WTS Review FreePDF XP

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WTS Review FreePDF XP
WTS Review
FreePDF XP
Inhaltsverzeichnis:
I. Einführung und WTS Review Parameter
II. Benötigte Softwarekomponenten
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III. Installation auf einem Terminal Server
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IV. Test FreePDF XP im Multi User Umfeld
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V. Probleme, Anpassungsmöglichkeiten, Tipps
VI. Abschlussbesprechung
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I.
Einführung und WTS Review Parameter
PDF Dokumente werden im geschäftlichen Alltag mit jedem Jahr bedeutsamer. PDF
Dateien nur zu lesen ist in den meisten Fällen nicht mehr ausreichend. Die eigene
Erstellung von PDF Dokumenten jeglicher Art wird immer wichtiger. Es ist daher
umso ärgerlicher, dass die Produkte des Marktführers Adobe auf einem Terminal
Server nur sehr eingeschränkt lauffähig sind.
Der Adobe Destiller 5 ist auf einem Terminal Server nur mit Administratorrechten
nutzbar. Die neue Version Adobe Acrobat 6.0 zeigt ähnliche Schwächen und ist auf
einem Terminal Server praktisch nicht nutzbar. Es ist sehr verwunderlich, wie ein
global agierendes Unternehmen wie Adobe es nicht bewerkstelligt ein voll Terminal
Server taugliches Produkt zu erstellen.
Wir sind daher umso dankbarer, dass gute Alternativen auf dem Markt existieren.
Neben zahlreichen kleineren Unternehmen, die kommerziell PDF Software anbieten,
bestehen eine Reihe von Freeware Projekten, die sich der Erstellung von PDF
Dateien widmen.
Dieses WTS Review befasst sich mit dem Produkt FreePDF XP 1.2, nachfolgend
kurz FreePDF genannt. Das Dokument behandelt die Installation und Konfiguration
der Software auf einem Terminal Server und ist keine Erläuterung der
Softwarefunktionen im Einzelnen. Für detaillierte Informationen zum Umgang mit
FreePDF konsultieren Sie bitte die Herstellerwebsite bzw. die FreePDF
Dokumentation.
Testumgebung für FreePDF XP 1.2
Aktuelle Terminal Server Installationen werden mit dem Betriebssystem Windows
Server 2003 implementiert. In fast allen Fällen wird als Zusatz zu den Microsoft
Terminal Diensten die Erweiterung Citrix Metaframe eingesetzt. Nachfolgend sind die
Parameter der FreePDF Testumgebung ersichtlich:
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Windows Server 2003 Standard / Deutsch / Alle Updates Stand September 04
Citrix Metaframe XPa 1.0 / Feature Release 3
Alle Festplatten sind NTFS formatiert
Die Terminal Dienste sind mit höchster Sicherheitsstufe aktiviert
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II.
Benötigte Softwarekomponenten
Für die Installation von FreePDF unter Windows Server 2003 sind verschiedene
Softwarekomponenten erforderlich. Die benötigte Software und deren Quellen
werden nachfolgend dokumentiert.
1) Ghostscript 8.14
Ghostscript ist ein freier Interpreter für PostScript Daten. PostScript wiederum stellt
eine Layout Beschreibungssprache dar, welche von Adobe entwickelt wurde. Mit
Hilfe von Ghostscript können PostScript Dateien auf der Kommandozeile in PDF
Dateien umgewandelt werden.
URL zum Ghostscript Projekt:
http://sourceforge.net/projects/ghostscript/
Download der Ghostscript Win32 Installationsdatei:
http://prdownloads.sourceforge.net/ghostscript/gs814w32.exe?download
2) RedMon – Redirection Port Monitor
Mit Hilfe von RedMon können Druckdaten über einen speziellen Druckport an ein
Programm umgeleitet werden.
URL zum RedMon Projekt:
http://www.cs.wisc.edu/~ghost/redmon/
Ein Download von RedMon ist nicht erforderlich, da das FreePDF Installationspaket
eine Version von RedMon enthält.
3) FreePDF XP
FreePDF XP implementiert eine grafische Oberfläche für Ghostscript. Über das
FreePDF Druckobjekt werden beliebige Druckdaten von Anwendungen in das PDF
Format umgewandelt.
URL zum FreePDF XP Projekt
http://www.freepdfxp.de/
bzw. http://www.shbox.de/
Hinweis
Dieses WTS Review behandelt das Programm FreePDF XP. Zwecks einfacherer
Schreibweise wird im Dokument die Bezeichnung FreePDF verwendet. FreePDF ist
ebenfalls der Vorgänger von FreePDF XP. Achten Sie beim Download auf die
richtige Version.
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4) Dynamic Link Library MSVBVM50.dll
FreePDF XP wurde mit Visual Basic 5.0 entwickelt. Zur Ausführung des Programms
wird daher die Visual Basic Virtual Machine 5.0 benötigt (MSVBVM50.dll). Bei
Windows Server 2003 wird diese Datei nicht mitgeliefert, so dass schon die
Installation von FreePDF scheitert.
Sie können eine vorhandene Datei MSVBVM50.dll nach %systemroot%\System32
kopieren, oder die folgenden Quellen zum Bezug der fehlenden DLL nutzen.
Microsoft Download Webseite: Stichwort in der Suchmaske „Visual Basic Runtime“
Alternativer Download: http://www.dll-files.com/dllindex/dll-files.shtml?msvbvm50
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III.
Installation von FreePDF XP auf einem Terminal Server
Die Visual Basic Runtime 5.0 ist auf dem Windows Server 2003 bereits im Vorfeld
installiert worden. Die benötigten Softwarekomponenten werden in folgender
Reihenfolge installiert.
1. Ghostscript 8.14
2. FreePDF XP 1.2
Wichtig!!!
Auf einem Server mit aktivierten Terminal Diensten sollte jegliche Software im
Installationsmodus des Betriebssystems erfolgen. Nach der Installation der Software
wird der Terminal Server in den Ausführungsmodus zurückversetzt. Benutzen Sie
nachfolgende Kommandozeilenbefehle um den Terminal Server in den Installationsbzw. Ausführungsmodus zu versetzen.
Change user –install
bzw. Change user –execute
Installieren Sie Software immer in der Konsolensession des Servers. Software darf
niemals in einer remote Session installiert werden. Remote Installationen sind z.B.
nur dann sinnvoll, wenn die Session ID 0 verwendet wird. Unter RDP ist es möglich,
sich mit der Konsolensession des Windows Server 2003 zu verbinden (Schalter
/console). Andere Programme z.B. Dameware verbinden sich ebenfalls auf die
Konsolensession ID 0. Überprüfen Sie vor der Installation die Konsolensession mit
dem Kommandozeilenbefehl:
Query user
Die Installation von GhostScript 8.14 erfolgt in den Ordner %ProgramFiles%\gs.
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Nach dem Kopieren der Dateien ist die Installation beendet. Jetzt erfolgt die
Installation von FreePDF. Sie werden bemerken, dass die Installation von FreePDF
nur wenige Mausklicks erfordert. Außer einem Klick auf <Start> und <End> sind
keine weiteren Eingaben nötig.
Hinweis
FreePDF installiert sich immer in den Ordner %ProgramFiles%\FreePDF XP. Ein
alternativer Ordner kann nicht ausgewählt werden.
Für Rollouts größerer Terminal Server Farmen werden automatisierte
Installationsroutinen immer wichtiger. FreePDF XP lässt sich automatisiert
installieren. Für weitere Details lesen Sie bitte die Dokumentation von FreePDF.
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IV.
Test FreePDF XP im Multi User Umfeld
Getestet wurde mit drei parallelen ICA Sitzungen (Desktop Sessions) und
gleichzeitiger Generierung von verschiedenen PDF Dokumenten. PDF Dateien zu
Erzeugen ist mit jeder Anwendung möglich, die Dateien über das FreePDF
Druckobjekt ausgeben kann. Kurze Zeit nach dem Auslösen des Druckvorgangs
erscheint die FreePDF GUI und es können verschiedene Parameter für das PDF
Dokument vorgegeben werden.
Das Erzeugen von PDF Dokumenten gestaltet sich einfach und komfortabel. Mittels
der vorhandenen PDF Profile können die Eigenschaften des PDF Dokuments
verändert werden. Lesen Sie später weitere Informationen zu PDF Profilen.
Der Button „Per E-Mail senden“ stellt eine MAPI
Schnittstelle mittels des Programms fpMailer.exe
zur Verfügung. Die PDF Datei wird erzeugt, dann
der Default eMail Client gestartet und eine neue
eMail mit dem Dokument als Anhang generiert.
fpMailer.exe ist zu vielen gängigen eMail Programmen kompatibel. Eine Aufstellung
aller getesteten Programme ist auf der Website des Herstellers zugänglich.
Hinweis
Mit Lotus Notes als eMail Client sollten ausführliche Tests unternommen werden. Auf
der Website http://shbox.de/fpmailer.htm wird berichtet, dass manche Versionen von
Lotus Notes nicht mit fpMailer.exe kompatibel sind. Als Workaround sollte in diesen
Fällen das Programm Mapimail.exe statt fpMailer.exe verwendet werden. Ein
Download Link ist unter obiger URL verfügbar.
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Bei unseren Tests mit FreePDF kam es zu keinen Problemen, die auf eine
Inkompatibilität mit einem Terminal Server hinweisen würden.
Es wurden stellenweise extreme Situationen getestet. U.a. wurden ICA Session
Abstürze simuliert, wobei zuerst nur der Prozess fpassist.exe beendet wurde; in
einem weiteren Test wurde die Session während der PDF Erzeugung gelöscht. Bei
einem Neustart der Session bzw. Neustart von fpassist.exe bemerkt FreePDF, dass
noch nicht beendete Jobs im Ordner „C:\Dokumente und Einstellungen\All
Users\FreePDF“ vorliegen und die GUI wird umgehend gestartet.
Als abschließender Test wird die PDF Verschlüsselung getestet. Dazu startet man
die PDF Erzeugung wie gewohnt, setzt aber den Optionshaken „PDF Verschlüsseln“.
In obigem Konfigurationsformular können die zu sichernden Eigenschaften des PDF
Dokuments hinterlegt werden. Ein Klick auf <OK> startet dann wie gewohnt die PDF
Erstellung. Es kam zu keinen Problemen währen der Tests mit der PDF
Verschlüsselung.
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V.
Probleme, Anpassungsmöglichkeiten, Tipps
Kein Programm ist perfekt, auch FreePDF nicht. Auf den nun folgenden Seiten
möchten wir auf eventuelle Schwachstellen und Probleme von FreePDF hinweisen.
Diese Punkte behindern nicht den Einsatz unter Terminal Services. Es ist aber
dennoch wichtig, auch diese Punkte anzusprechen um einen umfassenden Überblick
über FreePDF zu erlangen.
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Speichern der PostScript Dateien vor der PDF Umwandlung
Umgang mit FreePDF Profilen
Anpassungen der FreePDF GUI
Der Prozess fpassist.exe
Speichern der PostScript Dateien vor der PDF Umwandlung
Die Umwandlung von Druckdaten in das PDF Format erfolgt in mehreren Schritten.
Wir werden später beim Punkt „Der Prozess fpassis.exe“ näher auf den Ablauf
eingehen. Vereinfacht ausgedrückt wird eine PostScript Datei erzeugt, welche dann
über GhostScript nach PDF umgewandelt wird. PDF Profile beeinflussen die
Parameter, wie GhostScript die PostScript Daten nach PDF wandelt. Am Anfang der
PDF Erzeugung steht demnach eine PostScript Datei. FreePDF erzeugt einen
Ausgabeordner für alle PostScript Daten in folgendem Pfad:
%ALLUSERSPROFILE%\FreePDF
z.B. C:\Dokumente und Einstellungen\All Users\FreePDF
In diesem Ordner werden alle PostScript Dateien von allen Benutzern des Terminal
Servers gespeichert. Hier ergibt sich die erste Schwachstelle des Programms. Ideal
wäre es, wenn benutzerbezogene Daten auch im jeweiligen Benutzerprofil
abgespeichert werden, und nicht in einem allgemein zugänglichen Bereich des
Systems. Der Speicherpfad wird über einen Registry Key unter HKLM gesteuert:
Wir haben versucht den Wert psDir mit einem Reg_Expand_SZ Key zu ersetzen um
so den Pfad auf %TEMP% zu verändern. Dies hätte den enormen Vorteil, dass
PostScript Dateien im jeweiligen Temp Pfad des Benutzerprofils abgelegt werden,
und nicht im Systempfad %ALLUSERSPROFILE%\FreePDF. Alle Experimente
waren nicht mit Erfolg gesegnet. Änderungen während der Laufzeit werden ignoriert.
Nach einem Neustart des Servers befinden sich alle Registry Werte wieder im
unveränderten Originalzustand, werden also von FreePDF korrigiert.
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Der Speicherort %ALLUSERSPROFILE%\FreePDF birgt noch ein weiteres Problem
in sich, welches durchaus als ernste Sicherheitslücke zu bezeichnen ist. Die NTFS
Rechte auf die erzeugten PostScript Dateien sind derart schwach ausgelegt, dass es
Angreifern möglich wäre Dateien zu kopieren oder gar zu löschen. Sehen wir uns die
NTFS Berechtigungen auf den Ordner %ALLUSERSPROFILE%\FreePDF und eine
PostScript Datei einmal näher an.
Hinweis
Der Windows Server 2003 wurde mit der Option „Vollständige Sicherheit“ installiert.
An den NTFS Rechten wurden keine Veränderungen vorgenommen. Die obigen
Screenshots zeigen die Situation bei einer Standard „Out of the Box“ Installation.
Man kann erkennen, dass die Gruppe „Jeder“ mehr NTFS Rechte besitzt, als in einer
sicheren Umgebung gewünscht sein kann. Es ist mit diesen Rechten kein Problem
eine PostScript Datei zu kopieren oder zu löschen. Dies ist durchaus brisant, weil es
sich bei den PostScript Dateien ja auch um Gehaltslisten etc. handeln könnte.
Von Änderungen der NTFS Rechte auf den Ordner FreePDF ist abzuraten. Es kam
bei unseren Tests zu Abstürzen des fpassist.exe Prozesses nachdem die NTFS
Rechte zu restriktiv gesetzt wurden. Das Experiment war folgendermaßen angelegt:
Auf den Ordner %ALLUSERSPROFILE%\FreePDF wurden restriktivere NTFS
Rechte vergeben, so dass nur noch Administratoren und das System Vollzugriff
erhalten. Der Gruppe „Jeder“ wurde das Recht „Lesen“ eingeräumt. Wenn nun die
NTFS Vererbung greift, müsste auf den erzeugten PostScript Dateien diese NTFS
Rechte abgebildet werden. Dies ist leider nicht der Fall.
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FreePDF erzeugt alle PostScript Dateien mit folgenden NTFS Rechten:
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Administratoren
System
Hauptbenutzer
Jeder
Full
Full
RWXD
RWXD
Hinweis
Das Sicherheitsproblem lässt sich nur durch eine neue Version von FreePDF
beheben. Es sollte daher der Fokus darauf gelegt werden, dem Anwender den
Zugriff auf den Ordner %ALLUSERSPROFILE%\FreePDF so schwer wie möglich zu
machen. Schränken Sie den Zugriff mittels Group Policies ein, so dass auf das
Systemlaufwerk des Terminal Servers nicht mehr zugegriffen werden kann. Achtung:
Sperren Sie auf jeden Fall auch die Kommandozeile des Terminal Servers. Group
Policies greifen nur für GUI basierte Windows Programme. Trotz Policy kann mittels
der Kommandozeile ein Zugriff auf das Systemlaufwerk, und damit die PostScript
Dateien, erfolgen.
Umgang mit FreePDF Profilen
FreePDF Profile sind Dateien der Endung *.FPP. Diese ASCII basierenden Dateien
enthalten Parameter für GhostScript und bestimmen, wie PostScript Dateien nach
PDF zu wandeln sind. FPP Dateien werden mittels der FreePDF KonfigurationsKonsole erstellt.
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Dem Hinweis des GhostScript Parameter Editor können wir nur beipflichten: „Dieser
Dialog ist nur für Experten gedacht“. Beschäftigen Sie sich mit der Dokumentation
bevor Sie eigene FreePDF Profile erstellen. Ihren Anwender sollten Sie es nicht
gestatten eigene Profile zu generieren. Dies würde nur Verwirrung hervorbringen und
zu unnötigen Helpdesk Anrufen führen. Sorgen Sie deshalb dafür, dass der Link zur
FreePDF Konfigurationsoberfläche für die Anwender nicht verfügbar ist.
In manchen Situationen kann es dennoch gewünscht sein, das ein oder mehrere
Anwender zusätzliche FreePDF Profile im Auswahldialog zur PDF Erstellung
vorfinden. Beachten Sie die beiden Schaltflächen am unteren Bildrand des
GhostScript Parameter Editors.
„Für Alle Benutzer“
Speichert die FPP Dateien im Installationsordner von FreePDF. Diese Profile sind für
alle Anwender des Terminal Servers sichtbar. Über einen Key in der Registry können
Sie bestimmen, welches Profil beim Start von FreePDF als Standard benutzt wird.
Auch bei den PDF Profilen ist die NTFS Sicherheit ein Punkt, den man ansprechen
sollte. Schauen wir uns die Berechtigungen auf den Installationsordner von FreePDF
einmal näher an:
Die Berechtigungen werden vom
Ordner %ProgramFiles% vererbt d.h.
Benutzer
haben
nur
„Read“
Berechtigungen. Per Default dürfen
nur Administratoren, Hauptbenutzer
und Terminalserverbenutzer Dateien
in diesem Ordner anlegen.
Hinweis
Solange Sie Ihren Terminal Server
mit
der
Option
„Vollständige
Sicherheit“ installiert haben besteht
keine Gefahr. Wenn Sie diese Option
nicht verwenden, so sind alle
Benutzer des Servers automatisch in
der Gruppe „Terminalserverbenutzer“
und genießen entsprechend höhere
NTFS Rechte. Mit diesen NTFS
Rechten dürfen alle Benutzer FPP
Profile
im
Installationsordner
erstellen.
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„Für diesen Benutzer“
Um FreePDF Profile benutzerspezifisch abzulegen wird von FreePDF ein eigener
Ordner im Profil des jeweiligen Anwenders angelegt:
%USERPROFILE%\FreePDF
z.B. C:\Dokumente und Einstellungen\Administrator\FreePDF
Werden die FPP Dateien in diesem benutzerspezifischen Ordner abgelegt, so kann
auch nur dieser Benutzer das Profil verwenden. Vorgefertigte FPP Profile könnten
z.B. mittels Loginscript verteilt werden, so dass sich ein Benutzer nicht um die
Erstellung von FPP Profilen kümmern muss.
Zwei Kritikpunkte können wir am Handling mit den FreePDF Profilen anmerken.
Zum einen hält sich FreePDF nicht an gängige Standards und legt einen eigenen
Ordner im Profil an. Für anwendungsspezifische Daten ist in Windows der
Profilordner %APPDATA% vorgesehen. In der aktuellen Version von FreePDF ist es
dadurch z.B. nicht möglich, die FPP Profile auf ein Netzlaufwerk auszulagern. Der
Systempfad zu %APPDATA% kann in der Registry leicht abgeändert werden. Für
den Ordner %USERPROFILE%\FreePDF existiert leider kein Registry Key, so dass
keine Anpassung des Pfades erfolgen kann.
Der zweite Kritikpunkt ist eher marginal. FreePDF speichert nicht alle
benutzerbezogenen Einstellungen in der Registry des Benutzers. Es wäre z.B.
wünschenswert, wenn das zuletzt benutzte PDF Profil beim nächsten Start als
Default Profil ausgewählt wäre. Leider wird immer das Default Profil des Systems
angezeigt.
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Anpassungen der FreePDF GUI
Verschiedene Parameter der Benutzer GUI können durch den Administrator
vorgegeben werden. Diese sind mittels Registry Änderungen leicht modifizierbar.
Folgende Registry Werte des Anwenders können bearbeitet werden:
Zu finden sind diese Werte in folgendem Schlüssel:
HKEY_CURRENT_USER\Software\shbox\FreePdfXP
“language”
Der Wert „1“ steht für Deutsche Sprache. Mit einer „2“ wird auf Englisch gewechselt.
Neben diesen Standard Sprachen können beliebige Sprachen verwendet werden.
Vorraussetzung ist ein entsprechendes Language File (*.LAN). Es werden zwei LAN
Files mit FreePDF ausgeliefert.
English (Vorlage für Übersetzungen)
Niederländisch
Weitere Sprachfiles können mittels der Vorlagen Dateien erstellt werden.
„OpenPDF“
Dieser Wert legt fest, ob PDF Dateien nach der Erstellung mit einem PDF Betrachter
geöffnet werden sollen.
Wert 1 – PDF nach Erstellung öffnen
Wert 0 – PDF nicht öffnen
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„ViewGsLog“
Dieser Wert beeinflusst, ob GhostScript Log Daten während der PDF Erzeugung
angezeigt werden.
Wert 1 – Zeigt GhostScript Logs
Wert 0 – Verhindert die Anzeige von Logs
Der Prozess fpassist.exe
Der Prozess fpassist.exe muss in jeder Benutzersitzung gestartet sein, damit
FreePDF arbeiten kann. Ohne diesen Prozess ist eine Umwandlung von PostScript
nach PDF nicht möglich.
Fpassist.exe überprüft im Sekundentakt, ob eine Datei %USERNAME%xxxxxxx.ps
im Ordner %ALLUSERSPROFILE%\FreePDF vorhanden ist. Wird eine
entsprechende Datei gefunden, so wird die FreePDF GUI gestartet und die
Umwandlung in das PDF Format kann beginnen. Gestartet wird der Prozess
fpassist.exe über einen Registry Schlüssel unter HKLM:
HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run
Dieser Mechanismus eröffnet Administratoren die Möglichkeit nur bestimmten
Benutzern das Erstellen von PDF Dokumenten zu erlauben. Zum einen können
NTFS Berechtigungen auf das FreePDF Druckobjekt vergeben werden. Nur
Anwender, welche z.B. in der Gruppe „PDF-Drucker“ enthalten sind haben
Berechtigungen auf das Druckobjekt.
Zum anderen kann in diesem Fall vermieden werden, dass der Prozess fpassist.exe
in jeder Benutzersitzung gestartet wird. Statt den Run Key unter HKLM zu
verwenden, kann
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der Run Key im Hive HKCU verwendet werden. Alternativ ist auch ein Eintrag im
Autostart Ordner des Benutzers möglich.
In der Architektur von FreePDF XP liegt, unserer Meinung nach, die größte
Schwäche des Programms. Für jeden Anwender wird ein Prozess fpassist.exe
gestartet. Dieser Prozess verbraucht RAM und CPU. Zusätzlich wird der
Festplattencache beansprucht, der von jedem Prozess im Sekundentakt abgefragt
wird.
Bei einem typischen Terminal Server mit 2 CPUs können wir von ca. 40
gleichzeitigen Benutzersitzungen ausgehen. Wir wissen alle, dass der „typische“
Terminal- oder Citrix Server nicht existiert, aber dies ist nur eine Beispielrechnung:
40 zusätzliche Prozesse
40 Zugriffe auf den Ordner %ALLUSERPROFILE%\FreePDF pro Sekunde
Speicherverbrauch = 40 x 1,8MB = 72MB
Wir würden uns wünschen, dass nur dann Ressourcen belegt werden, wenn dies
unbedingt nötig ist. Nur bei einer PDF Umwandlung sollte der Prozess fpassist.exe
gestartet werden. Nach Ende der PDF Erstellung könnte der Prozess wieder beendet
werden. Die Zukunft wird zeigen, ob eine solche Architektur mit FreePDF realisierbar
ist.
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VI.
Abschlussbesprechung
Wir möchten an dieser Stelle dem Entwickler von FreePDF, Stefan Heinz, unseren
Dank aussprechen. Gute Produkte, die auch voll Terminal Server tauglich sind, als
Freeware anzubieten ist leider selten geworden.
Wo Licht ist, ist auch Schatten. FreePDF ist in der getesteten Version 1.2 nicht
perfekt, aber für den alltäglichen Gebrauch mehr als nur geeignet. Von einigen
Schwachstellen abgesehen können wir FreePDF für den Einsatz auf einem Terminal
Server empfehlen. Wir bieten ferner Herrn Heinz unsere volle Unterstützung an, was
die Weiterentwicklung von FreePDF angeht.
Danke für Ihr Interesse an diesem WTS Review. Weitere WTS Review´s zu den
unterschiedlichsten Terminal Server Themen werden in Zukunft auf der Website
www.ZankerIT.de bzw. www.ZankerIT.com erscheinen.
Für Fragen und Anregungen stehen wir jederzeit zur Verfügung. Danke.
Mit den besten Empfehlungen
Oliver Zanker
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