikanten, rassigen Säure beginnend, die dem Wein Länge verleiht.
MG 18+: Der wird immer mehr zu einem grossen Klassiker vom Format eines Poujeaux oder Chasse-Spleen, letzteren hat er qualitativ sogar bereits überholt. Das zeigt schon dieser traumhaft tiefgründige Duft, da sind nebst feiner, schwarzbeeriger Frucht auch Noten von Tabak, Trüffel, Lakritze und Edelhölzern. Das duftet nach grossem
Bordeaux. Massen von köstlich süssem Extrakt werden getragen von einem festen aber sensationell feinen Tanningerüst. Da ist echt etwas los am Gaumen, der Wein so fährt richtig ein,
betört mich mit seinem sinnlichen Aromenspiel, bleibt dabei immer traumhaft fein und schlank,
was aber wiederum nie auf Kosten von Konzentration und Intensität geht. Ich habe noch nie
einen besseren Cambon probiert.
JS 91-92: Loads of fruit to this young wine with masses of currants and dark berries. Full body,
with silky tannins and a long, long finish.
WE 91-93: A deliciously fresh wine, with acidity striking the core of the balanced tannins. The
texture is dusty, firm and preserves its elegance.
Chateau Canon 1er Gr.Cr.Cl.B / Saint Emilion
LOB 94-95: Rubinrot mit Schwarz. Sehr duftige Zwetschgennase mit Milchschokolade,
Walderdbeere, etwas Himbeere darunter. Rote Johannisbeere, würzige schwarze Erde. Sehr fein
und charmant. Rassige Säure trifft auf die Zunge und wird von einer Charmeoffensive begleitet. Rote und schwarze Früchte in großer Harmonie, butterweiches Tannin. Kein fetter Wein, sondern eher ein zarter Wein. Dennoch fleischig-voller Mund. Dieser scheinbare Widerspruch
kommt vielleicht auch vom hohen Glyzerin und Alkohol. Große Harmonie ausstrahlend. Der Wein macht Freude.
Hat vielleicht nicht die letzte Größe, ist aber ein toll gelungener Wein. (2020-2055)
RP 92-94+: Along with the brilliant 2009, the 2010 Canon appears to be the finest wine made at this estate since the
1982. Aficionados of this 50-acre vineyard situated on the top of the St.-Emilion plateau will have fun comparing
the 2009 and 2010 over the next 30 years. Composed of 80% Merlot and 20% Cabernet Franc that hit 15% natural
alcohol (a record here), the 2010 offers up perfumed notes of spring flowers, crushed chalk, black currants, black
cherries, earth, forest floor and oak. Full-bodied as well as elegant and precise, this brilliant effort needs 5-8 years
of cellaring and should drink well for three decades or more.
WS 91-94: Ripe, with dark blackberry and linzer torte fruit laced nicely with the racy, mouthwatering acidity and
strong graphite spine of the vintage. Long, driven and very solid, with serious, charcoal-tinged grip.
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zart tabkig unterlegtes dunkles Beerenkonfit, zart nach
Nougat und Honig; frische Herzkirschen, elegant, ausgewogen, finessenreicher Säurebogen, gut integrierte Tannine,
rotbeerige Nuancen im Nachhall, gutes Entwicklungspotenzial.
JS 95-96: Blackberries and hints of spices and fresh herbs. This is so tasty. It has wonderful round and juicy tannins,
with lots of fruit yet subtle and spicy, with chocolate and light coffee. So yummy. Hard not to drink it. This is a classic style of Canon, such as 1955 or 1959. Better than 2009.
Vinum 19: Canon gehört wie Rauzan Segla der Familie Wertheimer. Als Verwalter amtiert John Kolassa, und der
mag ausgewogene, elegante Weine. Der Canon 2010 ist ein Paradebeispiel dafür: Wo so viele andere Saint Emilion
Güter Weine im Fass haben, deren Alkohol-Säure-Tannin-Gerüst in alle Richtungen auseinanderstrebt, verzichtet
Canon auf vordergründige Masse, tritt im Gegenteil herrlich dicht und geschlossen auf, mit superber Aromatik und
raffinierter Textur, präsentem Tannin von exquisitem Schliff und ellenlangem Finale reifer Waldbeeren.
21
Bordeaux
Chateau Canon la Gaffeliere 1er Gr.Cr.Cl.B / Saint Emilion
LOB 94-95+: Ernte bis zum 20. Oktober, sehr spät. Nur 28 hl pro Hektar Ertrag.
Durchschnittszeit der Vergärung 32 Tage. 55% Merlot, 35% Cabernet Franc, 10% Cabernet
Sauvignon, zu 70% in neuem Barrique ausgebaut. Rotfruchtige Nase, sehr duftig. Walderdbeere,
Pflaume, auch etwas Himbeere, süße Kirsche, der Nase von Clos de L’Oratoire durchaus ähnlich. Duftig fein, ein Hauch von gelber Frucht, Schwarzkirsche. Dann kommt auch Cassis, aber
alles sanft. Rote Frucht dominiert ganz klar. Sehr feiner, ungewöhnlich feiner Mund, tolle Rasse,
die Säure zieht sich durch. Sehr verspielt tänzelnder Wein. Man könnte ihm etwas mehr
Fruchtfleisch in der Mitte wünschen. Sehr lang, poliertes Tannin, Rasse und diese Feinheit dominieren total. Der Wein hat mit weit über 5 g Säure/ Liter extrem hohe Säurewerte. Die über 14% Alkohol spürt man
nicht. Im Gegenteil: Man denkt, einen sehr feinen, alkoholarmen Wein zu trinken. Ein Spaßmacher für ein langes
Leben, fast groß, das beschränkte Terroir verhindert den Aufstieg in die Oberliga und in einem so genialen Jahr wie
2010 lassen die Terroirs der besten Weingüter den guten Weingütern wie Canon la Gaffeliere wenig Platz ganz oben.
Der Punkteabstand in den drei Saint Emilion Weingütern des Grafen Neipperg, Clos Oratoire, Canon la Gaffeliere
und La Mondotte, widerspiegelt die drei Klassen des Terroirs sehr gut. (2020-2055)
RP 92-94: One of the first to work with the now famous Stephane Derenoncourt, proprietor Stephan von Neipperg
continues to fashion some of the most consistently outstanding wines in Bordeaux. This 2010, a blend of 55%
Merlot, 35% Cabernet Franc and 10% Cabernet Sauvignon made from tiny yields of 28 hectoliters per hectare, achieved 14.5% natural alcohol – perhaps the highest Canon La Gaffeliere has ever achieved. Dense, sweet, open-knit
black cherry, licorice, incense and cassis aromas soar from the glass of this opaque purple-colored offering. Fullbodied, pure and undeniably sexy yet larger-scaled than normal, this beautiful wine should drink well for 15 or more
years.
WS 94-97: Ripe and dense, but very, very sleek, with lovely polish to the texture, which lets the layers of plum sauce,
blueberry and boysenberry fruit glide along. Powerful but perfumy. A beauty in the making.
RG 19: 55 % Merlot, 35 % Cabernet Franc, 10 % Cabernet Sauvignon. 28 hl/ha. Würziges, dichtes Bouquet, schwarze Kirschen, Irish Moos, braune Pfefferkörner und ein Hauch Tabak, die Süsse ist hier viel abgeklärter als bei Clos
L’Oratoire. Cremiger Gaumen, feine Souplesse, die drei Rebsorten ergänzen sich gegenseitig im Blend, zeigt eine
verlangende Adstringenz und viel Kraft im Innern. Dieser geniale Canon La-Gaffeliere wird nach langer
Flaschenreife verlangen. Wer das missachtet, wird nur einen Teil seiner Grösse erleben. 19/20
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, intensive Frucht nach Quitten, feine Dörrzwteschken, floral,
Zitruszesten, facettenreich; saftig, elegant, frischer Säurebogen, rassiger Stil, angenehme Extraktsüße, gut einbaute
Tannine, bleibt gut haften, lebendiger Stil, feiner Schokonachhall im Abgang.
MG 19: Da strahlt ein Meisterwerk aus dem Glas. Der Duft ist total zart, fein ein sinnliches
Parfüm, komplex, tiefgründig, mit enormer Strahlkraft. Die Extraktsüsse ist ein Traum, dann
geniale Rasse als Gegengewicht, der Wein kommt wunderbar leichtfüssig daher, ist aber von
enormer Konzentration, da ist Spiel drin, phänomenale Eleganz, unbändige Kraft gepaart mit
spielerischer Raffinesse, die im traumhaften Nachhall dann endgültig die Regie übernimmt. Ich
kann mich nicht erinnern jemals einen eleganteren CLG gekostet zu haben.
JS 94-95: This is tight and powerful. Solid frame of fruit and tannins. Curious about this. Like
the 2009. This is 40 percent Cabernet Franc, 10 percent Cabernet Sauvignon and 50 percent
Merlot.
Chateau Cantemerle 5eme Cru / Haut Medoc
LOB 93-94: Schwarz-Rubinrot. Feine Waldbeerennase, Himbeere und Kirschen, ätherisch, duftig, rassig und fein. Im Mund sanfter Druck, Blaubeeren hinter Brombeeren, Nutella, samtig und
fein, sehr frischer und finessereicher Haut Medoc. (2020-2045)
RP 91-93: A quintessentially elegant style of Bordeaux, the opaque ruby/purple-tinged 2010
Cantemerle possesses elegant floral notes intermixed with hints of blueberries, raspberries, sweet
red cherries and currants. Medium-bodied with impressive purity, concentration and texture, it is
not a heavyweight, but rather a well-proportioned, stylish red that should drink nicely for 15-20
years.
JS 93-94: Layered and rich with lots of blueberry character and ripe velvety tannins. Lovely texture. Best wine from here in years.
22
Chateau Cantenac Brown 5eme Cru / Margaux
Bordeaux
LOB 93-94+: Schwarz mit rubinrotem Rand, glänzend. Etwas alkoholische Nase, Likör, verbrannt, etwas gummiert, Teer, dann auch Brombeere, ein Hauch gelber Pfirsich. Anständig gute
Harmonie zeigend, aber keine Größe. Im Mund den Naseneindruck fast widerlegend. Tolle
Rasse, immense schwarze, rote und blaue Frucht und auch etwas gelbe Frucht. Tolles Spiel.
Intensives, poliertes Tannin, ein ganz kleiner Touch Wildheit und Rauheit. Hat dazwischen eine
tolle Länge, hohe Intensität. Der Wein macht Spaß und ist ein sehr feiner, rassiger Margaux.
Noch nie so gut probiert. (2020-2050)
RP 92-94+: One of the finest Cantenac Browns made in the last half century, the 2010 may be
even more impressive than the 2009. Sweet, fat notes of blackberries, forest floor and earth
emerge from this inky/purple-colored beauty. The tannins are slightly more serious and elevated
than in the 2009, but the big, bold, full-bodied 2010 represents a remarkable turn around for this estate, which has
now produced three straight top-flight vintages.
WS 91-94: Very focused, with a taut beam of red currant and crushed damson plum fruit, backed by very fine-grained, supple tannins. A twinge of iron weaves through the increasingly fleshy finish. This has power, but also lots of
finesse.
RG 18: Sattes Purpur-Granat. Kompaktes Bouquet, warme Frucht, schöne Terroirexpression, Kaffee und Edelhölzer.
Grossartiger Gaumenauftritt, fest im Fleisch, ausgeglichene Adstringenz. Klassischer, anspruchsvoller Bordeaux.
Aber Vorsicht, der Wein braucht viel Zeit!
NM 91-93: A blend of 66% Cabernet Sauvignon and 34% Merlot, the Cantenac Brown has a ripe, showy nose with
succulent blackberry, cassis and plum fruit, a world away from du Tertre’s more conservative style (tasted just before.) The palate is very appealing with silky smooth tannins, a lot of vanillary new oak to seduce primeur but very
composed with sufficient fruit on the finish to support it. This is a seductive Cantenac Brown, very Margaux in style,
floral and feminine. I cannot remember this estate producing such a fine Margaux.
Vinum 19: Die Seele eines Weinguts ist sein Terroir. Doch um dieses zur Geltung zu bringen, braucht es ein beseeltes, mit Leidenschaft arbeitendes Team. Im Fall von Cantenac Brown wird es verkörpert durch Weinmacher Jose
Sanfins. Sein 2010 ist noch einmal besser als der 2009 und stellt eine echte Alternative dar für die zu teuer gewordenen Premiers Crus. Aufgrund seiner superben Struktur eignet er sich auch sehr gut als Wein für 2010 geborene
Kinder, denn er kann nicht nur, sondern muss wie alle großen Weine des Jahres lange reifen. Verbindet Reichtum
und Klassizismus, Struktur und Saft, Sinnlichkeit und Opulenz, die Tannine sind von absoluter Klasse, rund und fest
und lückenlos dicht, das Finale ist anhaltend.
Chateau Carmenere / Medoc
LOB 94-95: Das Weingut gehört der Familie Richard Barroud. Weinbergs- und Kellerberatung
durch Eric Boissenot, der ähnlich talentierte Sohn Jacques Boissenots aus dem Medoc. Der Vater
Jacques macht hier alle 1er Crus. Das junge Ehepaar Barroud arbeitet auch bei anderen
Weingütern, Richard ist der “chef de culture”, also der Weinbergsmanager von Haut Batailley in
Pauillac. Sie beiden haben diese 3,5 ha Rebberge im Meodc, in der Nähe von Pauillac erst 2006
in Betrieb genommen, eine lange Suche nach großem Terroir ist dem vorausgegangen. Das
Terroir ist geprägt durch deutlich älteren und feinkörnigeren Kies als im übrigen Medoc, ist
außerdem mit viel mehr Kalkstein durchsetzt, also wirklich speziell. Vor allem wollte Richard
die Rebsorten um interessante Erweiterungen bereichern. Es gibt also kleinere Anteile von Petit
Verdot und auch mit Carmenere, eine Rebsorte die in Bordeaux fast ausgestorben ist. Alle
Rebsorten werden separat vinifiziert, Petit Verdot und Carmenere werden in großen BurgunderHolzfässern komplett vergoren. Alle Beeren werden entrappt. Die Weinberge sind zum Teil 35
Jahre alt, für die Cabernet, Petit Verdot und die Carmenere haben sie vor sieben Jahren selbst neu
gepflanzt. 60% Merlot, 35% Cabernet Sauvignon und je 2,5% Carmenere und Petit Verdot. Um die Qualität dieses
Winzlings zu steigern, werden alle Weine bis auf Carmenere und Petit Verdot in kleinen Zementtanks vergoren, der
Ausbau erfolgt in neuen Barriques. Die schwächeren Fässer wandern in den Zweitwein, der “Petit Reserve de
Chateau Carmenere” heißt. Die Beeren für den Wein werden nicht angequetscht, es ist eine Ganzbeerenvergärung,
komplett entstielt und entrappt, Handsortierung. Während der Mazeration kein Überpumpen, also extrem schonende Methode, Ablaufwein, kein Presswein, die denkbar schonendste Bearbeitung der Frucht. Rassige Kirschnase, sehr
fein. Rote und schwarze Kirsche, wobei die rote süße Kirsche überwiegt. Ganz feine Zwetschge dazu. Ein Hauch
von Holunder und Walderdbeere. Auch ein ungewöhnlich schöner Touch von Zedernholz. Insgesamt immer hochfruchtig bleibend, aber süß und fein und rassig dazu. Im Mund der gleiche Eindruck. Die rote Frucht überwiegt.
23
Bordeaux
Chateau Carmenere / Medoc
LOB: Extrem rassig, tolle Säure, sehr fein, sehr geschliffen. Walderdbeere, dann kommt auch ein wenig Himbeere,
frische Zwetschge, süße rote Kirsche, etwas Schwarzkirsche, dann kommt ein Hauch Cassis und rote Johannisbeere,
extrem verspielt, fein und rassig. In der Nase kommt nach etwas Belüftung eine schöne Kaffeenote dazu, dann
kommt Brombeere und Cassis. Der Wein zeigt gute Fülle, bleibt aber auch ganz fein ätherisch duftend. Im Mund
vielleicht durch die Petit Vedot und Carmenere eine sehr schöne, ungewöhnliche Rasse, eigenwillige würzige, dunkle Terroirnote zeigend, tolle Länge mit Rasse. Gute Fruchtfülle. Cassis und rote Johannisbeere, ein wenig Marille
und Quitte kommt dazu. Sehr verspielter, feiner, Freude machender, extrem guter Zechwein. Der Wein hat 14%
Alkohol bei fast 6 Gramm Säure pro Liter. Das ist ein extrem hoher Säurewert. Bei den butterweichen Tanninmassen
ist die Balance dieser drei Komponenten bei dem hohen Glyzeringehalt ziemlich perfekt. Dass dieser Wein diese
immens schöne und frische Rasse behält, bestätigt sich, wenn man 2008 und 2009 rückverkostet. Ebenfalls hervorragend gelungen, 2009 ist wahnsinnig schön. Eine fantastische Neuentdeckung. Das ist die Art von Wein, die wir alle
suchen. Diese Feinheit diese Frische, die Finesse und gleichzeitige Größe... Ein in sich extrem stimmiger Wein, mit
einer tollen inneren Harmonie. (2017-2040)
MG 19: Das ist eine unserer schönsten Neuentdeckungen in Bordeaux. Richard Barraud, der Besitzer dieses 2006
neu gegründeten Weingutes ist auch “Chef de Culture” auf Château Batailley. Bevor er zusammen mit seiner Frau
den Schritt zur Gründung eines eigenen Weingutes wagte, hat er jahrelang nach einem ausserordentlichen Terroir
Ausschau gehalten. Die Rebstöcke von Carmenere stehen auf deutlich älteren und dadurch feineren Kiesböden als
die meisten im Médoc. Sie sind zudem auch stärker mir Kalk durchwachsen, was besonders der Merlot sehr liebt.
Nebst 60% Merlot und 35% Cabernet Sauvignon werden auch je 2,5% Petit Verdot und Carmenere angebaut, um
dem Wein noch mehr Komplexität zu verleihen. Alle Traubensorten werden separat vinifiziert und ausgebaut, die
beiden letzten, wegen der geringen Menge direkt im Barrique. Selbstverständlich wird von Hand gelesen und sortiert. Die Trauben werden entrappt aber nicht angequetscht, sodass eine Ganztraubengärung entsteht. Cabernet und
Merlot werden in kleinen Betontanks vergoren, mit “Piegeage” ohne umpumpen und nur Ablaufwein, kein
Presswein. Alles was nicht 100% topp ist kommt in den Zweitwein. Kurz zusammengefasst hier wird mindestens so
präzise gearbeitet wie bei den Grand Crus und es entsteht auch ein Wein, der den “Grossen” von Bordeaux in Nichts
nachsteht. Der Duft ist unglaublich fein, strahlt betörende Feinheiten aus, die ein Wenig ins Burgundische tendieren
und eine unglaubliche Komplexität beinhalten, ein sinnliches Fruchtbündel unterlegt mit raffinierter Mineralität.
Auch am Gaumen ist der Wein vor allem einmal fein, der hat eine Extraktsüsse die mich fast verrückt macht, das ist
absolute Präzision, im Sinne von natürlicher Eleganz, das pure Gegenteil von technisch gemacht, der Wein wirkt so
herrlich beschwingt trotz enormer Konzentration. Das ist ein Traumwein, ich habe eine wohlige Gänsehaut auf dem
Rücken und bin tief beeindruckt von diesem atemberaubend schönen Stück Natur.
Chateau Carmes Haut Brion / Pessac Leognan
LOB 95-96: Das Weingut liegt fast direkt neben Haut Brion, also gleiches Terroir. SchwarzRubinrot, glänzend. Reife schwarzfruchtige Nase. Sehr würzig. Etwas Garrigues, Südfrankreich
lässt grüßen. Ein bisschen Cornas-Stil. Viel Wucht und Rasse. Sehr dunkle Schokolade, kubanische Tabake, Pfeffer. Das ist schon ganz deutlich Haut-Brion-Stil und zusammen mit dem noch
besseren direkten Haut-Brion Nachbarn “Allary Haut Brion” gibt es jetzt zwei qualitativ erstklassige Hochkaräter im Haut-Brion-Stil zu einem bezahlbarerem Preis. Tolle Exotik,
Orangenschale, sehr süßer, sehr reifer, schwarzfruchtiger Brombeermund, mit dunkler süßer
Schokolade. Extrem hohe Intensität, alles einnehmend. Dann kommt Cassis und rote
Johannisbeere und süße Walderdbeere, nur ein Hauch gelbe Frucht darunter. Ein schon fast immenser Wein. Im Stil
jetzt etwas exotischer werdend, noch etwas mehr Orange bekommend, sich vielmehr La Mission als Haut Brion
selbst annähernd. Der Wein hat Größe in seiner immensen Reife ohne jede Überreife mit großer Rasse dazu, mit
extrem sattem Tannin. Toller Wein und der beste Carmes Haut Brion, den ich probiert habe. (2020-2050)
RG 18: Sattes Purpur-Granat. Delikates, vielschichtiges Bouquet, florale Würze vom Cab. Franc. Im Gaumen viel
Souplesse, samtige Tannine mit gut stützender Säure.
PM 92-94+: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, reife Frucht, Dörrzwetschken
klingen an, feine balsamische Noten, etwas Nougat; saftige, süße Beerenfrucht, reife,
kraftvolle Tannine, die sehr gut integriert sind, bleibt gut haften, schokoladiger Nachhall,
großes zukunftspotenzial.
JS 93-94: Suckling: Complex red with chocolate, berry, currants and nutmeg as well as
other dried spices. Full and velvety with a long, long finish. Best ever from here.
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Chateau Certan de May / Pomerol
Bordeaux
LOB 98-99: Schwarz, glänzend. Wuchtige und zugleich charmante, sehr aromatische Nase nach
schwarzer Kirsche, angeflämmtem Fleisch, Lakritze, süßer Erde. Rassiges Cassis. Fast dramatisch schöner Mund mit großer Harmonie. Auch hier wieder Spuren verbrannten Holzes mit
Schwarzkirsche und Cassis, Lakritze, Tabak. Tolle Länge, tolle Rasse. Sehr komplex. Großer
Wein. Nicht auf der Wuchtseite wie L’Evangile, nicht ganz so intensiv fein wie L’Eglise Clinet,
aber in seiner berauschenden Vielschichtigkeit und Komplexität ganz weit vorne in Pomerol. Ein
Meilenstein für Certan de May, noch nie so gut probiert. (2020-2060)
WS 95-98: Shows stunning depth and drive, with a deep well of blackberry and plum sauce and
a lush structure. Superlong, with spice and anise echoing on. A tremendous young wine in the
making. Tasted non-blind.
RG 19: Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Das Bouquet zeigt sich, wie
immer etwas eigenwillig, natürlich viel komprimierte Waldbeeren, aber auch mit einem erfrischenden Kräuterhauch von Origano und Zitronemelisse und Eisenkraut fein gewürzt. Massiver Gaumen mit einem
schon fast dramatischen Extrakt, die Adstringenz verlangt nach mindestens 20 Jahren Flaschenreife. Ein monumentaler Pomerol für Über- Über- Übermorgen.
JS 94-95: Gorgeous aromas. Tar, dark fruits and forest leaves on the nose. Full body, with lovely velvety tannins and
a long aftertaste of dark chocolate, dark fruits and cappuccino. Tasted twice.
Chateau Chantegrive “Cuvee Caroline” / Pessac Leognan
LOB 92-93+: Glänzendes Grüngelb. Frische, rassig aromatische Nase, Zitronengras, weißer Pfirsich, reifer Apfel,
auch zarte Birne und Honigmelone, überaus charmant und zugleich aromatisch druckvoll. Schöner cremiger Mund,
feine runde Pirsichfrucht mit Limette und leichter Exotic, feinstes dezentes Holz. Überaus gradlinig. Wunderschön.
Fast die Klasse des großartigen Clos Floridene erreichend. (2012-2022)
NM 90-92: The cuvee Caroline has very good ripeness on the nose with touches of beeswax and honeysuckle all
with well integrated oak. The palate is medium-bodied with an attractive, white peach entry and a fresh, citric palate with good length and persistency. This is very fine indeed and doubtlessly will be good value.
JS 90-91: Beautiful apple and lemon character with hints of cream. Full and bright with lovely acidity and a long
finish.
Chateau Charmail Cru Bourgeois / Haut Medoc
LOB 93: 55% Merlot, 35% Cabernet Sauvignon, 2% Petit Verdot, 8% Cabernet Franc. Die Ernte
der Cabernet zog sich bis zum 26. Oktober. Hochreif. In diesem Jahr dominiert als
Gesamteindruck die süße Cassis-Johannisbeere-Cabernet total über die Merlot.Nur moderate
13,5 % Alkohol, fast verwunderlich tief bei soviel Merlot. Der Wein ist wie gewohnt schwarz,
leicht rotvioletter Rand. Sehr duftig, voluminös, schöne Süße, überaus charmante Nase. Sehr viel
schwarzes Cassis, auch rote Johannisbeere, feine Brombeere. Lakritz, Sandelholz,
Schwarzkirsche. Sehr würzig. Charme, Druck und Feinheit zugleich in der Nase.
Zartbitterschokolade. Hochintensiver Fruchtmund, tolle rassige Säure, komplett eingebunden
durch schöne Süße. Von viel Glyzerin begleitete Frucht. Auch hier wieder schöne Schokolade,
Pralinen, ein Hauch Nutella. Weiche, schmelzige schwarze Johannisbeere und schwarze Kirsche.
Etwas rote Johannisbeere, sehr schöne Balance zeigend. Der Wein schiebt schön von unten, sehr
viel Charme. Das Tannin ist butterweich, mit der rassigen Säure und Frucht sehr gute Harmonie
zeigend. Kein Riese, aber sehr geschmeidig, sehr langer, aromatischer Nachhall. Toller Wein. Weniger “gemacht” als
in manchen Vorjahren, nichts wirkt extrahiert, der reine natürliche Saft. Große Harmonie zeigend. Die 2009 erfolgte Umstellung aller Arbeiten im Weinberg auf reine Handarbeit scheint sich auszuzahlen. (2018-2035)
RP 88-90: This impressive 2010 is one of the most powerful, rich wines I have ever tasted from this over-achieving
estate in the northern sector of the Medoc. A blend of 50% Merlot, 33% Cabernet Sauvignon, 15% Cabernet Franc
and the rest Petit Verdot that achieved 14.2% natural alcohol (a record at this property), it boasts an inky/blue/purple
color along with a sweet perfume of blueberry liqueur, acacia flowers, graphite, espresso roast and white chocolate.
The complex aromatics are followed by a deep, medium to full-bodied wine with outstanding concentration and texture. It should drink well for a decade or more.
PM 90-92: feine Röstaromen, zart mit Nougat unterlegte dunkle Beerenfrucht, feine Kräuterwürze, Orangenzesten,
elegante Textur, frisch strukturiert, ausgewogen, schokoladiger Touch im Abgang, gastronomischer Stil.
25
Bordeaux
Chateau Charmail Cru Bourgeois / Haut Medoc
MG 18+: Der neue Besitzer Bernard d’Halluin ist bestrebt, das was Olivier Sèze in beinahe 30 Jahren aufgebaut hat,
noch weiter zu perfektionieren. Das ideale Terroir liegt direkt neben Soiando-Mallet und ist auch mit jenen von
Montrose und Phélan-Ségur vergleichbar, die nicht weit davon entfernt liegen. Schon Olivier Sèze hat durch akribische Rebbergsarbeit und präzise Kellerarbeit Weine erzeugt, die schon seit vielen Jahren zu den besten Cru
Bourgeois gehören. Bernard d’Halluin geht jetzt noch einen Schritt weiter, hat seit dem Jahrgang 2010 die Handlese
eingeführt und investiert viel Geld um überall wo es möglich ist, noch Details zu perfektionieren. Intensiver, tiefgründiger, schwarzbeeriger Duft, köstlich süss und reif, zeigt enorme Komplexiät und wirkt sehr edel und fein. Der
Wein vereint Kraft und Fülle, besitzt eine intensive und sehr noble Aromatik, insbesondere die Tanninstruktur zeigt
sich deutlich feiner als in den letzten Jahren, süsser, saftiger Gaumenfluss, alles wirkt sehr delikat, kommt
beschwingt und leichtfüssig daher. Das ist der beste Charmail, den ich kenne.
Chateau les Charmes Godard Blanc / Cotes de Francs
LOB 93-94+: Weingut von Nicolas Thienpont, ein Teil von Puygueraud. Weinbereitung und
Beratung wie immer durch Stephane Derenoncourt. Über 50 Jahre alte Reben, der Wein wird
komplett in neuem Holz vergoren und wird dann sechs Monate im Barrique auf der Hefe ausgebaut. 70% Semillon, 20% Pinot Gris, 10% Muscadelle. Extrem charmante, duftige, hocharomatische Nase, sowohl Semillon als auch Muscadelle gehen ja eindeutig in die aromatische
Richtung. Sehr fein, spielerisch, sehr viel Rasse zeigend, brillant. Würde auch als gelber Muskateller oder Traminer
in Smaragdqualität aus Österreich durchgehen, vielleicht etwas verspielter. Rassiger Mund. Zur hohen Aromatik aus
Muscat und Semillon mit diesen deutlichen Muskattönen kommt rassige Frucht, Zitronengras. Sehr feine, leicht
grüne Birne, etwas unreife Netzmelone, weißer Pfirsich. Alles tanzt. Schön balanciert mit sehr schöner Länge.
Bordeaux weiß in toller Frische. (2013-2023)
JS 90-91: Semillon based. This is always excellent. Pineapple skin and lemons. Full and lively
with great acidity.
Chateau Chasse Spleen Cru Bourgeois / Moulis
LOB 94+: Schwarz mit rubinrotem Rand, glänzend, etwas durchscheinend. Für Chasse Spleen
unerwartet wuchtige Nase, viel schwarze Frucht, Brombeere, Cassis, Blaubeere, dann kommt
reife Walderdbeere und Pflaume. Milchschokolade. Harmonisch, duftig, wuchtig, süß, sehr charmant. Sehr rassiger Mund. Jetzt die bei Chasse Spleen gewohnten, satten roten Früchte. Reife
Waldbeeren, Johannisbeere, rote Kirsche, Himbeere und frische Zwetschge. Dann kommt
Brombeere und Milchschokolade. Sehr tanninreich, aber nicht rauh. Hohe Säure, rassig. Das
Spiel ist immens. Das wird ein großer Chasse Spleen. (2020-2050)
PM 91-93: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, einladendes Nougat-Karamell, feine
Röstaromen, süße schwarze Beerenfrucht, attraktives Bukett; saftig, elegant, frisch strukturiert,
feine Tannine, Herzkirschen im Abgang, gutes Entwicklungspotenzial.
NM 92-94: Tasted at the Cru Bourgeois primeur tasting. This has a lovely ripe blackberry, cassis and vanillary nose
with beautifully integrated new oak. Seamless. The palate is medium-bodied with a rich, liquorice tinged entry, sappy
dark berries, a touch of soy perhaps towards the finish. Unruly at the moment, ambitious and sure to make a big
impression after bottling.
Vinum 18: Besitzt Tannine umwerfender Qualität, robust und dicht und doch von großer Finesse, zeigt Saftigkeit
und Tiefe und große aromatische Komplexität mit Noten von Beeren und Blumen und Kräutern im langen Finale;
da bleibt uns buchstäblich die Spucke weg!
26
Chateau Cheval Blanc 1er Gr.Cr.Cl.A / Saint Emilion
Bordeaux
LOB 97-98: 35 ha großes Weingut. 56% Cabernet Franc, 44% Merlot. 14,5% Alkohol. Sehr rassig-wuchtige Schwarzkirschen- und Cassisnase. Brombeere, darunter rote Früchte, Rosenblätter.
Duftig aromatisch, sehr dicht. Intensiv, sehr erhaben. Gute Säure im Mund, aber auch deutlich
spürbar der Alkohol, Glyzerin. Extrem geschliffenes Tannin, aber doch voll und rund und warm.
Mineralisch, salzig, würzige Erde, dunkle Schokolade, Schwarzkirsche, Brombeere und Cassis.
Mollig und doch fein zugleich. Sehr schöner Wein, aber es fehlt vielleicht der letzte Kick in der
Rassigkeit um ganz groß zu sein und um zu den besten 5 der Appellation zu gehören. Ohne
Zweifel aber ein toller Cheval. (2020-2080)
RP 96-98+: The 2010 Cheval Blanc contains 13.8% alcohol, which is very high for this estate,
and has an unusually high percentage of Cabernet Franc in the final blend (56% versus 44%
Merlot). Yields were tiny, adding to the richness and intensity already instilled by the drought of
summer and resulting tiny berries. In the style of some of the great Cheval Blancs of the late
1940s, this wine is rich, opulent, full-bodied, and at the risk of sounding like a broken record, as saturated purple in
color as any Cheval Blanc I have seen. Mulberries, black currants, fresh minerals, and floral notes jump from the
glass of this full-bodied, dense wine. With its tannins, good acidity and surprisingly modest pH, this should be an
exceptionally long-lived wine, more backward and delineated than the fatter, more opulent 2009. Drink it over the
next 30+ years.
WS 95-98: Lush and very rounded, with lots of muscle and heft, but also great polish and pose to the gorgeous boysenberry, plum and fig notes. Supercreamy on the finish, with bittersweet cocoa, violet, mint, anise and tobacco in
reserve. Tasted non-blind.
RG 19: 55 % Cabernet Franc, 45 % Merlot. 30 hl/ha. Noch verhaltenes Bouquet, Kandisnuancen, Flieder, dunkle
Pflaumen, Cassis, Schwarzteenoten, setzt mehr auf Tiefe und Würze als auf Frucht. Fleischiger und gleichzeitiger
stoffiger Gaumen, viel Fett und Schmelz in den reichhaltigen Tanninen, gigantische Aromatik, die permanent im
Gaumen zunimmt, gebündeltes Finale. Klassischer Cheval, der wohl erst in 20 Jahren seine effektive Grösse zeigt.
Wenn ich mich zwischen dem Ausone 2010 und den Cheval Blanc 2010 entscheiden muss, dann nehme ich den
Cheval! Ohne eine Sekunde nachzudenken.
PM 96-98: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, floral, orientalische Gewürze, reife Herzkirschen, ein Hauch
von Kakao, facettenreich und einladend; kraftvoll, versteckt seine Muskeln nicht, kräftige Tannine, die Extraktsüße
ist beachtlich, schokoladige Textur, sehr gut anhaftend, überzeugende Länge, Riesenpotenzial.
BD 19-20: Le grand vin represente 60% de la production de la propriete et s’appuie sur 56% de cabernet franc et
44% de merlot. Le millesime confirme le retour magistral du cru au plus haut de Bordeaux, apres quelques irregularites dans la premiere partie de la decennie. Construit en profondeur et en fraicheur, il offre un eclat aromatique
exceptionnel, l’intensite et le velours du tanin, la distinction et l’intensite. Bref, un sommet absolu.
MG 19+: Der duftet extrem fein, zart, filigran, schwarze Frucht, feine Cabernet Würze, wirkt fast ein wenig
unscheinbar, man hat ja hier sehr hohe Erwartungen. Selbstverständlich ist der Cabernet Franc nicht die
Traubensorte, welche einen Jungwein zum Weltmeister macht, klar dass da mehr drin steckt, als es im Moment den
Anschein macht, aber ich habe doch eine grosse Anzahl Weine verkostet, die mich mehr berührt haben. Am Gaumen
sind herrlich feine Tanninen, aber nicht so eindrücklich wie bei Ausone oder gar Tertre Rôteboeuf, ein herrlicher
Wein, aber die ganz grossen Emotionen löst er „noch“ nicht aus, geht in Richtung des 98ers, der mich auch noch nie
so ganz 100% überzeugen konnte, wie beispielsweise der Figeac des gleichen Jahrgangs.
NM 95-97: A blend of 60% Cabernet Franc and 40% Merlot, the latter suffering a little coulure (so bunches were
cut earlier during the season after veraison to increase homogeneity.) The Merlot were reaching around 14.5% alcohol and the clay/gravel soils inhibited the increased alcohol level at the end. The harvest began on 15th September
and finished on 13th October with a major part of the vineyard picked on 7th October. Like many samples, the
Cheval Blanc takes a long time to open but eventually reveals a very refined, tightly-knit bouquet with dark berries,
espresso, underbrush, the Cabernet Franc dominating the Merlot at present. The palate is medium-bodied and much
more masculine compared to the fleshier 2009 last year, like the nose, the Cabernet Franc defining the wine with touches of dried herbs, a little allspice and white pepper. There is a firm backbone to this Cheval Blanc, quite structured towards the spicy finish, fresh but obdurate and broody. This will need a decade to really open up. Very promising, but do not expect fireworks...yet.
JS 99: The blueberry and blackberry character and bouquet of violets is off the charts. Full body, the Cabernet Franc
dominates the blend now, with so much dark fruits, minerals and flowers with hints of spices. It is a very powerful
and linear CB and shows amazing length and purity. Zen-like focus.
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Bordeaux
Chateau Clauzet Cru Bourgeois / Saint Estephe
LOB 92+: Glänzendes Schwarz mit leicht blauem Rand und rotem Schimmer. Sehr warme, rotfruchtige, reife Nase voller Charme. Zwetschge, ein wenig Erdbeermarmelade und rote Kirsche.
Dann kommt reife Brombeere, Veilchen und Rosenblüte. Sehr rassiger Mund. Auch hier wieder
rote Frucht, etwas Erdbeermarmelade, aber nicht zu breit werdend, schöne Süße zeigend, aber
auch Frische dabei, transportiert von roter Kirsche und roter Johannisbeere. Die Säure ist rassig,
der Wein hat gutes Fleisch, macht Spaß, der 2010er hat sich seit dem tollen 2005er noch einmal
klar verbessert. Jetzt kommt eine wenig Himbeere hinzu, ein ganz kleiner Hauch gelbe Frucht
und Milchschokolade. Insgesamt sehr gute Harmonie zeigend. Sehr feiner, sehr ausgewogener,
schöner, extrem leckerer St. Estephe. Wenn er preislich unter den etwas besseren Lilian Ladouys,
Domeyne und Le Boscq bleibt, ist Clauzet eine sehr gute Empfehlung. (2015-2030)
WS 89-92: Ripe and rich, but really fresh, with silky-textured structure guiding the delicious plum, anise and
blackberry fruit. Supple and long.
PM 90-92: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, frische Zwetschkenfrucht, feine blättrige Würze, tabakige
Nuancen; stoffige schwarze Beerenfrucht, rund, gute Komplexität, frischer Säurebogen, bleibt gut haften, gastronomischer Wein.
JS 89-90: This shows loads of fruit on the nose, with spices, dark chocolate and blackberries. Full body, with soft
and silky tannins. Chewy finish. Love the length to this.
Chateau Clerc Milon Rothschild 5eme Cru / Pauillac
LOB 95-97: Aus dem Hause Mouton-Rothschild, der kleine Bruder von Mouton. Schwarz mit
leicht rubinrotem Schein und violettem Rand. Sehr rassige Nase. Brombeere, Blaubeere, etwas
Orangenschale. Ein Hauch von Mango, ein wenig Teer und schwarze Oliven mit Lakritz und
Teer. Sehr viel Rasse in der Nase zeigend. Im Mund die volle Attacke. Butterweiche Massen von
Tannin treffen auf extrem hohe Säure. Ich schätze, dass es ganz sicher weit über 5 g/l sein dürften. Das Ganze mit viel Glyzerin und gutem Alkohol ergibt ein extrem hohes Level von sich
abwechselnden Sensationen im Mund. Einen Clerc Milon dieser Güte habe ich noch nicht probiert. In anderen Jahren wäre man stolz, einen solchen Mouton zu produzieren. Eine kleine
Sensation. (2020-2050)
RP 91-93: The powerful 2010 is a blend of 50% Cabernet Sauvignon, 11% Cabernet Franc and
the balance mostly Merlot except for dollops of Petit Verdot and Carmenere that achieved 14.5%
natural alcohol – a record at Clerc Milon. An intense purple color is followed by notes of incense, creme de cassis and flowers and a broad, rich wine with superb purity, concentration and
depth. This layered, expansive effort could turn out to be one of the finest this estate has ever
made. Give it 3-5 years of cellaring and drink it over the following two decades.
WS 93–96: Offers a more rounded feel, with cassis, black licorice and plum sauce carried by very supple but substantial tannins and terrific acidity. The long finish has a solid tarry edge. Tasted non-blind.
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, einladende Würze, angenehmer tabakiger Touch, schwarze
Beerenfrucht unterlegt; kraftvoll und kernig, feiner Brombeertouch, dunkle Mineralik, zarter Bitterschokotouch,
etwas weniger offen als der d’Armailhac, sehr gutes Entwicklungspotenzial.
BD 18: Boise fort mais amer , beaucoup d’intensite de matiere, tannin serre, enveloppant, voire ecrasant, alcool ce
jour la sensible. Forme imposante.
MG 19+: Das ist grosse Klasse, was aus diesem Glas strahlt, intensiv, komplex, klar, präzis, einen sehr edlen, grossen Bordeaux ankündend, da ist Raffinesse ohne Ende, ein berauschend schöner Duft. Explosiver Gaumenauftritt,
dieser so traumhaft feine Wein besitzt gewaltig Kraft, die Extraktsüsse ist präzis auf die erfrischende Rasse abgestimmt, der Wein betört die Sinne, das ist Pauillac wie aus dem Bilderbuch, ein ganz grosser, klassischer ClercMilon, der irgendwie alle Qualitäten der grossen Jahrgänge in sich vereint: Die Fülle des 90ers, die mächtige
Tanninstruktur des 86ers, die klassische Seite des 2000ers und die Rasse des 2005ers. Der Wein hat eine gigantische
Zukunft und wird möglicherweise zum besten Clerc-Milon aller Zeiten.
JS 95-96: I can’t remember tasting a young Clerc as exciting as this since the 1980s. Fascinating aromas of
blackberries and currant jam. Very deep. Tar too. Full and very dense. It just tickles the tip of your tongue. So much
there. 50 percent Cabernet Sauvignon, 36 per cent Merlot, 11 percent Cabernet Franc, 2 percent Petit Verdot, and 1
percent Carmenere.
28
Chateau Climens 1er Cru (süß) / Barsac
Bordeaux
LOB 100: Auf dem Kalksteinplateau von Barsac wächst für viele Degustatoren der beste
Süßwein Bordeauxs, meistens noch feiner und finessereicher als Yquem. Die Verkostung der vielen Fässer (hier gibt es so früh keine Assemblage) hinterlässt einen rassig frischen, verführerisch
leichten und schwingenden Eindruck. Kühl und tänzelnd, einer traumhaften Auslese von Mosel
und Saar ähnelnd. Das wird ein ganz großer Wein. (2015-2100)
BD 19-20: L’assemblage n’est pas fait et donc une note n’aurait aucun sens. Mais la degustation
des 19 lots de vendanges laisse presager un vin grandiose dans ses proportions, avec des aromes
d’une purete transcendante, seul rival possible pour Yquem. Et j‘avoue meme que quatre ou cinq
de ces lots m’ont donne plus d’emotion encore que le grand premier cru.
NM 94-96: Berenice Lurton and her team managed to pick the crop just hours before rains fell on October 23.
Tasting through every one of their lots in 2010, there was a theme of tautness, racy acidity and spice. Focusing upon
two batches representing about 14% of the harvest, there was patently exquisite balance and a sense of concentrated
but efficient power, counterbalanced by immense purity and effervescence. Their problem will be knowing exactly
which lots to deselect!
Chateau Clinet / Pomerol
LOB 97-99+: 85% Merlot, 12% Cabernet Sauvignon, 3% Cabernet Franc. Alkohol 14,5%. Die
Nase ist fast zu 100% Schwarzkirsche. Mit Praline und Nutella, sanft strömend, dicht. Dann
kommt ein wenig Mango. Johannisbeere und Brombeere, würzige Erde, aber immer sanft,
weich, sehr üppig bleibend. Ähnlich wie 2009. Sehr hedonistisch. Im Mund geschieht dann die
eigentliche Sensation: Zur schwarzen Kirsche gesellen sich rote und schwarze Johannisbeere,
Zwetschgenschale, Rosenblätter. Tolle rassige Säure zieht sich durch in ein superlanges Finale.
Sanftes und zugleich massives, total poliertes Tannin. Eine irre Rasse, unglaubliche Kraft, ohne
jedes Fett, ohne jede Aufdringlichkeit, einfach nur von unten schiebend. Supersanft, superrassig
in der Säure, immens lang. Ein ganz großer Wein, in Pomerol sehr schwer zu schlagen, liegt ganz
vorne dabei. (2020-2060)
RP 95-98: A spectacular success in this vintage, this blend of 85% Merlot, 12% Cabernet
Sauvignon and the rest Cabernet Franc achieved 15% natural alcohol. Sadly, there are only 3,400
cases primarily because of the small Merlot crop (yields were only 29 hectoliters per hectare).
The wine’s opaque purple color is followed by an extraordinary bouquet of boysenberries, blueberries, black currants, licorice, truffles and a hint of asphalt. The wine possesses great intensity, a multidimensional mouthfeel, stunning glycerin and richness, and wonderful freshness as well as precision because of the vintage conditions. This massive Pomerol will age effortlessly for 30-35 years. Equaling what Clinet achieved in 1989 and 1990, it is the third
successive great vintage for this estate.
PM 94-96: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, reife schwarze Beerenfrucht, Brombeerkonfit,
Orangenzesten, süßes, attraktives Bukett; stoffig, Lakritze, Extraktsüße, präsente, kraftvolle Tannine, schokoladiger
Nachhall, dunkle Beeren auch im Abgang, zart nach Bitterschokolade im Rückgeschmack.
MG 19: Extrem mineralischer, tiefgründiger Duft, schwarze Beeren von Feinsten, kirschen, Cassis, Haidelbeer, viel
Persönlichkeit ausstrahlend. Im Antrunk wirkt er sehr süss, dann kommt aber gleich die herrliche Säure, macht ihn
wunderbr schlank, die Proportinen stimmen, ist noch nicht gaz eine Einheit, aber das wir sich geben, da sind gigantische Mengen Tannin, aber ganz feine, das ist eine grosse Weinpersönlichkeit, richtig sinnlicher Pomerol.
NM 94-96: Tasted somewhere (but I cannot remember exactly where) the Clinet 2010 has a precocious nose that
soon settles in the glass: very pure dark cherry and blueberry fruit with touches of black olive and vanilla, building
in intensity but remaining composed. The palate is full-bodied with ripe “clingy” tannins that do not want to let go
and yet the texture of smooth and seductive. Don’t be fooled by the first half. Those tannins kick in towards the
second with a surprising dry, taut, tar-tinged finish. This is a complex Clinet that will really show its true colours
after bottling. Well done Ronan! Tasted March 2011.
JS 95-96: Nothing on the palate and then all of a sudden it blasts off on the finish. Superb Clinet. Full and velvety.
Juicy.
29
Bordeaux
Chateau Clos de l’Oratoire Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 91-93: Ernte bis zum 15. Oktober, 30 hl pro Hektar, 95% Merlot, 5% Cabernet Franc. 75%
in neuem Barrique ausgebaut. Ungewöhnliche Clos-de-l’Oratoire-Nase, viel Wucht, satte reife
rote Frucht, Walderdbeere, Pflaume, süße rote Kirschen, dann noch Schattenmorelle und
Schwarzkirsche. Sehr duftig, fast berauschend, sehr viel Charme und Rasse zugleich ausstrahlend. Fast eine Sensation für dieses Weingut. Der Antrunk ist rassig, tolle Säure, sattes Tannin,
aber auch sehr viel Holz. Leicht bitter, leicht spröde, die Mitte wird etwas dünn, und er endet
etwas auf der bitteren Seite. Dieser Wein wirkt recht stramm extrahiert. Im Keller vielleicht
etwas zuviel gewollt. Kann im Mund die Größe der Nase leider nicht halten. (2017-2040)
RP 92-94: This has been a wonderfully consistent, satisfying wine since the estate was acquired
by Stephan von Neipperg over a decade ago. The 2010 looks to be one of the most powerful and concentrated wines
ever made here. Yields were a very modest 30 hectoliters per hectare, and the final blend 95% Merlot and 5%
Cabernet France achieved a whopping 14.8% natural alcohol. Huge notes of licorice, incense, blackberry and cassis
liqueur intermixed with smoke and toast are all present in this full-bodied, opulent, fleshy wine, which has an unctuous texture, super purity, and a long finish. This is a broad, juicy, and savory St.-Emilion that will be drinkable
early on and evolve for 12-15+ years.
WS 92-95: A ripe, mouthfilling style, with lots of roasted spice, dark fig, currant confiture and mulled plum notes.
The juicy, fleshy finish still has some toast to soak up, but there’s great underlying acidity.
JS 94-95: Love the finish to this. It really kicks in with bright acidity, citrus and blackberries and minerals too. This
is complex. Full and super silky. Loving it!
Chateau Clos des Jacobins Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 94-95: Schwarz, undurchsichtig. Sehr saubere Schwarzkirschennase mit einem Hauch
Brombeere und Cassis. Duftig aber fein. Nicht zu süß, dennoch intensiv fruchtig. Rote
Walderdbeere und ein Hauch Pfirsich kommen hoch. Im Mund Brombeere, Schwarzkirsche,
Lakritz, Tabak, Pralinen, hohe Intensität, hohe rassige Säure. Poliertes, voluminöses Tannin, aber
auch satter Alkohol, der die Balance fast sprengt. Ein Wein, der von allem sehr viel hat. Die
Säure schafft dennoch die Balance. Der Wein schwankt zwischen zuviel und hervorragend.
Insgesamt dennoch ein toller Wein. (2015-2035)
WS 92-95: This is loaded with enticing raspberry and blackberry fruit, along with crushed plum
and cherry sauce notes. Sleek and racy through the finish, with the graphite edge starting to take form. Shows nice
purity and length. Barrel tasting.
PM 92-94: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zart balsamisch unterlegte dunkle Beerenfrucht,
tabakige Nuancen, Anklänge von Dörrzwetschken; stoffig und süß, sehr gute Komplexität, frische Säurestruktur
unterlegt, bleibt gut haften, reife Kirschen und Orangen im Nachhall, das ist den jungen Decosters ein großer Wurt
gelungen.
JS 92-93: There’s a lot of sweet fruit here with tobacco, berry and milk chocolate aromas and flavors. Full and silky.
Long finish. Best in a long time.
Chateau Clos des Quatre Vents / Margaux
LOB 96-97+: Wie alle Weine von Luc Thienpont in der önologischen Verantwortung von
Jacques Boissenot, dem Weinmacher der Top 1er Crus wie Latour, Lafite, Mouton und andere.
Ein Boutiqueweinberg von Luc Thienpont, Mitbesitzer von Vieux Chateau Certan und früherer
Regisseur von Labegorce Zede in Margaux. Nur 1,2 ha eines einzigen Weinbergs direkt neben Chateau Margaux. 80
Jahre alte Reben auf tiefem Garonne-Kies. 40 hl/ ha. 55% Cabernet Sauvignon 40 % Merlot 5% Petit Verdot. Nur
7.500 Flaschen werden abgefüllt. Fermentiert in Zementtanks mit Temperaturkontrolle, die malolaktische Gärung
im kleineren Holzfass aus neuer französischer Eiche. 20monatiger Ausbau in 100% neuem Barrique. Die Nase dieses Weins ist noch intensiver als die des Villa des Quatre Soeurs. Reife, süße Amarenakirsche und Schwarzkirsche
mit reifer Pflaume und Walderdbeere. Kirsche. Süß und nicht überreif. Nicht marmeladig, sondern Frische anzeigend. Schöne Säure steigt aus dem Glas, ein wenig gelber Pfirsich kommt dazu, leichte Exotik, Garrigues,
Mineralität. Die Intensität der Frucht im Mund raubt einem fast den Atem. Immense Fülle schwarzer und roter
Frucht, Kirsche, Maulbeere, Brombeere, Cassis, Himbeere, Cranberry, alles ohne fett zu sein. Verspielt, komplex,
alles einnehmend. Die Säure tanzt hin und her, die Frucht kommt immer wieder berauschend dazu. Butterweiche
Tanninmassen, aber nicht, wie man jetzt deuten könnte, im St.-Emilion-Stil, sondern erdig würziges Margaux in
Vollendung.
30
Chateau Clos des Quatre Vents / Margaux
Bordeaux
LOB: Durchaus die Klasse wie in manchen Jahren bei Chateau Margaux selbst, ein großer Wein mit toller Länge.
In diesem Jahr sicherlich noch klar vor dem extrem guten Konkurrenten Giscours und einer der besten Weine der
Appellation. Der Wein hat Größe und ist extrem beeindruckend. (2020-2060)
RG 19: Produktion: 7500 Flaschen. Extrem dunkles Purpur. Nobles Bouquet, Cassis, Black Currant, schwarze
Kirschen, dunkle Edelholznoten und schwarze Oliven, sehr tiefgründig. Im Gaumen traumhaft komplex, schwarzbeerig, mollige Tannine, endet mit tiefschürfender Hermitage-Aromatik. Ein dramatischer 2010er und einer der
wenigen Rotweine vom linken Ufer, die sich nicht unnahbar zeigen. Einkaufstipp für Leute, die das Besondere schätzen.
NM 92-94: Courtesy of Luc Thienpont, a blend of 55% Cabernet Sauvignon, 40% Merlot and 5% Petit Verdot, the
Clos des Quatre Vents is broody and introspective on the nose at first with liquorice-tinged dark berried fruits. The
palate has a rounded, supple entry with crisp raspberry and wild strawberry, very harmonious and focused towards
the caressing finish. This is a lovely Margaux...just a shame the production is so tiny.
Chateau Clos Dubreuil Grand Cru / Saint Emilion
LOB 93-94+: Dunkles Rubinrot. Sauerkirsche mit Walderdbeere in der Nase, Praline und Cassis
darunter. Feiner, süß-saurer und sehr charmanter Mund, Kirsche und Milchschokolade, macht
Freude und animiert, toller Wein ohne wirkliche Größe. (2018-2045)
RP 92-94+: One of the more seductive, opulent wines of St.-Emilion, the 2010 Clos Dubreuil
will probably never make old bones, but it will offer irresistible drinking during its first 10 years of life. Reminiscent
of another garagiste St.-Emilion, La Croix de Labrie, it possesses an explosive blockbuster personality oozing with
blackberries, cassis, incense, licorice and toasty oak. Opulent, fleshy and concentrated with sweet tannin, it is made
in a modern style meant for drinking during its first decade of life.
WS 91-94: A big, broad-shouldered wine that’s rather tight today, with dense layers of linzer torte, black currant
paste and fig shrouded with dark toast and ample spice. There’s nice mouthfeel and length through the finish, yet this
seems a touch more reticent than most at this point. Barrel tasting.
RG 19: 90 % Merlot, 10 % Cabernet Franc. 18 hl/ha. Ca. 9000 Flaschen. Undurchdringliche Farbe; Violett mit fast
schwarzen Reflexen. In der Nase eine dramatischer Cocktail von schwarzem Krischenkompott, getrockneten
Holundernoten, Cassis, Black Currant und einem Anflug von genialem Vintage-Port in Form von pflaumigen
Dörrfrüchtenuancen. Komplexer Gaumen, mundfüllend, nektarhaft mit dramatischer Konzentration, alles liegt im
schwarzbeerigen Bereich. Der Wein ist bombastisch, neigt aber auch ein Bisschen zur Schwermütigkeit durch seine
15 Volumenprozent, die er aber irgendwie dann doch recht gut wegsteckt. Völlig atypisch, aber warum soll die Natur
nicht ab und zu einen grenzfähigen Rotwein dieser Monster-Sonderklasse avisieren. Nichts für önologische
Weicheier. In seiner Reife reicht eine einzige Flasche dann für zwei Personen für einen transzendentalen Rausch. Ein
Ripasso mit Amaronepotenzial.
MG 20: Der Duft zeigt gigantische Konzentration, unglaubliche Tiefe, fast portweinartige Süsse, aber auch köstliche Frische, schwarze Kirschen vom Feinsten und überschwängliches Cassis, zudem feine Mineralität und noble
Würze, das ergibt einen Duft von anmutiger Schönheit. Auch am Gaumen hat der Wein alles, was man sich nur so
wünschen kann, er vereint edle Raffinesse mit gigantischer Kraft, traumhafte Süsse mit irrer Rasse, tänzerische
Leichtigkeit mit edler Fülle, ein absoluter Gigant auf dem Gleichen Niveau wie der überragende 2009er.
31
Bordeaux
Chateau Clos Floridene (Graves) / Pessac Leognan
LOB 93-94: Frische Birnen- und Melonennase, ein wenig Sauerkirsche und weiße
Johannisbeere darunter. Feuerstein, Zitronengras, Granny Smith Apfel, etwas weißer Pfirsich.
Tolle Frische und feiner Schmelz zugleich. Cremig zarter Mund mit immer stärker werdendem
Grip von der tollen Säure. Rasse zieht sich durch. Der Wein bleibt dennoch immer cremig. Birne,
Zitronengras, Feuerstein. Schlank und rassig bleibend. Sicher nicht die Größe eines Fieuzal,
Smith oder Domaine de Chevalier, aber sehr fein. Macht sehr viel Freude, toller Zechwein, perfekter Gastronomiewein. (2012-2023)
WS 88-91: Lush but focused, with straw, creamed gooseberry and verbena notes gliding along,
backed by a light butter hint on the finish. Nice length.
NM 91-93: Denis Dubourdieu’s Clos Floridene is crisp and lively on the nose with green apple,
cut grass, a touch of white peach. The palate is ripe and joyful, lovely apricot and white peach,
good acidity with a harmonious, well delineated finish. Superb and likely to be good value.
Tasted April 2011.
Vinum 18: Wenn Wörter wie Terroir, Ausdruck, Stil oder Charakter noch Sinn haben, finden sie hier ihre ganze
Bedeutung. Dieser unbequeme, ungemein mineralische Wein mit der erbosten Säure, der majestätischen Textur und
der Opulenz, ist alles andere als ein Null-Fehler-Wein. So charaktervoll und inspiriert und einmalig wie ein
Jacquesson-Champagner.
Chateau Clos Fourtet Grand Cru Classe B / Saint Emilion
LOB 97-99: Dies kleine Weingut wird von einer Mauer umrundet und liegt direkt an der Stadt
St. Emilion auf dem Hochplateau. Clos Fourtet ist in der Umstellung zur Biodynamik und wird
beraten von Stephane Derenoncourt. Sehr feine rot- und schwarzfruchtige Nase. Rote und
schwarze Kirsche, feines rotes und schwarzes Cassis. Praline, Milchschokolade. Sehr viel Rasse
ausstrahlend, balancierend. Der Wein hat Frische, Größe und Erhabenheit. Macht viel Spaß. Sehr
animierend. Einer Prinzessin gleichend. Der Mund hält das Versprechen der Nase. Ohne
Probleme auch hier große Frische roter Frucht, roter Kirsche, Schattenmorelle. Tolle Säure. Ein
wenig Rosenblätter, dunkle Erde, dominikanische Tabake. Sehr fein, sehr rassig. Tolle Länge.
Wird nie zu fett werden. Hat hohe Glyzerin- und Alkoholgrade, bleibt aber immer auf der feinen
rassigen Finesseseite. Einer der tollsten Weine in St. Emilion. (2020-2060)
RP 95-97: Although this superb 2010 is built differently, it is as impressive as the extravagant 2009 and the prodigious 2005. A blend of 85% Merlot and the rest Cabernet Sauvignon and Cabernet Franc made from yields of 31
hectoliters per hectare, with 14.5% natural alcohol, Stephane Derenoncourt is the consulting winemaker. One can not
say enough about what proprietor Philippe Cuvelier has accomplished at Clos Fourtet over the last decade turning a
perennial underachiever into one of the great wines of Bordeaux. Production from this 50-acre vineyard is nearly
4,000 cases. The inky/purple-hued 2010 displays a beautiful bouquet of incense, blueberry and blackberry liqueur,
licorice and camphor. Full-bodied and opulent with more tannin and glycerin than the massive 2009, the 2010, while
less sumptuous than the 2009, is a huge effort that is undoubtedly capable of lasting 30+ years.
WS 92-95: Beautifully polished, with rounded enticing blueberry, raspberry and black cherry fruit that all glides
through the spice-tinged finish. Suave and very long, with the structure already embedded.
MG 19: Der Duft ist sehr zart, fein, lebt in erster Linie von der Eleganz, zeigt aber auch Tiefe, Fülle und Noblesse,
eine Schönheit. Am Gaumen eine sensationelle Delikatesse, genau so habe ich die besten Jahrgänge dieses Weines
in Erinnerung, die absolute Raffinesse, das hat er nicht immer in dieser Vollendung erreicht, aber jetzt ist es definitiv der Clos Fourtet, wie man ihn sich schöner nicht erträumen kann, reich intensiv aber vor allem raffiniert und brilliant präzis.
WE 94-96: Very dense wine, the dusty tannins floating through the black plum flavors. It’s rich, concentrated, complex, with a great depth of flavor. This will always be powerful, while already balanced.
32
Chateau Clos L’Eglise / Pomerol
Bordeaux
LOB 93-95: Das Weingut liegt direkt vis-a-vis L’Eglise Clinet, großartiges Terroir.
Schwarzkirsche und Cassis in der Nase. Süß. Schöne Länge, Rasse und Volumen zeigend, aber
dennoch ausreichend fein. Allerdings nicht an den Nachbarn L’Eglise Clinet heranreichend.
Dafür fehlt einfach die Finesse und der Wein wurde zu stramm bearbeitet und extrahiert. Schöner
rassiger Brombeermund. Dann kommt schwarze Kirsche, viel Cassis, hohe Säure, fast spitz.
Rote Johannisbeere, leicht bittere Tannine, stark extrahierte Tannine aus den Kernen. Insgesamt
fast an der Grenze zur übermäßigen Extraktion. Mag sich einfangen, stört im Moment aber den
Eindruck. Die Feinheit der Tannine wird durch die Bitterstoffe überlagert. Vielleicht wird es ein
großer Wein, schwer absehbar. (2020-2060)
RP 92-95: The Garcin family has made so many top vintages of Clos l’Eglise since taking over this estate in the late
nineties that it is difficult to say 2010 will turn out better than 2009, 2005, 2000 or 1998, but it is unquestionably a
top-flight effort for both the vintage and the appellation. A blend of 80% Merlot and 20% Cabernet Franc, this fullbodied wine exhibits a dense purple color, a sweet perfume of jammy boysenberries and black currants, oak, truffles
and caramel. This opulent, deep yet powerful Pomerol possesses fresh acids and tremendous precision. Enjoy it over
the next 15-20 years. By the way, a second wine, the forward, up-front 2010 Esprit de l’Eglise, also performed well.
PM 92-94+: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feine Edelholzwürze, schwarze Beeren, Orangenzesten,
feine rauchige Würze; elegant, finessenreich, präsentes, sehr gut integriertes Tannin, zarte Schokonote im Abgang,
besitzt eine gute Balance und Länge, sicheres Entwicklungspotenzial.
NM 93-95: Tasted three times including at Barde-Haut, this has a precocious, lifted peppermint-tinged bouquet with
black cherries, briary, juniper and a touch of blueberry. Good definition. The palate is medium-bodied with firm tannins, good balance but quite introspective on the tannic, grippy finish. This is a more masculine Clos l’Eglise than
recent vintages, one that will repay long-term cellaring. Tasted April 2011.
Chateau Clos Puy Arnaud / Cotes de Castillon
LOB 94-95+: Biodynamisch zertifiziertes Weingut auf dem Kalkstein-Plateau von Castillon.
Ursprünglich von Stephane Derenoncourt auf den Weg gebracht, seit Jahren von der
Besitzerfamilie Valette allein verantwortet und immer ganz vorne dabei. Traumhaft feine Nase,
rote und schwarze Frucht. Schöne Frische anzeigend, überwiegend Johannisbeere, feine
Milchschokolade. Nicht wuchtig, sondern fein daher kommend, ein Hauch Rosen mit Mango
und gelber Pfirsich. Insgesamt traumhafte Finesse ausstrahlend. Etwas Garrigue in der Nase, feine salzige
Mineralität, Steinmehl. Im Mund rassige Säure, tolle Frische. Satte rote und etwas gelbe Frucht überwiegen die
schwarze Frucht. Sehr viel feiner als von der üppigen Nase erwartet. Johannisbeere, feine Waldhimbeere und
Walderdbeere, nur ein Hauch schwarzes Cassis darunter. Feine Brombeere, schwarze Kirsche, Schattenmorellen,
Milchschokolade, kubanischer Tabak, Steinmehl, hervoragende Balance. Abgang voll berauschend rassiger Finesse.
Einer der stimmigsten Wein des Jahres, mit Hang zur Größe. Zumindest aber überragend zu trinken. Einer der wenigen Weine des Jahrgangs 2010, die ihren Vorgänger ohne Probleme überflügeln können. Der bisher beste Castillon
meiner Erfahrung. (2018-2040)
RP 90-92: Always one of my favorite Cotes de Castillons, this 35 acre vineyard is planted primarily on limestone
soils. A blend of 70% Merlot, 25% Cabernet Sauvignon and 5% Cabernet Sauvignon, the 2010 was cropped at 24
hectoliters per hectare, and attained 14.5% natural alcohol. Abundant Rhone-like notes of black raspberry, licorice,
garrigue and lavender emerge in the aromatics, but in the mouth, the wine is pure Bordeaux in its rich black currant
and black raspberry-like fruit intermixed with subtle oak in the background. This impressively full, rich effort is
capable of lasting 7-10 years.
MG 19: Das Weingut wird seit 2004 nach biodynamischen Grundsätzen bewirtschaftet. Seine 12 Hektaren sind mit
60% Merlot, 35% Cabernet Franc 3% Cabernet Sauvignon und 2% Carmenère bepflanzt. Thierry Valette erzeugt hier
seit vielen Jahren hervorragende Weine. Mit 2010 ist ihm ein Glanzlicht gelungen, das ist ganz klar sein bester Clos
Puy Arnaud und ein Wein, der auch zu den ganz grossen von Bordeaux gehört. Tiefgründige schwarze Frucht vom
Feinsten, die Komplexität ist enorm, duftet aber auch extrem fein mit berauschend schönen floralen und mineralischen Noten. Im Antrunk zeigt der Wein zuerst einmal irre Rasse, dann auch monumentale Extraktsüsse, welche ihn
perfekt in die Balance bringt, ein gewaltiges Kraftpaket, dennoch fein, niemals wuchtig. Die Tannine sind von bester
Qualität, von seidener Feinheit und in Massen vorhanden, ein kleines Monster von Wein, aber überaus spannend und
keinesfalls überladen. Im minutenlangen sensationell vielfältigen Rückaroma wird er gar zu einem Filigrantänzer,
was für ein raffinierter Wein. Der löst unglaubliche Emotionen aus, der berührt mich bis in die Zehenspitzen.
33
Bordeaux
Chateau Clos Saint Julien Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 95-97: Das winzige Weingut mit nur einem Hektar uralter Reben liegt direkt am
Ortsausgangs-Kreisverkehr Richtung Pomerol. Wenn man zu schnell durch den Kreis saust
schlittert man in den Weinberg. Direkt auf Kalkstein! Seit Generationen im Familienbesitz.
Catherine Papon-Nouvel fährt hier eine reine Einfrau-Show. Alles sorgfältigste Handarbeit. Der Wein ist schwarz,
dicht, fast keinen Rand lassend. Sehr dichte Konsistenz. Fast ölig im Glas. Immenser, rassiger Schwarzkirschenduft.
Darunter etwas Cassis und Brombeere. Dunkle Schokolade, Praline, dann kommt feine rote Kirsche darunter. Schöne
Rasse bei sattem Volumen. Berauschend schöne Nase. Sehr dichter, hochintensiver Mund. Auch hier wieder
Schwarzkirsche, geröstetes Fleisch, dann kommt Brombeere, Cassis, dominikanischer Tabak, Sandelholz,
Gesteinsmehl, etwas Salz. Gute Rasse, aber auch sehr weich. Poliertes, üppiges Tannin. Alkohol, Glyzerin, Tannin,
Säure (alles auf extrem hohem Level in diesem Jahr) finden eine überragend gute Balance. Traumhaft schöner, großer, burgundischer, harmonischer, dichter und leicht wuchtiger, vor allem fruchtig üppiger St. Emilion der
Extraklasse. (2018-2045)
RP 93-95: From a microscopic vineyard owned by Catherine Papon-Nouvel, this blend of 60% Cabernet Franc and
40% Merlot achieved a remarkable 15.4% natural alcohol. There is not a trace of new oak, despite the fact that it is
from 100% new barrels at Clos Saint-Julien. Mineral-dominated, this dense purple wine has precision and remarkable freshness for a wine that is so big, rich and concentrated. Once the Cabernet Franc starts to show nuances, probably not for at least another 4 or 5 years, this could be one of the shockingly great wines of the vintage. Sadly,
though, there is so little of it, most people will never have the chance to taste it. This is exciting, and should last 2530 years.
RG 19: Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Traumhafte Merlotwürze, schwarze Hölzer,
Darjeelingtee, Lakritze und reife, schwarze Beeren ohne Ende, darüber eine zart cremige Johannisbeernote zeigend.
Samtener Gaumen mit genialen, absolut passenden Proportionen, die Tannine sind seidig, das Extrakt zeigt Charme
und alles ist voller Harmonie. Trotz der Jahrgangspower eine Delikatesse bleibend.
MG 19+: Der Duft ist betörend tiefgründig, konzentriert, reich, aber in erster Linie elegant und mit enormer
Ausstrahlung, ein edles, unglaublich charmantes Parfüm, da läuft es mir heiss und kalt über den Rücken.
Konzentrierter, saftiger, sensationell aromatischer Gaumen, gradlinig und von eindrücklicher Präzision. Die Tannine
sind von allerbesten Qualität, die sind so fein, dass man sie kaum spürt, dennoch zeigt der Wein Struktur, die
Aromatik ist von sagenhafter Feinheit, ich liebe diesen Wein über alles, der hat einen Charme, dem man nicht so
leicht widerstehen kann. 2010 ist wohl sogar noch etwas raffinierter als die sensationellen Vorjahrgänge 2008 und
2009 und wird wohl eines Tages die 20 Punkte Perfektion erreichen.
Chateau Clos Saint Martin Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 98-100: Eines der drei Weingüter im Familienbesitz, deren Weine von Sophie Fourcade
(Cote de Baleau und Grands Murailles) vinifiziert werden, weniger als einen Hektar groß. Oben
in Saint Emilion, vis a vis zur Kirche, bestes, pures Kalksteinterroir. Zu 100% entrappt und im
offen stehenden Barrique vergoren, danach in neuem Barrique ausgebaut. Schwarz und ohne
Rand. Mit eine der intensivsten Nasen des Jahrgangs. Extrem druckvoll in der Aromatik.
Amarenakirsche, Schwarzkirsche, sattes Cassis, belgische Pralinen, wunderschöne Zwetschge
darunter, auch ein wenig gelbe Frucht, Quitte, Mango, dann ein klein wenig Maracuja. Extrem
duftig, üppig, voll, süß, fruchtig, berauschend. Diese Intensität setzt sich im Mund fort. Einer der
insgesamt intensivsten, aromatischsten Münder des gesamten St. Emilion und das will etwas heißen bei solchen Weinen wie La Confession und anderen großen Elixieren. Alles wird eingenommen und belegt. Der Wein tänzelt von der satten roten Frucht, eingekochte Walderdbeere,
Pflaume, Pflaumenschale hin zu Cassis, zurück zu Maracuja, hin zu satter Schwarzkirsche und
Brombeere. Rasse ohne Ende, riesig lang, ohne den Trinker zu überfordern, dennoch ihn permanent in Spannung haltend. Ein irrer Wein. (2020-2045)
RG 19: Sattes, dichtes Granat mit lila Schimmer im Innern. Vielschichtiges Parfüm, Flieder, Veilchen, Cassis und
Holundernoten, Schwarzbrot, in der Mitte schwingt Minze mit. Feiner Gaumen, die Gerbstoffe zeigen einen gewissen ersten Charme, gut ausgelegt mit sehr viel Rückaroma. Tendiert zur grossen Klassik.
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Chateau Clos Saint Martin Grand Cru Classe / Saint Emilion
Bordeaux
MG 19+: Der Duft ist von eindrücklicher Tiefe, herrliche schwarze Frucht, Cassis, Brombeer,
Kirschen, dazu edle Noten von Tabak, Leder und schwarzen Trüffeln, strahlt eine berauschende
Sinnlichkeit aus. Ein schlankes Kraftpaket am Gaumen, frische konzentrierte Frucht und Massen
von köstlich süssem Extrakt werden getragen von einem Tanningerüst aus Samt und Seide. Der
Wein steht da wie eine Eins, die enorme Konzentration geht niemals zu Lasten der Sinnlichkeit, das ist eine strahlende Weinschönheit, unendlich raffiniert, der Wein berührt, das ist Bordeaux in Vollendung. Eindrücklich ist sein
minutenlanges Rückaroma, da wird er immer feiner und geht immer mehr in die Länge, ich schenke mir immer wieder nach und koste dieses herrliche Weinerlebnis richtig aus, selten habe ich mich mit einem Fassmuster so köstlich
amüsiert. Der Wein ist schlicht perfekt, vereint sagenhafte Raffinesse mit enormer Kraft, raffinierte Süsse mit herrlicher Frische, seidene Feinheit mit krafvoller Struktur, was für eine geniale Balance, sensationelle Länge.
NM 94-95: The Clos Saint Martin is very pure and delineated on the nose the blossoms with Morello cherry, vanilla and rose petals. The palate is medium-bodied with fine tannins, very cohesive with good mineralite, beautifully
defined on the finish. This is a lovely Saint Emilion: polished and poised.
Chateau Cos d’Estournel 2eme Cru / Saint Estephe
LOB 98-100: Die Cabernet wurde vom 5.-10. Oktober geerntet. Die Rebzusammensetzung bei
Cos: 78% Cabernet Sauvignon, 19% Merlot, 2% Cabernet Franc und 1% Petit Verdot. SchwarzRubinrot, leicht durchscheinend, glänzend. Reife und zugleich frische Cabernet mit Cassis,
Kirsche und roter Johannisbeere deutlich dominierend. Sehr feine rassige Walderdbeere mit frischer Pflaume, etwas Vanille, feines Zedernholz. Ein Hauch von Lakritz und dann soooo viel
Cassis. Etwas rote Johannisbeere, Brombeere, dunkle Milchschokolade, Praline. Fein, rassig,
duftig. Eine Nase mit einer Frische und zugleich einem Charme, die man eher einem Montrose
zugeordnet hätte. Untypisch für Cos nach den sonstigen Blockbustern. Sehr charmant, fein und
rassig. Die Nase macht sehr viel Freude, hat fast schon einen burgundischen Touch. Auch im
Mund ähnliche Rasse zeigend. Sehr fein, sehr geschliffen, ganz poliertes Tannin. Überhaupt kein
Blockbuster, sondern feine Rasse bis zum Ende. Cos hat wahrscheinlich noch nie einen so feinen Wein erzeugt wie 2010. Die innere Konzentration und Spannung ist immens hoch, aber
durch die Finesse kaum zu spüren. Die Appellation hatte 2010 viel Glück. Der Alkohol liegt
unter 14%, schönes Glyzerin, supergeschliffene Tannine. Die tänzelnde rassige Frucht mit der
Milchschokolade macht ganz viel Freude. Das ist kein fetter, dicker Riese wie 2009, aber ein feiner, frischer, extrem
aromatischer, charmanter Wein mit Größe. Toller Erfolg. Endlich wieder ein richtiger Trinkwein von Cos. (20222070)
RP 95-97: Representing 55% of the production and cropped at 35 hectoliters per hectare, Cos d’Estournel’s final
blend in 2010 is 78% Cabernet Sauvignon, 19% Merlot and the rest tiny portions of Petit Verdot and Cabernet Franc.
Compared to the massive 2009 (14.6% natural alcohol), the 2010 achieved slightly less alcohol, but also a lower pH,
which accounts for its more tannic, backward, huge style. An inky/purple color is accompanied by aromas of damp
earth, black currants, blackberries, licorice and charcoal. Firm, thick and super-concentrated, it is another outrageously impressive wine that will require 6-10 years of cellaring. It should keep for 30+ years. It is somewhat 2005ish in its structure and palate impression.
WS 96-99: This offers a terrific panoply of dark tea, cocoa, savory herb and red currant confiture aromas.
Remarkably dense, with loads of strapping dark fruit and tar in reserve. There’s massive structure, yet this is rounded and so, so long. A huge wine in the making. This is going to compete with the elite of the vintage. A truly superb
effort. Contains 1 percent Petit Verdot, for first time since 2005. Tasted non-blind.
RG 19: 78 % Cabernet Sauvignon, 19 % Merlot, 2 % Cabernet Franc, 1 % Petit Verdot. 38 hl/ha. 55 % Grand Vin.
Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Viel schwarze Kirschen, dunkle Edelhölzer, Szechuanpfeffer
und feine Teernuancen aufweisend. Dichter, fleischiger Gaumen, gut stützende, reife Säure, noble Adstringenz,
Maulbeeren und Cassis. Rückkehr zur Klassik mit einem extrem langlebigen, burgundisch schmeckenden Cos.
PM 96-98: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, schwarze Beeren, zart nach Honig, kandierte
Orangenschalen, noch etwas verschlossen, mit Luft nach frische Waldbeeren; kraftvoll, präsente Tannine, etwas zum
Kauen, dichter Extraktkern, Kakao und Nougat im Abgang, saftige Kirschenfrucht, wirkt bereits balanciert, delikate rotbeerige Frucht, zitronig, dunkle Schokolade, tolle Länge, Vin de Garde.
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Bordeaux
Chateau Cos d’Estournel 2eme Cru / Saint Estephe
BD 19-20: Corps et texture admirables, fraicheur et complexite aromatiques uniques a Saint-Estephe par leur eclat
et leur precision, grande longueur, exemple frappant de modernisme bien compris dans la technique et de fidelite au
terroir et au millesime. Pagodes de Cos est lui aussi un des trois “ autres vins “ les plus complets du millesime en
Medoc et Goulee domine tous les autres vins de l’appellation Medoc. Un tierce gagnant vraiment impressionnant.
MG 20: Das ist ein Duft, der mir gleich eine Gänsehaut auf den Rücken macht, das ist pure Feinheit, sensationelle
Raffinesse, die herrliche Würzigkeit, die geniale Frische, die unglaubliche Komplexität und Persönlichkeit ausstrahlend, ein schon fast übersinnliches Parfüm. Ein Kraftpaket am Gaumen aber die Finnesse ist traumhaft. Der Wein
schmilzt wie Butter auf der Zunge, hinterlässt ein gigantisches Aromenfurioso ,das ist einer der allergrössten Wein,
die ich je als Jungwein verkostet habe, was für eine Perfektion, was für eine Schönheit, unbeschreiblich, die Länge
ist eine Sensation die Präzision, die Leichtfüssigkeit noch eindrücklicher als 2009.
NM 96-98: Tasted twice just to check, several days apart, the first under cloudy skies, the second under blue. A blend
of 78% Cabernet Sauvignon, 19% merlot, 2% Cabernet Franc and 1% Petit Verdot cropped at 36hl/ha, delivering
14.5% alcohol with a pH of 3.5 (it was 3.68 for 2009), this has a very refined, focused bouquet with pure blackberry, blueberry, Dorset plum scented nose with wonderful tension and mineralite. I really like the precision on this
2010, far more than the exotic 2009. The palate is full-bodied with quite assertive dry tannins on the entry rendering
this a slightly more masculine Cos d’Estournel that is quintessential Saint Estephe but nods southwards towards
Pauillac. Touches of graphite and cedar interlace the pure blackberry and briary fruit with great tension towards the
finish. Very fine sense of symmetry here with great length in the mouth. Back to the Cos d’Estournel I love.
JS 96-97: This is a classic Cos, with wonderful layers of ultra-polished tannins and wonderful character of spices,
currants and minerals. I love the finish and raciness to this. Lots of pedigree.
Chateau Cote de Baleau Grand Cru / Saint Emilion
LOB 93-94+: Ein biologisch betriebenes Weingut von Sophie Fourcade, die auch für Clos St.
Martin und Grandes Murailles verantwortlich zeichnet. Direkt neben dem Biodynamiker
Fonroque und Vieux Pourret, bestes Terroir auf dem Kalksteinplateau. Schwarz, undurchdringlich, leicht violetter Rand, glänzend. Rassige Nase nach frischer schwarzer Kirsche, feine
Milchschokolade darunter. Sehr duftig. Berauschend im Charme. Mineralisch. Steinmehl. Im
Mund unglaubliche Fülle aufzeigend. Butterweiches, sattes, geschliffenes Tannin mit sehr schöner Frische. Insgesamt sehr zur schwarzen Frucht gehend, Brombeere, Maulbeere, auch ein bisschen Holunder darunter. Schwarze Olive. Alles immer weich bleibend, alles immer charmant
bleibend. Die rassige Säure zieht sich durch diesen recht üppigen, voluminösen Wein. Erdige
Würze unterlegt alles. Nochmal Schokolade mit Schwarzkirsche im Abgang. Feine Länge. Ein
großer Spaßmacher, ein schöner Erfolg. (2015-2035)
RG 18: Die tiefste Farbe die ein Cote de Baleau je hatte. Wuchtiges Brombeerenbouquet, eine
dunkle Würze darunter zeigend, sogar eine feine Rauchnuance von alten Merlots ist da. Dichter Gaumen, zeigt
Volumen und im innern eine pfeffrige Rasse, viel Rückhalt. Für einmal nicht so frühcharmant zu Gunsten eines noch
nie da gewesenen Potenzials. Braucht gut 5 Jahre Flaschenreife bis zum ersten Genuss.
PM 91-93: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zart rauchig-kräuterwürzig unterlegtes schwarzes Beerenkonfit, zarter Nougat; reife süße Zwetschkenfrucht, präsente, gut eingebundene Tannine, bleibt gut haften, angenehme Würze im Nachhall, gutes Reifepotenzial, mineralischer Rückgeschmack.
MG 19: Das ist der erste 2010er, den ich degustiere, abgesehen von noch in Gärung befindlichen Mosten kurz nach
der Ernte. Was für ein sensationelles Fruchtbündel und was für ein raffinierter Duft, tiefgründige, schwarze Frucht
köstlich süss mit genialer Frische, reife Frucht wie man sie sich schöner nicht vorstellen kann, Mineralität ohne
Ende, die Aromen kommen so wunderbar aus der Tiefe, die Komplexität ist eindrücklich, was für ein edler Duft und
er geht direkt ins Herz. Explosiver Gaumenauftritt, da ist geballte Kraft und eine Aromatik von himmlischer
Schönheit und enormer Intensität. Der Wein streicht wie eine Feder über die Zunge, Massen von extrem feinen
Gerbstoffen, sind eingebunden in köstlich süsses Extrakt, der Wein hat Charme ohne Ende, ich bin hin und weg, der
ist fein, fein und nochmals fein, aber der Gaumen ist beinahe überladen mit himmlischen Aromen, eine Sensation.
Ich werde diesen Wein in den nächsten 2 Wochen sicher noch diverse Male degustieren, er wird wohl zu Messlatte
für Bordeaux 2010. Ich probieren ihn zum zweiten Mal bei Ballande, wo ca. 300 Muster, darunter einige gigantische
20 Punkte Weine probiert werden können. Er ist auch da unzweifelhaft einer der großen Stars, was für eine köstliche Delikatesse. Ich habe ihn später noch 3-mal verkostet, nicht weil ich noch irgendwelche Zweifel gehabt hätte,
sondern ganz einfach weil es das pure Vergnügen ist. Von den diversen Côte de Baleau der letzten Jahre, klar der
beste. Sophie Fourcade: „Wir haben sehr viel gearbeitet in diesem Rebberg, jetzt beginnt sich das auszuzahlen.“
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Domaine de Courteillac Bordeaux Superieur / AC Bordeaux
Bordeaux
LOB 91-92+: Der Wein von Dominique Meneret, früherer Besitzer des Negociant Ballande.
Dieses Weingut wurde einst von Stephane Asseo gegründet, der dann erfolgreich als Winzer in
die USA auswanderte und der zuvor einer der Pioniere in Castillon war. Sattes Schwarz mit
leichtem violetten Rand. Tolle Frische, dunkle Pflaumen und rote Kirschen nebst
Schattenmorellen in der Nase. Leichte Blumigkeit, Veilchen, Rosenblätter. Ein Hauch von
Kirschlikör. Sehr rassiger Mund. Unerwartet tief. Schwarze und rote Frucht satt, aber mit hoher
Säure. Geschliffenes Tannin. Der Wein singt, hat Rasse, ist sehr intensiv, nimmt viel Platz ein.
Der hohe Alkohol verbindet sich mit der Säure und dem feinen Tannin zu einem frischen, rassigen, sehr harmonischen Gesamtwerk. Vielleicht sogar größer als der extrem delikate 2009er. Ein
toller Wein, ein toller Wert. (2014-2028)
MG 18: Der Duft ist von erhabener Schönheit, vereint herrliche Frucht mit zarten floralen
Variationen und Notan von Tabak und Leder, enorm vielschichtig und mit Strahlkraft, wirkt sehr
edel. Ein Gaumenfluss wie Samt und Seide, dennoch zeigt er eine mächtige Struktur, hat sowohl
sanfte, wie auch männlich robuste Seiten, da ist süsses Extrakt ohne Ende und der Wein bewahrt
dennoch die Frische des Jahrgangs in idealer Weise, das ist grosse Klasse, der Wein war schon
oft sehr gut, aber diese Klasse hat er wohl noch nie erreicht, grosser Bordeaux zu kleinem Preis.
JS 88-89: Round and very tasty with chocolate and dark fruit character, soft tannins and a clean finish.
Chateau Croix de Labrie Grand Cru / Saint Emilion
LOB 94-95: Sattes Schwarzrot. Satte Frucht in der Nase, Kirsche, Johannisbeere und Brombeere in höchster
Intensität, darunter Steinmehl und Salz, sehr mineralisch. Intensiver, fast süßer Fruchtmund, hochreif, aber im Limit
bleibend, betörend und berauschend. (2018-2040)
RP 94-96: One of the tiniest production as well as most seductive, opulent wines in all of Bordeaux, only 200 cases
of the Croix de Labrie are made in most vintages. I was only able to taste the 2010 on one occasion and the aromatics revealed some oxidation, but the palate exploded with blue and black fruits intermixed with hints of coffee, chocolate and exotic Asian spices. Opulent, dense and super-concentrated, it should merit a mid-ninety point rating.
RG 19: Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Verrücktes Bouquet mit unheimlich viel
direkten Fruchtfacetten, viel Himbeeren und rotes Cassis, frisch gepflückt oder auch frisch gekocht, eine gewisse
Priorat-Affinität zeigend. Im Gaumen zeigt sich erst ein bisschen der Alkohol und gibt ihm so eine Nuance von
Rubyport, eine Art kalt zu trinkender Glühwein. Wenn man sich diesen Wein kauft und dann wieder verkauft, wird
man automatisch zum Soft-Drogen-Dealer.
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feine Dörrobstnote, ein Hauch von Feige und Lakritze, angenehmer Edelholztouch; stoffig, schwarze Beeren, gut eingebundene Tannine, frischer säurebogen, zart nach Orangen
im Nachhall, gutes Potenzial, rotbeeriger Rückgeschmack.
Chateau Croix Mouton 20 Mille Bordeaux Superieur / AC Bordeaux
LOB 96+: Die winzige Einzellage des besten Terroirs von Jean Philippe Janoueix “Croix
Mouton” ist mit 20.000 Stöcken bestockt, extrem dicht. Gepflanzt als Beweis, dass auch hier
Weltklasse entstehen kann. Jahrgangsspezifisch fast schwarz. Sehr dichte, konzentrierte, mittig
zentrierte Nase. Praline, schwarze Schokolade, Brombeere, Cassiswucht und Rasse zugleich zeigend. Intensiv. Schön. Der Mund noch weitaus besser. Extrem viel Rasse, tolle Säure. Sattes,
poliertes, super-geschliffenes Tannin. Der Wein ist unglaublich elegant und hat eine extrem hohe
Intensität an Frucht. Alles zieht sich zusammen, Cassis überwiegt, dann kommt Brombeere,
Blaubeere, Zwetschge, rote Johannisbeere, Rosen, ein wenig Mango und rote Kirsche. Alles
tanzt, alles schiebt und drückt, bleibt aber immer rassig und voller Finesse mit immenser Länge.
Toller Wein! (2015-2030)
JS 92-93: Intense concentration of polished tannins with blueberry and mineral flavors and plenty of fruit. Plenty going on. Strong and racy.
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Bordeaux
Chateau Croix Mouton Bordeaux Superieur / AC Bordeaux
LOB 91+: Der Einsteigerwein des genialen Weinmachers, Weingutsbesitzers und Önologen
Jean-Philippe Janoueix von Chateau La Croix und La Croix Saint Georges aus Pomerol und La
Confession aus Saint Emilion. Sein Beweisversuch, dass auch aus dem AC Bordeaux große
Weine kommen können. Der Wein ist fast schwarz und undurchdringlich in der Farbe. Reife,
wuchtige Maulbeer- und Brombeernase mit feinem Tabak dahinter. Dann kommt sattes Cassis
und Schwarzkirsche. Auch viel dunkle Schokolade. Im Mund dann zarter als erwartet. Feine
Säure, rote und schwarze Frucht, aber mehr zur roten Frucht tendierend, Kirsche, Sauerkirsche
und Johannisbeere, auch Waldhimbeere. Nicht ganz so fleischig wie die Nase versprach, sich
dann doch in der Wucht eher dem Preisbereich nähernd, in dem er liegt. Dafür allerdings eine
kleine Sensation. Hat schöne Rasse, eine gute Länge, ein sehr ansprechender Wein mit passendem Volumen, Frische
und Feinheit zugleich. Auf ähnlich hohem Niveau wie 2009. (2014-2025)
RP 89-91: One of the finest generic, lower level wines is La Croix-Mouton, which is owned and made by JeanPhilippe Janoueix. A strong effort, the opaque purple-colored 2010 offers up notes of creosote, blackberries, licorice and background oak. Medium-bodied, richly fruity, broad and savory, it should be enjoyed over the next 5-6 years.
WS 87-90: Plump, with fig and plum fruit, followed by tasty licorice and roasted spice notes on the fleshy finish.
NM 90-91: The nose is ripe and clean with good definition: blackberry, bilberry and a touch of cedar. The palate is
ripe on the entry with smoky dark fruit, nice weight and delineation with good persistency on the finish. Very well
crafted Mon. Janoueix!
JS 89-90: Berry and blackberry chocolate. Full and round.
Chateau D’Armailhac 5eme Cru / Pauillac
LOB 94-95: Schwarz, fast ohne Rand. Wuchtig süße Brombeer-Schokoladen-Nase mit leichter
Orangenschale und einem Hauch Pfirsich. Wuchtig und süß, ohne jedoch marmeladig zu sein.
Der Mund präsentiert sich feiner als erwartet, aber auch etwas eindimensional. Das unterscheidet ihn eben vom rassigen Clerc Milon, etwas langweiliger, aber dafür immer lecker, in rassigen
Säure-Jahren (man erinnere sich an 2005!) auch mal groß. Schöne schwarze Frucht mit Nutella
im Mund, Praline, Milchschokolade, Brombeere, Cassis, etwas schwarze Kirsche, dann kommt wieder ein Hauch
Orange und Passionsfrucht. Sehr harmonisch, sehr balanciert. Alkohol und Glyzerin sind scheinbar reichlich vorhanden und finden mit der guten Säure und dem butterweichen Tannin eine schöne harmonische Einheit. Erinnert an
den tollen 2005er. Kann natürlich an den Moutonartigen Clerc Milon nicht ran, dafür fehlt ihm die letzte Rasse, aber
sicherlich einer der besten D’Armailhac, die ich je probiert habe. (2018-2050)
WS 92–95: This has a nice briary core, showing dark fig and plum flavors, with a backdrop of roasted sage and
tobacco. Offers good muscle and heft, but also the rounded feel of the house style. Tasted non-blind.
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, reife Herzkirschen, etwas Nouagt, feine Gewürzanklänge,
sehr attraktives Bukett; sehr saftig, süßer Fruchtkern, präsente gut integrierte Tannine, schokoladiges Finale, gut
anhaltend, mineralischer Nachhall, gutes Reifepotenzial.
MG 18: Im Duft eher feiner als Clerc-Milon, aber kaum weniger komplex, herrliche Frucht, tiefgründig und Intensiv.
Mächtiger von Massen von sehr feinen Gerbstoffen getragener Gaumen, männliche Struktur, charaktervoller, robuster Wein, wirkt vergleichsweise etwas rustikal, aber auf sehr positive, charmante Art, grosser Wein, den man vielleicht im Moment sogar etwas unterschätzt.
JS 92-93: Very strong and muscular d’Armailhac with mineral and currant character. Full, linear and toned. Very
racy and long. Plenty of finesse too. It’s 55 percent Cabernet Sauvignon, 29 percent Merlot, 15 percent Cabernet
Franc, and 1 Petit Verdot.
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Chateau Deyrem Valentin Cru Bourgeois / Margaux
Bordeaux
LOB 93+: Seit 1730 ist das im Herzen des Margaux gelegene Chateau im Besitz der Familie
Sorge. Jean Sorge bewirtschaftet die 13 Hektar zusammen mit ihren Töchtern Sylvie und
Christelle. Das Gut liegt auf einem Sand- und Kieselplateau, hervorragende Drainage ist somit
garantiert. Das Durchschnittsalter der Reben liegt bei knapp 30 Jahren. Die Weinberge wurden
in den letzten 20 Jahren in großem Ausmaß überarbeitet, bessere Klone, höhere Pflanzdichte
usw. Die Rebstöcke sind jetzt ganz nach “state of the art” mit 10.000 Stöcken pro Hektar extrem
dicht gepflanzt. Das schafft Wettbewerb unter den Reben und reduziert den Ertrag pro Pflanze
extrem und auf natürlichste Weise. Der dann relativ höhere Blattanteil und mehr Wurzeln pro
Traube bringen eine bessere Mineralversorgung. Dennoch wird hier grüne Lese und extrem sorgfältige Laubarbeit praktiziert. Handlese und doppelte Sortiertische (einmal im Weinberg und einmal im Keller) sind obligatorisch. Vor der Vergärung erfolgt eine Kaltmazeration, dann wird bei
bis zu 28 Grad vergoren und der Saft verbleibt drei Wochen auf den Schalen, das ermöglicht das
“Wiedereinfangen” der Bitterstoffe (auch das sind modernste Erkenntnisse). Der Wein wird
anschließend ausschließlich per Schwerkraft bewegt, der Ausbau erfolgt zu einem Drittel in
neuen Barriques, der Rest je in ein- und zweijährigen Barriques. Vor der Abfüllung wird lediglich mit Eiweiß geschönt, aber nicht gefiltert. Der Aufwand in diesem kleinen Weingut entspricht
mindestens einem 2eme Cru, alle Voraussetzungen für große Weine sind gegeben. Wenn die
Reben erstmal ein hohes Durchschnittsalter erreicht haben, wird dieses, schon jetzt auf dem
Niveau klassifizierter Gewächse befindliche Weingut, ganz sicher Aufsehen erregen und große Weine erzeugen.
Dunkles Rubinrot mit Schwarz. Duftige, schwarz- und rotfruchtige Nase, Erdbeere, Brombeere, etwas Blaubeere.
Sehr fein und ausgewogen. Auch im Mund feine Rasse zeigend, sehr geschliffenes Tannin. Spielerisch. Leichte
Mineralität dahinter, schöne erdige Würze, nie zu fett, nie zu alkoholisch, einer der ausgewogensten und archetypischsten Weine aus der Appellation Margaux, leicht oberhalb des Levels der großartigen Weine aus den Jahren 2005
und 2009. Macht viel Freude. (2015-2035)
NM 90-92: One of Margaux’s under-the-radar stars; the Deyrem-Valentin has a ripe nose with baked cherry, dark
plum and a touch of Hoi Sin. Good tension here. The palate is medium-bodied with a tannic entry, powdery in texture with firm backbone on the composed finish, with touches of tobacco on the aftertaste. Very fine (again).
WE 92-94: A finely structured wine, very ripe with just the right tannins and power. It is compact with a fine texture of dense tannins and beautiful berry fruits.
Doisy Daene L’Extravagance (süß) / Barsac
LOB 97-99: Berauschend exotische Nase, Ananas, Passionsfrucht, Honig, Boytritis. Was unterscheidet ihn von den zwei Überfliegern Climens und d’Yquem? Er ist etwas fetter, wenngleich
die brillante Säure ihn perfekt trägt. Geht auch 100! (2015-2100)
WS 94-97: Offers lots of sweet botrytis character, with graham, heather honey, fig and glazed
pear notes, followed by an unctuous finish. Mouthfilling, with some serious power in reserve.
The most backward 2010 Sauternes I’ve tasted so far.
RG 20: 60 % Sauvignon Blanc, 40 % Semillon. Recht dunkles Gelb mit erstem Goldschimmer.
Dichtes Bouquet, eine tolle Süsse zeigend, viel Akazienhonig und Honigmelonen, deutliche
Botrytis mit Paraffinton und eine erfrischende Mineralik. Im Gaumen pulsierendes Säure-SüsseSpiel, unglaublich lange nachklingend, die 220 g/l Restzucker sind fast nicht spürbar.
NM 95-97: With 12.2% alcohol and 212 gms residual sugar, the L’Extravagant de DoisyDaene consists of 50% Sauvignon Blanc and 50% Semillion. It has a very taut, controlled bouquet that (pardon the expression) is less extravagant than recent vintages, but is
beautifully defined with touches of kiwi fruit, green apple and limestone. The palate is
mellifluous on the entry, struck through with brilliant acidity, lending it such tension and
freshness that is in tune with the vintage. Denis hopes to have nine barrels of this fabulous Barsac.
39
Bordeaux
Chateau Domaine de Chevalier blanc / Pessac Leognan
LOB 97-98+: Sehr blasses Gelb. Extrem charmante Nase, weißes Cassis, Netzmelone, Mango,
etwas Passionsfrucht, Lychee, auch ein Hauch Kiwi, Banane, Pfirsich, aber ganz rassig fein bleibend. Hochätherisch. Schon das Riechen reicht. Eine der schönsten Nasen aller Weißweine.
Immens, wie man es sonst nur einem großen Burgunder zutraut. Der Mund setzt sich nahtlos
fort, cremige Fülle, satt und blank. Säure bis zum Abwinken, aber nie spitz. Alles cremig weich. Netzmelone, Mango,
Passionsfrucht, Pfirsich, alles tänzelt, jetzt kommt Zitronengras, dann der Feuerstein, ein wenig Stachelbeere. Alles
springt. Dann kommt ein wenig Erdbeere, Blütenblätter. Rassig, immens lang. Ein grandioser Wein. (2015-2045)
RP 92-94+: Composed of 85% Sauvignon Blanc and 15% Semillon, and in need of 8-10 years of cellaring, this is
one of the most backward dry whites of the vintage with unbelievable minerality and personality.
WS 91-94: Very pure, with a stony frame to the straw, verbena and gooseberry notes. Superfresh, but not overly
tangy, with a long, suave finish.
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feiner Nougat, dunkle Beeren unterlegt, zarte
Dörrobstaromen, süße Gewürzanklänge, attraktives Bukett; stoffig, extraktsüße, cremige Textur, finesenreiche
Säurestruktur, ein relativ opulenter Stil mit zartem Honignachhall, sehr gutes Entwicklungspotenzial. Selten gut.
BD 18-19: Arome fermentaire puissant, poire, de l’alcool, beaucoup de charpente, plus jeune, plus de garde assuree
et necessaire que la plupart, assez impressionnant.
Chateau Domaine de Chevalier rouge / Pessac Leognan
LOB 96-97: Stephane Derenoncourt ist seit einigen Jahren der Berater. Seit drei Jahren gibt es
hier dramatische Verbesserungen. Schwarz, violett, rubinrot. Für Domaine de Chevalier
unglaublich wuchtige Nase. Satte rote und schwarze Frucht, Brombeere, Blaubeere, schwarze
Kirsche, viel Rasse, würzige Erde. Singende, fast dramatische Nase. Fast mehr an Haut Brion
mit einem guten Touch Richebourg aus Burgund erinnernd. Ein wenig Orangenschale, ein Touch La Mission.
Wunderschöner reifer und rotfruchtiger Mund. Rote Kirsche, frische Pflaume, Johannisbeere, Walderdbeere, feiner
dominikanischer Tabak. Salz, Steinmehl, fein, voller Frucht, voller Charme. Singende Säure zieht sich durch von
Anfang bis Ende. Schöner langer Nachhall, wieder sehr burgundisch und berauschend. Fein und doch voll. Wuchtig
süß und doch rassig frisch. Großer feiner Finessewein, best ever! (2018-2045)
RP 91-93+: Consultant Stephane Derenoncourt along with owner Olivier Bernard have done a fabulous job over
recent years, but the tannic, backward 2010 Domaine de Chevalier seemed primary and difficult to assess when I
tasted it on three separate occasions. The natural alcohol is 13.5% from a blend of 63% Cabernet Sauvignon, 30%
Merlot and the rest Petit Verdot. A youthful inky/blue/purple color is opaque to the rim and the nose offers elegant
aromas of crushed rocks, acacia flowers, boysenberries, black currants and subtle toast as well as oak. This thick,
rich, tannic, backward wine will require patience. I would guess 7-10 years of cellaring will be essential, but this is
a 30- to 40- year wine.
WS 92-95: This is loaded, with layers of gorgeous plum sauce, linzer torte and blackberry fruit melding beautifully
with charcoal, spice and anise. The long, dark finish has some power in reserve, but it’s rounded and enticing.
RG 19: Sattes, dunkles Purpur mit lila Reflexen. Sehr delikates Bouquet, Griottes, reife Himbeeren, Veilchen, cremige Stütze im Untergrund, sehr sublimes, vielschichtiges Nasenbild. Im Gaumen angerundet und doch mit verlangender Adstringenz, viel Substanz, nachhaltige Aromatik. Ein ganz grosser Chevalier!
MG 19: Herrliches Cassis, enorm konzentriert und viel Frische und Rasse ausstrahlend und die Mineralität kommt
ganz besonders schön zum Ausdruck, verleiht dem Wein Noblesse und Charakter, da setzt ein traumhafter Chevalier
seine Duftmarke. Am Gaumen besticht zuerst einmal seine sensationell feine Tanninstruktur. Die Tannine sind verpackt in einem sensationellen Aromenbündel, die Konzentration ist enorm, herrliche Rasse, perfekte Reife, aber der
Wein ist vor allem sagenhaft fein, eine traumhafte Delikatesse, wunderbar saftig genial aromatisch, ein Traumwein.
Der beste Chevalier den ich kenne.
NM 93-95: Tasted three times, the Domaine de Chevalier has great precision on the nose with pure dark blackberry, dark plum, black olive compote and crushed flowers. The palate is just superb, mainly because of the crispness
and tension in the tannic structure, framing a very precise, very focused Domaine de Chevalier that should age beautifully. It is almost understated but with great mineralite on the finish and superb persistency. Watch it blossom in
bottle.
JS 95-96: This is the most structured and powerful DC in a long, long time. Full bodied, with polished and rich tannins and a long finish. Tasted twice.The rising star of Bordeaux?
40
Chateau Domaine de L’A / Cotes de Castillon
Bordeaux
LOB 94-95: Das Weingut von Stephane Derenoncourt, hier lebt er mit seiner Familie; diese Rebberge bekommen
alle denkbare Aufmerksamkeit. Biologische Weinbergsarbeit. Kalksteinplateau, bestes Terroir. Berauschende wuchtig-süße Nase nach satter roter und schwarzer Kirsche. Etwas Cassis darunter. Reife gelbe Pfirsiche, Moschus,
Mango, etwas Vanille, leichte Exotik. Dann noch etwas Rauch und kubanischer Tabak. Grandioser Mund. Viel
Kirsche, Brombeere, Blaubeere kommt dazu. Jetzt wieder Pfirsich. Auch die süße Maulbeere kommt. Alles unterlegt
mit feiner Milchschokolade. Viel Rasse zeigend. Tolle Säure und Mineralik, Steinmehl und Fleur de Sel. Das SüßeSäure-Alkohol-Spiel ist perfekt. Berauschend intensiv und schön. Der Wein hallt lange nach. Das Tannin ist immens,
aber fein und weich. Das ist zusammen mit Clos Puy Arnaud ganz sicher der größte Wein in dieser Appellation.
(2018-2040)
RP 91-93: From the home estate of Stephane and Christine Derenoncourt, this 2010 may turn out to be one of the
finest wines ever made at Domaine de l’A. Yields were remarkably small (20 hectoliters per hectare) and everything
about this wine delivers more for the money than one would expect. Composed of 80% Merlot and 20% Cabernet
Franc, this opaque purple-colored wine offers a wonderfully perfumed nose of plums, Asian spices, black currants
and blackberries. Deep, medium to full-bodied, opulent and fleshy, this is hedonism at its finest. Moreover, it will
last for a minimum of 7-8 years. A sleeper of the vintage.
WS 90-93: A very fresh, ripe, modern style, offering delicious linzer torte, blueberry compote and licorice notes,
with a long, bright, anise-tinged finish.
Chateau Domeyne Cru Bourgeois / Saint Estephe
LOB 93-94: Der gleiche Besitzer wie Haut Bages Liberal, Ferriere, und Durfort-Vivens. Der
Aufsteiger der letzten Jahre. Wie Phönix aus der Asche nach der Übernahme des verschlafenen
Chateau im Jahr 2006 durch die neuen Besitzer, Claire Villars und Gonzague Lurton von Haut
Bages Liberal (Pauillac) und Durfort Vivens (Margaux). 2007 und 2008 wurden der nur 9 ha
große Weinberg (Kiesböden auf dem Hochplateau, Terroir wie der direkte Nachbar Calon Segur)
mit 30 Jahre alten Reben und der Keller gründlich auf Vordermann gebracht. Es gibt weniger als
2500 Kisten, das ist fast Boutique aus Saint Estephe. Der Weinberg und Keller wird von der
erfahrenen Mannschaft von Haut Bages Liberal betreut. Ein Paukenschlag in der Qualität.
Schwarz und Rubinrot. Duftige, vornehmlich rotfruchtige Nase. Sehr reif, jedoch ohne Überreife, keine Marmeladigkeit. Pflaume, reife rote Johannisbeere, auch Walderdbeere, Milchschokolade, fein, duftig,
charmant, gute Fülle zeigend. Rassig frischer Mund. Singendes, geschliffenes Tannin. Säure und Tannin tänzeln. Der
Wein hat fantastische Rasse und Frische, ist sicherlich auf dem gleichen, wenn nicht sogar auf einem leicht höheren
Niveau als Lilian Ladouys. Toller, unerwartet feiner und dabei sehr frischer St. Estephe mit ausreichend Fleisch und
toller Frucht. (2018-2040)
WS 89-92: A taut, tangy style, with damson plum, bitter cherry, iron and rosemary notes. Still quite tight, but with
good mouthwatering cut on the finish. Should flesh out nicely.
Chateau Du Glana Cru Bourgeois / Saint Julien
LOB 93-94: Einer der Überflieger des letzten Jahres und einer der Preis-Leistungs-Sieger aus
dem Jahr 2009. Auch 2010 präsentiert er sich ähnlich berauschend. Schwarz und fast undurchdringlich mit violettem Rand. Extrem duftige, reife rotfruchtige Nase. Zwetschge,
Waldhimbeere, Walderdbeere, Milchschokolade, rote Kirsche, nie zur Marmelade neigend.
Immer rassig frisch bleibend. Hochintensiver, rassiger, rotfruchtiger und komplex verspielter
Mund. Tänzelnde Säure, viel poliertes Tannin. Immer ganz fein. Hin und her springend, ein sehr
kompletter Saint Julien, viel Dynamik und Rasse zeigend. Tolle Länge. Auf dem gleichhohen
Level wie der sensationelle 2009er, ein kleiner Saint Julien in Perfektion. Mit La Bridanne und
dem vielleicht schon zu teuren Gloria einer der empfehlenswertesten Einstiegsweine dieser
berauschend schönen Appellation. Einer der Weine mit der besten Balance und entgegen dem
Jahrgang kein “heißer” Wein sondern ein Finesse- und Rassewein. Einfach ein toller Saint Julien! (2017-2040)
RG 17: Sattes Purpur-Granat. Wunderschön dichtes Bouquet mit sanft kompottiger Frucht, viel Pflaumen und auch
Waldhimbeeren, ein Hauch Mokka. Toller Gaumen, viel Stoff und auch hier eine dichte Frucht aufweisend, hat
Potenzial.
JS 90-91: Wonderful finish to this wine, with flowers, citrus fruit and currants in the aftertaste. Full and silky textured. Lots going on for a young wine.
WE 91-93: This is a smooth, rich, strong wine, with delicious acidity, pushed by ripe fruit and gorgeous tannins.
41
Bordeaux
Chateau du Retout Cru Bourgeois / Haut Medoc
LOB 93-94+: Das kleine Weingut von 30 ha produziert insgesamt knapp 100.000 Flaschen. 4550 hl Ertrag pro Hektar. Die Ernte erfolgte Ende September für die Merlot, und um den 7.
Oktober herum für den Cabernet Franc, bis zum 16. Oktober für den Cabernet Sauvignon. Die
totale Säure liegt bei 5,2 Gramm je Liter, normalerweise liegt sie bei max. 4,8 g/l wie in 2009.
2010 liegt somit klar höher und braucht deutlich länger bis zur Trinkreife, hält dafür aber sicherlich ein Jahrzehnt länger. 2009 lag der Alkohol um ein Grad höher, 2010 ist somit schon fast
unerwartet auf der frischen und rassigen Seite, der Tanninlevel ist in beiden Jahren gleichhoch.
Der Wein besteht 2010 zu 85% aus Cabernet Sauvignon, 15% Merlot, die Jahrgangsbesonderheit
besteht in der Auslassung der Petit Verdot, da diese in 2010 zu tanninreich war, auch der
Merlotanteil ist in diesem Jahr nicht hoch. Die Merlot mit hohem Alkohol und hoher Reife musste hier sehr dezent vinifiziert werden. Insgesamt dauerte die Fermentation bis zu 35 Tage und
mit großer Sorgfalt und Auslese es ist gelungen den Alkoholgrad auf etwas über 13% zu halten,
ein toller Erfolg immenser Arbeit! Der Ausbau passiert zu 100% in französischem Holz, von dem
ein Drittel jedes Jahr erneuert wird. Chateau du Retout hat 2010, anders als 2009 auch bei der
Cabernet nur 13% Alkoholgehalt. Es hat etwas mehr geregnet im Sommer. Um dann die intensive Frucht zu bewahren hat man eine “seigner” durchgeführt, also einen Teil des Saftes vor der Vergährung ablaufen lassen. Zur
Bewahrung der Finesse wird generelles Umpumpen abgelehnt, alles wird getan um nicht zu stark zu extrahieren. Der
Presswein wird nicht mehr dem Erstwein zugegeben. Vor der eigentlichen Mazeration gibt es eine achttägige
Kaltmazeration. Insgesamt sehr viel weichere, vorsichtigere Mazeration und Fermentierung. Das merkt man deutlich. Das ist der stilistische Fortschritt gegenüber 2005. 2010 ist unterwegs ein ganz überragend guter Wein zu werden. Die Weine werden extrem langlebig und stellen das Beste dar, was du Retout je erzeugt hat. 2010 hat gegenüber dem hedonistisch leckeren 2009er eher eine klassische Ausrichtung. 2009 und noch mehr 2010 liegen aber nochmal einen deutlichen Schritt oberhalb des tollen 2005ers. Der Wein ist fast schwarz mit einem leicht violetten Rand,
sehr undurchsichtig. Duftige und zugleich sehr versammelte, gradlinige Nase. Druckvoll, schwarze Kirsche, Cassis.
Rote Walderdbeere, etwas angebratenes Fleisch und schöne Würze, etwas Lorbeer und Wacholder. Es folgt schwarze Olivenpaste, aber immer sehr fein dabei. Charmant und zugleich sehr rassig frisch. Im Mund kommt zuerst einmal hochintensive, berauschende Frucht. Alles wird umspült, alles wird eingenommen, aber die Frische ist eine kleine Sensation. Das Spiel der Säure mit dem guten guten Alkohol bei hohem Glyzerin und butterweichem Tannin
begeistert. Dieser Wein hat klar mehr Rasse als der hervorragende 2009er, der viel mehr auf der leckeren, hedonistischen Seite ist, der 2010er ist ein Langläufer. Viel schwarze Frucht im Mund, dunkle Milchschokolade, schwarze
Kirsche, Brombeere, aber dann auch wieder Olive, vielleicht wie in der Nase ein wenig Lorbeer dahinter, auch
Lakritze und ein kleiner Touch Teer. Jetzt kommt auch grüne Olive, dann kommt wieder Teer und noch ein Hauch
gegrillten Fleisches. Langer und satter Fruchtnachhall im Abgang, Kirsche und Brombeere spielen mit Johannisbeere
ein rassiges Süß-Säure-Spiel. Die meisten hier angeführten Veränderungen in der Vinifikation wurden schon 2009
durchgeführt. Der 2009er du Retout wird sicher für die nächsten 5-6 Jahre der köstlichere Wein sein. Du Retout 2010
ist ein Vin de Garde, hat Klasse und wird sicherlich 20 Jahre überdauern. Best ever! (2016-2035)
WS 88-91: A dark, winey style, with crushed plum and macerated black currant notes laced with dark toast. There’s
good integration and length.
RG 18: Mehr als 80 % Cabernet Sauvignon in der Assemblage, die uns zum Zeitpunkt der Primeur-Degustation zur
Verfügung stand, die aber noch nicht definitiv war. Dies deshalb, weil man den Petit Verdot noch separat ausbaute
und sich noch nicht sicher war, ob man ihn zum Grand Vin dazunehmen würde. Er entwickle sich aber positiv, versicherte mir Frederic Soual. Nun zum genialen du Retout 2010: Bombastisches Cabernet-Bouquet, viel schwarzbeerige Noten mit toller Würze, die an Pfefferkörner erinnert, defensive, an Pumpernickelbrot erinnernde Süsse.
Intensive Gaumenaromatik, alles im schwarzbeerigen Bereich, unglaublich tief, sogar
ein Hauch Dörrbananen und dunkle Edelhölzer, intensive, reife Tannine, noble
Adstringenz. Zweifellos der allerbeste Retout in der noch jungen Geschichte des dynamischen Winzerpaares – und einer der gigantischsten Bordeaux-Werte dieser
Subskription. Kann 19/20 erreichen.
42
Chateau du Retout Cru Bourgeois / Haut Medoc
Bordeaux
MG 18+: Frederic Soual Kopp: “Man musste vor allem beim Merlot aufpassen, dass er erstens nicht überreif wurde
und dann musste man vor allem bei der Extraktion extrem vorsichtig sein. Wir keltern allgemein schonender als noch
in den letzten Jahren”. Der Duft ist ein Traum, geniale schwarze Frucht in Verbindung mit raffinierter Würze und
sagenhaft viel Tiefgang, Trüffel, Tabak und ganz feine animalische Noten. Traumhaft saftiger, rassiger komplexer
Gaumen, die Frische ist ein Traum, die raffinierte Süsse ebenso, die Fruchtkonzentration ist enorm, da ist Kraft und
Fülle, aber auch verspielte Leichtigkeit, was für eine köstliche Delikatesse und gleichzeitig ein bodenständiger
Charakterwein. Der Wein singt, der löst Emotionen aus, da steckt grosse Leidenschaft drin und kleine Unebenheiten
verleihen eher zusätzlichen Charme, als dass sie sich nachteilig auswirken würden. Ich empfinde den Wein als eine
charaktervolle Persönlichkeit, aber nicht dominant sondern eher bescheiden auftretend. Der Wein ist so, dass man
sich unweigerlich in ihn verlieben muss, die kleinen Unsicherheiten im Auftritt wirken da sogar noch förderlich.
Ganz oft haben wir bei der Diskussion, ob wir diesen oder jenen Wein ins Sortiment nehmen sollen, den du Retout
als Massstab genommen. Aber offen gestanden, wenn man du Retout als Preis-Leistungs-Massstab nimmt, haben fast
alle anderen Weine kaum noch eine Chance.
JS 90-91: Lots of blueberries and blackberries on the nose. Full body, with soft and silky tannins and a long caressing finish. Very pretty young wine.
Chateau Du Tertre 5eme Cru / Margaux
LOB 93-94+: Dunkles Schwarz-Rubin-Rot, glänzend. Wie so oft extrem duftig. Reife
Waldhimbeere, Walderdbeere, Cassis, rote Johannisbeere, feine Milchschokolade. Duftig tänzelnd voller Finesse. Setzt sich im Mund so fort. Sehr fein. Rote Früchte, Zwetschge, Erdbeere,
rote Johannisbeere. Die rassige Säure macht Freude, der Wein ist nie fett. Feine Milchschokolade
dazu. Langer Nachhall. Ein tänzelnder Margaux mit feiner Mineralität darunter. Leicht salziges
Ende. Kein Riese, aber archetypisch in der Appellation, ein geniales Beispiel für ein überragendes Margaux-Jahr, ein toller Spaßmacher. (2018-2045)
WS 90-93: This is textbook Margaux, with a supple, velvety feel and a stylish core of plum, red
currant and black cherry fruit laced with perfumy spice and followed by lightly dusty tannins.
MG 18+: Das ist ein Duft, der so herrlich aus der Tiefe kommt, nebst konzentrierter, schwarzer
Frucht sind da diese betörenden Aromen von schwarzen Trüffeln und Tabak sowie Kräutern und
feinen Edelhölzern. Am Gaumen ein Filigrantänzer, die Aromatik ist intensiv, konzentriert und
sagenhaft vielschichtig, dazu aber vor allem auch erfrischend und leichtfüssig, die Tannine sind
von edelster Qualität und eingebunden in Massen von köstlich süssem Extrakt, geniale Länge.
Das ist ein grosser Wein mit riesigem Potential, mindestens so gut wie der traumhafte 2000er
und auch stilistisch ziemlich ähnlich.
NM 91-93: The du Tertre has no Cabernet Franc this year, made from 70% Cabernet Sauvignon, 20% Merlot and
10% Petit Verdot, the highest ever. The harvest started 28th September until the middle of October. Two samples, the
first at the chateau discounted as it had been open too long. The second at the UGC has a very obdurate nose, tightly coiled and not as flamboyant as its peers, but that is not necessarily a bad thing. Blackberry, sous-bois, tobacco
and a touch of graphite, good definition but it does not muster the same vivacity as Giscours. The palate is very tannic and a little austere, a hardness to the tannins that will soften with barrel age, nice grip, taut and just a little peppery towards the dry finish. Very classic in style and incongruous to many of its peers, but I think this could surprise a few people in bottle. I look forward to re-tasting it.
JS 91-92: This is velvety and very juicy with a blueberry, mineral and wet weather character that has hints of black
truffles. Full and rich. Best du Tertre ever. Muscular. Not rustic like in the past. 70 percent Cabernet Sauvignon, 20
percent Merlot and 10 percent Petit Verdot.
43
Bordeaux
Chateau Ducru Beaucaillou 2eme Cru / Saint Julien
LOB 97-99: Schwarz, leicht violett-roter Rand. Wuchtige süße Schwarzfruchtnase. Schwarze
Kirsche, Johannisbeere, Brombeere, etwas Holunder, schwarze Olive, würzige Erde. Tolle, etwas
dramatische Nase. Intensiver rassiger Mund. Komplett schwarz. Brombeere vor schwarzer
Johannisbeere, schwarze Schokolade. Ganz tief würzig, feine Säure zieht sich durch. Fast ein
Blockbuster. Ganz anders als Leoville Las Cases, viel mehr in die wuchtige Richtung gehend,
dennoch nie müde, sondern beschwingt, weil die immense Säure die Massen von Tannin gut stabilisiert. Ein anderer Wein in diesem Jahr, der tendenziell mehr zum rechten Ufer gehört und in
der Appellation dennoch zum Besten des Jahrgangs gehört. Eindrucksvoll und berauschend!
(2022-2065)
RP 96-98+: Representing 45% of their total production, the 2010 Ducru will certainly compete
with the efforts produced in 2009, 2008, and 2005. It hit 14% natural alcohol, compared to 13.5%
in 2009 and 2008. A blend of 90% Cabernet Sauvignon and 10% Merlot, the wine has a surprisingly lower pH (3.62) than the 2009, or the 2005 for that matter. A truly remarkable wine, with
a dense purple color and a beautiful nose of creme de cassis, spring flowers and crushed rock, this full-bodied, sensationally concentrated wine has massive richness, high but very sweet tannin, and stunning purity and depth.
Proprietor Bruno Borie seems to have pulled out all the stops in turning out an absolutely compelling effort that is
the essence of Ducru Beaucaillou. It should drink well for 30-40 years.
RG 19: 20 % unter einer Normalernte. Ca. 115 000 Flaschen. 90 % Cabernet Sauvignon, 10 % Merlot. Tiefes Purpur.
Feinfruchtiges Bouquet, rote, reife Pflaumen und viel Kirschnoten, feine Komplexität, fast nobel zurückhaltend. Im
Gaumen superelegant, traumhaft balanciert, die massiv vorhandenen Gerbstoffe spürt man fast nicht, lange ausklingend.
PM 96-98: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, vollreife schwarze Beerenfrucht, zarte Orangenzesten, ein
Hauch von Cassis, facettenreiches Bukett, typisch Ducru; stoffig, perfekte seidige Tannine, finessenreicher
Säurebogen, extraktsüß, zartes Karamell im Abgang, besitzt eine tolle Länge, bleibt sehr lange haften, herrliche
Extraktsüße auch im Abgang.
BD 19-20: Toucher de bouche magique, finesse de grain plus impressionnante meme que celle de chateau Margaux,
grande longueur, harmonie extraordinaire, mon coup de coeur en Medoc cette annee.
MG 20: Der Duft strahlt pure Eleganz aus, dazu Tiefe und Komplexität ohne Ende, das ist berauschend schön, einen
sagenhaften Traumwein ankündend. Wouw, was für ein sensationeller Wein, der ist so etwas von fein und so etwas
von konzentriert und so etwas von vielschichtig, der löst Emotionen aus, der lebt, der tanzt, der singt, was für ein
sinnliches Weinerlebnis, und das mit dieser Leichtigkeit, mit dieser sensationellen Frische und Rasse, ein
Finessenbündel par Excellence, Ducru-Beaucaillou wie man ihn sich schöner nicht einmal erträumen kann, schlicht
perfekt.
NM 95-97: Cropped between 29th September until 14th October, a blend of 90% Cabernet Sauvignon and 10%
Merlot, the nose takes some coaxing from the glass. Very pure blackberry, cassis, a touch of mint and cedar, the new
oak lending a touch of vanilla, this is very opulent, yet controlled bouquet. The palate is medium-bodied with saturated, velvety tannins, a real caressing mouthfeel, very good acidity to maintain freshness with an exceptionally focused, almost Pauillac-like finish. Very long in the mouth with a citric edge lingering long after the wine is ejected.
JS 99: I can’t believe the precision and complexity in this wine. This is really amazing with minerals, berries, currants and blackberries. Full and extraordinary. It goes on and on and on. Tasted twice. Best ever from Ducru.
Vinum 18,5: Superbe Nase von Blumen und Kräutern, Klassetannin, besitzt Dichte und Schliff, langes, blumiges
Finale, hervorragend gebaut, superber Wein: der zweite herausragende Ducru in Folge.
44
Chateau Duhart Milon Rothschild 5eme Cru / Pauillac
Bordeaux
LOB 94-95: Ein Wein der zu Lafite-Rothschild gehört. 73% Cabernet Sauvignon, 27% Merlot.
Schwarz rubinrot mit rotem Rand, glänzend. Trotz des hohen Merlotanteils vom Wesen ein reiner Cabernet-Wein mit großer Frische. Grüne Paprika neben reifer Johannisbeere, Cassis.
Frische Pflaume dazu. Hohe Mineralität, etwas Salz, Steinmehl. Immer auf der frischen rassigen
Seite bleibend. Sehr rassiger Mund. Auch hier wieder totaler Cabernetantrunk, aber trotz der
schönen Cassissüße frisch und charmant. Wieder frische Zwetschge, ein wenig Erdbeere,
Milchschokolade, viel Cassis. Von der roten Johannisbeere und der Säure sehr gut balanciert.
Sehr feiner, frischer Mund. Sehr würzig am Gaumen, auch Kampfer. Gewürze, Tabakkiste, kubanischer Tabak, zusammen mit der frischen Cassis und der roten Johannisbeere eine tolle
Gesamtkomposition. Weitaus spannungsgeladener und dramatischer als der 2009er. Duhart ist
2010 ein richtig guter Wein und hat die Erwähnung von Lafite nicht nötig. (2020-2045)
RP 94-96: This large estate (190 acres) has been on a qualitative rise for nearly a decade. A classic Pauillac, the opaque purple-colored 2010, a blend of 73% Cabernet Sauvignon and 27%
Merlot, reveals beautiful notes of creme de cassis, licorice, tobacco leaf and forest floor. Bigger
and more muscular than most previous vintages, this full-bodied Pauillac possesses stunning
density as well as intensity. Atypically high in alcohol for this property, it requires 5-7 years of cellaring and should
age effortlessly for 25-30 years.
WS 92-95: This plump red offers black tea, warm ganache, fig and black currant confiture notes backed by a smoky
finish, with pillowy but lengthy tannins. Acidity then rushes in at the very end, adding more length. An impressive
step up for this wine. Tasted non-blind.
PM 94-96: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, schwarze Beerenfrucht, kandierte Orangenzesten, Lakritze,
angenehme Kräuterwürze, mineralischer Touch; saftig, präzises sehr elegantes Tannin, gut integrierte Extraktsüße,
feine tabakige Würze, anhaltend, so gut wie noch selten davor.
NM 92-94: A blend of 73% Cabernet Sauvignon (slightly less than 2009) and 27% Merlot, cropped between 24th
September and 12th October, the Duhart has a well-defined, classic Cabernet bouquet with blackberry, smoke and
a touch of cigar box. Quite Zen-like and introspective in a way but very fine delineation and class. The palate is very
well balanced with very ripe Cabernet fruit, just a touch of spice and dried herbs coming through, very Duhart, very
Pauillac in style with a slightly austere Pauillac finish that I really appreciate. I probably prefer this to the 2009.
Excellent.
Chateau L’Eglise Clinet / Pomerol
LOB 100: Das Weingut des genialen, fast sagenumwobenen Künstlers Denis Durantou. Der
Jahrgang in Pomerol hat sehr viel Ähnlichkeit mit 2009, zugleich allerdings etwas mehr Alkohol,
etwas mehr Tannin und etwas höhere Säure, also eine Balance und Rasse auf einem leicht höheren Level. Das macht das Herausragende dieses Jahrgangs aus. Deshalb sind die Weine noch
lagerfähiger, brauchen allerdings auch länger, bis sie in ihrer vollen Genussreife stehen. 90%
Merlot, 10% Cabernet Franc, Ausbau zu 100% in neuem Holz. 20% Geringerer Ertrag gegenüber 2009. Deutlich über 5g Säure pro Liter, extrem ungewöhnlich in Pomerol. Alkohol 14,5%
Schwarz Rubinrot. Unglaublich aromatische Nase. Satte dunkle Praline, Butterpraline,
Schattenmorelle, ganz sanfte, rote süße Kirsche, dann kommt Schwarzkirsche, darunter
Zwetschgenschale, grüne Oliven, ein kleiner Hauch Mango. Extrem ätherisch, üppig und süß,
rassig und fein zugleich. Die würzige Cabernet Franc kommt gut durch in der Nase. Die Nase
macht ungeheuer viel Spaß. Der Mund kommt zugleich mit extremer Frucht und hoher Eleganz.
Mollig und doch unglaublich tanninreich. Das Tanninlevel ist höher als alles, was ich je bisher
probiert habe. Das Tannin ist allerdings weich poliert, üppig und sanft. Die extrem hohe Säure wird eingefangen
durch das Tannin. Sehr gute Balance. Der hohe Alkohol schafft zusammen mit dem Glyzerin die perfekte Harmonie.
Der Wein wird ganz sicher von vielen unterschätzt werden, weil die Balance so überragend ist, die Harmonie so perfekt. Der Nachhall dauert über zwei Minuten, kommt immer wieder hoch mit dem schönen, supersanften Tannin. Ein
unglaublicher Wolf im Schafspelz. Ein Riesenwein für die Ewigkeit. (2022-2070)
45
Bordeaux
Chateau L’Eglise Clinet / Pomerol
RP 96-100: Proprietor Denis Durantou has again produced one of Bordeaux’s most profound wines, which seems to
be happening routinely at this tiny estate on the Pomerol plateau. Opaque purple to the rim, with a wonderfully sweet
nose of mulberry and black fruit, hints of mocha and caramel, and some subtle background oak, the 2010 is very
expansive, multi-dimensional, with stunning purity, richness and equilibrium. The finish is very long, with significant tannins, but they are beautifully integrated. This is a massive L’Eglise Clinet that will need 8-10 years of cellaring at the very minimum, and should keep for 40+ years.
RG 19: 90 % Merlot, 10 % Cabernet Franc. Gleich viel Alkohol wie 2009, mehr Säure als 2005, mehr Tannine als
beim Jahrgang 2000. Sattes Granat-Rubin, zart lila Reflexe darin. Dramatische Tiefe gleich zu Beginn, zeigt
Rauchnoten, schwarze Hölzer, Nelkenköpfe, getrocknete schwarze Kirschenhaut, Cassis, Pfefferkörner. Im Gaumen
perfekte Adstringenz, man spürt die massiven Tannine und dann doch wieder nicht so ganz, man spürt die stützende
Säure, aber sie ist perfekt integriert, unglaublich dichtes Extrakt. Dieser massive, bombige Eglise-Clinet ist ganz und
gar nicht auf Primeur eingestellt und es lohnt sich absolut ihn weiter zu verfolgen. Könnte, sein dass er vielleicht der
allerbeste Wein vom Libournais werden kann. Zur Spitze gehört er ganz sicher.
PM 96-98: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feines Cassis, Brombeerkonfit, orientalische Gewürze, facettenreiches Bukett; kraftvoll, straffe Tannine, extraktüße Frucht, feines Karamell, Nougat im Abgang, tolle Länge,
klingt sehr gut nach, großes Entwicklungspotenzial, ein Vin de Garde.
NM 96-98: Tasted from various barrels, this note is from the final blend in Darnajou barrel. It will consist of 90%
Merlot and 10% Cabernet Franc, picked between 20th and 27th September and 1st October respectively. The bouquet is very intense with ebullient ripe red berried, truffle and briary, an underlying mineralité that is sure to become more evident as its ages in bottle. The palate is full-bodied with very fine tannins, intense dark berried fruit, a
touch of blackberry and crushed stone. There is exceptional delineation on the finish that is poised and coiled like a
spring. Wonderful. N.B. Tasted from the Taransaud bottle I found more richness on the nose, a touch more opulence and perhaps more “juicier”. Whatever…it’s gonna be awesome. Tasted April 2011.
JS 97-98: So much elegance and complexity to this young wine with plenty of flowers and dark fruit notes. Full and
super refined, with amazing complexity and firmness. It is very tight and silky. Long and intense. This is a super
2001 or a 1961.
Chateau L’Evangile / Pomerol
LOB 99-100: 88% Merlot, 12% Cabernet Franc. 14,7% Alkohol. Nur 30hl/ ha geerntet. Im
Besitz der Rothschilds (Lafite). Schwarz, wie gewohnt bei Evangile, Platz lassend für einen
leicht violetten Rand. Immense Schwarzkirschennase. Rote Kirsche kommt durch. Feine
Himbeere, Rosenblätter, viel Wucht, viel Charme, aber auch Rasse zeigend. Alles einnehmend,
berauschend. Ein kleiner Hauch von Alkohol steigt mit hoch. Dann kommt kubanischer Tabak,
reife Pflaume, Mango, Kakao, Praline und immer wieder satte Schwarzkirsche, letztlich dann unterlegt von ein
wenig Brombeere. Im Mund satte schwarze Frucht mit brillanter, intensiver Fruchtsäure, die sich bis in ein langes
Finale zieht. Jetzt kommt Lakritze dazu, und zwar ziemlich massiv, Süßholz. Schwarzkirsche,
Brombeere, gelbe Frucht, süße Mango. Sehr komplex, viele Facetten zeigend. Immens langer
Nachhall. Sehr salziges, mineralisches Finale. Ein irrer Wein in einer Intensität, wie es nicht
viele gibt in diesem Jahr. Das Tannin ist unglaublich hoch aber butterweich. Ein Eindruck der
auch 2009 schon da war, in diesem Jahr kommt einfach nur nochmal dieses Plus an Tannin,
Säure, Alkohol und Glyzerin dazu. Alles auf einem etwas höheren Level, aber insgesamt qualitativ dem 2009er entsprechend. Ganz leicht stört der hohe Alkohol, aber sicherlich einer der großen Weine des Jahres. Was ihn so spannend macht im Mund, ist die Rasse die ihm die Cabernet
Franc zugibt. Das ist die rote Frucht, das ist das Singende, das ist das Hochmineralische. Ein großer Evangile! (2020-2065)
RP 96-98: As I have been predicting, the Rothschilds are pushing l’Evangile to the highest level of the Pomerol hierarchy. Composed of 88.8% Merlot and 11.2% Cabernet Franc, the 2010 achieved 14.7% alcohol naturally, making
it one of the few 2010s with lower alcohol than its 2009 counterpart (the 2009 had 15% alcohol and the 2008 had
14.5%). Most of that is due to the superb ripeness and the high concentration of Merlot in 2010. The berries were
extremely tiny and the drought and cool nights in August and September gave the 2010 a lower pH and higher acidity than the 2009. For example, the 2010’s pH is 3.7, the 2009’s is higher and in 2000 it was 4.0. The dense purplecolored 2010 exhibits massive levels of black raspberries, Asian plum sauce, truffles and cassis. The wine is unctuously textured and remarkably fresh with a weighty richness (much like the 2009) but greater delineation. A marvelous effort, it, along with the 2009, may turn out to be one of the two greatest wines made by l’Evangile.
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Chateau L’Evangile / Pomerol
Bordeaux
WS 94-97: Gorgeous raspberry ganache, fig and boysenberry fruit is liberally laced with fruitcake and graphite.
Superracy, with linzer torte and red licorice taking over the finish. Very long, with lots going on here already. Tasted
non-blind.
RG 19: 88.2 % Merlot, 12.2 %. 30 hl/ha. Also kleine Ernte. Der Zweitwein Blason d’Evangile wurde nicht gezeigt
während der Primeurprobe. Grund: Es gibt davon, aufgrund der allgemein sehr kleinen Ernte, nur ein paar tausend
Flaschen. Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Gehaltvolles Bouquet mit barocker Tiefe, viel
Gewürze im Untergrund, Brombeeren und Lakritze. Erst im Gaumen kommt viel mehr Frucht als in der Nase, zeigt
berauschenden Charme in den schmelzig-runden Tanninen, Vanillemark, Black Currant und viel Saft. Somit fühlt er
sich weicher an als viele Konkurrenten der gleichen Gewichtsklasse, im Finale eine noble Schwarzschokobitterkeit.
Trotz der hohen Werte ist der Wein jetzt schon perfekt ausgeglichen. Kann noch zulegen und zum 2009er aufschliessen.
MG 20: Der Duft ist schon gewaltig tiefgründig, rabenschwarze Frucht, Tabk, Trüffel. Samtener, herrlich saftiger,
genial frischer Gaumen, ein Filigrantänzer, genial aromatisch, die 14,7 Alk spürt man überhaupt nicht, das ist schon
ein gigantisch guter Wein, klar, präzis, unendlich konzentriert, aber auch unendlich fein.
NM 96-98: A blend of 88.8% Merlot and 11.2% Cabernet Franc, the l’Evangile was cropped between 21st
September and 12th October and delivers a healthy 14.7% alcohol and a 3.7pH. Yields were just 31hl/ha due to coulure affected the Merlot. It has a very deep ruby colour. The nose is quite precocious yet still very well defined with
blackberry, bilberry, a touch of limestone. The palate is full-bodied, sinewy, multi-dimensional with layers ripe redberried fruits: pomegranate and raspberry with just a touch of spice. Symmetrical and very focused, perhaps without
the swagger of the 2009. It is a forceful Pomerol at the moment, but at the same time intriguing and cerebral.
Warning: this might blow you away after bottling. Tasted March 2011.
Chateau Faurie de Souchard Grand Cru / Saint Emilion
LOB 95-96+: 11ha großes Weingut, die Reben auf Kalk-, Sand- und Lehmböden gewachsen.
70% Merlot, 30% Cabernet Franc. Durchschnittsalter der Reben 30 Jahre. In Zement vergoren,
Ausbau in neuem Barrique. Nur 30.000 Flaschen werden erzeugt. Schwarz mit leicht violettem
Rand. Unglaublich intensive, fast wuchtige Schwarzkirschennase mit geröstetem Fleisch. Dann kommen Brombeere
und Blaubeere, Cassis, Tabak. Darunter ein Hauch von roter Kirsche und Mango. Schöne komplexe und zugleich
wuchtige, schwarze Nase mit viel Spiel und großer Komplexität. Sehr dichter und üppiger, gleichzeitig delikater
Mund. Schwarze und rote Kirsche, frische Zwetschge. Wieder die Mango. Fein und komplex. Feine Mineralität, salziges Ende. Macht Spaß. Eine richtige Delikatesse mit feiner, rassiger Üppigkeit. (2018-2040)
JS 92-93: Loads of structure in this with powerful tannins and excellent acidity. Full and muscular. Will develop
wonderfully.
Chateau Feytit Clinet / Pomerol
LOB 94-96: 90% Merlot, 10% Cabernet Franc. 6 ha großes Anwesen, nur 15.000 Flaschen werden erzeugt. 80%
Ausbau in neuem Barrique. Fast schwarz, leicht rot-violetter Rand. Duftige, volle, rotfruchtige Nase. Walderdbeere,
Pflaume, süße rote Kirsche, ein wenig Schwarzkirsche darunter. Dann kommt rote Johannisbeere, dominikanischer
Tabak, Gesteinsmehl, etwas Salz. Feine Rasse zeigend. Im Mund noch feiner und rassiger als in der tollen Nase. Tolle
Säure, sehr lang, auch hier wieder viel rote reife Frucht. Jetzt wieder mehr Johannisbeere, sanfte Praline und
Milchschokolade, Pflaumenschale, rote Johannisbeere, etwas Quitte, etwas Steinfrucht und ein wenig Anis. Sehr
lang. sehr rassig, und immer fein bleibend, trotz hohen Glyzerin- und Alkoholgehalts. Macht viel Freude. (20182045)
RP 92-94: From an up and coming estate, this 2010 was made from yields of 33 hectoliters per hectare. It achieved
14.5% natural alcohol. A blend of 95% Merlot and 5% Cabernet Franc, it boasts an opaque purple color along with
sweet blueberry and raspberry fruit intermixed with hints of truffles, charcoal and background oak. Dense, unctuously textured and full-bodied with super concentration and purity, this beauty is well-worth buying given the
upward qualitative trend exhibited by Feytit-Clinet. It should drink well for 15-20 years.
NM 92-94: Tasted at the Syndicat de Pomerol. The Feytit-Clinet 2010 has a lovely bouquet with raspberry, wild
strawberry, cedar and crushed stone all with fine delineation and lift. The palate is full-bodied with ripe, saturated
tannins, good acidity cutting through those layers of ripe black fruit but never over-bearing or over-ambitious. It
displays impressive persistency on the weighty finish: a long-term Pomerol for one of its most under-rated exponents. Drink 2015- Tasted April 2011.
JS 93-94: This is classy, with a palate that opens on the finish to flowers, fine tannins and delicate fruit. Beautiful.
47
Bordeaux
Chateau Fieuzal blanc / Pessac Leognan
LOB 95-96: Sehr blass. Rassige Feuersteinnase, hohe Intensität. Zitronengras. Ein Hauch von
Stachelbeere, aber wirklich nur ein Hauch. Hohe Intensität, Rasse, sehr dynamisch. Im Mund das
Ganze nochmal steigernd. Zitronengras und noch mehr Feuerstein. Phänomenal. Genialer
Sauvignonausdruck mit toller Länge und immer wieder Rasse zeigend. Weißer Pfirsich, weiße
Johannisbeere, Steinmelone, Birne und immer so weiter, immens komplex. Der Zweitwein
L’Abeille de Fieuzal ist schon genial, aber dieser Erstwein gehört zu den großen Weißweinen
dieses Jahres. Ziemliche Perfektion, selten besser probiert! (2015-2035)
RP 92-94: A brilliant effort and one of the great dry whites of the vintage is this honeyed, complex, melony, full-bodied effort that should drink well for 25+ years.
NM 92-94: The de Fieuzal Blanc has fine intensity on the nose with green apple, kiwi fruit and
a touch of lime flower. A little closed at first but it unfurls nicely with aeration. The palate is
medium-bodied with a fine apricot and lime-tinged entry, well balanced with good acidity and
vigour towards the finish. What excellent de Fieuzal from an estate that is quietly improving year
after year.
Chateau Fieuzal rouge / Pessac Leognan
LOB 93-94+: Fast schwarz. Sehr üppiger Duft. Schwarze Frucht, ein wenig Teer, süß. Mango,
dazu Milchschokolade, Praline. So viel Größe in der Nase hätte ich einem Fieuzal nicht zugetraut. Gleichzeitig viel Charme ausstrahlend. Dazu kommen Rosenblätter und süße, reife
Erdbeeren. Sehr charmanter rotfruchtiger, und zugleich sehr rassiger Mund. Tolle Säure. Reife
Waldhimbeeren, reife Zwetschgen, nie Überreife zeigend. Brombeere, Cassis, Milchschokolade,
Praline. Macht Freud. Hat Länge. Hat Rasse. Toller Fieuzal! Fast ein großer Wein. (2018-2040)
WS 90-93: Sappy and intense, with kirsch and crushed raspberry fruit aromas and flavors and
superfresh acidity driving underneath. Features lots of spice and violet notes on the finish.
RG 18: Extrem dunkle Farbe, undurchdringliche Mitte. Gigantisches Bouquet mit Lakritze, Black Currant und
Darjeeling-Tee, Brazil-Tabak, verführerische Süsse und Konzentration in der Nase, Spuren von Dörrbananen im
zweiten Ansatz. Dichter, stoffiger Gaumen, blaue und schwarze Beeren, edelbitterer Extrakt.
PM 90-92: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, verbrannte Trockenkräuter, Dörrzwetschken, etwas
Gewürznelken und Zimt, intensive Aromatik; stoffife dunkle Beeremfrucht, mittlere Komplexität, wird sich eher
rasch entwickeln, gastronomischer Wein, süßer Nachhall.
BD 18: Remarquable nez de fleurs blanches, plus de gras que la plupart, remarquable ensemble,
tres 2010 et retour remarque du blanc a son haut niveau des annees 1980.
NM 91-93: The de Fieuzal ‘10 has a very generous, open-knit, refined and delineated bouquet
that really is a treat: so pure and feminine. The palate is displays fine tannins, bright red-berried
fruit with good acidity, almost Saint Emilion like towards the fleshy, silky finish. Lovely.
JS 91-92: This is very layered, with currants and berries and minerals. Flowers. Full and silky,
with a long finish. It’s very well-integrated.
Chateau Figeac Gr.Cr.Cl.B / Saint Emilion
LOB 97-99: Für Figeac ungewöhnlich dunkel, fast schwarz, roter Rand. Noch etwas verschlossen in der Nase. Schwarze und rote Kirsche, ein wenig Cassis, rote Johannisbeere, ein wenig
Walderdbeere, Rosenblätter. Warmer, weicher, ausgewogener Mund. Im Mund kühle und rassige rote und blaue Frucht. Johannisbeere, Blaubeere, Cranberry und Himbeere. Die Säure und die
Frische nähern sich nach ein wenig Belüftung dem typischen Figeac an. Hohe Rasse. Immens lang und frisch, tänzelnd. Viel Kirsche mit Milchschokolade und Nutella. Weich, warm und harmonisch. Dabei gute Rasse zeigend. Viel
Glyzerin. Ein Spaßmacher. Ungewöhnlich für so einen früh verkosteten Figeac. Im Nachhall dann mit viel Rasse, so
wie ein Figeac sein muss. Satte schwarze Kirsche neben roter Kirsche und Milchschokolade. Sehr harmonischer
Wein, den man von der überragenden Balance viel eher als Clos Fourtet geortet hätte. Großes Kino! Das zweite ganz
große Jahr in Folge. Der Wein passt so gut. (2022-2060)
WS 93-96: Exotic fig, boysenberry and blueberry preserves are married to polished tobacco and spice notes in this
dense red, which has lots in reserve but is very sleek through the finish for now. It feels as if this will fill out considerably with more elevage.
48
Chateau Figeac Gr.Cr.Cl.B / Saint Emilion
Bordeaux
RG 19: Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Geniales Bouquet, feine
Kräuternoten, rote Pflaumen und Johannisbeeren, feine Ruby-Port-Nuancen, sehr homogen im
Ansatz. Eleganter Gaumenbeginn, viel Souplesse und stoffiges, veloursartiges Extrakt zeigend,
guter Rückhalt, zeigt Parallelen zum eigenen 2001er. Es gibt wenige Crus in diesem Jahr, die so harmonisch und mit
so viel Charme daher kommen. Wer in diesem Budget-Rahmen Weine sucht, der muss ihn auf die Einkaufsliste nehmen.
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feiner Schokoschmelz, dunkle Beerenfrucht unterlegt, feine
Gewürzanklänge, zarte Vanille; stoffig, frisch strukturiert, präsente gut integrierte Tannine, mineralischer Touch,
feine Kirschenfrucht im Abgang, zeigt bereits eine gute Länge, sicheres Potenzial.
MG 20: Betörend schöner Duft, das ist Figeac, wie aus dem Bilderbuch, was für ein sublimes, überaus komplexes
Duftbild. Ich habe überhaupt noch nicht an irgend einen Vergleich gedacht, habe aber sofort den 98er im Kopf, meinen allerliebsten Figeac Jahrgang. Dieser Duft des 2010er hat ihn einfach so aus meinem Unterbewusstsein hervorgeholt. Am Gaumen überrascht er durch eine für Figeac ungewohnte Konzentration, ich bin im ersten Moment fast
etwas erschrocken, wurde aber durch Rasse und Feinheit, die sich gleich nach den Anrtruk breit manche, sofort wieder versöhnt. Meine Angst, er sei zu massiv ist völlig unbegründet, das zeigt der minutenlange immer mehr ins
Filigrane mündende Nachhall. Bei der UDC zum dritten Mal probiert, da wirkt er fast noch eine Spur perfekter, eine
strahlende Weinschönheit der sinnlichen Art, Stilistik und Konzentration gleichen am ehesten dem 1961er.
JS 94-95: This is very structured, with a solid core of plums, chocolate and bright acidity. Firm and silky tannins
and a long, long finish. A powerful and structured young wine.
WE 94-96: Tannic, juicy Merlot, very rich, laced with intense acidity. Blackberry flavors dominate this super- rich
wine. Cutting through the richness is a core of dryness, of dark structure.
Vinum 19: Im Gegensatz zu den meisten anderen Saint Emilion wächst Figeac auf flachen Kuppen aus Kies, die er
sich mit Cheval Blanc teilt, und sein Rebsatz besteht zu rund zwei Dritteln aus den beiden Cabernet (Sauvignon und
Franc). Dass diese Tatsache nicht einfach ein Spleen der Besitzerfamilie ist, zeigen die großen alten Jahrgänge 1947,
1966 oder 1982 (ein Glas davon steht auf unserem Arbeitstisch, burgundische Frische, delikater Bau, abgebauter
Tannen, kein bisschen müde). Doch der 2010 wird sie alle in die Tasche stecken. Verschlossen, erratisch, majestätisch, dicht, braucht er seinen kantigen, herben Bau nicht mit Mengen an Alkohol zu kaschieren, und die große aromatische Länge und die besondere, saftige Textur sind ein zusätzliches Antidot gegen jede Art von Schwerfälligkeit.
Chateau Fonbadet Cru Bourgeois / Pauillac
LOB 93-94: Fonbadet verfügt über das gleiche hervorragende Terroir wie seine großen
Nachbarn Chateau Latour, Mouton Rothschild und Lynch Bages, eine dicke Kieslinse mit hervorragender Drainage. Die fast 20 ha sind mit über 60 Jahre alten Reben bestockt. Fonbadet liegt
direkt neben Pichon Comtesse de Lalande, identisches Terroir und Kleinklima. 70% Cabernet
Sauvignon, 27% Merlot und 3% Petit Verdot. Seit Pierre Peyronie die Regie an seine Tochter
Pascale abgegeben hat, wird das riesige Potenzial geweckt. 50% Ausbau in neuem Barrique. Schwarz-Rubinrot mit
Blaureflex. Wie schon der großartige 2009er für Pauillac unerwartet voll und üppig in der Nase, feine Süße, satte
Brombeere, schwarze Kirsche und Maulbeere, aber immer klassisch bleibend (Stil Pichon Comtesse), nie überfett
oder überreif, trotz satten Tannins und Alkohol unglaubliche frische Rasse verströmend. Leichte Holznote, Bitterund Milchschokolade zugleich, etwas dominikanischer Tabak, insgesamt von der Sattheit der Frucht wie ein St.
Estephe. Im Mund deutlicher Schwerpunkt auf voluminöser, roter Frucht, Johannisbeere, rote und schwarze Kirsche,
auch Brombeere, trotz Fülle elegant und sehr rassig, auch hier die Stilistik der Comtesse mit der tollen rassig klassischen Frucht, überaus ausgewogen, total poliertes Tannin, reife Walderdbeere, Graphit.
Im Nachhall dann klassisch Pauillac, sehr stimmig, für einen kleinen Wein einfach großartig. 2009 und 2010 sind hier ungemein ähnlich, ein kleiner Hauch mehr Druck und
Säure hebt 2010 fast etwas höher. (2017-2040)
JS 91-92: Wonderful finish here, with lots of mineral, currant leaf and blackberry on the
finish. Full and chewy; yet polished.
49
Bordeaux
Chateau Fongaban / Cotes de Castillon
LOB 91+: Lehm und Sand auf Kalkstein, das Geheimnis der Cotes de Castillon, die Fortsetzung
der Cotes von Saint Emilion. Schwarz Rubinrot. Reife Nase nach reifer Pflaume und reifen
Waldbeeren. Sehr duftig. Blonde Tabake, etwas Pfeffer, Steinmehl. Eine Nase mit guter
Intensität und viel Charme und Süße. Rassiger Mund, tolle Säure. Hohe Intensität in der reifen
roten Frucht. Nur ein Hauch Cassis dahinter, aber reife Erdbeere, Zwetschge, rote Kirschen, ein
wenig gelbe Frucht, Mango, Orangenschale. Sehr schöne Länge, tolle Balance zeigend. Für
einen kleinen Castillon ganz hervorragend gelungen. (2014-2025)
Chateau Fonplegade Grand Cru / Saint Emilion
LOB 93-95: Dichtes Rubinrot mit Schwarz. Feine Kirschennase, Schattenmorelle, feine Pralinen, sanft und ätherisch
strömend. Kühler Mund, Johannisbeere mit roter Kirsche, feinste Milchschokolade, rassige Frische, sehr fein und
zart und archetypisch für Saint Emilion. (2018-2040)
RP 92-94: Now American-owned, Fonplegade has been pushing the envelop of high quality over recent vintages.
The full-bodied, powerful 2010 reveals intense, concentrated red and black fruit characteristics, undeniable minerality, a perfumed style and authoritative flavors that linger on the palate. The tannins are noticeable, so this wine will
benefit from 5-6 years of cellaring and keep for at least two decades.
PM 91-93: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zart oxidative Nuancen, etwas zu offenes
Muster, balsamisch untrelegte Kräuterwürze; unfertige Malo, rotbeerige Note, zitroniger Touch, schokoladiger
Touch im Finale.
Chateau Fonreaud Cru Bourgeois / Listrac
LOB 93-94: Dunkles Schwarz, Rubinrot mit violettem Rand. Kaffee-Kakaonase mit
Schwarzkirsche und Cassis, reifer Pflaume, dominikanischem Tabak, Lorbeer, schwarzer Olive.
Enorm duftig, rassig, tief würzig, intensive wuchtig-süß-saure Nase mit hoher Intensität. Ein
wenig Pfirsich, auch Minze und ein wenig Wacholder. Wahnsinnig guter Mund, satte
Schwarzfrucht. Auch hier wieder Kaffee und Kakao, viel Brombeere, schwarze Johannisbeere,
tiefe Würze, mollig. Feines Tannin, sehr schöne Balance anzeigend. Reife Pflaume, dunkle Erde.
Brillante Säure zieht sich von vorne bis hinten durch. Der mollige, weiche, runde Charakter
bleibt dennoch erhalten. Creme de Cassis und Brombeere, ziemlich satte Milchschokolade,
große Fülle. Säure, Eleganz, Tannin halten sich die Waage. Mit ähnlichem Format wie der geniale 2009er, fast besser sogar. Der Wein hat fast Größe. In einer Blindverkostung würde man nie
auf einen solchen Preisbereich kommen. Sensationeller Wein für diesen Preis. Zusammen mit Du Retout und ein,
zwei anderen Weinen sicherlich das beste Preis-Leistungsverhältnis des Jahrgangs. (2015-2035)
RG 17: Tiefes Purpur. Herrlich fruchtiges und gleichzeitig feines Bouquet, schwarze Johannisbeeren und würzigen
Cabernet zeigend. Im Gaumen fein und erstmals richtig saftig, schöne Muskeln im Innern, klingt angenehm und
lange aus. Mein bester Fonreaud bei einer Primeur–Degustation. Es geht aufwärts.
PM 88-90: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zart blättrig unterlegte dunkle Beerenfrucht, verhaltenes
Bukett; mittlere Komplexität, zart blättrig, zart nach Bitterschokolade im Finish.
NM 90-92: Tasted twice with consistent notes, the Fonreaud has a well defined bouquet with good definition and
poise: blackberry, cedar and plum. The palate is medium-bodied with good acidity, fine tannins, lacking a little
weight towards the finish but fresh and lively.
Chateau Fonroque Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 94-95+: Biodynamisches Weingut von Alain Moueix auf dem Kalkstein-Plateau Saint
Emilions, in der Nähe von Cote de Baleau und Vieux Pourret und anderen biologisch arbeitenden Winzern. Nur Fonroque und Vieux Pourret aus Saint Emilion, Clos Puy Arnaud aus Castillon
und Pontet Canet aus Pauillac sind auch biodynamisch zertifiziert! Rassig feine duftige und
extrem schwarzfruchtige Nase mit betörender Waldhimbeere darunter. Lakritze, Moncherie,
dunkle Schokolade, rote und schwarze Kirsche. Rassiger, ebenfalls schwarzfruchtiger Mund,
erdig-würzig. Die intensive Frucht mit der hohen Säure nimmt einigen Platz im Mund ein, belegt
alle Sinne, dramatisch, überaus präsent. Der Wein tänzelt hin und her. Tolle Länge. Rassige rote
Zwetschge kommt im Nachhall. Wieder feine Praline. Wunderbarer, finessereicher, feiner Wein,
vermittelt viel Trinkfreude und Rasse, berauschend schön. (2017-2040)
50
Chateau Fonroque Grand Cru Classe / Saint Emilion
Bordeaux
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, süße, einladende Dörrobstnase, zart nach
Lakritze und kandierten Orangenzesten, attraktiv; stoffige schwarze Frucht, präsente Tannine,
gute Länge, feine Röstaromen, Brombeeren im Nachhall, viel verspechendes Zukunftspotenzial.
MG 18+: Das ist eines von vier biogynamisch zertifizierten Weingütern im Bordeaux (die andern 3 sind PontetCanet, Vieux-Pourret und Clos Puy Arnaud) Dass wir alle 4 in unserem Angebot haben ist nicht wegen der
Biodynamie, denn das alleine ist noch kein Garant für grosse Weine. Aber offensichtlich ist es doch so, Winzer, die
diesen grossen Aufwand auf sich nehmen auch gute Weine erzeugen. Der trockene Jahrgang 2010 war natürlich für
Bio Winzer auch problemlos.
Tiefschwarze, konzentrierte Frucht springt förmlich aus dem Glas, feines Bormbeer, Cassis, Heidelbeer, intensiv
aber nicht aufdringlich und begleitet von raffinierter Mineralität. Feiner, tänzerisch verspielter Gaumen, konzentriert
und reich aber vor allem sagenhaft elegant, eine köstliche Delikatesse von burgundische Feinheit, herrlich saftig und
beschwingt leichtfüssig, ein strahlendes Stück Natur, grandioser Wein, zum 2. Mal auf dem Château probiert, das ist
echt genial.
JS 91-92: Wonderful texture to this young wine, with silky tannins, minerals and dark fruits. Full and fresh. Subtle
with finesse.
Chateau Fontenil / Fronsac
LOB 93-94+: Dunkles Rubinrot mit Schwarz. Sehr feine, sehr ätherisch duftende Nase mit
hohem Fruchtaromenspektrum. Sehr charmant und intensiv. Gelbe und reife rote Frucht, jetzt
Cassis dazu. Praline. Sehr rassiger und zugleich feiner Mund. Frische rote Frucht, Zwetschge,
ein bisschen gelbe Frucht, Birne, Mango, ein bisschen Orangenschale. Es kommt schwarze
Kirsche, süße rote Kirsche, dann kommt Schattenmorelle, das Ganze im tollen Wechselspiel. Der Wein hat nicht
immens viel Wucht und Kraft, aber diese Rasse mit der hohen Fruchtintensität und der feinen Länge passt gut zusammen. Erstaunlich moderates Holz für Michel Rollands Heimatchateau. Der Wein ist noch feiner als der ohnehin
schon schöne 2009. Ganz toller Fronsac und zusamen mit dem fast noch besseren Haut Ballet mit großem Vorsprung
auf alle Konkurrenten der eindeutige Primus der Appellation. (2016-2040)
RP 90-92: The home estate of Dany and Michel Rolland, Fontenil is consistently one of the best Fronsacs of the
appellation. The 2010 Fontenil offers abundant black raspberry, licorice, incense and crushed
rock characteristics, medium to full-bodied flavors, excellent purity and a moderately tannic,
lusty, heady finish. It should drink well for a decade or more.
NM 91-93: The Fontenil has a very attractive, very pure bouquet with wonderful definition and
lift. The palate is tannic on the entry with a slight saline note, very good structure and great focus
on the finish. This is a Fontenil built for long-term ageing and it is a Fronsac that is well worth
investing in.
JS 92-93: A long and exciting finish to this, with blackberries, blueberries and minerals. Full
body. Beautiful polish to the tannins.
Chateau Gaillard Grand Cru / Saint Emilion
LOB 92-93+: Das Weingut von Catherine Papon-Nouvel, die ebenso Besitzerin von Clos St.
Julien im Ortskern von Saint Emilion ist. Der Weinberg von 20 ha liegt an den Südhängen der
Cote von St. Emilion. Sand- und Lehmboden, kurz vor dem Ende der Appellation St. Emilion im
Übergang zu Castillon. 70% Merlot, 30% Cabernet Franc. Sehr süße SchwarzkirschenAmarenakirschnase. Süße Brombeere, dann kommt Cassis, ein bisschen rote Kirsche.
Hocharomatisch, sehr duftig, weich, üppig und doch schöne Rasse zeigend. Extrem charmant.
Schöne reife Pflaume und Pflaumenkompott gefolgt von einem Hauch Mango und Netzmelone.
Im Mund dann sehr rassig und auch rote Frucht, rote Kirsche, Schattenmorelle, schwarze süße Kirsche, blonder
Tabak, sehr mineralisch. Die Cabernet Franc trägt viel zur Rassigkeit bei. Macht viel Freude, hat eine schöne Länge.
Ist kein Riese, aber ein schöner St.-Emilion-Wert, der für wahrscheinlich kleines Geld viel Spaß macht. (2016-2030)
MG 18: Feiner, schwarz- und rotbeeriger Duft mit wunderbaren Kräutern, einem Hauch Eukalyptus und LederTabak Noten. Am Gaumen ein köstlich süßes Fruchtbündel, pure schwarze Frucht, das ist raffinierte Sinnlichkeit,
wirkt klar, präzis, der ist so wunderbar schmackhaft, einfach unendlich gut. Das ist so ein liebenswertes Stück Natur,
das bei aller Schönheit niemals protzig wirkt. Es ist so ein Wein von dem man niemals satt wird, einen den man jeden
Tag trinken möchte, weil er niemals lang langweilig wird. Und – das wird sich zwar nie beweisen lassen – aber ich
habe das Gefühl dass Bioweine, wie dieser 2010 eine ganz besonders Ausstrahlung besitzen.
51
Bordeaux
Chateau Gazin / Pomerol
LOB 96-97: Schwarz, leicht rotvioletter Rand. Hochintensive Nase. Rasse, aber auch feine üppige Fülle von schwarzer und roter Kirsche. Dann kommt gelbe Frucht, Cassis. Der Wein singt und
tänzelt, sehr viel Rasse ausstrahlend, zugleich erhaben. Ein Zeichen von Größe. Rassig frischer
Mund. Zwetschge, Sauerkirsche, feine Milchschokolade, feine Länge. Rasse und Säure ziehen
sich in einen langen Abgang. Schönes dramatisches Finale. Der Wein hat irres Tannin, was kaum
zu spüren ist. Tolles Volumen, trotzdem eher zur Rasse neigend. Nicht die Dimension eines
Clinet, aber ein extrem guter Gazin. (2020-2055)
RP 93-95: Another remarkable effort from Gazin, the big, powerful, dense 2010 boasts an opaque purple color along with loads of black currant and kirsch-like fruit intermixed with licorice,
caramel, mocha and toasty oak. This seriously endowed, broodingly backward cuvee requires 68 years of cellaring and should keep for three decades or more.
WS 92-95: This sports some power, with dark fig, plum and blackberry fruit, but still stays silky, with perfumy black
tea gliding in on the finish. A lacing of iron shows some strength as well.
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feine florale Nuancen, eingelegte Kirschen, zart nach
Dörrzwetschken, einladende Nase; saftig, hochelegant, extraktsüß, finessenreichen Strukturbogen, präsente Tannine,
süße Beerenfrucht im Finish, bleibt sehr gut haften, gutes Entwicklungspotenzial, mineralischer Nachhall.
MG 19: Der Duft ist gewaltig tiefgründig und reich, fast opulent und dennoch in erster Linie elegant. Da ist konzentrierte schwarze Frucht begleitet von raffinierten mineralischen Terroir-Noten, wie Tabak, Leder und schwarze
Trüffel, das duftet so herrlich nach Pomerol. Im Antrunk wirkt er etwas süss, aber da ist auch jede Menge Rasse und
eine raffinierte Frische. Das Ganze wird getragen von einer mächtigen und doch sehr feinen Tanninstruktur, die
Balance ist perfekt und die Aromatik berauschend schön, grosser, hochkonzentrierter Gazin mit enormen Potential.
Der 2010er ist nicht so zugänglich wie der 2009er letztes Jahr, aber auf lange Sicht genauso gross, mindestens.
NM 94-95: Tasted at the Syndicat de Pomerol. Gazin has been on form in recent vintages. The 2010 has a very pure
bouquet with superb lift and purity: black cherries and raspberry, crushed stone underneath. The palate is full-bodied
with grippy tannins, very good acidity, compact and masculine, huge weight on the finish, great length and ambition.
Superb. Tasted April 2011.
Chateau Giscours 3eme Cru / Margaux
LOB 95-97: Dieser Wein wird von Jacques Boissenot vinifiziert, dem berühmtesten
Weinmacher und Oenologen aus dem Medoc, Weinmacher auch von Luc Thienpont und seinem
Clos des Quatre Vents, aber auch von allen 1er Crus aus dem Medoc. Schwarz mit leicht violettem Rand. Ungeheuer charmante, duftige, hochintensive Fruchtnase. Brombeere, Blaubeere,
Cassis, aber auch Banane und ein wenig Mango, dunkle belgische Pralinen, dann kommt
Butterpraline, und ganz tief dahinter wieder frische Zwetschge mit Schattenmorelle. Die Nase ist
wunderschön und erinnert an Barolo 2007. Im Mund weiß man nicht, was zuerst eintrifft.
Immense rassige Säure. Ganz fantastisch. Süße Walderdbeere, Mango, weiße Frucht, Kakao,
Milchschokolade, dominikanischer, heller Tabak, etwas Pfeffer, dann Salz und Steinmehl.
Schöner, langer Nachhall, tolle Verspieltheit. Ein Wein, der sich mit dem Clos des Quatre Vents
von Luc Thienpont messen muss, die gleiche Liga. So verspielt und rassig, wie er in diesem Jahr
ist, schlägt er noch den großen 2009er. Nicht an Rauzan Segla herankommend, aber nicht weit davon entfernt. Der
beste Giscours meiner Erinnerung. (2020-2055)
RP 92-95: It is a little unsettling to realize that 2009 and 2010 may be the greatest back to back Bordeaux vintages
produced in the history of the region. The over-achieving Giscours has turned in a great performance in 2010, which
possesses an opaque purple color as well as notes of licorice, black truffles, sweet blackberry and
cassis fruit, flowers and soil undertones. It is very full-bodied and exceptionally opulent, fat and
round, but the vintage’s acids, precision, high glycerin, alcohol and extract are all present. Give
it 2-3 years of cellaring and drink it over the following 25-30 years.
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, einladende, reife dunkle Beerenfrucht,
zart nach Herzkirschen, feiner Dörrobsttouch, Gewürze klingen an, Orangenzesten; saftig, seidige Tannine, reife Kirschen, finessenreicher Säurebogen, mittlere Komplexität, gutes
Entwicklungspotenzial.
52
Chateau Giscours 3eme Cru / Margaux
Bordeaux
MG 19: Da strahlen nebst konzentrierter, reifer Frucht so herrliche Kräuter aus dem Glas, dazu
Leder, Tabak und schwarze Trüffel, der Duft ist gigantisch komplex. Am Gaumen besticht er
zuerst einmal mit Finesse, kommt so wunderbar leichtfüssig daher, die Aromatik ist edel und
sinnlich, das ist grandioser Margaux, der Wein ist unendlich gut, präzis, nobel und charmant, eine köstliche
Delikatesse, dazu spektakulär rassig und mit grosser Ausstrahlung. Er erinnert ähnlich wie sein „Bruder“ du Tertre
an den herrlichen 2000er.
NM 92-94: Tasted twice at the chateau and the UGC, a blend of 71% Cabernet Sauvignon (the highest ever) and
29% Merlot that cropped at 25-27hl/ha. It has a pH of 3.6 and 13.7% alcohol. I must say, I really love the purity on
this nose as dark cherries, cassis and crushed flower soar from the glass. Very fine delineation here. The palate is
medium-bodied with very silky smooth tannins, almost Burgundian in texture. Lovely poise and focus, long in the
mouth, this is the finest Giscours in a long time.
JS 94-95: This is very structured and muscular with a lots of toasty new wood showing now but if you dig deep you
see a rich and beautiful fruit and velvety tannin structure. Is this the new 1970? Very sexy.
Vinum 18: Klassische Nase von Blüten und Himbeere; dicht und doch delikat, voluminös, aber auch mit Tiefe, vor
allem aber ellenlang, herrlich feinkörnige Tannine; großer Sinnlicher, kompletter Giscours auf dem Niveau der allerbesten Jahrgänge.
Chateau Gloria Cru Bourgeois / Saint Julien
LOB 93-94+: 63% Cabernet Sauvignon, 26% Merlot, 5% Cabernet Franc, 6% Petit Verdot. Sehr
reife schwarz- und rofruchtige Nase mit feinem Holz, gegrilltem Fleisch. Etwas eindimensional,
nicht so komplex wie der St. Pierre der gleichen Besitzer, aber sehr lecker und sehr charmant.
Sehr schöner rassiger Antrunk. Feine Säure zieht sich durch. Geschliffenes Tannin, etwas trocken. Mehr rote als
schwarze Frucht. Tänzelt, macht Spaß. Wird ein sehr schöner St. Julien auf gleich hohem Niveau wie Chateau Du
Glana, vielleicht sogar ein wenig erwachsener, ein wenig erhabener. (2017-2035)
RP 91-93: A sensational effort, the 2010 Gloria may turn out to be the finest wine they have made since 1982, although the 2009 is a serious contender for that honor as well. A bigger than life as well as more backward than normal offering, the 2010 exhibits an inky/purple color along with an opulent display of black currants, jammy cherries,
licorice, cedar and roasted herbs. Some serious tannin gives the wine grip, but this is a full-bodied, big, thick, wellproportioned, super-endowed Gloria that will benefit from 2-3 years of cellaring and keep for two decades.
WS 92-95: Mouthfilling, with a core of plum and black currant fruit that expands in the mouth, while tobacco, graphite and roasted fig notes filling in. Long, with a dark tarry edge on the finish.
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, süßes dunkles Beerenkonfit, zarter Honigtouch, feines
Schokokaramell, sehr attraktiv; stoffig, extraktsüß, präsente Tannine, elegant und anhaltend, finessenreiches
Säurespiel, balanciert und mit einigem Potenzial ausgestattet.
NM 94-96: Tasted at a negociant, the Gloria ‘10 has a well-defined bouquet, very precise with ripe blackberry, raspberry, cedar and graphite. Good intensity, very crisp and focused. The palate is medium-bodied with chalky tannins,
very good acidity, reserved and focused with a very powerful finish of blackberry, graphite and tobacco. Long in the
mouth, this is a great Gloria for long-term ageing.
Chateau Gracia Grand Cru / Saint Emilion
LOB 94-95: Sattes Schwarzrubin. Mineralität pur im ersten Geruch, Salz, Steinmehl, Asphalt, dann Brombeere und
Schwarzkirsche, leichtes Garrigue und Kräuter der Provence. Staubiger Schokoladenmund, Fleur de Sel satt, ungeheuer mineralisch, Schwarzkirsche und Cassis nebst Valrhona im Finale, eindrucksvoller Monolit! (2018-2045)
RP 95-98: It is a shame that former stonemason (now retired) Michel Gracia has so little wine
to sell. With less than 5 acres of vines, and ridiculously low crop yields of 22 hectoliters per hectare, there will only be 5,400 bottles of the 2010 Gracia, which achieved 14.5% natural alcohol.
Reminiscent of Ausone (even though the blend of 75% Merlot, 20% Cabernet Franc and 5%
Cabernet Sauvignon is different), the 2010 Gracia boasts an inky/purple color as well as an
unmistakable rock-like liqueur, loads of blueberry, black raspberry and blackberry fruit and hints
of camphor as well as truffles. With great intensity, full-bodied power, stunning length and texture and huge tannins, this cuvee needs 7-10 years of cellaring and should keep for three decades or more.
53
Bordeaux
Chateau Grand Puy Ducasse 5eme Cru / Pauillac
LOB 93-94+: 60% Cabernet Sauvignon, 40% Merlot. 13,7% Alkohol. Fast klassische PauillacNase mit hoher Mineralität. Gesteinsmehl, dunkle Schokolade, Salzraspel, Rasse ausstrahlend.
Aber auch feine schwarzfruchtige Süße. Zwetschge nebst Cassis und Brombeere. Süß und doch
rassig und zugleich klassisch konzentriert und Pauillac-streng. Schöne Nase. Der Mund nicht
ganz so üppig, wie die Nase vermuten ließ, aber schöne Rasse zeigend. Auch hier wieder sehr
klassisch Pauillac, aber jahrgangsspezifisch, wie schon 2009, nicht nur fein, sondern auch viel
Charme aufweisend. Tolle Länge, schönes Spiel, rote und schwarze Frucht wechseln sich ab.
Großer Erfolg für Grand Puy Ducasse. Vorsichtig bewertet, Potenzial für mehr. (2018-2045)
RP 92-94: The recent resurrection and impressive quality emerging from Grand-Puy-Ducasse is
obvious in their prodigious 2010. An inky/blue/purple color is followed by abundant notes of
graphite, cassis and blueberry liqueur offered in an opaque, full-bodied, layered, structured wine.
This prodigious Pauillac may be the finest wine ever produced at this estate, and is undeniably
a sleeper of the vintage as it remains one of the finest values for a classified growth Pauillac. Give it 5-7 years of
cellaring and drink it over the following 25+ years. Bravo!
WS 90-93: Mouthfilling, with lots of fleshy crushed plum, blackberry and currant fruit pushed by dark tobacco and
roasted vanilla notes. Muscular, but rounded and showing good integration already.
PM 90-92: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zart balsamisch unterlegte, dunkle Beerenfrucht, schokoladige Nuancen, zarte ätherische Noten; saftig, süße Beerenfrucht, präsente Tannine, die ein Spur überextrahiert wirken, trocknet im Abgang etwas aus, mittlere Länge.
NM 90-92: A blend of 60% Cabernet Sauvignon and 40% Merlot, the Grand Puy Ducasse has a ripe, raspberry, redcurrant and wild strawberry bouquet, quite showy for a Pauillac but not close to the delineation of Grand Puy Lacoste
(for example.) The palate is medium-bodied with firm tannins, nicely balanced, not complex but a lot of fruité
towards the supple finish. This is a very fine Grand Puy Ducasse for medium rather than long-term drinking.
JS 92-93: Blueberry, currants and blackberries on the nose and palate. Full body, with velvety tannins and a long
finish. Very well done here.
Chateau Grand Puy Lacoste 5eme Cru / Pauillac
LOB 95-97: 83% Cabernet Sauvignon, 17% Merlot. 10.000 Stöcke pro Hektar, dicht bepflanzt.
50ha große Rebfläche auf 90 ha Gesamtfläche des Chateau. Monsieur Borie, der Bruder des
Besitzers von Ducru Beaucaillou ist der Regisseur und Besitzer. Noch mehr als Haut Batailley
hat Grand Puy Lacoste den Ruf, kraftvoll rassige Finesseweine zu machen. Violett mit schwarzen und roten Einflüssen, sehr glänzend, leuchtend. Hocharomatisch duftend. Frische
Zwetschgen, Veilchen, Rose, Walderdbeere, dann kommt viel Cassis und rote Johannisbeere, ein
Hauch Schwarzkirsche dahinter. Sehr aromatisch, sehr duftig, sehr rassig darunter. Voluminös
und doch fein und voller Finesse. Extrem duftige Nase, schreit nach einem großen
Burgunderglas. Am Gaumen ganz präzise Blaubeere, neben Veilchen, viel reife Kirsche, etwas Passionsfrucht. Im
Mund ist der Antrunk noch rassiger als bei Haut Batailley, fantastische Säure stützt Brombeere, Bitterschokolade,
kubanischen Tabak, Zedernholz, weißen Pfeffer. Schöne Mineralität mit leichtem Salz am Ende. Hochintensiv und
doch kraftvoll. Immer fein und doch voller Finesse bleibend. Ein Spaßmacher mit Größe. Ein Wein, der sich 2010
mit dem riesigen Clerc Milon messen kann und zum Feinsten der Appellation gehört. (2020-2050)
RP 93-96: The greatest Grand Puy Lacoste since the 2005, 2000 and 1990, the fabulous 2010 reveals all the hallmarks of this estate. It boasts a dense purple color along with classic notes of creme de cassis, blueberries,
blackberries, crushed rocks and flowers, sweet tannin and an exceptionally full-bodied and multilayered mouthfeel
as well as a boatload of tannin. Cellar it for a decade and drink it over the following three decades. Proprietor Xavier
Borie’s 2010 recalls the 2005.
WS 92-95: Juicy and still a bit compact, but with red currant, blackberry and roasted vanilla flavors. Shows the racy style of the vintage, with a solid core of fruit for balance. The pure, lengthy finish has nice polish, and this is rock-solid, with a flash of coffee at the end.
PM 92-94: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, frisches Beerenkonfit, frische Kirschen- und Weichselfrucht, feine Kräuterwürze; saftig, sehr lebendig, rassige
Säurestruktur, zitronige Nuancen, elegant, angenehme Extraktsüße im Hintergrund, bleibt gut
haften, hat Potenzial, wenn die Säure sich einbindet.
54
Chateau Grand Puy Lacoste 5eme Cru / Pauillac
Bordeaux
BD 19: Au chateau c’est une merveille d’equilibre et d’harmonie dans la puissance, avec une definition ideale de ce
terroir si apprecie de tous. Tres grande reussite, sans doute le plus parfait GPL des cinquante dernieres annees. Coup
de coeur.
MG 19+: Herrlich tiefgründiger, reicher, fast ins Opulente tendierender Duft, beeindruckend tiefgründig, schwarze
Trüffel ohne Ende, aber auch Leder, Tabak und feine animalische Noten, das alles hat locker noch Platz neben der
konzentrierten, traumhaft frischen schwarzen Beerenfrucht. Rassiger Auftritt, ein kleinste Monster von Wein, aber
wunderschön schlank und köstlich frisch, die Extraktsüsse ist ein Traum, sie Tanninstruktur ein Meisterwerk der
Natur, der geht in Richtung des genialen 89ers ist aber eine Nummer frischer, eleganter und auch konzentrierter, je
länger ich daran probiere, desto mehr steigert sich meine Begeisterung, das ist ein GPL wie ich ihn mir in meinen
schönsten Träumen vorstelle. Ich kenne einige grosse Jahrgänge von diesem Wein, aber keinen, der so perfekt ist.
Den muss man sich unbedingt in den Keller legen, braucht dann auch etwas Geduld, aber spätestens in 15 Jahren hat
man einen valablen Latour Ersatz.
NM 97-99: A blend of 83% Cabernet Sauvignon and 17% Merlot, the Grand Puy Lacoste ‘10 has 13.6% alcohol
with a total acidity of around 3.5gms/L. It has a very complex bouquet that I leave over 5 minutes to open, developing ripe blackberry, cassis, oyster shell and a faint tang of Japanese nori (seaweed.) Very good complexity. The palate is beautifully balanced, this GPL revelling in this vintage that countenances the Cabernet Sauvignon so much. Very
refined, powerful, beautifully focused with an unerring sense of symmetry. This is a magnificent Pauillac…bravo
Xavier.
JS 95-96: Lovely aromas already, with currants and blackberries. Full body, with very fine, yet dense tannins and a
rich finish. Reserved and sophisticated. Noble tannins.
Chateau Gruaud Larose 2eme Cru / Saint Julien
LOB 97-98: Wahnsinnige Nase. In der Nase nicht weit hinter Leoville Poyferre und St. Pierre
zurückbleibend. Sensationelles Spiel von roter, schwarzer und gelber Frucht. Schwarzkirsche,
rote Kirsche, frische Zwetschge zusammen mit Mango und Quitte. Sehr viel Rasse,
Gesteinsmehl, etwas Milchschokolade. Tolle Nase! Im Mund die volle Attacke. Super Säure,
extrem geschliffenes Tannin, schwarze und rote Frucht wechseln sich ab. Auch hier wieder sanfte Milchschokolade, Schwarz- und Rotkirsche wechseln mit Brombeere, Johannisbeere, Mango.
Alles tänzelt lang und rassig. Sensationeller Gruaud Larose. Der beste Jungwein, den ich hier je
probiert habe. Der pure Saft ohne Nachhilfe im Keller. Groß! (2020-2055)
RP 92-94: This gets my nod as the finest Gruaud Larose since the 2000 and 1990. The opaque purple-colored 2010
exhibits copious notes of Asian plum sauce, spice box, creme de cassis, loamy soil and a beefy/meaty character. It is
full-bodied, dense and powerful, with stunning purity and no evidence of brett (a characteristic of the great Gruaud
Larose wines made in the 1960s, 1970s and 1980s). Given the 2010’s tannin profile, it will require 5-8 years of cellaring and should keep for three decades thereafter.
WS 93-96: Offers a serious core of kirsch, blackberry and plum sauce notes, with velvety tannins taking over the
pure, violet-tinged finish, which has length and grace. Shows more elegance than most of its peers in this vintage.
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, süßes Bukett, zarter Touch von Dörrobst, feiner Honig,
Nuancen von Lakritze und Cassis, ein Hauch von Kräuterwürze; saftig, gute Komplexität, frischer Säurebogen, stoffig und süß im Nachhall, sicheres Entwicklungspotenzial.
BD 18-19: Nez complet, bel echantillon, reglisse, long, subtil, tres Saint- Julien, tres bien travaille, avec une finesse aussi impressionnante que sa puissance.
NM 92-94+: A blend of 66% Cabernet Sauvignon, 28% Merlot and 6% Petit Verdot, delivering 14 percent alcohol,
the Gruaud ‘10 has a very intense nose with blackberry, cassis and a touch of oyster shell. The palate is mediumbodied with very svelte tannins on the entry, a sumptuous Gruaud Larose that belies that structured underneath seamless towards the finish. This is a Gruaud Larose that is full of character and should age beautifully over 20 years.
This may merit a higher score after bottling, hence the plus sign.
JS 93-94: It like the finish on this wine with a blueberry, currant and citrus fruit character on the nose and palate.
Full and chewy with ultra-fine tannins and a bright acidity.
Vinum 18: Man ortet problemlos die typische, mineralische Gruaud-Nase und das klassische, majestätische, rauchige Tannine, das zusätzlich ungewöhnlichen Schliff und besondere Frische besitzt, das Finale hingegen ist ungewohnt reichhaltig und lang; vielschichtig, beeindruckend, voller Charakter.
55
Bordeaux
Chateau Guillot Clauzel / Pomerol
LOB 96+: Dieser winzige Weinberg neben Le Pin mit nur gut 1,5ha auf Kies und Sand mit dem
gleichen Terroir wie Le Pin ist zu 80% mit Merlot, zu 20% mit Cabernet Franc bepflanzt. Der
Ausbau findet zur Hälfte in neuem Barrique statt, nur 5.000 Flaschen werden erzeugt. In der
Nase glänzt schöne kühle Blaubeere. Feine, doch voluminöse Nase, vornehmlich rote Frucht,
Zwetschge, süße Kirsche, dann kommt Johannisbeere, Brombeere, sanfte Milchschokolade, florale Noten, Veilchen
und Rose. Sanft strömend. Süße und Rasse zugleich. Aber über allem große Harmonie. Auch im Mund hervorragende Balance und Harmonie als erster Eindruck. Rassige Schwarzfrucht, schwarze Kirsche, Brombeere. Hohe
Mineralität. Dann erst kommt die schöne singende Säure von der Cabernet Franc. Lakritze. Butterweiches, üppiges
Tannin, Glyzerin und guter Alkohol. Alles passt gut zusammen. Der Wein hallt minutenlang nach. Sanfter Druck
überall spürbar. Ein Langläufer, ein Wolf im Schafspelz. Kein Riese, aber Pomerol in feinster Art, archetypisch,
macht ungeheuer Spaß. Füllig üppig, schon einer der extrem gut gelungenen Pomerol. Kann mit dem 2009er mithalten, und der war schon eine Sensation. Die rassige Säure macht diese Extradimension. Toller Wein. (2016-2040)
RG 18: Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Ausladendes Bouquet mit schwarzen Kirschen und
Holunder, reife Frucht mit warmer Ausstrahlung. Im Gaumen cremig, weich mit opulenter Textur, gebündeltes
Finale, zeigt dort Lakritze a gogo. Wieder ein ganz grossartiger Wurf dieser Domaine die sich
zwischen Le Pin und Trotanoy befindet. Nach den 17/20 für den 2008er und den 18/20 für den
2009er gibt es hier eine Bestätigung für einen zuverlässigen Pomerol den es sehr ernst zu nehmen gilt. In seiner Qualitätskategorie dürfte das bei weitem der günstigste Pomerol unter den
ziemlich Grossen sein.
Chateau Guiraud 1er Grand Cru Classe (süß) / Sauternes
LOB 95-97: Honigmelone, Karamell, Grapefruit, Birne und Pfirsich, satter Ansturm. Toll frischer Mund neben honigartigem Fluss, hohe Intensität, eindrucksvoller und fast fetter Süßwein.
(2015-2100)
RG 20: Mittleres Gelb, erster Goldschimmer. Intensives, reiches Bouquet mit herrlicher Williamsbirnennote, ein
Hauch Grapefruit, darüber ausladende Aprikosen- und Pfirsichsüsse sowie frisch geschleuderter Honig. Reicher
Gaumenbeginn, rubenshafte Fülle, opulenter Fluss, perfekte Reife, intelligente Mineralik.
BD 19: Plus lactique ou plus proche du ferment que d’autres mais avec une grande droiture, plein, de l’alcool, de la
puissance, du style, de l’avenir. Grande matiere.
MG 19: Bei der ersten Probe kam er mir vergleichsweise etwas breit vor, ich fand nicht ganz die Rasse der besten
Sauternes des Jahrgangs. Bei einer weiteren Probe wurde aber klar, dass er doch zu den allerbesten Sauternes des
Jahrgangs gehört. Er ist auf dem gleichen Niveau wie Rieussec und Suduiraut, aber sehr viel preiswerter. Opulenter
Duft von reifen Tropenfrüchten, zartes Vanille und ein Hauch Honig. Auch am Gaumen beginnt er wuchtig, ein
gigantisches Konzentrat, im Hintergrund ist aber auch jede Menge feine Rasse, der wird seinen Weg machen, braucht
etwas mehr Zeit, hat aber gewaltig Potential, ein Sauternes für die Ewigkeit.
Chateau Haut Bages Liberal 5eme Cru / Pauillac
LOB 95-96+: 70% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot. 13,6% Alkohol. Sehr rassige Nase,
schwarze und rote Frucht. Frische Zwetschge mit schwarzer und roter Kirsche, auch
Schattenmorelle, ein wenig Mango. Tolle Rasse zeigend. Sehr schöne Milchschokolade. Die
Nase macht ungeheure Freude, burgundisch, fast dramatisch schön. Im Antrunk ähnlich rassig wie die Nase. Tolle
Säure, sehr mineralisch. Feines Salz, eher schlank und voller Finesse, tänzelnd. Die Nase ließ mehr Volumen erwarten, aber dieser Wein geht voll zur Finesse, Rasse und Feinheit. Grandioser Erfolg! (2020-2050)
RP 91-93+: The finest Haut-Bages-Liberal I have tasted in many years, this sleeper of the vintage exhibits a
blue/purple hue as well as projected aromatics of blue and black fruits, spring flowers and subtle background oak.
Full-bodied with moderately high tannins, a layered mouthfeel and a long finish, it should be at its best between 2017
and 2035.
WS 91-94: Shows friendly mocha and roasted tobacco up front, followed by a mouthfilling core of blackberry, plum
and cassis. The dense but velvety finish has nice latent grip.
RG 18: 72% Cabernet Sauvignon, 28 % Merlot. Kleine Ernte: –25%. Sattes Purpur-Granat. Nobles Cassis- und
Fliederbouquet, vielschichtig, mit parfümierter Fruchtwürze, geradlinig, direkt. Langer Körperbau mit feinen
Muskeln, gut stützendes Extrakt, ein Tanz von blauen Beeren, noch leicht aufrauend, aber mit sehr gutem Potenzial.
Es gibt nicht mehr viele günstige Alternativen im immer teurer werdenden Pauillac, dieser aber ist eine davon!
56
Chateau Haut Bages Liberal 5eme Cru / Pauillac
Bordeaux
PM 91-93: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, mit dunkler Schokolade
unterlegte Zwetschkenfrucht, zart nach Dörrobst, angenehme balsamische Würze; süße
Kirschenfrucht, lebendige Struktur, finessenreich und trinkanimierend, extraktsüßer Nachhall,
gastronomischer Stil.
JS 92-93: A balanced young wine, with smoky, blackberry and chewy aromas and flavors. Full and velvety, with a
fresh finish.
Chateau Haut Bailly / Pessac Leognan
LOB 97-99: Schwarz mit leicht violettem Rand. Schwarze, extrem schokoladige Pralinennase
mit Brombeere und Cassis unterlegt, schwarze Kirsche, feine Süße. Etwas Teer dazu, ein Hauch
Orangenschale. Betörende wuchtige, kraftvolle Nase. Hohe Fruchtintensität im Mund, schwarze
Schokolade mit Brombeere, singende Cassis, Mango-Nutella. Ein wenig rote Johannisbeere darunter. Sehr viel Teer, gegrilltes Fleisch, hohe Spannung. Immenser Wein, aber in dieser frühen
Form präsentiert er sich für einen Haut Bailly sogar erstaunlich lecker und trinkbar. Extrem
hohes Tannin, sicher einer der tanninreichsten Weine. Mit dieser hohen Säure hält er eine tolle
Spannung und das butterweiche Tannin und der hohe Alkohol verhelfen ihm zu einer guten
Harmonie. Sehr schöner, ganz großer Haut Bailly. (2022-2055)
RP 95-97: Proprietor Robert Wilmers and general manager/winemaker Veronique Sanders have
done an extraordinary job at this estate, which has now become one of the superstars of
Bordeaux as recent vintages have admirably demonstrated. An opulently styled effort, the
blue/purple-hued 2010 offers a sweet kiss of graphite, charcoal, black cherries, black currants
and compelling forest floor-like notes. A seamless integration of acidity, tannin, alcohol and oak is found in this fullbodied yet delicate, precise 2010. There is plenty of tannin but it is well-hidden behind the extravagant quantity of
fruit. Give it 5-7 years and drink it over the following 35-40 years.
RG 19: Dichtes Purpur mit schwarzem und violettem Schimmer. Nobles, floral parfümiertes Bouquet, von reifem,
fast cremigem Cabernet geprägt, dazu Veilchen und Cassis, tolle Tabak-/Terroir-Würze. Komplexer Gaumen, extrem
dicht und doch schon angenehm stoffig, Tabak und Trüffel im Untergrund. Tiefschürfender Haut-Bailly mit
Charakter und enormem Potenzial für garantiert 50 Jahre.
PM 93-95: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, mit feinem Schokoladetouch unterlegte dunkle
Beerenfrucht, noch verhalten, ein Hauch von Gewürzen und ätherischen Ölen; komplex, fest strukturiert, präsente
Tannine, mineralisch und anhaltend, noch sehr zurückhaltend, großes Zukunftspotenzial, ein Vin de Garde.
BD 18-19: Boise vanille flatteur, grande ampleur de corps et de texture, alcool genereux, mur, tannin ferme, de la
matiere et du style, et d’immenses promesses pour le long vieillissement.
MG 20: Das ist pure Raffinesse, was da aus dem Glas strahlt, der Duft ist enorm konzentriert, dennoch total fein,
zart, filigran, da ist alles, was man sich von einem grossen Bordeaux nur wünschen kann, ein feines Parfüm, komponiert aus 1000 edlen Einzelteilen. Schon im Antrunk begeistert die sensationell feine Tanninstruktur, dann die irre
Rasse und die monumentale Extraktsüsse als Gegenpol. Die Vielfalt ist eindrücklich, das ist ein wahres
Aromenspektakel, aber der Wein ist zuerst einmal unbeschreiblich fein und betörend sinnlich. Ob er tatsächlich noch
besser ist, als die letzten, bereits überragenden Jahrgänge von Haut-Bailly wird die Zukunft zeigen, auf jeden Fall
spielt er in der gleichen Liga wie die Premiers.
NM 92-95: The nose is very dense and rather introspective at first, gradually unfurling in the glass with blackberry,
boysenberry and a slight “clayey” aroma that moves towards coca with continued aeration. The palate is full-bodied
and very powerful, very structured and tannic although the tannins and not quite as fine as say, Smith Haut-Lafitte
or Pape-Clement. Touches of graphite linger on the aftertaste. The sample at the Chateau needed a little more tension and precision...the sample at the UGC gave it to me!
JS 95-96: Wow. What a superb nose of blackberries, flowers and licorice. Full bodied,
with a powerful palate of super rich fruit yet bright tannins and loads of blackberries and
ctirus on the finish. This is really structural with amazing purity of fruit. It is so direct
and powerful. Chic brick house of a wine. 62 Cabernet Sauvignon, 36 Merlot and 2
Cabernet Franc.
57
Bordeaux
Chateau Haut Ballet / Fronsac
LOB 94+: Weingut von Olivier Decelle, dem auch Haut Maurac im Haut-Medoc, sowie Jean
Faure in St. Emilion gehören. Auf Muschelkalk gewachsene alte Reben. Grandioses Terroir mit
100% Merlot. Gepflanzt mit 9.000 Stöcken pro Hektar, sehr dicht. Sehr respektvolle Extraktion.
Kein Überpumpen, keine Presse, alles im natürlichen Fluss und in reiner Handarbeit. Späte Lese
aber keinerlei Überreife, und wie alle großen Weine des Jahres, sehr zurückhaltende Arbeit bei
der Kellerarbeit. Sehr dunkle Nase, extrem dicht. Ein Hauch Amarenakirsche, Kirschlikör,
Brombeere, Cassis, dunkel und süß, hocharomatisch, fein, Rasse zeigend. Süße
Schwarzkirschkonfitüre, dann obsiegt die süße Brombeere. Etwas Lakritze, dunkle kubanische
Tabake. Sehr fein, hocharomatisch. Im Mund deutlich zur schwarzen Kirsche tendierend, süße
Maulbeere und rassige Johannisbeere, Veilchen, ein Hauch süße Blaubeere, etwas Teer. Viel
Rasse, tolle Säure, die sich lang durchzieht. Grandioses Finale. Immer auf der süßen Frucht bleibend. Extrem lecker. Immenses butterweiches Tannin. Großer Fronsac. Noch besser als der sensationelle 2009er und vielleicht der beste Fronsac, den ich bisher probiert habe. Super Wein. (2016-2032)
MG 19: 100% Merlot, alte Reben, mit 9000 Rebstöcken pro Hektar sehr dicht gepflanzt, grandioses Muschelkalk
Terroir zuoberst auf der Kuppe von Fronsac. Der Einzige Rebberg weit und breit, der gepflügt und nicht mit
Herbiziden behandelt wird. Alles Handarbeit und schonende Weinbereitung ohne pumpen sind hier so selbstverständlich wie auch auf perfekt reifes, kerngesundes aber auch nicht überreifes Traubengut geachtet wird. Allerdings
hat schon der sensationelle 2009er Haut Ballet gezeigt, eindrücklich gezeigt, dass in Fronsac Weine wachsen können, die es mit der absoluten Spitze von Bordeaux durchaus aufnehmen können. Und der 2010er ist eher noch höher
einzustufen, als der 2009er. Er zeigt sich etwas mehr von der klassischen Seite, obwohl auch hier der Reifegrad absolut perfekt ist. Das wird ein Langstreckenläufer, der noch unglaubliche Raffinesse zum Vorschein bringen wird. Seine
Entwicklung in den nächsten 20 Jahren zu verfolgen wird ein spannendes Erlebnis. Der strahlt so verschmitzt aus
dem Glas, ein geniales Fruchtbündel, eindrücklich konzentriert, dennoch sympathisch schlicht, pure Frische in
Kombination mit raffinierter Süsse und genialer Mineralität, dazu ganz feine animalische Noten und wunderbare
Würze. Ich liebe diese strahlende Klarheit, diese noble Schlichtheit, bei gleichzeitig enormer Konzentration. Der
Wein hat Charme ohne Ende, was für eine geniale Saftigkeit, der Wein schwebt wie eine Feder über die Zunge,
hinterlässt Aromen ohne Ende, alles wirkt extrem fein, filigran und dennoch intensiv und reich. Seine geschmeidige, cremige Art fasziniert ganz besonders. Dennoch sind da Tannine ohne Ende, aber geradezu sensationell feine und
im Massen köstlich süssen Extraktes verpackt. Meinen herzhaften Applaus quittiert er mit einem himmlischen, raffiniert komplexen, minutenlangen Nachhall.
Chateau Haut Batailley 5eme Cru / Pauillac
LOB 94-95+: 78% Cabernet Sauvignon, 22% Merlot. 40hl/ha, vom 2.-12-. Oktober recht spät
geerntet. 10.000 Stöcke pro Hektar, sehr dicht bepflanzt. Nur 22 ha groß, 35jähriges
Durchschnittsalter der Reben. Dieses zweite Weingut von Monsieur Borie (GPL) ist immer ein
Ausbund an Finesse, oft feiner als GPL, ich bin gespannt auf diesen Jahrgang. Glänzendes
Schwarz Rubinrot. Rassig feine Nase, Milchschokolade, schwarze Kirsche, schwarze
Johannisbeere. Alles sehr zart, duftig, sehr charmant, mit Rasse unterlegt. Ein Traumwein mit
burgundischer Nase. Mehr zu Burgund als sonst manchmal zu Chateauneuf du Pape tendierend,
aber extrem duftig. Schon die Nase macht viel Freude. Im Mund wie so oft etwas mittiger als
Grand Puy Lacoste, schöne innere Konzentration, mehr schwarze Früchte, Brombeere, Cassis,
dunkle Milchschokolade, Praline. Die feine Fruchtsäure zieht sich wunderbar durch. Vom
Beginn an eine tolle Länge, darum herum tanzen die gute Frucht und die molligen Tannine. Der
Wein macht viel Freude, sehr gelungen. In einem erwartet fetten Jahr, in Wirklichkeit ein schlanker Riese. Toller Erfolg. (2020-2050)
MG 18+: Der strahlt so traumhaft charmant aus dem Glas, glänzt mit köstlich reifer Frucht, feinen
Kräutervariationen und einem Hauch Lakritze. Sehr schlanker, köstlich süsser, tänzerisch leichter Gaumen, wunderschön saftig macht sehr viel Trinkspass. Das ist echt grandioser Pauillac, er hat es vielleicht neben dem phänomenalen GPL etwas schwer, aber die Gefahr ist gross, dass man ihn unterschätzt. Der trägt aber auch die Handschrift
von François-Xavier Borie, ist noch feiner, als der herrliche 2009er und damit wohl der beste Haut-Batailley überhaupt. Er wird schon Hochgenuss bieten, während der GPL noch einige Jahre in seiner Schlafphase verharrt. In 15
Jahren, zuerst ein Haut-Batailley, dann ein GPL, das wird mit Sicherheit ein unvergesslicher Weinabend.
58
Chateau Haut Batailley 5eme Cru / Pauillac
Bordeaux
NM 92-94: The Haut-Batailley ‘10 is a blend of 78% Cabernet Sauvignon and 22% Merlot. It
has what you might describe as a very “natural” bouquet with wild blackberry, raspberry, just a
touch of pencil lead and wet limestone. Not an intense nose, but very well defined. The palate is
medium-bodied with very precise tannins, good acidity, just a little hardness at the front-palate, but this will soften.
The backbone is very impressive, the finish very masculine, classic, the Cabernet Sauvignon dominating and imparting great purity and expression of terroir. Superb. As always, one of Pauillac’s over-looked gems.
JS 92-93: An impressive intensity of fruit here, with blueberries and lemon character. Full and very well-integrated,
with ultra-fine tannins and a long, long finish. Better than 2000?
Chateau Haut Bergey Rouge Cru Classe / Pessac Leognan
LOB 92-94: Sehr dunkles Rubinrot, etwas undurchsichtig. Von Pflaume geprägte Nase, auch
etwas Kirsche. Schönes Volumen zeigend, feine Süße. Eher üppig ausfallend, dennoch ausreichend frisch. Feine Rasse im Mund, aber auch gutes Volumen. Walderdbeeren, reife Pflaume,
süße Himbeere, auch ein wenig schwarze und rote Johannisbeere, etwas Gesteinsmehl, feine
Würze, Thymian. Insgesamt gut gelungen. Harmonisch. Schöner Wein ohne Größe. Kann je
nach Preis spannend sein. (2017-2040)
RP 92-94: This estate is well-worth following given the fact that is always a realistic value and in most top vintages
an over-achiever as well. Owned by the Garcin family, the 2010 Haut-Bergey (from a vineyard near Haut-Bailly) is
composed of 70% Cabernet Sauvignon and 30% Merlot (unusual for this area). Possessing a deep ruby/purple hue
as well as notes of creosote, charcoal, tobacco leaf, black currants and cherries, this sleeper of the vintage is opulent
and luscious with a multilayered texture. Surprisingly forward with excellent freshness and depth, no hard edges, and
a heady finish, it can be enjoyed over the next 10-12 years.
WS 92-95: Seriously ripe, with dense, succulent plum and black currant fruit paste notes, laced with extra spice,
anise and tar. This has great drive and cut, and is still a bit compact. Seems set for the longer haul. A seriously good
showing for this estate.
NM 92-94: A blend of 65% and 70% Merlot, the Haut-Bergey 2010 has a very attractive bouquet, very pure with
blackberry sorbet, raspberry and wild strawberry. Good definition. The palate is full-bodied with a svelte, silky
smooth texture, good acidity, very harmonious with admirable purity. Caressing on the finish. I think that this has
great potential.
JS 92-93: This is a wine that shows lots of chocolate, tobacco and currants. Full body, with velvety tannins and a
long finish. All there.
59
Bordeaux
Chateau Haut Brion 1er Cru / Pessac Leognan
LOB 98-100: 57% Cabernet Sauvignon, 23% Merlot, 20% Cabernet Franc. Undurchsichtig
schwarz. Es gab einen wesentlichen geringeren Anteil an Merlot zugunsten des Drittweins, um
den Alkohol nicht weiter in die Höhe zu treiben. Der Ertrag liegt zwischen 35 und 40 hl/ ha.
Immense Schwarzfrucht, fast pure Brombeere, mit satter Blaubeere unterlegt. Gegrilltes Fleisch,
nicht ganz so sehr Richtung Rasse mit Johannisbeere wie der La Mission. Hier mehr in die volle
Wucht, erinnert stark an den Allary Haut Brion, den Nachbarn, der bis 2008 Teil des Haut Brion
war. Ganz süß, aber nie klebrig, nie marmeladig. Wunderschöne Vanille vom Holz zieht sich
durch. Dann frische Zwetschge, dunkle Pralinen, ein Hauch von Erdbeermarmelade, aber dennoch frisch bleibend. Im Mund ähnlich schwarze Frucht, Schwarzkirsche, Brombeere, rassige
Säure, wuchtig und zugleich raffiniert. Nicht ganz so komplex wie der irre La Mission, aber
hocheindrucksvoll. Und groß! Macht Spaß. (2025-2075)
RP 98-100: Following a harvest that finished on October 10, Haut-Brion produced a 2010 that
should turn out to be one of its all-time greats ... an amazing feat given what they have accomplished over recent vintages. A blend of 57% Cabernet Sauvignon, 23% Merlot and the rest
Cabernet Franc that came in at 14.6% alcohol, the 2010 boasts an opaque purple color as well as a gorgeous perfume of scorched earth/burning embers, blueberries, black currant liqueur and crushed rocks. Full and opulent with
nobility, finesse, purity and elegance, this amazing effort possesses extraordinary levels of extract as well as formidable, but sweet, well-integrated tannins. It requires 8-10 years of cellaring and should drink well for 50+ years.
WS 96-99: Sappy, dense and packed, with layers of kirsch, melted licorice snap, anise and black tea. Just as dense,
if not more so, on the finish, with extra tar, violet and blackberry confiture. There’s massive grip on the back end,
but this is velvety and caressing. Easily the most backward of the first-growths at this stage. Tasted non-blind.
RG 19: 57 % Cabernet Sauvignon, 23 % Merlot, 20 % perfekter Ca- bernet Franc, Ertrag: 39 hl/ha. Sehr dunkles
Purpur mit lila Reflexen in der satten Mitte. Feinduftiges Bouquet, rote Pflau- men, blaue Beeren und schwarze
Fruchtnoten, nach und nach mit den klassischen Gewürznoten von Havanna, Zeder, Mokka und dunklen
Edelhölzern. Erstaunlich saftiger Gaumen mit feinem, fast zartem Stoff, schwarze Kirschen und Lakritze, gebündeltes, harmonisches Finale mit viel Rückaromatik. Schon präsenter als La Mission, aber mit grossem Potenzial.
PM 98-100: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feinwüzig unterlegte dunkle Beerenfrucht, noch etwas verhalten, zart nach Edelholz, ein Hauch von orientalischen Gewürzen; kompakt, feine rote Waldbeerfrucht, präsente
Tannine unterlegt, feste Struktur, alles bereits am richtigen Platz, salzig-mineralischer Abgang, bleibt sehr gut haften, Nuancen von Valrhona-Schokolade im Finale, großes Zukunftspotenzial. Vin de Garde. 30% weniger Menge als
in 2009.
BD 19-19,5: Monumentalite propre aux domaines Dillon dans un millesime favorable a des vins de grande envergure, tannin plus dense que Mission, un peu plus d’austerite en finale mais sans la moindre agressivite, sensation de
concentration de matiere impossible a traduire en mots, vin grandiose mais qui demandera peut etre un demi siecle
pour prendre une forme moins intimidante!
NM 96-98: A blend of 23% Merlot, 47% Cabernet Sauvignon and 20% Cabernet Franc, this has a quintessential
Haut-Brion nose with that trait of fresh black olives defining the nose straight out of the blocks. It is a little less opulent than La Mission but with slightly better clarity at this stage. The palate displays very fine, succulent tannins and
like the La Mission there is a Pauillac-like personality thanks to the graphite imparted by the ripe Cabernet
Sauvignon. Wonderful definition towards the finish. This is
a superb Haut-Brion.
JS 97-98: Wonderful aromas of dark fruits with sweet
tobacco and lilac character. Blackberries too. Amazing
nose. This is tight and powerful with beautiful tannins and
a racy structure. It lasts for minutes. Super refined yet
muscular style of Haut-Brion due to a much lower percentage of Merlot in the blend. I like the 2009 better. Its more
typical. This is 57 percent Cabernet Sauvignon, 23 percent
Merlot and 20 percent Cabernet Franc.
60
Chateau Haut Brion Blanc 1er Cru / Pessac Leognan
Bordeaux
LOB 97-98+: 14% Alkohol. 45% Semillon, 55% Sauvignon Blanc. Duftig weich, aber immens
strömend. Reife Williamsbirne, schöner mürber Apfel, Quittengelee, etwas Harz, Tanne,
Orangenschale und Wacholder. Sehr geschmeidiger Mund. Nicht so rassig wie der La Mission
blanc, mehr Charme, runder. Perfekt eingebunden. Der Wein hat vielleicht mehr Erhabenheit, ist
dafür nicht so extrem rassig. Groß, aber nicht so spannend wie der La Mission blanc. (20202055)
RP 94-97: A blend of 54% Sauvignon Blanc and 46% Semillon, this singular, compelling white
exhibits notes of orange blossoms, lemons, melons, crushed rocks, spice and flowers. It is a sensational, provocative, full-bodied dry white to enjoy over the next 40 years.
WS 94–97: It favors Sauvignon Blanc, with 54 percent of the blend matched with 46 percent Sémillon. Right now
it shows more clarity than the La Mission white, with bright honeysuckle, green fig, verbena and green plum notes.
The gorgeous finish just glides through, with the cut buried deep. It’s long and stony, with impressive definition already.
BD 19-20: La petite proportion supplementaire de sauvignon donne au nez d’autres nuances aromatiques, plus proche des fruits jaunes (abricot) que blancs, ensemble magnifique et encore une fois sans rival en densite percue de
matiere et en prolongement en bouche de la noblesse du nez et de la texture.
MG 20: Der ist fast noch intensiver in der Nase, als La Mission, wirkt aber auch wieder total fein, sagenhaft raffiniert, trotz enormer Konzentration ist das ein sublimes Parfüm. Ein Gaumenfluss wie Samt und Seide, aber da sind
Tannine ohne Ende, die Konzentration ist enorm, ein gigantisches Powerbündel, da ist alles was man sich für einen
grossen Wein wünscht im Überfluss vorhanden, dennoch ist von nichts zu viel, nichts ist aufdringlich, das ist unendlich eindrücklich, ein Überwein. Der erinnert in jeder Beziehung sehr stark an den 61er und ist damit einer der allerbesten Haut-Brion die ich kenne.
NM 93-95: A blend of 35% Semillon and 54% Sauvignon Blanc, the Haut-Brion Blanc has a little more attack on
the nose compared to the La Mission Blanc with notes of grapefruit, linden, a touch of brioche and cooking apple.
The Semillon is pronounced even though the blend is more Sauvignon Blanc. The palate is well defined with more
volume and flavour than the La Mission Blanc, with lovely citrus lemon, crushed stone and green lime flavours that
persist long in the mouth. Excellent.
JS 100: This insane. I am speechless. It twists your palate with so much character and
intensity. Better than the 2005 and I gave it 100 points. Full yet refined. Intense yet reserved. It’s a wine of intense contrasts of tropical fruits and citrus. Bright and intense acidity, but it’s all in balance.
Chateau Haut Maurac Cru Bourgeois / Haut Medoc
LOB 94+: Das Weingut von Olivier Decelle, dem Besitzer von Jean Faure in Saint Emilion. Er
kaufte den Besitz mit altem Rebbestand auf Grund des überragenden Terroirs. Haut Maurac ist
im dritten Jahr eines massiven Qualitätsanstiegs. 65% Merlot, 30% Cabernet Sauvignon, 5%
Malbec. Schwarz Rubinrot. Feine charmante Schwarzkirschfrucht mit süßer Brombeere. Sehr
fein. Dunkle Schokolade. Sehr auf der Fruchtseite. Charmant, lang, rassig, süß und zugleich
schöne Frische zeigend. Reifes Kompott mit frischer Komponente. Rassig und zugleich süßer
Mund. Schwarze und rote Kirsche, Cassis, Maulbeere, Brombeere. Darunter Praline,
Gesteinsmehl, sehr viel Salz, hohe Mineralität. Lang und rassig zugleich, wunderschön in der
süßen Frucht. Keinerlei bittere Tannine. Weich, geschliffen, aber satt. Ein traumhafter Wert im
Haut-Medoc. Eine kleine Sensation in Frische, Süße und Charme bei zugleich viel Rasse und
Länge. Toller Wert, noch klar vor Charmail und nicht weit hinter Bellegrave, dem diesjährigen
Primus im Haut-Medoc. (2017-2035)
WS 89-92: This is nicely packed, with a solid core of black currant and plum fruit, liberally laced with dark licorice and tobacco. Lightly chalky tannins move underneath.
RG 18: Extrem dunkles Purpur. Florales, würziges Cabernet–Bouquet, Tabaknoten, schwarzer Pfeffer. Fleischiger
Gaumen mit gutem Rückhalt und stützender Adstringenz. Wieder ein grossartiger Wurf für intelligente Budget–
Bordeaux–Geniesser.
61
Bordeaux
Chateau Haut Maurac Cru Bourgeois / Haut Medoc
MG 19: Alleine schon vom Lagenpotential her gehört dieses Weingut zu den absoluten Top
Weingütern im Médoc. Wenn man weiss mit welcher Hingabe der Qualitätsfanatiker Olivier
Decelle seine Weine erzeugt, ist zum Vornherein klar, dass hier ganz grosse Weine entstehen
müssen. 2008 war bereits ein erster Meilenstein in der noch jungen Geschichte des Weingutes. Dass der 2009ich. Der
2010er hingegen übertrifft nicht nur 2009 sondern sogar meine sehr hoch angesiedelten Erwartungen. Der Duft ist
wunderbar fein, strahlt herrliche Frische aus, wirkt sehr klassisch, präzis und mit viel Charme auch sehr sinnlich, das
ist der Duft eines ganz, ganz grossen Bordeaux. Eine köstliche Delikatesse am Gaumen, enorm konzentriert und
doch sehr fein, überaus schmackhaft, was für eine sublime Aromatik, der Wein kommt so wunderbar tänzerisch
daher, hat sehr viel Saft und jede Menge cremigen Schmelz. Das Ganze baut sich auf satte, aber geschliffen feine,
perfekt ins köstlich süsse Extrakt eingebundene Tannine. Was für ein himmlisches Trinkvergnügen, das ist pure
Noblesse, dennoch bodenständig und mit einer liebenswürdigen Natürlichkeit.
Chateau Hosanna / Pomerol
LOB 97-98: Grandioser Pomerol, wenn auch leicht hinter Certan de May und La Fleur Petrus und Trotanoy zurück.
( 2020-2050)
RP 94-96: There are approximately 1,500 cases of this 80% Merlot/20% Cabernet Franc blend. Owned by Christian
Moueix, Hosanna was carved out of the old estate of Certan Giraud with the finest parcels going in to Hosanna. The
dense purple-hued 2010 exhibits a sweet bouquet of melted chocolate, black raspberries, black currants, coffee and
Asian plum sauce. Full-bodied and rich with serious tannin, good acidity and alcohol that must be pushing toward
14.5%, it will benefit from 2-3 years of cellaring and should last for 20-25 years.
WS 94-95: Almost flashy, with stunning fruitcake, licorice, blueberry and plum sauce flavors. There’s lots of definition already, with a gorgeous chocolate-filled finish. Merlot with 30 percent old-vine Cabernet Franc. Tasted nonblind.
RG 19: Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Zarte Fliedernoten, Brombeeren, fein dropsig, ein Hauch Caramel und helle Edelhölzer, dezente Speculatiusgebäcknoten dahinter. Sublimer Gaumen, höchst
cremig mit samtenen Tanninen, alles ist harmonisch zwei Drittel blaue Frucht, ein Drittel Würze. Royaler Pomerol
der Sonderklasse.
Chateau Jean Faure Grand Cru / Saint Emilion
LOB 96-97+: Direkter Nachbar von Cheval Blanc und La Dominique mit gleichem Terroir. 40%
Merlot, 55% Cabernet Franc, 5% Malbec. Dieses überragende Terroir für Cabernet Franc lässt
nicht nur Cheval Blanc zu Recht als 1er Cru erscheinen, auch La Dominique nutzt das Terroir
immer besser, gehört schon zu den großen Werten. Jean Faure steht dem sicher nicht nach.
Olivier Decelle hatte vor einigen Jahren das unverschämte Glück, diese alten Weinberge nebst
Gebäuden aus einer Erbstreitigkeit kaufen zu können. Cheval Blanc und La Dominique hatten
das Nachsehen, denn die Besonderheit des Gesetzeswerks der Appellation Saint Emilion hätte beiden Konkurrenten
nicht erlaubt, sich die direkt auf gleichem Terroir anschließenden Rebgärten in das eigene Chateau einzuverleiben.
Im Preis dieses großen Weins von Jean Faure steht das Komma also weiter links, das macht den Wein so ungeheuer
sympathisch. Schwarz Rubinrot. Burgundische Nase, Richbourg, vielleicht sogar noch mehr Chambertin, aber in
konzentrierter Form. Traumhafte frische Zwetschge mit schwarzer Kirsche, Pfeffer, reife Walderdbeere, hocharomatisch, fein, duftig. In der Fruchtintensität eine leichte Erinnerung an Chateau Tertre Roteboeuf, dem diesjährigen
Sieger im Wettbewerb des fruchtigsten Weins. Ein feiner Hauch helle Praline zieht sich durch den Wein, etwas weißer Pfeffer. Dann kommt Weinbergpfirsich, ein Hauch Orange, ein wenig Exotik. Die Rasse der Cabernet Franc
besticht, darunter ein wenig Mango und Passionsfrucht. Ein ganz kleiner Hauch Gummi, der so typisch ist für Weine,
die mit natürlicher Hefe vergoren wurden. Immense Rasse im Mund. Ein Ansturm von roter Frucht, rote Kirsche,
Schattenmorelle. Schlanke, rassige Zwetschge. Himbeere, Walderdbeere. Hohe Mineralität, Salz, Gesteinsmehl. Sehr
viel weißer Pfeffer. Immense Länge. Extrem geschliffenes Tannin. Ein schlanker Wein, der gleichzeitig viel Fett hat,
viel Fruchtfleisch. Die Rasse überwiegt alles, die Finesse ist immens. Es ist ein grandioser Wein und bei gleichem Terroir dem La Dominique überlegen. Vielleicht nicht ganz
die Tiefe von Cheval, in Sachen Rasse und Mineralität kann er ihm jedoch ernsthaft
Konkurrenz machen. Ein grandioser Wert. Einer der unbekannten und am höchsten
unterschätzten Weine, schon im Jahr 2009. Der Wein hat Kampfer und Menthol im aromatischen Nachhall. Großer Wein. (2018-2050)
62
Chateau Jean Faure Grand Cru / Saint Emilion
Bordeaux
RG 18: Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Walderdbeeren, eine
süsse Würze zeigend, Zedernholztouch und heller Kaffee. Samtener Gaumenfluss, weiche Tannine, gut stützende Säure. Wieder im burgundischen Stil, vielleicht sich eher in
Richtung Klassik bewegend. Ein beruhigender, grosser Saint Emilion mit wunderschöner Eleganz.
PM 92-94+: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, attraktive Note von kandierten Orangenschalen, süßen
Waldbeeren, Kirschen und Gewürzen; stoffig, rund, feste, geschmeidige Tannine, süße schwarze Beerenfrucht im
Abgang, gute Länge, sicheres Entwicklungspotenzial. Wunderbar vielschichtiger Wein.
MG 19+: Man braucht nur einmal kurz die Nase an dieses Glas zu halten und schon ist alles klar, was für ein präziser, tiefgründiger, nobler und gleichzeitig offenherziger, ausdrucksvoller Duft, das ist ganz grosser, eindrücklichen
Bordeaux, der aber vor allem durch Charme und Liebenswürdigkeit auffällt. Der Gaumen bestätigt noch mehr, als
die Nase verspricht, was für eine gigantische Süsse, dazu diese sensationelle Frische als Gegengewicht, beinahe burgundisch feine Gerbstoffe, man spürt sie praktisch nicht, dennoch hat der Wein Struktur, ein gigantisches Kraftpaket,
aber fein, fein und nochmals fein, das ist sinnlicher St. Emilion. Auf dem Weingut bestätigt er sich eindrücklich, ich
bin fast noch mehr beeindruckt, vor allem seine Tiefgründigkeit macht ihn zu einem Gänsehautwein. Das ist so ein
Wein der so edel wirkt, dass er ehrfürchtiges Staunen auslöst, der aber dadurch nichts von seinem Charme verliert
und immer noch kumpelhaft fröhlich wirkt. Meine Vermutung, dass dieser Wein bald einmal zu den überragenden
Weinen der Region und somit von ganz Bordeaux gehören wird hat sich bereits mit diesem Jahrgang definitiv bestätigt. Er ist klar nochmals besser, als der sensationelle 2009er. Dass der neue Besitzer Olivier Decelle heisst ist ein
Segen für den Weinfreund. Er hat das Weingut mit etwas List, einigem Glück und natürlich auch mit dem nötigen
Kleingeld gekauft. Sehr beliebt gemacht hat er sich damit in der Region natürlich nicht, denn die Reichen Châteaux
Besitzer in der Umgebung waren schon lange in der Startlöchern, um sich dieses Weingut zu ergattern. Als die kamen
hatte Olivier den Vertrag aber schon unterschrieben, welch ein Glücksfall. Man kann sich leicht vorstellen, wenn beispielsweise ein Christian Moueix, ein Gerard Perse oder ein Hubert de Boüard dieses Weingut gekauft hätte würden
die Weine heute schon den x-fachen Preis kosten. Olivier Decelle ist Winzer aus Leidenschaft, selbstverständlich will
und muss auch er mit seinen Weinen Geld verdienen, aber es ist nicht seine Idee daraus ein Spekulationsobjekt zu
machen. Und dass er in Sachen Qualität das maximal Mögliche herausholt, hat er schon eindrücklich bewiesen.
Höhepunkt ist der 2010er, der sogar den sensationellen 2009er deutlich übertrifft und damit schon sehr nahe an der
Perfektion ist. Ich finde bei der Verkostung der Fassprobe offen gestanden keinen qualitativen Unterschied zu
Weinen den Top Weinen von St. Emilion, mir fehlt aber die Erfahrung wie ein ganz grosser Jean Faure schmeckt,
wenn er reif ist, deshalb bin ich nicht in der Lage die Idealnote zu vergeben, auch wenn ich vermute, das er diese
eines Tages erreichen wird.
Chateau Kirwan 3eme Cru / Margaux
LOB 94-96: 50% Cabernet Sauvignon, 35% Merlot, 9% Cabernet Franc, 6% Petit Verdot. 14,0%
Alkohol. Schwarzrot mit rotem Rand. Feine, reife, rotfruchtige Nase mit Rosenblättern,
Walderdbeeren, frischer Zwetschge, ein wenig rote Johannisbeere, dann kommt auch ein wenig
Cassis und dunkle Kirschen, auch rassig saure Schattenmorelle. Feine duftige, rassige Nase voller Finesse. Wahnsinnig frischer, interessanter Mund. Tolle Spannung zeigend, auch hier wieder
vornehmlich rote Frucht, aber dunkel und reif. Viel Milchschokolade, dominikanischer Tabak,
weißer Pfeffer. Rassige Mineralität, Salz, Gesteinsmehl, der Wein singt, hat Länge und ist nicht
weit entfernt von der Spitze in diesem Jahr. Toller Kirwan. (2018-2045)
RP 90-93: Readers looking for a masculine, powerful, concentrated, broodingly backward style
of Margaux need look no further than the 2010 Kirwan. A dense opaque purple color is accompanied by notes of graphite, licorice, blackberry and cassis. Intense and concentrated with good acidity as well as a boatload of tannin.
WS 90-93: Ripe and very juicy, but with lovely seamless texture to the plum, cassis and violet notes. The long, racy
finish is really persistent.
MG 19: Der zeigt traumhafte Eleganz schon im Duft, ein sublimes Parfüm, reich, nobel und enorm vielschichtig und
mit sehr viel Tiefgang. Eine raffinierte Delikatesse am Gaumen, der Hat grosse Klasse, zu ersten Mal ein richtig präziser, klassischer und auch in den Tanninen herrlich weicher Kirwan, Mit ziemlichem Abstand der beste aller Zeiten.
Perfekt sind auch Süsse, Saftigkeit und Länge, der hat so einen faszinierend cremigen Schmelz, das habe ich bei
Kirwan noch nie erlebt. Ich konnte nie verstehen, dass Philippe Delfaut von Château Palmer zu Kirwan gewechselt
hat. Dieser 2010er gibt ihm Recht, er schafft es tatsächlich, hier einen Finessenwein zu erzeugen, der vielleicht eines
Tages sogar mit Palmer rivalisieren kann.
63
Bordeaux
Chateau Kirwan 3eme Cru / Margaux
NM 91-93: A blend of 50% Cabernet Sauvignon, 35% merlot, 9% Cabernet Franc and 6% Petit
Verdot, including 13% vin de presse and being raised in 45% new oak (13.9% alcohol) the
Kirwan ’10 has a very ripe bouquet with blackcurrant, blueberry, plum and cedar. The palate is
medium-bodied with ripe tannins, quite robust on the entry, very good weight but mellowing nicely towards the creamy textured finish. This is a very fine, modern style Margaux, one that is very well crafted.
WE 93-95: Powerfully structured wine, focussing the sweet fruit through a funnel of dense tannins. The wine has
great weight, intensity, the juicy acidity adding essential freshness.
Chateau La Bridane Cru Bourgeois / Saint Julien
LOB 93-94: Sattes, dunkles Rubinrot. Satte rote Waldbeerennase, Erdbeere, mit roter Kirsche und Massen süßer
roter Johannisbeere, reife Himbeere als üppige Konfitüre, frische Zwetschge, Cranberry, dann Creme de Cassis von
schwarzer Johannisbeere, ein bezauberndes, sehr wuchtig süßsaures Fruchtspiel voller Finesse und Rasse, ein verträumter Tänzer auf einem seidigen Tanninteppich. Auch im Mund eine immense Fruchtdichte, auch hier vornehmlich süße, hoch intensive und süße rote Früchte mit üppigem, weichem und samtigem Tannin, süße rote Kirsche und
Walderdbeere, wieder diese hohe Intensität von Johannisbeeren in allen Spielarten, cremig und lang anhaltend. Das
ist mit der typisch roten Frucht wirklich Saint Julien, das ist der Stil von Clos du Marquis und Chasse Spleen, das
ist wahrer Trinkspaß! Ein schmeichelnder Charmeur mit Tiefgang und rassiger Finesse. Tolle Entdeckung, wenn er
günstig ist sicher eine der Empfehlungen des Jahrgangs und sicher der günstigste der tollen Weine einer großartigen
Appellation Saint Julien. (2015-2035)
Chateau La Confession Grand Cru / Saint Emilion
LOB 95-97: Ein Weingut von Jean Philippe Janoueix, dem genialen Winzer aus Pomerol, der
mit La Croix, La Croix Saint Georges und Croix Mouton schon hinreichend sein Talent beweist.
La Confession liegt kurz nach dem Ortsausgang Saint Emilions Richtung Pomerol direkt auf
dem Kalksteinplateau. Der Wein ist schwarz und violettblau. Hocharomatische, sehr intensive
Kaffee- Kakao- Schwarzkirschnase, etwas Sauerkirsche dahinter. Tolle Schokolade, viel
Milchschokolade, würzige Erde, kubanischer Tabak, Rosenblätter und Veilchen. Traumhaft duftige Nase. Süße und doch noch mehr dramatische Rasse. Noch rassiger als der letztjährige, geniale 2009er. Immense Säure und gleichzeitig Fruchttiefe. Hier mehr rote Frucht, reife
Walderdbeere mit Pflaume, rote Johannisbeere. Aber dann, Stück für Stück, mit dem satten,
schiebenden, butterweichen Tannin kommt auch Cassis und ganz viel Schwarzkirsche.
Brombeere verbleibt im irren Abgang. Tolle Würze, toller Körper, immense Länge, fast etwas
Blockbuster, aber gerade noch am Rande der schönen Trinkbarkeit und der Finesse. (2016-2035)
RP 92-95: Proprietor Jean-Philippe Janoueix has hit a bull’s-eye with both vintages of La Confession. The 2010,
which is a larger production wine given his acquisition of a large vineyard near both Lucia and Fonroque, has turned out to be a blend of 71% Merlot and 29% Cabernet Franc that tips the scales at a boisterous 14.7% natural alcohol. Production is now up to approximately 2,600 cases. This is a sensational wine that I had on three separate occasions with identical results. Opaque purple, with an exquisite nose of blueberry liqueur, black raspberries, licorice,
graphite, and forest floor, the wine has fabulous fruit, a multi-dimensional mouthfeel, full-bodied opulence, and a
stunning finish. There is plenty of tannin, but I suspect the extravagant fruit and glycerin this wine possesses will
make it approachable in its exuberant youth, yet carry it nicely for 15 or more years.
RG 18: Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Sehr würziges Bouquet, Irish-Moos, rotes
Cassis, floraler Schimmer, sehr konzentriert, feine erste Röstnoten. Extrem fleischiger Gaumen, sensationelle Dichte
im Extrakt zeigend, welches nach frisch gepflückten Beeren schmeckt, man spürt hier die Kraft der sehr alten, über
70jährigen Cabernet-Franc-Rebstöcke (Anteil 32 %), die diesem bisher vielleicht zu lange unterschätzten Wein ein
geniales Potenzial verleihen.
JS 92-93: Solid and structure with mineral and blueberry character. Long and silky. Intense and balanced.
Confession of high quality here.
64
Chateau La Connivence / Pomerol
Bordeaux
LOB 97-98+: Reiner Merlot aus einer der besten Lagen Pomerols in der Nähe von Chateau Le
Pin. Sehr alte Rebstöcke. Seit drei Jahren im Besitz des berühmten Fußballers Johan Micoud,
betreut von Alexander de Malet Roquefort von La Gaffeliere und Stephane Derenoncourt. Ab
dem Jahrgang 2010 wurde an seiner Stelle der Pomerol-Spezialist Claude Gross als Berater
zugezogen. Erstmals gibt es in 2010 einen Zweitwein, von dem 1.500 Flaschen produziert werden, der Erstwein sackt damit auf die winzige Menge von nur noch 2.000 Flaschen. Die Nase
allein reicht zur Verzückung. Wuchtig schwarze Frucht. Satte schwarze Kirsche mit Brombeere,
Blaubeere, Praline, Valrhonaschokolade, Lakritze, Lorbeerblätter, schwarze Oliven. Intensiv,
süß, alkoholisch und doch extrem rassig. Tolle Säure schon in der Nase zeigend. Im Mund sich
deutlich feiner präsentierend. Die Valrhonaschokolade wird zur Milchschokolade. Schwarzkirsche steht im
Vordergrund. Lakritze. Rassige Mineralität auch hier. Tolle Säure, die sich bis zum Ende durchzieht. Ganz fein. Auch
gelbe Frucht darunter, sehr komplex, Erde, salzige Mineralität undf rote Kirschen kommen dazu. Überaus komplexer, extrem intensiv rassiger, großer Pomerol. Hat in diesem Jahr Ähnlichkeit mit L’Evangile, erinnert auch an La
Croix und hat sehr viel Ähnlichkeit mit dem Providence von Moueix. (2019-2050)
Chateau La Conseillante / Pomerol
LOB 98-99: 80% Merlot, 20% Cabernet Franc. Sehr voluminös strömende, hocharomatische
Nase. Zwetschge, Walderdbeere, rote und schwarze Kirsche, etwas Melone, Quitte, ein Hauch
Anis und Minze, Milchschokolade. Spannende schöne rassige Nase. Diese Rasse zieht sich
sofort in den Mund durch. Tolle Frische Säure bis ins lange Finale hinein. Rote und schwarze
Früchte im Wechsel, Kirsche, Johannisbeere, Brombeere, aber nie zu aufdringlich. Sattes
geschliffenes Tannin kommt immer wieder hoch, hallt immer wieder nach. Der Wein hat genug
Fleisch für diese hohen Säure- und Tanninwerte, auch genug Alkohol und Glyzerin. Alles bleibt
in Balance. Großer Conseillante, steht Clinet kaum nach. (2020-2060)
RP 95-98: A monumental La Conseillante, the 2010 completes a remarkable decade for this estate. Quintessentially floral, this dense purple-colored effort reveals sweet flowery black raspberry and blueberry liqueur notes, more power, muscle and concentration than most vintages and
exquisite elegance, purity and personality. Serious tannin lurks beneath the surface, but the overall impression is of a medium to full-bodied, strikingly deep, beautifully pure, well-balanced wine. Give it 3-5 years
of cellaring and drink it over the following 25-30+.
WS 94-97: Shows impressive power and purity, with waves of blueberry, fig and spice notes backed by black tea
and graphite. Velvety and very long, this has some power in reserve, but it’s really silky. A beauty.
RG 19: Ich kann mich nicht erinnern, bei einem Primeur-La-Conseillante eine solch dunkle Farbe gesehen zu haben.
Violett mit lila Schimmer. Heidelbeeren, Brombeerstauden, Rauch, Tabak und eine Spur Eucalyptus. Fester Gaumen
mit Fleisch und Muskeln, Lakritze, getrocknete Heidelbeeren, absolut tiefgründig, eine Vollpackung mit unglaublich
viel Finessen. Wenn ich auch schon oft das Gefühl hatte, diese Domaine bei Fassproben ehrlich zu bestrafen, so darf
ich heuer zugeben, dass ich ihn noch nie so genial fand. Drei Mal verkostet. Ein aufrichtiges Bravo an das
Conseillante-Team mit Michel Laporte im Lead!
BD 18-19: Brillamment construit sur l’eclat aromatique et la fraicheur : un conseillante d’un grand dynamisme de
constitution, svelte et elance, au fruit pur et intense.
MG 19: Der Duft ist eine Sensation, so unglaublich fein, so genial komplex, so irre tiefründig, da kündigt sich ein
La Conseillante von unglaublicher Grösse an. Ein Gaumenfluss wie Samt und Seide, das ist bei diesem Wein eine
Selbstveratändlichelit, auch Fülle, Harmonie und edle Aromatik sind nichts Außergewöhnliches, aber der hier hat
einfach von allem noch ein Bisschen mehr, das ist irgendwie ein ÜBER-La Conseinnete und doch ist er eher feiner
und zarter als gewohnt. aber auch wieder rassiger, lebendiger, einfach sinnlich bis zum geht nicht mehr.
NM 94-96: Cropped between 16th September and 5th October at 39hl/ha, the La Conseillante ‘10 has a very pretty
nose where the Merlot seems to be more dominant than the Merlot at first with some lovely wild strawberry and raspberry scents. But with time in the glass, the Cabernet Franc makes its impression with some delicate, leafy notes
coming through, a hint of truffle. The palate is simply gorgeous with supple tannins, harmonious dark berry fruits
interlaced with dark plum and a hint of mocha, very good weight and persistency towards the finish. This is an outstanding follow-up to the awesome 2009. Tasted April 2011.
JS 97-98: The nose is exuberant, with pure violets and berries. Insane. This is so straight and racy, with super fine
tannins and a long, long finish. There is a minimalist clarity to the wine. Superb.
65
Bordeaux
Chateau La Croix / Pomerol
LOB 97+: 10 ha in bester Lage Pomerols. Mitten im Dorf, direkt neben La Croix Saint Georges.
95% Merlot, 5% Cabernet Franc, Ausbau in neuen und gebrauchten Barriques. Das Weingut
gehört den Eltern von Jean Philippe Janoueix, und er zeichnet seit einigen Jahren auch hier verantwortlich, neben der Betreuung von La Croix St. Georges und einiger anderer Weingüter.
Traumhafte Nase, feine Wucht, süße rote Frucht, süße rote und schwarze Kirsche, Pflaume, ein wenig Mango und
gelbe Melone, feine Milchschokolade, belgische Pralinen. Hochintensiv duftig, zart, süß und rassig zugleich. Macht
viel Freude. Weich und harmonisch. Toller Antrunk im Mund. Rasse, frische Säure, überaus sanftes, geschliffenes
Tannin, der Wein singt. Hat einen schönen dramatischen Antritt, zieht sich lang, hallt über zwei Minuten nach. Immer
wieder kommt das sanfte polierte Tannin hoch. Unglaublich Kraft, die man nicht merkt. Alkohol, Glyzerin ziemlich
perfekt verbunden, und doch immer spannend und rassig bleibend. Frische Pflaume, Kirsche, etwas Johannisbeere,
ein bisschen Maulbeere, alles im Wechsel. Überhaupt kein fetter Wein, sonder ein zarter, langer, frischer, rassiger
Pomerol. Toller Erfolg. (2018-2045)
RG 18: Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Wuchtiges Bouquet mit frisch gekochten roten
Pflaumen, hellem Tabak, Ein Hauch Honig und Kamille, lädt schön aus, es mischt in dieser warmen Note auch ein
floraler Schimmer mit. Im fleischigen Gaumen mit Biss, Fleisch und kerniger Rasse im Innern aufwartend, brachiale Kraft im muskulösen, langen Körper. Ein Klassisker für jene, die bereit sind, bei einem grossen Pomerol auch
Ecken und Kanten zu akzeptieren.
MG 19+: Wow, diese Tiefe, das ist unglaubliche Fruchtsymphonie, das ist Pomerol wie aus dem Bilderbuch und
eigentlich noch viel schöner, das ist pure Erotik, was für ein sinnliches Parfüm. Ein Gaumen wie Samt und Seide,
der ist so etwas von fein, dabei traumhaft aromatisch, extrem edel aber auch charmant und liebenswürdig, hat so
etwas verschmitzt Schlichtes an sich, ich leibe diesen Wein über alles, da ist so herrlich viel Saft, so traumhaft cremiger Schmelz, sensationell.
Chateau La Croix Lartigue / Cotes de Castillon
LOB 92-94: Das Weingut von Stephane Derenoncourt und seinen zwei Freunden aus der
gemeinsamen Beratungsfirma. Schwarzrot, leicht violetter Rand. Sehr schmelzige Nase mit
schwarzer Frucht, Cassis, Brombeere, schwarzer Kirsche, auch ein wenig Pfirsich, Mango und
konzentrierte, zerdrückte Walderdbeeren. Veilchen und Flieder, feine
Schokoladenraspel darunter. Ein großes Volumen und große Frische zugleich anzeigend.
Sehr schokoladiger Mund, Cassis, Maulbeere, Brombeere, Kirsche und Waldhimbeere,
dabei immer frisch bleibend. Hohe Säure, tolle Rasse zeigend. Das Spiel zwischen
Alkohol, Süße und Säure passt sehr gut. Satte Tanninmenge in polierter Form. Der Wein
hat viel Power, ist aber nie hart dabei. Schiebt und drückt für so einen kleinen Wein sehr
beachtlich. Rassiger Castillon mit wesentlich mehr Frische als erwartet. (2017-2035)
WS 88-91: A juicy, pure, unadorned style, with a beam of racy raspberry and black cherry fruit kissed by spice and
licorice on the finish. Lightly firm, but pure enough.
Chateau La Croix Saint Georges / Pomerol
LOB 95-96: Von Jean Philippe Janoueix, mitten im Ort Pomerol gelegen. Direkt neben La
Croix, dem elterlichen Nachbarweingut, dass Jean Philippe seit 2009 auch verantwortet. Zwei
rare Kultweingüter. Schwer zu findende Weine. Durchscheinend schwarz rubinrot. Aromatische
schwarzfruchtige Nase. Sehr viel schwarze Kirsche, ein wenig Johannisbeere darunter, dunkle
Schokolade, Röstnoten, Praline, ganz tief darunter Zwetschge und etwas rote Kirsche, dunkle
Schattenmorelle. Im Mund nochmal deutlich frischer als in der Nase. Tolle Länge, hohe
Intensität. Neben schwarzer Kirsche kommt jetzt auch rote Kirsche und satte schwarze
Johannisbeere, dann siegt im Nachhall die rote Joahnnisbeere, was für ein toller, verspielter
Pomerol! Ein Hauch von Mango darunterliegend, sehr viel Praline rollt hoch. Schmelz, Rasse, große Harmonie, ganz
feiner, harmonischer, balancierter Wein mit burgundischer Größe. (2020-2050)
WS 90-93: Rich, but very juicy, with lots of bittersweet ganache, cassis, linzer torte and dark spice notes driving
from start to finish. The powerful finish has lots of flesh.
NM 91-93: Tasted at the Vintex tasting. The La Croix St. Georges has a very tightly wound bouquet with blackberry, dark cherries and cassis, upfront and bold as if often the style here. The palate is full-bodied with rich, dense tannins, gentle grip and very smooth towards the compact, weighty finish. I feared that this might be a little extravagant. Au contraire, it is very composed and manages the alcohol well. Tasted April 2011.
66
Chateau La Dominique Grand Cru Classe / Saint Emilion
Bordeaux
LOB 95-96: Nach dem sensationellen 2009er gibt es jetzt natürlich eine hohe
Erwartungserhaltung. Schwarzer Wein mit leichtem roten Rand. Reife Schwarzkirsche mit
Cassis und Brombeere, unterlegt von feiner Milchschokolade und süßlichem kubanischen Tabak
steigt aus dem Glas. Nicht marmeladig, rassige Sauerkirsche, aber doch enorm füllig, weit mehr
als der Vorgängerjahrgang. Reifer, extrem fruchtiger, charmanter Mund. Zwetschege, reife
Walderdbeere, etwas Brombeere, süße rote und schwarze Kirsche, aber sehr mineralisch dabei.
Viel Steinmehl, Salz, etwas Garrigue. Intensive Säure mit rassigem, sattem Tannin gepaart,
ergibt fast einen ganz großen Wein. Nicht ganz so fein, nicht so spielerisch wie 2009, aber mehr
ein Vin de Garde, ein kleiner Riese. Er macht seinen auf exakt gleichem Terroir liegenden, nur leicht überlegenen
Nachbarn, Cheval Blanc und Jean Faure, durchaus Ehre. Sehr eindrucksvoll. (2020-2050)
RP 92-94: Probably the finest La Dominique made since the wonderful duo of 1989 and 1990, the explosively fruity, dense purple-hued 2010 offers notes of licorice, roasted herbs, truffles, black raspberries and blueberry liqueur.
Full-bodied and unctuously textured with sweet tannin as well as good freshness and precision, it should drink well
for 15-20 years. P. S. The final blend was 77% Merlot and 23% Cabernet Franc that achieved 14.5% natural alcohol.
WS 92-95: An extrovert, with enticing plum, anise and blackberry fruit and a long, supple finish. There’s plenty of
stuffing and grip, but this is velvety and nicely assimilated, with plenty in reserve.
PM 93-95: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, ätherische Nuancen wie Minze und ein Hauch
von Eukalyptus, schwarze Beerenfrucht, exotisches Bukett; saftig, elegant und frisch, feiner Extraktsüßekern, rassige Struktur, Herzkirschen und Nougat im Abgang, hat Klasse, sehr gutes Entwicklungspotenzial.
JS 94-95: This is super powerful, with amazing density and richness. Goes on for minutes. Full, yet reserved and
focused. Best ever.
Chateau La Fleur Cardinale Gr.Cr.Cl. / Saint Emilion
LOB 93-94: Sattes Schwarz-Rubinrot. Sehr reife Kirschen-Pflaumen-Nase, Nutella und salzige
Mineralien darunter. Auch im Mund sehr reife Waldbeere neben der satten, reifen Kirsche, gute
Säure zum Ausgleich. Dieses Weingut balanciert immer auf der Kante zur Überreife, zwischen
genial und Marmelade. Vielleicht groß, vielleicht zuviel... (2017-2035)
RP 92-95: The greatest Fleur Cardinale since the 2005, the super-powerful, rich, opaque purplecolored 2010 exhibits beautiful floral notes intermixed with black raspberry, blueberry and boysenberry fruit as well as a hint of minerality. Exuberant and flamboyant with full-bodied richness, stunning purity and an impressive, textured mouthfeel and finish, this beauty should age
effortlessly for 12-20 years.
WS 91-94: A dense, slightly chewy version, with a broad swath of roasted fig, espresso and
black currant confiture pushed by additional charcoal and roasted tobacco notes. This is plenty
fleshy and dense, with an encore of anise and plum at the very end. A bit raw still, but everything’s there. This estate is quietly putting it all together.
RG 18: Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Eigentlich hatte der Fleur-Cardinale noch nie eine
solche Farbe bei einer Primeurverkostung. Holundernoten und Earl-Greytee, warmer Untergrund. Im Gaumen samtig, harmonisch, mit einem fast ausschliesslich schwarzbeerigen Fruchtextrakt, noch dezent kernig und pfeffrig im
Nachklang. Weiss zu beeindrucken.
PM 92-94: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zart nach Edelschokolade,eher verhaltenes
Bukett, dezent nach Dörrzwetschken, Orangenzesten; reife Kirschenfrucht, sehr gut integrierte Tannine, bleibt gut
haften, finessenreiche Säurestruktur, zarter Schokotouch im Abgang, Weichseln und Lakritze im Nachhall, sehr gutes
Entwicklungspotenzial.
MG 18+: Da ist gewaltig Fülle und Tiefe drin, konzentriertes Cassis pur, geht fast eine Spur ins Kalifornische, ganz
feine Überreifetöne, die eine zusätzliche Dimension verleihen. Auch am Gaumen ist die Konzentration enorm, dennoch bleibt der Wein fein, kommt immer noch leichtfüssig daher und wirkt überaus attraktiv und begehrenswert,
herrlich aromatischer Nachhall, grosser Wein. Der beste Fleur Cardinal, den ich kenne, sein Weintyp profitiert ganz
besonders von der Frische des Jahrgangs.
JS 92-93: Dark chocolate and blackberry character with beautiful polishd tannins and full body. This is gorgeous.
67
Bordeaux
Chateau La Fleur Petrus / Pomerol
LOB 97-98+: Schwarzes Kirschenkompott mit eingerührter frischer Pflaume. Etwas Zimt.
Erdige Würze, dominikanische Tabake, Milchschokolade. Rassig. Rote Kirsche,
Schattenmorelle. Sehr verspielt und zugleich charmant, fein, süß. Finesse und Rasse. Der Mund
zeigt sich etwas scharf, etwas aggressiv. Die Säure ist sehr präsent, der Wein ist immens lang.
Tänzelt, ist komplex, und hat doch fleischlich ein kleines Loch in der Mitte. Schöne rote Frucht,
rote Johannisbeere, Erdbeere, Sauerkirsche, Cranberry, zieht sich lang hin. Voll tänzelnder
Finesse. Mit etwas mehr Fleisch in der Mitte wäre das ein Kandidat für die absolute Spitze.
Dennoch rassig und weit vorn, ein wirklich schöner Finessewein mit Größe. (2020-2060)
RP 95-98+: This is an incredible effort from this 35-acre vineyard (almost the identical size as Petrus). I had visited
the 2010 Petrus about an hour before I had La Fleur Petrus. I was dumbfounded – it appeared to have a character
nearly identical to the great Petrus! The fabulous 2010 La Fleur Petrus boasts a dense purple color in addition to a
big, sweet perfume of mocha-infused black raspberry and black cherry fruit that is extravagantly rich, textured and
long. Super-pure, deep and full-bodied, this remarkable wine will be one for the history books. The tannins are elevated, but the depth of fruit and richness are amazing. For those who will never be able to afford a bottle of Petrus,
this is about as close as one can get to the aromas and flavors of that mythical wine. It should drink well for three
decades or more.
WS 96-99: This is so creamy and lush, with layers of red, black and purple fruits. Shows muscle on the finish, but
the fruit is here in spades, with terrific polish. Very, very long, with power and freshness. Tasted non-blind.
RG 19: Intensives Granat mit lila Reflexen. Maulbeeren ohne Ende im intensiven Fruchtbouquet, dahinter
Redcurant und gekochte Kirschen, es schwingt auch etwas Minziges mit. Im Gaumen sehr fein, burgundische Fülle,
seidiges Extrakt, die Säure ist schon perfekt eingebettet, absolut erfrischend von der Frucht her. Zeigt sich - trotz seiner Grösse - relativ unkompliziert. Burgundischer Spitzenpomerol mit einer dezent softer wirkenden Variante des
1998ers.
PM 94-96: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zart blättrig unterlegtes dunkles Beerenkonfit, rauchige
Edelholznote, florale Nuancen unterlegt; elegant, sehr frisch strukturiert, rotbeerige Nuancen, Weichseln und etwas
Zitrus klingen an, bleibt gut haften, mineralischer Nachhall, sehr elegante Materie, extraktsüßer Rückgeschmack,
sicheres Potenzial.
NM 93-95+: Tasted at JP Moueix. Deep garnet in colour, the La Fleur-Petrus has a ripe, opulent bouquet with
blackberry, dark cherries, crushed violet and just a hint of blueberry pie. Good delineation and mineralité here. The
palate is full-bodied, powerful, a little spicy on the entry and energetic in the mouth. Very good weight with touches
of truffle and a dash of white pepper sprinkled over the dense black fruits, a touch of tar on the tannic finish. There
is a lot of bravura on this La Fleur-Petrus though it needs to nurture a little more substance to pull it off. Great potential though. Tasted April 2011.
JS 98-99: What a complex nose of dark fruits, truffles and wet earth. Fascinating. Full, yet super long with ultra refined tannins and a long, long finish. It is tannic and muscular but polished and reserved. It’s a wine with refinement
and power.
Chateau La Garde / Pessac Leognan
LOB 92-93+: Fast schwarz. Tiefe, würzige Frucht. Pessac-Leognan ist eine Region, die von diesem Jahrgang extrem
profitiert, der zusätzliche Alkohol und Schmelz balanciert die Weine dieser Appellation ganz hervorragend. Auch die
Investitionen in den Weinberg und Keller durch die neuen Besitzer, die Familie Thienot aus der Champagne, zahlen
sich im dritten Jahr massiv aus. Würzig. Orangenschale, gelbe Frucht. Daneben Brombeere, Cassis, rote
Johannisbeere, reife Walderdbeere, Kirsche, Lakritz, etwas Teer. Leicht exotische Nase. Auch der Mund ist neben all
der schwarzen Frucht, speziell Schwarzkirsche und Brombeere, von gelber Frucht geprägt, Marille, Quitte, Mango,
dazu Praline und Nutella, exotisch und berauschend schön, ein leckeres, perfekes Dessert. Spannend, sehr viel Rasse.
Geschliffenes immenses Tannin, was sich durchzieht, ein leichter Bitterhauch. Sehr langer Nachhall, viel Rasse und
Finesse zeigend. Sehr guter Pessac-Leognan. (2015-2030)
RG 17: Extrem dunkles Purpur. Eine volle Brombeerladung, Black Currant, ausladend im Bouquet. Cremiger
Gaumen, viel Souplesse, weiches, schon fast samtenes Finale mit mittlerem Druck. Kann noch zulegen.
PM 90-92: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, feine Röstaromen, süßes dunkles Beerenkonfit,
zartes Karamell, ein Hauch von Kräuterwürze; stoffig, etwas Toffee, frische Struktur, feine Balance, reife
Herzkirschen, Valrhona-Finish, bleibt gut haften, mineralischer Nachhall.
WE 90-92: This wine is ripe with notes of spicy fruit. It is packed with new wood, yet shows the bright fruit of 2010.
68
Chateau La Lagune 3eme Cru / Haut Medoc
Bordeaux
LOB 93-94+: Schwarz. Rassige, fast drückend mineralische Brombeernase,
etwas rauh, etwas burschikos, Waldbeeren, Cassis, Salz und Mineralien. Fast
etwas agressiver Mund mit satter Beerenfrucht, Rauch, Lakrits, Teer,
Bitterschokolade. Viel, viel Tannin, hohe Säure... Etwas unsicher was es
wird, vielleicht ganz groß, sehr vorsichtig bewertet. (2020-2055)
RP 93-96: Is this 2005 deja vu “all over again”? Proprietress Caroline Frey
has elevated the quality at La Lagune since acquiring this estate, and the 2010 is another superb effort as well as one
of the better values in Bordeaux. An opaque purple color is followed by an extraordinary perfume of black raspberries, black currants, licorice and subtle smoke and graphite. While uber-concentrated, full-bodied and pure, it retains
both elegance and precision as well as a sensational 45-second finish. The suppleness of the tannins and stunning
opulence suggest it will drink beautifully for 25+ years.
JS 92-93: What a lovely texture to the wine, with super soft and supple tannins and blackberry and currant character. Round and juicy. One of the softest and most supple 2010s. It tastes more like a 2009 in style. 50 percent
Cabernet Sauvignon , 40 percent Merlot, and 10 percent Petit Verdot.
Chateau La Mission Haut Brion Blanc Cru Classe / Pessac Leognan
LOB 98-100: 80% Semillon, 20% Sauvignon Blanc. 14% Alkohol. Die Nase ist immens
druckvoll und berauschend. Quitte, Birne, auch ein wenig Apfel, viel weiße Johannisbeere.
Feuerstein, ein wenig Stachelbeere. Schiebt und drückt, ist ganz frisch und rassig, gestützt durch
feinstes Holz. Ganz grandiose Nase, die im Mund noch übertroffen wird. Perfekter Säureansturm
mit Marille, Quitte, wieder etwas Birne. Zitrus, Orangenzester. Hohe Mineralität, Salz, Gesteinsmehl. Der Wein hallt
irre nach. Hochkomplex. Großer Weißwein! (2018-2055)
RP 93-95+: Composed of 81% Semillon and 19% Sauvignon Blanc, this 2010 exhibits crisp, zesty acids as well as
a full-bodied mouthfeel offering lots of lanolin, sealing wax, honeyed Mandarin oranges and lemon oil. This sensational effort has 30-40 years of aging potential.
WS 94–97: It sports a typically high level of Sémillon - 81 percent, along with 19 percent Sauvignon Blanc. It’s
tight, with lots of verbena, blanched almond, green fig and plantain notes. It sports some power too, with a dense,
lightly toasted finish, but it has focus and length and just needs to stretch out.
RG 19: 81% Semillon, 19 % Sauvignon Blanc. Mittleres Gelb. Komplexes Nasenbild, viel gelbe Früchte, aber nicht
ins Exotische tendierend, zartes Vanillin. Im Gaumen ein grosser, wenn auch nicht besonders Bordeauxtypischer
Weisswein, weil es fast keine Blends an der Gironde gibt, die mit einem vergleichbar hohen Anteil Semillon in die
Flasche kommen. Grosses Potenzial
BD 19-20: Admirable purete aromatique, dans un registre evoquant la poire, le tilleul et les fleurs blanches, texture
plus onctueuse qu’aucune autre dans le millesime, grande longueur, un style a part, comme toujours , dans l’esprit
d’un grand cru de Bourgogne mais avec un sentiment de fraicheur propre aux cepages bordelais. Le boise est magiquement ....absent.
NM 94-96: A blend of 81% Semillon and 19% Sauvignon Blanc, this has a well-defined bouquet with grapefruit,
green lime, white flowers and a touch of lemon curd. Very good definition. The palate is medium-bodied with fine
definition, a little yeasty on the entry, becoming more citrus driven towards the finish with lemon curd and a hint of
vanilla pod. Good length. This is a lovely Laville...sorry...La Mission Haut-Brion Blanc worthy of long-term cellaring.
JS 98-99: I love the lemon-lime, mineral and lilac character to this young white. It says great Montrachet but it’s dry
white Bordeaux. Full and super minerally and racy. Intense and vibrant. Tangy. Like a red wine in structure. Very
dense and beautiful.
Vinum 20: Das Haut Brion die größten Rotweine der Gironde auf die Flasche bringt, ist nichts Neues. Auch dass
wir Lavalle Haut Brion, der jetzt La Mission Blanc geheißen wird, Jahr für Jahr zum besten trockenen Weißen der
Region küren, ist keine Sensation. Doch 2010 ist er noch mehr. Nämlich einer der absolut größten Weißen der Welt,
wenn nicht im Stil, so garantiert in den Emotionen, die er auslöst, vom Niveau eines Montrachet und der Beweis
dafür, dass man in Bordeaux auch große trockene Weiße abfüllen kann. Er besitzt die komplexeste Aromatik, die uns
hier je untergekommen ist, mit Akzenten von Kamille, Lindenblüte, exotischen Früchten, weißem Pfirsich, und zeigt
auch am Gaumen nie gesehene Klasse, Frische, Noblesse und Rasse und nicht enden wollende aromatische Länge.
Sensationell.
69
Bordeaux
Chateau La Mission Haut Brion Cru Classe / Pessac Leognan
LOB 99-100: 37% Merlot, 62% Cabernet Sauvignon, 1% Cabernet Franc. 15% Alkohol.
Schwarz mit violettem Rand. Enorm wuchtig. Irre Frucht! Cassis pur, ein wenig Brombeere,
Schwarzkirsche. Extrem hohe Intensität, gleichzeitig kommt unendliche Rasse. Verbranntes
Holz, gegrilltes Fleisch, würzige Erde, Kräuter der Provence, ein Hauch Orangenschale,
Maracuja, extreme Intensität. Unglaublich explosiver Mund, Rasse pur. Schwarze Johannisbeere
mit immens hoher Säure. Ganz viel Kraft, ganz viel schwarze Kirsche und Brombeere dabei. Nie
zu süß, immer voller Rasse und Finesse. Der Wein tänzelt, berührt alle Sinne. Hallt mehr als zwei
Minuten nach. Ich habe selten einen Wein mit einer solchen Intensität probiert. Das wird ein Riese....Nein! Das ist
ein Riese. (2022-2070)
RP 98-100: One of the most powerful La Missions ever produced, the 2010, a blend of 62% Cabernet Sauvignon,
37% Merlot and 1% Cabernet Franc, achieved 15% natural alcohol (even higher than the 2009’s 14.7%).
Nevertheless, the pH is normal which gives the wine an extraordinary precision, freshness and vibrancy despite its
massive size. A blue/purple color is followed by a classic nose of blueberry liqueur, creme de cassis, spring flowers
and crushed rocks. This monumental, full-bodied, incredibly rich La Mission-Haut-Brion will need a decade of cellaring and should last for 40-50 years. It is slightly fatter and creamier than its sibling rival, the 2010 Chateau HautBrion.
WS 95–98: This is loaded, with a torrent of pastis, crushed plum, blueberry and boysenberry fruit, backed by tarry
tannins and a long, spice- and graphite-filled finish. Big, but very, very sleek. Highest percentage of Cabernet ever
for La Mission (62 percent). Tasted non-blind.
RG 19: 62% Cabernet Sauvignon, 37 % Merlot, 1 % Cabernet Franc, Ertrag: 43 hl/ha. Mitteldunkles Granat mit lila
Reflexen. Delikates Bouquet mit nobler Zurückhaltung, Edelhölzer, schwarze Schokolade und feine Tabaknuancen,
etwas Holunder. Schwarze Pflaumen, Lakritze, enorm extraktreich, extrem tiefgründig und schwarzbeerig – noch nie
war ein Mission als Fassprobe so elegant und feingliedrig! Braucht dennoch viel Zeit, um seine wirkliche Grösse zu
offenbaren. “Das grosse Paradox vom 2010er Jahrgang ist, dass wir hinsichtlich Zuckergehalt der Trauben,
Tanninmenge und Alkoholvolumen schon wieder ein Jahr der Rekorde haben. Wir sind mit der Mission bei 15 Vol.% Alkohol gelandet, ohne dass wir uns über ein Monster beklagen müssten”, bemerkte Jean-Philippe Delmas bei
unserem Besuch.
PM 96-98: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, verführerische florale Nuancen von kandierten Veilchen,
Zitruszesten, facettenreiche rotbeerige Nuancen, süße Gewürze; saftig, gute Komplexität, stoffig und elegant, seidige Tannine, die gute Präsenz zeigen, vollreife Herzkirschen im Abgang, belibt sehr gut haften, bereits sehr balanciert, wirkt fasst schon zugänglich, extraktsüße Beerenfrucht im Abgang, Nougat im Rückgeschmack.
BD 19,5-20: Enorme matiere, ensemble a la fois monumental et d’un charme fou de texture, tannin magiquement
integre a cette meme texture, grande longueur. Un colosse destine a devenir mythique.
MG 20: Sehr feine, tiefgründige, vielschichtige Nase strahlt bei aller Feinheit enorme Konzentration aus, das ist
gebündelte Raffinesse. Ein traumhaftes Finessebündel auch am Gaumen, köstlich süss und mit traumhafter Frische,
optimaler Reifegrad, aber herrliche Rasse, der Wein ist bei aller Kraft und Opulenz wunderbar schlank und elegant,
extrem langes wunderbar saftiges Finale, grandioser klassischer La Mission. Wenn überhaupt, lässt sich auch der
höchstens mit dem 61er vergleichen. Ab 1982, seit ich diesen Wein im Frühjahr nach der Ernte ab Fass probiere, hat
mich noch keiner dermassen beeindruckt.
JS 95-96: This is very perfumed for La Mission with dark berry, light chocolate, flowers, and minerals. Full and silky
with fine tannins and a bright and tangy finish. Intense and powerful. Refined. Long.
70
Chateau La Mondotte Grand Cru Classe / Saint Emilion
Bordeaux
LOB 97-98+: Schwarz mit leicht rot-violettem Rand. Süße, warme, reife rotfruchtige Nase.
Reife Walderdbeere, Waldhimbeere, dann kommt viel Kirsche und Pflaumenschale. Feine Rasse
zeigend, viel Charme. Milchschokolade dazu, blonde dominikanische Tabake. Weniger Wucht
und Druck ausstrahlend, als erwartet. Eher auf der feinen Seite. Auch im Mund schöne Feinheit,
Rasse, Finesse. Sehr geschliffen, hohe Säure, butterweiches Tannin. Immer auf der roten
Waldfrucht bleibend mit Zwetschgenschale und reifer roter Kirsche dahinter. Viel Druck vom
Tannin. Dramatik, Rasse, der Wein tänzelt. Erstaunlich frischer St. Emilion. Der Wein hat Größe
und wird Größe behalten. Überragender La Mondotte. (2020-2060)
RP 96-98+: Owner Stefan von Neipperg and winemaking consultant Stephane Derenoncourt have fashioned a prodigious wine in 2010. This 11.5-acre gem of an estate sits on clay and limestone soils above Pavie and Pavie Decesse.
The 2010’s final blend was 80% Merlot and 20% Cabernet Franc. It offers unctuously-textured mulberry, boysenberry and blueberry fruit intertwined with notions of espresso roast, toast, smoke and graphite. Full-bodied with a
skyscraper-like mouthfeel, silky tannins and a tremendous finish, it will be drinkable in 3-4 years and evolve for 2025 or more.
WS 95-98: Shows the density of the vintage, with the charcoal, cocoa and melted black licorice notes holding sway
over a core of plum, fig and blackberry fruit. Dark and brooding now, but the core of fruit remains succulent and
visible through the end, with serious minerality lurking in the background. Power combined with great cut.
PM 94-96: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, kühle, feine ätherische Nuancen, schwarze Beerenfrucht,
Edelholzanklänge, exotische Gewürze; kraftvolle Textur, präsente Tannine, fester Körper, sehr rassige Struktur,
hoher Säurebogen, zitroniger Nachhall, sehr gute Länge, im Moment noch etwas verhalten.
BD 18-19: Toujours moins charmeur a ce stade que canon-la-gaffeliere, le micro-cru de Stephane von Neipperg en
impose par son extraordinaire potentiel. Vin intense et volumineux, dense, ferme et structure, grande allonge racee.
MG 20: Gigantisch tiefgründiger, die Sinne betörender Duft, die Komplexität ist enorm, das ist berauschende Fülle,
wirkt dabei total fein und hochelegant, da kündet sich ein traumhaft edler Wein von atemberaubender Schönheit an.
Schon im Antrunk ist klar, dass er den Spagat zwischen enormer Konzentration und spielerischer Leichtigkeit problemlos schafft, da sind hochkonzentrierte Aromen ohne Ende, aber gleichzeitig auch Raffinessen ohne Ende, das ist
sinnlicher, tiefgründiger, leichtfüssiger und überaus spannender Bordeaux, ein Meisterwerk der Natur.
NM 94-96: A blend of 80% Merlot and 20% Cabernet Franc, cropped around 16th October and 22nd October respectively. This was punched down only three days, a slow fermentation, big problems with the malolactic (one plot unfinished and included in the blend.) The La Mondotte ‘10 has a very pure, very attractive bouquet with macerated
black cherries, griottes and a touch of honey that verges on marmalade. Fantastic definition. The palate is full-bodied
with seamless tannins, very pure and sensual but with real backbone. Good weight in the mouth, imbued with a
beguiling symmetry that reminds me of the 2005. Mellifluous on the finish. Very fine.
JS 96-97: This takes my breath away with dark fruits, blackberries, chocolate and spice. Full bodied, with super silky
tannins and loads of beautiful dark fruits. Super silky and long. Made from 80 percent Merlot and 20 Cabernet Franc.
Chateau La Pointe / Pomerol
LOB 93-94: Schwarz, noch etwas Platz für einen rotvioletten Rand. Üppige, verbrannte Nase
mit viel Brombeere, Cassis dahinter, auch Lakritze, Zedernholz, sehr viel dunkle Schokolade in
der Nase, die sich nahtlos in den Mund zieht. Wieder viel schwarze Kirsche, üppig rund, charmant. Brombeere, Cassis. Macht Spaß, macht Freude. Es fehlt ein wenig die letzte Rasse, ein bisschen monolithisch, aber ein Pomerol, wie man ihn erwartet. Schön lang, üppig, ohne zu süß und
zu fett zu sein. Ziemlich archetypisch. So muss es sein! (2017-2040)
WS 91-94: Muscular, with raspberry and plum sauce notes pushed by velvety but substantial tannins. The long finish is filled with roasted fig and spice. One of the bigger Pomerols in 2010.
RG 18: Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Opulenter
Waldbeerentouch, reife Kirschen und ein Hauch Cassis bei schönen Rösttönen. Im Gaumen mit
verführerischer, ja fast erotischer Süsse, zartes Vanillin im Extrakt, der Fluss ist samtig und
anmutig. Die neuen Besitzer geben sich keine Blösse!
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zart nach Lakritze und Grapefruitzesten, feine Röstaromen,
etwas Nougat; elegant, kraftvolle Tannine, frische Säurestruktur, wirkt etwa monströs, gut Länge, ein Vin de Garde.
71
Bordeaux
Chateau La Pointe / Pomerol
NM 92-94: Tasted at the Syndicat de Pomerol and twice at the UGC. There is good vigour on
the La Pointe 2010, this being the first vintage vinified in their brand new cuverie. Very pure dark
cherry fruit intermingling with blueberry and cassis, well-integrated oak and fine delineation.
The palate is medium-bodied with fine tannins on the entry, good tension and acidity, quite a firm
backbone adding structure to the finish with blackcurrant, pepper, soy and small dark cherries. The Cabernet Franc
takes over with continued aeration. Good potential.
WE 92-94: Big, firm, with dense tannins that underly the ripe, dark berry and plum skin fruit flavors. Very powerful, the almost shocking acidity a cutting edge of freshness. Hugely juicy aftertaste.
Chateau La Providence / Pomerol
LOB 97+: Aus dem Hause Moueix. Feine Rasse in der Nase. Schöne reife, rote Frucht, rote
Kirsche, Schattenmorelle, dann kommt schwarz Kirsche, Brombeere, Cassis, frische Pflaume.
Fein und ätherisch und zugleich süß und charmant. Im Mund ausgeprägte Mineralität, viel Salz,
Gestein, sehr viel Rasse, satte schwarze Frucht, tolle Säure, poliertes Tannin, aber in großer
Menge vorhanden. Sehr komplex und vielschichtig. Der Wein hat Tendenz zur wirklichen Größe.
(2018-2050)
RP 92-94+: Resurrected by Christian Moueix, Providence is made in a muscular, macho style
with considerable minerality as well as dense plum, blackberry and black currant fruit, a formidable quantity of tannin and stunning depth and richness. The classic 2010 is similar in style and
personality to that of the great Moueix estate of Chateau Trotanoy. Forget it for 5-6 years and
drink it over the following 25-30 years.
WS 94-97: Sleek, with a beautiful beam of red licorice and cassis. Long and supple, with a dense structure, but thoroughly integrated. There’s lots in reserve, with lots of spice as well. Merlot with about 10 percent Cabernet Franc.
Tasted non-blind.
RG 19: Sattes, dunkles Rubin-Purpur. Würziges Beerenbouquet, Waldbeeren und Preiselbeeren mit einem Schuss
Cassis, dunkle Hölzer im Untergrund zeigend. Samtiger, stoffiger Gaumen, hier jetzt viel Black Currantnoten vermitteln, zeigt Fett, Opulenz und ein gebündeltes Finale. Kann er zum 2008er (19/20) aufschliessen. Es scheint so...
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, saftige reife Herzkirschenfrucht, darunter dunkelbeeriges
Konfit, zart nach Orangenzesten; elegant, frisch strukturiert, süße Beeren, zart nach Lakritze, rassig strukturiert,
finessenreicher, trinkanimierender Stil, gefällt durch seine Frische.
NM 92-94: Tasted at JP Moueix. The Providence 2010 has a very pure bouquet with macerated black cherries, blueberry, truffle and a touch of smoke. Good lift and precision here. The palate is medium-bodied with ripe, sensual tannins, good cohesion and poise here with fine mineralite showing through. At the moment this is showing a tad more
tension and vibrancy than the Latour-a-Pomerol, with a very precise finish that bodes well for the future. Excellent.
Tasted April 2011.
Chateau La Serre Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 93-95: Schwarz Rubinrot. Dunkle Früchte in der Nase. Schwarzkirsche, kubanischer
Tabak, Lakritze, reife Pflaume. Sehr frisch dabei, sehr rassig.Im Mund dominiert die tolle Säure.
Hervorragend balanciert. Dann kommen Lakritze, Röstaromen, gegrilltes Fleisch,
Schwarzkirsche, Brombeere, aber nie wuchtig, immer auf der feinen Seite bleibend, trotz der
Fülle und der immensen schwarzen Frucht. Feine, charmante, immer wieder hoch rollende
Länge. Auch im Nachhall mit extrem polierten Tannin, dennoch intensiv, sehr präsent und deutlich spürbar. Der Alkohol ist komplett in die Rasse und große Finesse eingebunden, nicht spürbar. Toller Wein. Der beste La Serre bisher. (2016-2035)
WS 92-95: Superfresh, with racy red licorice and cassis flavors, bright acidity and a very sleek
finish. All from parcels on the plateau, by Trottevielle and Troplong-Mondot. Tasted non-blind.
RG 19: Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Berauschendes Bouquet,
exotische Hölzer, Zimt und viel Brombeermark. Stoffiger Gaumen, alles im schwarzbeerigen
Bereich, samtene Textur, unglaubliches Potenzial bei voller Aromatik. Ich bin ja schon oft, bei
Primeurproben bei einem La Serre beeindruckt worden, aber hier ist diese feine Domaine über
sich heraus gewachsen und mischt bei den allerbesten Weinen der Appellation mit. Leider auch
etwas teurer als letztes Jahr. Nichts für Frühtrinker, das ist ein sehr “langsamer La Serre”!
72
Chateau La Tour Carnet 4eme Cru / Haut Medoc
Bordeaux
LOB 92-93+: Schwarz. Drückende, leicht agressiv würzige Nase, Beeren mit viel Holz. Im
Mund hohe Adstringenz, viel Holz und leicht agressive Säure mit sattem Tannin, Graphit,
Schokolade, Steinsalz, schwarze Johannisbeere. Langer Nachhall. (2018-2040)
RP 92-94: From their 180 acres, this large estate fashioned a blend of 53% Merlot and the rest Cabernet Sauvignon
and small quantities of Cabernet Franc and Petit Verdot. Harvested over a three week period (September 29 - October
17), it is a big, tannic, nearly over-sized wine boasting a dense purple color along with notes of graphite, blueberries, black raspberries and spring flowers. Great fruit on the attack, a powerful, full-bodied mouthfeel and an unusually masculine, muscular style suggest this 2010 will require patience, but it could turn out to be one of the finest La
Tour Carnets ever produced.
RG 18: Extrem dunkles Purpur. Grossartige Cabernet-Nase, Trüffel- und Palisandernoten, beeindruckende Tiefe.
Ausgeglichene Adstringenz, viel schwarzbeerige Beerenaromen, erstaunlich viel Noblesse, grosses Potenzial – ein
wahrlich genialer Grand Cru! Noch haben wenige Experten mitbekommen, wie sich dieser ehemals klassierte, aber
lange bescheiden anmutende Haut-Medoc gemausert hat. Daher sind die Preise noch recht fair – trotz des emsigen
Marketings a la Magrez.
PM 91-93: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, intensive dunkle Beerenfrucht, reife
Herzkirschen, zart nach Orangenzesten; saftig, gute Komplexität, frische Struktur, Zwetschkenfrucht im Abgang, feiner Schokoanklang im Nachhall, Röstaromen im Rückgeschmack, gutes Potenzial.
JS 92-93: A wine with dark berry, licorice and tar character. Subtle and silky. Lovely polished tannins and fresh acidity.
Chateau La Villa des Quatre Soeurs / Margaux
LOB 94+: Ein Boutiqueweinberg von Luc Thienpont, Mitbesitzer von Vieux Chateau Certan
und früherer Regisseur von Labegorce Zede in Margaux. Nur 1,5 ha, 60-80 Jahre alte Reben,
dicht gepflanzt. 10.000 Stöcke pro Hektar auf tiefem Garonne-Kies. Ertrag 40 hl/ ha. 40 %
Cabernet Sauvignon 55% Merlot, 5% Petit Verdot, Gesamtproduktion nur 9.000 Flaschen. Der Weinberg liegt nahe
dem Ort Souccau. Die Fermentation geschieht in temperaturgeregelten Zementtanks bei 28 Grad. Der Ausbau
erfolgt über 20 Monate in französischem Barrique. Jahrgangs- und Appellationsspezifisch ist 2010 schwarz mit leicht
violett-rotem Rand. Sehr schöne Schwarzkirschennase, Amarenakirsche, auch ein wenig Schattenmorelle. Dunkle
Schokolade, weich, üppig rund, aber nicht zu süß. Sehr harmonisch, hocharomatisch. Dann kommt etwas rote Frucht,
reife Walderdbeere, auch sehr reife Zwetschge und ein wenig Brombeere, gefolgt von Cassis. Im Mund ein Ansturm
von Frische. Tolle Säure, immenses Tannin, aber total poliert und geschliffen. Sehr mineralisch, sehr viel Steinmehl,
Graphit, deutlich salziges Ende. Der Wein tanzt hin und her, ist hochintensiv. Die Frucht mit ihrer Säure versetzt den
Mund fast unter Schock. So rassige Frucht, so intensive und säurebeladene Zwetschge mit gleichzeitig süßer
Brombeere und Cassis. Hervorragende Balance, sehr komplexes Spiel mit toller Länge im Nachhall. Gegenüber
2008 und 2009 nochmal ein Quantensprung. Ein toller, ein spannungsgeladener, ein großer Wein. (2018-2040)
73
Bordeaux
Chateau La Violette / Pomerol
LOB 95-97: Dunkes Purpurrot. Ultrafeine rote Kirschennase, rote Johannisbeere, feinste
Milchpraline, Steinsalz, überaus fein und duftig. Im Mund mit seiner Feinheit eher einem Larcis
Ducasse denn einem Pomerol ähnelnd, tolle Süße, tolle Säure, rote Kirsche, Cranberry,
Schattenmorelle, Milchschokolade, deutlich zarter als der Le Gay aus gleichem Hause, ein Wein
für Träumer. (2018-2050)
RP 94-97: This tiny jewel of a property consists of five acres planted with 100% Merlot (over
50 years of age) in clay, limestone and gravelly soils, situated between Le Pin and Trotanoy.
Made from yields of 20 hectoliters per hectare, the 2010, surprisingly, possesses only 13.5% alcohol (some of its
neighbors hit 14.5-15%). As its name suggests, the hallmark of La Violette is its striking floral character. In many
ways it is a more flowery version of La Conseillante, which comes from the gravelly soils on the St.-Emilion border. This offering’s dense ruby/purple color is accompanied by sweet aromas of flowers, raspberries and kirsch. With
sweet tannins, a full-bodied richness and elegance as well as a sublime lightness, this unusual Pomerol is characterized by its quintessential finesse, elegance and flowery qualities. A remarkable wine, it can be drunk young or cellared for 15-20 years.
RG 19: Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Delikates, leicht milchiges Bouquet, Holunder
und Cassis, mit schwarzer Schokolade unterlegt. Sublimer Gaumen, sanfte Tannine, weich mit velours-artiger Textur,
wunderschön balanciert, im Finale mit Cassis endend. Und wenn man Cassis alleine punktieren könnte, so wäre dies
vielleicht das beste, feinste Cassis, das mir je in den Gaumen kam. Der ex-orbitante Preis dieses raren Pomerols ist
die eine Sache, aber man muss auch zugeben, wenn man einem ganz grossen, besonders eleganten Wein begegnet.
Und das ist heuer beim La Violette ganz sicher der Fall. Felicitation!
BD 18-19: Porte parfaitement bien son nom : les aromes de violette etaient sur les echantillons
degustes d’une pregnance incroyable. L’ensemble est d’un charme et d’un veloute ultra-suave
qui ne saurait faire oublier la persistance profonde du vin.
Chateau Lafaurie Peyraguey 1er Cru Classe (süß) / Sauternes
LOB 96-99: Mango und goldene Honigmelone, tropisch mit einem Hauch Riesling im Stil einer
Auslese Goldkapsel, verführerisch, rassig und unendlich verspielt. Im Mund dann dazu feinste
florale Noten, tolle Säure, Himbeere und weiße Johannisbeere und Pfirsich neben der satten
Exotik. Ein Fluss wie ein öliger Smaragd von Pichler bei einer Finesse eines Zilliken und einer
exotischen Wucht einer TBA von Kracher. Superschön! (2015-2080)
RG 20: Recht dunkles Gelb mit erstem Goldschimmer, brillant. Cocktail von gelben Früchten, viel Süsse, feinpfeffriger Botrytis, Feuersteinnoten, Vanille, im Untergrund leicht tropische Fruchtnoten wie brasilianische Mango und
Nespoli. Komplexer Gaumen, füllig und elegant, die feinrassige Säure ist von molliger Süsse umgeben, geniales
Finale. In meinem Weinleben habe ich bis heute 73 verschiedene Lafaurie-Peyragueys taxiert und genossen. Der
2010er gehört zusammen mit den beiden Jahrgängen 1917 und 1945 zu den Legenden des Chateaus.
BD 18-19: Tres riche et pur sur le plan aromatique, developpant toute la palette imaginable d’agrumes, bel equilibre, moins forme a ce stade que son voisin du “ Clos “, mais tres proche dans sa texture et ses equilibres. Grand avenir.
MG 19+: Ein herrliches Fruchtbouquet strömt aus dem Glas, reife gelbe Früchte und eine enorme Vielfalt an
Tropenfrüchten. Der strahlt auch eine feine Mineralität aus, Feuerstein, raffinierte, pfeffrige Nuancen. Wirkt mollig
süss im Antrunk, zeigt aber auch eine geniale Rasse, die ihn fast rieslingartig schlank macht und perfekt ausbalanciert, das ist einer der besten Lafauries, die ich kenne, ich würde ihm sogar zutrauen, dass er die 20 Punkte Perfektion
erreicht und vielleicht in 20 oder 30 Jahren sogar einmal in Richtung der ganz grossen Lafaurie Legenden wie 1906,
…. Gehen könnte. Wenn es überhaupt wieder einmal solche Legenden geben könnte, dann müsste der Jungwein, die
Kraft und gleichzeitig die Fülle dieses 2010er haben. Nur die Zeit wird es zeigen, denn ich kenne niemanden, der
den 1906er als Jungwein erlebt hat.
Vinum 19,5: Weiß der Teufel, warum große Sauternes sich so schwer damit tun, von der Weinwelt zur Kenntnis
genommen zu werden, und warum sich das Vorurteil so hartnäckig hält, Sauternes seien nur süß und ölig. Wer wissen will, wie ein großer Sauternes heute wirklich mundet, sollte ein paar Flaschen dieses herrlichen Weins subskribieren, stellvertretend für die vielen anderen, die ebenfalls von großer Klasse sind. Wir hätten den Wein am liebsten
im Mund behalten, statt ihn auszuspucken, und tragen noch heute die Erinnerung an seine komplexe Aromatik, seine
mineralische Dichte, seine ewige Länge, seine unbeschreibliche, kreidig-frisch-feurig-elegante Textur im Gaumen.
Das Größte, was wir hier je verkostet haben, und einmal abgefüllt wohl 20 Punkte wert. Eigenständig, charaktervoll.
74
Carruades de Lafite Rothschild / Pauillac
Bordeaux
LOB 93+: 50% Cabernet Sauvignon, 42,5% Merlot, 2,4% Petit Verdot und 5,1% Cabernet
Franc. Rotschwarz glänzend, leichter Wasserrand. Deutlich feiner noch als Duhart Milon in der
Nase, aber mit weniger Wucht und Süße. Schöne Rasse zeigend. Auch hier stark CabernetOrientierung. Erdbeere, Himbeere, Zwetschge, Cassis, rote Johannisbeere. Nur ein kleiner
Hauch von Brombeere. Feines Gesteinsmehl, florale Aspekte, Rose und Veilchen. Im Mund fast
zart, aber dann kommen auch schwarze Aspekte, gegrilltes Fleisch, Brombeere, Cassis, etwas trockenes Tannin, aber
fein. Die Säure ist gut, aber nicht stark ausgeprägt, die Rasse ist nicht so groß wie bei Duhart Milon. Ein guter, ausgewogener Carruades, der Freude macht und Tiefe hat. (2017-2045)
RP 91-94: Composed of 50% Cabernet Sauvignon and the rest mostly Merlot and a dollop of Cabernet Franc, the
beautiful 2010 Carruades de Lafite may turn out to be one of the finest yet produced (although I still have a weakness for the brilliant 2003, which is drinking beautifully at present). Notes of charcoal, black currants, sweet cherries, licorice, herbs and cedar are all present in this full-bodied, opulent, stunning second wine. It will be drinkable
upon release and should last for 20 or more years.
WS 93-96: Remarkably tight, offering black currant and sanguine notes laced with sandalwood and roasted fig. This
is also tight-grained on the finish and is really long, with the acidity just going on and on. Only 10 percent new oak.
Tasted non-blind.
RG 18: Sattes Purpur-Granat. Sehr delikates Bouquet, schwarze Kirschen und Brazil-Tabak, defensive Süsse. Feiner,
cremiger Gaumen, die Gerbstoffe sind fast zart und sehr ausgeglichen, feminine Adstringenz, Alpenheidelbeeren,
vorne eine gewisse Bitterkeit im satten, fleischigen Extrakt zeigend, die Säure verbindet sich mit den Tanninen und
verlangt nach ziemlich viel Flaschenreife. Selten war ein Carruades so tiefgründig.
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, einladendes Bukett nach Herzkirschen, Heidelbeeren, ein
süßes Fruchtbukett, zarter Nougat; saftig, elegant, zarte Dörrzwetschken, sehr gut integrierte Tannine, frisches
Säuregerüst, wirkt bereits balanciert, frisch und mit feinem Schokonachhall ausgestattet.
JS 95-96: Incredible smoke, currants and blackberries. Spices too. Full bodied, with ultra-polished tannins and
blackberries, blueberries and minerals. Orange peel too. Best Carraudes ever.
Chateau Lafite Rothschild 1er Cru / Pauillac
LOB 100: 87,2% Cabernet Sauvignon, 12,8% Merlot. Schwarz mit rotviolettem Rand, glänzend.
Sehr rassige Cabernetnase mit Cassis, roter Johannisbeere und Kirsche, aber auch schwarze
Frucht dazu zeigend. Nur ein Hauch Paprika, Brombeere, wieder viel Cassis, rote Johannisbeere,
Zwetschge, Bitterschokolade, Zedern, kubanischer Tabak. Leichter Brombeerhauch, ein Hauch
von gelber Frucht, Mango. Sehr duftig, hocharomatisch. Cabernet pur und immens Rasse anzeigend. Unerwartet fein
im Mund. Auch hier sehr viel Rasse, schwarze und rote Frucht. Der Wein tänzelt, hat Länge, macht viel Freude. Weit
weg von den beiden vorigen Jahrgängen, speziell vom 2009er. 2010 herrscht Rasse vor und Feinheit. Glyzerin und
Alkohol dominieren nicht, obwohl reichlich vorhanden. Der Alkoholgehalt ist mit 13,5% recht moderat. Der Wein
fängt als ein erhabener großer Wein an im Mund, und wird immer feiner und finessereicher und endet mit großer
Länge und Feinheit. Gegen die Erwartung des Jahrgangs viel feiner, viel finessereicher als 2009, ein großes feines
Jahr für Lafite, ein Lafite in Perfektion. (2022-2075)
RP 98-100: This exceptionally rich, thick Lafite came in with the highest level of natural alcohol (13.5%) ever achieved at Lafite Rothschild. To put that in its proper context, the 2009 and 2005 were 13.3% and in the hottest Bordeaux
summer ever recorded in over 200 years, the 2003 achieved 12.8%. A blend of 84% Cabernet Sauvignon and 16%
Merlot, all harvested between October 9 and 14, the 2010 exhibits an extraordinarily dense color, an unctuous texture and sweet black currant fruit intermixed with graphite, charcoal and truffle notes. A director Charles Chevalier
told me, between July and the October harvest, Bordeaux had its driest weather since 1949, but it never got excessively hot. Hence the tiny berries, freshness and extraordinary precision of Lafite Rothschild.
This superb effort will undoubtedly shut down slightly once it is bottled despite a pH of 3.8. It
needs no building up because much of Lafite Rothschild has now become an obsession with the
wealthy Chinese and most of it will undoubtedly be consumed before it ever hits its prime.
Ideally, it should be cellared for 10-15 years and drunk over the following 50+ years.
WS 96-99: This is all guile and elegance now, with sleek, perfumy black tea, currant and crushed fig fruit, laced with subtle smoke, incense and tar. Just as you think it starts to fade, the acidity kicks in on the finish and brings everything back for an encore. Tasted non-blind.
75
Bordeaux
Chateau Lafite Rothschild 1er Cru / Pauillac
RG 20: 87,2% Cabernet Sauvignon, 12,8 % Merlot. Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Dramatisches Cabernet-Bouquet, nicht heiss, nicht warm, sondern floral, frisch
und direkt, just a point, Heidelbeernoten und Lakritze, darunter schwarze Edelhölzer und Tabak.
Perfekter Gaumen, schon mit erstem Schmelz über den angerundeten, feinen Gerbstoffen, parfümiert, eine fast schon
delikate Adstringenz, intensiver, royaler Nachklang – ein legendärer Lafite!
PM 98-100: kleine schwarze Beerenfrucht, ein Hauch von Grafit, zart nach Honig und Nougat, wirkt noch etwas
verschlossen; Engmaschig, dunkleres Beerenkonfit, stramme, präsente Tannine, sehr gut strukturiert und anhaltend,
kraftvoll, und doch nicht üppig, bleibt sehr gut haften, ein großartiger, präziser Lafite, ein Vin de Garde, wird seinem hohen Anspruch vollends gerecht.
BD 19: Grand volume de bouche propre au millesime, saveur et tannin raffines, une merveille meme si les superlatifs s’appliquent moins a sa “ normalite “ que pour d’autres crus. Latour m’a semble un peu plus emouvant a sa naissance. Carruades, tres fin mais trop impersonnel, decoit.
MG 20: Das ist Lafite, wie aus dem Bilderbuch, feine, elegante, frisch rassige und sensationell komplexe Nase. Die
Feinheit der Tannine ist eine Sensation, wie auch die köstlich die Süsse und die raffinierte die Rasse, alles zusammen bildet eine perfekte Einheit, das ist ein Musterbeispiel eines gossen Lafite. Die Länge ist unglaublich, ein gigantisches Weinerlebnis, zum ausflippen schön. Da wird man schon fast traurig, dass man nicht als reicher Chinese
geboren wurde.
NM 95-97: The 2010 is a blend of 87.2% Cabernet Sauvignon and 12.8% Merlot, cropped between 24th September
until 13th October, delivering 13.48% alcohol at pH 3.82. Whereas the 2009 Lafite was an immediate “wow”, this
is far more introspective and broody, particular coming directly after Latour. Deep, dusky dark berried fruit, a touch
of cedar and pencil box. Good definition but not as expressive or as vigorous as I was expected. The palate is
medium-bodied, very well balanced with fine but structure tannins, masculine in style, understated compared to
Latour. I take a little sip (pourquoi pas?) and there is another annexe of dark cherry and a touch of boysenberry. Hints
of cedar and spice towards the dry, tannic finish. This is a Lafite that will grow during its elevage.
JS 100: Believe the hype. Lafite is perfect in 2010. The nose is amazing with sweet tobacco, dark chocolate and currants. It is amazing. It’s like gazing into the blue sky in wonder after tasting this young wine. Full and powerful with
amazing minerals, currants and bitter chocolate. It starts off slowly and then finishes with a bang. This is really layered and wonderful. It goes on and on. Stunning.
Chateau Lafleur Gazin / Pomerol
LOB 93-94+: Dunkles Rubinrot, leicht schwarze Reflexe. Traumhafte Komposition aus
Walderdbeeren, süßer Kirsche, roter Johannisbeere und Zwetschgenschalen. Tolle, berauschende, frische, feine Nase. Im Mund sich sehr harmonisch zeigend. Sehr feines Tannin, präsente
Säure, trotzdem passt alles gut zusammen. Schöner Wein mit Rasse und Länge, guter Harmonie.
Langlebig. In etwa auf dem gleichen Level wie Chateau Plince. (2016-2035)
WS 92-95: Juicy, with a muscular core of blackberry and fig. Lots of acidity is nicely buried on
the smoke- and spice-filled finish, where a hint of plum skin lends an ever-so-slightly chewy
edge. Tasted non-blind.
PM 92-94+: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feine Kirschen-Weichselfrucht, Noten von Lakritze, zarte
Kräuterwürze, ein Hauch von Edelholz; elegant, saftig, cremige Textur, seidige Tannine, exktraktsüßer Nachhall,
feiner Schokoschmelz im Abgang, gutes Entwicklungspotenzial.
76
Chateau Lafon la Tuilerie Grand Cru / Saint Emilion
Bordeaux
LOB 95-96+: Das Weingut hat nur 2,5ha, weniger als 10.000 Flaschen werden erzeugt. 100%
Merlot. Uralte Reben. Der Besitzer ist Pierre Lafon. In dieser Region sind sonst Lehmböden
üblich, diese 2,5ha liegen aber komplett auf Kalksteinböden mit leichter Lehm- Sandauflage.
Pierre Lafon bearbeitet sein Weingut organisch als reiner Einzelkämpfer und in reiner
Handarbeit. Das Weingut liegt unterhalb von Chateau Pressac. Die Reben sind 55 Jahre alt,
gepflanzt 1956, nach dem großen Frost, als viele Reben zerstört wurden. Schwarz Rubinrot,
glänzend. Unglaubliche, hocharomatische Nase. Satte schwarze Kirsche, Johannisbeere,
Maulbeere. Rassig. Kubanische Zigarrenkiste, Lorbeer, schwarze Oliven in ganz reifer Form. Feine, süße, dunkle
Erde. Ein Hauch Mango darunter. Nutella, belgische Pralinen. Hohe Aromatik, extrem duftig und fein. Macht Spaß.
In der Nase, dann auch im Mund Blaubeere und Moschus. Weit entfernt von jeder extremen Extraktion. Feiner, rassiger, sehr mineralischer Mund, das Kalk- Sandstein-Terroir kommt klar durch. Schöne salzige Mineralik zeigend.
Länge. Sehr feiner Wein, sehr geschliffen. Merlot auf reine Finesse, schwarze und rote Kirschen, Cassis. Alles fein,
alles tänzelt. Sehr schöne Länge. Etwas Blutorange im Finale. Das extrem geschliffene aber satte Tannin kommt
schön wieder hoch, immer unterlegt von der feinen Säure. Der Wein erinnert stark an den Bellevue von Hubert de
Bouard, und ist doch ganz anders. Wirklich ein großer Wein. Ein sehr feiner St. Emilion mit fast burgundischer
Zartheit und doch toller Kraft und Frucht darunter. (2017-2040)
RG 19: 100 % Merlot. 36 hl/ha. Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Warmes, ausladendes
Bouquet, herrlicher Dörrfrüchtetouch, Amarenakirschen und Cassis, sehr aromatisch. Mundfüllender Gaumen mit
wiederum viel verschwenderischer Frucht, Redcurrant, Rumtopf, Cakesfrüchte und im Finale Giandujaschokoton,
man merkt die verlangenden Tannine. Einer der ganz wenigen Weine am rechten Ufer, der so viel Wärme ausstrahlt.
MG 19: Die Rebstöcke dieses 2,4 Hektar kleinen Weingutes stehen an allerbester Lage auf hervorragenden
Kalkböden. Die Weine, die hier entstehen sind schon beinahe Kult und meistens schon ausverkauft, bevor unser
Mailing erscheint. Der 2010er ist nochmals um Nuancen besser als die grandiosen Vorjahrgänger
und gehört ohne Zweifel zu den allerbesten Weinen dieses grossen Jahrgangs von St. Emilion.
Das ist schwarze Frucht mit einem Hauch Blutorange, wie man sie sich schöner nicht vorstellen
kann, strahlt eine traumhafte Frische aus, ganz feine Würze, filigrane Kräuternuancen, der Duft
ist schlicht himmlisch. Am Gaumen ein wahres Spektakel, da ist einiges los, was für eine sensationelle Saftigkeit, der Wein hat Tannin ohne Ende, aber so feine, dass man sie kaum spürt.
Schon diese Fassprobe bewirkt bei mir eine wohlige Gänsehaut auf dem Rücken, das ist zum
ausflippen schön, was für ein sensationeller Traumwein, diese Frische, diese Süsse, diese
beschwingte, fröhliche Art, ein Weinerlebnis der Superlative.
Chateau Lafon Rochet 4eme Cru / Saint Estephe
LOB 94+: 67% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 3% Petit Verdot. Das Weingut gehört Herrn
Tesseron, dem Bruder des Besizers von Pontet Canet. Leider steckt der Familienehrgeiz noch
nicht ausreichend an um ganz nach vorn zu kommen, das Terroir hat durchaus Klasse. Dunkles
Rubinrot. Sehr schöne rassige schwarzfruchtige Nase. Schwarze Kirsche, Brombeere und Cassis, unterlegt mit feiner Vanille. Viel Charme, viel Süße zeigend, etwas californische Ausrichtung. Macht Spaß. Schöner Mund, hohe
Rasse, Waldhimbeere, Walderdbeere, Cassis. Macht Spaß. Tolle Spannung. Fast auf dem gleichen Niveau wie Phelan
Segur. Sehr schöner Lafont-Rochet. (2018-2045)
RP 92-94: Proprietor Basile Tesseron may have produced his finest Lafon Rochet to date. The 2010’s
inky/blue/purple color is followed by a distinctive bouquet of spring flowers, blueberry pie, blackberry liqueur and
crushed rocks. Although a classified growth, this wine is an undeniable sleeper of the vintage as its price remains
reasonable. The wine possesses terrific structure, ripe tannins and a voluminous, broad, deep impression on the palate. The fruit intensity, purity and richness suggest 4-5 years of cellaring will be required and the wine will last for
20+ years.
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe mit feinem Nougat untelegte reife Kirschenfrucht, zart nach
honog und Gewürzen, facettenreiches Bukett, elegant zart kräuterwürzig unterlegte Textur, schokoladig und stoffig,
finessenreich, dunkle Mineralik im Abgang, extraktsüßer Nachhall, setzt seinen tolle Aufschwung ungebremst fort,
sehr gutes Reifepotenzial.
NM 92-94: Tasted twice at the UGC and the Chateau, the Lafon-Rochet has a very lifted, pure bouquet with tarry
blackberry, cassis and dark plum, all very well defined although needing time to coalesce. The palate has a tarry, graphite tinged entry, firm, slightly coarse tannins but very good definition on the fresh finish. Again, just a little disjointed at the moment, but the foundations are here for a great wine.
77
Bordeaux
Chateau Lagrange 3eme Cru / Saint Julien
LOB 94-96: Schwarz, leicht violetter Rand. Voluminöse, warme, schwarzfruchtige Nase.
Brombeere, Cassis, schwarze Kirsche. Nicht fett dabei, sondern fein strömend. Etwas dunkle
Schokolade. Sehr balanciert. Viel würzige Erde. Ein kleiner Hauch von Teer, etwas Jod und
Lorbeer. Die Nase macht Spaß! Rassiger, schwarzfruchtiger Mund. Tolle präsente Säure,
Brombeere, Blaubeere, alles in zarter Form. Nie fett, nie üppig, sondern eher zart und auch
immer wieder rotfruchtig bleibend. Der Wein zeigt eine ganz schöne Balance, hat auch eine
gewisse Zartheit, trotz seines Volumens. Der Alkohol ist kaum spürbar durch die sehr zarten, feinen, polierter Tannine, zusammen mit der feinen Säure. Ein höchst ausgewogener, ziemlich perfekter St. Julien. (2020-2050)
NM 92-94: Tasted at the Chateau, the crop was picked between 29th September and 20th October, with much of the
crop (the Cabernet) picked between 13th and 19th October. A blend of 75% Cabernet Sauvignon and 25% Merlot,
this is a very tightly wound on the nose, the Cabernet Sauvignon imparting a strictness and tautness: blackberry, wild
hedgerow, cedar and a touch of graphite. The palate is medium-bodied with very fine tannins, a real sense of symmetry here with fine acidity. Very refined tannins and yet there is certainly great structure cloaked beneath that pure blackberry, cassis and cedar-infused fruit. Long in the mouth on the finish
that is slightly drier than the 2009 when compared alongside. This is an outstanding Saint Julien
from one of its most consistent performers in recent years.
JS 94-95: A wine, with very pretty balance and length already. Full body, with a wonderful core
of ripe fruit and a persistent silky finish. Lasts for a long time. Dense.
Chateau Lanessan Cru Bourgeois / Haut Medoc
LOB 93-94: Jahrgansspezifisch schwarz, in der Nase satte Reife, schwarze Frucht mit gutem
Alkohol anzeigend. Wuchtig und dennoch harmonisch. Etwas Rosenblätter und gelber Pfirsich
darunter, blonder dominikanischer Tabak. Im Mund immense Frische, und hochintensive
Fruchtsäure anzeigend. Dann kommt aber auch der Alkohol und die satte Reife, schwarze und
rote Frucht, Cassis, rote Johannisbeere, Brombeere, schwarze Kirsche, Lakritze, auch hier wieder gelber Pfirsich. Reife Walderdbeere, florale Noten, schöne Mineralität und Salzigkeit anzeigend. Im Nachhall frische Himbeere. Die Balance passt. Für einen Wein dieser Preisklasse ganz
ungewöhnlich. Er besticht durch sein wirklich perfektes Säurespiel, dadurch gleicht er alle Übermäßigkeiten des Jahrgangs aus. Er wird viel Freude machen und hat sogar Größe. (2016-2032)
RP 87-89+: Attractive notes of cedarwood, unsmoked cigar tobacco, red and black currants and
loamy soil characterize this surprisingly soft, round, medium-bodied Lanessan. Although not the
superstar value it can be in certain vintages, it is still a very good Medoc that should evolve nicely for 10-15 years given its tannic structure.
im Abgang.
PM 88-91: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zart blättrig unterlegte schwarze
Beerenfrucht, etwas Holler, reife Zwetschekn; saftig, elegante
Textur, frischer Säurebogen, zart nach Bitterschoko, Kräuterwürze
BD 16-17: Vin totalement harmonieux du nez a la fin de bouche, aucune recherche “
d’heroïsme “ en matiere de volume, mais expression juste, naturelle et sensible d’un beau
terroir qui renait a la haute qualite.
Chateau Langoa Barton 3eme Cru / Saint Julien
LOB 93-94: 73% Cabernet Sauvignon, 17% Merlot, 10% Cabernet Franc. 13,2% Alkohol. Sehr
charmante Milchschokoladennase mit Schwarzkirsche und Brombeere. Fein, süß, etwas eindimensional, aber sehr schön. Im Mund sich nahtlos fortsetzende schwarze Frucht kommt mit satter Fülle dazu, eine schöne Säure. Sehr balancierter, harmonischer Wein mit gutem Volumen.
Macht Spaß, ist aber nicht in der ersten Reihe St. Juliens in diesem Jahr. (2020-2050)
RP 90-92: Softer than I expected given the highly extracted, exceptionally tannic wines routinely produced by proprietor Anthony Barton, the oaky, powerfully concentrated, dense 2010
Langoa Barton possesses silky, well-integrated tannins. Nevertheless, the level of wood and the
primary nature of the black currant and black cherry fruit suggest 7-8 years of cellaring will be essential. This is a
30-year wine.
78
Chateau Langoa Barton 3eme Cru / Saint Julien
Bordeaux
WS 92-95: Pure, with a gorgeous beam of dark cassis and violet racing along, while black tea,
spice, tobacco and tar flitter in the background. The finish is superpolished and very, very long.
RG 18: 73 % Cabernet Sauvignon, 17 % Merlot, 10 % Cabernet Franc. Sattes Purpur-Granat.
Geniales Bouquet, rote Pflaumen, Cassis, dunkle Hölzer und feine Schwarzschokonoten.
Samtener Gaumen mit überraschend viel Charme in den erstaunlich fetten Tanninen, gebündeltes, verlangendes Finale mit warmer, reifer Cabernet-Würze. Wieder ein genialer Langoa, vielleicht der beste je produzierte. Mit einer guten Chance auf 19/20 in etwa 15 Jahren. Erstmalig über dem Barton!
PM 91-93: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zart floral unterlegtes schwarzes Beerenkonfit, frische
Zitruszesten, ein Hauch von Cassis; mittlere Komplexität, lebendiger Säurebogen, finessenreich und gut definiert,
feine Kräuterwürzei im Nachhall, gastronomischer Stil.
BD 18: Excellent et plus diversifie, (myrtille, poivre, cedre, violette), ce jour-la, que Leoville, tendu et charnu a la
fois, tres precis en fin de bouche.
NM 92-94: Tasted at the chateau and twice at the UGC, the Langoa Barton has a very ripe, well-defined bouquet
with dark berried fruits and just a hint of oyster shell. The palate is silky smooth, cashmere tannins, very pure with
dark cherries a touch of cassis, very refined and composed, slips down the throat beautifully. So pure and beguiling,
there is a crystalline quality to this Langoa that is utterly compelling.
JS 93-94: What a depth of fruit here, with dark chocolate and currants and blackberries. Full and velvety. Wonderful
texture. Like it. Better than 2009.
Chateau Larcis Ducasse Grand Cru Classé / Saint Emilion
LOB 98-100: Dieses Weingut direkt an den Hängen der Cotes von St. Emilion auf
Kalksteinfelsen, wird seit vielen Jahren von Nicolas Thienpont geleitet (wie auch Pavie Macquin
und Beausejour Duffau). Berater ist Stephane Derenoncourt. Larcis Ducasse liegt fast direkt
neben Chateau Pavie, hier wird hier jedoch eine völlig andere Stilistik gepflegt. Finesse und
Eleganz stehen absolut im Vordergrund. Die Nase ist für St. Emilion fast unbegreiflich, unwirklich fein, zart und frisch, berauschend burgundisch, Chambolle Musigny. So feine frische
Zwetschge, rote Johannisbeere, reife Walderdbeere, ein wenig Himbeere, ein wenig Pfirsich.
Alles zart und fein, extrem duftig. Feine Milchschokolade darunter, ganz feine Steinmineralität.
Ein wenig Salz zieht sich durch. Der Mund ist ein Ansturm singender, feiner, frischer Frucht.
Auch hier wieder frische Zwetschge, rote Kirsche, Zwetschgenschale, Sauerkirsche, auch ein
wenig gelbe Frucht, Mango, jetzt kommt Mirabelle. Ganz feine Milchschokolade mit Nougat.
Die Rasse überwältigt. Ich wüsste nicht, wo im Bordeaux ich diesen Wein verorten würde. Es ist
eindeutig mehr ein Grand Cru aus Burgund in der gesamten Stilistik. Mit einem kleinen Hauch
eines superfeinen Barolos. Der Wein ist wie ein 2005er mit etwas mehr Finesse und noch etwas mehr Pinot Noir,
einfach nur schön! Unglaubliche Länge, er singt vor finessereicher Spannung. Selten so etwas Feines probiert, ziemliche Perfektion. (2018-2050)
RP 95-97: An excellent effort, stylistically, the 2010 comes as close to the 2005 as one will find. The wine was made
from remarkably low yields of 19 hectoliters per hectare and the final blend was approximately 75% Merlot and 25%
Cabernet Franc. The late harvest (it finished during the third week of October) was managed impeccably by the dynamic duo of Nicolas Thienpont and Stephane Derenoncourt. This phenomenal terroir, situated with a south/southeast
exposition on the limestone soils of the Cote Pavie, has produced a wine with great individuality. Its dense purple
color is followed by notes of black currants, sweet cherries, garrigue, licorice and incense. Already complex, it reveals formidably endowed, full-bodied flavors, a skyscraper-like texture, marvelous depth, moderately high tannins and
excellent precision as well as freshness (which gives the wine that 2005-like personality). This 2010 will require 45 years of cellaring and should age effortlessly for 20-25 years thereafter.
WS 92-95: A nice winey core of crushed red and black currant fruit is laced with ample anise and graphite notes.
Stretching out nicely already on the finish, with fresh acidity.
PM 94-96: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, frische Waldbeeraromen, feine Kräuterwürze, zart mit
Nougat unterlegt, frische Orangenzesten; ungemein lebendig und rassig, saftige Herzkirschen, sehr präsente tragende Tannine, feine Bitterschokonoten, salziges Finale, sehr vielversprechend, wird Geduld erfordern.
79
Bordeaux
Chateau Larcis Ducasse Grand Cru Classé / Saint Emilion
MG 19+: Der kommt herrlich aus der Tiefe, wirkt enorm konzentriert wie immer, aber vor allem
total fein, so raffiniert war der Duft diese Weines meines Wissens noch nie, geht fast ein Wenig
ins Burgundische. Da ist herrliche Süße, wunderbare Frische, Charme ohne Ende und der Duft
ist eindrücklich vielschichtig. Ein Gaumen wie Samt und Seide, die genial feinen Tannine sind eingebunden in köstlich süßes Extrakt, bei aller Konzentration wirkt er immer noch tänzerisch leicht, eine Aromatik zum Ausflippen
schön, vereint irre Rasse mit nobler Opulenz, der Wein vibriert richtiggehend, obwohl einer der konzentriertesten
Larcis-Ducasse, ist es der weitaus eleganteste, den ich kenne. Grandioses minutenlanges Finale.
JS 95-96: The intensity to this wine is incredible with an electric dark fruit character and dark chocolate note. It’s
so lively and vibrant. Full and beautiful.
Chateau Lascombes 2eme Cru / Margaux
LOB 93-95+: Schwarz mit leicht rotem Rand, glänzend. Wuchtige Nase nach rohem und gebratenem Fleisch, Brombeere und Blaubeere, Holunder, Wacholder, würziger Erde, aber auch etwas
gelbe und grüne Frucht, etwas Kiwi, etwas Apfel. Rassiger Mund, schlanker als erwartet. Auf
keinen Fall überholzt wie leider so oft in früheren Jahren. Sehr schönes Spiel von süßer roter und
schwarzer Frucht. Guter Wein, wenngleich in dieser Preisklasse doch nicht an der Spitze. Ein
mehr als an anständiger Margaux, aber leider eben nicht groß oder doch sehr schwer absehbar.
(2022-2060)
RP 94-97: While this large property is composed of a huge number of small parcels that must
require military-like precision to harvest, the quality of the wines over the last decade has been
remarkable. The 2010 may turn out to be the greatest Lascombes ever made. It boasts a dense
purple color along with an extraordinarily uplifted set of aromatics consisting of blueberry
liqueur, black cherries, subtle smoke, crushed rocks and restrained oak. Massive fruit, an unctuous texture, a skyscraper-like mid-palate and stunning definition (because of good acids and a modest pH) have
resulted in a formidable wine that will benefit from 5-6 years of cellaring, and should keep for 30 years. A brilliant
effort!
RG 19: 55 % Merlot, 40 % Ca- bernet Sauvignon, 5 % Petit Verdot. Nur 36 hl/ha Ertrag.
Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Süsswürziger Beerencocktail
(Maulbeeren!) mit schwarzen Pflaumen und Vanillemark gemischt, dahinter exotische
Gewürznoten. Wohlgeformter Gaumen mit einer unglaublichen Dichte, konzentriertes
Fruchtmark im satten, stoffigen Extrakt, Black Currant im Finale. Einerseits zeigt dieser
Wein die Kraft des Jahrgangs, andererseits den Charme eines ganz grossen Margaux.
Chateau Latour 1er Cru / Pauillac
LOB 99-100: 90,5% Cabernet Sauvignon, 8,5% Merlot, jeweils 0,5% Cabernet Franc und Petit
Verdot. 14,5 % Alkohol, 36% der Gesamterzeugung ging in den großen Wein. Extrem aromatische Nase. Volle Schwarzkirsche mit Cassis und Brombeere. Dunkle Pralinen, duftig, rassig,
voluminös. Sehr feine Süße. Viel Charme im Mund, dann kommt Rasse, wieder viel
Johannisbeere neben Schwarzkirsche. Singende Säure, geschliffene Tanninmassen, der
Tanninlevel ist wahrscheinlich höher als je zuvor und doch butterweich und raffiniert. Soviel
innere Kraft und Spannung gebührt ihm ein Platz in der ersten Reihe. Der Alkohol fällt nicht auf,
wird komplett balanciert, gibt aber das richtige Fett, um eine große Harmonie zu schaffen.
Weniger Blockbuster als in manchen Jahren, eher ein feiner Latour. Macht Freude. Kann vielleicht an die Riesen von Lafite und Mouton in diesem Jahr nicht ganz heran (vielleicht doch?),
dennoch sehr schöner und richtig großer Wein. (2022-2070)
RP 98-100: It’s too early to know for sure, but the 2010 Latour appears to be a huge and massive Pauillac fruit bomb
from this property. With 14.4% natural alcohol, this blend of 90.5% Cabernet Sauvignon, 8.5% Merlot and .5%
Cabernet Franc, director Frederic Engerer told me it is unlike any other wine made at this estate. Possessing abundant amounts of everything, it even eclipses the 2009 in terms of power with a lower pH and higher total acidity.
Representing only 36% of the production (making it even more difficult to find than usual, as this is the smallest of
the Medoc first growths), it possesses an opaque black/purple color along with an extraordinary perfume of spring
flowers, blueberry, blackberry and cassis liqueurs and hints of white chocolate as well as earth intermixed with vague
charcoal and truffle-like components. With unreal concentration, full-bodied power, and a precision, freshness and
refined level of tannins that are something to behold, this remarkable offering is one of my personal favorites of the
vintage. It will undoubtedly shut down after bottling and enjoy 50-60 years of longevity.
80
Chateau Latour 1er Cru / Pauillac
Bordeaux
WS 96-99: Lush and layered, with nearly endless fig sauce, currant compote and blackberry cobbler notes, wound with cocoa, espresso and charcoal. This is seamless, despite its power and
range, with hints of violet, blood orange and spice box flittering in. Tasted non-blind.
RG 19: 90,5% Cabernet Sauvignon, 8,5% Merlot, 0,5% Petit Verdot, 0,5% Cabernet Franc. 36% Grand Vin. Sehr
dunkles Granat mit violetten und schwarzen Reflexen, dicht in der Mitte. Nobles, dezent kühles und auch reserviertes Cabernet-Bouquet, Trüffelnoten, Bakelit, schwarze Pflaumen, wirkt erhaben, eine deutliche, klassische LatourAromatik zeigend. Grosser Gaumen, viel Fleisch, verlangende, aber auch durchaus schon angenehme Adstringenz,
etwas blaubeerig, mehr schwarzbeerig, zeigt Muskeln und Kanten und ist dem 1988er in den Grundsätzen nicht
unähnlich, besitzt aber mehr Alkohol, Tannin und Säure.
PM 98-100: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, noch zurückhaltend, reife dunkle Beerenfrucht, mineralische Nuancen dominieren, feine Edelholzaromen; ungemein konzentriert und komplex, perfekte Tannine, die abslolut reif sind, getragen von einer finessenreichen Struktur, sowohol die Appellation wie der Stil des Hauses sind optimal umgesetzt, ein Wein für die nächsten fünfzig Jahre, ganz groß.
BD 19-20: Un monument ! Corps vraiment considerable meme par rapport a ses pairs, tension magique, unite
d’ensemble pratiquement parfaite, longevite sans limite, Latour comme on le reve ! Exceptionnel Forts de Latour,
porteurs de la meme energie que le grand vin.
MG 20: Wouw, das ist Tiefe, so etwas kann fast nur Latour, Cassis, Heidelbeer, Brombeer in konzentriertester Form,
dazu schwarze Trüffel ohne Ende, Leder, Tabak Lakritze und feine Edelhölzer, alles zusammen ergibt einen Duft von
berauschender Schönheit. Intensiver powervoller, aber genial schlanker, eleganter Gaumen, da sind Tannine ohne
Ende, geballte Kraft, ein kleines Monster von Wein und doch von beinahe lafiteartiger Eleganz, das ist schon ein
Wein der beeindruckt, das ist Präzision, das ist ein sinnliches Weinerlebnis. Ein grosser Latour für die Ewigkeit.
NM 96-98+: A blend of 90.5% Cabernet Sauvignon, 8.5% Merlot, 0.5% Cabernet Franc and 0.5% Petit Verdot with
14.4% alcohol. The Grand Vin is quite conservative and “strict” at first, very pure with cedar and graphite dominating the profile against a backdrop of pure black fruit. But it opens up with 3-4 minutes of aeration with hints of gravel, perhaps crushed rose petals lending it a femininity to counter its intrinsic masculinity. The palate is full-bodied
with firm tannins, real grip in the mouth, even more intensity than the 2009 but with that weightlessness and elegance towards the finish. Extraordinary.
JS 98-99: The quality of the tannins and density of fruit is truly beautiful. This is so focused, with purity and beauty. The 1990 Latour came into my head when I tasted this (twice). It starts off slowly and then builds and builds and
builds . So intellectual. A superb wine with precision 90.5 percent Cabernet Sauvignon, 8.5 percent Merlot, .5 percent Cabernet Franc and .5 Petit Verdot.
Les Forts de Chateau Latour / Pauillac
LOB 93-94+: 72,5% Cabernet Sauvignon, 25,5% Merlot, 25,5 Petit Verdot. 14,3 % Alkohol. Der
Les Forts de Latour macht 40% der Gesamtproduktion aus. Schwarz mit rot-violettem Rand.
Extrem duftig, immense Fülle von Waldhimbeere, die klar dominiert, dann kommen rote und
schwarze Johannisbeere, rote süße Kirsche, etwas Schwarzkirsche, feine Vanille, dominikanischer Tabak, ein Hauch von Zedernholz. Schöner süßer Cassismund, unterlegt von etwas
Zwetschgenschale. Auch etwas gelbe Frucht. Sehr modern. Feines Holz. Vanille. Schöne Länge,
charmant, aber nicht groß. Recht üppig ausfallend, aber immer frisch bleibend, nicht plump werdend. Insgesamt vielleicht etwas eindimensional. Nicht die Größe, die er manchmal hat. Kann
nicht an Duhart Milon heran, Carruades aber schlägt er, um Latour als Weingut mal mit Lafite
zu vergleichen. Guter bis sehr guter Wein. (2017-2040)
RP 92-95: Possibly the most profound Forts de Latour ever produced, the 2010, like its bigger brother, Latour, was
harvested between the third week of September and October 11. Representing 40% of the production and tipping the
scales at 14.3% alcohol, it is a blend of 72.5% Cabernet Sauvignon and the rest Merlot. Super-concentrated as well
as unctuously textured and opulent, this pure, deep Forts de Latour should drink well for 25-30 years. It is as great
as the prodigious 1982, which is still drinking well at age 29.
WS 93–96: This comes off as almost sweet, thanks to gentle ripeness and friendly plum sauce, raspberry and cherry compote notes, all backed by an energy that’s in reserve. There’s latent acidity rippling through the finish, where
briar, pastis and graphite lurk as well. Really pure. A noticeable step up from the Pauillac. Tasted non-blind.
81
Bordeaux
Les Forts de Chateau Latour / Pauillac
RG 18: Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer. Frisches florales Bouquet, feine
dunkle Pilznoten, Brombeerstauden, Trüffel, ziemlich tiefgründig. Fester Gaumen mit geschmeidigen Tanninen, viel Charme, ausgeglichene Adstringenz, nachhaltig und verlangend, interessantes Potenzial, das durchaus mit einem veritablem Deuxieme Cru zu vergleichen ist. Ein sehr gelungener Les Forts.
Bravo!
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, verhalten, zart nach Heidelbeerkonfit, dunkles Beerenfrucht,
tabakige Würze, facettenreich, etwas Nougat, am gaumen komplex, stoffige, runde Tannine, feine Bitterschokonote,
bleibt sehr gut haften, harmonisch und mit gutem Zukunfzspotenzial ausgestattet.
NM 93-95: A blend of 72.5% Cabernet Sauvignon, 25.5% Merlot and 2% Petit Verdot, 14.3% alcohol and representing 40% of the production. It has a glorious bouquet with stupendous delineation: blackberry, cedar, mint and a
touch of pot pourri. The palate has a tannic entry, the Cabernet Sauvignon is very pronounced with cedar, tobacco
and pencil lead. Very classic and very pure, symmetrical towards the finish. Great focus and length. Superb.
JS 94-95: This is hyper fine, with beautiful tannins that are incredibly integrated. Full and super intense. Licorice
and currants and violets. Splendid. 72.5 percent Cabernet Sauvignon, 25.5 percent Merlot, and 2 percent Petit Verdot.
Chateau Latour a Pomerol / Pomerol
LOB 97-98: Gehört zu Moueix. Schwarzrot mit violettem Rand. Sehr feine und doch aromatische Nase nach süßer roter Kirsche Etwas Sauerkirsche darunter, dann kommt Schwarzkirsche.
Sehr versammelt. ganz zum Schluss ein wenig Brombeere. Viel Rasse zeigend, dunkle
Schokolade, Gesteinsmehl, ein Hauch von Tabak, etwas Cranberry. Im Mund einer der harmonischsten Pomerols. Nicht nur weich, sondern auch gleichzeitig rassig mit toller Säure. Sehr
geschliffenes Tannin, alles perfekt eingebunden. Schon jetzt fast trinkfertig, wäre nicht die hohe
Säure. Der Wein braucht dadurch sicherlich lange, aber ist ein Paradebeispiel für die Harmonie
Pomerols. Hat wirklich Größe. Der berauschend schöne 2009er wird mit dieser Rasse nochmal
übertroffen. Best ever? (2020-2055)
RP 92-94: Following a strong effort in 2009, the 2010 is one of the finest Latour a Pomerols produced in many years.
Tiny yields (due to the spotty flowering of the Merlot) and small berries (a result of the drought) have produced a
dense purple-colored wine with lots of licorice, camphor, black currant, earth and spice notes. The sweetness of the
tannins along with the wine’s density, opulence and richness make it one of the finest recent examples from this estate (which is attempting to reclaim the legendary status it enjoyed in such ancient vintages as 1947, 1950, 1959 and
1961). The 2010 should drink well for 20 or more years.
WS 95-98: This marries power and finesse, with a large core of smoldering fig and blackberry fruit, offset by black
tea and aromatic spice notes. Fleshy but still stylish. A gorgeous wine. Tasted non-blind.
RG 18: Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Dichtes, kompaktes Bouquet, viel rote
Pflaumen, Waldhimbeeren, rote Grütze bei mittlerer Süsse und ebenso viel Terroirwürze darunter. Fleischiger
Gaumen, stützende Säure die sich mit der Adstringenz verbindet, zeigt eine pfeffrige Note im Innern welche Tabakund auch dezente Trüffelnoten vermittelt. Kann sich zu einem klassischen Pomerol entwickeln der zu den besten
Jahrgängen dieses schon so oft unterschätzten Weingutes gehört.
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, verhalten, zarte Kräuterwürze, rauchige Nuancen, süßer
Gewürztouch,, rotbeerige Frucht unterlegt; wirkt zunächst schlank und verhalten, in der Mitte eine gute Extraktsüße,
legt im Finish deutlich zu, seidige Tannine, Nougat im Abgang, sehr viel versprechend.
JS 95-96: This is the best LP I have had a long time, with black currant and flowers. Full body. It builds on the palate, with incredibly polished tannins and a long, intense finish.
82
Chateau Le Boscq Cru Bourgeois / Saint Estephe
Bordeaux
LOB 93-94+: Seit der Übernahme durch die Familie Thienot aus der Champagne und den entsprechenden Investitionen in die Qualität boomt es hier. Schöne Röstnase. Kaffee, Kakao,
schwarze Früchte, schwarze Kirsche, Erde. Dann kommt Brombeere, darunter schwarze
Johannisbeere. Schöne Süße, sehr lang sehr rassig. Hat tolle Spannung. Eingekochte Frucht. Das
Ganze immer auf der Finesse- und Rasseseite bleibend. Spannungsgeladener, rassiger Mund.
Tolle Säure, die sich durchzieht. Satte Schwarzkirsche dominiert das Geschmacksbild, ein wenig
rote Kirsche darunter. Dunkle, nicht zu süße Brombeere. Rasse bis zum Ende. Extrem lang.
Ungewöhnlich, fast ein großer Wein. Vielleicht nicht ganz die Rasse eines Phelan Segur, aber
nicht weit dahinter. Dafür nach Lilian Ladoys und Domeyne im letzen Jahr die absolute
Sensation Saint Estephes im Preis-Leistungs-Verhältnis. Hoffentlich bleibt das so. (2017-2040)
WS 89-92: A good core of crushed currant and plum flavors is backed by a muscular, licoricefilled finish, with solid grip.
RG 18: Sattes Purpur-Granat. Ausladendes, warmes Cassis- und Brombeerbouquet, ein Hauch Kokos, schön
zugänglich. Im Gaumen fleischig, guter Rückhalt, mit gutem Potenzial, aber verspäteter Genussreife.
PM 89-91: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, reife rotbeerige Nuancen, Weichseln und Sommerkirschen,
zart nach Orangenzesten; elegant, präsente Tannine, mineralisch, zarter Nougat im Abgang, feine Kräuterwürze, ein
Hauch von Röstaromen und Karamell, vielseitiger Essensbegleiter.
MG 19: Das ist wieder dieser liebenswürdige, charmante, strahlend schöne Duft, den man von diesem Wein seit
Jahren kennt, dieses Jahr ist noch ein zusätzlicher Hauch Frische drin und noch etwas mehr Konzentration als in den
Vorjahrgängen, ohne dadurch an Feinheit zu verlieren. Ein schlankes Kraftbündel am Gaumen, der ist gigantisch gut,
das ist ein sensationeller Charakterwein herrliche Länge, traumhafte Süsse, herrlich feine Gerbstoffe.
JS 90-91: Beautiful berry and milk chocolate character on the nose and palate. Full body, with soft tannins and a fruity finish.
WE 91-93: This is deceptively soft wine, with tannins full of sweetness. Behind the opulent facade, the power and
dry character is very evident.
Chateau Le Gay / Pomerol
LOB 96-98: Fast schwarz. Wie immer eine extrem charmante Nase, so zart und voller Finesse.
Viel Kirsche, schwarz und rot, dahinter sanfte Johannisbeere, Pralinen, Milchschokolade. Im
Mund so zart wie der überragende 2009er, vornehmlich Kirsche, zarte Brombeere, Maracuja,
Mango, feine Praline. Etwas mehr Druck als 2009 und mehr Säure und Frische, tolle Rasse. Ihn
leicht unter 2009 zu bewerten ist nur der immensen Verträumtheit des 2009er geschuldet, 2010
wird langlebiger und hat durchaus das Potenzial dereinst vorbei zu ziehen. Großer toller Wein!
(2020-2060)
RP 95-97+: The 2010 Le Gay is another extraordinary achievement from proprietoress
Catherine Pere-Verge, who purchased this estate in 2004. A tiny production of around 1,300
cases achieved 13.5% natural alcohol and the final blend was 90% Merlot and 10% Cabernet
Franc. An inky/blue/purple color is followed by a distinctive perfume of liqueur of rocks, blueberries, blackberries,
truffles and a subtle hint of oak. Extremely tannic, full-bodied, structured, masculine and backward with abundant
minerality as well as ferocious extract and intensity, this 2010 requires at least a decade or cellaring. It should keep
for three decades or more.
WS 92-95: Rich but refined, with a pure core of raspberry, cherry and plum fruit. There’s a gorgeous, silky feel
through the finish. Very long. No heat here-it’s all style.
RG 19: Extrem dunkles Purpur. Verrücktes Bouquet, rote Pflaumen, Kamille, Melisse und Cakesfrüchte, ein Hauch
von trockenem Caramel schwingt mit. Im Gaumen beeindruckend mit einer erhabenen Grösse, viel Pflaumentöne,
fettes Extrakt mit fleischigen Konturen, ausgeglichene Adstringenz. Schon wieder ein fast monumentaler Le Gay.
Hier merkt man vom ersten Moment an, dass es sich um einen lagerfähigen, eigenständigen Pomerol handelt.
NM 95-97: Tasted at the chateau and the Syndicat, a blend of 90% Merlot and 10% Cabernet Franc, cropped 3rd to
6th October, the Le Gay 2010 has a lifted, pure bouquet of dark cherries, a touch of cassis, crushed violets and a hint
of blueberry. The palate is medium-bodied with firm tannins lending this a masculine texture. It feels as if there is
more than 10% Cabernet Franc although that will be due to its ripeness. Very focused, a great sense of tension with
a vibrant, edgy finish, this is a fabulous Le Gay. Drink 2017-2030+ Tasted March 2011.
83
Bordeaux
Chateau Le Pin / Pomerol
LOB 100+: 100% Merlot Dieses Jahr nur 30hl/ ha geerntet. Ein Teil der Ernte ging durch
Verrieselung der Blüte verloren, wie bei ganz vielen Chateaux in Bordeaux. Einer der Gründe
für ein außerordentlich gutes Jahr, durch die natürliche Erntebeschränkung. Der Verlauf war
anfangs gut, im August gab es aber Hitzestress. Die Vegetation stoppte, dann gab es Regen und alles ging wieder los.
Man konnte lange warten bis zu einer späten Ernte. Sehr komplexe Weine sind das Ergebnis. Extrem burgundische
Nase. La Tache als erste Assoziation. Satte rote Kirsche mit viel Mineralität. Sauerkirsche, Cranberry, dann kommt
rote Johannisbeere. Alles sehr fein. Milchschokolade. Später gesellen sich schwarze Johannisbeere und
Schwarzkirsche dazu. Eine total verspielte, sehr rassige, lange, duftige Nase. Schöne Süße und Charme neben der
ganzen Rasse zeigend. Blind würde man nie auf einen Pomerol kommen. Der Mund ist sowas von fein. Immens lang,
rassig, wieder total rotfruchtig, rote Kirsche. Man könnte in Versuchung geraten einen Barolo Monfortino von
Giacomo Conterno hier zu vermuten, dann denkt man ans Burgund, und erst ganz zum Schluss kommt Bordeaux
auf. Wieder diese schöne süße rote Kirsche. Ganz fein. Marzipan, feine helle Pralinen, immense Länge. Extrem
hoher Tanninlevel, der durch den unendlichen Schub dokumentiert wird, aber extrem fein. Der Alkohol von über
14% ist nicht spürbar. Der Wein tänzelt, ist lang, ist süß, rassig. Hat alles, was ein großer Wein braucht. Für mich
einer der Stars des Jahrgangs, wenn nicht gar mit Chateau Margaux zusammen der beste Wein des Jahrgangs. (20202070)
RP 96-98: The 2010 Le Pin is 100% Merlot, aged in 100% new oak, but the Thienponts never want to hear that this
is one of those “cult wines.” It has been widely imitated by others thanks to its enormous success, and as I have written many times, it is a relatively exotic take on Bordeaux. The 2010 is the darkest colored Le Pin I have ever seen –
black purple, no doubt due to tiny yields and the very small berries that were the result of the drought of 2010. Uberconcentrated, with fabulous cassis and black cherry fruit, licorice, and notes of subtle smoke and toast, the wine is
full-bodied, with sweet tannin and remarkable thickness/unctuosity. It should prove to be one of the longest-lived Le
Pins made in its first 30+ years of existence.
WS 96-99: This is a stunning display of purity, with lush raspberry and boysenberry fruit, that never gets heady
despite its obvious weight. Alluring spice and graphite notes flicker, but for now this is still exuberantly youthful and
primal. And very, very long. Tasted non-blind.
RG 19: Sattes Rubin mit lila Schimmer, feiner Rand aussen. Sehr reifes Fruchtbild mit dezent konfitürigem
Schimmer, duftet wie eine erkaltete, frisch gekochte Himbeeren, dann Cassis, rote Johannisbeeren, Früchtetee und
kandierte Cakesfrüche, ganz zarter Minzhauch darüber. Im Gaumen ein Nektar von denselben Früchten wie in der
Nase, eine erfrischende Fruchtsäure und auch dropsige Noten, so ergibt sich ein geniales Sweet-and-Sour-Spiel im
gebündelten Finale. Burgundischer Le Pin vom Typ Grands Echezeaux. Bleibt sehr elegant und auch - im Gegensatz
zu ein paar anderen sonst jeweils immer spektakuläten Crus - kommt dieser sagenhafte Pomerol beruhigend daher.
Wenn man sich jetzt noch eine feine Barriquensüsse dazu rechnet, und 10 Jahre dazu zählt, dann kann man hier von
einem 2001er-Plus-Plus ausgehen.
BD 19: Tres loin de la suavite exacerbee des millesimes du debut de la decennie, le-pin 2010 exhale effectivement
un parfum eblouissant, mais dans un registre frais, floral et subtil, et developpe une rondeur confortable, elegante,
sans aucune lourdeur.
JS 95-96: This has muscles, with milk chocolate, plums and hints of wood. Very powerful, with lots of structure. It
reminds me of the 1986 which is underrated and fabulous. A wine for aging. Super structured.
84
Chateau Le Prieure Grand Cru / Saint Emilion
Bordeaux
LOB 94-95: Das Weingut liegt etwas verstreut mit seinen einzelnen Weinbergen zwischen
Troplong Mondot und Pavie Macquin, ein Teil sogar nahe Ausone. Zu 100% auf Kalkstein, 6,25
ha, 20.000 Flaschen Gesamtproduktion, ungefähr 40 Jahre alte Weinberge. Fermentiert in
Zement, Ausbau und Malolaktik in neuem Barrique. Schwarz mit leicht violettem Rand. Sehr
schöne, intensive Brombeer-Schwarzkirschennase. Harmonisch, duftig, schöne
Steinmehlmineralität dahinter. Etwas gelbe Frucht kommt hoch, aber schön süß! Süße Melone,
süße Mango, feine Milchschokolade. Sehr rassiger Mund, tolle Säure. Extrem hoher Tanninlevel.
Ganz viel schwarze Schokolade und Praline, Brombeere, Blaubeere. Alles üppig im Mund. Die höchste Säure, die
es in St. Emilion bisher gab. In 2010 5,5 gr./l mit 14-14,5% Alkohol. Perfekt verwoben. Ein fast großer Wein mit viel
Charme. Gerade noch auf der Kante nicht zu fett zu werden. Macht Spaß, ist aber eine ziemlich Wuchtbrumme.
(2016-2034)
RG 18: Blutrote Farbe, sattes Purpur. Zimt und Cassis in der sehr konzentrierten Nase. Im Gaumen viel Stoff, das
Extrakt fühlt sich an wie ein beeriger Nektar, im Finale Kaffee. Genialer Wein, absolut gross. Der beste, je produzierte Le Prieure!
PM 91-93: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feine Gewürznote, Edelholz, zart nach Schokolade und
Kirschen, tabakige Nuancen; saftige Kirschenfrucht, frische Struktur, lebendig, zitronige Nuancen, feiner
Schokonachhall, viel versprechendes Zukunftspotenzial.
MG 18+: Im Duft noch leicht vom Holz geprägt, aber auf angenehme Art mit genialer Frucht im Vordergrund,
schwarze Kirschen, enorm konzentriert, reich, komplex. Sehr feiner, rassiger voluminöser Körper, das Spiel zwischen enormer Rasse und köstlicher Süsse ist ein Traum, herrliche Aromatik, gute Länge.
JS 93-94: This is very velvety, with lots of dark fruit and toasted oak. Full body, loads of blackberry and chocolate.
WE 90-92: Densely tannic wine, with beautiful perfumes. It’s ripe, concentrated, while retaining great charm.
Chateau Leoville Barton 2eme Cru / Saint Julien
LOB 96-98: Schwarz mit nur leicht violettem Rand. Leicht reduktive, wuchtige Nase nach
schwarzer Frucht, Brombeere, auch Blaubeere, sehr schöne Zwetschgenschale, schwarze
Kirsche, etwas Teer, etwas Cassis. Süß und dennoch nicht zu üppig. Ein kleiner Hauch Teer,
schwarze Olivenpaste, kubanische Tabake. Alles dennoch immer auf der feinen Seite bleibend.
Die Feinheit und Rasse der Nase im Mund sofort widerspiegelnd. Tolle Säure und Frische.
Butterweiches, poliertes Tannin, ähnlich in der Struktur wie 2009. Die hohe Säure vermittelt aber
zusätzlich grandiose Frische. Der sicherlich reichlich vorhandene Alkohol ist nicht spürbar,
große Harmonie mit feiner Rasse im langen Abgang. Vielleicht nicht der größte, je probierte
Leoville Barton, aber mit der ausgewogenste, harmonischste, balancierteste! Ziemliche
Perfektion. (2020-2060)
WS 94-97: Dark and winey, with a terrific core of plum and macerated black currant fruit woven
with a note of black cherry reduction. Tarry but polished. Grippy but velvety. And plenty long.
PM 93-95+: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, süße dunkle Beerenfrucht, zart nach Feigen und
Dörrzwetschken, Honig, feine Röstaromen, Gewürze klingen an; saftig, elegante Textur, feine Extraktsüße, gut integrierter Säurebogen, feine Süße auch im Abgang, sehr harmonisch, balanciert, großes Entwicklungspotenzial.
MG 20: Das ist Barton, wie aus dem Bilderbuch, da muss man nur kurz die Nase an diese Glas halten, und schon
ist man gefesselt, das ist raffiniert, die Intensität ist enorm, dennoch dominiert die Feinheit, das ist edelstes Bordeaux
Parfüm, ich bin hin und weg. Dass der Gaumenfluss so fein ist, setzt man bei einem Léoville-Barton schon fast voraus, aber diese tänzerische Leichtigkeit, bei dieser enormen Konzentration ist schon ein kleines Wunder. Ich habe
vor wenigen Tagen den 1990er getrunken, ein sinnliches Weinerlebnis, aber diese 2010er ist nochmals eine ganz
andere Nummer, ist wahrscheinlich sogar noch feiner, ist sicherlich noch komplexer, hat ganz sicher deutlich mehr
Frische und Rasse und vor allem eine ganze Stufe mehr Konzentration, dabei ist der 90er schon beinahe ein perfekter Wein. Für mich ist 2010 der beste Barton, den ich kenne.
NM 96-98: Tasted at the chateau and twice at the UGC , the Leoville-Barton is a touch more timid than the Langoa
at this stage, but it opens up to reveal blackberry, cassis, violets and a touch of cedar, quite Margaux-like in profile.
The palate is full-bodied with exquisite purity, insistent grippy tannins, a seamless texture like the Langoa and harmonious towards the long, refined, velvety finish. Gorgeous from head to toe.
85
Bordeaux
Chateau Leoville Barton 2eme Cru / Saint Julien
JS 97-98: This is phenomenal, with dark fruits, with cassis and blackberries Full and super silky, with incredible fruit
and ripe tannins. It goes on and on. So much depth of fruit here. Barton is on a roll again in this vintage.
Vinum 18,5: Beginnt genauso zurückhaltend fruchtig und blumig, wie man das von diesem Wein erwartet, die
Gerbstoffe sind knackig, das Finale ist saftig, satt und lang, ohne eine Spur von Alkohol; der Saint Julien mit dem
bescheidensten Alkoholgehalt (13% vol.), schnörkellos, ohne Schminke und doppelten Boden, von absoluter
Stiltreue. Ein absolutes Muss für Liebhaber klassischer Weine.
Clos du Marquis / Saint Julien
LOB 94-95: Der Clos du Marquis ist als Zweitwein von Leoville Las Cases bekannt, er ist aber
im ureigensten Sinn nicht der Zweitwein. Dieser Wein kommt aus eigener Rebfläche, die
Zweitweine von Las Cases und Clos du Marquis gehen in einen anderen Wein des Hauses. 75%
Cabernet Sauvignon, 17% Merlot, 8% Cabernet Franc. 3,6g Säure/ l., Alc. 13,5%. Rassige
schwarzfruchtige Nase. Brombeere, schöne dunkle Pralinen. Dann kommt schwarze
Johannisbeere und rassige rote Johannisbeere darunter, ein bisschen Zedernholz, ein wenig Vanille. Fein, rassig, mit
schöner Spannung. Tolle Säure und immense Länge. Säure und frische Frucht, Johannisbeere in erster Linie, rot und
schwarz, hallen fast 2 min. nach. Für diesen kleineren Wein von Las Cases ein immenses Ergebnis. Schwarzkirsche
zieht sich durch, rote Kirsche, ein wenig Schattenmorelle. Tolles Spiel. Ganz großer Clos du Marquis und ein archetypisch toller Saint Julien. (2017-2040)
WS 92-95: A graceful wine, with beautiful violet and raspberry aromas and flavors. Very fresh and pure, with the
floral edge lingering through the finish. Long and supple. Tasted non-blind.
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe reife rote Beerenfrucht, frische Kirschen, feine Kräuterwürze,
zart nach Waldbeeren und Orangenzesten; sadtig, frisch strukturiert, grosse Rasse, feine, gut integrierte Tannine,
Weichselfrucht, zitroniger Nachhall, gutes Potenzial, die Säure sollte sich mit der Zeit einbinden.
NM 92-94: Cropped at just 36.7hl/ha, the Clos du Marquis is a blend of 75% Cabernet Sauvignon, 17% Merlot and
8% Cabernet Franc raised in 37% new oak, offering 13.6% alcohol with a pH of 3.63. The nose is driven by the
cedar-infused Cabernet, one of the most closed noses that I have encountered during primeur. The palate is mediumbodied with very fine, saturated tannins, a little fleshier that I was expecting given the percentage of Cabernet
Sauvignon, but very harmonious on the finish that belies the structure underneath.
JS 92-93: A little tough now but a solid core of currants and blueberries. Full body, with chewy tannins and a bright,
crisp acidity on the finish.
Chateau Leoville Las Cases 2eme Cru / Saint Julien
LOB 98-100: 82% Cabernet Sauvignon, 10% Merlot, 8% Cabernet Franc. 75% Ausbau im
neuen Barrique. 3,4g/l Säure, 13,5% Alkohol. Noch viel mehr rassig schwarze Frucht als der
Clos du Marquis. Singend, fast dramatisch. Schwarze Johannisbeere, gestützt von ein wenig
Brombeere, dunkle Milchschokolade. Alles voller Spannung, fast dramatisch. Noch höher im
Niveau der Rasse als Cos D’Estournel in St. Estephe, und das ging fast nicht! Dunkle Erde,
Pflaume und ein Hauch gelber Frucht. Rasse pur in der Nase. Der Antrunk ist immens. Satte
Johannisbeere schiebt von unten hoch. Schwarze und rote Johannisbeere dominieren alles.
Brombeere, Blaubeere, schwarze Kirsche können sich kaum behaupten. Kubanische Tabake, feines Zedernholz,
Vanilleschote, schwarze Oliven und Wacholder. Alles voller Finesse, vor allem aber immer wieder die rassige Säure.
Das Tannin ist immens aber total poliert. Die 13,5% Alkohol fallen nicht auf. Das ist Harmonie pur mit Power und
unglaublich druckvollem, aber zugleich ungeheuer feinem Tannin. Das ist sicherlich einer des besten Las Cases, die
ich probiert habe, und es gab schon viele großartige. Las Cases hat sich für mich, zusammen mit Cos und La Mission
inzwischen wirklich den 1er Cru Status verdient. (2022-2070)
RP 95-98: As one would expect, this is a powerful, concentrated wine with 13.7% natural alcohol (compared to
2005’s 13.2%). The pH is quite normal at 3.56, and its relatively high total acidity gives it a classic, fresh, yet
backward style. Given how long vintages such as 1982, 1986, and I suspect, 2000 are taking to reach maturity, prospective purchasers of this wine should easily invest in a decade of cellaring, although I suspect it will be closer to
15 or more years before it reveals secondary nuances. A good 40- to 50-year wine, it is a dense purple, full-bodied
style of Las Cases, with classic sweet kirsch, graphite and black currant fruit as well as hints of new saddle leather
and subtle oak. Backward, layered and multi-dimensional, the wine is stunningly rich, but brooding. Forget it at least
until 2020 or later.
86
Chateau Leoville Las Cases 2eme Cru / Saint Julien
Bordeaux
WS 95-98: This has almost searing acidity running through it, but it’s ripe and mouthwatering,
harnessing a massive core of black currant and red licorice notes. Supertight but very fine-grained, this gets tighter, but also longer, as it moves along. This could age in reverse for a while,
before it starts to unwind. A brick house. Tasted non-blind.
RG 19: 82% Cabernet Sauvignon, 10 % Merlot, 8 % Cabernet Franc, Ertrag: 36 hl/ha. Extrem
dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Berauschende Frucht, dezent dropsiger Beginn,
dann viel schwarze Kirschen und Edelhölzer zeigend. Eine unglaubliche Souplesse bei massiven
Tanninen, stoffiger, veloursartiger Gaumenfluss, sehr homogen, erinnert im Stil an den 2006er.
PM 94-96: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, kleinbeerige schwarze Frucht, feine Gewürznuancen,
schwarze Kirschen klingen an, etwas Zwetschken, rauchige Nuancen; straff, extraktsüß, dann folgt eine intensive
Säurestuktur, präsente Tannine, gute Komplexität, besitzt eine gute Länge, rote Beeren und Zitrone im Abgang, mir
persönlich etwas zuviel Rasse, besitzt dessen ungeachtet ein sehr gutes Reifepotenzial.
MG 19+: Herrliche Tiefe, konzentrierte, schwarze Frucht, feine Würze und Kräuter, wirkt sehr edel und präzis. Ein
monumentales Kraftpaket, traumhafte Frucht, wunderbare Süsse, sehr viel Raffinesse, der Wein beeindruckt, ist präzis und klar, grosser Las Cases und doch fehlt ihm etwas Charme und Ausdruck um mit den allerbesten Weinen des
Jahrgangs mitzuhalten.
NM 96-98: Cropped at 36.7hl/ha, the Leoville Las-Cases is a blend of 82% Cabernet Sauvignon, 10% Merlot and
8% Cabernet Franc, offering 13.7% alcohol and a pH of 3.56. It will be raised in 75% new oak. The nose is very
intense with notes of blackberry, cassis, tobacco and a touch of black truffle, all very well defined and perhaps less
generous, but more cerebral than the 2009. The palate is full-bodied with exceptionally silky smooth tannins, wonderful harmony and sense of beguiling composure and completeness. The finish is tannic, driven by the ripe Cabernet
Sauvignon. I expect this Las-Cases to close down for a few years...it will need time to mellow and reach its drinking
plateau.
JS 95-96: This is very silky, with a racy and fresh character of violets, currants and raspberries. Full with a super
texture. Racy structure. Reminds me of the 1996.
Vinum 19: Das einstige Zugpferd der Appellation Saint Julien gehört dank der Anstrengungen der Besitzerfamilie
Delon seit den frühen 70er Jahren zu den Topweinen der Region, hat aber in den letzten Jahren Konkurrenz aus den
eigenen Reihen erhalten. Doch 2010 liegt er klar an der Spitze. Nicht, weil er mit übertriebenem Extrakt glänzen
würde, sondern mit großer Frische und Rasse sowie immenser Länge und Tiefe, mit der absoluten Qualität seiner
Tannine. Gigantischer Las Cases, wie wir ihn noch nicht verkostet haben.
Chateau Leoville Poyferre 2eme Cru / Saint Julien
LOB 98-99: 61% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 6% Petit Verdot, 3% Cabernet Franc. 14%
Alkohol. 40hl Ertrag, geringer als sonst. Extrem charmante, rotfruchtige Waldbeerennase mit feiner Praline und Schokolade. Dann kommen erdige Würze, Johannisbrotbaum, provencalische
Gewürze, Gesteinsmehl. Extrem komplexe Nase. Tänzelt. Süße und Rasse zugleich. Brillanter
Mund. Die Rasse springt einen an, sensationelle Säure, geschliffenes Tannin. Der Wein hallt
zwei Minuten nach. Der Wein tänzelt zwischen roter und schwarzer Frucht hin und her.
Schokolade, salzige Mineralität, ganz grandios in seiner Frische, Feinheit und Rasse. Die
Kellerarbeit bezüglich des Tanninmanagement war grandios, nur Saft, keinerlei Bitterstoffe der
Kerne, weich und rund und lecker in der tollen Wucht. Das Tannin ist dabei immens und drückt
von unten nach, aber bleibt immer fein und geschliffen dabei. Das ist große Harmonie. Das ist zusammen mit Las
Cases und vielleicht noch vor Leoville Barton, St.Pierre und Gruaud der St. Julien des Jahrgangs. (2020-2055)
RP 95-98: One of the prodigious wines of the vintage, the Cuvelier family has produced an outstanding 2010 that
must tip the scales at 14.5+% alcohol. It boasts an opaque purple color in addition to a sweet perfume of spring flowers, black raspberries, creme de cassis and a hint of spicy oak. This seamlessly constructed St.-Julien possesses
massive concentration, moderately high tannins, abundant glycerin, an unctuous texture, remarkably fresh acids and
wonderful precision. It will benefit from 5-6 years of cellaring and last 30-35 years.
WS 92-95: This is big, with layers of succulent blackberry, cassis and linzer torte pushed by sweet spice and a long,
graphite finish. Shows lots of smoky, fleshy power, but really sails along.
87
Bordeaux
Chateau Leoville Poyferre 2eme Cru / Saint Julien
RG 19: 61 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot, 6 % Petit Verdot, 3 % Cabernet Franc. Extrem
dunkles Purpur. Gigantisches Bouquet, Kokos, Cassis, Flieder und ein Hauch Amarena, sehr
warme, reife Cabernet-Ausstrahlung. Dichter Gaumen mit viel Fleisch und auch Power, recht
frisch in der Frucht, verschwenderisch nach Schwarzen Johannisbeeren und reifen Kirschen, rauschhaftes Finale. Ein
Hammerwein und sicher die beste Poyferre-Fassprobe meines Lebens! Wenn Budget vorhanden ist, dann gehört er
auf der Einkaufsliste ganz weit nach oben!
PM 94-96: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, rauchig-würzig, schokoladig unterlegte dunkle
Beerenfrucht, angenehme Süße, reifes, zugängliches Bukett, feine balsamsiche Note; stoffig, süß und weit ausladend
im positiven Sinne, feiner Säurebogen, bereits gut entwickelt, extraktsüßer Nachhall, angenehme Röstaromen, salzige Mineralik im Rückgeschmack.
BD 19: Grand terroir en evidence dans le cadre de la degustation a l’aveugle, noblement construit, profond, race,
grand toucher de bouche, long. Sans doute le vin le plus abouti dans sa forme comme dans l’expression du terroir, a
la naissance, de toute l’ere moderne.
MG 20: Das ist ein atemberaubend schöner und tiefgründiger Duft, das ist pure Noblesse, verliert aber nie seinen
Charme, die Konzentration ist enorm, wirkt dennoch verspielt, was für eine sagenhafte Vielfalt und was für eine sinnliche Raffinesse. Ein Gaumenfluss wie Samt und Seide, dennoch ist der Wein mächtig strukturiert, besitzt ein
immenses, aber sensationell feines Tanningerüst und eine betörend schöne Aromatik. Das ist ein Gänsehaut Wein,
einer der sich ins Gedächtnis eingräbt und da wohl nie mehr rauskommt, einer der alles besitzt, was man einem grossen Wein nur wünschen kann und einer der bei aller Grösse eine natürliche Schlichtheit bewahrt, die ihn unwiderstehlich macht. Für einmal ist Poyferré der beste der 3 großen Léovilles und somit auch einer der allerbesten Weine
dieses großen Jahrgangs.
NM 93-95: Tasted at the chateau and twice at the UGC, the Leoville Poyferre is a blend of 61% Cabernet Sauvignon,
30% Merlot, 6% Petit Verdot and 3% Cabernet Franc, a pH of 3.7 and alcohol at 14%. It has a spellbinding, extraordinarily pure bouquet that in an obtuse way reminds me of a Romanee St. Vivant. So much panache. The palate is
medium-bodied with silky smooth tannins, one of the most sensual of all the 2010s that I have tasted. Seamless cashmere texture towards the finish with dark cherries, blueberry and crème de cassis all wrapped up in a veil of vanilla. Superb.
Chateau Les Grandes Murailles Grand Cru / Saint Emilion
LOB 95-96+: Das dritte Weingut, dass von Sophie Fourcade verantwortet wird. Ganz nah an der
Stadt von St. Emilion, direkt am Ortsausgang Richtung Pomerol, purer Kalkstein. Jeder kennt
den zerstörten Bogen, der vor dem Weingut steht. Ein Winzling, nur ca. 3 ha groß. Sehr feine rotfruchtige, sehr duftige, aromatische Nase. Zwetschgenschale, reife Walderdbeere, rote Kirsche.
So langsam setzt sich sanfte Brombeere und Creme de Cassis durch. Dann kommt
Orangenschale, Mango, Pfirsich, Schokolade, leichte Exotik. Sehr fein, sehr duftig, extrem charmant, fast betörend. Sehr aromatischer, extrem charmanter Mund. Rasse, schöne Länge. Der
Wein changiert und tänzelt hin und her. Viel gelbe Frucht zeigend im Mund, dann kommt
Schwarzkirsche, rote Kirsche, Schoko. Zwischen diesen Polen tänzelt er hin und her. Immer
ganz viel Charme, Rasse, superfeines, geschliffenes, poliertes Tannin. Der Wein hat feine Süße,
üppige Fülle und ist doch eher ein feiner Finessewein. Macht ganz viel Freude. Toller Wein. Best
ever hier! (2018-2040)
RP 91-94: A strong effort from the Reiffers family (Michel Rolland is the consultant), the 2010
Grandes-Murailles has the same winemaking and ownership as two other St.-Emilion, Cote de Baleau and the microscopic but superb terroir Clos St.-Martin. Its dense ruby/purple color is followed by abundant blueberry and black
raspberry fruit intertwined with hints of incense and camphor. Medium to full-bodied with moderate tannins as well
as excellent purity and length, it should drink well for 12-15+ years.
RG 18: 100 % Merlot. Sattes, dunkles Purpur mit violetten Reflexen. Viel Holunder und Lakritze in der Nase zeigend, dezent laktisch im Ansatz, florale Frische, die im Innern auch viel Würze verleiht. Unglaublich stoffiges
Extrakt, fleischig mit schon fast dramatisch viel Gerbstoffen für einen reinen Merlot, wirkt noch etwas vordergründig. Grosses Potenzial, kann noch zulegen.
88
Chateau Les Grandes Murailles Grand Cru / Saint Emilion
Bordeaux
MG 19: Wirkt im ersten Moment eher verhalten, neben dem explosiven Côte de Baleau, aber der Duft ist von sagenhafter Raffinesse, geniale Frucht im Wechselspiel mit einer Mineralität, die ich in dieser Vollendung bei Grand
Murailles noch nie beobachtet habe, was für ein sublimes Parfüm. Auch an Gaumen dominiert die Raffinesse, schon
im Vorjahr was das der eleganteste unter den Weinen von Sophie Fourcade. Da sind aber auch Kraft und Fülle, der
Wein vereint irre Rasse mit köstlicher Süsse, steigert sich jetzt immer mehr zu einem schlanken Kraftbündel. Die
Tannine sind von höchster Qualität, schmiegen sich wie Samt an den Gaumen, die Aromen tanzen federleicht über
den Gaumen, ein Wein zum Ausflippen schön, das ist reine konzentrierte Raffinesse, und da steckt enorm Potential
drin. Der Wein braucht einige Jahre Flaschenreife, aber in 8 - 10 Jahren ist das der Himmel auf Erden.
Chateau Les Ormes De Pez Cru Bourgeois / Saint Estephe
LOB 93-94: Dunkles Rubin mit Schwarz. Pflaume und Walderdbeere, Schattenmorelle und
Maulbeere, dunkle Schokolade und etwas Teer in der Nase. Saftiger Mund, Beeren und Lakritze,
tolle Säure, Kirschen, hervorragende Frische, macht Spaß, hat viel Schmelz. (2018-2040)
WS 91-94: Really vibrant, with lovely notes of plum, violet and cherry preserves laced with
chalky cut that stretches out the finish. Very, very solid.
RG 18: Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Warmes Bouquet, Dörrfrüchte,
Malaganoten, Pumpernickel und Rauch. Samtener Gaumen mit viel Fülle und einer Fortsetzung
von durchaus schwarzbeerigen Eindrücken. Toller Wein – leider durch Hagel eine kleinere Ernte.
Zweimal verkostet.
PM 91-93+: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, intensive schwarze Beerenfrucht, ein
Hauch Cassis und Lakritze, zart nach Nougat und Gewürzen, feiner Kokos; stoffig, elegant, finessenreiche
Säurestruktur, sehr ausgewogen, bleibt gut haften, gutes Zukunftspotenzial, feine Kirschenfrucht im
Rückgeschmack.
MG 18: Wunderbar feine Frucht, schwarze Beeren, ein Hauch Lakritze und wunderschöne Kräuternuancen, duftet
sehr delikat und reich. Wunderschön süsser Gaumen, schmackhaft und mit viel Frische unterlegt, feine Tannine, verspielte Aromatik, sinnlicher Nachhall, eine wunderschöner, perfekt harmonischer Wein.
NM 92-94: Tasted at Lynch-Bages and the UGC, the vineyard suffered some hail damage and some parcels lost as
much as 30-40% of the crop and the yield which is 44hl/ha. The Les Ormes de Pez is a blend of 57% Cabernet
Sauvignon, 45% Merlot, 7% Cabernet Franc and 2% Petit Verdot raised in 45% new oak. It has a very sensual, very
pure bouquet with dark cherries, boysenberry, wild hedgerow, mint and a touch of vanilla, much more feminine than
the wines of the past. The palate is medium-bodied with succulent tannins on the entry, very good ripeness here and
the Cabernet Sauvignon is really in harmony with the ripe Merlot. Voluminous and silky smooth towards the finish,
this is an outstanding Les Ormes de Pez.
JS 92-93: A wine with lots of flesh and chewy tannins. Full and round, with a lovely texture and finish. Long. These
guys are on a roll here. Cazes family of Lynch-Bages. 57 percent Cabernet Sauvignon, 34 percent Merlot, 7 percent
Cabernet Franc and 2 percent Petit Verdot.
WE 92-94: A gorgeous, opulently textured wine, its freshness cuts through its tannins to offer the ripest of plums.
Powerful, yet deliciously juicy.
89
Bordeaux
Chateau Lilian Ladouys Cru Bourgeois / Saint Estephe
LOB 92-94: Schwarzrot, sehr dicht. Gelber Pfirsich neben satter schwarzer Kirsche. Veilchenund Rosenblätter. Duftig und fein. Im Mund leicht bittere Brombeere, schwarze Schokolade,
kubanische Tabake, sehr hohe Mineralität. Steinmehl, etwas salzig. Auch satt schwarzes Cassis.
Viel Schmelz, viel süß-saures Spiel mit guter Länge. Insgesamt gute Balance zeigend, trotz des
hohen Alkohols mit der Säure einen harmonischen Ausgleich findend. Vielleicht nicht so perfekt
in der Feinheit wie der große 2009er, aber mit seinem geschliffenen, satten Tannin und der
Frucht-Säure-Rasse doch viel Eindruck machend. (2016-2035)
WS 90-93: Dark and nicely layered, with crunchy acidity in between the notes of raspberry,
cherry pit, plum sauce and savory herb. The long, chalk-filled finish has a whiff of smoke. A great turnaround over
the last few years at this estate.
RG 17: Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Königliches Bouquet, reife Frucht mit
Zederntouch und getrockneten Pfefferkörnern. Kompakter Gaumen, dichter Körper, reife Tannine, auf der Zunge
noch leicht mehlig. Wieder gross, aber doch nicht ganz so gross wie der 2009er. Vielleicht braucht er einfach mehr
Zeit. Kann noch zulegen.
JS 90-91: This is soft and velvety, with blueberry and blackberry aromas. Full body, with round tannins and a long
finish. A rich and almost jammy wine. Plenty going on here! 2009 was excellent as well.
WE 93-95: A fine wine, its juicy fruits overriding its firm structure. It has all the right weight, perfumes and new
wood element to make it a great success.
Chateau Lucia Grand Cru / Saint Emilion
LOB 95-96+: Der Besitzer von Chateau Lucia ist Michel Bortolussi, ein in Saint Emilion sehr
bekannter Händler für Kellerequipment. Er übernahm 2 ha feinste Rebfäche aus historischem
Familienbesitz und kaufte noch weitere 2 ha dazu. 1995 begann er und 2001 kam der sattsam
bekannte Winemaker und Önologe Stephane Derenoncourt mit ins Boot. Das Geheimnis von
Lucia liegt, wie eigentlich immer, im Weinberg. Die uralten Rebstöcke wurden zum Teil um
1900 gepflanzt! Merlot 90 %, 10 % Cabernet Franc. Der Durchschnittsertrag liegt bei nur 25
hl/ha. Gelesen wird per Hand, zudem wird Beere für Beere ausgelesen. Für die Maischung werden kleine, hölzerne Fuder verwendet. Der Barriqueausbau dauert etwa 16 Monate. Es gibt nur
1.000 Kisten dieses schwarzen Weins. Immens dichte und intensiv aromatische Nase, satte
Schwarzkirsche, Blaubeere und viel Brombeere, geröstetes Fleisch. Zarte, florale Aspekte, Rosen und
Veilchenwasser. Süße Maulbeere im Mund, wieder viel Kirsche, dunkle Milchschokolade. Ein sehr feiner, verspielter und doch sehr moderner Wein mit burgundischen Eigenschaften. (2018-2040)
RP 91-93: A tiny garagiste property (under 7.5 acres) renowned for its one parcel of extremely
old vines planted in 1901, the 2010 (which is 14% natural alcohol and overseen by the famous
guru in St.-Emilion, Stephane Derenoncourt) is a blend of 90% Merlot and 10% Cabernet Franc.
This inky bluish/purple wine displays notes of camphor, toast and spice box, as well as black
raspberry and blueberry liqueur. Full-bodied, unctuously textured, sexy and lush, this is somewhat atypical of a 2010 in that it can be drunk when released and cellared for 10-15+ years.
Chateau Lynch Bages 5eme Cru / Pauillac
LOB 97-98+: 79% Cabernet Sauvignon, 19% Merlot, je 1% Petit Verdot und Cabernet Franc.
Der Ausbau geschieht zu 70% in neuem Holz. 13,8% Alkohol. Ungeheuer ätherisch.
Berauschend duftige, warme, süße, schwarzfruchtige Nase mit feiner Praline, Amarenakirsche,
Schwarzkirsche, dann kommt Cassis, auch ein wenig rote Johannisbeere. Feine Rasse mit super
Volumen. Sehr viel Charme, beeindruckende Nase. Sehr rassiger Antrunk, tolle Säure. Im Mund
dann auch rote Frucht, rote Johannisbeere, reife Walderdbeere, Zwetschge, Cassis, jetzt kommt Maulbeere, ein wenig
Lorbeer, Gesteinsmehl, Salz. Sehr viel Spannung und Rasse, tolle Länge. Großer Lynch Bages! Anders, aber auf gleichem Level wie der Baron aus gleichem Hause. Der Beste von mir je verkostete Lynch Bages. (2022-2065)
90
Chateau Lynch Bages 5eme Cru / Pauillac
Bordeaux
RP 95-97: Over the last three vintages, Lynch Bages has returned with a vengeance after somewhat listless performances following their brilliant duo of 1989 and 1990. Much of the credit for
this must go to Jean-Charles Cazes who has taken over for his father, Jean-Michel, one of the
greatest ambassadors Bordeaux has ever had. The 2010 blew me away on each occasion I tasted it during my two
week sojourn in Bordeaux. Tannic and concentrated, this huge Pauillac boasts an inky/purple color as well as impressive notes of creme de cassis, smoke, graphite and spring flowers. This dense, seriously endowed, monstrous Lynch
Bages is reminiscent of some of the wines made at this estate in the 1950s, 1960s, 1970s and 1980s. It will require
4-5 years of cellaring and should be drinkable for 3-4 decades.
WS 95-98: This is densely packed, with loads of crushed fig, plum and blackberry. Shows ample tobacco, roasted
apple wood and bittersweet cocoa notes as well, but stays defined, with a long, authoritative finish that delivers
waves of grip, backed by even more grip.
RG 19: 79 % Cabernet Sauvignon, 18 % Merlot, 2 % Cabernet Franc, 1 % Petit Verdot. Extrem dunkles Purpur mit
lila und violetten Reflexen. Blau- und schwarzbeeriges Bouquet, kompakt und auch gebunden, mittlere Intensität.
Erstaunlich geschmeidig im Gaumen, fleischige Tannine, ausgeglichene Adstringenz, leicht kernige Substanz mit
viel Rasse. Ein Lynch-Bages-Bolide, dem 1990er verwandt, aber mit wesentlich mehr Konzentration und Power!
Wer den 2000er schon ausgestrunken hat, sollte sich hiermit einen würdigen Ersatz erwerben.
MG 20: Der duftet ganz einfach nach Lynch-Bages, wenn man an diesem Glas riecht, hat man das Gefühl, dass da
gar nichts anders als Lynch-Bages drin sein kann, dass am diesen Wein jederzeit auch blind erkennen würde. Das ist
ein grosses Kompliment für den Wein, denn wenn es so richtig nach Lynch-Bages schmeckt, dann ist es gross und
dieser Wein ist ohne jeden Zweifel gross, das kann man zweifelsfrei sagen, alleine auf Grund dieses Duftes. Die
Konzentration ist enorm, da ist irre Rasse, eine geniale Saftigkeit, das ist ein Aromenbündel der himmlischen Art,
ganz einfach ein Lynch-Bages wie es im Buche steht, absolut perfekt und ein grosser Klassiker für die Ewigkeit. Wir
probieren daneben nochmals den ebenfalls überragenden 2009er. 2010 ist der Beweis, dass es doch noch etwas besseres gibt als das Beste.
NM 95-97: Tasted at the chateau and at the UGC, the Lynch Bages 2010 is a blend of 79% Cabernet Sauvignon,
18% Merlot, 2% Cabernet Franc and 1% Petit Verdot raised in 70% new oak. The nose is a little reticent at first, but
builds nicely with aeration with blackberry, cassis, cedar, mint and just a touch of honey. Very good delineation. The
palate is full-bodied with a firm, almost vice-like grip but with more than adequate fruit to back it up: blackcurrant,
cedar, graphite and a touch of tobacco. Very tannic yet fresh towards the finish that will need a decade to reach its
drinking plateau. Excellent.
JS 98-99: What incredible precision and clarity here. Currants, mineral, mint and lead pencil. Full body, with super
refined tannins and a long, long finish. I am loving this young wine. It just builds on the palate. Goes so long. 79
percent Cabernet Sauvignon, 18 percent Merlot, 2 percent Cabernet Franc, and 1 percent Petit Verdot.
Chateau Malartic Lagraviere / Pessac Leognan
LOB 93-94+: Den Wein habe ich noch nie beachtet, schon 2009 war er traumhaft, 2010 komme
ich nicht mehr daran vorbei. Sehr moderne, holzgeprägte Nase mit satter Brombeere, Tabak und
Cassis. Schwarzer Tee gesellt sich dazu, feine florale Veilchen-Noten runden das Bild ab. Üppig
rassiger Mund, satte schwarze Waldbeeren, Lakritz, Amarenakirsche, modern und schöne Üppigkeit anzeigend. (2017-2037)
RP 92-94: A beautiful wine from proprietor Alexandre Bonnie’s 115-acre vineyard, this blend of
45% Cabernet Sauvignon, 45% Merlot and the rest Cabernet Franc and Petit Verdot hit 14%
natural alcohol. The Cabernet Sauvignon harvest was late, ending on October 18. The wine’s
dense purple color is followed by aromas of vanillin, smoked herbs, tobacco leaf, black currants and blackberries.
This rich, elegant Pessac-Leognan is loaded with potential. It should drink well in 3-4 years and evolve for 20-25.
WS 91-94: A broad swath of damson plum, blackberry and anise rolls along, followed by spice, black tea and black
licorice notes on the dense finish. Serious grip is buried here as well.
RG 19: Extrem sattes Purpur mit violetten Reflexen. Süsses Bouquet, Amarenakirschen, Red Currant, Anklänge von
Rumtopffrüchten, florale Cabernet-Noten. Schon fast samtener Fluss, stoffiges Extrakt, frische Beerenaromatik,
mittlerer Druck im Finale.
BD 18-19: Noble, profond, reglisse, tres long, particulierement seveux, beaucoup de profondeur, remarquable depart
dans la vie !
91
Bordeaux
Chateau Malartic Lagraviere / Pessac Leognan
NM 93-95: The Malartic-Lagraviere has a very well defined, quite floral bouquet with crushed violets, small dark
cherries and a touch of dark plum. Very good clarity and refinement. The palate is medium-bodied with tensile tannins, very good acidity lending tension and focus towards the finish. This is a fantastic Pessac that deserves a longterm berth in your cellar.
JS 94-95: This is impressive, with a gorgeous palate of super velvety tannins and ultra-ripe fruit. Full and caressing
yet muscular and powerful . Tasted three times. Best ever.
Chateau Malartic Lagraviere Blanc / Pessac Leognan
LOB 94-95+: Wunderbare cremige Frische, Mandarine, Quitte, Ananas, Orange und viel Zitrone
und Limette. Mineralisches Gestein, Salz, charmante Fülle mit superber Rassigkeit.
Wahrscheinlich zu tief bewertet, Fieuzal und Smith liebte ich einfach noch mehr! (2015-2030)
RP 93-95: A spectacular blend of 85% Sauvignon Blanc and 15% Semillon offers lots of honeyed melons, tropical
fruit and subtle oak. Brilliant!
RG 18: Aufhellendes Gelb mit grünlichem Schimmer. Geniale Mineralität in der Nase, Terroir, weisser Rauch, weisse Trüffel und helle Edelhölzer, dezent grüne Ananas und sonnengereifte Zitronen. Komplexer Gaumen, frisches
Extrakt, dennoch cremiger Fluss, ein mild-eleganter Wein klassischen Zuschnitts. Der beste trockene Weisswein des
Jahrgangs 2010 – wenn das keine Affäre wert ist!
BD 18-19: A la bourguignonne au nez, en raison de notes de fleurs de vigne, tres tendu, race, abricot et fruits jaunes
en bouche, grand style, grande longueur, plus d’extrait sec que d’autres, magnifique!
NM 92-94: The Malartic-Lagraviere has a well defined, minerally nose with fine definition and poise. The palate
has fresh green lime on the entry, crisp and tense with great precision on the green apple, lime and lemon zest exit.
One of the best white wines that I have tasted out of barrel at this estate.
JS 94-95: What a wine, with wonderful intensity of lemon, limes, dried papaya. Full and layered for a white. It goes
on for minutes. This estate is rocking now. Tasted twice.
Chateau Malescot St. Exupery 3eme Cru / Margaux
LOB 97-98: 58% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 8% Cabernet Franc, 4 % Petit Verdot.
Schwarz mit schönem roten Rand, sehr glänzend. Hocharomatische Nase. Viel dunkle, reife rote
Frucht. Zwetschge, Zwetschgenschale, Waldhimbeere und Walderdbeere. Dann kommt süße
Maulbeere und Schwarzkirsche, dann rote Kirsche und Cranberry, sehr spannend. Duftig, fein,
rassig, voluminös. Die Nase liegt irgendwo zwischen dichtem fetten Burgund und Barolo von
Voerzio. Macht ungemein viel Freude. Sehr rassiger Mund. Im Antrunk tolle Säure, extrem
geschliffenes und überaus poliertes Tannin. Immense Länge. Der Wein hat von allem viel, und
doch ist er so frisch und elegant, dass er fast schlank erscheint. Insgesamt könnte man denken,
dass Malescot für ein Riesenjahr ein wenig das Fleisch und das Volumen in der Mitte fehlt? Das
täuscht jedoch, denn die besten Chateaux dieses Jahres haben es geschafft reine Finesse auf die
Flasche zu bringen. Der Nachhall ist immens und die wahnsinnig intensiven, völlig polierten
Tannine kommen wieder hoch, zusammen mit der Frische. Unterhalb von Margaux und Palmer wohl zusammen mit
Rauzan Segla und knapp vor Giscours und Clos des Quatre Vents der beste Margaux. (2022-2065)
RP 94-96: This estate, which has been on a qualitative crescendo for over ten years, has made a prodigious 2010 that
ranks alongside their 2009, 2005 and 2000. A gorgeous fragrance of spring flowers, cedarwood, black and red currants and hints of spice box and subtle oak is followed by a generously endowed, full-bodied, opulent wine with layers of concentration, a restrained yet exuberant personality, superb fruit purity and a long finish. There is plenty of
tannin, no doubt elevated alcohol and wonderful freshness as well as delicacy.
WS 93-96: Fresh and lively, with lots of prominent but silky tannins carrying the mouthwatering plum, red currant
and black cherry fruit. Rock-solid, with great buried acidity and a long, vivid finish.
NM 93-95+: The Malescot Saint-Exupery has a very well defined nose, very precise with good mineralité.
Blackberry, cedar, graphite and limestone, great focus and aromatic “bravura”. The palate has a ripe, fleshy entry,
quite noticeable new oak but there is sufficient fruit to support it. Seamless texture with dark cherries, blackcurrant,
a touch of graphite and cedar towards the finish that is more “classic” in style than the entry. This has great potential and could turn out to be better than the 2009.
JS 96-97: This is a 2005 Malescot in the making. And that was stunning. I love the blueberries, chocolate and nuts
on the nose and palate. The finish lasts for minutes with so much . Goes on and on. I want to drink this! Wow.
92
Chateau Margaux 1er Cru / Margaux
Bordeaux
LOB 100+: Nur 38% der Gesamtmenge geht in den Erstwein. Was nicht in den Erst- oder
Zweitwein geht wird als Noname Appellation Margaux verkauft. Diese Verbesserung wurde
2009 erstmalig eingeführt. Der Ernteertrag fiel dieses Jahr extrem niedrig aus. 90% des Chateau
Margaux sind Cabernet Sauvignon, 7% Merlot und je 1,5% Petit Verdot und Cabernet Franc. Die
erste Annäherung an den Wein, an die Nase, ist eine Assoziation an Californien. Eine Erinnerung
an den Dominus von Moueix mit einem Touch Harlan. Ein fast reiner Cabernet Sauvignon, der
aber in der Nase wie ein Merlot wirkt. Schwarze Frucht kommt zuerst, dann erst rote Frucht, rote
Johannisbeere folgt auf Brombeere, schwarze Kirsche, Blaubeere. Dann kommt Waldhimbeere,
rassige Säure, enorme Fülle, ohne je fett zu sein, immer charmant bleibend. Noch einmal die
klare Assoziation an Dominus oder andere reinsortige Cabernets der intensiven Art aus Californien. Unter der
schwarzen Frucht ein wenig gelbe Frucht, langsam kommend, und auch ein wenig Zwetschgenschale. Was Margaux
dann im Mund von Californien unterscheidet ist die unglaubliche Frische. So etwas singendes an roter Frucht unter
der voluminösen schwarzen Frucht gibt es sehr selten. Das ist Finesse pur, ganz groß! Ein wenig helle Erde, ein
wenig Granit, obwohl er doch auf Kalkstein wächst, der sich mit der Kieslinse mischt. Der Mund ist immens in seiner Feinheit und gleichzeitig in seiner Wucht. Die Erinnerung an 2005 kommt sofort. 2005 war vielleicht sogar noch
etwas schlanker und rassiger. 2010 hat bei gleich hoher oder noch höherer Säure und noch mehr Tannin weitaus mehr
Fruchtfleisch. Reife Waldhimbeere mit reifer Schwarzkirsche, roter Kirsche, Brombeere, Cassis. Immer fein bleibend, trotzdem sehr voluminös. Feine Süße, die Rasse kommt immer zurück. Großer Chateau Margaux. Sicherlich
mit dem 2005er der Beste, den ich bisher getrunken habe. Eine richtige Sensation. (2022-2070)
RP 96-98: Paul Pontallier was rattling off some interesting statistics about Chateau Margaux. The 2000 (a great,
great wine) was 13.1% natural alcohol, the 2005 13.1%, the 2009 13.2%, and the 2010, the highest ever measured,
13.5%. That is still nearly one degree less than the Pauillac first-growth of Chateau Latour at 14.4%. This blend of
90% Cabernet Sauvignon, 7% Merlot and the rest Cabernet Franc (representing only 38% of the total production)
has the classic, quintessential Margaux character of spring flowers, almost cool-climate precision, medium body, and
a seamless integration of tannin, wood and alcohol. The blue and black fruit characteristics are present, and the wine
restrained. The most measured and polished of all the first growths I tasted, it is also less concentrated than any of
the other first growths, but the elegance is classic. The harvest finished on October 15, which was not their latest by
any means. This is one of the few first growths of 2010 where the tannins are remarkably delicate and sweet, and the
softness of this wine will provide magical drinking at a relatively early age, yet its balance and concentration will
carry it for 20 or more years.
WS 96-99: Superfocused and superracy, with torrents of cherry, raspberry and plum fruit. Offering terrific mouthfeel, this glides by effortlessly, with a fantastic perfume developing on the finish. Long and iron-tinged. Really, really fine-grained. Other than 2006, this is the only vintage since 2000 with as much Cabernet Sauvignon (90 percent).
Tasted non-blind.
RG 20: 38 % Grand Vin. 90 % Cabernet Sauvignon, 7% Merlot, 1,5% Cabernet Franc und 1,5% Petit Verdot.
Leuchtendes Rubin-Purpur. Faszinierendes Bouquet voller Noblesse und parfümierter Süsse, Veilchen, Maulbeeren,
Kirschen, Cassis und verschiedene Edelhölzer, leicht nussig im Untergrund, warmer Arabica-Kaffee-Touch, zarteste
Kokosnoten. Samtig-seidiger Gaumenbeginn, eine berauschende Süsse in den Tanninen zeigend, parfümiert, mit
einem Hauch Dörrbananen, Zedernholz, dominikanischem Tabak, komplexe, perfekte Adstringenz. Ein Chateau
Margaux mit rekordverdächtigem Tannin, das aber locker integriert ist und dem überwältigenden Wein nichts von
seinem seidigen Charme nimmt. Vielleicht ist das – in 109 Jahren – ja die Reinkarnation des legendären 1900ers?
Paul Pontallier: “Langsam weiss ich nicht mehr, was ich den Besuchern erzählen soll. Beim Jahrgang 2009 erklärte
ich, dass ich so etwas Grossartiges in den fast 30 Jahren auf Chateau Margaux noch nie erlebt habe. Und heuer glaube ich, dass der 2010er noch perfekter und noch grösser ist. Ich hoffe, man merkt das, wenn man die Fassmuster verkostet, sonst werde ich langsam unglaubwürdig.”
PM 98-100: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, reife schwarze Beerenfrucht, zart nach Lakritze, feine
Edelholznote, noch etwas zurückhaltend, tabakige Nuancen nach Kubazigarren; ungemein klar und pur, sehr frisch,
feiner Cassistouch, zarte Extraktsüße, balanciert, seidige Tannine, die Konzentration ist völlig versteckt, das ist das
Mysterium von Margaux, keine Spur von Überreife und Nougat, hochelegant und präzise, faszinierende Länge, einfach großartiger Wein, ganz (90%) auf Cabernet Sauvignon gebaut.
BD 19-19,5: Texture aerienne malgre une tres forte charge en tannin, nez floral d’une finesse et d’une purete indescriptibles et propres a ce cru, tannin ultra aristocratique de cabernet de premier cru, encore un chef d’oeuvre a l’actif
du chateau mais avec moins d’evidence immediate a ce stade qu’en 2009.
93
Bordeaux
Chateau Margaux 1er Cru / Margaux
MG 20: Es wird ca. 12’000 Kisten Grand Vin geben. Neu gibt es hier jetzt auch einen Drittwein.
Der Duft ist ganz fein, rot und schwarzbeerig, kommt wunderbar aus der Tiefe, Trüffel, Tabak
und geniale Kräutervariationen, die Sinne betörende Komplexität. Am Gaumen kommt er einiges massiver daher, als der filigrane Duft vermuten lässt, da ist gewaltig Power im Spiel, aber
auch Finessen ohne Ende, was für ein edler, präziser, charmanter und auch offenherziger Wein,
ein zarter Filigrantänzer aber aromatisch und gewaltig intensiv. Der wird ohne Zweifel als einer
der überragenden Jahrgänge in die Geschichte des Weingutes eingehen.
NM 97-99: A blend of 90% Cabernet Sauvignon, 7% Merlot and 1.5% Petit Verdot and 1.5% Cabernet Franc with
a pH 3.65 (it was 3.75 in 2009.) The Cabernet Sauvignon dominates the nose more than any other vintage of Chateau
Margaux that I have tasted out of barrel, lending it a Pauillac-like personality. Blackberry, graphite and a soupcon of
liquorice. The tannins are exceptionally fine, real backbone here and a sense of ambition that I think neither the 2008
nor even the 2009 demonstrated. The clarity on the finish is truly outstanding and it seems to mellow and gain more
sensuality with further aeration.
JS 100: A phenomenal nose of roses, violets, and other flowers. Subtle yet rich raspberries and currants. It is 90 percent Cabernet Sauvignon. The is a curious wine, almost ethereal. It is all in the front of the palate with ultra-fine tannins. It is full and very, very rich but it is forever balanced and in harmony What a wine. It is a pinpointed wine. So
cerebral. It sends shivers down my spine. Incredible.
Vinum 20: Eigentlich wollten wir mal ganz bewusst auf die Auszeichnung des Premier Grand Crus Classes verzichten. Doch Chateau Margaux hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Was immer er auch kosten mag:
Er verdient die Erwähnung als einer der größten Weine des Jahres wie ein großes Kunstwerk, das man auch nicht
einfach ignorieren wird, nur weil man es sich nicht mehr leisten kann. Umwerfende Nase von Blüten und Himbeere;
beginnt dicht und elegant und frisch und geschmeidig, hallt endlos nach im Gaumen; saftig-feurig-klassisch-unüblich-monumentaler, genialer Wein, der den Verkoster froh macht, weil er beweist, dass große Terroirs auch heute
noch ihre Geltung haben.
Pavillon Blanc du Chateau Margaux / Margaux
LOB 96-97+: 100% Sauvignon Blanc. Direktpressung, also ohne Schalenkontakt. Vergoren im
Barrique, davon ein Viertel neue Barriques. Sehr blass. Hocharomatisch im Duft. In diesem Jahr
extrem an die Loire-Weine, speziell Daguenaus Silex erinnernd, fast Feuersteincharakter.
Leichte Grasigkeit, hochduftig, aromatisch. Schöne Fülle ausstrahlend, dennoch frisch. Der
Wein wurde am 15. Sept. gelesen. Er hat enorme Rasse. Die Säure ist fantastisch. Alles lebt, alles springt. Ein hochinteressanter Sauvignon Blanc, gehört zum besten an Sauvignon Blanc, was es zur Zeit gibt. Toller Wein, tolles
Erlebnis. Leider sehr teuer. (2014-2030)
WS 91-94: It has improved steadily over the years, as he has admittedly tinkered often with his approach. “2010 is
also a great vintage for whites,” said Pontallier. “The combination of drought and cool temperatures had the same
effect, of allowing the grapes to ripen without blowing out acidity or freshness.”The Chateau Margaux Bordeaux
White Pavillon Blanc 2010, is made entirely from Sauvignon Blanc and fermented in a mix of
new and used oak barrels. The wine is remarkably pure and focused, with grapefruit, verbena,
honeysuckle and lime notes all seamlessly layered and gliding through the bright, stony finish.
JS 95-96: Dense and rich with dried lemons, mangos, papaya and apples yet it’s super bright and
crisp. It’s all there. Best ever white from Margaux?
Pavillon Rouge du Chateau Margaux (2.Wein) / Margaux
LOB 93-94: 40% der Gesamternte geht in den Zweitwein Pavillon Rouge. Ernte zwischen dem
23. September und 15. Oktober. Der Wein besteht aus 66% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot,
4% Petit Verdot. Extrem feine, charmante Nase, ein wenig noch nach Hefe riechend. Frische
Pflaume, sanfte Walderdbeere, reife rote Johannisbeere, Milchschokolade, sanftweich, charmant.
Rote Kirsche, Sandelholz, Charme über allem. Im Mund noch charmanter als in der Nase. Weich, üppig, alles voller Kirschen, rote Kirsche, wilde Schwarzkirsche. Sandelholz, Vanille, Johannisbeere in schöner süßer Form. Ganz
sanft, ganz weich, ganz charmant. Tolles Säurespiel, butterweiche Tannine. Gute Fülle aber überhaupt nicht wuchtig, sondern immer nur fein und charmant bleibend, mit schöner Länge. Ein immenser, schöner Spaßwein ohne wirkliche Größe. (2016-2035)
94
Pavillon Rouge du Chateau Margaux (2.Wein) / Margaux
Bordeaux
WS 92-95: Rather dense and muscular, with a broad range of red and black fruits, roasted apple
wood and red licorice flavors. Features an iron-packed finish, but with a velvety coating. Tasted
non-blind.
RG 18: Dunkles Granat. Feines, florales Bouquet, Rote Johannisbeeren und rote Pflaumen, eine
zart füllige Süsse dahinter zeigend. Cremiger Gaumen mit weichen Konturen, die Säure ist wunderschön eingebettet, der Wein endet mit einer milchigen Kaffeenote. Noch selten war der
Pavillon Rouge so harmonisch von Beginn weg. Nur 38% der Ernte wurden für diesen Wein selektioniert, was nicht
gut genug war, kam dem neuen Drittwein des Hauses zugute. Der ergab den besten Pavillon-Primeur rouge, den ich
je degustiert habe.
PM 93-95: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feine Kirschenfrucht, zarter Gewürzanklang, angenehme
Kräuterwürze; saftig, rund und elegant, zarter Nougat klingt an, feine Extraktsüße, sehr balanciert, auch im Abgang
ein zarter Schokonachhall, attraktiver Stil.
MG 18+: Feine, rotbeerige Nase, ganz fein auch schwarze Frucht, würzige Kräuternuancen, eindrückliche
Komplexität. Schlanker, süsser, wunderbar aromatischer Gaumen, feine Tanninstruktur, schöne Saftigkeit, dezente
Frische, harmonischer, süffiger Wein, extrem fein und charmant, gebündelte Raffinesse.
NM 92-94: A blend of 66% Cabernet Sauvignon, 4% Petit Verdot (from plots replanted by Paul Pontallier 14-15
years ago) and 30% Merlot, the Pavillon has a very dense bouquet of blackberry, a touch of cassis, violet and a little graphite/oyster shell. The palate is medium-bodied with very structured tannins, the acidity very prominent on the
entry and cutting a swathe though that blackberry, graphite and just a faint hint of blueberry. There is bewitching
symmetry towards the long finish. Superb.
JS 94-95: A wine that shows a lovely finesse and beauty with orange peel, flowers, blueberries and raspberries. Full
and super fine texture. It goes on for minutes. I love the refinement. Paul Pontailler says it’s the best Pavillon that he
has ever made.
Chateau Marquis de Terme 4eme Cru / Margaux
LOB 94-96: Schwarz mit violettem Rand. Versammelt wuchtige, schwarzfruchtige Nase, etwas
Teer, Schokolade, reife Zwetschge, reife schwarze Kirsche. Je mehr Luft dazu kommt, desto
mehr macht der Wein auf. Jetzt kommt noch ein wenig Orange und Mango. Sehr viel Charme.
Gesteinsmehl. Fast berauschend werdend. Im Mund schöne Rasse zeigend, toller Säureansturm,
weiches Tannin, rote und schwarze Früchte im Wechsel. Für Marquis de Terme, der oft zu spröde ausfällt, sehr balanciert und ausgewogen, dennoch rassig und tolle Power. Extrem guter Wein. (2018-2040)
NM 92-94: The Marquis de Terme ’10 has a well-defined bouquet with ripe blackcurrant, cedar, boysenberry and a
touch of shellfish. Good lift and focus. The palate is medium-bodied with fully ripe tannins, very good weight and
acidity, quite linear at the moment but very harmonious and cohesive towards the finish. The oak seems to be totally in tune with the fruit, whereas in 2009 it was dancing to a slightly different beat. This is an excellent Marquis de
Terme.
JS 92-93: Intense blackberry and mineral character with flowers. Full and very chewy with beautiful fine tannins.
Long depth and balanced
95
Bordeaux
Chateau Monbousquet Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 94-95: Das dritte Weingut von Herrn Perse, dem auch Pavie und Pavie Decesse gehören.
Schwarz mit rubinrotem Rand. Extrem duftige Nase, satte Frucht. Brombeere, Cassis, schwarze Kirsche. Süß und zugleich frische rote Frucht darunter zeigend. Walderdbeere, auch
Himbeere, Rosenblätter und Veilchen. Sehr interessante, spannende und rassige Nase. Dann
kommt auch Milchschokolade. Im Mund von allen drei Weinen dieses Imperiums der interessanteste. Frische Säure, feine Reife, rote Waldbeeren, etwas rote Johannisbeere, Cassis. Dann
kommt auch wieder Brombeere und etwas Kirsche darunter. Geschliffenes Tannin, etwas trocken
extrahiert, aber noch gerade an der Grenze. Insgesamt ein voluminöser, tanninreicher, fetter und
zugleich feiner und rassiger Monbousquet. Ein Wein mit Klasse. Toller Erfolg für Monbousquet.
(2017-2040)
RP 91-93: The 2010 Monbousquet (14% natural alcohol) is composed of 70% Merlot, 20%
Cabernet Franc and 10% Cabernet Sauvignon. More restrained and less exuberant and flamboyant than usual, it exhibits a dense ruby/purple hue along with plenty of sweet black raspberry and black cherry fruit intermixed with telltale toasty, oaky notes as well as a hint of espresso roast. This medium to full-bodied, ripe St.-Emilion will be ideal
for drinking in its first 10-12 years of life.
RG 18: 60 % Merlot, 30 % Cabernet Franc, 10 % Cabernet Sauvignon. 28hl/ha. Extrem sattes, dichtes Purpur mit
lila Schimmer. Würzige Nase, Spekulatiusgebäck, Amarenakirschen und Arabica-Kaffeenoten, Rosenduft dahinter
zeigend. Trotz der hohen Säure ist der Gaumen schon recht samtig, Waldhimbeeren und rote Grütze, fast überfruchtig und sehr konzentriert. Der bisher beste Monbousquet!
NM 92-94: A blend 60% Merlot, 30% Cabernet Franc and 10% Cabernet Sauvignon cropped at 28hl/ha, this has a
very intense nose of dark berried fruit that could do with a little more delineation. The palate is full-bodied with grippy tensile tannins, very powerful but I like the tension and mineralite coming though on the finish. It will take 8-10
years to really show its mettle, but great potential.
Chateau Monbrison Cru Bourgeois / Margaux
LOB 94-95: Schwarz, violettroter Rand. Berauschend duftige Nase, sehr viel schwarze Kirsche,
Blaubeere, süße rote Kirsche. Extrem charmant. Weiße und schwarze Praline darunter, etwas
Mango, dominikanischer Tabak. Im Mund fällt die Entscheidung unglaublich schwer. Geht der
Wein zur Rasse oder in Richtung Charme? Wahrscheinlich beides. Tolle Säure. Die Rasse springt
einen an, nicht ganz so hoch wie bei Rauzan Segla, milder, sowohl in der Säure als auch im butterweichen Tannin.
Gute Harmonie mit dem Alkohol und Glyzerin, warme rote Frucht. Zwetschge, Walderdbeere, wieder diese schöne,
charmante Süße. Schwarze und rote Kirsche im Nachhall, extrem balanciert, hochfein. Macht unglaublich Spaß. Ich
habe noch nie einen so guten Monbrison probiert. (2020-2045)
WS 90-93: A bright, floral style, with violet and singed iron notes up front, followed by silky-textured red currant,
black cherry and damson plum fruit. An iron note frames he finish.
MG 19: Nach dem opulenten Marquis d’Alesme eine angenehme Erfrischung, das ist herrliche intensive, total reife,
dennoch erfrischende Frucht, schwarze Kirschen und traumhafte Mineralität, enorm komplex. Was für eine sinnliche Delikatesse am Gaumen, der ist so wunderbar leichtfüssig, schwebt wie eine Feder über den Gaumen, ist dennoch intensiv aromatisch, genial vielschichtig und perfekt balanciert, was für ein sinnlicher fröhlicher, aufgestellter
Wein, das ist Trinkvergnügen ohne Ende, ein Wein zum ausflippen schön und obwohl es schon sehr viele geniale
Jahrgänge von Monbrison gegeben hat ist das vermutlich der allerbeste unter diesen.
Vinum 18: Noten von frischen Beeren und Kräutern; perfekt reife Textur mit Schliff, Tannine größter Noblesse, glasklarer Fruchtausdruck, langes Finale: unglaublich, umwerfender Wein.
96
Chateau Montrose 2eme Cru / Saint Estephe
Bordeaux
LOB 97-99: 60% des Weins geht in den Erstwein, 53% Cabernet Sauvignon, 37% Merlot, 9%
Cabernet Franc, 1% Petit Verdot. Die Ernte ging bis zum 15. Oktober. Schwarz mit rubinrotem
Schimmer, leicht durchscheinend, glänzend. Sehr aromatische Nase, Moncherie, Kirschlikör,
rote und schwarze Kirsche, dann kommt langsam ein wenig Cassis dazu und Brombeere. Alles
auf der süßen, charmanten Seite bleibend. Ein Hauch Marzipan, dunkle Milchschokolade, ein
Hauch von kubanischem Tabak. Immer wieder leichter Kirschlikör. Immer charmant und aromatisch wuchtig. Dieser Kirscheindruck setzt sich im Mund fort, süße rote und schwarze
Kirsche. Dann kommt aber auch Schattenmorelle, richtig viel Grip und Biss, Rasse, hohe Säure.
Johannisbeere, mehr rot als schwarz. Sehr schöne Länge. Unerwartet eleganter und feiner
Montrose mit viel Rasse und Biss. Ganz leicht grüne Elemente. Sehr gut, aber durch die hohe
Rasse nicht so ein weicher charmanter Riese wie 2009. Bewertung mit Luft nach oben. (20222070)
RP 96-99+: Jean Delmas believes this is one of the all-time great wines of Montrose, comparable to the 2009, 1990, 1989, 1959, 1947, 1945 and 1929. The 2010 harvest took place between
September 27 and October 15, and the final blend is 54% Cabernet Sauvignon, 37% Merlot, 8%
Cabernet Franc and 1% Petit Verdot that achieved 13.75% natural alcohol, a fraction above the
2009’s 13.7%. Somewhat reminiscent of the 1989, only even inkier and richer, the 2010 boasts
a dense purple color along with glorious aromatics of blueberries, boysenberries, black currants
and a crushed chalk-like minerality. The tannins are less intrusive than I would have suspected for such a young
Montrose, but they are unquestionably ripe and well-integrated. Deep, full-bodied and massive, this beauty should
be at its finest between 2018-2050.
WS 95-98: Dense and dark, with a massive core of roasted fig, blackberry, espresso and bittersweet cocoa flavors
followed by rapier tannins that drive through the finish. This has both richness and austerity. When it all comes together fully, this should be a superb wine.
RG 19: 53% Cabernet Sauvignon, 37 % Merlot, 9 % Cabernet Franc, 1 % Petit Verdot. 64% Grand Vin. 45 hl/ha.
Dichtes Purpur mit lila Schimmer in der Mitte, fein rubiner Rand aussen. Reserviertes Bouquet, florale CabernetNoten, schwarze Pfefferkörner, Havanna-Tabak. Kompakter Gaumen, rote Pflaumenschalen, ein Hauch Dörrfrüchte,
dunkle Hölzer, noch mehlige Tannine, wie immer mit sehr vielversprechendem Potenzial bestückt. Kein grosser
Kommunikator und deshalb vielleicht unterschätzt. Seine hohe Punktezahl wird er erst in 20 Jahren erstmals beweisen können.
BD 18-19: Vin de tres grande envergure, tres charpente, dense, profond, complexe. La part relativement importante
de merlot (un petit tiers) lui donne sa chair particuliere mais aussi une forme moins nettement dessinee a ce stade
que celle de ses deux prestigieux voisins. La fusion avec les cabernets semble un peu plus lente que prevue. Mais je
suis sur que dans six mois a un an il aura rejoint les plus grands.
MG 20: Herrlich tiefgründiger, reiche, opulenter und gleichzeitig sagenhaft feiner, eleganter edler Duft, eine geniale Sinnlichkeit ausstrahlend, der Duft ist unglaublich fein und die Komplexität ist absolut unbeschreiblich, was für
ein sagenhaft sinnliches Parfüm. Ganz feiner, samtener rassiger Gaumen, beinahe burgundisch feine Tannine, was
für eine geniale Saftigkeit, enorme Konzentration, dennoch eher ein Meditationswein, geniale Raffinesse, der Wein
hat gigantisches Potential, ein Wein für die Ewigkeit.
NM 96-98: Tasted at the Chateau, Montrose is a blend of 53% Cabernet Sauvignon, 37% Merlot, 9% Cabernet Franc
and 1% Petit Verdot picked between from 27th September through to 15th October, cropped at 45hl/ha. It has 13.8%
alcohol with a pH 3.65. The bouquet is tightly wound at first, pure blackberry, dark cherries, just a touch of coca with
very good vigour. Very juicy, quite saturated with a very dense, impenetrable finish.
Sinewy, structured and masculine, with a slight saline touch on the aftertaste. This is a
great Montrose that will one day be fascinating to compare against the 2009.
JS 95-96: This is really integrated and polished, with a full body and super layers of
cashmere-like tannins. Goes on and on. 53 percent Cabernet Sauvignon, 37 percent
Merlot, 9 percent Cabernet Franc and 1 percent Petit Verdot.
97
Bordeaux
Chateau Moulin Haut Laroque / Fronsac
LOB 90: Schwarz, dem Jahrgang entsprechend. Reife, aber nicht zu süße Brombeere mit Cassis,
etwas Schwarzkirsche. Sehr duftig strömender Mund ohne zuviel Süße und sogar noch passendem Alkohol. Im Mund auch wieder viel schwarze Frucht mit guter Säure und geschliffenem
voluminösen Tannin dazu. Insgesamt stimmige Balance. Es fehlt die letzte Frische um den Wein
sehr interessant zu machen. Guter Fronsac, guter Jahrgang, ohne wirkliche Größe, es fehlt der
wirkliche Kick. Haut Ballet und Fontenil sind klar vorne. (2016-2028)
RP 90-92: This outstanding Fronsac never seems to disappoint. The powerful, concentrated,
impressively endowed 2010, another sleeper of the vintage, exhibits a dense opaque purple color
along with notes of blueberry and blackberry liqueur, spring flowers and incense. Deep, medium-bodied, elegant and
pure with excellent acidity as well as ripe tannin, it should drink well for 10-15+ years.
RG 18: Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Würziges, leicht unterkühltes Bouquet,
Nelkenköpfe und Rauch. Dichter, fleischiger Gaumen mit erste Finessen, viel Rückaroma. Seit dem Jahrgang 2000
(19/20!) der beste Moutlin Haut-Laroque!
PM 90-92: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, etwas verhalten, zartes dunkles Beerenkonfit,
Orangenzesten; saftig, angenehme Extraktsüße, gut verpacktes Tannin, elegant und gut anhaltend, sehr balanciert,
Kirschen im Nachhall, gute Zukunft, einer der sicheresten Werte in Fronsac überhaupt.
Vinum 17: Komplexe Nase von Beeren und Gewürzen; ungemein knackig und fruchtig im
Ansatz und doch delikat und frisch, entwickelt ein geschmeidiges und doch dichtes, eng sitzendes Tannin, von Beerennoten getragenes Finale, in dem der Alkohol bestens integriert ist.
Raffiniert und von großer Intensität.
Chateau Moulin Saint Georges Grand Cru / Saint Emilion
LOB 94-95: Im Besitz von Alain Vauthier von Ausone, direkt unterhalb von Ausone gelegen auf
Kalkstein. Nur 7ha groß. In diesem Jahr wurden nur 20 hl/ h geerntet, also extrem geringer
Ertrag. 80% Merlot, 20% Cabernet Franc. 18 Monate Ausbau im Barrique. Die Pflanzdichte geht
bis 12.600 Stöcken pro Hektar. Alkohol 14,5%. Dichtströmende Nase. Sanfte frische Zwetschge,
Walderdbeere, schwarze und rote Kirsche. Fein, sanft und rassig zugleich. Sehr harmonischer
balancierter Mund. Feine Säure, nie aggressiv. Geschliffenes Tannin. Sehr charmanter und
zugleich rassiger Mund, extrem ausgewogen. Rote und schwarze Früchte wechseln sich ab.
Feine Länge. Ein nicht ganz großer aber sehr feiner, sehr charmanter, traumhaft schöner St.
Emilion mit Klasse. (2017-2040)
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, florale Nuancen, feine
Waldbeerenfrucht, Weichseln, delikate Frucht; knackig und frisch strukturiert, deutliche
Säurerasse, feine Tannine, gutes Potenzial, feine Extraktsüße im Nachhall.
JS 92-93: This is crazy stuff with a super lively acidity and then plenty of fruit and alcohol. Minerally and fruity at
the same time. Excellent purity. One of the best ever from here.
Le Petit Mouton de Mouton Rothschild / Pauillac
LOB 93-94+: 68% Cabernet Sauvignon, 24% Merlot, 8% Cabernet Franc. Dunkles Rubinrot mit
Schwarz. Extrem duftige, feine, geröstete Nase nach Kaffee, Kakao, sehr viel roter Frucht, roter
Johannisbeere, Zwetschge, konzentrierte Walderdbeere, etwas Vanille. Sehr aromatischer, feiner
Duft voller Charme. Überaus rassiger Mund. Auch hier rote Früchte, wieder Kakao, feine
Milchschokolade, Johannisbeere, rot und schwarz. Ganz fein, tolle Rasse zeigend, sehr harmonisch. Gut balancierter Wein, schöne reife Cabernet mit sehr schöner Länge. Toll gelungener,
eleganter, feiner, charmanter Petit Mouton, das erste mal groß probiert, tritt aus dem Schatten
von Mouton, einer der klar besten Zweitweine im Jahr 2010. (2016-2035)
RP 90-93: A blend of 68% Cabernet Sauvignon and the rest primarily Merlot, this may be finest second wine Mouton
Rothschild has yet produced. The selection process is unquestionably severe, and the 2010 Le Petit Mouton is even
higher in alcohol than the grand vin. Abundant cassis, supple tannins and more near-term pleasure can be found in
this full-bodied, rich, impressively endowed effort. Enjoy it over the next 10-15 years.
WS 91–94: Offers a solid, muscular beam of raspberry and red currant, with sweet spice and tobacco in the
background. The round finish of roasted vanilla is nicely integrated already, and this nicely rounded overall. Tasted
non-blind.
98
Le Petit Mouton de Mouton Rothschild / Pauillac
Bordeaux
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, süße, schwarze Beerenfrucht, feine
Kräuterwürze, etwas Nougat; saftig, rund, voll süßer Frucht; harmonisch am Gaumen und bereits
zugänglich, elegant, trinkfreudiger frischer Stil, süße Zwetschken im Abgang.
JS 94-95: This is really exceptional with beautiful chocolate and blackberry character. It’s full
and velvety with gorgeous ripe tannins. Loving this. Wonderful richness and length.
Chateau Mouton Rothschild 1er Cru / Pauillac
LOB 100: 94% Cabernet Sauvignon, 6% Merlot. Schwarz Rubinrot. Hocharomatische Nase,
Röstaromen, etwas Vanille, schwarze Kirsche, schwarze Johannisbeere. Sehr rassig. Singend,
spannungsgeladen, dramatisch, extrem schöne Nase. Auch im Mund wieder ähnliche Harmonie
und Rasse zugleich zeigend. Schwarzkirsche, sehr feine, aber massive, kraftvolle Tannine.
Enorm tief, gleichzeitig rund. Sehr mineralisch, vielleicht sogar ein wenig frische Minze dabei,
weißer Pfeffer. Großer, feiner, langer, frischer, sehr rassiger Mouton. Ganz großer Erfolg. (20222075)
RP 97-100: The 2010 Mouton possesses the highest level of Cabernet Sauvignon (94%) of any
wine this estate has produced. Combined with 6% Merlot, the wine achieved 13.9% natural alcohol. Under director Philippe Dalhuin, the harvest was accomplished between September 28 and
October 13, and only 49% of the crop made it into this powerful effort. Reminiscent of the 1986,
it is a 50-60 year wine that is not meant for consumers looking for near-term gratification. This
backward, tannic, full-bodied, exceptionally promising 2010 reveals enormous weight along with extravagant levels
of precise, fresh boysenberry and creme de cassis fruit. The abundant minerality is due no doubt to the fresh acidity. In need of at least 15 years of cellaring, it will undoubtedly remain an infant at age 25 (as does the 1986).
WS 95–98: Another battleship in the making, with a massive core of red currant, plum and blackberry fruit laced
with iron and roasted apple wood and backed by massive grip. Despite the heft, this is sleek and long, with terrific
poise. Tasted non-blind.
RG 19: 94 % Cabernet Sauvignon, 6% Merlot. 49% Grand Vin. Ertrag: 34 hl/ha. Ca. 14 Vol.-% Alkohol. Sattes
Purpur-Granat. Florales Bouquet, Brombeerstauden, Heidelbeerranken, Lakritze und Cassis, tiefgründige Würze.
Homogener Gaumen- fluss, veloursartige Textur, samtene Tannine, dunkle Röstnoten im Untergrund, feminine
Eleganz mit genialem Rückaroma. Grosser, aber auch beruhigender Mouton.
PM 96-98: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zart nach Trockenkräuter, schwarze Beerenfrucht, etwas
Nougat, Honig unterlegt, Lakritze, Minze, zart nach Edelholz; engmaschig, feine süße Kirschenfrucht, extraktsüßer
Kern, perfekte Tannine, salziger Extrakt, finessenreicher Säurebogen, bereits sehr harmonisch, sehr pur, sehr gute
Länge, großes Zukunftspotenzial.
BD 19: Corps imposant, longueur magique, volupte et confort de texture assures, un peu moins avance dans sa definition que quelques autres super stars, mais immensement prometteur. Le 2009 charmait un iota davantage au meme
stade.
MG 20: Ein Traum, dieser Duft, das ist Mouton, kann nur Mouton sein, das ist einmalig wenn er so perfekt ist, ganz
zart und doch unglaublich intensiv, konzentrierte schwarze Frucht, aber auch ein Hauch süsse, rote Frucht, dann
diese genialen Kräuternuancen und schwarze Trüffel ohne Ende. Am Gaumen ein Mouton von eindrücklicher
Präzision, raffiniert wie selten zuvor aber auch konzentriert wie selten zuvor auch Frische ist da wie kaum je zuvor,
dann diese sensationelle Extraktsüsse, die alles in perfekte Balance, ein Mouton zum Staunen, fast ein
Meditationswein, irgendwie schlicht und doch ein Überwein.
NM 98-100: Of all the First Growths, Mouton has perhaps the most seductive bouquet with macerated black cherries, crème de cassis, blackcurrant, mint and cedar all with very fine delineation but a drop more opulence than say,
Lafite or Latour. The palate is full-bodied with saturated, ripe tannins, layers of pure blackberry and dark cherries
intertwined with a touch of blueberry. Very good grip, very smooth and flirting with the idea of ostentatiousness...but
2010 is not that kind of vintage and the Cabernet defined the finish with graphite and a touch of, what almost feels
great mineralité, much more so than the 2009. Great length and poise, this actually reminds me of the stupendous
2006.
JS 99: This is pure Mouton. The aromas to this wine are so fabulous. I thought right away back to the 1947, one of
the great classics of Mouton. Menthol, minty, light eucalyptus, currants and dark fruits on the nose. Full bodied, with
super intense and powerful fruit and tannins. So unique for a first growth. Almost all Cab. Magnificent. This is clearly better than 2009. 94 percent Cabernet Sauvignon and 6 percent Merlot.
99
Bordeaux
Chateau Nairac 2eme Cru (süß) / Barsac
LOB 96-97: Wie immer ein recht farbintensiver Barsac, Honig, Orange und frische Minze in der
Nase, tolle Öligkeit ohne zu fett zu sein, ein toller Mittelweg zwischen einem großen Grünen
Veltliner und einer Riesling Auslese Goldkapsel. Im Mund kann er diesen tollen Eindruck halten, etwas rosinige Beere aber überaus komplex und sehr mineralisch, ein Hauch Ähnlichkeit mit
de Fargue, aber auch immer die Feinheit und Zartheit der Kalksteinböden Barsacs behaltend.
Toller Süßwein. (2014-2080)
RG 20: Sehr dunkles, intensives Gelb mit erstem Goldschimmer. Parfümiertes, mineralisches
Bouquet, Marokkominze, Rosinen, Akazienhonig und Orangenblüten, wirkt verspielt und enorm
vielschichtig. Im Gaumenbeginn mit Primärfrucht und genialer Mineralik, elegante Süsse, tänzerische Balance. Ein
ganz grosser Nairac – und ein perfekter Barsac.
MG 19+: Der Duft ist von genialer Frische, Zitrusfrucht vom Feinsten, herrliche florale Variationen, ein zarter
Hauch Honigmelone, herrliche Tropenfrucht, alles wirkt extrem fein und sehr edel, ein himmlisch schöner Duft. Am
Gaumen kann er nicht ganz mit dem sensationellen La Tour Blanche mithalten, das ist aber vielleicht auch nur eine
Momentaufnahme. Der Wein hat gewaltig Kraft, wirkt reich opulent und sagenhaft vielschichtig, auch die rassige
Säure dieses sensationellen Sauternes Jahrgangs ist durchaus vorhanden, eigentlich sind alle Komponenten vorhanden, dass auch das eine 20 Punkte Legende werden könnte, wenn man die letzten Jahre überdenkt müsste er das
eigentlich. Im Moment steht einfach der Tour Blanche mit seiner eindrücklichen Präzision allen etwas vor der Sonne.
Chateau Nenin / Pomerol
LOB 95-96+: Besitzer ist Monsieur Delon, dem auch Leoville Las Cases gehört. 35ha in
Pomerol in bester Lage. 82% Merlot, 18% Cabernet Franc. 3,3g/l Säure. Unglaublich feine Nase.
Sehr rassig, dann wird er immer voller. Johannisbeere, schwarze Kirsche, feine Säure, frische
Himbeere, Milchschokolade, traumhaft duftig. Voll und rassig zugleich. Typisch Pomerol, aber
in einer Feinheit und Rasse, wie bei Nenin noch nie erlebt. Im Mund üppig fett, Brombeere,
schwarze Kirsche, schwarze Johannisbeere, gleichzeitig sehr rassig. Tolle Säure zieht sich durch.
Walderdbeere, ein Hauch von gelber Frucht. Immenses Spiel zwischen schwarzer und roter
Frucht hin- und herpendelnd, zwischen butterweichen, satten Tanninmassen, hohem Glyzerin,
14,5% Alkohol und dieser toller Säure. Berauschend. Toller Wein. (2017-2045)
WS 92-95: Superfleshy but very direct, with long, racy raspberry ganache and red currant notes.
Almost flashy, but stays focused through the long finish. Tasted non-blind.
PM 92-94+: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, dunkles Beerenkonfit, zart rotbeerig unterlegt, etwas
gekochte Hagebutten; seidige Textur, feine Tannine, kraftvoller Körper, süßes Brombeerkonfit, schokoladiger
Nachhall, mineralischer Abgang, tolles Potenzial.
JS 92-93: Bright and fruity with raspberries and blueberries. Full and silky, with a long and caressing finish. Lovely
wine already.
Chateau Palmer 3eme Cru / Margaux
LOB 98-99+: Das Frühjahr begann spät, dann ziemlich perfekt. Anfang Juni regnete es, es war
kalt, ein Teil der Blüte ging verloren, der Ertrag wurde ganz natürlich auf 30 hl/ha gesenkt, was
in der Regel die Qualität immens hebt, kleine, dickschalige Beeren. 50% Cabernet Sauvignon,
50% Merlot. Wie die letzten Jahre eine immense, wuchtige, fettfruchtige Nase. Süß, Cassis,
extrem fruchtig. Brombeere, schwarze Schokolade, das Ganze unterlegt mit rassiger Säure. Erinnert ein wenig an
Ducru Beaucaillou in dieser immensen Frucht, fast noch ein wenig voller, noch ein wenig süßer. Wuchtig beeindruckend. Californisch. Sehr rassiger Mund. Immens fruchtig. Merlot und Cabernet halten sich gut die Waage. Viel
rote Frucht, viel Johannisbeere von der Cabernet, aber auch Brombeere und Schwarzkirsche von der Merlot. Alles
unterlegt mit schöner Schokolade, feiner Rasse. Ganz fein, lang, wunderschöner Wein. Groß. Sicherlich direkt hinter Chateau Margaux wieder der zweitbeste Wein der Appellation, noch besser als der extrem rassige Rauzan Segla.
Berauschend. (2020-2070)
RP 95-97: The 2010 Palmer, which is 50% Merlot and the rest mostly Cabernet Sauvignon except for 6% Petit
Verdot, is a huge, inky/purple-colored wine with notes of camphor, incense, blackberry, espresso roast, and subtle
barbecue smoke. Extremely full-bodied and unbelievably powerful (14.5% natural alcohol, but with a rather standard pH of 3.75), this wine is going to be one of the great classics ever to emerge from this iconic chateau. It is extremely tannic, but the tannins are eclipsed by the extravagant concentration of fruit, unctuosity, and density of this
wine. This will be a Chateau Palmer to put away for 10 years and drink over the following 40+.
100
Chateau Palmer 3eme Cru / Margaux
Bordeaux
WS 95-98: This dense red offers a big core of currant, plum and cassis, with lots of buried violet and anise. Really loaded on the back end, this is very muscular, but still velvety. Features saturated fruit on the finish, but stays restrained. Should be very long-lived. Tasted non-blind.
RG 19: 54% Merlot, 40% Cabernet Sauvignon, 6 % Petit Verdot. 30,5 hl/ha Ertrag. Dichtes
Purpur, violetter Schimmer, sehr satt in der Mitte. Ein Wahnsinns-Beerencocktail in der Nase
von Grenadine, roten Kirschen bis zu Cassis, eine komplexe, reife Süsse zeigend, wirkt noch
etwas zurückhaltend, aber enorm tief. Samtiger Gaumen mit dichter Extraktion und fast essenzartiger Frucht, mollige Tannine, die schon ersten Charme versprühen, erst im Innern kommt das
Verlangende, welches auf ein riesiges Alterungspotenzial schliessen lässt. Hat die Maximalnote
im Visier und zählt zu den allerbesten Bordeaux-Crus des Jahrgangs.
PM 98-100: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, kleine schwarze Beerenfrucht, mineralische Noten, exotischer Gewürzanklang, ungemein facettenreich und attraktiv; stoffig, gehaltvoll, super-seidige Tannine, herrliche Extraktsüße, bleibt im Finish minutenlang haften, frisch mit feinem Zitrus im
Abgang, wunderbare Süße im Abgang, vielleicht ein Nachfolger für den grandiosen 1961er.
BD 19-19,5: Extraordinaire toucher de bouche, veloute de texture incomparable, finale longue, mentholee d’un charme fou. Une merveille qui fera longtemps parler d’elle.
MG 20: Traumhaft schwarze Frucht, genial Würzig und mit raffinierten Kräuternuancen, dazu die traumhafte Tiefe
von Tabak Leder und schwarzen Trüffeln, schwarze Kirschen der sinnlichen Art. Am Gaumen traumhaft finessenreich, feine Frucht genial saftig und irre komplex, das sind gebündelte Raffinessen, die Frische ist weniger auffällig,
als bei vielen Weinen, aber schön eingebunden dennoch vorhanden, die Extraktsüsse ist traumhaft, die Harmonie perfekt, das ist himmlisches Trinkvergnügen, wunderbar komplexes, minutenlanges, die Sinne berührendes Rückaroma.
Ob da wieder so ein Gigant wie 1961 am Entstehen ist?
JS 97-98: This nose is crazy with treacle tart, dark fruits, spices and milk chocolate. I was in a state of amazement
tasting this. Full bodied and very powerful with wonderful ripe tannins and intense nuts and dark chocolate on the
palate. This is more powerful than 2009. I am blown away.
Vinum 20: Wie es Thomas Duroux schafft, in Jahren der hohen Alkoholgrade trotz des hohen Merlot-Anteils im
Rebberg einen bekömmlichen Palmer ins Fass zu bringen, ist uns ein Rätsel. Intuition? Improvisationskunst, wie sie
die großen Jazzmusiker besitzen, die der Weinmacher regelmäßig im Keller aufspielen lässt? Auf die einschlägige
Frage lächelt er nur und zuckt fast verlegen die Schultern. Sein 2010 jedenfalls ist eine der Sensationen des Jahres,
vollmundig und sinnlich und reich und dicht und samten und frisch, mit langanhaltendem, feurig-wuchtigem Finale,
von eindrücklicher Balance und beeindruckend frischer Aromatik trotz seines Reichtums. Qualitativ auf dem gleichen Niveau wie Chateau Margaux (was immer das auch heißen mag), ist er stilmäßig doch so völlig anders, dass
ein Vergleich sich gar nicht ziehen lässt.
Chateau Pape Clement Blanc Cru Classe / Pessac Leognan
LOB 95-96+: Rassig frische Limettennase, satte Mineralität, Orange und Melone mit
Passionsfrucht gesellen sich dazu, Feige, Lemon Curd. Im Mund cremig mineralisch, buttrig,
tolle Salzigkeit, wieder Orange mit Limette und leichter Exotik. Wahrscheinlich müsste ich ihn
höher bewerten, aber der Weißwein steht seit langer Zeit mal wieder im Schatten des überragenden roten Pape Clement 2010. (2016-2045)
RP 93-96: A sensational blend of 60% Sauvignon Blanc and 40% Semillon with nearly 14% natural alcohol, this
superb, honeyed effort exhibits orange marmalade, lemon custard and exotic tropical fruit notes.
WS 92-95: Quite ripe, with lots of tangerine, candied lemon peel and gooseberry notes carried by lush straw and salted butter flavors. Lengthy finish.
BD 18-19: Ensemble majestueux, tres gras, tres puissant, tres long, et cette fois ci boise
parfaitement integre a l’ensemble, choix risque mais ici tres reussi de vendanges au plus
haut de la maturite, sans aucune perte de typicite.
JS 94-95: This is a powerful white with wonderful mineral and citrus character on the
nose and palate. Full and racy, bright acidity and dense palate. Long, long finish.
Excellent.
101
Bordeaux
Chateau Pape Clement Cru Classe / Pessac Leognan
LOB 97-98+: Schwarz, kein Platz für einen violetten Rand. Verbrannte, teergeprägte
Schwarzkirsch- und Brombeernase. Gegrilltes Fleisch. Noch sehr maskulin daherkommend,
allerdings keine Sprödigkeit und keine Rauhigkeit zeigend, sondern durchaus balanciert. Im
Mund für Pape Clement eine sehr positive Überraschung: Der immerzu extrahierte Wein
bekommt durch dieses jahrgangsspezifische Plus an Säure (und die Säure ist sehr hoch!) und
durch den guten Alkohol nach meinem Dafürhalten erstmalig eine wirklich passende Balance,
und macht aus diesem Wein einen wirklich großen Wein. Die immensen schwarzen
Fruchtmassen passen hervorragend zu der Säure, zum Tannin, zum Alkohol. Es wird ein sehr
feiner, schöner, trinkbarer Wein werden. Als sonstiger Gegner der Weinbereitung auf Pape
Clement sage ich nun über 2010: Ein ganz großer Erfolg für Pape Clement. (2022-2065)
RP 93-95+: Bernard Magrez’s flagship estate continues to produce consistently beautiful wines
and that includes his sensational 2010. The fruit was harvested between September 24 and
October 20, and the result is an opaque purple-colored blend of equal parts Cabernet Sauvignon
and Merlot that achieved 13.5% alcohol naturally. Subtle notions of smoke, graphite, oak, black
cherries and blackberries jump from the glass of this impressively perfumed claret. Medium to
full-bodied, strikingly elegant and less thick and intense than a structured vintage such as 2005, the 2010 possesses
remarkably sweet tannin (sweeter than the 2005) as well as a full-bodied, long finish. It should be drinkable at an
early age and keep for 20-25 years.
WS 93-96: A flashy, modern style, with lots of dark fig, anise and graphite notes, pushed by more black currant sauce
and tar. Ample toast runs through the finish, but this has plenty of raw material.
RG 19: Sattes Granat mit rubinroten und violetten Reflexen. Bombiges Bouquet, viel reife Pflaumen, exotische
Hölzer, Zedern, Korinthen, ausladende Amarenasüsse, Mokkatouch, Ruby-affin wegen leicht überreifer Trauben.
Mundfüllender Gaumen, auch hier eine unbändige Süsse zeigend, die sich mit Kirschkompott und schwarzen
Bounty-Noten vermischt, im Finale dunkles Malz, leicht kernige Gerbstoffe, Szechuanpfefferkörner und eine nachhaltige, schwarzbeerige Aromatik mit Pumpernickelnuancen. Etwas weniger von allem könnte hier mehr sein. Wer
den Wein blind ins Glas bekommt, sucht nicht unbedingt in Bordeaux nach der Lösung. Kenner werden ihn aber hoch
einschätzen müssen. Der Wein ist eine Bombe, aber ich trauere den klassischen Papes hinterher.
PM 96-98: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, einladende Edelholznote, orientalische Gewürze, reife dunkle Beerenfrucht unterlegt, Mandarinenzesten, facettenreiches Jungbukett; stoffig, kompakt, ungemein präsente
Tannine, herrlicher Schokoschmelz, tolle Länge, gewürziges Finale mit dunkler Frucht und Nougat, großes
Reifepotenzial, gehört mit zum Besten der Appellation.
BD 18-19: Particulierement plein, voluptueusement reglisse, mur, de la race et du style, remarquable vinification et
ensemble rivalisant avec les plus grandes reussites de l’annee.
NM 94-96: Tasted three times, the Pape-Clement ‘10 is a blend of 50% Cabernet Sauvignon and 50% Merlot, this
has a surprisingly conservative bouquet but with very fine delineation and clarity. Blackberry and a touch of briary.
The palate is very well balanced, very fine tannins and superb tension, the acidity lending this great poise and freshness. Good grip on the finish, this is an outstanding Pape-Clement.
JS 96-97: Very chewy, with wonderful blueberry and mineral character. Hints of mint too. Full and super classy.
Love the texture of the tannins. Hyper-refined in texture.
102
Chateau Pavie 1er Grand Cru Classe B / Saint Emilion
Bordeaux
LOB 91-94+++: Das berühmte Weingut von Gerard Perse am Südhang Saint Emilions, bestes
Kalksteinterroir neben Larcis Ducasse. Schwarz undurchdringlich, violetter Rand. Portweinnase.
Was nicht ganz fair gegenüber Portwein ist, denn dieser Wein hier ist noch reifer, überreif extrahiert, schwarze Früchte, schwarze Schokolade, auch rote und gelbe Frucht, aber alles hochreif.
Welkes Laub darunter. Fruchtig. Im Mund ein Ansturm von Tannin und Säure und Extrakt.
Aggressiv im Mund. Wie immer schwer zu probieren. Ich habe aus der Zeit des Herrn Perse noch
keinen großen Pavie getrunken, auch wenn er häufig Potenzialwertungen bis zu 100 Punkten
bekommt. Ich trau dem Braten nicht. Mag sein, er wird groß. (2022-2065)
RP 95-98+: Along with several other Medoc first-growths as well as Ausone in St.-Emilion and
possibly Petrus and Lafleur in Pomerol, few estates have such a record for consistent quality as Gerard Perse’s
Chateau Pavie. Made from a classic blend of 70% Merlot, 20% Cabernet Franc and 10% Cabernet Sauvignon, the
2010 was cropped at a ridiculously low 26 hectoliters per hectare, and the harvest occurred between October 12 and
19. Surprisingly, the alcohol is only 14.2% which is actually less than the 2008 and 2009. Since Perse acquired this
estate in 1998, most Pavies have possessed off the charts richness and the 2010 is no different. It also reveals an opaque purple color, abundant notes of roasted coffee, blackberries, cassis, full-bodied power and sensational density,
texture and length. There is also a boatload of tannin, so do not expect this 2010 to provide near-term consumption.
Somewhat reminiscent of the 2005 in its freshness, precision and intensity, it requires 7-10 years of cellaring and
should keep for 3-4 decades thereafter. I had this wine on four separate occasions and would rank it slightly behind
the 2000, 2005 and 2009.
WS 94-97: This is really gorgeous, with a flamboyant display of spice, warm linzer torte, blueberry and plum confiture aromas giving way to fleshy dark fruit and anise notes. Never overly weighty, with great cut and purity on the
finish thanks to a superstrong graphite note. Shows power, precision and drive.
RG 19: 70 % Merlot, 20 % Cabernet Franc, 10 % Cabernet Sauvignon. 28 hl/ha. 14.5 % Volumen. Sattes, dunkles
Purpur mit rubinem und lila Schimmer. Das Bouquet wirkt floral, geradlinig mit vielen Schichten, aber auch noch
recht reserviert, Buchentöne, Waldhimbeeren und rote Kirschen, und das alles mit einem delikaten Schuss Kirsch
und Mocca gemischt. Dicht im Gaumen, wohl geformt mit arrondierten Gerbstoffen, zeigt hier wieder Frucht in allen
Facetten, Malz, Schoko und Kandisnuancen im langen, erhabenen Finale. Die Tannine verlangen nach mindestens
15 Jahren Flaschenreife.
PM 96-98: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, frischer roter Obstkorb nach Herzkirschen,
Weichseln und Waldbeeren, feiner Nougat und Karamell, florale Nuancen; kraftvoll, dabei frisch strukturiert, eher
dunkelbeerige Fruchtnuancen, präsente Tannine, insgesamt noch etwas zurückhaltend, süße Lirschen, Feigen im
Nachhall, schokoladiger Rückgeschmack, sicheres Entwicklungspotenzial. Vin de Garde.
BD 19: Pavie couronne indiscutablement un millesime qui nous est apparu reussi (par Gerard Perse et ses equipes)
avec une impressionnante dimension. Tres riche, tres gras, grand raffinement de texture, une puissance domptee, un
soyeux de tanin remarquable, c’est un tres grand, plus emouvant a ce stade par son equilibre supreme que 2009.
NM 93-96: The Chateau Pavie 2010 is a blend of 70% Merlot, 20% Cabernet Franc and 10% Cabernet Sauvignon,
cropped at 28hl/ha. There is just a slight touch of over-ripeness on the fig tinged nose. Again, its is very dense and
opulent. The palate is incredibly powerful with mouth-coating dry tannins, good acidity and attractive purity coming
through on the finish. Very difficult to taste now, perhaps due to the late malolactics, an impenetrable Pavie that will
demand serious ageing.
JS 96-97: Very powerful. It sneaks up on you. It doesn’t show its strength at first but then takes off with excellent
ripe fruit, spices, chocolate and nuts. So long and exciting. I prefer the style to the 2009 by a hair.
103
Bordeaux
Chateau Pavie Decesse Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 90-92+++: Weingut von Gerard Perse Schwarz mit violettem Rand. Extrem reife Nase.
Brombeere und Maulbeere, schwarze Kirsche. Kompott, eingekocht. Hochreif mit schwarzer
Schokolade. Durch die Überreife nicht genau differenzierbar. Sehr rassiger Mund, immense
Säure mit ebenso dynamischem und dramatischem Tannin. Sehr rassig, sehr wuchtig, sehr reif
und sehr trocken zugleich. Wie immer gefährlich überextrahiert, und wie immer ist die
Entwicklung sehr schwer abzusehen bei diesem Weingut, genau wie bei Pavie. Ich würde ihn
nicht für mich kaufen, aber er mag durchaus Größe entwickeln. (2020-2050)
RP 94-96: Pavie Decesse’s vineyard is currently 8.5 acres (it declined dramatically after part of
the vineyard was incorporated into the larger Pavie estate as both are owned by Chantal and Gerard Perse). The vines
are planted in decomposed limestone soils and yields in 2010 were only 24 hectoliters per hectare. A blend of 90%
Merlot and 10% Cabernet Franc that achieved 14.5% natural alcohol (slightly higher than what Pavie reached, no
doubt because of the higher percentage of Merlot). Sweet berry fruit, barbecue smoke and toasty oak aromas jump
from the glass of this inky/purple-colored 2010. Softer and more restrained than previous vintages, this is a beautiful, full-bodied, opulent, stunningly pure, rich wine that should be drinkable in 5-6 years and last for three decades.
WS 93-96: Hedonist alert-dense, fleshy layers of fig sauce, warm cocoa, dark currant confiture and exotic spice fill
this red, which also shows plenty of grip, with a smoldering wood note on the back end.
RG 18: 90 % Merlot, 10 % Cabernet Franc. 26 hl/ha. Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Feine
Kräuternote, Cakesfrüchte und frisch gebackenes Schwarzbrot, Lakritze im Untergrund. Fülliger Gaumen mit
veloursartiger Textur, ausgeglichene Adstringenz, im Innern eine Wahnsinnskonzentration zeigend, braucht Geduld
und wird dann leicht Rumtopfartige Aromen mit sich tragen, Kakao und schwarze Kirschen im Finish.
PM 95-97: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zart floral unterlegtes Brombeerkonfit, zarte rotbeerige Nuancen, etwas Orangenschalen, feiner Nougat und etwas Dörrobst unterlegt; kraftvoll, präsente Tannine,
etwas zum Kauen, stoffig, süße dunkle Frucht, zeigt eine sehr gute Länge, Valrhona-Nachhall, sicheres
Entwicklungspotenzial.
NM 93-95: A blend of 90% Merlot and 10% Cabernet Franc, compared to the Monbousquet, there is just a slight
jamminess on the nose that is denuding the Pavie-Decesse of a little freshness. The palate is full-bodied and dense,
extraordinarily powerful with masculine, structure tannins and layers of black fruit. Good focus towards the finish,
this will need 15 years to reach its drinking plateau.
JS 95-96: This is so bright and beautiful with lovely aromas of dark fruits and flowers. Full and silky yet fresh and
bright. Complex.
Chateau Pavie Macquin Gr.Cr.Cl.B / Saint Emilion
LOB 98-99: Oben auf dem Plateau von St. Emilion, direkt unterhalb von Troplong Mondot gelegen. Regisseur ist seit langer Zeit Nicolas Thienpont, und seit fast zwanzig Jahren als Berater
und Weinmacher Stephane Derenoncourt, quasi sein Erstlingswerk. Ganz anders in der Stilistik
als Larcis Ducasse oder gar Beausejour Duffau. Hier kommen wir zu dichterer, voluminöserer
Schwarzkirsche, Pflaume, Brombeere und viel schwarzer Frucht und Cassis. Immenses Volumen
anzeigend, feine Süße, aber nicht erschlagend, nicht hart. Auch hier fein. Viel gelber, süßer
Pfirsich in der Nase, Mango und ganz feine Praline, vielleicht sogar ein wenig Nutella und viel
Valrhonaschokolade. Auch im Mund so anders als Larcis Ducasse oder Beausejour Duffau. Hier
ist es die satte schwarze Frucht. Sehr viel frische, rassige Brombeere, Cassis, Maulbeere und
immense schwarze Kirsche. Hohe salzige Mineralität, Steinmehl, rote Johannisbeere kommt darunter. Insgesamt rassig-kraftvoll, verspielt und doch zugleich wuchtig. Hier sind wir mehr, wenn wir es mit Barolo
vergleichen wollen (er hat verdammt viel Ähnlichkeit!) beim neuen Jahrgang 2007, bei der Stilistik von Roberto
Voerzio angelangt. Berauschender, beeindruckender, immenser Wein. Weniger ins feine Burgund tendierend als mehr
zur Kraft. Aber nie fett, nie marmeladig, nie zu wuchtig. Bleibt immer ein Rassewein. Groß und vielleicht noch nie
so gut probiert. (2019-2050)
RP 96-98+: Although not as potent alcoholically as its 2009 counterpart (14.5% in 2010 versus 15% in 2009), the
2010 is still a very big wine. The final blend was 85% Merlot, 14% Cabernet Franc and 1% Cabernet Sauvignon and
production was slightly more than 3,400 cases. This black/purple-tinged wine exhibits lots of minerality (from this
terroir’s clay and limestone soils) as well as the entire spectrum of black fruits. Full-bodied and backward, it’s like
drinking crushed limestone/chalk when you taste this intense, tannic, powerful wine. It will require 8-10 years of cellaring and should evolve for 35-40+ years.
104
Chateau Pavie Macquin Gr.Cr.Cl.B / Saint Emilion
Bordeaux
WS 95-98: This is flashy, with overt blueberry, fig and boysenberry aromas and flavors, but
plenty of polish and poise too, thanks to alluring incense and licorice notes. There’s lots of range
and grip. Really beautiful.
PM 96-98: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, einladende dunkle Beeren, Holler,
Zedern, feine ätherische Öle, verführerisches Jungweinbukett, sehr facettenreich; saftig, frisch,
wunderbare Extraktsüße, wirkt keine Spur überladend, finessenreich, schokoladiger Nachhall,
feine Röstaromen, herrliche Kirschenfrucht im Abgang, Vin de Garde.
MG 19: Ich muss nur an diesem Glas riechen um unzweifelhaft zu wissen, dass das wieder einmal ein richtig grandioser Pavie-Macquin ist, das ist so richtig delikat, was mir da in die Nase strahlt, was für ein sinnliches Parfüm,
gewaltige Kraft ausstrahlend. Am Gaumen ein monumentales Kraftpaket, der hat gewaltig Power, bleibt dabei aber
wunderschön schlank, dazu gradlinig und präzis, ein sinnlicher Erlebniswein, hat etwas geradezu Spektakuläres an
sich aber auch etwas zartes, delikates, das ist der beste Pavie-Macquin, den ich kenne.
Chateau Peby Faugeres Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 93-95: Schwarz. Extrem reife Nase, sehr, sehr konzentriert und süß, fast australisch.
Extrem intensiver Mund, süß, reif, ungeheuer vollmundig, ein dicker weicher Blockbuster. Man
wird die Flasche womöglich nicht austrinken, sie überfordert. Auch wenn 2010 in seiner enormen Rasse erstmalig wieder eine gute Balance bietet. Große Qualität, aber doch sehr massiv und
fruchtig wuchtig in der Trinkfreude. (2020-2050)
RP 94-96: Made from 100% Merlot grown in a special parcel that was cropped at an astonishingly low 20 hectoliters per hectare, the 2010 possesses the same alcoholic clout as the regular cuvee, but is more concentrated with a
richer and larger scaled personality. The wine’s dense opaque purple color is accompanied by a glorious bouquet of
graphite, blackberry and blueberry liqueur, white chocolate and vanillin. With crisp acidity, massive tannins and a
seamless, layered, multidimensional mouthfeel, it pushes the limit of extraction and richness, but everything comes
together in the end. It should drink well for 20-25+ years.
RG 19: 100 % Merlot. 20 hl/ha. Produktion: 12’000 Flaschen. Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten
Reflexen. Geniales Bouquet, rote Pflaumen, Cassis, königlich gereiften und gleichzeitig ausufernden Merlot zeigend,
darin wirkt der vielschichtige Wein parfümiert mit Anflügen von kandierten Cakesfrüchten und frisch gekochtem
Kirschenkompott. Ein Mund voll Wein im opulenten Gaumenfluss, ein Ausbund von Süsse und voll reifer Beeren
aller Art, Kokosschimmer im langen, druckvollen, aromatischen Finale. Unter den modernsten Bordeaux der
Allerbeste! Egal in welche Blindprobe man diesen Wein stellen wird, er wird immer ganz weit vorne landen. Also
eine Pole-Position-Blind-Tasting-Droge.
PM 96-98+: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, exotische Gewürze, ätherische Öle, reife
schwarze Beerenfrucht, feinste Edelholzanklänge, ungemein facettenreiches Merlot-Bukett; schokoladig, stoffig und
rund, süße Brombeeren, Lakritze, perfekte Tannine, mineralisch und anhaltend, ein Masseto aus St. Emilion, tolle
Definition, überzeugende Länge, der Stoff, aus dem die Träume am rechten Ufer gemacht sind.
JS 94-95: This is super classy with super fine and polished tannins. Chocolate, Indian spices and berries. Full and
beautiful. Super fine.
Chateau Pedesclaux 5eme Cru / Pauillac
LOB 94-95+: Auf der Straße, die zu Mouton Rothschild führt, links die Straße zu Mouton,
rechts an der Hauptstraße. Der Besitzer ist der gleiche wie Lilian Ladouys in St. Estephe. Erst
2008 gekauft. Dann wurde immens in Weinberge und Keller investiert, denn das perfekte Terroir
(vis a vis zu Mouton Rothschild) mit traumhaftem alten Rebbestand ist schon lange für sein großes Potenzial bekannt. Schwarz mit rot-violettem Rand. Versammelte Nase mit gutem, mittig zentriertem Druck.
Schwarze, blaue und rote Frucht. Reif aber sehr versammelt. Brombeere, Blaubeere, Kirsche, würzige dunkle Erde.
Nie Überreife dabei zeigend, dennoch feine Süße. Die Nase eines großen Weins, erhaben. Extrem lecker im Mund.
Rassige Säure mit roter Zwetschge, Rosenblätter, ein wenig gelbe Melone und Mango. Da kommt Blaubeere und
ein Hauch von Cassis mit Praline und Lakritz. Tolles Spiel voller Finesse. Kein Blockbuster, sondern ein eleganter
Freudemacher mit seinem schönen Glyzerin und Alkohol, und mit der sehr rassigen Säure eine schöne Harmonie
ausstrahlend. Ein feiner Wein, ein Genusswein. Sehr schöner Pauillac. (2018-2040)
105
Bordeaux
Chateau Pedesclaux 5eme Cru / Pauillac
WS 90-93: Vibrant, racy and long, this supervivid red has great cut, with raspberry, red currant and iron notes. Pure
and stylish, with a lovely floral hint hanging on the finish. Bravo on the turnaround going on here.
RG 19: Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Verrücktes Bouquet, Cassis, Flieder, Zimt,
Amarenakirschen und dunkle Edelhölzer, sehr vielschichtig. Im Gaumen eine schwarzbeerige Fruchtorgie, viel
Schmelz im Black-Currant-Extrakt, im Finale Lakritze. Qualitativ wieder auf höchstem Pauillac-Niveau, nicht aber
preislich. Schon den sensationellen 2009er hatte ich mit 19/20 bewertet – zu Recht, wie die Nachprobe jetzt zeigte.
MG 19: Köstlich, dieser sensationell tiefgründige und vielschichtige Duft, herrliche, wunderbar süsse Frucht, dazu
Lakritze, schwarze Trüffel und geniale Kräutertöne, ein himmlisches Pauillac Parfüm, betörende Sinnlichkeit ausstrahlend. Hei ist das ein feiner Wein, der schwebt, der tanzt, der strahlt Lebensfreude aus, der zeigt sagenhafte
Raffinessen, tolle, perfekt reife Säure, köstlich süsses Extrakt, herrlicher Saft und cremig weicher Schmelz, der ist
noch feiner als der grandiose 2009er, eine Spur leichtfüssiger auch aber nicht weniger aromatisch und der Nachhall
ist nochmals eine Sensation für sich, grosser Wein, der hat sich bereits mitten in die Spitze von Pauillac manövriert.
JS 91-92: Lovely berry and chocolate character with full body, velvety tannins and a balance of mineral and currants. Finally on its way up.
Chateau Petrus / Pomerol
LOB 100: 100% Merlot, 14,5% Alkohol. Wie immer schwarz mit leicht violettem Rand.
Hochintensive Schwarzkirschennase, Brombeere, feine rote Früchte, rote Kirsche. Sehr rassig,
hochintensiv. Sehr spannende Nase. Im Mund extrem rassig. Tolle Säure. Wieder schwarze
Kirsche. Jetzt kommt Teer, Garrigue, viel Würze, kubanische Tabake, rote Kirsche, Cassis, gelbe Frucht, Mango,
unter allem Zwetschgenschale. Immense Länge. Hallt lange nach. Fantastischer, frischer Pomerol voller Finesse.
Sicherlich ein Wein, der sich nur mit L’Evangile, Le Pin, Trotanoy und L’Eglise Clinet um die Qualitätsspitze in der
Appellation streiten muss. (2022-2075)
RP 98-100: One of the most concentrated and massive Petrus offerings I have ever tasted, yields in 2010 were 35
hectoliters per hectare and the grapes were harvested between September 27 and October 2. The wine achieved
14.5% natural alcohol versus the 14.4% that was attained in 2009. Petrus has reduced its use of new oak over the last
decade, now averaging under 50%. The 2010’s dense purple color is followed by classic aromas of mulberries, black
cherries, black currants, licorice, mocha, caramel and truffles. Full-bodied, multi-dimensional and impressively pure
with high but sweet, well-integrated tannins, this 2010 should drink well for 30+ years.
WS 95–98: Still tightly wound, offering lots of briar, linzer torte and spice cake flavors, with a dark licorice snap
note lacing up the finish. There’s lots of grip to this, which is a more structured version of Merlot than a wine like
the sleek, fruit-driven Le Pin. But shows a mouthwatering, pebbly feel that should unwind slowly over a long stretch
of time. Tasted non-blind.
RG 19: 100 % Merlot. 35 hl/ha. Also eine Normalernte. Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer
aussen. Pfeffriges Bouquet, sehr rotbeerig, viel rote Johannisbeeren, rote Pflaumen, dann dunkler werdend in der
Frucht, dezent pflaumige Noten und ein Hauch Cassis, wirkt noch recht roh im Ansatz, strahlt Noblesse aus, aber
auch ebenso noble Zurückhaltung. Im Gaumen zeigt er dann sofort seine grosse Klasse, sattes Extrakt, viel
Fruchtmark im Innern, aufsteigende Adstringenz, Kokosnoten und feines Vanillin, nachhaltiges Finale. Kein Petrus
der bei der Pirmeurprobe sofort anspricht. Aber hier hat man ja eine Langzeitversicherung und man ist sich ja auch
bei der Taxierung des schwer zu degustierenden Jahrganges auch schon an eine gewisse Wahrsagerei gewohnt. Selten
hatte ein Petrus in seiner Jugend vom Geschmack und wie vom Körper her so viel Burgunderaffinität. Zwischen
Richebourg, Romanee St. Vivant und Romanee Conti hin und her schwankend und …
dann - wenn man sich alle Aromen noch mal in Erinnerung ruft - doch wieder so richtig nach Petrus schmeckend.
PM 98-100: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feine süße WeichselKirschnote, süße exotische Gewürzanklänge, frisches Bukett, eher rotbeerig angelegt;
saftig, extraktsüß, feiner Fruchtkern, seidige Tannine, die gut anhalten, feiner Nougat im
Abgang, Honig im Rückgeschmack, delikat, ungemein balanciert, minutenlang anhaltend, ein faszinierender Wein.
BD 19: Le bouquet est deja enchanteur, se partageant entre les notes de violette et des
nuances plus exotiques. Moins spectaculairement muscle que le 2009, ce millesime
s’appuie plus sur les grands atouts du cru : veloute de texture d’une finesse inouïe et fraicheur eblouissante. Une precision formidable.
106
Chateau Petrus / Pomerol
Bordeaux
NM 96-98: Tasted at the chateau, leaving the sample to open over five minutes, the nose unfurls enticingly in the
glass. The bouquet displays extraordinary concentration with dark berries, boysenberry, crushed stone and a touch
of crushed violet. Sumptuous like the 2009 but with a touch more delineation. The palate is medium-bodied but
incredibly powerful, a maelstrom of flavours: dark cherries, briary, candied orange peel, a hint of spice but what is
ethereal is the precision and clarity on the finish is stunning and defines the 2010 in its youth. Very sensual, very
complete, very Petrus. Tasted April 2011.
Chateau Phelan Segur Cru Bourgeois / Saint Estephe
LOB 93-95: Das erste Jahr unter der neuen Direktorin Veronique Dausse. Endlich die notwendige strenge Auslese und Auswahl der besten Terroirs für den Erstwein und das erste Jahr einer
rigiden Ertragsbeschränkung und Nachsortierung/Ausssortierung auf Sortiertischen, endlich ein
Arbeitslevel auf 1er Cru Niveau. 51% Cabernet Sauvignon, 49% Merlot. 50% Ausbau in neuem
Holz. 14% Alkohol. Intensive, sehr volle, rassige Schwarzfruchtnase. Brombeere,
Schwarzkirsche, Cassis. Frisch geröstetes Fleisch, Lorbeer, schwarzen Oliven, eingekochte
Brombeeren. Würzig, erdig, sehr dunkel. Etwas Rosenblätter und dann kommt dunkle reife
Walderdbeere. Tolle Harmonie ausstrahlend. Sehr duftig. Macht viel Spaß. Sehr rassiger
Antrunk. Tannine bis zum Abwinken, aber poliert. Hohe Mineralität, Steinmehl, Grafit, viel
Würze, Salz. Brombeere, Cassis und Maulbeere, Wacholder, Lorbeer, schwarze Oliven. Sehr
würziger, sehr komplexer vielschichtiger Mund, rassige Säure dabei, große Länge. Der Wein hat
eine tolle dramatische Spannung und ist der beste Phelan, den es bisher gab, das erste Mal ein
Wein mit Größe hier und der erste Verfolger der Granden Cos, Montrose und Calon Segur. (2018-2045)
WS 90-93: Fleshy and inviting, with bittersweet cocoa, roasted tobacco, black currant preserve and warm fig sauce
notes all defined and well-supported by dusty tannins.
RG 18: 51% Cabernet Sauvignon, 49% Merlot. Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Leicht
tintiges Bouquet, Weichselnote, rote Pflaumen und auch schwarze Kirschen, feine Tabakwürze. Samtener Gaumen,
viel Stoff, aber bereits mit weichen Konturen, zart pfeffrige Note im Innern des Extraktes zeigend, aromatisches
Finale. Noch in den Startlöchern, also etwas defensiv bei der Primeurprobe. Nochmals auf Teyssier degustiert, da lag
ich einen halben Punkt höher. Es kann also in Richtung 19/20 gehen.
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zart floral unterlegtes Kirschkonfit, zart tabakige Nuancen,
feine Orangenzesten; stoffig, dunkle Schokoladenote, ausgewogen, gut integrierte Säurestruktur, runde Tannine,
extraktsüßer Nachhall, gutes Reifepotenzial, toller Speisenbegleiter.
MG 19: Der Duft ist richtig Phélan, genau so liebe ich ihn, diese Verbindung aus roter und schwarzer Frucht, herrlicher Würze, feinen mineralischen Nuancen, herrlich tiefgründig und ein ganz feiner Hauch animalisch. Köstlich
süsser, reicher, komplexer Gaumen, der Wein schmiegt sich samten an den Gaumen, zeigt genau die optimale
Struktur, findet auch die ideale Balance zwischen genialer Rasse und köstlicher Extraktsüsse, ein genialer, sinnlicher,
viel Persönlichkeit ausstrahlender Phélan, einfach herrlich.
NM 90-92: A blend of 41% Cabernet Sauvignon and 59% Merlot raised in 50% new oak, the nose takes its time to
reveille in the glass: blackberry, small dark cherries, a touch of smoke and cigar box. Good definition but very tight.
The palate is medium-bodied with powdery tannins, good definition but perhaps like Calon-Segur, a little disjointed
at this stage. Good weight on the sinewy finish with dense black tarry fruits, quite uncompromising at the moment
but that is not such a bad thing in the long term. The Phelan-Segur 2010 has good potential and may surprise in bottle just as the great 2005 is doing.
JS 92-93: This sneaks up on you, with blackberry and spices such as nutmeg and cloves. Full spices, with currants
and berries. Builds on the palate like a wave. Best ever.
Vinum 17,5: Superbe Nase schwarzer Beeren, von großartiger Tiefe und Rasse, mit kantigem und doch recht hartem, kernigem Tannin, langes Finale von Flieder und Beeren; hervorragender Wein, einer der schönsten hier je verkosteten.
107
Bordeaux
Chateau Pichon Longueville Comtesse de Lalande 2eme Cru / Pauillac
LOB 98-99: 66% Cabernet Sauvignon, 24% Merlot, 7% Cabernet Franc, 3% Petit Verdot.
Berauschende, würzige Nase. Satte Brombeere, schwarze Johannisbeere, dunkle Pralinen,
Nutella. Sehr süß und füllig und doch fein. Extrem duftig. Riechen allein reicht. Lavendel,
dunkles Erdreich, auch Zedernholz. Schöner süßer dominikanischer Tabak im Mund, dann viel mehr Rasse zeigend.
Tolle frische Säure, zieht sich lang durch. Der Wein spielt und singt. Schwarzkirsche, Brombeere, Cassis, dunkle
Schokolade. Der Wein hat Frucht ohne Ende. Schöne rotbeerige Süße in der Mitte, tänzelnd. Ein Wein voller
Harmonie. Ein wirklich großer Pichon Comtesse, minimal weniger Stoff und Druck als Baron, dafür noch femininer
und feiner, berauschend zarte Finesse. Ziemlich perfekt! Best ever? (2020-2065)
RP 92-95+: I tasted the 2010 Pichon Lalande on three separate occasions, two consistent and one that underperformed, hence the question mark. A blend of 66% Cabernet Sauvignon, 24% Merlot, 7% Cabernet Franc and 3% Petit
Verdot, it reveals an opaque purple color as well as a thick, unctuous style with fresh blackberry and cassis fruit intermixed with hints of graphite, herbs and coffee. The vintage’s tell-tale minerality is present in this structured, tannic,
backward effort. It will require 5-6 years of cellaring and should age for 25-30 years.
WS 92-95: Very sappy and intense, with mouthwatering acidity framing the cassis, violet and tobacco notes, followed by a supervibrant finish that features lots of cassis bush character. The Petit Verdot isn’t as obvious on the nose
as the 2000, which had 10 percent in the blend, but just as prevalent on the taut finish, where there’s plenty of spice,
drive and cut. Tasted non-blind.
PM 94-96: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, frische schwarze Beeren, ein Hauch von Cassis, zart nach
Milchkaramell, feine Gewürznote, facettenreiches Bukett; saftig, eher rotbeerig, extraktsüß, wirkt fast leichtfüssig,
frisch, finessenreicher, seidiger Wein, reife Herzkirschen im Abgang, extraktsüß und anhaltend.
MG 20: Das ist genau das Pichon Parfüm, wie ich es so über alles liebe, so herrlich duftig, raffiniert, total fein aber
mit unendlicher Strahlkraft. Ein Gaumen wie Samt und Seide, eine Süsse, die man sich schöner nicht vorstellen
könnt, dazu die perfekte Dosis Rasse und eine verspielte Aromatik, wie man sie von den besten Jahrgängen dieses
Weines kennt, Erstaunlich ist, dass er mich glich an den phänomenalern 82er erinnert. Das ist ein absoluter Traum
Pichon, von eindrücklicher Präzision und verpeilter Leichtigkeit. Er ist sicherlich kein Konzentrationsweltmeister,
aber das muss er auch nicht sein, welcher grosse Pichon ist das schon?
NM 95-97: A blend of 66% Cabernet Sauvignon, 24% Merlot, 7% Cabernet Franc and 3% Petit Verdot. The
Cabernet Sauvignon dominates the nose with blackberry, rose petal, pencil box and a touch of cedar all with very
fine definition. The palate is silky smooth on the entry, very harmonious and focused, fine mineralité coming
through, sensual and velvety towards the ripe finish. Extremely pure but powerful, this is a precise, brilliantly executed Pichon-Lalande. I bet Sylvie Cazes is hoping that all vintages will be like this.
Chateau Pichon Longueville Baron 2eme Cru / Pauillac
LOB 98-99: 79% Cabernet Sauvignon, 21% Merlot. Alkohol 13,8%. Extrem charmante rot- und
gelbfruchtige Nase. Duftig ohne Ende, süß. Walderdbeere, Waldhimbeere, Brombeere, Mango,
feine Milchschokolade, zart, rassig. Eine der schönsten Nasen. Eine Nase voller Charme und
Rasse. Der Mund ist extrem fein, für Pichon Baron völlig ungewohnt. Rote Frucht in butterweicher Form, Erdbeere, Himbeere, Pflaume, dann kommt Cassis und rote Johannisbeere, auch hier
die Milchschokolade, ein bisschen Moncherie. Das Tannin ist massenhaft vorhanden, aber butterweich. Perfekte Balance. Mit all seinen Elementen ein ganz großer Pichon Baron. Nahe der
Perfektion. (2020-2065)
as a future.
RP 97-99+: A prodigious, blockbuster effort from Pichon Longueville Baron, the 2010 is reminiscent of this estate’s titanic offerings in 1989 and 1990, but may be even greater with 30 years
of longevity. Kudos to proprietor AXA and general director Christian Seeley. It was absolutely
compelling on each of the three times I tasted it. Black/purple-colored with super concentration
and richness as well as full body, it offers an awesome display of creme de cassis, blackberry
liqueur, licorice, camphor and spring flowers. Stunningly pure and unctuously textured with high
but sweet, well-integrated tannins, this superstar of the vintage is definitely a wine to purchase
WS 95-98: This is mouthfilling, with terrifically dense yet graceful layers of roasted coffee, warm fig sauce, currant
preserves and Kenya AA coffee. The powerful finish blends iron-clad tannins and a hint of loam. Cuts a broad swath,
but remains pure. Destined for a long life.
108
Chateau Pichon Longueville Baron 2eme Cru / Pauillac
Bordeaux
RG 19: 79 % Cabernet Sauvignon, 21 % Merlot, eine um 15% kleinere Ernte als 2009. Die
Farbe ist unglaublich dunkel. Im Bouquet Lakritze und Rauch, getrocknete Heidelbeeren, Black
Currant, Korinthen. Cremiger Gaumen, die Säure zeigt sich im enorm fülligen Körper erstaunlich weich, schwarze Pfeffernoten, sattes, fleischiges Extrakt, massive Konzentration mit mineralischen Anklängen.
Ein Monument, das deutlich an den jungen 1989er erinnert.
BD 18-19: Grande harmonie, fruit superbe, elan remarquable, plus de precision dans le potentiel aromatique qu’en
2009.
MG 19+: Der springt förmlich aus dem Glas, ein gigantisches Fruchtbündel und geballte Kraft offenbarend, da ist
jede Menge frische Frucht, aber auch Tiefe in Form von Leder, Tabak Trüffel, sowie Hitze die sich in Aromen von
Kräutern und Eukalyptus ausdrückt. Der zeigt schon beinahe einen kalifornischen Einschlag. Auch am Gaumen ein
Kraftbündel, es war spannend die beiden Pichons nebeneinander zu vergleichen. Hier der mächtige hochkonzentrierte und dennoch feine Baron, da der absolut raffinerte Lalande, der oberflächlich vom Baron geradezu erdrückt
wird, der aber zumindest im Moment der klar raffiniertere Wein ist. Ich traue dem Baron die Raffinesse durchaus
auch noch zu, die schlummert vielleicht im Hintergrund und kommt in 6 – 8 Jahren zum Vorschein, wenn er seine
jugendlich wilde Art etwas abgelegt hat.
NM 94-96: A blend of 79% Cabernet Sauvignon and 21% Merlot, 13.7% alcohol with a pH of 3.7 and total acidity
of 3.3gms/L that will be raised in 80% new oak (the remainder one year old). This has a refined, much more understated nose than the 2009 that grabbed you by the lapels. It opens beautifully with aeration, blackberry, a touch of
cassis, cedar and graphite, but a little gentler than other Pauillac 2010s at this early juncture. The palate is full-bodied
with very fine tannins, good acidity, like the 2009, a Pauillac imbued with great symmetry and focus, very elegant
and refined towards the finish that for once reminds me of the Pichon over the road. Very persistent and very “classic” towards the finish. Excellent.
JS 95-96: This has wonderful purity of fruit with currants, blackberries and licorice on the nose and palate. Full body,
with velvety yet poished tannins and a long, long finish. Roses and flowers at the end. Tar too! Reminds me of the
1990 PB.
Vinum 19: Seit 20 Jahren ist Pichon Longueville einer der stiltreuesten, regelmäßigsten der großen Bordeaux. Er
verbindet die Kraft eines Pauillac mit dem Schliff und der Sinnlichkeit eines Saint Julien und ist daher ein guter
Gradmesser für den Ausdruck eines Jahrgangs. Wir erwarteten einen gewiss großen, aber eher verschlossenen und
eine Spur eckigen Wein und wurden eines besseren belehrt: Mit Aromen von betörend blumig-fruchtig-würziger Art,
Tanninen von geradezu unglaublicher Klasse und größter Präzision, mit seinem ellenlangen, so reichen wie frischen
Finale gehört Pichon Longueville zu den zwei besten Weinen seiner Appellation und lässt als Premiers um einen halben Punkt hinter sich!
Chateau Plince / Pomerol
LOB 93-94+: Ein immer sehr verlässlicher, beständiger Pomerol aus den Moueix Besitzungen.
Erst mit 2008, mehr noch ab 2009 wird hier ein Pomerol mit Klasse und Rasse erzeugt. Schwarz
Rubinrot mit violettem Rand. Schöne wuchtige, typische Pomerolnase nach reifer schwarzer
Kirsche, Brombeere und Cassis. Fein, süß und dennoch nicht zu üppig. Macht Spaß. Unerwartet frischer, rassiger,
superber Mund mit feiner Würze und schöner Mineralität. Salzig mit Steinmehl, dominikanische Tabake, ein Hauch
gelber Frucht. Schön komplexes, frisches, geschliffenes Tannin. Kein riesiger Pomerol, aber ein sehr stimmiger und
feiner, archetypischer, sehr langlebiger Vertreter. Er macht viel Freude. (2015-2035)
WS 91-94: Plump and juicy, with a friendly core of plum and blackberry character. Dark spice and anise notes chime
in on the fleshy finish, and this sports a little punch. Tasted non-blind.
RG 18: Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Berauschendes Bouquet, Schwarzbrotkruste, viel
Cassis und kandierte Fruchtnoten, zarter Rauchschimmer im Untergrund, zeigte sich noch selten so vielschichtig.
Dichter, stoffiger Gaumen mit einem Tanz zwischen blauen und schwarzen Beeren. Eine grossartige
Appellationsalternative zu den immer teurer werden Spitzenpomerols. War letztes Jahr schon so gewaltig.
PM 90-92: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, schwarzbeerige Frucht, nach Brombeerkonfit
und Cassis, feine Orangenzesten; engmaschig, mineralisch, angenehmer Nougatschmelz, kraftvolle Tannine unterlegt, noch etwas rau im Abgang, gastronomisches Potenzial.
109
Bordeaux
Chateau Pontac Monplaisir / Pessac Leognan
LOB 94-95: Dieses winzige Weingut am Rande der Stadt, wird langsam von der Stadt selbst
“gefressen”. Nahe Haut Brion, hervorragendes Terroir. Schwarz mit leicht rubinrotem Rand,
glänzend. Feine Kaffenase, tolle Röstaromen. Brombeere, Blaubeere, Cassis. Feine Süße, aber
nie zu süß. Die Nase zeigt für diese Preisklasse eine erstaunliche Größe und Erhabenheit. Satter
Ansturm von Rasse und schwarzer Frucht im Mund. Verbranntes Fleisch neben schwarzer
Kirsche, Brombeere, Maulbeere, Lakritz, dann kommt Lorbeer. Die Pessac-typische
Orangenschale, ein Hauch gelber Frucht, Mango und Passionsfrucht. Hohe Intensität und gleichzeitig hoher Spaßfaktor. Überall viel Rasse, sattes, weiches Tannin zieht sich durch. Der
Glyzerin- und Alkoholgehalt ist hervorragend von der Säure und dem Tannin gehalten. Der Wein
macht Spaß, wird lange halten. Der beste Wein, der hier je erzeugt wurde. (2017-2035)
RG 18: Tiefes Purpur. Ausladendes Bouquet, reife Frucht, Tabaknoten, getrocknetes
Baumnussfleisch und Darjeeling-Tee. Im Gaumen sehr saftig und samtig bei mittlerem Körper,
aromenreich. Genau so muss ein grosser Pessac schmecken! Es gibt also doch noch die ganz grossen Bordeauxwerte,
die den Geniesser nicht in den Ruin treiben.
Chateau Pontet Canet 5eme Cru / Pauillac
LOB 100: 65% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 4% Cabernet Franc, 1% Petit
Verdot. Ertrag 40hl/ ha. Biodynamisch (das einzig zertifizierte Weingut des Medoc !)
bewirtschaftetes Weingut der Familie Tesseron. Seit ca. 2003 steil im Aufstieg begriffen, vor einigen Jahren umgestellt auf Biodynamik, und in jüngster Zeit immer auf
2eme-Cru-Niveau. Sehr schönes dunkles Rubinrot mit Schwarz. Seit der Umstellung
auf Biodynamik ist die Merlot qualitativ dramatisch besser und holt langsam auf
gegenüber der schon seit Jahren grandiosen Cabernet Sauvignon. Der größte
Qualitätssprung in den letzten 2-3 Jahren resultierte dann auch aus dem Aufholen der Merlot, daher der gegenüber
früher höhere Anteil in den Jahren 2009 und 2010. Große, erhabene, weiche, üppige Fruchtnase. Rote Frucht dominiert, fast nur Kirsche, Schwarzkirsche kommt nach roter Kirsche, dann kommt langsam Cassis nach roter
Johannisbeere, mit dunkler Schokolade und viel Würze unterlegt. Die Nase hat rot- und schwarzfruchtigen Charme,
ist immens, ist süß, ist wuchtig und doch rassig und fein. Hocharomatisch. Ungeheuer intensiv. Der Mund ist pure,
vollmundige Finesse. Grandios, ultrafein. Eine Feinheit wie man Sie bei Cabernet-Merlot-Blends vielleicht gerade
noch bei den allerbesten Californiern findet, an die dieser Wein in seiner Grandiosität und Feinheit auch erinnert.
Finesse pur, Rasse ohne Ende. Butterweiche, geschliffene Tannine in großer Fülle. Sehr lebendige Säure, aber nichts
davon piekst, alles ist total harmonisch. Grandios in dieser Feinheit. Wo andere Weine, selbst Latour, noch große
Power auffahren müssen, ist hier nur Balance und Harmonie pur. Der Nachhall dauert noch fast zwei Minuten. Auch
hier fast nur Kirsche. Zu Californien kommt der Eindruck eines Barolo Monfortino, ein wenig Chateau Rayas aus
Chateauneuf. In dieser Art in Bordeaux am ehesten mit Chateau Margaux vergleichbar. Dieser Wein ist so sensationell, er hat es nicht nötig mit immensem Druck oder spitzer Säure zu arbeiten, alles passt einfach. Extrem lecker!
Ganz großes, superfeines Finessekino.
(2020-2060)
RP 96-100: Pontet-Canet’s 2010 harvest took place between September 29 and October 17 (this vineyard is one of
the few in Bordeaux that is fully certified as biodynamic) and the final blend was 65% Cabernet Sauvignon, 30%
Merlot and the rest Cabernet Franc and Petit Verdot that achieved nearly 15% natural alcohol. A remarkable, fullbodied effort (as was the estate’s 2009 and 2008), like so many recent vintages from proprietor Alfred Tesseron, it is
of first-growth quality (some may even argue that it eclipses several first-growths). Dense purple to the rim, it offers
classic notes of creme de cassis, graphite, subtle smoke and spring flowers. Multidimensional with massive concentration as well as vivid purity, precision and freshness, this is another astonishing effort from an obsessive/compulsive proprietor who is doing everything right. On the downside, this 2010 will require a decade of cellaring and should evolve for 50+ years. It will be fascinating to drink it side by side with the 2009 and 2008.
WS 96-99: Seriously dense, with thickly layered fig paste, macerated black currant fruit, Kenya AA coffee and roasted tobacco. But really fresh and invigorating throughout, with mouthwatering iron and apple wood notes. Despite
the power, this cuts like a knife from the start. When the Bordelais say precise, this is what they mean.
110
Chateau Pontet Canet 5eme Cru / Pauillac
Bordeaux
RG 19: 65 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot, 4 % Cabernet Franc, 1 % Petit Verdot, Ertrag:
41 hl/ha. Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Schwarzes Beerenpaket in
der dezent trockenen Nase, Teernoten, Lakritze, extrem tiefgründig. Fester Gaumen, viel Fleisch,
alles im schwarzbeerigen Bereich, unglaubliche Aromatik, ein genial tiefschürfender
Terroirwein. Kein lauter Pauillac, aber einer, der an legendäre Jahrgänge früherer Zeiten erinnert. Kann zur Legende
reifen, aber nicht vor Ablauf von etwa 15 Jahren.
PM 95-97: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, intensive schwarze Beerenfrucht, feiner Nougat,
Orangenzesten, einladendes, reifes Bukett, dezent mit Kräuterwürze unterlegt; stoffig, extraktsüß, seidige Tannine,
finessenreiche Säurestruktur, cremige Textur, reife Kirschen, frisch, voll mineralisch getriebener Länge, tolle
Balance. Vielleicht der beste rote Bio-Wein der Welt.
JS 97-98: What a nose of black currants, minerals and blueberries. Flowers too. Licorice. Full bodied, with a wonderful texture of super refined tannins and a long, long finish. A beautiful concentration of fruit and purity and precision. So clear and focused. Super, super long. The tannins and finish are all in balance. This is the first vintage
completely certified for biodynamic. Like a Swiss watch ‘ A Lange! 65 percent Cabernet Sauvignon, 14 percent
Merlot, 20 percent Cabernet Franc, 1 percent Petit Verdot.
Vinum 20: Seit zwei Jahren gibt es die Grand Crus Classes des Medoc - und es gibt Pontet Canet. Kein anderer Wein
besitzt diese aromatische Komplexität, diese einmalige, schon fast metaphysische Konsistenz, die Intensität, aber
auch den Schliff, die unglaubliche Eleganz, die Harmonie einer Fuge von Bach, nicht einfach nur wohlklingend, sondern auch unbequem richtig, die unbeschreibliche Tiefe. Da wird einem heiß und kalt, und man wischt sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel. Um den Wein sollte kein echter Weinfreund einen Bogen machen, denn
er ist einmalig im Ausdruck und ein herrlicher, mutiger Anachronismus in unserer heilen Welt der ultraperfekt
gemachten Weine.
Chateau Poujeaux Cru Bourgeois / Moulis
LOB 94-95: Seit 2009 von Stephane Derenoncourt beraten und gewaltig in Weinberg und Keller
investiert, seit dem gibt es auch in Moulis neben Chasse Spleen einen zweiten tollen Wein, der
Chasse durchaus den Rang ablaufen kann. Schwarzrot. Rassige schwarzfruchtige und etwas kalifornisch moderne Nase, Brombeere, schwarze Kirsche, Cassis, Tabak und Teer. Der Mund ist
extrem rassig, fast nur rote Frucht im Antrunk. Frische Zwetschge, zarte rote Kirsche, aber nicht
süß, Johannisbeere. Sehr geschliffen, extrem eleganter Wein. Trotz der Nase im Mund dann nicht
so fett und kalifornisch wie 2009, sondern voll zur Rasse gehend. Extrem guter Moulis mit toller Länge. Hallt minutenlang nach. Der Wein hat in seiner extremen Eleganz und Rasse fast Größe. (2018-2045)
RP 90-92: An undeniable sleeper of the vintage, this may be the finest Poujeaux I have tasted in three decades. A
crushed rock/mineral character is intertwined with abundant black currant, blackberry, incense and camphor notes in
this full-bodied, unctuously textured, elegant, pure effort. It is capable of lasting 15 years. Kudos to new proprietor
Philippe Cuvelier (also the owner of St.-Emilion’s Clos Fourtet) for resurrecting this well-known estate.
RG 18: Tiefes Purpur. Verrücktes, fast parfümiertes Fruchtbouquet, Fliedernoten, Cassis, Kokos und
Damaszenerpflaumen. Im Gaumen von feiner Eleganz und sensationeller Balance, seidige Tannine. Wieder ein genialer Poujeaux, der es als Bourgeois locker mit wesentlich teureren Grand Crus aufnimmt.
PM 90-92: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, etwas verhalten, dunkles Beerenkonfit, tabakig, feinwürziges Bukett; Kirschen, Cassis, präsente Tannine, zitroniger Nachhall, gutes Entwicklungspotenzial.
MG 19: Strahlt herrliche Frucht und grosse Komplexität aus, der Duft wirkt erfrischend ist und mit genialer Würze
und feiner Mineralität unterlegt, einen grossen, charaktervollen Poujeaux ankündend. Auch am Gaumen herrlich,
Massen von sehr feinen Gerbstoffen sind eingebunden in viel süsses Extrakt und frische konzentrierte Frucht, das ist
ein grosser, sehr typischer, tiefgründiger, charaktervoller Poujeaux, einer der allerbesten, wenn nicht sogar der beste
Poujeaux seit dem legendären 1928er.
NM 91-93: Tasted at the Cru Bourgeois primeur tasting. A blend of 55% Cabernet Sauvignon, 40% Merlot and 5%
Petit Verdot, the Poujeaux 2010 has a crisp, well defined nose with fresh dark berried fruit, a touch of dark plum and
a touch of Hoi Sin. Good definition and lift. The palate is medium-bodied with ripe, succulent tannins, quite modern
in style but imbued with good tension and focus, this should be a little belter in bottle.
JS 92-93: Love the fruity and chocolate character here, with lots spices and nutmeg. Full and velvety with soft tannins and a long finish.
111
Bordeaux
Chateau Prieure Lichine 4eme Cru / Margaux
LOB 94+: 65% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 5% Petit Verdot. Dieses Weingut wird seit
einigen Jahren von Stephane Derenoncourt betreut und hat sich seitdem dramatisch verbessert.
Nicht nur in einem so historisch außerordentlichen Jahrgang, auch 2009 war es schon extrem gut.
Schwarz Rubinrot, leicht durchscheinend, glänzend. Sehr verhaltene, schwarzfruchtige Nase.
Schwarze Kirsche, Brombeere, aber nicht süß, alles sehr versammelt. Dunkle Erde, etwas
Maulbeere, schwarze Olivenpaste. Wuchtig und doch fein und rassig. Im Mund dominikanischer
Tabak, Zedernholz, dunkle Schokolade. Feiner als erwartet. Viel schwarze Frucht, aber auch hier
nicht zu süß. Keine Marmeladigkeit, eher schlank und rassig bleibend, auf der dunklen Seite.
Sehr guter Wein, vielleicht sogar ähnlich gut wie 2009. (2020-2050)
RP 92-94: The strongest Prieure Lichine produced in many years, along with consultant Stephane Derenoncourt, the
proprietors have fashioned a wine with true opulence as well as wonderful projected aromatics of blue, red and black
fruits, licorice, flowers and subtle oak. Silky tannins, a sexy, generous, opulent attack, mid-palate and finish, no hard
edges and well-integrated acidity, tannin and alcohol (14.5%) are all found in this impressive Margaux. Give it 2-5
years of cellaring and drink it over the following 25. It is potentially one of the longest lived wines made at Prieure
Lichine since some of their classic efforts from the sixties.
RG 18: Extrem dunkles Purpur. Verhaltenes Bouquet, Kirschen und Holunder, dezente Tabaknoten. Im Gaumen fest
und stoffig, noch verhalten, aber mit sensationellem Extrakt von schwarzen Beeren.
PM 91-93: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, süße dunkle Beerenfrucht, zart nach Honig,
angenehmer Nougathauch, Orangenzesten klingen an; saftig, gute Komplexität, frischer Säurebogen sorgt für einige
Rasse, gut integrierte Tannine, rotbeerige Nuancen im Abgang, vielseitiger Speisenbegleiter.
NM 90-92: A blend of 65% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot and 5% Petit Verdot, raised in 50% new oak, the
Prieure-Lichine has intense blackberry, burnt toast and sous-bois on the nose, tobacco developing with time. The
palate is better than the nose suggests with fine edgy tannins, a little hardness that will soften during elevage, cedarinfused, broody black fruit towards the tannic finish. Very masculine like many Margaux wine, but very well made.
JS 94-95: Wow. This shows a wonderful core of intense, ripe fruit and velvety tannins. Loads of berry, chocolate and
toasted oak. A joy to taste young.
Chateau Puygueraud / Cotes de Francs
LOB 92+: Das Weingut der Familie Thienpont. Nicolas Thienpont, der Regisseur von
Beausejour Duffau, Pavie Macquin und Larcis Ducasse, ist der Besitzer und der Weinmacher
und er hat hier seinen Wohnsitz. Berater wie in alle seinen Projekten ist Stephane Derenoncourt.
Dunkles Bordeauxrot mit schwarzen Reflexen. Sehr feine, warme, rotfruchtige, charmante
Waldbeerennase. Viel frische Pflaume dazu. Milchschokolade. Voluminös und doch zart und
weich. Voller Rasse und Finesse, sehr viel Charme. Die Nase zeigt viel Rose und gelben Pfirsich.
Warme frische Zwetschge und rote süße Kirsche. Traumhaftes Spiel von Säure, frischer Rasse
und sehr geschliffenem, poliertem Tannin mit sehr feiner Länge. Sehr rassiger, warmer Mund,
auch hier gleich wieder sehr viel Charme zeigend. Für einen so kleinen Wein extrem tanninreich,
aber butterweich. Tolle Fülle zeigend, Glyzerin und Alkohol mit der rassigen Säure passen perfekt. Satte und buttrige Milchschokolade mit warmen roten und schwarzen Waldbeeren. Tolles Dessert! Feine Mineralität zeigend. Große
Länge. Ein großer kleiner Wein. Hervorragend. Best ever. (2014-2028)
PM 90-92: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, frische Kirschen und Weichslen, zarter Nougat,
Kräuterwürze; saftig, herrliche Extraktsüße, runde Tannine, toller Gastrowein mit mineralischem Abgang.
JS 92-93: This is incredible for this site with intense fruit and wild acidity. Full and super lively with blueberry,
blackberry and firm tannins. Best ever. 75 percent Merlot, 20 percent Cabernet Franc, and 5 percent Malbec.
112
Chateau Rauzan Segla 2eme Cru / Margaux
Bordeaux
LOB 97-98: Schwarz, rubinrot glänzend, leicht durchscheinend. Hocharomatisch duftige Nase.
Orangenschale, etwas Melone, Schwarzkirsche, süße rote Kirsche, ein Hauch von Brombeere,
Praline. Mineralisches, salziges Steinmehl. Immens frischer Mund, tolle rassige Säure, berauschend! Auch jetzt wieder rote und schwarze Frucht, viel frische Zwetschge, Walderdbeere,
Brombeere, nur ein Hauch von Cassis, ein wenig Blaubeere. Ein Hauch von Lorbeer, Steinmehl,
dunkle Milchschokolade. Alles verwoben mit dem satten Glyzerin, hohem Alkohol und butterweichem Tannin zu einem sehr frischen, berauschenden Erlebnis. Ganz großer Wein, ziemlich
perfekter, überaus rassiger Margaux. (2022-2065)
RP 92-94: Only 45% of the crop made it into the 2010 Rauzan-Segla, which is a blend of 60%
Cabernet Sauvignon, 37% Merlot, and the rest Cabernet Franc and Petit Verdot. This wine has
an average pH of 3.6, but at 13.9%, the alcohol is the highest ever measured. The tannin levels
in this wine suggest the great 1986 Rauzan-Segla, while the personality of the wine comes close
to mirroring the 2005. Dense purple, with hints of menthol, blueberry, black currant and sweet, earthy notes, the wine
is full-bodied and displays terrific purity, texture, and overall precision. The tannin levels are high, but the wine
balances them out with its impressive level of concentration. This wine will probably need 5-10 years of cellaring
when released and drink well for 30 or more years, given the fact that the 1986, at age 25, is still an adolescent.
WS 94-97: This is a step ahead of the pack, thanks to its dense, sappy core of kirsch, blackberry and plum sauce that’s offset by mouthwatering acidity and a long iron note on the finish. This has weight, but stays velvety and pure,
with impressive length.
PM 92-94+: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, süße Waldbeeren, ein Hauch von dunklem
Beerenkonfit und feinen Gewürzen, schokoladiger Touch; vollreife Herzkirschen, frischer Säurebogen, hat einige
Rasse. Extraktsüßer Nachhall, bleibt gut haften, sehr gutes Reifepotenzial, reife Kirschen auch im Rückgeschmack.
BD 18-19: Excellent nez floral, un peu plus d’intensite et de noblesse de texture que les
echantillons voisins (Lascombes et Monbrison), mur, subtil, tres race, idealement “
Margaux “.
JS 97-98: What a wonderful wine with flower, currant and hints of minerals and wet
earth with some smoke. Full bodied, with chewy and creamy tannins. The texture is
incredibly long with notes of citrus, dark fruits, and ripe raspberries. Super distinguished
style.
Chateau Roc de Cambes / Cotes de Bourg
LOB 94-96: 15,3% Alkohol. 75% Merlot, 20% Cabernet Sauvignon, 5% Malbec. Schwarz
Rubinrot, leicht violetter Rand. Noch intensiver in der Frucht als 2009, und das war eigentlich
nicht mehr zu steigern. Schöne süße Nase, rassige reife Walderdbeere, konzentrierte Pflaume,
Tabak, Brombeere, Maulbeere. Immens süß und tief, sehr rassig dabei. Dunkle Schokolade,
Himbeere. Im Mund eine Explosion der Frucht. Süße Himbeere, Erdbeere, süße rote Kirschen,
Erdbeermarmelade, rassige schwarze Kirsche, schwarze und rote Johannisbeere. Alles vollreif.
Immenser Wein. Wuchtig, rassig, süß, lang. Säure zieht sich durch. Das Spiel der Komponenten
Alkohol, Säure und butterweiches Tannin ist immens. Die Tannine sind so geschliffen und
weich, dass man nicht von einem Blockbuster sprechen kann, aber der Wein ist immens. Ob er
besser als der sensationelle 2009er ist, muss man abwarten, inwieweit er den Alkohol und die
Säure perfekt verdaut. Imposant zu trinken ist der Wein vom ersten Moment an, man sollte darauf vertrauen! Auf jeden Fall ein großer Wein aus der Cote de Bourg. (2015-2035)
MG 20: Dieser Duft hat eine unglaubliche Ausstrahlung, das ist pure Erotik, das berührt, das ist einmalig, das ist
eine ganz grosse Persönlichkeit, dem Tertre Rôteboeuf sehr ähnlich, auch mit dieser opulenten Süsse die so sagenhaft frisch und rassig daherkommt. Auch am Gaumen ist zuerst einmal opulente Süsse, so ausgeprägt wie bei kaum
einem andern Bordeaux des Jahrgangs, erinnert etwas an den sensationellen 2009. Dann kommt die Frische aus dem
Hintergrund und die ist noch raffinierter als im Vorjahr, da sind Komponenten drin, die sogar an den sagenhaften
1988er erinnern das ist ein fast ausserirdischer Wein. Die Perfektion der Traubenreife kann man deutlich schmecken,
sowohl in der Aromatik, wie auch in der Konsistenz des Weines, wo eine traumhaft cremige Saftigkeit den Ton
angibt, wie man sie in dieser Vollendung selten erlebt und wo die in Massen vorhandenen Tannine geradezu burgundische Feinheit erreichen. François Mitjavie: „Das Paradox, das wir erreichen müssen ist perfekte Reife, ohne
die Frische in der Frucht zu verlieren.“
113
Bordeaux
Chateau Roc de Cambes / Cotes de Bourg
NM 91-93: The Roc de Combes has a gorgeous plum, baked cherry and mulberry scented bouquet with fine definition and sense of mineralite, quite Pomerol-like. The palate is mediumbodied with firm tensile tannins, great precision and focus here, fresh and lively towards the precise finish. Wonderful finesse and composure here...this is destined to be a great Roc de Combes.
Chateau Saint Pierre 4eme Cru / Saint Julien
LOB 95-96+: Schwarz mit leicht purpurnem Rand. Rassige, etwas exotische Nase.
Orangenschale mit Praline und Nutella. Dann kommt Schwarzkirsche und Brombeere. Ein
wenig exotische Mango, feines Steinmehl, schöne Mineralität. Kubanische Tabake. Üppigwuchtig, aber nicht süß, immer zart und beschwingt bleibend. Immens intensiver Mund. Extreme
Fruchteindrücke mit hoher Säure. So viel Rasse! Auch hier Orange nebst roter und schwarzer
Kirsche, Cassis, rote Johannisbeere, Pflaume. Alles reif, und alles dennoch hoch in der Säure.
Extreme Tanninmassen, aber super poliert, ziemlich perfekte Harmonie auf sehr hohem Niveau.
Großer Wein. Einer der besten St. Juliens. (2020-2050)
RP 95-97+: A killer trilogy (2008, 2009 and 2010) has been produced by Saint-Pierre and the 2010 is unquestionably one of the all-time great wines this estate has yet made. A candidate for one of the top wines of this remarkable
vintage, it offers a thunderball of fruit, extract, glycerin and intensity. Its black/purple color is accompanied by notes
of melted licorice, camphor, blackberries, blueberries, creme de cassis and subtle background oak, amazing concentration, unbelievable opulence and intense, but sweet, well-integrated tannins. Moreover, because of lower pH’s and
higher total acids across the board in 2010, and despite the high alcohols (this wine’s alcohol content must be
14.5+%), the overall impression is one of elegance, freshness and precision. This cuvee reminded me somewhat of
a St.-Julien version of another of the superstars of the vintage, the 2010 Pichon Longueville Baron. The 2010 SaintPierre should drink well for 30-40 years.
RG 19: Sattes Purpur-Granat. Intensives Bouquet, Blutnoten wie bei einem Rhone-Wein, dunkelbeerige Frucht. Im
Gaumen fest, dicht, mit sehr viel Fleisch und einer ausgeglichenen Adstringenz,viel Charakter, schwarze Kirschen
und Lakritze im langen Finale. Könnte als 2010er der heimliche Superstar der Appellation sein.
PM 93-95: Kräftiges Rubingranat, zarte Randaufhellung, reife Zwetschkenfrucht, etwas Nougat, süße Gewürze,
attraktives Bukett; saftig, reife Kirschenfrucht, extraktsüße Textur, präsente, gut integrierte Tannine, finessenreicher
Säurebogen, bleibt gut haften, sehr gutes Entwicklungspotenzial.
Chateau Sansonnet Grand Cru / Saint Emilion
LOB 93-94+: Fast schwarz. Satte Schwarzkirsche und Brombeere in der Nase, zarteste Praline, butterweich und
betörend schmelzig, so überaus charmant und doch dicht und duftig. Wow! Opulenter Mund, wieder diese fast fette
Schwarzkirsche, zart mit roter Fruchtsäure unterlegt, süß-sauer im schönsten Sinn. Ein Spaßmacher! (2018-2040)
WS 90-93: Ripe, rounded and lush, with lots of fruitcake, melted licorice, blueberry compote and linzer torte notes
already woven seamlessly together. Toast firms up just a touch on the finish, but there’s plenty of stuffing.
RG 18: Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Gehackte Heidelbeeren und Black Currant, dunkles
Malz, dezente Rauchnoten. Reicher Gaumen, mundfüllend, eine gewisse Opulenz anzeigend, unglaubliche
Konzentration und doch nicht überextrahiert, obwohl man deutlich spürt, dass hier die verantwortliche Crew an
sämtliche Limite gegangen ist. Ein sanftes Monster von einer neuen Sansonnet-Dynastie. Das merkt man spätestens
dann, wenn man einmal die tonnenschwere Flasche in der Hand gehalten hat. Wenn dieser 2010er alle Versprechen
hält, dann landet er bei 19/20. Momentanwertung: 18/20
PM 92-94: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, reife Herzkirschen und Zwetschkenfrucht,
Dörrobst, etwas Nougat, attraktives Bukett; saftig, gute Komplexität, reife Frucht und geschmeidige Tannine, reife
Herzkirschen, angenehme Säurestruktur, gute Länge, viel versprechender Jungwein.
JS 92-93: This is a little overdone, with a Porty, asphalt character, but the palate is thick, velvety and impressive.
Much better than 2009.
114
Chateau Seguin / Pessac Leognan
Bordeaux
LOB 94-95: 50% Merlot, 50% Cabernet Sauvignon. Besitzer ist die Familie Darriet, die Reben
sind ca. 25 Jahre alt. Das Weingut liegt in der Nähe von Pontac Monplaisir, nicht weit entfernt
von Haut Brion. Sensationelles Kiesterroir, ziemlich ähnlich wie Haut Brion. Das Weingut ist
seit langer Zeit in Familienbesitz und hat ungefähr 20 ha. Schwarz mit rubinrotem Rand, leicht
durchscheinend und glänzend. In der Nase Rumtopf, Amarenakirsche, viel schwarze Kirsche, ein
Hauch Cassis und Maulbeere, hochreife schwarze Olive, Schokolade, gegrilltes Fleisch, ein Hauch kubanischer
Tabak. Im Mund rassiger Antrunk, tolle Säure und Frische, dann vornehmlich schwarze Frucht, schwarze Kirsche,
ein wenig Teer und Jod. Hohe Mineralität, etwas Salz, Steinmehl, sehr dunkle Milchschokolade, sehr versammelt.
Feine Fruchtsüße und dennoch nicht den Hauch von Marmelade, sondern sehr geradlinig geradeaus laufend, dabei
viel Charme zeigend. Ein großes Jahr für die Appellation Pessac-Leognan, weil die erdige Würze in diesem Jahr so
hervorragend durch das Glyzerin, die Säure, die rote Frucht und den Alkohol gestützt wird. Überragend balanciert
durch die hohe Säure und das butterweiche, satte Tannin. Der Wein wird großes Alterungspotential haben, 30 Jahre
dürften kein Problem sein. Es ist kein großer Wein, aber ein immens schöner, eleganter finessesreicher Tropfen mit
unglaublicher Trinkfreude. (2016-2046)
RP 90-92: An up and coming property in Pessac-Leognan, the 2010 Seguin is an undeniable sleeper of the vintage.
Composed of 55% Cabernet Sauvignon and 45% Merlot, it exhibits notes of tobacco leaf, black currants, graphite
and spice. Medium-bodied, juicy and savory, it is a textbook Graves whose supple tannins and forward style suggest
drinking over the next decade is warranted.
RG 18: Tiefes Purpur. Rosenpfeffer, dunkle Rosen und viel Kirschen in der Nase. Im Gaumen füllig, mit enorm viel
Extrakt und ausgeglichener Adstringenz, harmonisch. Seguin ist inzwischen ein extrem zuverlässiger Wert und erhält
hier zum dritten Mal in Folge 18 Punkte.
MG 19: Das Weingut ist zwar nicht biologisch zertifiziert, arbeitet aber schon lange praktisch biologisch und macht
seit 2 Jahren auch Versuche mit Biodynamie. Die 20 Hektaren sind je zur Hälfte mit Cabernet Sauvignon und Merlot
bepflanzt 2010 kommen aber 55% Cabernet in die Assamblage. Das ist ein absolut sensationeller Duft, herrlich süss
und wunderbar frisch und atemberaubend tiefgründig, schwarze Frucht der sinnlichen Art, wirkt so herrlich verspielt
und strahlt unwiderstehlichen Charme aus, was für ein raffinierter Duft, unendlich edel, klar präzis, das ist edles
Bordeaux Parfüm wie man es von ganz grossen Weinen auch grossen Jahren kennt. Auch am Gaumen vereint er
intensive Aromatik mit totaler Feinheit, der Wein ist eindrücklich präzis, hat unwiderstehlichen Charme, kommt so
traumhaft tänzerisch daher, da ist aber auch geballte Kraft, das ist grosser Bordeaux, das ist ein Wein der Emotionen
weckt, einer der ganz grossen Weine des Jahrgang, da stimmt alles bis ins hinterste Detail, ich bin hin und weg. Der
ist vielleicht sogar noch eine Spur über dem sagenhaften 2009er anzusiedeln.
Chateau Siaurac (Lalande Pomerol) / Pomerol
LOB 92-93+: 40 Hektar, seit 1832 im Besitz der Familie Goldstein, der auch das hervorragende Saint Emilion-Weingut La Prieuree gehört. Bestockt mit 80% Merlot und 20% Cabernet
Franc. Schwarz mit rotem Rand. Sehr rassige Nase nach roter und schwarzer Frucht. Frische
Zwetschge, rassige Walderdbeere, Zwetschgenschale, dann ein feiner Hauch Brombeere, nur wenig Cassis, etwas
rote Johannisbeere. Insgesamt feinduftig und rassig, gleichzeitig sehr charmant mit gutem Volumen und feiner Süße.
Im Mund sehr frisch, tolle Säure, dennoch weich durch Alkohol und Glyzerin, superb geschliffenes Tannin. Wie in
der Nase auch hier im Mund tolles Wechselspiel von roter und schwarzer Frucht. Walderdbeere und Waldhimbeere
wechseln sich ab mit süßer roter Kirsche, Schwarzkirsche, Brombeere, Cassis. Feines Steinmehl, dominikanischer
Tabak, sehr ausgewogener, sehr schöner und feiner Wein mit einem leichten Hang zur Größe. Das Beste, was hier je
produziert wurde und klar vor La Fleur de Bouard und Chambrun der beste Lalande Pomerol des Jahrgangs! (20162030)
WS 89-92: A very fleshy red, offering layers of succulent plum, blackberry and black currant fruit, with spice and
licorice in reserve for now. Shows the tannic backbone of the vintage, with noticeable grip on the finish. Barrel
tasting.
RG 17: Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Sehr fruchtiges Himbeeren- und
Rotkirschenbouquet, ziemlich zugänglich. Saftiger Gaumen, auch hier von viel reifer, beeriger Frucht getragen, im
Extrakt leicht kernig. Das sollte er noch rausschaffen. Vom Potential her noch nie so versprechend.
PM 90-92: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, floral unterlegtes Beerenkonfit, facettenreiches Bukett, zart
nach Lakritze und Tabak; saftig, gute Komplexität, reife Kirschenfrucht, präsente, gut integrierte Tannine, bleibt gut
haften, gastronomischer Stil.
115
Bordeaux
Chateau Smith Haut Lafitte / Pessac Leognan
LOB 96-98: Schwarz mit leicht rotem Rand. Mango mit Praline, und dann kommen schon satte,
duftige Schwarzkirsche nebst Brombeere. Aber alles immer auf der feinen Seite bleibend.
Tendenziell hält sich gelbe Frucht mit schwarzer Frucht gut die Waage, zusammen mit der feinen Schokolade passt das ganz schön, das ist ein ultraleckeres Dessert! Im Mund kommt dann
eine ziemliche Säureattacke, die aber vom warmen Alkohol und von butterweichen Tannin hervorragend unterlegt wird. Auch hier wieder gelbe Frucht. Mango, Orangenschale, Praline, ein
wenig Nutella dazu. Dann Cassis und Brombeere, Maulbeere, Lorbeer, etwas schwarze Olive
und Lakritz. Teer, etwas angebranntes Fleisch. Tolle rassige Länge, sehr große Harmonie zeigend. Kraftvoller Wein bei dem von allem genug vorhanden ist. Nicht überextrahiert, bravo! Der
Wein passt! Die Appellation ist sehr begünstigt in diesem Jahr. (2020-2055)
RP 95-97: A qualitative home run, right up there with the profound 2005 and more opulent 2009,
Smith-Haut-Lafitte has turned in a remarkable performance in this vintage, but then again, so
have many other chateaux. A blend of 64% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, and the rest Petit Verdot and Cabernet
Franc, the wine has an inky/purple color and an extraordinary nose of graphite, blackberries, cassis, licorice, smoke,
and camphor. The unbelievable skyscraper-like texture, stunning purity, and formidable intensity make for a remarkably rich, long, full-bodied wine that is classic Graves, but at the same time a staggering 2010.
WS 93-96: Really ripe, but with great focus, as linzer torte, blackberry, plum sauce and anise notes are woven tightly together, all carried by tar and graphite, with a long, seamless finish.
RG 19: 64 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot, 5 % Cabernet Franc, 1 % Petit Verdot. Sattes Purpur-Granat.
Geniales Bouquet mit viel reifer Frucht, vor allem blaue Beeren, dazu ein Hauch Kokos, Edelhölzer und dominikanischer Tabak sowie Kakaonoten vom topreifen Merlot. Im Gaumen Harmonie pur, Pralinentouch im warmen,
wiederum leicht schokoladigen Extrakt, ein Hauch Dörrfrüchte im Finale. Noch nie zeigte ein Smith Haut-Lafitte so
viel Erotik, aber auch mondänen Geschmack.
PM 94-96: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zunächst verhalten, tiefe dunkle Beerenfrucht, ein Hauch von
kandierten Veilchen, Brombeergelee, Gewürzen, facettenreiches Bukett; sehr stoffig und komplex, gut integrierte
Tannine, sehr extraktreich, cremige Schokotextur, bleibt sehr gut haften, tolle Länge, viel versprechendes Potenzial.
BD 18: Nez precis, belle densite, notes de creosote au nez, intense, race, belle suavite de
texture liee a la parfaite maturite du raisin, tannin delicatement extrait, tres naturel et
plein de charme.
JS 95-96: Wonderful aromas of currants, berries and minerals. Very stoney. Full bodied,
with an intense and dense palate structure. Loads of blackberries, sweet tobacco and hot
stones. Long finish. We will see if it’s better than the 2009 or not.
Chateau Smith Haut Lafitte Blanc / Pessac Leognan
LOB 97-98+: Jahrgangsspezifisch sehr blass. Rassige Zitronengrasnase, feine Birne, Feuerstein,
ein Hauch Stachelbeere, weiße Cassis. Tolle Rasse und Länge in der Nase. Hohe Intensität.
Lang, fast noch länger als Fieuzal, vielleicht nicht ganz so fein und sexy. Kraftvoller. Rasant und
frisch und ewig lang. Toll im Nachhall. Grandioser Smith Haut Lafitte. (2015-2035)
RP 92-95: Another phenomenal wine from the Cathiards, this rich 2010 exhibits lemon custard,
melon, tropical fruit and a touch of smoky oak. It should last 20+ years.
WS 92-95: A step ahead of the pack, with a lovely caressed feel and a toasted macadamia nut
frame to the large core of yellow plum, straw and verbena notes. Offers a gorgeous feel on the finish. Long.
PM 93-95: mittleres Grüngelb, rauchige Kräuterwürze, Grapefruitnoten unterlegt, gelbe Tropenfruchtanklänge,
facettenreiches Bukett, stoffig, zugleich frisch, herrlicher Strukturbogen, feine Zitrusanklänge, saftig und lang anhaltend, lebendiger, mineralischer Stil, verspricht großes Trinkvergnügen.
BD 18-19: Ensemble classique, notes de pin, d’epices douces,, longiligne etcristallin (ce qui indique une interessante evolution par rapport au style habituel), finale salee, rien de trop mais tout de tout. Nous adherons sans peine!
NM 92-94: The Chateau Smith Haut Lafitte Blanc 2010 is a blend of 90% Sauvignon Blanc, 5% Sauvignon Gris
and 5% Semillon picked from 2nd September. At the Chateau it has a rather understated, almost earthy nose at first
with dried white flowers and a mote of chalk dust, but at the UGC it is much more vivacious with a silver thread of
citrus peel. The palate is well-balanced on the entry, fine citrus lemon, grapefruit and just a hint of spice, good weight
and quite linear towards the finish but great persistency. Very fine, but showing much better under the sunshine.
116
Chateau Sociando Mallet Cru Bourgeois / Haut Medoc
Bordeaux
LOB 92-93+: 55% Cabernet Sauvignon, 5% Cabernet Franc und 40% Merlot. Ernte der
Cabernet bis zum 17. Okt. Dieses Weingut zeichnet sich durch eine extrem dichte Bepflanzung
der Reben aus, weit über 10.000 Stöcke pro Hektar. Das führt zu einer natürlichen
Ertragsreduktion. Schwarz, leicht violetter Rand, wie üblich bei Sociando. Intensive Frucht in
der Nase. Viel Cassis mit Walderdbeere. Röstaromen, gegrilltes Fleisch, Teer, Lakritze,
Bitterschokolade. Hocharomatisch. Singende Frische dabei. Auch leicht grüne Elemente. Sehr
frischer, anspringender Mund. Rassige Säure. Cassis, Brombeere und auch gelbe Frucht. Obwohl
die Trauben komplett entrappt wurden, hat der Wein einen leichten vegetalen Einschlag. Etwas
sprödes Tannin, etwas unreife Pflaume, dann Erdbeere. Der Wein ist interessant und frisch, hat
auch eine gewisse Größe, aber mit seinen etwas zu burschikosen Elementen ist er zumindest in der Frühform nicht
so gut wie manch anderer Haut Medoc. Irgendwie und fast unbemerkt scheinen du Retout, Haut Maurac, Belgrave
und Charmail qualitativ in den letzten Jahren vorbei gezogen zu sein. Die Zeit mag aber für Sociando sprechen, mit
dieser klassischen Rasse hält er sicher ewig. (2018-2042)
RP 91-93: The classic 2010 displays everything one expects from this over-achieving Haut-Medoc. A dense purple
color is followed by aromas of blueberries, black currants, graphite and crushed rocks, a layered, full-bodied mouthfeel, stunning concentration and sweet, more polished and refined tannins than are normally found in barrel samples
of Sociando Mallet. This cuvee should last for 20-30 years.
RG 18: Sattes Purpur-Granat. Feinwürziges Brombeer- und Cassisbouquet, Lakritze und Edelhölzer. Grosser
Gaumenauftritt, zeigt viel Volumen, reife, blau- bis schwarzbeerige Frucht, aromatisches Finale. Gehört mal wieder
zu den ganz Grossen des Jahrgangs.
PM 92-94: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, reife Waldbeerenfrucht, feines Brombeergelee, zarter
Schokoschmelz, facettenreiches Bukett; elegant, gute Komplexität, mineralisch und ausgewogen, finessenreiche
Säurestruktur, bleibt gut haften, sehr gutes Entwicklungspotenzial.
MG 18: Ganz leicht ins Überreife tendierender Duft, daneben konzentrierte schwarze Frucht mit viel
Frischkomponenten und toller Würze. Am Gaumen feine Rasse, wunderschöne Frische, die Tannine sind recht markant aber gut von viel süssem Extrakt umhüllt, auf der Gaumenmitte wirkt er ziemlich schlank, zeigt sich aber köstlich aromatisch. Das ist ganz klar einer der besseren Sociandos der letzten Jahre, für mich klar besser als 2009 und
auch deutlich preiswerter. Ich bin zwar bei der Probe eher knapp auf 18 Punkte gekommen, habe aber irgendwie das
Gefühl, dass da noch mehr drin steckt, als er im Moment zeigt.
Chateau Soutard Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 94: Undurchdringlich schwarz mit rotem Rand. Immens charmant-duftige Nase. Wuchtige
schwarze und rote Kirschen mit einem Hauch von Pfirsich und sehr viel Schokolade. Dann
kommt Brombeere und ein Hauch von Cassis, und auch reife Walderdbeere. Sehr rassiger Mund.
Auch hier wieder viel schwarze Kirsche, Brombeere, Cassis, aber immer fein und geschliffen
poliert bleibend. Immense Tanninmassen. Rund und weich und dicht. Die Frische balanciert den
hohen Alkohol hervorragend. Der Wein ist trotz seiner Dichte und Fülle immer auf der charmanten Seite, und zugleich fegt die Wucht einen hinweg. Trotz seiner Üppigkeit sehr anspruchsvoll, etwas wild, ein wenig intellektuell. Ganz hervorragender Wein. Der beste Wein den ich von
Soutard je probiert habe. (2017-2039)
RG 18: Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Geniales Bouquet, getrocknete Heidelbeeren,
Rauchnoten, eine tiefe Würze zeigend. Konzentrierter Gaumen, viel sattes, fleischiges Extrakt, Lakritze ohne Ende
im langen, schon fast erhabenen Finale. Hier hat Michel Rolland den Spiess umgedreht und sorgt mit den neuen
Jahrgängen für eine bemerkenswerte Renaissance. Bravo!
117
Bordeaux
Chateau Talbot 4eme Cru / Saint Julien
LOB 93-94+: 62% Cabernet Sauvignon, 33% Merlot 5% Petit Verdot. Alkohol 13,7%. Wenn
man nicht sagen würde, es ist das Jahr der Appellation Margaux, könnte man auch sagen, es ist
das Jahr von St. Julien (oder Pauillac, Estephe oder Pessac - unglaubliches Jahr!). Traumhaft
feine, charmante, rotfruchtige Nase mit sattem Volumen, feiner Süße, rassiger Würze und ganz
viel Charme. Rote und schwarze Frucht wechseln sich ab. Feiner, fast zarter Mund. Vornehmlich
rote Frucht, Walderdbeere und Waldhimbeere, auch ein wenig Zwetschge, ein wenig rote
Kirsche und Schattenmorelle, sehr zart, rassig, finessereich. Ein schlanker Spaßmacher mit sehr
viel Charme und toller Intensität. Toller Talbot. (2018-2050)
RP 91-93: Abundant amounts of sweet, up-front fruit give this wine a precocious appeal compared to many of its brethren. It exhibits a dense plum/ruby/purple hue along with sweet boysenberry, black currant, cherry, smoke and licorice aromas and flavors. This deep, medium to
full-bodied, classic Talbot should be approachable when released, and age effortlessly for 15 or more years.
BD 18: Petite reduction souvenir de la cuve de fermentation, tout le charme aromatique de la vendange intact, plenitude remarquable de constitution, fermete non severe, fruit tres net, un Talbot moderne et intemporel a la fois.
JS 92-93: This super focused and firm, with a bright and intense fruit. Full and super silky, with a long, long finish.
Super straight and beautiful. This is better in 2010.
Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru Classe / Saint Emilion
LOB 100: Das legendäre Weingut des sympathisch verschrobenen Einsiedlers und Philosophen
Francois Mitjaville. 85% Merlot, 15% Cabernet Franc. 15,6% Alkohol. Extrem vollreif gelesen,
ohne jede Spur von Überreife. Der schwarze Wein besticht durch unglaublich frische und rassige Frucht in der Nase. Aber voller Süße. Man ist fast an einen biodynamischen Syrah von der
Nordrhone erinnert, es könnte ein großer Hermitage im Jungstadium sein. Unglaubliche Rasse
zeigend. Die Nase mit Lakritze, schwarzer Kirsche, Brombeere und gelber Frucht, weißer
Pfirsich. Wahnsinnig explosiv. Auch Priorat mit uralter Carignan und Grenache ist denkbar. Ungeheur im Mund. Eine
weitere Explosion. Süße Säure (gibt es so etwas überhaupt?) in extremer Intensität. So lang, so rassig. Hochreife rote
Frucht mit Schwarzkirsche, Maulbeere und Johannisbrot, blonde Tabake. Wieder diese Affinität an biodynamischen
Syrah der frischen Nordrhone. Ungeheurlich, aber extrem gekonnt. Die Elemente hohe Säure, hoher Alkohol und
butterweiches, massives Tannin passen gut zueinander, sie werden sich integrieren. Der Wein braucht sicherlich 6-8
Jahre Zeit, dann wird es ein ganz großer Wein werden, wobei werden falsch ist, das ist jetzt schon ungeheuerlich gut!
Auch wenn er in dieser Intensität ungewöhnlich ist, selbst für einen St. Emilion. Der nochmal nachverkostete, traumhafte 2009er ist nicht steigerbar. Dabei bleibt es. 2010 ist einfach anders. 2010 ist ein 2005er mit allen Elementen
nochmal extrem gesteigert. Der höchste Säurewert aller Zeiten, der höchste Alkoholgehalt und die größte
Tanninmenge. Einfach ein irrer Wein. (2018-2055)
RG 19: Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Sehr intensives Fruchtbouquet, einerseits frisch,
andererseits auch marmeladige Töne, Spuren von frischer Himbeerkonfitüre, Redcurrant, Früchteteenoten,
getrocknete Kirschensteine, Damassinepflaumen. Im Gaumen ein Gigant mit Charme, schon fast dramatische
Fruchtkonzentration, Spuren von Pflümlischnaps im süsslich wirkenden Finale. Vielleicht der alkoholreichste TertreRoteboeuf in seiner Geschichte. Das Wunder-Ding liegt bei 15.5 Volumen. Also mutieren hier Weinhändler zu önologischen Drogendealern.
BD 19: Francois Mitjaville a reussi un tertre de tres grand volume et d’une energie extraordinaire, mais en sachant
artistiquement y associer une tendrete de chair et une finesse de parfum inoubliables. Dans ce “ millesime plus “,
comme il le dit lui-meme (“ plus de concentration, plus d’acidite, plus de tanins “), il parvient aussi a y ajouter plus
d’equilibre.
118
Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru Classe / Saint Emilion
Bordeaux
MG 20: Der Duft ist ein absoluter Traum, das ist gewaltige Tiefe, das ist eine himmlische
Aromatik, das ist eine sagenhafte Opulenz, absolut beeindruckend, das ist monumentale Opulenz
eines Weines aus einer heissen Region in Verbindung mit burgundischer Eleganz, das ist einmalig, ein Markenzeichen der Weine von François Mitjavile und es ist in diesem Jahr ganz
besonders eindrücklich, schon dieser Duft ist ein Meisterwerk der Natur. Die Tannine sind von sagenhafter Feinheit,
die Süsse ist enorm, aber ebenso die Frische, die kommt nur langsam zum Vorschein, ist atemberaubend fein, man
muss ganz genau beobachten, was passiert, wie die feine Rasse immer mehr Anteile des Aromenspiels für sich beansprucht, um im Nachhall beinahe dominant zu werden, es gibt Momente, wo man sogar das Gefühl hat einen Wein
nördlicher Provenienz am Gaumen zu haben. Dieser Wein ist ein absolutes Phänomen, er besteht eigentlich nur aus
Aromen, die Konsistenz des Weines ist so fein, dass man sie kaum spürt und doch ist da diese cremige Saftigkeit und
es fehlt auch nicht an Struktur, obwohl diese fast feiner ist als jene eines grossen Burgunders. Das ist der 16. Jahrgang
Tertre Rôteboeuf, den ich hier im Keller ab Fass probiere, fasziniert bin ich hier immer, aber dieser 2010er setzt
nochmals einen drauf, so „aus dem Häuschen“ war ich wohl selbst hier noch nie. Dieser Wein, wie auch „sein
Bruder“ Roc de Cambes haben eine Perfektion erreicht, die sich mit Worten nicht mehr beschreiben lässt. Ob es tatsächlich der Einfluss seiner Tochter ist, die seit 2 Jahren 100% im Weingut arbeitet? François jedenfalls sagt, dass
sie vieles noch perfektioniert werden konnte.
NM 95-97: Tasted at the chateau directly from barrel, the Le Tertre-Roteboeuf has wonderful definition on the nose,
much more composed and controlled than the 2009 when tasted last year. Pure black cherries, bilberry and crushed
stone, great precision here, much more control of the Merlot than I was anticipating. The palate is medium-bodied
with very fine tannins, superb acidity, layers of crisp ripe berried fruits suffused with tension and mineralite. Focused
and linear towards the Burgundy like, silky finish in keeping with the vintage, this is an outstanding Le TertreRoteboeuf for long-term ageing. By the way...it has 15.7% alcohol (and a pH 3.64.)!
Chateau Tronquoy Lalande Cru Bourgeois / Saint Estephe
LOB 93+: Nur 60% des Weins geht in den Erstwein, 50% Cabernet Sauvignon, 40% Merlot,
10% Petit Verdot. Ernte der Cabernet bis zum 12. Oktober. Der Ertrag liegt lediglich bei 30-35hl/
ha. Schwarz mit leicht rotem Schimmer am Rand. Unglaublich aromatische Nase. Nicht wuchtig, sondern fein, aber hocharomatisch. Brombeere, Lakritze, schwarze Johannisbeere. Sehr rassig, tolle Säure dabei zeigend, vielleicht sogar ganz leicht grüne Elemente, als sei mit Stängeln
vergoren worden. Diese Frische bekommt dem Wein sehr gut. Diese rassige Aromatik setzt sich
im Mund fort, dann kommt aber schöne, süße, reife Cabernet dazu. Zwetschge, reife
Walderdbeere, rote und schwarze Johannisbeere. Auch hier wieder im Nachhall leicht grünliche
Elemente, die aber gut dazu passen. Der Schmelz, Glyzerin, seidenweiches Tannin und hohe
Säure werden sehr gut balanciert. Der Wein macht Spaß. Er wird gut zu trinken sein und hat eine
tolle Frische. St. Estephe hat ein tolles Jahr erwischt, den hier wurde die Frische sehr gut
bewahrt. Rassig. Schöner Wein. (2017-2035)
RP 90-93: One of the finest wines I have ever tasted from Tronquoy Lalande, this estate has been
resurrected by the Bouygues family (also the owners of Chateau Montrose) capably assisted by Jean-Bernard
Delmas, the wine architect at Haut-Brion between 1961 and 2003. A blend of 50% Cabernet Sauvignon, 40% Merlot
and a whopping 10% Petit Verdot, the 2010 boasts a dense purple color as well as a big, sweet bouquet of violets,
black currants, earth and subtle oak. Admirable concentration, sweet, well-integrated tannin and a surprisingly sexy,
opulent mouthfeel result in a gorgeous wine to drink over the next 12-15+ years.
WS 90-93: Rich and lush, particularly for the appellation, with gorgeous mouthfeel and alluring layers of warm plum
sauce, dark fig, black currant and sweet tobacco. Good iron notes weave in quietly on the finish.
RG 18: Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Rosenpfeffer, dunkle Hölzer und frische
Pflaumen, alles vermischt mit einer würzigen Tabaknote. Im Gaumen fleischig, guter Stoff, warme Adstringenz,
zeigt Zukunft mit gewisser bourgeoiser Kontur. Das Montrose-Team will nach oben, das spürt man diesem Wein
deutlich an.
PM 90-92: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, feines, reifes Brombeerkonfit, angenehmer schokoladiger
Touch, feine Kräuterwürze; Rund, seidig und bereits zugänglich am Gaumen, ein unkomplizierter, gut ausgewogener Speisenbegleiter mit süßem Finish, gastronomischer Stil.
119
Bordeaux
Chateau Tronquoy Lalande Cru Bourgeois / Saint Estephe
NM 90-92: The rejuvenated Tronquoy-Lalande suffered some hail damage in early May, hence
the lower yields at 35hl/ha and the percentage of Cabernet Sauvignon in the blend (50%) complemented by 40% Merlot and 10% Petit Verdot. It has fine lift on the nose with a more red fruit
profile than black: wild strawberry and a touch of pomegranate with some tertiary/scorched earth in the background.
The palate is medium-bodied with a tannic entry, some fleshy Merlot complementing the cedar-infused Cabernet
with some attractive peppery, animally notes towards the finish. A little rough around the edges at this early stage
but I think this will meld together nicely by the time of bottling.
JS 91-92: This has a lovely length to it. And very polished. Full and super long. I am impressed. 50 percent Cabernet
Sauvignon, 40 percent Merlot and 10 percent Petit Verdot.
Chateau Troplong Mondot Gr.Cr.Cl.B / Saint Emilion
LOB 98-100: Schwarz ohne Rand. Rassige schwarze Kirsche mit schwarzer Erde und schwarzer Valrhonaschokolade. Immens tief, reife Pflaume, Lakritz, Lorbeer, Cassis. Schwarzkirsche
und Brombeere wechseln sich ab. Mango darunter und Passionsfrucht. Schwarze Pralinen. Ein
Hauch Orangenschale, sattes Teer und Lakritze. Extrem duftig, tief, würzig. Feine Erde, schöne
Gewürze, kubanische Tabake. Berauschend in der hohen Intensität. Dennoch schöne Rasse zeigend, nicht zu fett. Im Mund kommt zur intensiven schwarzen Kirsche und zur Brombeere auch
viel Cassis und Maulbeere, ein leichter Hauch von Cranberry und Waldhimbeere schwingt mit,
Mango lässt sich erahnen. Rassige Säure. Lang, extrem komplex, alles unglaublich intensiv und
dynamisch. Irre frischer Mund. Satte schwarze Frucht, auch süße Maulbeere. Pralinen, nur ein
Hauch von Teer, etwas angebranntes Fleisch. Sehr schönes Spiel zwischen der immensen Säure und dem butterweichen, immens hohen Tannin. Von allem ist zuviel da ist. Der Wein überwältigt mit seiner irren Fruchtfülle und macht
dennoch wirklich Freude und Spaß, er fühlt sich gut an. Der hohe Alkohol und das Glyzerin zusammen mit dem satten Fruchtextrakt und der Säure ergibt ein berauschendes Gesamtkunstwerk. Ein immenser Wein, nicht jedermans
Stil aber sehr groß. (2020-2055)
RP 96-98+: An amazing wine, the 2010 is right up there with the extraordinary quality of 2009, 2005 and 1990.
Made from yields of 32 hectoliters per hectare, the final blend was 90% Merlot and 10% Cabernet Franc. A late harvest between October 4 and 16 with the last of the Cabernet Franc coming in on October 28 no doubt accounts for
the wine’s powerful 15.5% natural alcohol. Of course, the anti-alcohol folks will make a big deal of this, but despite the high alcohol levels in nearly every 2010, there is freshness, precision, definition and absolutely no heat in the
wines whatsoever. This stunningly rich effort offers abundant blueberry, black raspberry, licorice and graphite notes
intermixed with a hint of espresso roast, a seriously concentrated, super-intense mouthfeel, full-bodied power, a complex, multidimensional texture and a nearly 50-second finish. It will require 5-6 years of bottle age after its release
and should keep for three decades or more. Just prodigious!
WS 93-96: A powerful wine in the making, with a forceful beam of blackberry, boysenberry and fig fruit pushed
hard by graphite and anise. Offers loads of grip on the back end, with serious length. All the pieces are in place.
MG 19: Im Duft ist einiges an Frische, aber auch portweinartige Süsse und wie immer gigantische Konzentration.
Das ist vielleicht der konzentrierteste Wein von ganz Bordeaux, aber er bewahrt auch eine gewisse Eleganz, für mich
persönlich ist es eher zu viel des Guten. Aber die Harmonie stimmt, die Aromatik ist überwältigend, der Wein beeindruckt, es ist auf jeden Fall ein grosser Wein, auch wenn es nicht mein persönlicher Geschmack ist. Es ist wohl auch
nicht ein Tête à Tête Wein von dem man mit seiner Liebsten eine ganze Flasche trinkt, aber ein Wein mit dem man
eine grössere Weinrunde beeindrucken kann und ein Glas davon ist immer ein Erlebnis.
JS 95-96: What a nose. Gorgeous aromas of minerals, flowers and dark berries. Stunning. Full bodied, with a solid
core of fruit and racy tannins. Citrusy finish too. Loving this.
120
Chateau Trotanoy / Pomerol
Bordeaux
LOB 99-100: Trotanoy bildet zusammen mit Petrus die Spitze im Hause Moueix. Dunkles
Schwarzrubin. Rasssige, hochintensive Schwarzkirsch- Johannisbeer- Pflaumennase mit dunkler
Valrhonaschokolade. Duftige gelbe Frucht, Maracuja, Mango. Sehr komplex, fein, verspielt.
Tolle Nase. Gehört im Duft mit zum Besten, was Pomerol zu bieten hat. Im Mund Rasse pur,
immense Länge, schwarze und rote Früchte wechseln sich ab. Schokolade. Von süßer roter
Kirsche bis rassiger roter Johannisbeere, Cranberry, Schwarzkirsche, Brombeere. Alles kommt,
alles changiert. Irre komplex. Gesteinsmehl, Salz, Tabak, immer wieder das immense Tannin,
total poliert. Zusammen mit der geschliffenen Säure und dem hohen Glyzerin bildet es ein tolles Orchester. Einer der großen Pomerols des Jahres und der Geschichte. (2020-2065)
RP 93-95+: The 2010 Trotanoy should turn out to be as sublime as the 2008. It is a bigger, but more backward and
monolithic effort with an inky/purple color as well as abundant black fruit and foresty characteristics. Made in a decidedly tannic, masculine, structured style, this wine is loaded, but a decade of patience will be essential for potential
purchasers.
WS 96-99: Extremely formidable from the start, with a wall of tannin-driven power that pushes the core of plum,
fig and blackberry fruit to the background for now. Offers loads of flesh, with the tannic surge returning on the finish.
Tasted non-blind.
RG 19: Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Selten war ein Trotanoy in der Farbe bei einer
Primeurprobe schon so dicht. Verrücktes Bouquet, Weihrauch, Palisandernoten, Lakritze, Brombeermark, PerigourdTrüffel und ein Hauch frischer Rosmarin. Im Gaumen samtig und fleischig, sattes Extrakt mit SäureTanninverbindung, setzt auf Kraft und Tiefe. Einer der wenigen ganz grossen Pomerol der einen derartig beeindruckenden Tiefgang vorweist.
PM 94-96: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, süße Herzkirschen, feiner Nougat, zart nach Orangenzesten,
feine Gewürzanklänge, facettenreiches Bukett; elegant und finessenreich, vollreife Kirschenfrucht, kraftvoll, aber
sehr balanciert, frisch strukturiert, seidige Tannine im Großformat, hält minutenlange an, tolles
Entwicklungspotenzial, feiner Kakaonachhall, ein Vin de Garde.
BD 19: Suave et energique, comme a son habitude d’un equilibre souverain, peut-etre legerement moins diversifie
aromatiquement qu’un petrus mais d’une delicatesse et d’une tenue sans faille.
NM 96-98: As with all the samples from JP Moueix, I leave this for 3-4 minutes in the glass to coalesce. The nose
has very good intensity with blackberry, briary, wild hedgerow, cassis, Provencal herbs and orange essence. Very
good definition: the more you wait, the more this nascent Trotanoy offers. The palate is medium-bodied with an
immediately engaging spicy entry, wonderful definition and harmony, supremely focused with a precision that is top
class. This is a sensational Pomerol. Tasted April 2011.
JS 97-98: Pure aromas of dark fruits from raspberries to blueberries. Full bodied, with super silky tannins that are
refined and elegant. The texture of this wine caresses all of your palate. Very powerful.
Chateau Trotte Vieille 1er Gr.Cr.Cl.B / Saint Emilion
LOB 94-95+: Voluminöse Brombeer- und Schwarzkirschennasse. Sehr reif, duftig, aber nicht zu
fett. Üppig und doch gute Harmonie ausstrahlend. Harmonischer Antrunk. Schwarze Frucht, sehr
gute Balance und Harmonie auch im Mund. Schöne Säure. Sanftes geschmeidiges Tannin.
Insgesamt schöne Rasse zeigend. Sehr balancierter, ausgewogener, extrem viel Spaß machender
St. Emilion, der mit dieser Säure und dem Tannin sehr gut halten wird. Ein toller Trottevieille,
der beste Wein, den ich hier bisher verkostet habe. (2019-2040)
PM 90-92: Sehr dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zart blättrig unterlegtes dunkles Beerenkonfit, ein Hauch von
Dörrobst, Orangenzesten, Kokos; salzig-mineralisch unterlegte Kirschenfrucht, eingebunden, präsente Tannine, zart
nach Bitterschokoalde im Abgang,extraktsüßer Nachhall, gutes Entwicklungspotenzial.
JS 93-94: A love the bright acidity and the citrus peel and red fruits on this. Then there is minerals such as flint and
chalk. Full and velvety with a long, long finish. Turns silky. 42 percent Merlot and 58 percent Cabernet Franc.
WE 93-95: New wood aromas and flavors dominate this firm, dry wine. That makes the tannins hard at this stage,
all structure. The fruit is tight, with taut final acidity.
Vinum 18: Man knackt frische, saftige, leckere Beeren, das Ganze wirkt unglaublich knackig und gleichsam gastronomisch und erfrischend, keine Spur von Alkohol, viel gutes Tannin, schön abgerundetes Holz: einer der besten
Weine dieses Gutes bislang.
121
Bordeaux
Chateau Valandraud Grand Cru / Saint Emilion
LOB 95-97: Extrem dunkles Rubinrot, fast schwarz, berauschende Fruchtnase, schwarze
Kirschen, etwas Brombeere, Cranberry, kubanische Zigarrenkiste, aber auch gutes Toasting vom
Holz. Im Mund ein wahrer Ansturm von Frucht, primär süße rote und schwarze Kirsche, sowohl
rote als auch schwarze Beeren, Cassis, satte Lakritze, Schokolade, schwarzer Tee, etwas
Karamell, sehr finessenreich, sehr komplex und vielschichtig. Sattes, samtiges Tannin. Ein sehr
langer Wein. Perfekt vinifiziert und der erste große Valandraud seit vielen Jahren. (2018-2035)
RP 94-96+: A brilliant effort from Jean-Luc Thunevin (Bordeaux’s so-called “bad boy” or bete
noire), the dense purple-colored 2010 Valandraud exhibits notes of black currants, sweet cherries, licorice, incense and hints of forest floor and oak. This complex, full-bodied, powerful St.Emilion oozes with extract and sweet, well-integrated tannins. It should drink well for 20+ years.
WS 95-98: Dense, with layers of fig paste, blackberry confiture and fresh boysenberry fruit flavors carried by dense, serious tannins that are still really velvety in the end. Extra spice, cocoa and black tea fill in
the background. Impressive.
RG 19: Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Das Bouquet versprüht schwarze Beeren ohne Ende,
bei floraler, tiefgründiger Würze. Samtener Gaumen, Black Currant, Brombeeren und verschwenderisch viel
Lakritze, in der Mitte eine Szechuan-pfeffrige Rasse, powervolles Finale. Ein massiver und doch klar ausgerichteter
Valandraud. Die besten Lots wurden hier noch gar nicht gezeigt, weil diese sich immer noch im Stadium der malolaktischen Gärung befanden. Was aber hier bereits gezeigt wurde war sensationell.
PM 93-95: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, ätherisches Bukett, dunkle Beeren, Nuancen
von Eukalyptus, Minze, feiner Schokotouch; kraftvoll, präsente Tannine, schokoladige Textur, stoffige
Brombeerfrucht im Abgang, lebendige Säurestruktur, gute Länge, hat Potenzial.
BD 18-19: Apres un magnifique 2009, voici encore l’un des grands millesimes de l’histoire du cru. Murielle
Thunevin a realise un grand vin style, profond, veloute et elance, superbement race.
JS 95-96: Wow. What beautiful fruit here. It’s intense but balanced withi fine and silky tannins and a caressing texture. I love the layers of everything here from sliced plums to bright cherries. So long and interesting. Best ever?
Vieux Chateau Certan / Pomerol
LOB 99-100: 85% Merlot, 8% Cabernet Franc, 7% Cabernet Sauvignon. Extrem niedriger
Ertrag von 30hl/ ha. 14,5% Alkohol. Der Tanninlevel ist höher als alles, was hier je gemessen
wurde. Säure über 5g / Liter. 75% des Weins gingen in den Erstwein, 25% in den Zweitwein.
Alexandre Thienpont wies darauf hin, dass es wahrscheinlich eine einmalige Lebenssituation ist,
die beiden besten Jahre der Geschichte eines Weinguts, oder vielleicht sogar ganz Bordeauxs (2009 und 2010) direkt
hintereinander zu erleben. Ein großer Teil der alten Cabernet Franc wanderte aufgrund von Hitzestress nicht in diesen Wein. Dennoch ist das Gesamtergebnis überragend, so dass Alexander Thienpont, der Regisseur, sagt: 2010 ist
mit 1945 und 1950 der beste VCC, der je erzeugt wurde! Sehr florale Schwarzkirschnase, Rosenblätter, Veilchen,
auch Flieder, Nelken, Gewürze. Sehr fein, sehr rassig. Gelbe Frucht, Maracuja, Mango, dann wieder viel schwarze
Kirsche, Cranberry, dunkle Waldbrombeeren. Schöne Konzentration. Duftig, rassig, lang, fein und voller Harmonie.
Sagenhafte Rasse im Mund. Üppig, viel Schwarzkirsche, wieder diese würzige Nelke. Feine geraspelte Schokolade,
Himbeere, feine Brombeere, feine Schokolade. Salzige Mineralität zieht sich lang durch. Unglaublich rassiger, schöner Wein und einer der größten Pomerolweine dieses Jahres. (2019-2055)
RP 96-98: Alexandre Thienpont thinks 2010 is even more powerful and tannic than 2009. This is certainly a big
wine, dominated by its Merlot component (86%, with the rest mostly Cabernet Franc). The natural alcohol level is
14.5%, slightly above 2009, but the pH is a healthy 3.7, and the wine, like so many 2010s, is a paradox. The alcohols are often the highest ever yet the acidities are fresh and lively, and the wine crisp and refined. This is a deep
purple-colored wine, with loads of opulence and fat, a voluptuous texture and tremendous purity. The style is a
modern-day version of what they probably achieved in 1947, 1949 and 1950. Thienpont attributes the wine’s freshness to the lack of any real heat wave, the drought, and the very cool nights in September. This wine should drink
well for 20-40 years.
WS 96-99: Super broad and muscular, with lots of dark fig, currant and chocolate notes. A smoky tobacco edge on
the back end is starting to emerge, and this begins to gush linzer torte and cassis with air. A very big wine. One of
the stars of the appellation in 2010. 86 percent Merlot, 8 percent Cabernet Franc and 6 percent Cabernet Sauvignon,
almost the same as 2009. Tasted non-blind.
122
Vieux Chateau Certan / Pomerol
Bordeaux
BD 19: L’un des plus beaux certans de la decennie : le vin developpe un volume brillant, d’une
folle energie et d’une intensite raffinee et subtile, se materialisant en particulier par une persistance aromatique en bouche sur les petits fruits rouges. Du volume, de l’ampleur, du parfum.
NM 96-98: A blend of 86% Merlot, 6% Cabernet Franc and 7% Cabernet Sauvignon cropped
between 27th September and 5th October, the Vieux Chateau Certan delivers 14.5% alcohol with
a pH of 3.7. It is presently being raised in 75% new oak. The nose is very refined with touches
of blackberry, raspberry, black truffle and dark cherries with wonderful delineation considering
the alcohol level. The palate is very well balanced with beautiful poise, perhaps more focused
than the 2009 at this stage. Wonderful mineralité, there is superb precision and energy is this nascent VCC. Just
superb. Tasted April 2011.
JS 100: This is off the charts. I am blown away. This is so concentrated yet perfect. With chocolate, blackberry, coffee. Full and amazing in density and balanced. Th,e grapes were tiny and the production was tiny. I am speechless.
This may match the legendary 1947 or 1945.
Chateau Vieux Pourret Dixit Grand Cru / Saint Emilion
LOB 97-98: Der dritte Jahrgang, für den Michel Tardieu verantwortlich ist! Das winzige (6 ha),
biodynamisch betriebene (Demeter zertifiziert!) Weingut liegt auf der Ebene zwischen Saint
Emilion und Pomerol, neben Cote de Baleau, kurz vor Chateau Figeac. Kalkhaltige Kies- und
Sandböden, viele große Weine entstehen hier. Das Durchschnittsalter der Reben liegt zwischen
35 und 50 Jahren. Zu 80% Merlot und 20% Cabernet Franc. Seit vielen Generationen war Vieux
Pourret nur eine Parzelle von 4 ha und im Besitz der Familie Mazieres. Das Weingut wurde dann
1970 von Michel Boutet übernommen. Seine Tochter Sylvie Richert führt den winzigen Betrieb
seit seinem Tod (2003) in biodynamischer Ausrichtung. Zuvor wurden noch 2 ha biodynamischer Weinberg mit uralten Reben in Saint Hippolyte dazu gekauft. Ein ganz anderes Terroir, ein
ganz anderer Wein, denn diese Rebflächen liegen auf den Cotes direkt vis a vis von Chateau
Tertre Roteboeuf. Sand und Kies auf reinem Kalksteinplateau, perfekt für Merlot, extrem ausdrucksstark. Auch perfekte Drainage für schwierige Wetterverhältnisse. Dieser ebenfalls zu 80%
aus Merlot und 20% aus Cabernet Franc bestehende Wein wird folgerichtig als “Cuvee Dixit”
separat vinifiziert. Die Weinbergsarbeit des gesamten Weinguts liegt in den Händen des erfahrenen biodynamischen Weinmachers Jean-Phillipe Turtaut. Mondkalender, Grasbewuchs der
Rebzeilen, Nützlinge, Pferde als Zugtiere des Pfluges, die gesamte Palette extrem biologischer
Weinbergsarbeit eben. Trotz der immens kleinen, natürlichen Erträge biodynamischer Weinberge
führt er dennoch eine grüne Lese durch, es ist schon erstaunlich, wie dramatisch klein die Erträge
am Ende sind. Dennoch gelang der Durchbruch in die Weltklasse erst mit dem zusätzlichen
Engagement von Michel Tardieu (der bekannteste Weinmacher von der Rhone), der dann ab
2009 zusammen mit der Besitzerin voll verantwortlich für die Weinbereitung ist. Sie veränderten die Lesezeitpunkte
zur optimaler Reife und stellten auf mehrmalige Kleinstlesen um. Zudem wurden zusätzliche Sortiertische aufgestellt. Die Vergärung wird nun in kleineren Einheiten im Holzfass durchgeführt, also parzellenweise. Vorher gibt es
nun eine Kaltmazeration, die Vergärung selbst findet bei sehr moderater Temperatur in kleinen Einheiten statt. Die
Malo erfolgt natürlich im Barrique. Nur noch neue, burgundische Barriques werden verwendet, das Holz ist härter
und moderater getoastet, nur noch wenig Geschmackseinflüsse des Holzes beeinflussen den Wein. Auch die
Kontaktfläche Holz zu Wein ist weitaus geringer als bei bordelaiser Barrique. Beide Weine haben eine sehr intensive rot- und schwarzfruchtige Nase. Die Cabernet Franc war 2010 exzeptionell. Durch die Weine zieht sich eine ungeheure Rasse. Die Säure ist in beiden Weinen höher als 2009 und 2008, die Tanninlevel sind höher. Die Alkoholgrade
sind 13,5 und im Dixit 14 Grad. Die Nase des 2010er Dixit ist noch geschmeidiger und zugleich rassiger als 2009.
Eine der schönsten Nasen in St. Emilion. Weich, buttrig, üppig und zugleich rassig, schwarzfruchtig. Immens betörend. Im Mund unendlich lang, aber total verspielt. Tänzelnd. Extrem weiches, geschliffenes Tannin, aber in ungeheurer Fülle, kommt immer wieder hoch. Der Wein hallt zwei Minuten nach, ist ultrafein. Vieux Pourret und vielleicht noch mehr der Dixit ist in seiner Feinheit mit nur ganz wenigen Chateaux in St. Emilion vergleichbar, vielleicht die von Nicolas Thienpont geleiteten Weingüter Larcis Ducasse und Beausejour Duffau. In gewisser Weise ist
der Dixit sogar ein Wein, der in seiner Feinheit und Natürlichkeit auf Le Pin in Pomerol hinweist, wenngleich dieser Level noch nicht erreicht ist. Ein großer Wein. (2018-2045)
123
Bordeaux
Chateau Vieux Pourret Grand Cru / Saint Emilion
LOB 94-96: Der dritte Jahrgang, für den Michel Tardieu verantwortlich ist! Die Cabernet Franc
war 2010 exzeptionell. Durch die Weine zieht sich eine ungeheure Rasse. Die Säure ist in beiden Weinen höher als 2009 und 2008, die Tanninlevel sind höher. Die Alkoholgrade sind 13,5
und im Dixit 14 Grad. Die Balance des Vieux Pourret ist sagenhaft. Die hohe Säure mit dem irren Schmelz des hohen
Alkohols, mit viel Glyzerin und satten Tanninwerten. Das ist Balance auf einem höheren Niveau. Satte schwarze
Frucht mit immenser Frische wird verfolgt von gelber, reifer Mango, Schwarzkirsche streitet mit Brombeere und
Cassis um die Vorherrschaft um dann im Finale sogar roter Kirsche, Johannisbeere und Praline Platz machen zu müssen. So rassig. So frisch. So voller Finesse. Harmonie mit Druck. Grandios. (2016-2035)
MG 19: Das Weingut umfasst 6 Hektaren zwischen 35 und 50 jährige Reben 80% Merlot und 20% Cabernet Franc
und liegt direkt neben Côte de Baleau. Silvie Richert führt den Betrieb seit dem Tod ihres Vaters 2003 in biodynamischer Ausrichtung. Inzwischen ist er von Demeter zertifiziert. Der Wein duftet wunderbar fein und herrlich aromatisch, eine geniale Delikatesse ankündend und alles kommt wunderschön aus der Tiefe und strahlt eine geniale
Reife aus. Dieser traumhaft schöne Duft geht bei mir direkt ins Herz. Wunderbar süsser herrlich saftiger, aromatischer Gaumen, was für eine sensationelle Delikatesse, eine himmlische Erfrischung, geniale Länge, spannend ist
diese unglaubliche Leichtigkeit, mit welcher dieser enorm konzentrierte Wein über die Zunge Tanzt, dann diese sensationelle Saftigkeit, die macht den Wein so traumhaft süffig, der hat unglaublich Charme. Ich bin tief berührt, der
Wein gehört zu den ganz grossen Weinen des Jahrgangs bewahrt dabei aber so eine liebenswürdige Schlichtheit, das
ist ein sinnliches Weinerlebnis, schon diese Fassprobe, man braucht nur Eins und Eins zusammenzuzählen, um sich
vorstellen zu können, was da in 8 – 10 Jahren einmal abgeht.
Chateau Yquem 1er Cru Superieur (süß) / Sauternes
LOB 100: Rassig, sanfter, schmelziger, cremiger Gesamteindruck. In Nase und Mund unglaublich fein. So geschliffen, so tänzelnd. Säure und Körper und Alkohol stehen zusammen mit dem
Zucker in perfekter Harmonie. Schöner kühler Antrunk. Der ganze Mund ist gefüllt mit diesem
seidigen Gesamtkunstwerk. Großer Yquem. Sensationelles Mundgefühl, einer traumhaften
“Auslese lange Goldkapsel” ähnelnd. Großer Yquem! (2020-2100)
RG 20: 87% Semillon, 13% Sauvignon Blanc. Recht intensives Gelb. Intensives
Botrytisbouquet mit viel pfeffrigen Noten, das gibt dem Nasenbild einen sehr vielschichtigen
Drive, Mirabellen und gelbes Pflaumenkompott, dabei aber frisch bleibend und feine
Mandarinenblüten zeigend. Reicher Gaumen mit extremer Opulenz, geniale Länge, wirkt dennoch klassisch und ist so, wie ihn der Generaldirektor Pierre Lurton versprochen hatte: “Ein
orgastischer Yquem!”
BD 19: Purete extraordinaire des aromes, aerien dans sa puissance, conforme au style actuel du cru, avec la monumentalite de construction liee a la richesse des raisins du millesime. Encore une fois admirable.
NM 96-98: Picked predominantly over 10 days from October 14, the 2010 d’Yquem has 141gms/L residual sugar
and pH 3.80. It is a slow-burner, the nose understated at first but unfurling with each passing moment with subtle
scents of freshly sliced apricots, Clementine, clear honey and white flowers. There is an underlying minerality that
really defines this bouquet. The palate is similar to the nose, revealing hidden facets with almost each swirl of the
glass – orange blossom, limestone, white peach and honeysuckle. This is such a precise d’Yquem; it is after you have
swallowed the wine that one comprehends just how brilliant it is.
Vinum 20: Nach dem sinnlichen 2008 und dem opulenten 2009 präsentiert das verschworene Yquem-Team einen
Wein, der wie ein Verschnitt beider Jahre wirkt: hyperpräzis und doch unglaublich inspiriert, gehaltvoll und doch
absolut ausgewogen, von beeindruckender Transparenz und Präzision trotz der Opulenz, mit betörender, komplexer,
delikater Blütenaromatik und ewig anhaltendem Finale: macht sprachlos und sprengt unsere Notenskala. So etwa
muss Wein im siebten Himmel schmecken.
124
Frankreich - Rhone - Nordrhone
‡Michel Tardieu 2010
Der Jahrgang 2010 an der Rhone war geprägt von einem sehr
gleichmäßigen, ausgewogenen Sommer ohne die sonst
üblichen extrem hohen Tagestemperaturen, selten wurden 30
Grad überschritten. Die Säure wurde perfekt bewahrt und die
Alkoholgrade blieben mit 12,5-13 Grad an der Nordrhone und
13 bis 14 Grad an der Südrhone seit vielen Jahren erstmalig
wieder im idealen Bereich. Die Nachttemperaturen lagen sehr
tief, der große, für die Komplexität der Weine verantwortliche
Tag-Nacht-Unterschied fiel ideal hoch aus. Der Herbst war
mild undnd trocken, dabei nicht zu heiß. Da es in den entscheidenden Zeiträumen von August bis Anfang Oktober
immer wieder kurze, ergiebige Schauer gab, konnte die
gefürchtete Unreifew durch Trockenstress vermieden werden.
2010 ist in der Südrhone und in der Nordrhone ein extrem
großes Jahr, noch besser als die großen gleichzeitigen Erfolge
der Jahre 2001 und 2007. Michel Tardieu vergleicht 2010 mit
1978, hält das Jahr dieser Legende gegenüber sogar für überlegen. Die Großartigkeit der Weine gilt sowohl für Rotweine
als auch für Weißweine. Hinzu kommt die nach fast 20 Jahren
ausgereifte Situation Michels was seine Vertragswinzer
betrifft, stabil arbeitet er seit Jahren nur mit den besten
Winzern der Appellationen, überall erhält er die besten
Qualitäten. Das ist sicher zum Teil auch der Zusammenarbeit
mit seinem beasten Freund, dem angesehensten Weinmacher
und Önologen der Rhone, Philippe Cambie, zu verdanken.
Auch die vor einigen Jahren erfolgte Trennung vom enfant
terrible, dem Burgunder Dominique Laurent, trug wesentlich
zur weiteren Qualitätssteigerung bei. Der Name TardieuLaurent wird als Tradition weiter geführt. Michel hat mit dem
Jahrgang 2010 den Gipfel erreicht. Guigal, Chapoutier,
Chave, Rayas, Bonneau, Janasse und Beaucastel sind seine
Mitspieler in dieser Weltliga der Qualität von der Rhone.
Michel Tardieu - Bandol Vieilles Vignes
LOB 96+: Der Bandol kommt aus über 40jährigen Reben eines einzelnen Weinbergs in Le
Castellet, gewachsen auf Ton und Lehm auf Kalk. Es gibt nur 2400 Flaschen. Reinsortige
Mourvedre. 13 Grad Alkohol, für Bandol unerhört niedrig, das erklärt die unvorstellbare Eleganz
des Bandol von Tardieu. Ausbau ein neuer Alliereiche und zum kleineren Teil im großen
Holzfuder. Vergährung mit natürlicher Hefe. Nicht geschönt und nicht filtriert. Ungeheuer reichhaltig mit sehr komplexen und üppigen Aromen von schwarzer Frucht, Brombeere, Maulbeere,
schwarze Kirschen, Teer, Schoko und erdige Würze. Butterweiche Tanninmassen und extraktreich. Schwarz, dick
und fett, ungeheuer üppig und doch frisch, samtiger Charme, nicht süß, sondern vollständig vergoren, früh ein
Genuss und doch sehr lagerfähig. Die Komplexität und Finesse suchen in Bandol ihresgleichen. Grosser und sehr
feiner, geschliffener Wein, der 2010 mit noch mehr Säure als 2009 besticht. (2015-2035)
Michel Tardieu - Chateauneuf du Pape blanc “Vieilles Vignes”
LOB 97-99: Rund 14 Grad Alkohol, moderat für Chateauneuf. Vergährung nur mit natürlicher
Hefe und Ausbau in neuen und einjährig gebrauchten Burgunder-Barriques aus Eichenholz der
Regionen Allier und Troncais. Final vor der Abfüllung nicht geschönt und nicht filtriert, alle
Aromaträger verbleiben im Wein. 60% Roussanne, 35% Grenache Blanc, 5% Clairette aus den berühmtesten Lagen
des Chateauneuf wie Le Crau und Belvedere. 50-60 Jahre alte Reben. Undewöhnlich feine und rassige Nase, die
frische, minzige Mineralität und Zitronengras-Rasse der Grenache Blanc domniniert. Überwältigende Finesse, zarte
Netzmelone mit Ananas, weiße Schokolade, weißer Pfirsich, ganz zarte Himbeere, weiße Johannisbeere, Sauvignon
Blanc Touch mit Zitronengras, etwas fetter Feuerstein eines Silex von der Loire, was für eine große Komplexität und
Rasse! Im Mund kommt neben dieser verspielte Feinheit eine tolle Rassigkeit mit satter Mineralität und Rauch und
Salz, viel Druck, Lorbeer und grüne Olive, knackiger Apfel dann im zweiten Antrunk zusammen mit grüner Birne,
Lavendel und Netzmelone, im Nachhall Salz und Mineralität und Bittermandel in schneller Folge und hoher
Intensität, lang und nochmal lang. Großartig komplexer und ausgewogener Wein der Extraklasse. Die große
Harmonie ist auch der höchsten, in diesem Wein je verzeichneten Säure zu verdanken. (2015-2038)
125
Frankreich - Rhone - Nordrhone
‡Michel Tardieu 2010
Michel Tardieu - Chateauneuf du Pape V.V. “Cuvee Speciale”
LOB 99-100: 14 Grad Alkohol. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und Ausbau in gebrauchten Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen Allier und Troncais. Final vor der
Abfüllung nicht geschönt und nicht filtriert, alle Aromaträger verbleiben im Wein. 100%
Grenache. 100 Jahre alte Reben eines einzelnen Weinbergs, exakt gleiches Terroir wie der nah gelgene Rayas,
sandige Böden. Lange hielt sich das Gerücht, die Trauben kämen von Bonneau. Sicher ist, von diesem einzelnen
Weinberg mit uraltem Rebbestand werden keine anderen Weine gekeltert, Michel Tardieu pflegt und bearbeitet den
Weinberg und hat 2010 erstmals zusammen mit seinem als Winemaker ausgeboildeten Sohn Bastien und seinem
Freund Philippe Cambie auch die komplette Vergährung selbst durchgeführt. Die Tage bis zum Vollwinzer sind nicht
mehr weit hin! Diese Trauben werden überhaupt nicht entrappt vor der Vergährung, komplett Full-harvest! Dieser
Wein ist Tardieus Lieblingskind, hier stehen nur Rayas, Bonneau und das Burgund der besten Grand Crus als Vorbild.
Michel willigte im Gespräch ein, sich erstmals mit dem Jahrgang 2009 auf gleichem Level mit seinen Vorbildern
messen zu können und zu wollen. Aber 2010 ist nochmal ein weiterer kleiner Sprung. Die Nase ist mehr Rayas, diese
tolle rote Kirsche mit der rassigen Frische! Schwarze Kirsche, feinstes Lakritz, Veilchen, Flieder, Steinmehl mit
einem Hauch von Salz, immens charmant, ganz fein und zart. Jetzt folgt Walderdbeere, Himbeere, feinste zarte helle
Praline, so ungeheuer duftig. Große Gläser bitte! Rassige Zwetschge und feine Milchschokolade im Mund, feine
Süße von Rosenblättern, komplex verspielt und unglaublich fein. Süße Walderdbeere auch im Mund neben der
feinen roten, süßen Kirsche, Himbeeren, zarte Johannisbeere, weißer Pfeffer, zarte Schokolade mit etwas weißem
Pfirsich. Im Nachhall tolle aber zarte Steinsalze, die Zunge bleibt lange belegt davon. Anders als an der Nordrhone
bleibt die Süße der Kirschen, Erdbeeren und Zwetschgen erhalten, der höhere, von der grandiosen Säure eingefangene Alkohol schafft eine traumwandlerische Balance aller Komponenten. Komplex und perfekt verwoben, so
unglaublich zart und fein und rassig voller Finesse, köstlich vom ersten Schluck der Fassprobe bis in Jahrzehnten!
(2018-2060)
Michel Tardieu - Chateauneuf du Pape “Vieilles Vignes”
LOB 98-100: 14,5 Grad Alkohol. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und Ausbau in einjährigem Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen Allier und Troncais. Final vor der
Abfüllung nicht geschönt und nicht filtriert, alle Aromaträger verbleiben im Wein. 85%
Grenache, 10% Mourvedre, 5% Syrah. Uralte Reben, 80 bis 100 Jahre alt. Überwiegend aus der Lage La Crau und
einer Lage in Courtheizon. Die Anteile der ältesten Reben der Winzer Clos St. Jean mit der Stilistik des “Deus ex
Mchina” und des “Vieilles Vignes Reserve” von Clos du Caillou sind unverkennbar. Beide Weingüter werden von
Michels Freund und Kollegen Philippe Cambie betreut, auf beiden Weingütern machte des Sohn Bastien seine
Praktika. nur 25 hl/ha Ertrag gab es 2010. Die Nase des VV ist vollständig anders als bei der Cuvee Special, dieser
Wein hier ist sehr modern, sehr Philippe Cambie, sehr Clos St. Jean und Caillou-Stil. Immense Frucht,
Amarenakirsche, Maulbeere, Brombeere, Cassis, wuchtig und süß. Dunkle Pralinen und satte Valrhonaschokolade,
verfolgt von satter Schwarzkische, Teer, Pumpernickel, schwarzer Erde und geflämmtem Fleisch, Steinsalze dicht
dahinter, alles satt und schmelzig und doch auch rassig, nie überfett, immer tolle Trinkbarkeit aufweisend. Reife
Pflaume, Lakritze, Holunder, schwarze reife Oliven als Paste. Der Mund wird dann komplett ausgekleidet, innerlich
geteert, immense Fruchtfülle, Maulbeere mit Brombeere, Lorbeer, wieder Olive mit Schwarzbrot und gegrilltes
Fleisch, kubanischer Tabak, viel schwarze Praline und flüssiges, bitteres, berauschend schönes Schokoladensouflee
mit süßer Zwetschge und schwarzer Brombeere und schwarzer Kirsche. Tolle Mineralität, unglaubliche und weiche
Tanninmassen, etwas Leder mit Trüffeln und wieder satte Lakritze, alles überaus intensiv und doch von der grandiosen Säure und Frische belebt zu köstlicher Trinkbarkeit. Ein grandioser Chateauneuf der Moderne! (2018-2055)
Michel Tardieu - Condrieu
LOB 97-98+: Rund 13,5 Grad Alkohol. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und Ausbau in
neuen Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen Allier und Troncais. Final vor der
Abfüllung nicht geschönt und nicht filtriert, alle Aromaträger verbleiben im Wein. 100%
Viognier. Ca. 50 Jahre alte Reben. Michels Condrieus sind immer für ein langes Leben gemacht. Der 2010er ist seiner Meinung nach der beste, je von ihm erzeugte Condrieu. Die höchste Säure seiner Laufbahn. Extrem mineralische, rassige Nase, Steinmehl, Fleur de Sel und ziemlich ausgeprägte, ölige Minze, rauchig, hochkomplexe
Rassigkeit. Ananas, Passionsfrucht, Kokos, Koreander, Flieder, Veilchen, sehr fein und überaus vielseitig und interessant. Grandioser, wuchtiger und zugleich rassig säurebeladener Ansturm im Mund, nie so erlebt bei einem
Condrieu. Extrem mineralisch, Steinmehl und Fleur de Sel, wieder viel Minze, Pfirsich, Melone, Mango und
Passionsfrucht. Zitronengras mit Ananas und Bittermandel, Lorbeer, grüne Oliven. Tolles Spiel, ölig und überaus
frisch und mineralisch dazu, tänzelt von links nach rechts. Eine Sensation mit großer Länge. (2014-2026)
126
Frankreich - Rhone - Nordrhone
‡Michel Tardieu 2010
Michel Tardieu - Cornas “Vieilles Vignes”
LOB 99-100: Rund 13 Grad Alkohol. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und Ausbau in neuen
Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen Allier und Troncais. Final vor der Abfüllung
nicht geschönt und nicht filtriert, alle Aromaträger verbleiben im Wein. 100% Syrah aus 2 Lagen
im Cornas-Berg. Über 80 Jahre alte Reben. Zu 100% Granitböden. Biologischer Weinbau. Der Finessejahrgang 2010
bringt in der Nase nicht die fette Wucht des letzten Jahres sondern pure mineralische Rasse. Komplexe burgundische
Frische. Waldfrüchte, Erdbeere und Himbeere, nur riechen reicht! Wacholder, Holunder, schwarze Olivenpaste,
immens viel schwarze Kirsche, satte Lakritze. Valrhona-Schokolade, Steinmehl, Fleur de Sel, alles überaus ausgewogen und balanciert, so toll wie ein fertiger, großer Trinkwein für jetzt sofort! Rote Kirsche und Nutella kommen
hinterher, Lakritze, Veilchen, Rosenblätter, süße Zwetschge, Kompott, verflüssigtes Schokoladensouflee. Aber bitte
ein großes Burgunderglas, hier geht in der Nase die Post ab. Im Mund dann nicht weniger beeindruickend, zu Beginn
ird alles vom Steinmehl und Fleur de Sel dominiert, dann folgt satte Lakritze mit dunkler Schokolade, grüne und
schwarze Oliven, Holunder, Thymian, Estragon, Korander. Erst langsam schaufelt die Frucht sich frei. Brombeere,
Blaubeere, immense schwarze Kirsche, Bitterschokolade. Kubanischer Tabak, angefämmtes Fleisch, Cassis mit
Kokos, Steinmehl mit Salz legen sich gern wieder darüber und domnieren den minutenlangen Nachhall. Grandioser,
rassiger, frischer, feiner, finessereicher, immens komplexer Wein. (2020-2060)
Michel Tardieu - Cote Rotie
LOB 100: Rund 13 Grad Alkohol. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und Ausbau in neuen
Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen Allier und Troncais. Final vor der Abfüllung
nicht geschönt und nicht filtriert, alle Aromaträger verbleiben im Wein. 100% Syrah aus der Cote
Brune mit reinem Granituntergrund wie auch der La Landonne. Vergoren als full bunch, also unentrappt, was in
reifen Jahren eine Extradimension Frische und Rasse bedeutet. Sensationeller Angang in der Nase, frisch und rassig,
Fleur de Sel und Steinmehl, frische Zwetschge, reife Walderdbeere und Waldhimbeere, konzentrierte rote Kirsche
und Schattenmorelle, belgische Praline und Milchschokolade, tolle provencalische Kräuter mit Garriguewürze.
Ungeheuer komplex, total verspielt und hin und her tänzelnd, nie monolitisch werdend, das Gegenteil eines
Blockbusters, Burgund von der Nordrhone, eine lange Spur von Holunder und grüner Olive mündet in satte Lakritze.
Ein so verträumt komplexer Wein braucht ein großes Burgunderglas. Mineralität total im Mund mit enorm
changierendem Spiel. Schokolade, Praline, Kirsche, Waldbeeren und Johannisbeere sind erahnbar, die Mineralien
und das Salz dominieren jedoch, dominikanischer Tabak mit Lakritze und weißem Pfeffer mischen sich ein. Dann
setzt sich die Zwetschge durch, auch die Walederdbeere lukt hervor, Lakritze, Veilchen, Rosenblätter, dann siegen
die roten Kirschen mit Schattenmorellen, alle 20 Sekunden wird ein neues Schwein durchs burgundische Dorf
getrieben. Der Alkohol und die satten geschliffenen Tannine werden von der Mineralität und der Frucht einfach total
überdeckt, der Überwein für Finessetrinker. Für den Wein muss man sich Genuss-Zeit nehmen! (2020-2060)
Michel Tardieu - Cotes du Rhone Blanc “Guy Louis”
LOB 94+: Der Guy Louis Blanc besteht aus 65% Marsanne, 20% Grenache Blanc und 15%
Roussanne. Rund 13 Grad Alkohol. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und Ausbau in neuen
Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen Allier und Troncais. Die Trauben kommen
sowohl von der Nord- als auch von der Südrhone. Wie immer am Ende unfiltriert und ungeschönt abgefüllt. Sehr
warme, schmelzende Birnen-Nase, Netzmelone, ein Touch exotische Mango und Passionsfrucht, dann Zitronengras,
Ananase und weißer Pfirsich und rassiges Garrigue mit feinsten Kräutern, frisch, Thymian und Rosmarin kommen
dazu, der Wein bleibt dabei immer auf der rassigen Seite. Im Mund sich mit Ananas und weißem Pfirsich, Thymian
und Rosmarin sehr ähnlich wie die Nase präsentierend, sehr stimmige Komponenten. Zitronengras, rassige
Grasigkeit, an Sauvignon Blanc erinnernder Feuerstein, alles sehr intensiv und komplex. Lang im Nachhall mit
knackig rassiger und perfekt eingebundener Säure. Toller Schmelz und leichte Bittertöne im Nachhall, Netzmelone
mit Bittermandel, und das obwohl Tardieu bei keinem Weißwein Schalenkontakt oder Maischestandzeit zulässt.
Grandios mit hoher Lebenserwartung. (2014-2030)
127
Frankreich - Rhone - Nordrhone
‡Michel Tardieu 2010
Michel Tardieu - Cotes du Rhone “Guy Louis”
LOB 94: 14,5 Grad Alkohol, ein Wein der Südrhone. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und
Ausbau in neuen, ein- und zweijährigen Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen
Allier und Troncais. Final vor der Abfüllung nicht geschönt und nicht filtriert, alle Aromaträger
verbleiben im Wein. 70% Grenache, 30% Syrah. 50 Jahre alte Reben in Cairanne und Rasteau. Organic! Nur
winzige Erträge von 25 hl/ha. Schwarz. Feine Süße in der Nase, reife Zwetschge, schwarze Kirsche, Maulbeere,
Brombeere, Lakritze, Lavendel, belgische Praline, dunkle Schokolade, Holunder und Flieder, reife schwarze Oliven,
komplex und zart und fein und charmant im Duft, macht viel Spaß. Der Antrunk im Mund war süßer erwartet, die
Mineralität dominiert, Steine und Salze, zarter und finessereicher noch als die Nase. Die große Frische von 2010
dominiert eben trotz voller Reife auch die Südrhone, grandiose Länge und großartige Komplexität, kaum spürbarer
Alkohol, komplett eingebundene Tannine, alles passt in totaler Harmonie im Stil eines großartigen Gigondas.
(2015-2032)
Michel Tardieu - Crozes Hermitage Vieilles Vignes
LOB 95-96+: Rund 13 Grad Alkohol. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und Ausbau in neuen
Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen Allier und Troncais. Final vor der Abfüllung
nicht geschönt und nicht filtriert, alle Aromaträger verbleiben im Wein. 100% Syrah, 50-70 Jahre
alte Reben. Schwarz-Rubinrot. Sehr zugängliche, fast schon charmante Walderdbeerennase, lekker, Milchschokolade dahinter. Feine zarte Brombeere, süße Maulbeere, mineralisches
Steinmehl, ein Hauch Salz, dennoch immer charmant und fast zart bleibend, köstlich, burgundisch, dennoch immens
tiefgründig und fruchtig. Waldhimbeere, Cassis, rote zarte Kirsche und rote Johannisbeere kommen zögerlich dazu.
Der Mund setzt sich nahtlos fort, Walderdbeere und Waldhimbeere mit feinem Garrigue, zarte Krautwürzigkeit,
Praline, Steinmehl. rote Johannisbeere, komplex und ausgewogen, tolle Balance und Harmonie. Wie alle großen
Jahrgänge schon im frühesten Stadium überaus zugänglich und schön. Große Weine brauchen keine Hoffnung,
Weitsicht und Potenzialwertungen, 2010 ist voll da, ist groß, ist schön! (2017-2040)
Michel Tardieu - Hermitage
LOB 100: Rund 13 Grad Alkohol. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und Ausbau in neuen
Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen Allier und Troncais. Final vor der Abfüllung
nicht geschönt und nicht filtriert, alle Aromaträger verbleiben im Wein. 100 % Syrah aus 60 bis
90 Jahre alten Reben, überwiegend auf Kalkstein gepflanzt, identisch mit der Lage “Le Meal” bzw. direkt von “Le
Meal”. Komplett entrappt vergoren. Jahrgangsspezifisch durch die hohe Mineralität gekennzeichnet, satte Lakritze,
Steinmehl, Salz, Brombeere und Cassis, feine Süße, dunkle Valrhona, würziges Garrigue, überaus komplex.
Grandiose Frische. Der Mund ist unglaublich zart und dabei immens lang, überaus verspielt und komplex, die
Mineralität mit Steinmehl und Salz arbeitet sich nach oben, satte und doch feine Lakritze, schwarze Oliven, dann
schwarze Kirsche mit Cassis und Brombeere, Leder, kubanischer Tabak, Teer, rassig, verspielt, keinerlei monolitische Züge oder Wucht früherer Jahre, die mineralische Verspieltheit und rassige Komplexität dominiert alles.
Obwohl scheinbar die süße Frucht und Wucht der Vorjahre fehlt, sind die Nordrhone-Weine aus vollreifem Lesegut
entstanden, die immensen, total polierten Tannine und der Alkohol werden 2010 nur total überdeckt von der
komplexen Mimneralität, darunter ist dennoch alles im Überfluss vorhanden. Dieser Hermitage in seiner immensen
komplexen Mineralität erinnert mehr noch als der Cote Rotie an die großen Einzellagen von Guigal und wird
grandios reifen und altern. (2020-2060)
Michel Tardieu - Hermitage Blanc
LOB 98-100: Rund 13,5 Grad Alkohol. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und
Ausbau in neuen und einjährigem Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen
Allier und Troncais. Final vor der Abfüllung nicht geschönt und nicht filtriert, alle
Aromaträger verbleiben im Wein. 80% Marsanne, 20% Roussanne, 50-60 Jahre alte
Reben von drei der besten Lagen des Hermitage-Bergs. Verblüffend harmonisch ausgewogene Nase. Immens duftig, grandios, zarter weißer Pfirsich, Erdbeere,
Himbeere, Holunder, grüne Olive, Flieder, grüne Birne, reifer Golden Delicious
Apfel, ein Hauch Limette, Tee, Rosenblätter, immens komplex, eine sensationelle Nase voller Harmonie. Pefekte
Balance. Im Mund wird alles eingenommen, druckvolle Mineralität, wie der Biss in Granit, Salzkristalle verbleiben.
Dann Netzmelone voller Druck und Wucht, Ananas, grüne Birne, Pfirsich, Limette und Zitronengras. Sensationelle
Länge mit immer wieder hoch kommender Mineralität. Das verblüffenste daran ist die immer stimmige, rassige,
charmante Blance neben soviel Ereignissen. 2 Minuten Nachhall, irre komplex. Keiner der großen Hermitage von
Chapoutier, Chave und Ferraton hängt ihn in der Qualität ab, das hier ist ein Wein der ersten Reihe! (2017-2045)
128
Frankreich - Rhone - Nordrhone
‡Michel Tardieu 2010
Michel Tardieu - Rasteau Vieilles Vignes
LOB 95+: 13,5 Grad Alkohol. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und Ausbau in neuen
Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen Allier und Troncais. Final vor der Abfüllung
nicht geschönt und nicht filtriert, alle Aromaträger verbleiben im Wein. 75% Grenache 80 Jahre
alt, 25% Syrah 40 Jahre alt. Sand und Lehmböden, blauer Lehm und Kalkstein in 200 Meter Höhe. Große Nase, satte
Pumpernickel mit viel Lakritze, satte schwarze Kirsche, Leder kubanische Zigarrenkiste, Zwetschge,
Amarenakirsche, Steine, Salz. Grandiose Mineralität im Mund, tolle Frische, wieder Schwarzbrot, satte Kirschen als
Schwarzkirsche und süßer Amarenakirsche, Cassis und Leder, Steinmehl, Fleur de Sel, große Rasse, komplexes
tänzelndes Spiel, für Rasteau eine ungeheure Größe, der erste wirklich große Wein, den ich aus der Appellation
probiere. (2016-2038)
Michel Tardieu - Saint Peray Blanc Vieilles Vignes
LOB 95-96: Der Saint Perray aus Cornas besteht aus 50% Marsanne und 50%
Roussanne. Dieser Hang liegt direkt neben dem berühmten Cornas-Weinberg, die
Reben wachsen auf dem für Finesse berühmten Granitboden, speziell für die sonst
zu fett ausfallende Roussanne eine tolle Voraussetzung. Die Marsanne wächst zum
Teil auch auf Kalkstein. Die besten Saint Perrays sind die qualitative und
geschmackliche Kleinausgbe eines weißen Hermitage. Rund 13 Grad Alkohol.
Vergährung nur mit natürlicher Hefe und Ausbau in neuen Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen Allier
und Troncais. Final vor der Abfüllung nicht geschönt und nicht filtriert, alle Aromaträger verbleiben im Wein. Dieser
Wein konnt von nur einem Erzeuger, der seine Weinberge organic bearbeitet. Schöne rauchige, von weißem Pfirsich
geprägte Nase. Gelbe Melone und Steinmehl folgen, Fleur de Sel, tolle Mineralität. Zitronengras, Erdbeeren weiße
Johannisbeere, Walnüsse. Im Mund rassiger Ansturm knackig salziger Mineralität, Steinmehl, erdige Würze, biodynamischer Touch. Blumige Noten, Vergissmeinnicht, Thymian, Lavendel, vibrierende Säure und Rassigkeit, grüne
Netzmelone mit grüner Birne, rauchige Tabaknote, Bittermandel, extreme Länge im über 2 Minuten verweilenden
Nachhall, immer wieder kommt Mineralität mit Steinmehl und Salz hoch, erst final kommen auchg Passionsfrucht
und Ananas, knackiges Zitronengras, hoch komplex, frisches, rassiges Spiel, überwältigend in der Vielfalt, fast
großer Wein. (2015-2033)
Michel Tardieu - St. Joseph Vieilles Vignes “Les Roches”
LOB 97+: Rund 13 Grad Alkohol. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und Ausbau in neuen
Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen Allier und Troncais. Final vor der Abfüllung
nicht geschönt und nicht filtriert, alle Aromaträger verbleiben im Wein. 100% Syrah mit einem
kleinen Anteil Serine, einem speziellen Klon der Syrah. 50-70 Jahre alte Reben, fast nur auf Granit gewachsen, das
garantiert absolute Finesse mit hoher Mineralität, genau das mach Tardieus St. Joseph einem Cote Rotie so ungeheuer ähnlich. Grandiose Mineralität, Steinmehl, Fleur de Sel, satte rote Johannisbeere, Veilchen, Walderdbeere und
Waldhimbeere, satte Lakritze, Praline, zusammen wuchtig und dabei überaus finessereich, eine der schönsten Nasen
des Jahrgangs, irre frisch und zartfruchtig, grandios. Auch im Mund wuchtige salzige steinige Mineralität, dann
sofort eingefangen von der irren Frucht, konzentrierte zarte Walderdbeere und Walkdhimbeere mit einem Touch roter
Johannisbeere und roter Kirsche darunter. Minutenlanger, wieder extrem salzig mineralischer Nachhall, Veilchen
umnd Rosenblätter im Nachgeschmack, überaus komplex und fein. Dieser Jahrgan schickt keine wuchtigen
Powerweine und Blockbuster, nur mineralisch fruchtig frische Finessewunder. So soll es sein! (2017-2042)
Michel Tardieu - Vacqueyras Vieilles Vignes
LOB 96+: 14,5 Grad Alkohol. Vergährung nur mit natürlicher Hefe und Ausbau in neuen und
einjährigen Burgunder-Barriques aus Eichenholz der Regionen Allier und Troncais. Final vor der
Abfüllung nicht geschönt und nicht filtriert, alle Aromaträger verbleiben im Wein. 75%
Grenache, 25% Syrah, 60 Jahre alte Reben. Ein Teil als Full-harvest, also nicht entrappt vergoren. Vacqueyras ist an
der Rhone wohl die traditionellste old-fashioned Appellation, hier ist in der Keller-Stilistik (nicht in der Verbesserung
der Rebberge und der Weinbergsarbeit) die Zeit im positiven Sinn stehen geblieben. Das ist wie öfters bei Tardieu
der Antistil des modernen Weins. Sehr dunkle, erdig würzige Nase, schwarze Kirsche, satte Lakritze, reife Pflaume,
Holunder, Maulbeere, tolle Garrigue-Würze, Salz, Steine, viel Pfeffer. Grandioser Ansturm im Mund, satte reife
Frucht, Amarenakirsche, schwarze Kirsche, Brombeere, Cassis, rote Johannisbeere, tolle Würze, alle Kräuter der
Provence mit Süzholz und Moschus, Steine und viel Salz. Große Spannung und rassige Dynamik in dem Wein.
Komplex, verspielt, so tolle erdige Würze immer wieder, ein natürlich biodynamisches Element. Große Länge, dem
Rasteau sogar noch überlegen in seiner berauschend schönen Altmodernität. Langes Leben, grandios und groß!
(2018-2042)
129
Frankreich - Rhone - Nordrhone
‡Ferraton Pere e Fils 2010
Samuel Ferraton, Vertreter der 4. Generation im Weingut, gab
1998 dem Haus einen neuen Impuls durch eine finanzielle
Partnerschaft mit dem Haus Chapoutier bei gleichzeitiger
Wahrung der qualitativen Unabhängigkeit. Diese Hilfe und
der biologische Erfahrungshorizont der Chapoutiers erleichterte die Umstrukturierung der Weinberge auf biodynamischen Anbau und die Verbesserung der Qualitätskontrollen.
Dank Verzicht auf jegliche Chemikalien schützt die
Biodynamik die Natur und das Terroir kommt in den Weinen
besser zum Ausdruck. Anfang 2004, entschied Samuel einen
neuen Önologen einzustellen. Seine Wahl fiel auf Gregory
Viennois, zu diesem Zeitpunkt noch Mitarbeiter und
Weggefährte von Stephane Derenoncourt, dem bekannten
Weinberater aus Bordeaux. Klar, ein Biodynamiker! Bereits
der erste Jahrgang, der bei Ferraton unter Gregorys Aufsicht
produziert wurde, ist phänomenal. Die Ertragsbegrenzung
rutschte bei allen Hermitage-Weinen auf unter 10hl/ha, die
anderen Lagen bringen es auch nicht auf über 20 hl/ha.
Anfangs war man bei Ferraton ob der geringen Mengen noch
geschockt. Nachdem man die Weine verkostet hatte, änderte
sich die Stimmung schlagartig und Gregory Viennois wurde
hochgelobt in den Olymp der Weinmacher. Ferraton ist mit
wenigen Ausnahmen sicher das interessanteste und qualitativ
hochwertigste Weingut der Nordrhone.
Ferraton Pere e Fils - Cornas “Lieu-dit Eygats”
LOB 97: Sublimes Bouquet von reifen Kirschen, Brombeere und schwarzer Johannisbeere. Immens fokussiert, hier
scheint alles auf einen Punkt ausgerichtet zu sein um dann wieder aromatisch auszubrechen. Hohe Reife einerseits,
Mineralität und Frische anderseits scheinen zwei Pole zu bilden zwischen denen dieser Wein hin und her pendelt.
Ein Bilderbuch-Cornas, da er Dichte und Spiel auf grandiose Art und Weise miteinander verbindet! (2015-2035)
Ferraton Pere e Fils - Crozes Ermitage “La Matiniere”
LOB 93+: Sehr feine Litschi- und weiße Johannisbeeraromen, an Riesling erinnernd. Im
Antrunk sehr frisch und strahlend, dann kommt das Hermitage-typische Tannin zum Tragen.
Tannin und Mineralität ergänzen sich sehr gut und münden in ein von Zitrusaromen bestimmtes
Finale. Die Reben stehen hier auf einem von Kalk dominierten Untergrund, dies wird wohl zum
großen Teil zu der begeisternden Finesse geführt haben. (2014-2030)
Ferraton Pere e Fils - Crozes Hermitage “Les Picheres”
LOB 93-94: Walderdbeere, Pflaume, im Hintergrund schwarze Johannisbeere, daneben dunkle
Schokolade. Im Antrunk mit feiner Viskosität, dabei aber schlank wirkend. Der Gerbstoff greift
fest nach dem Gaumen und wird hierbei von einer schon fast extremen Mineralität verstärkt. Die
Aromen bleiben am Gaumen gleich, doch mit den zusätzlichen Komponenten ergibt sich eine
immense Komplexität, wie ich sie von einem Crozes Hermitage nie erwartet hätte. (2014-2028)
Ferraton Pere e Fils - Ermitage blanc “Le Reverdy”
LOB 97+: Schon in der Cuvee gibt es einen großen Unterschied zwischen Reverdy und Miaux.
Reverdy hat eine gehörige Portion mehr Roussanne (45 %) mitbekommen. Aus der Roussanne,
wie man oft bei den weißen Weinen von Beaucastel sehen kann, werden die vielleicht
kräftigsten Weine der gesamten Rhone erzeugt, daher hat Reverdy ein deutlich dichteres
Aromenspektrum. Mandarine, Aprikose und Sternanis. Im Antrunk sehr mineralisch und mit dichtem Tannin
auftretend. Die Säure gibt dem Tannin einen Gegenpol und lässt den Wein sogar knackig wirken. Während der Wein
langsam in den Abgang abtaucht, ergibt sich ein faszinierendes Süße-Säurespiel. Ein weißer Hermitage, der alles hat,
was man sich erhoffen kann! (2015-2040)
130
Frankreich - Rhone - Nordrhone
‡Ferraton Pere e Fils 2010
Ferraton Pere e Fils - Ermitage blanc “Miaux”
LOB 96-97: Sehr kompaktes und somit klassisches Nasenbild: Kräuter der Provence, weiße
Johannisbeeren, Kirschblüten. Am Gaumen dann ein feines aber zupackendes Tannin. Dann
kommen noch weißer Pfeffer und Pflaume hinzu. Neben dem sehr präzisen Tannin bleibt ein
schönes Säurespiel von Anfang bis Ende bestehen. Das sehr gute und kühle Terroir aus
Kalkstein, Sand und Kiesel ergibt, gepaart mit dem Charakter des Jahrgangs, ein intensiv pikantes Genusserlebnis.
Ein spannungsgeladener Hermitage, der im langen Nachhall viele faszinierende Geschmacksnuancen preisgibt und
die sehr Geduldigen unter uns belohnen wird. (2014-2035)
Ferraton Pere e Fils - Ermitage “Le Meal”
LOB 97-99: Lavendel und hochreife, dunkle Früchte lassen einen sofort aufhorchen. Im Antrunk
ist er dann überraschend saftig. Mit etwas mehr Zeit kommt ein tragendes Säurespiel hinzu und
für einen Moment wirkt alles fast leicht. Doch dann kommt sein Terroir zum Tragen: Kalkstein
mit weißem Lehm. Das sehr polierte Tannin lässt ihn auffächern, langsam erweitert sich sein
Rahmen. Auch im Mittelteil bleibt er elegant und schwarzfruchtig. Es ist schon beeindruckend, wie bei Ferraton aus
den verschiedenen Parzellen die jeweilige Individualität in den Wein übertragen wird. Mit seiner geschliffenen
Finesse bleibt dieser Meal der absolute Höhepunkt. (2018-2050)
Ferraton Pere e Fils - Ermitage “Les Dionnieres”
LOB 96-98: Verführerisch kühles Nasenbild, rote Früchte und Lavendel werden von einer
dichten Mineralik überlagert. Dunkler Hustensaft und reife, rote Früchte kommen zusammen mit
dem zunächst cremigen Antrunk auf. Allmählich wird er schlanker, aber auch fleischig und fest.
Seine Frische treibt ihn in einen immens langen Abgang hinein, nun kommen noch Cassis und
fast staubig wirkende, mineralische Eindrücke hinzu. Faszinierend ist sein toller Schliff, der sich durch den ganzen
Wein hindurch zieht. Gleichzeitig bietet er so viel stilvollen Genuss, wie nur die wenigsten Rotweine der Welt.
(2016-2045)
Ferraton Pere e Fils - Saint Joseph “La Source”
LOB 94: Der erste Eindruck ist von Finesse bestimmt: die typischen Honig- und Rosmarinnoten
zeigen sich von einer fast unbekannt feinen Seite. Sie werden von getrockneten Aprikosen und
Steinmehl ergänzt. Am Gaumen wirkt der Wein kühl und reif, eine einladende Frische stützt ihn
so, als ob ein Herbststurm durch seinen gespannten Kern strömt. (2014-2032)
Ferraton Pere e Fils - Saint Joseph “Lieu-dit Saint Joseph”
LOB 95+: Sehr hohe Reife anzeigend, tiefes, komplexes und dunkelbeeriges Bouquet, das zunächst nur eingekochte Früchte freigibt. Sehr elegant im Antrunk um dann immer stoffiger zu werden und dieses Niveau lange zu halten.
Sobald dieses Plateau aus Struktur erreicht ist, spürt man, wie gut hier die Tannine integriert sind. Nun, da sie sich
aus ihrem Korsett von Dichte und Reife befreit haben, kommen auch immer deutlicher Aromen hervor wie
Lavendel, Erdbeere, Brombeere, Herzkirsche, Kakao und schwarze Johannisbeere. Diese immense Fruchtstärke
gleitet langsam dahin um von faszinierend feinem Bitterstoff abgelöst zu werden. (2016-2035)
Ferraton Pere e Fils - Saint Peray “Le Mialan”
LOB 92-93: Die Besonderheit dieser Lage macht die Bodenbeschaffenheit aus. Wie bei nur
wenigen Weinbergen an der Rhone besteht hier die Unterlage aus Granit und Kalk. Ein
elegantes, aber auch stoffiges Nasenbild entsteht: Salbei, Fenchelsamen und Zitrusrinde. Er
bleibt grundsätzlich fein, hat aber auch eine knackige Komponente, die von prägnanter
Mineralität geprägt ist. Diese Kombination macht seinen Charakter so interessant und seine immense Länge aus.
Saint Peray ist der direkte Nachbar des Cornas und eine der besten Lagen für Weißweine an der Rhone. Wie auch im
Hermitage dominiert hier die Marsanne und so mancher Saint Peray kann sich mit den weißen Hermitage weniger
prominenter Erzeuger messen. (2013-2024)
131
Frankreich - Burgund - Cote d’Or
‡Domaine Perrot Minot 2010
Bei Perrot-Minot fängt man in Sachen Qualität dort an, wo die
anderen aufhören: Keine Düngung, keine Pestizide, keine
Fungizide, manuelle Bodenarbeit im Weinberg und keine
Reinzuchthefen sind eine absolute Selbstverständlichkeit.
Dabei ist es natürlich eine Selbstverständlichkeit, dass sich
alle Weinberge im Besitz der Domaine befinden oder langfristig gepachtet sind. Schon im Weinberg wird die Ernte mehrfach selektiert. Man wird abwarten müssen, ob nicht schon
bald die Domaine Perrot-Minot als Primus inter paris unter
der Elite des Burgunds gesehen werden muss.
Domaine Perrot Minot - Chambertin “Clos de Beze” Grand Cru
LOB 98-99: Kirsche, Veilchen, Zwetschge und Blutorange. Mit dieser eleganten Vielfalt im
Fruchtansatz steht er vollkommen allein. In diesem Jahr zeigt er sofort, dass er einen ganz
besonders noblen Charakter besitzt. Dies ist der absolute Alleskönner, einer der großen Weine
der Welt von einer der allerbesten Lagen. Sein Nachhall fasziniert mit immanenter Frische und
extrem detailverliebtem Fruchtspektrum. (2018-2060)
Domaine Perrot Minot - Chambertin Grand Cru
LOB 98-99: Reife Kirsche und Blaubeere explodieren vom Antrunk an am Gaumen und leiten in einen sehr
verführerischen und langen Mittelteil über. Er wird immer länger und trägt ein außerordentliches Gleichgewicht in
sich. Es scheint auch noch eine Extraportion Frucht vorhanden zu sein, denn noch vor dem sehr ausdrucksstarken
Nachhall kann man wieder Blaubeeren und reife Cassis wahrnehmen. Mit diesem zusätzlichen aromatischen
Ausdruck gehört er zu den allerbesten Weinen des Jahrgangs. (2018-2060)
Domaine Perrot Minot - Chambolle Musigny 1er Cru “La Combe d’Orveau”
LOB 95+: Diese Lage war zu Lebzeiten von Christophes Perrot-Minots Großvater als Musigny
Grand Cru klassifiziert und gehörte somit von der reinen Kategorisierung zum Allerbesten, was
das Burgund bieten kann. Sein Großvater jedoch ließ die Kommission dann nicht sein
Grundstück betreten, was die Herabstufung zur Folge hatte. Das Schöne ist, dass Perrot-Minot
nun jedes Jahr beweisen kann, wie gut Musignys sein könnten. Johannisbeere und frische
Brombeere, leichte erdige Eindrücke. Reife, aber frische Beeren, Kalk und Anklänge an Lakritz fügen weitere aromatisch komplexe Bestandteile hinzu. Ein gut proportioniertes Tanningerüst wirkt elegant, ergibt aber letztlich ein
dichtes Mundgefühl. Zerdrückte Kirschen bestimmen den aromatischen Abgang. Nach dem zweiten Schluck ist man
ziemlich perplex welch faszinierende Intensität Christoph Perrot-Minot dieser Lage entlocken kann. (2016-2045)
Domaine Perrot Minot - Chambolle Musigny 1er Cru “La Combe d’Orveau” Ultra
LOB 97: Nur aus zwei Reihen Reben gekeltert, die 1902 von Christophe Perrot-Minots
Großvater gepflanzt wurden. Diese Parzelle ist auf der einen Seite vom Musigny Grand Cru von
Jacques Prieure und auf der anderen Seite vom Musigny Grand Cru von Domaine Vogue
umgeben. Bereits im Nasenbild zeigt dieser Wein viel Stoff und Kraft. Am Gaumen treibt seine
Frische alles nach vorne. Komplexe rote Früchte dominieren neben floralen Eindrücken.
Grandiose Harmonie und Länge führen in einen herzerwärmenden Abgang. Ein Gänsehautwein! (2018-2056)
Domaine Perrot Minot - Chambolle Musigny 1er Cru “Les Fuees”
LOB 96: Deutlich von Kalk geprägt, somit sehr mineralisch und dies schon im Nasenbild. Les
Fuees ist von Exposition und Hanglage die Verlängerung des berühmten Bonnes Mares,
lediglich eine Straße trennt die beiden Parzellen. Rote Früchte, reife Erdbeere und Himbeere.
Delikat und mit herrlich feinem Tannin unterfüttert. Süßlich wirkende florale Eindrücke kommen langsam noch hinzu. Hier muss man genau hinschmecken, um alle Nuancen dieses unglaublich finessenreichen Weines zu ergründen. Diese elegante Komplexität kann man nur den besten
Lagen des Burgunds entlocken. (2016-2046)
Domaine Perrot Minot - Chambolle Musigny “Vieilles Vignes”
132
LOB 93+: Dunkles, aber transparentes Rot. Rote und dunkle Früchte sind sofort präsent. Mit
dem Säurespiel kommt eine herrliche Blutorange auf, die alles in Bewegung hält. Hierdurch ist
dieser Wein extrem elegant und vielschichtig. Wie in kaum einem Jahrgang zuvor hat Christoph
Perrot-Minot eine drakonische Selektion betrieben. Dieser grandiose Village beweist, dass sich
die Arbeit gelohnt hat. (2014-2039)
Frankreich - Burgund - Cote d’Or
‡Domaine Perrot Minot 2010
Domaine Perrot Minot - Chapelle Chambertin Grand Cru
LOB 97+: Dunkles, aber transparentes Rot. Unheimlich viel Frucht vom Ansatz weg: Zwetschge Herzkirsche und
erdige Eindrücke. Wieder sehr elegant und voller Finesse, als ob er einem am Gaumen zergeht. Wie der Saft einer
frisch aufgeschnittenen Blutorange, so läuft er einem den Gaumen herunter. Vorsicht! Hier wird einem das Schlucken
leicht gemacht. Ein unglaublicher Charmeur, der einem das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. (2017-2057)
Domaine Perrot Minot - Clos de Vougeot Grand Cru
LOB 96-97: Diese Parzelle konnte Christoph Perrot-Minot im Jahr 2004 (nur zwei Jahre
bevor die restliche Domaine Engel an Francois Pinault verkauft wurde) von Philippe Engel
erwerben. Es handelt sich hier um knapp 70 Jahre alte Reben und genau dies spürt man sehr
deutlich. Frisch gehacktes Fleisch, Kirschen, Graphit und zerstoßenes Gestein. Rote Früchte
und Gewürze kommen am Gaumen langsam, aber immer deutlicher zum Vorschein. Einerseits
robust und klassisch, was der Charakter dieser Parzelle sein dürfte, andererseits aber elegant
und zugänglich, so ist er eine nahezu ideale Mischung aus Anlage und Erziehung, die man
kaum hätte besser komponieren können. (2016-2057)
Domaine Perrot Minot - Mazis Chambertin Grand Cru
LOB 97: Immer einer der dichtesten und fleischigsten Weine bei Perrot-Minot. Im Nasenbild unterscheidet er sich
deutlich von den anderen Chambertin. Eine faszinierende Mischung aus Beerenfrüchten, die von kräftiger Textur
getragen wird. Gestützt von mundfüllenden, aber weichen Tanninen wird er immer länger und scheint noch extraktreicher zu werden. Vollkommen überzeugend und jetzt schon Hedonismus vermittelnd. (2015-2059)
Domaine Perrot Minot - Mazoyeres Chambertin Grand Cru
LOB 98+: Die besten Parzellen dieser vielleicht am wenigsten bekannten Chambertin-Lage sind
seit langer Zeit im Besitz der Familie von Christoph Perrot-Minot. Nur aus diesem Teil ergeben
sich dichte und komplexe Weine, die zur absoluten Spitze des Burgunds gehören. So auch in diesem Jahr: verschwenderisch fruchtiger Antrunk, der von reifen Beerenfrüchten und Mineralität
bestimmt ist, dann immer stoffiger und würziger werdend. Das Ganze wird durch einen immensen Zug gestrafft und so immer länger und fokussierter. In diesem Jahrgang ist er deutlich feiner als in den letzten
Jahren, diese ätherische Präsenz gepaart mit seinen dichten Aromen macht seine Faszination aus. (2018-2060)
Domaine Perrot Minot - Nuits Saint Georges 1er Cru “La Richemone” Ultra
LOB 97+: Unglaublich pure Kirsche, nicht überreif, sondern archetypisch und genau richtig. Diese Frucht
dominiert diesen Wein in einem Maße, wie ich es sonst vielleicht bei keinem anderen Wein erlebt habe und deutet
schon darauf hin, wo stilistisch die Reise hingeht: Eleganz, Finesse und noch mal Eleganz und Finesse. Mit diesen
1902 gepflanzten Reben will Perrot-Minot zeigen, dass Nuits Saint Georges mit den allerbesten Grand Crus aus
Vosne Romanee mithalten kann. Dies beweist er von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr ist ihm der vielleicht eleganteste
Weine seiner bisherigen Karriere gelungen. Elegant heißt hier spielerisch, dabei aber unheimlich lang und scheinbar
mit einem immensen Extrakt gesegnet. (2016-2051)
Domaine Perrot Minot - Vosne Romanee 1er Cru “Les Beaux Monts”
LOB 96+: Nördlich von Richebourg und gerade oberhalb von Grand Echezeaux gelegen
vereinigt diese Lage die Kraft des Richebourg und die Eleganz von Echezeaux. Dunkles Violett
mit aufgehelltem Rand. Darjeeling, Kirsche und Himbeere. Im Antrunk fein, gleichzeitig aber
auch fleischig. Mit viel Mineralität ausgestattet, die in Kombination mit dem Säurespiel eine
betörende Spannung ergibt. Trotz seiner kräftigen Attribute bleibt er immer straff geformt und
gleichzeitig spielerisch. (2015-2049)
Domaine Perrot Minot - Vosne Romanee “Champs Perdrix”
LOB 94+: Direkt oberhalb der berühmten und sagenhaft teuren Grand Crus Vosne Romanees gelegen. Würzig und
opulent blaufruchtig drücken sich die Aromen an die Oberfläche. Man erkennt feine Tannine. Er unterscheidet sich
vor allem durch sein blaubeeriges Fruchtspektrum von Vosne Romanee Village, zusätzlich hat er nochmehr Fleisch
und Substanz. Im Grunde umgibt ihn eine stilistische Kühle, die ihn edel und distinguiert erscheinen lässt. Einer der
2010er, denen man etwas mehr Zeit geben sollte. (2015-2043)
Domaine Perrot Minot - Vosne Romanee “Vieilles Vignes”
LOB 92+: Tiefes Rot. Im Antrunk fleischig, aber auch elegant. Sofort dominieren Kirsche und
etwas Blaubeere. Feine Gewürze stützen die fast opulente Frucht. Sehr versammelt und zentriert
entwickelt sich der Abgang über den Gaumen. Ein herrlich klassischer und saftiger Vosne
Romanee. (2013-2037)
133
Frankreich - Cahors
‡Chateau du Cedre 2010
Die Appellation Cahors ist uralt und hat eine große Reputation
in der Weinwelt. Allerdings: Sehr gute Cahors-Weine sind
dünn gesät. Zu den außergewöhnlichsten zählt das Chateau du
Cedre, sprichwörtlich: Der weiße Rabe von Cahors. Hier
produziert Pascal Verhaeghe einen der am meisten gerühmten
Weine Süd-West-Frankreichs. Alte Reben, niedrige Erträge
(eine Rarität in Cahors), lange Fermentation, malolaktische
Gärung und Reifung in Eichenfässern, eine minimale
Soutirage und fertig. Das Resultat ist erstaunlich! Cedres
Weine sind in ihrer Jugend hochcharmant, haben aber auch
das Gerüst für 10-15 Jahre Kellerung. Die Grande Cuvee steht
qualitativ ganz einsam an der Spitze der Appellation und
gehört ganz sicher zu den großen Weinen der Welt.
Chateau du Cedre - Cahors Vieilles Vignes “Grande Cuvee”
LOB 98-99: Über 50 Jahre alte Reben und nur 35 hl/ha Erntemenge. Dramatische Nase, die mit
satter Lakritze und einem Hauch Teer dann von roten und schwarzen Kirschen zu blauen Beeren,
Johannisbeere und Brombeere überleitet. Es folgen florale Noten, Veilchen und Rosenblätter.
Darunter deuten stützende Terroirnoten und ein Hauch Moschus immense Tiefe an. Ab dem
ersten Gaumenkontakt wird man von der Finesse und Fruchtintensität berauscht, die Ähnlichkeit
zum tollen “Le Cedre” ist eindeutig, die Grande Cuvee setzt in der Feinheit und Tiefe nur nochmal einen drauf! Die Aromen sind deutlich massiver. Ein ultralanger Wein mit einer Harmonie
und Feinheit, Finesse und Hedonistik, die man einem Malbec einfach nicht zutraut. Pascals
bester Wein und das Sinnbild dafür, was ein begnadeter Winzer und perfekte, natürliche
Bedingungen aus Malbec erschaffen können. Grandios! 100% Malbec. Ausbau 24 Monate in neuem französischen
Holz 500 Liter Tonneau. (2020-2055)
Chateau du Cedre - Cahors Vieilles Vignes “Le Cedre”
LOB 95+: Sehr komplexes aber auch delikates Nasenbild: rote Beerenfrüchte, Marzipan,
Zwetschgen, wieder Marzipan und Blaubeeren. Der Antrunk ist verführerisch elegant und ungeheuer spielerisch, dabei zeichnet ihn aber auch seine fein ziselierte Dichte aus. Mit jeder
Sekunde scheint seine Intensität am Gaumen zu wachsen. Dabei bleibt die so präsente Kraft aber
gezügelt, das perfekte Tannin macht es möglich. Der zusammen mit dem sehr ähnlichen 2009er
feinste Le Cedre, den Pascal Verhaege je gemacht hat, aber vermutlich auch der beste. 100 %
Malbec. Ausbau 2 Monate zu 80% im neuen Barrique, Ertrag ca. 30 hl/ha. (2018-2040)
134
Spanien - Rioja
‡Bodegas Artadi 2010
2010 war als Jahrgang mit seiner Kühle in der Blütezeit und
der immensen Hitze im September nicht so ausgewogen wie
2009. Die Weine sind immens in der Frische und Rasse, der
Charakter der Beschreibungen des nochmal parallel verkosteten 2009er stimmen ganz ohne Zweifel stark überein. Der
Schmelz und die Fruchttiefe fallen 2010 jedoch klassischer,
typischer für die Rioja aus, der 2009er Jahrgang bleibt ein herausragendes Unikat immenser Balance und harmonisch
fruchtiger Tiefe im großartigen burgundischen Stil. 2009
Artadi ist nach meiner Erfahrung das Beste der bisherigen
Wein-Geschichte Spaniens und die Finesse pur, bessere reine
Tempranillo habe ich noch nicht verkostet.
Bodegas Artadi - Rioja “Biurco La Poza de Ballesteros“
LOB 94-95+: Der La Pozo liegt im Ort Biurco in der Gemarkung Elvillar, ein Westhang (volle
Tagessonne), der im tiefsten Punkte von einem kleinen Bach (im Sommer trocken) von der im
Osten wieder aufsteigenden Lage Valdeparaiso (Laguardia) getrennt wird. Nur 3,5 Hektar groß,
davon werden nur 10% separat vinifiziert, der Rest ist Bestandteil des Pagos Viejos. Keine 200
Flaschen davon kommen nach Deutschland! 2800 Pflanzen pro Hektar, mit über 40 Jahren im Durchschnitt ein
älterer Rebbestand als der Osthang. Ganz armer, karger, blassbrauner Sandboden mit weißem Kalkstein und Kreide
vermischt. Dunkles Violett-schwarz-rot. Heißere, gekochtere Nase als der ungemein fische Valdeparaiso, satte
Wucht, Kaffee, dominikanischer Tabak, Schokolade, Praline, fast Nutella, schwarze Kirsche, sattes Cassis, blind als
Gragenwein aus Saint Emilion vermutet. Trotz der tiefen Note immer fein und verspielt bleibend, neben Saint
Emilion ein tiefes Grand-Cru Nasenbild aus der Cotes de Nuits, Clos de Vougeot. Ungeheuer saftiger Mund, alles
strömt, frische Zwetschge, Kirsche, Cranberry, satte provencalische Kräuter, im Mund an prephyloxera us Toro
erinnernd. Koreander mit extrem dunkler Milchschokolade, Koreander hallt Minuten nach. Eingekochtes Kompott,
dazu kommt aber die tolle frische Säure mit Kirsche und Zitronengras hoch. Ein begeistend rassiger Wein mit
sensationellem Nachhall, alles wird belegt, tief und groß und frisch und vibrierend. Nur das “Bessere” aus eigenem
Haus ist hier der Feind des Guten. Großer und faszinierender Wein. (2016-2040)
Bodegas Artadi - Rioja “Montes El Carretil“
LOB 96-97: 100% Tempranillo. Eine nur 5 Hektar große Einzellage (nur 10% separat vinifiziert
und abgefüllt) in Form eines Halbrunds, ein Amphitheater wie auch der El Pison. Der
Weingarten liegt auch in Laguardia, am gleichen Berg wie der El Pison, nur einge Höhenmeter
tiefer. Wie der Pison auf Kalkstein und purem Kalksandsteinfelsen mit sandig, lehmiger Auflage.
Die geringere Höhe der Lage (man muss ergänzen, dass Carretil und Picon die zwei höchstgelegensten Lagen Artadis
und der Rioja sind) und die leicht andere Exposition am gleichen Berghang muss wohl den Unterschied ausmachen.
Der Carretil war früher schon mal separat vinifiziert worden, er firmierte damals unter “Grandes Annades”. Da gab
es ob der unendlichen Rioja-Power auch schon mal 98 Punkte von Parker. Das Halbrund hat eine Südost-Exposition.
Ganz armer Boden, die nicht bewässerten uralten Pflanzen (> 80 Jahre) müssen schon richtig nach unten arbeiten.
Extrem dunkles Schwarzrubin. Die reifste Nase aller Artadi Weine. Schwarzkirsche, Nutella, reife Zwetschge, rote
Kirsche, Schoko, Tabak, Creme de Cassis. Wenn der La Poza ein Garagenwein aus Saint Emilion war, ist das hier
direkt der Südhang Saint Emilion, Pavie mit Tertre Roteboeuf und Larcis Ducasse. Aber deutlich mehr Vibration und
herrliches Spiel der Frische. Die Rasse der weltbesten Tempranillos ist schwer zu toppen. Im Mund aufgelöste
Kirschkerne, Marzipan mit Milchschokolade, Schwarzkirsche und frische Zwetschge, belgische Pralinen, alles
unterlegt von frischer Cranberry, Rosenblätter, immens frische und doch ausgewogene Säure, rote Johannisbeere im
zweiten Schmecken, so ungemein verspielt und lang und zugleich so viel Kraft und Wucht, aber nie fett, nie Ribera
del Duero, immer auch zarter Rioja bleibend. (2017-2050)
135
Spanien - Rioja
‡Bodegas Artadi 2010
Bodegas Artadi - Rioja “Pagos Viejos“
LOB 94-95+: Der Pagos Viejos ist der Blend aus den 3 Einzellagen “Montes El Carretil”,
“Biurco La Poza” und “Valdegines”. Ab 2009 werden kleinste Mengen dieser drei Lagen auch
separat vinifiziert, 90% der Lagen verbleibt jedoch in der Cuvee. Die in homöopatischer
Dosierung erzeugten Einzellagen (mehr ein Spiel zur Demonstration der Unterschiede denn eine
kommerzielle Entscheidung) sind wegen der unterschiedlichen Trroirs individuell ausgepägter,
das macht schon Sinn, oder doch zumindest erweitert es den Geschmackshorizont. Die deutlich höhere Qualität als
die extrem ausgewogene und archetypische Rioja-Cuvee “Pagos Viejos” erreicht aber wohl nur der sehr teure
Carretil, früher manchmal als Grandes Annades schon separat gefüllt. Komplexer Duft von roten und schwarzen
Johannisbeeren, Tinte, Gewürzen, Zedernholz und Tabak. Schwarze und rote, süße Kirsche mit dunkler Schokolade,
etwas Sauerkirsche und Cassis, feinster und fülliger Schmelz. Tief, wollüstig und ungeheuer lang im Abgang.
Großartig! (2015-2035)
Bodegas Artadi - Rioja “Valdegines“
LOB 93+: 100% Tempranillo wie alle Artadi Weine der Rioja. Aus dem Pagos Viejos
ausgekopplete Einzellage namens Valdeparaiso (die aus rechtlichen Gründen nun aber doch
Valdegines heißen muss) von 7 Hektar, gehört zur Gemeinde Laguardia, Kalkstein und sandiger
Lehm. Nur 10% davon wird separat als Einzellage vinfiziert. 2700 Pflanzen pro Hektar,
überwiegend horizontal in Reihen gepflanzt, auch einige Terassen in Steillagen. Ein Hang mit Ostexposition (nur
Morgensonne) über einem kleinen Bach, direkt vis a vis der Westexpositions-Lage La Poza auf der anderen Seite des
Baches. Der Wein ist dunkelviolett-rot. Extrem offene und duftige Nase. Blaubeere, nussig und auch Kokosnuss.
Schwarzkirsche, etwas Atizipation an Ribera del Duero. Dann kommt rote Kirsche, feine und zart, Cranberry,
florale Noten, Rose und Flieder, ein ätherischer, fast etwas burgunderhafter Wein mit berauschend feinem Duft.
Überraschen frischer Mund mit Chambolle-Musigny-hafter Zartheit, sehr filigran. Allerdings doch ein fetteres Jahr
im Burgund, ein bißchen mehr Dampf gibts im größten Riojajahr der bisherigen Geschichte schon. Assoziation an
Zitrusfrüchte, wirklich tolle Frische, Pampelmuse und rote Johannisbeere, die Blaubeere weicht zurück, Cassis
scheint durch. Ein filigranes Fruchtbündel mit vibrierender Länge, zartes seidiges Tannin kommt mit frischer
Zwetschge im Nachhall wieder hoch, ein begeisternder Spaßmacher, der ob dieser Eigenschaften eine echte
Bereicherung der Artadi-Weine ist. (2015-2033)
Bodegas Artadi - Rioja “Vina El Pison“
LOB 98: Seit Generationen im Besitz der Familie La Calle, der Ur-Ur-Großvater pflanzte die
Reben, schon damals war man intuitiv schlau in Bezug auf das Terroir. Einer der höchst
gelegensten Weinberge der Rioja in Laguardia. Eine winzige Kalksteinlage mit ozeanischem
Muschelkalk und darunter liegendem Kalkstein und Kreide über einem ausgetrockneten Bach in
Form eines Amphitheaters. Ein guter Hektar im Brennglas. Uralte, im Durchschnitt weit über
100 Jahre alte Tempranillo. Immer noch kerngesund, aber natürlich winziger Ertrag, eine grüne Lese bei den
Methusalem-Reben kann man sich schenken. Eine der besten Lagen Spaniens überhaupt mit dem Abo auf 100
Punkte, mit Peter Sissecks Pingus wohl der beste Ausdruck der Rebe überhaupt und dem Pingus in der Finesse noch
überlegen. Das ist das Optimum in Spanien! Dunkles Rubin mit schwarzen Reflexen und violettem Rand. Wie eine
Explosion kommt die wuchtige, ätherische Nase aus dem Glas. Walnuss und Kokosnuss, dominikanischer Tabak,
belgische Pralinen, Schwarzkirsche und sattes Cassis, immer aber fein bleibend, nie die fette Ribera del Duero
Blaubeere zeigend, eher Brombeere. Seidige, hoch intensive Verspieltheit, La Tache mit Monfortino und etwas
Colgan, richen reicht absolut aus! Im Mund kommt eine Explosion, komplex in der Vielschichtigkeit bis zum
Abwinken. Sauerkirsche, Mon Cheri, duftig zarte schweizer Schokolade, Kirsche und nochmal Kirsche, rote und
schwarze Johannisbeere, Cohiba-Zigarre, provencalische Kräuter mit Majoran und viel mehr Koreander, feinste
Walderdbeere, Nutella, Holunder, Brombeere, Rosen, und alles vibriert immerzu. Bei aller Wucht so filigran und
voller Finesse. Der Wein tänzelt weiter, verbleibt für Minuten auf der Zunge, das ist die pure Rasse und Finesse mit
der höchst vorstellbaren Intensität. (2018-2050)
136
Spanien - Toro
‡Teso la Monja 2010
Die in der Rioja berühmte und alteingesessene Familie
Eguren hat 2007 das bis dato berühmteste und teuerste
Weingut Toros, Numanthia, an einen internationalen Konzern
verkauft. Kasse machen nennt man das wohl. Aber die
Egurens hatten Jahre zuvor schon weitere, uralte Weinberge in
der Nähe, unabhängig von Numanthia, dazugekauft. Beste
Lagen in Dehesa La Granja, über 100 Jahre alt. Das neue,
traumhaft schön konzipierte Musterweingut hat die gleiche
Klasse, nein, eher noch besser! Die ebenfalls nach Süden
ausgerichteten Rebflächen mit ihren sandigen Lehmböden
sind, wie zuvor Numanthia, mit Tinta de Toro bestockt, einer
alten, autochthonen Rebsorte, die mit der Tempranillotraube
verwandt und perfekt an die klimatischen Bedingungen der
Region angepasst ist. Auch auf Teso la Monja stehen fast nur
wurzelechte Reben, die überwiegend über 100 Jahre alt sind.
Die Erträge pro Hektar sind niedrig, die Ernte erfolgt per
Hand und in der Bodega wird nochmals streng selektiert. Es
wird nur mit organischen Materialien gedüngt: Alles in allem
perfekte Bedingungen für einen wirklich großen und sehr
individuellen Wein!
Teso la Monja - Alabaster
LOB 97-98+: Schon in der Nase deutlich fetter als die anderen beiden Weine. Der Alabaster hat,
wie es sich für einen “Erstwein” gehört, deutlich mehr von allem als die beiden günstigeren
Weine aus gleichem Hause. Was einen wirklich verblüfft, ist dass er auch deutlich mehr Eleganz
hat. Ein unglaublich subtiler Wein, der ganz im Still seiner kleinen Brüder, zunächst extrem charmant ist und dann allmählich immer präsenter wird. Der Nachhall ist berauschend lang. Durch
seine Eleganz und Komplexität sind die Aromen kaum zu fassen. Die Geschmacksorgane sind
ob dieser Sensation noch viel zu irritiert. Der Wein scheint durch den Gaumen zu schweben. Einer der großen Weine
Spaniens. In dieser Form hat man Tempranillo noch nie probieren dürfen. Man darf nur gespannt sein, ob das in den
kommenden Jahren so weiter geht oder ob die Egurens, wenn so etwas überhaupt machbar ist, noch einen drauflegen können. (2017-2045)
Teso la Monja - Almirez
LOB 93+: Johannisbeeren, Vanille und Gewürznoten. Sehr feines Säurespiel, ungeheuer frische
Blaubeeraromen, die sich zu wieder zu Johannisbeeraromen wandeln. Die erste Assoziation ist
sofort 1Cru aus Vosne-Romanee. Tolle Eleganz für einen Torowein. (2014-2028)
Teso la Monja - Victorino
LOB 95-96: Ätherisch aufsteigende blaubeerige Aromen, im Stille eines
großen Margaux. Zunächst wirkt er sehr verspielt, die Tannine sind sehr seidig, doch nach einiger Zeit kommt die immanente Intensität durch. Gerbstoff
und Säure umgarnen die Zunge. Der Gesamteindruck wird aber auch inmNachhall durch den
spielerischen Aspekt dominiert. Gerade als man denkt das alles vorbei ist, drückt sich die
Intensität an der Eleganz vorbei in den Vordergrund. Ein wirkliches Sinneserlebnis! (2016-2040)
137
USA - Californien
‡Ridge 2010
Ridge - Monte Bello
Ridge's Wein-Philosophie: Wir glauben, dass die interessantesten Weine, also diejenigen, für die die Seele des Menschen
am empfänglichsten ist, Klima und Boden ihrer Heimat verinnerlicht haben müssen. Nur dann, wenn der Charakter eines
Weines eng mit den Wurzeln seines Anbaugebietes verbunden
ist, die eigentlichen Produktionsprozesse diesem Tenor untergeordnet sind, offenbart sich uns in ihm Erdverbundenheit. Diese Weisheit von Paul Draper, dem philosophischen
Großmeister der kalifornischen Weinszene und Gründer von
Ridge in seiner jetzigen Form, bringt etwas rüber, das in der
Moderne der Weinerzeugung kaum noch zu finden ist.
LOB 96-98: Einem extrem verregneten Winter folgte die späte Blüte erst zu Ende April. Auch
der Frühling war bis in den Juni kühl und weiterhin verregnet. Die entscheidende Zeit im
Sommer war dann überdurschnittlich gut, trocken, nicht heiß, nicht feucht und fast völlig
Nebelfrei, was sehr außergewöhnlich ist in den Santa-Cruz-Bergen über dem Silicon-Valley. Die
Auslese und grüne Ernte noch vor der Beerenverfärbung wurde 2010 extrem gesteigert, bis 45%
der Beeren wurden entfern und weiterhin täglich penibel jegliche beschädigte Beere ausgelesen, eine ungeheure
Handarbeit. Die Petit Verdot Rebzeilen wurden zusätzlich mit Sonnenreflektoren ausgestattet um die Photosynthese
zu erhöhen. Das extrem perfekte Wein-Wetter des Sommers und Herbstes erlaubte dann nach einer weiteren kühlen
Periode Anfang Oktober eine ungewöhnlich späte Ernte, Ende Oktober bis zum 5. November!. Die verlorene
Reifungszeit der späten Blüte wurde vollständig kompensiert. Die Ernte (nur Handlese in winzigen Körben mit
anschließender erneuter Auslese auf dem Förgerband im Keller) wurde nach verschiedenen Lagen in 49 verschiedenen (kleinste Einzellagen eben) Gärbehältern vergoren (Naturhefe). 2010 verfügt über extrem satte, dunkle Farbe
und mittlere bis hohe Tanninwerte, der Presswein wurde aus dem Grund vollständig separat gehalten, die
Entscheidung über eine anteilige Zugabe erfolgt später. 2010 zeichnet sich schon nach derVergährung, also von
Beginn an aus als ungeheuer duftig und fruchtstark. Der Wein scheint strukturierter, vielschichtiger und komplexer
zu sein als die meisten Vorgänger. Ein außergewöhnlich finessereicher, extrem komplexer und fast sensationeller
Blend von Kaliforniens bester Lage auf Kalksteinterrassen in Hochlagen. Groß! (2018-2050)
138
Schweiz - Bündner Herrschaft
‡Gantenbein 2010
Der beste Burgunder der Schweiz, gewachsen auf den
Höhenlagen der Bündner Herrschaft mit den so typischen,
großen Temperaturunterschieden vom Tag zur Nacht. Martha
und Daniel Gantenbein sind schon jetzt legendär, ihre Weine
(Pinot Noir und Chardonnay) sind ungemein schwer zu
bekommen, sie sind leider immer schon in der Subscription
ausverkauft. Kultweine! Das Geheimnis der Gantenbeins
liegt, wie bei allen Weltklassewinzern, im Weinberg. Martha
und Daniel gehen mit einer fast unglaublichen Akribie durch
den Weinberg (nur 6 Hektar Pinot Noir auf Schiefer und
Kalkböden und 1 Hektar Chardonnay) um faule und unreife
Trauben zu entfernen. Mit täglich neuer Engelsgeduld werden
hier selbst die unreifen Nachtriebe entfernt, damit nicht durch
die Unachtsamkeit eines Erntehelfers mal eine solche Traube
ins Lesegut gerät. Die winzigen Erträge von ca. 25 hl/ha werden in Ganztraubenpressung verarbeitet und nach der
Vergärung in offenen Holzbottichen sämtlich in neuen
Burgunder-Barriques ausgebaut. Die Weine kommen später
unfiltriert und ungeschönt auf die Flasche. Das Ergebnis der
akribischen Artbeit: Der Ertrag ist so winzig, man muss um
jede Flasche kämpfen! Aber das lohnt sich, denn viele Grand
Crus aus dem Burgund werden nach 10 Jahren in einer
Blindverkostung in den Schatten gestellt. Großer, großer
Stoff! Der sensationelle, ultrarare Chardonnay kommt leider
nie über die Subskriptionsphase hinaus. Der vor dem Verkauf
10 Jahre im Barrique ausgebaute Tresterbrand gehört mit den
Grappe von Berta zum Besten der Welt.
Gantenbein - Chardonnay
LOB 95-97: Schöne Zirtusfrucht mit Pfirsich und Birne. Extrem komplexer, großer Burgunder
mit sattem Schmelz und feinster Buttrigkeit. (2015-2032)
Gantenbein - Fläscher Pinot Noir
LOB 97+: Der archetypische, vorbildhafte Pinot Noir der Bündner Herrschaft. Der beste
Rotwein der Schweiz und seit Jahren zur Weltelite gehörend. Tiefrot, extrem komplexes Nasenbild. Satte Kirsche
neben einem Hauch Johannisbeere und frischer Zwetschge. Rassige Nervigkeit, schöne Extraktsüße, der Wein singt
und hallt lange und samtig nach. Eine “Clos de Vougeot” Charakteristik mit etwas “Bonnes Mares”. Einer der
wenigen großen Burgunder außerhalb Frankreichs. (2016-2038)
139
Schweiz - Bündner Herrschaft
‡Thomas Studach 2010
In der Nachbarschaft zur Familie Gantenbein aus Fläsch produziert dieser Ausnahmekünstler auf seinem winzigen 3 ha
kleinen Weingut fantastische Weine. 1988 übernahm er die
Reben in Malans von seinem Großvater und Vater. Thomas
Studach arbeitet nach strikt qualitätsbezogenen Kriterien und
extrem naturnah. Die rigorose Beschränkung der Erträge und
der Ausbau in neuen Barriques machen diese ultrararen Weine
zu Aushängeschildern der Region. Den Vergleich zu den
Gantenbeins muss Thomas Studach nicht scheuen, er liegt
nicht sehr weit dahinter, auch er erzeugt Weine von immenser
Tiefe, Komplexität und Langlebigkeit. Der Wermuthstropfen?
Fast noch rarer als Daniel und Martha Gantenbeins Weine!
Thomas Studach - Studach Chardonnay
LOB 94-95: Glänzendes Goldgelb. Frisch angeschnittene Grapefruit, Holunder, feines Holz
und, so ungewöhnlich das auch klingen mag, geschmolzenes Gestein. Dann folgt reife Orange,
ganz frisch gezupfter Thymian und Salbei. Im Antrunk ist er für einen kleinen ersten Moment
weich, doch dann dominiert trotz der immensen Vielschichtigkeit und Komplexität doch seine
Geradlinigkeit. Ein aufbrausendes Säurespiel setzt seine reifen Komponenten in Bewegung und unterstreicht seine
immense Länge und Mineralität. In einer Blindprobe würde man ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit zwischen
Chassagne-Montrachet und spielerischem Corton-Charlemagne ansiedeln. Ein toller Wein von der Klasse des
Gantenbeinschen Chardonnays und damit einer der zwei besten Chardonnays der Schweiz. (2013-2027)
Thomas Studach - Studach Pinot Noir
LOB 96: Blasses Ziegelrot mit schwarzblauen Reflexen. Sauerkirsche, Brombeere, Anis,
Kardamom, Hibiskus und schwarze Johannisbeere. Schon in der Nase eine herrliche Frische. Am
Gaumen kompakt, dicht und drückend, gleichzeitig aber fast leicht und sehr verspielt erscheinend. Langsam erhöht sich seine Intensität und seine kompakte Art wandelt sich zu mehr Offenheit, um mehr
Gewürze, Johannisbeere und Sauerkirsche freizulegen. Der feine Gerbstoff unterstreicht dieses ungemein harmonische Mittelstück. Der Abgang ist so langsam, sanft und fein, dass man sich an einen großen Volnay 1er Cru aus einem
tollen Jahr erinnert fühlt. Ich hätte nicht erwartet, einen zweiten Pinot Noir in der Schweiz mit Gantenbeins Klasse
zu finden. (2014-2035)
‡Mattmann 2010
2005 kaufte Thomas Mattmann in Zizers das nur 5 ha große
Weingut, sein mit Leidenschaft überwiegend organisch betriebenes Lebenswerk. Ein echter Geheimtipp, zumindest im
Ausland, denn die Schweizer rennen ihm schon so langsam
die Bude ein! Die bis zu 60 Jahre alten und zum Teil noch
wurzelechten Reben werden penibel gepflegt und es wird
weitestgehend auf chemische Hilfsmittel verzichtet. Bei den
Rotweinen setzt Mattmann auf extrem geringe Erträge, Lese
per Hand, Spontanvergärung, vorsichtigen Holzeinsatz, ohne
jegliche Schönung oder Filtrierung. In seinen Weinen kommen Terroir, Rebsorte und Jahrgang optimal zum Ausdruck.
Mattmann - Chardonnay
LOB 95-97: Schönste Zitrusfrucht mit Pfirsich und Birne. Extrem komplexer, großer Burgunder
mit sattem Schmelz und feinster Buttrigkeit. (2015-2032)
Mattmann - DER MATTMANN Pinot Noir
LOB 95+: Reife Kirsche, Anis, angeflämmtes Holz, aber auch eine Spur
Fruchtsüße. Sehr knackig und lupenrein. Am Gaumen wieder Kirsche und
Gewürze. Sehr gute Länge mit pikantem Spiel zwischen Säure und Frucht. Holz, Gewürze und
Frucht fließen immer mehr zusammen. In der Oberklasse der schweizer Pinots. (2014-2030)
140
Deutschland - Mosel
‡Heymann-Löwenstein 2010
Um sich die Besonderheit dieses Jahrgangs vor Augen halten
zu können, sollte man wissen, welche Mengen produziert
worden sind. Es gibt lediglich 40 % Röttgen in einem ertragsmäßig durchschnittlichen Jahrgang und lediglich ein Fuder
Uhlen Roth Lay, von dem ich mir glücklicherweise eine kleine Menge sichern konnte. Diese geringe Menge ist den sehr
widrigen Verhältnissen des Jahrgangs geschuldet. Bereits eine
sehr unregelmäßige und verregnete Blüte dezimierte die
Erträge erheblich. Der kalte und regnerische Sommer hat die
Erträge zwar nicht weiter verringert, aber die sehr geringe
Reife im Herbst ermöglichte keine übliche Ernte. Erst Anfang
Oktober wurde das Wetter besser und die Trauben konnten
noch einiges an Reife nachlegen, noch reif bis hoch reif werden. Ein Großteil der Beeren war von gesundem Botrytis
befallen, dadurch wurde die Menge des Saftes in den Beeren
immer geringer. Durch den kühlen Jahrgangsverlauf sind die
Säuren sehr hoch geblieben. Das Schwinden des Saftes ließ
die Säurewerte noch zusätzlich ansteigen. So stiegen also spät
noch der Fruchtzuckergehalt, gleichzeitig aber auch die Säure
an. Ein weiteres Ansteigen der Säuren musste umbedingt verhindert werden, um Weine mit Gleichgewicht erzeugen zu
können, es musste also geerntet werden. Reinhard Löwenstein
zu Folge hat es solch einen Jahrgang bisher noch nicht gegeben: immense Säurewerte von bis zu 17 Promille, dabei aber
absolut reifes Lesegut, so eine Konstellation war bisher unbekannt. Hier sollte vielleicht betont werden, dass in der
Vergangenheit
vermutlich wenige Winzer solch ein Risiko
eingegangen wären, wie es Reinhard Löwenstein mit diesem
Jahrgang gemacht hat. Wenn sich das Wetter Anfang Oktober
nicht zum Besseren gewendet hätte, hätte es auch zum TotalAusfall kommen können. Das hohe Risiko wurde zwar einerseits mit 50 % Ernteausfall „bestraft“, andererseits wurden
denkwürdige Weine gekeltert. Nicht nur Reife und Säure sind
in diesem Jahrgang immens hoch, auch die
Trockenextraktwerte liegen in absoluten Rekordbereichen.
Hohe Werte deuten auf sehr intensive und langlebige Weine
hin. Der hohe Ernteverlust ließ diese Werte in diesem Jahr in
die Höhe schnellen, hatten doch die einzelnen Reben deutlich
weniger Trauben und Beeren zu versorgen, als in einem
durchschnittlichen Jahrgang. Das, was hier auf die Flasche
kommt, sind absolute Ausnahmeweine. Reinhard Löwensteins
Philosophie des Moselrieslings hat sich vor allem in diesem
Jahrgang als absolut schlüssig erwiesen, vereint sie doch die
Reife und Säure der Mosel mit einem eindrucksvollen und
unheimlich
anregenden,
sensorisch
trockenen
Geschmackserlebnis, wie man es sonst fast nirgends antreffen dürfte.
Riesling Erste Lage “Uhlen - Roth Lay” (trocken) ab April 2011
LOB 99-100: Reinhard Löwenstein: “Die Lehrbücher müssen neu geschrieben werden!”
Immense Säure und extrem reif zugleich. Satte Frucht und gesundes Lesegut. In der Nase noch
ziemlich verschlossen. Dichter Wiesenblütenduft und Steinmehl sind schon zu erahnen. Am
Gaumen sehr frisch, dann aber gleich auch sehr fruchtig. Diese Fruchtigkeit wird wiederum von
einem immensen Säurespiel und einer tiefgreifenden Mineralik im Zaum gehalten. Bittersüße,
kräutrige Momente wechseln sich mit reifem Weinbergspfirsich und mit deutlichen Eindrücken
von gemahlenem Gestein ab. Die sensorischen Eindrücke wandern zwischen diesen Polen sehr lange hin und her.
Bevor man wirklich in der Lage ist sich dafür zu entscheiden, ob nun Frische oder Frucht dominiert, wird das Ganze
von einer tiefgründigen Mineralik gebündelt. Dieser Jahrgang des Uhlen Roth Lay geht noch weit über ein durchschnittliches Niveau hinaus. (2013-2025)
141
Deutschland 2010
Ich wage die Prognose, dass 2010 als einer der zu Unrecht unterschätztesten Jahrgänge in die Geschichte eingehen
wird. Diese Prognose gilt jedoch nicht uneingeschränkt, sondern lediglich für die besten Winzer in Deutschland. Ich
habe mir einen möglichst breiten Eindruck verschaffen wollen und gut 20 Weingüter persönlich besucht. Zusätzlich
besuchte ich, anders als in vergangenen Jahren, auch die Mainzer Weinbörse. Diese Weinbörse ist die
Jahrgangspräsentation des VDP. Hier kann man von den meisten VDP-Weingütern fast alle Weine probieren.
Mit diesem Jahrgang bewahrheitet sich in einem Maße wie vielleicht in keinem Jahrgang zuvor, dass es keine
schlechten Jahre gibt, sondern lediglich einen Unterschied zwischen guten und schlechten Winzern. Man kann nicht
leugnen, dass 2010 sicherlich einer der schwierigsten Jahrgänge der letzten 10 Jahre ist.
Vor allem im Rheingau und an der Mosel waren die Bedingungen sehr widrig. Nach einer unregelmäßigen Blüte, die
dazu führte, dass sich in den Trauben Beeren unterschiedlichster Reifegrade wiederfanden, blieb das Wetter den
Sommer über kühl und oft regnerisch. Glücklicherweise braucht Riesling nicht unbedingt hohe Temperaturen,
sondern lediglich eine durchschnittliche Sonneneinstrahlung um sein Wachstum voranzutreiben. Bis zur und
während der Erntezeit braucht es natürlich gewisse Grundtemperaturen und Trockenheit, um Weine von einer
vernünftigen Reife und aromatischen Komplexität erzeugen zu können. Äußerst günstig war daher der in allen
relevanten Weinbauregionen vorherrschende "sagenumwobene" goldene Oktober. Das Risiko bestand darin, bis
dahin mit der Lese zu warten! Die Mostgewichte stiegen noch einmal erheblich an und die phenolische Reife wurde
erreicht. Die schlechten Grundvoraussetzungen haben leider viele Winzer, die Angst vor einem Totalverlust hatten,
dazu bewogen, zu früh zu ernten. Die aus Furcht zu früh geernteten Weine sind nicht nur noch weit mehr als bei den
guten Winzern mit viel zu hohen Säuren belastet, sondern sie sind auch phenolisch unreif. Man kann natürlich dann
im Keller mit allen erlaubten Mitteln versuchen alles umzubiegen. Als Ergebnis bekommt man dann aber vollkommen identitätslose Weine, die nach zu starker Entsäuerung (etwas Entsäuerung mit Kalziumzugabe und anschließender Weinsteinausfällung mittels Kälte machte 2010 jeder Winzer in Deutschland), Schönung und Filtration nach gar
nichts mehr schmecken. Diesen Weinen ist manchmal noch nicht einmal mehr die notwendige Säure belassen
worden, sie schmecken teilweise seifig, wie ich bei meinem Besuch in Mainz feststellen musste. Mit der zu frühen
Ernte und anschließend brachialer Kellerarbeit konnten jedoch die Mengeneinbußen in Grenzen gehalten werden.
Alle guten Winzer hingegen haben erhebliche Ernteeinbußen zu beklagen. Diese liegen zwischen 20 und 40% und
unterscheiden sich sehr stark von Weinbauregion zu Weinbauregion. Am härtesten sind wohl die Mosel und der
Rheingau betroffen. Am besten ist die Nahe davongekommen.
Bei den besten Winzern, und von diesen berichte ich hier, hat 2010 elegante und spannende, rassige Weine
hervorgebracht, die absolut klassisch in ihrer Anlage sind und die nach einiger Zeit auf dem gleichen Niveau von
2004 und 2008 oder vielleicht sogar noch höher anzusiedeln sein werden.
Die restsüßen Weine muss man in diesem Jahrgang gesondert beurteilen. Die Brüder Haag, Hanno Zilliken, Dr.
Manfred Prüm, dessen Weine ich Ihnen erst im September anbieten kann, und natürlich Egon Müller sind hier besonders zu nennen. Die Kombination aus sehr hohen Mostgewichten und hohen Säurewerten haben Weine möglich
gemacht, die aromatische Tiefe und schwerelose Anmut miteinander kombinieren. Vor allem in den extrem hohen
Prädikaten Auslese, Auslese Goldkapsel, Auslese lange Goldkasel, Beerenauslese und Trockenbeerenauslese findet
man Weine von einer atemberaubenden Klarheit, Frische und Anmut, die in ihrer Stilistik mehr an extrem intensive
Auslesen erinnern, als einfach nur eine Steigerung des Süßegrades darstellen.
Im Rheingau haben Wilhelm Weil und Johannes Leitz sehr schöne, trockene Weine auf die Flasche gebracht. Welche
Qualitätsmaßstäbe hier herrschen, kann man daran erkennen, dass Johannes Leitz bei seinen Weinen aus dem
Rüdesheimer Berg maximal lediglich 20 hl pro ha geerntet hat. Und hier wurden keine restsüßen Weine mit hohen
Prädikaten erzeugt, daher ist dieser Wert besonders niedrig, denn hier wurde nur gesundes Traubenmaterial geerntet.
Aber wir sollten hier ganz ehrlich bleiben. Der Rheingau und die Mosel haben trockene Weine voller Finesse erzeugt.
Wektklasseniveau wird allerdings vor allem in der Pfalz, in Rheinhessen und an der Nahe erreicht. Bei den
Weingütern von der Nahe steht - wie sollte es auch anders sein - Helmut Dönnhoff an der Spitze der Region. Alle
seine Weine sind extrem klar gezeichnet und strahlen eine faszinierende Finesse aus, wobei auch reichlich Substanz
für eine zusätzliche Entwicklung vorhanden ist. Das gleiche gilt für die Weine von Frank und Werner Schönleber. In
Rheinhessen ist es ähnlich, die Weine von Klaus-Peter Keller und Philipp Wittmann sind von einem rassigen Spiel
getragen, was vor allem in dieser sich oft durch reichlich Reife auszeichnenden Region stilistisch sehr gut passt. Hier
wurden wieder einmal einige der besten trockenen Rieslinge des Landes gekeltert.
142
Deutschland 2010
Auch meinen Winzer aus der Pfalz sind in diesem Jahrgang besonders gute Weine gelungen. Bei Vater und Sohn
Becker sind selbst die Pinots reif und auch feinstoffig. Steffen Christmann und seine Mannschaft haben genauso wie
Stephan Attmann, vom Pfälzer Weingut von Winning (ehemals Dr Deinhardt) eine absolut beeindruckende
Kollektion trockener Weine vorzuweisen. Attmanns Weine zeichnet ein atemberaubender Purismus aus, während es
bei Christmanns saftig-stoffige Weine gibt, die mit ihrem warmen Fruchtkern in diesem Jahrgang wohl ihresgleichen
suchen werden. Baden unterscheidet sich in diesem Jahr deutlich von den nördlicheren Regionen. Hier gibt es bei
allen Winzern tolle trockene Weine. Und dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um rote oder weiße Weine handelt.
Besonders hervorheben möchte ich die Weißweine von Alexander Laible, die in diesem Jahr zur Spitze Deutschlands
gehören. Aus Baden stammt auch der einzige Betrieb, den ich in diesem Jahr neu aufnehme, das Weingut Reinhold
& Cornelia Schneider. Diese tolle Neuentdeckung vom Kaiserstuhl möchte ich Ihnen besonders ans Herz legen.
143
Deutschland - Mosel Saar Ruwer
‡Fritz Haag
Oliver Haag in der Sonnenuhr
Wilhelm und Oliver Haag
Es gibt keinen Winzer an der Mosel, der ähnlich gleichmäßig in allen
Qualitätsstufen und Jahrgängen überzeugen kann. Mit seinen edelsüßen Weinen steht er mit einer Handvoll Kollegen an der Weltspitze
des Rieslings. Auch die trockenen Weine begeistern mit herrlich
frischer Frucht und rassiger Säure. Wilhelm Haag, und vielleicht
noch mehr sein Sohn Oliver, gehören für uns auch zu den besten
Erzeugern trockener Rieslinge, was seit dem Jahrgang 2007 und
Oliver Haags Handschrift eher noch deutlicher wird. Im QbA steht
Haag für uns sogar unter den besten drei. Kein Wunder, gibt er doch
einen nicht unerheblichen Teil der aus extremer Steillage gewonnenen Spätlesen mit hinein. Der nun federführende und überaus
talentierte Sohn Oliver, der bei Deutschlands Großmeister Helmut
Dönnhoff gelernt hat, ist ebenso ehrgeizig und möchte diese
Spitzenposition noch lange in der Familie halten. Im Weinberg geht
es möglichst biologisch zu, nur hier entstehen die großen Weine! Im
Keller geht's nur noch darum, diese fast außerirdische Qualität
unverfälscht auf die Flasche zu bringen, ganz ohne Modetrends oder
Mysthik. Ab dem Jahrgang 2008 findet die vielleicht beste Lage der
trockenen Weine an der Mosel, die Brauneberger Juffer Sonnenuhr,
Eingang in die Riege der "Großen Gewächse", kurz GG genannt.
Dazu gratulieren wir Oliver Haag ausdrücklich, eine Bereicherung
der großen Gewächse auf höchstem Niveau.
Riesling QbA feinherb
19557H
2010 2011-2016
0,75l
(11,93 e/l)
Riesling QbA trocken
19556H
2010 2011-2015
0,75l
(11,93 e/l)
Brauneberger Juffer Riesling trocken (Spätlese)
19565H
2010 2011-2019
0,75l
(20,67 e/l)
Brauneberger Juffer Sonnenuhr Riesling Spätlese (süß)
19566H
2010 2011-2027
0,75l
(26,60 e/l)
Riesling • LOB 91 • Schraubverschluss
LOB: Saftiger Trinkspaß kombiniert mit einer leichten, feinen Restsüße. Sehr konzentriertes, an eine
trockene Spätlese grenzendes Ausgangsmaterial mit feiner Rassigkeit und schönem Volumen. 91/100
Riesling • LOB 89-90 • Schraubverschluss
LOB: Feine Kräuternoten, im Antrunk sehr viel Frische verströmend, aber mit schönem Zug am
Gaumen. Ganz klar und spielerisch und gleichzeitig sehr harmonisch. 89-90/100
Riesling • LOB 93+
LOB: Helles Gelb und viel Zitronenabrieb machen schon in der Nase das herrliche Spiel spürbar.
Meeresbrise und Salz mischen sich mit einer famosen Frische und deutlicher Mineralik. Am Gaumen
ist er sehr straff und mit Steinmehl unterlegt. Eine Cuvee aus drei Partien von denen eine spontanvergoren ist. Das Lesegut hatte 100° Oechsle und ist damit schon GG-Stoff. Er haftet lange am Gaumen
und strahlt trotz seiner kühlen Stilistik eine innere Wärme aus. Dies ist ein richtig guter Wein! 93+/100
Riesling • LOB 93+
LOB: Diese Spätlese wartet mit beeindruckenden analytischen Werten auf. 98° Oechsle, 11 Promille
Säure und 90 g Restzucker wirken wie ein Cocktail, der beeindrucken soll. Doch hier beeindrucken
nicht nur die Zahlen, sondern die grandiose Finesse und Leichtigkeit, die dieser herrlich animierende
Wein in sich trägt. Alle Vorurteile über schlaffe, süße Weine wird sie hinwegfegen. Aprikose,
Weinbergspfirsich und Muskat verleihen ihr etwas Erwachsenes. Am Gaumen gesellen sich noch eine
feine Viskosität und ein erfrischendes Säurespiel hinzu. Mit seinem herrlichen Fruchtspiel belebt
dieser Wein bis in das sehr lange Finale, um am Schluss noch eine kleine Nuance Honig freizulegen.
93+/100
144
e / Fl.
8,95
8,95
15,50
19,95
Deutschland - Mosel Saar Ruwer
e / Fl.
‡Fritz Haag
Brauneberger Juffer Sonnenuhr Riesling trocken Großes Gewächs 1
19567H
2010 2011-2029
0,75l
(32,67 e/l)
Brauneberger Juffer Sonnenuhr Riesling Auslese (süß)
19568H
2010 2011-2030
0,75l
(33,33 e/l)
Brauneberger Juffer Sonnenuhr Riesling Auslese Goldkapsel (süß)
19569H
2010 2011-2047
0,75l
(58,00 e/l)
Brauneberger Riesling Kabinett trocken
17508H
2009 2010-2017
0,75l
(15,93 e/l)
0,75l
(26,60 e/l)
Brauneberger Juffer Sonnenuhr Riesling trocken Großes Gewächs 1
17718H
2009 2010-2036
0,75l
18116H
2009 2010-2036
1,50l
(33,27 e/l)
0,75l
(33,33 e/l)
Riesling • LOB 94-95
LOB: Kräutersud, Grapefruit und Steinmehl mischen sich zu einem knackigen Mundgefühl. Dieses
wird von einem schönen Bitterstoff unterstützt. Dann fächert der Wein auf und zeigt kurz seinen
Bauchspeck, um dann wieder moselanisch präzise zu werden. Genau dieser Stil macht ihn so interessant und begehrenswert, kühl, weich und frisch, es wäre keine Schande, wenn noch andere Rieslinge
solch eine Persönlichkeit verkörpern würden. 94-95/100
Riesling • LOB 95-96
LOB: Mit seinem Nasenbild assoziiert man sofort Zitronenbrausepulver, so deutlich ist er von der
Frische bestimmt. Am Gaumen ist er sehr lang, puristisch und bleibt lange auf der Zitrone stehen.
Langsam kommen noch Apfel- und Kirschblüten hinzu. Seine aufbrausende Persönlichkeit entwickelt
langsam immer mehr Schmelz, der eine Spur Rohrzucker mit sich bringt, um dann in einen immens
langen Nachhall überzugehen. Trotz der hohen Reife bleibt er natürlich erfrischend und wirkt ungeheuer leicht. 95-96/100
Riesling • LOB 97
LOB: Ein unglaubliches Säurespiel überrascht einen. Am Gaumen deutlich viskos, aber noch etwas
weniger expressiv als die “normale” Auslese. Dabei ist die innere Dichte extrem hoch und gibt
zunächst immens viel Zitrusaromen frei. Die Länge ist beeindruckend, der Gesamteindruck bleibt
trotzdem fein. Lange haftet das herrliche Säurespiel an Gaumen und Lippen. Ein Wein, dem man etwas
Zeit geben sollte, der aber ein immenses Potenzial besitzt. 97/100
Riesling • 12,0% vol. • LOB 91+ WS 90 • Schraubverschluss
Brauneberger Juffer Sonnenuhr Riesling Spätlese (süß)
17720H
2009 2010-2031
Riesling • 7,5% vol. • LOB 95 Gerstl 19+
Riesling • 13,0% vol. • LOB 97-98+ Weinwelt 95 Gerstl 20
Brauneberger Juffer Sonnenuhr Riesling Auslese (süß)
17721H
2009 2010-2036
Riesling • 7,5% vol. • LOB 96+ Gerstl 20 WS 95
(36,67 e/l)
24,50
25,00
43,50
11,95
19,95
24,95
55,00
25,00
145
Deutschland - Mosel Saar Ruwer
‡Forstmeister Geltz Zilliken
Hans Joachim Zilliken
Riesling QbA trocken
19650H
2010 2011-2015
0,75l
(13,27 e/l)
Saarburger Rausch Riesling Kabinett (süß)
19746H
2010 2011-2023
0,75l
(19,33 e/l)
Saarburger Rausch Riesling Großes Gewächs 1
19744H
2010 2011-2026
19745H
2010 2011-2026
0,75l
1,50l
Saarburger Rausch Riesling Auslese Goldkapsel (süß)
19747H
2010 2011-2040
0,375l
(100,00 e/l)
Saarburger Rausch Riesling Auslese Lange Goldkapsel (süß)
19748H
2010 2013-2040
0,375l
(157,33 e/l)
Saarburger Riesling trocken (ehemals Kabinett “Rausch”)
17584H
2009 2010-2018
0,75l
(16,67 e/l)
0,75l
(17,27 e/l)
Riesling • 11,5% vol. • LOB 91
LOB: In diesem Jahr gab es nur sehr wenig gesunde Beeren, daher haben Hanno und Dorothee
Zilliken entschieden, nur zwei trockene Weine auf die Flasche zu bringen: das Große Gewächs und
diesen QbA, der mit einem Mostgewicht versehen ist, das im Auslesebereich liegt! Herrliches
Nasenbild von Kräutern, Zitrone und Steinmehl. Frisch im Antrunk, aber auch mit einer warmen, von
Steinobst geprägten Aromatik. Ungemein lang und sehr harmonisch. 91/100
Riesling • LOB 93-94
LOB: Fein und mineralisch-würzig. Sehr schöne Länge entfaltend. Die dominierende Blutorange
ergibt eine herrliche Saftigkeit, dabei hat dieser Wein gleichzeitig auch eine fein gewobene Dichte.
82g Restzucker, die man überhaupt nicht spürt, alles ist im Fluss. Er wirkt schlank und mineralisch bis
in den langen Abgang hinein. 93-94/100
Riesling • LOB 95+
(35,33 e/l)
(43,33 e/l)
LOB: Lediglich 1.600 Flaschen wurden von diesem herrlich seidigen Wein erzeugt: Steinmehl und
eine feine Kräuterwürzigkeit. Mit belebenden Zitrusaromen, aber auch mit einer tiefgründigen
Mineralik. Herrlich spielerisch, seidig und animierend. Immens lang und fast schwerelos scheinend.
95+/100
Riesling • LOB 98-99
LOB: Sehr dicht und fast steinig im Nasenbild. Nichts deutet auf viel Frucht und Süße hin, doch
langsam entwickelt sich ein Bouquet von getrockneten Früchten und Akazienhonig. Im Antrunk seidig, kompakt und schlank mit immer mehr Zitrusaromen. Immer erfrischender wirkend. Immenser
Nachhall, in dem die Frische zum wiederholten Male richtig Fahrt aufnimmt und unglaublich lang
wird. Eine grandiose komplexe Auslese, wie ich sie fast noch nie probiert habe. 98-99/100
Riesling • LOB 99
LOB: Viele Kräuteraromen, Eindrücke von getrocknetem Obst, Apfel und Ananas. Extrem frisch,
gradlinig und komplex. Ein Hauch Kaffee und rohe Mandeln kommen noch hinzu. Eine der großen
Auslesen dieses Jahrgangs. In ihrer Kombination aus fruchtigen und erdigen Aromen absolut
faszinierend. Ein Gänsehautwein! 99/100
Riesling • 11,5% vol. • LOB 93
Saarburger Rausch Riesling Kabinett (süß)
17586H
2009 2010-2022
Riesling • 8,0% vol. • LOB 93+ Gerstl 18+ RPWA 92
Saarburger Rausch Riesling Großes Gewächs 1
17587H
2009 2010-2025
18108H
2009 2010-2025
146
Riesling • 12,5% vol. • LOB 96-97 Gerstl 19+
0,75l
1,50l
(33,27 e/l)
(39,97 e/l)
e / Fl.
9,95
14,50
26,50
65,00
37,50
59,00
12,50
12,95
24,95
59,95
Deutschland - Mosel Saar Ruwer
‡Thomas Haag / Schloss Lieser
Ute und Thomas Haag
Ein klassischer Wein von der Mittelmosel stellt so ziemlich das luftigste und leichteste dar, was an Wein möglich ist. Dabei sind es keine
Leichtweine, sondern äußerst vielschichtige Tropfen mit subtilem Gleichgewicht, wenn sie so gelungen sind wie die Weine von Thomas Haag.
Mit seinem Vater, Wilhelm Haag, hatte er einen großartigen Mentor und zusammen mit seinem Bruder Oliver Haag (Weingut Fritz Haag) steht
er zum ganzen Stolz des Vaters mit zwei oder drei Kollegen an der Spitze der Moselwinzer. Während Fritz Haag mit den berühmten Lagen
aus Brauneberg (Juffer und Sonnenuhr) in der Weltspitze steht, gelingt Thomas das mit den weiter flussabwärts gelegenen Traumweinen aus
"Niederberg Helden", da kann dann auch mal eine "Auslese lange Goldkapsel" die 100 Punkte bei Robert Parker einfahren. Seine trockenen
Weine ähneln im Stil auch weniger den saftigen Charmeuren des Bruders Oliver, eher erinnern sie in ihrer schieren Klarheit an die Weine
Christoph Tyrells von der Ruwer. Ganz gegensätzlich fallen seine fast schon opulenten restsüßen Weine aus dem Niederberg Helden aus. Hier
dominiert oft neben der Eleganz der Mosel eine tropische Exotik, diese aber in einem grandiosen Zusammenspiel mit der Eleganz. Das lässt
einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und so ist es toll, die zwei Brüder mit Weltklasse und völlig unterschiedlicher Stilistik im
Angebot zu führen. Die Weine stehen unter dem Namen Schloss Lieser, ganz klar eine Anleihe beim bordelaiser Chateaukonzept. Thomas
Haag präsentiert Weine mit enormem Standard, überzeugende Schlossweine!
e / Fl.
Riesling Kabinett trocken
19534H
2010 2011-2017
0,75l
(13,27 e/l)
Niederberg Helden Riesling Großes Gewächs trocken 1
19536H
2010 2011-2031
0,75l
(29,33 e/l)
Niederberg Helden Riesling Auslese Goldkapsel (süß)
19532H
2010 2011-2040
0,75l
(39,93 e/l)
Niederberg Helden Riesling Auslese lange Goldkapsel (süß)
19535H
2010 2011-2071
0,75l
(52,00 e/l)
Riesling • LOB 90+
LOB: Zitrone, Steinmehl, Meersalz, sehr geschliffenes aber obertöniges Säurespiel. Straff geformt und
mit einer leichten Grasigkeit, kraftvoll am Gaumen. Sehr gute Länge, die von einem hohen Extrakt
getragen wird, der die immense Frische abpuffert. Man sollte ihm ein bisschen Zeit in der Flasche gönnen und sich dann erfrischen lassen. 90+/100
Riesling • LOB 93+
LOB: Viel Zitrone und leicht nussige Elemente, die dann langsam zu einer puristischen Orange
übergehen. Feiner Bitterstoff und würzige Schieferaromatik bestimmen das Mittelstück, das sehr klar,
aber auch druckvoll gezeichnet ist. Mit seiner sehr guten Länge bringt er im Abgang noch einmal die
klassischen Elemente von Zitrusfrische und Schiefernoten hervor. Einer der extrem gelungenen, trockenen Weine an der Mosel. 93+/100
Riesling • LOB 96-97+
LOB: Sie zeigt Narzisse, Steinmehl und Zitronenabrieb, aber auch gleich eine schöne Viskosität an.
Faszinierendes Spiel zwischen Süße und Säure. Sie strahlt von Anfang bis Ende eine sehr schöne
Harmonie aus. Durch das herrliche Spiel wirkt sie fast schwerelos, bleibt aber fokussiert und überraschend puristisch. 96-97+/100
Riesling • LOB 98-99
LOB: Feiner Blütenhonigduft und phantastisches Säurespiel, das in Kombination mit sehr komplexen, reifen Aromen vollkommen unangestrengt wirkt. Zeigt extreme Länge, die aber nicht nur der herrlichen Frische geschuldet ist, sondern zusätzlich noch von den reifen und komplexen Aromen getragen wird. Fast ein meditativer Wein, der einen in eine andere Welt entführt. 98-99/100
9,95
22,00
29,95
39,00
147
Deutschland - Mosel Saar Ruwer
e / Fl.
‡Thomas Haag / Schloss Lieser
Niederberg Helden Riesling Beerenauslese (süß)
19714H
2010 2011-2050
0,375l
(157,33 e/l)
Niederberg Helden Riesling Trockenbeerenauslese (süß)
19715H
2010 2011-2100
0,375l
(397,33 e/l)
Riesling QbA trocken
17524H
2009 2010-2014
0,75l
(10,60 e/l)
0,75l
(13,27 e/l)
0,75l
(18,00 e/l)
0,75l
(26,60 e/l)
0,75l
(26,00 e/l)
Riesling • LOB 99
LOB: Eine leichte Meeresbrise und Eindrücke von gerösteten Schalentieren wehen einem entgegen.
Schon in der Nase fühlt man die immense Konzentration. Weinbergspfirsich, Zitrone und Ananas
mischen sich miteinander. Am Gaumen kommt sofort das beeindruckende und animierend frische
Mundgefühl hinzu. Jetzt kann man noch andere Aromen deutlich entschlüsseln: Akazienhonig,
gegrillte Mango und weiße Sultaninen entwickeln sich langsam, das Spiel bleibt aber immer gewahrt.
Durch die immense Frische wirkt alles herrlich beschwingt und keinesfalls behäbig. Nur die besten
Erzeuger sind in der Lage in dieser Stilistik wirklich zu brillieren und Thomas Haag gehört dazu!
99/100
Riesling • LOB 99-100
LOB: Hochkomplex und sehr reich erscheint sie schon beim ersten Riecher. Unglaublich fein
gewoben, ist sie außerdem mit einer herrlichen Saftigkeit versehen. Neben den hoch reifen und zum
Teil leicht gerösteten Aromen kommt zusätzlich ein herrlich erfrischender Ansatz von purer Zitrone
und Grünem Tee hinzu. Zusammen mit dem herrlichen Säurespiel ergibt sich so eine TBA von ungeheurer Eleganz und immenser Trinkbarkeit. Dies ist keine TBA für das Museum, sondern ein Wein den
man in bester Gesellschaft trinken sollte um so auch andere erfahren zu lassen, zu welchen Wundern
Riesling fähig ist. 99-100/100
Riesling • 11,5% vol. • LOB 89-90 Gerstl 17 RPWA 88 • Schraubverschluss
Riesling Kabinett trocken
17529H
2009 2010-2016
Riesling • 12% vol. • LOB 90-91+
Riesling Spätlese trocken
17528H
2009 2010-2019
Riesling • 12,5% vol. • LOB 92 Gerstl 18
Niederberg Helden Riesling Großes Gewächs trocken 1
17533H
2009 2010-2030
Riesling • 13% vol. • LOB 94-95 Jancis Robinson 17,5
Niederberg Helden Riesling Auslese (süß)
17527H
2009 2010-2035
Riesling • 7,5% vol. • LOB 94 Gerstl 19+ RPWA 91
148
59,00
149,00
7,95
9,95
13,50
19,95
19,50
Deutschland - Mosel Saar Ruwer
‡Weingut Ansgar Clüsserath
Eva Clüsserath
Die Clüsseraths gleichen in ihrer Philosophie vielen anderen
Weingütern an der Mosel, der Schwerpunkt wird auf die beste Lage
gelegt und andere Lagen treten in den Hintergrund. In einem Aspekt
unterscheiden sich Eva und Ansgar Clüsserath aber von anderen: Bei
trockenen Weinen verzichten sie auf die üblichen Prädikate. Es gibt
keine trockenen Kabinette, Spätlesen oder gar Auslesen! Nur drei
trockene Rieslinge, aber alle drei ohne Prädikat, werden hier auf die
Flasche gebracht. Was einen zunächst etwas erstaunt, denn so kann
jegliches Lesegut in den "vom Schiefer" oder "Steinreich" genannten
Weinen subsummiert werden. Sobald man dann aber mal probieren
durfte, schämt man sich für die eigenen kognitiven Unterstellungen,
denn die Qualitäten sind so gut, dass man sie zu den besten der
gesamten Mosel zählen darf.
e / Fl.
Riesling trocken “Vom Schiefer” (Kabinettqualität)
19652H
2010 2011-2015
0,75l
(12,67 e/l)
Riesling trocken “Steinreich” (Spätlesequalität)
19742H
2010 2011-2018
0,75l
(18,00 e/l)
Riesling trocken “Vom Schiefer” (Kabinettqualität)
17574H
2009 2010-2014
0,75l
(11,93 e/l)
0,75l
(17,27 e/l)
0,75l
(23,33 e/l)
0,50l
(37,00 e/l)
Riesling • LOB 90+
LOB: Kaum ein Basis-Riesling ist ein derartiges Aushängeschild für die Identität des eigenen
Weinguts. Der Schiefer kommt durch die feine, aber präsente Mineralik gut zum Tragen. Daneben
frische und feinste florale Eindrücke, Weinbergpfirsich und Zitrus. In seiner Stoffigkeit zudem ganz
klar und ganz Mosel. 90+/100
Riesling • LOB 92-93
LOB: Grapefruit, Muskat und Narcissen. Feine mineralische Noten, Apfel, Zitrone und Gesteinsmehl.
Sehr harmonisch, lang und reif mit weichem Säurespiel, viel Potenzial, Schliff und einem warmen
inneren Fruchtkern. 92-93/100
Riesling • 11,0% vol. • LOB 90+
Riesling trocken “Steinreich” (Spätlesequalität)
17575H
2009 2010-2017
Riesling • LOB 91-92+
Trittenheimer Apotheke Riesling trocken (Auslesequalität)
17576H
2009 2010-2022
Riesling • 12% vol. • LOB 93-94 WW 18 RPWA 89
Trittenheimer Apotheke Riesling Auslese
17577H
2009 2010-2035
Riesling • 8,5% vol. • LOB 94+ WW 18 RPWA 92
9,50
13,50
8,95
12,95
17,50
18,50
149
Deutschland - Mosel Saar Ruwer
‡Heymann-Löwenstein
Um sich die Besonderheit dieses Jahrgangs vor Augen halten zu
können, sollte man wissen, welche Mengen produziert worden sind.
Es gibt lediglich 40 % Röttgen in einem ertragsmäßig durchschnittlichen Jahrgang und lediglich ein Fuder Uhlen Roth Lay, von dem
ich mir glücklicherweise eine kleine Menge sichern konnte. Diese
geringe Menge ist den sehr widrigen Verhältnissen des Jahrgangs
geschuldet. Bereits eine sehr unregelmäßige und verregnete Blüte
dezimierte die Erträge erheblich. Der kalte und regnerische Sommer
hat die Erträge zwar nicht weiter verringert, aber die sehr geringe
Reife im Herbst ermöglichte keine übliche Ernte. Erst Anfang
Oktober wurde das Wetter besser und die Trauben konnten noch
einiges an Reife nachlegen, noch reif bis hoch reif werden. Ein
Großteil der Beeren war von gesundem Botrytis befallen, dadurch
wurde die Menge des Saftes in den Beeren immer geringer. Durch
den kühlen Jahrgangsverlauf sind die Säuren sehr hoch geblieben.
Das Schwinden des Saftes ließ die Säurewerte noch zusätzlich
ansteigen. So stiegen also spät noch der Fruchtzuckergehalt, gleichzeitig aber auch die Säure an. Ein weiteres Ansteigen der Säuren
musste umbedingt verhindert werden, um Weine mit Gleichgewicht
erzeugen zu können, es musste also geerntet werden. Reinhard
Löwenstein zu Folge hat es solch einen Jahrgang bisher noch nicht
gegeben: immense Säurewerte von bis zu 17 Promille, dabei aber
absolut reifes Lesegut, so eine Konstellation war bisher unbekannt.
Hier sollte vielleicht betont werden, dass in der Vergangenheit
vermutlich wenige Winzer solch ein Risiko eingegangen wären, wie
Cornelia und Reinhard Löwenstein
es Reinhard Löwenstein mit diesem Jahrgang gemacht hat. Wenn
sich das Wetter Anfang Oktober nicht zum Besseren gewendet hätte,
hätte es auch zum Total-Ausfall kommen können. Das hohe Risiko
wurde zwar einerseits mit 50 % Ernteausfall „bestraft“, andererseits
wurden denkwürdige Weine gekeltert. Nicht nur Reife und Säure
sind in diesem Jahrgang immens hoch, auch die Trockenextraktwerte
liegen in absoluten Rekordbereichen. Hohe Werte deuten auf sehr
intensive und langlebige Weine hin. Der hohe Ernteverlust ließ diese
Werte in diesem Jahr in die Höhe schnellen, hatten doch die einzelnen Reben deutlich weniger Trauben und Beeren zu versorgen, als in
einem durchschnittlichen Jahrgang. Das, was hier auf die Flasche
kommt, sind absolute Ausnahmeweine. Reinhard Löwensteins
Philosophie des Moselrieslings hat sich vor allem in diesem Jahrgang
als absolut schlüssig erwiesen, vereint sie doch die Reife und Säure
der Mosel mit einem eindrucksvollen und unheimlich anregenden,
sensorisch trockenen Geschmackserlebnis, wie man es sonst fast
nirgends antreffen dürfte.
e / Fl.
Riesling Erste Lage “Röttgen” Reserve (trocken)
19307H
2010 2011-2024
0,75l
(33,27 e/l)
Riesling Erste Lage “Uhlen - Roth Lay” Reserve (trocken) ab April 2012
0,75l
19308H
2010 2015-2030
(50,00 e/l)
Riesling “Schieferterrassen” (trocken)
17544H
2009 2010-2017
0,75l
(18,00 e/l)
0,75l
(23,93 e/l)
0,75l
(26,60 e/l)
Riesling • LOB 96+ • Schraubverschluss
LOB: Reifes Steinobst, Marillen und Pfirsich dominieren, trotzdem wirkt er zunächst in seiner Reife
gezügelt. Ein kühler Ansatz ist deutlich zu sehen. Mit einer sehr hohen Dichte, aber auch viel
spielerischer Präsenz vermittelt er eine extrem hohe Energie. Wie elektrisiert wirkt seine Spannung,
animierend und mit Frische provozierend. Er befindet sich trotzdem im Gleichgewicht, auch wenn er
weite Kreise zieht. Wie auch der Roth Lay unterscheidet er sich deutlich von allem anderen, was es so
im Kosmos Riesling gibt. Dabei ist er kein Solitär, sondern ein typischer Vertreter seiner Gattung,
quasi Riesling pur aber ganz anders. 96+/100
Riesling • LOB 99-100 • Schraubverschluss • Subscription
LOB: In der Nase noch ziemlich verschlossen. Dichter Wiesenblütenduft und Steinmehl sind schon zu
erahnen. Am Gaumen sehr frisch, dann aber gleich auch sehr fruchtig. Diese Fruchtigkeit wird
wiederum von einem immensen Säurespiel und einer tiefgreifenden Mineralik im Zaum gehalten.
Bittersüße, kräutrige Momente wechseln sich mit reifem Weinbergspfirsich und mit deutlichen
Eindrücken von gemahlenem Gestein ab. Die sensorischen Eindrücke wandern zwischen diesen Polen
sehr lange hin und her. Bevor man wirklich in der Lage ist sich dafür zu entscheiden, ob nun Frische
oder Frucht dominiert, wird das Ganze von einer tiefgründigen Mineralik gebündelt. Dieser Jahrgang
des Uhlen Roth Lay geht noch weit über ein durchschnittliches Niveau hinaus. 99-100/100
Riesling • 13% vol. • LOB 91-92 • Schraubverschluss
Riesling Erste Lage “Kirchberg” (trocken)
16901H
2009 2010-2018
Riesling • 13% vol. • LOB 94+
Riesling Erste Lage “Röttgen” (trocken)
17543H
2009 2010-2023
Riesling • 13% vol. • LOB 96+
Riesling Erste Lage “Uhlen - Roth Lay” (trocken)
16945H
2009 2014-2030
16944H
2009 2014-2030
16943H
2009 2014-2030
Riesling • 13,0% vol. • LOB 98-99
Riesling Erste Lage “Uhlen - Roth Lay” Beerenauslese (süß)
18024H
2009 2010-2075
150
Riesling • 7% vol. • LOB 100 WW 19+
0,75l
1,50l
3,00l
0,375l
(46,67 e/l)
(46,67 e/l)
(46,67 e/l)
(346,67 e/l)
24,95
37,50
13,50
17,95
19,95
35,00
70,00
140,00
130,00
Deutschland - Mosel Saar Ruwer
‡J. J. Prüm
Da diese legendären Weine immer etwas mehr Zeit benötigen, kommt der Jahrgang 2010 erst im Herbst auf den Markt. Glücklicherweise
können wir Ihnen jetzt noch die großartigen 2009er anbieten.
Dr. Katharina Prüm
Dr. Manfred Prüm
e / Fl.
Wehlener Sonnenuhr Riesling Kabinett (süß)
18322H
2009 2010-2029
0,75l
(26,60 e/l)
Graacher Himmelreich Riesling Spätlese (süß)
18319H
2009 2010-2035
0,75l
(31,93 e/l)
Wehlener Sonnenuhr Riesling Spätlese (süß)
18336H
2009 2010-2039
18323H
2009 2010-2039
0,375l (46,67 e/l)
0,75l (36,67 e/l)
17,50
27,50
Graacher Himmelreich Riesling Auslese (süß)
18320H
2009 2010-2045
0,75l
29,95
Riesling • 9% vol. • LOB 93+ WW 17 RPWA 91
LOB: Kirschblüten, Golden Delicious, und ein Hauch Vanilleschote. Im Antrunk mit leichter
Cremigkeit und toll stützendem Säurespiel. Seine Mineralität ist etwas von der Reife überdeckt, dabei
bleibt er aber spielerisch und zugänglich. Bei den Prüms wird deutlich weniger Kabinett geerntet als
z.B. Spätlese, da diese Spitzenlagen in der Regel sehr hohe Prädikate ermöglichen. Das Schöne ist,
dass die Kabinett-Weine sehr zugänglich sind. Diese Sonnenuhr ist so zugänglich, dass es einem
unheimlich schwer fällt, sie beim Probieren wieder auszuspucken. 93+/100
Riesling • 8,5% vol. • LOB 94-95 WS 94 RPWA 92
LOB: Unheimlich delikat und verführerisch, aus ihm strahlt ein herrliches Spiel. Ganz feine Apfelund Zitrusaromen werden von fein ziseliertem Salz und erdfeuchtem Schiefer begleitet. Leichte
Viskosität bestätigt das Spätlese-Prädikat. Reife, dunkle Stachelbeeren und ein Spritzer Mandarine
komplettieren das Geschmacksbild. Man muss bei diesem Wein begeistert sein, diese Symbiose aus
Leichtigkeit und aromatischer Tiefe berauscht! 94-95/100
Riesling • 8% vol. • LOB 95+ WW 18 RPWA 91
LOB: Mango, Quitte, Muskat, reifer Apfel, Vanille, Zitrone, Mandarine, all dies und noch viel mehr
deutet sich immer wieder an, um dann wieder zu verfliegen. Schon der erste Kontakt mit dem Gaumen
verströmt Heiterkeit. Die herrliche Frische provoziert einen unheimlich animierenden Gaumenfluss.
95+/100
Riesling • 8% vol. • LOB 96 WS 95 RPWA 92
(39,93 e/l)
LOB: Pfirsich, Ananas, eingekochte Brombeeren und Eindrücke von tropischen Früchten. Am
Gaumen fliegen dann wundervolle florale Noten heran. Feine Gewürze mischen sich mit einer herrlich
belebenden Traubigkeit. Spuren von Botrytis geben dem Ganzen den richtigen Auslese-Charakter,
wobei auch genug Transparenz vorhanden ist, um die typische Mineralität anzuzeigen. Er geht schon
jetzt runter wie Öl, man sollte ihm aber etwas Zeit geben, damit er sein Potenzial voll ausspielen kann.
Voller Leben und Grazie reiht er sich in die Reihe vieler großer Weine dieses legendären Produzenten
ein. 96/100
19,95
23,95
151
Deutschland - Mosel Saar Ruwer
e / Fl.
‡J. J. Prüm
Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese (süß)
18337H
2009 2010-2050
18324H
2009 2010-2050
18338H
2009 2010-2050
0,375l (53,20 e/l)
0,75l (46,00 e/l)
1,50l (56,67 e/l)
19,95
34,50
85,00
Graacher Himmelreich Riesling Auslese Goldkapsel (süß)
18321H
2009 2010-2055
18405H
2009 2010-2055
0,375l (96,00 e/l)
0,75l (86,60 e/l)
36,00
64,95
Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese Goldkapsel (süß)
18340H
2009 2010-2060
18325H
2009 2010-2060
18342H
2009 2010-2060
0,375l (106,53 e/l)
0,75l (103,33 e/l)
1,50l (113,33 e/l)
39,95
77,50
170,00
Riesling • 7,5% vol. • WS 96 LOB 98 RPWA 93
LOB: Honig und Sultaninen gemischt mit Apfelgelee. Das Mundgefühl geht hier ins leicht Ölige über.
Trotz der leichten Öligkeit ist er aber saftig und erfrischend. Im Rückhall werden dann Mango und
reife Ananas immer deutlicher. Hyperelegant und herrlich belebend. 98-99/100
Riesling • 7,5% vol. • WS 94 RPWA 92 LOB 98+
LOB: Birne, Quitte, reife Ananas, Mandarine, Orange und Stachelbeergelee, aber auch eine wie von
Kräutersud bestimmte Frische trumpfen sofort auf. Auch wenn der Grad der Süße deutlich höher ist
als bei den anderen Prädikaten besticht diese GK durch eine faszinierenden Leichtigkeit. In diesem
Jahr ist der Abstand zur Sonnenuhr relativ klein, beide Weine verbindet ein berauschender Trinkfluss.
Man muss es wirklich probiert haben, wo bei anderen Winzern die klebrige Schwerfälligkeit beginnt,
tänzeln die Weine Manfred Prüms immer noch vor sich hin. Kein großes Kino, sondern großes Ballett.
98+/100
Riesling • 7,5% vol. • LOB 100 RPWA 95 WS 96
LOB: Mango, Aprikose, reifer Apfel schweben über Eindrücken von Honig, Tahiti-Vanille,
Quitengelee und Bratapfel. Hier geht die Post ab, dabei ist aber alles gebündelt und wie auf einen
gedachten Punkt hin ausgerichtet, das herrliche Spiel macht es möglich. Der Abgang ist wundervoll
erfrischend und weckt sofort Lust auf den nächsten Schluck. Aber Vorsicht, dieses Elixier kann
abhängig machen. 100/100
152
Deutschland - Mosel Saar Ruwer
‡Egon Müller
Egon Müller
Die besten edelsüßen Rieslinge der Welt kommen von der Saar und der Mosel und das Weingut Müller steht allgemein anerkannt an der Spitze
dieser kleinen Elite. Man muss keine weiteren Worte verlieren. Wer die hohen Preise der weltbesten Weine bezahlen will und kann, weiß
warum diese Summe dennoch sehr angemessen ist. Egon Müller ist nicht nur in Deutschland die qualitative Nummer 1 der Süßweine, sondern
weltweit! Die Mengen sind jedoch winzig. Der Qualitätswein und der Kabinett sind erstaunlich langlebig (ohne Probleme 20 Jahre) und erst
nach weit über 10 bis 15 Jahren erreichen die Spätlesen das Stadium des optimalen Trinkvergnügens, sie werden dann aber immer noch
besser wenn man zuwartet. Die Auslesen fangen so nach 25 Jahren an richtig Freude zu machen. Finesse, Terroir und Komplexität ohne
Steigerungsmöglichkeit.
Scharzhof Riesling Qualitätswein feinherb (süß)
19372H
2010 2011-2030
0,75l
(23,33 e/l)
Scharzhofberger Riesling Kabinett feinherb (süß)
19371H
2010 2011-2050
0,75l
(50,00 e/l)
Le Gallais Wiltinger braune Kupp Spätlese (süß)
19374H
2010 2011-2045
0,75l
(52,00 e/l)
Scharzhofberger Riesling Spätlese (süß)
19370H
2010 2011-2060
0,75l
(96,67 e/l)
Le Gallais Wiltinger braune Kupp Auslese (süß)
19373H
2010 2011-2050
0,75l
(105,33 e/l)
Riesling • LOB 93
LOB: Herrlich belebendes Nasenbild, viel Zitrone und etwas grüner Apfel. Feiner Schmelz und toller
Zug am Gaumen. Der Nachhall ist sehr lang. Ein absoluter Traumwein mit viel Spiel und feiner
Nervigkeit. 93/100
Riesling • LOB 95+
LOB: Apfelblüten und helles Steinobst dominieren das Fruchtbild. Im Antrunk steht der Apfel
zunächst im Vordergrund, dann, langsam, gesellen sich Litschi und feine Blütendüfte hinzu. Er ist in
jedem Moment fein, fast zurückhaltend und fasziniert durch seine Eleganz und Noblesse. Ein ganz
klassischer Kabinett aus dem Scharzhofberg. 95+/100
Riesling • LOB 95+
LOB: Kirschblüten, Weinbergspfirsich und feine Kräuternoten. Im Antrunk ist er sehr frisch und fast
heiter belebend. Dann kommen schöne reife Noten zum Zuge, die durch eine feine Viskosität verstärkt
werden. Alles ist aber tänzerisch und vermittelt sofort viel Spaß. Ihre edle Herkunft wird durch eine
begeisternde Mineralität unterstrichen. Diese Lage befindet sich seit vielen Jahrzehnten im
Alleinbesitz der Familie Müller. Sie liegt im nördlich vom Ort Wiltingen gelegenen Saarknick. Ihr
Mikroklima gehört zu den wärmsten an der Saar. Da die Lage Scharzhofberger untrennbar mit dem
Weingut verbunden ist und umgekehrt, bringt Egon Müller diese Weine unter dem Etikett Le Gallais
auf den Markt, sie werden aber im Scharzhof gekeltert. 95+/100
Riesling • LOB 97-98
LOB: Steinobst, Apfelblüten und ein Hauch heller Tabak dominieren den ersten Eindruck. Herrlich
erfrischend und fast schwerelos, mit fulminantem Zug am Gaumen. Er ist extrem rein und haftet lange
am Gaumen, um dann erst in einen verführerischen Abgang überzuleiten. 97-98/100
Riesling • LOB 97-98
LOB: Komplexes Aromenbild mit Steinobst, Kräutern, Zitrone und Mandarine. Sehr faszinierend im
Antrunk. Schöne elegante Dichte, dabei von einem tollen Säurebild getragen. Seine Frucht und das
Spiel lassen sie extrem lang erscheinen. Man kann sich an diesem herrlichen Fruchtkorb nicht satttrinken. Diese Lage befindet sich seit vielen Jahrzehnten im Alleinbesitz der Familie Müller. Sie liegt
im nördlich vom Ort Wiltingen gelegenen Saarknick. Ihr Mikroklima gehört zu den wärmsten an der
Saar. Da die Lage Scharzhofberger untrennbar mit dem Weingut verbunden ist und umgekehrt, bringt
Egon Müller diese Weine unter dem Etikett Le Gallais auf den Markt, sie werden aber im Scharzhof
gekeltert. 97-98/100
e / Fl.
17,50
37,50
39,00
72,50
79,00
153
Deutschland - Mosel Saar Ruwer
e / Fl.
‡Egon Müller
Scharzhofberger Riesling Auslese (süß)
19369H
2010 2011-2080
0,75l
(313,33 e/l)
Scharzhofberger Riesling Auslese Goldkapsel (süß)
19368H
2010 2011-2100
0,75l
(526,67 e/l)
Scharzhofberger Riesling Auslese (süß)
17638H
2009 2010-2076
0,75l
(300,00 e/l)
Riesling • LOB 100
LOB: Was für ein Aromenbild: Blaubeeren, grüner Tee, helles Steinobst! Zunächst sehr fein um dann
aufzufächern. Immer länger wird sie, Zitrone dominiert das Geschmacksbild extrem lang. Nachdem
man das Gefühl hat, das Aroma verflüchtigt sich langsam, kommt alles noch mal zurück. 100/100
Riesling • LOB 100
LOB: Sehr hohe Viskosität: Noten von Akazienhonig, etwas Apfel und viel Zitrone. Ein in dieser
Prädikatsklasse fast einzigartig mineralisches Säurespiel. Alles ist extrem lang und präsent. Die komplexen Aromen erweitern sich noch mehr und es kommt noch Weinbergspfirsich hinzu. Eine
Rieslingskulptur, die der Eleganz gewidmet ist! 100/100
Riesling • 7,5% vol. • LOB 100 Gerstl 20 WW 19-20
235,00
395,00
225,00
Deutschland - Rheingau
‡Leitz
Johannes Leitz ist einer der Menschen, der lieber seine eigene
Universität gründet, bevor er sich selber einer Schule zuordnet.
Bereits seit Mitte des achtzehnten Jahrhunderts macht die Familie
Leitz in Rüdesheim Wein, doch im Gegensatz zu vielen anderen
Betrieben im Rheingau kann dieses Weingut nicht auf eine ruhmreiche Geschichte zurückblicken. Hier ist nur die Gegenwart und
Zukunft im Fokus. Johannes Leitz kann man, wenn es so etwas im
deutschen Weinbau überhaupt gibt, als "Self made man" bezeichnen.
Als er den Familienbetrieb 1985 mit nur 22 Jahren übernahm, war
der Besitz lediglich 3 ha groß. Leitz hat den Besitz stetig erweitert
ohne dabei aber jemals Kompromisse bei der Qualität seiner Weine
einzugehen. Bei den meisten Erweiterungen handelte es sich um
Rüdesheimer Spitzenlagen. Er versteht sich demnach auch primär als
Weingärtner. Die Arbeit im Weinberg ist für ihn das Essenzielle, in
der landwirtschaftlichen Tätigkeit sieht er seinen Schwerpunkt, und
dieses ist auch ganz sicher das Geheimnis seines Erfolgs.
Johannes Leitz
Rheingau Riesling trocken QbA “Eins-Zwei-Dry”
19708H
2010 2011-2017
Riesling • LOB 91+ • Schraubverschluss
Eva Fricke
0,75l
(11,93 e/l)
LOB: Ganz Rheingau, ganz Rüdesheim: sehr klare Zitronenaromen, tolle Rassigkeit, lang und vibrierend, man schaut noch einmal aufs Etikett, ja er ist es doch, der einfachste Wein aus diesem Hause,
ein zweiter Schluck: jetzt wirkt er noch viel länger, ein dritter Schluck: wirklich pure Zitrone, ein vierter Schluck, ein fünfter Schluck... 91+/100
154
8,95
Deutschland - Rheingau
e / Fl.
‡Leitz
Rüdesheimer Riesling trocken
19653H
2010 2011-2020
0,75l
(13,27 e/l)
Rüdesheimer Berg Roseneck Riesling Spätlese (süß)
19711H
2010 2011-2024
0,75l
(30,00 e/l)
Rüdesheimer Berg Rottland “Alte Reben” Riesling trocken
19710H
2010 2011-2028
0,75l
(42,00 e/l)
Rüdesheimer Berg Schlossberg “Alte Reben” Riesling trocken
19709H
2010 2011-2030
0,75l
(43,33 e/l)
Rheingau Riesling trocken QbA “Eins-Zwei-Dry”
17595H
2009 2010-2014
0,75l
(10,40 e/l)
0,75l
(13,27 e/l)
0,75l
(15,73 e/l)
0,75l
(22,00 e/l)
Riesling • LOB 92-93 • Schraubverschluss
LOB: Eine Selektion aus den besten Rüdesheimer Lagen. Was für Johannes Leitz keine Alte-Rebenoder Große-Gewächse-Qualität hat, kommt hier rein. Was für ein Ergebnis! Der Umstand, dass
Johannes Leitz einen solchen Wein zu diesem Preis auf den Markt bringt, mag erklären, warum er
manchmal von den Kollegen etwas neidisch kritisiert wird. Pure Zitrone, extreme Klarheit und sehr
reifes Säurespiel. Der Druck, der im ersten Moment nicht zu ahnen ist, fegt einen weg. Zitronenabrieb
und Grapefruit hallen extrem lang nach. 92-93/100
Riesling • LOB 96
LOB: Der 2007er wurde im Gault Millau zur besten restsüßen Spätlese gekürt. Pfirsich und
Mirabellen, ein Hauch Apfelblüten und Mango. Dabei mit toller Säure ausgestattet. Er vibriert am
Gaumen, die leichte Schiefermineralik gibt feine Würze und Halt am Gaumen. Aber trotz des
Schiefers, der so oft sehr dichte Weine hervorbringt, schwebt dieses Roseneck über den Gaumen. Der
lange und vibrierende Abgang tut sein übriges. Ein Wein zum Träumen. 96/100
Riesling • LOB 95+
LOB: Sehr kühle Mineralik, auch die Frische spielt hier schon mit rein. Wie ein Regenbogen erhebt
sich ein verführerischer Säurebogen und strahlt bis zum Horizont. Fein ziseliert setzt sich langsam der
reife Bitterstoff fest. Als alle Komponenten zueinander finden, kommen der grandiose Schliff und der
tolle Schmelz immer mehr durch. Hyperelegant gleitet alles in das traumhafte Finale. 95+/100
Riesling • LOB 96-97+
LOB: Faszinierendes Nasenbild: helles Steinobst, Zitronenmelisse, dabei aber auch schon eine
dominierende Frische. Alleine diese Säure ist schon atemberaubend, aber dieses wahnsinnig geschliffene Tannin setzt dann fast noch einen drauf. Dann rückt diese samtige aber auch so balancierte
Säurestruktur wieder in den Vordergrund. Die tolle Struktur hält den Gaumen lange gefangen, dann
aber löst sich ihr Griff und alles wird eins in einem majestätischen Nachhall, nun hat man das
Mittelschiff dieser Kathedrale aus Säure, Tannin und Frucht betreten und wähnt sich doch schon im
Garten Eden. 96-97+/100
Riesling • 12,0% vol. • LOB 90 • Schraubverschluss
Rüdesheimer Riesling Spätlese trocken
17558H
2009 2010-2019
Riesling • 12% vol. • LOB 93 • Schraubverschluss
Rüdesheimer Bischofsberg Riesling Spätlese trocken
17556H
2009 2010-2021
Riesling • 12,0% vol. • LOB 93 • Schraubverschluss
Rüdesheimer Berg Roseneck Riesling trocken
17952H
2009 2010-2016
Riesling • 13,0% vol. • LOB 95+
Drachenstein Riesling Eiswein (süß)
17953H
2009 2010-2070
Riesling • 8,0% vol. • LOB 99
0,375l
(237,33 e/l)
9,95
22,50
31,50
32,50
7,80
9,95
11,80
16,50
89,00
155
Deutschland - Rheingau
‡Robert Weil
Wilhelm Weil
Die ersten Weinberge wurden 1867 von Dr. Robert Weil gekauft.
Schon bald waren die Weine über die Grenzen hinaus bekannt. So
belieferte das Weingut das deutsche und österreichische Kaiser-, das
englische Königs- sowie das russische Zarenhaus. Heute leitet Dipl.
Ing. Wilhelm Weil die Geschicke des Weingutes in vierter
Generation. Mit umweltschonendem Anbau bei niedrigsten
Mengenerträgen und kompromissloser Qualitätspolitik erzielt das
Unternehmen alljährlich höchste Qualitäten. Zweifelsohne ist es
dem "Elitewinzer" Wilhelm Weil zu verdanken, dass dem
Rheingauer Riesling wieder weltweite Beachtung geschenkt wird.
Über das Rheingau hinaus ist dank Wilhelm Weil das Weingut Robert
Weil mehr denn je Deutschlands Aushängeschild in der Welt des
Weins und ein überaus positiver Imagefaktor für das ganze Land.
Kiedricher Gräfenberg Riesling trocken “1.Gewächs“ 1
19768H
2010 2011-2042
0,75l
(50,00 e/l)
Rheingau Riesling trocken QbA
17518H
2009 2010-2015
0,75l
(15,93 e/l)
0,75l
(19,93 e/l)
Riesling • LOB 95+
LOB: Komplexes Nasenbild, das eine vielschichtige Stoffigkeit andeutet. Frischer und klarer Antrunk,
immenser Zug am Gaumen. Schönes Spiel kombiniert mit frischen Früchten. Über reife Zitrusfrüchte
schöne Reife im Abgang anzeigend. 95+/100
Riesling • 12% vol. • LOB 90
Rheingau Riesling Kabinett trocken
17517H
2009 2010-2016
Riesling • 11,5% vol. • LOB 92+
Kiedricher Gräfenberg Riesling trocken (Spätlesequalität)
17514H
2009 2010-2020
17515H
2009 2010-2020
Riesling • 13% vol. • LOB 94-95
Kiedricher Klosterberg Riesling trocken (Spätlesequalität)
17550H
2009 2010-2020
Riesling • 13% vol. • LOB 95+
Kiedricher Gräfenberg Riesling trocken “1.Gewächs“ 1
17507H
2009 2010-2041
Riesling • 13,5% vol. • LOB 97-98 Gerstl 20 WW 18
Kiedricher Klosterberg Riesling Auslese (süß)
17551H
2009 2010-2061
Riesling • 8% vol. • LOB 99 WW 18
Kiedricher Gräfenberg Riesling Auslese (süß)
17511H
2009 2010-2061
Riesling • 8% vol. • LOB 98+ Gerstl 20 WW 18+
Kiedricher Turmberg Riesling Auslese (süß)
17552H
2009 2010-2061
Riesling • 8,5% vol. • LOB 98 WW 18
Kiedricher Gräfenberg Riesling Trockenbeerenauslese (süß)
17516H
2009 2010-2100
Riesling • 6,5% vol. • LOB 100 WW 20 Gerstl 20
156
e / Fl.
37,50
11,95
14,95
0,375l (33,33 e/l)
0,75l (29,27 e/l)
12,50
21,95
0,75l
(29,27 e/l)
21,95
0,75l
(46,60 e/l)
0,375l
(93,33 e/l)
0,375l
(93,33 e/l)
0,375l
(106,53 e/l)
0,375l
(770,67 e/l)
34,95
35,00
35,00
39,95
289,00
Deutschland - Nahe
‡Dönnhoff
Christina und Helmut Dönnhoff
Riesling QBA trocken
19592H
2010 2011-2017
0,75l
(13,27 e/l)
Riesling trocken “Tonschiefer” (Lage: Oberhäuser Leistenberg)
19593H
2010 2011-2019
0,75l
(17,07 e/l)
Grauburgunder -S- trocken
19594H
2010 2011-2021
0,75l
(26,53 e/l)
Weißburgunder -S- trocken
19596H
2010 2011-2020
0,75l
(26,53 e/l)
Riesling Großes Gewächs Felsenberg “Felsentürmchen” 1
19597H
2010 2014-2038
0,75l
(43,33 e/l)
Riesling Großes Gewächs “Dellchen” 1
19599H
2010 2013-2036
0,75l
(46,00 e/l)
Riesling Großes Gewächs “Hermannshöhle” 1
19600H
2010 2015-2041
0,75l
(47,87 e/l)
Riesling • LOB 91
LOB: Wie auch in den Vorjahren einer der besten QbA trocken Deutschlands, vielleicht sogar der
Beste. Mit diesem Wein kann sich vielleicht nur das Pendant von Philipp Wittmann messen, wobei
beide Weine fast entgegengesetzte Stilistiken vertreten. Sehr saftig und unglaublich klar am Gaumen.
Vermittelt extrem hohen, aber unkomplizierten Trinkspaß. Prost! 91/100
Riesling • LOB 92-93
LOB: Beeindruckend mineralisch und dicht gewoben ist dieser “einfachste”, trockene Lagenwein
Dönnhoffs. Der Oberhäuser Leistenberg, aus dem alle Trauben für diese Allzweckwaffe kommen,
bringt immer unkomplizierte, aber anspruchsvolle Weine hervor. Das Extra an Kraft kompensiert er
mit seinem Fruchtspiel: Apfel, ein Hauch Ananas, Cranberry und leicht salzige Erdigkeit lassen ihn
am Gaumen stocken, um dann in einer herrlichen Erfrischung abzuklingen. 92-93/100
Grauburgunder • LOB 94+
LOB: Leichte Kiwi- und Mango-Anspielungen mit Feuerstein und einer leichten Nussigkeit unterlegt.
Grünlich schimmernd und schon in der Nase deutlich dichter als der Weißburgunder liegt er im Glas.
Im neuen, großen Holzfass aus deutscher Eiche ausgebaut, also durchaus burgundischer Touch. Seine
Muskulösität ist nicht aufgeblasen, sondern eher drahtig. Dennoch viel mehr Kraftmeier als der
fruchtig feinere Finessewein von Weißburgunder. Diese Drahtigkeit und sein immenser Tiefgang stellt
ihn aus der S-Klasse der deutschen Grauburgunder heraus. 94+/100
Weißburgunder • LOB 94
LOB: Der volle Körper, das scheinbare Chardonnay-Säurespiel und der Holzeinsatz lassen einen
intuitiv Montrachet ausrufen. Hier offenbart sich eine wunderschöne Weichheit am Gaumen, die dann
doch wieder auf den Weißburgunder hindeutet. Im neuen 1200l-Stückfass aus deutscher Eiche
durchgegoren, ist der Holzeinsatz perfekt durchgeführt. Was für ein Weißwein, für was für einen tollen
Preis von einem der besten Winzer Deutschlands! 94/100
Riesling • LOB 95+
LOB: Extrem klare und geschliffene Zitrusaromen. Erst sehr mineralisch, dann kommt langsam
Blaubeere und Grüner Tee hervor. Zusätzlich Zitrone und eine vibrierende Frische. Sehr lang, mit
feinem mineralischen Nachhall. 95+/100
Riesling • LOB 96+
LOB: Tolle, energetische Frische, von Anfang an harmonisch und spielerisch. Immens elegant und
saftig mit fein ziseliertem Spiel im Abgang. Herrlich belebend haftet er lange am Gaumen. Einer der
schönsten Weine des Jahrgangs. 96+/100
Riesling • LOB 97+
LOB: Holunder, Blaubeere, Grüner Tee und etwas Steinmehl. Eine feine Mineralität breitet sich
langsam wie eine sanfte Welle über den Gaumen aus. Durch seine spannungsgeladene Mineralität und
eine animierende Seidigkeit haftet er dort lange. Im Nachhall zeigen sich ätherische Kräuteraromen
und runden so das Gesamtbild ab. Er versprüht eine puristische Aura. 97+/100
e / Fl.
9,95
12,80
19,90
19,90
32,50
34,50
35,90
157
Deutschland - Nahe
e / Fl.
‡Dönnhoff
Riesling Kabinett Oberhäuser Leistenberg (süß)
19601H
2010 2011-2024
0,75l
Riesling Auslese “Oberhäuser Brücke” (süß)
19603H
2010 2011-2050
0,375l
(62,67 e/l)
Riesling Auslese “Niederhäuser Hermannshöhle” (süß)
19604H
2010 2011-2055
0,375l
(66,40 e/l)
Riesling Spätlese “Oberhäuser Brücke” (süß)
19598H
2010 2011-2032
0,75l
(36,67 e/l)
Riesling Spätlese “Niederhäuser Hermannshöhle” (süß)
19602H
2010 2011-2032
0,75l
(39,87 e/l)
Riesling trocken “Schlossböckelheimer Felsenberg”
17812H
2009 2010-2020
0,75l
(26,53 e/l)
0,75l
(26,53 e/l)
Riesling • LOB 92+
(16,67 e/l)
LOB: Ungeheuer vital und beschwingt. Die reine Trinkfreude. Zitrusaromen, Nektarine und ein Hauch
von Akazienhonig schwingen über den Gaumen.92+/100
Riesling • LOB 96+
LOB: Breites Steinobstspektrum mit viel Marille. Im Antrunk sanft und mit viel Kräuterfrische, dann
leitet Grüner Tee in ein herrlich komplexes Aromenbild über. Immens lang und filigran, eine der
schönsten Auslesen des Jahrgangs. 96+/100
Riesling • LOB 97+
LOB: Leicht reserviert, etwas Grüner Tee, der auch am Gaumen zunächst bestimmend ist. Gleichzeitig
aber auch herrlich mineralisch und fast stoffig, wenn man dies über eine Auslese sagen kann. Später
entfaltet sich eine Kräuteraromatik, die die Süße genial einbindet. Eine sehr erwachsene Auslese, die
in ihrer Stilistik einmalig ist. 97+/100
Riesling • LOB 95-96
LOB: Kirschblüten, die sich mit einer seidigen Textur paaren. Steinobst und Zitrone verstärken den
herrlich erfrischenden Eindruck noch. Rassig aber auch fein und dies bis weit in den Nachhall hinein.
95-96/100
Riesling • LOB 96-97
LOB: Blaubeere, Steinobst, etwas Kräuter, herrliches Spiel am Gaumen, tiefe Frucht und feine
Mineralik, Anklänge an Apfelgelee und helles Steinobst. Ein kontemplativer Wein, der eine Gänsehaut
verursacht. 96-97/100
Riesling • 12,5% vol. • LOB 95
Weißburgunder -S- trocken
17813H
2009 2010-2019
Weißburgunder • 13,5% vol. • LOB 94
Riesling Großes Gewächs “Dellchen” 1
17815H
2009 2012-2035
18100H
2009 2012-2035
18101H
2009 2012-2035
0,75l
1,50l
3,00l
Riesling Großes Gewächs Felsenberg “Felsentürmchen” 1
18102H
2009 2013-2037
18103H
2009 2013-2037
1,50l
3,00l
Riesling • 13,0% vol. • LOB 97-98 Gerstl 20 Jancis Robinson 19+
Riesling • 13,0% vol. • LOB 98+ Gerstl 20 WW 19
Riesling Kabinett Oberhäuser Leistenberg (süß)
17818H
2009 2010-2023
Riesling • 9,0% vol. • LOB 92+ Gerstl 18+ WW 17
Riesling Spätlese “Norheimer Kirschheck” (süß)
17820H
2009 2010-2031
Riesling • 8,5% vol. • LOB 94-95 LOB
158
(43,33 e/l)
(46,63 e/l)
(46,67 e/l)
(46,63 e/l)
(46,67 e/l)
0,75l
(16,67 e/l)
0,75l
(25,20 e/l)
12,50
23,50
24,90
27,50
29,90
19,90
19,90
32,50
69,95
140,00
69,95
140,00
12,50
18,90
Deutschland - Nahe
‡Weingut Emrich Schönleber
Frank und Werner Schönleber
Familie Schönleber
Im Auf und Ab der Weingeschichte genossen die Steilhänge der Nahe Anfang des 19. Jahrhunderts schon einmal allerhöchstes Ansehen. Auch
Johann Wolfgang von Goethe hielt das allgegenwärtige Lob in seinen Notizen fest: "Nun rühmte die Gesellschaft einen in ihrer Gegend wachsenden Wein, den ,Monzinger' genannt. Er soll sich leicht und angenehm wegtrinken, aber doch, ehe man sich versieht, zu Kopfe steigen. Er
war zu schön empfohlen, als das wir nicht gewünscht hätten, ihn zu kosten und uns an ihm zu prüfen." Was damals galt, gilt auch noch heute:
Die hiesigen Rieslinge tanzen stets leichtfüßig und verspielt über die Zunge und animieren mit ihrer rassigen Fruchtsäure zum Weitertrinken.
Diesen ureigenen Charakter für die Zukunft zu bewahren hat sich Werner Schönleber zur Aufgabe gemacht. Seit 2005 wird er dabei von
seinem Sohn Frank unterstützt. Dieser kümmert sich mittlerweile vor allem um die Arbeit im Keller. Werner Schönleber kann sich somit noch
mehr um die Pflege der Weinberge kümmern. Angetrieben durch den Ehrgeiz die alte Wertschätzung wieder zu erreichen, hat die Familie
Schönleber in den letzten vierzig Jahren viel persönliches Engagement in die Erhaltung und Rekultivierung der steilen Südhänge Monzingens
investiert und so die Rebfläche in den absolut besten Gemarkungsteilen nach und nach vervielfacht. Auf den stark schieferhaltigen
Gesteinsböden wachsen filigrane, feinfruchtige Rieslinge mit beeindruckendem mineralischem Rückgrat, die mittlerweile wieder zu Weltruf
gelangt sind.
e / Fl.
Riesling trocken
19539H
2010
0,75l
(11,93 e/l)
Weißburgunder trocken
19411H
2010 2011-2015
0,75l
(15,33 e/l)
Grauburgunder -S- trocken
19410H
2010 2012-2018
0,75l
(18,00 e/l)
Riesling Großes Gewächs (trocken) “Halenberg” 1
19537H
2010 2011-2027
0,75l
(47,33 e/l)
Riesling trocken “Monzinger Frühlingsplätzchen”
17547H
2009 2010-2017
0,75l
(19,87 e/l)
Riesling Großes Gewächs (trocken) “Monzinger Frühlingsplätzchen” 1
17562H
2009 2010-2024
0,75l
(39,93 e/l)
2011-2016
Riesling • 11,5% vol. • LOB 92
LOB: Der “einfache” Riesling von diesem Ausnahme-Weingut fasziniert mich: Mineralische Noten
mit feiner Würze. Klare, rassige Säure. Eine lange Nachhaltigkeit am Gaumen. Einer der besten
Riesling QbA für das Geld. 92/100
Weißburgunder • 12,5% vol. • LOB 92
LOB: Schon dieser “einfache” Weißburgunder, es ist der einzige Weißburgunder der im Weingut produziert wird, ist exemplarisch für die hier vertretene Stilistik: Mineralität und Rassigkeit. Dieser Wein
zeichnet sich durch Präzision und Eleganz aus. Die Frucht, Birne und Muskatnuss, steht dabei aber
keinesfalls im Hintergrund. In seiner Preisklasse sicherlich einer der besten Weißburgunder in
Deutschland. 92/100
Grauburgunder • 13,0% vol. • LOB 93+
LOB: Kommt jetzt schon sehr komplett daher. Tolle Aromatik, die sich im extrem langen Nachhall
noch verstärkt. Deutlich dichter als der Weißburgunder, aber mit der schönleberschen Rassigkeit.
Grüner Tee, Gewürze und im Abgang weißer Pfeffer. Sehr guter Essenbegleiter, vor allem, wenn ein
gewisser Nachdruck gebraucht wird, es aber noch kein Rotwein sein darf. 93+/100
Riesling • LOB 94-95+
LOB: Sehr dicht im Nasenbild, viel Gesteinsmehl und über diese Komponente immense Kraft andeutend. Kirschblüten, Feuerstein, druckvoller Antrunk und immense Kraft. Sehr vom Säurespiel
getrieben und mineralisch. Langsam kommen feine Bittertöne hinzu und geben dem Ganzen einen
präzisen Rahmen. 94-95+/100
Riesling • 12,5% vol. • LOB 93
Riesling • 13,0% vol. • LOB 96+ Jancis Robinson 19 WW 17+
8,95
11,50
13,50
35,50
14,90
29,95
159
Deutschland - Rheinhessen
‡Weingut Wittmann
Familie Wittmann
e / Fl.
Grüner Silvaner trocken
19505H
2010 2011-2015
0,75l
(11,33 e/l)
Grauer Burgunder trocken
19506H
2010 2011-2015
0,75l
(13,27 e/l)
Riesling trocken
19312H
2010
0,75l
(13,27 e/l)
Scheurebe trocken
19608H
2010
0,75l
(13,27 e/l)
Weißer Burgunder trocken
19607H
2010 2011-2015
0,75l
(13,27 e/l)
Westhofener Silvaner trocken
19507H
2010 2011-2018
0,75l
(20,67 e/l)
Silvaner • 12,5% vol. • LOB 90
LOB: Laserleicht blitzt einem dieser famose Silvaner über die Zunge. Dazu eine zarte Mineralik und
ein kleiner, erdiger Touch. Schade, dass dieses hier der vielleicht einfachste Wein der Wittmanns ist.
So animierend und erfrischend leicht saust er einem über den Gaumen, dass man gar nichts anderes
mehr trinken möchte. 90/100
Grauburgunder • 12,5% vol. • LOB 90-91
LOB: Diese Rebsorte ist wohl eine der meist getrunkenen in Deutschland. So oft wie sie getrunken
wird, so mittelmäßig ist sie dann leider auch häufig. Aber solch einen erdverbundenen Wein mit
Tiefgang aus dieser Allerweltsrebe wie hier habe ich noch nie getrunken. Rasse satt! Kraft und Frische
und belebende Herrlichkeit mit schönem erdigen Touch. Satter Körper und gute Länge kommen zur
schönen Tiefe hinzu. Die Handschrift Phillipp Wittmanns ist deutlich zu erkennen. 90-91/100
2011-2016
Riesling • 12,0% vol. • LOB 90-91
LOB: Ein wirklich toller Trinkgenuss mit viel Anspruch, aber trotzdem so viel Spaß, wie man sich in
dieser Klasse vorstellen kann. 90-91/100
2011-2015
Scheurebe • 12,5% vol. • LOB 90-91
LOB: Unerwartet rassige, definierte Nase mit einer glasklaren Muskateller-Aromatik. Trocken,
präzise und schlank im aromatisch betörenden Mund. Ein Erlebnis und weit mehr als eine Alternative
zum Silvaner und Riesling. 90-91/100
Weißburgunder • 12,5% vol. • LOB 90
LOB: Sehr feine und präzise Nase, Birne, weißer Pfirsich und ein Hauch Limette. Sehr feiner Mund,
weinig, schmelzig, charmant. Gradlinig mit gutem Schub und klarer Definition. Ein überragender
Alltagswein. 90/100
Silvaner • LOB 92-93
LOB: Die Leichtigkeit des “normalen” Silvaners ist hier im Ansatz auch da. Wie so oft bei Silvanern
sehr hoher Qualität kann man ihm zunächst keine klaren Fruchtaromen zu ordnen. Gelbe Früchte,
Birne, Mirabellen? Er überzeugt eher mit seiner ungeheuer mineralisch öligen, saftigen Struktur. Dann
so etwa nach der Hälfte des Schlucks setzen die alten Rebstöcke ihr Potenzial um. Fleischig und mit
einer kalkigen Mineralität tritt er am Gaumen opulent auf. Der Abgang ist extrem harmonisch für
einen Silvaner mit dieser Intensität. Das ist die große Schule und erinnert an Burgund. 92-93/100
160
8,50
9,95
9,95
9,95
9,95
15,50
Deutschland - Rheinhessen
e / Fl.
‡Weingut Wittmann
Chardonnay -S- trocken
19510H
2010 2011-2026
0,75l
(33,33 e/l)
Weißer Burgunder -S- trocken
19509H
2010 2011-2021
0,75l
(33,33 e/l)
Westhofen Aulerde Riesling trocken Großes Gewächs 1
19511H
2010 2012-2030
0,75l
(33,33 e/l)
Westhofen Kirchspiel Riesling trocken Großes Gewächs 1
19512H
2010 2011-2035
19513H
2010 2011-2035
0,75l
1,50l
Westhofen Brunnenhäuschen Riesling trocken Großes Gewächs 1
19516H
2010 2012-2030
0,75l
Westhofen Morstein Riesling trocken Großes Gewächs 1
19514H
2010 2012-2032
19515H
2010 2012-2032
0,75l
1,50l
Grüner Silvaner trocken
17784H
2009 2010-2014
0,75l
(11,33 e/l)
0,75l
(20,67 e/l)
0,75l
(20,67 e/l)
0,75l
(33,33 e/l)
0,75l
(33,33 e/l)
Chardonnay • LOB 93-94
LOB: Irgendwo zwischen Puligny Montrachet und Meursault würde man diesen feinen und doch sehr
kraftvollen Chardonnay vermuten. Lässt die badischen Chardonnays ob seiner mineralischen
Spannung und feinen Säure, unterlegt mit der typischen biodynamischen, erdigen Würze, zumindest
in der Individualität weit hinter sich. 93-94/100
Weißburgunder • LOB 93-94
LOB: Viele der Spitzen-Weißburgunder deutscher Top-Erzeuger tendieren immer mehr ins Burgund.
Diesen Zugang zum Spitzenwein hat man bei der Rebe Weißburgunder beim Weingut Wittmann nicht
gewählt. Die Herkunft ist hier unverkennbar. Sehr stringent und mit etwas weniger Volumen als vielleicht möglich kommt er daher. Genau das macht ihn aber auch aus. Nachhallende Birnen- und
Muskataromen vervollständigen das Bild dieses biodynamisch, erdig würzigen Bilderbuchweins. 9394/100
Riesling • LOB 93-94
LOB: Orangenzesten und Muskat. Am Gaumen toller Zug und frisches, aber weich gezeichnetes
Aromenbild, sehr typisch für die Aulerde. Gute Länge, im feinen Abgang hallen schöne, leicht
exotische Aromen lange nach. 93-94/100
Riesling • LOB 94-95+
(39,93 e/l)
(45,00 e/l)
LOB: Vom Nasenbild bis zum Antrunk sehr viele Zitrusaromen versprühend. Toller Gripp am
Gaumen, sehr saftig und raumgreifend, extrem animierend und ultra elegant. Wie in allen anderen
Jahrgängen ein faszinierender Wein. Die Lage Kirchspiel bringt einen Charakter mit sich, der den
Weinen eine extreme Eleganz verleiht. Weine mit einer hohen Intensität und gleichzeitiger animierender Verspieltheit gibt es nur selten, unter anderem in dieser Lage. 94-95+/100
Riesling • LOB 96-97+
(46,67 e/l)
LOB: Tief und erdig im Nasenbild. Sehr dicht im Aromenbild: hier finden sich Zitronen- und
Orangenzesten, Blutorange und Mandarine. Nach diesem heiteren Eindruck entwickelt sich eine sehr
präsente Stoffigkeit. Langsam zeigt sich ein sehr gut integrierter Bitterstoff, alles bleibt weiter
animierend. Im feinen Nachhall wirkt es saftig und lecker. 96-97+/100
Riesling • LOB 95-97
(46,67 e/l)
(50,00 e/l)
LOB: Goldgelb und mit viel Grapefruit und Birne. Seidig, gleichzeitig aber auch extrem dicht und
frisch. Ein animierender Gerbstoff macht sich langsam am Gaumen breit. Dann wird er wieder fein
und fast spielerisch. Einer der komplexesten Weine des Jahrgangs, im Stil wie der 2009er, aber
bereits jetzt mit mehr Finesse versehen. 95-97/100
Silvaner • 12,5% vol. • LOB 91
Westhofener Riesling trocken
17788H
2009 2010-2020
Riesling • 13,5% vol. • LOB 94+
Westhofener Silvaner trocken
17787H
2009 2010-2017
Silvaner • 13,5% vol. • LOB 93
Weißer Burgunder -S- trocken
17789H
2009 2010-2020
Weißburgunder • 14% vol. • LOB 94+
Westhofen Aulerde Riesling trocken Großes Gewächs 1
17791H
2009 2011-2031
Riesling • 13,5% vol. • LOB 96
25,00
25,00
25,00
29,95
67,50
35,00
35,00
75,00
8,50
15,50
15,50
25,00
25,00
161
Deutschland - Rheinhessen
‡Weingut Keller
Familie Keller
Klaus und Peter Keller
Wahrlich ein Top-Winzer, der bestes Terroir mit noch mehr Geschick und Einfühlungsvermögen zu traumhaften Weinen vermählt. Behutsam
wird diese ambitionierte Weinerzeugung vom ungemein innovativen Sohn Klaus Peter Keller fortgeführt, der vielleicht bei den trockenen
Weinen das noch bessere Händchen hat als der Vater. Zitat Klaus Peter Keller zum Geheimnis seiner Weine: "Den Boden ins Glas bringen über
lange, lansame Reife - Trauben von sehr alten Reben, Maischestandzeiten, kurze Sedimentation und anschließende Spontanvergärung im
Holzfass und Edelstahl - langes Feinhefelager - das war's. Im Keller kann man nur noch Qualität verlieren..."
e / Fl.
Grüner Silvaner trocken
19716H
2010 2011-2015
0,75l
(11,33 e/l)
Riesling trocken
19666H
2010
0,75l
(12,67 e/l)
Riesling trocken “von der Fels”
19717H
2010 2011-2018
0,75l
(21,20 e/l)
Westhofen Kirchspiel Riesling trocken Großes Gewächs 1
19718H
2010 2011-2032
0,75l
(42,00 e/l)
Dalsheimer Hubacker Riesling trocken Großes Gewächs 1
19719H
2010 2011-2042
0,75l
(48,67 e/l)
Riesling Trockenbeerenauslese Westhofen Kirchspiel (süß)
19721H
2010 2012-2085
0,375l
Silvaner • LOB 90
LOB: Anklänge an Pfeffer, Krautwürze und grüne Äpfel. Luftig, frisch und transparent, feingliedrige
Säure, sehr balanciert, dennoch überraschend dicht, komplex und anhaltend. 90/100
2011-2016
Riesling • 12,0% vol. • LOB 91
LOB: Saftige, rassige Frucht, Pfirsich und Apfel mit mineralischer Würze in der Nase. Frischer,
dichter Gaumen, feine Fruchtsüße mit gutem Nachhall. 91/100
Riesling • LOB 92+
LOB: Herrlich mineralischer Riesling, angebaut auf den Kalksteinfelsen Dalsheims. Nur 40 hl/ha
Ertrag, tolle Struktur, sehr saftig. Extrem klar und das in zwei Dimensionen: Frucht und Struktur.
92+/100
Riesling • LOB 94-95+
LOB: Zitronenabrieb, Steinmehl, schon im Nasenbild viel Stoffigkeit andeutend. Etwas Tabak, dann
einen schönen Zug am Gaumen entwickelnd. Mit einer gut eingebundenen Mineralität immer mehr
Länge entwickelnd. Langsam fächern seine steinigen Aspekte auf und entwickeln eine weitere
Dynamik, die in einem feinen und erfrischenden Nachhall münden. 94-95+/100
Riesling • LOB 95-96+
LOB: Beim ersten Hinriechen sofort reife Zitrusaromen und helles Steinobst zeigend. Im Antrunk sehr
mineralisch und frisch. Diese Mineralität entwickelt langsam immer mehr Fokus und wirkt fast
elektrisierend. Florale Eindrücke unterstützen die tiefen mineralischen Komponenten. Zum Ende
spiegeln sich noch einmal die verführerischen Fruchtaromen wider. 95-96+/100
Riesling • LOB 99-100
(600,00 e/l)
LOB: Ananas, Passionsfrucht und Orange, ein betörendes Fruchtspiel. Alles wird zu einem Fluss aus
Frucht gegossen und kulminiert in immens reifen Äpfeln. Ein Wunder der Natur. Jeder, der sie mal
gekostet hat, wird diese TBA nicht vergessen. 99-100/100
162
8,50
9,50
15,90
31,50
36,50
225,00
Deutschland - Pfalz
‡Weingut Christmann
Steffen Christmann
Seit 1996 wird das Weingut von Steffen Christmann in der 7. Generation geführt. Mit dem Jahr 2004 haben die Christmanns sich nach ersten
Gehversuchen gänzlich dem ökologischen und nun auch dem biodynamischen Anbau verschrieben. Die Umstellung hat einen sehr erfreulichen
Nebeneffekt: Die Weine erreichen trotz längerer Vegetationsperioden und höherer physiologischer Reife niedrigere Alkoholgrade. Ein ganz
besonderes Augenmerk liegt auf der Vitalität, der Artenvielfalt und dem natürlichen Anbau der Weinberge. Hier, im Erhalten und Ausprägen
des Terroirs und der Erziehung der Reben, liegt nach Überzeugung von Steffen Christmann der Schlüssel zum guten und großen Wein.
Riesling trocken
19552H
2010
e / Fl.
2011-2016
0,75l
(13,27 e/l)
Weißburgunder trocken Pfalz
19553H
2010 2011-2015
0,75l
(13,27 e/l)
Riesling Königsbacher Ölberg (Spätlese trocken)
19554H
2010 2011-2026
0,75l
(23,33 e/l)
Riesling trocken Großes Gewächs Idig 1
19555H
2010 2011-2036
0,75l
(46,60 e/l)
Spätburgunder trocken Königsbacher Ölberg
19740H
2008 2011-2024
0,75l
(36,67 e/l)
Riesling • LOB 91+
LOB: Das Lesegut entspricht bei diesem Wein einer Spätlese. Bei Christmanns wurde in diesem Jahr
nicht unterhalb dieser Qualität gekeltert, so rigoros war die Selektion. Muskat und Heilerde mischen
sich mit Blütendüften. Sofort viel Dichte anzeigend aber auch mit einem tollen Schliff versehen. Eine
feine Mineralität hält diesen fast opulenten QbA im Gleichgewicht, er wird immer harmonischer und
länger. Sicherlich einer der besten QbAs des Jahrgangs. 91+/100
Weißburgunder • 12,0% vol. • LOB 90
LOB: Angenehm fruchtig aber ohne jede Blumigkeit, erfrischend und dank seiner biodynamischen
Provenienz überhaupt nicht langweilig. Sollte zur Grundausstattung in jedem Vieltrinkerkeller
werden. Wirklich guter Stoff für richtig viel Strecke. 90/ 100
Riesling • LOB 94+
LOB: Helles Goldgelb. Zitronenzesten, Muskat und Feuerstein. Sehr mineralisch, lang und
harmonisch. Am Gaumen ein Korb voller gelber Früchte unter denen Renekloden dominieren. Im
Abgang stützen Salz und eine leichte Pfeffrigkeit die reifen Fruchtaromen. Auch in diesem Jahr wieder
einer der besten Weine unter Deutschlands Rieslingen. 94+/100
Riesling • LOB 97+
LOB: Sehr dichtes Nasenbild, viel Feuerstein und Zitronenzesten. Sofort viel Gewicht vermittelnd,
tolles Mundgefühl, gleichzeitig saftig und seidig, würzig und salzig. Am Gaumen mit viel Energie, die
sich vor allem über Feuersteinaromen zeigt. Nun kommen noch Blaubeeren, weiße Cassis und viel
Gesteinsmehl hinzu. Er bleibt so immer mineralisch und fasziniert von Anfang bis Ende. Einer der
besten trockenen Weine des Jahrgangs. 97+/100
Pinot Noir, Barrique • LOB 93-94+
LOB: Transparentes Rot. Rohes Fleisch, Chili, florale Noten und Gewürze. Im Antrunk fast opulent
und cremig. Etwas Karamell ist im feinen aber präsenten Tannin eingebunden. Immer länger werdend
mit schönem Spiel und viel Saft. Dichter Nachhall von asiatischen Gewürzen. 93-94+/100
9,95
9,95
17,50
34,95
27,50
163
Deutschland - Pfalz
e / Fl.
‡Weingut Christmann
Riesling trocken
17603H
2009
0,75l
(12,67 e/l)
0,75l
(19,93 e/l)
0,75l
(22,00 e/l)
Riesling trocken Großes Gewächs Reiterpfad 1
17600H
2009 2010-2029
0,75l
(37,33 e/l)
Riesling trocken Großes Gewächs Mandelgarten 1
17591H
2009 2010-2029
0,75l
(42,67 e/l)
Riesling trocken Großes Gewächs Langenmorgen 1
17602H
2009 2010-2029
17701H
2009 2010-2029
0,75l
3,00l
Riesling trocken Großes Gewächs Idig 1
17590H
2009 2010-2035
18110H
2009 2010-2035
0,75l
1,50l
Spätburgunder trocken Großes Gewächs Idig 1
17601H
2007 2011-2032
0,75l
2010-2015
Riesling • 12,0% vol. • LOB 90+ Gerstl 17
Riesling trocken Deidesheimer Paradiesgarten
17606H
2009 2010-2019
Riesling • 13% vol. • LOB 93-94
Riesling Königsbacher Ölberg (Spätlese trocken)
17607H
2009 2010-2025
Riesling • 13,0% vol. • LOB 95+
Riesling • 13% vol. • LOB 96-97 Gerstl 20 WW 18
Riesling • 13% vol. • LOB 97+ Gerstl 19+ WW 18
Riesling • 13% vol. • LOB 98+ WW 18+
Riesling • 13% vol. • LOB 98-99 Gerstl 20 WW 19
Pinot Noir, Barrique • 13% vol. • LOB 97-98
164
9,50
14,95
16,50
28,00
32,00
(43,33 e/l)
32,50
135,00
(44,67 e/l)
33,50
69,95
(45,00 e/l)
(46,63 e/l)
(56,67 e/l)
42,50
Deutschland - Pfalz
‡von Winning
Kurt Rathgeber, Stephan Attmann und Joachim Jaille
Ein neuer Stern zieht auf am Firmament des Mittelhardts: von Winning. Aber aufgepasst, von Winning ist dabei keine Neugründung, sondern
der Rückbezug auf eine glorreiche Vergangenheit, entstanden aus der Masse des Weinguts Dr. Deinhard. Nun unter der Leitung von Stephan
Attmann hat man mit von Winning ein bahnbrechendes Konzept gefunden um das alte, etwas angestaubte Image abzustreifen und das Potenzial
dieser traumhaften Weinbauregion so weit als möglich auszureizen. Das Geheimnis seines Erfolges ist neben der dem Spitzenwinzer innewohnenden Detailbesessenheit eine Offenheit gegenüber allen Erkenntnissen, die er für sich nutzbar machen kann. Z.B. sind alle von WinnigWeine zumindest kurz im Holz vergoren worden. Hier wird, wie bei den Biodynamikern, nach dem Mond gearbeitet und Hornmist ausgebracht, da dessen Wirkung auf die biologische Aktivität erwiesen ist. Bei all seinen Überlegungen möchte Attmann aber vornehmlich möglichst gute Weine auf die Flasche bringen. Man darf gespannt bleiben.
Riesling Win Win
19570H
2010
e / Fl.
0,75l
(13,20 e/l)
0,75l
(30,67 e/l)
Riesling Kalkofen Großes Gewächs 1
19575H
2010 2011-2024
0,75l
(35,33 e/l)
Riesling Kieselberg Großes Gewächs 1
19572H
2010 2011-2026
0,75l
(38,00 e/l)
Riesling Jesuitengarten Großes Gewächs 1
19576H
2010 2011-2031
0,75l
(50,00 e/l)
2011-2014
Riesling • 12,0% vol. • LOB 90+
LOB: Der “einfachste” Riesling des Hauses. Nur aus absoluten Spitzenlagen des Weinguts, zu zwei
Dritteln in Stückfässern ausgebaut. Hier vereinigen sich die Parzellen und Fässer, die Stephan
Attmanns Ansprüchen für die Lagenabfüllungen nicht genügen. Und dies ist vielleicht der Vorteil,
denn hier ergibt sich eine Symbiose aus Forster und Deidesheimer Lagen, die richtig Spaß macht, ganz
typisch für den Mittelhardt und im Preis mehr als gemäßigt. Feine Zitrus- und Kräuteraromatik,
leichter Bitterstoff, animierende Säure und ein schönes Spiel, das Lust auf mehr macht. 90+/100
Chardonnay
19571H
2010
Chardonnay • LOB 93+
2011-2025
LOB: Zitronenschalen, etwas Feuerstein, faszinierend packende Säure, extrem lang und animierend,
mit viel Mineralität. Kein neues Holz ist spürbar, obwohl er in Allier vergoren und ausgebaut
wurde.93+/100
Riesling • LOB 94+
LOB: Kräutersud, Birne, etwas Salbei, im Antrunk etwas Viskosität andeutend, um dann immer
straffer und fokussierter zu werden, aber trotzdem sehr harmonisch zu bleiben. Steinmehl und
Zitronenabrieb, sehr schön strukturiert und mit reifem Steinobst im lange haftenden Abgang. 94+/100
Riesling • LOB 95+
LOB: Gewürze, feine Aromen von frisch gehackten Kräutern. Im Antrunk sehr mineralisch, puristisch
und mit viel Schwung. Über den Gaumen schwebt lange eine herrliche Zitronenfrische. So puristisch
und elegant, dass er stark an einen Mersault aus einem eleganten Jahr erinnert. Ein atemberaubender
Riesling von einer der besten Lagen der Pfalz. 95+/100
Riesling • LOB 97+
LOB: In diesem Jahr in einem großen Fass (von einem der besten Fassmacher Bordeauxs) vergoren
und ausgebaut. Grapefruit und Thymian beginnen, er wirkt sofort komplex, zeigt am Gaumen viel
Gewicht und Fülle mit etwas Gras und Kräuteraromen. Immens kraftvoll und unglaublich präsent.
Insgesamt beeindruckend lang. 97+/100
9,90
23,00
26,50
28,50
37,50
165
Deutschland - Pfalz
e / Fl.
‡von Winning
Riesling Pechstein Großes Gewächs 1
19574H
2010 2011-2029
0,75l
(50,00 e/l)
Riesling Kirchenstück Großes Gewächs 1
19573H
2010 2011-2033
0,75l
(65,33 e/l)
Riesling Forster Ungeheuer trocken
18019H
2009 2010-2020
0,75l
(23,33 e/l)
Riesling Kalkofen Großes Gewächs 1
18021H
2009 2010-2023
18124H
2009 2010-2023
0,75l
1,50l
Riesling Kieselberg Großes Gewächs 1
18020H
2009 2010-2025
18127H
2009 2010-2025
18128H
2009 2010-2025
0,75l
1,50l
3,00l
Riesling • LOB 97+
LOB: Erinnert sofort an einen großen Chardonnay aus dem Burgund. Haselnüsse, dann extrem viel
Kraft zeigend, die über die Frische definiert wird. Mit majestätischer Statur auftretend. Extrem lang
und mit viel Steinmehl und Grapefruit im packenden Abgang. 97+/100
Riesling • LOB 98-99
LOB: Eine der begehrtesten Lagen Deutschlands und sicherlich die berühmteste der Pfalz. Warmes
Aromenbild mit hellem Steinobst. Sehr viel Druck am Gaumen, große aromatische Tiefe ausstrahlend.
Kompakt am Gaumen, dann auffächernd und viel Energie entwickelnd. Trotz seiner beeindruckende
Frische einer der homogensten Weine des Jahrgangs. 98-99/100
Riesling • 12,5% vol. • LOB 93+
Riesling • 13% vol. • LOB 94-95 WW 18
Riesling • 13% vol. • LOB 96+ Falstaff 95 WW 19
Pinot Noir I
18663H
2009 2011-2025
Spätburgunder, Barrique • 13,0% vol. • LOB 95
166
0,75l
(35,33 e/l)
(36,67 e/l)
(38,00 e/l)
(39,33 e/l)
(41,67 e/l)
(42,67 e/l)
37,50
49,00
17,50
26,50
55,00
28,50
59,00
125,00
32,00
Deutschland - Pfalz
‡Weingut Friedrich Becker
Friedrich Becker
e / Fl.
Schweigener Riesling trocken
19651H
2010 2011-2016
0,75l
(11,33 e/l)
Spätburgunder
19701H
2009
2011-2017
0,75l
(14,40 e/l)
Spätburgunder B
19764H
2009
2011-2021
0,75l
(22,00 e/l)
Spätburgunder, Barrique • LOB 97
0,75l
(78,67 e/l)
Spätburgunder Sankt Paul Großes Gewächs 1
19766H
2009 2011-2026
0,75l
(78,67 e/l)
Pinot Noir
19767H
0,75l
(146,67 e/l)
Riesling • LOB 89-90
LOB: Saftig, cremig, süffig, dabei aber mit leichter Vibration und schönem Zug am Gaumen. Zitrone,
Grapefruit und ein wenig Kalk am Gaumen. Im Nachhall wieder Zitrone, ein sehr schöner
Einstiegswein. 89-90/100
Spätburgunder • LOB 90
LOB: Reife Kirsche und feine Kräuternoten. Am Gaumen mit schön eingebundener Säure und lang
anhaltendem Aromenspiel. Für diese Preisklasse unheimlich komplett und mit viel Substanz, zeigt
auch nach drei Tagen keine Altersschwäche. 90/100
LOB: In diesem Jahr mit noch mehr Fülle und etwas mehr Kraft als noch im Vorjahr. Reife Kirsche,
Walderdbeeren und Anis. Ganz präzise Säurestruktur, die von einer leichten Cremigkeit begleitet wird.
Poliertes Tannin und eine samtene Schicht Frucht, die sich über den Gaumen legt. Wird auch nach
mehreren Tagen immer besser. Sehr lang und mit ordentlich Fülle versehen, ein grandioser
Essenbegleiter. 93-94/100
Spätburgunder Kamerberg Großes Gewächs 1
19765H
2008 2011-2026
LOB: In der Intensität von Frucht und Kraft steht er dem 2007er in nichts nach, dabei ist er zielgerichteter und voller innere Vibration. Schwarze Kirsche, asiatische Gewürze, reife Himbeere und
abgehangenes Fleisch. Dicht und vom ersten Augenblick präsent, aber dabei unheimlich feingliedrig.
Immense Tiefe und dabei sehr ausgeglichen. Die Aromen reichen bis tief in den Abgang. Alles ist
wohlplaziert, mit seiner Balance ganz weit vorne, nicht nur in Deutschland, auch im internationalen
Vergleich. 97/100
Spätburgunder, Barrique • LOB 97
LOB: Stoffig und beladen mit dichtem und extrem feinem Tannin. Schwarzkirsche, Himbeere, abgehangenes Fleisch und leicht balsamische Eindrücke. Raumgreifend und mit einer tollen Energie am
Gaumen. Auch den letzten Winkel am Gaumen auskleidend. Er bleibt aber wie auch der 2008er stringent und strebt immer nach vorne. Viel Frucht und auch einiges an Muskeln präsentierend. Sicherlich
jetzt schon genussfreudig, sollte aber all jene belohnen, die ihm mehr Zeit geben. 97/100
2009 2011-2031
Spätburgunder, Barrique • LOB 98+
LOB: Mit seinem vielen Fleisch und extremer Präsenz ist er wohl einmalig unter Deutschlands Pinot
Noirs. Aus ihm strahlt eine famose Reife, gepaart mit erdiger Tiefe und ausdrucksstarken
Fruchtaromen. Ein absolutes Erlebnis, hier scheint nicht nur die Frucht zu explodieren. Tief graben
sich Tannin und Gerbstoff am Gaumen ein und lassen so das ganze Schauspiel mehrere Male Revue
passieren. 98+/100
8,50
10,80
16,50
59,00
59,00
110,00
167
Deutschland - Pfalz
e / Fl.
‡Weingut Friedrich Becker
Schweigener Riesling trocken
18032H
2009 2010-2015
0,75l
(11,33 e/l)
Riesling Sonnenberg Großes Gewächs 1
18033H
2009 2010-2023
0,75l
(30,53 e/l)
Spätburgunder B
18035H
2008
0,75l
(22,00 e/l)
Spätburgunder Kamerberg Großes Gewächs 1
18037H
2007 2010-2025
0,75l
(65,33 e/l)
Spätburgunder Sankt Paul Großes Gewächs 1
18036H
2008 2010-2025
0,75l
(65,33 e/l)
Grauer Burgunder SL trocken
19657H
2010 2011-2016
0,75l
(19,33 e/l)
Weißer Burgunder SL trocken
19658H
2010 2011-2015
0,75l
(19,33 e/l)
Riesling • 11,5% vol. • LOB 89-90
Riesling • 12,5% vol. • LOB 94+ Falstaff 92
2010-2020
Spätburgunder • 13% vol. • LOB 93+
Spätburgunder, Barrique • 13,0% vol. • LOB 97
Spätburgunder, Barrique • 13,5% vol. • LOB 96-97
8,50
22,90
16,50
49,00
49,00
Deutschland - Baden
‡Alexander Laible
Alexander Laible
Grauburgunder • 13,0% vol. • LOB 92 • Schraubverschluss
LOB: Profund mineralisch, mit leichter Salznote macht er seine Aufwartung. In seiner Stilistik stark
an Riesling erinnernd: Zitrus, Renekloden, Pfirsich und feine Tropenfrüchte. Am Gaumen ist er dann
aber deutlich stämmiger und hat doch sehr viel Stoff und Gripp, hinter denen deutlich die Gewürze
hervor schauen. Dabei bleibt er, wie auch der Weißburgunder, sehr präzise und man erkennt hier die
schwungvolle Handschrift von Alexander Laible, die sich durch Klarheit und Intensität auszeichnet,
aber überflüssiges Fett vermeidet. Bravo! 92/100
Weissburgunder • 12,5% vol. • LOB 92+ • Schraubverschluss
LOB: Ein toller Weißburgunder, obwohl man dies aus Baden, dem Vorzeige-Burgunderland, erwarten
darf, ist die Leistung von Alexander Laible, nicht unter zu bewerten. So viel Präzision und Charakter
bekommen die wenigsten Winzer in Baden auf die Flasche. Kühl gleitet er über den Gaumen. Feine,
reife Birne, aber auch Apfel und Muskat ergeben einen famosen Akkord. Sehr gradlinig und fein
gewoben, am Gaumen greifen feine Apfelschalen zu und legen so ein dezentes Fundament. Ein wirklich herausragender Weißburgunder. 92+/100
168
14,50
14,50
Deutschland - Baden
e / Fl.
‡Alexander Laible
Spätburgunder trocken Alte Reben
19660H
2010 2011-2018
0,75l
(19,93 e/l)
Spätburgunder SL trocken
19659H
2010 2011-2021
0,75l
(26,60 e/l)
Riesling SL trocken
17646H
2009
0,75l
(19,93 e/l)
0,75l
(23,33 e/l)
0,75l
(26,00 e/l)
0,75l
(19,93 e/l)
0,75l
(26,60 e/l)
Pinot Noir, Barrique • LOB 93 • Schraubverschluss
LOB: Komplexes Nasenbild von reifen, roten Früchten und etwas Moschus. Hohe Viskosität und
phantastischer Gaumenfluss. Reif und verführerisch am Gaumen, aber bei weitem sein ganzes
Potenzial noch nicht freigebend. Sehr stringent und auch etwas kühl in der Stilistik. Macht unheimlich
viel Spaß, hat aber auch einen Hang zum intellektuellen Überbau. Laible deutet hier an, was im
nördlichen Baden mit Pinot Noir so alles geht. 93/100
Pinot Noir, Barrique • LOB 94-95 • Schraubverschluss
LOB: Dicht und rauchig, vermutlich auch ein wenig Holz, aber der Rauch passt extrem gut ins
Gesamtbild. Kraftvoll und dabei etwas unbändig, aber mit Tiefe und viel Saft. Dicht auch am Gaumen
mit präsentem Tannin, aber auch mit süffiger Fleischigkeit und tollem Fluss. Sehr früh verkostet,
könnte in ein paar Jahren als Bilderbuch-Pinot aus Baden vorgestellt werden und so einigen
Alteingesessenen die Show stehlen. 94-95/100
2010-2017
Riesling • 12,5% vol. • LOB 93-94+ • Schraubverschluss
Riesling trocken Alte Reben SG
17645H
2009 2010-2019
Riesling • 12,5% vol. • LOB 95 • Schraubverschluss
Riesling Chara trocken
17647H
2009 2010-2022
Riesling • 12,5% vol. • LOB 96+ • Schraubverschluss
Spätburgunder trocken Alte Reben
17648H
2009 2010-2017
Pinot Noir, Barrique • 14,0% vol. • LOB 93 • Schraubverschluss
Spätburgunder SL trocken
17649H
2009 2010-2020
Pinot Noir, Barrique • 14,0% vol. • LOB 94-95 • Schraubverschluss
14,95
19,95
14,95
17,50
19,50
14,95
19,95
169
Deutschland - Baden
‡Weingut Reinhold und Cornelia Schneider
Das Weingut Reinhold & Cornelia Schneider existiert erst seit
1981. Damals hatten die Eheleute Schneider, wie auch einige
andere zukünftige Spitzenwinzer entschieden, aus der örtlichen Genossenschaft auszutreten. Dies ist ein Phänomen,
das vor allem Winzer betrifft, die nicht in den klassisch-international bekannten Regionen wie Südpfalz und Kaiserstuhl
beheimatet sind. Genossenschaften hatten den Landwirten ein
relativ gutes Auskommen ermöglicht, doch nun wollten die
besonders Ehrgeizigen und Begabten unter ihnen alles der
Qualität unterordnen, daher mussten sie lernen neue Wege zu
gehen. Den Schneiders ist dies ausgesprochen gut gelungen,
denn hier geht es seit der Stunde Null um die bestmögliche
Qualität und dies mit möglichst naturnahen Methoden. Nach
ein paar Jahren der Umstellung fanden sich die Schneiders an
der absoluten Spitze ihrer Region. Dieser Qualitätssprung lief
auf eine VDP-Mitgliedschaft hinaus, man war unter den
Arrivierten der Szene angekommen. Doch ihnen war dies
nicht genug bzw. schon zu viel. Während es vielen im VDP
um eine möglichst gute Vermarktung ihrer Produkte ging,
hielten die Schneiders an ihrer Qualitätsmaxime fest. Das
Ergebnis war nicht nur der Austritt aus dem VDP, sondern
auch die flächenmäßige Verkleinerung des Weinguts. Die
Eltern unterstützen heute den Sohn Alexander, der das
Weingut übernehmen wird. So aufgestellt sind die Schneiders
nun in der Lage alle Arbeiten persönlich durchzuführen oder
zumindest anzuleiten. Das Ergebnis ist ungeheuer beeindruckend. Auf welchem Niveau die Schneiders ihr Streben
j
nach Qualität betreiben, verdeutlich schon die penible Art mit
der hier Fassproben durchgeführt werden. Kein anderer
Spitzenwinzer wäscht nach jeder Entnahme einer Probe
Schlauch und Glas immer wieder mit klarem Wasser aus.
Dieses kleine Beispiel verdeutlicht, mit welcher Akribie gearbeitet wird und warum die Weine dann natürlich solch eine
Qualität erreichen. Nichts wird dem Zufall überlassen, zudem
wird den Weinen extrem viel Zeit gelassen. Einige Rotweine
kommen erst vier Jahre nach der Lese auf den Markt. Bei
dieser Herangehensweise wie auch bei allen anderen scheinbaren Eigenheiten der Schneiders, handelt es sich aber nicht
um Manierismen, sondern um einen einsichtigen Respekt vor
dem Charakter des Jahrgangs und eben um die Suche nach
möglichst großer Qualität. Sie spielen in einer eigenen Klasse,
wenn es um weiße und graue Burgunder geht. Wobei die
Grauburgunder bei der Familie Schneider, ganz traditionell
badisch, mit Ruländer betitelt werden. Reif und saftig präsentieren sich die Weine, ohne aber in die fast schon typisch badische Überreife überzugehen. Sicherlich weisen die Weißen
eine immense Portion Kraft auf, doch die Balance bleibt bei
jedem Wein gewahrt. Dies mag auch an der speziellen Lage
Endingens liegen, das im nördlichen Teil des Kaiserstuhls
liegt. Diese Exposition wird in den kommenden Jahren der
zunehmenden Klimaerwärmung sicherlich kein Nachteil sein.
So ist sichergestellt, dass die Familie Schneider auch in
Zukunft ihrem Streben nach der größtmöglichen Qualität
nachgehen kann.
Familie Schneider
e / Fl.
Weißburgunder Kabinett
19549H
2010 2011-2016
0,75l
(15,93 e/l)
Chardonnay Spätlese
19546H
2009
0,75l
(18,00 e/l)
Weißburgunder • LOB 91
LOB: Zitrusfrüchte, Birne und Wiesenblumen lassen einem sofort das Wasser im Munde zusammenlaufen. Am Gaumen kommen noch Litschi und feine Apfelaromen hinzu. Als Kabinett sind Schneiders
Weine besonders belebend und zischen einem förmlich über den Gaumen. Solch ein extrem gutes
Verhältnis zwischen Vergnügen und Anspruch wird man selten finden. Bravo! 91/100
Chardonnay • LOB 92
2011-2018
LOB: Mit Feuerstein und Anklängen an Nussaromen zeigt er sofort seine Sortentypizität. Er hat einen
verführerischen Tiefgang, der mit einem weich gezeichneten Säurebild verwoben ist. Diese
Kombination von Einzelelementen macht einerseits seinen badischen Charakter aus, andererseits
ergibt sich so ein sehr leckerer Trinkfluss. Diese oft auch sehr reservierte Rebsorte erscheint so in
einem neuen, sehr schmackhaften Licht. 92/100
170
11,95
13,50
Deutschland - Baden
e / Fl.
‡Weingut Reinhold und Cornelia Schneider
Weißburgunder “Trio” Spätlese
19547H
2009 2011-2018
0,75l
(22,00 e/l)
Ruländer “R” Auslese
19548H
2009 2012-2022
0,75l
(32,67 e/l)
Weißburgunder “R” Auslese
19583H
2009 2012-2022
0,75l
(32,67 e/l)
Spätburgunder “A”
19550H
2005
2011-2019
0,75l
(25,07 e/l)
Spätburgunder “Engelsberg”
19551H
2007 2012-2025
0,75l
(39,93 e/l)
Weißburgunder • LOB 93+
LOB: Thai-Mango, Kirsche, weißer Pfeffer und viel Druck sind schon in der ersten Nase zu erkennen.
Im Mund ist der Wein dann feingliedrig und verführerisch, baut immer mehr Intensität auf und bleibt
extrem lange am Gaumen. Nun kommen noch die zu erwartenden Birne- und Muskataromen hinzu.
Diese bäumen sich aus dem Hintergrund auf und werden immer länger, bleiben aber dezent. Dies ist
einer der besten jemals von mir probierten Weißburgunder. Alles ist im Gleichgewicht und vermittelt
faszinierenden Trinkspaß, gleichzeitig hat er aber auch etwas Seriöses und Reifes. Der leichte und
beschwingte Eindruck dominiert, welch eine Kunst ist es doch solche Weine komponieren zu können.
93+/100
Grauburgunder • LOB 94-96
LOB: Vom ersten Moment an spürt man, dass dies der dichteste und kräftigste Weißwein der
Schneiders ist. Im Antrunk mit viel Biss und straffer Statur, die von Steinmehl und würzigem
Kräuterbouquet unterlegt ist. Dann getrocknete Mango, Marillen und wiederum frisch gehackte
Kräuter. Druckvoll und fundiert mineralisch, extrem lang, aber immer saftig bleibend. Einer der
großen Grauburgunder überhaupt. 94-96/100
Weißburgunder • LOB 94-96
LOB: In der Nase sehr kompakt und noch mit feiner Holzwürze versehen. Helles Goldgelb.
Lindenblüten, weißer Pfeffer, Safran. Weich, aber auch bestimmend auftretend. Am Gaumen viel
Muskat und weiße Johannisbeere. Beeindruckend lang und mit einer strahlenden inneren Wärme.
Reife Birne und Zitrusfrüchte. Sehr harmonisch und mit seiner hohen Reife frisch und trinkig. Elegant,
aber doch ganz typisch für Baden ist er in seiner Klasse wohl das Non plus ultra. 94-96/100
Spätburgunder • LOB 94
LOB: Rosen, eingekochte Sauerkirschen, Waldbeeren und dunkle Schokolade. Am Gaumen vollkommen anders als es das Nasenbild suggeriert: die Detailtreue wird von seiner grandiosen Balance in den
Schatten gestellt, ein Wein aus einem Guss. Seine Provenienz ist ihm deutlich anzumerken. Im Abgang
wird seine gebändigte Kraft immer deutlicher. Dicht bepackt mit reifen Tanninen endet er in einem
herb-erfrischenden Finale. Ein extrem guter Pinot, dem man ruhig noch etwas Zeit geben sollte.
94/100
Spätburgunder • LOB 95-96+
LOB: Extrem komplexes Nasenbild, dabei auch sofort sehr verführerisch. Man könnte viele Minuten
mit diesen Gerüchen verbringen. Frische Zwetschge und Kaffee sind am deutlichsten zu entschlüsseln.
Am Gaumen entwickelt sich ein langer Bogen des absoluten Genusses. Holundersaft gepaart mit einer
grandiosen Frische lassen alle Sinne noch einmal aufleben. Ein wundervoller Pinot aus Endingen! 9597/100
16,50
24,50
24,50
18,80
29,95
171
Deutschland - Franken
‡Horst Sauer
Sandra und Horst Sauer
e / Fl.
Müller-Thurgau Kabinett trocken Eschendorfer Lump
19419H
2010 2011-2016
0,75l
(11,93 e/l)
Silvaner Kabinett trocken Escherndorfer Lump
19615H
2010 2011-2015
0,75l
(14,60 e/l)
Silvaner Spätlese trocken Escherndorfer Lump
19617H
2010 2011-2018
0,75l
(18,60 e/l)
Scheurebe Spätlese feinherb Eschendorfer Lump
19420H
2010 2011-2017
0,75l
(19,33 e/l)
Riesling Spätlese trocken Escherndorfer Lump
19618H
2010 2011-2019
0,75l
(21,27 e/l)
Riesling Kabinett trocken Escherndorfer Lump
17566H
2009 2010-2016
0,75l
(14,40 e/l)
0,75l
(20,67 e/l)
Mueller Thurgau • 11,5% vol. • LOB 90-91
LOB: Feinwürziges Bouquet, das mit Orangenzesten und animierender Zitrone daherkommt. Er
präsentiert sich mit einer sehr guten Länge und ganz feinem aromatischen Nachhall: Kiwi, Holunder
und einer Prise weißen Pfeffer. Ein Paradebeispiel für einen Müller Thurgau der Extraklasse, ganz fein
und ganz lang. 90-91/100
Silvaner • 12,0% vol. • LOB 91
LOB: Frische, saftige Fruchtaromen, feine Salzigkeit. Sehr klar, hochfein und mit stützendem
Säurespiel. Ein Paradewein dieser so fränkischen Rebe. 91/100
Silvaner • 12,5% vol. • LOB 94
LOB: Niemand in Franken beherrscht den Silvaner so gut wie Horst Sauer. Anklänge an Steinmehl
und helles Steinobst. Ein absoluter Leisetreter, der zeigt, dass Kraft nicht alles ist. So rein und Bergseeklar ist dieser Wein, wenn man nicht innehalten würde, könnte einem diese wundervoll subtile
Weißweinstilistik entgehen. 94/100
Scheurebe • 11,5% • LOB 93+
LOB: Weiße Johannisbeeren, Litschi, Apfel und Kirschblüten. Im Antrunk spürt man eine dezente
Restsüße, die in einen duftigen und pikanten Mittelteil überleitet. Aromatisch fein und sensorisch
trocken klingt diese ganz klare Scheurebe dann aus. Auch dieser Wein beweist, dass Horst Sauer nicht
nur ein Meister in Sachen Riesling und Silvaner ist, denn auch die Mauerblümchen unter den
deutschen Weißweinsorten werden bei ihm zu faszinierend delikaten Genüssen. 93+/100
Riesling • 12,5% vol. • LOB 93
LOB: Salz und Zitrusaromen, strahlige Gradlinigkeit. Wieder Anklänge an Steinmehl und gelbe
Früchte. Eine knackige Erfrischung, von der man nicht genug bekommen kann. 93/100
Riesling • 12,0% vol. • LOB 92+
Riesling Spätlese trocken Escherndorfer Lump
17568H
2009 2010-2018
Riesling • 13,0% vol. • LOB 94+
172
8,95
10,95
13,95
14,50
15,95
10,80
15,50
Antwort - Bestellschein
Faxen oder im Fensterumschlag zurücksenden - Telefax: 0421/705688 · Telefon: 0421/705666
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Lieferbedingungen: Das Transportrisiko trägt GUTE WEINE. Alle Preise gelten ab Lager GUTE WEINE, ab 12 Flaschen oder 150,- € je
Auftrag erfolgt die Lieferung frei Haus in Deutschland und Österreich (Subscription und andere Bestellungen zählen nicht zusammen),
darunter betragen die Versandkosten pro Flasche 0,50 €, mindestens jedoch 5,- € pro Auftrag. Sortieraufschläge fallen nicht an, die
Bestellzahl je Wein und Jahrgang ist i.d.R. beliebig. Die Lieferung erfolgt per Fach-Spedition oder per Post. Alle Preise enthalten die
MWST. Die Zahlung ist nach Lieferung ohne Abzug fällig.
GUTE WEINE LOBENBERG GmbH & Co. KG
Heiner Lobenberg
Tiefer 10
Kunden-Nummer:
Name und Adresse:
28195 Bremen
Bestellung: Hiermit bestelle ich nachfolgend aufgeführte Weine an meine obige Lieferanschrift.
Art.-Nr.
Datum:
Erzeuger
Land
Jahrg.
Unterschrift:
Wein
€/Fl.
Best.-zahl
FAX:
GUTE WEINE
0421/705688
Verkaufs- und Lieferbedingungen, Widerrufsbelehrung
I. Allgemeines
1. Die nachfolgenden Verkaufsbedingungen richten sich nur an Endverbraucher.
2. Hat der Käufer keinen allgemeinen Gerichtsstand in Deutschland oder einem
anderen EU Mitgliedsstaat, ist ausschließlicher Gerichtsstand für sämtliche
Streitigkeiten hieraus der Geschäftssitz der Verkäuferin.
3. Für diesen Vertrag gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Dies gilt
nicht, wenn spezielle Verbraucherschutzvorschriften im Heimatland des Käufers
günstiger sind.
4. Die Verkäuferin liefert nur zu den nachstehenden Bedingungen. Abweichende
Bedingungen des Käufers gelten auch dann nicht, wenn sie der Verkäuferin später
zugegangen sind und diese ihnen nicht widersprochen hat.
5. Mit Erscheinen der jeweils neuen Preisliste verliert die vorherige ihre Gültigkeit.
II. Vertragsschluss
1. Alle Angaben zu Produkten und Preisen im Online-Angebot dienen der unverbindlichen Information und stellen noch kein rechtsverbindliches Angebot dar. Der
Käufer gibt mit der Bestellung ein verbindliches Angebot zum Vertragsschluss ab.
Bestellungen werden nach der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Der
Vertrag kommt noch nicht durch die automatisch generierte Bestellbestätigung,
sondern erst mit Annahme des Auftrags durch die Verkäuferin (Lieferung der
Ware oder ausdrückliche Auftragsbestätigung) zustande.
2. Bei Bestellungen im Online-Shop speichert die Verkäuferin den Vertragstext und
sendet dem Käufer die Bestelldaten sowie die Verkaufs- und Liefer-bedingungen
per E-Mail zu.
3. Die Vertragssprache ist deutsch.
III. Zahlungsbedingungen
1. Die Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer.
2. Die Verkäuferin akzeptiert Zahlung per Rechnung durch Einzugsermächtigung.
Bei Zahlung im Lastschriftverfahren erfolgt die Belastung des Rechnungs-betrages, wenn die Verkäuferin die Bestellung des Käufers annimmt. Bei
Rechnungszahlung ist der Kaufpreis nach Rechnungserhalt ohne Abzug durch
Überweisung auf ein Konto der Verkäuferin zu zahlen. Unberechtigte Abzüge werden zurückverlangt. Zahlt der Käufer 2 Wochen nach Ablauf des auf der Rechnung
vermerkten Zahlungsziels nicht, ist die Verkäuferin berechtigt, unter
Nachfristsetzung vom Vertrage zurückzutreten und Schadensersatz wegen
Nichterfüllung zu verlangen. Eine Nachfristsetzung ist nach den Voraussetzungen
des §323 II BGB entbehrlich. Während des Verzugs ist die ausstehende Forderung
den gesetzlichen Vorschriften entsprechend zu verzinsen. Die Verkäuferin kann
einen höheren und der Käufer im Anwendungsbereich der Verbraucher-schutzvorschriften des BGB einen niedrigeren Schaden nachweisen.
3. Scheckzahlungen werden nicht akzeptiert.
4. Beanstandungen der Rechnungen müssen schriftlich und spätestens innerhalb
von 8 Tagen nach Zugang der Rechnung erfolgen.
5. Die Zurückhaltung von Zahlungen oder die Aufrechnung wegen etwaiger von
der Verkäuferin bestrittener, nicht rechtskräftiger Gegenansprüche des Käufers ist
nicht statthaft.
IV. Lieferung
1. Grundsätze
a) Mit der Übergabe der Ware befreit sich die Verkäuferin von ihrer
Verantwortung für eine ordnungsgemäße Lieferung. Vollzogen ist die Übergabe,
wenn der Käufer den Besitz erlangt. Nach Vereinbarung genügt eine Übergabe
durch einen Dritten bzw. an einen Dritten ( an Besitzdiener iSd § 855).
b) Im Falle der Versendung entscheidet die Verkäuferin über Art und Weg der
Beförderung, wählt den Beförderer aus und schließt auf Wunsch des Käufers eine
Transportversicherung ab. Die Verkäuferin ist berechtigt, die Versandkosten im
Kaufpreis zu kalkulieren. Die Preise gelten ab Lager Prisdorf und schließen
Verpackung, Verladung, Transport, Versicherungen und ähnliche Leistungen
nicht ein. Ab 150 Euro im Einzelfall oder 12 Flaschen erfolgt die Lieferung an
Verbraucher in Deutschland und Österreich frei Haus. Darunter betragen die
Kosten für Versand und Verpackung pro Flasche 0,50 Euro, mindestens jedoch 5
Euro pro Auftrag. Bei Zahlungen aus dem Ausland trägt der Käufer alle zusätzlichen Kosten, wie Bankspesen und Überweisungsgebühren. Für die Rechtzeitigkeit
der Leistung kommt es darauf an, ob der Käufer rechtzeitig an seinem Wohnsitz
die geschuldete Leistungshandlung vorgenommen hat.
c) Die von der Verkäuferin genannten Lieferfristen sind unverbindlich.Wird eine
Lieferfrist um mehr als 3 Wochen überschritten, so hat der Käufer das Recht eine
angemessene Nachfrist zu setzen. Nach Ablauf der Nachfrist können beide
Vertragsparteien durch schriftliche Erklärung vom Vertrage zurücktreten.
d) "Fälle höherer Gewalt – als solche gelten die Umstände und Vorkommnisse, die
mit der Sorgfalt einer ordentlichen Betriebsführung nicht verhindert werden können – suspendieren die Vertragsverpflichtungen der Parteien für die Dauer der
Störung und im Umfang ihrer Wirkung. Überschreiten sich daraus ergebende
Verzögerungen den Zeitraum von sechs Wochen, so sind beide Vertragsparteien
berechtigt, hinsichtlich des betroffenen Leistungsumfangs vom Vertrag zurückzutreten. Sonstige Ansprüche bestehen nicht." Vorstehendendes gilt auch im Falle der
Nichtlieferung von Subskriptionsware, sofern die Verkäuferin dies nicht zu vertreten hat.
e) Bei Lieferung auf Abruf hat der Käufer innerhalb von 2 Wochen gerechnet vom
Vertragsabschluss, die Kaufgegenstände abzurufen. Kommt der Käufer auch unter
Nachfristsetzung dieser Verpflichtung nicht nach, hat der Käufer unbeschadet der
Geltendmachung der tatsächlich entstandenen Kosten ohne Nachweis an die
Verkäuferin eine Nichterfüllungspauschale in Höhe von 30 % des
Gesamtkaufpreises zu zahlen. Der Käufer hat das Recht nachzuweisen, dass die
Kosten der Verkäuferin geringer sind, als die vorstehende Pauschale.
f) Die Verkäuferin ist zu Teillieferungen berechtigt.
g) Eine Abholung der Weine ist in Prisdorf nach terminlicher Absprache möglich.
Hierbei werden keine Rabatte oder Skonti gewährt.
2. Sonderregelung für Subskriptionsgeschäfte
Die Preise enthalten die derzeit gültige Mehrwertsteuer von 19%. Die Verkäuferin
behält sich vor, dem Käufer die Differenz bei einer Mehrwertsteuererhöhung bis
zur Auslieferung der Weine nachzubelasten.
V. Haftung
Sofern nicht eine Verletzung von Leib, Leben, Gesundheit oder einer
Kardinalpflicht vorliegt, sind Schadensersatzansprüche, ausser in Fällen des groben Verschuldens durch die Verkäuferin oder einen Erfüllungsgehilfen, ausgeschlossen.
VI. Eigentumsvorbehalt
1. Die Verkäuferin behält sich gemäß § 449 I das Eigentum an der Ware bis zur
vollständigen Zahlung des Kaufpreises vor. Bei Zahlungsverzug des Käufers steht
der Verkäuferin gemäß § 449 II unter Abwarten einer Nachfrist von zwei Wochen
ein Rücktrittsrecht zu. Macht die Verkäuferin von ihrem Rücktrittsrecht
Gebrauch, steht ihr die Rückforderung der gelieferten Ware zu.
2. Der Käufer darf die unter Eigentumsvorbehalt stehende Ware weder verpfänden
noch zur Sicherung übereignen. Bei Pfändung sowie Beschlagnahme oder sonstigen
Verfügungen durch Dritte hat er die Verkäuferin unverzüglich davon zu benachrichtigen.
3. Der Käufer hat der Verkäuferin freien Zutritt zu den von ihm unter
Eigentumsvorbehalt gelieferten Gegenständen zu gewähren. Die Verkäuferin hat
im Insolvenzfall ein Aussonderungsrecht aus der Insolvenzmasse nach § 47 InsO.
VII. Gewährleistung
1. Füllniveau und Flaschenzustand können vor Verkauf bei der Verkäuferin
erfragt werden. Bei Weinen, die älter sind als 15 Jahre gilt das Füllniveau Top
Shoulder als normal, ab 25 Jahren High Shoulder.
2. Der Käufer kann vom Vertrag zurücktreten, wenn der Verkäuferin die
Lieferung vor Gefahrenübergang endgültig unmöglich wird.Ausgeschlossen sind
alle anderen weitergehenden Ansprüche des Käufers, insbesondere auf Kündigung
oder Minderung sowie auf Ersatz von Schäden irgendwelcher Art, und zwar auch
von solchen Schäden, die nicht an dem Liefergegenstand selbst entstanden sind, es
sei denn die Verkäuferin oder einer ihrer Erfüllungsgehilfen haben grob fahrlässig
gehandelt, eine Kardinalpflicht verletzt oder dass eine Verletzung von Leib, Leben
oder Gesundheit vorliegt.
VIII. Widerrufsbelehrung
1. Widerrufsrecht
Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von einem Monat ohne Angabe von
Gründen in Textform (z.B. Brief, Fax, E-Mail) oder - wenn Ihnen die Ware vor
Fristablauf überlassen wird - durch Rücksendung der Ware widerrufen. Die Frist
beginnt nach Erhalt dieser Belehrung in Textform, jedoch nicht vor Eingang der
Ware beim Empfänger (bei der wiederkehrenden Lieferung gleichartiger Ware
nicht vor Eingang der ersten Teillieferung) und auch nicht vor Erfüllung unserer
Informationspflichten gem. Artikel 246 § 2 in Verbindung mit § 1 Abs. 1 und 2
EGBGB sowie unserer Pflichten gem. § 312e Abs. 1 Satz 1 BGB in Verbindung mit
Art. 246 § 3 EGBGB. Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige
Absendung des Widerrufs oder der Ware. Der Widerruf ist zu richten an: GUTE
WEINE Lobenberg GmbH & Co. KG, Tiefer 10, 28195 Bremen, die Rücksendung
der Waren an: IWS Transporte GmbH, Lager Gute Weine Lobenberg GmbH,
Hauptstr. 10-12, 25497 Prisdorf.
2. Widerrufsfolgen
Im Falle eines wirksamen Widerrufs sind die beiderseits empfangenen Leistungen
zurückzugewähren und ggf. gezogene Nutzungen (z.B. Gebrauchsvorteile) herauszugeben. Können Sie uns die empfangene Leistung ganz oder teilweise nicht oder
nur in verschlechtertem Zustand zurückgewähren, müssen Sie uns insoweit ggf.
Wertersatz leisten. Bei der Überlassung von Sachen gilt dies nicht, wenn die
Verschlechterung der Sache ausschließlich auf deren Prüfung - wie Sie Ihnen etwa
im Ladengeschäft möglich gewesen wäre - zurückzuführen ist. Für eine durch
bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme der Sache entstandene Verschlechterung
müssen Sie keinen Wertersatz leisten. Paketversandfähige Sachen sind auf unsere
Kosten und Gefahr zurückzusenden. Nicht paketversandfähige Sachen werden bei
Ihnen abgeholt. Verpflichtungen zur Erstattung von Zahlungen müssen innerhalb
von 30 Tagen erfüllt werden. Die Frist beginnt für Sie mit der Absendung Ihrer
Widerrufserklärung oder der Ware, für uns mit deren Empfang.
IX. Kein Widerrfuf bei Subskriptionsgeschäften
Im Falle der Vereinbarung eines Subskriptionsgeschäftes, welches die Lieferung
von Weinen zum Gegenstand hat, deren Preise erheblichen Schwankungen unterliegen und auf die der Verkäufer keinen Einfluss hat und die innerhalb der
Widerrufsfrist auftreten können, da die Lieferung erst zu einem viel späteren
Zeitpunkt erfolgen wird, besteht nach Fernabsatzgrundsätzen kein Widerrufsrecht
im Sinne des § 312 d Abs. 4 Nr. 6 BGB.
Verkaufs- und Lieferbedingungen, Widerrufsbelehrung
Probierpaket Riesling 2010 - Frische und Rasse
Probierpaket Riesling 2010 - Frische und Rasse
Je 1 Flasche der folgenden Artikel:
19651H Friedrich Becker
Schweigener Riesling trocken
19556H Fritz Haag
Riesling QbA trocken
19666H Klaus Keller
Riesling trocken
19539H Emrich Schönleber
19652H Ansgar Clüsserath
Riesling trocken
Riesling “Vom Schiefer” trocken
19570H von Winning
Riesling Win Win trocken
19534H Schloss Lieser
Riesling Kabinett trocken
19312H Wittmann
Riesling trocken
19552H Christmann
Riesling trocken
19653H Leitz
Rüdesheimer Riesling trocken
19650H Zilliken
19593H Dönnhoff
Riesling QbA trocken
Riesling “Tonschiefer” trocken
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8,50 e
8,95 e
8,95 e
9,50 e
9,50 e
9,90 e
9,95 e
9,95 e
9,95 e
9,95 e
9,95 e
12,80 e
19668H statt 117,85 Euro frei Haus in Deutschland nur e 106,00
Je 1 Flasche (insg. 12 Flaschen) im Paket, inkl. Fracht innerhalb Deutschlands und Österreichs